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Bemerkungen.

ZUrich. In Marthalen, Bezirk Andelfingen, kamen zwei Fälle von M i l z b r a n d vor. Die Vermuthung, daß dieselben mit dem Ausbruch dieser Seuche im badischen Dorfe Oberlauchringen im Zusammenhang stehen, bestätigte sich nicht. Ein dritter Fall von M i l z b r a n d ist in der Gemeinde Hombrechtikon aufgetreten, ohne Weiterverbreitung zur Folge gehabt zu haben.

In Stäfa mußte in Folge Erkrankung an R o z ein Pferd abgethan "werden.

Bern. Während des Monats Dezember wurden 29 neue Ausbrüche von M a u l - und K l a u e n s e u c h e und 60 Heilungen gemeldet.

Neue L u n g e n s e u c h e n a u s b r ü c h e sind nicht vorgekommen.

Zur Anzeige kamen ferner 3 M i l z b r a n d f ä l l e .

Luzern. Die 4 infizirten Ställe enthalten 42 Stük Großvieh und 4 Stük Schmalvieh.

Basel-Stadt.

Großvieh.

Die 28 infizirten Stallungen enthalten 208 Stük

St. Gallen. Der verzeichnete Fall von L u n g e n s e u c h e ist bei einem auf dem Markte in Frauenfeld gekauften Rind bei dessen Abschlachtung konstatirt worden.

Je ein Fall von M i l z b r a n d in Balgach, St. Margrethen, Bezirk Unterrheinthal, und Goldach, Bezirk Rorschach.

Aargau. Ueber die Gemeinde Eiken ist die Ortssperre verhängt und die Abhaltung des auf den 21. Dezember angesezten Viehmarktes in Laufenburg untersagt worden. Es wird vermuthet, daß die Seuche aus dem Großherzogthum Baden eingeschleppt worden sei.

Tessin. Die im Monat Dezember vorgekommenen Fälle von M a u l - und K l a u e n s e u c h e stehen mit den im jüngsten Bulletin gemeldeten im Zusammenhang. Daneben wurde die Seuche auch an einer aus Italien eingeführten Herde Schweine konstatirt.

Es kamen ferner zur Anzeige 2 Fälle von Roz.

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Wallis.

In Grône kamen 4 Fälle von M i l z b r a n d vor.

Neuenburg. Die von M a u l - u n d K l a u s e n s e u c h e infizirten 7 Ställe in Peseux enthalten 35 Stük Vieh.

Angestellte Untersuchungen haben ergeben, daß die L u n g e n s e u c h e durch Vieh, welches einheimische Händler im August und September im bernischen Jura und in Savoy en angekauft hatten, nach Goffrane eingeschleppt und von da durch den Handel weiter verbreitet worden ist. Vor der Hand wurde die Abschlachtung von etwa 40 Stük Vieh angeordnet.

Genf. Im Laufe des Monats Dezember wurde der Stallbann über 7 Ställe in 5 Gemeinden verhängt, konnte dagegen für 12 Ställe, die sich in 9 Gemeinden befinden, aufgehoben werden.

Wegen der Ausbreitung der M a u l - und K l a u e n s e u c h e in der Schweiz hat sich die k. k. Statthalterei für Tyrol und Vorarlberg unterm 19. Dezember veranlaßt gefunden, die Einfuhr von Klauenvieh (Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine) aus der Schweiz nach Tyrol und Vorarlberg bis auf weiteres nur in so weit zu gestatten , als dieselbe mittelst der Eisenbahn erfolgt und über die betreffenden Thiere der gemeindeamtliche Nachweis erbracht wird, daß sie vor ihrem Abgange gesund befunden wurden und weder in der Ursprungsgemeinde noch in ihrer Umgebung eine anstekende Thierkrankheit herrscht.

Laut dem jüngsten Viehseuchenbülletin von Elsaß-Lothringen hat die M a u l - u n d K l a u e n s e u c h e im Oberelsaß stark an Ausdehung zugenommen ; auch in den südlichen Kreisen des Unterelsaßes ist sie sehr verbreitet, während die nördlichen bis jezt verschont blieben. Als verseucht werden angegeben 91 Gemeinden mit 368 Stallungen und 1443 Stük Vieh. Im südlichen Baden, in Württemberg und im nördlichen Italien nimmt die Seuche ebenfalls zu, in Frankreich dagegen ab.

In lezterer Zeit scheint in Oesterreich-Ungarn kein neuer Ausbruch der R i n d e r p f e s t vorgekommen zu sein, dagegen die L u n g e n s e u c h e an Ausdehung zugenommen zu haben.

B e r n , den 5. Januar

1881.

Schweizerisches Handels- und laudwirthschaftsdepartemeiit.

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Bemerkungen.

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