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Inserate» Bekanntmachung betreffend die

Einfuhr. Ausfuhr und Durchfuhr von

T r a u b e n u n d Trestern.

(Vom 10. Juli 1883.)

Das schweizerische Handels- und Landwirthschaftsdepartement Abtheilung Landwirtschaft, nach Einsicht von Artikel 4 des Vollziehungsreglements, betreffend Vorkehrungen gegen die Reblaus vom 6. Februar 1880,.

und der internationalen Phylloxera-Konvention vom 3. November 1881 verfügt: 1. Die Einfuhr von Tafeltrauben, eingestampften Weinlesetrauben und Trestern aus Deutschland, Frankreich, OesterreichUngarn, Portugal, Belgien und Luxemburg in die Schweiz ist ohne Vorweisung eines Ursprungszeugnisses gestattet.

Die Tafeltrauben dürfen nicht mit Blättern und Rebholz versehen und müssen in wohl verschlossenen, aber dennoch leicht zu untersuchenden Kisten, Schachteln oder Körben verpackt sein; das Gewicht einer gefüllten Kiste, Schachtel oder eines gefüllten Korbes darf 10 Kilo nicht übersteigen.

Eingestampfte Weinlesetrauben dürfen nur in gut verschlossenen Fässern von wenigstens 5 Hektoliter Gehalt eingeführt werden; die Fässer müssen so gereinigt sein, daß sie keine Erd- oder Rebbestandtheile an sich haben.

416 Trester dürfen nur in Kisten oder wohl verschlossenen Fässern zirkuliren.

2. Tafeltrauben aus andern Ländern dürfen in die Schweiz «ingeführt werden, wenn die Regierung des Kantons, in den sie eingeführt werden sollen, die Bewilligung dazu ertheilt hat und die Sendungen im Uebrigen den sub l, AI. 2 angeführten Bedinguogen entsprechen.

3. Eingestampfte Weinlesetrauben aus Italien dürfen in die Schweiz eingeführt werden : a) wenn die Regierung des Kantons, in den sie eingeführt werden sollen, die Bewilligung dazu ertheilt hat; b) wenn die Sendungen den sub l, AI. 3 angeführten Bedingungen entsprechen ; c) wenn dieselben von einem amtlichen Zeugniß begleitet sind, welches bescheint, daß in der Gemeinde, aus der sie herkommen, die Reblaus nicht herrscht und niemals vorgekommen ist.

Unter den sub b und c angeführten Bedingungen ist auch der Transit von eingestampften Weinlesetrauben aus Italien durch die Schweiz gestattet.

4. Tafeltrauben ohne Blätter und Rebholz , eingestampfte Weinlesetrauben und Trester aus den sub Ì angeführten Staaten, der Wein, getrocknete Trauben und Traubenkerne, woher sie auch kommen mögen, dürfen von den Kantonen keinem Einfuhrverbote unterworfen werden.

5. Die Einfuhr von nicht eingestampften Weinlesetrauben, woher sie auch kommen mögen, und die Ausfuhr von gekelterten oder nicht gekelterten Weinlesetrauben aus den Kantonen Neuenburg und Genf ist verboten.

B e r n , den 10. Juli 1883.

Schweizerisches Handels- und Landwirthschaftsdepartement, Abtheilung- Landwirthschaft : Droz.

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Bekanntmachung.

Die italienische Gesandtschaft theilte mit, daß von dem Könige von Italien der Schweizerin A g n e s H a s e die Marine-Tapferkeitsmedaille verliehen worden sei, weil dieselbe den 1. September 1882 in den Gewässern ,,Forte dei Marini" mit großem Muthe zur Kettung eines Menschen beigetragen habe.

Es sei jedoch unmöglich gewesen, der genannten Dame diese Medaille und das bezügliche Brevet zuzustellen, indem dieselbe, nachdem sie im vorigen Jahre nur kurze Zeit in Florenz sich aufgehalten, Italien verlassen zu haben scheine. Die Gesandtschaft ersuchte daher um Mittheilung des gegenwärtigen Wohnortes dieser Dame. Allfällige Nachrichten bitten wir zu geben an die B e r n , den 25. Juli 1883.

Schweiz. Bundeskanzlei.

Bekanntmachung.

Nikiaus Glauser in Jegenstorf (Bern), Johann Strebel in Nenzlingen (Bern) und Eugenio Sacchi in Bellinzona, deren Anstellung als Auswanderungsunteragenten der Bundesrath seiner Zeit genehmigte, sind nunmehr in gleicher Eigenschaft, ersterer von der Agentur M. Goldsmith in Basel, J. Strebel von der Firma Ph. Kommet & Oie. in Basel und E. Sacchi von der Firma Schneebeli & Oie. in Basel, angestellt.

Jakob Tschabold-Gammeter in Burgdorf (Bundesblatt 1882, III, 572) hat als Unteragent der Auswanderungsagentur Joh. Baumgartner in Basel zu fungiren aufgehört.

B e r n , den 24./27. Juli 1883.

Schweiz. Handels- und Landwirthschaftsdepartement.

Bundesblatt. 35. Jahrg. Bd. III.

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Bekanntmachung.

Das schweizerische Handels- und Landwirthschaftsdepartement macht hiemit bekannt, daß an der eidgenössischen polytechnischen Schule in Zürich vom 8. October laufenden Jahres an die Prüfungen der Kandidaten für das Diplom eines beeidigten Probierers zw Kontrolirwng von Gold- una Silberwaaren abgehalten werden.

Diejenigen, welche sich diesen Prüfungen zu unterziehen wünschen, haben sich vor dem 1. September bei dem unterzeichneten Departement anzumelden.

Die Prüfungsgebühr im Betrage von Fr. 20 muß vor dem 7. October an Hrn. Professor Dr. Lunge in Zürich eingezahlt werden, welcher mit Hrn.

Eugen Tissot, beeidigten Probirer, mit der Abhaltnng der Prüfung beauftragt ist.

Die mündliche Prüfung umfaßt: Elemente der anorganischen Chemie.

Nomenclatnr nnd Formeln. Eigenschaften der wichtigsten Metalloide. Eigenschaften der für die Industrie wichtigsten Metalle und ihrer wichtigsten Verbindungen. Zusammensetzung und unterscheidende Merkmale der in der Technik am meisten gebrauchten Legirungen. Prinzipien der qualitativen und quantitativen Analyse der Legirnngen auf trockenem und nassem Wege.

Beschreibung der bei den Proben angewendeten chemischen Reagentien und Untersuchung ihrer Reinheit. Darstellungvon chemisch reinem Gold nnd Silber. Anwendung der Wage für genaue Wägungen. Entnahme der Proben.

Herstellung der Kapellen. Rechnungsaufgaben bezüglich Proben und Legirungen. Senntniß des Bundesgesetzes und der Vollziehnngsverordnungen über Kontrolirnng der Gold- und Silberwaaren.

Die Bewerber können je nach ihrem Wunsche in deutscher oder französischer Sprache geprüft werden.

Für die mündliche Prüfung, welche mindestens je zwei Stunden dauert, werden sie in Gruppen von nöchstens drei Theilnehmern getheilt. Es haben zu derselben Antritt die Mitglieder des schweizerischen Schulrathes, die Abgeordneten der ßundesbehörde, der Kantonsregiernngen und der loka3 len Verwaltungen.

Die praktische Prüfung umfaßt 15 bis 20 Proben verschiedener Legirungen von Gold, Silber und Platin auf nassem und trockenem Wege; ferner die Anwendung des Probirsteins und die Manipulation der Stempelung ; die Entnahme der Proben und Herstellung der Kapellen. Bei den Kapellenproben darf die höchste Fehlergrenze nicht zwei Tausendtheile für Gold und fünf Tansendtheile für Silher, bei den nassen Proben nicht l '/a Tausendtheile übersteigen. Das Ergebniß beider Prüfungen (der mündlichen und praktischen) wird durch eine der drei folgenden Noten ausgedrückt werden: gut, genügend, ungenügend.

Wenn ein Bewerber die Note ungenügend in einer der beiden Prüfungen erhält, so kann er nicht diplomirt werden.

Wenn ein Bewerber bei der Prüfung eine nngenügende Note erhalten hat, so kann er sich noch zweimal spätem Prüfungen unterziehen. Wenn

419 er dreimal die Prüfung nicht bestanden hat, wird er zu weitern nicht mehr zugelassen.

Bern, den 18. Juli 1883.

Schweiz. Handels-und Landwirthschaftsdepartement.

Vereinigte Schweizerbahnen.

Der Tarif für den internen Güterverkehr diesseitiger Linie, einschließlich der Toggenburgerbahn, der Wald-Rüti-Bahn und Zürichsee-Gotthardbahn (Rapperswyl-Pfäffikon), vom 1. September 1882, wird auf 30. September d. J.

gekündet und vom 1. Oktober an durch einen neuen Tarif ersetzt.

St. Gallen, den 31. Juli 1883.

Die Generaldirection.

Westschweizerische Bahnen und Simplonbahn.

Mit 1. August 1883 wird zwischen der Station Vernex-Montreux und der Haltestelle Veytaux-Chillon die Haltestelle Territet dem Verkehr von Reisenden, Gepäck und Hunden, sowie von als Gepäck aufgegebenen Einzelsendunfen mit sämmtlichen Stationen der Westschweizerischen Bahnen, der Simplonahn und der Linie Bulle-Romont eröffnet.

L a u s a n n e , den 15. Juli/1. August 1883.

Die Direction der Westschweizerischen Bahnen und der Simplonbahn.

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Ausschreibung von erledigten Stellen.

Die Bewerber müssen ihren Anmeldungen, welche s c h r i f t l i c h und portofrei zu geschehen haben, gute Leumundszeugnisse beizulegen im Falle sein; ferner wird von ihnen, gefordert, daß sie ihren Namen, und außer dem Wohnorte auch den H e i m a t o r t , sowie das G e b u r t s j a h r deutlich angeben.

Wo der Betrag der Besoldung nicht angegeben ist, wird derselbe bei der Ernennung festgesezt. Nähere Auskunft ertheilt die für die Empfangnahme der Anmeldungen bezeichnete Amtsstelle.

  1. Postablagehalter und Briefträger in Domdidier (Freiburg). Anmeldung bis zum 17.' August 1883 bei der Kreispostdirektion in Lausanne.
  2. Posthalter in Koppigen (Bern). Anmeldung bis zum 17. August 1883 bei der Kreispostdirektion in Bern.
  3. Büreaudiener beim Hauptpostbüreau Luzern. Anmeldung bis zum 17. August 1883 bei der Kreispostdirektion in Luzern.
  4. Briefträger in Appenzell. Anmeldung bis zum 17. August 1883 bei der Kreispostdirektion in St. Gallen.
  5. Telegraphist in Vendlincourt (Bern). Jahresbesoldung Fr. 200, nebst Depeschenprovision. Anmeldung bis zum 22. August 1883 bei der Telegrapheninspektion in Ölten.
  6. Briefträger in Siders (Wallis).

, 2) ,, ,, Fiez (Waadt).

l Anmeldung bis zum 10. August > 1883 bei der Kreispostdirektion in Lausanne.

3) Postpacker in Neuenburg. Anmeldung bis zum 10. August 1883 bei der Kreispostdirektion in Neuenburg.

4) Postkommis in Basel. Anmeldung bis zum 10. August 1883 bei der Kreispostdirektion in Basel.

5) Adjunkt der Kreispostdirektion Zürich. Anmeldung bis zum 10. August 1883 bei der Kreispostdirektion in Zürich.

6) Briefträger in Altstädten (St. Gallen). Anmeldung bis zum 10. August 1883 bei der Kreispostdirektion in St. Gallen.

7) Briefträger und Postpacker in Flums (St. Gallen). Anmeldung bis zum 10. August 1883 bei der Kreispostdirektion in Chur.

8) Telegraphist in Lausanne. Gehalt gemäß Bundesgesetz vom 2. August 1873. Anmeldung bis zum 15. August 1883 bei der Telegrapheninspektion in Lausanne.

9) Telegraphist in Triengen (Luzern). Jahresbesoldung Fr. 200, nebst Depeschenprovision. Anmeldung bis zum 14. August 1883 bei der Telegrapheninspektion in Ölten.

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04.08.1883

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