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Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung zum Entwurf eines Bundesbeschlusses über die Schweizerische Verkehrszentrale (Vom 22. August 1973)

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren, Wir unterbreiten Ihnen den Entwurf eines Bundesbeschlusses über die Erhöhung des Bundesbeitrages an die Schweizerische Verkehrszentrale (SVZ).

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Übersicht

Wir beantragen Ihnen, den jährlichen Beitrag an die Schweizerische Verkehrszentrale von bisher 10 Millionen Franken auf 12,5 Millionen Franken für das Jahr 1974 und auf 15 Millionen Franken für die Periode von 1975 bis 1977 festzusetzen. Damit sollen die Leistungen des Bundes der Teuerung angepasst und der Verkehrszentrale zudem ermöglicht werden, einen Drittel der laufenden Ausgaben wieder für die Herstellung von Werbemitteln einzusetzen, wie dies in den sechziger Jahren der Fall war. Zum Ausgleich unseres Handelsbilanzdefizits und im Rahmen des Entwicklungskonzepts für das Berggebiet spielt der Fremdenverkehr eine wesentliche Rolle. Rund drei Fünftel des Fremdenverkehrs entfallen auf die alpinen Regionen, wo vielerorts andere entwicklungsfähige Wirtschaftszweige fehlen. Wegen der stets zunehmenden internationalen Konkurrenz im Fremdenverkehr und infolge der in den letzten Monaten erfolgten Änderungen der Wechselkurse ist eine kräftige nationale Verkehrswerbung zur Erhaltung unseres Marktanteils erforderlich. Die meist gewerblich organisierte Fremdenverkehrswirtschaft ist nicht in der Lage, die zusätzlichen Mittel für die nationale Werbung allein aufzubringen, da sie ihre Finanzen zum überwiegenden Teil bereits auf lokaler und regionaler Ebene einsetzen muss.

Damit die Erneuerung des Agenturnetzes der Verkehrszentrale fortgesetzt werden kann, beantragen wir Ihnen, ihr für die Periode von 1974 bis 1977 einen ausserordentlichen Beitrag von 2,8 Millionen Franken zu bezahlen. In den sechzi1973-620

461 ger Jahren gewährte der Bund der Verkehrszentrale für diesen Zweck nicht rückzahlbare Beiträge von 6,199 Millionen Franken und zinslose Darlehen von 5,3 Millionen Franken.

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Allgemeiner Teil 21 Ausgangslage

Die Schweizerische Verkehrszentrale mit Sitz in Zürich ist eine öffentlichrechtliche Körperschaft und bezweckt die Organisation sowie die Durchführung der gesamtschweizerischen Verkehrswerbung im In- und Ausland. Sie nahm ihre Tätigkeit als «nationale Vereinigung für die Schweizerische Zentralstelle für Reiseverkehr» im Jahre 1918 auf. Seit der Gründung stellte ihr der Bund immer Mittel zur Verfügung. Der Bundesbeschluss vom 21. Dezember 1955 über die Schweizerische Verkehrszentrale (AS 7955 1180) bildet die gegenwärtige Rechtsgrundlage. Der Bund hat seine Leistungen seither mehrmals angepasst (Bundesbeschluss vom 10. Dezember 1958, BB1 1958 II 1705; Bundesbeschluss vom 29. September 1960, AS 1960 995; Bundesbeschluss vom 29. November 1966, AS 1966 1680). Für die Erneuerung der Agenturen in London, New York und Paris wurden der SVZ zusätzliche nicht rückzahlbare Beiträge und Darlehen gewährt (Bundesbeschluss vom 8. Oktober 1964. BB1 1964 II 794; Bundesbeschluss vom 18. März 1969, BB1 1969 l 626) Die Leistungendes Bundes an die Verkehrszentrale von 1956 bis 1973 sind in der Tabelle l dargestellt.

Aus dieser Tabelle geht hervor, dass der Bund in den letzten 18 Jahren für die Verkehrs- und Fremdenverkehrswerbung nicht rückzahlbare Beiträge von rund 121 Millionen Franken bezahlte. Vergleichsweise sei erwähnt, dass unserem Land in der gleichen Zeitperiode, d. h. von 1955 bis 1972, aus dem Ausländertourismus Erträge von 44,7 Milliarden Franken zugeflossen sind. Rechnet man die in diesen Jahren von schweizerischen Touristen im Ausland ausgegebene Summe von 19,7 Milliarden ab, so verbleibt immer noch ein touristischer Aktivsaldo von 25 Milliarden Franken. Die vom Bund in der erwähnten Zeitperiode für die touristische Landeswerbung ausgelegte Summe von 121 Millionen Franken betrug also rund % Prozent der Deviseneinnahmen aus dem Tourismus. Diese haben sich von 1956 mit 1070 Millionen Franken bis 1972 mit 4950 Millionen Franken Ertrag fast verfünffacht, während der Bundesbeitrag an die SVZ knapp verdreifacht wurde.

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Landeswerbung und Fremdenverkehr

Die Entwicklung des schweizerischen Fremdenverkehrs

Die erste Blütezeit des schweizerischen Fremdenverkehrs begann im ausgehenden 19. Jahrhundert und endete mit dem Beginn des Ersten Weltkrieges.

Dann hatte unser weitgehend vom Ausland abhängiger Fremdenverkehr wegen

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der Weltkriege und der dazwischen liegenden Wirtschaftskrise rund 40 Jahre lang unter grössten Frequenzeinbussen zu leiden. Manche der in der Gründerzeit erstellten Hotels schlössen ihre Pforten, während andere sowie zahlreiche Bergbahnen und weitere vom Fremdenverkehr abhängige Betriebe jahrelang um ihre Existenz kämpfen mussten.

Im Werk «Strukturwandlungen des schweizerischen Fremdenverkehrs 1890 bis 1935» von Golden wurde die Zahl der Übernachtungen von In- und Auslandgästen für das Jahr 1910 auf 22,09 Millionen geschätzt. Erst 37 Jahre später, nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde dieses Resultat überschritten! Die im gleichen Werk auf 18,52 Millionen geschätzten Ausländerübernachtungen des Jahres 1910 wurden sogar bis ins «Expojahr» 1964 nie mehr übertroffen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass bis jetzt nur für die Hotel- und Kurbetriebe statistische Angaben bestehen. Die Frequenzen der Parahotellerie (zusätzlicher Beherbergungssektor, d.h. Chalets, Ferienwohnungen, Privatzimmer, Touristenlager, Zeltplätze usw.), die sich in den letzten Jahren sehr stark entwickelte, werden jedoch erst teilweise erhoben und sonst nur geschätzt.

Im Jahre 1971 wurden in der Hôtellerie 36,36 Millionen und in den übrigen Beherbergungsarten 28,17 Millionen, also insgesamt 64,53 Millionen Übernachtungen ausgewiesen. Daran waren In- und Ausländer je ungefähr zur Hälfte beteiligt. Seit Kriegsende befindet sich der schweizerische Fremdenverkehr wieder in einer Wachstumsphase und hat sich langsam von einem durch Kriege und Wirtschaftskrisen arg bedrängten zu einem stabilen Wirtschaftszweig entwickelt.

In der Tabelle 2 wird dieser Wandel anhand einiger Zahlen dargestellt. Trotz der erfreulichen Festigung der schweizerischen Fremdenverkehrswirtschaft ist ihr Wachstum mit demjenigen anderer Wirtschaftszweige nicht vergleichbar. Der Gesamtindex der industriellen Produktion ist von 1963 bis 1972 um 49 Prozent gestiegen. In der gleichen Zeit haben die Logiernächte in den Hotel- und Kurbetrieben lediglich um 19 Prozent zugenommen. Beim zusätzlichen Beherbergungsangebot dürfte zwar das Wachstum grösser sein; die Daten dieser erst im Aufbau begriffenen Statistik sind aber für diese Zeitperiode noch nicht vergleichbar.

International gesehen, sind die Wachstumsraten des schweizerischen Fremdenverkehrs bescheiden. So haben die Übernachtungen in der schweizerischen Hôtellerie von 1963 bis 1972 um 21 Prozent zugenommen, in der deutschen jedoch um 30 Prozent und in der italienischen um 40 Prozent.

Während sich früher eine begrenzte Zahl von Staaten in den Touristenmarkt teilte, ist die Konkurrenz heute weltweit geworden. In vielen Ländern fördert der Staat die Entwicklung der Fremdenverkehrseinrichtungen mit massgeblichen Beiträgen, während bei uns deren Erstellung zum grössten Teil von der Privatwirtschaft finanziert wird.

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Gründe für die Förderung der Verkehrswerbung und die Erhöhung des Beitrags durch den Bund

Als der SVZ durch Bundesbeschluss vom 21. September 1939 ihre heutige Rechtsform verliehen Wurde, wollte man die Durchführung der gesamtschweizeri-

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sehen Verkehrswerbung im In- und Ausland ganz bewusst einer ausserhalb der Verwaltung stehenden Körperschaft des öffentlichen Rechts übertragen. Erstens war dadurch Gewähr für eine bewegliche Informations- und Werbetätigkeit geboten. Zum zweiten schien diese Organisationsform am geeignetsten dafür, die unmittelbar vom Fremdenverkehr profitierenden Wirtschaftskreise zu einem angemessenen Beitrag an die Werbekosten heranzuziehen. Drittens schliesslich lag es im Interesse unserer marktwirtschaftlichen Ordnung, die Verkehrs- und Fremdenverkehrswerbung nicht durch eine rein staatliche Institution betreiben zu lassen.

Es sind vor allem die vier folgenden Erwägungen, die uns heute veranlassen, Ihnen die Erhöhung des Bundesbeitrages an die Schweizerische Verkehrszentrale zu beantragen: 222.1 Unser Fremdenverkehr ist sehr auslandabhängig. Durch den Einnahmenüberschuss aus dem Tourismus wird ein beträchtlicher Teil des stets ansteigenden Handelsbilanzdefizits gedeckt. Im Jahr 1972 standen dem Handelsbilanzdefizit von 6184 Millionen Franken Ausgaben von ausländischen Besuchern für Ferien-, Kur-, Studien- und Tagesaufenhalte in der Schweiz von 4950 Millionen Franken gegenüber. Nach Abzug der von Schweizern im Ausland ausgegebenen Beträge von 2400 Millionen verblieb ein Überschuss in unserer Fremdenverkehrsbilanz von 2550 Millionen Franken, ein Betrag, der den genannten Fehlbetrag zu mehr als vierzig Prozent decken konnte. Die Währungsunsicherheit und die laufende Tieferbewertung des amerikanischen Dollars seit Mai 1971 sind der künftigen Entwicklung des internationalen Fremdenverkehrs hinderlich. Nicht nur für die amerikanischen Gäste sind Schweizer Ferien bedeutend teurer geworden, sondern auch für die Touristen aus Grossbritannien und Italien sowie diejenigen aus zahlreichen aussereuropäischen Staaten, die ebenfalls mehr für den Schweizer Franken bezahlen müssen. Neben der dauernden Verbesserung unseres touristischen Angebots entscheidet eine ständige und breit gestreute Information und Werbung darüber, ob sich unser Ferienland im internationalen Wettbewerb behaupten kann.

222.2 Im Jahr 1971 entfielen rund 50 Prozent der Logiernächte in Hotelund Kurbetrieben, 82 Prozent der Logiernächte in Chalets, Ferienwohnungen und Privatzimmern, 59 Prozent der Logiernächte in Jugendherbergen, 92 Prozent der Logiernächte in Touristenlagern und 34 Prozent der Logiernächte von Zeltund Wohnwagenplätzen auf die alpinen Regionen, wie sie das Entwicklungskonzept für das Berggebiet umschreibt. Insgesamt beträgt der Anteil des Berggebiets an unserm Fremdenverkehr rund 60 Prozent. Die angegebenen Prozentsätze beruhen bei den Hotel- und Kurbetrieben auf Erhebungen, bei den übrigen Unterkunftsformen auf Schätzungen. In der Tabelle 3 finden Sie die Angaben für die Hotel- und Kurbetriebe nach Regionen und nach in- und ausländischen Gästen aufgeteilt.

Viele der Gemeinden im Berggebiet haben neben dem Fremdenverkehr keinen anderen wachsenden Wirtschaftszweig. Während die Bevölkerung von 1960 bis 1970 im gesamten nach dem Entwicklungskonzept bestimmten Berggebiet nur

464 um l Prozent zunahm, ist sie in den 32 im Berggebiet liegenden Ferienorten mit über 100 000 Logiernächten in der Hôtellerie um 12,3 Prozent gestiegen. In den grösseren Ferienorten konnte also der durchschnittliche Bevölkerungszuwachs der Schweiz annähernd erreicht werden.

222.3 Bei den Fremdenverkehrsbetrieben handelt es sich zum grossen Teil um kleinere Gewerbebetriebe, die auf eine nationale Organisation für die Durchführung der Verkehrswerbung namentlich im Ausland angewiesen sind. Im Jahr 1971 entfielen auf einen Hotelbetrieb durchschnittlich knapp 3'A Angestellte.

Über die Hälfte aller schweizerischen Hotels verfügen über weniger als 20 Gastbetten, wobei Gasthöfe mit weniger als 5 Betten ausserhalb der Ferienorte und der Städte nicht berücksichtigt werden. Nur ein Sechstel unserer Hotels haben mehr als 50 Gastbetten. Auch bei den fast vollständig auf den Fremdenverkehr angewiesenen Seilbahnen handelt es sich meist um Kleinunternehmen mit einem durchschnittlichen Bestand an ständigem Personal von nur 7 Personen. Viele Betriebe erwirtschaften lediglich einen Teil ihres Umsatzes aus dem Fremdenverkehr (Restaurants, Läden) und sind deshalb oft nicht zu bewegen, sich an der Finanzierung der Fremdenverkehrswerbung angemessen zu beteiligen. Die eigentlichen Fremdenverkehrsbetriebe bringen bereits grosse Summen für die betriebliche und die lokale Werbung auf, so dass sie zur Finanzierung der nationalen Fremdenverkehrswerbung nicht massgeblich herangezogen werden können.

222.4 Die Konkurrenz im Fremdenverkehr ist heute weltweit. Der «Union internationale des organismes officiels du tourisme» gehören die nationalen Fremdenverkehrsorganisationen von 109 Staaten an. Das Netz von nationalen Fremdenverkehrsagenturen, die für ihr Land im Ausland Werbung betreiben, ist sehr dicht geworden. In den Vereinigten Staaten bestehen 113 Agenturen nationaler Fremdenverkehrsorganisationen, in Deutschland 64, in Grossbritannien 48 und in Frankreich 35. Als Nachfrager oder Kunden treten vor allem auf den entlegeneren Märkten mehr und mehr mächtige Reiseorganisationen auf und nicht mehr Einzeltouristen. Hier muss eine nationale Organisation die Vermittlung zwischen dem schweizerischen Fremdenverkehrsangebot und der Nachfrage übernehmen, um dafür zu sorgen, dass unsere Ferienorte in die Kataloge der Reiseveranstalter aufgenommen werden.

223 Die Tätigkeit der SVZ Der Arbeitsbereich der SVZ reicht von der allgemeinen Präsenzwerbung für unser Land bis zur verkaufsfertigen Bündelung unseres vielfaltigen Frenadenverkehrsangebots für Reisebüro-Organisationen.

Da sich die SVZ in erster Linie auf die Basiswerbung und auf die Information über unser Land konzentriert, wirken diese nicht allein auf die an touristischen Informationen interessierten Kreise, 'sondern erfassen weiteste Bevölkerungsschichten. Sie haben damit massgeblichen Eimluss auf das «Image» der Schweiz im Ausland. 1972 hat die SVZ rund 550 000 kg, das sind rund 14 Millionen Informationsbroschüren, Plakate, Prospekte u.a.m., in alle Welt verschickt,

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wobei es sich um rund einen Drittel von der SVZ selbst hergestellte und um ungefähr zwei Drittel ihr von dritter Seite zur Verfügung gestellte Drucksachen handelte. Die schweizerischen diplomatischen und konsularischen Vertretungen in der ganzen Welt werden laufend mit solchem Informationsmaterial über unser Land bedient. Die an diese Adressaten verteilte Menge beläuft sich auf über 5000 Kilo.

Gegenstand von Information und Werbung der SVZ sind alle Landesgegenden und nicht nur die wichtigsten Ferienzentren. Der Werbung im engeren Sinn stehen allerdings zwei Haupthemmnisse entgegen. Erstens haben sich die Kosten für die Herstellung von Werbemitteln und die Plazierung von Inseraten in den letzten Jahren übermässig stark erhöht. Zweitens steht die nationale Werbung vor der Tatsache, dass der notwendige Aufwand hierfür sich nicht proportional zur Grosse eines Landes verhält. Ein kleines Land wie die Schweiz müsste zur Erzielung der gleichen Werbe- und Präsenzwirkung auf internationaler Ebene in absoluten Beträgen die gleichen Aufwendungen vornehmen wie das grössere Konkurrenzland, ja wegen ihrer Kleinheit noch mehr. Diesem Sachzwang versucht sich die SVZ dadurch zu entziehen, dass sie die Werbung im engsten Sinn immer mehr durch Information ersetzt : durch Umsetzung der Arbeitskraft ihrer Angestellten in unmittelbare Informationstätigkeit, durch die Gewinnung von ausländischen Journalisten und Publizisten, von Radio und Fernsehen und weiteren Medien, um sie in den Dienst der sachlichen Berichterstattung über unser Land zu stellen usw.

Dadurch wird der Fächer der kostengünstigen Werbemöglichkeiten für unser Land erweitert, so dass auch Gebiete mit einer wenig entwickelten Fremdenverkehrswirtschaft, die nicht über die Mittel verfügen, um eigene Werbung zu betreiben und eigenes Werbematerial in genügender Menge herzustellen, daraus vermehrt Nutzen ziehen. Diese Tätigkeit wirkt im Sinn des Entwicklungskonzepts für das Berggebiet. Die SVZ ist dank der Unterstützung durch den Bund und die Kantone auch in der Lage, äusserst vielseitig und nicht gewinnbezogen zu werben. Es wird der qualitativen Fremdenverkehrswerbung den Vorzug gegeben und nicht der quantitativen. Die Drucksachen der SVZ berücksichtigen die Vielzahl der individuellen Gästewünsche. Der Kongressteilnehmer und der Sportler, der Gast unserer Heilbäder und der Schüler der Erziehungsinstitute, der an unseren Kulturgütern Interessierte wie der Erholungssuchende und der Wanderer werden angesprochen. Gleichzeitig kämpft die SVZ mit Information und guter Werbung für die Erhaltung und den Schutz unserer Landschaft sowie der historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten. Bestes Beispiel dafür ist die von ihr kürzlich veröffentlichte Broschüre über die Zerstörung der Landschaft. Sie will das Verständnis dafür wecken, unsere Erholungsräume so zu erhalten, dass sie möglichst vielen Ruhe und Entspannung bieten.

Die SVZ betreibt gegenwärtig ein Netz von 16 Agenturen in Amsterdam, Brüssel, Buenos Aires, Frankfurt am Main, Kairo, Kopenhagen, London, Madrid, Mailand, New York, Paris, Rom, San Francisco, Stockholm, Toronto und Wien. Ausser in Kairo, wo sie die Swissair-Interessen wahrnimmt, und in Buenos Aires, Kopenhagen, Madrid und Toronto wirken die SVZ-Niederlassun-

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gen gleichzeitig als amtliche Agenturen der Schweizerischen Bundesbahnen. Zusammen mit der Swissair werden 9 Vertretungen in Bogota, Caracas, Johannesburg, Lima, Lissabon, Rio de Janeiro, Santiago de Chile, Sao Paulo und Tel Aviv unterhalten. Im weitern besteht in Düsseldorf eine Aussensteile der Agentur Frankfurt und in Chicago eine solche der Agentur New York. Im Zuge der Sparmassnahmen wurde die Agentur Nizza auf Ende März 1973 geschlossen.

Durch die weite Streuung des Agenturnetzes wird bezweckt, eine einseitige Abhängigkeit von einem Nachfragegebiet zu verhindern. An erster Stelle der ausländischen Übernachtungen in Hotels unseres Landes stehen die deutschen Gäste mit gut einem Viertel aller Ausländerlogiernächte; in Österreich entfallen mehr als drei Viertel der Logiernächte auf Bürger der Bundesrepublik. Die Tätigkeit der Agenturen der SVZ ist vielfaltig. Neben der Kundenberatung sind einige Agenturen kommerziell tätig, indem sie Billette der schweizerischen Transportanstalten verkaufen. Von ständig grösserer Bedeutung sind die Beziehungen zu den Massenmedien und - vor allem auf den entlegeneren Märkten - die Beziehungen zum Reisebürogewerbe. Hier trat in den letzten Jahren ein grosser Wandel ein, indem die Reisebüros nicht mehr nur Dienste vermitteln, sondern als Produzenten auftreten und mit den Leistungen verschiedener touristischer Anbieter (Beherbergung, Transport, Unterhaltung, aktive Freizeitbeschäftigung) Reisearrangements herstellen, die sie selber oder über Reisebürodetaillisten weiterverkaufen.

Den nationalen Fremdenverkehrsorganisationen obliegt es, den Reiseveranstaltern Vorschläge für Arrangements zu unterbreiten oder sie zu beraten.

Wegen gewisser Missbräuche in der touristischen Entwicklung und des Personalmangels im Gastgewerbe wurden in letzter Zeit Stimmen laut, die sich dafür einsetzen, dass die Fremdenverkehrswerbung gedrosselt werde. Nach einlässlicher Prüfung der Lage erachten wir es aber nicht als zweckmässig, die Tätigkeit der Verkehrszentrale einzuschränken. Die folgenden Erwägungen veranlassen uns zu dieser Ansicht : 223.1 Eine erfolgreiche Werbung darf nicht unterbrochen werden. In Zeiten der Hochkonjunktur nicht zu werben, kann bewirken, dass in Zeiten der Konjunkturverflachung keine Gäste da sind.

223.2 Die Lage der Beherbergungsbetriebe und der touristischen Transportunternehmungen ist nicht so, dass ein Frequenzausfall ohne weiteres getragen werden könnte. Die vom Fremdenverkehr abhängigen Landesgegenden bedürfen einer nationalen Organisation, um das ausländische Gästepotential wirkungsvoll zu erfassen. Die vorhandenen Betten der Hotel- und Kurbetriebe waren 1972 bloss zu 37 Prozent besetzt. Die durchschnittliche Bettenbesetzung hat sich in den letzten 20 Jahren nur unwesentlich erhöht; sie betrug 1952 33,4 Prozent und war 1962 mit 38,6 Prozent sogar höher als heute. Allerdings stieg die Bettenkapazität von 176 761 Einheiten im Jahre 1952 über 224 126 im Jahr 1962 auf 271 163 im Jahr 1972.

223.3 Bei ungenügender Anwendung des Bundesgesetzes über Natur- und Heimatschutz oder fehlender Planung sind Schädigungen der Natur durch überbordende Fremdenverkehrseinrichtungen möglich. Nachteilig wirkt sich ein der

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blossen Kapitalanlage dienender «Ferienhäuser- und Zweitwohnungs-Tourismus» aus, der zu Behausungen führt, die selten benützt werden und dem Gemeinwesen lediglich Kosten für die Infrastruktur aufbürden. Durch sorgfaltige, gesetzlich verankerte Planung kann eine gesunde Weiterentwicklung erreicht werden. Der Schweizerischen Verkehrszentrale obliegt die Aufgabe, durch gezielte, sachliche Information und qualitative Werbung die Nachfrageseite im Fremdenverkehr so zu beeinflussen, dass der Gast in unserem Land wieder in erster Linie die touristische Leistung sowie Ruhe und Erholung sucht. Deshalb wäre die Drosselung unserer Verkehrs- und Fremdenverkehrswerbung nicht zweckmässig, da sie zur Vernachlässigung gerade desjenigen Gästepotentials führen würde, auf das sich die gesunde Weiterentwicklung des schweizerischen Fremdenverkehrs stützen muss. Den Schaden hätte letztlich jener Wirtschaftszweig zu tragen, der hauptsächlich im Berggebiet liegt.

223.4 Die SVZ bewirkt durch die von ihr betriebene Form der Information mittelbar eine auswählende und qualitative Werbung, die den Bedürfnissen des Landes entgegenkommt. Es wird ein Gästepotential anvisiert, das dem bestehenden Angebot an touristischen Einrichtungen angemessen und auf dessen bessere und gleichmässige Ausnützung gerichtet ist. Damit wird den Betrieben des Fremdenverkehrs geholfen, einen grösseren Teil des Personals während des ganzen Jahres zu beschäftigen und auf dem Arbeitsmarkt wettbewerbsfähiger zu werden.

Mit dem Abbau der Landeswerbung und dem Rückgang der Frequenzen würde das Personalproblem nur verschärft, weil eben ein Grossteil der Arbeiten bei guter wie bei schlechter Kapazitätsausnutzung getan werden muss. Ein Rückgang der Frequenzen würde nicht zu einem gleich starken Rückgang des Arbeitskräftebedarfs führen, wohl aber zu schlechteren Arbeitsbedingungen und damit zu noch grösserem Arbeitskräftemangel.

223.5 Das Gedeihen unserer Fremdenverkehrswirtschaft und die Möglichkeit zu ihrer gesunden Weiterentwicklung gründet zum grössten Teil auf der Erhaltung und Förderung des Individualtourismus. Es handelt sich um jene Art echten Erholungsverkehrs, der der flächenmässigen Beschränktheit unseres Landes und der begrenzten Erweiterungsmöglichkeit seiner touristischen Einrichtungen angepasst ist, der aber auch die Vielfalt des schweizerischen Angebots am besten zu nutzen vermag. Da mehr und mehr Länder in verstärktem Mass sich um dieses sowohl vom wirtschaftlichen als auch ökologischen Standpunkt aus gesehen interessante Gästepotential bemühen, kann die Schweiz nicht umhin, doppelte Anstrengungen zu unternehmen. Der Aufruf an einen in seinen Ferienund Reisewünschen differenzierenden Gast erfordert naturgemäss eine qualitativ bessere und ebenso differenzierte, demzufolge weit kostspieligere Werbung und Information.

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Koordination mit ändern Institutionen der Landeswerbung

Die Schweizerische Verkehrszentrale übt ihre Tätigkeit in enger Zusammenarbeit mit den übrigen, für die Landeswerbung und «Image»-Pflege der Schweiz

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mitverantwortlichen Institutionen aus, und zwar im Rahmen der Koordinationskommission für die Präsenz der Schweiz im Ausland. Der Bundesrat hat diese Kommission, die unter dem Vorsitz von Altbundesrat Willy Spühler steht, am 13. März 1972 eingesetzt. Sie hat vor allem den Auftrag, Vorschläge für eine Gesamtkonzeption der Landeswerbung vorzubereiten. In der Kommission sind die hauptsächlich an der Landeswerbung interessierten Organisationen vertreten (Politisches Departement, Departement des Innern, Volkswirtschaftsdepartement, Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement, Stiftung Pro Helvetia, Schweizerische Zentrale für Handelsförderung, Schweizerische Verkehrszentrale, Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft, Verein der Schweizer Presse, Auslandschweizersekretariat der Neuen Helvetischen Gesellschaft, Union Schweizerischer Handelskammern im Ausland, Swissair, Armbrust-Schweizerwoche).

Die Kommission hat ihre Arbeiten noch nicht abgeschlossen. Es ist damit zu rechnen, dass sie ihren Bericht dem Bundesrat im Laufe des Jahres 1974 wird erstatten können. Heute lässt sich nicht voraussagen, wie die Lösungsvorschläge auf dem Gebiete der allgemeinen Landeswerbung lauten werden. Die vorliegende Botschaft greift in dieser Beziehung nicht vor, da nur ein kleiner Teil der Aktionen der SVZ die allgemeine Landeswerbung unmittelbar betrifft. Der Bundesrat wird, wenn der Kommissionsbericht erstattet ist, darüber zu beschliessen haben, ob und welche Vorschläge er den eidgenössischen Räten unterbreiten will.

In diesem Zusammenhang ist zu bemerken, dass auch andere Werbeorganisationen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben ähnlichen finanziellen Schwierigkeiten begegnen wie die Verkehrszentrale. Das gilt z. B. für die Stiftung Pro Helvetia, die Radio- und Fernsehgesellschaft, das Auslandschweizersekretariat. Im Fall der Schweizerischen Zentrale für Handelsförderung besteht eine Besonderheit insofern, als der für sie massgebende Bundesbeschluss vom 18. Dezember 1970 ausdrücklich für eine als Überbrückungsperiode bezeichnete Frist von fünf Jahren (1971 bis 1975) gilt. Die Handelszentrale bezieht vom Bund jährlich 2,8 Millionen Franken. Daneben erhält sie jährlich einen Zusatzkredit von 1,1 Millionen Franken, der für die allgemeine Landeswerbung bestimmt ist. Es wird ebenfalls Sache der Koordinationskommission sein zu prüfen, welche Lösungen künftig für derartige, der allgemeinen «Image»-Werbung dienende Bundesbeiträge in Betracht fallen können. Unabhängig von dieser Frage wird sich aber die Zentrale für Handelsförderung gezwungen sehen, zu gegebener Zeit mit einem Begehren um Erhöhung des Beitrages an den Bund zu gelangen.

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Die finanzielle Lage der SVZ 241 Die Ausgaben

Die Entwicklung der Ausgaben der SVZ ersehen Sie aus Tabelle 4. Nicht berücksichtigt sind die aus dem Agenturerneuerungsfonds und aus besonderen Bundesmitteln finanzierten Erneuerungen der Agenturen. Letztere sind in Tabelle

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l verzeichnet. Dem Agenturerneuerungsfonds wurden in der Zeit von 1956 bis 1972 Beiträge von 6,1 Millionen Franken gutgeschrieben; 3,2 Millionen Franken wurden für Erneuerungsarbeiten entnommen. Der grosse Teil des Bestands des Agenturerneuerungsfonds diente im laufenden Jahr zur Bezahlung des Umbaus im neuerworbenen Agenturgebäude in Paris.

Bei den in Tabelle 4 enthaltenen Ausgaben fällt die überdurchschnittliche Zunahme für Personalkosten, Behörden und Pensionen und der unterdurchschnittliche Anstieg der Kosten für Werbemittel auf. Trotz der starken Ausweitung ihrer Tätigkeit - besonders arbeitsintensiv auf dem Gebiet der Information gelang es der SVZ, die Zahl ihrer Mitarbeiter nur geringfügig zu vermehren. Im Jahrzehnt 1963-1972 wurde die Zahl der Angestellten um nur 24 Mitarbeiter von 239 auf 263 erhöht. Die starke Steigerung der Personalkosten ist also nur zu einem kleinen Teil Folge der Erhöhung des Mitarbeiterstabs. Die Mehrheit des Schweizerpersonals auf dem Hauptsitz und den Agenturen ist der Dienst- und Gehaltsordnung der SVZ unterstellt, in der dieselben Lohnansätze festgelegt sind, wie sie in der Bundesverwaltung gelten. Die Schweizerischen Nachwuchsangestellten und das ausländische Personal werden nach Ortsgebrauch entlöhnt. Die starke Erhöhung des Lohnniveaus und der Sozialleistungen machten der Verkehrszentrale in den letzten Jahren zu schaffen, da sie als vorwiegend nicht kommerzielle Organisation ihre Einnahmen nur in einem bedeutend kleineren Masse steigern konnte.

Eine ähnliche Entwicklung ist beim Sachaufwand festzustellen, wo insbesondere die Raumkosten bei einigen Agenturen in den letzten Jahren ausserordentlich zugenommen haben. In Tabelle 5 ist die Entwicklung der Raumkosten der sechs Agenturen enthalten, bei denen die grössten Kostensteigerungen eintraten.

Diese sind vor allem auf zwei Gründe zurückzuführen. Durch den Abbau der Mietzinsüberwachung in zahlreichen Staaten sind die Mieten für gutgelegene Zentrumsliegenschaften steil angestiegen. Der Mietzins der Agentur Amsterdam betrug bis Mitte 1971 23 700 Franken, nachher ein Jahr 51 600 Franken und ab 1. Juli letzten Jahres 55 500 Franken. Auch in den Agenturen Brüssel, Frankfurt, Rom und Stockholm sind die Mietzinse in den letzten beiden Jahren zwischen 30 und 72 Prozent heraufgesetzt worden. Als zweiter Teuerungsgrund sind die höheren Anforderungen an den Ausbau der Agenturräumlichkeiten zu nennen. Unter dem Druck der umliegenden auf die Öffentlichkeit gerichteten Geschäfte, der Reisebüros und der nationalen Verkehrsbüros anderer Staaten mussten die Auskunftsschalter repräsentativer gestaltet und die Arbeitsplätze besser eingerichtet werden.

Die starken Kostensteigerungen bei Personal- und Sachaufwand, auf welche die Verkehrszentrale nur unmassgeblich Einfluss nehmen kann, bewirken, dass für die Herstellung von Informations- und Werbematerial zu geringe Beträge übrigbleiben und damit die Verkehrszentrale ihre Aufgabe nicht mehr im erwünschten Mass erfüllen kann. Wie aus Tabelle 4 hervorgeht, sind die Ausgaben für Werbemittel im Jahr 1971 gegenüber 1967 leicht gesunken. Im Voranschlag des Jahres 1973 musste der zu knappen Mittel wegen ein gegenüber 1971 noch-

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mais um fast 10 Prozent geringerer Betrag eingesetzt werden. Dabei sind auch auf diesem Sektor starke Kostensteigerungen eingetreten, die in Tabelle 6 zusammengestellt wurden.

242 Die Einnahmen Die Entwicklung der Einnahmen der SVZ ist in Tabelle 7 festgehalten.

Neben den «übrigen Einnahmen» sind in der Betrachtungsperiode die Bundesbeiträge und die Einnahmen aus kommerzieller Tätigkeit am stärksten angestiegen.

Nicht im gleichen Mass haben die Beiträge der an der Werbung unmittelbar interessierten Kreise zugenommen, wozu auch die SBB und die PTT zu zählen sind. Bei den SBB ist zu berücksichtigen, dass der auf den im Ausland erzielten Gesamtverkäufen für die schweizerischen Transportunternehmungen berechnete veränderliche Beitrag wesentlich erhöht werden konnte. Die SVZ unternimmt gegenwärtig grosse Anstrengungen, um ihre finanziellen Schwierigkeiten zum Teil aus eigener Kraft zu lindern. Dieses Ziel soll durch Erhöhung der Beitragsleistungen der am Fremdenverkehr Direktinteressierten und durch Sparmassnahmen erreicht werden. So hat der Vorstand der Verkehrszentrale im November 1972 beschlossen, uns zu beantragen, die Mitgliederbeiträge von bisher mindestens 500 Franken auf mindestens 700 Franken zu erhöhen und den Beitrag, der zu einem Vorstandssitz berechtigt, von bisher 15 000 Franken auf 21 000 Franken heraufzusetzen. Wir haben diesen Antrag gutgeheissen. Schliesslich läuft eine allgemeine Finanzaktion zur Gewinnung neuer Mitglieder.

Zu den Fremdenverkehrsinteressenten werden neben der Hôtellerie die Verkehrs- und ändern am Tourismus interessierten Unternehmen, die lokalen und regionalen Verkehrsvereine sowie auch Gemeinden und Kantone gerechnet. Den Möglichkeiten, fühlbar höhere finanzielle Beiträge zu erlangen, sind allerdings deutliche Grenzen gesetzt. Weil die Direktinteressierten bereits für die lokale und regionale Werbung grosse Beiträge aufwenden, ist es schwierig, von ihnen angemessene Beiträge für die Landeswerbung zu erhalten. In einer aus dem Jahr 1967 stammenden Arbeit hat Leupi den Gesamtaufwand der schweizerischen Fremdenverkehrswirtschaft für die Werbung des Jahres 1965 auf 75 bis 80 Millionen Franken geschätzt. Auf Grund einer Erhebung des Eidgenössischen Amtes für Verkehr bei 9 regionalen Verkehrsvereinen wurde deren Aufwand für Werbemittel (ohne Personal-, Raum- und übrige Kosten) in den Jahresberichten von 1971 mit 3,01 Millionen Franken angegeben. Nach der gleichen Erhebung betrug der Aufwand für touristische Werbemittel der Verkehrsvereine von 40 Städten und grossen Ferienorten mit einem Anteil von rund 70 Prozent aller Hotellogiernächte 6,71 Millionen Franken. Vergleicht man diese Zahlen mit dem Werbemittelaufwand der Verkehrszentrale von 4,84 Millionen Franken im Jahr 1971, erkennt man die grossen Leistungen, die allein von den lokalen und regionalen Verkehrsvereinen für die touristische Werbung erbracht werden. Wie die Verkehrszentrale haben auch die lokalen und regionalen Verkehrsvereine gewaltige Personal- und Sachkosten zu tragen, die in der Form der persönlichen Information und Beratung, der Öffentlichkeitsarbeit und der Ausstattung der Verkehrsbüros bei den regiona-

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len Verkehrsverbänden voll, bei den lokalen wenigstens teilweise der Werbung zugerechnet werden müssten. Sie sind aber in den erwähnten Zahlen nicht enthalten. Die grössten Beiträge werden von den im Fremdenverkehr tätigen Unternehmungen selbst für die Fremdenverkehrswerbung erbracht. Hier verfügen wir nur über Zahlen der drei grossen nationalen- Unternehmen SBB, PTT und SWISSAIR,die zusammen im Jahr 1973 insgesamt 18,4 Millionen Franken für Werbemittel zugunsten des. schweizerischen Fremdenverkehrs ausgeben. Davon entfallen allein 12,9 Millionen Franken auf die Werbung der SWISSAIR für das Reiseland Schweiz. Diese schätzt den Anteil an den indirekten Kosten (Gehälter, Verkauf, Liegenschaftskosten, übrige Verkaufskosten) auf weitere 19,2 Millionen Franken.

Trotz der grossen Anstrengungen der SVZ, die Einnahmen durch vermehrte Leistungen der am Fremdenverkehr Direktinteressierten zu erhöhen, wird es nicht möglich sein, auf diesem Weg wesentliche Mehreinnahmen zu erzielen. Wie Sie aus Tabelle 7 ersehen, machen die Beiträge der Direktinteressierten einen verhältnismässig kleinen Teil der Gesamteinnahmen der SVZ aus, wenn man von den beachtlichen Leistungen der SBB und der PTT absieht. Die für unseren Tourismus nicht zu unterschätzende Leistung der Fremdenverkehrsbetriebe liegt in der Finanzierung der örtlichen Information und Werbung. Es dürfte kaum ein Land ein dermassen umfangreiches und umfassendes Informationsmaterial über die einzelnen Regionen und Ortschaften haben wie die Schweiz. Es ist auch zu beachten, dass im Ausland die Kosten für die nationalen Fremdenverkehrswerbung zum überwiegenden Teil vom Staat getragen werden. Unseres Erachtens ist es aber von Vorteil, wenn die Direktinteressierten einen ins Gewicht fallenden Anteil an die Verkehrswerbung beisteuern und damit auf diese Einfluss nehmen können. In Tabelle 8 sind Angaben über die Voranschläge einiger ausländischer Verkehrszentralen zusammengestellt. Diese verfügen im allgemeinen über bedeutend mehr Mittel als dies bei uns der Fall ist. Mit Ausnahme Österreichs trägt der Staat in allen Ländern, von denen wir Angaben besitzen, über 80 Prozent an die Ausgaben der Fremdcnverkehrswerbung bei. In der Mehrzahl der Fälle übernimmt er sie sogar voll. Der Bundesanteil am Aufwand der SVZ lag zwischen 1961 und 1971 bei 58 Prozent, wobei die Agenturerneuerungen nicht berücksichtigt sind.

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Die Einsparungen

Die SVZ begnügte sich nicht damit, von ihren Mitgliedern höhere Leistungen zu verlangen, um die Kostensteigerung aufzufangen. Sie hat ihre Ausgaben untersucht und dem Vorstand im November 1972 Einsparungsmöglichkeiten vorgeschlagen. Dieser hat folgende Beschlüsse gefasst: - Die Werbebeiträge der SVZ an die Regionen sollen ab 1973 nicht mehr ausgerichtet werden. Damit wird eine Einsparung von 90 000 Franken erzielt. Unter besseren finanziellen Voraussetzungen werden allenfalls später von der SVZ neue Vorschläge zur Koordination vor allem der Werbung für den Inlandtourismus ausgearbeitet.

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Die künftigen finanziellen Bedürfnisse der SVZ

Die Verkehrszentrale hat ihre Berechnungen für die finanziellen Bedürfnisse in der Periode 1974 bis 1977 auf folgenden Voraussetzungen aufgebaut: -- Der Tätigkeitsbereich bleibt grundsätzlich gleich wie bisher.

Als Grundlage für die Berechnungen diente der Voranschlag 1973. Darin werden die für die Zukunft wirksamen Faktoren am besten berücksichtigt. Der Zeitpunkt der Veranschlagung liegt am nächsten bei der Planungsperiode. Es wurde auch versucht, der Teuerung Rechnung zu tragen, obschon deren Ausmass für die Jahre 1974 bis 1977 nicht vorausgesagt werden kann. Anhand der Erfahrungen im Personalwesen, beim Sachaufwand und bei den Herstellungskosten für Werbemittel veranschlagte die SVZ die Zahlen der Planungsperiode.

Ausgabenplanung 1974 bis 1977 Art der Ausgaben

Voranschlag 1973 Mio Fr

Personalaufwand . .

Werbemittel Sachaufwand und Versch Total ordentlicher Aufwand ..

%

Planunü 1974 Mio Fr

%

Planung 1975 Mio Fi

%

Planung 1976" Mio Fr

10,40 57,3 11,23 50,5 12,13 50,6 13,10 4,42 24,4 7,41 33,3 8,00 33,3 8,64

3,32

18,3 3,59

16,2

3,87

16,1

4,18

%

Planung 1977

%

Mio Fr

50,6 14,15 50,6 33,3 9,33 33,3 16,1 4,52

16,1

18,14 100,0 22,23j 100,0 24,00 100,0 25,92 100,0 28,00 100,0

Durchschnittlicher jährlicher Aufwand von 1974 bis 1977 : 25,04 Millionen Franken

473

Bei den vorstehenden Zahlen fällt die starke Erhöhung der Ausgaben für Werbemittel im Jahre 1974 gegenüber 1973 auf. Dies rührt davon her, dass 1973 wegen Geldmangels ein Sparbudget aufgestellt werden musste. Trotzdem ergab sich noch ein Ausgabenüberschuss von 1.4 Millionen Franken. Im Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1971 wurden für Werbemittel 35.8 Prozent der Gesamtausgaben ohne Kosten für die Erneuerung der Agenturen aufgewendet. In der Periode 1974-1977 plant die SVZ wenigstens einen Drittel dieser Gesamtaufwendungen für Werbemittel einzusetzen, Falls der Anteil der für deren Herstellung notwendigen Geldmittel unter diese Grenze fallen sollte, wäre sie kaum mehr in der Lage, ihre gesetzlich umschriebene Aufgabe ausreichend zu erfüllen. Die SVZ würde dann Gefahr laufen, nur noch sich selbst zu genügen. Ohne ausreichendes Material könnten die SVZ-Agenturen nicht mehr wirkungsvoll informieren und werben. Im Jahre 1970 wurden 5,1 Millionen Franken und 1971 4,8 Millionen Franken für Werbemittel aufgewendet, also bedeutend mehr als die Summe, die im laufenden Jahr zur Verfügung steht. Da die Informationsarbeit der Angestellten bedeutend ist, kann der grösste Teil der Personalkosten im Grunde als Werbeaufwendungen betrachtet werden.

Die Verkehrszentrale erachtet die folgenden zusätzlichen Ausgaben für die Aufrechterhaltung einer ausreichenden Verkehrswerbung als unerlässlich : a. Zusätzliche jährliche Ausgaben fiir den Betrieb - Personal- und Sachkosten für die neue Agentur Tokio und die neue Aussenstelle in Deutschland (Preisgrundlage 1974) - zusätzliche Werbemittel, besondere Aktionen, Filme, Buchvorhaben und Wettbewerbe (Preisgrundlage 1974) - Teuerungsbedingte Mehrkosten auf 1,5 Millionen Franken von 1975 bis 1977 = 390 000 Franken, also jährlich Total

Fr

l 000 000 500 000 97500 l 597 500

b. Agenturerneuerungen und-einrichtungen - Totalrenovation der Agentur Brüssel - Teilrenovation der Agentur Frankfurt - Umbau der Agentur Rom, die in sehr schlechtem baulichen Zustand ist - Totalrenovation der Agentur San Francisco, die bereits 1972/73 hätte ausgeführt werden sollen, mangels genügender Mittel aber zurückgestellt wurde - Einrichtungskosten für eine Agentur in Tokio und eine weitere Aussenstelle in Deutschland - Modernisierungen in Agenturen (elektronische Billettreservationssysteme usw.)

Gesamtkosten für vier Jahre

750 000 450 000 450 000

750 000 250 000 200 000 2 850 000

474

c. Zusammenfassung - ordentlicher jährlicher Aufwand gemäss Ausgabenplanung 19741977 25 040 000 - zusätzliche jährliche Ausgaben für den Betrieb l 597 500 Total der ordentlichen jährlichen Ausgaben 26 637 500 - Agenturerneuerungen und -einrichtungen in vier Jahren 2 850 000 Franken, je Jahr 712500 jährliche Gesamtaufwendungen im Jahresdurchschnitt der Periode 1974-1977 27 350 000 Wollte der Bund an die ordentlichen Ausgaben der Verkehrszentrale (ohne Agenturerneuerung) im gleichen Masse beitragen, wie er dies im Durchschnitt der Jahre 1967-1972 getan hat, wäre ein jährlicher Beitrag von 16,6 Millionen Franken oder rund 62 Prozent der Voranschlagssumme notwendig.

26

Erhöhung des Bundesbeitrages an die SVZ 261

Ordentliche jährliche Ausgaben

Die im vorhergehenden Abschnitt enthaltenen Berechnungen zeigen, dass der Bundesbeitrag ganz wesentlich erhöht werden muss, wenn die SVZ in der Lage sein soll, ihre Anstrengungen im Dienste der Verkehrswerbung im gleichen Masse fortzusetzen und auf einigen für den schweizerischen Tourismus in Zukunft wichtigen Märkten zu verstärken. Will sie ihr Ziel erreichen, ist sie nicht allein auf beträchtliche Mehrleistungen des Bundes, sondern auch auf solche der Direktinteressierten angewiesen.

Wie wir bereits darlegten, können aber diese infolge ihrer grossen Werbeaufwendungen auf lokaler und regionaler Ebene ihren Beitrag an die nationale Verkehrswerbung nicht beliebig erhöhen. Auch die SBB und die PTT kämpfen mit finanziellen Schwierigkeiten und können als Nutzniesser des Tourismus die Verkehrswerbung nicht in dem Masse unterstützen, wie es für die Behauptung unserer Stellung im internationalen Konkurrenzkampf erforderlich wäre.

Dennoch veranlassen uns einerseits die heikle Finanzlage des Bundes, anderseits die wirtschaftlich gestärkte Stellung der Fremdenverkehrsunternehmen, bei der Erhöhung des Bundesbeitrages an die Verkehrszentrale Zurückhaltung zu üben.

Falls es der SVZ nicht gelingt, die Betriebskosten für die Ausweitung des Agenturnetzes durch andere Einsparungen zu finanzieren, muss es in erster Linie Sache der Direktinteressierten sein, die dafür notwendigen Mittel aufzubringen.

Dagegen scheint es uns gerechtfertigt, der Verkehrszentrale grundsätzlich diejenigen Mittel zur Verfügung zu stellen, die sie für die Weiterführung ihrer Werbetätigkeit im bisherigen Rahmen benötigt. Anstelle des gegenwärtigen jährlichen Bundesbeitrages von 10 Millionen Franken, wäre für die Jahre 1974-1977

475

ein solcher von 15 Millionen Franken auszurichten. Damit würden wie bisher rund 60 Prozent der Betriebsausgaben gedeckt. Die Finanzlage des Bundes zwingt uns jedoch, Ihnen für das Jahr 1974 lediglich eine Erhöhung des Bundesbeitrages auf 12,5 Millionen Franken und erst ab 1975 eine solche auf 15 Millionen Franken zu beantragen.

Wie Sie aus der folgenden Aufstellung ersehen, sind auch beträchtliche Mehrleistungen der Direktinteressierten notwendig, um die künftigen Aufwendungen der SVZ zu berappen. Bei den in der nachstehenden Aufstellung aufgeführten Beträgen handelt es sich nur um Planzahlen und nicht um gegenseitig vereinbarte Leistungen. Die Finanzierung der von der SVZ als erforderlich betrachteten zusätzlichen Betriebsausgaben von 1,6 Millionen Franken ist nicht berücksichtigt.

Planung der Einnahmen der SVZ 1974 bis 1977 Vorjnx.hl,ig

1

Plan ung

IQ--

IVT4

1975

1976

1977

Bund SBB PTT Übrige Direktinteressierte . .

Kommerzielle Tätigkeit und versch. Einnahmen

100

P5

15 0

150

10 1 08 3.46

10 4.5

15 15 5.1

15 0 1 8 1 5 1 5

5,8

6,6

Total Einnahmen

16 74

">Q 1

">4 9

·75 g

26 4

Aktiv-/Passivsaldo

1 4

1 5

TU 9

-0 3

16

740

^5 9

280

Total Ausgaben (s. Ziff. 25)

1 ~>

18 14

n

1 5

11 -i

18

18 15 15

Aus der Einnahmenplanung geht hervor, dass in der Periode 1974-1977 ein Gesamtdefizit von 2,5 Millionen Franken entsteht. Durch die vom Vorstand der SVZ beschlossenen Einsparungen bei den Frachtkosten, den Werbebeiträgen an die Regionen und im Personalwesen, sollte es der Verkehrszentrale möglich sein, diesen Fehlbetrag innerhalb der Planungsperiode auszugleichen.

262

Erneuerung von Agenturen

Nachdem der Verkehrszentrale in den sechziger Jahren ausserordentliche nicht zurückzahlbare Beiträge von 6,199 Millionen Franken und zinslose Darlehen von 5,3 Millionen Franken für Agenturerneuerungen gewährt wurden, vertreten wir die Ansicht, es sei ihr zur weiteren Erneuerung der Agenturen für die Periode 1974-1977 ein nicht rückzahlbarer Beitrag von 2,8 Millionen Franken zu

476

gewähren. Damit sollen die geplanten Investitionen gemacht werden können.

Nachdem die Direktinteressierten schon für die übrigen Aufwendungen der SVZ stark herangezogen werden müssen, wird es kaum möglich sein, von ihnen auch noch Beiträge zur Erneuerung der Agenturen zu bekommen.

3

Spezieller Teil

Aus unseren Ausführungen im vorstehenden Abschnitt ergeben sich die folgenden Änderungen des Bundesbeschlusses vom 21. Dezember 1955 über die Schweizerische Verkehrszentrale : Artikel 6 Dieser Artikel wurde mit Bundesbeschluss vom 29. November 1966 über die Erhöhung des Bundesbeitrages an die Schweizerische Verkehrszentrale geändert (AS 1966 1680). Damals setzten Sie die Leistungen des Bundes an die SVZ für die Jahre 1967-1969 auf je 8 Millionen und ab 1970 jährlich auf 10 Millionen Franken fest. Um die Folgen der Teuerung auszugleichen und der Verkehrszentrale zu ermöglichen, diejenigen Werbemittel herzustellen, die für die Erfüllung ihrer Aufgabe nötig sind, beantragen wir Ihnen, den Bundesbeitrag an die Verkehrszentrale für das Jahr 1974 auf 12,5 Millionen Franken und für die Periode 1975-1977 auf jährlich 15 Millionen Franken festzusetzen.

Artikel 7 Für die Periode 1974-1977 wollen wir der Verkehrszentrale einen Bundesbeitrag von 2,8 Millionen Franken für die Erneuerung von Agenturen zur Verfügung stellen.

Der bisherige Artikel 7, der mit Bundesbeschluss vom 29. September 1960 (AS 7960 995) neu gefasst wurde, ist aufzuheben, da er gegenstandslos geworden ist. Er bestimmte, dass bis zum Erlass des Organisationsstatuts durch den Bundesrat jenes vom 18. November 1940 mit den bisherigen Änderungen in Kraft bleibt. Mit Beschluss vom 22. November 1963 hat der Bundesrat ein neues Organisationsstatut genehmigt.

4

Verfassungsmässigkeit

Soweit die Förderung des Fremdenverkehrs in der Werbung für die Schweizerischen Bundesbahnen und die PTT-Betriebe besteht, ergibt sich die Zuständigkeit des Bundes aus den Artikeln 26 und 36 der Bundesverfassung; denn zu gesunder Betriebsführung gehört auch die Werbung. Die Zuständigkeit zur Förderung des Fremdenverkehrs ist aber auch durch Artikel 31fcls Absatz 2 der Bundesverfassung begründet, wonach der Bund befugt ist, zur Förderung einzelner Wirtschaftszweige geeignete Massnahmen zu treffen.

477

Soweit die Verkehrszentrale allgemeine Landeswerbung als Grundlage für die Verkehrswerbung betreibt, was bei etwa fünf Prozent ihrer Aktionen der Fall ist, bedarf es für die Beitragsleistung des Bundes keiner ausdrücklichen Verfassungsbestimmung. Seit jeher haben Doktrin und Praxis die Zuständigkeit des Bundes für die Übernahme kulturpolitischer Aufgaben bejaht. Die touristische Landeswerbung erfüllt gleichzeitig eine nationale Aufgabe im Sinne der Wahrung der geistigen und kulturellen Grundlagen der Eidgenossenschaft.

Nach Artikel 32 B V können die in Artikel 31l)ls B V genannten Bestimmungen nur durch Bundesgesetze oder Bundesbeschlüsse, für welche die Volksabstimmung verlangt werden kann, eingeführt werden. Da es sich hier um einen befristeten Erlass handelt, ist er nach den Artikeln 4 und 6 des Geschäftsverkehrsgesetzes vom 23. März 1962 (SR 171.11) in die Form des allgemeinverbindlichen Bundesbeschlusses zu kleiden.

Gestützt auf diese Ausführungen empfehlen wir Ihnen den nachstehenden Bundesbeschluss zur Annahme.

Wir versichern Sie, sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren, unserer vorzüglichen Hochachtung.

Bern, den 22. August 1973 Im Namen des Schweizerischen Bundesrates Der Bundespräsident : Bonvin

Der Bundeskanzler : Huber

478 (Entwurf)

Bundesbeschluss über die Schweizerische Verkehrszentrale Änderung vom Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 22. August 1973i}, i beschliesst : I

Der Bundesbeschluss vom 21. Dezember 19552' über die Schweizerische Verkehrszentrale wird wie folgt geändert :

Art. 6 Die Leistung des Bundes an die Schweizerische Verkehrszentrale beträgt 1974 12,5 Millionen Franken und von 1975-1977 jährlich 15 Millionen Franken.

Art. 7 Für die Erneuerung von Agenturen im Ausland wird der Schweizerischen Verkehrszentrale für die Periode von 1974-1977 ein ausserordentlicher Beitrag von 2,8 Millionen Franken gewährt.

II 1

Der Bundesbeschluss vom 29. November 19663' über die Erhöhung des Bundesbeitrages an die Schweizerische Verkehrszentrale wird aufgehoben.

2 Der Bundesrat wird mit dem Vollzug beauftragt.

3 Dieser Beschluss ist allgemeinverbindlich; er untersteht dem fakultativen Referendum. Er tritt rückwirkend auf den 1. Januar 1974 in Kraft.

3163

i' BB11973 II 460 2> AS 1955 1180,1960995 3) AS 1966 1680

479 Anhang

Tabellen

Leistungen des Bundes an die SVZ von 1956-1973 Tabelle l Jahre

Beitrage

1956-58 1959-60 1961-66 1967-69 1970-73

Leistungen für Agenturerne emngcn

jährlichen

insgesamt

Mio Fr

Mio Fr

34

10,2 7,6 33 24 40

3,8 5.5 S,0 10,0

114.8

insgesamt

1

nicht ruckzahlbare Beil age zinslose Darlehen Mio Fr

j

3,2111)

2,9 (London)

2.988 (Paris)

2,4 (New York)

5,3

j 6,199

" Von dem mit BB vom 8 Oktober gewahrten Bundesbeitrag für die Agenturerneuerungen m London und New York von 3,8 Mio Fr wurden 589000 Fr nicht beansprucht.

Entwicklung des schweizerischen Fremdenverkehrs von 1937-1972 Tabelle 2 Jahr

1937 1947 1950 1955 1960 1965 1970 1971 1972 1

Fienulenvcrkehrsbilanz

Logimiachte iu I oten und kurbctnebei Schweizei in Mio

VisL,nJem Mio

Total n Mio

lrde\

8,109 14,756 11,655 11,632 12,217 13,018 14,297 14,611 14,768

8.068 8.449 6.978 12.101 15.978 18,838 21,359 21,749 22,072

16.177 23 205 18.633 23.733 28.195 31.356 35.656 36.360 36.840

100 143 115 147

' Private Schätzungen

174 194 220 225 228

F i n n ahmen Mio Fr

392" 6001) 420"

990 ' 1 580 2740 3 900 4 450 4950

Index

, \I_LSL inen

M o Fr

100 153 107 253 403 699 995 1 135 1 263

85» 80'

S.ildo Mio 1 i

307"

240"

520" 180"

410 640

580 940

1 160 1 840 2 180 2400

1 580 \2 060 2270 i 2550

M

480 Logiernächte der Hotel- und Kurbetriebe im Berggebiet1' nach Regionen im Jahre 1971 Tabelle 3 Region

Logie nachte in 1000 Inlandgaste

Anteil B ciggebiet n Pi o/cntcn

Auskindgastc insgesamt

Inland ste

Ausl.liul- insgesamt gjstc

96,6 93,2 65,2 23,8 89,1

97,9 96,4 43,0 11,4 93,4

97,3

2 114 1 147

6239 3246 1 972

232

585

1 566

1 792

3358

20 283 249 802 7

42 729

62

1,6

1012

97,0 23,1 44,4

95,7 30,1 50,6

0,4

Graubünden Berner Oberland Zentralschweiz Tessin Wallis Genfersee Waadtländer Alpen . .

Jura Ostschweiz Mittelland Nordost . .

Mittelland West

2710 1 132

Schweiz, insgesamt

825 353

35?9

1,1

95,7 50,1 16,6 91,3

1,2

105

354 1088

102

286 3 44

92,4 34,5 53,3

10 146

15,7

0,1 7,1

11,5

8049

10023

18072

55,1

46,1

49,7

Begriffsbestimmung nach Entwicklungskonzept für das Berggebiet

0,2

Darstellung der ordentlichen Ausgaben der SVZ (ohne Agenturerneuerung)

Tabelle 4

Idhr Art der Ausgaben

!9Vi

Index 1956 -- 100

Fr

-- Bchdrdcn - Personalaufwand Hauptsil/ und Agcnturcn Pensionen llauptsitz und Agcnturcn Sachuufwand Hauptsitzund Agenturen Werbemittel Hauptsitz und Asenturen . .

insgesamt

. .

Index

18498 -- 3 328 10305

1967

1961

Index

]-!

1973 Voranschlag

1971

Index

1 i

Index

1 i

28 750 65

155.4

52 544.--

2840

62 950 70

1 00 0 3962610 27

1 19.0

5721 623.40

171.9

7 845 067.25

1000

340 3

n

Index

62 000 --

235 7 10 130095.

335 1

304 3

10793.95

100.0

16664.

154.3

1 431 442.38

1000

1 792 447.65

P52

7 16390924

151 1 ~i 632 009 84

183 8

3256975.TM

227 5

2 267 996 53

1000

3 838961.73

169.2

4 864 766.35

""144 4 839 046.95

"M3.3

4416940.--

194 7

7056833 91

1000 9639434.30

136.5

P 924 835. 54

183 1 15556718.44

">?() 4 18136010 --

?569

121 992.55 1130.1

177643.70 1645.7

270 000.-- 2501.4

481

482

Entwicklung der Raumkosten bei einigen SVZ-Agenturen (Miete, Steuern, Versicherungen, Beleuchtung, Wasser, Heizung, Reinigung) 1967

1969

197!

Tabelle 5

Agenlur/

1965

Aussenstelle

fi

'.

Fi

"..

Fi

·>,,

Fi

%

F.

%

Amsterdam Diisseldorf Mailand New York Paris Stockholm

30 120 1 920 44030 165270 16S-M) 34 'On

100 100 100 100 100 100

32650 1920 44060 418080 228 920 39270

108,4 100 100 253,0 135,9 114.4

36760 5960 44710 439 670 243 150 44690

122,0 310,4 101,5 266,0 144,3 130,2

56790 7010 53600 449 570 233 180 66310

188,5 365,1 121,7 272,0 138,4 195,2

81040 7730 123 155 457 700 506 640 92170

269,0 402,6 279,7 276,9 300,8 268,6

1971 Voranschlag

483 Indexzahlen der Herstellungskosten für Werbemittel

Tabelle 6 In i-m.ino erh lllen \on

Grafikerhonorar Übersetzer Satzkosten Klischee und Fotohtho Offset (Druck)

Verein schweizerischer Grafiker Schweizerischer Übersetzer- und Dolmetscherverband Berechnungsstelle des Schweizerischen Buchdruckervereins Busag und Nievergelt, Zürich Vereinigung der Tiefdruckanstalten der Schweiz

I9(i7

1971

1971rd

100

120

145

100

130

160

100

100

124 117

155 129

100

in

131

484

Darstellung der Einnahmen der SVZ

Tabelle 7

Art der Einnahmen

lahr

1956 Index 1956 = 100

Fr

1961 Index

1967 Index

Fr

1971 Index

Fr

1973/Vo'ranschl.ic Index

Fr

Index

10 000 000.-- 294.1 10 000 000.-- 294,1 1 200 000.-- 120.0 1 200 000.-- 120.0 1 000 000.-- 142.8 1 000 000.-- 142.8

3 400 000.-- 100.0 1 000 000.-- 100.0 700 000.-- 100.0

5 500 000.-- 161,7 1 000 000.-- 100.0 700 000.-- 100.0

8 000 000.-- 235.2 1 200 000.-- 120.0 700000.-- 100.0

781576.-- 100.0

925995.-- 118.4

1 036 380.-- 132.6

1 082 360.-- 138.4

1081010.-- 138.3

I 459 976.75 100.0 38873.05 100.0

1 988974.65 136.2 46 944.-- 120.7

2653011.81 181.7 58944.91 151.6

3840295.37 263.0 199282.02 512.6

3 380 000.-- 231.5 75000.-- 192.9

13648336.72 184.9

17321937.39 234.7

16736010.-- 226.7

7 380 425.80 100.0 11

Fr.

mit veranderlichem Beitragder SBB

10 161 913.65 137,6

485 Vergleich der Voranschläge ausländischer Verkehrszentralen im Jahre 1972 mit demjenigen der SVZ Tabelle 8 Land

in Mio sFr

Anteil des Zentralstaates m %

ungefährer Anteil der Werbung am Gesamtvoranschlag in %

8,673

17,06 7,806

59 100

81 100

12,66 DM 119,724 33,92 fFr 75,704 9,552 4,87 £ 0,654 5246 Lit.

9,552 7,628 £ 118.954 8,5 FI.

100 öS 16.450 5.940 633 Ptas 3,819 6,5 S 3,854 16.156 Can S 8,013 B S 3,819

15.157 25.679 46.518 34.309 72.863 10.111 16,450 37,600 24,824 62,265 30.602

94 100 82 100 100 88 60 100 100 D 100

84 72 49 72 28 47 45 43 100 70 88

Gesa mt voran schlag in national er Wahrung m Mio

Schweiz Belgien Bundesrepublik Deutschland . . .

Frankreich .

Grossbritannien . .

Italien Irland Niederlande .

Österreich- .

Spanien Vereinigte Staaten . . .

Kanada .

..

Bahamas

17.06 sFr 90bFr. '

DevisenDurchschnittskurs 1972

'' Ohne Personal- und Sachausgaben für den Sitz in Brüssel, rd. 100 Personen -' Erhöhung des Voranschlags 1973 um 20 Mio. öS, rd. 3,5 Mio. Fr.

" Daten nicht verfugbar

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung zum Entwurf eines Bundesbeschlusses über die Schweizerische Verkehrszentrale (Vom 22. August 1973)

In

Bundesblatt

Dans

Feuille fédérale

In

Foglio federale

Jahr

1973

Année Anno Band

2

Volume Volume Heft

37

Cahier Numero Geschäftsnummer

11746

Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

17.09.1973

Date Data Seite

460-485

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