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Bericht desjenigen

Theiles der Kommission des Nationalrathes, welcher die Basis des französischen Münzfusses zur Annahme empfiehlt.

Tit.

Die von Jhnen zur Prüfung der behufs einer fchweizerifchen Münzreform vom Bundesrath vorgeschlagenen und vom Ständerath wenigstens theilweise berathenen Gesetzesvorschläge niedergesetzte Kommission hat diese Angelegenheit einer sorgfältigen Prüsung unterworsen. Wie es die Natur der Sache mit sich bringt, so hat auch sie die Frage : -- welches die künftige schweizerische Münzeinheit sein solle -- in erster Linie erörtert und es haben sich jjiebei, obgleich man allseitig die Notwendigkeit einer

4 durchgreifenden, Reform anerkannte, dennoch, wie bei der vorangegangenen Berathung im Ständerath, fo auch im Schoße Ihrer Kommission über die Tragweite derfelben zwei Hauptansichten geltend gemacht, eine Divergenz, welche dann auch bei der Feststellung der weiteren Besiimmnngen des Münzgefetzes ihren Einfluß ausübte. Die Unterzeichneten gehören derjenigen Seite der Kommission an, welche sich für Annahme des französischen Münzfußes ausgesprochen hat und es ist nun unsere Ausgabe, die Gründe dasür nochmals zu entwickeln, und diejenigen, welche dagegen aufgeführt worden sind, wo möglich zu widerlegen.

.....B.ederholnngen werden wir so viel als möglich zu vermeiden suchen, und nnser Augenmerk vorzugsweise auf diejenigen Punkte richten, welche sich im gegenwärtigen Stadium der Frage als die Hauptpositionen darstellen, deren Besitz den Ausgang des Kampfes entscheidet.

Daß wir bei dieser Auffassung nnferer Aufgabe unferm Berichte nicht die Form eines selbstständigen systematischen Gebäudes geben konnten, daß wir nicht mehr von den Vorzügen des sranzösischen Münzsystems an sich gegenüber dem süddeutschen an sich, sondern vielmehr nur davon sprechen werden, ob der Tarisirung gegenüber seine Einsührnng in der Schweiz nachtheilig oder vorteilhaft, unzweckmäßig oder zweckmäßig, verwerflich oder empfehlenswerth sei, schicken wir hier nur noch Solchen gegenüber voran, welche etwa eine Arbeit in jener Form erwartet .haben sollten, daß aber unser Raisonnement wenigstens vorzugsweise gegen den Bericht der Minderheit der ständeräthlichen Kommission gerichtet ist, hat seinen ganz natürlichen Grnnd darin, weil die andere Seite unserer Kom-

mission sich ganz auf den gleichen Standpunkt gestellt hat.

Wir wollen Schweizer bleiben, ganz Schweizer und

nur Schweizer ! -- mit diesen schönen Worten schließt der angeführte Bericht. Es sei uns erlaubt, damit zu beginnen, denn auch wir machen diese Worte aus voller innerer Ueberzeugung zu unserm Wahlfpruch. Weiter gehen gewiß auch diejenigen, welche in diefer Frage auf der andern Seite stehen, darin mit uns einig, daß wir dannzumal Schweizer, ganze und gute Schweizer sind, wenn wir im Allgemeinen des Gefammtvaterlandes Wohl und Gedeihen nach besten Kräften befestigen und fördern, und daß ferner nicht in den Formen, fondern in dem

Wesen der Dinge ihr Schwerpunkt liegt. Wenden wir aber diese Sätze aus den vorliegenden Fall an, so ergibt sich nns, daß nicht der Münzsuß, sondern die Natur der Verhältnisse und das Wesen der gegenseitigen Beziehungen zweier Länder zu einander gewisse Abhängigkeiten nach der einen oder andern Seite hin bedingen, und daß daher unsere Aufgabe nur darin liegt, diejenige Form für uns zn adoptiren, welche, mag ,,sie fo oder anders heißen, unfern Interessen am Meisten entspricht. Wir werden bemüht sein, in diesem Sinne den Prozeß zu sühren und hoffen hiemit wohl am Sichersten den Beweis zn leisten, daß uns ein ebenso krästiges Unabhängigkeitsgefühl als unsere Gegner beseelt, und daß uns keine Sympathien und Antipathien nach Ost oder West, sondern nur das Gewicht der Gründe leitet und bestimmt.

Wersen wir vorerst noch einen Blick auf den Gang, welchen die obschwebende Frage in prinzipieller Beziehung genommen hat, so sehen wir, daß die Stellung unserer Gegner im Verlaufe der Zeit wefentlich modifizirt worden

ist. Jn den ersten St. Gallifchen Münzschriften wird die Annahme des süddentfchen Münzfußes in erster Linie empfohlen, man wollte -- wenn vielleicht auch unbewußt --

6 ein geordnetes, systematisch verkörpertes Münzwesen, man stand mit uns aus dem gleichen prinzipiellen Boden, man hatte sich noch nicht aus die Höhe eines Münzsystems erhoben, in welchem die (Seldsorten aller uns umgebenden ··Staaten Platz finden, und die Streitsrage hätte sich, wäre dieser Standpunkt festgehalten worden, nur darum drehen lonnen, welches von beiden Münzsystemen der Schweiz in ihrer Gesammtheit die meisten Vortheile, die mindesten Sflachtheile bringen werde. Auch die Regierung von 6.. eall.n hält noch fest an dem Satze, daß das Geld ein fester, in allen Verhältnissen unverrückter Maßstab jeden Werthgegenstandes sein soll, sich gleich bleibend bei

Bezug und Abgabe; allein sie gibt den Vorschlag auf Annahme des füddeutschen Münzfußes sreiwillig aus und läßt sich im Sinne der Vermittlung zu Vorschlägen herbei, welche jenes $nndamentalPrinziP für jede»- geordnete Münzwesen auf den Kopf stellen. Von nun an wird Vermutlung das allgemeine Losungswort; -- Vermittlung, welch' schönes Wort, welch' noch schöneres Werk, wenn es aussührbar wäre! -- Allein mit nnwiderleglichen Zahlen wird von der andern Seite nachgewiesen, daß die Auflöfung zweier verfchiedener Zahlen in eine Einheit unmöglich, daß die Vermittlung nur in der Benennung, nicht aber im Wesen der Sache liege. Diese Kritik nöthigte neue Erklärungen ab, der fortlaufende Widerspruch zwischen den

anfänglich theils unbewußt, theils mit vollem Bewußtsein zugestandenen Prinzipien und der Art und Weise, wie man praktisch verfahren wollte, sing an zu belästigen, zu beengen, man scheint die Notwendigkeit einer Wahl zwischen dem Einen oder Andern gesühlt zu haben, entweder eine prinzipielle Reform mit Verzicht auf das Tarifirungsfystem, oder Tarifi'rung mit Beseitigung der ansänglich anerkannten Grundfätze. Man hat das Letztere

gewählt und heute wird nun offen und unumwunden proflamirt: Geld ist Waare, nichts als Waare; -- die ausgeprägten Geldstucke sind nicht das Werthmaß, sind" umgekehrt wie jede andere Waare, das was gemessen werden soll; -- der Maßstab für Alles aber ist der ideelle Begriff, und mit diefer ideellen begrifflichen Einheit soll jener glückïiche Zustand herbeigeführt werden, von dem der schon

berührte Minderheitsbericht bezeugt, daß er hinsichtlich des inneren Verkehrs nichts zu wünschen übrig lassen werde.

Dieß Tit., ist der Standpunkt, welchen gegenwärtig ...Diejenigen einnehmen, die sich gegen die Annahme des französischen Münzfußes anssprechen; es sei uns nun erlaubt hieran unsere Erörterung anznknüpsen.

Geld -- sagt man uns also -- Geld ist unbedingt Waare und wandelbar wie jede Waare in seinem Werthe; Geld ist Waare hinsichtlich der einzelnen Sorten und ihres Verhältnisses unter sich, Waare, welche man kausen muß, wo und wann man sie am wohlfeilsten findet. Die Kurse sind veränderlich, fest stehen muß nur der ideelle, einheitliche Begriff des Werthmaßes, mehr aber, als daß diefer einheitlich und unveränderlich fei, bedarf es nicht.

Wäre diefe Theorie richtig, wczu dann, fühlen wir uns verfucht zu fragen, wozu dann überhaupt noch Münze, wäre diefer abstrakte Begriffsmaßstab genügend, wozu noch wohl berechnete, genau präzifirte Munzordnungen ! ? -- Nein, Tit., die Jdee kann nur dann aus dem Gebiet des Gedankens in das praktische Leben treten, der Begriff nur dann die ihm als Werthmaß zustehenden Funktionen erfüllen, wenn er sich zur Münze verkörpert. Mit derselben Notwendigkeit aber, nach welcher der Begriff ein fester, einheitlicher fein mnß, muß auch die Münze eine unveränderliche, einheitliche fein, und da diefe felbst wieder

8 nicht nur Werthmaß, fondern auch Werth ist, fo muß sie auch natürlich nach dieser Seite hin unveränderlich, das heißt, stets dem Begriff, den sie darstellt, der Jdee, die sie verwirklicht, unbedingt entsprechend sein.

Von dieser unerschütterlichen Ueberzeugnng ausgehend, desinircn wir den Münzsuß als die Regel, nach welcher der einheitliche Begriff sich zur einheitlichen Wirklichkeit gestalten muß; er berechnet die Werthverhältniffe und bestimmt hienach die Größe der Theile, in welche das einem Lande angehörende edle Metall ausgeprägt werden muß, er mißt allerdings diese Theile, drückt ihnen zum Beweise, daß sie gemessen und dem Begriff genau entsprechend sind, feinen Stempel auf, nnd dadurch erhalten dieselben das Privileginin Münze, das heißt Werthmaß nnd Zirknlationsmittel zu fein. Daß nun aber jeder dieser Theile dem andern gleich, und daß sie alle wieder genau ihrem Begriff entsprechend seien, das ist es, was wir als Ein-

heit und Unveränderlichkeit des Münzsußes auch bei der Reform des schweizerischen Münzwefens fordern.

Hiegegen wird nun hie und da eingewendet, diese Unveränderlichkeit des Wexthmaßes fei nur eine schöne Tanschling, da ja der relative Geldwerth stetem Wechsel nnterworfen fei, wir dagegen behaupten, gerade weil der Produktenwerth ein schwankender ist, ist die Festigkeit des Maßstabes, womit die Werthe ausgedrückt werden, um so notwendiger. Ucberdieß tritt die Veränderlichkeit der Werthe auch dem ideellen Begriffsmaß gegenüber ein, ein schlagender Beweis, daß das, was man als den relativen Geldwerth bezeichnet, bei der Erörterung des Begriffs von Münze und Münzfuß nicht in Betracht kommen kann.

Damit foll nnn durchaus nicht gesagt sein, daß das Geld nicht auch als Waare erscheinen kann, vielmehr sind wir vollkommen der Ansicht, daß das geprägte Silber

Waare ist auf jedem fremden Münzgebiete, Waare, wenn in einem Lande fremde Münzforten auf inländischen, oder von einem Lande eigene Münzsorten aus fremden Märkten gekauft werden, -- Waare, wenn Geld zum Einschmelzen verwendet wird. Aber Tit. Sie werden sich überzeugen, daß geradein diesen Momenten das Geld aufhört Münze d. h. gesetzliches Werthmaß und Zirkulationsmittel zu fein.

Schließen wir von der gewonnenen Grundlage weiter, so ergibt sich uns als nothwendige Folgerung, daß eine Tarifirung verschiedener Geldsorten, die allerdings eine begriffliche Einheit aufstellt, dabei aber unfähig ist, in derselben den erwähnten Sorten eine ihren wahren Werth ausdrückende Werthnng zu geben, nie und nimmer im Stande sein wird, die von uns oben geforderte Einheit und Festigkeit herzustellen«.

An diesem Gvnndgebrechen aber, Tit., leidet die von der andern Seite vorgeschlagene Tarifirung, wonach der Fünffrankenthaler auf Grundlage der schweizerischen Münzeinheit von 363/'4 Franken auf die köln. Mark zu 3'/2 solcher Franken gewerthet werden will, und aus diesem Grundgebrechen entwickeln sich alle die Nachlheile, welche wir im Verlause dieser Arbeit noch zu bezeichnen haben werden. Wäre, Tit., eine Tarifirung möglich, welche nicht nur die richtigen, genau übereinstimmenden Werthverhältnisse sondern diese auch in bequemen, für das Leben und den Verkehr brauchbaren Ansätzen anzugeben vermöchte, mit Freude, mit Jnbel würden wir zuerst sie begrüßen; allein dieses Problem ist bis jetzt noch nicht gelöst worden und unerbittliche Zahlenverhältnisse bezeugen es uns, daß es nie gelöst werden kann.

Wir wollen hier die verschiedenen Rechnungsexeinpel nicht reproduziren, womit die bei obiger Tarifirung stattfindende Unterwerthung des Fünffrankenthalers dem Gutden gegenüber mehr als znr Genüge erwiesen worden ist;

io ist ja doch diese Thaisache allseitig zugestanden. Es mag also zu unserm Zwecke vollkommen genügen, auf diese Sthatfache mit allem Gewicht das ihr gebührt, hier nochntafô hinzuweifen, sie darzustellen, als e i n e n Widerspruch, einen u n v e r s ö h n l i c h e n Widerspruch mit fcem Grundsatz der E i n h e i t und U n v e r ä n d e r llchkeit, w e l c h e r d a s F u n d a m e n t j e d e s Münz* shstems bilden soll.

Wir gehen nun über zu jenen Behauptungen, wonach die Einführung eines nicht nur einheitlich begrifflichen, fondern faktischen Münzsußes, und namentlich des franzöfischen, unvermögend wäre, Stetigkeit und Festigkeit in unserm Münzwefen zu begründen, weil nicht der Silberwerth einer Geldsorte und das hierauf beruhende VerCältniß der verschiedenen Geldforten zu einander, sondern der Stand der Kurse, den Werth und die Anwesenheit des einen oder andern Geldes bedinge; -- die Kurse aber seien veränderlich, und darum würden auch Anwe= senheit und Werth der verschiedenen Gepräge stetem Wechsel unterworfen bleiben, ja es seien selbst, sagt man, Kursverhältniffe möglich, unter denen es unmöglich sein würde, das französische Geld zurückzuhalten, in welchem Fall einerseits die sür die Einführung des französischen Münzfnßes gebrachten Opfer folgerichtig verloren fein würden, anderfeits aber Handel nnd Verkehr in die traurigsten Verlegenheiten gerathen müßten. Als Belege für diefe Behauptungen verweist man auf die Krisis, welche der Februarrevolution von 1843 gefolgt ist, fo wie auf das gänzliche Verschwinden des Fünffrankenthalers aus der Schweiz, das man, wie bereits angedeutet, nicht etwa den wirklichen Werthverhältnissen des Guldens und des Fünf-

11 frankenthalers, sondern dem Stand der Wechselkurse zuschreibt. -- Um nun vorerst solcher Erscheinungen zu gedenken, die in Folge von Erschütterungen, wie wir sie im Jahr 1848 erlebten, zu Tage getreten sind, so braucht man sich nur diese Erscheinungen etwas näher zu betrachten, um sich auch sofort zu überzeugen, daß die in einem solchen Falle eintretenden Verwicklungen lediglich mit den Kreditverhältnissen, in keiner Weise aber mit dem Münzfuß in irgend welcher Beziehung stehen.

Die wirkenden Momente sind in einem folchen Falle einerseits das Zurückziehen des Kredits und die Entwerthung der neben dem Metallgeld umlaufenden Zirkulationsmittel im Allgemeinen und anderfeits der weitere Umstand, daß sich gewöhnlich das von der Katastrophe zunächst betrossene Land wenigstens für einige Zeit zah-

lnngsunfähig erklärt, somit feine eigenen Verbindlichkeiten nicht erfüllt, wohl aber seine Guthaben einfordert. Das Verhältniß und der Grad der Mitleidenschaft beruht augenscheinlich in einem folchen Falle nicht etwa auf der Gemeinsamkeit des Münzfußes, fondern auf dem gegenseitigen Soll und Haben, nnd erstere kann nur dazu beitragen, die Regnlirnngen und Ausgleichungen zu erleichtern. Tritt demnach in Frankreich eine Erschütterung der Art ein, nnd bleiben die Zahlungen, welche wir von daher zu erwarten haben, aus, so wird die Schweiz keine andere Wahl haben, als sich ebenfalls insolvent zu erkläreu oder aber sich derjenigen Zahlungsmittel zu bedieneu, welche ihr zu Gebote stehen. Da Wechsel in einem solchen Momente keine Sicherheit mehr darbieten, so wird man sich zur Deckung der schuldigen Beträge baaren Geldes bedienen und dieses wird also momentan abgezogen werden, ob wir im gegebenen Augenblick Brabanter-

12 Thaler, Gulden, Fünffrankenstücke oder Gold besitzen *) nur mit dem Unterschiede, daß wir auf französischem Gepräge nichts verlieren würden. Die Summen aber, welche fortgehen, werden nicht größer und nicht kleiner, ob wir deutfches oder französisches Silber haben, sondern sich einzig und allein nach der Größe und Bedeutung unserer

Verbindlichkeiten richten. Hat aber die Schweiz den nöthigen Kredit oder die erforderlichen Deckungsmittel, fo wird sie beim französischen Münzfuß wie beim süddeutschen das Silber wieder an sich ziehen können, -- wo nicht, so wird sie nnter allen Umständen die drückenden tieseinschneidenden Eindrücke und Einslüsse der K r e d i t l o f i g k e i t zu tragen haben. Wir haben sie erlebt, Tit., solche Tage

der Noth und der Bedrängniß, obgleich der französische Münzfuß noch nicht der unsrige ist, und gerade der Kanton St. Gallen, der doch ausschließlich und ganz dem deutschen Münzgebiet angehört, hat nicht minder gelitten ·als die Westschweiz; es war eine Zeit des Jammers, so hat sich ein Mitglied unserer Kommission ausgesprochen, und die Geldnoth eine so allgemeine, daß man Produkte .gegen Produkte, nicht aber gegen Geld zu verwerthen vermochte. Hier waren also die Gulden, an einem andern Orte die Fünffrankenthaler weggegangen und wir sür uns ·ziehen die Lehre daraus, daß bei derartigen Erschütterungen das Verschwinden des Geldes nicht auf dem Münzfuß, fondern anf hievon ganz unabhängigen Verhältnissen, .vorzugsweise auf den gegenseitigen Schuldverhältnissen der betheiligten Länder beruht. -- Was nun die Kursverhältnisse nach Frankreich, abge*) Ganz in Uebereinstimmung mit dem hier Gesagten, hat Deutschland manchen schönen Gulden während und in Folge der Krif..... von 1848 mit Verlust nach Frankreich geschickt

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sehen von einer solchen außerordentlichen Krisis, betrifft,, diese Kursverhältnisse, von denen allein das Vorhandensein oder Verschwinden des Fünffrankenthalers abhängen soll und denen gerade unter den gegenwärtigen Verhältnissen die Abwesenheit des Fünssrankenthalers zugeschrieben wird, so geben wir gerne zu, daß die gegenwärtigen Handelsverhältnisse mit ihrem hohen Pariferkurs d e m G u lden g e g e n ü b e r auf das Zurückziehen des Fünffrankenthalers nach dem Westen eingewirkt haben. Vergleichen wir aber die Knrse von Pariserwechseln, wenn sie mit: Fünffrankenthalern bezahlt, mit denjenigen, wo die Gulden als Zahlungsmittel angenommen werden, so ergibt sicly uns das Resultat, daß weniger die gewöhnlichen Kursverändernngen, als vielmehr der verschiedene Werth des Zahlungsmittels die Höhe des Pariferkurses bedingen.

Nach den in dem Gutachten des Hrn. Pestalozzi aufgeführten Pariserknrfen von den Jahren 1848 nnd 1849 war nämlich der durchschnittliche Stand derselben 949/i0, was den französischen Franken zn 28 Kreuzer, oder den Fünffrankenthaler zn 35 Batzen berechnet eine Kursdifferenz von annähernd 1y1O %, den Fünffrankenthaler hingegen zn seinem Werthe von 35 Batzen 12/s Kreuzer als Basis angenommen, eine solche von 7/i0 % über Pari ergibt. Nehmen wir für einmal anch an, diefe 7/i0 % feien nur rein Kursdifferenz und die wirklichen Werthvcrhältnisse des als Zahlungsmittel verwendeten Silbers feien dabei nicht mehr wirkend, so sragen wir schon von diesem gewonnenen Standpunkte aus: mit welchem Rechte schreibt man den Kursverhältnissen, welche eine Differenz von 7/io % herstellen, eine größere Wirkung zu als der Unterwerthung, welche ein Prozent beträgt; mit welcher Logik schließt man von zwei bei einer Operation thätigen Faktoren gerade den bedeutendern aus, indem man die

14 Wirkung lediglich dem weniger bedeutenden zufchreibt ; -- und weiter fragen wir: womit will man dann das schon vor dem Eintritt des hohen Pariferknrfes beginnende Eindringen des Guldens und Zurückziehen des pnffrankenthalers erklären? --· Wir bleiben aber hiebet' nicht stehen, sondern behaupte« weiter, daß die obigen ./i0 % noch nicht r e i n e Kurt?.-' differenz, d. h. Mehrwerth im Handel von Fr. 100 in Papier auf Paris gegen Fr. 100 effektiv in Silber sind, und daß in der Schweiz, wenn jenes Papier wirklich wieder mit dem entsprechenden Gelde bezahlt wird, die Kursdifferenz im höchsten Falle kaum mehr als 1/4 % betragen kann, denn mit 1 à 2 pr. 1000 kann ja jeden Augenblick französisches Silber von der Bank in Mühlhanfen nach den schweizerischen Wechselplätzen bezogen werden. Uebrigens finden wir hiesür in den vorliegenden tatsächlichen Verhältnissen die schlagendsten Beweise, denn in Genf und Basel stund der Pariserfurs, wenn 5 Fr.

in Wechsel mit 5 Fr. in Silber bezahlt wurden, in den

letzten Jahren abwechselnd auf99y8, 100, 100i/16,100./S,

höchstens 100!/4, und französisches Geld war dabei stets in hinlänglicher Duantität vorhanden, und die gleichen Erscheinungen zeigen sich uns auch in Belgien. Wir wollen nicht unterlassen, darauf fn'nzuweifen, daß wir hier allerdings nicht den Moment der Krisis, der höchsten Geldnoth im Auge haben, in welchem man unter i r g e n d einer Form sür Gold nnd Silbergeld gegen anderes bloßes Kreditgeld ein Gold- oder Silbcragio bezahlt, wohl aber die jetzigen, wie man zugeben wird, hinsichlich des Pariserkurses immer noch anormalen Verhältnisse. -- Ergibt sich nun, wie wir gezeigt haben, zwischen dem Pariserkurs, wenn er mit französischem und wenn er mit deutschem Gelde gemessen wird, eine so bedeutende Differenz, so

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mag das in verschiedenen Umständen seinen Grund .haben; einmal gehen bei jeder Uebertragung von nicht auf gleicher Basis beruhenden Werthen kleine Bruchtheile verloren, und dann kömmt hier jedenfalls jene · merkwürdige Thatfache in Betracht, daß eine Mark sein Silber in 32 Gulden

geprägt nur fl. 24.30, roh und ungeprägt 24. /33, in

Fünffrankenthalern hingegen fl. 24. 33/36 gilt. Aber gerade aus diesen Verhältnissen fchließen wir umgekehrt, daß wenn die Handelsverbindungen mit Frankreich sich wieder ganz normal gestalten, der Kurs doch dem Gulden gegenüber stets verhältnißmäßig höher stehen wird als dem französischen Franken gegenüber, und wir schließen ferner, daß wenn unter den jetzigen anormalen Verhältnissen der .Kurs da, wo er sich in der Schweiz gegen französisches Geld regulirte, jenen dieses letztere auspumpenden Effekt, wie man sich auszudrücken Pflegt, nicht ausübte, dieß bei normalen Verhältnissen, wenn die Schweiz den französifchen Münzfuß zu .dem ihrigen macht, noch viel weniger der Fall fein kann.

Betrachten wir nun die Sache noch von einer andern Seite und fragen wir, warum .überhaupt der Pariferkurs

verhältnißmäßig höher stehe als der Angsburger, Frankfnrter u. s. w., so wird wohl die Antwort einfach dahin gehen, daß Wechsel auf Paris gefuchter sind, weil die Schweiz gerade diefe Valuten zur Deckung ihrer ausgedehnten Bezüge von Baumwolle, Zucker, Kaffee, Jndigo, Krapp, Oel, Wein, Weingeist u. s. w. am vortheilhastesten verwenden kann. So lange nun Fünssrankenthaler zu

Gld. 2.201/4; 2.20</2; 2. 203/4; 2. 21 mit Gulden ansgekauft werden konnten, stand sich der Gulden dem sranzösischen Silber gegenüber besser, als dem sranzösischen Papier gegenüber, wie sich ans den vorstehenden Entwickelungen ja zur Genüge ergibt, und darum wurden

16 mit Gulden die Fünffrankenthaler ausgewechselt *) theils um dann mit ihnen wieder französisches Papier zu vortheilhafterem Knrfe zu kaufen, theils um sie bei hohem

Kurfe des Papiers gegen Gulden als direktes Zahlungsmittel zu verwenden.

Mit der Annahme des französischen Münzfußes fällt einerseits nothwendig die erste dieser beiden Operationen in sich zufammen, und jene Hin- und Hersendnngen von französifchem Geld, welche bis anhin so ost nur Behufs des Agiotirens gemacht wurden, müssen aufhören, anderfeits aber wird anch die letztere sehr beschränkt werden, da, wie wir ja oben nachgewiesen, der Pariserkurs sich ebenfalls modisiziren müßte.

Wie im Vorangehenden, so ergibt sich uns auch hier das Resultat, daß mit der Annahme des sranzösischen Münzsußes die Ursachen wegfallen, welche das Verschwinden des Fünffrankenstückes znr Folge hatten; anch hier die Gewißheit, daß wenn dieß fchon unter den jetzigen weniger günstigen Konjnnktnren der Fall ist, es unter günstigern Verhältnissen noch viel weniger sehlen kann.

Wenn aber, wird man uns als Letztes noch einwenden, wenn aber der Kurs nun doch noch namhaft höher gehen follie, als wir im Vorangehenden angenommen haben, wie dann? dann wird die Schweiz eben doch ihre Fünffrankenthaler fortschicken, also einerseits ihr thenres Geld verlieren, und anderseits durch den Mangel an ©eld in furchtbare Verlegenheiten gerathen!

Wir stellen nun vorerst die Höhe solcher Kurse in Abrede und es wird gewiß kaum gelingen, deren Möglichkeit nachzuweisen. Indessen einen Augenblick angenommen *) Auf diefe Weife hat uns nicht Frankreich, sondern Franffurt allerdings manchen 8ünjfrankenthaler ausgepumpt.

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es fei fo, so wird die Schweiz, wenn sie dem französischen

Münzgebiete angehört, und dann wirklich ihre Fünfsrankenstücke wegschickt, dabei durchaus keinen reellen

Schaden leiden. Die Schweiz wird nämlich nur diejenigen Summen an baar fortschicken, welche sie für gemachte Bezüge schuldig ist, aus einem andern Grunde

geht kein Geld fort, und sobald jene Zahlpflicht aufhört, fo wird Frankreich feine fogenannte magnetische Anziehungskraft für «nfer Geld verloren haben. Diese Summen, welche aus diese Weise fortgehen, würde uns wohl der Geldhandel wieder zurückbringen und wahrfcheinlich hätten wir an diefen eine verhältnißmäßige Provision zu bezahlen. Allein man kehre den Fall um und nehme an, daß wir bei noch höhern Kursen das süddeutsche Geld als Cirkulationsmittel besitzen, fo werden wir entweder diefes mit Verlust nach Frankreich fchicken, oder mit demselben französisches Geld mit Agio oder französifches Papier zu unverhältnißmäßig hohem Kurs uns aneignen, somit in jedem Falle eine größere Einbuße erleiden müssen, als jene von uns in der ersten Alternative zugestandene Provision.

Von einem e f f e k t i v e n Schaden kann alfo, Tit., auch bei der Annahme von noch höherem Pariferkurse durchaus nicht die Rede sein; wir haben daher nur noch der Verlegenheiten zu gedenken, welche unter der gleichen Voraussetzung da und dort sich einstellen könnten, wenn in Folge der Baarfendungen nach Frankreich sich Mangel an gesetzlichen Münzsorten ergeben würde. Hier wiederholen wir, was wir bereits gesagt haben, daß wir nämlich

die Wahrscheinlichkeit und selbst die Möglichkeit der Vorausseçung entschieden verneinen, so lange es sich um Kursverhältnisse und nicht um eine der im Eingang dieses Abschnittes besprochenen Krisen handelt, in welch letzterem

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18 Falle, wie wir gezeigt haben, îeben alles Silber selten wird. Allein wir betrachten es als unsere Aufgabe, auch die Aengstlichsten zu beruhigen, und im Allgemeinen Vermittlung und Vereinbarung nicht von unserer Arbeit anszuschließen, so lange sie die Einheit und Festigkeit unseres Systems nicht untergraben, so lange ihnen nicht die Fnndamentalsätze eines geordneten Münzwesens geopfert werden müssen. In diesem Sinne empfehlen wir Jhnen, Tit., den Art. 9 des Münzgesetzes, der für diejenigen Fälle, wo außerordentliche Verhältnisse die Annahmen anderer als gesetzlicher Münzsorten nöthig machen sollten, eine vorübergehende! Tarifirnng für die eidgenössischen Kassen eintreten läßt und diese einer Sicherheitsklappe gleich dannzumal andern Münzsorten öffnet, sobald der Druck der Verhältnisse d. h. die Höhe des Pariserkurses solches nöthig macht. Wir unsererseits halten zwar dasür, daß diese Bestimmung kaum praktische Anwendung erhalten wird; allein ihr Vorhandensein wird einerseits die Besorgten beruhigen, anderseits aber der Behauptung, daß die Annahme des französifchen Münzsußes als einzigen gesetzlichen Werthmaßes uns unter gegebenen 23erhältnissen in arge Verlegenheiten bringen kann, den letzten Grund und Boden entziehen.

Damit sei es nun für einmal über diefen Punkt genug. Wenn wir uns aber hiebei etwas lange aufgehalten und die vorliegenden Fragen fo einläßlich erörtert haben, so bitten wir Sie, Tit., dieß der uns erfüllenden Ueberzengnng zuzuschreiben , daß es sich hier nm eine Hauptposition handelt und daß die von der andern Seite angeregte Befürchtung, es werde trotz der im sranzösischen Münzfüße ausgeprägten ungeheuer« Geldmasse nicht möglich sein, uns das für unsere Cirkulation riöthige Quantnm in unserm Lande zu erhalten, eine der Hauptwaffen der

19 Gegner des französischen Münzfußes bildet. Jst es uns gelungen, ans diefem Punkte die feindlichen Batterien zum Schweigen zu bringen. Sie, Tit., und mit Jhnen

die Mehrheit unseres Volkes in diefer Beziehung zu beruhigen, fo ist nach unferer Ansicht fchon viel gethan.

Daß uns dieß aber gelungen sein wird, das vertrauen wir dem überzeugenden Gewicht unserer Gründe.

Wir haben im Bisherigen die Gründe dargethan, ans denen das Verschwinden des französischen Geldes zu erklären ist, und Sie werden, Tit., hierin nun auch das Kriterium sür jenes Argument sinden, welches den Umstand, daß der Gulden gegenwärtig ohnehin schon über

den größten Theil der Schweiz verbreitet ist, als ein Motiv für die Bevorzugung desfelben darstellt. Wäre es nothwendig, hierüber und hiegegen noch ein Weiteres zu bemerken, fo würden wir hier einfach mit den Worten der ständeräthlichen Minderheit argnmentiren. DieWechfelïitrse bedingen die Anwesenheit dieser oder jener Geldsorte in einem Lande, die Wechselkurse aber sind v e r ä n d e r lich. Und das v e r ä n d e r l i c h e Produkt des v e r ä n d e r -

lichen Faktors sollte die gleiche Minderheit als maßgebend betrachten wollen, wenn es sich um die Feststellung einer Münzeinheit handelt?! .Wir unserseits können das gegenwärtige Vorherrschen des Guldens sür einmal nicht als Motiv sür die rechtliche Anerkennung desselben zugeben, und hegen dabei die Ueberzeugung, daß er sich ebenso schnell als er gekommen ist, auch wieder entfernen wird, fobald der Fünffrankenthaler zum einzigen legitimen Zah-

lungsmittel erklärt wird.

Allerdings muß aber im Uebergangsgefetz auf die bestehenden Verhältnisse, bei der Uebergangstarisirung auf das Vorhandensein des Guldens Rücksicht genommen wer-

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den; da hat dann allerdings das hier erörterte Argument seine Berechtigung, die wir ihm bei der Feststellung des ©rundgefetzes bestreiten.

Die Schweiz, sagt man von der andern Seite weiter, hat nicht genug Geld von eigenem Gepräge, die Münzen aller Länder, mit denen sie Gefchäfte macht, müssen bei ihr cirknliren und da sie im Allgemeinen am FreihandelPrinzip festhält, so darf sie auch dem Gelde gegenüber keine Prohibition eintreten lassen. Dieses Raifonnement steht in enger Verbindung mit der bereits erörterten gegnerischen Grundansicht, daß das Geld Waare und nur Waaresei, dabei begegnen wir aber hier einigen leichten Widersprüchen, die wir hervorzuheben nicht unterlassen können.

Als unter andern Vorzügen des sranzösifchen Geldes auch das hervorgehoben wurde, daß es nachgerade zur Weltmünze geworden sei, wurde von der andern Seite erwidert, es sei dieß für die Schweiz bei der Feststellung ihres Münzfußes von nicht gar großer Bedeutung, denn der Handel gleiche sich mit Wechseln aus, der Zweck der Münzreform liege nicht nach diefer Seite hin, fondern bestehe vielmehr darin, unserer innern Cirkulation ein sestes, unveränderliches Werthmaß zu geben.

Wir sind im Wesentlichen hiemit einverstanden und auch bei jener Empfehlung des Fünffrankenstückes war dieser letztere Hauptzweck durchaus nicht ausgeschlossen; dagegen können wir uns wirklich nicht erklären, wie man von anderer Seite diesen, Zweck in den Vordergrund stellen kann und uns doch gleichzeitig! statt der verpönten Weltmünze nunmehr eine Allerweltsmünze beliebt machen

will.

21 Damit soll nun freilich nicht gesagt sein, daß nicht im Grenzverkehr fremde Geldsorten vorkommen werden.

Diese Eirkulation wird ganz die gleichen Grenzen haben, wie der Grenzverkehr selbst, und sich übrigens nach sehr einfachen Gesetzen regnliren; jedermann wird nämlich'die ©orte nehmen als das was sie ist, und hierin erblicken ivir keinen Uebelstand. Jedenfalls aber ist dieser Grenz»erkehr in keinem Verhältniß mit den innern Umsätzen; ihm zu liebe durch Tarifirung aller sremden Münzsorten Verwirrung in die innere Cirkulation bringen, das wäre ein gar absonderliches Versahren. Aber auch abgesehen vom Grenzverkehr steht allen sremden Münzsorten unser Land ja vollkommen offen, wenn wir auch den französischen Münzfuß zum Gesetz erheben; sie mögen bei uns einziehen, wie jede andere Waare, frei und ungehindert gekauft und verkauft werden können, von einer Prohibition ist alfo keine Rede und mit Unrecht hat man die

Parallele hinsichtlich der Handelsfreiheit gezogen.

Daß aber die fremden Sorten unter den gegebenen Verhältniffen nicht nur in dem von anderer Seite vorgeschlagenen, gedruckten Tarif, fondern auch im Leben bei der Annahme desfelben ihren r i c h t i g e n Platz finden Vverden, das ist eine Behauptung, welche fo schön, so bestechend sie klingt, ebenso fehr aller innern Wahrheit entbehrt. Tariflrt man nämlich den Gulden zu 15 Btz.

und den französischen Franken zu 7 Btz., und eine andere Tariflrung ist bei der Kleinheit des den Mehrwerth des

Frankens ausdrückenden Brnchtheils nicht möglich, so sind

nur zwei Alternativen möglich, und entweder ist: 1) das Gesetz nicht im Stande, den Leuten die Ueberzeugung beizubringen, daß 100 und 101 gleichbedeutend seien und der Fünffrankenthaler wird fortbleiben und nicht wiederkommen, oder es wird sich

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2) die unterwerthete Sorte foviel leichter machen, bis sie aus dem Wege des Abusivkurses sich wieder einen Platz gewinnt.

Daß im ersten Falle eine der bedeutendsten Geldsorten saktisch keinen Platz in unserm Münzsystem, und im zweiten Falle nicht die ihr durch das System angewiesene Stelle inne hat, das liegt so sehr aus der Hand, daß wir uns jedes weitern Nachweises, um darzuthun, daß jene Reden von einem Münzsystem, in welchem alle Geldsorten ihren Platz finden, unter den gegebenen Verhältnissen nur Reden sind und bleiben werden, süglich enthalten können.

Dagegen wollen^ wir uns auch hier wieder auf den Standpunkt der Gegenansicht stellen und auch von hier aus die Sachen in ihrem wahren Lichte erscheinen lassen. Also angenommen : Der Zauber des Tarifs bannt alle Sorten auf unfern Boden, als gleichberechtigte Brüder cirkuliren sie neben einander, und nur die Schwingungen der Kurse äußern hie und da einen Einfluß auf ihr gegenseitiges

Menge- und Werthverhältniß. Wirklich ein beruhigender, besriedigender Zustand! Aber sehen wir uns die Sache an einigen wenigen Beispielen etwas näher an, denken wir uns zu dem Ende einen Mann aus dem Volke, der sich für eine Summe Arbeit als Gegenwerth und Werthmaß einen Betrag von 100 tarifmäßigen Franken in französifchem Gelde erworben hat, denken wir uns, daß dieser Mann seine 100 Franken da oder dort deponirt, bis er sie wieder bedarf, und daß er sie dann nach einiger Zeit wieder zu beziehen wünscht. Und wenn man diesem Mann dann statt der erhaltenen Fünffrankenstücke Gulden zurückerstatten will und ihm, .wenn er wieder die gleiche ©orte zurückverlangt, welche er gegeben hat, erwiedert: Die Kurse des Geldes, lieber Freund, sind unstät und

23 veränderlich, nur unfer Begrisssmaßstab ist fest; und da seitdem die Fünffrankenstücke sich ausgedehnt haben, so hat Silber mit französifchem Gepräge nur noch im Betrage von 99 Franken in dem begrifflichen Maße von 100 Franken Platz. Wenn der gute Mann mit diefem Troste abgewiesen wird, dann wird er den als so praktisch dargestellten Begriffsmaßstab allerdings sehr praktifch sinden. Oder denken Sie sich einen Andern, der feinen kleinen Verdienst bald in diefer, bald in jener Sorte einbringt. Gibt er Fünffrankenthaler wieder aus, fo sind sie ihm durch den Tarif aus 35 Btz. gewerthet, soll er aber dann zu einem bestimmten Zwecke wieder Fünssranken gegen Gulden einwechseln, dann hört auch sür ihn der Taris ans, eine praktische Bedeutung zu haben, auch ihm sagt man, die Kurse sind veränderlich und der schweizerische Münzsuß haftet nicht an einer ihn genau darstellenden Münze, fondern an einem B e g r i f f !

Glauben Sie nicht, daß diefe Beifpiele nur etwa ausnahmsweife Verhältnisse darstellen, nein, sie repräsentiren die Regel; denn Mehr- oder Minderwerthe von 1 Prozent werden von dem Geld- und Wechselhandel nie und nimmer übersehen, nnd bieten ihm schon mehr als genügende Veranlassung um sich für einfchlägige Operationen zu interefsiren.

Znm Schlüsse fei uns darum nur noch die Bemerkung erlaubt, daß wir, einer solchen Praxis gegenüber, herzlich gerne den Vorwnrs hohler Theorien ans uns nehmen, nnd daß, was die Sache selbst betrifft, diese praktische Tarisirung in der That und Wahrheit nicht zn erfüllen vermag, was man sich von ihr verfpricht. Stellt man sich auf den Standpunkt der Gegenansicht, fo ist Verwirrung und Ausbeutung des Einen durch die Andern ihre natürliche Folge, und betrachtet man sie von unferm Gesichtspunkte, fo er-

24 gibt sich, daß die verschiedenen Geldforten in der Praxis der Tarifirung fpotten, d. h. nicht den ihr durch sie angewiefenen Platz einnehmen werden.

Daß die Schweiz kein eigenes oder nicht in genügender Menge eigenes Geld für ihren Bedarf ausprägt, daher um fo mehr alle andern Sorten aufnehmen und tarifiren

müsse, das fcheint uns ebenfalls nicht in nothwendig logischem Zusammenhange zu stehen. Auch in Frankreich geschieht die Prägung nicht durch den Staat, und überhaupt beruht die Anwesenheit von Geld in einem Land nicht darauf, daß dasfelbe feine Prägung selbst beforgt, fondern sie hängt einerseits ab von dem Besitz und dem Kredit des Landes im Allgemeinen, und anderseits von der vollständigen Uebereinstimmung der Nominalwerthung mit dem absoluten Werthe der betressenden Geldsorte, eine schon oft hervorgehobene Wahrheit, die man aber der herrschenden Begriffsverwirrung gegenüber nicht genug wiederholen kann.

Die Minderheit der ständeräthlichen Kommission hat sich im weitern Verlaufe ihrer wohlausgeführten Arbeit neun verschiedene Fragen gestellt und in neun entsprechenden Abfchnitten, mit deren Beantwortung, theils die Vor-

trefflichkeit des deutschen Münzfußes, theils die Nothwendigkeit der Tarifirung noch weiter zu begründen versucht.

Fassen wir diefe Rationnements für sich und in ihren Beziehnngen zu einander etwas näher in's Auge, so tritt uns der schon berührte Dualismus, einmal die Empfehlung eines festen verkörperten Münzfußes und dann wieder die Theorie, das Geld fei Waare und nur Waare, fast in jedem Abschnitte entgegen, und es will uns scheinen, als könnte man zwischen den Zeilen lesen, daß man aus diese Theorie verzichten und sich prinzipiell mit uns aus den

25 gleichen Boden stellen würde, wenn ein folcher Verzicht zur Mark statt zur Gramme führen würde. Die drei ersten Abschnitte belehren uns, wie vortrefflich es mit der Prä-

gung und dem Gehalt des süddeutschen Guldens gehalten werde, obgleich das rohe Silber im Preise höher steht, als das gemünzte, -- welche Gewähr der süddeutsche Münzsuß hinsichtlich seiner Dauer uns biete, ungeachtet Alle, die hören und sehen wollen, bei den politischen Konstellationen die Wahrscheinlichkeit einer neuen münzlichen Umwandlung nicht verkennen, namentlich die in Oesterreich herrschende Vorliebe für das französifche System nicht in Abrede stellen können, -- sie versichern uns end-

lich, daß die Schweiz sich ihren Münzbedarf beffer und leichter aus einer Münzmasse von 250 Millionen, als ans einer solchen von nahe an 4000 Millionen verschaffen könne. Wir treten hierauf nicht näher ein, um nicht von anderer Seite oft und viel Gefagtes wiederholen zu muffen.

Einige Anhaltspunkte, welche der dritte Abschnitt darbietet, finden bei der Erörterung des fünften ihre paffende Stelle.

Auch die übersichtliche Zusammenstellung unserer Handelsverhältnisse mit dem Auslande, sowie das Verzeichniß unserer dahinführenden .ßaupt- und Nebenstraßen erlauben wir uns nicht näher zn berühren, da unser auswärtiger Handel ja anerkanntermaßen feine Ausgleichungen mit Wechseln macht und die zahlreichern Verbindungen an der einen oder andern Grenze gewiß weniger mit dem schweizerischen Exporthandel, als mit einem etwas größern oder geringern Grenzverkehr in Verbindung stehen, beide Momente aber zu der Münzsrage, d. h. der Frage, was in der innern Zirkulation «user gesetzliches Werthmaß und Zahlungsmittel sein soll, jedenfalls nur in entfernterer Beziehung stehen können, und überdieß bereits im Voran-

26 gehenden von uns an geeigneter Stelle soweit als nöthig

in Berücksichtigung gezogen worden sind.

Gehen wir über zu den fünften und fechsten Abschnitten, so ergeben sich uns als deren Hauptinhalt die Behanptungen: die Schweiz müsse tarisiren, weil die Ostschweiz

für ihre Geldbezüge auf die füddentschen Wechselplätze an-

gewiesen sei, wo sie ihr überflüßiges deutsches Papier gegen Baarschast verwerthe und diese hinwieder zur Bestreitung ihres Kornbedarfs an Süddeutfchland zurückgebe; weil überhaupt der Zug des Geldes naturgemäß von Osten nach Westen gehe, und ungestraft in den Gang der Natur nicht eingegriffen werden könne ; nnd weil endlich die GeldUmsätze mit Frankreich nicht so bedeutend als mit Deutschland seien.

Diese letztere Behauptung, um mit diefer zu beginnen, ist an sich schon jedenfalls gewagt, da die Materialien sehlen, um ein vollgültiges Urtheil abgeben zu können, indessen auch angenommen, es wäre so , und in den letzten zehn Jahren wäre nach und nach die Einfuhr an füddeutschen Sorten stets bedeutender geworden, fo steht das mit den bereits erörterten Werthverhältnissen des deutschen und französischen Geldes in genauer Uebereinstimmung, und so wenig wir die faktifche Verbreitung des Guldens über einen großen Theil der Schweiz als ein Motiv für die Annahme der Tarisirungsvorfchläge anerkennen, eben-.

sowenig und ans den gleichen Gründen können wir den faktischen Geldeinsnhrverhältnissen, wie sie sich in Folge der Abnsivwährnng des Gnldenö gestaltet haben, eine derartige begründende Kraft zugestehen. Auf den "naturgemäßen Zug des Geldes von Osten nach Westen" kommen wir zurück bei Behandlung der Abusivkurfe und treten nun auf den Kern der Frage, nämlich darauf ein, wie

27 sich die Ostfchweiz im Falle der Annahme des französischen Münzfußes hinsichtlich ihrer Baarbezüge und Baarzahlungen von und nach Süddeutfchland stellen würde.

Wenn wir auch von der Jdee einer fortwährenden Geldströmung von Osten nach Westen abstrahiren, so steht dagegen um so sester, daß die Schweiz regelmäßig für ihren Kornbedarf bedeutende Baarbeträge an Süddeutsch-

land abgibt; diefe Baarschaft fließt, dem größten Theile nach, rückwärts nach den füddentschen Wechselplätzen ab, und kömmt von daher wieder zurück als Waare, welche die Schweiz mit ihren Wechseln kauft.

So fassen wir dieses Verhältniß auf, und wird die Schweiz nur französisches Münzgebiet, kauft sie ihr Korn mit Fünffrankenstücken, statt mit Gulden, fo wird sie auf jenen Wechfelplätzen statt der Gulden auch wieder Fünffrankenstücke zum Ankauf sinden, und zwar je mehr sie deren gibt, je mehr und je wohlfeiler wird sie deren auch wieder finden, denn auf den füddeutschen Wechselplätzen werden die französischen Sorten zur Waare, die einerseits nach der Schweiz den nächsten und bequemsten Abzugsweg findet, und die anderseits gerade darum, weil sie nur Waare und nicht Münze ist, unter ihrem Werthe steht. Als Belege hiefür beziehen wir uns hier auf die ständeräthliche Minderheit, welche sich also ausfpricht: ,,Jn Frankreich selbst ist man weit entfernt, den Ueberfluß an Münzen als ein Glück zu betrachten, indem man einsieht, daß dieselben dem allgemeinen Gesetz aller Waaren folgen und ihr Werth sich vermindert, wenn mehr An-

gebot als Frage ist. Deßhalb zirkuliren auch die französischen Sorten im Ausland in der Reg'el unter ihrem Werthe."

Diefe Stelle ist gegen die von anderer Seite gemachte Voraussetzung gerichtet, daß sich der Fünssrankenthaler

28

einen Abusivkurs in Süddeutschland und namentlich längs der Grenze aneignen werde; und hier begegnen wir nun

einem wirklich eigenthümlichen Dilemma.

Sagen wir

von unserer Seite, die Schweiz werde das Fünffrankenstück ohne Verlust, ja wahrscheinlich zu einem Abusivkurs an Deutschland abgeben, so erwiedert man uns, o nein, im Gegentheil, denn der Fünffrankenthaler knrsirt in Deutschland unter seinem Werthe! -- Und schließen wir dann, so wird ihn die Schweiz dort auch wieder unter seinem Werthe kausen können, dann wird er aus einmal wieder als die gesuchte Sorte dargestellt, die nur mit

Agio zu kausen sei. Wir hätten geglaubt, von zwei Sachen wenigstens nur eine, wollen uns übrigens, da es sich hier wieder um einen der Hauptpunkte handelt, etwas einläßlicher aussprechen.

Wie bereits erwähnt, kommen hinsichtlich der Baar-

zahlungen, welche die Schweiz zu leisten hat, vorzugsweise die zur Deckung unserer Kornankäuse nöthigen bedeutenden Summen in Betracht. Werden diese Ankäuse aus schweizerischen Märkten und in der neuen schweizerischen Währung abgeschlossen, so würden natürlich fünf Franken an Korn mit fünf Franken an Silber bezahlt werden müssen. Von einer Abgabe des Fünssrankenstückes mit Verlust kann in diesem Falle keine Rede fein, der Preis des Kornes aber wird durch Veränderung des

Münzfußes zum Nachtheil des Käufers nicht verändert werden, fondern sich eben im Verhältniß des Zahlungsmittels vom Gulden zum Franken reduziren, und unter allen Umständen nicht durch den Münzfuß, fondern durch Nachfrage und Angebot und durch die Konkurrenz von Käufern einer- und Verkäufern andrerseits regulirt werden.

Anders gestaltet sich die Sache, wenn das Getreide nach Gulden gekauft wird, und da wird die Ostschweiz

29 die Wahl haben, sich entweder auch wieder des Guldens oder aber des Fünssrankenthalers als Zahlungsmittel zu bedienen. Nach der Regel, daß jede Münzforte gewöhnlich auf einem abgeschlossenen fremden Münzgebiete verliert, daß also die Gulden, welche uns Deutschland sendet, nicht die, welche wir im Geldhandel beziehen, nach dieser Regel auch unter ihrem Werthe werden angenommen werden, wird die Schweiz stets eine schöne Summe von Gulden haben, welche sie behufs dieser Zahlungen mit Vortheil verwenden kann, und reicht sie zur vollständigen

Deckung des Kornbedarfs nicht aus, durch direkte Bezüge an Gulden von den bekannten füddeutfchen Wechfelplätzen so lange ergänzen wird, als sie ihre Konvenienz dabei

findet, sich des Guldens und nicht des Fünffrankenstückes als Zahlungsmittel zu bedienen.

Allein auch bei Verwendung der letztern Sorte, wird die Ostschweiz nicht verlieren. Schon jetzt nimmt Jedermann, und selbst der zäheste schwäbische Kornbauer, das Fünffrankenstück ohne ein Wort zu verlieren zu fl. 2.21; das Jhnen vorgeschlagene Uebergangsgesetz, das diese Geldsorte zu 35*/2 Btz. oder fl. 2. 22 tarifirt, also dem Gulden gegenüber um nicht ganz 3/4 % überwerthet, wird nicht nur massenhaftes Zuströmen des Fünffrankenstückes bewirken, fondern auch die weitere Folge haben, daß jene Tarifirung, die nach dem Gesetze nur sür die eidgenössischen Kassen Geltung hat, sich sosort auch im Verkehr nicht nur dießfeits, fondern anch jenfeits unferer Grenze geltend machen wird; letzteres gemäß der Solidarität, die zwifchen den kornproduzirenden deutschen

Grenzländern und der kornbedürftigen Schweiz besteht, einer Solidarität, nach der jene unseres Geldes ebensosehr bedürfen, als wir ihres Getreides; und da jetzt, also gerade im Momente des Uebergangs, die Wagschale des

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Kurses zwischen Geld und Korn zu unsern Gunsten neigt, so wird sich als notwendige Folge jene Solidarität auch mit Beziehung der Geldwerthnng zu unsern Gunsten geltend machen; mit andern Worten, das Fünffrankenstück wird um so leichter und schneller sich auch jenseits der Grenze denjenigen Kurs verschaffen, den es bei uns hat, und übrigens auch schon darum zu fl. 2. 22 angenommen werden, weil Jeder, der umgekehrt wieder Zahlungen nach der Schweiz zu machen hat, dasselbe auch wieder so verwenden kann. Ueberdieß wird sich der Fünffrankenthaler jenseits der Grenze und längs derselben um so mehr auf dem Kurs von fl. 2. 22 erhalten, als jeder Fuhrmann, jeder Kornverkäufer, jeder Reifende, der nach der Schweiz geht, sich noch mit französischem Geld verfehen wird und für jeden derselben das arithmetische Verhältniß ebenfalls besteht, daß er sich vorteilhafter stellt, wenn er feine Gnlden noch in Deutschland gegen Fünffrankenthaler zu fl. 2. 22 verwechselt, als wenn er die Gnlden behält und dann in der Schweiz zu Francs 2. 10 ausgeben muß.

Wir haben im Obigen unseren später folgenden Erörterungen über die Abnsivkurfe etwas vorgreifen müssen, um hier, wo es sich um die .-Berv»endung des Fünffrankenthalers zur Bezahlung der Getreidebezüge handelt, nachzuweisen, daß nach erfolgtem Uebergang zum französischen Münzsuß, dann also, wenn uns derselbe nur noch fl. 2.212/s kostet, die Ostschweiz nicht nur keinen Schaden, sondern sogar noch Nutzen dabei finden wird, sich des Fünffrankenstücks als Zahlungsmittel zu bedienen. Je mehr sie dieß aber thun wird, und dieß sührt uns zur andern Seite der Frage, je mehr wird sich der Fünffrankenthaler in Süddeutfchland anhänsen und von da nach den süddeutschen Wechfelplätzen abfließen; dabei aber, je mehr er sich von der Grenze verliert, und in gleichem Verhältnisse wie die

31 von uns angeführte Solidarität abnimmt, an Zahlkraft, d. h. an Werth verlieren, fo daß ihn die Schweiz auf ihrem Geldmarkt in Augsburg je. je. wohl wieder billiger finden wird, als sie ihn ausgegeben hat. Es ist auch anzunehmen, daß die Schweiz, sosern sie französifches Münzgebiet wird, für die süddeutschen Wechfelplätze immer der beste Abnehmer der ihnen auf bezeichnetem Wege zufließenden Fünffrankenstücke sein wird. Wir wenigstens kennen keinen haltbaren Grund für das Gegentheil. Sollte indessen in Folge außerordentlicher Verhältnisse eine momentane Störung in dieser Verkehrsbewegung eintreten, so kann in einem solchen Augenblick die Ostschweiz ihre Baarschaft entweder mit Umgehung des gefürchteten Bafels von Mülhanfen beziehen, oder aber -- da gleichzeitig auch

in der Schweiz die Kurfe unverhältnißmäßig hoch gehen müßten, von dem von uns vorgeschlagenen Artikel 9 Gebrauch machen, ein Fall, der aber, wie bereits erwähnt, kaum vorkommen wird. Beiläufig geben wir zu, daß unter folchen Umständen die Kursverhältnisse etwas nngünstiger sein werden, allein, Tit., auch jetzt gibt es hie und da Verluste, bald mehr und bald weniger.

Jm Allgemeinen ist es endlich möglich, daß einzelne Handelsverbindungen auf etwas beschränktere Umsätze gebracht, andere hingegen belebter werden; allein damit ist noch nicht gefagt, daß hierin ein positiver Nachtheil liege.

Haben wir mit dem Obigen nachgewiesen, daß im Fall der Annahme des französifchen Münzfußes die Folgen für die Ostfchweiz nicht von der Art fein können, wie sie von anderer Seite dargestellt werden, fo wollen wir nun auch daran erinnern, daß umgekehrt der Gulden nach Frankreich nicht ohne Verlust verwendet werden kann; dabei überhebt uns aber die Thatfache, daß die Gulden selbst im Moment der höchsten Geldnoth in Frankreich nicht

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höher als Fr. 2. 10 kursirten, jedes weitern Raisonnements.

Und gestützt auf die im Vorstehenden gegebenen Entwickelungen glauben wir den Hauptinhalt des ' fünften und

sechsten Abfchnittes fraglichen Gutachtens widerlegt zu haben.

Der siebente Abschnitt dieses Gutachtens handelt von den Abusivkursen, die für den Fall der Annahme des 363/4 Fußes mit Tarifirung als unmöglich bezeichnet, für den entgegengefetzten Fall hingegen als wahrscheinlich in

Aussicht gestellt werden.

Man hat sich in dieser Beziehung die Sache ziemlich bequem gemacht und die ausgesprochene Anficht ohne tiefer einzugehen, mit einigen allgemeinen Raifonnements be-

gründet. Wir wollen dem gegebenen Beispiele nicht folgen, sondern bei diesem äußerst wichtigen Pnnkte einigen in das Wesen der Sache eindringenden Entwickelungen Raum geben.

Abusivkurse bilden sich, wenn an Werth ungleiche, aber doch nur in kleinen, bei der Werthung nicht ausdrückbaren Bruchtheilen von einander abweichende grobe Münzforten, oder, was noch gefährlicher ist, Scheidemünzen, welche, nur ganz wenig von einander abweichend, die gleiche Benennnng haben und aus welchen dann doch die gleiche

Einheit konstituirt wird, auf dem gleichen Münzgebiete zirknliren und konkurriren und zumal auf einem Münzgebiete, dessen Münzfuß nicht fest verkörpert ist, fondern nur in einer abstrakten Begriffseinheit besteht, welche als Maßstab an die sich als Waare präsentirenden Geldforten angelegt wird. Die bisherigen Tarifirungen1 liefern hiezu

vielfache Belege. Darum liegt das einzige zuverläßige Mittel gegen Abusivkurse in einem Münzsystem, deffen Werthbegriff sich in der Münze unveränderlich und fo präzis, als menfchliche Einrichtungen es erlauben, ausge-

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drückt findet. Tarisirungen hingegen, welche ungleichartige Sorten gleichberechtigt aufnehmen, dabei aber unfähig sind, diefe nicht nur in ein richtiges, fondern auch für den Verkehr bequemes und praktisches ..Berhältniß zu setzen, werden unfehlbar zu Abusivkurfen führen und zwar um fo fchneller, wenn äußere Verhältnisse noch mitwirken.

Es ist dann, so unwahrscheinlich es aus den ersten Moment auch klingt, die unterwerthete Sorte, welche sich leichter macht, bis sie wieder mit der andern zu ihrem Vortheil konkurriren kann. Wir wollen diese allgemeinen Sätze nunmehr aus den Fall der Tarifirung des Guldens zu 15 Batzen und des Fünssrankenstücks anwenden. Daß der erste Ersolg einer derartigen Werthnng in der faktischen Herrschaft des Guldens in der ganzen Schweiz bestehen würde, haben wir oben nachgewiesen; auf diefem Gulden aber würde die Westschweiz bei ihren Transaktionen mit Frankreich, da er hier nur zu Fr. 2. 10 angenommen wird, stetsfort ein Prozent verlieren, während dem sie

umgekehrt tagtäglich die handgreifliche Erfahrung machen müßte, daß der Fünffrankenthaler, nach Frankreich verwendet, eine Zahlkraft von nicht bloß 35 Batzen, fondern von 35 Batzen 1% Kreuzer, dem Gulden gegenüber, alfo einen Mehrwerth von einem Prozent hat. Wenn sie daher diefe Geldsorte auch zu 35V.2 Batzen, alfo nicht ganz V? Prozent über feinem Werthe annimmt, fo wird sie bei Umsätzen mit Frankreich immer noch weniger verlieren, als wenn sie Gulden dazu verwendet, und dieses einfache arithmetische Verhältniß wird den Abusivkurs des Fünsfrankenstücks von 35'/2 Batzen in der Westschweiz z u e r s t entwickeln nnd begründen, und zwar bei normalen Verhältnissen ebenso unfehlbar als bei hohem Stand der Kurse.

Steht dieser Abusivkurs dort aber einmal sest, so wird er seine Wanderung nach dem Osten und zwar, je normaler 3

34 sich die Verhältnisse wieder gestalten um so schneller, beginnen, nach den gleichen Gesetzen, nach denen unter den gegenwärtigen Verhältnissen der Gnlden nach Westen gezogen ist, nnd wie dieser hier das srühere Zirknlationsmittel verdrängt hat, so würde dannznmal im Osten dem .Gulden gegenüber ein Gleiches geschehen. Der sogenannte naturgemäße Zug des Geldes von Osten nach Westen wird sich in eine Strömung von Westen nach Osten umwandeln, ob naturgemäß oder nicht naturgemäß, das lassen wir gerne dahingestellt, das aber wollen und müssen wir hier mit allem Nachdruck hervorheben, daß diese Umwandlung nach mechanischen und arithmetischen Gesetzen eintreten muß, daß aber mit ihr eine neue Verschlechterung, welche allerdings bei hohen Kursverhältnissen für den Handel in etwas ausgeglichen [werden, unter allen Umständen aber für das Volk in feiner Gesammthe i t neue Verwirrung herbeisühren, der Agiotage neuen Boden zur Ausbeutung darbieten und ganz besonders aus der Ostschweiz, welche dadurch dem Fünssrankenstück gegen-

über in die gleiche Lage versetzt würde, in der sich jetzt die Westschweiz dem Gulden gegenüber befindet, mit all' ihren Nachtheilen lasten würde.

Ob der Gulden dann bei diesem steten Balaneirspiel,.

das ans Kosten des Volkes gefpielt wird, passiv und unthätig bleiben, oder ob er sich dann auch wieder leichter zu machen suchen wird, das wollen wir hier nicht weiter verfolgen ; fchon die oben gewonnenen Resultate genügen, um uns die heilige Pflicht aufzuerlegen, zu keiner Münzordnnng Hand z« bieten, welche den Keim neuer Verschlechterungen, neuer Schwankungen, neuer Verwirrungen in sich trägt.

Man sagt zwar, die gute, unvergleichliche Münzordnung im Osten der Schweiz werde die gefürchteten Abnsiv-

35 kurfe'von sich abzuhalten wissen; -- die Erfahrung aber belehrt uns eines Andern. Ueberdieß steht diefes Gebäude durchaus nicht so fest, wie man es gegenwärtig darzustellen bemüht ist; die nagende Zeit hat dasselbe schon auf einigen Punkten unterwühlt und unterfressen, die Münzsünden des wesentlich betheiligten Kantons sind auf das eigene Haupt zurückgefallen! -- Sprechen wir uns deutlicher aus. -- Die Ostschweiz hat der Westschweiz den leichten Batzen für den fchweren, statt 165 leichter r.nr 160 derselben für 16 Schweizerfranken, alfo zu einem Abusivkurs zugefchoben; die Westfchweiz hat nach vergeblicheni Widerstreben diefe Zahlungsweise hingenommen, im umgekehrten Fall dann aber auch nur 160 leichte Batzen sür 11 Gulden zurückgegeben, und so ist es im Verlaufe der Zeit dahin gekommen, daß in der Ostfchweiz der ganze innere Handel 4 Brabanterthaler oder 32 Fünfbätzner oder lf fl. 10. 40 an beliebiger Scheidemünze für eilf Gulden gibt und nimmt. Der Verkäufer nimmt natürlich auf diefe Zahlungsweise und zwar auf den ungünstigsten Fall Bedacht und schlägt, sei er von Basel oder Frankfurt, Aaran oder Nürnberg, den Geldverlust auf den Preis. -- Und wie solche Uebel immer weiter sressen, so beschränkt sich auch derzeit der Abusus schon nicht mehr

ans den Mittelverkehr zwischen Großhändler und Detaillist, Weinhändler und Wirth u. s. w., sondern auch im Kleinverkehr der Ostschweiz drängt sich je länger je mehr, und sobald es sich um Zahlungen von etwelchem Belange handelt, der Abufus ein. Natürlich, der Krämer zum Beifpiel weiß ja, daß er das angenommene Geld, wie erhalten, su auch wieder ausbringt, und wenn er's nicht nimmt, denkt er, so nimmt's der Nachbar, und so geht der Mißbrauch nach allen Seiten hin weiter.

Ob unter solchen Verhältnissen die Münzordnung der Ost-

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fchweiz die Kraft haben wird, den von Westen im abufiven Werthe von 35V2 Batzen andringenden Fünffrankenthaler von sich abzuhalten, das mögen @ie, Tit., felbst entscheiden.

Stellen wir uns nun umgekehrt auf den Standpunkt des franzöfischen Systems, fo wird von der andern Seite behauptet, der Gulden werde uns stets fortbleiben, zu 15 Batzen oder 60 Kreuzer, ja nicht nur dieß, sondern zu 21./2 neuen Batzen, oder fl. 2. 15 zirkuliren, während er nur Fr. 2. 12 Werth hat.

Vorerst geben wir unbedingt zu, daß Gulden in solcher Zahl bei uns bleiben werden, als Waaren bei uns bleiben werden, als der Bedarf in diefem Artikel es erheischt; - wenn wir aber nach französifchen Franken und neuen Batzen rechnen und der Gnlden daneben auch für einen Gulden oder 60 Kreuzer oder 15 Batzen zirkulirt, so vermögen wir wirklich nicht recht einzusehen, wie das ein Abusivkurs sein soll. Freilich, wenn die alten Batzen bleiben, der neue Franken mit denselben wie der Gulden gemessen, und mit sieben solcher Batzen ein neuer Franken hergestellt werden könnte, während deren fünfzehn einen Gulden geben, dann wäre die von uns im Eingang felbst bezeichnete Gefahr des Anwachfens eines Abusivkurfes vom Boden der Scheidemünze aus naheliegend; allein, Tit., diese Scheidemünze soll ja verschwinden, ganz und unbedingt, und mit ihr verschwindet auch die Möglichkeit darnach zu rechnen und die Gefahr des Abusivkurfes. Die Einlöfung erstreckt sich zwar nur auf die schweizerische Scheidemünze, und man wird uns darum vielleicht einwenden, der Begriff des alten Batzens könne an der deutschen Scheidemünze festgehalten werden. Wir, Tit., befürchten hiervon nichts, haben wir unsere neuen Billonmünzen von ein und zwei neuen Batzen, so werden sie mit den deutschen Drei- und Sechskrenzerstücken konknr-

37 wen und diese bald total "verdrängt haben, da sie einen etwas kleinern Werth haben; auch diese letzte Münze, 'an.die sich der Begriff des alten Batzens hätte anklammern können, wird daher verschwinden, nnd wenn auch in der Zeit des Uebergangs Mancher feinen ersten Werthanfatz für sich, noch in alter Währung ausdrückt, fo muß er doch unumgänglich, so bald derselbe praktische Bedeutung haben, so bald er wirklich ausgegeben oder eingenommen werden soll, in die neue Währung übertragen werden; denn nur für diefe ist das Zahlungs- und Ausdrucksmittel in Scheidemünzen vorhanden. .

So viel dem einen Theil der gegnerifchen Behauptung gegenüber. Was nun in Weiterm den Abusivkurs des Guldens zu Fr. 2. 15 oder 21V2 neue Batzen betrifft, so können wir uns in dieser Beziehung auf die thatsächliche Erfahrung, daß der Gulden längs der ganzen deutschen Grenze in Frankreich nie höher als zu Fr. 2. 10 angenommen werde, einerseits, und -- aus die von der Minderheit aufgestellte Regel, daß jede Münzforte auf fremdem Münzgebiete verliert, anderseits berusen. Jndessen geben wir zu, daß es doch Verhältnisse geben kann, wo Ausnahmen möglich sind, sogar zur nothwendigen Folge werden, und wir haben ja selbst ein derartiges

Verhältniß hinsichtlich des Fünssrankenstücks im Falle seiner Tarifirnng zu 35 Batzen nachgewiesen. Wir wollen kon* sequentermaßen untersuchen, ob vielleicht die gleichen oder ahnlichen Gründe, ans denen wir einen Abusivkurs sür den Fünffrankenthaler abgeleitet haben, auch für den Gnlden bestehen. Wir müssen hier darauf zurückkommen, daß namentlich in Folge des Uebergangstarifs das Fünffrankenstück sich anch jenseits unserer Nordostgrenze zu fl. 2. 22 festsetzen wird; wir haben dieß -mit Gründen belegt und halten daran fest. Verläßt die Schweiz das Uebergangs-

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stadium, so wird jene Münze für uns znm Darstellung.-..;, mittel von 5 Franken, für jene aber wird es bleiben, was es während diefes etwa zweijährigen Stadiums geworden ist. Daß hiebei an einen Abusiokurs für den Gulden nicht zu denken ist, liegt wohl auf der Hand. Nehmen wir aber den hinsichtlich der Verwendung des Fünffrankens thalers nach Süddeutfchland ungünstigsten Fall, nämlich die thatsächlich bestehende Abgabe deffelben zu fl. 2. 21 kr.

an, so würde hiebei die Schweiz nur 32/100 Prozent verlieren; während dem sie bei der Annahme des Guldens

zu Fr. 2.15 weit mehr, nämlich 1y10.Prozent einbüßen

müßte. Wie daher die gegenseitige Werthnng und die

Verwendungsmöglichkeit sür die Bildung des Abnsivknrfes des FünrTrankenstückes entschieden günstig sind, ebenso nngünstig, ja verhältnißmäßig weit ungünstiger sind sie für den Gulden; und nach der Regel: keine Wirkung ohne Ursache, stellen wir daher bei dem nachgewiesenen Mangel eines treibenden Grundes auch die Entwickelung und Ans-

bildung einer Abusivwerthung für den Gulden *) in Ab-

rede uud betrachten auch den Prozeß über diefen Punkt, einen der wichtigsten in der vorliegenden Frage, als zu unfern Gunsten entschieden.

*) Gleichzeitig behaupten, der Gulden werde zu 21'/2 n. Batzen ïursireu, und die Ostschweiz werde auf ihren Baarbezügen von Augsburg «. f. w. Einbuße machen, fcheint uns beilausig gesagt, ein arger Widerspruch zu fein, denn wenn jener Abusioknrs wirklich eintreten feilte, fo hätte St. Gallen z. B. nichts besseres z« thnn, als feine Papiere gegen Gulden zu verwertheu, und diese dann, wie gewohnt, dem Westen zns zuschieben. Wir von nnserm Standpunkt geben weder das Eine noch das Andere zu; will man aber von anderer Seite uns nicht vollkommen Recht geben, so mag man die Möglichfeit des Abusiokurscs festhalten, aber daKn fpreche man nicht von Verlusten auf den Getdbezügen, oder aber man halte sich an diese, fpreche dann aber nicht mehr von Abusi»ïurfen.

39 Wir sind hier auf demjenigen Punkte angekommen, von dem wir noch einmal auf die Frage zurückgehen wollen: wer mehr verliere, die Ostschweiz bei der Annahme des sranzösischen Münzsnßes, oder die Westschweiz bei der vorgeschlagenen Tarifirung. Wir haben nachgewiesen, daß in jenem Falle die Ostschweiz für ihren Bedarf nach Konvenienz Gulden ohne Nachtheil, daß sie bei normalen Verhältnissen ihr an Deutschland abgegebenes

französisches Geld unter günstigen Bedingungen wieder beziehen kann; wir haben darauf Ihingewiesen, daß bei außerordentlichen Kursverhältnissen entweder das nahe gelegene Mühlhausen Geld liefern, oder daß man von der alsdann eintretenden Tarifirung Gebrauch machen kann, und endlich haben wir ferner dargethan, daß die Nachtheile, welche man bei der Abgabe unseres Geldes an Deutschland in Aussicht gestellt hat, nicht eintreten werden. Umgekehrt aber haben wir gezeigt, daß im Falle der Tarifirung der Gulden faktisch und allein herrschend über die; ganze Schweiz sür so lange bleiben wird, als das Fünsfrankenstück sich nicht auf dem Wege des Abusivkurfes wieder eindrängt, daß im einen oder andern Fall die Westschweiz sich die Fünffrankenstücke, welche ihr zu gewissen Umfätzen unentbehrlich sind, nur mit Verlust verschaffen, daß sich hinwieder der Gulden nur mit Nachtheil nach Frankreich und Piemont verwenden kann.

Wir bitten Sie nun, beide Alternativen gegen einander abzuwägen, und die Antwort auf die obige Frage wird sich Jhnen von felbst ergeben, und gehen Sie mit uns darin einig, daß wir, wie wir uns Eingangs ausdrückten, dannznmal Schweizer, ganze und gute Schweizer sind, wenn wir des Gesammtvaterlandes Wohl befestigen und fördern, wenn wir die w e s e n t l i c h e n Interessen von einem großen Theile der Schweiz, und nicht etwa

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lokale Wünfche, Anhänglichkeiten an Hergebrachtes, Vorliebe für gewohnte kommerzielle Verbindungen, oder gar die Jnteressen einiger sich mit dem Geldhandel befassender Individuen oder Korporationen im Auge behalten, fo werden Sie, Tit., auch über den in der vorliegenden Angelegenheit einzunehmenden Standpunkt mit uns einig gehen !

Aber wie schwer fallen vier bis fünf Millionen Kosten in die Wagfchale! So sagen die Gegner des französischen

Münzfußes, fo die ständeräthliche Minderheit in ihrem achten Abfchnitt, indem sie sich, ohne uns zwar eine .übersichtliche Rechnung vorzulegen, für die Annahme so großer Kosten ans die Angabe eines in der Sache zu Rathe gezogenen Experten bezieht, und in Uebercinstimmung mit demselben diese Mehrkosten theils einem größern Verlust aus der Einlösung und Einfchmelzung der alten Münzen, theils größern Prägungskosten bei den neuen zuschreibt. Ersteres soll seinen doppelten Grund darin haben, daß einmal die Summe der vorhandenen Münzen zu klein angenommen und daß dann ferner das Resultat der Einschmelzung selbst zu günstig berechnet worden sei.

Gerade in jener Beziehung sind nun aber die Arbeiten des eidgenössischen Experten mit Benutzung aller vorliegenden Materialien ausgesührt worden; seine Ergebnisse stimmen mit denjenigen Summen überein, welche Vergleichnng und Beobachtung als möglich und wahrscheinlich erscheinen lassen; wesentliche Einwürfe, welche die Summe um ein Namhaftes zu modifiziren geeignet wären, sind übrigens gar keine gemacht worden und kleine Abweichungen in der einen oder andern Sorte können .nicht von weit gehender Wirkung sein. Wir 'halten daher für einmal die angenommene Summe um so eher fest, als sich ein

41 im schweizerischen Münzwesen wohl bewanderter Mann ebenfalls damit einverstanden erklärt hat. 'Wie sich nun aber diese Summe in der Einfchmelzung verhalten wird, das ist die andere Frage. Der Bundesrath ist in diefem

Augenblick beschäftigt, sich hiefür möglichst sichere Grundlagen zu verfchaffen und wir hoffen, daß es ihm gelingen wird, der Bundesversammlung noch vor der Berathung des Münzgefetzes ganz genaue Vorlagen zu machen. Jmmerhin lassen sich ans dem bekannten Feingehalte unserer Münzen, mit Berücksichtigung der Abnutzung, ziemlich annähernde Resultate gewinnen, und stimmen diese dann mit gemachten praktischen Erfahrungen überein, fo darf man annehmen, daß nicht unrichtig gerechnet worden ist.

Jm vorliegenden Falle. nun trifft dieß zusammen ; das Rechnungsergebniß des eidgenössischen Experten harmonirt vollkommen mit den Einschmelzungsergebniffen von Genf.

Hier nämlich hot die Einfchmelzung der alten BillonMünzen, welche bekanntlich zu den schlechtesten gehören, einen Verlust von 24 Prozent ergeben; der eidgenössische Experte nimmt sür sämmtliche schweizerische Münzen eine Einbuße von 27 Prozent, also gewiß nicht zu wenig an; es herrscht daher, wie Sie sich überzeugt haben werden, hier vollkommene Uebereinstimmung, und es ist wirklich ein in seiner Art ganz eigenes Kunststück, wenn man, um den Verlust sür die ganze Schweiz zu berechnen, Genfs Einbuße als Grundlage annimmt, sie per Kopf der dortigen Bevölkerung berechnet, und diefen Betrag dann wieder mit der Bevölkerungszahl der ganzen Schweiz vervielfältigt.

Es fällt hier nun ferner in Betracht, daß sich nach der in neuerer Zeit angewendeten Methode aus alten Silbermünzen ein Goldgehalt von 17'/2 pro 1000 ansscheiden läßt; auch nnfere Münzen haben solchen Gold-

42 gehalt und dieser wird ebenfalls dazu beitragen, die Kosten der Einschmelzung und den dießsallsigen Verlust zn reduziren; es werden, wie wir hoffen, auch in dieser Beziehung noch weitere Vorlagen von Seite des Bundesrathes folgen, und wenn wir darum heute für diesen

Goldgehalt keine bestimmte Summe in Abzug bringen, so glauben wir uns dagegen um so mehr berechtigt, an derjenigen Berechnung fest zu halten, welche man hinsichtlich des Einschmelzungsverlustes, der theils Folge des von den Kantonen erhobenen Schlagschafes, theils Folge der Abnutzung, theils Folge der wirklichen Einschmelzungskosten ist, ausgestellt hat, und welche eine Summe von Schweizersranken 2,000,000 als Verlust aus der Einlösung der alten Münzen annimmt.

Haben sich in obiger Beziehung abweichende Ansichten

geltend gemacht, so gehen die Meinungen hinsichtlich der Kosten aus der neuen Prägung eben fo weit aus einander, und mit Zugrundelegung von einzelnen ganz ausnahmsweisen Operationen hat man von anderer Seite Kostenberechnungen aufgestellt, welche ein weit ungünstigeres Refultat ergeben, als diejenigen des eidgenöfsischen Experten. Dagegen ist aber auch von dem schon erwähnten Gewährsmanne auf Basis der in der Münze von Bern gemachten Erfahrungen ein Kostenüberfchlag aufgestellt worden, der, obgleich in der Anordnung der einzelnen Sorten etwas abweichend, doch in finanzieller Beziehung das gleiche Resultat und die gleichen Kcstenverhältnisse ergibt; und seitdem ist von Seite des fchweizerifchen Konsuls in Brüssel die offizielle Mittheilung eingegangen, daß in der Münze zu Brüssel das Silber mit 1/2 Prozent ansgeprägt wird, und daß Kupfermünzen von derselben zu Francs 3. 50 per Kilogramm, Materie und Prägung Inbegriffen, an den Staat geliefert werden. Die Berech-

43 nung des Experten sowohl, als diejenige, welche wir so eben berührt haben, beruht ans höhern Ansätzen, und mithin ist darum gewiß nicht zu günstig gerechnet worden.

Für den Abbruch und den Aufbau hat der Baumeister das rechte Maß getroffen, um sich und feine Kommittenten nicht zu täufchen! -- Hienach ergibt sich auf der neuen Prägung ein Vorschuß von circa Schweizerfranken 1,000,000, und verwenden wir diesen von der Eidgenoffenfchaft erhobenen Schlagfchatz, fo weit er reicht, zur Deckung des von den Kantonen erhobenen, da die fchweizerischen Münzen an die Stelle der kantonalen Geldsorten treten, so bleibt uns eine Einbuße von circa Schweizerfranken 1,000,000, welche von den Kantonen nach Maßgabe ihrer eingezogenen Münzen zu tragen und innert 10 Jahren abzutragen wäre. Wir zweifeln keineswegs, daß die weitern Nachforschungen, für das Obige im Wesentlichen die Bestätigung bringen werden. Jedenfalls gehört aber das Schreckbild von vier oder fünf Millionen Schaden ebensosehr in's Reich der Poesie, als diejenigen Voraussetzungen von unserer Seite, die schon wiederholt von unsern Gegnern in jenes Gebiet verwiesen worden sind.

Mit einer Million aber, das ist schließlich unsere Ueberzeugung, ist die radikale Reform unferes Münzwefens nicht zu theuer erkauft, und daß die Tariflrung weit weniger kostet, das ist am Ende noch kein Grund dafür, daß sie an sich auch beffer. Das Alte feiner Hauptfache nach konserviren, ist natürlich immer weniger kostspielig als Neubauen, wenn man nur die ersten Kosten rechnet, und doch ist es in der Regel beffer, ein frisches neues Gebäude auszuführen, als ein altes, morfches Hans zu flicken und zu stützen.

Endlich haben wir zum Schlüsse unferer Abhandlung noch der Schwierigkeiten zu gedenken, welche der Uebergang mit sich bringen wird, und hier stehen wir nicht an, das Bekenntniß abzulegen, daß dieser Uebergang in mancher Beziehung ein peinlicher sein wird. Mit der

Einführung des französischen Münzfußes erhält das Volk ein neues Werthmaß; Jeder ist daher genöthigt feine Werthbegriffe in die neue Währung zu übertragen; Niemand, vom Reichsten bis zum Aermsten, vom Höchsten zum Geringsten, fann sich dieser Operation entziehen, Alle werden von der Veränderung berührt, der daher, wie jedem Wechsel, Gewohnheit, Bequemlichkeit, Trägl)eit und Anhänglichkeit an hergebrachte Uebnngen und alte Verbindungen mit großer Zähigkeit widerstreben. Es wird Jahre brauchen, bis der neue Münzsuß in's Fleisch und Blnt des Volkes übergegangen sein wird, und in dieser Zeit des Uebergangs sind allerdings hie und da Verwir-

rnngen möglich, ja wahrscheinlich; allein es sind diese nur ein Produkt des Uebergangs, und folglich wie dieser vorübergehend, während diejenigen Schwankungen und .Verwirrungen, die wir als das Resultat der Tarifirung dargestellt haben, durch das Gesetz eternisirt werden.

Doch wir kommen hierauf nicht zurück, sondern uns auf die Uebergangsfrage befchränkend, erlauben wir uns

die Bemerkung, daß die gleichen Schwierigkeiten sich fast jeder Reform, freilich in mehr oder minderm Umfange, entgegenstellen, und daß im vorliegenden Fall gerade der Umstand, daß Jedermann, und zwar täglich nicht bloß einmal, den neuen Maßstab zur Hand nehmen muß, ganz wesentlich dazu beitragen wird, daß derselbe um fo schneller allgemein bekannt, und um fo bälder jedem Einzelnen geläufig werden wird.

Zudem wird die Ausführung des Gesetzes nahe an

45 zwei Jahre in Anfpruch nehmen; wahrlich eine schöne Frist, die man als Lehrzeit nützen wird, um sich mit dem neuen Zahlungsmittel vertraut zu machen, das als alter Bekannter wieder zu uns kommen, aber nicht mehr Fremdling bleiben, sondern Bürger werden soll. Wie oft und allgemein hat man früher nicht gehört, es gebe doch kein fchöneres, einsacheres Geld, als das sranzösische, und es sei nichts, wenn nicht der Fünffränkler ronlire; das ist eine alte Bauernregel, wie sollte darum diese Münzsorte unserem Volke so neu, so unbekannt, so unwillkommen sein können? Und die systematische Gliederung, die Ein-

theilung des Thalers in die Einheit und dieser in die Bruchtheile ist fo einfach, so klar, so leicht faßlich, daß es an dem fo oft gerühmten gefunden Sinne unferes Volkes, an der bildenden Kraft unserer Schulen, an der ansklärenden Wirkung der Presse verzweifeln hieße, wenn man das sranzösische Münzsystem als ein sür unser Volk unlösbares oder schwer zu lösendes Räthsel betrachten wollte.

Man wird uns dieß vielleicht zugeben, um so mehr aber die Schwierigkeit der nöthig gewordenen Reduktionen Hervorheben. Diese Schwierigkeit besteht im Falle der Annahme des sranzösischen Münzfußes, mit Ausnahme

Genfs, für die ganze Schweiz, und daß sie denn doch nicht gar fo groß ist, wie man sie gewöhnlich darstellt, das beweist uns, beiläufig gefagt, gerade Genf, von dessen Gulden die Reduktionen ebenfogut gemacht werden mußten; sie besteht aber auch -- und dieß hat man bis jetzt weislich verschwiegen -- im Falle der Tarifirung für den weitaus größten Theil der Schweiz, fofern man das Volk nicht in der süßen Täuschung lassen will, es habe noch immer den gleichen Schweizersranken, wie srüher, sosern man überhaupt das Volk nicht im Schlas, sondern

46 mit Bewußtfein von den bisherigen Währungen zu der neuen, aus den alten Zuständen in die neue Ordnung hinüberführen will. Wir stehen bei diefen allgemeinen Bemerkungen nicht still, fondern wollen auch hier dem Feinde etwas tiefer in's Auge blicken; je gründlicher die Unterfnchnug geführt wird, um so sicherer ist das Resultat.

Fassen wir nun die hier in Betracht sollenden Verhältnisse zusammen, so finden wir, daß Reduktionen nöthig sein werden: a. dem Handel im engern Sinne des Werts; b. im Hypothekarwesen;

c. bei gesetzlichen Taxen, bei Amtsbesoldungen u. dgl.

und namentlich auch im Befoldungswefen unseres

Volksheeres, und endlich d. im täglichen Verkehr.

O, der Handel weiß sich fchon zu helfen, der Handel weiß zu rechnen und zu tarifiren nnd Knrs und Agio

wohl in Anschlag zu bringen, so tönt es gewöhnlich bei jeder Gelegenheit ans allen Ecken; im vorliegenden Fall stimmen wir vollkommen bei, der Handel kann rednziren und wird reduziren.

Weniger leicht geht die Sache beim Hypothekarwesen, denn, wenn auch die Kapitalsummen in den ursprünglichen Währungen liqnidirt, die Zinfe ebenso abgetragen werden können, so können in den Schuldverträgen bestimmte Geldsorten einbedungen sein, welche nach erfolgter Einfchmelzung gar nicht mehr aufzubringen sind, oder es können überhaupt die der im Schnlddokument enthaltenen Währung entsprechenden Zahlungsmittel fehlen. Für diese Fälle nun mnß ein Reduktionsmaßstab aufgestellt werden, wonach die in der alten Währung ausgedrückten Werthe in die neue Währung behufs der Kapital- oder Zinfenzahlung übertragen werden können. Dieß und die bei den

47 Kontrahenten eröffnete Möglichkeit, bei der betreffenden amtlichen Stelle ohne Kosten die in den Schulddokumenten sigurirende Summe vermittelst eines einfachen Rechnungsexempels in die neue Währung übertragen zu lassen, wird vollkommen genügen; eine fofortige Umfchreibnng

aller Schuldtitel u. dgl. ist durchaus nicht nöthig. Was aber die Ausstellung dieser Reduktionsmaßstäbe betrifft, so ist sie auch im Falle der Tarifirung in den meisten Kautonen unumgänglich nothwendig, und die Bruchtheile werden im einen Fall so ungerade sein, wie im andern, so würde z. B. das Rednktionsverhältniß sich für 1 Zürchergnlden aus Schweizerfranken 1. 68%6 91p.1..m

1 Schwfr.im Fuße zu 34 Btz. der V-Frthl. i. 2% ,, ( Fusse 363/4 1 -1

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stellen, und Sie werden sich aus diesen wenigen Beispielen überzeugen, daß auch die Tarifirung, sosern sie nicht etwa bloß den Deckmantel abgeben soll, um Alles beim Alten zu laffen, die jetzt allerdings runden Summen, in denen gewöhnlich die Kapitalverträge abgeschlossen sind, in nngerade umwandeln wird. Will man hieraus ein Argument machen, so muß es eben unbedingt gegen jede Aenderung geltend gemacht werden; nnr gegen die Einführung des französischen Münzfußes gerichtet, entbehrt es aller Be-

rechtigung.

Gehen wir zum dritten Verhältniß über, so ist es klar, daß eine neue Feststellung der eidgenössischen Tarife für Post und Zoll mit Zugrundelegung des neuen Werthmaßes unabweislich ist. Bei den Posttaxen, foweit es namentlich die Brief- und Paketportoansätze betrifft, wird man sich der Rappen bedienen, um sie auszudrücken, und es wird, es muß möglich sein mit einem Münzfystem, das die gleiche Größe, welche, nach dem bisherigen, nur in 28

Theile getheilt war, nunmehr in 100 Theile theilt, noch

48 richtigere Proportionen darzustellen. Und das ist nach unserer Ansicht die Hauptfache, nicht aber etwa das, daß die jetzigen Taxen mit mathematischer Schärfe in die neuen übertragen werden.

Das Gleiche gilt für den Zolltarif, auch feine Ansätze stehen ja nicht fo unerschütterlich, auf ewig unabänderlich fest, und nach den allgemeinen Grundsätzen, nach denen er ans die bestehenden Münzgewohnheiten hin konstrnirt worden ist, kann er auch in der neuen Münzeinheit ohne irgend welchen Nachtheil aufgestellt werden, im Gegentheil wird uns hiebei die Gelegenheit geboten, auch bei diefer Frage dem Geiste der Vermittlung nach allen Seiten hin die gebührende Rechnung zu tragen. Um anch dieses an Zahlen klar zu machen, und natürlich n u r in diefem Sinne, lassen wir das Schema eines neuen Zolltarifs nebst vergleichender Zusammenstellung mit dem jetzigen hier folgen : Alte Währung. Neue Währung.

Btz. Franken.

·Sinfuhr : Btz. Franken.

50,000 Zugthierlast. 1 5,000 1y2 7,5(10 20,000 3 6,000 4</2 9,000 i/ 300 100 200 30 20 n 1,700 3,400 34,000 ©tück 1 */2 4 8,000 20,000 6,000 3 II 2,000 20 4,000 30 6,000 lì 100 120 180 1,800 1,200 II 50 200 1,000 300 1,500 II 100 400 4,000 600 6,000 II 50 600 3,000 900 4,500 If 2% 1,400 2,100 5% v.Werth 1,coo,oo0 &.

10% à 1 Btz. 160,000 1 204,470) 444,700 2,044,700 Zentner 66,705 'à l...,

BÖ.

Alte Währung.

584,200 Zentner 111,645 rr 720,880 II 240,817 n 20,0oo II 152,596 II 135,822 II 33,892

atz."

2

5

10 15

20 2s 50 100

Franken.

116,840 55,822 720,880 361,225 40,000 381,490 679,110 338,920

43 Neue Währung.

Btz.~" Franken.

3 175,216 71/2

15 25

30

35

75 150

Sfusfuhr

31,000 Zugthierlaf... 1 3,100 iy.

11,0o0 2 2,200 3 H 8,o00 3 2,400 4'/2 II 5,000 Stücke H 125 1/2 20,000 5 10,000 7(/2 II 1o,0o0 10 10,000 15 II 3 u. 5% v. Werth 135,000 500,000 Zentner 1 50,000 1!/2 12,000 5 6,000 7'/2 n 6,000 10 6,000 15 n 1,000 1,500 25 15 n &ttvä)fo%i: :

vom Zentner tt, Stück

1/2':

2 / 34,000 5 l 20 )

63,733

1,081,320 602,042 60,000 534,086 1,018,655 508,380 4,650 3,300 3,600 250

15,000 15,000 202,250 75,000

9,000

9,OOO

2,500

'/2!

3 Ì -Vzi

5i,0o0

so )

Total: Schw.-Fr. 3,192,582 Schw.-Fr.4,73 1,787 7

/10

cçer neue Währung 4,560,831y7.

Sie mögen sich. Tit., aus dem vorstehenden Schema überzeugen, daß die Veranberung des Tarifs kein so große...»

50 Hinderniß darbietet, da nicht nur die einzelnen Ansätze im frühern ..Bcrhältniß zu einander stehen und in runden Zahlen ausgedrückt find, sondern auch das finanziefle Ergebniß das frühere noch übersjeigt; -- findet man, es fei dieß nicht nöthig, so ist Abhülfe leicht und eö kann entweder eine ganze ..Ülassc, oder, was wohl noch besser ist, der eine oder andere Artikel von einer höhern Slasse in eine tiefere herabgesetzt werden. Es liegen ja ohnehin einige dießfallsige Gesuche vor, welche hicbei die ihnen gebührende Berüclftchtigunö finden mögen. Wir haben oben gesagt, daß gerade bei der Feststellung des Zolltarifs sich wohl die Möglichkeit herausjMcn dürfte zu einem Werfe der Vermittlung, zu einer i-that des Friedens, und in diesem ©inne bitten wir Sie eine Modifikation des Tarifs betrachten zu wollen, welche wir im vorstehenden Schema vorgenommen haben. Sie werden nämlich finden, daß wir aus derjenigen filasse, welche jelzt mit einem Batzen ©ngangszoll belegt ist, zwei neue gebildet haben und zwar in der Weise, da§ ©eireide sürdcrhin nur mit einem 5ìeuca§?n, die übrigen biöher gleich iaxirten Artifel hingegen rait l'/2 Batzen belegt würden. Dieses Eiltgegenkoinrncn ber ïoïnbedurstijjcn ..Ostschwciz gegenüber und zwar gerade aus dem ..terrain, wo sie dur'ch die Einführung des französischen Münzfnjjcö am Meisten zu verlieren fürchtet ; diese-SSerüöjichtigunß eines ihrer Lieblingswünsche müßte ihr und zumal dem Kanton @t. Gallen den Beweis gebt.«, daß die (Sidàenossenschaft bas Opfer der ©eivoi/nyeitcn, welches vorzugsweise von dieser Seite gebracht werbe... muß, zu Würdigen weiß; -- der Kanton ©t. Gallen aber und in gleichem Verhältniß die ganze ïornbedorftigc Dstschweiz märe hiedurch für alle Fälle gegen den Verlust, den er auf bem gftn-ffrankenjiück,- als Zahungsm iitel nach Sicutschland venvendet, zu eïleiden be-

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fürchtet, unter allen Umständen mehr als genügend auf einer andern Seite wieder entschädigt. Angenommen nämlich, aber d u r c h a u s nicht zugegeben, der Kanton St. Gallen werde keine Gulden mehr haben, um sein Korn zu bezahlen, und Fünffrankenstücke nur zu fl. 2. 21 verwenden können, fo würde er hierauf und wenn er feinen ganzen Kornbedarf ausfchließlich mit dieser Geldsorte bezahlte, einen Verlnst von jährlich zirka Fr. 10,700 n. W.

erleiden, während die Verminderung des Zolles auf dem gleichen Duantum etwas mehr als Fr. 16,000 ergeben würde.

Wir wollten nicht unterlassen. Sie, Tit., mit allem Nachdruck auf dieses Ausgleichungsmittel aufmerïsam zu machen, denn so fest und unerschütterlich wir an Grundsätzen scsthalten, deren Aufgeben einer Verzichtleistung auf ein geordnetes, festes und einheitliches Münzwefen gleichbedeutend wäre, fo freudig bieten wir die Hand, wenn es gilt und wenn es möglich ist, die ©egenfätze auf einem andern Wege z« versöhnen.-- Wir gehen nun weiter zu den Besoldungen, und da in dieser Beziehung schon verschiedene für oberflächliche Senrtheiler vielleicht überzeugende Berechnungen anfgestellt worden sind, fo ist es wohl am besten, wir halten uns gerade an diese, um an ihnen nachzuweisen, daß ihnen die innere Wahrheit abgeht.

Ein Soldat erhält jetzt 3 Batzen schwere Währung laut dem eidg. Besoldungerfglernent, diejj gib.- in Schweizerfranken zu 363/4 die Mark 31 Rappen; ein Bundesrath hat eine Besoldung von Fr. 50O0, dieß gibt nach demselben Verhältniß Fr. 5165. 82. -- Wir beschränken uns auf diese beiden Beispiele, denn die Sache bleibt sich bei allen gleich. Will man nun diese Reduktionen bei den Besoldungen nicht eintreten lassen, so hat der ©eseg-

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geber einfach zu erklaren, daß, wohl zivilrechtliche Klage vorbehalten, die ausgesetzten Besoldungsbeträge die gleichen bleiben, obgleich die Währung um volle 3Vio Prozent leichter wird; will man sie aber eintreten lassen, so kominen, wie man sich aus Obigem überzeugt haben wird, ganz eben so ungerade Zahlen heraus, wie wenn die jetzigen Besoldungen in französische Franken übertragen werden.

Kleine Abrundungen werden dabei immerhin nöthig und ohne Nachtfjeil für die Bundeskassa möglich fein, und der jeweils betheiligte Beamte wird sich bei dieser Abrundung jedenfalls besser befinden, als wenn er in einer um 3Vi0 Prozent leichteren Währung besoldet wird. -- Für den Soldaten, wird man uns vielleicht einwenden, hat es nicht so viel zu fugen, hat er doch bis jetzt auch nur 3 leichte Batzen erhalten, da die Gelddifferenz gewöhnlich in einer andern Tcj'che stecken geblieben ist. Dieß scheint uns nun aber ein wenig stichhaltiger Grund dafür zu sein, daß man nun ohne weiters den reglementarischen Sold von drei Batzen unverändert in die leichtere Währung übertragen könne, es will uns im Gegentheil bedünken, daß man in diesem Falle unbedenklich auf 44 Rappen *) im französischen Fuß gehen dürfe und daß sich die hieraus entstehende fägliche Mehrausgabe von nicht Fr. 1 auf ein Bataillon, also zu Gunsten von mindestens 600 Mann ebensowohl rechtfertigen als auf einer andern Seite wieder einbringen lassen werde. Sïllein auch wenn man auf 44 Rappen nicht gehen will, so wird sich der Soldat auch bei 43 Rappen noch besser stehen, als bei 3 Batzen Guldenwährung, welche nur 421/2 Rappen ergeben.

Damit sei es genug, Tit., um Jhnen zu beweisen, da§ ©runde, welche mon in dieser Richtung und in diesem } ..Di« genau.: .Hebnftwn ergibt 43 s/m Rappen.

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Sinne gegen das französische System zu Felde führt, sich bei näherer Betrachtung, als -- verzeihen Sie uns diefen

Ausdruck -- bloße Spitzfindigkeiten ergeben.

Wir haben jetzt noch des letzten Punktes zu erwähnen, nämlich der Art und Weife, wie sich die Reduktionen im täglichen Verkehr machen werden. Jm Allgemeinen haben tt)ir unfere dießfallsige Ansicht fchon dahin ausgesprochen, daß man anfänglich manchen Orts Mühe haben wird, sich fofort in das neue Werthmaß hineinzufinden, wie solches auch bei der Aenderung von Maß und Gewicht der Fall gewesen. Allein das kann kein Motiv gegen die Sache selbst sein, wenn diese an sich gut einerseits und wenn eine Reform nothwendig ist anderseits.

Auch bei Maß und Gewicht, um dieß hier noch zu sagen, hat die Aenderung gerade auch mit Beziehung aus die Preife nicht in allen Fällen gerade Kreuzer und Rappen gegeben.

Man wird sich diese Reduktionen, bald mehr bald weniger präcis, im Osten wie im Westen, im Süden wie im Norden machen müssen und auch praktisch machen; auffallend ist es aber immerhin, daß man im Osten die Sache weit schwieriger darstellt als im Westen. Soll man hieraus schließen, daß man dort das Volk für unfähiger hält als hier, oder daß man den Bösen dort etwas schwärzer malt als er ist?

Um hier noch einiger der sogenannten praktischen Fälle aus dem Leben zu erwähnen, bemerken wir mit Beziehung auf den einen derselben, daß das praktische Leben z. B.

den Wirth dahin führen wird, daß er nicht etwa den Preis des zu verwirthenden Weines in alten Batzen per Maß berechnet und dann in neue Batzen reduzirt, sondern daß er auf Grundlage des Preises vom Saume mit Zuschlag seiner Unkosten und seines ©ewinnes den Pretó

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des Schoppens feststellt und seinen Wein nach diefer Norm verkauft. Und ebenfo reguliren sich die Brodpreise, und nach dem Preise des Malters fixirt sich der Preis des Pfundes mit Zugrundelegung des Malterpreises in Franken gerade eben so richtig und bequem, als mit der Basis des Malterpreises in Gulden. Und so geht dieß durch die meisten Verkchrsverhältnisse durch, kleine Bruchtheile gleichen sich aus in allen Werthmaßen, in denjenigen natürlich am leichtesten, wo die Bruchtheile am kleinsten sind.

Doch das Geld paßt nicht zum Gewicht; wenn Viertelpfnnde, Viertelsellen verlangt werden, so lassen sich die Werthe nicht immer darstellen! -- Wirklich weit her gesucht, Tit., aber wie, wenn jetzt von der Elle, die 15 Kreuzer, vom Pfunde, das 45 Rappen kostet, eine Viertelselle, ein Viertelpfund verlangt wird? Wie dann?

Doch, Tit., Sie erlassen uns hierauf die Antwort, wohl aber erlauben Sie uns die Bemerkung, daß in allen diesen Fällen das Leben praktischer ist, als viele von denen, welche sich für ausnahms- oder vorzugsweise praktisch halten.

Und dieser Praxiö des frischen gesunden Lebens wollen wir vertrauen; kömmt ihr guter Wille und Belehrung am passenden Orte entgegen, so wird der Weg wohl gefunden werden; und mögen im Stadium deö Uebergangs hie und da auch nicht ganz richtige Reduktionen vorkommen, fo kann dieß nur fehr vorübergehend fein, denn nicht der Münzfuß, sondern das Verhältniß von Angebot und Nachfrage bestimmt die Preise; und mng auch da oder dort ein superkluger schnell die Verschiedenheit des SBerthmaßeiJ zu Stellung einer höhern Forderung benutzen wollen, so wird eben so schnell die unerbittliche Konkurrenz die Spekulation zu Nichte machen.

Die Minderheit der ständeräthlichen Kommission hat

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in dieser Beziehung ein wahres Wort gesprochen: Uebrigens, sagt sie, ist allgemein bekannt, daß bei dem sür die Industrie arbeitenden Bürger der Lohn steigt und fällt, fowie viel oder weniger Begehr für die Waare ist; wenn der Fabrikant alfo wirklich in einem schweren Kurse seine Arbeiter bezahlen müßte, so wäre ihm Nichts leichter, als dem Arbeiter einen verhältnißmäßigen Abzug am Nennwerth seines Lohnes zu machen. Der Münzfuß vermag

in Betreff des Verhältniffes zwischen Arbeiter und Arbeitgeber nicht das Geringste.

Und gewiß, so ist es, Tit., nicht nur in dem hier berührten Verhältnisse, sondern nach allen Seiten hin. -- Möge diese Wahrheit nie verkannt werden, mögen nicht im Widerspruch mit derselben und gegen besseres Wissen, Behauptungen in dem Sinne, daß durch die Annahme des sranzösischen Münzfußes für nnfer Volk das Leben verthenert werde, *) in Umlauf gesetzt, und möge überhaupt die vorliegende wichtige Frage der Münzresorm nicht vom Boden der ruhigen und besonnenen Erörterung in das Gewühl unlauterer Demagogie herabgezogen werden.

Wir flehen am Schlüsse unserer Arbeit, und blicken wir nun noch einmal auf die gewonnenen Resultate zurück, so ergibt sich uns mit Beziehung aus die Hauptpunkte folgendes Gesammtergebniß : *) Da das neue Batzcnsiück etwa« weniger als 3, das Zweibatzenstück tfwas weniger als 6 Kreuzer sein wird, fo könnten wir mit eben fo Biet Recht behaupten, man werde fürder für 1 Batzen «halten, was man bisanhin mit 3 Kreuzern, irnd für 2 Batzen, was man bisanhin mit 6 Kreuzern bezahlte ; mit eben fc viel Recht sagen wir, aïs behaiipiet wird, was bis jetzt 6 Kreuzer gekostet, werde in Zukunft Î/J Franken, und was 12 Kreuzer, toerde % Franken gelten. Allein wir verschmähen derartige Kunstgriffe.

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Die Befürchtung, daß unfer Geld, unter franjojïschem oder übereinstimmendem Gepräge zu unferm Nachtheil unter gegebenen Kursverhältnissen unaufhaltfam wegfließen werde, ist unbegründet; aber auch für den fchlimmsten Fall bietet nunmehr das Gesetz die nöthigen Garantien ; -- Die Annehme des französischen Münzfußes erfordert nicht, daß die Schweiz ihren ganzen Zirkulationsbedarf mit eigenem Gepräge decke, und ebensowenig macht es umgekehrt der Mangel an eigenem Gepräge nothwendig, baß man deshalb das Geld aller andern Länder gesetzlich anerkenne; freihänblerische Grundsatie stehen mit einem

festen Münzfuß nicht im Widerspruch; -- Die SSertchrsbewcgunsen können in einzelnen Fällen modifizirt, verändert werden; eine Störung, zumal eine fortlaufende, stetsfort fchadenbringcnde Störung demselben wird die Einführung des französischen Münzfußes nicht bewirken; -- Das Versprechen, daß alle im Tarif aufgeführten Münzsorten auch im Leben den .ihnen angewiesenen Pla$ einnehmen werden, wird ohne Erfüllung bleiben; -- Die vorgeschlagene Tarifirung bringt der Westschweiz wesentliche Nachtheile, und in bedeutendem Umfange, als die Annahme des französischen Münzfußes im fchlimmsien Falle der Ostschweiz; -- Die Kosten und pekuniären Opfer sind nicht fo groß, wie man von der andern Seite angenommen hat, und stehen nicht im Widerspruch mit dem Zweck und dem Erfolge der Refoïm; -- Jin vorgeschlagenen Tarifirungsfystem liegt der Keim zu neuen Schwankungen, neuer Unordnung, neuer Un..sicherheit im Geldwesen, zu neuen iibusivkurscn und neuer Verschlechterung tts Münzfußes..; -- Und wenn wir endlich für den Fall der Annahme des

57 französischen Münzfußes in unfern Hopungen soweit nicht gehen, wie die ständeräthliche Minderheit, wenn wir damit auch nicht einen Zustand zu begründen hoffen, der

nichts zu wünschen übrig läßt, fo wird, und dieß ist uns das Wesentlichste, die von uns empfohlene Reform, während sie die gefürchteten Nachtheile nicht bringt, gegen jene Schwankungen, jene Unsicherheit, jene fortgehende Verschlechterung des Münzfußes den sichersten Damm bilden; fo wird die Festigkeit und Einheitlichkeit des französischen Münzfußes auch für die Zukunft des fchweizerischen Münzwefens das beste, znverläßigste Fundament fein.

Darum, Tit., und .vorzüglich darum bitten wir Sie, das Ihnen vorgefchlagene Tarifirungssystem abzulehnen,

und sich in dieser hochwichtigen Frage für das Prinzip der Einheit nnd Festigkeit zu entscheiden, indem Sie den französischen Münzfuß auch zum gesetzlichen Werthmaß der Schweiz erklären.

Mögen wir dann auch das Opser unserer Gewohnheiten zu bringen, in der Zeit des Uebergangs mit mancherlei Unbequemlichkeit und Unbehaglichkeit zu kämpfen haben, mögen sich manche peinlich berührt finden, wenn das gewohnte Werthmaß ihrer Hand entwunden wird, -- der Preis der Einheit ist der Opfer werth! Und jene Volksklaffen zumal, welche sich anfänglich bei derartigen Reformen am schwersten zurechtfinden, sie gerade werden von

der Einheit und Festigkeit des Geldwesens am wohlthätigsten berührt werden, denn sie sind es ja, welche im umgekehrten Falle ausgebeutet werden. Für sie besonders ist der Preis des Opfers werth! -- Jn jenen Tagen, wo das Gebäude unserer Bundesverfassung aufgeführt wurde, in jenen fchönen Stunden, wo Kanonendonner und Freudenfeuer es der Schweiz verkündeten, daß dasselbe vollendet sei und durch des

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Volkes Wille fest stehe, fprach man so viel von Einigung und Einheit auf dem Gebiete der materiellen Fragen.

Sollte man damals gehofft haben, daß die Einigung ohne Opfer möglich sein werde? Oder foll man heute, wo das Wort zur That werden soll, auf die Einheit verzichten, weil sie Opfer fordert, foll man erklären, die hochge* priesene Einheit sei nur ein schöner Traum gewesen! -- Nein, Tit., die Bundesversammlung darf, sie wird dieß nicht thun, und künftige Generationen werden ihr dafür danken!

Für den Fall nun, daß Sie in dem von uns em.» pfohlencn Sinne die Hauptfrage entscheiden, hat Ihre Kommission die auf Grundlage des französischen Münzfnjjes bafirtcn Gesetzesentwürfe geprüft, wobei fie für das Münzgefetz selbst den Entwurf, wie er aus den Berathungcn des Ständerathes hervorgegangen ist, für das Uebergangsgefetz hingegen die Vorlage des Bundesrathes ihren Arbeiten zu Grunde gelegt hat.

Die prinzipiellen Gegensätze und die verschiedene Auffassungsweife mit Beziehung auf das, was Ziel und Zweck der Münjreform fein müsse, haben sich auch bei den weitern ..Berathungen der Kommission geltend gemacht, und wir bedauern daher, Ihnen auch in dieser Beziehung abweichende Anträge hinterbringen zu müssen.

Nachfolgend finden Sie die vergleichende Ueberficht sämmtlichcr mit Beziehung aus das Münzgesefo gestellten Anträge, sowie die kurzgefaßten Motive von unserer Seite, wobei wir es natürlich der andern Seite der Kommission überlassen müssen, ihre Vorschläge ihrerseits selbst zu bcgründen. Die Behandlung des Uebergangsgeseftcs bleibt einem befondern Rapporte vorbehalten, da sich hier die gruktioncn Ihrer Kommission etwas modifizirt haben.

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Gesetzesvorschlag über das eidgenof Ische

Jltitnzwesen.

Antrag des Ständeraths.

Antrag der vier unter; Antrag der vier andern zeichneten Mitglieder.

Mitglieder.

Die Bundesversammlung der schwei- Wie neben steht.

Einverstanden.

zerischen Eidgenossenschaft, in Ausführung der im Artikel 36 der Bun- in Ausführung des Art. 36 desverfassung enthaltenen Vorfchriften, nach der Bundesverfassung

Einficht des Vorschlages des Bundesrathes beschließt:

Art. 1. Fünf Grammen Silber, nenn Zehntheile (y10) fein, machen die fchweizerifche

Münzeinheit aus, unter dem Namen Franken.

Art. 2. Der Franken theilt sich in hun

dert (100) Rappen (Centimes).

Art. 3.

find

Die fchweizerischen Münzsorten a. In Silbe'.r:

Das pnffrankenstück.

Das Zweifrankenstück.

Das Einfrankenstück.

b. In Billon:

Das Fünfbatzenftück (50 Rappen, Eentimes).

Das Zrceibatj.enstück (20 " ,,

Das Batzenstück

(io ,,

c. In Kupfer: Das Fünfrappenstuck.

Das Zweirappenstück.

Das Rappenstück.

,,

beschließt: Art. l angenommen.

Art. l angenommen.

Art. 2 angenommen.

Art. 2. , In

Art. 3 angenommen.

Art. 3.

unsere Begrundtmg.

diesen beiden

Art. 2. und 3. Vorerst haben wir hier zu

nung Hunderter (Centimes) und Zehner (Décimes) gebraucht werden.

ist; -- einerseits ist dieß im bessern Einklang mit dem ganzen System, anderseits ist diese Geldsorte, wie wir bereits gesagt haben, vermöge ihres kleinen Minderwerthes sehr geeignet, die deutschen Sechskreuzerstücke zu verdrängen und fern zu halten, gerade so wie auch der neue Batzen sich dem Dreikreuzerstück gegenüber in gleicher Weise verhalten wird. Wie wichtig dieses ist, haben wir in dem von den Abnfiv!

nrsen handelnden Abschnitte bereits gezeigt» Kommen uns -- um dieses hier noch beiläufig zu erwähnen -- an den Grenzen Sechskreuzer"tücke sür zwei, und Dreikreuzerstücke für einen Batzen herein, oder schleichen sich unsere Zweibatzenstücke abusive für sechs, unsere Batzenstücke abusive für drei Kreuzer hinaus, fo ist beides,

Artikeln soll statt bemerken, daß in den nebenstehenden Anträgen der Benennung übereinstimmend das vom Bundesrath vorgeRappen und Baz schlagene Viertelfrankenstück durch das Zweizen die Bezeich- tzen- oder günstelfrankenftück erfetzt worden

glauben wir, kein Nachtheil für die Schweiz und '.hren Verkehr. --

Ist nun die Kommission im Wesentlichen

.inig, so gehen ihre Ansichten hingegen hinficht-

ich der Benennung der neuen Scheidemünze auseinander.

60

Antrag dîs Ständerathes.

Antrag der vier unter Untrag der vier andern" zeichneten Mitglieder.

Mitglieder.

Unsere Begründung.

·Jür die neue Sache, sagt man von der andern Seite, bedürfe es auch eines neuen Namens; -- es werde bie Verwirrung zu groß, wenn der bisherige Werthbegriff, den man an den Balzen zu knüpfen gewohnt sei, auf eine neue, im Weri| ganì andere, im Namen doch gleiche Münze übertragen werden müsse.

Wir längnen nicht, daß hierin einiges Wahre

lieat; allein einerseits find die Benennungen Zehner und Hunderter so unpraktisch und ungeläufig, die Worte Batzen und Rappen hingegen ganz in unser Volksleben eingewurzelt, populär und angewöhnt, und anderseits knüpft sich an den Batzen nicht jtnr der Werth, sondern auch der ..theilbegrirr in dem Sinne nämlich, daß je zehn Batzen einen Franken bilden, ' ein Begriff, der auch am neuen Batzen haften soll.

Wir ziehen aus diesen Gründen und befonders aus dem erstem die Beibehaltung der Benennungen: Rappen und Batzen vor, und find überzeugt, daß die Praxis sich im liebergang, wo etwa Verwechselungen noch möglich find, sehr schnell durch die Unterscheidung von alten und neuen Baien zu helfen wissen wird.

Daß man überhaupt landläufige Bezeichnungen für Scheidemünzen nicht gerne ändert, davon liefern uns auch Preußen, Sachsen u. s. w.

ein Beispiel, wo man die Benennung Groschen ebenfalls beibehielt, obgleich der Werth ein anderer geworden war. Von deßhalb eingetretenen Verwirrungen hat man nichts gehört, wohl aber hat fich das praktische Leben sofort in oben angedeuteter Weise auch hier geholfen. Ueberdieß ist die Gefahr von Verwirrung weit geringer, wenn der Unterschied ein so großer ist, daß sich Iedermann leicht Rechnung darüber geben kann, als wenn die Differenz eine so kleine wie z. B. zwischen einem Konkordats-und einem ......arifirungsbatzen ist.

61 Antrag des Ständerathes.

Antrag der vier unter* A n t r a g der vier a n d e r n

zeichneten Mitglieder.

Mitglieder.

Art. 4. Die Silberforten enthalten fo vielmal das Gewicht und den Feingehalt der Münzeinheit, als ihr Nennwerth es ausspricht.

Die Billonmünze wird ausgeprägt, wie folgt: Das günfbafcenftück wiegt vier Grammen und enthält 400/i000 fein Silber; Das Zweibatzenstück wiegt 3'/3 Grammen und enthält 2o°/iooo fein Silber; Das Einbatzenstück wiegt 2 Grammen und enthält 15O/10no fein Silber; Die Kupferforten follen aus reinem Kupfer bestehen und an Gewicht die gleiche Zahl Grammen enthalten, als ihr Nennwerth Rappen aus-

Art. 4 angenommen.

Art. 5. Die erlaubte gehlergrenze im Feingehalt der schweizerischen Münzen ist festgesetzt: gür die sämmtlichen Silbermünzen auf zwei Tausendtheile ( 2 A0 O 0) nach Innen und nach Außen, d. h. an Minder- oder Mehrgehalt.

gür die Billonmünzen aussieben Tausend* theile (7/i000) nach Innen und nach Außen.

Vorkommende Abweichungen nach Innen sollen stets durch entsprechende Abweichungen nach Außen wieder ausgeglichen werden.

Art. 6. Die erlaubte gehlergrenze im Gewicht nach Innen und nach Außen, d. h. an Minder- oder Mehrgewicht ist sestgesetzt:

Art. 5 angenommen.

Art. 5 angenommen.

Art. 6 angenommen.

Art. 6 angenommen.

spricht.

  1. Bei den Silbersorten: Für das Fünffrankenstück auf drei Tausend-«

theile (y1O0o).

gür das Zweifrankenstück theile (5/1Ooo).

auf fünf Taufend-

gür das Einfrankenstück auf fünf Taufendtheile (5/io0o).

b. Bei den B i l l o n f o r t e n : Auf zwölf Taufendtheile (12/i0o0D.

c. Bei den K u p f e r f o r t e n : gür 12das günfrappenstück auf zwölf .-taufendtheile ( /iooo).

Art. 4 angenommen.

Unsere Begründung.

Art. 4. Dieser Artikel ist einstimmig an-

genommen worden, indessen müssen hier natürlich diejenigen Veränderungen noch vorbehalten bleiben, welche fich in Folge der in gegenwärtigem Augenblick noch obschwebenden Untersuchungen als zweckmäßig oder nothwendig herausstellen sollten.

62

Antrag des Ständerathes.

Antrag der vier unter- Antrag der vier andern Mitglieder.

zeichneten Mitglieder.

·Jür das Ein- und Zweirappenstück auf fünf zehn Taufendtheile (15/1noo)« Bei den Silber- und Billonsorten ist die Abweichung nur auf dem einzelnen Stück gestattet; bei den Kupferforten gilt dieselbe für je 10 Franken an Nennwerth oder 1000 ©rammen an Gewicht.

Alle Abweichungen nach Innen follen durch entsprechende Abweichungen nach Außen wieder gut gemacht werden.

Art. 7. Der Durchmesser der Silbersorten Art. 7 angenommen.

soll mit demjenigen der entsprechenden franzöfischen Sorten übereinstimmen.

Art. 8. Niemand ist gehalten, andere Münze Art. 8.

anzunehmen, mit Ausnahme solcher Silbersorten, die in genauer Uebereinstimmung mit dem durch das gegenwärtige Gesetz aufgestellten MünzBis hieher gleich.

system geprägt, und nach vorheriger Untersuchung von dem Bundesrath als diesen Bedingungen entsprechende Zahlungsmittel anerkannt sind.

Verträge in bestimmten fremden Münzsortm Bezüglich der ©eldverträge.

ofccr Währungen find ihrem Wortlaut nach zu.die vor Erlassung dieses ®e heilten. Ausgencrnmcn find Lohnverträge aller setzes abgeschlossen worden, 9ï~t îJ.i'ï.pr fpiricn Lohn sollen ~" ' ~ Art. Wer feinen Wr'hfîifrn Arbeitern hi>« den fAitlhtrtPt» schuldigen Lohn die Kantone noch im in fremden Münzsorten ausbezahlt, verwirkt Laufe des Iahres 1850 den eine Geldstrafe, welche höchstens dem bezahlten Reduktionsfuß für die UmLohne gleichkommen und in Wiederholungsfällen wandlnng, theils der in jenen verdoppelt werden darf.

Verträgen enthaltenen Währungen, theils der in denselben ausfchließlich einbedungenen, in golge dieses Gesetzes eingeschmolzenen Münzsorten in die neue Währung unter Genehmigung des Bundesrathes fest[teilen, und die Anfertigung von angemessenen Reduktionstabelle« anordnen.

Verträge, die nach Erlassung dieses Gesetzes in bestimmten

Unsere Begründung.

Art. 7 angenommen.

Art. 8. Namentlich in diesem Artikel stehen sich die prinzipiellen Gegensätze wieder in ihrer ganzen Schroffheit gegenüber, denn während die Unterzeichneten auch hier an dem Grundpfeiler eines einheitlichen Münzfußes festhalten, will man von anderer Seite nun auch vom Standpunkt des franzöfifchen Systems aus die andern Sorten tarifiren, wie man im eutgegengefetzten galle von der Grundlage des deutfchen gußes die franzöfischen Sorten werthet, mit dem kleinen Unterschied freilich, daß zu gres. 7. 42 (Fr. 3</2). man im letztern gall das französische Geld um 2. das süddeutsche Zweigul- einen Prozent unterwerthet, bei der nebenstehenden Tarifirung hingegen eine andere Madenstück zu gres. 4. 24.

3. das süddeutsche Eingul- rime befolgt.

denstück zu gres. 2. 12.

Wir enthalten uns, auf die grundsätzlichen 4. das süddeutsche Halbgul- Erörterungen zurückzukommen, sprechen uns denstück zu Fres. 1. 6.

aber hier noch einmal mit aller Entschiedenheit 5. der Brab. oder Kronen-, ] dahin aus, daß ein feiies einheitliches Münzthaler zu gres. 5.77.

l wesen und eine Tarifirung und Gleichberechtigung 6. das osterr. Zwanzigkreu- verschiedener aufverfchiebener Bafis beruhenden zerstück zu gres. -- 85.

©cldforten (wie die zur Tarifirung vorgeschlaBezüglich der Geldverträue genen) sich gegenseitig au s schlief en.

n. s. w. gleichlautend bis: ,,R?23itl die Sch«.'ei-'j tarifiren, nun ja, dann duktionstabellen anordnen." eigne sie sich das Starifirungsfpftern auf bern _ Verträge, die nach Erlasfu.ig weljlfeilitîn Wege an, ne wird es tonter nee!)

\lf>toA f&&t&ìi r>A «+ ¥-.0fi-..-t4(-v*l-rtv» dieses Gesetzes in bestimmten | zu theiier haben; jedenfalls aber bebarf es dar.n Art. 8. Niemand ift gehalten, andere Münzen anzunehmen, mit Ausnahme a) solcher Münzsorten, die in genauer Uebereinstitnmung u. s. w., wie nebenstehend ; i b) folgender fremder Münzsorten in nachstehender Werthnng : 1. der deutsche Vereinsthaler

63 Antrag der vier unterzeichneten Mitglieder.

fremden Münzsorten oder Währnngen abgeschlossen worden, find ihrem Wortlaut nach zu halten. Iedoch dürfen Lohnvertrage nur auf den gesetzlichen Münzfuß abgeschlossen, und Lohnungen nur in gesetzlichen Münzsorten ausbezahlt werden.

Antrag der vier andern Mitglieder.

fremd...« Müiizforten abgeschlossen werden, find ihrem Wortlaut nach zu halten. Iedoch dürfen Sohnverträge nur in schweizerischen oder den in diesem Artikel bezeichneten fremden Münzforten und in der für diese letztern aufgestellten Werthung abgefchlossen;werden.

Art. 9. Den öffentlichen Art. 9. Den öffentlichen Kassen der Eid; genossenschast ist es untersagt, andere als ge- Kassen der Eidgenossenschaft ist setzliche Münzsorten an Zahlung zu nehmen. es untersagt, andere als gesetzliche Münzsorten an Zahlung zu nehmen. Nur in außerordeutlichen Zeiten, wo in SolSe eines hohen Wechselkurses Mangel an gesetzlichen Münzen eintreten konnte, sollen diese Kassen ermächtigt fein, andere Münzforten anzunehmen. Zu dem Ende hat der Bundesrath, sobald und für fo lange als der

Art 9. Den öffentlichen Kassen der Eidgenossenschaft ist es untersagt, andere als die im Art. 3 und, 8 dieses Gesetzes bezeichneten Münzforten anZahlung zu nehmen.

Antrag des Ständerathes.

Unsere B e g r ü n d u n g .

der Anstrengung und Kosten nicht, welche die Einführung des franzöfifchen Münzfußes noth* wendig fordert. Darin, daß die vom Ständerath gegen Ausbezahlung von Löhnungen in nicht gefetzlichem Wege ausgesprochene Ponalität wieder aus dem Gesetz entfernt werden müsse, gehen beide Seiten der Kommission einig. Svrechen schon sehr einleuchtende Gründe, wiederjenige, daß mit der Pönalität auch das <y3orum u. s. w. bezeichnet werden müßte, sür diese Modifikation, so bestimmt uns ebenso sehr auch das Festhalten an dem Grundsatz, daß nicht durch Strafen und Zwangsmaßregeln der neue Münzfuß eingeführt werden könne, zu derselben. Nach der Anficht Ihrer Kommisfion genügt es, wenn einerseits das moralische Ge# wicht des Gesetzes in die Wagfchale fällt, und andererseits der Arbeiter sein Recht auf dem Civilrechtswege geltend machen kann.

Im Weitern hat sich die Kommisfion veranlaßt gefunden, durch einen Zusatz, betreffend die Reduktion der vor Erlassnng des{ Gesetzes in bestimmten Währungen oder Geldsorten abgeschlossenen Verträge, eine im Gesetz befindliche Lücke auszufüllen, wobei wir uns auf die im allgemeinen Theil unseres Berichtes hierauf bezüglichen Bemerkungen beziehen.

Art. 9. Die dießfallfige von anderer Seite voraefchlagene Redaktionsveränderung ist die nothwendige Folge des von jenem Standpunkt beantragten verangehenden Artikels; was wir gegen diesen gesagt haben, gilt auch hier.

Wenn wir nun aber der Tarifirung als

Regel, als System mit aller Entschiedenheit

entgegentreten, so haben wir dagegen- im Artikel 9 den bereits im allgemeinen Theil des Berichts entwickelten Gedanken, durch eine Ausnahmebestimmung für ganz außerordentliche Zeiten, deren Eintreten in der befürchteten Art und Weife wir zwar bezweifeln, nach allen

64

Antrag des Ständerathes.

Art. 10. Es soll Niemand gehalten sein,

Antrag der vier nn.er-j Antrag der vier andern i

zeichneten Mitglieder.

dem französischen 2)cünzfu§ entsprechenden Wechselkurs einhalb Prozent und mehrlü&er dem Silberpari steht, für die in anderer als der gesetzlichen Währung geprägten Münzsorten, einen ihrem Gehalt entsprechenden Tarif aufzustellen, wonach fie bei den öffentlichen Kassen der Eidgenossenschaft anzunehmen find.

Art. 10. Es soll Niemand

mehr als zwanzig Franken an Werth in Billon, gehalten sein, mehr als zwanzig unì.) mehr als zwei Franken an Werth in -5lu# Franken an Werth in Silbersorten unter dem günffranken.pfermün-,.: an Zahlung zu nehmen.

stück, mehr als zehn Franken an Werth in Billon, und mehr als zwei Franken an Werth in Kupfermünze als Zahlung anzunehmen, welches auch der Betrag der Zahlung fein mag.

Mitglieder.

Unsere Begründung.

Seiten genügende Beruhigung zu geben, in eine bestimmte Form gebracht. Wir wiederholen, té ist dieß eine Ausnahmebestimmung, welche die Einheit und Festigkeit unseres Systems um sc weniger verletzen kann, als nicht nur eine bestimmte Voraussetzung sür das Inkrafttreten derselben gefordert, fondern auch nicht einmal ein feststehender Tarif, auf den sich etwa schon zum Voraus ein gewisser Kurs für nicht in unser System gehörende Sorten begründen könnte, aufgestellt wird.

Art. 10. Bei jeder ZahArt. 10. Auch bei diesem Artikel haben sich lung können Silbersorten unter die in den vorangehenden Paragraphen hervordem Zweifrankenstück, sowie getretenen Differenzen wieder geltend gemacht; deutsche Halbguldenstücke und darum wird auch hier wiederholt von Halbgulösterreichische Zwanziger bis den und Zwanzigern gesprochen. Wir lassen auf Zwanzig, oder Billonsor- dieß auf sich beruhen, dagegen wollen wir nicht ten bis auf zehn, oder Kupfer- unterlassen. Sie vor Annahme des zweiten münze bis auf fünf Franken an Lemma, wie es von der andern Seite beantragt wird, ernstlich zu warnen. Die kleinen SilZahlung gegeben werden.

Zudem können bei Zahlun- bersorten, die Billon- und Kupfermünzen, gen über hundert Franken für sollen nach diesem Antrage in einem nicht unbeden Ueberfchuß über diesen Be- deutenden Verhältniß gesetzliches Zahlungsmittel trag von den ersterwähnten sein, während die erstern bekanntlich in Folge Silberforten bis auf zwanzig, der stärkern Abnutzung mindern Silberwerth oder von den Billonsorten bis haben, und die beiden letztern nicht Selbstwerth, auf fünf, oder von der Kupfer- fondern nur Kreditmünze find, welche nur dazu münze bis auf zwei Prozent dienen soll, die kleinern Ausgleichungen zu gegeben werden.

machen. Auf tausend Franken könnten noch (sin Mitglied stimmt nicht dem anderseitigen Antrag sünfzig Franken in zum zweiten Lemma.)

Billon, zwanzig Franken in Kupfer bezahlt

werden! Gewiß wäre dieß nichts anders als eijie systematische, gesetzliche Verschlechterung di]s Münzfußes mit totaler Verkennung jenes unumstößlichen Satzes: daß der Münzfuß an dem groben -Zahlungsmittel haftet. Wir find zum Voraus überzeugt, Tit., Sie werden hiezu Ihre Zustimmung nicht geben.

65

Antrag des Ständerathes.

Art. 11. Der Bundesrath bezeichnet in jedem Kßnton diejenigen Kassen, denen die Verpflichtung obliegt, jeweilen schweizerische Billon- und Kupfermünzen einzuwechfeln, jedoch nicht in Beträgen unter fünfzig Franken.

Art. 12. Die Bundesversammlung setzt jeweilen die Summen und die Sorten der stattzufindenden Ausprägungen fest.

Art. 13. Die abgenutzten Schweizermünzfiücke sollen eingezogen, eingefchmolzen und durch neue ersetzt werden. Die daherigen Kosten find jeweilen in das Ausgabenbüdget aufzunehmen.

Antrag der vier unter: Antrag der vier a n d e r n

zeichneten Mitglieder.

Mitglieder.

Art. 11 angenommen.

Art. 11 angenommen.

Art. 12 angenommen.

Art. 12 angenommen.

Art. 13 angenommen.

Art. 13 angenommen.

Unsere B e g r ü n d u n g .

Soviel, Tit., über die Anträge, welche wir Ihnen von nnserm Standpunkt aus zu hinterbringen haben. Erklären Sie sich {m Grundsatze mit uns einverstanden, so werden Sie wohl auch unsern für die einzelnen Artikel entwickelten Motiven Ihre Anerkennung nicht versagen, sondern vielmehr unter Berückfichtigung derselben die ihnen entsprechenden Gesetzesartikel adoptiren.

Und hiemit fchließen wir unsern Bericht. Des Vaterlandes Wohl ist unfer einziger Wunsch; mögen Ihre Schlußnahmen dasselbe .roch in .w vorliegenden Frage befestigen und fordern l Bern, im März 1850.

Sig. Pioda.

,,

Stampai.

" ,,

Blauchenan.

Pejjer im /§»f, ôïs ·Bericht« jiatttv.

J

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Bericht desjenigen Theiles der Kommission des Nationalrathes, welcher die Basis des französischen Münzfusses zur Annahme empfiehlt.

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Bundesblatt

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Foglio federale

Jahr

1850

Année Anno Band

1

Volume Volume Heft

17

Cahier Numero Geschäftsnummer

---

Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

16.04.1850

Date Data Seite

310-310

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10 000 309

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