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90.038

Botschaft über Bauvorhaben der Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) und der mit ihnen verbundenen Forschungsanstalten

vom 27. Juni 1990

Sehr geehrte Herren Präsidenten, sehr geehrte Damen und Herren, wir unterbreiten Ihnen mit der vorliegenden Botschaft den Entwurf zu einem Bundesbeschluss über Bauvorhaben der Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) und der mit ihnen verbundenen Forschungsanstalten mit dem Antrag auf Zustimmung.

Wir versichern Sie, sehr geehrte Herren Präsidenten, sehr geehrte Damen und Herren, unserer vorzüglichen Hochachtung.

27. Juni 1990

1990-295

Im Namen des Schweizerischen Bundesrates Der Bundespräsident: Koller Der Bundeskanzler: Buser

65 Bundesblatt. 142.Jahrgang. Bd.II

1661

Übersicht Der Bundesrat unterbreitet Ihnen mit dieser Botschaft Kreditbegehren im Gesamtbetrag von 333 855 000 Franken (Ziff. 7). Davon entfallen auf die ETH Lausanne 119 400 000 Franken, die ETH Zürich 15 800 000 Franken, das Paul Scherrer Institut 58 155 000 Franken, die EMPA 93 600 000 Franken und die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz 46900000 Franken.

ETH Lausanne (ETHL), Ziffer 2 Die Verlegung der ETHL nach Ecublens wird im Rahmen der beantragten fünften Phase der zweiten Etappe weitergeführt. Sie umfasst Neu- und Erweiterungsbauten für das Forschungszentrum für Plasmaphysik (CRPP), den Neubau eines Unterrichts- und Betriebsdienstgebäudes und Infrastrukturanlagen, wofür ein Kredit von 119400000 Franken beantragt wird.

Die Verlegung und der damit verbundene Ausbau der ETHL in Ecublens erfolgt gemäss Bundesbeschluss vom 1. Oktober 1968 (BBl 1968 II 509). Sie wird bis Mitte der neunziger Jahre weitgehend zum Abschluss gebracht.

ETH Zürich (ETHZ), Ziffer 3 Die vorliegende Botschaft enthält keinen Antrag für neue Unterrichts- und Forschungsgebäude der ETHZ. Die bauliche Investitionsplanung der ETHZ konzentriert sich auf eine weitere grössere Ausbauetappe auf dem Areal Hönggerberg. Sie drängt sich auf, um den knappen und ungenügenden Raumverhältnisse zu begegnen, welche die Erfüllung der heutigen Lehr- und Forschungsaufgaben der ETHZ wesentlich beeinträchtigen. Diese räumlichen Engpässe entstanden durch die starke Zunahme der Studentenzahlen, neue Ausbildungsbedürfnisse und die Förderung neuer Technologien und der Umweltwissenschaften. Für die Realisierung dieser in Planung befindlichen Ausbauetappe wird es nötig, die letzte in privatem Besitz befindliche Liegenschaft, die vollkommen von bundeseigenem ETH-Areal auf dem Hönggerberg umschlossen ist, zu erwerben. Dafür wird ein Kredit von 13 300 000 Franken beantragt.

Mit dem beantragten Investitionsbeitrag von 2 500 000 Franken an die Stiftung für studentisches Wohnen soll zusammen mit den Investitionsbeiträgen des Kantons und der Stadt Zürich von insgesamt ebenfalls 2 500 000 Franken im projektierten Studentenwohnheim Glaubtenstrasse in Zürich-Affoltern zusätzlicher Wohnraumfür Studierende der ETHZ und der Universität Zürich geschaffen werden. Für die Studierenden der ETHZ erhöht sich das Angebot an preisgünstigen Unterkünften nach Massgabe des Anteils des Bundes am gesamten Investitionsbeitrag der öffentlichen Hand.

Paul Scherrer Institut (PSI), Ziffer 4 Die beantragten Kredite von insgesamt 58 155000 Franken sind für die drei folgenden Vorhaben bestimmt:

1662

Im Bereich Festkörperforschung und Materialwissenschaften wird durch die Zusammenfassung aller Tätigkeiten im Grundlagen- und Anwendungsgebiet der kondensierten Materie ein Ausbau notwendig (Neutronenstreuung, Laser, Supraleitung u.a.). Im beantragten Laborgebäude werden diese Aktivitäten erweitert und mit denjenigen des Forschungsbereiches Biowissenschaften örtlich zusammengefasst.

Eidgenössische Materialprüf ungs- und Forschungsanstalt (EM P A); Ziffer 5 Die EMPA St. Gallen soll in einen Neubau an der Peripherie der Stadt verlegt werden, wofür ein Kredit von 93 600 000 Franken beantragt wird. Damit wird die EMPA St. Gallen in die Lage versetzt, in baulicher und apparativer Hinsicht den Herausforderungen gerecht zu werden, die in den Prüf- und Forschungsbereichen Textilien, Bekleidung, Drucktechnik, Verpackungsmaterialien und Werkstoffschutz (insbesondere von Holz vor biologischen Schäden) an sie herangetragen werden.

Die EMPA erhebt für die von ihr erbrachten Dienstleistungen nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen berechnete Gebühren.

Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (EAWAG), Ziffer 6 Der beantragte Neubau eines Labor- und eines Mehrzweckgebäudes erfordert Investitionen von 46 900 000 Franken. Diese Erweiterungsbauten schaffen die baulichen Voraussetzungen zur gemeinsamen Förderung der Umweltwissenschaften durch die EA WAG und die ETHZ.

Der Finanzlage des Bundes wird Rechnung getragen. Die Baurealisierung erfolgt noch Massgabe der in der Finanzplanung des Bundes eingestellten Mittel.

1663

Botschaft l

Wissenschaftspolitik des Schweizerischen Schulrates (Planung, Koordination, Prioritäten)

Der Schweizerische Schulrat und die ihm unterstellten Institutionen planen und koordinieren ihren Mitteleinsatz entsprechend klar definierten strategischen wissenschaftspolitischen Zielvorstellungen und Prioritäten.

Die strategischen Zielsetzungen für den Schulratsbereich wurden letztmals im Jahr 1984 unter dem Titel «Die Wissenschaftspolitik des Schweizerischen Schulrates» festgelegt und publiziert; sie werden periodisch überprüft und aktualisiert. Dementsprechend werden folgende Förderungsbereiche bei der Besetzung von Professuren und beim Einsatz der personellen, finanziellen und räumlichen Mittel prioritär dotiert: Informatik und Kommunikationstechnik, physikalische Grundlagen der Informationstechniken (insbesondere Mikro- und Optoelektronik), Produktionstechniken (inkl. Robotik und Mechatronik), Werkstoffwissenschaften, Pflanzenwissenschaften in Zusammenhang mit der Biotechnologie und Umweltwissenschaften. Im Bereich der Lehre wird zusätzlich die Weiterbildung vermehrt gefördert.

Diese Förderungsbereiche entsprechen denjenigen, die der Bundesrat im Jahr 1985 in den Zielen der Forschungspolitik des Bundes aufgrund der Empfehlungen des Schweizerischen Wissenschaftsrates festgelegt hat. Unverändert hohe Priorität wird ihnen in den «Zielen der Forschungspolitik des Bundes nach 1992», welche der Bundesrat am 28. März 1990 verabschiedet hat, zugemessen.

Zusätzlich wird darin u.a. gefordert, die Forschung mit industriellem Charakter sei zu fördern, um den zunehmenden Bedürfnissen unserer Industrie nach hochentwickelter Technologie entsprechen zu können.

Im Zusammenhang mit der Fusion der beiden Forschungsanstalten EIR und SIN legte der Bundesrat am 13. März 1989 ferner fest, die Forschung in den Bereichen der nichtnuklearen Energieerzeugung, unter Einschluss der Alternativenergien sowie der rationellen Energieverwendung, seien am neuentstandenen Paul Scherrer Institut zu fördern.

Dank der ab 1986 einsetzenden, im Jahre 1990 auslaufenden Verstärkung der personellen und finanziellen Mittel an den beiden ETH, welche gestützt auf die Optimierungsstudie Hayek und das Informatik-Sonderpaket (Botschaft vom 2.Dez. 1985; BB1 1986 l 321) erstmals nach den Jahren des Personalstopps möglich wurde, gelang es, den von den Experten festgestellten teilweisen Rückstand in Lehre und Forschung, namentlich in den modernen Schlüsseltechnologien und den Umweltwissenschaften, zu verringern. Mit diesen zusätzlichen Mitteln konnten die obgenannten wissenschaftspolitischen Zielsetzungen schrittweise einer Realisation nähergebracht werden. Zusätzlich bauten die beiden ETH personelle und finanzielle Mittel in nichtprioritären Bereichen ab und lenkten sie ebenfalls in die Förderungsbereiche. Diese Umverteilungen innerhalb der Institutionen des Schulratsbereiches sind beträchtlich; sie betrafen allein in den vier Jahren 1986 bis 1989 mehr als 650 Personalstellen.

1664

Der Koordination und der Förderung der Zusammenarbeit zwischen seinen Institutionen misst der Schweizerische Schulrat grosse Bedeutung zu; das gehört zu seinen Daueraufgaben. Hervorzuheben ist die Zusammenlegung des EIR und SIN zum Paul Scherrer Institut, die Zusammenarbeit in den Bereichen Energieforschung (beispielsweise zwischen den beiden ETH, dem PSI und der EMPA) und den Umweltwissenschaften in Lehre und Forschung (namentlich zwischen der ETHZ und der EAWAG, welche hiefür teilweise gemeinsame Infrastrukturen benützen) sowie bei den Bibliotheken der beiden ETH und der Forschungsanstalten (u.a. kostensparende Verbundkatalogisierung dank gemeinsamem Datenbanksystem).

Im Schosse der schweizerischen wissenschaftspolitischen Instanzen, namentlich der Planungskommission der Schweizerischen Hochschulkonferenz, beteiligt sich der Schulrat mit seinen beiden Hochschulen und den vier Forschungsanstalten aktiv an der gesamtschweizerischen wissenschaftspolitischen Koordination.

Der Schulrat und das BBW unternehmen gegenwärtig zusätzliche Anstrengungen, um die Forschungsaktivitäten auf strategischen Schlüsselgebieten gesamtschweizerisch zu bündeln und in sogenannten Schwerpunktprogrammen zu fördern. Es betrifft dies folgende Themen: Leistungselektronik, Opto- und Mikroelektronik, Umweltwissenschaften, Werkstoffwissenschaften, Biotechnologie und Informatik.

Die mit dieser Botschaft beantragten Bauvorhaben entsprechen den vorerwähnten wissenschaftspolitischen Zielsetzungen des Bundes und des Schulrates. Mit der Verlegung der EMPA St. Gallen in einen Neubau an der Peripherie der Stadt werden die baulichen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die von ihr erbrachten Dienstleistungen auch in Zukunft dem von der Wirtschaft und der Öffentlichkeit geforderten Prüfstandard gerecht werden. Die Bauvorhaben der EPFL, wie z. B. das im Bereich der europäischen Fusionsforschung tätige CRPP, bilden Gegenstand der von den eidgenössischen Räten im Jahre 1968 beschlossenen Gesamtverlegung der ETHL aus dem Stadtzentrum von Lausanne nach Ecublens. Die beantragten Bauvorhaben sind zugleich Bestandteil des Investitionsplanes für zivile Bauten des Bundes für die Jahre 1990 bis 1993.

2

Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (ETHL)

21

Übersicht über die Bauplanung der ETHL

Über den Stand der Bauplanung der ETHL in Ecublens ist im Rahmen der Botschaft 1989 (BB1 1989 I 1401, Ziff. 21) ausführlich berichtet und dabei insbesondere auch ein Ausblick auf die mittelfristig vorgesehenen Bauvorhaben gegeben worden. Diese Angaben bleiben weiterhin gültig, und das vorliegende Kreditbegehren - fünfte Phase der zweiten Etappe - entspricht dieser Planung. Mit der geplanten nachfolgenden sechsten Phase wird die zweite Etappe abgeschlossen.

Die folgenden Ausführungen beschränken sich auf einige ergänzende Informationen über neue Gegebenheiten, die seit der Veröffentlichung der Botschaft 1989 zu verzeichnen sind.

1665

Entwicklung der Zahl der Studenten Die Zahl der Studenten nimmt entsprechend den Prognosen zu. Im Wintersemester 1989/90 waren, einschliesslich Teilnehmer an Nachdiplomkursen, 3517 Studenten an der ETHL eingeschrieben. Dies entspricht einer Zunahme um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Wissenschaftspark und Zusammenarbeit der ETHL mit der Wirtschaft Die Planung der in den früheren ETH-Baubotschaften angekündigten Errichtung eines «Wissenschaftsparks auf dem Gelände der ETHL» (PSE) wird fortgesetzt. Dieses Projekt stimmt mit der Politik des Schweizerischen Schulrates auf dem Gebiet des Technologietransfers überein und ist auf die folgenden Ziele ausgerichtet: - Schaffung günstiger Entwicklungsbedingungen für Zusammenarbeitsprojekte ETHL-Industrie durch die Bereitstellung von zweckmässigen Räumlichkeiten; - Beitragen zum verbesserten Transfer und zur vermehrten Verbreitung der an der ETHL entwickelten Spitzentechnologien; - Befruchtung von Lehre und Forschung an der ETHL durch verstärkte Konfrontation mit Problemen der angewandten Forschung, vermehrte Kontakte mit für die industrielle Entwicklung zuständigen Persönlichkeiten und Personalaustausch zwischen ETHL und Industrie; - Schaffung eines stimulierenden Umfeldes, das junge Ingenieure und Forscher zum Aufbau von neuen, innovativen Unternehmen anregt.

Die Bauten des Wissenschaftsparks werden auf dem Areal der ETHL im Baurecht errichtet, das auf 50 Jahre befristet ist. Für den Bau und die Verwaltung ist die in Gründung begriffene «Stiftung Wissenschaftspark» zuständig, die als Bauherrin auftritt und die Finanzierung mit privatem Kapital sicherzustellen hat.

Die Bauten werden an die Infrastrukturanlagen und die Medienverteilnetze der ETHL angeschlossen, wofür die Benutzer Anschluss- und Verbrauchsgebühren zu entrichten haben (s. Ziff. 223.3).

22

Kreditbegehren für die fünfte Phase der zweiten Etappe (119400000 Fr.)

Entsprechend den in früheren Botschaften dargelegten Absichten, umfasst die fünfte Phase der zweiten Etappe die folgenden Projekte: - das Forschungszentrum für Plasmaphysik (CRPP), - das Unterrichts- und Betriebsdienstgebäude (BES), - Erweiterungen und Anpassungen der Infrastruktur (Strassen, begehbare Leitungskanäle, primäre Medienversorgung und Aussenanlagen), welche im Zusammenhang mit diesen Projekten und mit allgemeinen Bedürfnissen der ETHL nötig werden.

1666

221

Forschungszentrum für Plasmaphysik (Centre de recherches en physique des plasmas; CRPP) (57 900 000 Fr.)

221.1

Ausgangslage

Das CRPP wurde 1961 vom Nationalfonds mit dem Ziel der Förderung der Fusionsforschung und der Plasmaphysik geschaffen. Seit seiner Gründung ist es in Lausanne angesiedelt, wo es zunächst einige Jahre in gemieteten Räumlichkeiten untergebracht war. 1968 wurde es an die Avenue des Bains verlegt, und zwar in ein Gebäude, das vom Nationalfonds eigens für die Bedürfnisse des Zentrums errichtet worden ist. 1973 wurde die direkte Unterstellung unter den Nationalfonds aufgegeben und das Zentrum als «unité hors département» an die ETHL angegliedert. 1979 unterzeichnete die Eidgenossenschaft einen Vertrag mit der Euratom, der das CRPP zum Hauptpartner der Euratom in unserem Land werden Hess. Die Zusammenarbeit mit der Euratom verlieh den Forschungstätigkeiten in den Bereichen der Kernfusion bedeutende Impulse. Das Zentrum geniesst mit seiner Forschung einen international anerkannten Ruf. So wurde 1980 der Tokamak mit Alfvèn-Wellenheizung (TCA) in Betrieb genommen. Mit Abänderungen und Verbesserungen aus dem Jahr 1984 ist er noch immer in Betrieb; er stellt die einzige derartige Anlage in der Schweiz dar. 1985 beauftragte die Euratom das CRPP, in Zusammenarbeit mit der Schweizer Industrie, einen neuen Typ von Gyrotron zu bauen. Ein zweiter Tokamak - der Tokamak mit variabler Konfiguration (TCV) - ist gegenwärtig im Bau. Er wird 1991 in Betrieb genommen und den TCA ersetzen, der dann ausser Dienst gestellt wird. Diese Projekte wurden seitens der Euratom durch präferentielle Investitionsbeiträge unterstützt und dokumentieren die enge Zusammenarbeit des CRPP mit dieser europäischen Organisation (vgl. Botschaft vom 28.Mai 1986; BB1 1986 II 1170, Ziff. 213.4).

Das CRPP ist zwar in erster Linie ein Forschungszentrum, doch seine Mitarbeiter nehmen auch Unterrichtsaufgaben wahr (Vorlesungen und Praktika im Departement für Physik, Nachdiplomvorlesungen und Übernahme von Doktoraten). Es zählt gegenwärtig 105 Personalstellen, exklusive Gastwissenschafter und andere, nur für kurze Zeit angestellte Personen. Nur 37 der 105 Stellen, also nur ein gutes Drittel des Personals, entfallen auf Etatstellen. Dieses Verhältnis zeugt von der Dynamik der Institution, aber auch von ihrer Abhängigkeit von externen Finanzquellen.

Die Verlegung des CRPP nach Ecublens erfolgt im Rahmen der Gesamtverlegung der ETHL nach Ecublens. Sie entspricht den Erfordernissen der Rationalisierung durch räumliche Zusammenfassung der derzeit auf verschiedene Standorte zerstreuten Aktivitäten sowie der optimalen Nutzung bereits getätigter Investitionen in Ecublens (Halle für den Tokamak mit variabler Konfiguration).

1667

221.2

Die vorhandenen Räumlichkeiten

Die Entwicklung der verschiedenen wissenschaftlichen Projekte, die in den letzten zehn Jahren vom CRPP durchgeführt worden sind, führten zu einer räumlichen Verzettelung seiner Aktivitäten auf verschiedene Standorte. Neben dem Sitz an der Avenue des Bains in Lausanne und verschiedenen Pavillons auf dem Gelände Les Cèdres belegt das CRPP weitere Räumlichkeiten in Ecublens: Einen Teil der Hallen des Departements für Maschineningenieurwesen (Projekt TCA), eine weitere, eigens für das Projekt Gyrotron gebaute Halle sowie Büros im Pavillon von Bassenges. In der im Rahmen der ETH-Baubotschaft 1986 bewilligten Halle für das TCV-Projekt wird gegenwärtig die Montage der wissenschaftlichen Einrichtungen vorgenommen. Sie bildet den ersten Baukörper am endgültigen Standort des CRPP in Ecublens.

Eine Zusammenstellung der gegenwärtig vom Forschungszentrum belegten Räumlichkeiten ergibt folgendes Bild: Haupmutzflächen in m 2

Avenue des Bains 21, Lausanne Pavillons Parc des Cèdres, Lausanne Pavillon Bassenges, Ecublens Gyrotron-Halle, Ecublens Hallen Departement für Maschineningenieurwesen (TCA), Ecublens

2160 320 320 280

Total

3500

TCV-Halle (Inbetriebnahme des TCV: 1991)

1720

420

Die Verzettelung der Räumlichkeiten des CRPP ist dem inneren Zusammenhalt einer Forschergruppe, die auf ein gemeinsames Ziel hinarbeitet, nicht förderlich. Nachteilig wirken sich insbesondere die grossen Zeitverluste für Transporte, Kommunikationsschwierigkeiten und die teilweise notwendige Verdoppelung bestimmter Einrichtungen aus. Deshalb soll das Forschungszentrum beschleunigt nach Ecublens verlegt und am neuen, definitiven Standort bei der TCV-Halle räumlich zusammengefasst werden, das TCV-Projekt wird die Haupttätigkeit des CRPP während der kommenden zehn Jahre darstellen.

Das vom Nationalfonds gebaute und finanzierte Gebäude an der Avenue des Bains 21 steht im Eigentum des Bundes. Es ist jedoch vom Rückkaufsrecht des Kantons Waadt an der Liegenschaft Les Cèdres ausgenommen. Nach dem Auszug des Forschungszentrums kann der Bund das Gebäude entweder behalten und für eigene Bedürfnisse nutzen oder es verkaufen. Der Kanton hat Interesse am Kauf des Gebäudes bekundet, weil es eine logische Abrundung des Areals Les Cèdres darstellt. In Anbetracht der engen Beziehungen und der gegenseitigen Zusammenarbeit zwischen Bund und Kanton bei der Nutzung der Liegenschaft Les Cèdres wurde dem Kanton die Priorität zugesichert.

Die in Ecublens freiwerdenden Räumlichkeiten werden für andere Projekte genutzt, namentlich durch das Departement für Mikrotechnik und das Laboratorium für Produktionstechnik, welche sämtliche in den Hallen für Maschineningenieurwesen neu verfügbaren Flächen belegen werden.

1668

221.3

Raumprogramm

Die nachstehende Tabelle vermittelt einen Überblick über das Raumprogramm.

Verwendungszweck Infrastruktur Verwaltung und allgemeine Dienste " Konstruktionsbüro Mechanische Werkstätte Vakuumtechnik Elektrotechnische und elektronische Forschung Büros, Arbeitsräume, Räume für Studentenpraktika Laboratorien und Hallen Total

Typl m2

Typ 2 Typ 3 Typ 4 Hauptnutzm2 m2 m2 fläche insgesamt m2

380 160 15 20 80

100 60 15 130 320

820 100 2575

80 100 «05

480 220 530 150 400

500

200 700

900 900

900 1300 3980

  1. Zu "Verwaltung und allgemeine Dienste" zählen neben der Verwaltung des CRPP eine Bibliothek, Vortragssäle, Büros für Gastwissenschafter und eine Cafeteria.

Legende: Typ 1 : Büros, Seminar-, Bibliotheks-, Praktikumsräume usw.

Typ 2 : Standardlaboratorien Typ 3 : Speziallaboratorien Typ 4 : Hallen

Zu den 3980 m2 Hauptnutzfläche kommen noch hauptsächlich im Untergeschoss gelegene 260 m 2 Nebennutzfläche (Lagerräume, Archive, Umkleideräume und Duschen) hinzu.

Für eine Gesamtübersicht über die Flächen, die dem CRPP an seinem neuen Standort zur Verfügung stehen werden, sind dem obigen Programm von 3980m 2 die 1720m 2 der neuen TCV-Halle hinzuzufügen. Dies ergibt insgesamt 5700m 2 , gegenüber 3500m 2 an den verschiedenen derzeitigen Standorten: Hauptnutzflächen in m 2

Programm CRPP TCV-Halle Total Derzeit belegte Räume Zusätzliche Hauptnutzfläche nach Abschluss der Bauarbeiten

3980 1720 5700 -3500 2200

1669

Die Erhöhung um 2200 m2 ist zu einem erheblichen Teil (1310m 2 ) auf den grösseren Raumbedarf des neuen Tokamak TCV im Verhältnis zum derzeit in Betrieb stehenden Tokamak TCA zurückzuführen.

Zugeteilte Nutzfläche für Tokamak mit Alfvèn-Wellenheizung (TCA) in den Hallen für Maschineningenieurwesen TCV-Halle (Tokamak mit variabler Konfiguration, im Bau) . . .

Erhöhung

Hauptnutz-

flächen in m1 410 1720 1310

Die Zunahme der für das CRPP bestimmten Flächen beträgt demnach 890 m2.

Sie ist bedingt durch vermehrte Bedürfnisse der Forschung, insbesondere für die Entwicklung von leistungsstarken Gyrotronen und die ganze dafür erforderliche technische Infrastruktur (mechanische, elektronische und vakuumtechnische Werkstätten) sowie durch die Zunahme des Personalbestandes von 75 (1985) auf 105 Stellen im Jahr 1989.

221.4

Projektbeschreibung

Das als Standort des CRPP im Überbauungsplan der zweiten Etappe vorgesehene Areal liegt südlich der Ringstrasse gegenüber dem Departement für Elektrotechnik. Die TCV-Halle bildet das Grundelement einer als Gesamtheit konzipierten Überbauung, die auch nach Verwirklichung der beantragten Projekte Entwicklungsmöglichkeiten offen lässt.

Das CRPP-Projekt setzt sich aus verschiedenen Baukörpern zusammen (vgl. Situationsplan und Modellaufnahme im Anhang l, Abb. l und 2): - zwei Standardgebäude für gemischte Nutzung mit drei Obergeschossen (Hallen in doppelter Stockwerkshöhe im Erdgeschoss, Büros und Laboratorien im ersten und zweiten Stockwerk), die auf der Ostseite miteinander verbunden sind; - ein Frontgebäude mit vier Obergeschossen, das den Gebäudekomplex gegen Süden, zur Kantonsstrasse hin, abschliesst. Das Gebäude wird vor allem Bürozwecken dienen. Da es nahe bei der Hauptzufahrt Süd der ETHL (Allée de Savoie) gelegen ist, bildet es mit seinem viertelkreisförmigen Grundriss eine wichtige visuelle Dominante. Das Frontgebäude ist durch Passerellen mit den Standardgebäuden und der TCV-Halle verbunden; - eine Erweiterung der TCV-Halle in Richtung Süden durch Anfügen eines dritten gewölbten Dachelements. Diese Erweiterungsmöglichkeit wurde bei der Projektierung der TCV-Halle vorgesehen, deren Südfassade ein Provisorium darstellt. Die neue Südfassade wird definitiv sein, da eine nochmalige Erweiterung nicht mehr möglich ist. Die Anordnung der Räumlichkeiten im Innern des Erweiterungsbaus entspricht im Konzept derjenigen der bestehenden Halle.

1670

221.5

Kosten

Der Kostenvoranschlag für die projektierten CRPP-Bauten beläuft sich auf 42700000 Franken. Davon entfallen 10280000 Franken auf die Erweiterung der TCV-Halle (Baukostenindex vom I.April 1989, Stand: 153,4 Punkte).

Mobiliar und Einrichtungen werden kostenmässig wie folgt veranschlagt: Fr.

Labormobiliar Betriebseinrichtungen Mobiliar Wissenschaftliche Einrichtungen

500 000 600 000 900 000 13 200 000

Total

15 200 000

222

Unterrichts- und Betriebsdienstgebäude (BES) (36 980 000 Fr.)

Das Unterrichts- und Betriebsdienstgebäude (BES) verlängert das Centre Est der ETHL in Richtung Universität Lausanne und schliesst es in dieser Richtung ab. Gemäss Richtplan der ETHL sind die Gebäude dieses Typs für den Grundunterricht vorgesehen - im vorliegenden Fall für den Cours de mathématiques spéciales (CMS) - und für zentrale Funktionen der Hochschule - hier die technischen Betriebsdienste.

222.1

Cours de mathématiques spéciales (CMS)

Beim CMS handelt es sich um einen einjährigen Vorbereitungskurs, der ausschliesslich auf eine vertiefte Ausbildung in Mathematik, Physik und Chemie ausgerichtet ist. Er wird für Studierende schweizerischer Nationalität bestimmt, die sich für die Zulassung zum ersten Studienjahr an der ETHL einschreiben könnten, sich jedoch noch besser vorbereiten wollen, für Studierende schweizerischer Nationalität ohne Maturitätszeugnis, die sich einer Aufnahmeprüfung unterziehen müssen sowie für ausländische Studierende mit einem nicht als gleichwertig anerkannten Maturitätszeugnis, die ebenfalls eine Aufnahmeprüfung bestehen müssen. Die Zahl der Kursteilnehmer schwankt zwischen 160 und 200 pro Jahr. Im Rahmen der Übernahme des alten Hauptgebäudes der ETHL an der Avenue de Cour in Lausanne durch den Kanton ist der CMS 1986/87 nach Ecublens verlegt worden, wo er im Centre Midi auf der Nordseite der Esplanade vorübergehend eine Fläche von 862 m2 belegt.

Wegen seiner zentralen Lage wurde dieser Standort des CMS nie als endgültig betrachtet, umso weniger als dieser Kurs keine speziellen Ausrüstungen benötigt, die einer Verlegung entgegenstehen (s. Botschaft vom 26. Januar 1983, Ziff.

215.2). Zunächst war vorgesehen, den Kurs ins Centre Sud zu verlegen, sofern dieses Gebäude gebaut würde (Botschaft vom 28. Mai 1986, Ziff. 212.3). In der Folge wurde das Centre Sud für den Informatikunterricht und als Standort für das neu geschaffene Departement für Informatik vorgesehen; eine Verlegung des CMS hierhin kommt somit nicht mehr in Frage.

1671

Wegen des Mangels an Unterrichtsräumen, insbesondere für praktische Übungen, bleibt die Verlegung des CMS unerlässlich. Mit dem Bau des Unterrichtsund Betriebsdienstgebäudes (BES) eröffnet sich eine ausgezeichnete Möglichkeit, den CMS definitiv in der Verlängerung des Centre Est in Richtung Universität Lausanne anzusiedeln. Der Nachteil dieses peripheren Standorts auf dem Areal der ETHL wird ausgeglichen durch die räumliche Nähe zu den Hörsälen und Praktikumsräumen für Physik und zum Collège propédeutique der Universität (Grundunterricht der naturwissenschaftlichen Fakultät). Hinzu kommt die ausgezeichnete Erschliessung durch öffentliche Verkehrsmittel.

Das Raumprogramm (920 m2) entspricht praktisch den gegenwärtig zugeteilten Flächen (860 m2). Die im Centre Midi freiwerdenden Räumlichkeiten werden für verschiedene Unterrichtszwecke der ganzen Hochschule genutzt (Seminarund Praktikumsräume).

222.2

Zentrale technische Betriebsdienste

Im Unterrichts- und Betriebsdienstgebäude (BES) sollen sämtliche für die Planung, Verwaltung und technische Nutzung der ETHL-Gebäude zuständigen Dienste untergebracht werden. Diese Dienste sind Bestandteil der Zentralverwaltung der ETHL und als solche dem Vizepräsidenten unterstellt. Ausserdem wird das BES eine für den Gebäudeunterhalt zuständige Zweigstelle des Amtes für Bundesbauten (AFB) und den Elektro-Dienst der ETHL aufnehmen.

Sektion Bauten und Betrieb (SBE) Aufgaben:

Stabs- und Koordinationsstelle für den Bereich Bauten und den technischen Betriebsdienst.

Dienst für Bauten (SB) Aufgaben: Verwaltung und Planung der Raumbedürfnisse; Bindeglied zwischen den Benutzern einerseits, dem Baufachorgan (AFB) und seinen Beauftragten anderseits.

Betriebsdienst (SE) Aufgaben:

Betrieb und laufender Unterhalt der haustechnischen Einrichtungen und der technischen Zentralen, zentrale Leitwarte, Sicherheitsdienst, Telefonzentrale.

Elektro-Dienst (SEE) Die ETHL besitzt und betreibt mit ihrem Elektro-Dienst ein eigenes Elektrizitätsnetz.

Aufgaben

1672

Der Elektro-Dienst arbeitet eng mit privaten Konzessionären zusammen, insbesondere bei allen Aufgaben im Zuständigkeitsbereich des AFB. Er zählt rund dreissig ständige Mitarbeiter.

Gruppe Umbauten und Gebäudeunterhalt des Amtes für Bundesbauten (AFB) Aufgaben: - Projekte und Bauarbeiten im Rahmen des jährlichen Voranschlags.

Aktueller Stand Die Sektion Bauten und Betrieb (SBE) ist aus dem 1970 geschaffenen Planungsbüro hervorgegangen, dem 1978 der Betriebsdienst angegliedert wurde. Die Sektion umfasst heute 32 ständige Stellen und verwaltet ungefähr 120000 m2 Hauptnutzfläche, die grösstenteils aus Räumlichkeiten mit anspruchsvollen haustechnischen Installationen bestehen. Das ständige Personal wird durch Hilfskräfte und den Einsatz von zahlreichen privaten Handwerksbetrieben ergänzt.

Der Betriebsdienst wurde mitten in der Periode des Personalstopps geschaffen.

Da er für den Betrieb der neuerstellten Bauten unumgänglich war, sah sich die ETHL gezwungen, Assistentenstellen in Stellen für Betriebspersonal umzuwandeln. Die Optimierungs- und Konzeptstudie der Firma Hayek vom Juli 1985 kam deshalb zum Schluss, dem Betriebsdienst seien zuwenig Stellen zugeteilt es waren damals, ausschliesslich Hilfskräfte, deren 22 - und es sei notwendig, die Stellenzahl sukzessive um 15 bis 20 Einheiten zu erhöhen, um 1995 einen Gesamtbestand von 37 bis 42 Stellen, exklusive Hilfskräfte, zu erreichen.

Ähnlich liegen die Dinge in bezug auf die Räumlichkeiten. Lediglich die Koordinationsstelle der Sektion, der Dienst für Bauten und die zentrale Leitwarte befinden sich in Räumlichkeiten, die für den entsprechenden Zweck vorgesehen und ausgestattet sind (die beiden erstgenannten Dienste allerdings in einem 1974 als Provisorium erstellten Baustellenpavillon). Nach der Devise: Not kennt kein Gebot, wurden bei dringendem Bedarf alle irgendwie nutzbaren Flächen mit Beschlag belegt. Als Folge davon ist der Betriebsdienst räumlich dermassen zerstreut, dass es schwer ist, die von Werkstätten und «versteckten» Materiallagern belegten Flächen vollständig aufzulisten. Obwohl die schwierige Lage bisher dank Geschick und Improvisationsvermögen gemeistert werden konnte, kann dieses Vorgehen nicht zur Führungsdoktrin erhoben werden. Die räumliche Zusammenfassung der Sektion und der zentralen Verwaltung der Lager drängen sich auf.

Der 1977 geschaffene Elektro-Dienst der ETHL befindet sich räumlich in einer analogen Lage wie der Betriebsdienst.

Die belegten Flächen (Stand März 1989) umfassen 2890 m2. Mit dem vorgesehenen Raumprogramm werden sie auf 3050 m2 ansteigen.

1673

222.3

Raumprogramm

In der folgenden Tabelle sind sämtliche neuen Hauptnutzflächen aufgeführt.

Hinzu kommen 296 m 2 Nebennutzfläche (Räumlichkeiten für den Hausdienst, technische Räume für Informatikanlagen, Umkleideräume, Duschen und Archivräume).

Verwendungszweck

Cours de mathématiques spéciales (CMS)

Typl m2

Typ 2 Typ 3 Typ 4 Hauptnutzm2 fläche insgem2 m2 samt rr,2 920

770

140 70 170 480 190

_ 20 100 20

150

100

Total zentrale Dienste

1200

240

1470

140

3050

Gesamttotal

1320

2070

1500

740

3970

Zentrale Dienste Gemeinsame Räume Sektion Bauten und Betrieb Elektro-Dienst Gruppe Umbauten und Gebäudeunterhalt (AFB)

30

_

120

_

700 770 _

_ .

140 _

140 70 190 1420 980 250

Legende: Typ 1 : Büros, Seminar-, Bibliotheks-, Praktikumsräume usw.

Typ 2 : Standardlaboratorien, Informatikräume Typ 3 : Speziallaboratorien, Werkstätten Typ 4 : Hallen

Eine freistehende Lagerhalle für schwere und sperrige Güter sämtlicher Dienste der Hochschule soll später für die Bedürfnisse der gesamten ETHL im Rahmen der sechsten und letzten Phase der zweiten Etappe gebaut werden. Darin sind 150 m 2 Hauptnutzfläche für den Dienst für Bauten (Labormobiliar) und 300 m 2 für den Betriebsdienst (grössere Einzelstücke oder solche mit geringer Umschlagshäufigkeit) vorgesehen.

Die bei Inbetriebnahme des BES freiwerdenden Räume werden wie folgt genutzt: - Provisorischer Baustellenpavillon (rund 720m2) Dieser Pavillon wird nach dem Bezug des BES ein Alter von über 20 Jahren erreichen und sich dementsprechend bald dem Ende seiner Nutzbarkeit nähern. Es ist vorgesehen, die freiwerdenden Flächen nicht mehr permanent zu nutzen, sondern sie für temporäre Zwecke (Diplomarbeiten, provisorische Unterbringung neuer Professuren, Vermietung an den Wissenschaftspark) in Reserve zu halten.

1674

Freiwerdende Räumlichkeiten in den Gebäuden der ETHL (rund 550m2) Diese Räume teilen sich auf mehrere Gebäude auf (Centre Est, Centre Midi, Departement für Maschineningenieurwesen, Departement für Chemie). Sie werden ihrer ursprünglichen Zweckbestimmung zugeführt.

Behelfsmässig genutzte Räume (rund 1600m2) Es handelt sich im wesentlichen um Flächen in technischen Zentralen, in der Transformatorenstation, in den begehbaren Leitungskanälen und diversen Unterkellerungen für technische Zwecke und die Medienverteilung, die aus Gründen akuter Raumknappheit belegt werden mussten. Gemäss Arbeitsgesetz und den Sicherheitsbestimmungen dürfen diese Flächen inskünftig nicht mehr belegt werden.

222.4

Projektbeschreibung

Das Unterrichts- und Betriebsdienstgebäude (BES) ist gleichzeitig Verlängerung und Abschluss des Centre Est (vgl. Situationsplan und Modellaufnahme in Anhang l, Abb. l und 3). Mit seinem T-förmigen Grundriss markiert es einerseits den Abschluss des Centre Est, anderseits die Öffnung zur Universität hin. Es bildet zugleich den Eingang Ost zur ETHL, der ganz in der Nähe einer Bushaltestelle und einer Station der Métro Ouest (neue Trambahn Lausanne Südwest) liegt. Im Erdgeschoss des BES wird eine gemeinsam mit der Universität betriebene Informations- und Orientierungsstelle für Lieferanten untergebracht.

Der CMS wird das erste und zweite Obergeschoss des BES teilweise belegen, und zwar entlang der öffentlichen Fussgängerebene, die in ostwestlicher Richtung durch das Areal der ETHL verläuft. Die Unterrichts-Funktionen des Centre Est werden dadurch in Richtung Universität verlängert. Sobald für die auf der andern Seite der Avenue Forel vorgesehene naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Projekte vorliegen, soll die Fussgängerebene mittels einer Passerelle über die Strasse auf das Areal der Universität verlängert werden.

Für die technischen Betriebsdienste bietet der Standort des BES, trotz der peripheren Lage auf dem Areal der ETHL, wesentliche Vorteile. Sie befinden sich in unmittelbarer Nähe von zwei wichtigen Zentralen: der Heizzentrale und der 50/20 kV-Trafostation. Die zentrale Leitwarte kann an ihrem bisherigen Standort im Centre Est verbleiben und nach gewissen baulichen Anpassungen mit den technischen Betriebsdiensten verbunden werden.

Als Eingang Ost der ETHL soll das Äussere des BES einladend gestaltet werden. Die Dienstzugänge zu den Lagerräumen und Werkstätten werden deshalb ausnahmslos entlang der rückwärtigen Gebäudefassade angeordnet und durch einen für die Anlieferung bestimmten Hof erschlossen. Dieser soll zugleich auch als Wendeschlaufe für Lastwagen dienen.

Aus funktionellen Gründen wird das ganze Gebäude unterkellert. Das Untergeschoss wird durch den Leitungskanal Alpha in zwei nicht miteinander verbundene Teile getrennt. Der nördliche Teil ist für technische Räume vorgesehen.

Der südliche Teil wird als Garage für Motorfahrzeuge (75 Parkplätze) verwendet, als Ersatz für bestehende Aussenparkplätze auf dem BES-Areal. Diese ge1675

schlossene Garage dient insbesondere zum Abstellen der Dienstfahrzeuge zu Zeiten, an denen die ETHL geschlossen ist.

Architektonisch übernimmt das BES das Konzept und die Fassaden der Gebäude der ersten Bauetappe der ETHL, die es in östlicher Richtung verlängert.

222.5

Kosten

Der Kostenvoranschlag für das BES beläuft sich auf 33 480 000 Franken (Baukostenindex vom I.April 1989, Stand: 153,4 Punkte). In diesem Betrag sind aus Kostengründen gewisse Vorinvestitionen für mögliche künftige Erweiterungen gemäss Richtplan enthalten.

Kostenvoranschlag für Mobiliar und Einrichtungen

Fr.

Betriebseinrichtungen Mobiliar Wissenschaftliche Einrichtungen

l 800 000 800 000 900 000

Total

3 500 000

223

Infrastrukturanlagen (13510000 Fr.)

Der Bau des CRPP und des BES verursacht Erweiterungen und Anpassungen der Infrastrukturanlagen. Dazu kommen Erweiterungen im Zusammenhang mit allgemeinen Bedürfnissen der Hochschule.

223.1

Strassen (3 770 000 Fr.)

Definitiver Ausbau der an der Grenze ETHL/Universität Lausanne verlaufenden Strasse (Avenue Farei) (l 460 000 Fr.)

Um die Kosten klein zu halten, wurde die Avenue Forel 1973 in verhältnismässig leichter Bauweise, dem natürlichen Gefalle des Geländes folgend, erstellt.

Sie befindet sich heute in einem schlechten Zustand und bedarf einer Instandstellung.

Der Bau des BES bedingt eine Niveausenkung der Avenue Forel, damit keine Zufahrtsrampen zum BES und zu künftigen Erweiterungsbauten des Departements für Chemie der ETHL sowie zu geplanten Bauten für die Chemie-Institute der Universität Lausanne erstellt werden müssen.

Mit der vorgesehenen Absenkung der Avenue Forel kann das Niveau der Gebäude der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Lausanne an jenes der ETHL-Gebäude angeglichen werden. Dies wird künftig die Verbindungen zwischen den beiden Institutionen erleichtern, insbesondere mittels Passerellen über die Avenue Forel. Der Kanton Waadt beteiligt sich hälftig an den gemeinsam zu tragenden Kosten dieses Strassenausbaus.

1676

Erschliessungsstrasse CRPP (310000 Fr.)

Die Gebäude des CRPP sind durch eine Strassenschlaufe mit der Ringstrasse Süd verbunden. Im nördlichen Teil dieser Schlaufe sind in Übereinstimmung mit dem Quartier-Überbauungsplan 14 Parkplätze vorgesehen.

Erschliessung des Quartiers Les Friaudes (Phase 1) (2 000 000 Fr.)

Das Quartier Les Friaudes wird von der Nord-Süd-Hauptachse der EPFL durchschnitten, welche die Gemeinde Chavannes mit der Place de l'Esplanade der ETHL verbindet. Der baldige Baubeginn für die geplanten Studenten- und Personalwohnungen bedingt, dass eine erste Bauetappe dieser Verbindung in Angriff genommen wird, denn das Quartier hat keine anderen Zufahrtswege.

Die Fussgänger- und Radwegverbindung, die das Quartier in nordsüdlicher Richtung durchquert, ist auf ihrem südlichen Teilstück für den motorisierten Verkehr geöffnet (Zufahrt zu den Garagen der Wohnhäuser, für die Feuerwehr und die Lieferanten). Am Nordende wird sie die Sorge überbrücken. Diese Brücke wird allerdings erst in einer zweiten Phase zusammen mit dem nördlichen Teilstück der Fussgänger- und Radwegverbindung erstellt.

Ringstrasse West (Projektänderung gegenüber der vierten Phase der zweiten Etappe) Dieses Bauvorhaben entspricht einer Projektänderung gegenüber der Botschaft 1989 (BB1 1989 I 1415, Ziff. 223.2). Es sei daran erinnert, dass der im Rahmen dieser Botschaft für die Parkhalle Süd beantragte Kredit nicht bewilligt wurde.

Deshalb kann auf den Bau eines Teilstücks der Ringstrasse Süd, das als Zufahrt zu dieser Halle notwendig gewesen wäre, verzichtet werden. Der dafür bewilligte Kredit (BB vom 5.Okt. 1989; BB1 1989 III 957) in der Höhe von l 314000 Franken soll für den Bau des mittleren, noch fehlenden Teilstücks der Ringstrasse West verwendet werden. Die Fertigstellung dieser Erschliessungsstrasse wird die internen Verbindungen zwischen dem Nordwest- und dem Südwestquartier der ETHL sehr erleichtern. Diese führen gegenwärtig über die verkehrsreiche Kantonsstrasse.

Die Kosten für den Bau dieses Strassenstücks von 175 m Länge sind gleich hoch wie jene für den aufgegebenen Sektor der Ringstrasse Süd.

223.2

Primäre Medienversorgung (2 600 000 Fr.)

223.21

Begehbare Leitungskanäle (770 000 Fr.)

Der Bau des CRPP und des BES verursacht eine Erweiterung des Netzes der begehbaren Leitungskanäle. Im Falle des CRPP ist diese Erweiterung sehr bescheiden; bedeutender ist sie im Falle des BES, wo sie eine Umgestaltung der Anschlussstelle Universität Lausanne - ETHL und eine Verlängerung des Kanals Beta des Departements für Chemie in südlicher Richtung bedingt. Die Ver-

1677

längerung des Kanals Beta stellt eine Vorinvestition dar, da die entsprechenden Bauarbeiten nach Erstellung des BES nur unter erschwerten Bedingungen und mit beträchtlichen Mehrkosten ausgeführt werden könnten.

223.22

Leitungsnetz (1830000 Fr.)

Der Anschluss des CRPP und des BES erfordert die Ausstattung der neuen Kanäle mit dem Medienverteilnetz. Davon ausgenommen ist die einstweilen nur im Rohbau erstellte Verlängerung des Kanals Beta des Departements für Chemie. Beim Anschluss des BES geht es darum, die Anschlussstelle Universität Lausanne - ETHL zu einer Abzweigungsstelle zu erweitern.

223.3

Diverse Netzanschlüsse (3 490 000 Fr.)

Provisorische Versorgung der Femmeldebetriebszentrale der PTT (460 000 Fr.)

Entsprechend der Vereinbarung zwischen der ETHL und der PTT vom 12. Oktober 1987 errichtet die Fernmeldedirektion der PTT auf dem Gelände der ETHL eine Richtstrahlleitzentrale. Aus Gründen des erforderlichen Sichtkontakts mit den anderen Relaisstationen, musste für diese Zentrale ein Standort gewählt werden, der durch das Medienverteilnetz der ETHL noch nicht erschlossen ist. Die Kosten für die provisorischen Anschlüsse gehen zulasten der PTT, mit Ausnahme des Teilstücks auf dem BES-Areal.

Vorinvestition für den Anschluss des Quartiers Les Friaudes an das Infrastrukturnetz der ETHL (l 030 000 Fr.)

Die Trinkwasserversorgung und die Ableitung des Regen- und des Brauchwassers des Quartiers Les Friaudes erfolgen über kommunale Netze, die entlang oder durch die Parzelle verlaufen.

Im Richtplan für Ver- und Entsorgung der ETHL ist das Quartier Les Friaudes bezüglich der Heizung und der Stromversorgung einbezogen. Beim gegenwärtigen Planungsstand für dieses Quartier sind diese Netze noch nicht vorhanden.

Für den Anschluss der ersten Bauten sind deshalb provisorische Lösungen vorzusehen. Der angeforderte Kredit bezieht sich auf Vorinvestitionen, die für den späteren Anschluss des Quartiers an die entsprechenden Netze der ETHL notwendig sind.

Erweiterung der Infrastrukturanlagen für den Anschluss des geplanten Wissenschaftsparks auf dem Gelände der ETHL (PSE) (2 000 000 Fr.)

Die Verwirklichung des Wissenschaftsparks bedingt eine Erweiterung der Infrastrukturanlagen des Sektors Südwest der ETHL. Die «Stiftung Wissenschaftspark» kann sich mittels Entrichtung von Anschlussgebühren an die Infrastruk1678

turanlagen der ETHL anschliessen lassen. Die Gebühren werden nach den Tarifen der Industriellen Werke der Stadt Lausanne berechnet. Es handelt sich um eine erste Erweiterungsphase der Infrastrukturanlagen des Sektors Südwest der ETHL.

223.4

Diverse Bauarbeiten (3 650 000 Fr.)

Es handelt sich im wesentlichen um folgende Arbeiten im Bereich der Infrastrukturanlagen: Verlegung der 50 kV-Einspeisung (270 000 Fr.)

Zum Zeitpunkt des Anschlusses der ETHL an die regionale Elektrizitätsversorgung war das Netz der Leitungskanäle noch unvollständig. Deshalb verläuft derzeit die 50kV-Elektroeinspeisung teilweise noch nicht in Leitungskanälen.

Diese provisorische Leitungsführung durchquert den Baustellenbereich des BES. Neu werden darum die Kabel in den Verbindungskanal zur ETHL-Heizzentrale verlegt. Nach dieser Verlegung erfolgt die 50 kV-Einspeisung auf dem ETHL-Gelände vollständig in Leitungskanälen.

Regen wasser-Sammelkanal für den Sektor Südost (l00 000 Fr.)

Im Sektor Südost des ETHL-Geländes gibt es noch keine Regenwasserableitung. Die Erstellung der PTT-Fernmeldebetriebszentrale macht den Bau einer tiefliegenden Sammelleitung notwendig, die entlang der Kantonsstrasse bis zum bestehenden unterirdischen Anschluss gegenüber dem Chemin du Pâqueret verläuft. Der angeforderte Kredit von 100000 Franken entspricht dem Kostenanteil des Bundes an die von der PTT ausgeführten und grösstenteils finanzierten Arbeiten.

Anschluss des BES und der CRPP-Gebäude an die zentrale Leitwarte (FCC) und erforderliche bauliche Anpassungen (430 000 Fr.)

Die Indienststellung der angeführten neuen Gebäude erfordert Erweiterungen in der zentralen Leitwarte. Der Umfang dieser Erweiterungen kann dank der Verwendung von dezentralen programmierbaren Automaten eingeschränkt werden. Im übrigen führt die Verlegung des Betriebsdienstes in das BES zu einigen baulichen Anpassungen in den Räumlichkeiten der zentralen Leitwarte (siehe Ziff. 222.4), die auf 170000 Franken veranschlagt werden.

Erhöhung der Kühlwasser-Pumpkapazität (920 000 Fr.)

Der Kühlwasserbedarf steigt stetig an, insbesondere wegen der ständigen Vermehrung der Informatikeinrichtungen. Ausserdem benötigen die wissenschaftlichen Einrichtungen des CRPP - Tokamak TCV, Stossgenerator und Gyrotrone - grosse Mengen von Kühlwasser. Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Tokamak TCV wird der Bedarf der ETHL während der Sommermonate an der

1679

oberen Grenze der bestehenden Pumpkapazität liegen. Eine Kapazitätserhöhung in der Heizzentrale ist deshalb nötig.

Anschluss der wissenschaftlichen und der Betriebseinrichtungen an das Medienverteilnetz (880 000 Fr.)

Dieser Betrag umfasst die Einrichtung und den Anschluss der wissenschaftlichen und der Betriebseinrichtungen an die Verteil- und Entsorgungsnetze der ETHL.

Anpassung der Signalisation (140000 Fr.)

Die Indienststellung jedes neuen Gebäudes macht eine Anpassung der Signalisation notwendig. Diese Anpassung ist im Falle des BES besonders wichtig (Eingang Ost der ETHL, Haltestelle der öffentlichen Verkehrsmittel, Orientierungsstelle für Lieferanten).

Diverse Arbeiten (910000 Fr.)

In diesem Betrag sind die Kosten der Vorbereitungsarbeiten für die verschiedenen Baustellen zusammengefasst: Fr.

Baustellenzufahrten und Massnahmen zur Aufrechterhaltung des Verkehrs auf der Avenue Forel während der Bauarbeiten ..

Baubaracken und Baustellentafeln, provisorische Lagerbaracke für den Elektro-Dienst Provisorische Baustellenanschlüsse (Strom, Wasser) Wiederaufforstung entlang der Sorge

160 000 280 000 400 000 70 000

224

Allgemeine Kosten und Reserve für Unvorhergesehenes (11 010000 Fr.)

224.1

Allgemeine Kosten (6210000 Fr.)

Als allgemeine Kosten gelten Gebühren für Baubewilligungen und Anschlüsse an öffentliche Netze (1,9 Mio. Fr.), Kosten für Heliografien, Modelle und andere Reproduktionsarbeiten (1,7 Mio. Fr.), Honorare für Vermessungsarbeiten und Sonderstudien (1,4 Mio. Fr.), Energieverbrauch während der Bauzeit (0,5 Mio. Fr.) sowie Aufwendungen für Baustellenüberwachung, Materialprüfungen, Bau von Prototypen und Expertisen (0,7 Mio. Fr.). Aufgrund von Erfahrungswerten des AFB werden dafür sieben Prozent der Baukosten eingesetzt.

1680

224.2

Reserve für Unvorhergesehenes (4 800 000 Fr.)

Nach den Weisungen des Amtes für Bundesbauten sind im Kostenvoranschlag als Reserve für Unvorhergesehenes fünf Prozent der gesamten Baukosten enthalten.

225

Rekapitulation der Kosten für die fünfte Phase der zweiten Etappe (119400000 Fr.)

Die Kosten für die Realisierung der fünften Phase der zweiten Etappe werden für die Bauarbeiten auf 100700000 Franken und für die Erstausstattung (wissenschaftliche und Betriebseinrichtungen, Mobiliar) auf 18700000 Franken veranschlagt. Die detaillierte Aufteilung nach Kostenstellen und KostenartenHauptgruppen ist aus Tabelle l (Anhang 2) ersichtlich.

226

Finanzielle und personelle Auswirkungen

226.1

Auswirkungen auf die Betriebskosten

Die Betriebskosten umfassen die Energiekosten (Heizung, Wasser, Elektrizität und Kühlwasser) und den laufenden Unterhalt der haustechnischen Einrichtungen sowie die Kosten für die Reinigung und den Hausdienst.

Die zusätzlichen Betriebskosten, die sich aus der Inbetriebnahme der CRPPGebäude ergeben, werden auf 170000 Franken jährlich geschätzt, dies unter der Annahme, dass der Bund die Gebäude auf dem Gelände Les Cèdres aufgibt. Es handelt sich diesbezüglich um eine grobe Betriebskostenschätzung, die weitgehend vom Umfang des Medienverbrauchs für die durchgeführten Forschungsarbeiten abhängig ist. Die Betriebskosten, die sich aus der Indienststellung des BES ergeben, werden sich vollumfänglich im Budget der ETHL niederschlagen, da in diesem Fall keine bestehenden Räumlichkeiten aufgegeben werden. Deren Kosten werden auf 320 000 Franken pro Jahr veranschlagt.

226.2

Personelle Auswirkungen

Die Erhöhung des Personalbestandes, insbesondere für die Sektion Bauten und Betrieb, ist in der Personalplanung der ETHL berücksichtigt.

3

Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETHZ)

31

Allgemeine Übersicht über die Bauplanung der ETHZ

311

Planungsgrundlagen

Für die Erfüllung der heutigen Lehr- und Forschungsaufgaben der ETHZ wirken sich die knappen und ungenügenden Raumverhältnisse an den beiden

1681

Hauptstandorten ETH-Zentrum · und ETH-Hönggerberg stark einschränkend und erschwerend aus. Zu dieser sehr angespannten Raumsituation haben vor allem die folgenden Faktoren und Entwicklungen beigetragen: Zunahme der Zahl der Studierenden Seit dem Bezug des letzten grossen Neubaus im Jahre 1979 (Institutsgebäude Elektrotechnik im ETH-Zentrum) hat die Zahl der Studenten um 56 Prozent auf 11 187 im Jahre 1989 zugenommen. Diese Zunahme um 4011 Studenten in den letzten zehn Jahren ist dabei wesentlich grösser als die Gesamtzahl der Studenten an der ETHL im Jahre 1989. An der ETHZ dürfte die Gesamtzahl der Studenten in den Jahren 1991/92 weiter bis gegen 11 500 ansteigen.

Neue Ausbildungsbedürfnisse Neue Ausbildungsbedürfnisse führten zur Schaffung neuer Diplomstudiengänge für Informatik (1981), Werkstoffe (1981), Umweltnaturwissenschaften (1987) und Betriebs- und Produktionswissenschaften (1989), einer neuen Vertiefungsrichtung Umwelttechnik (1989) sowie im Rahmen der zu fördernden Weiterbildung zur Einführung neuer Nachdiplomstudiengänge.

Förderung der neuen Technologien und der Umweltwissenschaften Zur Förderung der Lehre und Forschung in den neuen Technologien und in den Umweltwissenschaften wurden zusätzliche Mittel eingesetzt: Gemäss bewilligter Professorenplanung werden für die Jahre 1988 bis 1991 gegen 40 neue Professuren in den Förderungsbereichen geschaffen. Das ungenügende Raumangebot verzögert die Besetzung dieser Professuren stark.

Sanierung von älteren Gebäulichkeiten im ETH-Zentrum Im ETH-Zentrum verfügt die ETHZ über verschiedene ältere Gebäude, die betrieblich und sicherheitstechnisch den heutigen Anforderungen nicht mehr genügen. Sie bedürfen in nächster Zeit einer umfassenden, aufwendigen Sanierung. Damit die Sanierungsaufwendungen in den teilweise denkmalgeschützten Bauten nicht unverhältnismässig hoch werden, müssen diese einer neuen Nutzung mit zum Teil niedrigerem Ausbaustandard zugeführt werden. Als Ersatz müssen anderswo neue Räumlichkeiten für Lehre und Forschung mit hohen haustechnischen Ausbauanforderungen erstellt werden.

Prognose des Raumbedarfs Die vorliegenden Abschätzungen führen bis 1996 zu einem zusätzlichen Raumbedarf von rund 31 000 m 2 Hauptnutzfläche, ohne Berücksichtigung der bereits bewilligten und in Realisierung befindlichen Bauvorhaben, und langfristig bis zum Jahr 2016 zu einem Zusatzbedarfgegenüber heute von rund 80000 m 2 .

Von den rund 282 000 m 2 Hauptnutzfläche, über die die ETHZ Ende 1989 verfügte, befinden sich 19 300 m 2 in Mietliegenschaften und 1200 m 2 in ETH-eigenen Provisorien, die in den letzten drei Jahren erstellt wurden. Allein im Räume Schlieren hat die ETHZ 7400 m2 gemietet. Diese auf 36 Standorte verteilten Mietflächen erschweren und verteuern den Betrieb sehr.

1682

312

Ausbaukonzept der ETHZ

Da im dicht überbauten ETH-Zentrum im Gegensatz zur ETH-Hönggerberg nach Realisierung des mit der Baubotschaft 1989 bewilligten Institutsgebäudes Clausiusstrasse (erste Etappe) praktisch keine Ausbaureserven mehr bestehen, muss mittelfristig ein grösserer Lehr- und Forschungsbereich im Rahmen einer neuen Ausbauetappe vom ETH-Zentrum auf den Hönggerberg verlegt werden.

Nach Analyse möglicher Standortzuteilungen verbleiben die Ingenieurbereiche mit Ausnahme des Bauwesens wie bisher schwerpunktmässig im ETH-Zentrum, auf dem Hönggerberg sind vor allem die naturwissenschaftlichen Bereiche zusammenzuführen und für den Bereich der Umweltwissenschaften ist die bestehende Zusammenarbeit mit der EAWAG noch zu verstärken. Unter Berücksichtigung weiterer Gesichtspunkte wie aktuelle und zukünftige Sanierungsbedürfnisse, das standörtliche Zusammenführen von verwandten Lehr- und Forschungseinheiten, ist für den weiteren Ausbau der ETH-Hönggerberg folgende erste Ausbauetappe vorgesehen: - in einer ersten Phase: Verlegung der Departemente Chemie und Werkstoffe vom ETH-Zentrum auf den ETH-Hönggerberg und Schaffung der zusätzlichen zentralen Einrichtungen für die Lehre und die Infrastruktur; - in einer zweiten Phase: Zusammenführen der chemienahen Biologieinstitute auf dem ETH-Hönggerberg (Verlegung der Institute für Biochemie und Mikrobiologie vom ETH-Zentrum auf den ETH-Hönggerberg).

313

Zukünftige Ausbauprojekte

Basierend auf diesem Ausbaukonzept sind folgende Projekte in Vorabklärung und Planung: - erste Ausbauetappe der ETH-Hönggerberg für die Departemente Chemie, Werkstoffe und Biologie sowie für die zentralen Einrichtungen; - zweite Etappe des im Bau befindlichen Institutsgebäudes Clausiusstrasse für das Departement Maschinenbau, Betriebs- und Produktionstechnik; - Sanierung der Chemie-Altbauten und des Institutsgebäudes für Physikalische Chemie; - Sanierung des Gebäudes Naturwissenschaften West im ETH-Zentrum; - Verlegung der Versuchsanstalt für Wasserbau, Hydrologie und Glaziologie (V A W) auf den ETH-Hönggerberg und Sanierung der von dieser bisher belegten Räumlichkeiten im ETH-Zentrum für das Departement für Elektrotechnik.

Bei der Lösung der Raumprobleme der ETHZ kommt der baulichen Entwicklung der ETH-Hönggerberg eine Schlüsselstellung zu. Wir werden Ihnen dieses Bauvorhaben, dessen Realisierung grosser Anstrengungen bedarf, in einer künftigen Baubotschaft vorlegen.

1683

32

Liegenschaftserwerb auf dem Hochschulareal Hönggerberg (13300000 Fr.)

321

Ausgangslage

Praktisch im Zentrum des Hochschulareals auf dem Hönggerberg, direkt an das Gebäude des Bauwesens und an die Busstation anschliessend, liegt das noch einzige Grundstück in privater Hand. (Das ETH-Areal mit einer Fläche von rund 46 ha ist durch die Bauordnung für das Gebiet des Hönggerbergs, welche am 2. Dez. 1968 durch den Regierungsrat des Kanton Zürich in Kraft gesetzt wurde, festgelegt.) Dieses Grundstück von 3839 m2, auf welchem sich eine Lagerhalle mit Magazin und ein Mehrfamilienhaus befindet, ist vollkommen von Land in Besitz der Eidgenossenschaft umschlossen, in Richtung Affoltern von der bestehenden ETH-Überbauung , in Richtung Höngg vom noch nicht überbauten Reserveland (s. Situationsplan im Anhang l, Abb. 4). Der Erwerb dieser Landparzelle scheiterte bei der Arrondierung des Hochschulareals in den sechziger Jahren mangels Realersatz, auch die eingeleitete Expropriation wurde in den Jahren 1974/75 von der Eidgenossenschaft abgebrochen.

322

Begründung

Im Jahre 1985 wurden die Planungsarbeiten im Hinblick auf die Ausnützung des gemäss Bauordnung ausgeschiedenen, noch nicht überbauten Geländes des ETH-Areals auf dem Hönggerberg aufgenommen. Um die optimale Nutzung und das Ausnützungsmass des ETH-Areals unter Berücksichtigung der städtebaulichen und landschaftlichen Aspekte abklären zu können, wurde in Absprache mit der Stadt Zürich im Sommer 1988 durch das Amt für Bundesbauten im Auftrag des Eidgenössischen Departementes des Innern ein öffentlicher Richtplan-Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Die im Rahmen dieses Wettbewerbs ausgewerteten Projekte haben gezeigt, dass es landschaftlich und städtebaulich vertretbar ist, die von der ETHZ benötigte und gemäss dem Amt für Bundesbauten zulässige Hauptnutzfläche von 80 000 m 2 unter Freihaltung grosser Grünflächen zu realisieren. Der aufgrund dieses Wettbewerbs erarbeitete Richtplan wurde im Dezember 1989 dem Stadtrat der Stadt Zürich vorgestellt und berücksichtigt nach dessen Beurteilung die wesentlichsten planerischen und städtebaulichen Anliegen der Stadt Zürich.

Die eingereichten Projekte des Richtplan-Ideenwettbewerbs zeigten zudem, dass ohne Erwerb des zur Diskussion stehenden privaten Grundstückes eine bauliche Nutzung des vorhandenen Reserveareals in Richtung Höngg stark beeinträchtigt wenn nicht gar unmöglich ist. Gemäss dem erarbeiteten Richtplan liegt das zum Kauf beantragte Grundstück vollständig in der Bebauungszone für die geplante erste Ausbauetappe (Verlegung der Departemente Chemie und Werkstoffe vom ETH-Zentrum auf den Hönggerberg).

Bereits im Jahr 1986 wurden darum erneute Verhandlungen mit dem Eigentümer des Grundstücks aufgenommen. Verschiedene Varianten für den Abtausch des Grundstückes innerhalb des ETH-Areals kamen aus baurechtlichen Gründen nicht in Frage und auch ein Realersatz im Räume Zürich konnte nicht ge1684

funden werden. Nachdem im beiderseitigen Einvernehmen eine Verkehrswertschätzung durch eine unabhängige Instanz im Frühjahr 1990 vorgenommen wurde, erklärte sich der Eigentümer zum Verkauf des Grundstückes mit den darauf befindlichen Liegenschaften auf spätestens den 15. Mai 1991 bereit.

323

Kosten

Der Preis für den Erwerb des Grundstückes von 3839 m 2 Fläche mit den darauf befindlichen Liegenschaften beträgt 13 200 000 Franken, zuzüglich Nebenkosten von rund 100 000 Franken. Im Kaufvertrag, der den Vorbehalt der Zustimmung der eidgenössischen Räte enthält, wird zudem dem bisherigen Eigentümer ein Mietrecht für die Lagerhalle mit Magazin zu den ortsüblichen Bedingungen bis zum 1. April 1994 zugesichert.

33

Investitionsbeitrag an den Bau zusätzlicher Studentenwohnungen in Zürich (2 500 000 Fr.)

331

Heutige Unterkunftssituation für Studenten in Zürich

Die ETHZ hat in einer umfangreichen Untersuchung die Wohnsituation für Studenten in Zürich abgeklärt und Vorschläge zur Linderung der studentischen Wohnprobleme ausgearbeitet: Gemessen an der heutigen Studentenzahl (Wintersemester 1989/90: 11 187) kann die ETHZ nur für 1,8 Prozent ihrer Studenten kostengünstigen Wohnraum zur Verfügung stellen (202 Betten). In der Schweiz variieren die entsprechenden Werte zwischen 4 und 8 Prozent. In der Region Lausanne mit Universität und ETHL belaufen sie sich auf 4,6 Prozent.

Im Raum Zürich stehen für 31 877 Studenten an der ETHZ und Universität Zürich 1579 Studentenwohnungen und -wohnplätze zur Verfügung. Gemessen an der Gesamtzahl der Studierenden in Zürich entspricht dies einer Quote von 4,9 Prozent, die im Vergleich zu den Verhältnissen an anderen schweizerischen Hochschulstandorten am untern Ende der Skala liegt. Von diesen Studentenwohnplätzen befinden sich 748 in Liegenschaften, die von der Studentischen Wohngenossenschaft Zürich (WOKO) verwaltet werden (darunter auch 192 Zimmer in einer Liegenschaft des Bundes; weitere zehn Zimmer, die im Eigentum des Bundes stehen, werden von der ETHZ direkt vermietet) und 831 entfallen auf gemeinnützig betriebene Studentenwohnheime.

Wegen der starken Zunahme der Studenten an beiden Zürcher Hochschulen nimmt der Bau neuer Studentenwohnungen dringlichen Charakter an. Während die Anzahl der vom Bund zur Verfügung gestellten 202 Betten seit 1971 unverändert geblieben ist, hat sich die Zahl der Studenten an der ETHZ von 6922 um 62 Prozent auf 11 187 im Jahre 1989 erhöht. Die Gesamtzahl der Studenten an der Universität und der ETHZ hat sich in dieser Zeit von 15 940 auf 31 877 verdoppelt.

Die Vermietung von Zimmern durch Privatpersonen wird durch das sukzessive Verschwinden grosser Altbauwohnungen sehr erschwert. Die Mietpreise von l-Zimmer-Wohnungen in Neubauten oder renovierten Häusern sind für die 1685

Studenten-Budgets zumeist unerschwinglich. Zudem ist die Zahl der Studenten, die eine unabhängige Wohngelegenheit vorziehen, im Zunehmen begriffen. Die Sozialdienste beider Zürcher Hochschulen unternehmen alljährlich vor Beginn eines neuen Studienjahres eine Aktion zur Vermittlung von Wohngelegenheiten an neueingeschriebene Studenten. Die Wohnungssuche gestaltet sich von Jahr zu Jahr schwieriger. Wurden 1964 der Wohnungsvermittlungsstelle beider Hochschulen noch 2800 Zimmer von privaten Eigentümern angeboten, ist diese Zahl im Jahr 1988 auf 1050 abgesunken. Der durchschnittliche Mietzins stieg dabei von 125 auf 350 bis 400 Franken pro Monat für möblierte Zimmer in Untermiete.

Um die prekäre Wohnsituation der Studenten der Zürcher Hochschulen (ETH und Universität) zu verbessern und das Angebot an verbilligtem Wohnraum zu erhöhen, haben der Bund, der Kanton und die Stadt Zürich zusammen mit der WOKO die «Stiftung für studentisches Wohnen» errichtet, mit dem Zweck, Gemeinwesen und Private auf das studentische Wohnungsproblem aufmerksam zu machen und von ihnen Beiträge zu dessen Lösung zu erbitten.

332

Organisation und Zweck der Stiftung für studentisches Wohnen

Unter dem Namen «Stiftung für studentisches Wohnen» haben die Schweizerische Eidgenossenschaft, der Kanton Zürich, die Stadt Zürich und die Studentische Wohngenossenschaft Zürich (WOKO) eine privatrechtliche gemeinnützige Stiftung im Sinne von Artikel 80 ff. ZGB mit Sitz in Zürich errichtet.

Die Stiftung bezweckt u.a. die Bereitstellung, den Betrieb und die Erhaltung von preisgünstigem Wohnraum für in Zürich Studierende.

Die Stiftung kann Liegenschaften und Grundstücke erwerben, veräussern und überbauen, ausnahmsweise mieten sowie zur Erfüllung ihres Zweckes Schenkungen entgegennehmen. Die Stiftung kann zur Finanzierung ihrer Vorhaben Darlehen aufnehmen sowie ihre Grundstücke und Liegenschaften hypothekarisch belasten.

In den Organen der Stiftung sind der Bund, der Kanton Zürich, die Stadt Zürich und die WOKO vertreten.

Die Aufteilung der im Eigentum der Stiftung befindlichen Studentenunterkünfte auf Studenten und Studentinnen der ETHZ und der Universität Zürich soll nach Massgabe der vom Bund einerseits und von Kanton und Stadt Zürich anderseits geleisteten Investitionsbeiträge erfolgen.

333

Investitionsbeitrag an das projektierte Studentenwohnhaus Glaubtenstrasse

333.1

Projektbeschrieb und Kosten

Die Stiftung für studentisches Wohnen plant den Neubau eines Studentenwohnhauses mit 67 Zimmern an der Glaubtenstrasse in Zürich-Affoltern. Es liegt unweit der ETH-Hönggerberg, die zu FUSS leicht erreichbar ist. Das

1686

Grundstück steht im Eigentum der Stadt Zürich, die es der Stiftung zu einem günstigen Baurechtszins zur Verfügung stellt.

Das Bauprojekt gliedert sich in zwei Reihenhäuser (bzw. je zwei aneinander gebaute Gruppenhäuser) mit insgesamt 57 Zimmern und ein Einzelhaus mit zehn Zimmern.

Die zwei Reihen von vertikal organisierten, aneinander gebauten Gruppenhäusern sind parallel zu den Höhenkurven angeordnet. Der nordwestliche Baukörper ist auf die Baulinie längs der Glaubtenstrasse, der andere südöstlich auf die Grenze zur Freihaltezone gestellt. Ein Verbindungstrakt teilt den zwischen den schmalen Gebäudekörpern liegenden Raum in zwei Höfe. Ein zweigeschossiger Durchgang unter diesem Quertrakt verbindet die beiden Höfe. Alle Wohnungen sind von dieser Hofebene aus erschlossen. Vom Durchgang aus erfolgen auch die Zugänge zu den allgemeinen Räumen wie Mehrzweckraum, Musikzimmer, Waschküche und Parkgarage.

Das Einzelhaus mit zehn Zimmern, das sich gut in die Bebauungsstruktur des Quartiers einpasst, ist auf dem engen Parzellenteil am Rebhüsliweg vorgesehen.

Die Baukosten des projektierten Studentenhauses werden auf 8 000 000 Franken veranschlagt. Sie schliessen die Erstellung der von der Stadt Zürich verlangten 16 Garageplätze ein. Auf den Bau entfallen 7 600000 Franken und auf die Möblierung 400 000 Franken.

333.2

Finanzierung

Der Finanzierung liegt die Zielsetzung zugrunde, dass der monatliche Mietzins (inkl. Nebenkosten) pro Zimmer 300 Franken nicht übersteigen soll. Gestützt auf die Erfahrungen mit den bestehenden Studentenhäusern erreichen die monatlichen Nebenkosten etwa 110 Franken pro Zimmer; als monatlicher Beitrag der Mieter an die Verzinsung und Amortisation der Investitionskosten verbleiben demnach etwa 190 Franken pro Zimmer. Diese Nettomieteinnahmen, zusammen mit den Mieterträgnissen der kostendeckend zu vermietenden Garagen (voraussichtlich 145 Fr. pro Monat) zu 6 Prozent kapitalisiert, ergeben einen Mietertragswert von 3 000 000 Franken, den das Studentenwohnhaus zur Finanzierung der Baukosten beisteuert und bis zu dem die Stiftung eigenwirtschaftlich Hypotheken aufnehmen kann.

Der für die Studentenunterkünfte erforderliche Investitionsbeitrag der öffentlichen Hand ermittelt sich wie folgt: Fr Baukosten ./. Mietertragswert (6%) Erforderlicher Investitionsbeitrag der öffentlichen Hand

8 000 000 - 3 000 000 5 000 000

Die vorgesehene Finanzierung ermöglicht eine ausgeglichene Betriebsrechnung des Studentenwohnhauses Glaubtenstrasse.

Der Investitionsbeitrag der öffentlichen Hand von insgesamt 5 000 000 Franken soll zu 50 Prozent durch den Bund und zu 50 Prozent gemeinsam von Kanton 1687

und Stadt Zürich aufgebracht werden. Auf den Bund entfallen somit 2 500 000 Franken. Die Zahlungen gehen zulasten der Rubrik 330.463.03 «Studentisches Wohnen» der ETHZ.

Die Stiftung für studentisches Wohnen hat ein Beitragsgesuch von l 200 000 Franken an den Kanton Zürich und ein solches von l 200 000 Franken an die Stadt Zürich gerichtet. Die weiteren 100000 Franken hat die Universität Zürich der Stiftung für studentisches Wohnen aus einer Schenkung der Cedwig-Stiftung, Vaduz, zugesprochen.

4

Paul Scherrer Institut (PSI); Neubau eines Laborgebäudes mit Laborhalle auf dem Areal Ost sowie eines Laborgebäudes auf dem Areal West (39 400 000 Fr.)

41

Ausgangslage

Die beiden ehemaligen Annexanstalten, das Eidgenössische Institut für Reaktorforschung (EIR) und das Schweizerische Institut für Nuklearforschung (SIN) wurden mit Beschluss des Bundesrates auf den 1. Januar 1988 zum «Paul Scherrer Institut» (PSI) zusammengelegt.

Das PSI ist in fünf Forschungsbereiche (F1-F5) und zwei logistische Fachbereiche gegliedert. In einem Planungsdokument, das der Bundesrat am 13. März 1989 genehmigte, sind die Ziele, die Organisation und die mittelfristige Entwicklung des Personalbestandes und der Finanzen des PSI festgehalten. Ausgehend von dieser Planung bleibt der Bestand des durch Bundesmittel besoldeten Personals am PSI konstant. Demgegenüber nimmt der übrige Mitarbeiterbestand am PSI zu, einerseits durch den vermehrten Einsatz von projektorientierten Drittmitteln, andererseits dank zunehmender Beteiligung von Experimentatoren externer Institutionen am Forschungsprogramm des PSI.

Der Umfang der Aktivitäten in den Forschungsbereichen Kern- und Teilchenphysik (Fl) und Biowissenschaften (F2) bleibt im bisherigen Rahmen. Demgegenüber ist im Forschungsbereich Festkörperforschung und Materialwissenschaften (F3) durch die Zusammenfassung aller Tätigkeiten im Grundlagenund Anwendungsgebiet der Erforschung der kondensierten Materie ein Ausbau vorgesehen (Neutronenstreuung, Laser, Supraleitung usw.). Im Bereich der Energieforschung und Ingenieurwissenschaften wird Ausgewogenheit zwischen nuklearer (F4) und nichtnuklearer (F5) Energieforschung angestrebt. Dies erfordert einen erheblichen Ausbau der Forschung in den Bereichen der nichtnuklearen Energieerzeugung sowie, unter Einschluss der Alternativenergien, der rationellen Nutzung von Energie. Dazu werden zusätzlich zweckgebundene Drittmittel (Industrie, Nationaler Energieforschungsfonds [NEFF], Bundesamt für Energiewirtschaft [BEW]) eingesetzt. Organisatorisch sind diese Forschungsarbeiten neu im Forschungsbereich F5 unter der Bezeichnung «allgemeine Energieforschung» zusammengefasst.

Nach der Zusammenlegung der beiden Institute EIR und SIN erfolgten grössere Veränderungen in der Raumzuteilung. Dabei wurden vorhandene Reserven 1688

voll ausgeschöpft, um eine optimale Nutzung bestehender Gebäude zu erreichen. Trotz systematischer und konsequenter Vorgehensweise bei der Neuzuteilung hat sich gezeigt, dass das vorhandene Raumangebot dem durch neue und erweiterte Forschungsaufgaben erheblich angewachsenen Raumbedarf nicht genügt. Dies zeigt sich vor allem in den Forschungsbereichen Festkörperphysik und Materialwissenschaften (F3) und allgemeine Energieforschung (F5). Zugleich sollen die auf verschiedene Standorte verteilten Aktivitäten im medizinischen Sektor im Bereich Biowissenschaften (F2) zusammengefasst und dringend benötigte Räume für die Strahlentherapie und Radiobiologie geschaffen werden.

Da sich die Schwerpunkte der Aktivitäten dieser Bereiche einerseits auf dem West-, anderseits auf dem Ostareal befinden, drängt sich die Erstellung zusätzlicher Labor- und Büroräume beidseits der Aare auf.

42

Laborgebäude mit Laborhalle auf dem Areal Ost (22 400 000 Fr.)

421

Begründung des Vorhabens

Entsprechend dem eingangs erwähnten Planungsdokument soll die allgemeine Energieforschung (F5) wesentlich ausgebaut werden, um Ausgewogenheit mit der nuklearen Energieforschung (F4) zu erreichen.

Im Forschungsbereich F5 werden grundlegende Probleme der Energietechnik bei der rationellen Nutzung fossiler Energien, bei der Speicherung und Umwandlung von Energie sowie die Möglichkeiten einer vermehrten Nutzung erneuerbarer Energien studiert. Ein Schwerpunkt bildet auch die Erforschung der Auswirkungen der Energienutzung auf die Umwelt (Schadstofftransport, Analyse der Schadstoffströme usw.). Das Programm wird gegenüber den früheren EIR-Tätigkeiten deutlich ausgebaut. Dabei werden einerseits bereits vorhandene Ansätze - soweit sie in das neue Leitbild passen - verstärkt, andererseits aber auch neue Themen aufgenommen. Generell wird in allen bestehenden Forschungsaktivitäten das Schwergewicht auf Experimente gelegt. Als Grundausstattung werden dazu moderne Geräte zur Strukturuntersuchung und Charakterisierung von Materialien, Oberflächen und chemischen Reaktionen mit Methoden der Röntgendiffraktometrie, der Thermographie, der Elektronen-Spektroskopie und der Gaschromatographie/ Massenspektroskopie benötigt. Dieses Konzept führt zu einem wesentlich höheren Bedarf an Experimentierraum, Labors, Lagerräumen und Büros. Der Raumbedarf bildet einen kritischen Faktor für den programmgemässen Aufbau des Bereiches F5.

Nachfolgend wird ausführlicher auf Tätigkeiten im Bereich allgemeine Energieforschung (F5) eingegangen.

Untersucht wird die Speicherung von Wasserstoff durch Anlagerung an flüssige Kohlenwasserstoffe, mit den Vorteilen niedriger Langzeitspeicherkosten, leichter Langzeitlagerung und der Verwendung vorhandener Infrastruktur für Transport und Speicherung. Längerfristig wird die Forschung sich über den Wasserstoff hinaus auch auf andere Speichertechniken ausdehnen. Die in Metallen (z.B. Aluminium) gespeicherte Energie kann mit gutem Wirkungsgrad in Brenn1689

Stoffzellen in Elektrizität umgewandelt werden. Verbesserungen sind nach wie vor nötig bezüglich Leistungsdichte, Materialbeständigkeit usw. Später soll auch Forschung zu wiederaufladbaren Batterien hoher Energiedichte geleistet werden.

Mit der Hochtemperatur-Solartechnik kann die Sonnenenergie direkt in speicherbare und transportierbare chemische Energie überführt werden. Zu diesem Zweck werden die Problemkreise Konzentration der Sonnenstrahlung, Auffinden geeigneter Reaktionen und Prozessbedingungen sowie Verfahrenstechnik der Hochtemperaturreaktionen bearbeitet.

Die Hochtemperaturchemie (inkl. Thermo-Photochemie) stellt eine noch weitgehend unerforschte, potentiell wichtige Möglichkeit der Sonnenenergienutzung dar.

Die Verbesserung von Verbrennungsprozessen (thermischer Wirkungsgrad, Abgasemissionen) setzt experimentelle Untersuchungen voraus. Damit sind auch die Grundlagen für Modellbildung bzw. Modellvalidierung gegeben. Zum Einsatz gelangen verschiedene Laser-Methoden, welche zum Teil weiterentwickelt werden müssen. Diese Methoden sind universell einsetzbar, so zum Beispiel auch in der Umwelttechnik. Es werden zudem zukunftsweisende Verbrennungstechniken bzw. Abgasbehandlungsmethoden untersucht. Im Vordergrund stehen Wirbelschichtverbrennung, Verbrennung von Metallen, katalytische Verbrennung von Wasserstoff, Erdgas usw. sowie die Nachbehandlung von Dieselabgasen. Auf dem Gebiete der Verbrennung von Öl und Gas unter hohem Druck wurde eine enge Zusammenarbeit mit der Industrie eingeleitet.

Mittelfristig ist ein Aufbau des Gebietes Recycling/Entsorgungstechnik in enger Zusammenarbeit mit den ETH vorgesehen. Dabei soll auch das im Bereich F4 vorhandene Know-how über Entsorgungsprobleme zum Einsatz kommen.

Die Arbeiten über Luftschadstoffe liefern einen Beitrag zum Verständnis und zur Modellierung der physikalischen und chemischen Vorgänge bei der Ausbreitung von Schadstoffen in der Atmosphäre unter Berücksichtigung einer feingegliederten Topographie. Die Ergebnisse dienen der Beurteilung anthropogener Auswirkungen auf das Klima, auf Ökosysteme sowie auf den Menschen und liefern wichtige Grundlagen zur Erarbeitung von Massnahmen sowie Argumente zu deren Durchsetzung. Die gewonnenen Erkenntnisse über den Transport von Schadstoffen sollen auch für die Abschätzung der Folgen von Unfällen mit Luftverschmutzung resp. der Vorbereitung sinnvoller Gegenmassnahmen für solche Fälle verwendet werden. Übergeordnetes Ziel von Systemanalysen ist es, zukünftige Problemkreise bei der Energieversorgung und deren Umweltrisiken frühzeitig zu erkennen. Basierend auf diesen Ergebnissen sollen Lösungsvorschläge für die Gestaltung zukünftiger Energieversorgungskonzepte gemacht und bezüglich Energiebilanz, Wirtschaftlichkeit und Umweltauswirkungen bewertet werden.

Neben den Arbeiten zum Verständnis der Vorgänge in der unteren Atmosphäre (wichtig für die Schadstoffimmissionen, siehe Luftschadstoffe) gibt es zwei weitere Schwerpunkte: Bei der ökonomischen Systemanalyse werden unter anderem Beispiele ökonomischer Folgen der Luftverschmutzung untersucht oder Auswirkungen von

1690

Massnahmen zur Emissionsreduktion von Luftschadstoffen auf die Immissionen modelliert.

Die Übertragung und Anpassung von Methoden der probabilitischen Risikoanalyse auf Probleme der allgemeinen Energietechnik und der industriellen Produktion wird vorerst im Bereich F4 bearbeitet.

Durch die allgemein stärkere experimentelle Ausrichtung des Forschungsprogrammes erhält die Detektorenentwicklung ein zusätzliches Gewicht. Es handelt sich dabei um experimentelle Apparaturen, die am PSI für die verschiedenen Experimentiergruppen aller Forschungsbereiche entwickelt, gebaut und getestet werden. Es ist geplant, die Detektorengruppen mit ihren Infrastrukturanlagen in diesen neuen Gebäuden zusammenzufassen. Gleichzeitig wird in der Laborhalle Raum für grössere Detektoren geschaffen, die gemeinsam mit auswärtigen Forschungsgruppen gebaut und auch getestet werden.

422

Raumprogramm

Das Raumprogramm ist wie folgt gegliedert:

Hauptnmzflächen in m 2

Laborgebäude Chemie-Labors für alle Forschungsthemen im Bereich F5 Physik-Labors für Arbeiten im Bereich F5 und für die Detektorenabteilung Büros allgemein Archiv, Lager, Zivilschutzräume Total Laborgebäude

750 350 400 190 1690

Laborhalle Experimentierflächen für F5 (Wasserstofftechnologie, Elektrochemie, Hochtemperatur-Solartechnik, Verbrennungsdiagnostik, Atmosphärenphysik u.a.)

Detektoren (Entwicklung, Bau, Tests), inkl. Reinraum Labors im Untergeschoss Lager im Untergeschoss Total Laborhalle Total Laborgebäude und Laborhalle

340 300 210 100 950 2640

Zusätzlich soll das Hallendach als Experimentierplatz (650 m2) für die Solartechnik und Atmosphärenchemie ausgestaltet werden.

423

Projektbeschrieb

423.1

Standort

Der Standort des geplanten Neubaus Laborgebäude mit Laborhalle befindet sich in unmittelbarer Nähe des Haupteingangs zum PSI-Ost (vgl. Situationsplan und Modellfoto im Anhang l, Abb. 5 und 6).

1691

Bei der Wahl dieses Standortes waren folgende Punkte mitbestimmend: - günstige Lage für Laborbauten im Areal Ost mit ausreichender Grundstückfläche - Nähe zum Haupteingang mit Zufahrt - gute Einfügung in die bestehende Bebauung, genügende Abstände - optimale Erschliessung mit allen Medien - spätere Erweiterung sowohl für Laborgebäude als auch für Laborhalle möglich; optimale Nutzung vorhandener Landreserven.

423.2

Laborgebäude

Es besteht aus Untergeschoss, Erdgeschoss, vier Obergeschossen sowie Dachaufbauten. Im Untergeschoss sind Zivilschutzräume für 100 Personen, Garderoben, Lager, Computerraum und eine kleine Werkstatt untergebracht. Im Erdund den Obergeschossen sind Chemie-, Physiklabors und Büroräume angeordnet. Der Dachaufbau enthält die erforderlichen Zentralen für Lüftung, Klimaanlagen und die Wärmerückgewinnung.

Der Laborbau basiert auf einem Rastermass von 1,80 m. Die Gebäudelänge beträgt 27,50 m resp. 29,20 m (15 Achsen resp. 16 Achsen inkl. Treppenkopf mit Längsgang und Lift). Die Gebäudebreite beträgt 16,65 m und der Mittelkorridor ist 2 m breit. Tiefe der Chemielabors 6,50 m, Physiklabors und Büros 6 m.

Das Laborgebäude stösst mit der westlichen Schmalseite an die Laborhalle, für die ein Annexgang die Verbindung zu Treppenhaus und Warenlift für jedes Stockwerk sicherstellt. Der ganze Bau ist flexibel geplant und für bestmögliche Raumunterteilungen und spätere Anpassungen konzipiert.

423.3

Laborhalle

Die Laborhalle besteht aus einer erdgeschossigen Halle mit 17,50 m Spannweite, plus 3 m Korridor, 38,40 m Länge und 9 m lichter Höhe resp. einer Kranhakenhöhe von 6,90 m. Sie basiert auf einem Rastermass von 6,30 m und ist flexibel unterteilbar und mit einem in Längsrichtung laufenden Kran ausgerüstet. Das ganze Hallendach wird als Experimentierplatz mit einer Nutzlast von 500 kg/m 2 ausgelegt. Es ist via Laborgebäude (Treppenhaus und Lift) erschlossen. Das Untergeschoss mit einer lichten Höhe von 3,10 m enthält Laborräume für Spezialgebiete (z.B. Laserforschung), Lager und die technische Infrastruktur. Es wird durch einen unterirdischen, begehbaren Leitungskanal mit dem bestehenden Technischen Labor verbunden. An zwei Stellen kann der Hallenboden geöffnet werden. Damit sind Experimente, die eine lichte Höhe bis zu 10 m benötigen, durchführbar.

Das Laborgebäude kann später bei Bedarf um 200 Prozent, die Laborhalle um 100 Prozent erweitert werden.

1692

423.4

Rohbau, Installationen und Ausbau

423.41

Laborgebäude

Rohbau Das ganze Gebäude ist als Stahlbeton-Skelettbau mit vorfabrizierten GeschossStützen und einseitigen, vertikalen Leitungsschächten konzipiert. Die Fassaden sind nichttragend und bestehen aus einer hinterlüfteten Zweischalenwand. Die Trennwände zwischen den Labors sind gemauert, die inneren Bürotrennwände bestehen aus vorfabrizierten Gipsplatten mit schallisolierenden Hohlräumen.

Die nichttragenden Zwischenwände aus Gips sind mit geringem Aufwand einund ausbaubar.

Installationen Bei den Betriebseinrichtungen wird eine allgemeine Grundausrüstung installiert. Die elektrische Versorgung erfolgt über die bereits vorhandene Transformatoranlage im bestehenden Technischen Labor. Die Niederspannungsverteilung befindet sich im zweiten Untergeschoss. Die elektrischen Installationen in den Geschossen umfassen die Büro- und Laborbeleuchtung sowie einen Brüstungskanal entlang den Fenstern mit Stark- und Schwachstromanschlüssen (Telefon-und EDV-Anschluss). In den Labors sind Anschlusskästen nach AFBNorm sowie SpezialSteckdosen mit 25 und 40 Ampère für einzelne Spezialgeräte vorgesehen. Alle Räume werden an der Brandmeldeanlage angeschlossen.

Die Wärmeerzeugung erfolgt über einen Umformer, welcher vom vorhandenen REFUNA-Fernheiznetz gespiesen wird. Alle nichtklimatisierten Räume werden durch Niedertemperatur-Radiatoren, welche mit Thermoventilen ausgerüstet sind, beheizt, wodurch ein sparsamer Energieeinsatz ermöglicht wird. Eine Kälteanlage wird installiert, um die in einzelnen Labors benötigten Umluftkühler zu versorgen.

Für die sanitären Anlagen sowie die Chemielabors werden die nötigen Leitungs-Trassees erstellt, mit Kalt- und Warmwasser und - wo benötigt - mit Pressluft ausgerüstet. Das Chemie- und Aktivabwasser wird im ersten Untergeschoss in Tanks gesammelt und periodisch entsorgt.

Betriebseinrichtungen/A usbau Die Chemielabors werden je nach Grosse mit einer bis zwei Abluftkapellen (Bundes-Norm) ausgerüstet (insgesamt 12). In den Kosten für Betriebseinrichtungen sind Aufwendungen für Abluft- und Abwasserkontrollen sowie deren Behandlung und die Laboreinrichtungen nach Bundes-Norm enthalten.

Der Innenausbau ist weitgehend standardisiert und auf Flexibilität und Nachrüstbarkeit ausgelegt. Bei der Materialwahl wird auf günstige Betriebs- und Unterhaltskosten Rücksicht genommen.

66 Bundesblatt. 142. Jahrgang. Bd. II

1693

423.42

Laborhalle

Rohbau Das Untergeschoss ist ganz im Erdreich und als massiver Ortsbetonkörper konzipiert. Grundwasser ist keines vorhanden. Die Halle ist in einer Stahlkonstruktion mit begehbarer Betondecke für Experimente vorgesehen. Die Fassadenverkleidung besteht aus trapezförmigen Aluminium-Blechen und darunterliegenden Kassetten als Wärmeisolation. Die Belichtung erfolgt zweiseitig durch hochliegende Oberlichtfenster und einem unteren Fensterband auf der Ostseite mit Toreinbauten.

Installationen Die Installationen bestehen aus einer allgemeinen Grundausrüstung mit den jeweiligen Ergänzungsmöglichkeiten für die speziellen Forschungsprojekte. Die elektrische Installation umfasst im besonderen die ganze Raumbeleuchtung mit Stecker und Brüstungskanälen für Telefon, Schwachstrom usw. Heizung und Lüftung erfolgen nach den speziellen Anforderungen der einzelnen Hallenabschnitte. Die allgemeine Hallenheizung besteht aus einer Grundlastheizung sowie Lufterhitzern.

424

Kosten

Für die Realisierung des Bauvorhabens ist ein Kredit von 22 400 000 Franken erforderlich. Davon entfallen 19200000 Franken auf den Bau und 3200000 Franken auf die Erstaustattung mit experimentellen Anlagen und mit Mobiliar.

Die Aufteilung auf die Kostenstellen und die Kostenarten-Hauptgruppen ist aus Tabelle 2 (s. Anhang 2) ersichtlich.

425

Finanzielle und personelle Auswirkungen

Die zusätzlichen jährlichen Betriebskosten (Löhne und Material) betragen für Gebäudereinigung und Umgebung, Medien und Energiekosten, Wartung und Bedienung sowie Hausdienst und Bewachung total 567 000 Franken.

Zusätzliches wissenschaftliches Personal wird aus Drittkrediten besoldet oder wird PSI- bzw. schulratsintern freigesetzt. Mit Ausnahme der Gebäudereinigung kann der Unterhalt mit bestehendem Personal durchgeführt werden.

43 431

Laborgebäude auf dem Areal West (17000000 Fr.)

Begründung des Vorhabens

Die im Bereich Biowissenschaften (F2) zusammengefassten medizinischen, pharmakologischen und strahlenbiologischen Forschungsgruppen sind auf verschiedene Standorte des PSI-Areals verstreut und teilweise in ungeeigneten Provisorien untergebracht. Das neue Laborgebäude erlaubt die betrieblich ratio1694

nelle Konzentration dieser Aktivitäten in der Nähe der von ihnen benützten Forschungsanlagen.

Der neu formierte Forschungsbereich Festkörperforschung und Materialwissenschaften (F3) vereinigt die Tätigkeiten in Grundlagen- und angewandter Forschung in kondensierter Materie. All diese Aktivitäten sollen erweitert und örtlich zusammengefasst werden. Als experimentelle Grundausstattung werden Grossgeräte benötigt zur Struktur- und Defektanalyse (Transmissionselektronenmikroskop) und zur Oberflächenbeschichtung von Festkörpern (SputteringAnlage). Diese Anlage soll insbesondere im Rahmen des Forschungsprogramms zur Physik der Oberflächen und dünner Schichten eingesetzt werden.

Im folgenden werden die hauptsächlichsten Tätigkeiten, die im neuen Laborgebäude zusammengefasst werden, beschrieben.

431.1

Tätigkeiten im Bereich Biowissenschaften (F2)

Im Bereich Biowissenschaften werden wissenschaftliche Fragestellungen in Medizin, Biologie, Pharmazie und Ökologie erforscht, in welche ionisierende Strahlung und radioaktive Stoffe involviert sind. Die hiefür benötigten Strahlungen werden am Forschungsreaktor SAPHIR und an den Teilchenbeschleunigern des PSI erzeugt.

Auf dem Gebiet neuartiger, biologisch äusserst schonender Diagnoseverfahren werden mit Hilfe eines Positron-Emissions-Tomographen (PET) biochemische Abläufe in lebenden Organismen untersucht. Diese für die Schweiz einmalige Anlage ist momentan in einem Provisorium untergebracht, das über keinen Raum für die Herstellung von Tracersubstanzen, die Vorbereitung der ambulanten Patienten und die Diagnostikauswertung verfügt. In Zusammenarbeit mit interessierten Universitätskliniken und der privaten Pharmaforschung sind innovative Forschungsprojekte angelaufen.

Seit kurzem wird am PSI die Anwendung von mittleenergetischen Protonenstrahlen in der Krebstherapie untersucht, welche eine schonende Behandlung der Patienten ermöglichen. Diese Arbeiten werden, falls sie Erfolg zeitigen, ausgeweitet. Die kazu benötigten Räumlichkeiten können mit dem Umzug der PET-Anlage in das neue Laborgebäude am heutigen PET-Standort zur Verfügung gestellt werden.

Am PSI ist der Aufbau einer Forschungsgruppe in klinischer Strahlenbiologie in Zusammenarbeit mit der Universität Zürich geplant. Diese ist für die Optimierung von Bestrahlungsverfahren in der Krebstherapie bedeutsam. Sie soll die Grundlagen liefern für die Charakterisierung der Schädigung von Tumorund gesundem Gewebe. Für diese Tätigkeiten müssen zusätzliche Labors und Büros bereitgestellt werden.

1695

431.2

Tätigkeiten im Bereich Festkörperforschung und Materialwissenschaften (F3)

Die Hauptforschungsrichtungen im Bereich F3 sind: Festkörperforschung, Materialwissenschaften, Chemie und Technische Physik. Sie stützen sich auf am PSI vorhandene grosse Forschungsanlagen wie Beschleuniger, Reaktor SAPHIR und die zurzeit gebaute Spallationsneutronenquelle (ETH-Baubotschaft vom 28. Mai 1986, BB1 1986 II 1149). Das PSI versteht sich hier als Benützerlaboratorium für interessierte Forschergruppen interner und externer Institutionen.

Für die folgenden PSI-eigenen Aufgabengebiete müssen zusätzliche Labor- und Büroräume geschaffen werden: Es ist vorgesehen, mit Teilen der bereits bestehenden Theoriegruppe in der Teilchenphysik eine neue Gruppe im Bereich F3 aufzubauen. Von zentraler Bedeutung ist dabei der Kontakt der Theoretiker zu den experimentell arbeitenden Forschergruppen.

Die Stossrichtung der Materialwissenschaften beinhaltet im Projekt PIREX Forschungsarbeiten, die die sogenannte «erste Wand» von Fusionsreaktoren betreffen. Sie ist eines der kritischen Elemente eines zukünftigen Fusionsreaktors, da sie durch die sehr intensive Neutronenstrahlung stark geschädigt wird.

Im PIREX-Experiment wird die Simulation dieser Strahlenschäden durch Bestrahlung der Materialproben mit 600 MeV-Protonen der PSI-Beschleunigeranlage erreicht. Das Forschungsprogramm wird von der ETHL wesentlich mitgetragen und von der EURATOM finanziell unterstützt. Die PIREX-Gruppe ist heute provisorisch auf dem Areal Ost untergebracht, gehört aber in die Nähe der Beschleunigeranlage auf dem Areal West. Ihre Einrichtungen werden vermehrt auch von externen Gruppen benützt.

In den Materialwissenschaften spielt die Neutronenstreuung eine wichtige Rolle. Mit ihrer Hilfe können Aufbau und Struktur von Materie erforscht und damit ein Beitrag zur Erforschung und Entwicklung neuer Werkstoffe geleistet werden. Aufbau und Betrieb der Spallationsneutronenquelle verlangen eine neue Gruppe «Neutronenstreuung», die Detektoren sowie Neutronenleiter entwickelt sowie Proben präpariert. Diese Gruppe wird mit einer grossen Anzahl neuer externer Benutzer zusammenarbeiten.

Ein weiteres sehr zukunftsträchtiges Forschungsgebiet bilden die Supraleiter.

Das Labor für Technische Physik hat bereits Vereinbarungen mit schweizerischen Industriefirmen über die Entwicklung von Supraleitern und deren Anwendung in der Energiespeicherung getroffen. Zusätzliches Personal wird hier vor allem mit Hilfe von Drittmitteln angestellt.

1696

432

Raumprogramm

Das Raumprogramm ist wie folgt gegliedert:

Hauptnutzfluchen in m2

Labors und Büros im PET-Bereich (Physiologie, medizinische Analytik, Computerraum, Patientenraum) Chemie-Labors Physik- und Biologielabors Rein-Räume Büros Labors im Untergeschoss Archive, Schutzräume

230 80 620 100 450 200 230

Total

1910

433 433.1

Projektbeschrieb Standort

Das Gebäude soll westlich der Nord-Süd verlaufenden Haupterschliessungsstrasse auf der für Labor- und Hilfsbetriebe reservierten Zone des Areals West erstellt werden, die nicht direkt mit den Experimentierhallen verbunden sein müssen (vgl. Situationsplan und Modellfoto im Anhang l, Abb. 7 und 8).

Zwischen dem bestehenden Laborgebäude l und den Bauten mit Werkstatt und Lagerräumen gibt es Platz für zwei weitere Laborgebäude gleicher Norm. Das hier vorgesehene Laborgebäude 2 belegt den Platz neben dem Gebäude l mit einem minimalen Gebäudeabstand von 12 m. Der Standort ist durch die vorgesehene Verwendung der neuen Räume klar gegeben. Einerseits besteht eine enge Beziehung zu den Tätigkeiten im Gebäude l (Teilchenphysik), andererseits sind die Beziehungen zur medizinisch orientierten Forschung auf dem südlichen Arealteil von Bedeutung.

433.2

Laborgebäude

Das bestehende Laborgebäude hat sich als sehr flexibel erwiesen. Es kann für technisch-physikalische Labors und Büros verwendet werden. Einzelne Räume haben denn auch laufende Zweckänderungen erfahren.

Der projektierte Neubau entspricht im Grundkonzept dem bestehenden Laborgebäude. Die Installationen entsprechen jedoch den spezifischen technischen Bedürfnissen der Benutzergruppen der Bereiche Biowissenschaften (F2) und Festkörperforschung (F3), ohne dass dadurch die Flexibilität in der Nutzung wesentliche Einbussen erleidet.

Das neue Laborgebäude 2 besteht aus zwei Untergeschossen, drei Vollgeschossen und einem zurückgesetzten Dachaufbau für technische Installationen, hauptsächlich für Apparate der Zu- und Abluftanlagen.

Das Erdgeschoss befindet sich l .80 m über dem bestehenden Terrain.

1697

Der Laborneubau basiert auf einem Rastermass von 1,80 m. Die Gebäudelänge beträgt 44 m (24 Achsen zu je 1,80 m, inkl. Treppe). Das Gebäude hat eine Breite von 15,60 m und der Mittelkorridor von 1,60 m. Geschosshöhen: 2. Untergeschoss 3,30 m, alle übrigen Geschosse 3,60 m. Der Dachaufbau soll minimal geplant werden und den technischen Erfordernissen entsprechen.

Gebäudenutzung: Der gemeinsame Eingang für Personal und gehfähige ambulante Patienten liegt ebenerdig in halber Höhe zwischen Unter- und Erdgeschoss. Für bettlägerige Patienten erfolgt die Zufahrt zum Bettenlift über einen separaten Eingang im Untergeschoss. Der gleiche Eingang und Lift dient auch der Anlieferung für die oberen Geschosse.

Im zweiten Untergeschoss befinden sich die Räume für die technische Infrastruktur und zwei Schutzräume.

Im ersten Untergeschoss sind die Räume für Diagnostik mit Positronen-Emissions-Tomographie (PET) sowie geschlossene Laborräume (insbesondere Speziallabors des Typs B und C) vorgesehen.

Im Erdgeschoss liegen auf der Nordseite Physik- und Biologielabors, auf der Südseite Büros.

Im ersten Obergeschoss befinden sich Physik- und Chemielabors sowie «Reinräume» mit Schleuse, im zweiten Obergeschoss Physiklabors auf der Nordseite und Büroräume auf der Südseite.

433.3

Rohbau, Installationen und Ausbau

Rohbau Das ganze Gebäude ist als Stahlbeton-Skelettbau mit vorfabrizierten GeschossStützen und vertikalen Leitungsschächten konzipiert. Die Fassaden sind nichttragend und bestehen aus einer hinterlüfteten Zweischalenwand. Die Trennwände zwischen den Labors sind gemauert, die inneren Bürotrennwände aus vorfabrizierten Gipsplatten mit schallisolierenden Hohlräumen. Die nichttragenden Zwischenwände aus Gips sind mit geringem Aufwand ein- oder ausbaubar.

Installationen Die elektrische Versorgung erfolgt über einen neuen Transformator im zweiten Untergeschoss mit Hochspannungsschaltanlage. Die elektrischen Installationen in den Geschossen umfassen die Büro- und Laborbeleuchtung sowie einen Brüstungskanal entlang den Fenstern mit Stark- und Schwachstromanschlüssen (Telefon- und EDV-Anschluss). In den Labors sind Anschlusskästen nach AFBNorm für einzelne Spezialgeräte wie Röntgenapparate vorgesehen. Alle Räume werden an der Brandmeldeanlage angeschlossen.

Die Wärmeerzeugung erfolgt über einen Umformer, welcher vom vorhandenen REFUNA-Fernheiznetz gespiesen wird. Alle nichtklimatisierten Räume werden durch Niedertemperatur-Radiatoren, welche mit Thermoventilen ausgerüstet sind, beheizt. Der grösste Teil der Räume im ersten Untergeschoss (PET-Abteilung) sowie die Reinräume im ersten Obergeschoss benötigen eine KJimatisie1698

rung. Eine Kälteanlage wird installiert, um die in einzelnen Labors vorgesehenen Umluftkühler zu versorgen.

Für die sanitären Anlagen sowie die Chemielabors werden die nötigen Leitungs-Trassees erstellt, mit Kalt- und Warmwasser und, wo benötigt, mit Pressluft ausgerüstet. Das Chemieabwasser wird im zweiten Untergeschoss in Tanks gesammelt und periodisch entsorgt.

Betriebseinrichtungen/Ausbau Die Chemielabors werden je nach Grosse mit einer bis zwei Abluftkapellen (Bundes-Norm) ausgerüstet. Die Reinräume erhalten Reinraumzellen. Es sind Einrichtungen für Abluft- und Abwasser-Kontrollen und -Behandlung, Abschirmmassnahmen in den PET-Räumen sowie die Laboreinrichtungen nach Bundes-Norm vorgesehen.

Der Innenausbau ist weitgehend standardisiert und auf Flexibilität und Nachrüstbarkeit ausgelegt. Bei der Materialwahl wird auf günstige Betriebs- und Unterhaltskosten Rücksicht genommen.

434

Kosten

Für die Realisierung des Bauvorhabens ist ein Kredit von 17000000 Franken erforderlich. Davon entfallen 13070000 Franken auf den Bau und 3930000 Franken auf die Erstaustattung mit experimentellen Einrichtungen und mit Mobiliar. Die Aufteilung auf die Kostenstellen und die Kostenarten-Hauptgruppen ist aus Tabelle 3 (s. Anhang 2) ersichtlich.

435

Finanzielle und personelle Auswirkungen

Die zusätzlichen jährlichen Betriebskosten (Löhne und Material) betragen für Gebäudereinigung und Umgebung, Medien und Energiekosten, Wartung und Bedienung sowie Hausdienst und Bewachung 375 000 Franken.

Das zusätzliche wissenschaftliche Personal wird aus Drittkrediten besoldet oder durch PSI- bzw. schulratsinterne Personalumverteilung freigesetzt. Mit Ausnahme der Gebäudereinigung kann der Unterhalt mit bestehendem Personal durchgeführt werden.

44

Zusatzkredit für den Bau der Spallationsneutronenquelle (SINQ) (18755000 Fr.)

441

Ausgangslage

Die Spallationsneutronenquelle (SINQ) stellt eine grosse, nationale Forschungseinrichtung für die physikalische, chemische und biologische Forschung dar.

Heute gibt es in der Schweiz nur den SAPHIR-Reaktor am PSI als wissenschaftliche Neutronenquelle. Dieser verfügt allerdings nicht über die heutzutage wissenschaftlich entscheidenden kalten Neutronen. Für das PSI ergibt sich 1699

dank seinem bestehenden Beschleunigersystem die Möglichkeit, eine Neutronenquelle zu bauen, die in ihrer Leistung einem Mittelflussreaktor gleich kommt. Dessen Kosten wären indessen ein Vielfaches der für die SINQ benötigten Investitionen. Als erste Spallationsquelle der Welt im Megawattbereich stellt die SINQ eine zukunftsträchtige Alternative zur Produktion von Neutronen zu wissenschaftlichen Zwecken mit Kernreaktoren dar.

Die Grundlage für die Finanzierung der SINQ bildet der gestützt auf die ETHBaubotschaft vom 28. Mai 1986 (BB1 1986 II 1149) bewilligte Objektkredit von 32230000 Franken (32580000 Fr. gemäss BB vom 18. März 1987, BB1 1987 I 1023; Abzug von 350000 Fr. gemäss BRB vom 22. März 1989, Wegfall der separaten Helium-Kompressorstation). Die Instrumentierung für die Experimente und spezifische, haustechnische Installationen für den Experimentierbetrieb (vgl. Projektheft zur Botschaft 1986) werden über das Budget des PSI und über Beiträge in- und ausländischer Forschungsorganisationen finanziert. Für die Instrumentierung wurden 10200000 Franken veranschlagt.

Das Projekt läuft zeitlich in drei Phasen ab. Diese betreffen den Bauteil, den Systemteil und schliesslich die Instrumentierung. Nach Vorlage entsprechender Bewilligungen wurde mit dem Bau der Gebäude Mitte August 1988 begonnen.

Die Arbeiten werden Mitte 1991 abgeschlossen sein. Beim Systemteil sind am PSI die Forschungs- und Entwicklungs-Arbeiten für die Schlüsselkomponenten im Gang. Nach Vorliegen des Sicherheitsberichts wird im Herbst 1990 der Antrag für die Bewilligung des Systemteils bei der Aufsichtsbehörde (Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen-HSK) eingereicht. Bei planmässigem Ablauf des Bewilligungsverfahrens ist der Start der Montage für Mitte 1991 vorgesehen. Auch für die Instrumentierung sind die Vorarbeiten im Gange, so dass unmittelbar nach Fertigstellung des Systemteils der Experimentierbetrieb aufgenommen werden kann.

Auch bei der SINQ zeigte sich, dass bei der Realisierung einer komplexen wissenschaftlichtechnischen Anlage mit hohem Innovationspotential zwischen der ersten Idee (1980) und der Aufnahme des Forschungsbetriebs (geplant 1995) rund eineinhalb Jahrzehnte verstreichen können. Die während dieser Zeit erfolgten Entwicklungen schlagen sich zum Teil in Mehrkosten nieder.

442

Begründung der Mehrkosten (Stand Ende 1989)

442.1

Teuerung (9810000 Fr.)

Für den Bauteil (Gebäude inkl. haustechnische Basisinstallation) wurden 16230000 Franken und für den Systemteil 16000000 Franken veranschlagt.

Bis anfangs März 1990 wurden beim Bauteil 12367000 Franken und beim Systemteil 625 000 Franken verpflichtet. Die ausgewiesene Teuerung auf den vergebenen Arbeiten beträgt beim Bauteil 1410000 Franken, beim Systemteil 50 000 Franken, insgesamt somit l 460 000 Franken.

Die Teuerung auf den noch nicht vergebenen Arbeiten (die Beschaffung von Eisen ausgenommen, wofür die teuerungsbedingten Mehrkosten nachstehend separat ermittelt werden) wird bis zum Stand des Baukostenindexes vom Herbst 1700

1989 abgeschätzt. Für den Kostenvoranschlag war der Indexstand vom I.Oktober 1985 mit 133,0 Punkten massgebend (Zürcher Baukostenindex; Basis 1977 = 100). Bis zum I.Oktober 1989 ist dieser auf 155,8 Punkte, d.h. um 17,1 Prozent angewachsen. Daraus ergeben sich Mehrkosten von 2 550 000 Franken.

Eine ausserordentliche, auf branchenspezifischen Verhältnissen beruhende Preissteigerung verteuert die Beschaffung von Eisen. Im Kostenvoranschlag ist ein Totalbetrag von 5 800 000 Franken für Eisen (Abschirmungen und Strahleinschübe) vorgesehen. Im November 1985 wurden aufgrund einer Ausschreibung mit fünf Angeboten Eisenabschirmblöcke für ein Experiment des SIN gekauft. Deren Preis wurde dem Kostenvoranschlag zugrunde gelegt. Inzwischen haben sich die Preise für Abschirmblöcke praktisch verdoppelt. Noch wurde kein Eisen für die SINQ bestellt. Hierzu wird wieder eine Ausschreibung fällig, so dass der endgültige Preis erst dannzumal feststeht. Nach Massgabe der heutigen Eisenpreise ist mit Mehrkosten von 5 800 000 Franken zu rechnen.

Die teuerungsbedingten Mehrkosten betragen somit: Fr..

l 460 000 2 550 000 5 800 000

Total

9 810 000

Die ermittelten Mehrkosten schliessen die künftige Teuerung nicht ein. Sie müssen später, im Zeitpunkt der Fertigstellung der Neutronenquelle überprüft und aktualisiert werden.

442.2

Erhöhte Sicherheitsanforderungen (6 695 000 Fr.)

Das Projekt wurde in Absprache mit der seinerzeit für den Strahlenschutz am Schweizerischen Institut für Nuklearforschung (SIN) zuständigen Aufsichtsbehörde - dem Bundesamt für Gesundheitswesen (BAG) - vorbereitet. Man ging davon aus, dass für die SINQ die gleichen Sicherheitsanforderungen gelten sollten wie für die Beschleunigeranlagen am SIN. Mit der Fusion von EIR und SIN zum PSI wurde die Aufsicht über den Strahlenschutz auch für die SINQ an das Bundesamt für Energiewirtschaft (BEW), Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen (HSK) übertragen. Damit verbunden war eine nicht vorhersehbare Verschärfung der Sicherheitsanforderungen, wie sie heute auf dem politisch sensitiven' Bereich der Kerntechnik notwendig sind. Inzwischen wurden zudem durch Vorkommnisse wie Tschernobyl und Schweizerhalle die Sicherheitsanforderungen generell verschärft, was sich auch bei der SINQ auswirkt.

Die fachlichen Bewilligungsbehörden sind die HSK des BEW (Verordnung vom 30. Juni 1976 über den Strahlenschutz, SR 814.50), das Baudepartement des Kantons Aargau und das Aargauische Versicherungsamt (AVA).

1701

Die Stellungnahme der HSK vom 13. Juli 1988 zum Baugesuch enthält Hinweise über die von der HSK als notwendig erachteten Sicherheitsvorkehrungen am Systemteil, die von der Projektleitung in Erwartung entsprechender Auflagen in Massnahmen umgesetzt wurden. Die Auflagen des AVA und des Kantons Aargau waren im Zeitpunkt der Botschaftsverabschiedung nicht bekannt.

Das Amt für Bundesbauten (AFB, Baukreis 4) erhob dagegen teilweise Einsprache, jedoch ohne Erfolg.

Nach heutigem Stand der erfolgten und der noch zu erwartenden Sicherheitsauflagen ergeben sich die folgenden Mehrkosten: Fr -

Bauliche Brandschutzmassnahmen Löschwasserkonzept/Auffangwannen Aktivitätsüberwachung Grundwasser Einbau von berührungslosen Filtern Targetdeponie, Abklingrohre Abschirmungsmauer Strahlstopper Aktivitätsüberwachung Abluft PSI-West Anteil Unvorhergesehenes, Baunebenkosten usw Verstärkung Moderatortank Zusätzliche Schwerwasser-Reinigung im Dauerbetrieb Kühlzentrale und Lüftungsstation auf armiertem Ortsbeton statt auf Abschirmblöcken - Targettransport-Absturzsicherung - Verdichtung der inneren Abschirmung - Expertisen Sicherheit/Qualität

425 000 220 000 70 000 410 000 120 000 200 000 200 000 250 000 800 000 800 000 l 500 000 500 000 800 000 400 000

Gesamthaft belaufen sich die Mehrkosten aufgrund von nicht vorhersehbaren Sicherheitsauflagen auf 6 695 000 Franken.

442.3

Technologischer Fortschritt (2 250 000 Fr.)

Fortschritte in Technologie und Experimentiertechnik in der Zeitspanne zwischen Projektierung und Ausführung erfordern Projektanpassungen, um den möglichen Zusatznutzen auszuschöpfen und damit letztlich den optimalen Gegenwert für die bedeutende Investion zu erhalten.

Im SINQ-Projekt ist eine neue Abluftanlage für das gesamte PSI-West enthalten. Deren Steuerung wäre in Relaistechnik auszuführen, was nicht mehr dem heutigen Stand der Technik entspricht. Auch im Hinblick auf einen späteren Anschluss an das digitalisierte Leitsystem des PSI soll die entsprechende Technologie verwendet werden. Dies führt zu Mehrkosten von 250 000 Franken.

Seit der Erarbeitung des Projekts sind nicht zuletzt durch Forschungsbeiträge des PSI Neutronenleiter entwickelt worden, welche es gestatten, den Zeitaufwand für Experimente zu halbieren oder deren Genauigkeit zu verdoppeln.

Diese Neutronenleiter sind wegen ihren speziellen Nickeloberflächen um 2 000 000 Franken aufwendiger. Sie stellen aber bei den wissenschaftlich besonders interessanten kalten Neutronen, die weltweit nur an wenigen Anlagen vor1702

banden sind, eine erhebliche Verbesserung dar. Eine solche Verbesserung bei der Erzeugung der kalten Neutronen wäre mindestens zehnmal teurer.

442.4

Erweiterung Hilfsanlagen (3 300 000 Fr.)

Bei den Hilfs- und Nebenanlagen (Lüftungssysteme, Kreisläufe für Helium, Wasser, Schwerwasser, generelle Steuerung und Überwachung im bestehenden Kontrollraum) zeigten sich im Rahmen der Detailauslegung Mehrkosten von 3 300 000 Franken. Hauptgrund hierfür ist, dass die notwendige Erweiterung der haustechnischen Systeme zu einem Zeitpunkt vor dem Ausbau der Beschleunigeranlage nicht genau definierbar war.

443

Erforderlicher Zusatzkredit

Die im Kostenvoranschlag enthaltene Reserve für Unvorhergesehenes stellt mit 900 000 Franken oder mit 2,8 Prozent ein Minimum dar und wird für ergänzende Bauarbeiten benötigt.

Mit dem ursprünglichen Botschaftskredit von 32 580 000 Franken, den Mehrkosten von 22 055 000 Franken sowie dem PSI-Kredit für Instrumentierung von 10200000 Franken würden sich Gesamtkosten von 64835000 Franken ergeben.

Als Sparmassnahme wird die projektierte kalte Wasserstoffquelle gestrichen.

Dadurch können die Mehrkosten bei den Hilfsanlagen von 3 300 000 Franken kompensiert werden (Wasserstoffquelle l 300 000 Fr., Einschübe in den entsprechenden Strahlrohren l 500 000 Fr., entsprechende experimentelle Infrastruktur 500 000 Fr.). Dies bedeutet den Verzicht auf die zweite kalte Quelle. Diese Abstriche stellen das anvisierte Ziel nicht in Frage, da sie durch die erwähnten technologischen Verbesserungen ausgeglichen werden.

Auch bei den auf 10,2 Millionen Franken veranschlagten Kosten der Instrumentierung sind Mehrkosten möglich, doch lassen sich im gegenwärtigen Zeitpunkt darüber keine verlässlichen Angaben machen. Sie gehen zulasten des PSI-Budgets oder der beteiligten Forschergruppen.

Somit werden folgende Mehrkosten als Zusatzkredit beantragt: Fr.

-

Teuerung Erhöhte Sicherheitsanforderungen Technologischer Fortschritt Erweiterung Hilfsanlagen

9 810 000 6 695 000 2 250 000 3 300 000

Total Mehrkosten ./. Kompensation durch Einsparungen

22 055 000 3 300 000

Erforderlicher Zusatzkredit

18 755 000

1703

5

Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) St.Gallen; Verlegung in einen Neubau an der Peripherie der Stadt (93 600 000 Fr.)

51

Ausgangslage

Die EMPA ist eine neutrale und unabhängige nationale Dienstleistungs- und Forschungsstätte zur wissenschaftlichen Untersuchung von Rohstoffen, Produkten aller Art, Anlagen und Verfahren für Industrie, Gewerbe, Handel und öffentliche Verwaltungen.

Die EMPA besteht aus folgenden Einheiten: a. Prüf- und Forschungsbereich Baustoffe, Metalle, Chemie/Umwelt und Sondergebiete mit Schwergewicht in Dübendorf; b. Prüf- und Forschungsbereich Textil, Chemieprodukte, Biologie, Drucktechnik und Verpackung mit Schwergewicht in St. Gallen; c. Fachbereich Logistik, Controlling, Marketing mit Schwergewicht in Dübendorf.

Die EMPA St. Gallen erbringt wichtige Dienstleistungen und betreibt angewandte Forschung auf dem Gebiete der Materialwissenschaften für exportorientierte und dem Konkurrenzdruck ausgesetzte Branchen der schweizerischen Wirtschaft, insbesondere der Konsumgüterindustrie. Ein wesentlicher Teil der von ihr erbrachten Dienstleistungen wird an Bundesstellen wie z.B. Gruppe für Rüstungsdienste, Bundesamt für Gesundheitswesen, Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft erbracht. Dabei stehen Fragen der Produktesicherheit zum Schütze des Lebens, der Gesundheit und der Umwelt im Vordergrund.

Die EMPA St. Gallen besteht aus drei Ressorts: - Textil/Bekleidung, - Chemie/Biologie, - Kommunikationstechnik/Verpackung.

In den letzten Jahren sind die Anforderungen an die Qualitätssicherung und -deklaration sowie an die Produktesicherheit gestiegen und wesentlich komplexer geworden. Die stark exportorientierte schweizerische Wirtschaft muss sich auf ein international fachlich anerkanntes, neutrales Prüfinstitut für den Qualitätsnachweis ihrer Produkte stützen können.

Die harte Konkurrenzsituation zwingt die Industrie zur Durchführung einer laufenden Qualitätskontrolle im eigenen Betrieb. Für diese Betriebe hat die EMPA die Aufgabe des Referenz- oder Zertifizierungslabors zu übernehmen.

Diese Aufgabe setzt den Einsatz modernster Mittel und ständige Anpassung an den neuesten Stand der Prüftechnik voraus. Die EMPA wird von der Industrie des weiteren für schwierige Prüf- und Forschungsaufträge beansprucht, die nur mit den an der EMPA vorhandenen speziellen Einrichtungen und von ihrem Fachpersonal durchgeführt werden können. Die Zuverlässigkeit und Gründlichkeit der EM PA-Untersuchungen und die damit verbundene Anerkennung ihrer Ergebnisse durch die Wirtschaft bringen es mit sich, dass die bundesinternen Dienstleistungen einen wesentlichen Teil der Aufträge ausmachen. Dabei übernimmt die EMPA nicht nur Kontrollaufgaben, sondern sie stellt auch den ver1704

schiedenen Bundesstellen Entscheidungsgrundlagen zur Verfügung, die sich vor allem auf die Gebiete der Produktesicherheit und des Umweltschutzes beziehen. Diese an sich begrüssenswerte Konzentrierung der bundeseigenen Prüftätigkeit verlangt für die kostengünstige und speditive Erledigung die entsprechende Infrastruktur, die im bestehenden Gebäude an ihre Grenze stösst.

52

Begründung

Das Gebäude der EMPA St. Gallen stammt aus den Jahren 1912-1914. Die ursprüngliche Zweckbestimmung des Gebäudes entspricht nicht mehr der heutigen Verwendung und den heutigen Ansprüchen, die an die Tätigkeit der EMPA St. Gallen gestellt werden. Zudem sind die verfügbaren Räumlichkeiten für die heutigen Bedürfnisse zu klein und zum Teil ungenügend. Im speziellen betrifft dies: - Die Gebäudekonstruktion eignet sich nicht für einen modernen Prüfbetrieb und die Bearbeitung von Forschungsprojekten, da einerseits die Grosse und Höhe der Räume beschränkt sind und andererseits die Stabilität des Gebäudes Präzisionsmessungen im Mikrometerbereich kaum mehr zulässt.

Zunächst wurde zur Behebung dieser Einschränkungen und gebäulichen Auflagen eine Erweiterung des bestehenden Gebäudes studiert. Eingehende Untersuchungen zeigten jedoch, dass einer Erweiterung u.a. wegen der Begrenzung des jetzigen Grundstückes durch eine Durchgangsstrasse sowie der Begrenzung der Bauhöhe auf 18 m sehr enge Grenzen gesetzt sind und diese mittel- und langfristig keine brauchbare Lösung darstellt. Angesichts des Interesses der Region und der Wirtschaft an der EMPA St.Gallen sowie mit Blick auf die Beibehaltung dezentraler Bundesstellen erwarb der Bund in der Folge in St. Gallen ein geeignetes Grundstück für einen Neubau an verkehrsgünstiger Lage.

Das vorliegende Projekt auf dem Areal «Moos» für den Neubau der EMPA St. Gallen erfüllt die wichtigsten Bedürfnisse für den strategiekonformen Ausbau einer Materialprüfungs- und Forschungsanstalt, die für die Anerkennung und die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft auf bestimmten konsumgüternahen Sektoren künftig eine noch grössere Bedeutung erhalten wird.

1705

53

Raumprogramni

Das Raumprogramm und die Raumausstattung entsprechen den Anforderungen, die an die Abwicklung der Prüfaufträge sowie an die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten gestellt werden. Es sieht überwiegend natürlich belichtete Laboratorien vor, mit Normprüfklima 20°C/65 Prozent relative Feuchtigkeit (r.F.). oder von 23°C/50 Prozent r.F. oder mit normaler Belüftung, des weitern künstlich belichtete Versuchsräume mit technischer Ausrüstung, nebst Büros, Archiven und Materiallagern. Zentrale Werkstätten dienen allen Abteilungen für die Entwicklung und den Bau von Prüfeinrichtungen und für den Unterhalt der haustechnischen Infrastruktur.

Das Raumprogramm gliedert sich wie folgt:

Hauptnutzflächen in m1 Altbau

Neubau

Laboratorien, natürlich belichtet Laboratorien, künstlich belichtet Lager, Archive, Labor- und Verwaltungstrakt Bürozone, Labortrakt Büros, Verwaltung und Besprechungszimmer Mehrzweckraum, Bibliothek und Cafeteria Werkstatt, Anlieferung Diverses (Treibhaus/Gartenhaus, Holzlager, Wolltrocknung, Sanitätszimmer)

3360 390 920 790 500 290 490

2960 1300 1300 1150 400 350 470

180

110

Total

6920

8040

Der Zuwachs von 1120 m2 oder 16 Prozent erweist sich aus den im Abschnitt 52 genannten Gründen (räumlicher Nachholbedarf, Sicherung einer anforderungsgerechten und optimalen Abwicklung der Prüf- und Forschungsarbeiten auf längere Sicht) als unumgänglich.

54

Projektbeschrieb

541

Standort

Der Standort des Neubaus im «Moos» liegt in einer Senke am Rande des Stadtteils Bruggen, eingebettet in einen grossen, zusammenhängenden Grünraum (vgl. Situationsplan im Anhang!. Abb. 9). Die topografischen Verhältnisse, die Bodenbeschaffenheit und die Nutzung als Eisfeld Hessen lange Zeit keine grössere Bebauung zu. Deshalb liegen die Verkehrsverbindungen am Rande dieser Senke, und für grössere Bauvorhaben bevorzugte man bisher die Lage am Hangfuss.

Das Quartier Bruggen zeigt eine klare Strassen- und Bebauungsstruktur, auf dessen Ostseite in neuerer Zeit eine Industriezone entstand. In diesem Gebiet und im Planungsgebiet «Moos» sind weitere Industrie- und Gewerbebauten zu erwarten, welche den Perimeter Erlachstrasse - Zürcherstrasse - Lerchenfeldstrasse prägen werden.

1706

542

Gebäude

Der Neubau der EMPA St. Gallen teilt sich in zwei verschiedenartige Nutzungstrakte auf: westlich der projektierten Lerchenfeldstrasse der Verwaltungstrakt, östlich davon der Labortrakt (vgl. Modellaufnahme im Anhang l, Abb. 10). Die interne Verbindung der beiden Trakte erfolgt im ersten Obergeschoss mittels einer Passerelle.

Verwaltungstrakt Im Erdgeschoss sind ein zentraler Empfang, Besucher-Wartezone, Mehrzweckraum und Foyer angeordnet. In den zwei Untergeschossen sind zentrale WCAnlagen, Archive und ein Zivilschutzraum vorgesehen. Im ersten Obergeschoss befindet sich die Bibliothek und die Cafeteria sowie die Verbindung zum Labortrakt. Im zweiten, dritten und vierten Obergeschoss sind Büros, Besprechungszimmer und Handarchive der Verwaltung untergebracht. Die Büros sind natürlich belichtet und belüftet, mit Aussicht in Westrichtung in die bestehende Grünzone.

Labortrakt Auf Erdgeschossniveau liegen die Werkstätten, Speziallabors und die Anlieferung für den ganzen Labortrakt. Die überhohen Speziallabors sind als eigenständig formulierter Baukörper auf der Westseite dem Labortrakt vorgelagert.

Im Untergeschoss sind Lager, Archive, Medienzentralen und Räume für Langzeitversuche untergebracht.

In den Obergeschossen sind die einzelnen Versuchsabteilungen angeordnet. Der Labortrakt entlang der Rudolf-Minger-Strasse ist dreibündig aufgebaut: Die natürlich belichteten Labors im ersten, zweiten und dritten Obergeschoss sind auf die prüftechnisch bevorzugte Nordlage ausgerichtet. In der Innenzone liegen die künstlich belichteten, hochinstallierten Labors. Alle Räume liegen in kurzer Verbindung zu den Vertikalschächten. Die Büros und Auswertungsräume auf der Südseite sind nicht klimatisiert und werden durch die Fenster natürlich belüftet.

Der Dachaufbau beinhaltet Lüftungs- und Kältezentralen.

543

Rohbau, Installationen und Ausbau

Verwaltungstrakt Der Rohbau wird als Betonskelett mit unterzugslosen Decken erstellt. Treppenhaus und Liftschacht dienen als gebäudeaussteifende Elemente in Längs- und Querrichtung. Das statische Achsmass beträgt 7,8 x 6,2 m. Das Ausbauachsmass für die Büromöblierung beträgt 1,30 m.

Die Fassaden sind entsprechend ihrer Orientierung unterschiedlich ausgebildet.

Gegen Westen öffnen sich die Büros der Verwaltung, die Bibliothek und Cafeteria in Form einer zweischaligen Fassade mit integriertem, feinteiligem Sonnenschutz. Die anderen Aussenwände sind als vorgehängte, hinterlüftete Metallfassade ausgebildet. Die thermischen Isolationen aller äusseren Gebäude-

1707

teile sind entsprechend dem Wärmehaushaltskonzept des Bundes für seine Bauten und den Wärmedämmvorschriften der Stadt St. Gallen bemessen.

Die vertikale Installationsführung erfolgt durch einen peripher angeordneten Steigschacht. Die Horizontalverteilung pro Geschoss wird jeweils unter der Decke geführt. Beim Innenausbau wird soweit wie möglich auf günstige Betriebs- und Unterhaltskosten geachtet.

Labortrakt Der Labortrakt wird als Betonskelett mit Flachdecken erstellt. Das statische Achsmass in Längsrichtung beträgt 7,2 m. Das Ausbaumodul beträgt für die Labors 1,8m, für die Büros 1,2m. Die Deckenstärken werden in den Obergeschossen auf 500 kg/m2 Nutzlast ausgelegt, im Erdgeschoss sind 2000 kg/m2 Nutzlast projektiert. Das Laborgebäude erhält eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade, nordseitig mit massiver Brüstung und horizontal durchlaufenden Fensterbändern. Die Aussenwände Süd sind als Sandwichkonstruktion ausgebildet.

Der auskragende Sonnenschutz ist für Fassadenreinigungszwecke begehbar.

In der Nordlaborzone erlaubt der Grundraster den Einbau von Labors im Modul von 3,6 m, respektive einem Vielfachen davon. Die Labors in der Innenzone sind im Modul von 3,6 m x 3,0 m aufgebaut. Die südseitig orientierten Büros sind standardisiert und durch Schränke und Verglasungen vom Korridor getrennt.

Die Medienversorgung erfolgt ab den Medienzentralen im Untergeschoss und Dachaufbau durch zwei zentrale, begehbare Steigschächte in der Innenzone des Gebäudes. Die Horizontalverteilung erfolgt durch Trassees unter der Decke.

Die Anspeisung der einzelnen Labors erfolgt durch die Decke von unten in das darüberliegende Geschoss.

Der ganze Innenausbau ist auf eine hohe Flexibilität und Nachrüstbarkeit der Medien und Labors gemäss Medienkonzept ausgelegt. Die Auswahl der Materialien erfolgte unter den Gesichtspunkten der Zweckmässigkeit und Minimierung der Unterhaltskosten.

Einige Labors weisen infolge der Prüfanforderungen hohe Ausbaustandards auf. Ansprüche bezüglich speziellen Klimabedingungen (Nässe, Brand, elektrische Felder, Apparate und Spezialklimata) werden durch Einbau von Spezialkabinen mit örtlicher Medienversorgung erfüllt (sog. Haus-in-Haus-Prinzip). Im Innenausbau fallen die Erfüllung der feuerpolizeilichen Auflagen kostenmässig stark ins Gewicht.

Als Mobiliar dienen genormte Laborelemente und Bundesmobiliar.

544

Erschliessung

Die verkehrsmässige Erschliessung von Verwaltungs- und Labortrakt erfolgt auf der Südseite des Grundstückes von bestehenden Strassen und Zufahrtswegen aus.

Der entlang der nördlichen Grundstücksgrenze verlaufende Bach wird wo nötig angepasst und saniert. Er soll seiner Natur gemäss als offenes Gewässer beibe1708

halten werden. Projektierung, Gestaltung und Kostenteiler für diese Sanierung müssen mit den anstossenden Grundstückeigentümern ausgehandelt werden und sind nicht Bestandteil dieser Baubotschaft.

Die von der Stadt St. Gallen projektierte Lerchenfeldstrasse, die zwischen Verwaltungs- und Labortrakt hindurch führt, dient nur dem Durchgangsverkehr.

Der allfällig zu entrichtende Kostenbeitrag kann derzeit noch nicht beziffert werden und ist somit im Kostenvoranschlag nicht eingerechnet.

545

Ausbaumöglichkeiten

Eine Ausbaumöglichkeit ist für den Labortrakt in östlicher Richtung vorgesehen. Die Medienzentralen, Unterstationen und Horizontaltrassees sind räumlich genügend gross angelegt, um den Anforderungen eines späteren Ausbaus in dieser Richtung zu genügen.

Die einstweilen nicht überbauten Grundstücksflächen nördlich der projektierten Neubauten sind im Rahmen des vorgesehenen Gestaltungsplanes für künftige Ausbaumöglichkeiten so weit als möglich offen zu halten.

55

Kosten

Für die Realisierung des Neubaus ist ein Kredit von 93 600 000 Franken erforderlich. Davon entfallen 77 800 000 Franken auf den Bau und 15 800 000 Franken auf die Erstausstattung mit Prüf- und Forschungseinrichtungen und mit Mobiliar (einschliesslich Umzug bestehender Prüfeinrichtungen). Die Aufteilung auf die einzelnen Kostenstellen und die Kostenarten-Hauptgruppen ist aus Tabelle 4 (s. Anhang 2) ersichtlich.

Der bestehende Gebäudekomplex an der Unterstrasse 11 in St. Gallen wird nach dem Bezug der Neubauten frei und kann dann für andere Bundeszwecke genutzt oder veräussert werden.

56

Finanzielle und personelle Auswirkungen

Die jährlichen Betriebskosten für Energie, Unterhalt und Reinigung werden auf 779000 Franken veranschlagt. Im Altbau betragen diese 880000 Franken, so dass mit einem Minderaufwand von 101 000 Franken zu rechnen ist. Zudem entfallen die Kosten für gemietete Räume im Betrage von 22 000 Franken pro Jahr.

Allfällig benötigtes zusätzliches Personal wird EMPA- bzw. schulratsinterh freigesetzt. Dank der vorgesehenen Automatisierung der Haustechnikanlagen genügt das heute vorhandene Betriebspersonal auch den neuen Verhältnissen.

1709

6

Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (EAWAG) ; Neubau eines Labor- und eines Mehrzweckgebäudes (46 900 000 Fr.)

61

Ausgangslage

Seit 1970 ist die EAWAG eine Forschungsanstalt des ETH-Bereichs im Gebiet der Gewässerwissenschaften (Ökologie, Physik, Chemie und Biologie natürlicher Gewässer sowie Wassertechnologie), welche Vorläufer und Bestandteil der heutigen Umweltwissenschaften sind. In der Forschungspolitik des Bundes und der Wissenschaftspolitik des Schulrates wird den Umweltwissenschaften eine hohe Priorität zugewiesen.

62

Begründung des Vorhabens

621

Entwicklung der EAWAG

Als die EAWAG 1970 die damals fertiggestellten Räumlichkeiten in Dübendorf beziehen konnte, standen ihr ausreichende Arbeitsflächen zur Verfügung. In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben sich ihr Aufgabenbereich und ihre Personaldotation indessen substantiell erweitert. In den frühen siebziger Jahren wurde von der EAWAG am Standort Dübendorf Arbeit im Umfang von 90 Personenjahren pro Jahr geleistet. Im Jahre 1989 ist die entsprechende Zahl auf 187 angestiegen.

Unter den zusätzlichen Aufgaben - die sich auch auf den Raumbedarf ausgewirkt haben - sind zu erwähnen: - Vermehrte Forschungstätigkeit in den Bereichen Gewässerschutz und Abfallbeseitigung, die zum Teil durch Drittmittel (z.B. Nationalfonds etc.) finanziert wird.

Im Rahmen einer AVANTI-Studie hat der Schweizerische Schulrat am 2. April 1987 beschlossen, auf die Versuchsstation Tüffenwies zu verzichten, die Werk-

1710

Stätte nach Dübendorf zu transferieren, die EAWAG in Dübendorf baulich zu erweitern und ihr ab 1987 bis 1991 insgesamt 20 zusätzliche Stellen zuzuteilen.

Die Räumlichkeiten in Dübendorf sind schon seit Jahren überbelegt. Durch interne Massnahmen wie Umgestaltung von zwei Dienstwohnungen in Büros, Umbau von Kellerräumen zu Labors, Einbau von Labors und Büro-Containern in der Versuchshalle und Dachaufbauten konnten die am dringendsten benötigten zusätzlichen Räume bereitgestellt werden. Für das Studienjahr 1989/90 wurde ferner auf dem EAWAG-Areal ein provisorischer Unterrichtspavillon für die neue Studienrichtung Umweltnaturwissenschaften der ETHZ errichtet, die im Wintersemester 1989/90 insgesamt 369 Studenten zählt. Damit können die räumlichen Engpässe in den oberen Semestern (Laborplätze und Praktikaräume) vorübergehend überbrückt werden.

Die genannten baulichen Massnahmen reichen indessen nicht aus, um den vermehrten Raumbedürfnissen der EAWAG gerecht zu werden. Vor allem stehen mit dem Verzicht auf die veraltete und betrieblich ungünstig gelegene Versuchsstation Tüffenwies in Zürich-Altstetten keine Möglichkeiten für Grossversuche mehr zur Verfügung. Mit dem Transfer der Werkstätte nach Dübendorf, die der logistischen Unterstützung des Forschungsbetriebes dient, soll ferner ein betriebliches Hindernis beseitigt werden. Mit den gegebenen räumlichen Verhältnissen wäre die geforderte Unterstützung der ETHZ beim Ausbau der Umweltwissenschaften nicht möglich.

622

Zusammenarbeit mit der ETHZ

Seit die EAWAG den Status einer autonomen Forschungsanstalt erlangt hat (1970), ist sie auch Standort von Professuren der ETHZ. Deren Inhaber (zurzeit sind es fünf Professoren) stützen sich vollumfänglich auf die Infrastruktur der EAWAG. Daneben unterstützt die EAWAG den Lehrbetrieb der ETHZ mit weiteren 22 Dozenten (Titularprofessoren, Privatdozenten und Lehrbeauftragte).

Diese Zusammenarbeit hat sich bewährt und soll noch weiter ausgebaut werden. Dadurch wird nicht nur ein wirtschaftlicher Einsatz von Forschungs-infrastrukturen erreicht, es werden auch Möglichkeiten für eine sinnvolle Zusammenarbeit in multidisziplinären Projekten geschaffen. Im Rahmen der neuen Studien- und Vertiefungsrichtungen wird die Zusammenarbeit intensiviert, wobei die EAWAG vermehrt Seminarien, Übungen und Praktika durchführt.

623

Förderung der Umweltwissenschaften an der ETHZ

Die ETHZ fördert die Umweltwissenschaften und die Umwelttechnik mit dem Ziel, einen Beitrag zur Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen zu leisten.

Sie hat dazu den neuen Studiengang Umweltnaturwissenschaften und die Vertiefungsrichtung Umwelttechnik geschaffen. Zusätzlich hat sie ein Departement für Umweltnaturwissenschaften und ein Departement für Bau und Umwelt errichtet, welche mehrere Forschungseinheiten der genannten Wissenschaftsbereiche umfassen.

1711

Im Departement für Umweltnaturwissenschaften liegt das Schwergewicht auf der Erforschung von Systemzusammenhängen in Wasser, Boden und Luft (Biosphäre); im Departement für Bau und Umwelt in der Entwicklung von umweltverträglichen Produktions- und Bautechniken sowie von Verfahren zur sparsamen Nutzung von Rohstoffen und Energie. Die Erfassung von Systemzusammenhängen setzt eine gezielte Förderung einer disziplinübergreifenden Lehrund Forschungstätigkeit voraus. Eine disziplinübergreifende Forschungstätigkeit lässt sich am besten verwirklichen durch räumliche Zusammenfassung der beteiligten Gruppen und durch Mittelzuweisung für disziplinübergreifende Projekte.

Neben den neuen Gruppierungen in der Forschung erfordert die Realisierung der beiden neuen Unterrichtsbereiche zusätzliche Räume; dies in einer Situation, da an der ETHZ infolge Zuwachs der Studierenden (um über 4000 seit 1979 auf 11 187 im Jahr 1989) generell grosser Mangel an Räumen herrscht.

Daher will die ETHZ kürzerfristig folgende zwei Massnahmen durchführen: a. Die terrestrische Ökologie mit fünf Professuren (Bodenchemie, Bodenphysik, Bodenbiologie, experimentelle Ökologie, Bodenschutz) wird provisorisch (für rund zehn Jahre) in Mietobjekten in Schlieren eingerichtet. Die dadurch im ETH-Zentrum freiwerdenden 700 m 2 Nutzfläche müssen dringend für andere Raumbedürfnisse eingesetzt werden.

b. Aquatische Ökologie, Chemie und Physik sollen in der baulich zu erweiternden EAWAG untergebracht werden und umfassen vier bestehende Professuren (aquatische Chemie, aquatische Biologie, Umweltphysik, organische Umweltchemie) sowie ein bis drei neue Professuren (z.B. Geochemie, Ökotoxikologie).

Die Einbettung der unter b. genannten fünf bis sieben Professuren im vergrösserten EAWAG-Komplex bringt Synergieeffekte in Lehre und Forschung und erlaubt darüber hinaus die vorhandene Infrastruktur optimal auszunützen. Die dezentrale Einrichtung beider Schwerpunkte bringt zwar für Lehrende und Studenten im Fachstudium Erschwerungen, welche indessen durch die sehr gute Erschliessung beider Standorte Schlieren und Dübendorf mit dem öffentlichen Verkehr vertretbar sind, für die Zusammenarbeit dieser Gruppen und deren zukünftige Entwicklung aber wesentliche Vorteile bringt.

Im vorliegenden Projekt für ein zweites Laborgebäude werden somit auch für die ETHZ neue Räumlichkeiten geschaffen. Nebst gemeinsamen Unterrichtsund Seminarräumen werden der ETHZ an der EAWAG insgesamt rund 2000 m 2 für Professuren zur Verfügung stehen.

1712

63

Raumprogramm

Das Raumprogramm, gegliedert in die hauptsächlichsten Funktionen, sieht die folgenden Flächen vor: Laborgebäude Laborräume Praktikaräume Versuchsräume, Rasterelektronenmikroskopie-Raum Laborneben- und Apparateräume Büros, Schreibkojen Seminarien Bibliothek Lager, Archive, Schutzraum

Hauptnutz-

flächen in m >

1200 230 270 540 620 130 300 250

Foyer (Verbindungsbau zum bestehenden Laborgebäude

3540 40

Total Laborgebäude

3580

Mehrzweckgebäude 4 Versuchsräume Nebenräume zu Versuchsräumen Werkstatt mit Büro und Lager

340 80 240

Total Mehrzweckgebäude

660

Total

4240

64

Projektbeschrieb

641

Gesamtplanung und städtebauliche Eingliederung; Erweiterungsmöglichkeiten

Im Rahmen einer Studie über alle der Eidgenossenschaft gehörenden Grundstücke im Bereich EM PA und EAWAG in Dübendorf wurde 1989 ein Richtplan für den weiteren Ausbau dieser Forschungsanstalten und allenfalls weiterer Benutzer erstellt. Das mit dieser Botschaft vorgelegte Projekt fügt sich in diesen Richtplan ein.

Für das Grundstück der EAWAG, begrenzt durch den Chriesbach und die S-Bahn-Rampe (vgl. Situationsplan im Anhang l, Abb. 11), wurden Bebauungsund Erschliessungsmöglichkeiten detaillierter untersucht. Mit dem beantragten Kredit kann ein Teil einer möglichen Überbauung dieser Parzelle realisiert werden. Die mögliche maximale Überbauung wird als Gestaltungsplan der Stadt Dübendorf respektive der Baudirektion des Kantons Zürich zur Genehmigung eingereicht. Für das beantragte Laborgebäude besteht im Rahmen dieses Gestaltungsplanes eine Erweiterungsmöglichkeit um 1800m 2 Hauptnutzfläche.

Die in Ziffer 63 aufgelisteten Raumbedürfnisse sollen in zwei Baukörpern (Laborgebäude und Mehrzweckgebäude, vgl. Modellaufnahme im Anhang l,

1713

Abb. 12) untergebracht werden. Damit kann Kriterien wie Immissionen (SBahn, Fluglärm), Besonnung, Umgebung und Aussicht, Erschliessung, Ökonomie der Grundrisse und damit der Kosten, Emissionen (Werkstatt) und der Verknüpfung mit den vorhandenen Bauten am besten Rechnung getragen werden.

642

Laborgebäude

Das projektierte Laborgebäude ist auf allen Geschossen mit dem bestehenden Laborgebäude verbunden. Die dreibündige Anlage wird durch zwei Treppenhäuser und einen Lift erschlossen. Die Medien- und Stromversorgung erfolgt durch den zu verlängernden, vorhandenen Energiekanal des bestehenden, 1970 bezogenen Laborgebäudes.

Das Kellergeschoss A enthält Versuchsräume, den Zivilschutzraum, Lagerflächen und Installationsräume, welche in ein teilweise ausgebautes, weiteres Untergeschoss mit Haustechnikzentralen hinabreichen. Die Praktika-, Seminar-, Labor- und Nebenräume im Erdgeschoss B dienen vorab der Ausbildung in Umweltnaturwissenschaften. Die Eingangszone ist als Foyer gestaltet. Im Geschoss C sind Bibliothek, Labor- und Büroräume angeordnet. Die Geschosse D, E und F enthalten gleichartige Labor-, Büro- und Nebenräume. Im Dachaufbau befinden sich die notwendigen Lüftungs- und Kälteanlagen.

643

Mehrzweckgebäude

Das zweigeschossige Gebäude enthält sowohl im unteren als auch im oberen Geschoss je zwei grosse Versuchsräume, die für Experimente auf den Gebieten Verfahrenstechnik (z.B. Abwasserreinigung und Schlammbehandlung) und aquatische Mikro-Ökosysteme (z.B. Fliesswassermodelle) bestimmt sind. Im unteren Geschoss befinden sich weitere Auswerte- und Nebenräume zu den Versuchsräumen sowie die Trafostation für die beiden Neubauten. Im oberen überhohen Geschoss ist neben den beiden Versuchsräumen die mechanische Werkstatt (einschliesslich Elektronikwerkplatz, Büro und Lager) untergebracht.

644

Rohbau, Installationen und Ausbau

Die Bauten werden in Skelettbauweise auf einem Raster von 1,8 m erstellt. Wo Stützen nicht nötig sind, werden sie durch tragende und aussteifende Wandscheiben ersetzt. Die Fassaden sind im wesentlichen nichttragend. Innenwände sollen so weit als möglich in Leichtkonstruktionsbauweise erstellt werden. Die Gebäudehülle soll thermisch konsequent aussenisoliert werden (oberirdisch mit hinterlüfteter Schale).

Für die Stromversorgung ist eine neue Trafostation zu erstellen, welche an die zu verlängernden Hochspannungsleitungen anzuschliessen ist.

Der Wärmebedarf kann mit vorhandenen Anlagen gedeckt werden. Lüftungsund Kälteanlagen werden mit Wärmerückgewinnung installiert, wodurch ein umweltfreundlicher, rationeller Energieeinsatz möglich wird.

1714

Der Ausbaustandard soll einheitlich, einfach und zweckmässig sein und entspricht demjenigen von ETH-Bauten mit ähnlicher Nutzung. Die Räume werden mit Normmobiliar ausgestattet.

65

Kosten

Für die Realisierung des Bauvorhabens ist ein Kredit von 46 900 000 Franken erforderlich. Davon entfallen 39 700 000 Franken auf den Bau und 7 200 000 Franken auf die Erstausstattung mit wissenschaftlichen Apparaten und mit Mobiliar. Die Aufteilung auf die Kostenstellen und die Kostenarten-Hauptgruppen ist aus Tabelle 5 (vgl. Anhang 2) ersichtlich.

66

Finanzielle und personelle Auswirkungen

Die zusätzlichen jährlichen Betriebskosten für Energie, Unterhalt und Reinigung betragen 640 000 Franken. Diesen Kosten stehen Einsparungen durch den Verzicht auf die veraltete Versuchsstation Tüffenwies in Zürich-Altstetten gegenüber, nämlich von 40 000 Franken Betriebskosten (Budget EAWAG) und 61 000 Franken Mietzinse (Budget AFB).

Das erforderliche Personal ist in der Personalplanung der EAWAG bzw. der ETHZ enthalten.

67

Flankierende Massnahmen

671

Renovation der bestehenden Gebäude

In den seit 1969 bestehenden Gebäuden und Anlagen sind nach über 20 Jahren Betrieb verschiedene Renovationsarbeiten (Fassaden, Dachisolation, Isolationsverglasung, Sanitäreinrichtungen, Beleuchtung) unumgänglich. Die Unterhaltsarbeiten wurden in den vergangenen Jahren im Hinblick auf die Erweiterung und vor allem wegen der Überbelegung auf ein Minimum beschränkt.

Diese der Werterhaltung dienenden Renovationen müssen mit dem Bezug der beantragten Erweiterungsbauten zeitlich koordiniert werden, um intern temporäre Ausquartierungen vornehmen zu können. Eine Sanierung der bestehenden Gebäude (Büro- und Labortrakt, Versuchshalle) ohne Ausweichsmöglichkeiten auf dem eigenen Areal würde zu gravierenden Betriebsunterbrüchen führen und wäre unverhältnismässig teuer. Die auf 5 700 000 Franken geschätzten Renovationen werden aus dem Unterhaltsbudget für Bundesbauten finanziert.

672

Auszug aus dem Tüffenwies-Areal

Gemäss Mietvertrag muss das Tüffenwies-Areal vollkommen planiert und humusiert an die Vermieterin (Stadt Zürich) zurückgegeben werden. Die Stadt Zürich kann aber bestimmen, ob sie allenfalls gewisse Gebäulichkeiten übernehmen will.

1715

Die Verhandlungen mit der Stadt Zürich über einen gestaffelten Auszug (zuerst Rückgabe des Freigeländes, nachher Auszug aus den Gebäuden) sind eingeleitet. Es ist mit Abbruchkosten von rund 200 000 Franken zu rechnen, für die zu gegebener Zeit ein separater Objektkredit im Rahmen des jährlichen Bauvoranschlags beantragt wird.

7 71

Zusammenstellung der beantragten Kredite Neue Objektkredite

ETH Lausanne

Fr.

Zweite Etappe der Verlegung nach Ecublens, fünfte Phase (Ziff. 22)

119 400 000

ETH Zürich Liegenschaftserwerb auf dem Hochschulareal Hönggerberg (Ziff. 32) Investitionsbeitrag an die «Stiftung für studentisches Wohnen» für den Bau zusätzlicher Studentenwohnungen (Ziff. 33) Total ETH Zürich

13 300 000 2 500 000 15 800 000

Paul Scherrer Institut (PSI) Laborgebäude mit Laborhalle auf dem Areal Ost (Ziff. 42) Laborgebäude auf dem Areal West (Ziff. 43)

22 400 000 17 000 000

Total PSI

39 400 000

Eidgenössische Materialprüfungs(EMPA) St. Gallen

und

Forschungsanstalt

Verlegung in einen Neubau an der Peripherie der Stadt (Ziff. 5)

93 600 000

Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (EA WA G) Neubau eines Labor- und eines Mehrzweckgebäudes (Ziff. 6)..

Total neue Objektkredite

72

46 900 000 315 WO 000

Zusatzkredit

Paus Scherrer Institut (PSI) Bau der Spallationsneutronenquelle (Ziff. 44) Total Kredite

1716

18 755 000 333855000

8

Finanzielle, personelle und andere Auswirkungen

81

Finanzielle Auswirkungen

Von den beantragten Krediten im Umfang von 333 855 000 Franken entfallen 269 225 000 Franken auf Bauten und 48 830 000 Franken auf deren Erstausstattung mit wissenschaftlichen Apparaten und mit Mobiliar sowie 13300000 Franken auf Liegenschaftserwerb und 2 500 000 Franken auf einen Investitionsbeitrag an den Bau zusätzlicher Studentenwohnungen. Die Bauinvestitionen sind Gegenstand des Investitionsplans für zivile Bauten des Bundes und, gleich wie die Erstaustattung mit Mobilien, in der Finanzplanung eingestellt.

Die finanziellen Auswirkungen hinsichtlich der Betriebskosten der Neubauten sind im einzelnen bei den angeführten Bauvorhaben dargelegt. Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die mit den Neubauten ermöglichte Erhöhung und qualitative Verbesserung der Raumangebots und die damit verbundenen zusätzlichen Betriebskosten durch die ausgewiesenen Bedürfnisse von Lehre und Forschung gerechtfertigt sind.

82

Personelle Auswirkungen

Die personellen Auswirkungen sind im einzelnen bei den anbegehrten Bauvorhaben dargelegt. Ein allfälliger personeller Mehrbedarf wird schulratsintern aufgefangen.

83

Andere Auswirkungen

Die projektierten Neubauten haben keine relevanten weiteren Auswirkungen.

Die Bestimmungen der Umweltschutzgesetzgebung, insbesondere der Luftreinhalteverordnung vom 16. Dezember 1985 (SR 814.318.142.l) werden eingehalten. Die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erübrigt sich.

9

Verfassungsmässigkeit

Die Verfassungsmässigkeit ist nach Artikel 27 der Bundesverfassung gegeben.

Danach ist die Eidgenossenschaft zur Führung der ETH ermächtigt.

4036

1717

Anhang l Abbildung l Verlegung der ETHL nach Ecublens; zweite Etappe, fünfte Phase (Situationsplan)

1 2 3

1718

Forschungszentrum für Plasmaphysik (CRPP) Unterrichts- und Betriebsdienstgebäude Standort der von der PTT geplanten Fernmelde-Betriebszentrale

Abbildung 2

Blick von Süden auf die Bauten und Projekte der ETHL in Ecublens (Modellaufnahme)

1 2 3

Bauten des Forschungszentrums für Plasmaphysik (CRPP) mit der Erweiterung der Halle für den Tokamak mit variabler Konfiguration (TCV) Gebäude des Departements für Informatik: die in Betrieb stehenden Ostflügel und die mit dem zentralen Verbindungstrakt in Bau befindlichen Westflügel Vorstudien für die sechste Phase der zweiten Etappe

1719

Abbildung 3 Blick von Osten auf die Bauten und Projekte der ETHL in Ecublens (Modellaufnahme)

1 2

1720

Unterrichts- und Betriebsdienstgebäude (BES), das die zentrale Achse der ETHL abschliesst und die Verbindung zur Universität Lausanne herstellt Geplante Fernmelde-Betriebszentrale der PTT

Abbildung 4 Liegenschaftserwerb für die ETHZ auf dem Hochschulareal Hönggerberg (Situationsplan)

Legende Zone für die ETH 1961/1968 Im Besitz der Eidgenossenschaft 1721

Abbildung 5 Neubau eines Laborgebäudes mit Laborhalle des PSI auf dem Areal Ost (Situationsplan)

1722

Abbildung 6 Neubau eines Laborgebäudes mit Laborhalle des PSI auf dem Areal Ost (Modellaufnahme)

Blick von Norden auf das Areal Ost des PSI. Die Modellaufnahme zeigt in der Bildmitte das geplante Laborgebäude mit Laborhalle. Links davon am Bildrand das Bürogebäude mit dem Haupteingang.

1723

Abbildung 7 Neubau eines Laborgebäudes des PSI auf dem Areal West (Situationsplan)

Legende Geplantes Laborgebäude

1724

Abbildung 8

Neubau eines Laborgebäudes des PSI auf dem Areal West (Perspektive)

··V

Die Perspektive zeigt das projektierte neue Laborgebäude von Südwesten her gesehen.

Nördlich davon befindet sich das bestehende Laborgebäude. Im Vordergrund die Böttsteinstrasse, die Hauptverbindung Villigen - Böttstein.

67 Bundesblatt. 142.Jahrgang. Bd.I

1725

Abbildung 9 Verlegung der EMPA St. Gallen in einen Neubau an der Peripherie der Stadt (Situationsplan)

Legende LA Labortrakt VB Verwaltungstrakt Erweiterungstrakt Bewitterungsstand 1726

0

50

100M

Abbildung 10 Verlegung der EMPA St. Gallen in einen Neubau an der Peripherie der Stadt (Modellaufnahme)

' · 'T

Blick aus Südwest auf das Areal «im Moos» und die nähere Umgebung in St. GallenBruggen. In der Bildmitte rechts der Labortrakt, links davon der Verwaltungstrakt.

1727

Abbildung U Neubau eines Labor- und eines Mehrzweckgebäudes der EAWAG (Situationsplan)

Legende n^/Mum Erweiterungsbauten

LB Laborgebäude MZ Mehrzweckgebäude V//U\ Bestehende Bauten BU EH LA PA 1728

Bürogebäude Experimentierhalle Laborgebäude Unterrichtspavillon

50

100

200 M

Abbildung 12 Neubau eines Labor- und eines Mehrzweckgebäudes der EAWAG (Modellaufnahme)

Blick aus Nordwesten auf die Bauten und Projekte der EAWAG. Im Vordergrund die beiden geplanten Neubauten, rechts das Laborgebäude, links das Mehrzweckgebäude, dahinter von links nach rechts die bestehenden Bauten Experimentierhalle, Bürogebäude und Laborgebäude.

68 Bundesblalt. 142. Jahrgang. Bd. l

1729

1730

ETO Lausanne; Verlegung nach EcuUens, zweite Etappe, fünfte Phase Kostenarten

BKP Hauptgruppen

Kostenstellen Forschungszentrum für Plasmaphysik (CRPP)

Unterrichtsund Betriebs Sirassen dienstgebäude (BES)

  1. 0

Grundstück

1

Vorbereitungsarbeiten

2

Gebäude

3

Betriebseinrichtungen

4

Umgebung

5

Baunebenkosten

6

Zentrale Versorgung

8

Unvorhergesehenes

0-8

Baukosten

Primäre Medienversorgung

3'190'000

4'490'000

340'000

37'370'000

26'740'OQO

2'260'000

770'000

1'100'DOO

1'370'000

1'150'000

3'770'000

Diverse Netzanschlüsse

2'000'000

1'490'000

Diverse Bauarbeiten

Allgemeine Kosten

Unvorhergesehenes

Total

vno'ooo

9'130'000

310'000

68'680'000

2'060'000

3'930'000

170'000

7'950'000 6'210'000

42700'000

33'480'000

15'200'OOü

S'SOO'OOO

0-9

Gesamtkosten

57'900'uOO

36'980'000

  1. BKP = Baukostenplan

2'600'000

3'490'QOO

3'650'000

6'210'000

4'800'000

4'800'000

4'800'000

100'700'OOQ 18'700'000

3770'000

2'600'000

3'490'000

3'650'000

6'210'000

4'800'DOO

| 119'400'000|

Anhang 2

Ausstattung

3'770'000

6'210'000

Tabelle l

9

Index 1.4.89 = 153,4Pt (1.4.77= 100)

Infrastrukturanlagen

Paul Scherrer Institut (PSI); Neubau eines Laborgebäudes mit Laborhalle auf dem Areal Ost

BKP

Kostenarten

Kostenstellen

Hauptgruppen

Laborgebäude

Laborhalle _

Allgemeines

Total

  1. 0

Grundstück

1

Vorbereitungsarbeiten

2

Gebäude

6'490'000

3'430-QOO

9'920'000

3

Betriebseinrichtunqen

3'370'000

2'990'000

6-360-000

4

Umgebung

210'000

210'000

5

Baunebenkosten

260'000

260'DOO

6

Zentrale Versorgung

1'300'000

1 '300-000

8

Unvorhergesehenes

900'000

900-000

2'920'000

19-200*000

3'200'000

3'200-QOO

0-8

Baukosten

9

Ausstattung

0-9

Gesamtkosten

9'860'000

9-860-000

  1. BKP = Baukostenplan

6-420-000

6-420'OOQ

6-120-000

250'000

|

22-400-000!

Tabelle 2

1731

Index 1.4.89 = 153,4 Pt.

(1.4.77= 100)

250'000

1732

Paul Scherrer Institut (PSI); Neubau eines Laborgebäudes auf dem Areal West

BKP

Kostenarten

Kostenstellen

Hauptgruppen

Laborgebäude

Total

  1. 0

Grundstück

1

Vorbereitungsarbeiten

2

207'000

207'uOO

Gebäude

7'314'000

7'314'uOO

3

Betriebseinrichtunqen

3'848'000

3'848'000

4

Umqebunq

55'QOO

55-000

5

Baunebenkosten

250'000

250'000

6

Zentrale Versorgung

786'000

786'000

8

Unvorhergesehenes

610'000

610'000

0-8

Baukosten

13'070'000

13'070'000

9

Ausstattung

3'930'000

3'930'000

0-9

Gesamtkosten

  1. BKP = Baukostenplan

l

17'000'000|

Tabelle 3

Index 1.4.89 = 153,4 Pt.

(1.4.77 = 100)

17'000'QOO

Eidgenössische Materlalprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) St. Gallen; Verlegung in einen Neubau an der Peripherie der Stadt

BKP D

Kostenarten

Kostenstellen

Hauptgruppen

Verwaltungstrakt

Labortrakt

Allgemeines

Total

es'ooo

65'000

223'000

2'538'000

0

Grundstück

1

Vorbereitunqsarbeiten

2

Gebäude

3

Betriebseinrichtungen

4

Umgebung

3'409'000

3'409'000

5

Baunebenkosten

2'660'000

2'660'000

6

Zentrale Versorgung

374'000

1'447'000

8

Unvorhergesehenes

3'608'000

3'608'000

10'339'000

77'800'000

527'000

1'788'000

1V307'000

42'143'OOD

53'450'000

321 '000

10'302'000

10'623'000

1'073'000

0-8

Baukosten

12'155'000

55'306'000

9

Ausstattung

780'000

15'020'000

12'935'000

70'326'000

0-9

Gesamtkosten

10'339'000

l

93f600'000|

Tabelle 4

1733

Index 1.4.89 = 153,4 Pt. 1) BKP = Baukostenplan (1.4.77 = 100)

15'800'000

1734

Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (EAWAG); Neubau eines Labor- und eines Mehrzweckgebäudes

BKP D

Kostenarten

Kostenstellen

Hauptgruppen

Laborgebäude

Mehrzweckgebäude

Allgemeines

Total

0

Grundstück

1

Vorbereitungsarbeiten

2

Gebäude

3

Betriebseinrichtunqen

4

Umgebung

1'090'000

V090'000

5

Baunebenkosten

1'230'000

V230'000

6

Zentrale Versorgung

2'090'OOD

2'090'000

8

Unvorhergesehenes

1'318'OuO

188'000

1'074'000

2'580'000

14'895'OOu

3'159'000

2'136'000

20'190'OuO

9723'000

967'000

10'690'OOQ

1'294'000

216'000

320'000

V830'000

0-8

Baukosten

27'230'000

4'530'000

7'940'000

39'700'000

9

Ausstattung

5'420'OuO

1'660'000

120'000

7'200'000

32'650'OOQ

6-1 90*000

8'060'OQO

0-9

Gesamtkosten

  1. BKP = Baukostenplan

46'900'OOOj

Tabelle 5

Index 1.4.89 = 153,4 Pt.

(1.4.77= 100)

|

Bundesbeschluss über Bauvorhaben der Eidgenössichen Technischen Hochschulen (ETH) und der mit ihr verbundenen Forschungsanstalten

Entwurf

vom

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft gestützt auf Artikel 27 der Bundesverfassung, nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 27. Juni 1990 '>, beschliesst:

Art. l 1 Den mit der Botschaft vom 27. Juni 1990 beantragten Bauvorhaben und Kieditbegehren wird zugestimmt.

2

Es werden dafür folgende Objektkredite im Totalbetrag von 333 855 000 Franken bewilligt: a. 315 100000 Franken für neue Objektkredite gemäss Verzeichnis im Anhang; b. 18 755 000 Franken für einen Zusatzkredit für den Bau der Spallationsneutronenquelle des Paul Scherrer Instituts (PSI).

Art. 2 Der Bundesrat ist befugt, innerhalb des Gesamtkredites nach Artikel l Absatz 2 Buchstabe a geringfügige Verschiebungen zwischen den einzelnen Objektkrediten vorzunehmen.

Art. 3 Dieser Beschluss ist nicht allgemeinverbindlich; er untersteht nicht dem Referendum.

4036

') BB1 1990 II 1661

1735

Anhang

Verzeichnis der neuen Objektkredite ETH Lausanne

Fr.

Zweite Etappe der Verlegung nach Ecublens, fünfte Phase . . . .

119 400 000

ETH Zürich Liegenschaftserwerb auf dem Hochschulareal Hönggerberg ...

Investitionsbeitrag an die «Stiftung für studentisches Wohnen» für den Bau zusätzlicher Studentenwohnungen

13 300 000

Total ETH Zürich

15 800 000

2 500 000

Paul Scherrer Institut (PSI) Laborgebäude mit Laborhalle auf dem Areal Ost Laborgebäude auf dem Areal West

22 400 000 17 000 000

Total PSI

39 400 000

Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) St. Gallen Verlegung in einen Neubau an der Peripherie der Stadt

93 600 000

Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (EA WA G) Neubau eines Labor- und eines Mehrzweckgebäudes Total neue Objektkredite

4036

1736

46 900 000 315 100 000

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Botschaft über Bauvorhaben der Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) und der mit ihnen verbundenen Forschungsanstalten vom 27. Juni 1990

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Bundesblatt

Dans

Feuille fédérale

In

Foglio federale

Jahr

1990

Année Anno Band

2

Volume Volume Heft

32

Cahier Numero Geschäftsnummer

90.038

Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

14.08.1990

Date Data Seite

1661-1736

Page Pagina Ref. No

10 051 518

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