242 nichts ändert, und fie enthält in der That kein Wort, das daraus schließen .ließe.

Auf diese Gründe gestüzt, müssen wir unsere Ansicht dahin aussprechen, es fei mit Rükstcht auf die von der Regierung von Freiburg über .den Sinn und die Vollziehung der Konvention gegebenen Erläuterungen und Zusteherungen der Beschwerde keine weitere Folge zu geben.

Genehmigen Sie , Tit. , bei diesem Anlasse die Versicherung unserer vollkommensten Hochachtung.

Bern, den 13. Juli 1859.

Jm Namen des schweiz. Bundesrathes, Der Bundespräfident: Stämpfli.

Der Kanzler der Eidgenossenschaft: Schieß.

ST

B

ch

t

des

.Bundesrathes an die

.

Bundesversammlung, betreffend Be-

willigung eines Kredits zur Unterstüzung gemeinnütziger Thätigkeit.

(Vom 16. Juli 1859.)

Tit.!

..Mit verehrlichex Schlußnahme vom 12. dieß haben Sie bei Berathnng des Voranschlages für .das Jahr 1860 vom Budget des Departements des Jnnern denjenigen Theil znr nochmaligen Vorberathung an uns zurükgewiesen , welcher eine Ausgabe von 20,000 Franken znr Unter.stüzung vaterländischer gemeinnüziger Thätigkeit und Ausstellungen vorausgesehen hat.

Wenn wir aiIch das in Sache bereits Vorgebrachte im Wesentlichen nur wiederholen können, so finden wir uns durch Jhre Einladung doch ...zu einer einläßlichern Ausscheidung und zu genauerer Begründung der fragWichen Ansäze veranlaßt, roie aus Nachstehendem. hervorgeht.

^ 2 ^ Ausgaben.

.^ . . . .

Dritter ...^schnitt.

Departements ^.

.

^

D e p a r t e n i e n t des Jnner n.

.5. Unterftüzung gemeinnüziger vaterländischer Thätigkeit: a. Beiträge für schweizerische Hilfsgefellschasten ini Aus-

.^.ande

.

.

.

.

.

..

.

^

.

.

^

.

Fr. 800^.

Wie wir .bereits zu bemerken die Ehre hatten, kommen von Seite vaterländifcher Vereine von Jahr zu Jahr Unterstüzungs..

.begehren aus dem Auslande vor, denen aus Mangel an dießfälligem Kredit nicht entsprochen werden kann, wie sehr auch .

das vaterländische Jnteresse, das Beispiel der Kantonalbehör.den, das Ansehen des Bundes und die Billigkeit ^einige ^Berüksichtigung solcher ..Besuche erfordern würde. Jn allen Fällen ' ..liegt derartigen Begehren ein sehr ^anerkennenswerter Zwek zu Grinde; er kann aber troz der großen Opfer, welchen sich die ^Mitglieder solcher Schweizer- Vereine auf die uneigennüzigste .Weise unterziehen, ohne Nachhilfe manchmal gar nicht, oder .nur höchst unvollständig erreicht werden . obschon er das öffent.

liche Jnteresse so nahe berührt, daß - wenn es sich dabei um andere Länder und deren Angehörige handelte der Staat sich der Sache annehmen und die betreffenden Bürger ihrer ^außerordentlichen Anstrengungen und Leistungen entheben würde.

.Hi.^r sollte der Bund auf den an ihn ergehenden Ruf fich nicht ^vorneh.n und zurükhaltend abschließen.. fondern sich überhaupt er.^nunternd und hilsreieh herbeilassen. Bisher waren die schweiArischen Hilfsgeselischasten im Aiislande, die besonders die Un.terstüzung i^rer Land^leute znm Zweke haben und denselben in ^.der Ferne und in der Noth den Beistand des Vaterlandes ..einigermaßen ersezen sollen . fast ausschließlich auf sich selbst an.Bewiesen. ...tus dem Zeitraum von 1854 --1858 liegen ein^zelne Jahresberichte von 30 solchen Vereinen vox^, und zwar ^von vielen mehrere Jahrgänge. Diesen Berichten zufolge zählet ^26 Vereine 2119 Mitglieder, von denen jedes im Durchschnitt .....inen jährlichen Beitrag von nahezu 22 Fr. entrichtet.^ 20 der ^gedachten Vereine besten in Folge ^ dessen zusammen ein Ver..nögen von Fr. 256,489. Die jährlichen Einnahmen von 24 ^Vereinen delausen sich auf Fr. 100,187. 38 , die jährlichen .Ausgaben bei 23 derfelben auf Fr. 80, 1 50. 79. .. An die Einnahmen trugen, in s^ weit es hierfeits bekannt ist. die Kantone .bei 5 Vereinen Fr. 3565 bei. Bei solchen jährlichen Leistungen ^ Schweizerischer Gesellschaften im Auslande ist es sich nicht zu

..

244 .vunderu, wenn von denselben seit dem Jahr 1854 schon 6 mit Unt^rstüzungsbegehren beim Bunde eingekommen sind und dieselben theilweise von Jahr zu Jahr ^wiederholen, und uns will es scheinen, es wäre nicht zu viel. zu deren Gunsten von Bundes wegen über eine Summe von Fr. 8000 verfügen zu können.

Näher läßt sich der Gegenstand, was gemeinnüzige vaterländische

^hätigkeit der Schweizer im Auslande betrifft, nicht wol spe-

zialistren. Wir verweisen übrigens auf beiliegende Ueberficht uber^30 solche Vereine, ob.vol dieselbe beim Mangel einiger Angabe.n, die noch nicht erhältlich .waren, stellenweise noch zu wünschen übrig läßt und erst später ergänzt werden kann. Was die Summe betrifft, so kann man um so leichter die vom Ständexath angenommene festhalten, als der Nationalrath die Summe von Fr. 24,000 unter der Rubrik ,,Auswanderungswesen, ^ wovon

..

abex 2000 zur Unterstüziing der zwei schweizerischen Hilfsgesellschaften in New^ork und Rio..Janeiro bestimmt waren, auf

Fr. 22,000 herabgesezt hat.

b. Beiträge für landwirtschaftliche Zweke . ^ .

. Fr. 600^ Was die Vereinsthätigkeit im Jnlande betrifft. fo dürste zunächst das B^dürfniß der Hebung landwirthschaft.ichen Gewerbsfleißes^in's Auge zufassen sein. Weitaus di^e zahlreichste Klaffe der Bürger gehört dein Bauernstande an, der am wenigsten Gelegenheit und Mittel hat, sieh für seinen Beruf weiter ausz.ibilden. Auf dem Gedeihen und der Entwicklung seiner Erwerb zweige beruht zum größten Theil die öffentliche Wohlfahrt in der Schweiz, und auf ihn ist der Staat hinsichtlich seiner meisten Hilfsquellen angewiesen. . Die Bundesversammlung hat schon bei frühern ^Anläßen ihre hohe Meinung von der Wichtigkeit der schweizerischen Landwirtschaft nicht verläugnet , indem sie bewilligte :

auf.s Jahr 1855 für die Jndustrie^ und Vieh.^.sstellung in Paris zusammen

^ .

.

. Fr. 9.000

,,

..

^1856 für. die lan.dwirthschaftlichen Aus-

,,

,,

stellungen in Paris und Ehelmsford ... 5,000 1857 für die landwirtschaftlichen Ausstellungen in Paris und Eheln.ssord ,, 7.000

..

..

1^/.^ für di^ lll. schweizerische Jndustrieausstellnng. nirtJnbegriffder landwirthschaftlichen , welche den .

..

,,

Bundesbeitrag bekanntlich hauptsächlich nöthig machte .

. ,, 62.000 1858 für die angekündigte, jedoch nicht

Uebertrag Fr. 83,00.^

'

.

.

^

Uebertxag Fx. 83,000 zur Ausführung gelangtelandwirth,,

,,

. schastliche Ausstellung in Paris . ,, ^ 1859 für die landwirtschaftlichen Aus^ ftellungen der östlichen und west-

lichen Schweiz zusammen .

9,000

. ,, 4,000

. ..iui Ganzen also für die in den lezten sünf Jahren

beabsichtigten derartigen Ausstellungen

.

. Fr. 96,000

.welche denn auch weitaus zum größten Theil zu entsprechender Verwendung gelangten.

Seit einiger Zeit vergeht kein Jahr, ohne daß sich die schweizerische Landwirtschaft durch ^ Ausstellungen, Prämien und .andere Forderungsmittel emporzuschwingen Geltung und allge.meine Anerkennung zu verschaffen sucht. Für sie handelt es sich seit der Verbreitung der Eisenbahnen und dem Steigen der Bodenpreife ^darum, die Konkurrenz mit dem Auslande zu bestehen und eine ^em Kapitalwerthe und den höhern Arbeitslöhnen entsprechende Rente zu erzielen. Um dazu zu gelangen,. muß sie sich mit den auf ihren Betrieb anwendbaren Grundsäzen der Wissenschaft,^ mit 'den Fortschritten der Mechanik, mit den Erfindungen u. s. w.

besser vertraut machen -.- gewiß keine leichte Ausgabe für sie, da ihr eine höhere Fachschule mangelt.

.

Die schweizerischen Landwirthe sehen sich daher zu außerordentlichen Anstrengungen genöthigt. .Glüklich^rweife fühlen sie, daß ihre Stärke in der Einigung liegt, wie die in neuester Zeit entstandenen vielen landwirtschaftlichen Vereine i.n der Schweiz und der nene Aufschwung ähnlicher älterer Vereine beweisen. Jn den lezten Jahren wurden in der Schweiz zum ersten Male landwirthschaftliche Gesellschaften, die sich über mehrere Kantone er..

streken, oder gar auf die ganze Schweiz berechnet sind, gegrün-

det. So entstand im Jahr 1856 der bereits ^)00 Mitglieder

zählende ,,Verein schweizerischer Landwirthe.. und 1858 der ,,eid. genösstsehe landwirtschaftliche Bund^, der mehrere Kantvnsvereine der östlichen Schweiz umfaßt., so wie in Folge der Ausstellung in B o i s - B o u g ^ ein ähnlicher landwirthsehaftlicher Verein für die französische Schweiz. Die beiden erstern. hauptsächlich die die deutsehe Schweiz vertretenden Vereine, haben sich am 10. dieß

in Zürich , bei ...lnlaß der dortigen landwirtschaftlichen Ausstellung, bereits mit einander in Verkehr gesezt. ^ um sich zu ver^ schmelzen. Die landwirtschaftliche Gefeilschaft der romanischen.

Schweiz will im Jahr 1860 in G r e . ^ e r z eine Vieh-. Produkten- und Gerätheausstellung veranstalten. Eine Summe von

Fr. ^6000 dürfte sowol für diese Ausstellung, als für ähnliche

Unternehmungen in ^der östlichen Schweiz als Unterftüzung aus...^ reichen.

.^

^246

^

.^. Beiträge für die gefchichtforfchende und naturforschende Gesellschaft der Schweiz ^. . . . . . . .

Fr. 6,000.

Da es keineswegs in unserer Absicht liegt , Kunst und Wissenschaft durch Subventirnng einzelner Künstler oder Gelehrten zu unterstüzen. ui.d da von dießsälligen schweizerischen Ver^ einen einzelne schon durch^vieljährige, höchst wirksame Bestrebungen sich allgemeine Anerkennung und vaterländische Verdienste erworben haben und nicht aushören. ferner bedeutende Ziele in's .^luge zu fassen, so konnten wir füglich auf die genannten zwei Gesellschaften unser sachbeziigliches Kxeditbegehren für 1860 beschränken und einstweilen von weniger berechtigten und^ weniger dringenden Unterstüzungsbegehren anderer Vereine Umgang nehmen.

Die allgemeine geschichtsorschende Gesellschast hat seit Jahren ein wichtiges vaterländisches Werk begonnen, das bestimmt ist, eine sehr fühlbare Lüke für f^weizerische Gefchichtssorschnng ausznfüllen,^ indem sie in den schweizerischen Archiven und diplomatischen Werken die ältesten, aus unsere vaterländische Geschichte bezüglichen Urkunden bis zum Jahre 1354 registrirt, uin das Ergebniß dieser Arbeit durch den Druk Jedermann zugänglich zu machen. Dieses ihr Werk umfaßt bereits 8000 Urkunden.

Aus Mangel an Kredit haben wjr bis dahin ihrem wiederholten Ansuchen um Unterstüzung ihres Unternehmens nicht entsprechen können, so sehr auch dasselbe alle Beachtung von Seite der ^vaterländischen Behörden verdient. Aus demselben Grunde konnten wir schon früher auf ihr Gesuch um einen Beitrag für ein anderes Regestenwerk schweizerischer Archive nicht eintreten , und in Folge dessen mußte die Fortsezung demselben, troz der von einzelnen Kantonen erhaltenen Unterstüzung von ihr wieder ausgegeben werden. Ein ähnliches Schiksal steht nun ^ dem weit planmäßiger angelegten und nüzlichern neuen Unternehmen bei den beschränkten materiellen Hilfsmitteln der gedachten geschichtforschenden Gesellsehaft bevor, wenn ihm^ von Seite der vaterländischen Behörden der nöthige Beistand vorenthalten wird. .

Wir glauben, der Bund dürfte sich hiefür wol zu einem Bei., trage von Fr. 3000 herbeilassen.

Die schweizerische naturforfchende Gesellschaft, welche durch ihren vieljährigen segensreichen Bestand, durch ihren erfolgreichen Einfluß ans Landwirtschaft und Gewerbswefen, durch den weit verbreiteten Ruf ihrer Mitglieder in Europa den Anstoß zur Bildung so vieler ähnlicher Gesellschasten des Auslandes gegeben hat , Inußte Init ihren ltnterstüzungsbegehren , troz ihrer hohen Verdienste und ihrer geringen finanzieren Hil.fsmittel , bisher noch jedes Mal unberüksiehtigt bleiben, indem kein entsprechender Kredit dafür vorhanden war. Wir wünschen zur Unterstüzung . .und Förderung der unzweifelhaft höchst verdienstlichen wissensehaft..

247 lichen Bestrebungen dieser Gesellschaft wenigstens Etwas beitragen zu können , unt. schlagen Jhnen zu diesem Zweke ebenfalls eine Summe von Fr. 3000 vor.

.

Summe Fr. 20,000

Uebrigens benuzen wir diesen Anlaß, Sie, Tit., wiederholt unserer vollkommenen Hochachtung zu .versichern.

B e r n , den 16. Juli 1859.

.

Jiu Namen des fchweiz. Bundesrathes, . Der Bundespräsident : Stämpsli.

Der Kanzler der Eidgenossenschaft : Schieß.

ST

Aus den Verhandlungen des schweizerischen Bundesrathes

(Vom 16. Juli 1859.)

Der Bundesrath hat die Piquetstellung bei a l l e n e i d g e n ö s s i s c h e m T r u p p e n aufgehoben. Vom Tage diefex S.chlußnahine an ist für die berittenen Truppenoffiziere die Nachtragsvergütung für ein effektiv gehattenes Pferd nach §. 78 des Verwaltungsreglenients verfallen. Für die Offiziere des Generalstabes dagegen läuft diese Vergütung erst vom I. Oktober nächstkünftig an , weil denselben bis Ende September die Ration ..zugesichert wurde. .

(Vom 18. Juli 1859.

Der Bundesrath wählte Hrn. Henri Eonstant J e a n n e r e t - G e n t i l , .

.von Travers , Briefträger in La Ehaux-de-Fonds , zum Posihalter in Travers (Neuenburg): ^

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Bericht des Bundesrathes an die Bundesversammlung, betreffend Bewilligung eines Kredits zur Unterstüzung gemeinnütziger Thätigkeit. (Vom 16. Juli 1859.)

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Bundesblatt

Dans

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Foglio federale

Jahr

1859

Année Anno Band

2

Volume Volume Heft

35

Cahier Numero Geschäftsnummer

---

Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

19.07.1859

Date Data Seite

242-247

Page Pagina Ref. No

10 002 820

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