42 Systeme des Denegirens und ......ontroverfirens zur Basis dienten, geeignet das Urtheil derjenigen Personen zu beirren, welche mit dem wirklichem .Stand der ganzen Angelegenheit unbekannt find.

Wir sehen nun ....n t vollstem Vertrauen der Schlußnahme des hoheu Nationalrathes über die verfassungsrechtliche Seite vorliegender Streitfrage entgegen, und benuzen diesen Anlaß zur Versicherung unserer vollkom.neusten Hochachtung.

Bern, den 22. Dezember 1858.

Jm Namen des schweiz. Bundesrathes, Der Bundespräfident: l).... Furrer.

Der Kanzler der Eidgenossenschaft : Schieß...

ST

Botschaft

des .Bundesrathes an die h. Bundesversammlung, betreffend die Einführung gezogener fassen bei der .infanterie.

(Vom 11. Januar 1859.)

Tit.l W.e bekannt hat der größte Theil der Staaten Europa's das Prinzip der Einführung g e z o g e n e r Gewehre nicht nur für die leichte, sondern auch für dieLinien.Jnfanterie angenommen, und meistens bereits durchgeführt.

Die Leistungsfähigkeit dieser Waffen übertrifft diejenige der Waffen .mit glatten Röhren so sehr, und die öffentliche Meinung hat sich so entschieden für erstere ausgesprochen, daß man namentlich für ein Heer von Milizen diese Verbesserung nicht länger aufschieben oder gar von sich weisen kann, ohne sich den größten Gefahren preis zu geben. Es liegt daher iw.

wohlverstandenen militärischen Jnteresse der Schweiz , daß diese schoI..

längere Zeit bei den eidgenössischen Militärbehörden obschwebende Frage so bald wie möglich zur Entscheidung gelange, und man das wankend gewordene Vertrauen unserer Armee in ihre Bewaffnung wieder herstelle.

Die Verbreitung gezogener Waffen hat zwar bei uns durch die Annahme des Jägergewehres, dessen Einführung im Laufe dieses JahIes für die Hälfte der Jäger beendigt werden wird , bereits einen bedeutender..

.Schritt vorwärts gethan ; allein man darf hier nicht stehen bleiben , und es mnß dahin gewirkt werden, daß die ganze Jnfanterie dieser Vervoll.kommnung theilhastig werde.

^ Sie haben dieses im Grundsaze bereits selbst anerkannt, indem Si^ durch Postulat ..) des Bundesbeschlusses, betreffend .den Geschäftsbericht de^ Bundesrathes für das Jahr 18^7 (eidg. Gefezsaminl. Vl, 69) den Bundesrath eingeladen haben, di.e in Beziehung auf das Schießgewehr ge.^ pflogenen Untersuchungen mit Eifer fortzufezen, und für den Fall des Erfolges Anträge zu hinterbringen , welche auf sofortige Umänderung der bisherigen Schießgewehre abzielen.

Hiebei tritt uun die Frage in den Vordergrund, ob unsere jezigeI..

Gewehre, mit Beibehaltung des jezigen Kalibers, in gezogene Gewehre umgeändert, oder ob neue Waffen, und zwar mit kleinerem Kaliber, angeschafft werden sollen. Für das erstere sprechen gewichtige Rüksichten, in.^ dem die Umänderung in verhältnismäßig sehr geringer Zeit stattfinde^ kann , während die Einführung einer ganz neuen Bewaffnung, selbst bei bedeutenden jährlichen Ankäufen der Kantone, doch sechs bis zehn Jahre dauern und dabei vom Bunde und deu Kantonen sehr ansehnliche Opfer erheischen würde, besonders auch, weil neben den neuen Waffen, welche der Mannschaft erst übergeben werden könnten , wenn solche für die ganze Armee, oder wenigstens für den größten .Theil derselben vorhanden wären, in der Zwischenzeit immer noch Gewehre nach jezigem Modell angeschafft werden müßten, um die zahlreichen jährlich abgehenden zn erfezen, diese Gewehre aber nach Einführung der neuen Bewaffnung ganz nuzlos würden.

Eine Umänderung der jezigeu Gewehre iu gezogene kann aber be^ einiger Anstrengung ganz gut in etwa anderthalb Jahren beendigt werden, und es könnte bis zu dieser Zeit unsere ganze Jnfanterie in Auszug und Reserve sich im Bestz dieser vollkommenen Waffe befinden.

Es ist nun freilich nicht zu verkennen, daß dem großen Kaliber allerdings mehrere wesentliche und nicht zu beseitigende, in der Natur der Sache liegende, Nachtheile anhängen, wie z. B. größerem Widerstand der Luft gegen die Geschoße und ein größeres Gewicht derselben , daher den...

auch eine gekrümmtere Flugbahn, weit geringere Trefffähigkeit , stärkerer Rükstoß , größere Belastung der Soldaten, größerer Pulver^ und Blei^ .verbrauch, Vermehrung der Munitionswagen sür eine gleiche Patronenzahl.

Die Nachtheile des großen Kalibeis bilden die Vortheile des kleinen, und.

es haben sich diese bei unserm Ordonnanzstuzer wirklich bewährt ; beim.

Jägergewehr tritt noch derjenige des schnellern Schießens hinzu. Die, wenigstens dreifach größere Schußweite der gezogenen Handfeuerwaffen bedingt aber jedenfalls für das große wie für das kleine Kaliber eine größere Munitionsausrüstung, als sie bisanhin für das glatte Jnfanterie.gewehr gewesen. Es ist daher nicht zu verkennen , daß die Einführung einer g^nz neuen Bewaffnung mit kleinem Kaliber den Vorzug verdiente, und daß man sich mit denI Gedanken vertraut machen muß , die Umänderung der jezigen Gewehre in gezogene dürfe nur als ein Uebergang betrachtet werden, und es sei für zukünftige neue Anschaffungen jezt scho^ .ein neues Modell einer gezogenen Waffe von kleinerem Kaliber auszustellen

^ Von diesem Standpunkte ausgehend, wurde denn auch bei den Ver..

suchen, die mit den verschiedenen gezogenen Waffen gemacht wurden, hauptfachlich der Zwek ins Auge gefaßt, ein S.^in zu finden, das sich . zur Anwendung auf unsere jezigen Gewehre a.n besten eignen würde. Gleich..

zeitig wurde die Frage einer nähern Untersuchung unterworfen, ob die iu den Kantonen vorhandenen Vorräthe an Jns..nterie^Perkiissionsgewehren ihrer Beschaffenheit und namentlich ihre.u Kaliber nach auch wirklich zur Umänderung fähig und beniizbar feien , und zu dein Ende werden von den Kantonen genaue Angaben verlangt , in welchen Gränzen die Durch..

messer de.. vorhandenen Flintenkaliber sich befinden. Zwischen dem kleinen .und dem großen Kalibrirz^li.idex ist nämlich jezt für die glatten Läufe eine Differenz von 3,3 Strichen gestattet, während diese bei gezogenen Gekehren nur 2, höchstens 2,5 Strich^ betragen darf, wenn nicht die Sicherheit des Schuffes in sehr hohem Grade gefährdet werden soll. Dieser Umstand infiiIirt natürlich sehr wesentlich auf die Kosten, indem die Umänderung der äitern Gewehre , wenn sich eine bedeutende Kaliberdifferenz .und somit ein starker Ausschuß ergeben hätte, sur das einzelne fertig ge.zogene Gewehr berechnet, möglicherweise fast gleich hoch als die Anschaffung treuer Gewehre zu stehen täine, ur.d in diesem Falle dann unbedingt zu ^ezterer Maßregel hätte geschritten werden müssen. Die Angaben der .Kantone lauten nun aber in dieser Beziehung so befriedigend , und es ergiebt sich , daß der^ Ausschuß der nicht umänderungs^ähigen Gewehre ein so geringer sein wird, daß Inan hierüber gan.z beruhigt sein kann. Nahezu 50.000 Gewehre find angezeigt. welche nur eine Kaliberdifferenz von 5.^,2 .^is .59,4 Striche, und über 20,000, welche eine solche von 59,5 bis ^0,4 Striche haben , also n.ehr als genug , um die gesaiuinte Ji.san..

terie des Auszugs und der Reserve init umgeänderten Gewehren zu be...

^vaffr..en.

Die Versuche selbst wurden auf verschiedene S.^eme ausgedehnt, und ^..ie erhaltenen Resultate auch mit .den Schieße.rgebnissen der Waffen an^erer Staaten verglichen. Bald wurde jedoch die Aufmerksamkeit vorzugsweise einem von Herrn Oberftlieutenant B u r n a n d in Verbindung ^uit Büchsenmacher P r é i a z vorgeschlagenen System zugewendet, das süx ^ie Umänderung unserer jezigen Gewehre am passendsten erschien, und bei

verhältnismäßig geringen Umänderungskosten eine Leistungsfähigkeit der

^Waffe versprach, wie sie von ^inem gezogenen Gewehr so großen Kalibers ..rur gesordert und gewünscht werden kann. Nachdem einige erste von allerlei Wechselfällen begleitete Versuche die Erfinder zu einigen Modifia Nationen veranlaßt hatten, esn lezter Vorversuch dann aber sehr günstig aus...

gefallen war, wurde die Umänderung einer größeren Anzahl älterer Gewehre verschiedenen Kalibers in gezogene Gewehre nach dem System der Herreu Prélaz-Burnand angeordnet, und dann vor einer von uns bestellten Ex^ertenkonimission , bestehend aus dem Herrn eidg. Obersten E g l o f f , als Präsidenten , deu Herren Oberst Fr. V ei l l on, Oberst Wursten^

4.^ b e r g e r , Kommandant W i e l a n d und Stabsmajox W.^dler, den 23., 2.l., 25. und 26. August vorigen Jahrs in Bafel eine Hauptprobe in größerem Maßstabe vorgenommen , welche ein so befriedigendes Ergebniß hatte , daß wir keinen Anstand nehmen , Jhneii niinmehr die sofortige Umänderung unserer Gewehre nach dem fraglichen Systeme zu beantragen.

Zii näherer Begründung dieses Antrags haben wir die Ehre, Jhnen den wesentlichen Jnhalt des Berichtes der Herren Experten vorzutragen.

Es sagen dieselben : Der Austrag der Kommission gieng namentli^ dahin, zu untersuchen, was das Gewehr in den Händen der Truppe leiste, und wie der Soldat sich mit demselben vertraut mache.

ZiI diesem Behufe war der Kommission ein Jä.^erdetaschement des Ba...

taillons Nr. 10 von Basel^ tädt, bestehend aus. einem Offizier, einem ^rompeter, 20 Unteroffizieren und Soldaten, zur Verfügung gestellt. Dieses Detafchement bestand aiis Leuten , die sich als geschikt^ Schüzen mit dein glatten Gewehre bewährt hatten ; die meisten derselben hatten jedoch noch nie ein gezogenes Gewehr in den Händen gehabt, oder mit einem solchen Beschossen. Dagegen schien es billig, solche Lente zu wählen, die mit dem Zielen umzugehen wußten , indem man annehmen kann, daß bis zu diesem Grad.^ von Schießfähigkeit jeder Milizmann gebracht werden ka.in. Diese fäiuintlichen Leute hatten keinen anderen Unterricht im Schießen erhalten, .als die übrige Mannschaft.

Die Kommission beschloß, Init der Truppe auf eine größere Scheibe, iind vom Bok aus eine kleinere schießen zu lassen. Bei den Truppen sollte möglichst Init den gleichen Bedingungen wie im Felde gefehosseu werden.

Die größere Scheibe war 2.3.. lang und 12.. hoch; in der Mitte hatte sie einen 2.^ breiten schwarzen Streifen quer durch, der wiederum in der Mitte nach oben einen schwarzen Streifen von gleicher Breite hatte, so daß sie eine Art von Kreuz bildeten.

Die kleinere Scheibe hatte 12^ im Onadrat und war in Ouadrate .^on 1.^ Seitenlänge eingeteilt, in der Mitte ein schwarzes Ouadrat von .3^ Seitenlänge..

Der Schießplaz (die Schüzenmatte) war gegen Südwesten gelegen^ die nachmittägliche Beleuchtung war daher sehr ungünstig. Die W.tternng war windstill, schön, aber theilweise sehr warm und schwül.

Das Schießen mit der Truppe begann am 23. Nachmittags, dauerte bis zum 2^. Nachmittags.

und

Es standen 20 Gewehre zur Disposition, deren Kaliber von Herrn Major W v d l e r gemessen wurde, nämlich:

^ Bewehr Rx.1t8.

^,90.^

.

^

^ ,, ^

,, .^5. .5,87 ,, 4. ^,88 .^ 653. .5,87

.-

..

..

.

, ,,

., l^. ^,87 .. 16. 5,90-.^ , ..). .5,9^ , 273. ^,90

,, .,,

.^

,, ,, ., ,, ,.

.

., .-

.^

26. ^,87

3. 5,^2

^.

1t.

^

5,90

,, 13.

,, 20.

,, 15.

,, 27^.

5,95 !5,90 6,00-^ 5,90

.^

6,00

14.

,, 8. 5,9.^ ,, 607. 5,8^ ^ 12. 6,05

Die Gewehre waren fämmtlich umgeänderte Jnfanteriegewehre, da.^ Absehen dasjenige des eidg. Stuzers graduirt bis aus 800 Schritt; auf .^..)() wu.de über das feste Absehen gezielt.

Die Absehenhöhen waren auf

200 Schritt 400 ,, 600 ,, 800 ,,

Vorschuß.

5./^5^^.

9--9,7^.^.

14-14,7^^.

Die Ladung bestand aus 41,^ bis 4^ Grammen eidg. Pulver Nr. 3..

Die Kugel ist ein Spizgeschoß, die Spize abgeplattet, mit einer tiefem

Rinne, anI Boden konisch ausgehöhlt, die Höhlung ziemlich tief gehend.

Das Gewicht derselben beträgt 35 bis 36 Gramme; es gehen daher ungefähr ^8 Geschosse auf das Kilogramm. .^s wurde stets mit Patronen geladen., die Form derselben ist die gewöhnliche für Spizgeschosse ; untei..

find sie gefettet.

An Schießresultaten ergaben sich auf 200 Schritt :

130 Schüsse 130 Treffer

100 %.

Dabei wurde jedem Mann sein Treffer gezeigt; 10 Mann in Jägerkette ausgebrochen schossen hierauf 50 Schüsse in 5 Minuten Zeit 50 Treffer 100 %.

15 Mann ...ben so ausgebrocheu

74 Schüsse in 7 Minuten 70 Treffer 94^ %.

Die meisten Schüsse hielten schön Strich., die Mittellinie der Scheibe

.war ganz durchlöchert; bei der Menge der Treffer war möglich, ein Scheibenbild abzunehmen.

es daher nich...

^ Es wurde hierauf zur weitereu Distanz auf 400 Schritt vorgegangen..

400 Schritt.

50 Schüsse 48 Treffer

96 %.

Jedem Mann wurde sein Treffer gezeigt . auch hier hielt das ^ ^..vehr schön Strich.

Hierauf brachen .12 Mann iu Jägerkette aus und schossen : 120 Schüsse in 8 Minuten 116 Treffer 96.^ %.

.l 3 Mann schossen in gleicher Weise: 130 Schüsse in 11 Minuten 12l Treffer 93 %.

.Die ganze Abtheilung schoß hierauf auf Kommando im Geschwinde.feuer in der Zeit von 5 Minuten:

130 Schüsse mit 126 Treffern

97 %.

Herr Oberst E g lo ff wünschte auf diese Distanz auch die Wirkung ..ines Pelotonsfeuers auf Kommando zu sehen. Die Mannschaft marschirte im Manövrirschritt von 600 auf 400 Schritt vor und gab 3 .Pelotonsfeu er ab :

1 Feuer 18 Schüsse l 7 Treffer 2 ,. 14 ,, l0 ., 3 ,, 16 ,, 13 ,,

94.^ % 7l^/- ,, 8.^... ,,

Die Differenz in der Zahl der Schüsse rührt von nicht losgegangene^ Gewehren her , bei welchen die Kapsel versagte, oder sonst ein gewöhnlicher Umstand hindernd dazwischen trat.

Jn gleicher Weife wurde mit dem Feuer auf 600 Schritte fortgefahren.

600 Schritte.

Einzelnes Feuer, wobei jeder Schuß gezeigt wurde: ^

51 Schüsse 39 Treffer 76^.. %.

130 Schüsse in 9 Minuten 10.) Treffer

13 Mann in Kette ausgebrochen schoben:

84 %.

12 Mann in Kette ausgebrochen : 120 Schüsse in 8 Minuten 96 Treffer 80 %.

Jm Geschwindfeuer wurden in 5 Minuten 137 Schüsse gethan und 97 Treffer erlangt 7l %.

800 Schritte.

Jm Einzelnfeuer : 96 Schüsse 57 Treffer

5..)^ %.

Jn Kette aufgelöst: 12 Mann I20 Schüsse in 9 Minuten 69 Treffer I2 Mann .l 20 Schüsse in 9 Minuten 67 Treffer Jm Geschwindfeuer in 5 Minuten: .

147 Schüsse .^4 Treffer

501^ %.

57^ %.

5^ %...

^

Auf diese Distanz war das Zielen den Leuteu anfangs ungewohnt und beschwerlich ; man hätte bei vermehrter Uebung sicherlich ein noe^ besseres Resultat erhalten können..

^

^

Die Leute beklagten sich über den Rükstoß durchaus nicht; derselbe war sehr gering, wie es sich auch aus den früheren Messungen mit dem Dynamometer ergeben ; die Gewehre wurden Abends von der Mannschaft unter Aufficht des Herrn Prélaz ausgewaschen und gereinigt, wobei sich keine Schwierigkeit ergab.

Jm Allgemeinen freute sich die Mannschaft der Waffe und hatte ein fichtliches Zutrauen zu derselben.

Die Kommission abftrahirte von einem Schießen auf weitere Distanz mit den Truppen , indem einerseits das Zielen mit den vorhandenen Visireinrichtungeu über 800 Schritt sehr schwierig war, andererseits das Schießen auf weitere Distanzen als 6-- 800 Schritt höchstens nicht Sache des Jnfanteristen ist, sondern wesentlich dem Schüzen und etwa dem mit deui Jägergewehr bewaffneten Jäger zufallen wird.

Die durchschnittlichen Resultate, die mit deu Truppen erreicht wurdeu , sind demnach folgende :

200 Schritt. Einzelnseuex Kettender 400 Schritt. Einzelnfeuer Kettenieuer Geschwindfeuer

^

Pelotons.^uer

600 Schritt. Einzelnfeuer Kettenfeuer Geschwindfeuer 800 Schritt. Einzelfeuer Kettenfeuer

'130 Schüsse 124 ..

50 ,, 250 ,, ^ 130 ..

48

5l 250 137 96

,, ., ..

..

39 ,, 205 ,, 97 ,, 57 ,,

40

..

7^ %.

82 %.

7l e.^ .^.

59% %.

240

,,

136

,,

56% %.

Gefchwindfeuer 147

.,

130 Treffe 100%.

120 ..

9l.% %.

48 ,, 96 %.

237 ..

94% %.

.26 ..

97 %.

..

74

,,

83% %.

501/^ %.

Man darf dieses Resultat als ein sehr günstiges bezeichnen. Das Zielo..sekt^ ist an sich klein gewesen und entsprach etwa der Front eines Jnfanterieznges , in der Höhe einem Mann zu Pferd; bei der Nachmittagshize war das Zielen ein schwieriges, indenI die Scheibe von hinten beleuchtet war und die Sonne dem Schüzen gerade ins Auge fiel.

Als interessanten Anhaltspunkt zu Vergleichungen wird hier auf die Resultate aufmerksam gemacht, die seiner .^eit in Basel (28. und 29. Juli I857) bei ähnlichen Schießversuchen mit dem Jägergewehr und dem nach Miniés^stem umgeänderten Jnsanteriegewehr erhalten wurden. Auch damals schossen Jnsantexiesoldaten.

.^ Die Scheiben waren 1.... hoch und bildeten eine Wand von 4.^ .^änge, hatten alio die doppelte Längenausdehnung als diesmal. .

300 Schritt

400 ^00 600

.

,.

.

Miniégewehr.

85 %

^7^ % 54 %

67 ^ %

Jägergewehr.

95 % Treffer.

7.^/2 % ..

74^ % .^

75 %

4...

das Mini^ve^. ^ ^ ^ ^^ ^^ ^ ^ ^ 400 Schritt ^ ^^ ^0 ..

.

.

.91% Fu.' das Jägergewehr .

^.

^

^

^

.

400 Schritt .

^ ^00 ^ .^. .

^00 .. . . .

^^^ ^ d^n Schießen

.

6^^

. 100 % . 941,^% . 95 ^ der Truppe wurd^ ^ ^ ^^^

^ folgen Gewe^ ^ ^ ^^ ^^ ^^ ^

Nr. 607. Kaliber ^8^..^ ^

9.

,,

.^.

...

^,9^^^ 6.05^..

Also dem kleinsten, mittl.^^ u^ ^^....^ ^^^.^ Es ergaben:

Gewehr Nr. 60.^ 2()(^ ^ch^iit.

^0 Schüsse .10 T^ff^ .^^ .., Gewehr Nr. 9. 20() ...^-i^.

.

10 Schüsse 10 Treff^ ^(,. o, Gewehr Nr. I^

^() ^^t.

I0 Schüsse .10 Tr.^ff^ ^.^ ^ Gewehr Nr. 60^ .^()(i ^ch-ilt.

.10 Schüsse ^0 T^ff^ ^(, ^ Gewehr Nr. 9^ .^()() ^^.

10 Schüsse 10 .^^ss^ ..^ ^ Gewehr Nr. 12. .1()0 ^ch^.

10 Schaffe 10 Tr.^ff^ .I^ ^ ^^

^ .

^

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^

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^

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^^I^^^^^^ ^^^^ ^ .^e^^^s^ di^Sch^b^ zerstorte heß k^u ^f...^ ^,.^^^ ^^ ^ ^^^^ .^^

^^ ^^ ^^^^^ ^s der Scheibe befand, bezeug^ j^ daß die Geschosse .nit ^^^ ^^ ^ ^^^ angekom.^ s^i^ ^^ meistens nahe bei d..r ^.^^^ ^nges^l^^ ^^...^ Antrag.

^^ Erläuterungen gelangte die Kommission .u s^lg^d^

^Die Konimission zur 'Prüfu^ ^ Bur..aud^r^^^^h-^

erlaubt sich, d.^. h^ ..^^^ Milit.i-^^.....^.^^ ^.. Einführung d^

traglichen .S^^ms u^ .^ ^^^d^^^.^ ..^^ ^^^^^ ^us^^-j^ gewehre nach dem^ib^ ^- .^^^^fs^^ ^ ^.^^^^^- ^nf^^..i.^ des ^undesheere^ .^^ ^^.^ d^.^^ Ko.up^^^^ f^ .^. ^^ .^^ ^^. ^ ^ ^ ^ ^ h r b ^ i in m t ist, dringend aiizurathen..

^DieKonimis^on bi^ das h. eidg. M^l^^^^.^^ ^ ^ ^..^ .^irdern direkt i-^ E^nv^^^^... ^ ^ ^.....^^

^0 Nachdem die Frage über das System der innern Konstruktion der Gewehre in dieser Weise befriedigend gelöst erschien , blieb noch ein zweiter Piinkt in Beziehung auf die Form der Gewehre zu behandeln, nämlich die Bestimmung des A b s e h e n s . Zu einem Gewehr, mit welchem von Zweihundert bis gegen tausend Schritte richtig geschossen werden soll. gehört unbedingt ein gutes Absehen, das gleichzeitig siir den Gebranch bei der Jnsanterie einfach , solid und nicht hinderlich für die gewöhnliche Hand..

^abung des Gewehrs sein mußte.

Es wurde zu diesem Ende eine Kommission von Experten einberufen, bestehend aus den Herren: eidg. Oberst Müller von Zug, als Präsi^ deut , eidg. Oberst W u r s t e m b e r g e r , Oberstlieutenant V o g e l , ^.ilizinspektor N o h l e t und Artillerie.^ Oberstlieutenant M ü l l e r , als Mitglieder. Diese Kommission prüfte verschiedene Modelle, welche ihr sowol vom eidg. Militärdepartement, als von Herrn Oberstlieutenant ..Burnand vorgelegt wurden, und sprach, sich dann für ein von Herru Oberst Wurste m b e r g e r konstruirtes Modell mit einigen Modifikationen aus , bei welchem sich die verlangten Eigenschaften am beßten vereinigt finden, und da... bei der Herstellung im Großen nicht theurer zu steheu kommt. als jedes andere Absehen.

Dieses find die Resultate der Versuche und Prüfungen, die gewiß ....vllkommeu geeignet find, unfern Antrag aus Einführung des fraglichen Systems zu rechtfertigen, eines Systems. das uns in den Stand sezt, iu der kürzesten Zeit und mit verhältnißniäßig geringen kosten unsere jezigeu glatten Musketen mit der beschränkten Schußweite von höchstens 200 Schritt in gezogene Gewehre umzuändern, die bis auf 800 Schritte ein wirksames ..ind sicheres Feuer gestatten. Dabei müssen wir zwar die bereits ausgesprochene Anficht wiederholen, daß die Umänderung der jezigen Gewehre nach dem Systeme B u r n a n d - P r é l a z nur als eine Uebergangsmaßregel zu betrachten und ^ezt schon gxundsäzlich die Einführung einer ganz neuen Bewaffnung, resp.

Verminderung des j.ezigen Jnsanteriekalibers, zu besehliefen und anzubahnen sei. Allein die Notwendigkeit, daß eine wenigstens theilweise bessere Bewaffnung sofort eingeführt werde, die Notwendigkeit, aus einem Zustande der Bewaffnung herauszukommen, der unsere Armee irn Falle des Ernstes in die bedenklichste Lage bringen könnte, die Gewißheit, mit Anuahme des fraglichen Systems am schnellsten und billigsten zu einem für einmal genügenden Resultate zu kommen, und endlich die Erwägung, daß die dafür exforderliche Ausgabe auch in dem Falle, daß später eine ganz .neue Bewaffnung eingeführt werde, dennoch keine verlorne sei, indem die umgeänderten Gewehre dann als Waffe für die Landwehr verwendbar wären; alles das rechtfertigt und erfordert, iu erster Linie und als Ueber^ gang, die Umänderung der jezigen Gewehre durchzuführen.

Uns bleibt nun noch übrig , von der nähern Ausführung und vou ^en Kosten zu sprechen.

Was die Ausführung betrifft, so gewährt ohne Zweifel am meisten Garantie die Herstellung durch die Erfinder selbst, sowol weil dann di-

5l Einrede wegfällt, daß ein Anderer nicht genau nach ihren Angaben aear^ leitet und dadurch ihr System verdorben und den Erfolg verschlechtert habe, als auch weil ihnen überhaupt im Jnteresse ihrer Erfindung zunächst daran gelegen fein muß, gute Arbeit zu liefern; auch brauchte, wenn die Erfinder selbst die Umänderung übernehmen, nicht eine besondere Uebereiu..

^unft mit ihnen getroffen zu werden über Ueberlassung ihres Systems, da fie ihre daherige Vergütung im Ertrag der Umänderung finden könnten.

Man ist deßhalb auch bereits mit denselben in Unterhandlung getreten, .und deren Bereitwilligkeit zur Uebernahine des Geschäfts verdient Anerkennung. Es wird zu dem Zweke beabsichtigt, in Thun eine Zentralwerkstätte zu errichten und, sei es, daß. das betreffende Lokal aus Kosteu des Bundes oder der Unternehmer gemiethet und eingerichtet werde, was noch Sache der Unterhandlung ist, so ist dieser Umstand aller Aufmerksamkeit werth, weil nachher die einmal erstellte Werkstätte auch noch für weitere militärisch-technische Zweke bennzt werden kann, und vielleicht den .Anfang einer eidg. Gewehrfabrik bildet, dereri Wünschbarkeit schon mehrfach angeregt worden ist.

Hinfichtlich der Kosteu sind die Begehreu und Bedingungen, welche ^die Unternehmer stellen, gerade nicht unbillig; Andere sorderten mehr.

Für das Richten der Läufe und das Ziehen mit seinen Nebenoperationeu fordern die Unternehmer Fr. 3. 40 per Lauf, oder Fr. 3. 25, wenn ihnen aiieh die Lieferung eines von ihnen vorgeschlagenen Absehens über^geben werde. Es ist nun zwar ein anderes Absehen gewählt; allein fernere Unterhandlungen stehen ja offen. Für die Lieferung, Stellung und Befestigung des Absehens fordern sie Fr. 4 per Gewehr. Ein sehr bekannter und erfahrner Büchsenschmied in Basel, der über diese Preise um seiu Gutachten befragt wurde, erklärte, es sei dieses nicht theuer, aber in der Masse bezogen werde der Gewinnst der mit der Operation beauftragten Fabrikanten ein ganz anständiger sein., was übrigens um so billiger erscheint, als das Honorar für die Mitteilung der Erfindung mit inbegriffen wäre. Von anderer Seite wurde ein auf ähnliche Weise umgeändertes Gewehr vorgelegt, und dabei für die bloße Umänderung des Laufes, ohne das Absehen, Fr. 5 verlangt. Preußen kostete die Umänderung 3 Thaler per Gewehr nebst der Aufsicht und der Verwendung einer Anzahl ^....ilitärarbeiter, deren Besoldung von ihren resp. Korps getragen wurde und nicht in die Hauptrechnung fiel. Jn der Hauptsache kann also die Forderung der Unternehmer als billig erklärt werden ; es ist aber die Unterhandlung noch nicht abgeschlossen, und es scheint nicht ganz unwahrscheinlich, daß sowol über die Hauptkosten, als auch über einige nntergeordnete Punkte man sich wol leicht wird verständigen können, wenn es fich um einen definitiven Vertragsabschluß handelt, der eben erst erfolgen kann, wenn Sie die Umänderung beschlossen und den erforderlichen Kredit bewilligt haben. Zu diesen eigentlichen Umänderungskosten kommen danu noch die Transportkosten von den Kantonalzeughäusern .in die Umänderungswerkstätte, und zurük, die Unkosten mit fehlerhaften Gewehren, namentBundesblatt. J..hr^. ^I. Bd. I.

^.

52 ..ich aber die Kosten siir UmäuderurIg der Munition. Wir glauben, daß die Hauptkofieu, nämlich diejenigen für das Richten und Ziehen der Läufe und die Anbringung des Vifirs von dem Bunde getragen werden ^llen, was für 66,000 Gewehre, die iiir das gesanimte Bundesheer (Auszii.^ und Reserve) erforderlich find, eine Ausgabe von eirea Fr. 500.000 er^ ^eischt. ^ Die Nebenkosten dagegen , und namentlich auch di.senigeu der Munitionsumä.nderung, können dann um so mehr von den Kantonen übernomi.ien werden.

Wenn wir hier die Zahl von 6^,00..) Gewehren angeben, so gründet fich dieses auf folgende Berechnung^ Wir haben Gewehrtragende

heim Genie..

Auszug

. . . .

Reserve

. . . .

^l9 567

.^.^

bei der Parkartillerie: Auszug Reserve

. . . .

. . . .

bei der Jufauterte:

. . . . 50,031 . . . . 23.434

.--.------.-.

Auszug Reserve

1,38^

318 210 ^28

73,465

Total der Gewehxtxagenden . . . . . . .

7...., 379

Davon gehen ab. die bei dex Jnfanterie des Auszuges mit .dem neuen Jägergewehr zu bewaffnenden Jäger

.).034

Bleiben mit der umgeänderten Flinte zu bewaffnen

66,345 Mann.

Juden.. wir hiemit zum Schlusse gelangen, können wix nicht umhin, Sie noch einmal aus die Wünschbarkeit einer baldigen Entscheidung in dieser Frage aufmerksam zu machen. Die Armee fehnt sich nach einer bessere^ Waffe, als das glatte Gewehr, dessen Zeit für die europäische Jnsanterie vorüber ist, und sie wird den Beschluß, der ihr das gezogene Gewehr -die Waffe der Neuzeit .-- süx alle Fußgänger sichert, mit Freuden be^ grüßen. Jst die Ausgabe, die diese Neuerung fordert, auch eine große, so ist sie dennoch eine durch und durch gerechtfertigte; und wenn wir sehen, welche Anstrengungen selbst kleinere, und an Hilfsmitteln weniger reiche Staaten als die Schweiz machen, um den militärischen Anforderung^ gerecht zu werden, s.... können auch gewiß die obersten Behörden nnsers Landes die Leistungen vor dem Volke verantworten , die die Einführung einer ^bessern Bewaffnung vvm Bund und von den Kantonen verlangt.

Sobald Sie eine zustimmende Schlußnahme gefaßt haben werden, wird der Bundesrath sich sofort rnit den Kantonen über die .Ausführung ins Einverständniß sezen. Eine Verhandlung mit den Kantonen war bis .dahi..r nicht möglich, weil die Versuche eben erst zum ^lbschluffe gelangt sind, die Sache aber dringlich ist, und vorerst Jhrem Entscheide unterlegt werden muß.

53 Wir stellen Jhnen demnach folgende Anträge: 1. Es seien die Roll.zewehre jeziger Ordonnanz nach dem System . . P r é l a z - B u r n a n d umzuändern zur Bewaffnung der gesammten bisher damit ausgerüsteten Fußiruppen des Bundesauszugs und der Bundesreserve, mit Ausnahme derjenigen Kompagnien, für welche das Jägergewehr bestimmt ist.

2. Die Kosten der Umänderung in das neue System, eben so die Transportkosten nach der Umänderungswerkstätte, und zur.ik, sei..n vom Bunde zu tragen. Von den Kantonen jedoch seien zu übernehmen: die Verpakungskosten in den Zeughäusern , die Unkosten mit sehlerhaft..n oder zur Uniänderung unbrauchbaren Gewehren ; allfällig nöthige Verbesserungen am Schloß und Kugelzieher, endlich die Kosten der Uniänderung der Munition.

3. Dem Bundesrath fei zur Bestreitung der Kosten, so weit fie dew Vunde obliegen, ein Kredit bis auf Fr. 500,000 eröffnet.

Bern, den 1l. Januar 1859.

Jm Namen des schweiz. Bundesrathes, Der Bundespräsident : Dr. Furrer.

Der Kanzler der Eidgenossenschaft: Schieß.

ST

Schweizerische Bundesversammlung.

Die am 31. Juli I858 vertagte ordentliche Session wurde am l0.

Januar 1859 wieder fortg.sezt.

Da der Nationalrath dem von den Herren Stimmenzählern Frey und K r e i s eingegebenen Entlassiingsgesuche nicht entsprach, so blieben die Bureaux beider Räthe unverändert.

Jm Nationalräthe erschien als neues Mitglied Herr Jakob Karlen, von und in Erlenbach, Kts. Bern, welcher am 26. Dezember v. J. iIu V. Wahlkreise an die Ste.lle des Herrn Jakob J n i o b e r s t e g , in Herzogen..

huchsee, gewählt worden war.

Jm Ständerath ist für S c h a f f h a u s e n als neugewähltes Mitglied erschienen: Herr Kantonsrath Emil Ring k, von und in Schaffhaufen.

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Botschaft des Bundesrathes an die h. Bundesversammlung, betreffend die Einführung gezogener Waffen bei der Infanterie. (Vom 11. Januar 1859.)

In

Bundesblatt

Dans

Feuille fédérale

In

Foglio federale

Jahr

1859

Année Anno Band

1

Volume Volume Heft

03

Cahier Numero Geschäftsnummer

---

Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

15.01.1859

Date Data Seite

42-53

Page Pagina Ref. No

10 002 666

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