ST

Schweizerisches Bundesblatt

XV. Jahrgang. lll.

ST

Nr. 40.

5. September 1863.

Experten-Gutachte n über

die Juragewässerkorrektion.

(Vom 8. Juni 1863.)

Einleitung.

Das Departement des Jnnern der schweizerischen Eidgenossenschaft hat die Unterzeichneten durch Schreiben vom 14. August 1862 mit dem Auftrage beehrt, das Projekt der Juragewässerkorrektion noch einmal in Behandlung zu nehmen, und an sie zu diesem Zwecke insbesondere folgende Fragen gestellt : 1) Welche Aenderungen sind an den frühern Vrojekten vorzunehmen, nachdem. in Folge Erstellung der Eisenbahnen die Dampfschiffahrt auf der Aare ganz eingegangen und auf den Jnraseen sehr u..bedeutend geworden, mithin eines der Hanptmomente der srühern Correktionssysteme, nämlich die Erstellung schiffbarer Kanäle, weggefallen ist ?

2) Jst die Jdee der Ableitung der Saane in den Murtensee einer nahern Brüsung werth? wenn ja: welche Aenderungen würde die Ausführung dieses Projektes in Bezug ans das allgemeine Eoxrek- .

tionsprojekt nach sich ziehen ^ 3) Würde die Ausleitung der Saane in den Murtensee nach den Vorschlägen der Herren Suchard und E ha l la n de s in z w e c k mässigster Weise erzielt, oder wäre das bezügliche Vrojekt zu modisieiren, und wie?

Bundesblatt. Jahrg.XV. Bd. I.....

38

488 4)

Werden Ouerverbauungen und Klusen im Bette der Saane und Sense zum Behufe der Zurückhaltung des Geschiebes für zweckmässig erachtet, oder erscheint es im Gegentheil zweckmäßiger, das Geschiebe als Kolmationsmaterial aus das grosso Moos zu leiten .^

5) Kann eine Bartialkorrektion von Büren bis Attisholz ohne Brä^ndiz für das in Be^ng auf die Korrektion oberhalb Büren zn wählende System, und ohne Bräjudiz für die von der Aare und der Emme durehflossenen Gegenden des Aargaues und Oberaarganes an die Hand genommen werden .'

6)

Wird es nothig oder zweckmäßig erachtet, dass, uni den für die genannten untern Gegenden befürchteten Uebelftänden vor^.bengen , ^ auch unterhalb Atti.^holz noch Eorrektionsarbeiten ausgeführt werden, und welche .^

7)

Werden die von den Herren Snchard und Ehallandes gemachten Vorschläge in Bezug auf die Tieserlegnug der Juraseen und Entsumpfung der anliegenden Möser als zweckmässig und genügend bezeichnet, oder müssten zur Erreichung des angesührten Zweckes anderweitige Vorkehrungen getrossen werden ^

8)

Eingabe von Vorausehlägen zu den in Frage stehenden Projekten.

Sollten sich Jhnen ansser den oben gegebenen Direktionen no.^ andere für die Beurtheilung der Juragewässenkorrektion wichtige Momente darbieten, so wollen Sie dieselben ebenfalls einlässlieh erorteru, dauiit, wo immer moglieh, mit dieser neuen Expertise die Untersuchungen in dieser wichtigen Frage zum Absehlnss gebracht werden kouuen.

Um diesen umfassenden Auftrag mit der seiner Wichtigkeit entsprechenden ^Gründlichkeit zu erledigen, wurden verschiedene technische Vorarbeiten notwendig, welche dann auf erhaltene Ermächtigung des Departe^neuts des Jnnern eingeleitet worden sind. ^lllein, da dieselben in. Monat Oktober geliefert wurden , so konnten wir erst im Monat Rovember an die ^ollfül^ruug der eigentlichen Expertise schreiten, und sie begann nach vorläusiger Kenntnisnahme l^er .^u einer grossen Ausdehnung herangewachsenen ^l^ten und Materialien , mit den Lokaluntersnehungeu, woranf wir uns dann den übrigen schwierigen Arbeiten widmeten.

Allein im Verlans derselben sahen wir uns nochmals veranlasse, verfehledene Aufualuneu , Soudirnngen , Gesehwindigkeitsmessungen und insbesondere auch in Betreff der bis jel^t noeh nngenü^end ermittelt gewesenen Flussverhältnisse in und uni Solothnrn, nnd von dieser .^tadt ab^varts, anzuordnen , welche bis in den Mai dauerten und die sehliessliche Ausfertigung unseres Berichtes sel.^r verengerten.

Wenn hiebei die verschied^ue^. fragen n^.eht in der uns vorgelegten Reihenfolge beantwortet werden , so wird uns hierüber das Bestreben

4^ rechtfertigen, verwandte Gegenstande in möglichstem Zusammenhange zu behandeln, um dadurch ihre Auffassung und Beurtheiln..g zu erleichtern, wobei nichts desto weniger jeglicher Frage die ihr gebührende ^lnfmerksamkeit geschenkt werden soll.

Der Gegenstand, welchen .....ir no.^h einmal zu bearbeiten und zu erledigen berufen sind, nämlich die J..rage.v.isserkorrel.tio.., verdient oh..e Zweifel in die ob.rste Reihe der grossartig.n Unternehmungen dieser Art gestellt ^. werden, sowohl in staatsoko..omis.h^.r, als technischer B^iehn..g, und es kann die neue Eidgenossenschaft kein s.honeres Denkmal gemeinsamen vaterländischen Wirkens in dieser Richtung, als die Hervorbringung ^des fraglichen Werkes, unser.. Ra.hkommen überliesern.

..^..eitn^ der ^agne in den ..^urtenfee.

Projekt

...^ u e h a r d

und

E hal landes.

Nachdem die verschiedenen, ..ach und nach ausgetauchlen Projekt...

dnrch mehrere gründliche Erorternngen, insbesondere durch den Eiertenbericht von 1857 abgefertigt. worden sind, wollen wir nun vorerst^ den.

erhaltenen Australe gemäss , z...r B.nrth.iluug des in jüngster ^..il von den Herren ^.n.hard un^ Ehallandes vorgeschlagenen Vrojekt^.s schreit^., welches in ihren Eingaben an den h. Bundesrath, vom J..ui ^18l.i2, so wie im gedruckten ^.vaat-dernier mo.^ vom ^ktob..r dieses Jahres entwickelt ist, und um so mehr eine unparteiische und einl.issliche Behendlung ersordert, als es von einer natürlichen Grundlage ausgeht.

Dieses Vrojekt bernht aus der Ansicht, dass infolge der ins Leben gerufenen Eisenbahnen die Sehisfsahrt ans den Juragew^rn ihre B..deutnng verloren habe und daller eine wesentliche Modifikation in der hydrotechnischen Anordnnng des von La Ri.^a sür dieselben entworfenen Eorr^lionsplans .^nlässi.^ sei, wodurch sich dies.. ^rage viel einfacher gestalle, in..em ihre Losung keine Rücksicht mehr auf Sehifssahrtskan..le, sondern nur ans eine besriedigeude Abführung der Gewisser zur Vermeidung ihrer Ueberschwemmungen und behufs hinreichender ^enknn^ ^ d e r ^ e e n fur Trockenlegung des versumpften Landes zn nehmen habe. ^u diesem Ende sollen also die^ Juraseen, ähnlich wie beiu. Projekt La ^ieea , a^s grosse Wasserbecken zur Gesehiebsahlagerung und .Regnlirnng der Hochw.^sser be^^l^t, jedoch nur die Gewisser der .^aane u^.d der u^it ihr vereinigten ^euse direkte in den Murtensee abgeleitet werden, weil nur diese beiden, als besonders geschiebssehwangere Flüsse anzusehen seieu (.^^.^r en^^ner des masses énormes de .^il^ , während hingegen die .^l.are den grossten Theil ihres Geschiebes schon im Brie.^er- und ......hunersee ablagere, ihr Abflnss nach Gutsinden durch di.. ^chleusseu von Thnn g^..regelt werden konne, und dessh^lb ihre .Gefährlichkeit verliere und leicht lenksam .verde.

Wenn auch die Vereinfachung des Jnra^.wafser^Eorrekt^onsprojekts

490 .

wegen nicht mehr zn berücksichtigender Sehissfahrt und daheriger Eanalisirung der Flussbette nicht jene Bedeutung besitzt, welche ihr hier beigelegt wird (ein Punkt, den wir unten erortern werden), so ist das Projekt Suchard und Ehallandes jedensalls rationeller, als das sogenannte Theilungsprojekt, dem es beim ersten Anblick ziemlich ahnlich sieht. Denn es strebt nicht nach dem praktisch unerreichbaren Ziel, einen mächtigen Fluss in zwei gleiche Flüsse zu zertheilen unl.. dabei den einen vom Geschiebe rein zu erhalten, dagegen dem andern die doppelte Gesehiebslast zur Weitersorderung auszubürden , nachdem seine Kraft durch Verminderung der Wassermasse (gleichsam wie bei einem Aderlass) verhältnissmässig geschwächt worden ist.

Das Brojekt Suehard und Ehallandes verfolgt jedenfalls den viel natnrg...mässern W^g. indem es einfach einen geschiebsreichen ^luss, nämlieh die ....^aane, in den Murtensee ableiten will. Dadurch konnte allerdings das Geschiebe in diesem abgesetzt und die Aare von den Hanpt^ ursachen ihrer Abschweifungen befreit werden.

Freilich würde hiebei di^ doppelte Aufgabe , welche das Projekt

.La Rieea erfüllt, nämlich Geschiebablagernngen und gleichzeitige Aus-

gleichung und Regnlir.mg sämmtlicher Aare- nnd Saanegewässer vern.ittelst der Juraseen , zur Vermeidung zerstörender Hoch.vasser thalabwärts und ^ihrer leichtern Ableitung, nur theilweise d. h. unvollständig gelost, weil ^die Aare, ohne sich mit dem Vielersee zu vermählen, auch später durch ein eigenes Vett abgesührt werden müsste.

Die Ableitung der Saane aus ihrem gegenwärtigen^ ties eingesehnittenen Bett würde nach dem Vorschlag der HH. Suchard und Ehallandes nicht weit unterhalb Gümmiuen dureh ein Ablenkungswnhr bewerkstelligt und dann in den Murtensee vermittelst eines künstlichen Kanals geführt,

welcher die hohe und ziemlich ausgedehnte Hügelkette durchschneiden müsste, welche das Wassergebiet der Saane von demjenigen der Bro^e trennt.

Um den agrikultorischen, so wie allfälligen industriellen Zwecken der untern ...^aane^Gegenden gebührende Rücksicht zu tragen , sollen im Ableitungswul^r der ^aane, ähnlich wie in demjenigen der Aare bei Rappenfluh, geeignete Anordnungen getrossen werden, um hiesür eine beliebige Wassermenge abgeben zu konnen.

Der anzulegende Eanal besteht aus drei Hauptabteilungen : Die erste oder oberste aus einem Tunnel, welcher d^rch das Molassengebirge ^awer bei Jerisberg durchgetrieben wird und im Thalgrnnd des Steinbachs zu Tage tritt.

^eine hoehste Tiefe unter der Oberfläche beträgt ungefähr 64 Meter (217^), fein Ouerdnrchschni.tt soll ans einem Halbkreis von 10 Meter (33^) Durchmesser (Sohlenbreite), mithin von 39l^Meter ........ 435^

bestehen ; seine Länge von Meter 2400 (.^ 8000^) ein Gefäll von 4.^, erhalten.

4.^1 Die zweite Abtheilung des Eanals liegt in der schmalen Thalsohle des Stein- und Bibereubaehs , deren Krümmungen sie bis zum Austritt ins grosse Moos , westwärts Kerzerz folgt. Diese Eanalstrecke soll eine Lauge von 2500 Meter ^- 8600^) erhalten und mit vier Slurzbetlen, jedes 2 Meter Fallhohe, versehen werden. Durch diese soll eine Er-

mässigung des Gesälls und eine Zurückhaltung des Geschiebes ..m Fusse

des Uebersalles erzielt werden. Die zwischen diesen Uebersäll.... liegenden Eanalstrecken erhalten dann noch ein gleiehformiges Gefall von 3.^.

Die Breite der Eanalsohle wird zu l2 Meter ^ 4..).^ augegeben.

Die letzte Eaualabtheiluug liegt grossteutheiis im grossen Moos.

Die HH.

Projektanten

haben die Sohlenbreite derselben zu 18 Meter

..^ 60^ und die Länge zu 4400 Meter (- 14,660^ bestimmt. Allein,

da wegen der Seichtheit des Murtensees dieser Eanal noch um wenigstens 2000.^ in denselben hinein verlängert werden u.uss , so wird er eine Gesammtläuge von eirea 16,70..)^ erhalten und sein ^relatives Gesäll sich aus

1,3.^ stellen.

Die HH. Snchard und Ehallaudes haben auch die Eolmatiernug des grossen Mooses in Anregung gebracht . ^ allein da wir später diesen Gegenstand behandeln werden, so konneu wir uns vorläufig aus die Bemerknng beschränken , dass die ^uletzt beschriebene dritte Eanalabtheilnng jedensalls angelegt werden müsste, selbst wenn auch die Saaue ^nr Eolmatierung benu^t werden konnte.

Die Ge.ammtlänge des sür die Ableitnng der ^aane anzulegenden Kanals würde also 33,300.^ betragen. der gan^e ^all, nach Angabe der Herren Suchard und Ehallandes , zwischen der Einmündungssohle des

.^..nnels und dem Wasserspiegel des Murteusees 34,70 Meter .... 1l 5,6^ (nach unsern genauen Erhebuugen aus 0 Bunkt des ^egels von Murten b^ogen 122 Fnss).

Es ist uuu zuvorderst die wichtige Frage zu erortern , ob der be.schriebene Eaual fähig sei, die Gewässer der Saane abznsühren , was namentlich bei ihrer hasten Anschwellung erforderlich ist, wenn der beabsichtigt^.. Zweck, Ablagerung der Geschiebe im Murtensee, erreicht werden soll, w.^.il diese gerade beim Hochwafser am stärksten in Bewegung gesetzt werden. Da hierüber die Eingaben der Herren ^uchard und Ehallandes keine genügende Auskauft enthalten, so waren wir aenotl..igt, die erforVerliehen Erhebungen bewerkstelligen zu lassen, so wie wir im Weitern die einschlägigen Untersuchungen und Berechnungen gemalt haben , um diese entscheidende Frage mit möglichster Gründlichkeit zu losen.

Den zuverlässigsten Anhalt hie.,u bietet die neue, bei Laupen über die Saane erbaute Brücke dar.

Dieselbe besitzt eine lichte Weite von 200 F^ss. Das Hoehwasser von 1852 überstieg dabei um beiläufig

1t Fnss den Wasserstand vom Oktober 18...2. Das Lokalgesäll beträgt 3,3^. ^

492 Die Drücke bei Gümminen besitzt eine noch grossere Durchgangsweite, nämlich ungefähr 32l ^ bei einem Gefäll von 2,45^,^. Dessen ungeachtet ist bei der ansserordentiiehen Anschwellung vom September l 852 neben diesen beiden ^rücken eine bedeutende, von Ueberflnthungen der anliegenden Uferdämme herrührende Wassermasse abgeflossen.

Schon hieraus ergibt sich ^..zweifelhaft, dass der, von den Herren Suchar^ und .^hallandes prosektirte Eanal von 3..^ breite für die Tunnelstrecke und 40.^ bis 60^ für die übrige nicht ini Stande wäre, die Gewässer der Saane zu fassen.

Un. zu bestimmen, welche Abmessungen ein solcher Eanal ^n diesen..

^weck erhalten müsste, ist die Wassermasse ausznmitteln, welche er n..fchädlieh abzuführen hat.

Run l.aben wir,. nach möglichst sorgsältigen Erfahrungen und V.rechn....g..n gefunden, dass man diesen l^a..al , in Berücksichtigung der grosse.. Anschwellungen der Saane, sür eine Wasserma^se von wenigstens 25,000 l^.biks..ss pro Sekunde ^) einrichten, u..d dass er .,n diesem l.^de folgende Dimensionen erhalten müsse : s ü r die o b e r s t e , in Molafsef^.lsen .Anzuschneidende E a n a l s t r e c k e von 8000^ ^ä..ge zu 4^ Gefall, eine Holmenbreite von l00^ mit ^süssiger Seiten-.^osehnng ans 14^ .^ohe ; sür die m i t t l e r e Eana l s e e t i o . . von 8^00^ Lange, 3^^ Ge-

fäll, eine Sohlenbreite von 176^, 12^ Tiese, mit einfüssiger ^oschung der Uferwände .

für die u n t e r s t e E a n a l a b t h e i lnng vo^ l4,l^^^ L.inge,

1,3.)^^ Gefall, eine Sohlenbreite von ..llerwenigitens 200^ und l ^.^süssige

Uferbos^nng. Mit der snpponirten Verlängerung in d.... ^ee würde die Gesammtlänge dieser Eanalstrecke eirea l6,7l)0^ betragen.

Au.^ de^n Angeführten ergibt sich dann auch die Unmöglichkeit, sieh bloss u^it einem .^nnn.^l zu behelsen , daher u.an in die Rotl^veudig^eit verseht wird , das ^ett der .^aane vermittelst eines grossartigen ^insehuittes ..^es oben ermähnten Vergrüeken^ .^awer zu bilden. Hieraus sieht man schon, dass die zur Ableitung der ^aane in den Murtensee nolhig......

Arbeiten viel bedeutender wären , als die ^on den ^erren ^uehard und ^hallaudes projektir^en.

..) Da die Wassermasse der ^lare bei ^larberg^ i^n .^inb^i^k auf au^erordeu^liehe .Anstellungen, ..^ie eine solche den 17. Se.^em.^r l8^2 stattgefunden, zu .^,^0 bis 3.^,^0 C.. angenommen werden kann, und hiezu die Saane nn.^ ^^eife.hast weitaus den großen Theil liefert so lst die Annahme ..^on ^o,.^ ^^ fur ledere vollkommen gerechtfertigt besonders wenn man be.

.^enk^ daß ihre ^uflüfse direkte und rasch ^om Hochgebirge herkommen. Die ...lare selbst, durch den Thuner. und Brlen^ersee regullrt, fuhrt in Bern nie mel..r a^s 12^.^ .^^ ab. Die Bro^e , deren Wassergebiek wenig uber eln D^i^el desjenigen der Saane beträgt, l^at bei der gleichen Anschwellung .ei.ea ^.^,^0 ^ abgeführt.

493.

Nachdem wir nun die erste Abtheilung des Projektes Suchard und Ehallandes behandelt haben, wollen wir zur zweiten Abteilung desselben übergehen, worüber sich dieselben zmar in ihren ersten Eingaben so allgemein und unbestimmt geäussert haben. dass es nicht moglieh wäre, darüber ein Gutachten abzugeben, wenn sie n.cht^ durch die nachgeschickte Broschüre ^vant-dermer mot.^ sich bestimmter erklärt hätten.

Es drängt sieh nnn die Fra^e in den Vordergrund .

Welchen Einslnss wird die Saane auf den Murtensee ausüben^ Wenn man mit den Herren Suchard und Ehallandes annimmt, dass sie demselben eine grosse Geschiebsmasse zuführe, so tritt die natürliche Folge ein, dass dadurch der schon jetzt sehr seihte Theil des Sees gegen seinen Ausfluss bei ^Sug^ hin gänzlich ausgefüllt und dieser letztere selbst gefährdet werden konnte. .Allein wir wollen indessen dieses Bedenken übergehen und bloss die mogliche Einwirkung aus den Wasserstand des Sees betrachten..

Da durch Ableitung der Saane in den Mnrtensee seine ihm g..genwärtig zufliessende Wassermasse zum mindesten verdoppelt wird, so lässt sich leicht begreifen , dass derselbe dann osters eine gefährliche Hohe erreichen würde, wenn man das Vrofil des Bro^-Eanals nicht genügend erweitern würde , um die Anschwellungen im Mnrtensee möglichst rasch durch den Reuenburgersee auszugleichen. Der .^ufluss in den Murtensee bei ausserordentliehen Anschwellungen ist ^uugefäl^r folgender :

Bro.^e und direkte Zuflüsse per 1^ 24,000 Eubikfuss Saaue

.

.

.

.

.

.

.

.

25,000

,,

also im Ganzen für eine Sekunde . 40,000 Eubikfuss.

Dieses Ma^immu dauert zwar kaum einige Stunden,. und es geht aus den vielen Beispielen von Anschwellungen, über welche wir von 3 zu 3 Stunden wiederholte Vegelbeobachtn..gen besitzen, hervor, dass die Zugeflossene Wassermasse in ...4 Stunden im Mittel ungefähr 32,000 Eubikfuss per 1^ betragen hatte. Bei 10^ Wassertiese sührt der Br oveEanal von La Rieea 2^)00 Eubiksuss per 1^ ab. angenommen, der See ^habe diese Hohe erreicht , so wird das Abflussoermogen der Bro.^e rasch steigen , indem die .Oberfläche des Sees , also die Wassertiese und das Gesäll gegen den Reuenburgersee ^unimmt. Jm Mittel würde die Bro^e wohl 3000 Eubikfuss per 1^ abführen. Das im See zurückgebliebene Wasser betrüge also :

32,000-3000 ^ 20,000 Eubiksuss per 1^, oder per 24 Stunden.

29,000 ..^ 86,400 - 2,505,600 Eubikfuss.

Dieses durch die^ Oberfläche des Sees, von 304,640,000 ^ dividirt, gibt die Seeausteigung von 8^ 2^ in 24 Stunden.

Die gleiche Anschwellung vom 18. September l852 hätte ein Steigen des Bielersees von bloss 2^ 2^ bewirkt, wäre die Aare in diesen geleitet gewesen, was davon herrührt, dass d.er Bielersee keinen Zuflnss

494 hat, der so wild ist, wie die Bro^e, und so die grösste zugeflossene Wasser-

mafs^ 47,000 ^ (Aare 39,500^, übrige Zuflüsse 7500), die mittlere Wassermasse in 24 Stunden 37,000 Eubikfnss betragen hätte, während der Abfluss, beim grossen Vrofil der untern Zihl 23,000 Eubiksuss , die

per 1^ zurückgebliebene Wassermasse also 14,000 Eubiksnss und die An-

steigung in 24 Stunden 2^ 2^ gewesen wäre.

Die nämliche Berücksichtigung, wiewohl in geringerem Mass, ist ebenfalls dem obern Zihlkanal zu widmen. ^) Es bedingt somit das Projekt der Herren Suchard und Ehallandes eine, dem vermehrten Wasserzuflnss in den Murten- und .^enenl.mrgersee und dem hiednrch gestorten Verhältniss derselben entsprechende Erweiterung der Abflussprofile im obern Zihi- und insbesondere im Bro...e-Eanal.

Gestützt auf die von uns vorgenommenen Berechnungen und Ver^ Gleichungen ergeben sich solgende R o r m a l p r o s i l e sür den Bro.,.e^ E an a l.

Breite in der Sohle .

.

.

130 Fnss.

Tiefe

.

.

.

.

.

Obere Breite bei doppelter Boschung .

Für den Z i h l k a n a l :

Breite in der Sohle . . .

Tiefe . . . . . .

Obere Breite bei zweifüssiger Boschnng ^)

2 0 ,,

260

,,

180 Fuss.

l9 , , 260 ,,

lieber ^ie Ab^rn^ ...er ^emgfser an.^ dem .^ielerfee, nach P r o j e k t Suchard und E h a l l a n d e s .

Rach der nun erfolgten Erorternng üb^r die Art und Weise der Ableitung der Saane in den Mnrtensee und die herzustellenden Vermittlung^kanäle zwischen den .^een, wollen wir zur Losung der eben so wichtigen Frage, .Abführung der Gewässer ans dem Bielersee, schreiten. Diese muss dermassen stattfinden, dass die Wasserflächen der Seen genügend gesenkt werden, um die beabsichtigte Entwässerung des versumpsten und versanerten Bodens vollständig erzielen zu konnen. Ueber den zu diesem Ende anzulegenden Eanal haben die Herren ^uehard und Ehallandes, wie oben ^ Die Profile werden für die Bro^e und die obere Zihl so bestimm^ daß fle bei den lana^ andauernden Sommerhoehwassern und bel der ^a^imnm^ohe de.^ ^urtensee^ (Ono^ 10.^ na.h .^ro^e^ L... ^leea den ...Ibfluß glei.h dem ^ufluß geben. Atso würden alle anßergewohnllchen ^oehwasfer den ^nrten^ see hoher ansehwellen.

.^ Dleses find eigentll.h die .^hubprostle, welche aber auch als ^orm für dl.^ Wafserprofile angenommen werben konnen, bel der großen Schwierigkeit, dieselben nach den ^erschle^enen Anstellungen der Seen und der dadurch be^ dingten .^efäll.^.^erhaltnisfe festzustellen.

495 bemerkt, erst in ihrem gedruckten ^avant^dernier mol^ ihre Grundidee ausgesprochen. Sie beantragen, diesen Eanal vom Bielersee über das Bieterlenmoos in möglichst gerader Linie, so weit thunlieh parallel mit der Eisenbahn, bis in die Gegend^ von Altreu zu führen, wo er dann in die Aare ausmünden würde. Seine Sohle soll so ties gelegt werden, dass der Wasserspiegel sich beim niedrigsten Wasserstand um ...^ senke, wobei sich dieselbe beim Ausfluss aus dem Bielersee aus die Eote 8 l ,75^ unserer Generalhorizoutale Murgenthal stellt.

Da die Eote für die Sohle der Aare bei Al^treu 69,3.^ und die Eanallänge bis dorthin 53,l)00 Fuss beträgt, so erhalten wir ein rela..

tives Gesäll von 0,2 l ^-, also ein beinahe viermal geringeres, als das-

jenige ist , welches die Herren Snchard und Ehallandes ^u 0,74^)

angeben. Wir beabsichtigen hiemit keineswegs, ihnen, denen nicht alle für ein so wichtiges Brojekt erforderlichen Materialien zu Gebot stunden, einen Vorwurs zu machen, sondern wollen bloss den wahren Sachverhalt darstellen. Bei einer solchen Verringerung de^ Gesälls muss begreiflichermassen auch die Sohlenbreite des Eanals eine entsprechende Erweiterung erhalten. Ueber diese Breite sprechen sieh die Herren Suehard und Ehallandes nicht näher aus, sondern beschränken sich zu bemerken : ^le c^.nal que nous proposons, sera beaucoup moins lar^e, qne cen^. qui correo pondent au ..^n proposé par M. La Nicca.^ Jn Ermanglung bestimmter Angaben über diese Breite waren wir

genothigt, selbst das Abflussprofil zu ermitteln, welches wir zur Abführung der fraglichen Gewässer sur noth.vendig erachten, un.. die ausgeftellten Bediugungeu in Betreff der Senkung des Seewasserspiegels zu ersüllen.

Dieses Brofil muss eine Breite in der Sohle von 180^, 6^ kleinste und 17.^ hochste Wassertiese und zweisüssige Userboschungen erhalten.

Hienaeh wurde dann auch die Ausgrabungsmasse beregnet, wobei jedoeh die über 2l)^ hinausragenden Einschnitte bei einer 3.^ breiten Berme nureinfüssige Boschung bekommen. Un. die Aush..bmasse annähernd genau berechnen ^u kennen, haben wir uns bemüht, ein Terrainprofil zu eonstruireu, worin sich in der obern Eanalstrecke durchgehends sehr tiese Einschnitte zeigen, welche an einigen Bunkten sogar 60^ Tiese erreichen, was uns zur Bemerkung nbthigt, dass diese hohe Terraiulage, in welche der fragliche Eanal eingegrabeu werden müsste, seine Aussührnng so zu sagen verunmoglieht und auch La Rieea bei seineu. Brojekt^Entwurs veranlasst hat, diese Richtung auszugeben und die viel wohlseilere , der Zihl entlang, zu wählen. ^) Ueber die zwischen Altreu, Solothurn und Attishol^ vorzunehmenden ^lusskorrektionen und Vorkehrungen schweigt das Brojekt Snchard und Eh...llandes gänzlich, und wir wolleu darüber auch nur bemerken, dass dieselben jedenfalls in derjenigen Ausdehnung, wie bei Brojekt La Rieea bewerkstel-

^) Bericht von 1842, Seite 20.

496 ligt werden müssten. Auch haben wir es nicht sür nothig befunden, in Eroberung über ihr Sehleussens^stem einzutreten und es in den KostenVoranschlag auszunehmen, weil die Regulirnng durch die Seen die Aarhoehwasser sür die untern Gegenden ^ ganz unschädlich machen und das Benu^en dieser Schleussen zwingen würde, obige Eanalprosile zu erweitern, da diese snr lange anhaltende Wasserstände nicht berechnet sind, und jedes Schließen dieser Schleussen ein Steigen der Seen bewirken , mithin die ganze Oekonomie des Projektes storen würde.

Raeh dieser übersichtlichen Darlegung und Entwicklung des Juragewässerkorrektionsprojekts der Herren Suchard und Ehallandes wollen wir nun an eine annähernde Kostenberechnung sür dasselbe sehreiten.

Gemäss dem in Beilage l. enthaltenen Kostenvoranschlag würde die Aussührnng des Projekts Snchard und Ehallandes kosten Fr. 30,445,000 Wenn jedoch von ihrer Eanalanlage in der Richtnng über das Vieterlenmoos abstrahirt und dasür die^ jenige längs der Zihl eingehalten wird, so erreichen die

Baukosten n u r .

.

.

.

.

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.

,

was übrigens immerhin eine noch hinlänglich hohe

, 23,453,000

Summe ist, um die Verwirklichung dieses Projektes zu verunmog liehen gegenüber dem La Rieea^schen, welches

nnr .

.

.

.

.

.

.

. ^ . ,, 10,800,000

kostet und zudem, wie schon Eingangs bemerkt, jenen Hauptzweck nicht nur theilweise, sondern vollkommen erreicht, nämlich die ^uraseen nicht nur als Gesehiebsbehälter, sondern insbesondere aueh als Vermittler und Ausgleicher sämmtlicher hier wirkender Gewässer zn benu^en.

Wenn das Brojekt der Herren ....^uchard und Ehallandes auch nicht nur ^esshalb, sondern auch wegen seiner finanziellen Unaussnhrbarkeit seheitern n.uss, so verdienen dessen ungeachtet ihre ausopsernden vaterländischen Bestrebungen alle Anerkennung.

l^ o l m a t i e r n n g .

Hiemit sind die Fragen 2, 3 und 7 erledigt, und wir schreiten nun ^..r Behandlung desjenigen Theils der vierten Frage, betreffend die E o lm a t i e r u n g (Ansehlämmung vermittelst Trübwasser).

Hieher gehort auch der Vorschlag der Herren .^nehard und Ehallandes, die .^aane entweder direkte in den Mnrtensee abzuleiten, oder aber ihre Gewässer über das grosse Moos auszubreiten, um dasselbe dadurch zu ...olmatieren.

Ans der uämlichen Gruudansicht beruht das Brojekt des Herrn Jngenienr Merian sür die Jurage^vässerkorrektio^, womit er in seinem ,,Osfenen Bries^ au Herrn Dr. .Schneider, Bern 1862 -- aufgetreten ist. Da Herr Meriau sich vielfad. mit diesen. Unternehmen beschäftigt hat und zugleich ein renomirter Jngenieur ist, so darf man um so weniger seine

497 Vorschläge mit Stillschweigen übergehen, sondern dieselben verdienen, gleich wie alle übrigen Projekte, welche nach und nach für die JuragewässerKorrektion a..'s Tageslicht gekommen sind, eine einlässliche Brüsnug.

Die Eolmatierun^ (Limonisiernng , A^.schlämmnng), d. h. durch Ablagerung von Geschiebe und Schlamm den Boden zu erhohen und ihn hi.^u.^h zu entsumpfen, war uns nicht nur bekannt, sondern schon längstens von uns empfohlen und auch praktisch angewandt worden , anch wurde in La Ri..ea's Berichten von 1842 und 1850 über bie Juragewiss..rkorrektiou von der B^.nn^ung des Trübwassers der Aare zur Erhohung und Anschlämmung besonders hiesür günstig gelegener Lokalitäten . als Ergänzungsmittet der Entwässerungen und Beschleunigung der Kultur des hi.für geeigneten Bodens gesprochen nnd der Hageueckkanal so prosektirt^ um die Ableitung des Wassers aus demselben, für solche Z.vecke, namentlich aber für die zukünftige Bewässerung und Ueberrieselung, in so weit eine solche nützlich oder nothwendig werden sollte, nach Belieben bewerkstelligen ^u konn..n. Allein als Hauptbediugung wurde die Senkung der Juraseen ausgestellt, wodurch nicht nur aus die einfachste, wirksamste und schnellste Art der Abfluss sämmtlicher damit in ..^erbindu..^ stehender Gewässer ans eine den Bedürfnissen entsprechende Weise bewerkstelligt und nicht bloss alles Moosland entsumpft, sondern noch überdiess eine bedeutende, gegenwärtig beinahe fortwährend mit Wasser bedeckte Bodenfläche gänzlich trocken gelegt uno der Landwirthschast erobert werden kann.

Dagegen macht Herr Merian den Vorsehlag, et^va .^ der Aare über das grosse Moos a u s ^ n g i e s s e n , um d a s s e l b e ^u e o l m a t i e r e n .

Da dieses auch beim ho .h sten Wassexstand gestehen müsste, weil eben bei diesem die Aare am meisten Geschiebe führt, so wird man leieht begreifen,

welche grossartige Wasserabl.eitungs - und Theilnngseiurichtnngen noth-

wendig würden, nnd dass znvorderst das gesannnte Moosgebiet durch einen hinlänglich hol...n un.^ starken Unisassnngsdamm vom übrigen Land abgeschlossen werden müss^e (wo solches nicht vermittelst der Dämme der Z..leitnngskanäle sicher ..r^ielt werden kann), um dasselbe vor Beschädigungen ^u verwahren. Auch mnss zum Voraus festg.^se^t werden, wie während dieser ..^olmatierungsperiode die Aare behandelt, ihr A^fi^ss stattfinden, wie und ^vo sie dann später g.leitet und ihr Bett dasür eingerichtet werden solle.

Ueber Auskunft.

diese

wichtigen Bunkte

lässt uns Herr Merian ohne nähere

Um die .^nnst der Eolmatierung, sowie ihre Wirksamkeit, zu erfahren, mnss nia n sich nach J t a l i e u wenden. Die Jtaliener haben diesen Theil der praktischen Hydraulik zuerst ausgeübt und am weitesten gebracht.

Bereits schon im 16. Jahrhundert wurde unter ^apst Elemens Vll.

mit der Eolmata des versumpften, 70 italienische Miglien langen, 3 Miglieu breiten, ^wischen Arno und Tiber liegenden Thales der Ehiana

498 begonnen , allein dasselbe erst im Laufe von ungefähr zwei Jahrhunderten in vollkommen fruchtbaren Zustand hergestellt, obschon die dabei benutzten Gewässer bei ihren Anschwellungen angeblich 3 bis 9 ^ Sehlamm führten.

Das grossartigste Eolmatiernngs^Unternehmen stellt die Entsnmpsung der sogenannten ...l.^emme di Tofana aus, welche zwischen .Bombino und Grosetto eine Strecke von ungefähr 40 Kilonieter den. m.ttella..disehen Meere entlang einnehmen. Die wichtigste Abtheilnng derselben umfassen die Ebenen um Grosetto, darunter die von Eastiglione die aus.^ gedehnteste, von eirea 34,000 schweig Jncharten. Da die tiesern Theile dieser Sumpfebenen im Rivean der Wasserfläche des Meeres lagen, dessen ..

Fluthen in die Sümpse hineinwogten und man das Meer nicht senken konnte , wie die Juraseen , um den Sumpfgewässern den erforderlichen Abzug zu verschassen, so war man gezwungen, die Landerhohung einzig und allein vermittelst Eolmata (Anschlämmung) zn bewerkstelligen , wozu man sich verschiedener Wildbäche, hauptsächlich aber des schlammreichen Flusses ..^mbrone bediente. Dieser besitzt bei seiner hochsten Anschwellung eine Wassermasse von eirea 44.000 Eubiksnss, also eine ziemlieh grossere, als die Aare bei Aarberg. Dieser bedeutende ^luss wnrde durch zwei Kanäle, wovon seder 117^ Breite besass, hauptsächlich in die Ebene von Eastiglione geleitet. Die Schlammmasse, welche er jährlich flossen werde, hatte man vor Beginn der Arbeit zn ungefähr 1144 Millionen Eubikfuss, diejenige der verschiedenen Wildbäche zu . . 197 ,, ., im Ganzen zu 1363 Millionen Eubikfuss ermittelt, und gesunden, dass es hiemit moglieh erseheine, die fragliche Eolmatierung in ungefähr f ü n f J a h r e n ,^u bewerkstelligen.

Dieses grossartige Eolmatierungsnnternehmen ftel.t nnn vollendet da, aliein es hat d r e i s s i g J a h r e und viele Millionen gekostet.

Hier drängt sich nnn die wichtige Frage hervor : Wie viel Zeit würde die Anschlämmnng des grossen Mooses durch die Aare in Anspruch nehmen, welche verhältnissmässig ihrer Wassermasse und der zu verlandenden Bodenfläche eine viel geringere ^chlammmasse liefert, als der Ombrone .^ Wir sind nicht nur durch dieses Beispiel, sondern anch durch andere, uus viel näl.^.r liegende, belehrt worden, dass Landerl^ohungen vermittelst Anschlämmungeu (Eolmata) nicht nnr wegen des Geld^, sondern namentlich wegen des Zeitauswandes, sehr nngewisse Operationen sind, weil sie zu sehr von den Witterungsoerhältnissen und nieht vorans^usehenden Umständen abhängen. So kann z. B. ein Fluss oder das Ge.vässer, durch welches man die Anschlämmung bewirken will, während mehrern Jahren wenig oder kein Material dasür Iiesern.

Jm vorliegenden ^all rechnet Herr Merian durchschnittlich jährlieh während 40 Tagen über eine Wassermasse von eirea 20,000 Enbikfnss

499 für die Eolmata verfügen zu konnen. Allein die Begelbeobaehtungen an der Aare weisen diese Wassermenge nur während folgender Zeitdauer aus : 1841 während 1 Tage, 2 Tagen, 1842 ,, ,, ,, 1843 ,, 15 ^ ,, ,,

Jm Jahre ,, ,, ,, ,, ,, ,,

,, ,, ,, ,, ,, ,,

1844 1858 1859 1860 1861 1862

,, ,, ,, ,, ,, ,,

3 ,, 0 ^ 3 ,, 9 ,, 6 ,, 1 Ta.^e,

zusammen wahrend 40 Tagen oder per Jahr 4^ Tag durchschnittlich. Wie lange konnte unter solchen Umständen eine derartige Operation dauern, und wie oft die Erwartungen täuschen^ Allein auch in entgegengesetzter Richtung kann man in Gefahr gerathen , nämlich durch Eintreten einer außerordentlichen .Anschwellung, welche die Anschlämmungsanstalten beschädigt, oder gar ze.stort, was um so eher ersolgen kann, weil man sieh hiebei nur mit provisorischen Werken behelfen und doch zur Beschleunigung der Verlandung mogliehst grosse Wassermassen in Wirksamkeit setzen muss.

Herr Merian beabsichtigt ^war das übliche Eolmatierungs-.^stem wesentlich zu modifieiren. Gewohnlich ^ wird das mit Schlamm, Sand, Kies .e. geschwängerte Trübwasser in die Eolmatierungsabtheitungen vermittelst eines Zuleitungskauals eingeführt, der so beschaffen. sein muss, um das erforderliche Wasser mogliehst schnell und in genügender Menge zu liefern. Da dieses von der ersten oder obersten Abteilung dnrch die folgenden sortfliesst, so wird in dieser nur ein Tl.^eil des Sehlammmaterials abgesetzt, und der übrige Riedersehlag kommt sueeessiv den andern Abtheiluugeu zu gut, aus deneu dann endlich das Wasser, se nach seiner Zuflussmenge und seinem ^chlammgehalt, schneller oder langsamer in den ^lbleituugskanal sich ergiesst. So benutzt mau jede ^luschwellung , um eine möglichst grosse Menge Trübwasser über die Fläche zu verbreiten, welehe man zuerst anschlämmen und erhohen will, und die .^lnschlämmungsoperation rückt in der Weise vorwärts, dass ein Theil des schon angeschlämmten Bodens der Eultivirung übergeben werden kann, während ein anderer noch in der Anschlämmung begrisfeu ist. .

Hierüber ist zwar zu bemerken, dass die Anordnungen nicht überall die nämlichen sein konnen, sondern sich in ihren Eigenheiten nach den Lokalitäten richten müssen.

Herr Merian dagegen (insofern wir ihn richtig verstanden haben)

lässt jedwede Abtheilung mit Trübwasser ans dem Zuleitungskanal füllen und nothigt dasselbe ^ur Absetzung seines Schlammes vermittelst Filtrie-

500 rung durch den Boden. Zu diesem Behuf drainirt er znm Voraus die ganze Ebene, uu.^ das über dieselbe verbreitete, in den verschiedenen Becken angesammelte Wasser findet ^ann seinen Abzug durch den Boden und die Drainiruugen in den Ableitnngskanal.

Bei diesen.. Versahren steint die Dauer der Operation weniger von der Trübwassermasse, welche man zuleiten kann, als von der Schnelligkeit, mit welcher die Filtrierung vor sich geht, abzuhängen. Das verwandte Trübwasser würde hiebei allerdings vollständig ausgenutzt, allein es ist wahrscheinlich, dass bei grossen Anschwellungen ein bedeutender Tl..eil des

Wassers nicht in das Anschlämmungsgebiet eingeführt werden dürfte, weil

die Schlammschichte den Boden trotz der angebrachten Drainrol.ren immer undurchdringlicher machen würde. Endlich will uns bedünken, die Verfahrnngsart des Herrn Merian besitze noch überdiess den grossen Raehlheil, weil die Anschlämmm.gen aus dem ganzen Snmpfgebiet überall mit der nämlichen Stätigkeit vorwärts rücken müssen, so dass die nämliche Anzahl Jahre erforderlieh würden, uni die erste Bodenabtheilung, gleichzeitig wie die letzte, der landwirtschaftlichen Benutzung übergeben zn konnen. Anch unterliegt es keinem Zweisel, dass Herr Merian^s Operationsweise zur Erzeugung der nämlichen Verlaudungshohe einen viel grossern Zeitauswand bedarf, als die gewohnliche, weil wegen verzögertem Abfluss eine geringere Trübwassermenge zur Verwendung kommen ka..n, als bei letzterer. Wenn nnn schon diesem einfachere Verfahren so langsam und unbestimmt vorw.irts rückt, wie lange würde wol^l jenes eomplieirtere dauern müssen, bei welchem in der gleichen Zeit eine viel geringere Menge Trübwasser benntzt werden kann .^ Aus den. Gesagten geht hervor, dass nnr dann das ungewisse Eolmatieru..gss..stem zu wählen ist, wenn kein anderes wirksameres und schneller zum Ziel führendes zu Gebote steht.

Allein da wir ein solches Mittel besitzen, nämlich die ^enknng der allgemeinen Wasserregulatoren (der Juraseen) , worauf unmittelbar die Ableitung der Gewässer ans den versumpsten Ländereien und hiermit ihre Trockenlegung bewerkstelligt werden kann, so müssen wir entschieden die Einhaltung dieses einfachen, schnell wirkenden und auch wohlfeilsten V^.rsahrens beantragen.

Hiesür sprechen auch landwirthschaftliche Gründe. Bekanntlieh eignet sich nicht sede Art ^lussmaterial gleich gut zur Bildung eines knltursäl..i-

gen Bodens. selbst die^ beste ^ehlammgattung kann erst ini Verlaus

der Jal,.re mittelst Arbeit un.^ Dünger in tragbaren Bodeu un.ges.hasst .verden, und viele Flüsse führen einen so unfruchtbaren ^ehlamu. , dass lauge ^eit und grosse Anstrengungen und Kosten ersordert werden , um ihn knlturfä.hig zu machen.

Ueber die Fruchtbarkeit des Aarschlamms herrschen noch sehr v e ......

sehiedeue Meinungen ; im Aargau namentlich wird derselbe sür unproduktiv

50l gehalten . .es müssten also hierüber noch zuverlässige Ersahrungen gesammelt werden.

Gewohnlich zeigt sich dagegen der Moosgrund, selbst der t.orsartige, als ein pflanzungsunfähiger Boden, sobald er v^om Wasser befreit ist.

Wird aber der Tors mit einer Lage von 2 bis 2^ Zoll .^ies, Sand, Mergel oder Letten bedeckt und dann vermischt, .so .erzeugt man ost^so..

gleich einen äusserst fruchtbaren ^Boden. Zu dieser Operation konnten die schon in frühern Berichten erwähnten Anschlämmungs.. und Bewässerungsgraben vollkommen genügen.

Diese .^lnsehlämmnngsweise darf aber keineswegs als Entwässernugs. festem angesehen werden, denn der kultnrsähige Boden entsteht durch Mischung des Torses mit dem Mineralelement. ersterer muss also nahe an der Oberfläche bleiben . damit er durch den Vflug unter das ausgetragene Material vermischt werde.

Wir müssen hier noch besonders hervorheben, dass zur Trockenlegung der Moser eine Senkung der Seen um wenigstens 5^ oder eine gleiche Erhöhung des Bodens erforderlich ist.

Rachdem man also dreissig und mehr Jahre angewendet h^tte, ver..

mittelst Eolmatierung die Landeserhohung ^u bewerkstelligen, müsste man wahrscheinlich noch. eben so lange zuwarten, bis durch vereintes Wirken von Ratur und Arbeit der angeschlämmte Boden pfla.^fähig geworden wäre. Ein solches Verfahren wäre nicht zn rechtfertigen, wobei der gute Boden durch den schlechten für immer begraben würde, während es in unserer Macht liegt, erstehen durch Entwässerung und gntfindeudensalts durch Ueberrieselung sur schnelle Anpflanzung zu befähigen.

Wir gelangen zum Schlug, dass, wenn au.h die Eolmatierung in vielen Fällen empfohlen werden muss , insbesondere bei Flusskorrektionen, wo Vertiefung des Rinnsals und gleichzeitige Erhohung des anliegenden Landes angestrebt wird, so ist sie dagegen in dem von Herrn Jngenieur Merian vorgeschlagenen ^inu , nämli.h als Haupts^stem für die Juragewässerkorrektion, entschieden zu verwerfen , und als solches, wie schon gesagt, das einzig fixere und am schnellsten zum Ziel führende Versahren, nämlich. Trockenlegung des Bodens, vermitteist Senkung der Gewässer, festzuhalten.

T h a l s p e r r e n (E l u s e n), V e r b a u u n g e n .

Wir wollen nun noch die Beantwortung des ersten Theils der vierten Frage vornehmen, welcher solgendermassen lautet .

,,Werden ^uerverbauuugen und Elusen^ im Bette der .^aane und Sense zum Behuf der Zurückhaltung des Geschiebes für zweckmäßig er-

.^.htet^

..^o einladend sich hiesür auch die mehreutheils ties eingeschnittenen

^02 Bette dieser beiden Flüsse beim ersten Anblick Beigen, so wagen wir es dennoch nicht, diese Frage bejahend zu beantworten.

Solehe, als künstliche Alterung des Fluss^ oder Bachgesälls anzugehende Werke s.nd jedenfalls nur mit grosse.: Umsicht anzuwenden, indem sie das Regime des Flusses verändern und daher auch gefährliche Wirkun^en erzengen konnen.

Es sind nun keine Beispiele von bedeutenden , mit starken Gefallen begabten Flüssen bekannt , wo man es gewagt hätte , ein System von Thalsperren in dem hier angedeuteten Sinne anzuwenden. Solche würden

allerdings das grobere Geschiebe so lange aufhalten, bis sie angefüllt sind und der Fluss zwischen den Thalsperren sein nenes Gesäll gemäss seinem

Wasser- und Gesehiebsreichthnm gebildet hat.

Dann aber würde das Geschiebe wieder vorwärts geschoben, nur aus etwas andere Art und Weise, immerhin den nämlichen Ratnrgesetzen sol^end, und der anfängliche Vortheil solcher Werte würde im.ner mehr ver^ Schwinden. Auch glanben wir ^ es dürsten dieselben nur an sehr begün...

stigten Lokalitäten angelegt werden, wo sowohl die Gründung als die Seitenanlehnung aus Felsen stattfinden kann. Denn wenn zum Beispiel die Sense (sowie auch ähnlieh die Saane) zwischen mehr oder weniger von einander entfernten , aus Molasse bestehenden , durchgehends hohen Felsabhängen eine grosse Strecke ihres Lanfes fortsetzt, wo Thalsperren fest angelehnt werden konnten, so würden sie doch meistens eine bedeutende Breitenausdehnung erhalten, und ihre Gründung müsste mehrentl..eils ans die im Lause der Jahrhunderte durch den Fluss gebildete Sehuttablagerungen bewerkstelligt werden und würde bei einer geringen Hohe des Uebersalls, wobei die Wirksamkeit für Zurückhaltung der Geschiebe doch nur von kurzer Dauer wäre, s.hon sehr schwierig und kostspielig ausfallen.

Wollte man dagegen die Thalsperreu in einer solchen Hohe aufführen, um sie für periodische Zurückhaltung einer ansehnlichen Ges.hiebsmenge zu besähigen, so erachten wir es, gestützt aus selbsterworbene Erfahrung, für beinahe nnmoglich, dass ein solches Werk, unter angedeuteten Verhältnissen, hinlänglich fest und dauerhast gegründet und ausgebaut ^werden konnte, um dem Uebersturz einer so bedeutenden Wassermasse, wie sie dieser ^.luss bei seinen plötzlichen Anschwellungen liefert, lauge widerstehen zu konuen.

Wenn dann aber eine solche Thalsperre durchbrochen und durch die plotzliche Vorwärtsbewegung der hinter ihr aufgehäuften Gesehiebsmassen die Zerstörung anderer Thalsperren verursachen würde, so kann man sieh leicht vorstellen, weiche Verwüstung in Folge der hiednrch in Bewegung gerathenen Gesehiebs- und Wasfermassen verursacht werden dürften.

Wir kennen Beispiele von verheerenden Wirkungen dureh Zerstorung einer einzigen Thalsperre eines Wildbaehes, sowie auch, dass an gesehiebereichen Flüssen mit starkem Gefall Thalsperren, die nicht auf Felsen gegründet waren, trotz einer Vorlage ans grossen Steinblöcken, dennoch dem gewaltigen Uebersturz nicht zu widerstehen vermochteu.

50.^ Zn solchen bedenklichen und für einen dauernden Erfolg ungewissen Anlagen kennen wir im vorliegenden Fall nicht rathen, um so weniger, als die Geschiebe der Saaue und Sense im geschlossenen Laus dieser F.lüsse wenig Schaden bringen und bald ihr Grab im Bielersee finden konne... Wenn sich dennoch die Zurückhaltung dieser Geschiebe in der .Folge als notwendig für die Juragewässerkorrektion herausstellen sollte, was aber nur dann ^er ^all sein konnte , wenn man es verschmähen würde, den grossen Geschiebs^blagerungsplal^ zu benulzen, welchen uns die Ratur so vorteilhaft im Bielersee darbietet, daun dürfte es angemessener sein, zu einem sicheren und wohlseilern Ausknnstsmittel, als zu Thal^ sperren, nämlich an die Verbauung derjenigen Wildbäche zu schreiten.

welche der .... aan e und Seuse am meisten Geschiebe zuführen.

Die Talsperren spielen dann allerdings bei solchen Verbauungen, als Stützpunkte derselben, eine Hauptrolle.

Wo sich bei Flnsskorrektionen die Gelegenheit nicht darbietet , die Geschiebe im Seebecken abzulagern, (wie solches glücklicherweise bei der Juragewässerkorrekkion der Fall ist), da ist man angewiesen und bisweilen sogar gezwungen, au die Verbauungen der Geschiebe führenden Wildbäche und ihrer in Abbruch befindlichen Thalhäuge zu sehreiten, weil, n.enn solches unterlassen wird, die damit in Verbind^ stehenden ^lnsskorrektiouen nicht nur sehr^ kostspielig, sondern von uuge.vissem Ersolg sein werden.

Die Verdatungen in den Gebirgsthälern, behufs Verhinderung der Gesehiebsbilduugen und Bewegungen, würden sieh also in solchen fällen nicht nur durch Ersparnisse an ^.luss^orrektionsarbeiten, sondern auch durch Sicherung ihres Gelingens lohnen, denn ein Flnss., der wenig oder gar

kein Geschiebe fü^rt, ist schon deshalb unschädlich und leicht in Schranken

zu halten, während hingegen gesehiebsreiche Flüsse, selbst wenn ihre beidseitigen Ufer aus starken Wnhren bestehen, selten das Geschiebe, welches osters in grosser Menge ans den hohern Wassergebieten in die niedern ^lussbeck.m herabgestürzt wird, vollständig zu verarbeiten und vorwärts ^u schieben vermogeu, so dass unter solchen Verhältnissen in der Folge wieder allmälige Erhoh^.ngeu iu den ^.lnssbetlen und hieraus zerstorende Wirkungen ^u befürchten stehen.

Es hängt somit vom Zustand d^.r rauhen Gebirgstäler der Reichthum und Bestand der fruchtbaren Fiussebenen ab, un.^ da die Bnndesbehorden mit so lobenswerthem Eifer die schweizerischen ^lusskorrektiouen unterstützen, so werden sie den Erfolg derselben nur dadurch bleibend sichern, wenn sie sich mit ihrer Hülfe zum Ursprung des Uebels erheben, um dasselbe in. der Wurzel anzugreifen und zu vertilgen, wenn man nicht das Glück hat, ein einfacheres und wohlfeileres Heilmittel ^u finden, nämlich grosse Becken ^ur Ablagerung der schädlichen Geschiebe, .velche die eigeutli.he Ursache bilden , dass Geschiebe führende Gewässer so s.^ierig^ zu bezähmen und zu leiten sind.

Bnndesbtatt. Jahrg. .^v. ^.tt1.

3.^

504 .ueber ....ie .^artial.^rreltiou Zischelt ^iirea nnd Atti^ol^ in ...^ zieh^ znr ^...mm^orre^ion.

Wir gehen nun an die Beantwortung der beiden zusammenhängenden fünften und sechsten Fragen über, die fo lanten : ,,.^ann eine Bartialkorrektion von Büren bis Attishol.. , ohne Vräiudiz für das in Bezna ans die Korrektion oberhalb Büren zn wählende System und ohne ^räsudiz für die von der Aare und Emme durchflossenen Gegenden des Aargans und Oberaargans an die Hand genommen werden^

..Wird es nothig oder zweckmässig erachtet, dass , um den für die untern Gegenden befürchteten Uebelständen vorzubeugen, auch unterhalb Attisholz noch Eorrektionsbauten ausgeführt werden , und welche .^ Hieraus erlauben wir uus zuoörderst die Bemerkung vorauszuschicken, dass man bei einer rationeilen Flusskorrektion als wichtigsten ^aktor die Wassermenge in Berücksichtigung nehmen muss, welehe man zur Erreichung des Eorrektionszweckes auf ein Rormalbett zu beschränken und uuschädlieh abzuleiten hat. Dieser entsprechend sind dann Abflussprofile und alle übrigen massgebenden Eorrel.tionsbedingungen festzustellen. Run steht im vorliegenden Fall die Wassermasse, respektive die Hohe der Anschwellung im untern Flussgebiet, iu unmittelbarer Beziehung und Abhängigkeit von der Wahl des Eorrel.tionsproiektes für das obere oder hoher liegende.

Wassergebiet. Denn, wird die Aare in den Bielersee geleitet, so wird infolge Ausgleichung der Wasserabflüsse in demselben, zum mindesten ^ weniger Wasser , bei der nämlichen Zeiteinheit , in die fragliche untere Eorrektionsabtheilung gelangen , als bei Befolgung von Projekten , wonach die Aare, entweder tl^eilweis oder ga..^, von Aarberg abwärts korrigirt, eingedämmt und in l^er kürzesten Richlung abgeführt wird. Es ist daher leicht begreiflich , dass im l.^tern Fall sur die Korrektion zwischen Büren und Attisholz auch ein dem stärkeru periodischen W^.sserandrang entsprechend grosseres Abflnssprofil und überhaupt ein wesentlich verändertes .^orrektionss.^stem, als im ersten ^all, angewandt werden muss, wesshalb die fragliche Bartialkorrektiou nicht ohne Bräjudi^ für den für die Gefammtkorrektion zu wählenden Bauplan in Angriff genommen werden kann.

Während die Durchstiche bei Arch und Lüssligen , die ^lussbetterweiterung in Solothurn und die sieh ansehliessende Korrektion bis Attisholz, den wesentlichsten Tl^.eil der Bartialkorrektionsarbeiten bilden, kann die Ausführung dieser bedeutenden Werke ganz unterlassen, oder doch wenigstens sehr redueirt werden, wenn die Aare in den Bielersee geleitet wird. Denn durch diese Ableitung würde sich bei Hoch.^assern eine bedeutende Senkung .^es Wasserspiegels der Aare von Büren abwärts nach Solotl..ur.. und eine entscheidend günstige Wirkung für sämmtliche bethei-

505 ligten untern Aargeg.mden herausstellen, während dagegen die Bedenken ihrer Anwohner iu betreff von Bartialkorrektionen gerechtfertigt sind.

Zwar würde die isolirte Korrektion ^wischen Büren und Attisholz den untern Aargegenden nicht besonders erhebliche Rachtheile bringen konnen, ungeachtet dort bei Anschwellungen in einer gewissen Zeiteinheit ein grosserer Znflnss als iel^t stattfinden müsste. Dieser würde sich aber durch Ausdehnung der Korrektion slnssanswärts bis Aarberg in sehr erhebliehen.

Masse steigern, weil dadurch der Flussablans um beinahe ^ abgekürzt, das Hoehwasser um so schneller und in grosserer Fülle in die unteren fegenden gebracht und zugleich in entsprechendem .^...rhältniss der Geschiebeschub flussabwärts gefordert wird. Hiebei ist. der wesentliche Umstand nicht zu übersehen, dass gegenwärtig im breiten Thalgrund zwischen Aarberg und Soloth..rn bisweilen ausgedehnte Uebersehwemmungen stattfinden.

Die Ueb^sehwemmungsfläche ist in solchem Fall, gleichsam wie bei einem See, als ein Regulator oder Wasservertheiler anzusehen, welcher die Abstromung des H.^.hwassers verzogert. Jn ähnlicher Weise wirkt auch der je^ige längere Flnsslauf. Wenn aber dieser durch Geradeleitnng der Aare so bedeutend abgekürzt, durch ihre Eindämmung die seeartige Ausbreitung des Hochwassers verhindert und somit diese Abslnssverzoger..ugen gehoben würden. so müssten ohne Zweifel die Gewässer in den untern Gegenden in Znknust eine grossere Hohe erreichen als je^t, uud auch früher dort eintreffen.

Dieses frühere Eintreffen ist überdiess noch desshalb ein bedenklicher Umstand, weil das Hoehwasser der Emme, welches bis auf 2l ,000 E^ iu der Sekunde anschwellt, das aber gegenwärtig iu der Regel vor An-

knnst des Aarl^ochn..assers abfliesst. sich bei dem beschleunigten Zuflnss dieses le^tern mit ihm vereinigt und dann im Herein n^it denselben eine solche Wassermasse bilden würde, deren Wirkungen eine schwer ^u berechnende Tragweite gewinnen dürsten.

Um dieselbe einigermaßen benrtheilen, und um die Uferversicherungen und ^.ehu^bauten annähernd bestinmien ^u konnen, welche an der untern Aare sowohl infolge von partial- als Totalkorrektionen der obern Aare notwendig werden mochten , müsste eine umständliehe , ans zuverlässige h.^droteehuische .^nsnahnien gestützte Untersuchung des gesammteu Aarelaufes unternommen werden, und es wäre eine befriedigende Losung der bezügli.^hen ^.rage ol^ue Zweifel mit großen Schwierigkeiten verknüpft.

Allein wir glauben , das Gesagte sei genügend, um die Ansicht ^u gewinnen, dass die sragliehe ^artialkorrektiou zwis^en ^ureu uud Attis..

hol^ (wenn eine solche iu grosserer oder geringerer Ausdehnung auch wirklieh nothwendig wäre) nicht iu Angriff genommen werden kann, bevor der Blan für das Gesammtunternehmen der Juragewässerkorrektion festge-

stellt uud seine Ausführung gesichert ist, so dass es für die ^undesbe-

horde keineswegs rathsam erscheint, Bartialkorrektiouen zu unterstünden, so

506 lange dieselben nicht zu einem Gesammtplan gehoben, welcher die wirklichen Juteressen aller Betheiligten , sowohl derjenigen unterhalb Solothnrn, als derjenigen von da flussauswärts und längs den Seen zn b^ friedigen vermag.

Diese Ansicht wird durch die weiter unten folgenden Erorter.mgen eine weitere Begrüuduug finden, indem wir nachweisen werden, dass die Verwirklichung der Korrektion von Büren abwärts gänzlich, oder doch grossern Tl.eils unterlassen werden kann, insoserne das Projekt: Ableitung der Aare in den Bielersee, angenommen wird.

^iltfln^ ^er ^isenlmhnen ans ^as ^roje^ der ^r^em^erlorre^iou durch ^eseiti.^^ der S^n^faln.t.

Die hierüber an nns gerichtete Frage lautet folgendermaßen: ,,Welehe Aendernngen sind an den frühern Projekten vorzunehmen.

..nachdem infolge Erstellung von Eisenbahnen die Damp.sschiffsahrt .,a...s der Aare ganz eingegangen und ans .^en J^.raseen sehr u..be..

..deutend geworden , mithin eines ber Ha..ptmomeute der srühern ^Eorrektionss^steme, ..ä.nlich die Erstellung s.hi^arer Kanäle, weg-

^gefallen ist^

Die srül.^ere Ansgabe des Jnraa.ew^fser^orrektions^ro^e^ts hatte allerdings den doppelten ^weck zu ersülleu : Senkung und Korrektion der Gewässer, gleichzeitige Erstellung einer bequemen Wasserstrasse.

Das ^ro^elt ^a Rieea strebte nach vollständiger Erreichung dieses.

Ziels, wodurch dem Juragewässerkorrektions-Uuteruehmen eine finanzielle Grundlage, den Seeanwohnern die be.niemsten Verbindungen , dem allgemeinen Verkehr die wohlfeilsten .Transportmittel gestehert worden wären.

^u diesem Ende wurden thunlichst lauge, geradlinige Eanalhaltungen, mit mogliehst wenigen nnd überall sanften Krümmungen und ein für sede

Art ^ehissfahrt günstiges Gefäll proiektirt, welches auf den zwischen dem

Mnrtensee nnd ^olothnrn liegenden Flussstrecken zu 0,14^ gleiehfor^ug verth^lt war.

Ans folche Weife hätte man ans dieser ungefähr 19 St.^.deu langen ..Ausdehnung die sehonste ^ehissfal^rtslinie gewonnen.

Nachdem dieselbe nun durch die Eisenbahnen vereitelt worden ist, s...

hat mau die Schisffahrt allerdings nicht^ mehr zu berücksichtigen und ^.ine soleheu Uferverwal^nngen anzuwenden, welche b^i stattfindender Damps.^ sehisfsahrt znr Verhinderung von Uferbrü^eu dnreh den Wellenschlag hätten angebra^t werden müssen. Anch in Betreff d..s Gesälls darf n.an sieh freier bewegen, so wie man den sausten .^rümmungen weniger Rechnung zu tragen braucht, wodurch nm so leichter geeignete Strecken des alt.....

Zihlbettes für den ^auf der vereinigten Gewässer benu.^t nnd auch um so eher scharfe Biegungen der Aare beibehalten werden konnen.

507 Einen nennenswertheu Vorteil bietet die ..Beseitigung der ^ampsschisffahrt für die leichtere Erstellung des obern Zihlkanals dar, snr welchen man .,um Betrieb der ^ampfschifsfahrt wahrend den Arbeiten einen derselben entsprechend hohen Wasserstand hätte erhalten müssen, wogegen dieser jetzt durch Senkung des Bielersees, ohne Rücksichtnahme aus die Schifffabrt , erniedrigt werden darf , ... odurch allerdings die Ausgrabungund Abschlämmungsarbeiten mit grosserer Leichtigkeit bewerkstelligt werden konne^ Allein ungeachtet dieser okonomischen Vorteile, welche, obschon nicht sehr erheblich, doch in unserem Kostendevis Berücksichtigung fanden, durfeu wegen den veränderten Schifsfahrtsverhältnissen dennoch keine wesentlichen Änderungen an den srnhern Grundlagen für das JuragewässerEorrektionsprojel^t vorgenommeu werden, weil dieselben ^ur Erreichung des hydrotechnischen Zweckes immerhin nothig siud und eingehalten werden müssen.

lle^ersich..liche Darstellung der ^nra^e.^sser^n.re.tion nach ^roje.t La ^ieea.

Rachdem wir nun hiemit die uns vorgelegten speziellen fragen umständlich erortert und erledigt haben , wollen wir n o ..h das Gesammlprojekt in seinen Haupttheilen darstellen, und verweisen zu diesem Ende auf die Uebersichtskarte, nebst den Laugen- und ^uerprofilen.

Ableitung der

A a r e i n . d e n B i e l e r s e e v e r n. i t t e l st

des H a ge n e ck-E an a l s. G e s a m m t l ä u g e 26,750^.

Wir beginnen hiebei mit dem Schlüssel des ^esammtwerkes, uämlieh mit denr Ha^eneck^Eanal, durch welchen die .^lare in den Bielersee abgeleitet werden soll.

Jn Uebereinstimmnug mit der Expertise von 1857 soll die .^ohle desselben von Rappensluh bis Hageneck ein Gefall von 1^22^. erhallen,

wel.hes da..u in diesem Einschnitt für 200^ Länge, auf 3,745^^^ und

in der letzten ^trecke desselben von 650^ Lange, auf 8,25^^ anwächst.

Dur.h diese ^efällsveru.ehrung in der ersten Eanalstrecke von 200^ Sohlenbreite und ihre Tieserlegnng aus der ganzen Linie wird allerdings sowohl der Uferschutz, als auch die Ausgrabung, insbesondere im Hageueck^urehschnitt, bedeutend vergrossert, so wie der Eanalsohle in diesem letzteru wegen dem nnn verringerten Gefall eine Breite von l 00^ (ftatt der ursprünglich projel^tirten von 60 bis 80^) gegeben werden muss. .hieraus erwächst freilieh eine wesentliche Kostenvermehrung, welche aber durch die Ersparnisse gedeckt werden soll, welche wir bei den übrigen Eorrektionsarbeiten ^.. erzielen suehen werden.

Roch müsse.. wir hier bemerken, dass der Hageneck-Eanal von verschiedener Seite als unhaltbar und bedenklich geschildert worden ist, weil

50^ eine grosse Strecke desselben in Torfmoos zu liegen komme. Allein ..ie in neuer Zeit daselbst gemachten Einschnitte beweisen , dass gerade dieser Umstand die Sicherheit dieses Eanals vermehrt und seine Richtung auch in dieser Beziehung vollkommen rechtfertigt, indem fast senkrecht abgeschnittene Torswande den. hestig stromenden Wasser widerstehen. Werden dieselben gehörig abgeboseht, so bedürsen sie keiner llferverwahrnngen, und es ist nur zu bedauern, dass nicht der ganze Eanal in ein so festes Torflager eingeschnitten werden kann. ^) A b l e i t u n g d e r G e w ä s s e r a u s d e n . B i e l e r s e e.

Mit Uebergehung des Bro^e- und Zihl-Eanals, der uns zu keinen neuen Bemerkungen Aulass gibt, gelangen wir an die .Ableitung sämmt..

lieher im Bielersee vereinigten Gewässer durch den Ridau..Bnren..Eanal.

^ i d a u ^ B ü r e n - E a n a l.

G e s a mm t l ä n g e b i s B ü r e n

40,000 Fnss.

Gleich wie die Expertise vom Jahr 1857 vom Bestreben geleitet, den o^onomisehen und lokalen Rücksichten möglichst Rechnung zu tragen, finden auch wir es angemessen, so viel es ohne Beeinträchtigung des beschleusten Abflusses thunlich ist, dem alten Zihlbett zu folgen und dasselbe theils vermittelst Durchstiche, theils dur.h Erweiterungen u^.d Vertiesnngen zur Ausnahme der fraglichen Gesammtwassermasse zu befähigen.

Rur müssen wir, statt der Durchstiche dnrch das ..^afner.mseld, die Leitnug der ^ihl-Aare von Mehenried direkte nach Büreu, gemäss der im Uebersi.htsplau eingezeichneten Linie beantragen.

Hiedurch w.rd eine

wesentliche .^bkür^ung der Dnrehstiehe, möglichst geringe .^.tor.^.g der

Uferver^.iltnisse für die Anwohner, Verminderung der Brückeubauten und der fernere wichtige ^ortheil gewonnen, von Büren abwärts das alte .^larbett beizubehalten, welches eine gunstige Riehtang und einen hinreichenden Querschnitt besi^t, nn.. die dem Bielersee entgehenden, vereinigten Gewisser aus eine befriedigende Weise abzuführen.

Die

oberste Eanalabtheiluug des Ridan..Büren-Eanals ^..ht

vom

Bielersee aus in der ursprünglich pro^ektirten Richtnng hinab bis in die Gegend von ^ort, wo si^ in das alte ^ihlbett einmündet und dnrch angemessene Abschnitte seiner unregelm.issigen Userstrecken den normalen Rinnsal gewinnt, dem wir dann eine ioleh.. Riehtnng anweisen, wobei der grossere Tl^eil der Eisenbahubrücke beibehalten und dadurch eine erhebliehe, durch dieselbe dem Juragewässer-Eorreklions^Uut..ruehmen verursachte Ausgabe erspart werden kann.

^) Zur Vermeidung von ^i^v....standnlssen dur^e e^ nicht uberflüssig sein, hier no.h daran zu erlunern^ da^ die für da^ Ableitung^u^r ^on .^larberg pro.

^^ir.^en Schleusen eine hinlängliche Wasser^nenge für ^lnschlämmung de.^ alten ^l^.regebie^e^, so wie für weitere nü^l^ehe Zwecke abzuleiten gestatten.

50.^

Die das alte Zihlbett zwischen Brüg^ und Bürglen oeeupirende neue Flussbahn waren wir bemüht, mit Rücksicht auf möglichste Schonung von Gebäuli.hkeiten so zu traueren, um sie dann auf die natürlichste Weise mit den hieraus folgenden Durchstichen zwischen Schwadernau und Me^enried zu verbinden.

Für die bis hieher zu führenden Eanalabtheilungen haben wir die kosten für dnrchgehends künstliehe Ausbildung des Bettes entweder durch .Ausgrabung oder aber durch Ausbaggerung berechnet.

Dagegen aber soll die letzte Gradleitung zwischen Mepenried und Büren, nämlich der Hägi-Durehstieh , vermittelst eines Leitkanals von 36^ Breite und das ^ übrige Rormalprofil durch Abschwemmung hergestellt werden, wozu sieh die hier vorfindliche Bodenbeschasfenheit gut eignet.

Weil das hiebei abgeschwemmte Material genügende AblagerungsVertiefungen in dex Sohle ^...s barbettes zwischen Büren und Attishoiz findet, wodurch mau den Vortheil gewinnt, die zu gxossen Tiesen dieser Sohle auszugleichen, so dürfen die im Danton Aargau vor einigen Jahren ausgetauchten Befürchtungen, bezüglich nachteiliger Wirkungen, welche durch den ^ortschub dieser abgeklemmten Materialmassen in den untern Flussbetten verursacht werden konnten, als unbegründet erklärt werden.

Die gan^e Eanalstrecke von Ridau bis Büren erhält eine Totallänge von 40,000^, ein relatives Gefäll von 0,20^, eine Sohlenbreite von

220.^ mit zweifussigen Userbosehungen.

Das Gefäll des Wasserspiegels in diesem Eanal wird sieh übrigens nach den jeweiligen Wasserständen in der Regel noch hoher stellen , als das Gefall der Ee.nalsohle. Die hier summarisch beschriebenen Arbeiten genügen vollkommen, um die .^een so zu senken, dass die gänzliche ^lustrockuuug der anliegenden Moser ermöglicht und die Aare, nachdem sie im Bielersee ihre Geschiebe abgelagert und ihre Anschwellungen ermäßigt hat, im Verein mit der Zihl in einem schon geschlossenen Bette, üb..r das weite Feld ihrer bisherigen Verwüstungen, bis nach Büren richtig abfliessen wird.

Hiemit würde der Hauptzweck des beabsichtigten Unternehmens erreicht, und es bleibt nun noch^ der Beweis zu leisten, dass die durch Vermittlung des Bielersees abgeklärten und regulirten Gewässer der .^lare in ihrem gegenwärtigen Bett von Büren bis zur Emme, auch ohne besondere Eorrektionsmassregelu , einen besriedigenden und unschädlichen Lans einhalten werden.

Die zu diesem Ende hier folgenden Eroberungen und Raehweisungen.

stufen sich hauptsächlich aus die seit fünf Jahren, von 1858 bis 18^2, geordneten Vegelbeobachtungen, so wie aus diejenigen von 1843 und 1844, welche zusammen einen viel sicheren Anhalt, als bloss jene der Jahre 1841 und 1842 gewähren, so w.e ste ebenfalls zur Eontrolierung dieser letztern dienen.

510 Ueber die Spezialitäten der bezüglichen Studien und Berechnungen müssen wir diejenigen, welche tiefer in diesen Gegenstand eindringen und sich selbst die Belege zu deu Ergebnissen holen wollen , welche wir hier nur summarisch darstellen, aus die Beilage Rr. 2 verweisen.

U e b e r d i e A b f l u s s v e r h ä l t n i s s e im A l l g e m e i n e n u n d insbesondere bezüglich des gegenwärtigen Aarbettes v o n Büren flussabwärts.

Da die Resultate der aus die nenen Begelbeobaehtnngen gegründeten Abflussberechnungen für das Brosekt .La Ru.ea noch günstiger ansgesallen sind, als die frühern, so gelangten wir aus den daraus abgeleiteten Folgerungen zur Ueberzeugung, dass die zwischen Arch und .Lüssligen projektirten Durchstiche für die unschädliche Abführung der Aare nicht durchaus nothweudig sind, und da überdiess ein Hauptgrund, nämlich die Beseitigung der scharfen Krümmungen behnfs Erreichung der fruher angestrebten vollkommensten Wasserstrasse, nun gesallen ist, so kann setzt auch die Aussührung der erwähnten Durchstiche um so eher unterlassen werden.

Ans ähnlichen hydraulischen Gründen darf ebenfalls die Erweiterung des Durchgangsprofils bei der obern Solothurner Brücke, so w.e die ^Vertiesnng und Ausebnung der Flnsssohle zwischen Solothurn und Emme wenigstens vorläufig unterbleiben.

Dieses günstige Ergebuiss entfliesst der nachgewiesenen einsachen Thatfache, dass durch die .Leitung der Aare in den Bielersee, bei hohen An..

schwellungen eine viel geringere Wassermasse, als gegenwärtig, ans einmal in das fragliehe alte ^lussbett der Aare gelangt. Diese hat zwischen Buren und Solothurn im Verlause der Jahrhunderte ihre Richtung, die

.Länge ihres Bettes und ihr relatives Gefäll der bis jetzt abgeführten

Wassermasse und der Bodenbesehaffenheit ihres Rinnsals entsprechend ge^ bildet und einen stabilen und uatnrgemässen Lauf gewonnen, so dass hier die Aare, mit Ausnahme von ausserordentlichen Ueberschwemmungen, stets in einem besriedigend geschlossenen Bett. geflossen ist, welehes zwar bisweilen ^.deutende Unregelmäßigkeiten in der Sohle besitzt, wo^u sich aber

stets der günstige Umstand gesellt, dass der partiellen Sol.lenerhel.mng aneh eine verhältnissmässige Erweiterung des Ouerprofils entspricht. Um so mehr wird dieses durch die bisherige grosse Wassermasse ausgebildete Flussbett besähigt sein, in Zukunst die ihm zugeleitete viel kleinere Wassermasse zwischen seinen natürlichen Usern abzuführen.

Dass solches geschehen wird, geht schon ans den Vergleichnngen der neuesten Tiefen.. Vrofilmessnngen mit der sraglichen Wassermasse hervor und wird dnreh die unten angegebenen Resultate der speziellen AbflussBerechnungen vollkommen bestätigt.

51.^ Um .die Anschauungsweise bezüglich dieses wichtigen Gegenstandes noch einleuchtender zu machen, sei uns erlaubt, die Musterkorrektion der

Linth als lehrreiches Vorbild anzuführen.

Die bei den hochsten Anschwellungen sich in einer Sekunde in den Wallensee ergiessenden Gewässer bilden eine Wassermasse von ungefähr

20,000 E^, wahrend der Absluss der Linth aus demselben beim höchsten Wasserstand bloss eirea 12,000 Enbikfuss beträgt. Hienaeh verhält sich^

die in den See einfliessende Wassermasse zu der durch den Eaual abfliessenden beiläufig wie 7 : 4.

Wenn wir nun annehme^, es stelle sich, nach Einleitung der Aare^ in den Bielersee, ein ähnliches Verhältniss zwischen diesem und seinem Abfluss durch den Ridau^.Büren^Eanal ein, und die in den Bielersee bei den hochsten Anschwellungen eingeflossene Wassermasse betrage in der

Sekunde 45,000 Eubikfuss bis 50,0l)0 Eubiksuss, so würde der Abflug beim hochsten Stand nur 25,000 Eubi^su^bis höchstens 29,000 Eubik-

suss sein, und es wird hienach begreiflich, dass das alte Aarebett von Buren bis zur Emme in seinem gegenwärtigen Znstand diese so bedeutend verminderte Wassermasse unschädlich abzusühren vermag, weil^ es bis jet^t.

eine viel grössere absühren musste und sein Rinnsal dieser grosseren gemä^

ausgebildet hat. Es wird dieses auch vollständig bestätigt durch das

V e r h a l t e n d e r z u k ü n f t i g e n W a s s e r s t ...nde. i m V e r g l e i c h z u d e n g e g e n w ä r t i g e n .

Die speziellen, aus oberwähnte ..^egelbeobachtungen und aus die vorgenommenen Geschwindigkeitsmessungen angefertigten umfangreichen Berechnungen, wovon die Beilagen Zengniss geben, bestätigen auch vollständig die Richtigkeit der hier entwickelten Anschauungsweise. Zufolge dieser Berechnungen werden sich die zukünstigen Wasserstände nach bewerkstelligter Korrektion, in Vergleich zu den bisher beobachteten Wasserständen, folgendermaßen stellen : Bei R i d a u - S e e : für den ausserordentlich niedrigen Wasserstand auf

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Eote

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.

also unter dem jetzigen niedrigsten

90,40

^ ^ur ^en n..eor.^uen ...^anernan... au^ Eote

.

^.

.

^

.

.^

für den Wasferstand, welcher ..^hrend der grössern Anzahl Tage des Jahres^ dauert für den gewohnliehe.. Hochwasserstand, der jedoch. nicht alle Jahre eintritt .

.

.

.

5^74

91,50

2,24

95^ 99^

^

^

^ ^.^

^

.

^

für

den ausserordentlick.. hohen Wasserstand (1 Tag in 9 Jahren)

^ unter dem hoehsten von 1856

Bei Buren:

^ ^ ,^ sür den höchsten Wasserstand 93,53 a 94^3.^^

Bei Solothu^n:

für ^n haften Wasferstand 8.6,0.^,

^.

.....

.

^

^ ^....^

^

also ^ über dem setzigen niedrigsten .

nnter dem hochsten von 1856

^ ,, ,, ,, 180t ., ,, ,, ,, 1634 101,50 also ^ über dem jetzigen niedrigsten .

.^ ^

.^^.

7^

^ ^

.

^

^ 1^0l ^ 1634

1,76 5,94 7,67 1l ,64 4,26 3,44 5,17 9,l4

also unter dem jetzigen höchsten 4,87 à 4,05 ^ ^ ..

^ ^ 4^2,

513 Diese günstigen Ergebnisse gewähren uns die Ueberzeugung , dass durch Ausführung der projektirten Eorrektionswerke eine hinreichende Sen-

kung des Wasserspiegels der Seen, so wie aueh gleichzeitig des Wasser-

spiegels der Aare bei Vüren und Solothurn bewirkt werde, um das vollständige Gelangen der Jnragewässer-Eorr^ktion bleibend zu sichern. Auch haben wir durch sorgsames Eiuuivelliren der ganzen Gegend gesunden, dass bei diesen hochsten zukünftigen Wasserständen nirgends an andern Stellen die User des Aarbettes übersluthet werden , womit zugleich der Beweis geleistet wird, dass von Büren abwärts keine besondern Eorrektionsbauten erforderlich sind.

.

E r g ä n z e n d e B e m e r k u n g e n über die Beschaffenheit

d e s A a r l. e t t e s z w i s eh e n B i. r e n u n d A t t i s h o l z , i n s b e s o n d e r e ü b e r d i e A b s l u s s h i n d e r n i s s e in d e r u n ter st e n S t r o m s e k t i o n .

Wir wollen nun noch die Stromabtheilung von Buren abwärts, namentlich diejenige von Solothurn und von da bis Attishol^. einer .weitern Betrachtung unterwerfen , weil insbesondere diese letztere bis jetzt es war, welche den Technikern so viel zu schaffen gegeben und verschiedene Projekte und Vorschläge hervorgerufen hat.

Der Eine erblickte im sogenannten ^.chuttk..g..l der Emme, der Andere in den Flussbettverengungen zwischen diesem geschiebreiehen ^luss und Solothurn, namentlich in derjenigen letzterer Stadt selbst, die Hanptursacheu , welche den Abfluss der Aare erschweren und dadurch Ueberschwemmuugen vernrsachen.

Ein Dritter leitete das Uebel von den vereinten Wirkungen aller augedeuteten Ursachen her.

.^.o wurden dann zur Beseitigung derselben Brojekte veranlagt, deren Ausführung Millionen gekostet haben würden, ohne die Erreichung des beabsichtigten Zweckes ^u sichern. Um so mehr mussten wir uns bewogen finden, dieser fur so nichtig era.^teten Abtheilung des Juragewässerkorrektionsprojekt^s, welche ^u einer besondern ...^chlussuahme von ^eite der Bundesbehorde Veranlassung gab, einlässliche Studien zu widmeu, wofnr wir spezielle Aufnahmen, Geschwindigkeitsmessungen, Sondierungeu ^e., insbesondere aus der ^lusssel^tion Solothurn-Attisholz bewerl^lligen liessen, weil namentlich ^iese noch nicht genügend erforscht war und daher um so lei.hter verschiedene Meinungen ^ur Geltung gelangen konnten. Auch haben wir es überhaupt für nützlieh erachtet, die Vorarbeiten, woraus das ursprungliche Vrojekt gegründet wurde, zu erganzen, weil seither im Verlaus eiuer bedeutenden Anzahl Jahre wesentliehe Veränderungen an verschiedenen Flusslokalen stattgefunden haben konnten.

Die Haupthindernisse des Abflusses in der fragliehen Stromabthei-

lung, welche sur jedes andere Eorrektionsprojekt als das hier oben dargestellte unerlässli.h wären, bestehen im verengten Brofil der obern .^olo-

514 thurner-Brücke, und besonders unterhalb Solothurn, auf der mit der Emmenmündung in direkter Verbindung stehenden Flugstrecke.

Zur Beseitigung des erstgenannten Hemmnisses müsste vorerst die rechtseitige Usermaner ans eine Linie zurückgesetzt werden , welche an der engsten Flussstelle bei der Brücke 24 ^nss Erweiterung und flussaus- und abwärts einen passenden Anschluss gäbe. Allein hiebei darf man sich nieht verhehlen, dass diese, so wie überhaupt die zur Sprache gekommenen Rektifikationen des Flussbettes iu ^olotl.urn aus sehr bedeutende Schwierigkeiten stosseu würden, indem die fraglichen Erweiterungen zur Beseitigung verschiedener Gebäuliehkeiten nothigen, auch kostspielige Untermauernden erheischen würden, welche sehr schwierig anzuführen wären, indem es sich ..

beim Bau der Eisenbahnbrücke und der Ufermauer, welche diese mit der obern Fahrbrücke verbindet, erwiesen hat, dass die alten Mauerwerke anf sehr kurzen Vfähleu, deren Roste über dem niedrigsten Wasserstand liegen, gegründet, so dass ein Vormauern derselben, wie sie von der Expertise von 1854 beantragt wurbe, nicht nnr eine kostbare, sondern selbst eine gefährliche Operation wäre. Desto günstigere Ausnahme sollte also ein Broiekt finden, wobei so bedenkliche Massregeln vermieden, oder doch sehr redueirt werden tonnen.

Das zweite Hinder.nss beginnt ungefähr 7000^ unterhalb der ^ussbrücke von Solothurn, wo die Aare ans einer Felsensohle fliesst, welche sich aus 2200^ .Länge gegen ^ie Emmeumündung hinab erstreckt und auch eine grossere Breitenausdehnung besil^t, als bis jel.^t ...ermuthet wurde.

Die Rochst schwierige Beseitigung dieses Hindernisses, welche allerdings die Grundlage seder Eorrektion s^in müsste, welche nicht aus Regulirung der Aarhoehu.asser vermittelst der ..^eebeckeu si.h stü^t, wäre mit grossen kosten verbunden und würde zu einem bedenklichen Kampfe mit der gefürchteten Emme führen.

Gegenwärtig ist die Aare dermaßen gegen das felsige Ufer des Attisholzl..ügels fir^irt, dass ihre Stromnng bei jeweiligen. Andrang der Emmengeschiebe gespannt und ihr Triebvermogen im .^erhältniss derselben geuügend verstärkt wird, so dass ste diese Geschiebe stets unschädlich ab.,utreiben vermag. Dabei beträgt das Gialle der Aare von der Emmeneinmündung bis Wiliihos 1,^6.^^; von diesen. bis Wangen im Mittel 1.^. E..n solches bedarf aber hier die Aare, und es ist auch genügend, um die Emmengeschiebe abzutreiben und die Verlängerung des ^chnttkegels in das Aarbett hinein ^n verhindern. Durch eine Senkung vermittelst Aussprengnng des oberhalb gelegenen Felsbettes der. Aare .oürde ihr Lokalgesäll von der Enimenniündun^ bis Willihos bedeutend vermindert; allein dadurch würden dann die Geschiebsablagernngen d^r Enune sehr wahrscheinlich die Stelle des aus der Aarsohle ansgehobeueu Materials nieder versüllen, was nur dadurch vermieden werden konnte, dass die Emmeneinmüudnng weiter flnssab.v.i.rts in denjenigen Tl.eil des Aarbettes, welches hinlängliches Gesäll behalten hat, verlegt wurde.

5l5 Um aber diese neue Einmündung ^u siehern . n.üsste nicht nur die ^mme fest eingewuhrt, sondern überdiess die Aare daselbst mit sehr starkem .Uferschu^ versehen werden, welcher das Felsenuser, gegenüber des jetzigen Aar^Emmen^usammenflnss.^ zu ersehen hatte. Dnreh eine solche Verlegung desselben würde aber der während Jahrhunderten sich herangebil^dete und mithin als naturgemäss anzusehende Beharrungsstand dieser beiden Flüsse geslort, was uns, anch abgesehen von den grossen Kosten, .^beden^lich erseheint und keineswegs für unsern Zweck nothig ist, der ohne irgend welche der Art einkreisende Massregeln erreicht werden kann.

^enn wenn man späterhin noch eine mehrere Senkung des Wasserspiegels ...bei Solothurn sür ni^lich erachten sollte, so dürste man die grossten Unebenheiten des Felsenbettes bei Emmenholz beseitigen, und das linke Emmenufer durch ein Steinwuhr in passender .Riehtnng feieren und so ^ie linkseitige Einmündung der Emme aus eine angemessene Weise beschränken.

Wollen wir schliesslich einen raschen Blick noch einmal der ^lnssstrecke .Büren^Solotlmrn, von 64,30..)^ Länge, zuwenden.

^as mittlere Gefall ihrer Wasserfläche wird sich in Zukunft auf ungefähr 0,12.^ stellen, und dasselbe genügt vollkommen, um die durch .Leitung der Aare in den Bielerse zu 28,l)0l) Eubiksnss redueirten Hochwasser (sene von 1852 hätten nur 26,000 Eubiksuss aus dem Bielersee .geliesert) unschädlich abzuführen, dureh ein Brofil von 30l).^ Sohleubreite, .^ Wafsertiefe, mit zweifüßigen Uferbos.hungen.

^as je^ige ^lussprosil ist aber meistentheils noch u^eiter, so dass in ^.lebereinstimmung mit den schon oben entwickelten Gründen zuversichtlich angenonm.en werden kann, dass nach Ausführung de^ Aarberg-Hageueckuud des Ridau-^üren..Eanals die ganze Ebene von Buren bis .^olothurn, ohne besondere Eorrektiousarbeiten, vollkommen vor Uebersehwemmungen gefchü^t fe^n wird.

Wir haben uns noch auf anderem Wege überzeugt, dass die Ueber^chwemmungen in diesem Stromgebiet aushoreu werden, sobald die ^bere Korrektion verwirklicht ist.

^eit 1858 haben mehrere Anschwellungen der Aare stattgefnuden, ^ei welchen Aar und ^ihl in Büren zusammen bis 32,000 Eubiksnss Wasser per Bekunde lieferten, und doch hat sich keine Uebers.hwemmuug unterhalb Büren während dieser ^eit eingestellt.

Sollte es aber in der ^olge, nach vollendeter noch als wünsehenswerth erscheinen, diese Flussstrecke konnte man dann die Unregelmäßigkeiten im ^lussbette auf die im Läugenprofil eingezeichnete .Sohlenlinie in

^300^ beseitigen.

obern Korrektion, zn reguliren, so durch Ausbaggern einer Breite von

Wir haben die Kosten ^er auf der Flussabtheilung zwischen Büren und Emme als nützlich bezeichneten Arbeiten nnserm Kostenvoranschlag

516 angefügt. Wir halten aber, wie schon bemerkt, diese Arbeiten zum Gelingen der Gesammtkorrektion nicht nothwendig, sondern betrachten sie vielmehr als Ergänzungsarbeiten, welche später, je nach Massgabe der stattfindenden Wasserwirtnngen, ausgeführt werden können.

Das Juragewässerkorrektions-Unternehmen wird also aus folgenden Hauptwerken bestehen : 1. Ans dem Brohe- und obern Zihl-Eanal.

3.

3.

Aus dem Aarberg-Hageneck^anal zur Ableitung der Aare in den Bielersee, wo sie ihre Geschiebe ablegen und ihre Anschwellungen ausgleichen wird.

Jn der Ableitung der im Bieiersee vereinigten Gewässer durch den Ridau..Büren-l^anal.

Hiemit findet sich die Ausgabe der Juragewässerkorrektion ans die

natürlichste und einfachste, auf die vollständigste und zugleich wohlfeilste Art gelöst.

.^ofte^oraus..,^.

Wir haben demselben unsere ganze Aufmerksamkeit gewidmet und eine neue, den beantragten baulichen Modifikationen entsprechende kostenbereehnung angefertigt, deren Ergebnisse, laut Beilage lll, folgende sind:

  1. A a r b e r g - H a g e n e c k - E a n a l .

Grundentschädigungen . . Fr. 350,000 Ausgrabungsarbeiten (S. R.

124110) . .. 321,720 Absehlämmungsarbeiten . ., 106,732 Hagen..ck-Eins..hnitt (S. R.

288,850) . ., 1,444,250 Userwände- und Sohleuversichernngen .

Aarableitungs- und Brückenbauten .

.

.

.

,

Zur Ausgleichung

.

.

^

.^0,25^

,

495,000

,, ^

22,042

2. ^ i d a u . . B ü r e n - E a n a l .

Boden- und Gebäude-Entsehädignngeu .

.

. Fr. 480,000 Grabungs- und A...sbaggeruugsarbeiten (S. R. 1,^30,000) ^ 3,260,000 Abschl..mm..ngsarb^ten . ,, 140,000

Fr. 3,700,000

Uebertrag Fr. 3,880,000 Fr. 3,700,000

51^ Uebertrag Fr. 3,880,000 Fr. 3,700,000^ Uferversicherungen und Leitwerke Ausmündungsdämme und Brückenbauten

^

..

700,000

...

320,000

^ 4,900,000

Aus Grundlage der frühern Voranschläge mit Bexücksichtigung der nun einigermassen erleichterten Aus-

fuhrung kostet 3. .^ r st e l l u n g d e s B r o .,. e - E a n a l s . ., 540,000 4.

,.

.. Obern Zihl^Eanals ,, 1,460,000 Gesammtkosten Fr. 10,800,000 Administration, Direktion, Unvorhergesehenes ..e.

20^

.

.

.

.

.

. ^ 2,160,000 Fr. 12,960,000

Eventuelle Ergän^ungsarbeiten im Flussbett der Aare zwischen Büren und der Emme, laut spezieller

Berechnung .

gesehenes ..e.

.

.

.

.

.Fr. 928,000 . ,. 1l)..),..)00 ----- Fr. 1,028,000 Vortrag des obigen Koftensbetrages .

. ., 12,960,000 Zuschlag zur Ausgleichung . . . . , , 12,000 Fr. 14,000,000 ^ Administration, Direktion, Unvor-

Reihenfolge der auszufnhreudelt Arbeiten.

Der ^ersten Bauperiode entfallen die Arbeiten des R i d a u - B ü r e n E a n a l s , der anfänglich auf eine Breite von 140^ zu erstellen ist.

Hierauf wird eine bedeutende Senkung des Bielersees ersolgen, welche^ den erheblichen Vortheil gewährt, an die Austrocknung und Eultivirun^ der bernischen Moser sofort Hand anlegen zu konnen.

Gleichzeitig mit dem Ridau-Büren^Eanal wird der Hageneck^Durehstich ausgesührt.

Jn der zweiten Bauperiode find folgende Arbeiten zu bewerkstelligen : a. Vollendung des R i d a u - B ü r e n - E a n a l s.

b. Ausführuug des obern Theiles des H a g e n e c k - A a r b e r g e rE a n a l s.

c. Herstellung des obern Zihl- und dann auch des B r o ^ e - E a n a l s .

.5l8 Jnsoferne die Abschwemmungen des Aarberg^Hageneck-Eanals und .des Me^enried..^üren-^..^chstichs einen günstigen Verlaus nehmen, so .kann dieses schone, in seiner Art einige hydraulische Werk in einem Zeit^aum vou ungefähr sieben Jahren zur Verwirklichung gebracht .werden.

Hiemit schlössen wir nun unsern Bericht, den wir möglichst knrz .und übersichtlich zu halten bemüht waren , weil er durch die il.m ange-

führten Beilagen l, ll, lll, nebst spezieller Abhandlung und Berechnung ^ine weitere Erklärung, Begründuug und Ergänzung erhält.

Bern, den 8. Juni 1863.

^ie Experten : .^. La ^ieea.

^.^el.

...gemeine ^eschichtlich-technische ^orternn^ nnd ^e^l.^nl.^ ^nm ^perten-^erichte ..nnt l.^.

Jn seinem Bericht über die landwirtschaftliche Ausstellung in .^helmsford schildert Herr l^. de Gingins sel^r klar die okonomisehe ^age der ^chwei., .

,,Wir führen jährlich 88,00l) Stück Rindvieh aus, aber unsere Ein^..hr beträgt 150,00l) Stl.ck. W.ihrend 21 Wochen müssen wir uns jedes Jahr mit fremdem Korn ernähren.

Diesen uns fehlenden Theil unserer .^ebensmittel bezahlen wir mit ^dem Gewinnst, den uns die Judustrie verschafft. Aber während bei jeder ..Krise unsere Jndustrie, welche hauptsächlich solche Produkte liefert, die eher zum Lu^ns oder doch zum Wohlstand, als zu den ersten Bedürfnissen uothig siud, stocken muss, mindert deswegeu der Bedarf an Lebensmitteln .nicht. Alsdann müssen wir zu unsern Ersparnissen greisen, um nusere ^ücke an Lebensbedürfnissen auszufüllen.

Daraus geht hervor, dass wir klug handeln, wenn wir unsere landwirtschaftliche Produkten so viel als möglieh heben, selbst wenn die dabei verwendeten Kapitalien keinen .so hohen Zins versprachen würden, als wenn sie im Handel oder in der Industrie benutzt würden.^

51^ Wenn aber die zur Verbesserung unproduktiven Landes erforderlichen Auslagen den Mehrwerth, welchen dieses .Land .für seinen Ei^ent h ü m e r erhält, übersteigen, so kann man diesem nicht zumuthen . daß er sein Vrivatinteresse dem allgemeinen Wohl aufopfere.

Alsdann ist es gerechtfertigt und vortheilhaft, wenn der Staat, als Vertreter Aller, solche Unternehmungen unterstützt, welche die Produktion der ersten Lebensbedürfnisse siehern sollen.

T.ie ^nr^emasser^orre^ion.

Die Juragewässerkorrektion hat den Hauptzweck, die Trockenlegung und Eultivirung der grossen Riederungen, welche die Mnrten-. Reuenbnrger- und Bielerseen umgeben, möglich zu machen.

Um diesen Boden trocken zu legen, mnss man ihn zuerst vor Ueberschwemmnngen schüfen , dann aber vom Grundwasser befreien , das ihn

durchdringt und zur Eultur unfähig macht.

Die Erfahrung lehrt, dass eine Eutsumpsnng nur dann gelingen kann, wenn sie vollständige Eultivirnng des betheiligten Bodens erlaubt.

Denn nur dnrch einen sorgfältigen Unterhalt behalten die Anlagen zur Entwässerung ihre Wirksamkeit , und dieser Unterhalt hort auf , sobald der Besser keinen grossen Ru^en daraus ^ieht; ohne Eultur und Dünger kann aber der Boden unmöglich einen hohen Ertrag haben.

Es ist fast immer möglieh , einen ^.luss künstlieh so zu eorrigiren, dass die ^tromung selbst sein Brofil unterhalte. Der Fluss hat nämlich ^ur Bildung des Thales beigetragen, und überall, wo der ^luss seine ^ohle erhohte, ist er ausgetreten nnd hat das Thal selbst erhoht. Jst einmal diese Arbeit der Ratnr .^eit genug vorgeschritten , so werden die

Ufer künstlich regulirt und verteidigt, und der Fluss behält seinen Beharrungszustand.

Anders verhält es sich mit dem Grundwasser , welches den Boden oft verschlechtert. Ausser .in den Torsmosern hat es zur Bildung des

Thales nicht beigetragen, und der künstliche Absluss durch Eanäle und Gräben hort auf,

sobald diese nicht mehr sorgsältig unterhalten werden.

Der obere Theil der Moser au der Bro.^e , der Orbe und des grossen Mooses sind allerdings hoch genng gelegen, um dureh einfache Ab.,ugska..äle in die Seen trocken gelegt werden zu konnen. Aber diese Eanäle u.üssten, um den See zu erreichen, die grossen angrenzenden Riederungen durchziehen, welche oft wochenlang von diesen ^een überschwemmt sind und iedensalls selbst beim mittleren Wasserstand derselben nieht eutwässert werden konnen.

So lange dieser Zustand nicht ansgehort hat, werden diese Riederungen keinen andern Ruthen von der Korrektion ziehen, als dass sie weniger schlechtes Gras erzeugen werden . aber die immer drohenden See-

^unde.^la^. Jahrg. ^v. Bd. III.

40

520 überschwemmungen werden vor gehörigem Düngen hindern , indem eine einzige dieser Ueberschwemmnngen den Rnl.,en der bezüglichen Ausgaben aus einmal zerstören würde.

Dieser Theil des Gebiets kann ^lso nur in einem sehr beschrankten Masse bei den Aussührnngs^ im... Unterhaltungskosten betheiligt werden.

das obere Gebiet wird dadurch mehr belastet, und die ganze Operation wird unmöglich, oder, wenn sie ausgeführt wird, so sind ihre Resultate bald verloren wegen dem Ausbleiben des Unterhalts.

So erklärt sich die Thatsache , dass die Eutsumpsuna^en gewohnlich nur da gelingen, wo mit den untersten Theilen der an Unterwasser lei^ denden Gegend angefangen wird.

Zwar konnte man diese Niederungen der Eultur gewinnen , indem man sie aus die gleiche Art behandeln würde, wie die holländischen Volders. Sie müssten mit gnten Deichen umgeben und in Abtheilnnge.. ein^ getheilt werden, die mit Graben versehen wären. So lange der Wasserstand im Hanptentwässeru..gskanal es erlauben würde, müssten diese Gräben das Wasser demselben zuführen; wenn aber dieser Wasserstand zu hoch würde, so müsste die Verbindung geschlossen, und das Regen.^ und Unterwasser vermittelst Maschinen beseitigt werden. Die ganze Vorrichtung kostet aber viel an erster Anlage, Unterhalt und Betrieb.

Viel rathsamer ist es, die Seen zu senken, und so das ganze Unternehmen auf einen andern Fuss zu se^en. Dnrch diese Senkung gewinnen die Entwässerungskanäle das Gefäll, das sie in ihren. untern Tl.eil so nöthig haben, u^d ihr Vrofil kan... verhältnissmässig enger gehalten werden., so dass sie dann am Rul^e.. der Entwässerung Antheil haben und aueh an den Kosten beitragen musse n. Di.^se ^ortheile sind aber noeh viel grosso, wenn die Operation durch bedeutende Flüsse erschwert wird, deren Eorrektion in der Riederung so sehu.ierig ist wegen Mangel an

Gesäll.

Man hat auch vorgeschlagen, anstatt die Seen ..u senken, den Boden selbst durch Eolmation zu erhohen. Wir haben in unserm Expertenbericht gezeigt, wie lange diese Operation dauern wurde und von welchem ^weiselhaften Erfolg sie sür das grosse Moos wäre , aber ausser den gegen die Vorsehlage des Hrn. J. Merian aufgeführten Grunden ist sur die andern Theile der Gegend ein no^h viel besserer Grnud vorhanden , auf die Eolmation zu verziehten.

Die meisten bei der Eorrektion beteiligten Lindereien konnten nicht eolmirt werden, weil man ihnen kein Wasser zuführen konnte, das genng sehlammhaltig oder geschiebsül,rend .vare. ^)

.^) ^m Thal der Or^e hat man früher Vieles erwarte .^on der .Eolmation d.^rch da^ Trübwasser de^ ^len^ ^nn a^.^r überschwemmt die Or^ welche den ^..le^ aufnimmt, bei ^eder ^lnschwe.^ung da^ T.^al, welches fle in einen

52l Also müssen die Seen gesenkt werden, bevor man zur eigentlichen Entwässerung schreitet , und nur Wenige sind noch der Anficht , dies. sei nicht nothig. Aber man hat sich noch nicht über die Art und W..ise^ diese Tieserleguug zu verwirkliehen, verständige konnen.

Um die Seen zu senken , muss man die Flüsse , durch welche ihr Wasser abfliesst, reetifieiren und ihr ^ett breiter und tiefer machen.

Diese sind : für den Mnrtensee die untere Brohe, ,, ,, Reuenburgersee die obere Zihl, ., . ,, .^ielersee die untere ^ihl.

^

W^ire einmal eine genügende Korrektion dieser Flüsse ausgeführt, so wären auch die Seen tiefer gelegt, wenn man die ledige Einmündung der Zil^l in die Aare beib...hait.^. konnte. aber diese Einmündung ist d..r Art, dass aus keine Dauer ..^r Korrektion gewählt werden kann, so lange die Aare nicht zu einem ^eharrungszustand gelangt, den nur b...de...t.....de Arbeiten verwirklichen konnen.

Diese Kostenvermehrnng findet darin ihre K o m p e n s a t i o n , dass ein bedeutender Theil der Eb^.ue ^wiseheu Aarberg und Solothur.., welche heute gau^ unknltivirt oder wenig ertragfähig ist , ^bei dieser Eorrektion betheiligt ist und also zu den Kosten beitragen wird.

beider haben sich aber bis je^t die ^e..^ ....d .Aaranwohner noch nicht verständigen konnen, und so erklärt es sieh, dass dieses so nü^liche Unternehmen noeh uicht ^u Staude gekommen ist.

Zu^ei .^aupts^ste.ue siud sur die Aare vorgeschlagen worden : 1) Die Aare wird von Aarberg bis

zum Zusammenfluß der

Emme

regulirt ; ihre Hauptriehtnng wird beibehalten und die Einmün-

dnng der Zihl flussabwärls versetzt.

2) die Aare wird in den ..^ielersee geleitet, von woher sie, mit der Zihl vereinigt, abfliesst.

K o r r e k t i o n e n der A a r e in ihrer a l t e n Richtung.

E x p e r t e up r o j e k t von 1854.

Das erste System ist vielfach ausgearbeitet worden.

Das

Die rationell-

sten und vollständigsten Vorschläge siud im Expertenbericht von l 854 aussührlich beschrieben, aus dem ^oir Folgendes hier in einigen Worten

mittheilen :

Der Absluss der Aarhoehwasser ist in und unterhalb Solothurn ge^ hemmt, bis Attishol^. So lauge die obere Eorrektion also nieht die ^ee verwandelt. Da.^ ..usgetr.^tene Wasser läuft Iangfa.n ab, nachdem e^ seinen Sehtamm eben so gu^. wie ln einer .^^lmationsabtheilung a^gese^t ^at. Dieser Schlamm wir^ o^ vor^ellhas^ wenn ex zur rechten Zeit k.^mn..^ ^ die .^rl^ung des Bodens, welche er bewirk.., ist aber unbedeutend.

522 Wirkung hervorbringt, dass diese Anschwellungen vermindert werden, kann man keinen entscheidenden Ersolg von de.. ob..rn Korrektionen hoffen, bis diese Hemmnisse beseitigt sind.

Die bezüglichen Arbeiten sind im Expertenbericht anssührlich beschrieben und, obschon wir nicht gan^ an den versprochenen Ersolg glauben, so sind wir entschieden der Meinung dass bei j e d e r E o r r e k t i o n der A a r e , welche nicht die A u s g l e i c h u n g der H o c h w a s s e r b e w i r k t , k e i n e v o n d e n v o r g e schl a g e n e n . . A r b e i t e n a n s b l e i b e n k on ne. ^ Aber wir finden, dass diese Arbeiten nicht genügen. Wäre die Aare nicht durch die Geschiebe der Emme gegen den Fnss des Hügels von Attisholz gedrängt worden , und würde die gleiche Ilrsache nicht fortwagend die gleiche Wirkung hervorbringen, so hätte sich der Fluss von der ^elsensohle entfernt, welche seinen Lans hemmt unl.. sie verhindert, sieh ties einzusehneiden. Werden diese ^elsen beseitigt, so wird sich wahrscheinlich nicht das künstliche .^lussbett erhalten, so lange die Ursache der Verengung nicht beseitigt ist. Rach s^r genauen Gefällsmessnngen der Aare betragt das Gesäll des Wasserspiegels dieses Flusses von oberhalb der Emmen-

münduug bis Willihos 1,^ p. ^.,, von Willihos bis Aarburg, durch-

schnitllich 1,10 p. ^ Muss nicht daraus geschlossen werben, dass ein Gefäll von 1,..^..^..,^ notwendig ist, um die Geschiebe der Emme in Bewegung zu se^en, ein Gefäli von l,1 ^. .^.^, um fie weiter zn trausportiren und zu zerreiben^ Wenn diess wirklich der ^all ist, so wird sich das Sohlengefäll von 0,25 .^. ^^ bei der Einmündung der Emme nieht erhalten , und diese Einmündung muss dann weiter flussabwarts verseht werden , wo das Gefäll genügend ist. .^eim nenen Znsan^nenfluss der Aare und der Emme müsste aber dem linken ^larufer kunstlich die gleiche Unver.inderliehkeit verschafft werden, das ihn.. , beim je^igen Znstand der ^inge, das Felsenuser von Attisholz gibt.

Zwischen Solothnrn und Büren rathen die Experten von l 854 an, ^en .^aus der Aare vermittelst Durchstiche zu verkürzen, ohne jedoch diese Arbeiten als wesentlich ^u bezeichnen.

Die Einmündung der Zihl in die Aare ist nach Staad verseht, ^^ Die W^hlig^t dieser .^..^glelchung der .^ochwasfer ist au^.^ordenllich groß.

^m September 1852 l^at ^le Aare in Aarberg .^..^^.^0 bi... .^...,5^ .^^ Wasser in einer Sekunde abgeführt. Wenn man also annimmt , daß dle ^ihl ^5.^0 C^ zur glelehen Zeit nach Buren bracht, so wären in ^eder Sekunde ^,00.^ ^ daselbst durchgestoßen.

Durch .^ertheilung auf den Bielersee wäre der Abfluß de.^ ^idau^Büren^ Kanals auf höchstens 25,^.^0 .^^ per Sekunde ermäßigt worden, für d.^en Abfluß da^ je^lge Aarbelt, von Buren bi^ Wlllihof, vollkommen genügt halle, Während dasselbe ..^ochwafser ^on I852, obschon durch die große , oberhalb ^uren aufgetretene Wassermasse ermäßig^ dennoch das a.an^e Thal zwischen ^uren und Solothurn überschwemmte.

523 was vermittelst eines Durchstiches der Aare und der Zihl durch das .^ägn... geschieht. J.. der That kann man keineswegs den jetzige Znsammenfluss behalten, aus folgenden Gründen : Die Aare ist ein ^lns., dessen Bett und User sehr veränderlich sind.

Sein Läng.mprofil kann also nur dann so unveränderlich werden , dass der Absluss der Zihl gesichert ist, wenn dieses Brofil der Ratnr der Strömung und der Geschiebssührung entspricht.

^Von Aarberg bis Doggen besitzt die Aare ein Gesäll von 1,25^..^, von Meyenried bis Solothurn beträgt dieses Gesäll bloss 0,10 p. ^..., würde aber durch die o...en ermähnten Korrektionen 0.20 (die Experten versprachen 0,25 p. ...^) betragen. Von Doggen bis Büren, auf einer Länge von l 0,^)00^, konnte der Uebergang von einem in das andere Ge-

fäll unmoglieh stattfinden. denn dieses Gefall beträgt nahezu 10^, also

1 p. ^. Rach und nach würde sich das Flussbett iu Büren erhohen und sanft in das obere und untere übergehen . aber es ist unmöglich, das Brofil zum Voraus zu bestimmen und zu beschließen. Fü^rt die Aare viel Geschieb, so wird d.e Erholung bedeutend sein ; führt sie nnx Sand, so wird sie viel geringer sein.

Die Einmündung der Zihl in die Aare muss so weit flussabwärts versetzt werden, dass sie in ein bestimmt flirtes .^larbett fällt. Die Erperten von 1854 haben Staad als vor Versaudungen geschützt angesehen, Tnlla glaubte, diese Einmündung müsse bis nach Altreu, 20,000^ weiter flussabwärts, versetzt werden.

Ansser den obigen Arbeiten geben die Experten von 1854 auch den Rath, die Aare ^wischen Aarberg und Doggen zu eorrigiren. Diese Eorrektion ist gan^ nothwendig ; denn so lange sie nicht ausgeführt ist, sind die Arbeiten an der Zihl nicht in Sicherheit. Wie wollte man die Aare in ihrem neuen ^lussbette von Doggen bis Vüren erhalten , so lange sie seitwärts ausbrechen und sich ein neues Bett graben kann, das oberhalb dem H.igu... einmündet.^ Jm September 1852 floss das Wasser, das durch einen Dammbruch bei Bargen ausgetreten war, bei Brügg in die Zihl.

Wäre der Ausbruch weiter flussabwärts erfolgt, wo das Flussbett der Aare weniger tief eingeschritten ist, so hätte sich wahrscheinlich ein neues Flnss-

bett gebildet und das alte hätte sich unterhalb dem Ausbruch ausgefüllt.

Die Korrektion, welche bereits begonnen hat, indem die wuhrpslichtigen Gemeinden nach einem Gesammtplane arbeiten, besteht darin, dass ^ie Aare in ein Rormalbett eingeschränkt wird , deren User gehorig versichert werden. Die grossen ^lns^wellnngen würden zwischen .^ochwasserdämmen abgeführt. Den Hägnp - Durchstich mitgerechnet , würde sie, nach der Erfahrung der bereits ausgeführten Bauten, 3^ Millionen kosten.

W.r werden weiter unten auf die Kosten des Gesammtprojektes ^.rückkommen; hier wollen wir vorläufig bloss untersuchen, was es für eine

524 Wirknng hatte. -.- Von Lüssligen bis .Attisholz wäre das Resultnt äusserst gnustig. es müsste aber, wie oben ermähnt, gegen Reaktion der Emme ^.si...hert werden. Die .^.oehwasser würden sich u.ohl um ..^ senken, aber der Wasserstand würde noch mehr gesenkt beim kleinen Wasser wegen .^eseitignng der Hindernisse unterhalb ^olothnrn. So müssten die Fundamente der Usermanern und Häuser in Solothurn an der Aare untermauert werden, was auch sur l 100^ Lauge zu 45,000 Fr. geschäht ist, ein viel zu niedriger Voranschlag nach unserm Erachten.

Dieser Uebelstand wäre aber sehr klein im Vergleiche zn dem, welchen die unteren Aargegenden zu erleiden hätten. J.^t wird je^es Hochwasser oberhalb Solotl..urn gesehwellt und tritt über die Ufer aus. Die l.leber^ schwemmnng nimmt zu, bis das in Solotlmrn durchsliessende Wasser dem ^ von oben her zuströmenden gleich ist.

Das Hochwasser wird also ver^ spätet und vermindert sür die untern Aargegenden ; ein wichtiger Umstand, weil dadurch die Emmenaus.hwellung abfliessen kann, bevor das Maximum der Aare ankommt, was ^...vol....lich l2 bis 24 Stunden später ge..

schieht. .

Wird der Durchfluss in Solothnrn beordert und der Flusslauf ^wisehen Aarberg und Emme um einen Drittel verkürzt , so können beide Ma^in.u^n zusau^nentressen und so .oeit grossere Verheerungen anrichten, als jede vereitelte. Müsste die Eidgenossenschaft, welche den obern GeSenden geholfen hätte, nicht dasselbe sur die untern thun, deren Lage durch diese Arbeiten verschlimmert ^vordeu wäre^ Oberhalb Solothurn werden die ob^n erwähnten Arbeiten das Gesäll bedeutend vermehre^, und ^iese Wirkung wurde sieh bis Staad erstrecken dnreh Anssührung der Durehstiehe in Altreu und ^us.ligen. Aber von ...^t^ad bis Doggen ^urde die sicher sich einstellende Erl.^ohung des F.ussbettes zwingen, die Hochwasser zwischen mächtigen Dämmen ein^ zuschli..ss...n und so ihren El.^arakter verschlimmern. Denn je^t treten diese Ho^wass^.r ohne heutige .^trom.^g bloss über die User un^ se^en das .^and uut..r Wasser. na^.h ersolgter Eindämmung wurden sie aber agressiv.

J^er Da^.nibrneh konnte bie Bildung von neuen ..^rpentinen zur ^olge hab^.n, die u.an mit grossem .Kostenaufwand schließen und ausfüllen m.isste, uni den ganzen hydrotechnischen Mechanismus der ob^..rn Korrektion nicht zu ^erstoren.

Oberhalb Do.,ig..n w.ire die Wirkung der Aarkorrektion entschieden günstig, ab.^r die .Bauten müssten sehr fest ausg sül^.rt sein, und würden dennoch vielen Unterhalt kosten.

W.r sind also d^.r M^innng, dass die Korrektionen nach dem ersten

...^.stem gefährlich sind, w.il si... die Gegenden unterhalb Attishol.. g.^.sährden konn...n, so wie aueh die Un.gegend von Büren , und W..is... ^ie Tieserlegung der ^.e.^n nicht genügend sichern.

sie ans diese

W.^.n endlich die Aare so ungeheure Massen grober Geschiebe führt,

525

^

wie es eini^.. B^rsonen meinen, so wurde der von uns in Büren befürchtete Zustand sel..r schnell eintreten, uno das ganze Werk konnte gefährdet sein, bevor es vollständig ansgesührt .vare. Wir haben diese Möglichkeit nicht erwähnt, weil wir an diese ungeheuren Massen grober Ge^.

schiebe nicht glauben , wir konnen uns aber an die entgegengesetzte Meinung ebeusalls nicht anschliessen, nämlich .^ie ^lare sül..re gar kein ...^eschiebe von Aarberg abwärts.

L e i t u n g d e r A a r^e i n d e n B i e l e r s e e .

Der Gedanke, die Aare in den Bielersee zu leiten, mnsste si h sogleich Bahn machen, nachdem die Leitung der Linth in den Wailensee so schone Wirkungen hervorgebracht hatte.

Die Resultate, welche ma.. aus d^.se W^.ise erreichen konnte, waren von der bochste.. Wichtigkeit. J.n Bielersee geschah die Einmündung der Zil,l in die Aare ans einen. Bnnkte, ^o die Geschiebe keine nachteilige.

Wirkung hervorbringen konnten , und die .^o.hwasser wurden regulirt.

Aber man glaubte, die Ableitung konue m..n nicht ohne unermeßliche kosten ausführen, und man abstrahirte während langen Jahren vo.^diesem Systeme.

.

Jm Jahre 1842 legte H^.rr Oberst La .^ieea der Vorbereitnngsgesellschast sür die Juragewasserkorrektion ein ^rosekt vor, in welchem die

Ausgabe aus eine sehr glückliehe Art gelost war.

Jm Ansang wnrde das Projekt La Rieea allgemein angenommen , später aber .vurde e.^ hart a^.gegrissen, sowohl in seinem Vrinzip, als in seinen Einzelnheiten.

Die Aaranwohner sind dem Projekt La Rieea immer treu geblieben, weil sie dnrch dieses g.g...u alle .^ns^w.^llungen g.sihert wären, bei den Seeländern hingegen sind Bedenken eingetreten gegen den Dnrchfluss der Aare durch den Bielersee.

Um die Wirkungen, welche die Anssührnng des Projektes La Rieea aus den Bielersee hätte, zu erkennen, muss man zu allererst den Eharakter der aus denselben wirkenden Gewässer studiren.

Die direkten Zuflüsse des Bielersee's sind zu w..nig wichtig, als dass ste einen bedeutenden Einsluss aus denselben ausüben konnten.

Die obere Zihl allein, welche ihm das Wasser des Reuenbnrgersee's ^führt, bestimmt seine Anschwellungen und Schwankuugen.

Der ^euenburgersee wächst nur langsam (1856, 4^ in 25 Tagen, oder 0 ^ l 2 in 24 Stnnden; 2^ in 7 Tagen im Jahre 1859, alfo 0^3 per Tag), er nimmt noch langsamer ab, so ist es begreiflich, dass die Schwankungen des Bielersee's laugsam vor sich gehen.

Jn diesem Jahrhunderte betragen seine grbssten Hoheudifserenzen ^ 43^^; von 1.^5.^ bis 1858 - ^^ 7.0^; nimmt man das Zeichen am Thor in R^euen-

^26 stadt, für das Hochwafser von 1^4, als Maximum ., so wären die ^rössten bekannten Schwankungen 13^ 49^.

Die Aare hat ihr Riederwasser im Januar und Februar , während den Monaten Juni, Jnli und August ist ste immer gross und ziemlich beständig. Aber ste hat oft sehr hohe Anschwellungen, die jedoeb nur von kurzer Dauer sind, weil sie von ausserordentlichem Regen (Sept.

1852) oder von Gewittern herrühren.

Die Leitung der Aare in den B^elersee würde seinen Eharakter sehr ändern. Während jetzt sein niederster Stand beinahe immer ans die Monate Angnst und September fällt, würde er ans die Monate Oktober bis Februar verlegt (Januar und Februar wären die niedrigsten).

Der hohe Wasserstand siele aus Juni, Juli und August, anstatt wie jetzt keine Regel zu besolden.

Aber die wichtigste Aenderung wäre solgende : Die Regelmässigkeit des Sommerhoch.vassers und besonders diejenige des niedern Winterwasserstandes würde durch plotzliehe, oft sehr hohe, aber auch immer kurze Anschwellungen gestort.

Jetzt wächst der See ge^ohnlieh langsam, aber das Hochwasser dauert lange fort und sinkt noch langsamer als es gestiegen ist, so dass ^r eine äusserst schlimme Wirkung auf die anliegenden Riederungen übt.

Die Aare würde hingegen , besonders wenn der See nieder wäre, sehr rasche Anschwellungen hervorbringen. welche aber ebensalls rasch fallen würden.

Es ist wichtig zu b e m e r k e n , dass d i e s e r a s c h e n und kurzen H o e h w a s s e r ^ k e i n e W i r k u n g a u s d i e E n t w ä s s e r u n g d e r a n l i e g e n d e n M o s e r h ä t t e n , w e i l s i e n i e ni a l s h o eh g e n u g w ä r e n , u ni d i e s e z u ü b e r s l u t h e n , u n d n i eh t l a n g e g e n u g dauern würden, um sie mit G r u n d w a s s e r zu v e r d e r b e n .

Uebrigens u.^ären diese Anschwellungen niemals so hoch, wie wir ste berechnet haben. Dieselbe Wassermenge, welche ein Steigen von 1 Fuss auf dem Bielersee bewirkt, würde den Reuenbnrgersee bloss uni 1 Zoll stauen ; dieser steigt immer sehr langsam (4 Zoll in einem Tage ist ganz außerordentlich). Bei jedem rasehen Steigen des Biel.rsee's würde das Gesäll der obern Zihl, das ini Normalzustand 3^ .)^ beträgt, aber gewohnlich kleiner wäre, wenn der Bielersee hoch stände, sogleieh abnehmen, was wir keineswegs in unsern Rechnungen in Betracht genommen haben. Bisweilen wür.^e aueh der Bielersee gleich hoch werden , wie der Reuenburgersee . zuletzt auch hoher, und dann hätte der erstere mo^ mentan einen doppelten Abfluss, was sein Steigen vermindern würde.

Die Hochwasser des Bielersee^s wären also niederer, als wir sie berechnet haben, und sie würden dennoch keine üble Wirkung aus den Reuen.burgersee ausüben ; denn alles Wasser, das der Ridan-Büren..Eanal nicht

52^ abführen kann,^ürde ihn nur um ....^i zehnten Theil von der für det^ Bielersee berechneten Hohe schwellen..^ Wir haben die Wasserstände des Bielersee^s für 89 Monate berechnet , während welchen sorgfältige ^egelbeobachtnngen gemacht worden sind.

Wenn man den niedrigsten bekannten Wasserstand von 1858.

zur Vergleichnng annimmt, so wäre das Riederwasser gewohnlich um 5^ 7^ unter demselben. Jn äusserst trockenen Jahren würde es aus 7.^ fallen.

Das Sommerhochwasser, die ausserordentlichen Anschwellungen nicht inbegrissen, würden selten mehr als l.^ über den Wasserstand von 185.^ stehen, in sehr nassen Jahren, wie 1860, um .^ 7^ hoher.

Für die ausserordentlichen Wasserstände haben wir gefunden , inden^ wir die wichtige Regulirung durch den Renenburgersee nicht in Betracht nahmen : 1841 . . . 2^ 46^ über Riederwasser von 1858.

1842 1843 1844 1858 1859 1860 1861 1862

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2^ 4^ 2^ 0^ 0^ 3.^ 1^ 0^

16^ (Der jetzige mittlere Wasserstand.)

21^^ 76^ 56^^ 56^

l 852 (Hochwasser vom September) ..^ 50^.

Die jährlichen Rormalsehwankungen würden also 6 bis 7 Fnss betragen; die äussersteu Hohendisferen^en würden 1..^ 16.^ sein, wenn^ nieht der Reuenburgersee sie ermässigen würde.

Endlieh hätte der ^.euenbnrgersee nichts von diesen ansserordentliche....

Hoehwassern zu fürchten , weil sie von sehr kurzer Daner sind u.id ihm verhaltnissmässig unbedeutende Wassermassen Anführen würden.

Gewiss würde dieser See nie hoher als 1^ 87^^ über das kleinst^ Wasser von 1858 steigen. ^) Der niederste Wasserstand würde höchstens 7^ unter demjenigen von 1858 fallen und die grosste Schwankung demnach betragen: 8^ 87^, während sie w^:

Von 1856 bis 1858^ . . . 7^ 30^^ ,, 1832 ,, 1858 . . . 7^ 35^ ,, 1802 ,, 1858 . . . 9^ 25^

Es scheint uns also, dass die Seeanwohner über den Stand de.^ ^ ^...ch dem Nivellement der Orbe wurde dieser W..sferstand l447, 07 b^.

tragen, also .^ ^3^ niederer se.n als der^enige. welcher zur Redaktion de.^ ..^ro^ektes für Entwässerung d^ Orbe^ooses gedient hat , und 7. 38^ niederer als derjenige von 1802. ^

^28 ^een vollkommen beruhigt sein konnen, welcher eintreten würde nach Ans^ .führnng des .^rojektes La Rieea. ^..i.n hoch.^n W...sserstand ware d^e .S.^.mg vollkommen genügend, um die Ent^ss...ru..g zu sichern, und die .^.hwan^.ng^n würden die je^ig..n nicht übertreffen.

Wollte man übrigens so niedrige W.isserstände vermeiden, als dieWenigen, welche durch die Korrektion bewirkt würden, so konnte man leicht ....en niedersten Wasserstand um 3^ stauen vermittelst eines in Ridau an^ra.^hten beweglichen Wahres, welches beim niedern Wasserstau geGlossen , beim hohen ga^ oss^ w.ire. .^lb^r ^vir seh.n diese ^or^.i..ht....g als unni^ an, und glanben, dass man mit der Anssuhrnng dieses .Wehres jedenfalls den .Erfolg abwarten mnss, bevor man sich zu grösser.. ^ Ausgaben und künstlichen Vorrichtungen entschließt, deren Oess..en und .^..hliessen Reglemente, .^lussicht und eine gan^ .Administration erfordern ..vürde.

^er einige wirkliche Schaden, welcher der grossen Senkung des ^iederwasserstandes wirklich znges^rieben werden kann, ist die Verschlech^erung der Häsen an den Seen.

Dieser Ueb..lstand ist ab^r allen Projekten gen.ein. denn keiner dieser Häfen konnte eine Senkung von ^..uch nur 4.^ ertragen.

Sobald di...s^ H.^fen, ans Anlass der J..rag...w.isserl.orrektion, u.üss.^n ..ausgebessert werden, so müssen eie be^nglich^n kosten von diesen. Unter....ehmen getragen werden ; nnr aus diese Art g^..b..n wir, dass den Ein^en^nngen, die sich knndg^nacht haben, geantwortet werden konne.

J^ allen n..sern Berechnungen über die zukünftigen Wasserstände .haben ^oir angenommen. dass die ^il.^l gerade geleitet und zu einein Ea^ale a..sgegral....n ^o^rde, ..^r l),2l) .^. .^.^ Gefall, eine ..^ohleubreite von

^220.^, mit zweifüssigen Voschungen h.rtte, und dessen ....^ohle in ..^idan ^uit der von La .^^eea zusammenfällt.

Wir haben so viel als moglich die Hauptrichtung der Zihl beibe.^ galten, wie die Experten von I8.^7, nur haben wir nnsern Ea^.al von ....^e^enried nach Büren geführt, anstatt uaeh Slaad, au.^ mehreren Grün^en, wovon der wichtigste ist, dass , von ...^üren an, das Aarebett gar keiner Korrektion bedars, nm das Wasser aus dem .^ielersee vollkommen .ab^nsühren.

Unsere Berechnungen haben uns bewiesen, dass alle Arbeiten unter.halb Büren keine andere Wirkung hätten , als die Wasserstände in nnd .oberhalb ^olothnrn niederer zu halten.

Da nnn aber die Ableitung ^er Aare in den Blelersee die abzuführenden Wassermassen so vermindert, ^ass auf dieser ganzen ^trecke keine Ueberschwen..n.uugen werden mehr Stattfinden kounen, s o g e h t u n s e r e M e i n u n g d a h i n , d a s s d i e s e Arbeiten ganz ausgegeben, oder wenigstens bis ^um E n d e d e s U n t e r n e h m e n s v e r s c h o b e n w e r d e n s o l l e n , .weil wir so eine bedeutende Kosten- oder Zinsoerminderung erzielen. .Darin

5^9 liegt, unserer Absicht nach, einer der gräten Vorth.ile des Brojekles La Rieea über das Er,p rtmprojekt von l 854.

So lange es an genau und lange fortgese^.n Vegelbeobaehtung^n fehlte, und das G.meralnivellement nicht fich.r und vollständig war, so musste man diese Arbeiten als unvermeidlich ansehen. se^t aber besinn wir ^elbeobaehtunge... wahrend 8.) Monaten und ein vorzügliches Ritellement von Herrn Jngenieur Leemann , und wir sind , aus diese Do^ kumente gestülpt, ^n der U..b.rzeugung gekommen , dass das Gefall des Ridau^üren^ana.s vergrbssert und sein ^nerschnitt vermindert werden tonnt.., ohne die Resultate der Korrektion zu beeinträchtigen.

Ei n f l n ss der A a r e a u s die T e m p e r a t u r des B i e l e r s e e ^ s nach e r s o l g t e r K o r r e k t i o n .

Von verschiedenen Seiten wurde die Besürehtnng ausgesprochen, dass die Leitung der Aare in den Bielersee die Temperatur desselben aus eine sur ....as ^lima der ganzem Gegend schädliche Art erniedrigen würde.

Beim ersten Anblick scheint diese Befürchtung gau^ begründet, und alle theoretischen Folgerungen wären nicht ini Stande, uns über diesen ^.nikt ^u beruhige...

Glücklicherweise besinn wir aber über die Temperatur der Schweizerseen umfassende Beobachtungen, welche zeigen, dass die Aare den Wärmegrad des Bielersee^s nicht verändern würde. Diese Beobachtungen sind von de Saussure : Temperatur.

^ensersee,

6. Februar 1777

der Oberstache. de^ .^xunde^.

5,^ 5,4

^, 5. August t 779 2 l ,2 Thunersee, 7. Jnli 1783 l.)

.^xienzersee, 8. ,, 1783 19,4 Vierwaldstättersee, 28. ,, 17.^3 20,3 Bodensee 25. ,, ^784 . 18,1 .Langensee, l 9. ., 1783 25 ^euenburgersee, l 7. ,, l 779 23, l Bielersee, 20. ,, 1779 20,7 .^ee von Assenh, 14. Mai l780 14,4 Lac du l^nr^^ 6. ^..bruar 1784 17,8

6, t 5 4,8 4,9 4,3 6,7 5 6,9 .5,6 5,^

Tiefe.

..)50^

150^ 350^ 500^ 600^ 370^ 335^ 325^ 2l7^ 1^3^ 240^

  1. Die beiden Beobachtungen aus dem Gensersee beweisen den grossen Einfluss der Jahreszeit aus die Temperatur der Oberfläche, ihre geringe Wirkung dagegen aus diejenige des Gruudes. Der Geufers..e gehort übrigeus zu denen, welche verhältnissuiässig das meiste Schneewasser, nach sel,.r kurzem Lanf, ausnlnnnt.
  2. Der Thu^er- und Brienzersee, welchen ohne Vermittlung ungeheure

530 Massen Gletscherwasser znfliesst, sind kanm l^ kälter, a^ der Vielersee, welcher fast nur das wärmere Wasser der Oberfläche des Renenburgerse^s aufnimmt.

Auch geht aus vielen Beobachtungen, welche in Bern auf der Aare gemacht wurden , hervor , dass dieser Fluss eine Temperatur von l l ^^ im Jnni bis 22^^ im September besi^t, welche also meistens hoher ist, als die mittlere Temperatur des Bielerse.^s.

Endlich hat uns Herr ^rosessor J. M a r g u e t aus Lausanne E^perimente mitgetheilt, welche die .^erren B u r n i e r und D u s o u r aus dem Genfersee ausgeführt haben. Dabei war die Temperatur immer die gleiche bis 1 Meter unter der Oberfläche.

Temperatur.

......onat.

d e .^ S e e . ... .

l 85l. August ^. ... 19 September . . 15,2 Oktober . . . 13,2 Rovember. . .

Deeember . . .

1852. Jannar . . .

Februar . . .

März . . .

April . . .

Mai . . .

Juni . . .

Jnli . . .

Mittel für das ganze Jahr ..

,, ^ ,, .. -

9,1 ....,5

der Luft.

17,5 11,4 9,4 -^- 0,4 - 1,..)

5,6 -.-2,1 5,5 -^ 2,3 5,7 3,3 7 8,9 11,6 13,4 14,6 15,3 19,8 19,3 Seeoberfläche 11,1 ^uft .^5

Also tro^ des Schneewassers der Rhone und anderer Zuflüsse, welche direkt dem Gensersee zufliessen, ohne sich vorher auf zwei Seen, wie die Aare ini Vrienzer- und Thunersee, zu vertheilen, ist der Genfersee für seine Ufer eine Art Wärnieapparat während der Winterjal..reszeit.

Alle diese Experimente beweisen zur Genüge , dass die Seen , weit davon entsernt, das Klima ^u verschlechtern, vielmehr die Temperatur ausgleichen, indem sie die niederen Lufttemperaturen erl^ohen.

Anders ^verhält es sich mit den Mosern und dem s.hwammartigen und feuchten Land, auf welchen das Wasser in sehr dünnen Schichten, oder aneh als Feuchtigkeit an der Oberfläche erscheinend, sehr schnell verdunstet, besonders in hellen Rächten, und alsdann selbst im Sommer

Rebel und bisweilen Eis erzengt.

^Theilungs-Brojekt.

Der Wunsch, die ..Schwankungen des Bielersee^s zu vermindern, verbunden mit der Ueberzeugung, die Aare konne nnr nach dem Vrinzip

5^1 des Brosektes La Rieea vollständig aus die Dauer eorrigirt werden, haben zu einigen neuen Vorschlägen geführt, wovon der wichtigste das sogenannte , , T h e i l u n g s ^ B r o s e k t ^ ist (Projekt Wehren und Rode).

Wir müssen dieses Vrosekt bier etu.as ausführlich untersuchen. weil es von Fachmännern ausgearbeitet und aus weitläufige Rechnungen gestü^t war, und es den schon sich kundgebenden Befürchtungen der Seeanwohner einen Halt gab, welcher diesem Brosekte viele Anhänger verschasste und die Verwirklichung des Unternehmens um mehrere Jahre versehoben hat.

Die Herren W.hren u..d Rode richten das Ableitungswehr in Aar^ berg so ein, dass zu seder Zeit ein Theil der ...lare durch das alte Bett abmesst, während der andere Theil durch den Aarberg^Hageneck^Eanal in den See gelangt. Dieser zweite Theil soll alle Geschiebe mitnehmen.

Beim niedersten Wasserstande würde das alte Aarbett .,^ , beim hochsten die Halste der Wassermasse der Aare abführen. Also würde der Aarberg^.Hageneck^anal wenigstens 1750 Eubikfuss und hoehstens 19,750^ ^Verhältuiss lt,3) bekommen, während die Ableitung der

ganzen Aare das Verhältniss 39,500 : 2 l 00 ...^ l 9 ergäbe. Aber da die außerordentlichen Wasserstäude nur Ausnahmen sind, .velche das Resnltat der .Korrektion keineswegs gefährden konnen, so mnss man, zur genauern Vergleiehung, die hohen Sommerwasserstände als Rormalhochwasser ansehen, weil sie ^allein dauernde Hochwasserstände der Seen hervor^ bringen.

Dann wird das Verhältniss für das Vrosekt ^a Rieea

16,500 : 2l00 ...- 8, während es für das Theilungs-Vrojel^tl2,400: 17.50 .^ 6, l wird.

Durch das Tl^eilnngs-Vrojekt würden also die Schwankungen des Bielersee^s im Verhältniss von 6,1 : 8 redu^irt.

Bei außerordentlichen Wasserständen würde die Theilung keineswegs so wirtsam sein.

So lange die Aare ihren Rormal^ust....d behalt, bekommt der Bielersee den grossten Tl^il ihres Wassers (Riederwasser ^, Hochwasser ^..).

Also würde der Aarberg..Büren-Eanal im Sommer hoehstens ^^ des Aarwassers abführen . bei einer hohen Anschwellung fliesst aber die Hälfte des Wassers durch diesen Eanal, und d i e s e W a s s e r m a s s e w ü r d e zur g l e i c h e n Z e i t in^ Büren g e l a n g e n , w i e d a s H a g e n e c k w a s s e r in den ...^ee. Der Wasserstaud würde in Büren bedeutend steigen, also d^s Gesäll des Ridau^Büren-Eanals si^ vermindern, somit der Absluss aus dem See kleiner werden, ..während gerade der Znslnss bedeutend zunehmen würde.

l^in Beispiel wird diese Verhältnisse klarer machen :

Jm Mai bringt oft die Aare während einiger Zeit 16,0^0 Enbiksuss Wasser, und die andern

Znslu^e des See^ 5000 ^nb^fuss , fo

5.32 würden nach den Vorschlägen der Herren W...hr..n und Rode in den See fliessen : ..2,000 Eubiksuss durch den Hageneck^Eanal, .5000 ,, ,, die andern ^uflüsse, also zusammen 17,000 Eubiksnss . unterhalb Büreu steigt ^diese Wassermasse aus 2l ,000 Enbiksnss dnrch die 4000 Eubiksnss, welche in den Aarberg-^üren-Eanal fliessen. Würde die Aare aber in einigen .^tnnden, wie dieses ^.wohnlich geschieht, aus 36,000 Eubikf..ss anschwellen

(im September .852 mogen^36,000 bis 39,000 Eubikfuss in Aarberg dur^hgeflossen sein), so würden durch den Aarberg.. ..^uren^anal 18,000^

fliessen statt 4l)00 Eubikfuss. und der Abfluss unterhalb ...^üren würde ans 35,000^, also um 14,000 ^ubikfuss steigen, was den Wasserspiegel Daselbst un. l..^ erhohen würde. Da nun das Rormalg...fäli des Ridau^üren^Eanals 8^ beträgt, so ist leicht zu erkennen, dass Dieser .^anal viel weniger abfuhren wnrde, als den Tag zuvor, und also der See be-

deutend hoher stiege, als wenn bloss ans die 6000 Eubiksuss Mehrznflnss

gerechnet wird,

welche er durch den Hageueck-Eanal bekommt.

Aus diesem Grunde würden die hohen Anschwellungen beim Theilungsprojekt gewohn lieh holder ansteigen, als beim Brockt La Rieea.

Wir machen aber hieraus keinen Vorwnrs dem Theilnngs^Vrojekte; denn, wie wir es s.hon ofters wiederholt haben. r a s c h e An s c h w e l l a n g e n d e s Se^s v o n k u r z e r Dauer hab.en w e n i g o d e r k e i n e n Rach t h e i l .

Die g e w o h n liehe n H o e h w a s s e r s t ä n d e aber, welche ost M o n a t e lang a n d a u e r e , und so einen g r o s s e n Ein s lu ss a u f d i e E n t w ä s s e r u n g der M o s e r h ä t t e n , w ä r e n beim T h e i l u n g s ^ V r o s ekt hoher, als beim P r o j e k t e La R i e e a . ^o zum Beispiel wäre der ..^ee nach dem .^heilungs^r.^ekt

bei 16,000 Eubiksuss der Aare und 5l).)..) Enbiksuss der andern Zuflüsse, auf Eote 100, l 3, also 1^ 4.^ hoher,

als

nach .^ro^ekt ^. Ri^a. --..

Hier liegt ein wirklicher Uebelstaud des Tl^ilungs^^rosektes.

A b e r selbst die T h eilung der Flüsse ist ein F e h l e r .

Schon im A..san^. .^es l7. Jahrhunderts ist die W.isferbauknnst dnrch vielseitige Erorterungen über das W...sen des Wassers und über Rat..r und Wirknn^ der ^lüsse zu einer Wissenschaft gehoben worden.

Damals hatte die Meinnng Anhänger gesunden, dass es ^oeckmässig sei, ^as Wasser ..^r Flüsse , weiche so hoch anschwellen , dass sie über ihre User treten und das umliegende Land überschwemmen, zu theilen, nänilieh dasselbe statt in ei..em einzigen ^lnssbette, in ^oeieu oder in mehreren abzuführen und so durch diese Teilung seiner Wassermasse aueh seine Krast zu zersplittern, um dasselbe desto eh.r beherrschen ^u konneu.

Diese Jd^..e scheint so natürlich und einsach, dass sie allgemein an.^ erkannt und namentlich in Italien und Rolland osters in Anwendung gebraut wnrde, unter der F^rni von partiellen Ableitungen von einen.

^l^fse in den andern od...r in das M...er.

53..^ Meistens war die unmittelbare Wirkung günstig , bald aber zeigte^ sich immer unerwartete Ra^htheile , welche einen sehr lebhasten Streit,.

namentlich unter den italienischen Wasserbaukünstlern , herbeiführten^ dieser Streit wurde gänzlich gegen ^ie Theilung und zu Gunsten de.^ Vereinigung des Wassers in einen. einigen Rinnsale entschieden.

^ie Ratur vereinigt die Bäche in Flüsse , die Flüsse in Strome^ damit das vom Wasser oeeupirte Land so wenig als moglieh ausgedehnt sei, denn bei gleichem Befall fuhrt ein Fluss viel mehr Wasser ab, al^ zwei Flüsse, welche zusammen einen gleichen Querschnitt traben, weil d^ Geschwindigkeit des Wassers desto kleiner ist, als dieses mit den ^luss^ ^wänden mehr Berührungspunkte hat.

Desshalb ist es meistens viet.

teurer, ein neues Hochwasserbett auszuführen , als das Bestehende ge^ horig ^u erweitern.

Aber der grosste Uebelstand der Theilu..gen ist folgender :

^ie Geschwindigkeit des Wassers wird sowohl im Haupt - als in.^

Ableitungseanal vermindert, und dasselbe verliert so die Kraft, das Ge...

schiebe , welches sast alle Flüsse bei ihren Anschwellungen führen , weitem zu sühren, und es entstehen alsdaun Gesch^ebsa^lagerungen , welche da.^ ^lussbett verkleinern und den Absluss hemmen.

So ^..m Beispiel entsteht jedesmals bei einem ^ammbruche eiue^ Gesehiebsablagerung unterhalb der Bresche , weil die verminderte G^ schwindigkeit und Masse des Wassers nicht mehr .genügen , um die ..^.^ s^be weite^. ^u führen.

Run wir... im Th..il^ng.^rojekte der H.rren Wahren und Rode das Wehr, welches das alte .vom neuen Aarbett trennt, und welches bloss^ über der projektirten ^ohle dieses letztern vorstehen soll, dieselbe Wirkung haben, wie ein grosser ^ammbrueh.

^ie Ableitung einer sehr bedeutenden Wassermasse bei Anschwellungen, wo eben der Gesehiebsandraug am grossten ist, wird eine Ablagerung desselben querst unterhalb des Wahres , dann vor demselben bewirken.

Je mehr der Abfluss durch den Hageneck^anal abnähme , desto meh.^ würde auch die Ablagerung zunehmen, bis endlich Sand und Schlamm sieh niederschlagen würden. ^n gleicher ^eit würden dan.^ die nun i.^ den Aarberg^.Büren-Eaual übergehenden Geschiebe ebensalls liegen bleiben^ weil die Wassermasse in demselben auch ungenügend wäre.

.^Jn Me.^enried, bei der Zihl, wären die l.l^.belstäude wohl grossteutheils beseitigt, aber man hätte das Uebel nach Aarberg, ans den hochste^ Bunkt der Ebene verlegt, wo ein Ausbrueh die graten Verheerungen bewirken würde. ^) ^) Alle .^^dxote^en stimmen da^in überein , daf^ Wasser^eilungen so viel al.^ mo^lich vermieden werden sollen. .^ .^ie.^on ein Beispiel.

Bei der von der badischen .Regierung aufgeführten .^.s. und Dreisam^ Korrektion wurden die alten Be^e zu lan^irthscha^llchen und industriell^

^534 Wir wollen nach diesen Erläuterungen nur noch kurz erwähnen, .dass das Theilungswehr der Herren Wehren und Rode sehr schwierig .vare auszuführen.

Während das Ableitnngswnhr des Herrn La Rieea hauptsächlich ^us einer Steinschüttnng bestehen wird, welche vom linken gegen das rechte User geführt wird, so wie der Hageneek^Eanal mehr Wasser ausnimmt, müssten die Herren Wehren nnd Rode durch die ganze Breite der dort ziemlich reissenden Aare Bsahlwände einrammen, zwischen dengelben ausbaggern und mit ..^eton anssüllen . endlich die ganze Arbeit ^ermittelst partieller Fangdämme sneeessiv trocken legen und die Bflasternng .vornehmen.

Dabei haben wir zu bemerken , dass wir das von Herrn La ..^ieea projektirte Uebersallwehr jedensalls anslassen würden, weil es gefährlich ist, da es leicht unterspült werden kann, und unnü^, weil die l0 pro^ettirten Sehleussen alle mögliche Sicherheit und zugleich genügende Mittel ^nr Eolmirung der alten Aare zwischen Aarberg und Me^euried darbieten. ^) Jn Ridau behalten die Verfasser des Theilu..gsvrojektes das alte.

^ihlbett bis Bort, bessern^ es durch Ausbaggernden aus nnd graben ^inen Hochwasser-Eanal von Ridan nach Bort, welcher mit Schleussen versehen wird. Dadurch hoffen sie, den niedern .^eestand zu stanen und die ..^chissfahrtsanlagen in ^idau behalten zu können , zugleich l^ofsen sie ...ine Ersparniss.

Hente hat der Hafen in Ridan seine meiste Wichtigkeit verloren, und die Schleussen kann man bei jedem Brojekt anbringen. Wir haben .unsere Meinung über die ..^..hleussen s.hon geändert, und u^ir glauben, Zwecken beibehalten^ ste wurden aber mi^ Schleusen ^ersehen ^ welche ^ede^maI bei Anschwellungen geschlossen werden , um Geschlebsablagerungen zu .^er^ melden.

^Becker, Wasserbau S. 1.^4.^ (.Annales des I^ou^ e.^ Cl^u^see.^. 18^.)

^a ^^ste^ne ^^dra^li.^ue de I.^ IIollande.)

^) .^err L... ..^ieea ha^ 10 Schleusen, sede 9^ 5^ ...rei^ pr^e^ir^ also zusam^ men mlt .^o^ Llch^ffnung. Belm ^ochwasser .^om Sep.^. 1852 hatten diese Schleusen ungefahr 18,000 .^^ durchgetafsen, also beinahe eben so viel, wie da^ ^on .^.^. Wehren und ^ode ^ro^ek^rte ^rundwel^r. Wir glauben niebt, daß diese Schleusen bel.n ^ochwasser .^ollstandig geoffnet werden ^oll^ ten , nur finden wir , daß ste in ^ede.n ^^lle genügen wurden , um ^edes .^ochwasser unschädlich zu machen. ^ange Jahre hindurch wird man diese Schleußen benu^en müssen., um das a.te Aarbett zu eolmiren . und wahrend dieser ^eit wird man ..lle Beobachtungen machen Tonnen, welche dazu dienen werden, den zukünftigen Wasserstand reguliren zu k^nnen^ Die 200,000 ^r.

.^rs^arniß, welche man gewinnen würde , wenn man das Uebersallwehr auf^ .gäbe, konnte man benu^en^ u^n eine außerft solide Steinkonstruetion da an^ .zuwenden, wo ^err La ^ieea ^o^z bei seinen Schleußen prosektirt hat.

535 dass der Bau derselben einstweilen aufgegeben werden solle, weil wir überzeugt sind, dass die befürchteten niedern Wasserstände keinen Schaden hervorbringen werden, was die Erfahrung beweisen würde.

Was die Ersparniss anbelangt, so haben wir nach unsern, aus genane Vrofile gestützten Berechnungen gefunden, dass die Verminderung in der Ausgrabung durch die Kosten eines neuen Einmündungsdammes mehr als gedeckt würden, welcher zur Verhinderung ^des Versandens dieser Seeausmündnng nothwendig wäre. Da also die Vortheile dieser künstlichen Vorrichtungen illusorisch sind, so muss man sie aufgeben, und im Gegentheil die verlassenen Flussbette so viel als möglich ausfüllen, weil sie ein Hindern^ der Kommunikationen wären und vielleicht auf die Gesundheit schädlich einwirken konnten.

Wir machen also dem Tl.^eilungs-Brojekte folgende Vorwürfe : Die Theilungswerke in Aarberg würden ihrem Zwecke nicht sicher aus die Daner entsprechen, weil die J^ee, einen Fluss so zu theilen, dass der eine Arm alles Geschiebe, der andere bloss Wasser zu führen habe, unausführbar ist.

Es müssten zwei bedeutende Flüsse von Aarberg bis Hageneck und von Aarberg bis Büren gebaut und unterhalten werden, was bei ihrem starken Gefall viel kosten würde.

Endlich kann sein einiger Vortheil, das .....iederwasser de.^ Bielersee's hoher zu halten, als das Brojekt La Rieea, ebensowohl bei diesem le^tern durch Schleussen oder dureh einsaehere Anlagen bewirkt werden.

A b l e i t u n g der Saane.

Jn der legten Zeit sind zwei ganz neue Projekte wieder ausgetaucht.

Dasjenige der Herren Suchard und Ehallandes haben wir in unserm Ex^perten-Bericht ausführlich geprüft und bewiesen , dass es jedenfalls wegen den ungeheuren Kosten scheitern müsste, selbst wenn es ganz ausserordentliche Vortheile gehabt hätte.

Ju der .,Berner Volkszeitung für Stadt und Land vom 20. Dezember 18^2^ finden wir eine letzte Lösung der Juragewässer-Eo^.rektion, nach welcher von W.^leroltigen bi.... Aarberg die .^.aane von der Aare getrennt wird durch ein mitten dureh das enge Thal gezogenes Längenwehr. Die Saane wird dann in den Bielersee geleitet, die Aare solgt ihrem alten Lause nach.

So hofft man Er.^ sparuiss und mindere .^eeschwankungen zu erzielen. Die Ersparniss scheint uns sehr problematisch ; denn es ist keine Kleinigkeit, aus 25,000.^ Länge ein Werk in der jetzigen Flussrinne herzustellen, welches bald rechts, bald links dem Angriff des Wassers zu .widerstehen hätte, während gewöhnliche Streiehwnhre, welche den Zweck haben, dem Wasser einen geregelten Lauf zu geben und das vom Flussbett abgeschnittene Land anzusehlemmen, nur von einer Seite angegrifsen werden.

Es müssten sich ^wei Flussbette. ausbilden, eines für die Aare, welch...

12,000^ al.zusühren hätte, das andere für die Saane, welche mindesten^

Bundesblatt. Jahrg. Xv. Bd. I.....

41

536 zu ^5,000^ anschwillt. Das ..^esall von W.^leroltigen bis Aarberg ist .^iel adosser, a^ weiter abwärts , und diese Korrektion würde , sür ^die gleiche Länge, w.mi^sten.... ^da.s Doppelte von der projektirten Aarkorre.^n kosten, also 160 ^r. per Lanffuss und im ganzen 4 Millionen ^), mehr als der ^a.tze Aarberg-Hageneck^Eanal nach Vrojekt ^.La Rieea.

Dann bleibt ^der Hageneck^Eanal für die Saane allein, ziemlich genau auf 3 Millionen veranschlagt.

Die Aare mit ihren 12,000 Eubiksuss Wasser müsste etwas ausge-

bessert und jedenfalls durch das Hagn^ direkt nach Buren geführt werden ....- 2 .Miltio.ten.

Die ^ihlkorrektion von Ridau nach Staad, vom Verfasser auf 4 Millionen veranschlagt, würde wohl nicht mehr als ^ 3^ Millionen kosten. Was die andern Arbeiten anbelangt, so wären sie ziemlich die gleichen für das Brojekt La Rieea und für dieses, obschon

bei le^term der Abflnss von Staad bis Attisholz hie und da bedeutend

gx^sser würde, als für ersteres.

Wir kommen weiter unten auf diese Kostenberechnung zurück.

Jn Vezug auf die Seesehwanknngen ist es leicht zu fehen, dass st...

^rosser würden , als beim Broiekt La Rieea. Diese Schwankungen werden nämlich nicht durch den absoluten, sondern durch den relativen Durchflu^ durch den See bedingt. .^un find aber die Wassermassen für die verschiedenen Flüsse folgende: Minimum.

Maximum.

.....erhältnlß.

Aare in Bern: 1400 Eubiksuss. 12,000 Eubiksuss. 8,57 ,. ,, Aarberg: 2100 ,, 37,000 ,, 18 ,, ,, S aan e allein 700 ,, 25,000 ,, 36 Also würde die Saane allein im Bielersee grossere Schwankungen Erzeugen als die ganze Aare, was sich leicht dnrch die von den Brienzer...

und ...^huner-Seen auf die eigentliche Aare bewirkte Regulirung erklär xen lässt.

V e r g l e ^ i c h u n ^ d.er K o s t e n f ü r d i e v e r s c h i e d e n e n V r o j e k t e.

Es bleibt uns endlich übrig, die Kosten der verschiedenen Brojekte zusammen. zn stellen. Dabei haben wir nicht ganz den Verfassern derselben gefolgt, sondern wir haben für alle Brojekte die gleiche Senkung des ..^ielersee^s vorausgesetzt, weil nur so eine eigentliche Vergleichnng stattfinden kann. Wir haben also angenommen, der Vielersee dürfe sieh nie hoher als 1 ^uss über dem niedersten Stand von 1858 erheben. als bei aussergewohnlichen Wassergrossen und auf kurze Dauer.

^Da auch die Senkung der obern Seen nur durch gleiche Ausgrabung ^er obern ^ihl und untern Vro^e bewirkt werden kann , ausser bei dem ..Projekte Suchard und Ehallaudes, so haben wir bei allen andern Bro^ekten dieselben Kosten für diesen Theil der Korrektion angenommen.

^) .^er Verfasser schätzt e.^ auf elne Million.

537

Endlich haben wir die arbeiten von Lüssligen bis Attisholz überall weggelassen, wo Ableitung der ganzen oder getheilten Aare in den Bielersee ^angenommen wird, weil durch diese Ableitung für Solothurn eine eben so grosse Senkung bewerkstelligt wird, als durch diese Arbeiten, wenn keine Ableitung stattfindet.

Die Einheitspreise sind überall die gleichen. natürlich haben wir

aueh bei allen Projekten die gleichen Userverwahrungen angefetzt, weil wir zum Beispiel einzig ans dem ...^dau^Büren^Eanal in unserm Kostenvoranschlag eine Ersparniss von 580,000 Fr. gemacht hätten, wenn wir bloss leichte Fasehinenverkleidung , wle die Experten von 1854 angenommen

^hätten. (Siehe Beilagen Rr. 1 und 3).

E x p e r t e n - .Projekt von 1854.

.Lüssligen^Attisholz . ^ .

.

.

.

. F r . 2,000,000 (der Voranschlag zn 1,660,000 Fr. ist für viele Arbeiten zu nieder).

Aarberg^Büren (Voranschlag der Berner Jngenieure

von 1861. 8000^ beim hochsten Ridau..Staad . . . . .

Obere Zihl . . . . .

Untere Bro^e . .

.

.

Seestand) .

. . , . . , .

.

,, , , ,.

.^r.

3,500,000 3,537,0l)0 1,460,000 740,000 11,237,000

P r o j e k t La Rieea, mit Aendernngen von 1857 und 1862.

. Aarberg^Hageneck^Eanal .

.

.

.

. F r . 3,700,000

Ridau^Büren-Eanal . . . . . , , 4,900,00..)

Obere Zihl . . . . . . . , , 1,460,000 Untere Bro...e . . . . . . . ,, 740,000 Fr. 10,800,000 Theilungs-Brojekt.

Die ^heilungsbauten nach Voranschlag der Herren Wehren ^und Rode.

Aarberg^Hageneck-Eanal . . . .

Aar-Eorrektion von Aarberg bis Büren .

Ridau^Büren-Eanal (ohne ^chlenssen) .

Obere Zihl . . . . . . .

Untere Bro.^e . . . . . . .

. Fr. 4,127,000 . ,, 2,000,000 . ,, 3,330,000 , , 1,460^0l)0 , , 740,000 Fr. 1^657,000 A b l e i t u n g der Salane bei W y l e r o l t i g e n .

W^leroltigen^Aarberg . ^ .

.

.

. F r . 4,000,000 Hageneck-Eanal .

.

.

.

.

. ,, 3,000,000 Aarberg^Büren^anal

Ridau^taad .

Obere Zihl .

Untere Bro^e .

.

.

.

.

.

. . . . . .

. . . . . .

. . . . .

,

,

2,000,000

, , 3,500,000 , , 1,460,000 . , , 740,000 ^Fr. 14,700,000

538

B r oje k t Suchard und E hall an de s.

Gümme^en^urteusee-Eanal

.

.

Untere Brove .

. . . . .

Obere Zihl . . . . . .

Ridan^üren-Eanal . . . .

Aarberg^üren-Eanal . . .

.

. F r . 12,000,000

. , . , . , . .

, 1,658,000 , 2,663,000 , 4,040,000 , , 2,000,000 Fr. 22,361,000

Würde man den Eanal Ridau-Büren durch den von den Herreu Suchard und Ehallaudes vorgeschla^ genen Ridau^Altre.^Eanal ersehen, so würde er

12,0l2,000 Fr. statt 4,040,000 kosten. also 7,072,000 Fr. mehr, und die Gesammtkosten belesen sich ans . . . . . , , 30,333,000

Die von uns eventuell sür das Brojekt La Rieea in und unterhalb Solothuru vorgeschlagenen Arbeiten würden ungefähr 200,000 ^r. kosten.

Jhre Wirkung wäre sür das Brojekt La Rieea grosser, als für die drei andern Brodelte mit theilweiser Leitung der Aare in den See, weil diefe mit der nicht regulirten ^iare zu rechnen halten, .wir werden hier jedoch keinen Unterschied machen. Würden diese Bauten ausgeführt, und wür..

den anch ^ehleussen in Ridau gebaut znr Vermeidung allzu niederer Wasserstände, so hätte man :

Brojekt l 854 . . . . .

,, LaRieea 1862 . . . . .

Theilungs-Brojekt . . . . .

Ableitung der ...lare in W.^leroltigen Projekt Suchard und Ehallaudes

. F r . 1l ,237,000 , , 1l ,200,000 . .,, .l 2,057,000 . ,, l 5,1 00,000 . ,, 22,76l ,000 oder ,, 30,733,000

Wnrden endlich die ^vei Dnrchstiehe bei ^lltreu und .^üssligen, welche wir ebensalls in unserer Expertise ausgenommen haben, ausgeführt, so wäre .^er ^Voranschlag sür jedes Brojekt um 840,0^)0 ^r. zu erl.^ohen.

Wir haben nirgends eine Summe augese^t sür Unvorhergesehenes , .Administration u. s. w., weil das Verhältniss sür alle ..Projekte dasselbe wäre.

S ch l ...sss o l g e r u n g e n.

^.as Projekt Suchard und Ehallandes ist zu theuer und würde bedeutende Schwankungen des Murtensee's bewirken.

Das Vrojekt, die Saane in den Bielersee zu leiten, ist ebenfalls zu theuer . das .......r.mnungs.vehr wäre ^u tl..ener und sein Unterhalt schwierig. Endlich würde es die, dem Projekte La ^ieea vorgeworfenen ^eeschwanknngen noch grosser machen, ohne irgend eine Kompensation.

Die drei andern Projekte kosten vorläufig ungefähr gleichviel.

U..brigeus erachten wir den Kostenpunkt eher als untergeordnet, und w^

539 würden es vorziehen, einige Millionen mebr ausgeben ^u sehen, als solche Vorkehrungen anznrathen, deren Erfolg nicht gesichert wäre.

Dasjenige der Experten von 1854 hat in der Strecke Büren-Dozigen eine gefährliche Stelle, welche seine Wirksamkeit leicht storen konnte.

Endlich droht es den unterhalb Attisholz gelegenen Gegenden mit grosseren Gesahren , als die jetzigen sind , so dass man leieht zn viel bedeutenderen Arbeiten gezwungen werden konnte, als man jetzt voraus-

sieht.

Das Gelingen des Theilungs-Vrojektes ist jedenfalls mehr als zweifelhaft. weil die Theilung selbst ein Fehler ist. Die Unterhaltungs^ kosten wären grosser als beim Projekt La Rieea, weil die beiden Eanäle Aarberg^Hageneck und Aarberg^.Büren ein bedeutendes Gefall haben.

Es bleibt also nichts übrig, als das Brojekt LaRieea, welches, trotz aller Angriffe^ seiner Einfachheit und .der gelungenen .Anlagen wegen, immer obenan steht.

Zum Schluss bleibt uns noch unsere Ansieht mittheilen über die beste Art und Weise, diese wichtige Unternehmung anzuführen.

Sobald der Bielersee gesenkt sein wird, so kann man zum Eutwässern und Eultiviren der Moser an der untern und obern Zihi übergehen ; denn diese bedarf so zu sagen keiner Korrektion zwischen der Zihibrücke und dem Bielersee.

Das grosse Moos zwischen Gampelen, Jns und dem Reuenburgersee kann ebenfalls entwässert werden . weil sein Abzugskanal unterhalb der

Zihlbrücke in die obere Zihl mündet.

Endlieh konnte man den Entwässernngskanal des ganzen bernischen Theiles des grosse.. Mooses ebenfalls in die obere Zihl statt in die Bro..e leiten^ und so dasselbe der Eultur übergeben.

Wir haben aber oben gesehen, dass es genügt, die untere Zihl zu reetisieiren und zu vertiefen, um den Bielersee zu senken; es sollte also verfahren werden wie folgt: L Der Ridau.^Büren-Eanal w i r d der f e s t g e s e t z t e n

R i eh t u n g n a ..h

u n d b i s a u f f e i n e .).. o r m a l t i e f e

a u s g e g r a b e n , aber v o r l ä u f i g bloss m i t 140 ^ S o h l e n breite. U e b e r a l l , w o m a n d i e d e f i n i t i v e n V o s e h u n g e n nicht erreicht, w e r d e n d i e s e l b e n nicht a u s g e b e s s e r t . Zugleich w i r d der Me.^enried-Büren-Durchstieh in .Arbeit genommen.

Die B r ü c k e n in Ridau, in Brügg und d i e j e n i g e der Eisenbahn müssen natürlich sogleich ihre d e f i n i t i v e Länge erhalten.

Aber das Resultat wird nur dann gesichert sein, wenn die Aare in den Bielersee fliesst.

G l e i c h z e i t i g muss a l s o d e r H a g e n e c k - E a n a l i n A n g r i s f g e n o m m e n w e r d e n , i n d e m m a n in

540 der

gleichen Bauperiode

s ch n i t t a u s f ü h r t.

den Hageneck-Ein-

Drei Jahre und 4,200,000 Franken genügen, um diesen Theil

des Gesammtwerkes auszuführen, und nahezu die Hälfte des interessirten Landes entsumpfen zu k....^ .........

Auf diese Weise werden die ausgegebenen Summen bald produetiv, und die Zinse werden weniger drückend, ohne dass es nothig wäre, die Arbeiten mit der Schnelligkeit zn führen, an welche uns die Eisenbahnbauten gewohnt haben. Es lassen sich also massigere Arbeitspreise, als bei den Eisenbahnen in Aussieht stellen.

H. Jn die ^zweite Banperiode fallen: t) Die Ausführung des Hageneck-Eanals zwischen Aarberg und dem Einschnitt.

2) Die Erweiterung des Ridau-Vüren^Eanals ans sein Rormalprofil, damit er die vereinigten Gewässer der Aare nnd de.: Seen absühren konne.

3) Die Korrektion der obern^ Zihi, und endlich der Vro^e.

Jn vier Jahren könnten diese Arbeiten so weit ausgeführt sein, dass nur noch die legten Ausgleichungen, Abbosehen nnd Versiehern der Ufer u. s. w. anzuführen wären, welche das ganze Unternehmen zum vollständigen Abschlnss bringen würden. Die in diesen vier Jahren ansgegebene Summe würde eirea 5,^00,000 Franken betragen.

^ern, den 8. Juni 1863.

^. .^ri^el.

Ouantltäten.

^ostenvor^nschl..^

^inheits^ Preise.

^

Voranschlag.

im Einzeln.

im ganzen.

Projekt Suchard und ^ba^landes.

... Al.leitlllI^ ^r ^ggne in den ^nrtellsee.

  1. A b l ^ i t u n g s w u . h r b e i G u m m e n e n .

Seine Länge beträgt dur^.h das Flussbett . . . . t300^ und muss hier eine Hohe von eirea 16^ erhalten. Fortset^ung desselben über den anliegenden Boden^ bis zum Anschluss ...n den Bergabhang . . . . . 1000^ Die H.öhe demselben wird in legerer Abtheilung ..^ betragen.

^

^ .

.

.

.

.

.

^ .

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

^

..^mmtlange : 2300.^ Bei der Rappenflnh ist das Ableitungswuhr von 23^ Hohe, hat

1200^ Länge und w^rde mit Ueberlass und Sehteussen zu Fr. 375,000 veranschlagt, also für t^Länge zu Fr. 312..

Wegen minderer Hohe, Auslassen des Uebersallwuhres und Vermin-

derung der Sehleussen (statt 312 .^ 2300 .-.. 717,^00 Fx.) .L F.

2) A u s g r a b u n g e n in den M u r t e n s e e .

2300

87

200,100

200,000

... Oberste Abtheilung, statt eines Tunnels Einschnitt

200^000

^

von 100^ Sohlenbreite, haibsüssige Buchung bis 14^, und ^ Böschung darüber, in Molasse.

Zu ...bert.^en

Voranschlag.

.

^ i n h e i t .

.

.

.

.

Onantltäten.

Preise.

im .Einzeln.

im Ganzen.

.

^

200,0^0

Uebertrag

Auf 7883^ Länge . . . . . . . . . S R

1,824,029

5

9,120,135

385,946

3

1,157,838

l 59,470

2

3 l 8,940

b. Z w e i t e A b t h e i l u n g , von 8600^ Länge.

176^ Sohlenbreite. .

1füssige ^oschung. Theilweise in Molasse . . S R.

Diese .^lushubmasse ist aber bedeutend unter der Wirklichkeit, weil die ^luerprofile horizontal mit dem Thalwege angenommen wurden.

c. Dritte Abtheiinng. Länge 14,68.^ bis in den Murten-

see 200^ Sohlenbreite .

SR 150,000 S. R. zur Verlängerung in den Murtensee über-

10,596,913

tragen wir der Abschwemmung.

3) U f e r - und K u n s t b a u t e n .

  1. Jn der zweiten Abtheilung sehr grosse Steine, oder Mortelmauern: Hohe 15^ Dicke 3^, 45^.

2 User zusammen 17,334^ ^ 45 - . . . . E F.

Jn der dritten Eanalstrecke von 14,682^ Länge . L E.

Zu übertragen

780,030 0,50 14,682 15,60 .

.

.

390,0 l 5 230,000 . .

.

10,596,913

.^inheit.^ Quantitäten.

Preise.

Fr.

Uebertrag b. E a n a l m ü n d u n g s d ä m m e

^

.

.

.

d. E r s t e l l u n g v o n f ü n f B r ü c k e n 4) L a n d - und a n d e r e E n t s c h ä d i g u n g e n .

Wald

Feld

.

und

.

.

Wiese

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Juch.

,,

Mooswiesen und Moos . . . . . . . . .

,, Wasserwerke u n d Gebäuliehkeiten . . . . . . . .

Totalkosten für die Ableitung der Saane in den Murtensee

im .Einzeln.

.

.

in den M u x t e n s e e ,

c. Erstellung v o n d r e i S t u r z b e t t e n (Barrages)

Voranschlag.

^ .

.

.

.

.

.

.

^ ^ .

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

^

3 5

33,333 29,000

50 70 120

500 1000 300

.

(Fr. 12,000,000)

..

70,000 100,000 l 45,000 15,000 70,000 36,000 36,000

im Ganzen.

10,596,913

935,015

207,000 11,938,928

...^

.

^

Broh^.^anal.

Der Bro^e-Eanal von La .....ieea ist berechnet, um beim gxossten Wasserstande 2100 Eubikfuss abführen zu konnen. - Rach Ableitung der Saane in den Murtensee muss er jedenfalls so eingerichtet sein, da ss er di^ l a n g e andauernden H o c h w a s s e r der S a a n e auch abführen könne, welche sonst den Murtensee auf eine für die Land^ wirthschast schädliche Art und Dauer hoch halten würden.

Run führt die Aare oft mehrere Wochen lang 17,000 Enbiksnss in Aarberg ab

. . . . . 1.^000 ...^

Das Wassergebiet der Saane verhält sieh zu demjenigen der ganzen .^lare . 1^9 . 31^^ ^^ Also muss auf einen lange andauernden Zufluß der Saane von 17,0^)0 ^ ..^ ..^ ..^.^

gerechnet werden.

.

.

6,400 E^

.

.

^

.

Der Bro^Eanal muss so eingerichtet sein, dass er, ohne den Murtensee hoher zu seh.^elleu

Eultivlrung bestimmte Max^imalhohe, 2100 -^- 6400 - 8500 E^ Wasser führ^

Das alte B.^l betrug (Erdaushnb)

^^

^.....^......^^

....^^

, .

.

^

^

. .^ . . 135^^^

. . . . 3 1 ..2 ^

Das n^u^ Vro^iI wird betraaen .^^^

^ d.^ sü- d^

.

,

Ber Lauffnss wird mehr ausgehoben werden

^

^

^^

^

. . . . . . . . . . . . . . . .

Lange 25,000^; macht 25,000 ^ 1836 .^ 459,000 S R.

183^^

Obere Zihl-Eanal.

Aus dem gleichen Grm.de muss der obere Zihl^Eanal sin. einen Abfluss angelegt werden, von :

6700 -^- 6400 - 13,100 E^ per 1^.

Das alte .^lushubprofil betrug

^^...^

^^...^

. 2880^

.

.

^ .

.

.

.

.

.

.

^ .

.

.

^ ^ .

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

^

Das neue Aushubprosil. wird ....en.agen . . . . .

^.^

^^

. 5108^

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

. ... ^ .

.

.

.

.

.

.

.

.

^ ^ ^ - .......^ --......--

Also Mehraushub siir den Eanal Suchard

. . . . . .

Länge 27,000^; macht 27,000 ^ 2228^ -^ 601,560 S R.

2228^

^idau-Büren-^anal.

Ra.., Projekt Suehard soll der Bielersee beim niedrigsten . Wasserstande 9^ unter dem je^en niedrigsten stehen.

Alsdann würde durch die untere Zihl fliessen : Jetzige Zuslüsse 2300^ .^ Saane . . 1200^ 3500^ ^

.

: ^ ...^ .

.

^

.^ .^.

.

^

Zu diesem Abflnss gehort mit ..),2t) ^ ..^säll .^ E-u^ ^. .^ Sohlenbreite und ^ Wassertiefe.

^

^.

.^

^ .

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

^

^

^,

Die Ouote des Wasser-

..^^^..^

spiegels beträgt . . 97,24 - 9 - 88^24

^ .

.

. .. ^ ^^ .. ^ .

.

.

. ..^ .. . .. ... .. ^

^^

Wassert^se

beträgt

.

.

.

.

.

Sohlen^uote . . . . . . .

^

81,24

Veim höchsten, lange andauernden Wasserstand fliessen durch diefeu Eanal 6400 -^ 8000 .... 14,400 E^, was bei obigem Vrofil eine Wassertiefe von l 7^ gibt. - Es werden sich also lange andauernde Wasserstände bei Onote 98,24 einstellen, was dem Broiekt La Rieea gleichkommt.

Dabei hat man folgende Aushubprofile :

.

^

Projekt La Rieea

^ .

.

.

^

^......^

..

^.^.^.

.

.

.

.

61 l 8^

.^^^...^--.... .

.

.

.

.

.

. . . - ^ ^ ^ ^ - ^ --.-..------

Projekt Suehard

^^.^ ^

^

^^ ^.^..^.^

. .

.

. 5198^ ^

Minderaushub --- per Lanffuss . . . . . . . . . 1020^ Auf 32,200^ Länge 32,200 ^ 1020^^ .^ 328,440 S R.

.^inhe.it.^ Quantitäten

.Voranschlag.

Preise.

^ ^^u^n.

Fr. ^

im Einzeln.

459,000

^2 ^

740,000 918,000 1,6.^8,000 1,658,000

60 l ,560

2

l ,460,0^)0 1,203,120 2,663,120 2,663,000

328,440

^2 ^

II. ^r^e^a^l.

Zu dem für Projekt La Rieea angenommenen Preise von muss hinzu gerechnet werden. -.- Mehranschub . . S R.

Totalkosten des Bro....e-Eanals

.^I. ^ere ^ihl^al.

^u dem für Projekt La Rieea angenommenen Preise von .

muss noch hinzu gerechnet werden --- Mel,raushub : S. R.

Totalkosten des obern Zihl^Eanais :

l^^ Ni^u-^uren^a..al.

Raeh Projekt La Rieea

.

. . . . . . .

^ für Mmderaushub

^

4,900,000

.. verminderte Entschädi^^^ ^äus^in Ae-erten) und Brückeubauten

.

,,

203,120 Abzuziehen

Totalkosten des Ridau^üren^Eanals

860,000 ^

^

4,040,000 .

^

^.. . ..

^ W^rd abgezogen^

. . . Fr. 656,880

ln.^ --

.^inheit.^ Quantitäten.

Preise.

Voranschlag.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

^

im Einzeln.

^

... Der A u s h u b betrat: Rid.^u bis 11,357 ^ 34,000 ^ S R.

L e u g g e n e n b^is

^lttreu

6100^^

24,000 .... S R.

S R.

Zu übertragen .

3,86 l ,400

1,464,000 5,325,400

2

10,650,800 10,650,800

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

im Ganzen.

.^inheil^ Quantitäten. Preise.

Voxanschl^.

im Einzeln. im .Ganzen.

^

^

Uebextrag

.

^

.

^

.

10,650,800

h. U e b e x b x ü c k u n g e n .

1 Brücke - Berner Staatsbahn,

2 Brücken -- Eentral-Bahn,

1 Brücke --- Biel-Ridau-Strasse, 1 ^ --- Ueberleitung der Schüss,

1

,,

1 1 1

,, ,, ,,

--- Safneren, .-- Leuggen en-Bi.. ren , - l^renchen-Staad.

9 Brücken, alle über 300.^ lang . . . . .

o.

Ufexversich erungen.

9

Aus ein Minimum angere.^net

481 Totalkosten des .^^au^Vieterlen^ltreu^anals

.

.

.

^

.

70,000

630,000 250,000 1,000 481,000 12,011,800 12,012,000

.

.

^

.

.

.

.

^

Zusammenstellung.

l. Ableitung der Saane in den Murtensee H . Brohe-Eanal .

.

.

.

.

Ill. Obere Zihl-Eanal I^.

V.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Ridau-Büre^Eanal .

.

.

.

.

.

.

Aarberg-Büren-Eorrektion, statt F r . 3,500,000 .

.

.

^

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

^

.

Unvorhergesehenes, Administration 20 p. .^. .

Wird die von Herrn Snehard und Ehallandes vorgeschlagene Richtung für den Aussluss des Bielersees gerechnet, so hat man .

.

.

.

Davon abzuziehen : D e r .....idan^Büren^Eanal .

.

.

.

.

Zu addiren : D e r Ridau-Bieterlen^Altren-^anal Für Unvorhergesehenes, Administration 20 pr ^,

.

.

Bleiben .

.

.

Znsammen Die Arbeiten unterhalb Büren, welche hier wegen Beibehalten der Aare von Aarberg bis Büren eher nothig wären. als sür Brojekt La Rieea, betrügen: ^ür erstes Brojekt eirea .

.

.

.

.

.

.

.

.

,, zweites Brojekt eirea .

.

.

.

.

.

.

.

B e r n , den 8. Juni 1863.

Fr.

,, ,, ,, ,, Fr.

,, ,,

12,000,000 1,6.^8,000 2,663,000 4,040,000 2,000,000 22,361,000 4,472,000 26,833,200 Fr. 27,000,000

Fr. 22,36^,000 ,, 4,040,000 Fr. 18,321,000 ,, 12,0l2,000 Fr. 30,333,000 ,, 6,066,600 Fr. 36,390,600 ,, 36,400,000 ^.

1,000,000 ,, 28,000,000 800,000 ,, 37,200,000 Die Experten ^. La .^ieea.

^. Bridel.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

^ n h e i t .

.

.

.

.^

Voranschlag

Onantltäten. Preise.

.

^

.^ ^ ^

rm .^inzeIn.

.

^

.

^

^^eilung^-.^ro^ekt.

^ .

^ .

.

.

.

^

^

^

^ ^

^.

^

Voranschlag.

Alle Einheitspreise und Grundlagen sind dieselben, wie im Brojekt La Rieea.

.^. .^larber^.^a^e^^aual. .

  1. Erdaxb^iten.. Totalaushub, ohne Felsein schnitt

S R. 938,250

Davon abzuziehen: Leitkanal

.

.

50,610

Lettaushub . . . . . . . 240,000 Torf . . . . . . . . 250,000

^ ^

50,610 240,000

101,220 720,000

540,610 Bleibt abzuschwemmen :

S R.

Zu übertragen

3..)7,640

0,20

79,528 900,7.^4 900,784

lm Ganzen.

^inheil^

^ ^^anfchla^

^-.

Im ^tnzetn.

.

^

^

.

.

321,276

3) K n n st b a u t e n. Schleussen und Ableitungswuhr , nach De^is^^e^en^und Rode . . . .

3 Brücken ,, ,, ., ,, ,, . . . .

5

1,606,380

352,000 100,000 305,000 ..^

.

^ ^.^u^n^

.

.

.

.

706,300 156,548

.

4) G r u n d e r w e r b . Wegen kleinerer Breite statt 350,000 Totalkosten des Hageneck^Eanals

. ^

900,784

2) U f e x v e r k l e i d ü n g . Tro^ des viel grosseren Gefälls und der grosseren Uferhohe, wie für Vrojekt^La Riee.... . .

Jm Felseneinfchnitt, bloss die User, ohne Sohle

^

.^

Uebert.^g Das Brofil im Felseinschnitt darf nicht kleiner gemacht werden, als^ dasjenige des Eanals, ^weil sonst eine^ sehr grosse Stauung stattfinden würde. Mit dem Tunnel von 40^ Durchmesser, welcher projektirt war, hätte diese Stauung das Wasser 17^ über das umliegende Moos gehoben. Der Aushub auf die Generalbreite von 100^ beträgt . . . . . . . . S R..

^

Preise.

Onanntäten.

^

2,507,128 862,848 452,000 305,000 4,126,976

Quantitäten.

.^inheits^ Preise.

.^

Voranschlag im .Einzeln.

im Ganzen.

297,000

297,000

^. ..^at^urel.t^nal.

.

  1. L a n d e n t s c h ä d i g u n g e n a l l e r o r t e n .

b e i L a Rieea

2)

480,000

E r d a r b eitlen.

Reue

.

.

.

.

Eanäle,

.

.

mittlerer

.

Statt .

.

.

Querschnitt

.^

4500^ ^ 19,210^ .-.. S R.

459,360

Vertiefung . . . 2400^ ^ 13,060^ .^ .^ R.

S R.

587,700 1,047,060

Zihl- Erweiterung und

Leitkanal Me^enried^üren, wie La^Rieea.

Raehhülse für Absebwemmunaen . . . .

3) U s e r v e r s i e h e r u n g e n

.

.

und L e i t w e r k e .

Statt 700,000 für La Rieea 4) K u n s t b a u t e n .

. . . .

.^ . . .

. . .. . . . . . . ^

Ausmündungsdämme . . . . .

Brückenbauten (statt 280,000) . .^

Totalkosten Ridan^.Büren . . . . . . .

^r. 3^,330,000.

2 ^ 2,094,120 60,000 ^ 80,000

2,234,120

^.

^

.

^

.

.

560,000 40,000 200,000 ..^

.

560,000 240,000 3,33.l,120

...^ .

.

^ ..^.

^ ^arber^iire^^al.

Da dieser l^anal für 20,000 l.^ubiksnss projektirt ist, die von der Berner Entsumpsungs-Direktion zu 3,500,000 angeschlagene Korrektion für 40,000 Eubiksnss aber jedenfalls . meistens durch. ihre Hinterdämme mehr kosten würde, als die Korrektion für 20,000 ^ubikfnss, so muss diese angeschlagen werden mindestens a Fr. 2,000,000.

Zusammenstellung.

A.

B.

C.

D.

Aarberg-Hageneck^anal . . . . . . F r . 4,126,976 Ridan^Büren-Eanal . . . . . . .

, , 3,330,000 Aarberg-Büren-^anal . . . . . .

, , 2,000,000 Obere Zihl und Bro^e . . . . . .

,, 2,200,000 Fr. 1^,656,976 20^ ,, 2,331,395 Fr. 13,988,371 Fr. 1^4,000,000 Werden die eventuellen, im Brojekt La Rieea ausgenommenen Arbeiten auch ausgeführt, welche hier eher

l ,, ^ ,,

928,000 12,000

nothig wären . . . . . . . . . . . . ^ ,, 100,000 ^ Fr. 15,028,371

^, 15,000,000

Bern, den 8. Juni 1863.

^.

.^r^el.

.^r.

Voranschlag

lm einzeln.

^ro^ekt ^a ^ir^.

^ im Ganzen.

Beilage ....r. 3.

..^nheit.^ Ou...ntltäten. preise.

Kostenvoranschlag.

^. ...la^er^^e^..^^.

a.

Gr u n d e x w e r b .

Sohlenbreite . . . . . 200^ Voschungen 4 ^ 16,5 . .

66^ Vorländer und Dämme . . 134.^ Totalbreite

400^

Länge 24,700^. -- Gibt 400 .^ 24,700 ..^ 247 Jueharten.

Davon fallen : aus gutes Land .

. . .

Ju^ minder gutes Land . . . . . . . . , , ..gutes

Moos

schlechtes

.

Moos

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

107 30 60 50

,,

,,

.

4 .

^

^^.^

200 .

.

107,000 24,000 24 ^l).^

10,000 165,000 ..^.^^.^^^

.^

Zu übertragen

1000 800

.^lnhelt^ Ouantität^n.

Preis...

im .^nzeln.

^r.

Uebertrag Zuschlag für unvorhergesehene Entschädigungen

.

.

.

^

.

.

.

H .a^ e n eck^ E^n schn i t t mit . Bi.^hun^en zu ..45.^ berechnet.

Mittlere Sohlenbreite .

Mittlere Tiefe 80^ ^

.

.

^

Voranschlag lm Ganzen.

165,000 175,000 340,000

150^

. . t..^

^

..l^tt^re ^relte des oee..^

pirten .Landes

Länge

^ b.

2600^

..^

. . . 310^

310

.

.

.

.

.

.

.

20

500

10,000

^0,610

2

101,220

73,500

3

220,500

.

321,720

Juch.

350,000

Erdarbeiten..

Leitkanal. 24,100^210^^5,0^1,000 E^. S R.

Gänzlicher Aushub in Letten.

7000^1050.^^^7,350,0^

. . . S. R.

Der ganze Aushub des Kanals, den Einschnitt in Hageneck nicht mitgerechnet : Uebertrag

.

.

^

350,000

.

.

^

.

^

Quantitäten.

.^inheits.

greise.

^.

Uebertrag ^ .

^ .

^ .

.

.

.

.

^ .

.

.

^

^ .

.^ ^ ^ ^ ^ ^

^..^

.^^.

im .Einzeln.

im Ganzen.

321,720

350,000

^ief.e ,. .^su^

.

^ ^ .^ll ..... .^ l ^ .^ .

.

^ ^

Voranschlag

^

^B^unaen^.3^45^

.L.^e 24,^700^ ^. 3^5.^^ ^.94,^14,750^.^ S.R. 949,147.

Davo.^. a b z u z i e h e n : um Au^hubprels zu verkaufen.

Torf ^ . . . .^ . .^ ^. 291,378 Letten . . . . . . . . 73,500.

.Leitkanal . . . . . . 50,610..

^.^ ^ ^ ^ ^^ 415,448 Bleibt

abzuschwemmen^.

.

.

.

.

.

.

.

.

S

R.

533,669

0,20

106,732

H .^ g .e n e^ E.i nsch^n i t t.

^nge 2650^ .mittlerer Querschnitt .^ 10,900 ^^ ^2650.^ 10,^00 ^ 28,885,000 E^ .. S R.

Total für Erdarbeiten . . . . . . . . .

Anmerkung. Jm .^ageneek^lnschnitt wurden, auf 14^ ^ohe eln^ füßlge Böschungen angenommen, darüber ^^ Böschungen. Da nun aber der Einschnitt theils in Leu, theils in Sandselsen ist, so werden dieBoschungen weniger steil aussallen, die .^ushubmasse wird großer werden, der Einheitspreis aber kleiner, was eompensirt.

Zu übertragen

288,850

1,444,250 1 ,872,702

2,222,702

^inheit.^ Quantitäten.

...^

Voranschlag

Preise.

^r.

^

im ^inzetn.

im Ganzen.

2,222,702

Uebertrag ... U f e r v e r s i c h e r u n g e n .

  1. Jm Einschnitt..

Länge 2650^, Hohe 14^ Dicke 2^ 8^ .... 103,880 Fundament 2650.^ 10 l^ . . 26,500 Für eine Seite . . . . . . 130,380 Für die andere Seite . . . . 130,380 260,760 l^E F.

260,760

0,60

165,456

195,000

0,50

97,500

S o h l e n v e r s i c h e r u n g in dem Theile zu 8.^ Ge-

fäll.

^änge 650^, Breite 100^, Dicke 3^ . . . . . .

.Anmerkung. .^ier ist überall ^auerwerk in h.^dranuschem Nortel gerechnet . ^eIche^ in sehr heftigen Strömungen dem Tro^enmanerwerk sehr vorzuziehen ist, trotz seiner geringern Dicke.

2) Auf 18,700^ in Erde, .^ies, Lett und S^nd.

Der

gewohnliche Hochwasserstand gibt hoehstens 10^ Zu übertragen

2,222,702

^

^inhelts^

^ Voranschlag

.^^^n^^^n. Preise.

Im ^ln^eIn. im Ganzen.

^.

Uebertrag

.

2,2.^2,702

^

Wassertiefe (17,270 E^, und wird kaum 10 Tage im Jahre .erreicht werden. Ueber dieser Hohe wird

o

nicht mehr gepflastert, sondern bloss ^ras gesäet. 10^ Hohe in zweisüssigen Boschungen gibt 22^ Länge.

Mittlere Dicke (mit Fundament) 2^ 5^, ^bt per Lauffnss : 22^ .^ 2^ 5^ .^ 55 E^ Trockenmauer

.

.

i^ Fr. 0,3t) ^ Fr. 1^. 50.

.. .^llso sur beide User 2 ^ I6. 50 .^ Fr. 33.

18,700

33

617,500

7,400

12

88,800

3) Auf 7400^ in Torf.

Der

Fnss des Torses wird vermittelst Steinwurf vor

Unterspülung geschützt.

^lus 1^ Länge 20 E^ a 0,30 ^ Fr. 6.

Für beide User 2 .^ 6 ..^ Fr. 12 ...

Summa für Ufer und Sohlenbefestigung .

L F.

.

^ ^....traa^

960,256

.

.^

^

. .

3,182,958

.

.

: .

.

.

.

^

^

.^lnheits.

Quantitäten.

Voranschlag

Preise.

^.

im .Einzeln.

3,182,958

Uebertrag c.

im tanzen.

Kunstbauten.

Ableitungswuhr u n d Schleussen . . . . . . . .

8

Brücken

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

To^lloften .^ ^arber^a^e^al.^.

^. ^,^.

A n m e r k u n g . Der Userschutz In ^rde. ^ies n. s. n.^ist ge.

^reehnel.

auf

.

.

.

.

.

.

.

..

D...r nsersehutz in Torf ist gere.hnet aus.

.

.

^.

.

. ^.

.

^18,70^

7,400^

2^,10^ Die wirkll..he Länge des Banals ist . . . . . 2.1,100^ .^u

.^ieI gerechnet für Unvorhergesehenes am Ufer.

schutz

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

2,0....0^

375,000 120,000

495,000 3,677,958

.^inhei^ Quantitäten. Preise.

Voranschlag im Einzeln.

im Ganzen.

.^ .^^^^^l.

a.

Landerwerb.

Es fällt ein grosser Theil auf Flnssbette.,

Sohlenbreite . . . . . . 220^ Mittlere Tiese 2..^, Buchungen . 92^

Vorländer^. ^

.

.

.

.

.

.

2.^

Breite. des oeeupirten Landes ^ . 340^ Laut .^genauer Berechnung hat man:

Gutes Land . . . . .

Minder gutes Land . . .

Mooswiesen bei^ Ridau ^. .

Ueberschwemmte , alte ^inssbette ^. ^. ^. . ^ . .^

100 Jüch.^ 50 ^ ,, 40^,, 22 ,,

à .1 à ..

1600 Fr.

t 200 ,, 1000 ,, 500 ,,

Entschädigung für Häuser, Landabfchnitt , Wasserreehte

.

.

.

.

.

.

^u.uu.a der Entschädigungen

.

.

.

.

.

.

.

. . . . . .

^u übertragen

1600 1200 1000 22 500

100 50 40

160,000 60,000 40,000 11,000 271,000 209,000 480,000 480,000

.^ .

.

^

.^inhelt^.

Ouantltäten.

Vora.^ schlag

Preise.

lm Einzeln. im Ganzen.

^

^

480,000

Uebertrag b.

Grabarbeit.

  1. Von Ridau bis Me.^enried.

Rach einer ziemlich genauen Massenberechnung (400 Ouerprofil.e aus eottirten Blänen)

S R. --- 1,512,206 S R.

2 3,200,000

1,600,000

2. Von Me.^enried bis Büxen.

Leitkanal: 5100^ 576^ .^2,907,600E^ S R.

R a c h h ü l s e für A b s c h w e m m un g.

5.^00 .^6170^ ^ 31,467,000 ^ . . S ......

.....

60,000

0.20

80,000

40,000 17.50

700,000

U s e r v e r s iche r u n g e n und L e i t w e r k e .

. Länge des Eanals 40,000^, Ans..^ per Lausfuss Fr. 17. 50 d.

2

30,000 400,000

.Kunstbauten.

Ausmündungsdamm aus dem ^ielersee . . . . . .

drücke i n Ridau . . . . . . .

. . .

..,

^

,,

Vrüaa

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Totalsten de.^ ^^au^llirel.t^a.tal^: ^r. 4,.^^.

.

.

.

^

.

.^

.

..^

.

.

.

.

.

40,000 90,000 50,000 140,000

3,200,000

140,000 700,000

320,000 4,840,000

^inheits^ ..^.......^...^^..

^..^uan^raren.

^. .^bere ^l.

a.

b.

c.

Userschu^

d.

Kunstbauten.

Umbau der Zihlbrucke (die St. Johannes^Brücke ist neu erstellt)

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

..

Bielersee

.

.

.

.

Damm in den Reuenburgersee ...

54

. . . . . . . . Jueh.

Laut Bericht La Rieea von 1850 . . .

.

.

.

.

.

. S R.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

520,000

,,

.

.

. . . . . . . .

.

...^^.^^^.

^r.

.Landerwerb.

Für beide Durchstiche Grabarbeit.

.

.

Total.^ste^ ^es ol..ern .^l.^a^ls, wegen erleichterten Ausgrabens und möglicher Abschwemmung aus sollende Summe redu^irt :

.

.

.

.

Voranschlag

^rei^e

800

im Einzeln.

im tanzen.

43,200

44,000

2 1,040,000 t ,040,000 200,000 200,000 70,000 120,000 5^000

^5,000 1,479,000

.^r. 1,4^^^^l).

A n m e r k u n g . Oblge Summe kann wahrscheinlich bedeutend vermin^ dert werden^ 1 . WeiI die .^bschwemmung nach erfolgter Senkung des Bielersees sehr wirksam sein wird.

2. Weil vielleicht die ^ihlbrüeke beibehalten werden kann.

^. .^st der Ansatz für den Damm in den ^euenburgersee w^hl hoch.

563

^inheits^ Quantitäten.

Voranschlag

Preise.

im Einzeln.

im Ganzen.

18,000 468,600 60,000

18,000 ^68,600 60,400

^

^. ...^e^anal.

Rach den früheren Voranschlägen: a

Landerwerb.

b

A u s g r a b u n g

c

U f e r s c h u ^ . .

d.

Kunstbauten.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

. . . . . . . . . . .

.

S

R.

Mündung in den Murtensee . . . . . . . .

,, ,, ,, Reuenbnrgersee . . . . . . .

Brücke

in

jugiez

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Totalsten des ...^e-^nlals .

^r. 740^.

A n m e r k u n g . Der obere Durchstich im fetten muß sedenfaIl.^ ganz ausgehoben werden. ^ach Senkung des ^euenburgersee.^ wird aber wohl da^ Sand . besonders beim ^euenburgersee , wegge.^ schwemmt werden konnen Auch sind die ^ündungsdamme in den ^euenburgersee und den ^urtensee wohl hoch angeschlagen.

156,200

3

66,000 100,000 25,000

19 l ,000 738,000

^inheil^ Onantitäten.

E. ^e^elle ^alt^sarbeiteu ..tuterhalb .^reu.

  1. Schale im F l u s s b e t t bei Emmenholz. - Rach der in den Ouerprofilen eingezeichneten Form eirea 50^ breit. Der tiefste Bunkt dieser kreisformigen Schale erreicht die Sohle, welche von den Experten von 1854 für 200^ Sohlenbreite projektirt

war und 26,000 S R. Aushub verursacht hätte

S R.

b. E r w e i t e r u n g des F l u s s b e t t e s um 50^ auf 4000.^ Länge, von 3000^ unterhalb Solothurn. an.

4000^ ^ 50^ ^ 25 - 5,000,000 E^ . S R.

Landerwerb 4000^ ..^ 50^200,000^ -5 Jnch. Juch.

c. Ausbaggern des Flussbettes, von Büren bis zum Felsen- ^

Voranschlag

P^lse.

^

im .^inzeIn.

im Ganzen.

150,000

4,943

30

148,290

50,000 5

2 1200

100,000 6,000

106,000

bett in Emmenholz.

^esäll der Sohle 0,12.^.

Breite der Ausbaggerung 300^ . . . . . ^S R.

Totallosteu der ^r^anzuu^arbeiteu :

^r. 1,^^^0f).

Jn Solothurn wäre es schwierig und mit bedeutenden Kosten verbunden, das Flussbett zu erweitern.

Dennoch haben wir im Staotplan von Solothnrn, den wir haben speziell ausnehmen lassen, eine Eorrektionslinie eingezeichnet, nach welcher alle Reubauten und Umbauten von Häusern und von Usermauern sollten ausgeführt werden.

^Dabei ist die obere Brücke um 24^ ^erl^n^ert.

^

336,000

672,000

672,000 928,000

^ ^ ^

^usan^nen^ellnng.

^ .

.

^

Fr.

A.

.^..berg^Hageneck-Eanal

.

.

.

.

.

.

B . Ridau-Büren-Eanal . . . . . .

C. Obere Zihl-Eanal . . . . . . .

D. Vro.^Eanal . . . . . . .

^0^ für Administration. Unvorhergesehenes Totaibetrag

3,700,000

4,900,000 1,460,000 740,000 10,800,000 2,160,000 12,960,000 -- Fr. 13,000,000

Werden nachher die Ergänzungsarbeiten unterhalb .^üren noch ausgeführt, so erhält man folgende Zusammenstellung : .

Hauptarbeiten

Ergän^ungsarbeiten

.

.

.

.

.

.

.

.

.

^ .

.

.

12,960,000 112,000

.

.

.

Zu diesen: Administration, Unvorhergesehenes

.

.

.

928,000

14,000,000 - Fr. 14,000,000 B e r n , 8. Jum 1863.

Die Experten :

.^. .^a .^ieea.

^. ^r^el.

.

^

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Experten-Gutachten über die Juragewässerkorrektion. (Vom 8. Juni 1863.)

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Bundesblatt

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Jahr

1863

Année Anno Band

3

Volume Volume Heft

40

Cahier Numero Geschäftsnummer

---

Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

05.09.1863

Date Data Seite

487-566

Page Pagina Ref. No

10 004 183

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