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Schweizerisches Bundesblatt.

XV. Jahrgang. ll.

Nr. 18.

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25. April 1863.

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des schweiz. Bundesrathes an

die h. Bundesversammlung über

seine Geschäftsführung im Jahr

1862.

Geschäftskreis des Departements de... Innern.

Bundeseanztei.

Wie das vorhergehende , so war auch das lezte Jahr ein gewohnIiehes Geschäftsjahr. Jmmerhin zeigte sieh . eine Geschästsvermehrnng insofern. als der Bundesrath 1861 in 166 Sangen 4662 Geschäfte, 1862 in 157 Sizungen 4920 erledigte, was eine Vermehrung der Protokollnummern um 258 ergab. Die Protokolle der Bundesversammlung, sowie diejenigen des Rational- und Ständerathes sind auf 3l. Dezember vollständig eingetragen, kollationirt und xegistrirt. Die Brotokolle der ordentliehen, bekanntlieh aus den Januar 1863 vertagten Session des Jahres 1862 werden bis zur Brüsung des Geschäftsberichts vollständig nachgetragen sein. Die Protokolle und Missiveubüeher des Bundesrathes waren auf 3l. Dezember erst bis Anfang Rovembers nachgeführt, was nach dem angenommenen Grundsaz, die Vrotokollirung behnss des Anbriugens von Ergänzungen und Berichtigungen um 3-4 lochen zurükstehen zu lassen, einen Rül.stand von 4 Wochen ergibt, der sieh jedoch ans dem Rüktritt eines Kanzleiangestellten erklärt, der erst spät erseht werden konnte. Die

Bundesblatt. Jahrg. XV. Bd. II.

22

284 Brotokoilregister, sowie die Kanzleikontrolen sind in Ordnung. Laut der Legalisationskontrole wurden , selbst nach dem Wegfallen der Garantiescheine für die französischen Bassvisa , immer noch 7766 Aktenstüke beglaubet , wovon 3483 , meist Lebensscheine zum B.^ug neapolitanischer Militärpensionen, sportelnsrei.

Bnndesl.^a..^ nnd ^esezsa^nn^nn^.

Die Zahl der Abonnenten des fortwährend in l 000 deutschen uud 750 sranzosischen Exemplaren erscheinenden Bundesblattes ist von 884 ans

897 gestiegen, wovon 457 für die deutsche und 440 für die sranzosisehe

Ausgabe. Diese Anzahl vertheilte sich folgendermaßen auf die Kantone und das Anstand.

^ Deutsehe Franzosisehe Znsammen.

Zürich . .

Bern . .

Luzern . .

Sehw..^ . .

Ridwalden .

Glarus . .

Zug . .

Freiburg . .

Solothnrn .

Basel-Stadt .

.Basel^Landsehast .

Schafshausen Appeseli A. Rh.

St. Gallen .

Graubüuden .

^argau . .

Thurgau . .

Tessin . .

Waadt . .

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Reuenburg .

Genf .

Ausland .

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Waltis

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Ausgabe.

94 44 2l 4 2 4 3 ...

17 48 6 l8 9 51 l..)

67 29 3 -

4 1 1.

^457^^

Ausgabe. .l ^2.^.^.

--94 93 28 72 7 1 1 22 1 8 -4 4 ...2 2 4 3 3 6 31 33 32 1 18 13 2 50 55 -6 6 18 17 9 l2 3 .^4 47 t 20 3t ^ 67 66 .-29 36 l3 l3 9 3l)9 3l2 2 9 2 1

2..)

2l 440

1

2

33 32 22 23 ll 12 897 ^84^

Von Auites wegen wurden 5l 3 Exemplare (299 deutsehe und 2I4 franzosisehe) verwendet, also ^9 mehr als srüher. Die ^ahl der ausschliesslich auf die Gese.,sammlung Abonnirenden ist von ^28 ans Rull ^herabgesunken, indem der mit Dezember 186l.) beginnende ^ll. Band nach seinem ...lbsehlnss im Jahr 186.^ nicht mehr als ein einiges Jahres-

285 abonnement, nämlich Fr. 3 kosten wird. Die Drnk- und Speditionskosten des Bundesblattes und der Gesezsammlung, deren Auflage von 3000 deutschen, 1250 franzosisehen und 500 italienischen Exemplaren beibehalten wurde, stnd von Fr. 13,961. 47 Rp. aus Fr. 15,457. 99 Rp. angewachsen. Davon giengen jedoch Fr. 4,072. 18 Rp. an Abonnementsgeldern, Jnsertionsgebühren, Druksachen, Erlos aus Makulatur u. s. w.

wieder ein , auch waren die Ersparnisse durch Doppelbenuzung des Schrift...

sazes, sowie durch Vrotokollabzüge im Verhältniss zum starken Anwachsen des Bundesblattes noch weit bedeutender , als im vorigen Jahr , da sie Fr. 2425. 33 Rp. betrugen. Vom Bundesblatt wurden, ausser dem Abonnement, 47 ältere Jahrgänge und einzelne Rummern, von der Gesezsamm^ lung 29 Bände verkauft. Die Drukkosten der Separatabzüge von Bundesgesezen, Bundesbeschlüssen, Verordnungen, Verträgen, Berichten, Botschasten, Zollübersichten, Budgets, der Staatsrechnung, des Staatskalenders u. a. m.

stiegen von ^r. 14,691. 57 Rp. auf Fr. 18,648. 38 Rp., und es liess

die Bundeskanzlei im Ganzen 99, 4l0 Exemplare verschiedener Drukschrist-

stüke (40,533 mehr als im vorigen Jahr) ansertigen , nämlich 59,380 in deutscher, 34,680 in franzosischer und 5350 in italienischer Sprache.

Hievon erhielten 38,474 die Bundesbehorden und die eidgen ossisehen Deparlemente, 15,906 die Kantonsregierungen, 1007 die schweizerischen und

auswärtigen diplomatischen Agentschaften; 1t ,825 wurden dem Bundes-

blatte beigegeben und 135 ins Archiv niedergelegt. Von besondern Verosfentlichuugen der Bundeskanzlei sind zu erwähnen : die Herausgabe einer Zusammenstellung der Kantonalgesezgebungen über Bürgerreehtserwerbung, wie aueh der Uebereiuküuste zwischen Kautonen und auswärtigen Regierungen über Spezialitäten, eine sranzosische Ausgabe der Vostulatensammlung wurde zum Druke vorbereitet und an der Ergänzung der offiziellen Sammlung fortgearbeitet. Die Gesammtdrukkosten der Bundeskanzlei steigerten sich aus den angesührten Ursachen von Fr. 28,653. 04 Rp. auf

.^r. 34,106. 37 Rp.

^chi^e.

Rack.dem von der a m t l i c h e n S a m m l u n g der a l t e r n eidg en o f f i s c h e n A b s c h i e d e der I. Band, umfassend den Zeitraum von

1291.^1420, des lll. Bandes 1. Abtheilung (14^8-1499), des IV.

Baudes 1. Abteilung (1556-l586), des Vll. Bandes 1. Abtheilung (17l2-1743) und der Vlll. Band (l778 ^1798) bereits erschienen sind, bleiben noch 1 Band und 1 Abtheilung im Druk zu vollenden und

^ Abtheilungen zu bearbeiteu übrig. Der von Herrn Nationalrath Dr.

S e g e s s e r bearbeitetet.., mit noch eirea 40 Abfchieden und ^ Beilagen

bereicherte Il. Band ^l 421 -1477) ist bis an die Beilagen und das Register im Druk vollendet. Des Vl. Bandes 1 . Abtheiluug (1 649-- 1 68l)), bearbeitet von Herrn Dekan B u p i k o f e r , ist im Juni zum Drnk gekommen und befindet sich ebenfalls noch unter der presse. Was die 6

286 noch zu bearbeitenden Abtheilungen betrifst, so hat leztes ^ahr ^.err Ratio-

nalrathDr. S e g e s s e r 54 neue Abschiede und 73 Regesten für des HL Bandes 2. Abtheilung (1500-l.^), .^err Archivar Dr. Krütli ein^ Anzahl Abschiede für des V. Bandes 1. Abtheilung (1587-1617),

.Herr Brivatdozent Dr. V o g e l deren ^), aus den Jahren 1635-1644, für die 2. Abtheilung (16l8-1648^, Herr Brosessor Dr. F e c h t e r 4l),

...us den Jahren 1753 --1758, für des Vll. Bandes 2. Abtheilung Unberührt ist nur noch des VI. Bandes 2.

Abtheilung (1681-17lt), deren Redaktor mit der Bearbeitung nnd (1744.^17^) gefertigt.

..Korrektur der 1. Abtheiiung beschästigt war.

Von der h e l v e t i s c h e n U r k u n d e n s a m m l u n g das 1. .^esk herauszugeben, ist die Bundeskanzlei auch das lezte ^ahr verhindert ge- ^ wesen, inde.^. dem Herrn Kanzler, der sich mit dieser Arbeit besasst, noeh sachbe^ügliche Protokolle zugegangen sind, die erst durchgehen un^ e^eerpirt werden müssen.

Jm n e u e s t e n e i d g e n ö s s i s c h e n A r c h i v wurde an der Vereint gung der Akten der ll. nnd llL Amtsperioden uuausgesezt sortgearbeitet

und diese Arbeit bis an die Rubrizirung der Abtheilungen Finan^-,

Handels-, V e r k e h r s - und Z o l l w e s e n vollendet. Dabei zeigte es sich, dass auch noeh, wie es nicht anders fein konnte, die L Amtsperiode hie und da einer Vervollständigung bedurste, die anzubringen das Arehivariat sieh angelegen sein liess. Die Ablieferung der Akten der IV. Amtsperiode schien einstweilen unzulässig, und es dürste überhaupt rathsam sein, mit der Ablieferung von Akten zum Theil noch pendenter Geschäfte mehr als bisher zuzuwarten. Der Zurükforderung der ausstehenden Akten ist grosseutheil.^ entsprochen worden. Jm altern Archiv .vurl^en .^0 Aktenbände ausgegeben, von denen 5 noch ausstehen, im neuen Archiv

2814 ..^tüke, welche bis an 330 ...urükgelangten. Ausser den daherigen

Expeditionen wurde das Archivpersonal durch Raehschlagungen vielseitig in Anspruch genommen. Rebstdem hatte der Archivar einige Gutachten ^nzusertigen nnd an der Vervollständiguug des Arehivplanes zu arbeiten, der erst nach einer vieljährigen Erfahrung aus eine den praktischen Bedürsnissen der Verwaltung entsprechende Weise definitiv sestgeftellt werden kann. Das Archivpersonal wurde durch die anderweitige Anstellung des

bisherigen ersten Archivgehilsen aus die sür den gewohnlichen Geschästsgang ausreichende Zahl von 3 Versonen reduzirt.

^i^i^tl^.

Zum vorjährigen Bibliothekbestande von 3486 Werken in 8495 Bänden, resp. Stüken, stnd im Berichtsjahre 1003 Werke in 2275 Bänden hinzugekommen, theils ans Geschenken von Regierungen nnd Vrivaten,

theils aus Anschaffungen. Den Hanptzuwael.s lieferte die Bibliothek des eidgenossischen statistischen Bürean's. Es besteht demnach die eidgenossische Bibliothek in Bern gegenwärtig aus 4489 Werken in ll),770 Banden.

287 gleich dem Bestande der Bibliothek^hat auch deren Benu^ung ^genommen.

Während im vorigen Jahre 207 Bände der Zentralbibliothek von Mitgliedern de.. Bnndesversau.mlnng, von den Departements., eidgenossischen Angestellten und ausnahmsweise von Gelehrten benu^t wurden, belief sich die Zahl der daraus bezogenen Bände im lezten Jahre auf 40l, von denen am Ende desselben bereits 347 ^urükgelangt waren. Jn Folge der provisorischen Verlegung des eidgenossischen statistischen Büreau's in

das bisherige Bibliothek^immer wurden die Bibli^theksehränke für einstweilen in den anstossenden Korridors untergebracht.

^unzsa..n^nn^.

Die Sehweizermün^en wurden um 25 Stüke vermehrt, worunter sich seltene und werthvolle befinden. Eine Vermehrung der bisher gesammelten ausländischen Mün^steme wnrde dadurch erzielt, dass der ehemalige außerordentliche Gesandte in Brasilien , Herr J. J. von Tschudi , 3 ^ilbermünzen von der Republik Bern verabfolgte und man durch Vermittluug des schweizerischen .Kommissärs an der Gewerbausstellung in

London die ganze Reihenfolge des englischen Münzfusses bis aus 2 Stüke

erwarb.

Das Ergebnis.. davon ist, dass die ganze Sammlung einen Abgang von 37 ^um Eintausch verwendeten Dubletten im Metallwerth von

36 .^r. 03 Rp. erlitt, dagegen um 49 Stüke im Metallwerth von 167 Fr. 23 sich vermehrte, so dass sie am Ende des Jahres 1862 aus 34^..) Stüken mit einem Metallwerth von 9625 Fr. 70 Rp. bestand.

Roch im gleichen Jahre wurde dafür gesorgt, dass die Sammlung einen Zuwachs asiatischer .^urrentmünzen erhält, und zu dem Ende der ausserordentliche Gesandte nach Japan, Herr Humbert, mit 12 Assortimenten der kursirenden Schweizermünzen sammt einem kleinen Baar^usehuss versehen. Der bisherige Erfolg ihrer Verwendung war befriedigend . in Bombay hat der Mnn^direktor als Gegengeschenk einer schweizerischen Sammlung eine britisch ^ indische von allen dort geschlagenen ....^tüken (Rupien, Annas u. s. w.) zugesi.hert. Würde .,ur Bereicherung der eidgenossis^hen Mün^, un.^ Medaillensammlung jährlich ein fi^er Kredit, wenn auch nur von 60l) --80l) ^r. ausgesät, so konnte man für dieselbe mehr leisten und sich n...h Gelegenheiten ^u bedeutenden Erwerbungen umsehen.

^.o......^

nnd

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^ e w ich^.

Die Hauptarbeit bestand in Errichtung einer eidgenossischen ^Eichs t a t t e . Die z^u näherer Brüsung dieser Angelegenheit von uns niedergeseze und vom Departementsvorsteher präsidirte Ex^pertenkomnnsfion, bestehend aus den Herren Brosessor Dr. M o u s s o n in Zürich, Vrosessor

Dr. H. Wild in Bern, Direktor^ Dr. Hirs.ch in Renenburg, Eichmeister G. R in g i er in Zofing.n, eidg. Münzdirektor .^. Escher uud eidg. Telegraphenwerkstattsührer

G.

Hasler

in Bern,

erklärte sieh

2^ dafür, dass eine eidgenossische Eichstätte nothwendig sei. und bezeichnete

das Münzgebäude in Bern als am besten dazu geeignet. Gleichzeitig

beantragte ste zur Verifikation der Muttermasse eine Abordnung na....

Baris, wo der ursprüngliche Meter und das ursprüngliche Kilogramm, die Grundlage unsers schweizerischen Mass- und Gew.chts...stems , aufbewahrt sind. Beide Vorschläge wurden von uns genehmigt und von Jl.men zum Zwek der Ausführung in der legten Sommersiznng ein Nachtragskredit von l 9,500 ^.r. bewilligt. Die Berner Regierung, als Eigentümerin des Münzgebäudes, ertheilte ihre Einwilligung zur Vornahme der baulichen Veränderungen in demselben für Einrichtuug einer Eichstätte, und dieselben sind legten Winter vollendet worden. Hingegen die ^.lbordm...g nach Baris, für welche wir die Herren Brosesso.^en Dr. .^. W i l d in Bern und Dr.

M o u s s o n in Zürich bezeichneten, wird im lassenden Jahre ihre Mission erledigen.

Jnzwisehen sind für die Eichstätte unb für die Abordnung nach Baris bestellt worden und nunmehr grosstentheils bereits ausgeführt .

eine Wage für eine Belastung bis aus 100 Bsund mit ^lrretirnng , ,, ,, ,,

Kilogrammwage mit lustdichtem Gehäuse, Wage für eine Ma^imalbelastung von 50 Gramme^ , ^

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zwei ^eusilbergewichtsä.,e; ein Glasmeter à hont sammt Futteral, ein Metallmeter a ^r.^it .

zwei Kilogramme, d.^.. eine von Glas, das andere von Rosen.^mrz, ein kleinerer Ge.vi.htsaz von Bergkrvstall .

eine B.^ramide Eisengewiehte, und eine einstieselige, doppelt wirkende Luftpumpe zum Evaeniren des Gehäuses der .^ilogranunwage.

De^ zwolf Kantonen , welche Abhilfe der bei d..r eidgenossischen Nachschau wahrgenommenen Mangel ^.gesichert haben, sehloss sich. le^es Jahr auch noch L.^ern u..d .^lppenzell J. Rh. an. ^on den andern Kantonen,. .mit denen wir uns mittelbar oder unmittelbar noch sortwähre...^ ^u beschästigen hatten , werden unsererseits weiter.. Berichte gewärt.gt.

Die Hauptschwierigkeit der Erledigung derartiger Rükstände ist der bisherige Mangel ei^er eidgenossischen Eichstatte.

Jn Bezug ans die wünschbare Gleichsormigkeit des Hol^lafters und die zu ^erzielende Übereinstimmung des .^lpothekerpfundes mit dem ^ivilpfund verweisen wir ans unfern vorjährigen Berieht. Was lezter.es be^ trifft, so scheint dasselbe bereits bei den Apothekern selbst i^umer mehr Eingang ^u sinken, wie ans den Verhandlungen des schweizerischen Apothekervereins zu ersehen ist. (Schweizerische Zeitschrift für Bharmaeie, J.^hr-

^ang 18^2, Seite 20l^ und 207.) ^

289 .^esnnd^ei^wesen.

Die Bemühungen zur Erzielung eines .Konkordates über F r e i z ü g i g k e i t des M e d i z i n a l p e r s o n a l s wurden auf Grundlage des ^ommissionalentwurss vom September 1861 sortgesezt. Unmittelbar vor dem ordentlichen Zusammentritt der Bundesversammlung und während derselben fanden in Bern zwei Konserenzen, die vierte unl.. fünfte, statt, woran sieh 16 Kantonsregierungen durch personliche Abordnungen betheiligten, während die übrigen - mit Ausnahme von Uri, Obwalden und

Wallis - Mittheilung des Ergebnisses verlangten. Die IV. Konferenz

beschränkte sich, nachdem die Mitglieder ihre Bemerkungen über den Ent^wnrf vorgebracht und verschiedene Abändernngsanträge gestellt hatten, aus Riedersezung einer Rennerkommission, bestehend aus dem Präsidenten, Herrn Bundesrath B i o d a , und den Herren Regiernngsrath B e n z , Regierungsrath Dr. L e h m a n u , Landammann Dr. H e e r , Landammann

A e p l i , Regierungsrath Sulzberger, Laudssähndrich Dr. Zürcher,

Sehultheiss Du la und Direktor Dr. Rud. Sehärer. Diese Kommission widmete der Erledigung ihrer Aufgabe mehrere Sizungen und legte dann der V. Konferenz ein Ergebniss vor, welches, den gebesserten, theilweise einander widersprechenden Wünschen möglichst entgegenkommend, im Konkordatsentwnrs den bereits praktizirenden Medizinalpersonen die Erwerbung der Freizügigkeit erleichterte und im Entwurf der Brüsungsordnnug Zürich und Bern vorläufig als Siz der für die deutsehe Schweiz bestimmten zwei Abtheilungen der Zentralprüsungskommission bezeichnete, für stärkere Vertretung der Apotheker und ..^hierär^te und für Ermässigung der Prüsungskosten sorgte . und eine zwekmässigere und genauere Bräzisirnng der Bestimmungen über Brüfung der ärztlichen, pharmazeutischen und tierärztlichen Kandidaten enthielt und von der Mehrheit der Kon^ sereni unter Ratifikationsvorbehalt seinem wesentlichen Jnhalte nach angenonnnen wurde. Das Departement des Jnnern hat diesen Entwurf sämmtliehen Ständen, unter Anberaumung einer Erklärungssrist bis Ende 1862, mitgetheilt. Laut ^en seitherigen Erklärungen treten dem neuesten Entwurse unbedingt oder mit dem einen oder audern Vorbehalte bei .

Zürich, Glarns, Zug, Basel^tadt, Sehasshausen und Thurgau, während Uri, Ridwalden, ^reiburg, Appen^ell ^. Rh., Aargau, Tessiu, Waadt und Reuenbnrg den Beitritt wenigstens vor der Hand ablehnen und von den übrigen Kantonen ihre Erklärung noch zu gewärtigen ist.

Der schweizerische Apothekerverein hat die Ueberseznng seines Entwurss einer s c h w e i z e r i s c h e m . V h a r m a k o p o e aus dem Deutschen ins Lateinische Herrn Apotheker K o c h e r in Bern übertragen. Dieselbe ist noch nicht vollendet, und durch die erforderliche Ueberse^ung ins ^ranzosische und Jtalienisehe wird das Werk eine weitere Verzogerung erleiden.

Der Gesundheitszustand der Bevolkernng des Laudes und der Rach-

290 barstaaten war im Allgemeinen so befriedigend, dass wir besondern Vorsichtsmassnahmen veranlasst fanden.

uns zu keinen

Mehr bedenken dagegen erregten die eingegangenen Nachrichten über den Gesundheitszustand des Viehes. Während des ganzen Jahres herrsehte in Ungarn die Rinderpest, die sich von dort weiter nach Galicien.

Riederosterreich und Mähren verbreitete und zulegt anch ini päpstlichen Kirchenstaate ansprach. Bei der Energie, womit die bayerische, sächsische und österreichische Regierung dieser verheerenden Seuche entgegentrat, begnügten wir uns indessen, zuerst die ostlichen Grän^kantone und dann aueh die übrigen , sow.ie das Vnbliknm überhaupt auf die erforderliche Wachsamkeit aufmerksam zu machen. Jn der Schweig selbst kamen während des Berichtsjahres unter dem Vieh keine andern austekenden Seuchen zum Vorschein, als die Lungenseuehe und di... Maul- und Klauenseuehe. Die erstere, vereinzelt in den Kantonen Freiburg und Hessin auftretend, wurde sofort im Keime erstikt, die lettere hingegen, welche aueh in sranzosiseheu Gränzgegende nherrschte, gewann eine Verbreitung vom Westen bis in den Osten der Schweiz, und darf auch jezt noch, troz der ergrifsenen kräftigen und übereinstimmenden Gegenmassregeln d...r Kantonebehorden, nieht vollig als erloschen angesehen werden. Der Schafrande im Badischen hat sich der Aargau durch frühzeitige Vorsichtsmassregeln sür seinen Vi.^hftand erwehren konnen.

^nn...e..^ei.t...a^e an die schweizerischen ..^esel.llschas.ten .....

in.. ^n^ und ^lne.Iande.

Die^h. Bundesversammlung hat sieh bei ihrer Berüksiehlignng der^ landwirtschaftlichen, industriellen, wissenschaftlichen, künstlerischen und mild^ thätigen gemeinnützige.. ^weke von Schweizern .m Jn- und Auslande, namentlich der dafür organ.sirten Gesellschasten , nieht aus die üblichen Büdgetansä^e beschränkt, sondern mehrere derselben dnrch Raehtragskredite

erhoht. Hinsi^.htlich des Beitrages sür die ...^heilnahme an der le^tjährigen

Welt^Jndustrieausstellnug in London und der dadurch erzielten ..Ergebnisse verweisen wir auf die Berichterstattung üb..r die Arbeiten des statistischen Bureau^. Was die übrigen, im Ganzen auf 4.), l 5l) Fr. sich belausenden Kredite betrifft, so wurden dieselben verwendet wie solgt :

.^.. ^m A n l a n d e .

Der Kredit von 20,000 Franken sür .^andwirthschast .ourde bis aus 7500 Fr. von der schweizerischen Theilnahme an der allge^neinen V i e h a u s s t e l l u n g in L o n d o n in Anspruch genonunen, die im Ganzen gelungeu ausgefallen ist. Bezüglich der Ein^elnheiten darnber erlauben wir uns , aus die von.. statistischen Büreau behandelten Gegenstände zu verweisen, in dessen Bereich diese Angelegenheit wegen ihrer Verbindung mit

der gleichzeitigen Jndustrieausftellung in London gefallen ist.

Mit

den übrigen 7500 Fr. wurde jeder der bisher unterstehen drei

29t schweizerischen landwirtschaftlichen Vereine gleichmässig bedacht. Der ......... r e i n s c h w e i z e r i s c h e r L a n d w i r t h e hat -v.. deu empfangenen

2500 ^.r. .

.

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.

.

.

als ..Beitrag an die Unkosten der von ^der landwirthstaatlichen Gesellschaft des Kantons Solothnrn Ende Septembers in Solothnrn veranstalteten Ausstellung landwirthschaftlieher Produkte, Geräthe u..d Maschinen verwendet , ebenso .

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zu Gunsten der in Lenzburg am 28. und 29. September vom schweizerischen Bienenzuchtverein abgehaltenen Ausstellung, ferner .

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.

.

^für Hebung der künstlichen Fischzucht in der innern

^00 Fr. - R.^

300 ,, 59

,,

,, 30 ..

Schweiz ^bwalden). endlich .

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1340 ., 70 ,., zur Dekung des Defizits der landwirtschaftlich^ Aussiellung in Stanz vom Jahre 1861, wozu noch weitere 792 Fr. 49 Rp. von den ordentlichen Einnahmen des Vereins vom Jahre 1862 erforderlich waren.

2500 Fr. - Rp.

Der schweizerische l a n d w i r t h s c h a s t l i e h e Z e n t r a l v e r e i n verweudete den Buudesbeitrag solgendermassen : Fr. Rp.

  1. Für ein ^landwirtschaftliches Lesebuch sür die sehweizerische Jugend^ .

.

.^ .

.

.

^ 1250 Dasselbe wurde durch eine Vreisausgabe hervorgerufen, zu deren Losung ein Breis von 500 Fr. und einige Aeeessite von 100^-150 Fr. ausgesezt waren, und hat den Zwek, l^ie Jugend aus deu.. Lande in die Grnndsäze eines natnr- und vernunstgemässen Betriebes der Landwirthsehast in angemessener Weise einzuleiten. Das aus den tüchtigsten sehweizerisehen Landwirthen gewählte Breisgericht hatte .^ Arbeiten zu beurtheilen , eine davon , welcher der erste Breis einmüthig zuertannt wurde, ist nunmehr, mit den nothigen Jlluftrationen versehen, in den Druk gegeben, um in der ersten ..^älste des laufenden Jahres zu erscheinen.

2) ^ür Fortsezung obst.^ und weinbaustatistischer Arbeiten, für die Statistik schweizerischer Bienenzneht un.^ sür Herausgabe des pomologisehen Bilderwerkes sammt Tex^t 1250 ^-

Die Bienenzuchtstatistik erforderte allein 4l)l) Fr und

soll dieses Jahr vollendet werden. ^om pomologischen Bilderwerk ist die erste Lieferung von 1l) Blättern im ^rühling zu erwarten, und die Sammlung und Berarbeituug des Stoffes für die seh.veizerisehe .^bst- und Weiubaustatistik ist nach Massgabe der versügbaren Geldn.ittel gesordert worden.

2500 -

.292 Die l a n d w i r t s c h a f t l i c h e G e s e l l s c h a f t der romanischen .Schweiz hat die empsangenen 2500 Fr. zur Abhaltnng einer Ausstellung verwendet, die am 23. bis 28. September 1862 in Lausanne stattfand.

.An dieser Ausstellung, welche die Erzeugnisse der Landwirtschaft und des Gartenbaues, Weine und Geflügelzucht in 400^.500 Rnmmern (Sammtuugen oder einzelnen Gegenständen) umsasste, wurden für 6725 Fr. 20 Rp.

Vre.se vertheilt.

Die a l l g e m e i n e g e s c h i c h t s o r s c h e n d e G e s e l l s c h a f t der Schweiz hat die für sie bestimmten 3000 Fr. sür ihr schweizerisches Urknndenregister bezogen. Dieses Werk, an dem fortwährend mit Eifer gearbeitet wird, ist beim Druk des ersten Heftes auf unvorhergefehene Schwierigkeiten und .

Verzogerungen geflossen , .vas sieh dadnreh erklärt , dass dieses Hest die Jahre 700-870, also die Herrschast der Merovinger und Karolinger, ^inen der dunkelsten Zeiträume von der Menschengesehuhte christlicher Zeitrechnung umfasst, zu dessen chronologischer Entwirrung eigene Studien des Mitarbeiters Herrn Dr. H. W a r t m a n n in St. Gallen erforderlich .varen. Zudem trat hie und da der Fall ein, ^ass bei der Sammlung des Stoffes für die Fortsezung in den Archiven des Jn- und Auslandes ^ine neue Urkunde zum Vorschein kam, wodurch die Reihenfolge der im Drnk begriffenen Auszüge eine Veränderung erlitt, oder die Anssassnngs.veise und Zuverlässigkeit des einen oder andern in Zweifel gestellt wurde, die erst gelöst werden mnssten, bevor man weiter schreiten konnte. Dazn trug namentlich die Verschiedenheit der heutigen nnd mittelalterlichen Schreibweise der Ortsnamen viel bei. Haben durch verschiedene derartige Umstände die Kosten Angenommen, so find sie der Gediegenheit des Werkes zu gnt gekommen. Je weiter übrigens dasselbe vorrükt, desto weniger wir^ es mit solchen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Daneben hatten die Viertelsahrsschrist der ,,.^nzeiger^ und das Jahrbuch ..Archiv^ , beide ^..on d^..r allgemeinen geschiehtforsehenden Gesellschaft herausgegeben , ihren ungestörten Fortgang.

Ein anderer Kredit sür interkantonale gesehiehtsorsehende Gesellschaften, ^m Betrage vom 2000 Fr., ist nach dem sriiher angenommenen Massstabe ^ertheilt worden. Es erhielt nämlich davon die g e s eh i eh t s o r s ..... e n d e G e s e l l scha s t d e r r o m a n i s eh e n .^ ch w e i z 1200Fr., nachdem .^ou ihren ^Mémoires et Documents^ des 1.). Bandes erste Liesernng, ^25 Oktavbogen stark, erschienen war. Diese gehoren .,ur ersten, von den .ältesten Reiten der helvetischen, beziehungsweise Schwei^ergesehiehte (113 vor Ehristi Geburt) bis 131^ reichenden Reihensolge des ^R^este, son répertoire chronologique de Dokuments rel^tils .^ l'histoire de la .^.nss...

romande^ und beschränken sich im Allgemeine^ ans Angaben über den

Jnhalt gedrukter Werke und Urkunden bis l 244. Die ^weite Reihenfolge ist den uugedrukten Urkunden vorbehalten. Ein Blik in jenes Drukwerk beweist, dass dasselbe nicht bloss ein Auszug aus dem allgemeinen Werke der schweizerischen Gesellschast, sondern eine selbstständige Arbeit ist, die

293 dem Geschichtsforscher die Uebersichtlichkeit der Quellen zu erleichtern und das Jnteresse an der vaterländischen Geschichte zu heben geeignet ist. ^ie Gesellschaft ^ählt nun nach ihren lezten Ausweisen 352 ordentliche Mitglieder.

^ie übrigen 800 Fr. werden dem h i s t o r i s c h e n V e r e i n e der V O r t e Luzern, Uri, .... chw...z, U n t e r w a l d e n und Z u g verabsolgt, nachdem sich derselbe durch Herausgabe des t 8 Bogen starken 18.

Bandes des ..Geschiehtsfreundes^ über seine rege Thätigkeit auf dem historischen Forschungsgebiete der inuern Schweiz ausgewiesen. Laut diesem leztern Bau.^e , worin unter Anderm ein bedeutender Fund von Waffen ^aus dem vorromischen, keltischen Bronze-Zeitalter beschrieben ist, zählt der

füuforlige Verein 216 ordentliche Mitglieder.

^ie s c h w e i z e r i s c h e n a t u r s o r s c h e n d e G e s e l l s c h a f t hat leztes Jahr l 3,000 ^r. aus der Bundeskasse erhalten , wovon für ihre geologische Kommission 5000 Fr., behuss geologischer Ausnahme der Schweiz, und 8000 Fr. für ihre meteorologische Kommission . behuss Einsül^rnng regelmäßiger und zusammenhängender meteorologischer Beobachtungen, bestimmt waren.

Was ^ie Arbeiten der erstern Kommission betrisst, an deren Spize bekanntlich Herr ^rosessor Dr. B e r n h a r d S t u d e r in Bern steht, ist legten Sommer von ihren ^Beiträgen zur g e o l o g i s c h e n K a r t e der ^ehwei^ die 1. Lieferung erschienen, in einer Auflage von ...50 Er^em^ plareu. ^iese Liefern^ enthält die ,,Karte vom Kanton Basel, entworfen von Andreas Kündig , im Verlag von l^. ^etloff in Basel , geologisch aufgenommen und dargestellt von Dr. Albr. Muller in Basel^ im Massstabe von 1 . 50,00...., kolorirt, sowie einen aus d^r Bnehdrnkerei ^riz Marols in Renenbnrg hervorgegangenen Tex^t von ^0 ^nartseiten nebst Vrofileu unter dem ....^tel ,,Geoguostisehe ^kiz^e des Kantons Basel und der angrenzenden Gebiete^. Um Teilnahme für das grosse Unternehmen im Jnnern des Landes zu er^veken und auf das Werk in den weitesten gelel^t.^n Kreisen aufmerksam ^u machen, vertheilte die Kommission l 15 templare der erwähnten Lieserung unter die Kantonsregiernngen, au das eidgenossische Vol^teehniknm, unter die kantonalen naturforschenden Gesellschasten , unter die th.itigern schweizerischen und ausländischen Geologen und unter die wichtigsten Akademien nnd uaturwissensehas.lichen Anstalten des Auslandes , oh..e jedoeh zu einer Fortsezung ...es Geschenkes sich zu verpflichten, und gab die übrigen Exemplare der hiesigen D a lp^ sehen Buchhandlung in Verlag, dessen Ertrag später berechnet und zum Besten des Unternehmens verwendet werden wird.

Uebrigens wurden die geologischen Ausnahmen sortgesezt. Zu dem Ende hat .^.err T h e o b a l d seine Ar^.iten in Graubünden nach dem Engadin und den angränzenden Gebirgen weiter ausgedehnt; Herr K a u f m a n n war mit Untersuchung der Gebirge von ...^ch.o..^ und Unterwalden beschästigt; die Herren M o s c h und G r essl i.. haben gem..inschastlich die noch schiebenden Fragen über die

294 Altersfolge der Formationen in. nordliehen Jura zu losen versncht. .^er...

J a e e a r d hat, so viel sein Beruf es gestattete, seine Untersuchungen im Waadtländer Jura sortgesezt, und Herr ( ^ h i l l i e r o n von ^er vordersten Jurakette am Bielersee eine Beschreibung sammt Brofilen und Karte eingereicht. Die Reehnuugsverhältnisse gestalteten sich solgendermassen : ^assivsaldo vom Jahre 1861 Fr.

38. 90

Karte und Tex^t des Basler Jnra ,, 1720. 30 Theobald 630 Fr.

geologische Arbeiten der ...^erren

Kaufmann

500

,,

Mosch undGressl... 600 ,, Jaeeard 500 ,, Ehillieron 264 ,, ^^^

2494. -

Kopie von Karten des eidgenossischen topographischen Bureaus ., Bu.hbinderkosten, Vorti u. dgl.

.

.

.

.

, ,

636. l 5 5 2 . 95

zusammen Fr. 4942. 30 Jn Folge Verhinderung des Herrn S t u t z durch Berufsarbeiten verblieb zu Gunsten der Fortsezung des Un..

ternehmens e i n Aktivsaldo v o n .

.

.

.

,

,

57. 70

^5000. ^u jenem Aktivsaldo der geologischen Kommission aus dem 1862er Bundesbeitrag kommt noch ein Geschenk des Herrn l)r. Gessner hn Be..

trage von 500 Franken.

Die von der schweizerischen natursorsehenden Gesellschaft niedergesezte m e t e o r o l o g i s c h e K o m m i s s i o n besteht aus den Herren Professoren M o u s s o u in Zürich (Präsident), W i l d in Bern, K o p p in Reuenburg, V l a u t a m o u x in Gens, Du s o ur in Morsee, W o l f in Zürich, Mann in ^.rauenseld und Lehrer F e r r i in Mendrisio. Diese Kommission trat le^.s Jahr in Bern zusammen, zuerst am 15. und l 6. April uud sodann am 1. bis 3. Rovember. Bei der ersten Zusammenkunft sezte sie die ...... errichtenden oder mit einander in Verbindung zu bringenden meteorologischen .Stationen aus 87 fest ; die dazu a..sersehenen ^ertliehkeiten liess sie durch Visitatoreu bereisen , um über die Thunliehkeit der Aufstellung der nothigen Jnstrumente und über die Fähigkeit und Bereitwili.gkeit der erforderlichen Beobachter Gewißheit zu erlangen. Jhr an sämmtlicheKantone. mit Ausnahme von Basel-Laudschaft und AppenzellJ.Rh., erlassenes Gesuch um grossere oder geringere Unterstüzung wurde vom Departement des Jnnern durch ein besonderes Kreisschreiben empfohlen.

(Bundesblatt 1862, ll, 481 --500, Rr. 26.) Der Erfolg war im All-

gemeinen befriedigend. Die von den Kantonsregierungen ..zugesicherten B..^ trag.. belaufen sich bereits aus 5450 Fr., andern derartigen Zusieherungen, wenn auch weniger bedeutenden, sieht die Kommission noch entgegen^ die

295 Unkosten von l 2^ l 3 Stationen werden von Vrivaten und .Korporationen übernommen, und l 7 Stationen sind ohnehin bereits geordnet. Rux die zwei erwähnten Halbkantone sind mit keinen Stationen bedacht. Die BePachter , denen die neu gelieferten Jnstrumente nach Ablauf der 3 Veobaehtnngsjahre als Eigenthum znsallen,. haben sich im Uebrigen mit. Ausnahme von zwei Lehrern , die für Aushebung ihrer bisherigen Ferienzeit eine kleine Entschädigung beanspruchen, zu unentgeltlichen Leistungen anheisehig gemacht. Die erste Bestellung der Jnstrumente für die Stationen im Betrage von 8500 Fr. bei den Mechanikern Hermann und Studer in Bern ist erfolgt. Ende Winters sollen dte ersten Jnstrnmente vollendet sein und alsdann ihre Ausstellung von Seite des Mechanikers Hermann .^ beginnen und , wie die Umstände es gestatten , durch das ganze Gebirge fortgesezt werden. Für jede Station und deren Erfordernisse hat die Kommisston eine eigene Rechnung der Kosten e^ossnet nnd unter ihren Mitgliedern die ...^isitatoren bezeichnet, welche die ganze Ausstattung ^u überwachen und mit den Beobachtern die Verbindung zu unterhalten haben.

Von Seite des Herrn W e r n e r M u n z i n g e r , zu dessen Gunsten die schweizerische natursorschende Gesells.hast einen Bundesbeitrag empfangen hatte, ist eine Sammlung von Vogeln nnd von Bälgen viersüssiger Thiere

aus Afrika eingelangt, die dem eidgenössischen ^..l.^technikum ^ugethe.lt

wurde. Uebrigens ist weder der genannte Forscher, noch irgend Jemand von der Heuglin^sehen E^peditition, der er sich angeschlossen, zum vorgestekten Ziele, nämlich nach W a r a, der Hauptstadt Wada.^s, gelangt.

Der Sultan von Darsor, durch dessen Gebiet der Weg nach Wadav führt, ertheilte nämlich den zu L^beid in Kordosan fast .^ Monate einer Antwort harrenden Herren Munzinger und Th. Kinzelbach die Erlaubniss zum Eintritt in sein Land auf eine so beschränkte und zweideutige Weise, dass beide, im tropischen Klima an ihrer Gesundheit bereits ha^t angegriffen e. Reisende die Umkehr weitern Versuchen vorwogen, u.id daher am 14. Juli die Rükkehr uaeh Ehartnm antraten. Rach jenem Briefe des ...Sultans hätten die beiden genannten Reisenden bloss nach f e n d e t t i , der Hauptstadt desselben, kommen dürfen und vor ihrem Eintritt ins Land noch weiter mit dem .^nltan schristlieh unterhandeln müssen , der zum voraus erklärte, er werde sie mit einer Wache versehen und nicht im .Lande umher reisen lassen, sondern nach erhaltenem Besehe zurül.sehiken.

Herr Mnnzinger ist seither in seiner .^eimat .^lten angelangt und h..t uns über seine Reise Bericht erstattet, der hier beigesügt ist.^) Diesem ^usolge ist kaum mehr zu hoffen, dass Dr. Vogel, über dessen ^chiksal sich die Reisenden Gewissheit verschassen wollten. noch am Leben sei.

Hr.

Mnn^inger ist der Ansicht, dass es dem von Rorden her über Tripolis vorgedrungenen .^errn von Benrmann eher gelingen n.erde, Wara zu erreichen.

Die geodätische Kommission, die von der schweizerischen natursorscheuden Gesellschaft zur .Begutachtung der .^n Vrenssen angeregten ^) Der erwähn^ Bericht wird vollständig veroffentlich^ werden.

296 m i t t e l e u r o p ä i s c h e n G r a d m e s s u n g niedergeht worden ist, besteht ans den Herren Professor W o l s in ^ürich, Jngenieur D e n z l e r m Bern, General Dus ou r in Genf, Direktor H ir seh in Reuenburg und Professor B l a n t a m o u r (statt des verstorbenen Brofessor Ritter) in Genf. Rachdem sie sieh mit dem Gegenstand aus dem Wege der Korrespondenz hinlänglich vertraut gemacht, hielt sie eine Simung in Renenburg unter dem Ehrenpräsidium des Herrn General Dufour, der sieh schon als Direktor des eidgenossischen topographischen Büreau^s für das sragliche Unternehmen ausgesprochen hatte. Dieses sollte nach der Absieht Brenssens, wo die Anregung von Herrn Generallieutenant B ae.^er ausgegangen war, durch Verbindung der geodätischen Messungen in denjenigen Ländern ins Leben gerusen werden, die mit Deutschland zwischen gleichen Meridianen^ liegen, und sich von Balermo bis Ehristiania erstreken, also einen Meridianbogen von 21.^ 4..^ umfassen. Die Gradmessungen bezweken bekanntlich die Erforschung der Gestalt der Erdkugel, wobei auch die Abweichungen der Lothlinie zu ermitteln sind, welche hohen Bergmassen oder der innern Beschassenheit der Erde zugeschrieben werden. Seit 1525, wo die erste Gradmessung ausgeführt wurde, ist Europa darin nicht weiter als ^u zwei grossen und drei kleinen Breitegrad- und drei grossern Längegradmessungen gelangt, die man hauptsächlich Frankreich, England, Russland, Breussen und Belgien ^u verdanken hat. Mitteleuropa steht darin im Allgemeinen noch weit hinter den Leistungen von West- und Osteuropa ^urük, obsehon es in seinen Triangulationen, deren Dreieksneze sieh über Schweden, Norwegen, Dänemark, Deutschland, die Schweiz und Jtalien erstreken, ein reiches Material und in seinen vielen Sternwarten , deren Lage bereits mit astronomischer Genauigkeit bestimmt ist, vortressliehe Hilssmittel besizt. Mitteleuropa ist dadurch in den Stand gefezt, nicht bloss eine Breitegrad - oder Längegradmessung vorzunehmen , sondern - was bis jezt noch nirgends geschehen -.- beides mit einander ^u verbinden^ so dass seine Messung die Krümmung der Erdoberfläche in jeder beliebigen Richtung ergibt. Durch die beabsichtigte Messung aus einem mit mehr als .^ Sternwarten versehenen Gebiete würde man einen Sphäroidstreisen von beinahe 22 Graden Breite und mehr als 12 Graden Länge mit einem Flächenraum von ungesähr 32,000 ^uadratmeilen erhalten. Ein so grossartiges Werk lässt sich nur durch Vereinigung der wissensehastlichen Kräfte der ^u berührenden Staaten und durch Mitwirkung der betreffenden .Landdesregierungen erreichen. Am Ende des Jahres waren der mitteleuropäisehen Gradmessung bereits beigetreten : Dänemark, ^a^hsen-Gotha, Volen, Meklenburg-Schwerin , Sachsen, Hannover, Belgien, Baden, Jtalien.

Von den Riederlanden, Oesterreich, Schweden und Norwegen ist naeh ihren bisherigen, auf das internationale Unternehmen eingehenden Vorkehren dasselbe zu erwarten, sowie auch Frankreich demselben nicht fremd bleiben will. Das Grossherzogthnm Hessen nnd Bauern sind erst kürzlich ^nm Beitritt eingeladen worden , und daher ist von ihnen noch kein Entscheid bekannt. Rachdem sich die schweizerische Kommission über alle ins Auge

297 zu fassenden Bedingungen einer schweizerischen Beteiligung verständigt und deren kosten aus 32,364 Fr. angeschlagen hatte, wovon fürs 1. Jahr nur ..2,364 Fr. erforderlich waren und die übrigen 20,000 Fr. sich auf 3 spätere Jahre vertheilen würden, sprach sie ihre Ansicht entschieden dahin aus, dass sieh die Schweiz ehren- und billigkeitshalber solchen Werken des Friedens unter den gesitteten Völkern nicht entziehen dürse. Die schweizerische natnrsorsehende Gesellsehast erklärte sich bei ihrer legten Jahresversammlung in Luzern einmüthig damit einverstanden, und knüpfte an ihr Gesuch um Bewilligung des nothigen Kredites durch die Bundesbehorden die Hoffnung , dass alsdann die schweizerische topographische Karte , di.^ bereits der Stolz des Vaterlandes ans den. Gebiete geographischer Lei^ stungen sei, eine ihren Werth noch erhöhende Ergänzung erhalten werde und die Beantwortung der an die Schweiz gestellten Fragen zngl^ch auf bisher unbekannte Thatsachen von national-okonomischem Jnteresse sühren dürfte. Die h. Bundesversammlung hat den verlangten Kredit bewilliget und uns dadurch in den Stand gesezt, Vreussen den Beitritt der Schweiz zur mitteleuropäischen Gradmessung zu erklären. Die Verwendung des Kredites dafür gehört ins Jahr 1863.

Der s c h w e i z e r i s c h e K u n s t v e r e i n hatte leztes Jahr wieder über einen Bundesbeitrag von 200l) Fr. zu versügen , wodurch die Summe der bisher von ihm bezogenen Bundesbeiträge aus 60.^0 ^r. gestiegen ist.

Dessen ungeachtet gelang es ihm ni^t, dieselben in dem Sinne zu verwenden, wie er am 3. Juni t 86l) sür die Zeitdauer bis zu seiner diessiährigen Hauptversammlung beschlossen hatte, uämlieh für ein die vaterländische Geschichte verherrlichendes Gemälde eines schweizerischen Künstlers. Jn Ermanglung eines würdigen derartigen Kuusterzeugnisses entschieden sich die Abgeordneten der Städte Zürich, Basel, Genf, ^olothurn und Bern daselbst im Lokal der schweizerischen Gemäldeausstellung des westlichen Turnus für den Ankauf der Rr. 2l 5 des Katalogs, eines Gemäldes von Leon Berthond, betitelt. ^or^. ^n ^eb^.s.^.no .^ Rome, vue de l'emplacement des Cata^mbes de ^an Cristo sur la Via ardeatm..^ um den Vreis von 2l)l)..) Fr. Rachdem dasselbe die Runde bei den übrigen zum Verband des sehwei^eriseheu Knnstvereins gehörenden Städten gemacht hatte, entschied das Loos unter sämn.tliehen Lokalvereinen, welchem Gewinner es zusallen ^soll, um als unveräusserliehes Eigenthum in einem schweizerischen Mnsenm aufgestellt zu werden.

Dieser Vorgang, in Verbindung mit den srühern Erfahrungen, lässt es als zwei..

selhast erscheinen, ob der Zwek, den man bei solchen Kreditbewilligungen im Auge gehabt, jeweilen mit einer so kleinen ^umme erreichbar sei.

Würd.. man den Bundesbeitrag auf ungefähr 10,0l)0 Fr. erhohen, so könnten Bestellungen von Gegenständen gen.aeht werden, die ui^t nur den Kunstfleiss zu sördern und den Kunstsinn mehr zu verbreiten, sondern auch Gebäude mit gemeinvaterländisehen Zweien, z B. das Bundesrathhaus, das eidgenössische Vol.^teehnikum u. s. w., angemessen auszuschmüken geeignet wären. Ansser dem schweizerischen Kunstverein dürste sich auch das

2.^ ..^ eidg^nosstschen Polytechnikum für Knnstsächer angestellte personal bereit finden lassen, der Bundesbehor.de die Würdigung schweizerischer Kunstlerbegabung und K.mstsertigkeit in den fraglichen Fällen dureh Gutachten ^zu erleichtern.

Wir sind anch in den Fall gekommen, mit der s c h w e i z e r i s c h e n g e m e i n n ü z i g e n G e s e l l s c h a f t in Verkehr ^u treten. Wir haben nämlieh nicht ermangelt, ihr die an die Schweiz ergangene Einladung eines Eomites in Brüssel zum Besuch des dort veranstalteten internationalen Kongresses für Losung sozialwissenschastlieher Fragen mit einem umfassenden Brogramm zugehen zu lassen, sowie auch ihren Abgeordneten, Herrn Vsarrer Sp.^ri, und denjenigen der gemeinnü^en Gesellsehast der romanischen Schweiz, Herrn Präsident G. Mopnier in^ Gens, behuss ihrer Teilnahme am internationalen Mildthätig^eitskonpresse in London mit den gewünschten Empfehlungen zu versehen. Ebenso haben wir d...m Ansehen der oben erwähnten allgemeinen Gesellsehast um Verwendung für .Anbahnung eines Konkordats behuss Gründnng von Straf- und Besserungsanstalten für jugendliche Verbrecher dureh ein Kreisschreiben an sämmtliche Kantone entsprochen, welches eine günstige Ausnahme gesunden hat.

Dagegen fanden wir uns nieht veranlasst, aus andere Ansinnen von ^esellschasten oder Vrivaten im Julande, die sur Untersti^una^w..^ die Mitwirkung des Bundes in Anspruch nehmen wollt...., einzugehen. So wurde von nns ein Unterstüzungsgesuch sür den Bau der resormirten Kirche in Soloth..ru, gleich dem frühern ähnlichen Begehren der katholisehen Kirchengenossensehast in Basel, serner ein Gesuch der tessinisehen .Lehrerschaft uni emen Beitrag zur Uuterstüzung altersschwacher Mitglieder abgelehnt.

B. Jm A u s l a n d .

Die Verkeilung des herkömmlichen Kredites von 80l)0 ^ran.^en zur Unterstü^ung der schweizerischen Hilssvereine und Hilsskasseu im Aus.^ lande geschah, wie bisher, nach Massgabe der in den Rechens.hastsberichten enthaltenen Ausweise über Leistungen, beziehungsweise über Ver^ wendung des vorjährigen Beitrages. Hiebei ging nnr Bahia leer aus, dessen Leistungen die ...^.nmme des 18^1ger Beitrages nicht erreichen, dagegen wurde der bisher wegen Ausbleibens der Jahresberichte über^ gangene Verein in Bordeaux^ berükfichtigt, und es blieb sich so die .^ahl 23 der im vorigen Jahr unterstünden Vereine gleich. Mit Beibehaltung uud angemessener Abrundung ^es Minimums von Fr. 10l) und des Maximums von Fr. 1400, sowie mit Berüksi.htiguug besonderer Umstäude, welche einen über die Leistungen hinausgehenden Betrag und einen daherigeu Rachtragskredit erforderten , gestaltete sieh die Vertheiluug im l.^inzeluen folgendermassen .

299 Unterst^ zungs.^us^ gabe^om Jahr

18^1, resp.

18.^1.^l.

Fr. Rp.

  1. Schweizerischer Hilvsverein in Buenos-Ayres
  2. schweizerischer Wohltätig-

keitsverein in Bahia 3) Schweizerischer Hilssverein in Rio-Janeiro 4) Schweizerischer Wohlthatigkeitsoerein in New-York .

5) Schweizerischer Unterstüzungsverein in Philadelphia 6) Grütliverein in Washington

7) Vhilhelvetischer Verein

in

.

.

.

^

12,310. 69

1,200

420.

-

---

.

-

--

--

8, l 74. 72 1,200 300 l ,089. 3.^ 300

2,305. 75 transport 67,984. 32

) ) ) )

.^

100

8) Schweizerischer Wohltätig-

17) Schweizerischer llnterstüzungsverein in Wien

dureh ^rdentl. ^eh..

.^red^.

trag..^ .redit.

660. 40 9l .^89

681. -keitsverein in Bordeaux 1,867. 37 9) Armenkasse des s..hweizerischen Konsulats in Marseille 1,548. 70 10) Schweizerischer Wohlthatigkeitsverein in Varis .

19,226. 25 11) Schweizerischer Hilfsverein in Baris .

10,909. 65 12) Armenanftalt der reformirten Schweizerkirche in London .

3,93l. 04 13) Schweizerische Hilsskasse in 1,860. 50 Mailand 14) schweizerischer Wohlthätigkeitsverein in Turin .

864. 50 15) Schweizerischer Wohlthätigkeitsverein in Amsterdam .

1,339. 67 16) Hilfsverein sür bedürftige Schweizer in priest 702. 82 Brüssel

Bundesbeitrag

l 00 200 450 1,400 1,000 350

400^) 200^) 200 ^) -

---

300^^^

--..

--^

200 100 100 100 200 7,300 t,100 ---

---

-

---

---

Wegen des nordamerikanischen Bürgerkriege und daheriger Geschäftstötung.

Dito.

Dito.

Wegen des Defizits von Fr. 448. 70 der Armenkasse des Konsulats.

Bundesblatt. Jahrg. ....v. Bd. II.

23

300 Transport Wohlthätigkeitsverein in Rom .

Schweizerischer Wohlthäti^ keitsverein in Berlin

18) Schweizerischer 19)

29) Schweizerischer Wohltätig-

924. 80 709. 69

^

7,300 1,l00

l 50 l 00

keitsverein in Moskau

4 ,760. 60

450

keitsverein in Odessa Schweizerischer Wohtthätigkeitsverein in Vetersburg .

2 ,096. 48

200

8 ,300. 65 345. 62

750 l 00

2l) Schweizerischer Wohlthätig^ 22)

67 ,984. 32

23) Sehweizergesellsehast in Leipzig 24) Schweizerischer Wohlthätig-

926. 67 zusammen 86,048. 83

keitsverein in Barcelona

l 00 9,150 l ,15l)

Hiebei ist noch zu bemerken, dass die Vereine in Rio Janeiro und Turm wegen verspäteten Einladens der Jahresberichte nach vorjährigen Ansähen zu tar^iren waren.

Die Zahl der im Jahr 186l von sämmtliehen obigen ^.ilfs...ereinen und Hilsskafsen Unterstufen schweizerischen Landsleute im Auslande belies sieh, wie leztes Jahr, auf annähernd 3000.

^ln.^wande^nn^swesen.

Das schweizerische Konsulat in H a v r e , von dem wir bisher die bedeut.ndsten Angaben über die Bewegung ..^.r nach anderu Welttheilen Auswandernden empfangen haben, erklärt in seinem Jahresberichte, es konne seine Uebersichten seit Abschass.mg der Reisepässe nieht mehr fortsezen, da die Auswanderer sich nunmehr einzuschiffen pflegen, ohne ^ass das Konsulatsbüreau davon Kenntniss erhalte, ausser in Fallen, wo Beschwerden auzuhoreu oder Räthe ^u erlheilen seien. deiner Ansieht naeh hat die schweizerische Auswanderung nach den Vereinigten Staaten beträchtlich ab^, die nach den Vlatastaaten und Brasilien hingegen ^.genommen. Diess stimmt mit den Berichten aus Bremen über die le^tjährige Auswanderung im .Allgemeinen ziemlich übereiu, während in Hamburg dnrehgehends eine Zunahme, selbst in der Richtung naeh den Vereinigten Staaten bemerkbar war, indem dort die Zal..l der unmittelbar nach andern Weltteilen Beforderten im Vergleich zum Jahr 1861 von ^l3,.^40 Kopsen aus 18,373 und die der mittelbar (üb.^r Liverpool und Hull) Beforderten von 674 aus l5l)7, somit die gan^e Auswanderung nber Hamburg von l 4,2 l 4

auf 1.),880 gestiegen ist. Von diesen wanderten 14,287 uaeh Rew-^ork,

2091 naeh Kanada, 99^ naeh Brasilien und die ubrigen naeh Australien und ^er Kapstadt ans. Die ^ahl l^er über Hambnrg ausgewanderten Schweizer ist von 60 aus l .^3 gestiegen, wo^on l 34 nach Rew^ork und ^) Wegen der .^ils^bedürftigkeit von ^amilien gewesener Sch^eizernul^är.^.

30l 17 nach Brasilien sieh begaben. Den zunehmenden Mangel an Berichten r^on andern schweizerischen Konsulaten über die Bewegung der Auswanderung, namentlich über die Einschiffung unserer Landslente in europäischen Häfen, schreiben wir der vom .Konsul in Havre bereits erwähnten Ursache ^n. Jn Ermanglung einer umfassenden Kontrolle dürfte ein Rükblik ans

die vom 5. Mai 1857 bis 31. Dezember 1860, also in beiläufig .^

Jahren zu Rew.^ork ausgeschifften Schweizer um so eher von Jnteresse sein, als seit der eidgenossischen Bevölkerungsabnahme von 18.^..) keine Zahlung der landesabwesenden ..Schweizer mehr stattgefunden hat.

Rach Glük^s ^Immigration ^.meri^ni...^ im économiste kran.^is^ belies sieh ^ene Zahl auf 43,6.^5, während man bei der eidgenössischen Bevölkerung^-

Aufnahme von 1850 in Amerika überhaupt nicht mehr als 20,22^

Schwerer zählte. Jn den gedachten 3^ Jahren lieferte, mit Ausnahme von Grossbritannien, Deutschland und Frankreich, kein Land eine gr^ssere^ .^ahl von Auswanderern nach Rew-^ork. Es muss also der schwererisehen Auswanderung immer noch eine grosse Bedeutung zugeschrieben werden, und zwar um so mehr, als die Zunahme schweizerischer Ansiedlungen in irgend einem überseeischen .Lande in der Regel eine Znnahme^ des schweizerischen Handelsverkehrs mit demselben zur Folge hat.

Die Klagen über die Art und Weise, wie die Auswandernden an ihre Bestimmung befordert werden , haben fast ganz aufgehort . dagegen sind noch welche gegen Gemeinden oder Unterhändler vorgekommen, ^ ihre Mitbürger ohne Rüksicht aus Arbeitsfähigkeit znr Auswanderung zn bewegen suchen und durch Abschiebung untauglicher Leute dem ^eh^.ei^ernamen im Auslande schaden. Es ist in solchen Fällen sur angemessene Verossentliehung und Warnung gesorgt worden.

Von den ausgewanderten Schweizern selbst sind uns über die .Stellung, in die sie im Ausland gerathen sind, wenige Klagen eingegangen. Am meisten ^u thun gaben uns noch die Kolonisten in B r a fi lie n, da es dem ausserordentliehen Gesandten Hrn. von Tsehudi während der kurzen Zeit, die derselbe dort zubrachte, nicht möglich n.^ar, alle ^ur Verbesserung ihrer Lage verabredeten Maßnahmen zu verwirklichen, und in dieser Beziehung Manches der Zukunst vorbehalten bleiben mnsste.

Unterdessen ist zur Anssührnng gelangt ^ie Versezung der hilssbedürstigsten Kolonisten der ^rovin^ ..^an Vaulo vou ^an Joao do Rio Elaro und Eostitui^ao, wo sie aus den Kolonien Bir.., Eouvitinga und .^anto Antonio bei den ^azendeiros Dr. Jose Elias V a c h e e o J o r d a o und ...^ilveira L e i t e in Halbpachtverh.iltnissen lebten, nach der RegierungKolonie Eananea. Von denselben find, nach ersolgtem Moskaus, nur .^ ^amilien in der bezeichneten Gegend zurükgeblieben , und z.oar ^egen Krankheitsumitänden, welche ihnen den Anschluß an die übergesiedelten .) Faniilien (55 Personen aus den Kantonen Bern, Schasfhausen und Graubünden) nicht gestatteten.

Die kaiserliehe Regierung unterft^t diese ersten Ansiedler ihrer Kolonie Eananea bis zur Aernte mit Vorschüssen,

302 ..äumte jeder Familie, sobald sich das Bedürfniss dazu zeigte, statt

^2,500 Ouadratbrassas, 125,000, zu ^ Reis die Brassa, ein und er-^

fezte ans Verwendung des s^weizerischen Generalkonsulates den Direktor ^rothe durch Hrn. Schmidt, unter dessen Leitung die neue Kolonie u.mmehr zu gedeihen scheint. Ebenso hat in der Brovmz Espiritu Santo die Versezung der Kolonisten von den unsruchtbaren Ländereien von Santa Leopoldina nach der fruchtbaren Gegend von Rio Rovo stattgefunden , nnter den 31 übergesiedelten ^ehweizersamilien (84 Personen) sind aneh diejenigen, welchen die kaiserliehe Regierung auf Verwenden des frühern schweizerischen Herrn Generalkonsuls D a v i d im Jahr 1857 die Schulden in Ubatuba bezahlt hatte. Die Regierungskolonie Rio Rovo hat nun nicht ^ bloss einen evangelischen Geistliehen (V s lüg er ans dem Grossherzogthum Baden), sondern auch einen gebildeten Arzt, und in der Person des Herrn Krauss einen menschenfreundlichen Direktor. Die Vermessung des Landes ^ehuss Umwandlung der Erbpacht in Eigenthumserwerbung hat hingegen wegen anderer dringender Angelegenheiten noch nu.ht stattgefunden. Gegen einen Uebersall, den zwei schweizerische Ansiedler auf der Kolonie Mneur...., in der Provinz Minas Geraes erlitten , ist die Regierung kräftig eingeschritten; sie hat von den zwei evangelischen Geistlichen, die auf Anregung des Hrn. J. J. v. Tschudi von der Missionsgesellschaft in Basel .nach Brasilien befordert worden sind, den einen (Leonhard Hollerbaeh) in der Mueur^kolonie, den andern (Georg G. Strole) im .Städtchen Petropolis und bei der Kolonie Don Pedro ll. in der Rahe von RioJaneiro angestellt. Die Durchführung sast aller dieser Maßnahmen zur Verbesserung der Lage schweizerischer Kolonisten war bei dem unfügsamen Eharakter und der Dürftigkeit derselben mit grossen ^hwierigkeiten und .Kosten verbunden und konnte nur durch die unermüdliche ^.hätigkeit des fehweizerisehen Generalkonsuls und dnreh das bereitwillige Entgegenkommen der kaiserlichen Regierung erzielt werden. Vollig unabhängig von dieser mussten wir hingegen bei der Betretung des Rechtsweges gegen das Pflanzerhaus V e r g u e i r o und Eomp. in Santos vorgehen. Zu dem Ende sind uns von nachstehend verzeichneten 36 Betheiligten ihre auf Halbpacht^ und Reiseverträge beruhenden Vorschuss^Guthaben unter Zusicheruug der ^ehadloshaltung für die Prozesssührung abgetreten worden.

.^r.

Jm Kanton Zürich die Gemeinde Riederglatt

,, ,, .^berglatt ,, ,, ^tadel ,, ,, ^ruttikon Jm Kanton Bern, die Gemeinde Riederhünigen ,, ,, Oberthal ,, Staatskasse . .

.^p.

^ .

.

.^p.

361. 52

14l)5. 20 1179. 85 500. ---.- 3446. 57 2282. 10 1925. 50l). ----------

4707.

l0

Transport 8,153. 67

303 .^r.

.^p.

.^r.

.^p.

Transport . . . 8, .53. 67 Jm.^antonUnter^aldendieGememde.^lpnach 16^8l. 66

,, ,, ,,

,, ,, ,,

Giswhl 11,345. 52 Sachseln 6,804. 07 Sarnen 4,932. 07 ^.^ .^

Jm Canton Glarus die Gemeinde Engi ,, ., Matt

47,206. l5 2l,296. 0 4 ^ - ^ ^

Jm K. F r e i b u r g die Gemeinde Ehatonnar^e ,, ,, Mannens u.

.^,209. ..)2

Grand-Sivaz l ,339. 92 Torn^le-Grand 1,888.60 ^ ^.^..., ..^

,,

Jm^. Granbünden die Gemeinde Bonaduz ,, ,, Ehur ,, ,, En..s ,.

., Fanas ,, ,, Grüseh ,, ,, Klosters ,, Lohn ,, ^, Malans ,, ^, Mastri ls ,, ,, scheid ,, ,, Untervaz ,, Zillis ,, ,, Zizers

9,358. 60 2,600. 1,850. --14,425. -2,334. --..

4,505. 88 1,288. 3,036. 3,268. 40 1,999. 20 3l), 11 2. 21 1,24t.-2,930. 40 ^^ ^

Jm Kanton A a x g a u die Gemeinde Gebenstoxs

,, ,^ ,, ,,

,, ,, ,, ,,

1 ,35..). --^

^tr^.ngelbach 673. 70 Tennw.^l 496. 80 Tensenthal 5,876. 39 ^ Unterkulm 5,2 l ... 92 Staatskasse 660. -.^^^ .^

Jm Kanton T h u r g a u die Gemeinde Rieder..

neunsorn .

.

.

.

.

.

zusammen .

600. --

.

. 227,982.22

wovon mehrere Forderungen verzinslieh sind.

Des Anschlusses haben sich enthalten folgende Gemeinden mit ihren früher angebrachten Forderungen :

304 Forderung.

.^p.

.^r. ^p.

^r.

Jm Danton Zürich die Gemeinde H ombretti kon ,,

,,

Bern

,,

,,

Aesehlen

233. 33 152l. .--

., ,, Sehlossw^l 1774. 55 ., ., ^^ ^ ^ Jm K. Freibnrg die Gemeinde Albeuve 1231. 88 ,, ,, Broe ..452. 56 ,, ,, Eerniat^ 800. .-,, ,, Erésnz ^ 323. ,, ,, Estavanens 148.... 40 ,, ,. Fiantes 5175. ,, ,, Brez 1333 72 ,, ,, ^ ^00^

^^^

Jm ^. Sehafshansen

10,903.15

,, ,, Aargau

,,

,, ,,

Gäehlingen

Mohlin Oberkulm

.

.

.

2820. ^312^

zusammen .

.

^^

^^^ ^ 43,437. 74

Die ^rozesssührung haben wir lezthin Herrn ^l. G. B a r b o s a da Eunha in Ubatub.^, Deputirter der Brovinzialkammer von San Baulo und des brasilianischen Reichstages, übertragen. Die ^eitere Ent.viklung der Dinge ist zu gewärtigen.

Aus den Kolonien in den P l a t a sta a te n stnd im Ganzen keine ungünstigen Raehriehten eingegangen ; dieselben scheinen zwar vorübergehend vom Bürgerkrieg etwas gelitten , doch bald sich wieder erholt ^u haben und im Allgemeinen in der Annahme begriffen zn sein.

U^n der peinliehen Ungewißheit mogliehst ein Ende zu machen, in die seit dem Ansbruehe des Bürgerkrieges der Vereinigten ..Staaten die in ihrer Heimat ^uriikgebliebenen Familienangehörigen von dorthin Ausgewanderten ^ureh die Unterbrechung regelmassiger Rachriehten verseht sein nachten, haben wir die Ramen der ini Felde stehenden Schweizer, so weit solche ^ unserer Kenntniss gelangt sin.^, durch das B..ndesblatt (ll... Band,

S. 301-- 324) verossentlieht.

^..^.technische ^chn^le L ^eistu^gen und Frequenz der Anstalt.

Die Gesauimtzal.^l der V o r l e s u n g e n und U e b u n g s k u r s e im Schuljahr 18^l^1862 betrug im Wintersemester 11.^, im Sommersemester l22. Die Programme der Anstalt geben hierüber detaiilirte Auskunft.

305 ^ur praktischen .Anregung der stndirenden Jugend fanden auch dieses Jahr die reglementsmässigen grossen E x k u r s i o n e n statt. bedeutende Bau.verke in der Rahe und Ferne, grosse industrielle Etablissemente und Maschinenwerke wurden in Begleitung ^er Lehrer besichtigt und erklärt, ost aneh gezeichnet.

Wohlthnende Freundlichkeit und Zuvorkommenheit empfing, wie früher, die wandernden Gruppen.

Die ansgesührten Er^ kurstonen finden sich detaillirt ausgezählt im Schulprogramm des Winter-

semesters l 862,^63.

Jm Schuljahr 1860 61 hatte die Schule an Auditoren und Schü-

lern eine G e s a m m t s r e . ^ u e n z von 444^, worunter 336 reguläre Sehü..... ler. Jm Berichtsjahre betrug die ^ahl ^.r Schüler 434, der Auditoren im Durchschnitt 1l2, Gesammtsreauenz ^46 Stndirende. Vermehrung im Vergleich mit dem vorangegangenen Jahr 23.^.

Die 4 ^ 4 Schüler vertheilen sieh nach den Abtheilungen folgendermassen .

A . Mathematischer Vorkurs. . . . . . . . .

67 .

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Banschnle

C .

J..genieurschule

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2 6

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126

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117 47

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D. Mechaniseh..teehniseh.e Schule ^. l^hemiseh-teehnisehe Schule .

^

l^.

^.

Forstschule

Sechste

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Abtheilung

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^

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1.^

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3 2

434^ Di^ ^ehülerzahl zeigt somit im Vergleich n.it dem vorausgegangenen Jahr (336 Sehüler) eine ^re.^uenzvermehrung von 29.^,.

Die grosste Vermehrung zeigt sich in den 3 ....Sektionen der Jngenieure, Mechaniker und Chemiker, nämlich 40, 3l und 62^.

Es blieben aus dem legten Schuljahr an der Anstalt ...uriik 215, und 219 sind nen eingetreten, 53^^ der Schüler sind Schweizerbürger, 4^, Ausländer. Die Schweizer vertheilen sich aus die einzelnen Kautone wie solgt . .

Uebertrag 188

^ürich

.

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4 5

Glarns

.

6

Bern . . . . . . .

42

Basel^tadt . . . . .

6

Thurgau

6

Aargau

.

.

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18

Waadt

.

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.

l

Dessin

. . . . . .

...^chasfhausen

. . . .

^t. Gallen . . . . .

Graubünden . . . . .

Gens

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10

Appenzelt

10

Sehw^

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l0 10

. . . . .

Wallis . . . . . .

Basel-Landsehast . . .

4

3 3

8

U r i

.

1

7

Unterwalden . . . . .

1

Reuenburg

.

.

.

.

.

7

Zng

1

Luzern

.

.

.

.

.

.^

Uebertra^^^..^

.

6

5

.

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.

Freibnrg

.

.

. . . . .

Solothurn

.

5

.

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230

306 Von den 204 Ausländern Choren l24 den deutschen Bundesstaaten an, die übrigen vertheilen sich in kleinere Gruppen auf die meisten europäischen Staaten. Ans Rnssland kommen 28, auf Volen 13. ans Norwegen 1t ; aus Amerika 6.

Unsere drei legten Jahresberichte erorterten unter diesem .^itel etwas genauer das Verhältnis^ der Vl. Abtheilung und des Vorkurses. Diese Verhältnisse sind im Wesentlichen gleich geblieben , und wir konnen uns für diessmal um so eher kurz fassen, als über eine definitive und zwekentsprechende Organisation der Vl. Abtheilung soeben Beratungen stattfinden, deren Resultate in spätern Berichten mittheilen sind. Der Vorknrs erweist sieh mehr und mehr als eine notwendige und durchaus zwekmässige Ergänzung der Schule. Seine weitere Ausdehnung, als aus ein Jahr, wäre für d.e Jntere^sen nnserer Schule selbst ein entschiedener Missgrifs und würde den Miltelsehulen eine dnrchaus ungerechtfertigte Konkurrent maehen , in seiner jezigen Organisation aber leistet er die trefflichsten Dienste , um den verschiedenen Sprachgebieten der Schweiz die eidgenossische Anstalt gleichmäßig zugänglich zu machen , vorausge^ gangene praktische ^hätigkeit mit der Rükkehr zu hohern technischen .^tu.

dien angemessen zu vermitteln, namentlich aüeh, um den Lehramtska^i..

daten Gelegenheit zu tüchtiger Bearbeitung und Kenntniss derjenigen wissenschaftlichen Gebiete zu geben, welche dieselben in ihrer Mehrzahl später vorzugsweise zu lehren haben. Die Schüler dieses Kurses sind denn auch ganz und gar keine Flüchtlinge ans tüchtig organisirten nnd bis an unsere Sektionen reichenden kantonalen Mittelschulen. Einer solchen ^.ahnenflüchtigkeit wird durch strenges Einhalten des diesssälligen Gesezes vorgebeugt. Jm Durchschnitt ist das Alter der Vorschüler, na..^ mentlich der Schweizer, vorgerükter als das Alter der in die ersten Kurse der Sektionen eintretenden Schüler.

Die 32 ..^chüler der Vl. Abtheilung sind keineswegs lanter wirkliche Lehramtskandidaten . als solche konnen nicht viel mel^r als die Halste be^ zeichnet werden. Ra.h dem G^.sez und nach der ganzen Anlage der pol.^ technischen ^chnle kann und muss dieselbe das Lehramt vorzugsweise na....

mathematischer und naturwissenschaftlicher Fachbildung ins Auge fassen.

Es ist, um die Schule aus die Hohe d.eser Aufgabe zu stellen . manche Ergänzung nothig^ woraus nach Bezug des Reubaues ernstlieh Beda.ht zu nehmen ist.

Jm Winterhalbjahr waren l l 4, im ^ommerhalbjahr lll^Zuhorer eingeschrieben. Hiervon bilden die Studenten der züreherischen Hochschule 65, beziehungsweise 63, die Uebrigen 2.), beziehungsweise 48. Die Zahl der Auditoren, die nicht ...^tndenten der Hoehs.hule sind, ist sich seit mehrern Jahren ziemlieh gleich geblieben. Die große Vermehrung hat bei den regulären ^ehülern stattgesunden, ^velehe das weit überwiegende Kontingent stellen, was auch vollkommen im Juteresse eines geregelten Ganges der Schule und einer guten Studienordnung liegt. Die Hochschüler be..

suchen wesentlich literarische und naturwissenschastliche Dächer.

307 Nachfolgende Tabelle gibt ei.. erfreuliches Bild von der St^gernn^ der Gesammtfre.^nen^ der Anstalt seit ihrem ...beginn.

Der einleitende Kurs im Sommerhalbiahr 1855 zahlte ^ Ganzen, Schüler und Auditoren, Der Jahreskurs

1855.^56 185.^57 1857.^58 i 858,^59 1859.60 ^1860.^1 1861.^62

., ,.

, .

,, ,, ,,

,, ,, ., ,, ,, ., ,.

..

,.

,, ,, ,.

,, ,.

69 ^tudirende.

183 214 207 259 28 i 444 546

.,

Der künstige Bericht wird für 1862^63 über 6.00 Stndirende ans-

weisen.

Die Frequenz ist hiemit bereits so hoch gestiegen, dass in der .^.älfte de... Sektionen die Stoffoerarbeitung und die Erhaltung guter Durch..

sehnittsresultate aus eigentümliche Schwierigkeiten stosst, denen durch Vermehrung der Lehrkräfte, namentlich für Repetitorien und Examinatoren., sowie durch Vermehrung der Assistenz in den ^eichnnngssälen und LaMoratorien und durch strenges Einhalten der Erfordernisse sur die Ausnahme und Promotionen ^n begegnen, in den Vordergrund tretende Bslu.hr der ^ehorden und der Lehrer wird.

Betreffend ^ l e i s s n n d ^ o r t g a n g der S t u d i e n traben die drei vorausgegangenen Jahresberichte mit Einlässlichkeit das Einwirken der Schule auf diese Bnnkte und die sueeessive Verbesserung desselben dargethan ; .^ir verweisen desshalb, uui Wiederholungen zu vermeiden, lediglieh auf sene Beriehte. Das Resultat war wäl^reu.^ ^es Jahreskurses recht befriedigend.

Auch ist es eine stätige Erfahrung, dass im ersten Jahresl.urs noeh die meisten Mahnungen und Strafen uothwendig werden. Mit jedem .^emester nimmt Ernst und ^.leiss der Schüler zn. Reben diesen erfreulichem Wahrnehmungen fehlt leider an..h die Schattenseite nicht.

Von 266 ...Schülern, die bis zum ^chluss.. des Jahres blieben, konnten 21 (^wisehen 7 und 8^,) n^ht in ^ie entsprechende hohere Klasse.

besordert werden.

Diese Riehtpromovirten waren lauter ^chuler des Vor^ knrses und der ersten Jahresklassen der Sektionen.

Jn einzelnen fallen lässt sich das Sizenbleiben auch aus mangelhafte Vorkenntnifse beim Ein..^ tritte zurükführen. Während de^ J.rhre^kurses wurde im Weitern ein^ grosse Zahl ernster Mahnungen von Seite der Lehrerkonsereu.^en und Vorstände erlassen. Auch härtere Massregeln wurden nothig. Die Androhung ^er Wegweisnng ersolgte aus Antrag der Konferenzen und des Direktors gegen 20 Schüler. die wirkliche Ausweisung wegen Unfleiss musste nach vorausgegangeneu vielfachen Ermahnungen gegen 5 ...^ch.il^.r verhängt werden ; 3 weitere Schüler wurden, weil sie das ^veite Mal in der gleichen Klasse nicht promovirt werden konnten , nach Forschrift des Reglement^.

308 ^us der Schüleriiste gestrichen, die andern vorzugsweise aus Grnnd wieholter polizeilicher Vergehen, womit vorausgegangener Unfleiss zusammentraf, weggewiesen.

Die grosse Aüzahl der ^ehüle.. besuchte nicht nur die obligatorischen Dächer ihrer Sektion, sondern noch ansserdem das eine oder andere ebenfalls obligatorische Kollegium in einer andern Fachschule. Ueberdiess werden die freien Kollegien in den historischen, literarischen, naturwissensehastlichen und Knnftfäehern immer häufiger, sa in grosser Zahl besucht. Jm Berichtsjahre waren 466 Kurse dieser Art.

Man ^arf behaupten, dass fast kein einiger Schüler ansschliesslieh nnr die obligatorischen Kurse seiner Fachschule hort, ein Kollegium in einer zweiten Fachschule oder eine freie ^ Vorlesung kommt regelmässig hinzu , oft anch beide^ zugleich - e.n ergreulicher Beweis, wie diese allgemein bildenden Fächer in der That von intensivem Werth für die Anstalt sind, und es uni so mehr werden, se mehr die Fachmänner ^in der Auswahl des Stoffes den Bedürfnissen der Schüler nahe zu treten bemüht sind.

An 25 Schüler aller Abtheilungen konnten aus .Grundlage gut bestandener mündlicher Examen und sehr befriedigender schriftlicher Arbeiten Diplome ertheilt werden, nämlich: an 3 Bausehüler, 8 Jugenieure, 5 Mechaniker.

3 Chemiker, 2 Forstschüler, 4 Lehramtskandidaten.

Die ^.amen derselben sind im Bundesblatt mitgetheilt. Die Leiftuu^en von .) andern Kandidaten genügten nach den Ertlärnngen der ^ehrer^.

Konferenzen nicht znr Ertheilung des Diploms, welehes selbstverständlich für die .Präger selbst allen W.^rth verlieren müsst^e, wenn nicht tüehtige Leistungen verlangt würden.

Die im vorigen Jahresberichte schon berührte ^rage der Zwekn^ssigkeit von drei Gradationen ist in Uebereiustimmung mit den Anträgen aller .. L e hr e r k o n s er e n z e n verneint und diese Gradation aufgehoben worden. Da ^as bisherige Reglement zu allgemein war und über diesen, wie über .andere erhebliche Vuntte alles der Praxis überlässt, so wird nunmehr ein .detaillirtes Programm ausgearbeitet.

^ur Losung der drei am .^eh lusse des Berichtsjahres abgelaufenen ^r e i sa u s g a b e n der l., 3. und 6. Abtheilung der Schule wurde nur von ^.inem Schüler der meehanis^en Abtheilung , Herrn Theodor Stiehl von Solingen, eine Arbeit eingeliefert und der Zutheilung des ersten Breises .werth befunden.

30^ ll.

S a m m l u n g e n , L a b o r a t o r i e n und W e r k s t ä t t e n .

Jn den a r c h i t e k t o n i s c h e n S a m m l n n g e n wurde dieses Jahr wesentlich auf Vervollständigung der Luken in den Konstruktionstheilen und auf Vermehrung der Vorlagen durch Kopiren von interessanten Konstruktionen Bedacht genommen , so weit dieses der bescheidene Kredit gestattete.

Ein dem Herrn Vrosessor L ü b k e bewilligter Spezialkredit wurde von demselben bei Anlass einer Reise nach Varis und London zu Anschasfu..g mehrerer werthvolter Werke , sowie einer grossen Anzahl Zeich..Zungen von interessanten Theilen antiker Gebäude benuzt , und so einem beim Unterrieht in der Kunstgeschichte sehr fühlbar gewesenen Mangel abgeholfen.

Der Kredit der Modellirwerkstätte ist zur Vervollständigung der Werkzeuge und ^ur Ansehassuug eigener Gipsmodelle, sowie des nothigeu Rohmaterials geraucht worden. Die Werkstätte wurde besonders während des Winters sowol von den Schülern der ^auabtheilung , als auch von ein..r grossern Anzahl Znhorer , namentlich von Lehrlingen bei hiesigen Baumeistern, Steinhauern u. s. w. eifrig benn^t.

Der Hauptzuwaehs der V o r l a g e n für die J n g e n i e u r s e h u l e besteht dieses Jahr in Lithographien und Authographien aus den Gebieten des ^trassen^, Eisenbahn- und ^rükenbaues , in ^itnat.onsplänen und Karten, derjenige für die S a m m l u n g von M e s s i u s t r u m e n t e n in einem stählernen Messband und 4 Ronienmodellen . der übrige Theil des Kredites mnsste für Unterhaltung und Reparatur der Jnstrumente verwendet werden, die denn auch, Dank dieser Sorgfalt, troz des sehr starken Gebrauches, sich iu gutem Zustande befinden.

Jn die M o d e l l s a m m l u n g wnrde ein Modell ^ur Darstellung der im J^nern eines Balkens wirkenden Kräfte angeschafft. Alle diese , nur den dringendsten .Bedürfnissen entsprechenden Ansehaffung..n ersehopften den ordentlichen Kredit sau.mt einem gewährten Ex^trakredite von Fr. 800.

Jn der M o de l l- und V o r l a g en sammln ng der m e c h a n i s c h e n A b t h e i l n n g sind mehrere grosse ^taudtafeln aus den Gebieten der Getriebslehre, der Maschinenlehre und ^er Lehre von den Maschinenelenienten, von den Apparaten und J..ftrnmenten neu hin^ngel.ommeu.

D^e W e r t s t ä t t e n sür A r b e i t e n in Holz und Metall dienen hauptsächlich ^ur Anfertigung neuer und znr Reparatur und Jnftandstellnng .^er schon vorhandenen Modelle und erfüllen ihren Z.vet ans die befriedigendste Weise. Sie werden überdiess, obsehon hiesur kein Zwang besteht, immer von einzelnen Schülern besucht.

Die m e . h a n i s c h . t e e h n o l o g i s c h e und W e r k z e n g s a m m lung hat, ansser einigen Geschenken an Fabrikaten und Werkzeugen, einen sehr bedeutenden Z..wa..hs erhalten durch eine sür die Metalloerarbeitung ziemlieh

^10 vollständige Auswahl von Werkzeugen , deren Anschafsung dem Direktor, Herrn Professor Kronauer , bei seinem besuche der Londoner Ausstellung aus einem hiesür erossneten ...^pezialkredite ermoglicht wurde.

Als wesentliche Ergänzungen des Jnventars sür die eh e m i s eh t e c h n o l o g i s c h e n S a m m l u n g e n u n d d a s t e c h n i s c h e L ab or a t o r i um sind anzuführen. 2 Gasretorten, kleinere Waagen zum Gebrauche der Schüler ^e. . interessante , sür den Unterricht sehr brauchbare seltene Drognen und eine schone ...luswahl von Farb- und Drukmustern, totere von der Londoner Ausstellung.

Das Jnve.^tar des a n a l y t i s c h e n L a b o r a t o r i u m s hat sieh um..

Fr. 1..)l5 vermehrt.

^ür die s o rst .vis s e n s ch a s t lieh e S a m m l u n g besteht die diessjährige Vermehrung in Werkzeugen, Holzschnitten, Holzscheiben und drei

aus einem hiesür bewilligten Spezialkredite angeschafften Mikroskopen zum

Gebraute beim sorstbotanischen Unterrichte.

Für das Fach des F i g n r e n z e i c h n ens^ sind einige Photographien, sür dasjenige des Lan d s c h a s t z e i c h n e n s , statt der kostbaren Ori^ ginatzeichnnngen, englische Farbenabdrüke angeschafft werden.

Die neuen Erwerbungen sür den p h .. s i k a l i s eh e n U n t e r r i ch t vertheilen sich ini Berichtsjahre aus 20 Rummern , worunter namentlich hervorzuheben sind : ein grosser Elektromagnet, ei.n vertikal spielender Galvanometer, ein grosseres Modelt eines Uhr-Eehappeme..ts, l^tere zwei ganz, erstere zuni Theil aus der Werkstätte .^es Herrn H^pp in Reuenbnrg , zum Theil von Escher, W.^.ss und Eompagme in Zürich bezogen.

Die z o o l o g i s che S a m m lu n g g r o s s e r er g h i e r e hat sieh um 25l ^tüke, worunter namentlich einige seltene ...^äugethiere , vermehrt.

Dabei befindet sich auch eine Sendnng von 42 Vogelbälgen von dem ^lsrikareisenden,^ Herrn Mun^inger, serner 157 sehr sehone chilenische Vogel, ein Geschenk der Herren Grisard und ....^.ehard in Valparaiso.

Für die z o o l o g i s eh e S a m m l u n g k l e i n e r e r Thier.. sind eimge Skelette, eine Sammlung von Fischen (.,irka 60 Rummern^, eine Reihe von Korallen, eine Sammlung ^orftinselten ^..r Vervollständigung der schon vorhandenen und endlich ein einsach^s Mikroskop angesehafst worden.

Das e u t o m o l o g i s c h e M u s e u m erhielt seinen Hauptzuwaeh^ durch Sendungen asrikaniseher Jnsekten von den Herren Munzinger und Sehläfli, serner durch Erwerbung von Gegenständen aus den.. Museum in Levdeu , durch .^lnkäuse und Schenkungen von Seite sehweizeriseher und ausländischer Entomologen. Es wurden 9^2 ^.lrten in 375^ Exemplaren

^11 aus der allgemeinen Sammlung nnd 307 Arten in 1004 Exemplaren au.s der schweizerischen Sammlung eingeordnet.

Ju den auch dieses Jahr fortgesetzten Zusammenkünften, an denen sich ebenfalls Schüler des Bolvtechniknms betheiligten, hat Herr Brofefsor H e e r in einer Reihe von Vorträgen die Lias^Jnsekten der Schweiz behandelt.

Die b o t a n i s c h e n S a m m l u n g e n erhielten im Austausch von dem botanischen Garten in .^ew eine Sendung exotischer fruchte, von dem botanischen Garten in Betersburg russische und asiatische Bilanzen und .^von Botanikern unsers Landes Schwei^erpflan^en. Herr Sieber-G...si schenkte der Sammlung ein sehr reichhaltiges Herbarium deutscher und italienischer Bslan^en, Herr Brosessor Gramer deutsche und schweizerische ^rr^ptogamen , Herr Brosessor Heer orientalische Bfianzen. Herr Dr.

Schläsli hat ^iese Sammlung ebenfalls mit einem Beitrage bedacht.

^nm Zweke des Austausches wurden das erste Hest von Wartmanns Sehweizer^Kr^ptogameu , eine grosse Anzahl von Alpenpflanzen und eine Bartie fossiler Bslanzen von Oeni^gen angekaust. Gegensendungen sind bereits abgegangen an ^errn Dr. Bhilippi in St. Jago und an die botanischen Garten von Kew, Betersburg und Melbourne.

Ans Mangel an Arbeitskräften musste n^an von einer Bestimmung und Ordnung der allgemeinen Herbarien absehen. dagegen sind einige der schwierigsten Bartien des Sehwei^er-Herbariums (die Ruben und Rosen) mit grosser Sorgfalt bestimmt und bei den Exkursionen aus dieselben besondere Rüksicht genommen worden.

Die m i n e r a l o g i s c h e n , g e o l o g i s c h e n u n d p a l ä o n t o l o gis eh e n S a ^ n m l u n g e n haben durch Ankans nnd Geschenke auch dieses Jahr wieder bedeutenden Zuwachs erhalten. Die Vermehrung besteht weseutlich . fnr die m i n e r a l o g i s c h e S a m m l u n g in 36..) afrikanischen ^tüien. für die g e o l o g i s c h e und p a l ä o n t o l o g i s c h e ^ a m m l u n g in 195 Rummern Gebirgsarten aus dem Kanton Graubünden, aus der Gegend des Vi.^nauer-^tokes und der Ho.^hfluh ob Gersau, welche in Anwendung von Art. 12 der Statuten über die geologischen ^Ausnahmen der Schweiz dem Bol.^teehnikum überlassen werden, um mit der ^eit gleichsam das Archiv zu der grossen Arbeit der speziellen geologischen Ausnahmen der Schweiz zu bilden , ferner in 80l) ^tüken versteinerter Bflanzenarten von Meningen, von denen viele Originalstüke sind ^u Heers Flor.^ tertiari.^ helvet^a; in einem gut erhaltenen Andres ^.^en.^eri (homo diluvu .^es.^is von Schenehzer) , einer .^childkrote, einer Anzahl ^iiche und Libellen aus den ^undgruben von Meningen, endlich in Betrefakten, ^elsarten, Molasse-Bslan^en u. s. w., die theils angekaust, theils von Gonnern unserer Anstalt geschenkt wurden.

Die Bestimmung und Ordnung ist um 744 Rummern mit ^35^,0 Stüken fortgeführt worden. Herr Brosessor Kenngott beschäftigte sieh mit

312 Zusammenstellung einer H.n.d- und Kenn^eicheusammiung , einer geologischen Uebersiehts- und einer petrographisehen Sammlung.

Betreffend die B i b l i o t h e k haben wir zu bemerken, dass die ..^enuzung derselben und des Lesezimmers mit der Frequenz der Anstalt gleichen

Schritt hält. Durchschnittlich werden im Monat 200 Scheine sur aus-

geliehene Bücher ausgestellt. Die Bibliothek besteht znr Zeit aus 7400 Bänden ; die Zahl der ausgelegten Zeitschriften, meist technischen Jnhaltes,

beträgt 6^.

Auch im Berichtsjahr hat sich das Jnteresse an unserer Anstalt durch zahlreiche G e s c h e n k e bekundet. Wir lassen hier, in dankbarer Anerkennnng gegen die verehrten Geber, ein Verzeichnis^ derselben folgen.

Geber: Geschenke: 1. Mechanisch-teehno l o g i s c h e W a a r e n - und W e r k z e n g s a mmlnng.

Herr Oberst Rieter in Win-

terthur . . . . . l Zündnadelpistole.

Herr Karpf, Schreiner Zürich . . . .

Herr Zeller, Jngenieur Zürich . . . .

Herr Direktor Messmer Grassenstalden . .

in .^ in ..^ in^ .

Muster von Fournüren, Muster ^ur BronzeSchildsabrikation nnd Werkzeuge zu Holzbearbei tungsmasch ine n .

2. Z o o l o g i s c h e S a m m l u n g .

Herr Grisard, Suchard u. ^157 chilenische, sehr gut erhaltene Vogel-

Eomp. in Valparaiso .

bälge, wissenschaftlich bestimmt und mit werthvollen Rotten versehen.

Herr W. Mun..inger . . 6 Säugethier- und 2 Vogelbälge.

3. En t o m o l o g i s c h e S a m m l u n g .

Herr W. Munzinger und Jnsekten aus Bagdad und aus dem Bogos-

Dr. .^chläfli

. . .

lande.

4. B o t a n i s c h e Sammlung.

Herr Professor D... Eramer Deutsche u^.d schweizerische Krhptogamen.

,, ,, Dr. Heer . Orientalische pflanzen.

^, Dr. Schläfli .,

. .

Sieber^G^si in Zürich

id.

Ein Herbarium von 2500 Bflanzenarten.

5.

M i n e r a l o g i s c h e , g e o l o g i s c h e und p a l ä o n t o l o g i s e h e Sa mmlung.

Herr Konsnl Wanner in Glimmer- und ^slan^enerzstnfen von den

H^.^re . . . . .

Herr Baron von ......schudi in Edlitz . . . .

Küsten Afrika^.

Mineralien. Gebirgsarten und Versteinerungen von Bolivia und Eo.^uimbo.

3l.^ Geber.

Herr ^rosessor Oppel in München . . . .

Herr Dr. Zgraggen in i Altdorf . . . . .^ Herr Hanptmann Kohler ^ in Enge (Glarus) . .

Herr Nationalrath Joller

Geschenke.

^ehr seltene Versteinerungen von Vils und der schwäbischen Alp.

^ischabdrüke und Versteinerungen ans und Glarus.

Uri

Eine eigenthumliche Wallenst.oken.

de...

Konkretio..

von

Bibliothek.

Ganze Werke, einzelne Bücher, Atlasse, ^eilschristen, Geseze, Verordnungen u. s. w. werden geschenkt von ^en Herren Professoren Eherbuliez, Volle.., Wolf, Reuleau^, Städeler, Rambert, Elansins, Gastell, Gladbach, .Lübke, Escher v. d. Linth, Wild, Kenngott, Pritsche und Ehristoffel in Zürich, Laviz^ari in Lugano, Banumer in Stuttgart, privatdozent Gou.^, Fr. Graberg, Dr. Horner, Direktor Widmer, Russner und Fokschaner, Voli.techmker in Zürich, Jngenieur Legler in Weesen und Jngenieur ^iegler in Winterthur . ferner von der ^ociele d'liistoire naturelle de Neuchatel , .^ocieté de ^éo^plue de Genève, von der natursorschenden^ Gesellschast. in Basel, ^o.^ete ju^ssieane d'eniul^tion, s.hweizerischen geologischen Kommission, ^liniith.^onian Institution^ vom .^tate ol ^is^onsm , von Rhees in Philadelphia, von der k. k. geologischen Reichsanstalt in Wien , Universit.it in El^riftiania, pol.^teehuiseheu ^ehule in Stuttgart, vom eidgeuossisehen statistischen Bureau, von den Buchhandlungen Orell, ^üssli und Eompaguie, Me^ex u^d Zeller und S. Hohr in Zürich, voni Bundesrath, Erziehungskollegium Basel-Stadt, von den Regierungen von St. Gallen, Bern, Zürich, Basel, Genf, Waadt und ..largau.

lll.

A . m t s t h a t i g k e i t ^ e r ..^ ehul be h orden.

Der ....^ehulratl.. erledigte in 7 jungen .)^ Geschäfte, das Vrä-

sidialprotokoll zeigt in der Zwischenzeit die Abhandlung von 33.) Gesehäftsgegenstän.^en. Die Mitglieder des S^ulrathes, so.vie eine Anzahl erbetener Fachmänner aus verschiedenen Theilen des Vaterlandes haben dem Diplom.. und Jahrese^amen beigewohnt.

Reben den bekannten, alljährlich wiederkehrenden Geschäften der Behorden haben wir nachfolgende Verhan^luugsgegenftände , .^ehlussnahmen und V e r ä n d e r u n g e n im P e r s o n a l b e s t a n d ^r L e h r e r ausznsühreu.

An die deutsche Lehrstelle der hohern Mathematik ^nrde, für den durch einen ehrenvollen Rus in seine Vaterstadt Brannsehweig unserer Anstalt leider endogenen Herrn Dr. Dedel.ind . .^err Dr. Elwin Brun.^

^14 ^.hristossel , Privatdozent der Mathematik an der Universität Berlin, er...aunt.

Herr Adolf Meineke von Unterstrass. diplomirt.r Schüler der Jn^enieurabtheilung, leistete während ^es Schuljahrs aushilfsweise als ll.

Assistent in der genannten Abtheilung gute Dienste. ^u einem H. Assi..

Renten ist am ...^chlnsse des Schuljahres .^err Friedrich Lessard von Bellerive, diplomirter Schüler der Jngenieurabtheilung , ernannt worden.

Jn Anerkennung der der Schule geleisteten Dienste wurde dem Herrn ..Dr. Durege, bisherigen Privatdozenten der Mathematik, der Professortitel ertheilt.

Als erste Assistenten der chemischen Laboratorien sind am ^chlnsse des Jahres ausgetreten : Herr Dr. ..^tadler von Frauenseld und Herr Dr. Schul^ von Braunsehweig.

An der Stelle eines zweiten Assistenten des analytischen Laboratoriunis ^unktionirte wahrend des Jahres der Schüler Karl Etabli von Brugg.

Als Privat.. oze..ten sind an der Anstalt habilitât worden. Herr Dr.

.^r.l Morelt von .^t. Gallen für ^ehwei^ergesehichte, Herr Augnst Gou^..

von Lausanne fnr Mathematik, welcher indessen in Folge einer Wahl an die Kantonsschnle in Aarau im Berichtsjahre die Anstalt wieder verlassen hat, und Herr J...le.^ Picard von Lutr...,, diplouiirter Schule... der Anstalt, ^ür Chemie.

Herr ^tabsn.ajor ^ogeli-^odmer von ^üri^h hat an der Anstalt kriegs^issenschaftliehe Vorlesungen gehalten. Der lentes Jahr als ^rivar^ dozent habilit.rte Herr Dr. ^tossel verliess in ^olge seiner Wahl ^um Sekretär des eidgeuossisehen statistischen ^üreau^s in .^ern die polytechnische Schule.

Als eine Hauptaufgabe der Schuibehorden, weleher fortwährend die regste Aufu.erksau.^keit gewidmet werden soll, muss der i n n e r e A u s b a u der ^ e h u l e . d. h. die auf die ^ildungs^veke wie aus die ..^rast der ^ehüler wohl berechnete Einrichtung der obligatorischen und nicht obli^ gatorisehen Unterriehtskurse, betrachtet werden. Aueh naeh dieser R^ehtnng ist im Berichtsjahre, wie in den vorangegangenen,. Manehes geschehen.

Jm Einverständnisse mit dem neu eingetretenen Lehrer der Kunstgeschichte, .Herrn Lübke, ist über diesen Zweig des Unterrichtes ein Programm ausgestellt worden, das den Bedürsuissen der ^.ehüler aller Abtheilnngen wohl entsprechen sollte. ^n einem 4stündigen, durch ^vei Semester durchlaufenden Knrse wurde alte . u.iitlere und neuere Kunstgeschichte bis auf die Kunstbestrebungen der Reu^eit gelesen. Dieser Knrs ist slir die ^ehüler der .ersten Klasse .der Bauschule obligatorisch. Reben diesen. Hauptkurse wird der Herr Professor weitere kleinere 2stündige ^pe^ialkollegien, ans ver^sehiedene Semester vertheilt, lesen , welche .wesentlich griechische .^knlptur, .talieuische Malerei des 15. und 1^. Jahrhuude.ts, altdeutsche Malerei, Plastik der Renaissance, Kultnrbestrebungen der Gegeuwart als Gegen..

3l5 stand der Auseinanderseznng wählen , in der Meinung , dass , wenn das

Ha..pt^olleasum die alte Kunst behandelt, die Spezialkollegien sich mit der

Kunstgeschichte der neuern Zeit befassen, und umgekehrt. Auf diese ^Weise ist während eines 3jährigen Kurses jedem Schüler dreimal .Gelegenheit geboten, einen allgemeinen Abriss der gesam.nten Knnftges..hichte zu hor^.n.

^ässt sich das Anhoren dieser Kurse mit dem Stundenplan für eine Abtheilung in dem ersten Jahre nicht vereinigen, so wird es im 2. oder 3.

Jahr moglich sein. Die Spezialkolle^ien. werden überdiess möglichst aus die mit nicht obligatorischen Kursen belegte Tageszeit verlegt. Die Bausehüler haben schon im ersten Jahr eine allgemeine Ansicht der Kunst^geschi^hte gewonnen ; um so besser werden sie die eingehenden ....^lverglei^ ehungen des Professors der Bankunst, Herrn Sempers, im 3. Jahre verstehen.

Es ist mogli.h geworden , auch ^n früher bestandenen besondern Kursus für die Banschüler über Baumechanik für die^Zuknnft wieder einzurichten.

.

. ^ Auch in andern Fachschulen sind Ergänzungen von Liiken, namentlich im Jnteresse der speziellen Bernssrichtungen, eingesügt worden . so z. B.

für ^ie Schüler d^r ehemisch^technischen Abtheilung ein kurzer Kursus über beschreibende Maschinenlehre, welcher nicht aus Kenntnisse in der hohern Mathematik gebaut wird. Ein solcher K^.rs .vnrde längst vermisst.

Die vielstü^dig.... Kollegien in hol.^rer Mathematik und theoretischer Maschinen^ lehre sind unmöglich in den Stundenplan der chemischen Schule einzufüg^n, um so nolhiger scheint ein solcher Ersaz. Die Me^aniker des ersten Jahresl^urses haben für das Wintersemester ein kurzes Kollegium über ana^tische Geometrie mit Ueb^.ngen erhalten. Für die ^orstschnle sind zwei nene Spezialkollegien eingerichtet worden, nämlich ein gedrängter Kurs über Agrikultur^.hemie und ein mathematisches Kollegium mit wesentlicher Rülsi^ht ans die Forstpra^is. Die ankennenswerthe Bereitwilligkeit der Herren Professoren und ^rivatdozenten hat die Erstellung aller dieser Knrse allein ermöglicht ; doch sind ^ie meisten dieser während des Beriehts^ jahres beschlossenen Kurse erst mit dem Wintersemester 1 862^3 in Aussühruug gekommen.

Das oft beklagte Provisorium der Räuniliehketten hat es zudem unerlässlich gemacht, den Kursus der Technologie für Ehemiker und Mechaniker zn trennen, das heisst doppelt zu geben , ebenso musste der .^eichnungsunterrich.t am ^orknrse aus dem gleichen Grunde in zwei Abtheilungeu getrennt werden. Alle diese in^ nicht abzuweisendem Jnteresse ^es Bildungszweks der Schüler gemachten, theils dauernden, theils vorübergehen^ ^en ^inriehtungen, in Verbindung mit der vielfa^ nothigen Aushilfe in den Repetitoren und Er^amiuatorien (namentlich in den zahlreichen Kursen der Mathematik, theoretischem Maschinenlehre und deskriptiven Geomelri.^ haben ^ie ^^.hnlkasse stark in Anspruch genommen; doch ist Derartiges unmöglich zn verabsäumen, will man uicht geradezu die Han.ptsache v...r^ach^issige n.

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316 Der wachsende Rus der eidgenössischen Schule un^ der daran wirkenden Lehrer lässt das Aug... des Auslandes mehr als nns lieb sein kann darauf richten , Lehrern unserer Anstalt anderseits Stellungen an^ zubieten, die meistens mit Rükstcht auf Besoldungsverhältnisse und ok.^ nomische Garantien auch für die Familien der Betreffenden verlokend sind. Jm Berichtsjahre erhielten zwei unserer trefflichsten Lehrer .Anträge dieser Art. Es ist jedoch den .Anstrengungen. der Behörden , welchen die Zuneigung d^r Berufenen zu ihrem bisherigen schonen Wirkungskreise zu Hilfe l.am, gelungen, die beiden Männer l^er Anstalt zu erhalten.

Bei neuer Besezung von Stellen stossen .^ie Chorden mit Rüksicht aus die ökonomische Seite gleichfalls ans grosse Schwierigkeiten.

Unsere Anstalt muss. eben mit Denjenigen gleichartigen Anstalten des Auslandes, welche den ersten Rang behaupten, die Konkurrenz bestehen, und das Augenmerk der Behorde kann und darf nicht anders als aus Männer gerichtet werden, die eine, nach wissenschaftlicher Be^entung und Lehrgabe, hervortretende Stellung behaupten.

Der öftere Wechsel des Personals an einer polytechnische.. Schule stört zu.^en., mit Rüksicht aus den ga.^en Zusammenhang ^...r Jahresknrse und Unterrichtszweige und aus das nothige ^.sammenwirk...n der Lehrer an einer solchen Anstalt, weit mehr als an einer Hochschule. Der Jahresberieht des ^ehnljahres 185^60 l..at ans eine Versicherungsstiflu.^ der Lehrerschaft, als aus ein Ae.n.ivalent hingedeutet , welches die pensionsVerhältnisse Deutschlands und Frankreichs zum ....^..il wenigstens ausgleichen würde, ohne irgendwie dieses System, das unsern republikanisehen Anschauungen widerspricht, zu adoption. Ra.h vielfachen Erkuudigangen bei verschiedenen soliden Rentenanstalten und in Folge n.annigsaeher Verhandlungen ist endlich an.h ein Vertrag mit .^er schweizerischen Renteuanstalt zu Stande gekommen, dem wir am l .). Rovember 1862 unsere Geneh^ni^.nng erteilen konnten und an dessen wohlthätigem Eiuflnss ans unsere Anstalt wir nicht zweifeln konnen. Die Professoren versichern sich selbst aus ^odesversi.^erung o.^er Altersrente, und die .^hnlkasse tritt ^nit den. ^ins des Reservefonds unterstü^eud hinzn , in der Regel mit 3^^

des Gehaltes. Der Bund verpflichtet sich dab^.i ...nrehaus ni^t ins Un-

gewisse, sondern bleibt bei einem bescheidenen Ma^imun. des Jahresbeitrages stehen und übernimmt kein weiteres Risiko. Wir se..en Werth darauf, dass die ..Stimulationen dieses Vertrages ni.^t nur das personliehe Jnteresse der einzelnen Lehrer ins Ange fassen , sondern mit diesem und dureh dieses auch das bleibe^e Jnteresse der Schule fordern.

Beim Weggang eines Lehrers horen nieht nur selbstverständlich alle Beiträge ..us, sondern es fällt die Hälfte derselben an die ..^.ehulkasse znrük und kommt den an der Anstalt tren aushaltenden Lehrern ^u ^ut. Wir oerweisen auf den Vertrag selbst ^) und die ausführliehen Berichte des ^ehul^) ..^iehe ei^g. .^ese^sammtung, Band ..^Il, Sei^ .^.^7.

3l7 rathes vom 13. Juni und 24. September 1862, sowie auf denjenigen des Departements des Jnnern vom 20. Oktober gleichen Jahres. Der.

Vertrag ist bereits vollständig ^ur Ausführung gekommmen, und die Brosessoren haben sich durchschnittlich zn bedeutenden Leistungen verpflichtet.

Die Schulkasse hat bei der ersten Erstellung auf das Alter der Herren Professoren billige ausgleichende Rükstcht genommen, und mit einem Jahres^ beitrag von nicht ganz 5000 Franken ist in Verbindung mit den Anstreng^ ungen der Lehrer ein so sehones Resultat erzielt worden, dass damit mehr als die üblichen Witwenpensionen des Auslandes erreicht sind.

Jm Schosse des Sehulrathes wurde die schon durch das Vostulat der ^Bundesversammlung vom 17. Jnli l 854 aufgeworfene Frage m i l . i t ä r w i s senseh a s t l i c h e r K u r s e und U e b n n g e n an der Schule neuerdings einer einlässlichen Brüsung unterworfen. Die niedergese^te Kommission holte auch die Meinungsäusserung des Herrn General Dusour ein. Jn dem über diese Frage eingereichten einlässlichen Gutachten vom 8. Mai

1862 entschied sieh der Sehnlrath zwar gegen die Einführung sowol

praktisch-militariseher Uebungen, als auch eines umfassenden und intensiven theoretischen Unterrichts, dagegen für militärische Vorträge propä.^ deutischer und ene^lopädiseher Ratnr, wie solche, nach einer Bemerkung im .Vorhergehenden, in der That gehalten wurden. Auch befürwortete der Sehnlrath das an den Bundesrath gerichtete Gesuch des .^ch^en^ ^ vereins schweizerischer Vol^techniker um Verabsolgung eidgenossischer Waffen, so.vie um Verlegung der Aspirantenkurse aus die grossern Sehulserien, behnss der Bennznng legerer zur militärischen Ausbildung. Diesen Gesnchen ist denn anch im lausenden Jahre in der Hauptsache entsprochen worden.

Mit

Rüksieht anf die

grosse Wichtigkeit der L o n d o n e r W e l t -

industrieausstellnng für viele Unterrichtszweige unserer Anstalt sind mehrere Herren Professoren derselben durch Reisevergütungen im Gesammtbetrage von 3500 Franken zum Besuche der Ausstellung ermuntert worden.

Unsere Sammlungen haben durch diese Veranlassung in mehrsacher Riehtnng werthvolle Ergänzungen erhalten. Die Vermittlung und Annäherung von Wisseuschast und Brax^is kann nicht versehlen, ihre wohltätige Rük^ wirkung aus die Schule zu äussern.

Aus dem so wohlthätigen E h a t e l a i n ^ s e h e n L e g a t e konnten dieses

Jahr an zehn dürftige und tüchtige Schüler unserer Anstalt Stipendien

im Gesammtbetrage von 2450 Franken verabreicht werden. Zwei davon, deren Studien an der Sehule im Berichtsjahre abschlossen, haben sich am ...^ehlusse des Schuljahres Diplome erworben.

Der Bau der . . S t e r n w a r t e , wofür im Jahr 1861 aus einem außerordentlichen Kredite von 40,000 Franken bloss 2241 Fr. 35 Rp.

zur Verwendung gelangten , zu denen durch Rachtragskredit vom 26.

Juli abhin noch 130,000 Fr. für^s Jahr 1862 bewilligt wurden, nahm unt^.r der Leitung des Herrn Vrosessor Semper seinen geregelten Fortgang.

318 Die Abfassung der Banakkorde, die Bestellung der Jnstrume.nte u. s. w.

beschäftigten die Schulbehorde vielfach. Jm nächsten Berichte werden wir o.hne Zweifel die Vollendung dieses sehr gelungenen und in eigentümlicher Weise nicht nur auf wissenschastliche Beobachtungen, sondern wesentlich aus die Jnteressen des Unterrichtes berechneten Gebäudes melden konnen.

Wir wollen , so nahe der Aussieht auf Erlosung , aus die drükende Roth des L o k a l i t ä t e n ^ r o v i s o r i u m s nicht znrükl.ommen. Genug,

dass die Regierung von Zürich nnd d.e ^chnlbehorden des Bundes keine

Anstrengungen scheuen u..... redlich zusammenwirken, um die Roth zu erleichtern und den sueeessiven Uebergang in^s neue Gebäude zu vermitteln. ..

Rachdem der Bau des Rebengebäudes für Ehe mie vollständig erstellt war, hat in unserm Austrage durch 2 vom Präsidenten des Schulrathes ernannte Experten und aus Grundlage eines delaillirten ^ragensche^ mas eine einlässliche Brüsung dieses Gebäudes stattgefunden, und es ist dasselbe, unter voller Anerkennung der mit Rüksieht ans die Hauptsache ausgezeichneter Erfüllung der^ Baupflicht von Seite Zürich^s, von uns übernommen worden. Einigen Ausstellungen untergeordneten Belanges kann nachträglich leicht abgeholfen werden. Auch die Differenz zwischen der Eidgenossensehast und dem Danton Anrieh über die Zahlungspslu.ht einiger ^pezialeinriehtungen in den Laboratorien hat ihre friedliehe Erledigung gesuuden, wie dies in beiden Beziehungen in dem ausführlichen Bericht des Sehulrathspräsidenten von. 26. ^ebruar 1862 erortert ist.

Roch vor Beginn des Schuljahres l 862^63 ist von einem Manne, dessen patriotischer ...^inu an dem Aufblühen des eidg. Volhtechniknms innigen Antheil nimmt und der mit Recht dem Festhalten und Erwerben von Lehrern mit ausgezeichneter Begabung sür den dauernden Rus dieser

Anstalt höchste Bedeutung gibt, ein Geschenk von 70 R o r d o s t ^ a h n a k t i e n für die Anstalt in die Hand des .......chulrathspräfident.m gelegt

worden.

Der

nachsolgende Wortlaut des Legates ehrt gleiehmässig die

Grossmuth wie die Einsicht des Gebers.

Vergabung. ^ ^Von dem Bestreben einer aueh in fernster Zntnnst wirksamen Berwendung meines Vermo^ens und von warmer Anhänglichkeit an mein Vaterland geleitet, in der Meinung, dass die Bflege hoherer technischer Studien zu dessen geistiger und materieller Hebung Vieles beitragen kann, und desshalb von dem lebhaften Wnnsehe beseelt, es mochte dem schwererisehen Bol^teehniknm in der Reihe der grossen Unterrichtsanstalten dieser Art ein ehrenvoller Rang erruugen werden, schenke i^h hiemit dieser Anstalt s i e b e n z i g A k t i e n d e r s e h w e i z . R o r d o s t b a h n sammt Eoupons vom 30. Jnni 1862 an, zu den. besondern Zweke, um dnrch den ^msertrag dazu beizutrageu, dass derselben ansgezeiehuete .Lehrer erhalten o.^er neu sür ste gewonnen werden kennen.

3^ ,,Meine Willen.^meinung über die Art der Verwendung drüke ich zu fanden der Schulbehorden in folgenden Säzen bestimmter aus .

,,1) Der Zinsertrag dieses Fondes soll als leztes Hülssmittel hinter den ökonomischen Anstrengungen ^es Landes, hinter allen ordentlichen Einnahmen der Schule stehen und für besondere Besoldungszulagen an ausgezeichnete Unterrichtskräfte, namentlich in Fällen verwendet werden , in denen die sonstigen Besoldungs..ns.^e zur Festhaltung oder Gewinnung des Mannes nicht ^genügen , somit ausserordentliche Anstrengungen im Jnteresse der Schule geboten sind.

,,2) Jn jedem einzelnen Falle muss durch eine besondere Schlussnahme .der kompetenten ..^chn.behorden das personliehe^Auspruchsrecht des betreffenden Lehrers ausgesprochen werden. Die einzelne Bersonalzulage aus diesem Fond soll nicht unter l 000 Franken per Jahr betragen.

,,Dabei spreche ich mein volles Vertrauen zu der Behorde aus, dass derselben bei Verwendung aus diesem Legat der Sinn und Geist meiner Sehenknn^ stets vor Augen schwebe und so meine gnte Absicht aus^s Beste erreich^ werden moge.^ Dem edeln Manne, dessen Delikatesse die Rennung seines Ramens untersagt hat, sprechen wir hiemit osfentlich den tiefgefühlten Dank des Landes und ...er Anstalt aus, welche er so grossmüthig bedacht hat, und es sei ihm die Versicherung gegeben, dass die Behorden bei spätern Verwendungen in Redlichkeit und Treue dem Geiste der Stiftung nachleben werden.

Der vorstehende Bericht ..^ird in Vergleichung mit den RechnungsResultaten des vorjährigen Rechnungsabschlusses hinreichend erklären, dass die J a h r e s r e c h n u n g mit keinem Vorschuss mehr geschlossen werden konnte. Es musste im Gegentheil noch eine, wenn auch nicht bedeutende Summe aus das nächstfolgend Büdget übertragen werden.

Statistisches Bureau.

Jn Ausführung von Art 3 des Bundesgese.^es betreffend die Erriehtung eines statistischen Bureaus vom 2l Jannar 1860 haben wir unterm 13. Januar des Berichtsjahres auf den Vorsehlag nnsers Departements de^ Jnneru ein ,,Reglement betresseud die Organisation des statistischen Bür.^u^ erlassen. (Ofs. ^amml. B.^.Vll Seite l 10 --11 3).

Die Zahl der Beamten und Angestellten desselben wird darin aus 5 festgese^t: D i r e k t o r , ^ e k r e t a r , 2 K a l l ^ u l a t o r e u und ein .Kopist.

^aeh erfolgter Ausschreibung wurden die 4 legten Stellen am 28. Februar

besezt (Bundesblatt 1862, Band l, S. 391).

Als Kommissär für die Jn^uftrieausstellung brachte der Direktor die

Zeit von Ansang März bis Anfang Juli und deu Monat September

320 in London zu. Da Herr Vogt während seiner ersten Abwesenheit zum Professor der Staatswissenschasten an der Hochschule in Bern ernannt wurde, so verlangte er auf den 1. Ottober seine Entlassung als Direktor des statistischen Bureau^, welche wir ihm in allen lehren un.^ unter Verdankung der geleisteten Dienste ertheilt haben.

Durch die Arbeiten für die Jndnstrie- und Viehausstellung in London, ferner für das Brandversiehernngswesen wurde das Bureau im Berichtsjahre allerdings sehr in Anspruch genommen , wir glaubten indess aus verschiedenen Gründen ihm dieselben übergeben zu sollen, einmal, weil wir eine nicht unbedeutende Ersparniss dadurch zu erzielen hofften, ferner, weil diese Arbeiten dem Büreau einen werthvollen Einblik in die wirth-^ schastliehen Zustände unsers Landes gewähren mussten.

Die Kosten sür D r u k a r b e i t e n beliefen sich im Berichtsjahre auf Fr. 8,662. .)0. Von dieser ..^umme wurden jedoch abgezogen Fr. 124 als Erlos von verkauften Druksachen, serner Fr. 1050, die aus dem für das Assekuran^esen bewilligten Raehtragskredit rükerstattet wurden.

Es ist namentlich die Notwendigkeit einer deutschen und sran^osischen Ausgabe der grosses Publikationen, welche ans die Hohe der Drnkkosten insluenzirt.

Wir gehen nun über zu den einzelnen Arbeiten, die dem Büreau im Berichtsjahre oblagen.

l. ^ll.^ahluu^ardeiten.

Eingegangene Akten : 85.

Ausgegangene

,,

...^ .

Erst im März nnd April 1862 wurden die Anstände mit Graubünden und Tessin betreffend die Volkszählung gehoben. Legerer Kanton hatte nicht weniger als 15,607 vorübergehend Abwesende angegeben, eine

Zahl, die sogleich daraus schlössen liess, dass ein unrichtiger Begriff za

Grunde gelegt worden sei. Dnr.h Sehreiben unsers Departements des Jnnern vom 12 März darum ersucht, unterzog sieh die tesstnisehe Staatskanzlei der mühevollen Ausgabe einer Revision dieser ganzen Katea.orie mit verdankenswerther Bereitwilligkeit. Diese Revision geschah ganz im Sinne der Anweisung, welche aus der Rükseite ^es Haushaltnngs^.ttels abgedrukt wordeu war. Als ^vorübergehend Abwesende^ wurden also bloss diejenigen Bersonen angesehen, die sonst ^..r Haushaltung gehorten, aber

am Morgen des 10. Ehristmonats t 86l) vorübergehend, ^..nd ohne sich

von der Haushaltung eigentlich getreust oder ihren Wohnst an einen andern Ort verlegt zu haben, abwesend waren, ^. B. als herumziehende Krämer, im . Militärdienst, als Mitglieder Deines gerade versanuuelten Grossen Rathes, dagegen nicht z. B. Leute, die sieh zum Zweke des Erwerbs oder aus irgend welchem andern Grunde Monate lang anderwärts aufhielten, Kinder und Zoglinge, die man zur Bslege oder zum

321 Zweke der Erziehung irgendwo untergebracht

hatte.

Jn

Folge dieses

Versahrens mussten nicht weniger als 14,635 in den Volkszählu..gs-^.

tabella eingeschriebene Personen gestrichen werden, eine Arbeit, die einen Angestellten des statistischen Büreau's einen vollen Monat in Anspruch nahm. Es redueirte sich a ^ s o die Zahl der vorübergehend Abwesenden im Hessin von 15,607 aus 972.

Die Anstände mit Graubünden verursachten eine verhältnissmässig noch grossere Korrespondenz und nahmen noch mehr Zeit sür ihre Erledigung in Anspruch. Es hatten die Herren Nationalrath p l a n t a , Grossrath A l b e r t i ni und M a n z i n o j a im Grossen Rathe gegen das Verfahren des Kreisamtes Engadin, welches sich strenge an die erhaltenen Jnstruktioneu gehalten und alle nicht bloss momentan, d. h. aus einige Tage oder hoehstens einen Monat Abwesenden gestrichen hatte, reklamirt.

Man stellte es nun den Herren Reklamanten frei , den Beweis zu er..

dringen, dass wirklieh die Bevölkerung des Engadins stärker sei, als die

Zählungslisten sie angeben. Die Begründung ihres Begehrens gelang ihnen sedoeh nur theilweise. Jn den meisten Fällen mussten sie bei konse^uenter Festhaltung des ^rineips, das bei der Aufnahme befolgt worden war, abgewiesen werden. Statt einer Bevölkerung von 3269 wurde eine solche von 30^ l Seelen konstatirt.

Eine Reihe von Reklamationen, namentlich wegen mangelhafter Angabe der ,,be^oh..ten Räumlichkeiten^ fand erst im Jahre 1862, un.^ zwar theil.^eise erst als der Druk der ^ählungsresultate sehon ziemlich vorgerükt war, ihre Erledigung.

Ende l 86 l waren von der t. Lieferung der Volkszählung 3 Bogen gedrul.t. Jm ^ahre 18l^2 konnte der Drnk erst Ende Aprils wieder auf..

genommen werben, wurde dann aber so raseh gefordert, dass der Bundesversammlung in ihrer ordentlichen Session fertige Exemplare vorgelegt werden konnten. .-- Sie haben unterm 22^23. Juli beschlossen, dass die Zählungsresultate von 186l) bis zur Vornahme einer neuen eidgenosfischen Zählung massgebend sein sollen, und nachher die Vetition des schweizerischen Vereines ,,Helvetia,^ welche unmittelbare Anwendung aus die Rationalrathswahlen wünschte, abgewiesen. ..

Jn mehreren Kantonen sah man sieh zu Bemerkungen über die publieirten Resultate veranlasst, weil man ..ieht sogleich beachtete, dass ^die Durchreisenden in Abzug gebracht w ^.den waren . es liessen sieh die daherigen ^weisel natürlich leicht losen , dagegen war eine Reklamation der Regierung von Schaffhausen begründet. Jn ^olge der Versezung einer ^isser in eine unrichtige Rubrik wnrden näml^h in der Ge^neinde Dörflingen, Bewirk Reiath 9 Hein.atlose statt .. Ausländer aufgeführt, ein Jrrthum, der stch natürlich auch durch die Rekapitulationen hindurchzieht. --- Die dem Bevölkerungsatlas beigegebenen Generalübersiehten, Verhältnissberechnungen und Vergleichungen hätten leieht noch vermehrt werden konnen, wenn die Verosfentlichung nicht gedrängt hätte.

^22 Leider war die Auflage von 700 deutschen und 400 französischen Exemplaren im Verhältniss ^nr Rachfrage eine ^u geringe ; es konnte den Wünschen der Kantonsregiernngen nicht in vollem Masse entspro^e^ wer^.

den, wenn man auch nur einen kleinen Rest behalten wollte, der wahr^ scheinlieh nicht sür lange ausreichen wird.

Raeh Publikation der l. Lieferung wurde sofort das Ausgehen derAlters^ angaben wieder ausgenommen. Diese ausserordeutlich zeitraubende Arbeit wurde ini Berichtsjahr vollendet sür die Kantone ^ ü r i c h , B e r n , L n z e r n , Uri, Schw.^, U n t e r w a l d e n , G l a r u s und ^ng. Es^ wurden .^abei keine generellen Altersklassen von 5 zu 5 o.^.r 10 zu l0 .^ Jahren gemacht, was die Arbeit abgekürzt, aber anch ihren Werth be^ deutend verringert hätte, man schied vielmehr die Bevolkerung naeh e i n ^ z e l n e n A l t e r s i a h r e n nnb ungleich getrennt nach Geschlechtern ans. Von dem System der eine grossere oder geringere .^al..l von Jahren zusammenfassenden Altersklassen kommt man in neuerer ^eit mehr und mehr zurük , denn um für die Untersuchung, ob ein gewisses Lebensalter sür die Ent..

w.telm^g des Menschen von besonderer Wichtigkeit sei, ein geeignetes Material zu gewinnen. muss man die .Statistik sieh so voll als moglieh.

aussprechen lassen. Auch kann das m i t t l e r e L e b e n s a l t e r nur dann mit Genauigkeit berechnet werden, wenn man die einzelnen Altersjahre zu Grunde legt. Man kann ohnehin die Bemerkung mache.., dass bei Angabe des Alters, respektive des Geburtsjahres offenbar die Ziffern hie und da abgerundet werden, da die Zehnerjahre oft aussagend repr..sentirt sind. Um den Anforderungen der ^issensehastlieh.... Statistik ^u genügen, ist serner nothig, dass bei den Alterstabellen a.^.h der ^amilienstand berüksichtigt und das erste Altersjahr nach einzelnen Monaten Dargestellt werde, was erst noch zu geschehen l,.at. und den Drnk der bereits vorliegenden Resultate et.vas verzogern ^ird.

Wir geben im folgenden einige Hauptresultate der bisherigen Ar^ beiten über ^as Alter ^er seh^oei^erischen Bevölkerung, und zwar zunächst die verhältnissmässige Vertheilung der Bevölkerung von 8 Antonen auf die einzelnen Altersjal^re. (.^. die Tabellen.)

ll.

Internationale ^en^l^erung^^tatiltil..

Bereits in. Oktober ^8.^0 haben sieh die Herren O.. ue t e l e t und H eu s c h l i n g in Brüssel, Präsident und Sekretär der belgischen Central..

komn.ission sür Statistik, an unser Bureau mit dem Ansuchen ^eweu.^et, ebenfalls Beiträge für .^ie vergleichende internationale Bevölkerungsstatistik, welche unter den Anspieien des statistischen Kongresses ausgearbeitet wird, zu liefern. Ende des Berichtsjahres nun wnrde das Rothige gethan, uni so gut als moglieh zu entsprechen. Durch die Volkszählungen von 18.^0 und 1860 sind wir in den ...^tand gesezt, theilweise detaillirtere Raehweise über unsere Bevölkerung liesern ^u konnen als andere .Staaten. Das statistis.^he Bureau hat naeh dem Wnnsche der Herren ^..uetelet und Heuschling aus

^ur Seite 322.

^t^l^te ^r b^^n Arbeiten nber ^ ^tter ^r ^w^isch^ ^^r^ ^ ^r ^.^^ ^n ^. ^e.^ ^.

Aus je ^,^O Einwohner kommen

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118 216 130 147 128 132 175 137 118 141 11t..

189 119 118 124 128 142

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88 91 86 93 86^ 86 72 82 88 75 95. 72 182 170 218 190 185 199 174 175 194 184 190 ^ ^ 54 ,.

89 93 87 89 86^ 84 80 8l 88 ^8 75^ 88 160 153 205 166 179 206 167 144 183 173 178 ^ ^ 55 ,, 90 93 92 92 109^115 88 8..) 95 87 93^ 91 200 ^ 200 209 ^ 172 204 192 185 188 201 189 196 ^ 56 ,.

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18 21 ^ 20 20^ 20 19 20 16^ 11 15 9^ 13 7 1^ 9 3 6^ ll 10 9^ 6 5 8^ 0 7^ 6 0 5^ 2 2 3^ 2 1^ 2 2 1^ 4 2 0^ 2 5 1^ 4 0 4 15 ^^ 5 15^ ^ ^ .

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Zu^ M. W. Rammen.

107 104 106 87 92 89 103 110 107 105 96 100 123 140 131 91 93 92 90 93 92 85 86 86 80 85 83 96 93 94 84 83 84 89 75 82 82 79 80 76 76 76 99 100 99 62 55 59 71 70 70 53 54 5l 50 50 52 53 53 48 43 45 39 34 37 43 39 41 38 30 34 54 60 57 31 29 30 33 31 32 31 26 29 25 22 24 26 23 24 17 20 18 19 11 16 15 16 12 14 11 13 6 9 8 8 14 ^ 14 13 14 4 8 6 7 ^ 7 6 6 2 5 4 4 6 3 4 3 l) 3 3 3 1 3 2 3 0 2 1 1 1 2 1 1 0 1 1 1 0 1 2 2 1 2 0 3 13^ ^ 9 11

M. W.

110. 108 99^ 101 104^ 123 10l . 91 139 130 90 99 98 95 94 85 77^ 89 107^ 9l 70. 83 99 ^6 82 76 77 75 100 102 52 3^ 75 81 48 52 41 ^ 48 50 4.^ 46 37 43^ 22 43 25 24 23 45 49 23 20 24 24 33 26 29 19 24 17 12 13^

8 10 10^ 5^ 5^ 3^ 1^ 2^ 2^ 2^ 1 0^ 0^ 0^ 4^ ^

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Zur Seite 322.

^itt^^^lt^ berechnet nach den Angaben ....er Bol^zählung von 18^0.

Kantone.

durchschnittliches ...llter

Durchschnittliches Alter

Durchschnittliches Alter

der männlichen

der weiblichen

der Gesammt-

Bevolkernng.

Bevölkerung.

bevolkerung.

.^ahre ^ Monate t.

2

Zürich

. Bern

3.

Luzern^.

4

.

U

5.

.

.

r

.

.

.

i

.

.

.

.

.

Schw..z

.

.

.

.

Glarns

^

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.

.

.

.

.

.

.

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.

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.

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.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

11

28 27 29 28 27 30 28 27 28

.

.

.

.

^ .

.

^ ^ ^

7

.

.

Tage

6 9 20 22 1 1 4 25 5

-^-

7 4 10 1l 4 8

Jahre

Monate

28 . 10 27 ^ 2 6 29 1l 28 27 3 29 10 6 29 11 26 4 28

Tage

25 17 4 9 27 9 14 20 .

.

^

Jahre

Monate

Tage

^

11 28 t 27 6 29 7 28 6 27 11 29 2 29 27 ^ 2 28 . 6

^ .

^

13 27 26 20 14 21 4 12

.

Jn sämmtliehen obigen Kantonen

28

.

6

14

28

6

4

28

6

9

Da kein anderer Karton so verschiedene geognostisehe, orographisehe und klimatische Verhaltnisse ausweist, wie der Danton Bern, so ist es von besonderem Juteresse, das durchschnittliche Lebensalter seiner Einwohner auch bezirksweise zu kennen.

Wir führen die Bezirke, naeh der .^ohe des Durchschnittsalters geordnet, in absteigender Reihenfolge ans. ^)

Durchschnittliches

.^ezirle ^ ^t^ ^ern.

Geschlecht.

Lebensalter.

Jal..re

1 . Delsberg .

.

.

.

.

.

2

.

.

.

.

.

Monate

3 29 tt 28 7 28 28 28 11 27 10 27 8. Buren .

10 27 6 9 . Fraubrunnen .

.

.

.

.

27 10. Münster .

. . .

2 27 1 1 . Renenstadt . . . . . . 27 1 12. Aarwangen .

.

.

.

.

.

1 27 27 tt 26 26 16. Sehwar^enburg .

.

.

.

.

10 26 10 26 1 8 . Ober-.^immenthal .

.

.

.

10 26 26 ^9 2 0 . Rieder-Simmenthal .

.

.

.

26 9 2 1 . Laupen . . . . . . 26 8 26 8 23. ^onolst^^^^ .

26 .7 26 6 25. festigen . .

26 6 26. Ridau .

26 4 2 7 . Jnterlaken . . . . . . 26 ^ 2 28. Mutigen . . . .

26 ^ -.25 . 11 3 0 . ^ourtelarv .

.

.

.

.

.

24 11 .

Erlach

.

3

.

Saanen

.

.

.

.

.

.

4

. Bruntrut

.

.

.

.

.

.

.

Lansen

.

.

.

.

.

.

Bern

.

.

.

.

.

.

.

Oberhasle

.

.

.

.

.

.

5

6.

7

1

3

.

.^rachselwald

.

.

.

.

.^

^

.

.

-

.

1

4

.

Fxeibergen

.

.

.

.

.

.

1

5

.

Burgdors

.

.

.

.

.

.

1

7

.

Wangen

.

.

.

.

.

.

1

9

.

...larberg

.

.

.

.

.

.

2

2

.

.

.

.

.

.

Signau

.

2 4 . .^hun

2

9

.

Biel

.

.

.

.

.

.

.

Tage

^ ^

11

^ ^

^ ^ ^ ^ ^

.

.

.

.

7 l4 22 14 18 20 12 7 9 21 28 2 2 15

.

.

.

.

.

.

.

.

20 13 12 15 l0 7 5 8 1 ^ 6 28 5 .^

.

^

^ ^

Weibliches Geschlecht.

Männliches

Jahre

Monate

Tage

^ 16 29 7 9 28 10 22 28 2 29 28 7 ^ 27 2t 27 ^ 6 5 27 1 20 28 6 20 27 18 27 5 6 26 11 18 26 11 19 26 4 11 27 19 27 9 9 26 7 ^ 14 26 10 24 26 9 18 26 7 5 26 4 7 27 ^ 27 29 26 7 ^ 5 3 26 18 4 26 14 26 ^ 2 23 26 ^ 2 25 . 7 12 25 10 ^ 16 24 9 14 ---

-

Jahre

Tage

Mona^

5 29 28 3 29 22 4 28 25 7 28 28 28 i 6 6 8 28 19 2 28 17 6 27 24 5 27 26 4 27 27 10 27 21 2 27 15 27 14 6 20 26 9 12 26 11 29 26 11 1 27 29 9 26 12 9 26 14 11 26 7 26 3 12 26 5 7 26 26 8 ^ 27 18 26 8 26 2 ^ 17 26 26 ^ 5 . 26 1 ^ 9 2.5 29 .

.

^

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

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.

.

.

.

.

.^

^

.

...) ...^abel ist .^ohl ^ bea.h^n, d..^ a^er den genannten ^at.oren allerdings no^h mehrere andere ...uf d.^ nu.^re ^eben^al.^er elnwlrlen.

3 .

.

.

^

Grundlage der legten ^ählung ^ie Bevölkerung durch alle Rubriken hindurch in l1 Klassen ausgeschieden, nämlich. 1 ) Bevölkerung der Städte und .Landgemeinden mit w e n i g e r a l s 1000 E i n w o h n e r n , 2) von

1001^2^00 E i n w o h n e r n , 3) von 200l -3000 Einw., 4) von 3001 ^ 4 0 0 0 Einw., 5) von 4001-^.5000 Einw., 6) v^on 5 0 0 1 - 6 0 0 0 Einw., 7) von 600l 7000 Eiuw., 8) von 700 l ^ 8 0 0 0 Einw., 9) von 8 00 l -9000 Einw.,.

10^von.900l-10000 Einw., und 1l)vo..über l0000 Einw.

Andererseits. konnten wir sreilich über das Verh.ilt^.iss der Bevölkerung ^zmn kultivirbaren Boden unseres Bandes und über die B e w e g u n g derselben nicht mit gehöriger Zuverlässigkeit und Vollständigkeit berichten.

lll.

^t..t^il. de.^ ..^eh^nde....

Eingegangene Akten . 39.

Ausgegangene

.,

32.

Das statistische Büreau ist mit andern^ Arbeiten noch viel ^u sehr beschäftigt, als dass es daran denken konnte, sich demnächst schon mit einer schweizerischen Vieh^äblung zu befassen , allein man glanbte, als es zuhanden der spanischen Gesandtschast Nachrichten über die Methoden der Viehzählungen in . der Schweiz einziehen musste, die Gelegenheit benuzen zu sollen, um die Ausrage zu stellen, ob die Kantone geneigt wären, Viehzählungen nach einem einheitlichen formular, und in einem von allen Kantonen festzuhaltenden gleichen Zeitpunkte vorzunehmen, und wie in d.esem Falle die Ansi.hten und Vorschläge über die zu tretenden Anordnuugen, insbesondere über den gemeinsamen Zeitpunkt und über die Periode einer regelmässigen Wiederholung lauten.

^iese Anfrage wurde sehr günstig aufgenommen ^ man beeilte sieh zu antworten, dass man es sehr g..rne sehen würde, wenn das statistische Bürean diese Angelegenheit möglichst bald an die Han^ nähme. Rnr zwei Kantone geigten sieh vorläustg nicht geneigt, erklärten aber nachher, dass sie durchaus kein Hinderniss in den Weg legen wollten, und si..^ bloss Genehu.ignng des Formulars vorbehalten, ähnlieh wie andere Kantone.

Aus Grundlage der eingegangenen und durch wiederholte Anfrage^ vervollständigten Mittl^eiluug^n über die bestehenden Einrichtung^ wurde^ vom statistischen Büreau eine aussührliche Zusannnenstellung abgefasst, von welcher eine Absehrist an die spanische Gesandtschaft ging. ^.iese^ Arbeit soll s. Z. aneh den Kantonsregiernngen mitgetheilt werden , da

diess die Verständigung behnss Ausführung einer schweizerischen Viehzählung erleichtern wird.

Die Bedeutung der Vieh^ht fnr d^e ^ch^v...i^ kann nicht leicht zu.

hoch angeschlagen werden. Die Kantonsregierungen, indem sie diess wohl ^u würdigen wussten, liessen der Viehzucht vielsa^e Ausmunterungen z.u^

324 Th^il werden, und wurden dadurch, wie übrigens au..h durch die San.täts-

.polizei, zu mehrfachen statistischen Erhebungen geführt. Es gibt eine grossere Anzahl von .Cantone.., welche a l l j ä h r l i c h wiederkehrende Viehzählungen haben, die mit grosser Genauigkeit ausgeführt werden. Dieselben Kantone besinn das Jnstitut der Viehinspektoren, welche ständige Register führen, und jede Veränderung im Viehstand ihrer Gemeinde, respektive ihres .Kreises in denselben eintragen. Da man aber die Bemerkung machte, dass naeh einer gewissen Zeit diese Register, namentlich in Folge unterlassener Streichungen ungenau werden, so hat man sich entschlossen, jährliche Zählungen ^.. ihrer Bereinigung zu veranstalten. Aus diesem Grunde zahlen alljährlich Freiburg, A a r g a n , W a a d t , W a l l i s , ^ R e u e n b n r g und Gens. Jm Bewirk Uri, in den Kantonen O bw a ld e n , G l a r u s und S c h a s s h a u s e n wird ebenfalls, in G l a r u s .sogar 2 Mal jährlich gezählt, an den drei erstern .^rten we^en der Be..

stossung der Alpen. Graubünden hat für seine Viehzählungen eine dreij ä h r i g e Periode angenommen, Zürich and Solothnrn haben eine s ü n s j ä h r i g e . Die übrigen Kautone ^ählen n..cht in r e g e l m ä s s i g e n Z w i s e h e n r ä n men. Es fanden die legten Ausnahmen derselben statt.

in Basel-^tadt 1.^56, in ^t. Gallen l857, in Bern, Schw.^ nnd Hessin t 85.)., in Ludern und Ridwaldeu gleichzeitig mit der Volkszählung

1^0, im Thnrgan t8l^l. Zug, Basel-^andsehast und Appenzelt besten

über ihren Viehstand keine neuern Angaben als diejenigen, welche 1842 der Haudelse^pertenkommission zugestellt wurden, sprechen aber, zum Theil besonders lebhaft, den Wunsch nach baldiger Vornahme von schweizerischen .Zahlungen aus. Der Umstand, dass auch der Bund die landwirlhsehastl.ch.m Bestrebungen ^. untersten begonnen hat, bildet ein weiteres Motiv hiesür.

Wenn nun aneh weder die Rü^lichkeit, noch die Geneigtheit sur eine allgemeine Aufnahme in Frage steht, so wird doeh die Sache bei ihrer Ausführung vielleicht auf einige Schwierigkeiten stossen, namentlich n..it Rüksid.t aus den ^ e i t p n n k t . Gegenwärtig herrscht nämlich hinsichtlich

desselben die grbsste ..^ersehiedenheit, und es ist also klar, dass sieh irgend

Jemand zu einer Aenderung wird entschließen müssen, wenn n.an ^uu..

^iele konnnen will. Die legten Zählung^n fanden statt. im J a n u a r in Zürich, ^nzern und Tessin , i^n März in Gens, im A p r i l in Bern, Uri, O^u.alden (April --^Mai^ Thur^an, Waadt und .^olothurn; im Mai in ^chw.^, ^chasshansen und Wallis (l. Mai bis 15. Juni) , im J u n i nn.^ August in Glarus; im S e p t e m b e r in St. Gallen, im R o v e m b e r in ^reiburg und Reuenburg, im D e z e m b e r in Ridwalden, Graubünden und Aargau.

R o v e m b e r , D e z e m b e r und J a n u a r sind diejenigen Monate, in ^ welchen der Viehstand von mehreren Seiten als normal augesehen wird.

Andererseits wird freilich aneh behauptet, dass er im Winter nur minimal sei, und dass man, um ein richtiges Resultat zu haben, im Sommer zählen

325 müsse.

Für die Frühjahrszeit sprechen praktis.l.e ..gründe, wie z. B. die

Alpsahrt. Endlich wird vorgeschlagen : das eine Mal im Winter, das

andere Mal im Sommer zu zählen. Der durchschnitt von 2 Zählungen gebe dann ein richtiges Bild von u..serm wirklichen Viehstande.

Da mit den Viehzählungen mehrfache kantonale ^weke verbunden werden , so dürste man den Kantonen die Aufstellung der Formulare überlassen, und abgesehen von der G l e i c h z e i t i g k e i t der Aufnahme nur verlangen, ^ass dieselben eine g e w i s s e A n z a h l g l e i c h e r R u b r i k e n enthalten.

Jm Vergleich zu einer Volkszählung erscheint eine Viehzählung als eine ziemlich einfache Operation ; es werden also auch die Kosten sich erheblich niedriger stellen, und ein Uebereinkommen, wie dieselben aus Bund und Kantone zu vertheilen seien, um so leichter sein. Bei den lezten Zählungen sungirten ausser den Viehinspektoren oder Viehsehanern als Zählm.gsbeamte . im Kanton Solothurn die Ammänner, im Kanton Bern besonders vom Gemeinderathe dazu bezeichnete Bersonen, in Schw^z die .^olizeisoldaten ..... Jhre Entschädigung geschieht in sehr verschiedener Weise. Sie besteht theils in einem si.^en Behalte, theils in einem Jnseriptionsgeld pr. ^tük. Ju einige.. Kantonen tragen die Viehbefizer mit an die Kosten bei , in den meisten werden ste ausschliesslieh von den Gemeinden bestritten, in einzelnen gibt der Staat einen finanziellen Zusehuss, und in noch andern trägt er die Kosten gänzlich. Jm Kanton Freiburg trägt auch die Viehversicherungskasse bei.

Da wohl anzunehmen ist, dass die verschiedenen Kontribuenten auch fortan werden mittragen helfen, so kennen die Kosten einer Ausnahme

für ^.. Bnnd nicht beträchtlich sein.

Die ^rage : Jn welchen ^wischenränmen soll gezählt werden ^ braucht nicht von vornherein entschieden zu werden ; man kann darüber noch eben so gnt oder vielleicht besser entscheiden, wenn man einmal das Experiment gemacht hat. Wollte man im Jahr 1865 eine Zählung vornehmen, so konnte man vielleicht eine zweite im Jahr 1870 mit der Volkszählung verbinden.

l^.

^..n.^rli^erun^n^en.

Eingegangene

Ausgegangene

Akten . ^^.

,,

1.^8.

Die Verhandlungen betreffend den Abschluß eines Konkordates sür das Brandv...rsichern^sw..sen machten es uuumgänglich nothig , die thatsächliche Grundlage, auf welcher dasselbe ruhen sollte, näher zu prüfen.

Aus Grnnd der von ^eu Kantonen eingesandten Materialien hatte es das statistische Büreau unternommen, die Resultate der kantonalen Brand-

^ versicherungs.^.stalten während der I0jährigeu Veriode von 1851^1860

326 darzustellen. Diese Arbeit wurde im Jahre 1862 mit der weiteren AnsDehnung ausgeführt, dass das Jahr 186^ hinzugenommen wurde.

Bei Uebersendung der .^Mittheilungeu über d a s B r a n d v e r ^ s i eh er u n gsw e se n ^ bat man die Kantonsregierungen , zuhanden der am. l. September 1862 zusammentretenden kommission ihre Ansichten über die Vorschläge der Konferenz zu äusseru. Am 1. und 2. September erfolgte dann nach Kenntmssuahme der von den Kantonen geänderten Wünsche die Redaktion eines Konkordatsentwnrfes durch die Kommission.

(^.. Bundesbl. 1862, Bd. lll. S. 335.) Es wur^e darin die kränze von 5 .^^ , bis zu welcher nach den Kouferenzvorschlagen die Kantone selbst für ihren jährlichen Brandschaden einstehen sollten, festgehalten, man suchte aber ^.gleich dnrch Festsez.mg ein^.s Brandsehadenminimums und ^randsehademua^imums, bei welken. die Repartition des Uebersehusses aus die Konkor^atskantoue gestattet sein sollte, die Jnteressen der grossen und kleinen Assekur....^iustit..te auszugleichen. Offenbar lag gerade hierin die Schwierigkeit. Es erhoben sich indessen nachher Bedenken gegen die Art und Weise, wie. die Kommission diese Schwierigkeit ^u heben versucht hatte.

Namentlich reichte der rühmlieh bekannte Statistiker G. F. K o l b in Frankfurt unserm Departement des Jnnern Bemerkungen ein, die in ihrem kritischen Theile als wohlbegründet gefunden wurden und viel ^i.ht ans ..u.. Frage warfen. Unser Departement des Jnnern hat dieselben nach dem Wunsche von Mitgliedern der Kommission dem Drnke übergeben. -^ Herr Kolb ging von der Ansicht au^, dass die aus der Kleiuheit der kantonalen Assekurau^verb.iude entstehenden Schwankungen , wenn nicht beseitigt , so ^oeh auf .hr richtiges Mass zurükgesührt werden, wenn man anstatt jedes einzelne Jal.^r definitiv für sich ab^nschliessen , eine Reihe von Jahren in Reehnnng und eventuell in Mitleidenschaft ziehe. Ein Kauton , der nur

.^0 Millionen Asseknran^kapital besi.^t, hat nach seiner ansteht in l0

Jahren zusammengenommen beiläufig ^ie gleiche ..^umme von Brandschäden nachzuweisen , wie (bei gleicher ^euergesährli.hl.eit) ein Kanton von 200 Millionen Kapital in einen.. gewöhnlichen Jahre, obschon dort die .^ehwanknngen im Einzelnen sehr gross sein werben. Er schlug demgemäß fol^en^e Bestimmung vor .

,,Je.^er ^antonalverband ist verpflichtet , den Betrag der ihm ans ...er altgemeinen Kasse zugeflossenen ^umme ^urük^uerse^en, insoweit es dadureh gesch^.l^^n kann, dass er in jedem der nächstfolgenden . . . . (et^.a ^ oder 10) Jahre, auch in denjenigen Jahren, in welchen bei ihm nur geringere Brandschäden vorkommen , gleichwohl so viel Assekuran^beiträge erhebt, als im Durchschnitt der nächstvorangegangenen l l) Jal,re (inel.

oder e^.l. des betreffenden Brandjahres) die M i t t e l ^ a h l seiner Brand^ steuer-Erhebnngen ergibt. Was von der in solcher Weise ausgebrachten .^umme ....ur Dekung der eigenen Brandschäden jedes Jahr nieht erforderlich ist, wird der Zentralkasse zurükerse^t. Jst nach Ablauf von . . .

(5 o.^.r l0) Jahren ein vollständiger Ri.kersaz noch nicht erhielt, so er..

327 lischt .mnmehr diese Rukersazverpslichtung des Cantons sur den .......h seblenden Rest.^ So sehr man die Bemerkungen des .^.errn Kolb begründet sand, so konnte sich die kommission doch nicht mit seinem positiven Vorschlage ein..

verstanden erklären. ^..dessen murde beschlossen , an dem Ent.vurse .^lenderu..ge.. anzubringen, und dess^egen die auf den l 5. Dezember 18.^2 einberusene Konferenz, an welcher die .Abgeordneten der Kantone bereits mit definitiven Justruktionen erscheinen sollten , verschoben. Um sur d^ fernern B^.rathun^en und zur Brüsuug der Kolb^schen Vorschläge ein ge-

eig..etes Material z ..lieser.., ^stellte das statistische Büreau nach den Mit..

teln, die ihm ...n Gebote standen, in 2 Tabellen die .^lssekuranzsummen und die Braude..tschadiguugen von l 1 kantonalen .Anstalten für ^en Zeitraum von 50 Jahren (l812-l861) Jahr für Jahr zusammen, indem es zugleich die ihm ^.^entsprechend . erscheinenden Durchsehnittsberechnungen beifügte.

W.mn die ^onkordatsoerhandlungen ^i.ht schon im Berichtsjahre zum ^lbschluss gelangten , so liegt der ^rund ausser in den Schwierigkeiten, welehe in der ....^aehe liegen , aneh mit darin , ^ass die ans Gebändeversichernng bezügliche Gesezgebnng gerade sezt in einigen Kantonen , deren V.^halten gegenüber einem Konkordate .nichtig ist , eine gewisse Krisis zu bestehen hat. Wir hossen aber, im nächsten Jahre Jhnen das Zustande^ komu^.en eines ne.ien schonen Werkes schweizerischen Gemeingeistes melden ^zu tonnen.

V. ^..udel^t..t^l..

Unsere Nachbarstaaten machen sämmtli.hsehrumfangreiehe^nblikationen über die Bewegung ihres Handels, in welchen die einzelnen Waarengattungen nach ihrer .Quantität sehr detaillirt aasgesuhrt^ und außerdem Werthanga^en gemacht werden. Die Schweiz ermangelt solcher eingehender Verofsent^ liehungen, obsehon sie sowol sür Kaufleute ...nd Jndustrielle, als vom nationalökonomischeu Gesichtspunkte aus betrautet, wichtig sin^. Ein Vostnlat der Bundesversammlung vom 2l). Juli l860 verlangt ausdrüklieh, dass alljährlich Uebersichten der Handelsl^wegung zwischen der Schweiz nn^ dem ^luslande ausgearbeitet werden , die in ihrer Form den bezüglichen statistischen Arbeiten unserer Nachbarstaaten mögli^st entsprechen. .^ln.

nächsten läge nun allerdings unserm Handels- und Zolldepartement die Ausgabe, solche Zusammenstellungen auszuführen; das statistiche Büreau hat einstweilen versucht, die bestehende ^ü^e dadurch einigermaßen auszusüllen, .^ass es die .^ngabe.. der Publikationen unserer Rachbarstaaten zu^....mmenstellt und zur ossentlichen Kenntniss bringt. Eine bezügliche ^lrb^it wurde im Berichtsjahre au die .^and genommen. Da es sedoeh nicht moglich war, dieselbe zum ^lbs.hlusse zu bringen, so eutschlos. mau sieh, ^oeh vorher speziell den Handel mit ^raukre.eh beleuchtende Uebersichten

328 zn publiziren, die wegen der begonnenen Unterhandlungen betreffend einen .Handelsvertrag mit Frankreich ein besonderes Juteresse bieten mussten.

Man berechtigte dabei sowol die offiziellen als aktuellen Werthe, sowol den aligemeinen Handel als den Spezialhandel mit der Sehwei^ ..n der Veriode von l851^1861. Wo die Angaben in den sran^osischen Rekapitulationen, welche ^u Grunde gelegt wurden, .Luken zeigten. wurde aus den Spe^ialtabellen ergänzt, um durchaus richtige Durchschnittsberechnungen aufstellen zu konnen. Einfuhr und Ausfuhr wurden, obsehon diess die Arbeit der Zusammenstellung nicht unbedeutend vermehrte , bei jedem Artikel gleich unter einander gestellt , . damit man auf den ersten Blik erkennen konne, in wie weit si.l, dieselben allenfalls kompensieren^ Der Druk dieser Tabellen begann uoeh im Berichtsjahre . die Vol-

lendun^ desselben fällt aber ins Jahr 1863.

Vl.

.^...ari....^.^^.^

.

.

.

.

s. ^.

Eingegangene ^Akten : 353.

Ausgegangene

..

677.

HerrVsarrer Sp^ri in A l t s t e t t e n , Kantons Zürich, bestens bekannt durch sein Referat vom Herbst 1853 an die schweizerische gemeinnützige Gesellschast über das schweizerische S p a r k a s s e n w e s e n , und als langjähriger Berichterstatter der gemeinnützigen Gesellschaft in Zürich über das dortige Sparkassenwesen, anerbot sich unterm 2l). Oktober, eine Statistik der schweiArischen Sparkassen unentgeldlich zu bearbeiten , wenn ihm der Bund das nothige Material herbeischaffen wolle. Wir nahmen das Anerbieten an, und das Departement des Jnuern versendete die nothigen Formulare an die Kantonsregierungen mit ^em Ansuchen, dafür sorgen ^u wollen. dass dieselben bis Ende Januar 1863 ausgefüllt seien. Das formular be^ schränkt sich daraus, einige Hauptangaben ^u verlangen, so z. B. die ^ahl der Einleger , die ....^nmme der Guthaben, die ^ahl der Einlagen im Jahr 1862 u. s. w. Um die ^.parkassenverwaltungen, welche meist ihre Dienste wenn nicht unentgeltich , doeh gegen geringe Entschädigung verrichten, nieht allzusehr ^u bemühen, schien es gerathen , für einmal nicht zu viel ^u verlangen . es ist daher um so eher ^u hoffen, dass keine Sparkasse mit ihren Angaben ^urükbleibe. Jeder Sparkasse wnrde, um sie geneigt zu machen, in der ^olge wieder, und wahrscheinlich etwas detaillirtere Angaben zu machen, ein Exemplar der Sparkassenstatistik Angesagt. Herr Pfarrer ^p^ri

wird ausserdem auch die Jahre 1854 und 1858 in Berüksichtignng ^ehen, für welehe ein ziemlich vollständiges Material, das durch nachträgliche Er^ kundignngeu noch ergänzt wurde, in der Vereinsstatistik vorlag.

Ueber die Organisation der m e t e o r o l o g i s c h e n B e o b a c h t u n g e n gibt bereits eine vorhergehende Stelle Ausschluß da die bezügliche Korresponden^ im Jahr 1862 von der Departementskanzlei geführt wurde.

^ ^ ^ ^

Veranlasst durch eine Anfrage der fra.^osischen Gesandtschaft wurden ^

32.^ im Lanse des Berichtsjahres auch die Bestimmungen der kantonalen Gesezgebungen über den Z i n s s u s s und die B e r s o n a l h a s t gesammelt und zusammengestellt.

Außerdem wurde im Berichtsjahre die Bibliothek des statistischen Büreau^s, welche im Ganzen 2216 Bände zahlt, definitiv geordnet un.^ katalogistrt. Sie h^.t sich im Jahre 1862 wiederum beträchtlich vermehrt, nicht sowol durch .^lnkäuse als dnrch Mittheilungen von Seite auswärtiger Staaten. Besonders w^rthvolle Publikationen langten an aus B a d e n , .

Belgien, B r e m e n , D ä n e m a r k , E n g l a n d , F r a n k f u r t , F r a n k reich, Holland, Jtalien, Oesterreich, B r e u s s e n , S a c h s e n , ^Schweden, Spanien und den V e r e i n i g t e n S t a a t e n von Rordamerika.

Endlich wurde im Lause des Jahres eine n..ue Aktenordnung eingeführt, dieselbe, welche vom .Archiv und in ^en meisten eidgenossischen Bürea..^ angenommen ist.

VIl.

^iehan^^ellnn^ in .^.nd^n Eingegangene Akten. 182.

Ausgegangene ,, 143.

Unterm 29. Januar 1862 gab die britis.h.. Gesandtschaft in Bern dem Bundesrathe Kenntniss von der Absicht der R o . ^ a l a g r i k u l t n r a l S o ei et .^ os E n g l a n d , eine allgemeine Ansst^.llu..g von Zuchtvieh und landwirthschastlichen Gerätschaften zu veranstalten. Da die Kunde davon bereits vorher durch Journale ins .Publikum gedrungen war, s.^ gelangten verschiedene Anfragen theils von Behorden , theils von Vrivaten an das Departement des Junern und an das statistische Bürean.

Die Betheiligung bei der Ausstellung war zwar nicht besonders lokend, da keine Vreise, sondern bloss Medaillen , und zwar sur jede Raee 6 ^3 für männliche und 3 für weibliehe Thiere) ausgesät waren , zudem war das Schwei^ervieh im Vrogramm nur als E i n e R a e e ausgeführt.

Trozdem zeigte sich grosse Lust da^, nur wünschte man allgemein, dass der Bund den Ansstelleru in ähnlicher Weise an die Hand gehe, wie bei der Jndnstrieausstellung. Die landwirthsehaftliehe Gesellschaft von Simmenthal und ...^aauen und der Baueruverein von ..^ehw^ wandten sieh

zu diesem Zweke in einer gemeinschaftlichen Eingabe vom 24. März 1862 au den Bundesrath. Raehdem fie daraus aufmerksam gemacht , dass die Schweiz bei den beiden Anstellungen in Baris mit Ehren konknrrirt, dass unsere Viehraeen Käufer aus Jtalien, Frankreich, Spanien, ja aus allen Ländern des Kontinentes zu uns loken, dass die Vertretung unseres Viehstandes du.^.h ausgezeichnete Exemplare im Stande w..re, bei günstigen Resultaten der Ausstellung unser.. Markt auszudehnen, und selbst die Bewohner der Jnselu jenseits des Kanals als Käuser unsers renommirten Milchviehes herbeizuziehen, nmrde das Ansuchen gestellt, jedem der beiden

^..0 Veline eine Unterstüzung von 2000 Fr. zukommen zn lassen. Dagegen Sollten sie st^h verpflegten, n^sere Landwirtschaft mit einer ansehnlichen ^ahl nn... ausgezeichneten Stüken ......ieh ..n vertreten, und erklärten sich be..

.reit, die Aus.vahl ^em Unheil eidgenössischer Experten anheimstellen zu sollen. Mit Grnnd .^urde hervorgehoben, dass die Vertretung der Land.r.irthsehast an einer internationalen Ausstellung bedeutenden S.^wierigleiten unterliege , dass besonders die Viehzüchter ihre Ausstellnngsgegenstände eben nicht in Kisten nach England verpaken konnen, wie die Jn.^.striellen . sondern vielmehr aus der Reise oster ftatio...iren und von Eigenen Wörtern begleiten lassen müssen, was altes den Besuch der Ans^ stellung sehr vertheure, von dem grosseru Risiko für die L^.bwaare gegen-^ über den todten Gegenständen der J^uftrie und Kunst nicht zureden. .--.

Es konnte keine Frage sein, dass der B..ud, nachdem er für die Jndustrieund Kunstausstellung so viel getha.. , auch d..r Landwirths..hast seine Untersti.^ung nicht versagen Purste . allein man konnte über ^e beste Art und W^ise, in welcher ..uese Unterstü^uug zu gewahren sei , noch verschiedener Ansteht sein. Rach Einholung l^es l^ntachte^s von Sachverständig^. und eigener reislicher ^rnsung iehlug uns .^as Departement de... Jnner^. den folgenden Mo.^ns vor, dem wir unsere Genehmigung erteilten .

Es wird sür 20^-30 Stüke Vieh ein Beitrag ...o 200 Franken per Stük an die .^lnsstellnngskosten bewilligt. Jedes Sli.^, sür welches ans diese Subvention Anspruch gemacht wird, so^l ab..r von einer Konunission, bestehend aus einem vom Bundesrath ^zeichneten ^räst^enten, einem vom fomite der .^oci.^e d^^.icnlturc de i^ ^u^se romande, oder denjenigen des Vereins schweizerischer .^andwirthe oder des laudwirthschastlichen Eentralvereins ernannten Mitgliede , und endlich einem Vertreter des Kantous, dessen Angehorige dabei interessirt sind, geprüft werden. Der Be^ trag wird znr .^äste an der schweizerischen Ausgangsstation, zur H..fte in London bezahlt.

Die Anmeldungen für den in Aussicht gestellten Beitrag gingen sehr zahlreich ein ; ans 11 Kantonen ni..l.t weniger als l0l). Da die Deklarationeu sür sämmtliche auszustellende Stül.e schon am^ 1. Mai in .London sein sollten, so musste die Auswahl derselben sehr beschleunigt werden. denn iu 10 Tagen sollte sie vollendet sein. Zum Präsidenten der Vrüs..ngskommission ernannten wir Herrn R o b e r t von Erlaeh von Hindelban^, und nach dessen Ablehnung Herr^ V o g e l - ^ a l u z z i in Zürich. Das Komit... der ^o^iete d'agriculture de ^ Puisse romande .bezeichnete den Herrn ...^ ehwitz g u e b e l in Rovereaz bei Lausanne als Abg^ordueteu . in der ^stschwei^ fuukiiouirl.en die ..^erren Direktor ^a n g g e r i.u ^ürieh, als Abgeordneter des landw.rths..hastli..hen ^entralvereins, ^nd D u r r e r von Kerns, als Abgeordneter de^ Vereins schweizerischer Landwirtl^e. H..rr v o n E r la eh anerbot sieh ua..htraglich noch in ver^anteuswerther Weise, die Jnspektion der aus d^.r Westschweiz angen.eldete n Stüke ^u übernehmen.

Man mnsste nämlich bei der wieder eing...-

331 tretenen rauhen Witterung darauf perziehten, dieselben behufs der Inspektion in grösseren Gruppen zu vereinigen, da ein weiter und rasch zurükzu..

legender Weg den Thieren leicht hätte bedeutend schaden können. Behufs Mittheilungen an die Viehbesizer war man genöthigt, sich in der Reget des Telegraphen zu bedienen.

Die Prüfungskommissionen statteten am 25. April dem Departement des Jnnern ihre .Berichte über die vorgenommene Jnspektion ab. Dieselben lauteten sehr günstig. Obgleich die Jnspektoren einen strengen Massstab angelegt hatten , sanden sie doch 40 Stül.e durchaus würdig, einen Kostenbeitrag von Seite des Bm.des ^u empfangen. Ein solcher Beitrag .^war nun allerdings von uns nnr für .^ Stüke bewilligt worden . allein da die Reduktion besonders hart Basel^Landschaft hätte treffen müssen, das alsdann gar nicht repräsentirt gewesen wäre, und ferner Sehw^z, das sehr grosse Anstrengungen und nach dem übereinstimmenden Urtheil der Ex^perten bedeutende Fortschritte in der Viehzucht gemacht hatte, so beschlossen

wir, es sei der Bundesbeitrag von 200 Fr. für 40 anstatt für 30 Stüke

Rindvieh verwendbar. Die dafür nothige Summe, sowie allfällige weitere Ausgaben in Saehen der Londoner Viehausstellung sollten ans dem Kre-

dite von Fr. 20,000 bestritten werden, welcher im Budget als ..Beiträge an die landwirtschaftlichen Gesellschaften^ ausgesezt ist.

Da e i n e Subvention in der Folge wegfiel, so waren es im Ganzen 3.) Stüke. für welche ein Kostenbetrag verabfolgt wurde. Es vertheilt sich diese Zahl solgendermassen ans die Kantone : Uebertrag 32 Danton ........l.w^ . . . . 1 l Kanton Zürich . . . .

2

,,

^reiburg . . . .

7

,, Zug . . . . . 2

,, ,,

Bern . . . . .

Luzern . . . .

6 4

,, ,,

,,

Waadt . . . .

Uebertrag

4

Basel^andschast . .

.^t. Gallen . . .

1 l

.^umma

39

,, Graubünden . . .

32

1

Ohne Bundesbeitrag, theilweise aber mit kantonalen Subventionen wurden ferner zur .Ausstellung gesührt im Ganzen l1 ..^tüke, nämlich 3 aus dem Kanton ^..hw..^ , 4 aus Ludern , 8 aus Freiburg und 1 aus der Waadt.

Obgleich sichernng und parlement des Bedingungen,

man es den .Ausstellern überliess, ^ie Kontrakte behufs ^erTransport des Viehes ab^uschliessen , so zog doch das DeJnnern Erkundigungen ein, und brachte den Ausstellern die wel.^he gestellt wurden, zur Kenntniss.

Um die schweizerischen Juteressen bei der am 23. Juni zn eröffnenden .Ausstellung gehorig zn wahren, ward es nothig, auch besondere Kommissäre nach London zu senden, denn ...er Komm.ssär für die Jndnstrieausstellnng war genngsam anderweitig beschäftigt. Wir bezeichneten als solehe die Herren R u d o l f ^ a n g g e r , Direktor der Thierarzneischnle i...

Bunde.^latt. Jah.^. ^v. Bd. I.l.

25

332 ^ürich, William de Rham, von Montavau^ b^i ^v.^.don, und als Honorarkommifsär Herrn Nationalrath ...l. ..^ l ...... ta von ^ama.^en. Diese Kommissäre hatten namentlich aneh die .Ausgabe, ..^ei d.^n englischen konnte die Anerke.......^^ unserer b e . d e u Raee..., und in Folge dessen die An^ Stellung z w e i e r B l a s s e . . für die ^.hweiz zn erwirken, d..m.t nichteine bedenkliche Rivalität erwache. ^.hon wiederholte .^ersu^ in dieser Hinsieht waren fruchtlos geblieben. Man l.^atte sowol vont Departement des Jnneru aus sich Direkt an das Komit.. gewandt, als aueh den Kommissär sür die Industrieausstellung und Herrn Generalkonsul Rapp mit be^lichen Schritten beauftragt. Erst als die Kommissäre noch personlich Vorstellungen machten und erhärten, dass die Schweiz nothigensalls bereit sei, ^ selbst die Kosten ...er 6 Medaillen für di.. ..we.te blasse zu tragen , gab.

man nach, ohne indess von dem Anerbieten Gebrauch zu mache... -.. Es dauerte ferner lange, b.s man stch ül.^r einen andern .^unkt mit ^..m Konnte ins .^lare fezen konnte, üb..r den .^nnkt nämlich, ob es der ..^chwei^ gestattet fein würde, auch einige Preisrichter zu stellen. Offenbar musste hier sür S^hwei^er eine sehr günstige Gelegenheit sein , die verschiedeuen, ans der Ausstellung vertretenen Raeen durch Repräsentanten der verschiedenen Länder, un^ zwar vo.^u ^tandpnnkt der ^i^.htnng ans b..nr..

theilen ^u sehen. So dachte man, als man provisorisch .^i. Herren Re^ gierung^rath K a r l e n von ^ern, und .Kommandant Gemsch von ^chw.^ ^u Preisrichtern bezeichnete, welche sür den Fall, dass sie zugelassen wür^ den, sunktionireu sollten, im Uebrigen aber die Aufgabe hatten, die Herren Kommissäre in ihrer .......hätigk...... zu untersten. Jhre ^ulassuug erfolgte, aber es ward den beiden schweizerischen Preisrichtern nierkwür^tger W...ise ^ie Ausgabe zu Theil, in. Verein uut einen. Engländer das schweizerische Vieh ^u beurteilen. ^ Unsere Kommissäre und aneh Aussteller protestirten unisonst dagegen ; statt einer .^en.^ernng begnügte man sieh, vo^. de^ schweizerischen Preisrichtern die Erklärnug ^u verlangen , dass sie bei ^er Ausstellung nicht beteiligt seien. ^o fnngirte denn Herr Regierungsrath Karlen im Verein mit einem Engländer sür d^e braune Raee, während Herr Kommandant Gemsch uut Demselben di.^ ghiere ^er gefle^t^.n .^aee beurtheilte.

^ie Liste der zuerkannten Medaillen und .^.hrenerwähnn^gen ist bereits veross.ntlieht worden.

(^undesblatt l 862, ^. l.l, ^...it.^ 238.)

Von schlimmen folgen sür unsere Aussteller war ......r Umstand, dass die Klauenseuche sich iu der Ausstellung zeigt... , au eh unser schwei^eris^es Vieh, ^as gau^ gesund verladen worden war, un^ da.^ nmn dnreh sorgfältig Vorkehrungen wol,.lerhalt..n nach London gebracht hatte, wnr^e davon ergrissen. Wenn aueh nicht gerade Gefahr ^au.i^ verbunden war, so musste diess ^och de.^n Verkaufe schaden und den Gedanken an allfälli^ gen ^üktran.^port verscheuchen. Ein Tl.^il des Viehes wur^e ^war zu guten Vreis^n v^.rkanst, ein anderer aber mnsste billig entschlafen werden.

.^ine versuchte .^t..igerung hatte nieht den gewünschten Erfolg.

Wenn

333 einig... Aussteller durch übertriebene Forderungen selbst den Markt vers.herzten, so muss dagegen auch gesagt werden, dass am Schlösse der Ansstellung das englische fomite zu rüksichtslos verfuhr, indem es sofort die ^elte abbrechen liess und die Thiere .^en Unbilden der Witterung

preis gab.

Die Herren .Kommissare und namentlich auch Herr planta gaben sich alle Mühe, den Ausstellern rathend und helfend an die Hand zu gehen Herr Z a n g g e r und Herr de R h am sind beauftragt worden, Berichte über die Ausstellung abzufassen. Englands Landwirtschaft und Viehzucht.

stehen auf so hoher Stnse, .^ man wohl erwarten darf, Studium und ^Schilderung derselben und Verkleidung mit unserem Akerbaubetrieb, sowie unserer pflege des Viehs, werde eine erfreuliche Rükwirkung haben.

Vlll.

.^nt.n^rie- nn^ ^un^au^tellnn^ in ^nI.on.

Eingegangene Akten: 502.

Ausgegangene ,, 5041.

Die Vorschrist der britischen Kommissäre, dass Einrükungen in den Ter^t des offiziellen Kataloges, die ...nentgeldlieh ausgenommen Bürden, vor dem 1. ^ebruar 1862 dem Sekretär .^e.. Ausstellung, Herrn .^andford, eingereicht werden müssen, hatte es nothwendig gemacht, ^ie ^rü-^ sung der Ausstellungsgegenstände aus die erste Halste des Monats Januar zu verlegen. Die .^inrükungen konnten natürlich erst dann Herrn ^andford übermittelt werden, wenn die Ausstellungsgegenstände in ^olge einer von den englischen Kommissarien geforderten ^rüsnng für zulässig erklärt worden waren. Jn der zweiten Hälfte des Januars sollten dann die Prüfungsberichte an das eidgenossisehe statistische Bureau eingesandt, es sollte über die Annahme der Gegenstände entschieden, die Uebersezung ins Englische besorgt und nach London übermittelt werden. Man wollte sich mehrseits diesen Anordnungen nicht sügen, u..^ wandte sieh theilweise an den ...^uude^rath, der indess begreiflicherweise weder die Verfügungen der englischen Ausstelluugskommissarien ausheb.^n, noch ihre Konsequenzen an-

dern konnte. Obsehon man sieh schließlich der Rothwendigkeit fügte, kam

doch eine Aussehubsbewilligung des Herrn Sandsord bis zum 12. Februar erwünscht. Die Vorprüfungen konnten au einigen Orten aller Austrengungen ungeachtet erst in der zweiten Hälfte Januars stattfinden ; auch musste mau billige Rüksicht walten lassen. Wer fertig war, der braehte seine ^.aehe am bestimmten Tage an einen ihm bezeichneten Ort. wer seinen Gegenstand noch nicht bereit hatte, dem war erlaubt, andere ..^tüke oder Produkte, die einen Schluss aus seine Leistungsfähigkeit erlaubten, vorzulegen. Handelte es sich um schwer transportable Maschinen, so besuchte man die Werkstätten.

Die Brüfuug wurde da^u benuzt, früher von deu Ausstellern gemachte Angaben zu verifiziren, serner um die besondern Wünsche ^er

334 Aussteller hinstchtlieh der Versendung, Aufsteilung und Verhandlung ihrer Waaren n. s. w. kennen zu lernen, und endlich um Rotten zu sammeln über die praktische Bedeutung, besondere Verdienste, Umsang einer Fabrikation :.e.

G^.stü.,t ans unsern Beschlnss vom 23. August 1861, na.h welchem der Bund ausser den allgemeinen Kosten für die Ausstellung auch .,die Bestreitung der Transportkosten für alle zur Ausstellung bestimmten und zulässig erklärten Gegenstände von einer als Auslieferungsstation bezeichneten schwe^er.schen Gränzstadt aus bis ins Ausstellungsgebaude, so weit das Gewicht nicht einen Zentner für je einen .Aussteller übersteigt^ üb..rnahm, erkundigte sich das Departement des Jnnern nach den verschiedenen Transportgelegenheiten, und schloss mit einem Speditionshause in Basel, und einem solchen in Gens bezügliche Verträge ab. Den kantonalen Ausstellungskomite^s wurde durch Eireular vom 4. Januar von den Bedingungen, unter welchen der Transport über Basel stattfinde, und ani 13. Februar aueh betreffend die Ausgangsstation Genf, Kenntniss gegeben.

Die Transportkosten bis zur betreffenden Ausgangsstation hatten die ^..lussteller selbst zu tragen. Wir erwähnen bei dieser Gelegenheit, dass die Zentral-, Rordost- und Westbahn sür den Transport von Ansstel.lungsGegenständen bis Basel oder Genf eine einheitliche redu^rte Transporttax^e von 2 Rp. per Schweizerzentner und Bahnstunde und ohne Unterscheidung der Klasse, die Vereinigten Schweizerbahnen eine Deduktion der bestehenden Ta^en um die Hälfte eintreten liessen, die l^.ii...o...^u^se sezte eine einheitliehe Ta^e von 8^..^ Rp. per Tonne und per Kilometer fest, welche indess auf Bijouterie, Uhren, bearbeitete und rohe Kostbarkeiten und aus Werthgegenstände keine Anwendung finden sollte.

Jn Ausführung von Artikel 3 unseres Beschlusses vom 23. August 1861 ^Bnndesblatt 186l, H., 540) ernannten wir unterm t.^. Januar

1862 ^um Kommissär sür die Jnduftrieansstellnng Herrn G. V o g t , Direktor des eidgenosstschen statistischen Bureaus, un^ sür die Kunstausstellung Herrn .^ranz Bnchser, Maler aus Solothnrn, damals in Manchester.

Zugleich selten wir ein Komite nieder, dessen Funktionen als Ehrenamt der Gewählten betrachtet wurden, und darin bestanden, den schweizerischen Kommissären für die Jndustrie- und Kunstausstellung, sowie den seh.veizerisehen Ausstellern unterstand an die Hand zu gehen, und nach Moglichkeit zum günstigen Erfolg der Ausstellung sür die Schweig das Jhrige beizutragen. Herr Buchser trat bereits am 15. Februar in Funktion, Herr Vogt zu Ansang März.

Jn das Preisgericht durste die Schweiz .) Mitglieder ernennen.

Wir genehmigten die bezüglichen Vorschläge unsers Departements des Jnnern, nach welchen die ^ehwei^ repräsenttrt war in Unterklasse 2a (Chemische Erzeugnisse^, und eventuell für Klasse .^^.lll (garberei und Zeugdruk) , Unterklasse 3c (Weine und andere geistige Getränke , sowie Tabak); Klasse Vll (Maschinen im Allgemeinen), Klasse .^V ^lhreu-

335 macherei), blasse .^Vlll (Baumwolle^, Klasse ..^ (Seide und lammet), ^.asse ^.^lV gewirkte Tapeten, Spieen und ..^t.kereien) , Unterklasse 26a ^Leder^und Unterklasse 27.i (Strohwaaren). Herr Professor B o l le..., welcher nachher als Präsident der Jnr.^ für die .^^.llL Klasse bezeichnet warde, hatte sein Amt schon am 4. Mai anzutreten, die übrigen Mitglieder des Breisgerichtes wurden aus den 18. Mai nach London bernsen. Offenbar war unser Land, das also nur ..) Breisriehter zu bezeichnen hatte, während in 33 von 36 Klaffen Aussteller vorhanden waren , gegenüber grossern Ländern einigermaßen im Rachtheil. Herr Brosessor Bolle^ suchte indess diesem Uebelstande dadurch abzuhelfen, dass ^er sich in jeder K.afse an ein ih.n bekanntes Mitglied der Jur.^ mündlich od..r schriftlich wandte, und dasselbe ersuchte, die Jntexessen der schwererischen Aussteller wahrzunehmen. Die Schweiz war bei der feierlichen Breisvertl.^eilung vom 1l. Juli vertreten durch Herrn Generalkonsul Ra^p.

Es kamen aus die 386 schweizeris.l.en Aussteller, welche indess, da 60 Aussteller sich gruppenweise vereinigten, nur auf 330 Auszeichnungen Ansprueh machten, im Ganzen ll7 Medaillen uud 94 Ehrenerwahnungen, was ein günstiges Resultat genannt zu werden verdient. Das Verzeichniss der mit Auszeichnungen beehrten Aussteller ist seiner ^eit im Bundesblatte mitgetheilt worden ^Jahrgang l 862, Band lll, Seite 225).

Einen unangenehmen Z.vis.henfali bildete das plo^liehe Verschwinden einer Schachtel von bedeutendem Werthe mit Uhren des Herrn Fr.

Eourvoisier in Loele. Der Verdacht fiel aus einen jungen, von unserem Kommissar angestellten .^..h.o.^r, der in Anklagestand verset, aber freigesprochen wnrde, weil er beweisen konnte, dass er in dem Zeitpunkt, an welchem er nach eidlicher Aussage mehrerer Trodler in einem entsernten Theile der ^tadt Uhren verkaust haben sollte, im Ausstellungsgebäude gewesen sei. Der Bundesrath hat ihm für die ausgestandene Haft eine Entschädigung von 50 Ls. St. zugesprochen. --. Eine andere kleine S.haeht..l mit gravirten Uhrensehalen kan. entu^eder gar nie im Ausftellungsgebäude an, oder wurde ebenfalls gestohlen. Die Reklamationen, welche von den Eigenthümern erhoben wurden, ^varen am Schlusse des Berichtsjahres noch nieht erledigt, sowie aneh einige andere, betreffend vorgekommene B...sehädigung..n bein.^ Transport. Die englischen Kommissarien hatten ^var ausdrüklich erklärt, dass sie wohl alle polirei liehen ..^orstehtsmassregeln treffen wollen, sür Diebstähle aber keinen Ersaz leisten.

Jhrerseits hatte die Eidg...nossenschast den Ausstellern gegenüber nur insofern eine Haftpflicht für den Transport übernommen, als ihr selbst der Rükgrifs a.if ^ie Transportanstalten , Versieherungsgesellschasten ^. moglieh sei. Allein es traten einige ^älle ein, in welchen wed.^r die Trans.^.^rtanstalten, noch die Versicherungsgeseltschasten ..e. rechtlich in Anspruch genommen werden können, und eine etwelche Entschädigung der Aussteller doch billig erscheint. - Ein Vertrag betreffend die Magaziniru..g der leeren Kisten während der Ausstellung , welcher sehr vorteilhaft schien, wur..^ leider von dem Uebernehmer sehr schlecht gehalten. Es fehlten

3^ am Schlösse der Ausstellung eine Anzahl Kisten, die den Ausstellern wieder erseht werden mnssten. Dies Alles, souue anch eine bedeutend hohere Versicherungsprämie, als man erwartet hatte, und die Verlängerung der Ausstellung von Ende ^tober bis Mitte Rovember trug da^.. bei, dass der ...^und bedeutend mehr als man im Ansang glaubte , belastet wurde. Die Rechnung betreffend die Jndustrieausstellung war indessen am Schlösse des Berichtsjahres noch n.cht abgeschlossen, so dass wir die genauen Ziffern nicht angeben können. Vorläufig bestritt der Vund die fämmtl.chen .Transportkosten, immerhin mit dem Vorbehalt, sich die Kosten des den freien Zentner übersteigenden Gewichtes von ^en Ausstellern vergüten zu lassen.

Eine b^dentende und ganz unvorhergesehene Mehrausgabe fiel dem Bnnde dadurch auf, dass l.ne transportée für Knnstgegenstä.^e aus der Streke von Bonlogne .^M. bis London nach dem für dieselben angegebenen Werthe berechnet wurde, und wie es scheint, ans dem .Transport per Schisf immer berechnet wird. Ware man rechtzeitig unterrichtet gewesen, so hätte man allerdings dnreh niedrigere Taration der Gegenstände vorbeugen können. Da die Werthangaben durchschnittlich etwas hoch ^egriffen waren, so machten die .Transportkosten aus dieser ....^treke eine b..deutende Summe aus, die mau andererseits auch nicht den Künstlern ans..

legen konnte, da sie nicht darans aufmerksam gemacht worden waren. -Aus ^en aus der Kunstausstellung verkauften Gegenständen bezog Herr Vn.hfer nach Uebereinkunft mit den Künstlern eine provision von 5.^ , ans den verkauften Jndustrie^egenständen wurde, anch wenn n.an steh der Vermittlung des Kommissariates bediente, keine provision erhoben ^ da.^ gegen hielt man es nach dem Vorsel..lage des schweizerischen Komite's in London sur angemessen, ^ie Auslagen d^.s Bundes für ^oll, Transport, Versicherung uno Maga^inirung der leeren Kisten vergüten ^u lassen.

Wenn die londoner Entstellung v...^ der Eidgenossensehast bedentende Opser sor.^rte, so muss nian bedeukeu, einmal, dass die ...^..hweiz, w^.lch.^ man ge.ool^nt ist als ..ine industrielle Macht anzusehen, bei di.sem Wett..

kampfe nicht ^urü^bleiben durste; ferner dass andere Länder finanziell sich weit mehr betheiligt haben , ^ als die Schweiz. Die gnten Wirkungen einer Ausstellung gleich .^er in London si.^d keineswegs immer sofort spürbar; aber der Bericht, welchen uns H^..rr ^rosessor Bollen aus Grundlage der ...^pe^ialbericht.^ ^..r schweizerischen Jur.uuitglieder abgestattet hat, und der uns ini Mannseript vorliegt, beweist, dass man steh ernstlich bemüht hat, das Verh^iltniss unserer Industriezweige ^u den verwandten der Raehbarstaaten gehorig zu studiren. Es sind darin manche Winke für unsere industriellen enthalten^ die si^ wol.,l v^rst^l^n un.^ b...h^r^i^...n werden.

Mancher wird seine Kräfte noch mehr anstrengen, uni fortan mit Ersolg aus den. Weltmarkte ^u konknrriren, und die lleb^eugung wird in Allen bestärkt norden, dass es nicht die Schn^olle, sondern gan^ andere Elemente sind, welche .^ie J^.dnstrie eines Landes gross un^ mächtig machen konnen.

337 Wir wollen nicht unterlassen . hier na.h dem technischen Berichte Einiges über den Stand unserer Jndnstrie, namentlich unserer Hauptgewerbszweige beizufügen.

l. lI.^rellil^llstrie. Mit den schweizerischen Waaren konkurriren hauptsächlich fra n z o s i s c h e und e n g l i s c h e . Die Uhren aus E n g l a n d haben einen so gnten Rnf, da ss ihnen dadurch die Moglichl.eit des Perkauss zu höheren preisen als die der schweizerischen Erzeugnisse gesichert ist.

Dieser Rus gründet sich namentlich darauf, dass die englischen Uhren.^ fabrikante.., weniger bedacht auf Dinge, die zulezt nur einen gewissen Lui.ns der Ausarbeitung ausmachen, das grosste Gewicht anf einzelne ganz ^wesentliche Bestandtheile legen, und fest daraus halten, nichts in den Handel zu geben, ehe sie sich vom gnten Gang überzeugt haben.

Seit der Pariserausstelln..g ist Vieles geschehen, um anch die schweizerisehe Uhrenfabrikatio.. wieder in bessern Kredit zn bringen. Man sucht mit allen Mitteln, den Uhren einen exakten Gang zu sichern. Reneubnrg hat nnn ebenfalls wie Genf ein Observatorium, bestimmt, den Fabrikanten das Mittel einer genauen Zeitmessung an die Hand zu geben, und ^..gleich in offizieller Weise den Gang der Ehronometer zu konstatiren.

Jn gewohnlichen Uhren , die mit ziemlicher Genauigkeit gehen , und der grossten Zahl ^er Däuser dienen, sou.ue in ganz geringer Waare, hat die englische Uhre^sabrikalion mit der unsrigen niemals wirksam konkurrire.. tonnen.

Mittelpunkt derjenigen f r a n z o s i s cheu Uhrenindustrie, die mit der unsrigen .^ehnliehkeit l.^at, und ihr Konk^rren^ zu machen im Stande ist, ist Besancon. Dieser ^rt u^.tteif..rt mit unserer Jndnstrie in der Produktion gewohnlicher Uhren ^u massigem Preise. Diese ^abrikatiou hat zum ^aehtheil der unsrigen beträchtlich zugenommen. W.mn die Fabrikation in Besancon an^h gegenwärtig noch unter dem Gesichtspunkt der Mannigfaltigkeit und der Vollkommenheit der Produkte der unsrigen nachsteht, so dürfen wir doch nicht v^en..en, dass sie a^ch in dieser Richtung fortzusehreiten traehtet, n^.^ di.^ notl.^igen Kräfte da^.. bei.^ieht. Man hat eine Uhreumachersehnle u.it theoretischem und praktischem Unterrieht dort gegründet, an welche man sür ^en praktischen Unterricht einen Direktor aus der ....^..hweiz beries. Diese ...^chnle, von der Munizipalität unterstüzt und vom Kaiser dotirt, konnte, wenn sie gnt geleitet .oir^, zur Pflanzstätte guter Uhrenarbeiter werden, die uns Konkurrenz machen konneu, die be^ deutlich sein n.uss, wenn wir nicht Allem aufbieten, uni sort^nsehreiten.

Der Uhreniudnstrie in Besancon kommt zu gut.

l^ das Wegfallen des Ei..gangs^olls und der Spesen für Fracht und Kommission bei der Einfuhr unserer Uhren in Frankreich ; 2) die .Aufmunterung der Ration , die s.hon viele Opfer sür Uhrenindustrie gebracht hat, und 3) der wohlseile Lebensunterhalt in der Stadt Besancon und Umgebnng.

338 ..... ..^^nmmolleltiudnstrie. D^e Produktion Frankreichs, des ^oll^ vereins, Oestreiehs, Russlands und Spaniens wird grosstentheils ans den heimischen Märzen konsnmirt , der schweizerische Fabrikant trifft in Banm^.

wollengeweben auf Märkten, die ansser den genannten Ländern liegen, hauptsächlich die Konkurrenz Großbritanniens, und findet die der ersteren beinahe nur, wenn er sie, wo ihm solches möglich ist, an ihrem eigenen Herde aufsucht.

Jn Beziehung aus Wohlseilheit kann die Schweiz mit ihren Garnen England den Rang ^vohl nieht ablaufen. Jn der Güte der Gespinnfte darf sie daher ni.ht ^urükbleiben, und sie bleibt auch nicht ^.rük.

Rüksichtlieh der Baumwollenzwirne, Strik- und Rähgarne übt Eng^ ^ Iand eine Art Monopol ans. Seine Produkte sind so vorzüglich, dass es der schweizerischen Jndustrie schwer fallen dürfte, sieh neben den akkre^ ditirten englischen Marken Bahn zu brechen.

Rohe Eallieos scheint die Schweiz beinahe ausschliesslieh für den Bedarf der inländischen Drnl^sabriken und Färbereien ^u produzieren.

Jn Shirtings kann die schweizerische Jnduftrie die englische Ko...^ kurrenz nach und nach von einigen Märkten durchaus ausschließen , u..l^ mit der Zeit bei günstigeren ^ollverhältnisse.. wohl auch einen .^.heil des Bedarfs derjenigen Länder deken. deren eigene Bro^uktiou ihren. ^onsnm noch nicht Genüge leiste...

Glatte Mousselines und .^arlatans. Hierin ist die ...Schweiz vermittelst ihrer grosse.. Webereien vollkommen konkurrenzfähig, und im Stande, den verloreneu Boden auf den auswärtigen M.irl.teu wieder zu erobern, wenn sieh tüchtige Fabrikanten des Artikels annehmen. Die ^t. Galliseh-Appen^ellisehe Industrie hat in der Behandlung dieses Artikels ^ortsehritte gemacht, und namentlich hat sich ein ...^t. Gallisches Appretur^ établissement durch Herbei^iehung eines ausgezeichneten Technikers aus Tarrare bedeutende Verdienste erworben.

Jn der Herstellung von Vlattsti.hartikel.. , ..^elstich-Mo..ss..lines, ^ u. dgl. stellt die ...^ehwei^ oh^.e Rivalen da, und hat andern foltern ge^ genüber einen grossen Vorsprung. Der Arbeiter l.,at bei diesen Geweben

im Verhältniss viel zu thun ^ der billigere Arbeitslohn, den wir .^^gland und Frankreich gegenüber sur uns haben, sällt dah^.r schwer in die Wag^ schale.

Jm Allgemeinen ist noch zu bemerken, dass die Konkurrenz Englands in den geringern Baumwollenartikeln der Schweig u in so uachtheiliger ist, als ^er .Konsument sich für den Be^ug der feineru Waareu leicht an den^ jeu^gen Brodn^enten wendet, von welchem er die grobern paaren bezieht, wenn ..i^ss sur ihn nicht all^u uuvortheilhast ist.

Jn gefärbt gewobenen schweren Baumwolleu^eugen, Ghiugams u. dg^.

konkurrirt die ^chwei^ mit England und Frankreich. Die Brodnktion von

330 Oestreieh, dem Zollverein, Belgien, Julien, Spanien, Bortugal, Schwe^ den und Norwegen verdient di.. Beachtung des schweizerischen Fabrikanten nur aus dem Grnnde, weil sie dessen Brodnkte mehr oder weniger von den eigenen Markten jener Länder auss.hliesst. Diese Gewebe konnen i^ der Schweiz bei der grossen Garnproduktion hu Jnlande, I.ei der sozu^ sagen zollfreien Einfuhr derselben billiger erstellt werden , als anderswo.

Aendern die Zollverhältnisse im Sinne des Freihandelssustems . so wird die Schweiz theilweise andere Absa^e.uellen aussuchen müssen.

I^.t...nt turali l.^n ist ein Gewebe, aus gezwirntem Garn gemacht, mit aufgeworfenen Maschen, das hauptsächlich ^u Handtüchern verwendet wird, und in England felbst, fo w.e in Amerika vielfache Verwendung fin^det. dieser Artikel sollte steh anch in der Schweig mit Erfolg erstellen lassen . denn obgleich auf mechanischem Wege verfertigt, soll dennoch der sehr komplizirte Webstuhl eine fortwährende Aussicht erfordern.

Die Billigkeit des Arbeitslohnes kommt also hiebei in Berüksi.htignng.

Der Berichterstatter hat die Ueberzeugung, dass unsere Jndustrie auf einem sehr gesunden Boden lebensfähig herangewachsen, nud dass unsere Jndustriellen mit Beruhigung der Znknnft entgegensehen konnen. Die Elemente, durch welche unsere Jndustrie gross geworden, und die uns den meisten andern Rationeu gegenüber im Vortheil lassen, werden uns erhalten bleiben. Hieher gehoren vor Allem unsere freien Institutionen, die unsere Fabrikation mit keinerlei Schwollen belasten ; serner die Rothwendigkeit

für einen grossen Theil der Schweiz, in der Jndustrie das tagliche Brod

für ihre zahlreiehe Bevölkerung suchen zn müssen, uno di.^ daraus fliessende Arbeitsliebe, Rührigkeit und Genügsamkeit. Konnen ^eit und Umstände nicht einen hohern Arbeitslohn gewähren, so muss man sich freilich mit einem geringeru begnügen.

.^. ^ei.^enn^nftrie. ^ie schweizerischen Seidenstoffe bestehen meist in leichten , gebräuchlichen , wohlseilern Geweben für ^.m Gebrauch der Mittelklassen , die sich desshalb auf allen europäischen und überseeischen Märkten leicht verkaufen lassen, nnd u..ter entschiedenem Vortheil ^die franzosische. deutsche und englische Konkurrenz aus^ul..alt..u vermogen. ^Es gibt gegenwärtig wol wenige Länder, welche dem Handel geofsnet sind, in welchen nicht diese Produkte eine ansehnliche Rolle spielen. ^ie ei..faehe billigere Lebensweise der Arbeiterklasse, .^ie strenge Genügsamkeit der Fabrikanten, die billigern Arbeitslohne se^en nns in .^en ^tand, es mit jeder fremden Konkurrenz aufzunehmen.

Da die Mittelklasse in Frankreich mehr gemischte Stoffe trägt, di^ ihr von der sran^osischen Jndustrie in grosser und geschmakvolle^ Auswahl geliefert werden, so haben die zürcherischen .^eidenwaaren uoch nicht ans dem franzosischen Markte, der noch gau.^ von Lpon beherrscht .vird. Boden zu sassen vermocht. Anders verhält es sich mit den B.in^ern von Basel, die troz der hohen Eingangszolle für Sei.^enwaaren in Frankreich auf den. Markte von Baris eh.e ansehnliche Rolle spielen, .^nm Beweise, dass sie unter dem

340 Gesichtspunkt der greise über St. Etienne den Sieg davon tragen. Frankreich hat früher viele leichte Seidenstoffe fabrizirt . gegenwärtig muss es diese Art von Geweben ganz der Schweiz überlassen, ja die Schweiz ist so^ar ..m Alleinbesi.. der Fabrikation von solchen Artikeln, wie Floreneen, MarVelinen, schwarten leichten Taffets, einfachen Bändern ..e. Seitdem englischfranzösischen Handelsvertrag sind auch die Markte von London und Manchester viel wichtiger sur die sch.v...i^erische Seidenindustrie geworden.

Jm Jahr 186l halte der Export zürcherisel.er ^eidenwaaren nach England den Betrag von 25 Millionen Franken erreicht. ..^iese Summe wird wol jezt noch überschritten sein. ^..ie Bestellungen aus England haben es unsern Fabrikanten moglieh gemacht, die amerikanische Krise (Amerika war bis l^ahin der hauptsächlichste Ab^ngssa^ort unserer Se^enfabrikate) ohne schwere Einbnsse ausschalte.. , wahrend Lvo.., ^t. Etienne und Manchester sehr grosse Verluste gemacht haben.

^ie ...^eidensabrikanten von Manchester ware.^ eifrige Besorderer des e..gl.sch^sran.^sische.. Handelsvertrages, nun, da er zu Stande gekommen ist, ^eigt es sich, dass es ihnen nicht nur nicht gelingt , ihre Waare in Frankreich einzuführen, sondern sie müssen noch gar erleben, dass ihnen der Markt von London , den sie früher fast anssehliesslich versahen , streitig gemacht wird. Es scheint, dass Manchester es ganz ausgeben will, mit uns in den Artikeln zu Mittelpreiseu, glatten wie sa^onnirten , zu kon^ kurriren. Zürich hat fehon .^.. jenes Marktes an sich gezogen. Ein Hanpt^ .grund des Versalls der Jndnstrie von Manchester ist gewiss der fast ans^ schliessliche Gebrauch n.echanisch.r Webstühl..., die an ^ampf oder Wasser kaufen. ^...er mechanische Webstnhl zeigt sieh bis j^t ungeeignet für ...^eidenwaar^.n im Allgemeine^ . die grossten ^oner Hänser brauchen d.^ren nnr wenige für Spezialitäten, wie Cre^, Fonlards ...... ^ie Ersparmss an ^...it nnd Arbeitslohn wir.^ mehr als ausgewogen dureh die Ilngleich.^ heit nnd das weniger oortheilhaf^e Aussehen der Stoffe. Es wir.^ für diesen Betrieb s.hones, daher teures Rohmaterial gefordert, oie Unterhaltung der Mechanismen ist kostspielig, und in Reiten ^er Geschaftsstokung ist ^er Zin.^verlust der hohen Aulagekapitalien sehr beträchtlich.

dagegen haben die mechanischen Webstühle in der ^eidebandfabrikation ...ine grosse Bedeutung , aber selbst da nur sur die glätten , einsaehern Genres.

Eoventr.... ist ans englischen Märkten ein wichtiger Konkurrent, was die glatten Bänder anlangt. in fa^onnirten und solchen, die hohern Geschn^ak i.n der Ko^uposition beanspruchen, oersch^vindet die englische ^abrikation gänzlich. Basel hat auch gegenub.r ^t. Etienne wegen seiner billigen Waare bedeutend an Boden gewonnen.

^ie franzosischen Seidenfabrikauten haben oor den sehwei^ris.hen den .grossen Vorsprung, dass sie nicht nothig haben, Kundsame ansserhalb des Landes zu suchen; der Fabrikant kann daher seinem speziellen GeschäftsPreise obliegen .. während der schweizerische zugleich Kaufmann sein muss,

341 der i.. entlegenen Ländern sich Absazw^e suchen und Gessaste aus langen Termin anknüpfen muss.

Die ^ahl der Aussteller oon den hauptsachlichsten Vroduktionsplazen ist in diesem Jahr geringer gewesen . als auf den Ausstellungen von 185l und 1855. Die Vortheile, welche der Fabrikant von einer solchen Ansstellnug erwarten kann^ sin... nicht unmittelbar genug, uni ein genü^.eu.^.s Gegengewicht g.^en die beträchtlichen Dosten zu bieten, di.^ den Fabrikanten znsallen.

Unter den bestrepräseutirten Stoffen sind vor Allem die schwarzen, die ein Hanptar^ik..l der schweizerischen Fabrikation sind , zu ermähnen.

Die Jurr. hebt namentlich hervor die Gleiehmässigkeit des Gewebes, das ^ schone Ansehen und ^en massigen Vreis dieser Stoffe, die bis zu den leichtesten .Onaiitäten vorlagen.

D^e sehone Ausstellung der Armures beweist, dass man in diesem Artikel in der Schweiz grosse Fortschritte gemacht hat.

Di^ Gros de Raples siir Moden sind von hoher Wichtigkeit für den

englischen .Konsum , und es muss ...on Denselben gesagt werden , dass sie viel mehr Regelmässigkeit des Gewebes zeigen, als die französischen Stoffe gleicher Gattung.

Mareelines und ^lorenees sind die ..wei Hauptartikel, denen die schweizerische ..^.eideuiuduftrie ihren Aufschwung verdankt. Man muss di...

Regelmäßigkeit des Gewebes bei diesen leichten Stoffen wahrhast b.^ wundern , und man bereist bei deren Untersuchung leicht . ^ass sie nur da gemacht werden tonnen, wo man wohlseile Arbeitsträste hat.

Die Gruppe .,Artil^el fnr Roben^ beweist entschiedenen Fortschritt des ^..s..hmaks , und dass man sieh in Zürich mit Glük auf das G^..r^ ,,Rou^.aul.^ geworfen hat, welches man in den minder reichen Dessins eben so gu^ macht a.s in .^on^ Satins für Doublüren.

Diese Gattung von Stoffen, sowohl schwar^ als gefärbt, ^^ird bewunderungswürdig gut in der ^chwei^ sabrizirt. Dieselben sin... namentlich für den amerikanisehen Markt von sehr grosser Wichtigkeit, und haben dort ^as fran^osische .^r.^eugniss ganz in

^..hatten gestellt.

Die starken Satins werden zwar recht gut in der Schwe^ gemacht, aber diese ...^ tosse schliesseu sich .^och viel mehr an die Lvoner Industrie au, wo man sieh sehonern Rohmaterials bedient, und wo der Appret s .boner gegeben wird.

..^enteltueh ist ein Artikel von n.eht geringer Wichtigkeit und wird seit einer Reibe von Jahreu beinahe einzig von schweizerischen Fabrikanten e^ploi^irt. ^on hat Denselben ganz der Schweiz überlassen müssen, deren Konkurrenz nicht niehr erträglich schien.

Die ausgestellten Länder bestanden vorwiegend in knranter und reicher fa^.onnirter Waare von meist vorzüglicher Ausführung, und bewiesen entschieden Fortschritte in Geschmak and Zeichnung.

342 4. Eisenindustrie .^ .....^i^erei. Die Ausstellung in Klaffe ..^IV war im Allgemeinen sehr schwach vertreten, nicht bloss von der Schweiz, sondern auch von ihren Konkurrenten . Schottland, ^rankreieh und Sachsen. Die dermalige Ausstelle.^ahl stand in keinen.. V..rh..ltn.ss mit der Bedeutung, welche diese Jndustrie bei früheren Ausstellungen sonst einzunehmen pflegte.

Jn Gesehmak und Eleganz der Dessins und Feinheit und Vorzüglichkeit der Arbeit h..t das schweizerische Fabrikat immer noch einen ^iemlichen Vorzug vor dem schottischen und sächsischen. was aber die Wohl^.

feilheit d...r preise und die Ausrüstung der W.iaren anbetrifft, so ist der schweizerische Fabrikant hierin weit übertroffen. Zwischen den franzosischen und schweizerischen hingegen ist beinahe gar kein Unterschied in Dessins und Ausführung . sie stehen jedenfalls auf der gleichen Stufe der Vervollkou.mnung. wol mogen aber die lederen hinsichtlich billigerer preise de.. Vorzug haben.

Uebereinstimmeud mit den Erwartungen, die mau l 85l aufsprach, hat sich dieser Jndustrie^weig in den erwähnten konknrrireuden ^ändern fortwährend gehoben, und an Bedeutung und Ausdehnung gewonnen bis znm Jahre l 856, in welchem Zeitpunkt wenigstens die schweizerische Jn..

dustrie unstreitig ihren Hohepnnkt erreichte. Die schottische Jndustrie, vermöge ihrer billigen Breise mehr für das grossere ^ubliknm arbeitend, mag ihre grosste Ausdehnung erst im Sommer l^es Jahres l 857 erreicht haben, wurde aber in diesen. Moment desto empfindlicher dnrch die kurz darauf folgenden Ereignisse betrosfeu.

Die unheilvolle Handelskrisis von 1857 fand die schweizerische Jndustrie bereits im Stillstand, wenn nicht bereits s.hon in Abnahme begriffen, und beschleunigte natürlich deren Gang in dieser schon angenommenen Richtung. Der sehottischeu und sächsischen J..dnstrie wiedersnhr das gleich... .^..chiksal, uud ^war in noch hoherm Grade, jedenfalls w.^it

plozlicher, bis sie wenigstens auf die H.ilfte ihrer frühen Bedeutung redu^ zirt war.

An den.. Falle der Stikerei-Jndnstri^ trägt indess nicht etwa eine Ver-

nachlassignng von ^eite der Fabrikanten die ^chu.ld rüksichtlieh Anschaffung und Anwendung neuer Dessins und formen, Verbesserung der Arbeit und billigerer Brodnktio^., sondern einzig ^ie Launenhaftigkeit der Mode. Der beste Beweis dafür liegt darin, dass auch unsere sänimtliehen Konkurrenten vo.u nämlichen Schiksal betroffen wurden.

Die Maschinenstikerei indess hat in den legten Jahren Fortschritte gemacht, in^em nun ganze Vorhänge auf diese Weise gestikt werden konnen, während noch vor sehr wenden Jahren nur sehmale Streifen bearbeitet werden konnten. Die Schweiz ist hierin ihren Konkurrenten vorans^

geeilt.

.^. ^trohmaareuindnstrie. .... Geflechte von g a n z e m , d. h. ungespaltenem .^troh. Jn Beziehung ans dies.. Jndustrie steht Jtalien in

343 erster Linie. Sie bildet den Haupternährungszweig für die Bevölkerung des ehemaligen Grossherzogthums Toskana. Jn neuerer Zeit beschäftigt sich auch ein Theil der Bevolkerung Barmans mit der Anfertigung dieser Art .Geflechte. Produktion Jtaliens jährlich für 8---10 Millionen Franken.

Jn

der Schweiz

ist

es hauptsächlich

das Thal Onsernone

im

Tessin, das stch damit beschäftigt. Es sind bereits bedeutende Fort..

schritte darin gemacht worden. Da.^ Fabrikat ist im Vergleich znm slorentinischen zwar noch ein sehr unvollkommenes; allein bei anhaltender Rachfrage nach dem Artikel wird sieh derselbe verbessern. Jn Bezug auf die Arbeit lassen die Geflechte weniger zn wünschen übrig, als in Bezng anf ...die Farbe derselben. Es wird der Behandlung des Rohstoffes zu wenig

Sorgfalt gewidmet; desshalb konnte das Fabrikat bis jezt nur gefärbt

verwendet werden. Sollten durch einen Umschwung der Mo^e die gefärbten Geflechte verdrängt werden, so würde die Jndustrie des Kantons Tesstn einen gewaltigen Stoss erleiden. Ein fernerer Uebelstand liegt darin , dass diese Geflechte bis jezt nur in den schmälern Rnmmern angefertigt werden. Die ganze Produktion belies sieh im vorigen Jahre

auf zirka l 50,000 Stük mit einem Werthe von 200-250,000 Franken.

b) Geflechte von g e s p a l t e n e m Stroh.

Es konkurriren darin England, Belgien, die Schweiz und der Zollverein.

Die englischen Geflechte werden jedem andern dieser Art vorgezogen und mit hohen ^reisen bezahlt. Jm Färben des Strohs ist England jedem andern Lande voran. seine gesärbten Geflechte haben einen natürlichen Glanz, welter bei keinem andern derartigen Geflechte hervorgebracht werden kann. Die Produktion nimmt von Jahr zu Jahr ^u; sie beträgt über eine Million ^tüke im Werthe von 3 Millionen Franken.

Das belgische Fabrikat zeichnet sieh durch grosse ^ouplesse. vorzüg.^ liche Arbeit und Reinheit des Strohes ans ; Produktion im Werthe von 2^ Millionen ^ranken.

Die Schweiz hat zwei Gegenden , die sieh mit dieser Art Strohindustrie beschäftigen, Freiburg und A a r g a u . Jn Freiburg wird der Behandlung un^ Sortirung des Strohes noch nicht diejenige Sorgfalt ge-

widmet, wie in England , auch ist das Ellenmass des Geflechtes zu kurz

und unregelmässig (18 ^20 Ellen). Trozdem nimmt die Produktion und die Rachfrage von Jahr ^u Jahr zu. Die Geflechte sind im Verhältniss zn den belgischen und englischen billiger. Freiburg e^portirt hauptsächlich nach Amerika. England, Jtalien und Rnssland. Produktion im Betrage von mehr als 1 Million Franken.

Die Strohsabrikate des Aargau's stehen in Bezug auf Glanz und Schonheit des Strohs hinter jedem andern , dagegen stnd sie jedem andern an Geschmeidigkeit, Solidität und Wohlseilheit überlegen.

Die Rachfrage steigert sieh von Jahr zu Jahr; in Folge dessen wird die Broduk-

.^4 tion ans Unkosten der Qualität vergrossert, und es st..ht zu befürchten, dass be. einem Anfschwunge der Mo.^e eine bedenkliche Stokung für diese Art Geflechte eintritt. Produktion im Betrage von hochstens ..)00,000 Fr.

c) Geflechte und Gewebe von ^troh, Seide, Bferdehaar u. dgl.

Die Artikel dieser Genres sind gleich den sa^onnirteu Seideubändern dem Wechsel der Mode unterworfen und haben mit demselben die gleichen Perioden. Diese Produktion ist bisa.chin Eigentum der ...Schweiz geblieben, obgleich in England und Sachsen schon wiederholt Versuche gemacht worden sind, dieselbe einzuführen.

Die Gewebe von Stroh und .^..ei.^.. ^e. bildeten bis I855 die Hauptfabrikation der Strol..in^.strie des Kantons Aargan , seither hat sieh die ^ Produktion von Jahr zu Jahr vermindert; do.h scheint es, dass sich die

Mode derselben wieder günstig zeigt.

Es ist der Beachtung werth , dass die Schweiz, der Herd und die Wiege der ...^trohindustrie, den Bedarf der fertigen Hüte grosstentheils aus Frankreich begeht, sie ist das einige Land, welches keine oder unbeDeutend Hüte sabrizirt. So oft hierin Versuche gemacht^ wurden, sind sie jedesmal wieder aufgegeben worden.

^. uelu^e bedeutendere ^emerbszmei^e. (Rach der Ordnung der Ausstell.mgsklasfen aufgeführt).

. ^ ä s e war im Verhältniss zur Aussuhr nur wenig ausgestellt (Ausfuhr 1862 170,000 Zentner). Das Emmenthal, L^ern, Freiburg und die Urkautoue, also die hauptsächlichsten Käse produzirenden Landestheile waren nicht vertreten.

Die E i g a r r e n s a b r i k a t i on in der ^.chwei^ hat in den legten Jahren au Bedeutung gewonnen. Die ^...fnhr von fertigem Rauch- und Schnupftabak, sowie von Eigarreu, ist in den l.^ten Jahren beinahe konsta^.t geblieben , ^ ^väl^rend die Zufuhr von Rohtabat und Earotten von Jahr zu Jahr steigt , und mau auch beim Export eine unverkennbare, und sehr ras.^h steigende Zunahme wahrnehmen kann.

H o l ^ s c h n i z e r e i . Das Erheblichste in dieser Gruppe von Gegen-

ständen bildeten .^piegelrahmen, Eassetteu, Büssets, grossere Tl^ergruppen

^ur Zimmerdekoration und verschiedene, recht gelungene Mobeln.

Wenn mit dem Uebergang .^u diesem neuen Genre ein unbestritten weiteres und lohnenderes ^eld beschriften ist, so muss auch gesagt werden, dass hiefür .^ie auswärtige Koukurren^ grosser ist. Sowohl fran^osis.he als englische Leistungen , die auf ^er Ausstellung zu sehen waren . machen diess sehr klar. Man darf das aber nur für ein Glük halten , Kunst und Ges^mak, Ersiuduugstrieb fur feinere Anwendungen, Verkehr mit answärtigen Werkstätten und Unte.mehmern , kurz der Fortschritt in mancherlei Gestalt kann l^iedurch gefordert werden. Tritt hie.^u die Hebnng und kräftigerer Einfluss ...er Zeichnungsschulen, so knüpft sich an alles dieses die Hossnuug, dass die Bitweise erfahrene kritische Lage einer so schönen

345 Jndnstrie, die aueh ge.st^ge Thatigkeit u d eine gew.sf^ hohere ^tnfe des Arbeiters fordert, gesicherten Zuständen Blaz machen wird.

M a seh inen i n d u strie. Die verschiedenen in der schweizerischen Abtheilung ausgestellten Maschinen haben in seder .......eziehun^ sehr besriedigt. Es ist nur zu bedauern , dass die Leistungen der Schweiz in diesem Gebiete allzusehr nach dem Umfange der Ausstellung beuxtheiit wurden Die ausgestellten Maschinen kannten hinsichtlieh ihrer Vorzüglichkei^ nicht mit denen des Auslandes verglichen werden, weil sie b...inahe sämmtlich die einzigen ihrer Art in der ganzen Ausstellung waren.

Jn Beziehung auf die schweizerische W o l l e n i n du st rie ist ^u be^ ^ merken , dass die Wollspinnerei selbst fur das Bedürsniss der Wollmauufaktur ungenügend ist, und dass lettere .oeit entfernt ist, das Bedürfniss des Landes zu deken, geschweige denn im äussern Verkehr eine grosse Rolle einzunehmen. Tro^ alledem ist ein Fortschritt der schweizerischen Wollenindustrie, wenn auch nur ein laugsamer, nicht zn verkennen.

F ä r b e r e i u n d ^ e u g d r n k . Es mnss bedauert werden, dass die Betheilignng der Schweig in dieser Klasse so ausserordentlich schwach war, um so mehr als einige Spezialitäten, die sich in ^er Schweiz immer in gutem Rufe erhalten haben, ohne ^.veisel mit grosseur Beifall würden ausgenommen worden sein.

L e d e r s a b r i k a t i o n . Die Produktion ^es Auslandes übertrifft die unserige in der Qualität nicht , dagegen haben die meisten übrigen Länder den Vorzug , dass chre Fabriken in grossem Massstabe und mit Maschinen arbeiten konnen, weil sie ein grosseres und unbehindertes ^bsa^.biet haben, für das sie zu billigeren preisen arbeiten konnen.

Erziehungsmittel.

Leider haben die Kantone den R..f der grossbritannischen Kommission zur Veranstaltung von ..^.ammlungen von

Er^iehungs^uittelu unbeachtet gelassen. Es steht über allem Zweifel, dass

wenn in irgend Etwas die ^chwei^ hierin sich vor alle^. andern Staaten hätte Auszeichnung erwerben konnen. Die ^chul^s.^e, die Er^iehungsbudgets und die Bläue der Volkss.^hulhäuser einer Reihe von Kautouen würden beredte Zeugnisse von dem Stande des Unterrichtwesens abgelegt haben , allein nichts, das Erziehnugstatistik nur von ferne berührt, war ausgestellt. Der Zufall versammelte wenige ganz vereinzelte, theilweise gar nicht in dieses Gebiet direkt gehörende Arbeiten.

Die Genfer J u . v e l i r a r b e i t e n waren nur sehwaeh vertreten, allein es ^eigte sich doch auch darin der bekannte Charakter dieser weltbekannten Industrie. Die genferisehe Juwelirarbeit ist ausseror^entli^h sorgfältig und Zeichnet sieh ferner d.^.reh eine^ wohlthneudeu Ernst des Gesehmakes aus.

^.^le. Der Bericht über da^ in den ^eschas^lrei^ des Departement des Innern gel^rende ,, B a u w e s e n - ^ann erst spa^r gegeben Werden.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Bericht des schweiz. Bundesrathes an die h. Bundesversammlung über seine Geschäftsführung im Jahr 1862.

In

Bundesblatt

Dans

Feuille fédérale

In

Foglio federale

Jahr

1863

Année Anno Band

2

Volume Volume Heft

18

Cahier Numero Geschäftsnummer

---

Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

25.04.1863

Date Data Seite

283-345

Page Pagina Ref. No

10 004 044

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