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Botschaft über den Neubau des Schweizerischen Instituts für Berufspädagogik

vom 12. August 1981

Sehr geehrte Herren Präsidenten, sehr geehrte Damen und Herren, Wir unterbreiten Ihnen den Entwurf zu einem Bundesbeschluss über den Neubau des Schweizerischen Instituts für Berufspädagogik mit dem Antrag auf Zustimmung.

Wir versichern Sie, sehr geehrte Herren Präsidenten, sehr geehrte Damen und Herren, unserer vorzüglichen Hochachtung.

12. August 1981

1981-512

9 Bundesblatt. 133. ;ahrg. Bd. III

Im Namen des Schweizerischen Bundesrates Der Bundespräsident : Purgier Der Bundeskanzler: Buser

'149

Übersicht Das Schweizerische Institut für Berufspädagogik (SIBP) wurde mit Bundesratsbeschluss vom 17. Mai 1972 gegründet. Artikel 36 des Bundesgesetzes vom 19. April 1978 über die Berufsbildung (SR 412.10J überträgt dem Bund die Aus- und Fortbildung der hauptamtlichen und nebenamtlichen Lehrer an Berufsschulen, soweit sie nicht an einer Hochschule erfolgt, und beauftragt ihn, zu diesem Zweck das SIBP zu führen. Im weiteren amtet das Institut als schweizerische Dokumentationsstelle für den beruflichen Unterricht, begutachtet Lehrmittel und Unterrichtshilfen und befasst sich mit Forschungsaufgaben auf dem Gebiet des beruflichen Unterrichts. Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement kann ihm weitere Aufgaben übertragen, die der Förderung der Berufsbildung dienen.

Das SIBP ist heute provisorisch in gemieteten Räumen der Ingenieurschule (Abendtechnikum) in Bern untergebracht. Die Stadt Bern als Eigentümerin der Gebäulichkeiten verlangte von allem Anfang an, dass sich der Bund unverzüglich um eine definitive Lösung bemüht. Die Ingenieurschule ist dringend darauf angewiesen, die vom SIBP belegten Räume möglichst bald selbst benützen zu können (Ausbau der Ingenieurschule in Richtung Software-Technologie).

Alle dem SIBP zur Verfügung stehenden Räume sind ausgelastet. Der naturwissenschaftliche Unterricht sowie die Magazinierung eines Teils der berufspädagogischen Literatur muss an Aussensteilen erfolgen. Die zur Zeit verfügbaren Räume erlauben es nicht, die heutigen Möglichkeiten der Lehrerbildung auszuschöpfen. Im weiteren verunmöglichen es die derzeitigen Raumverhältnisse, alle dem SIBP durch das Gesetz übertragenen Aufgaben zu erfüllen und weitere, der Förderung der Berufsbildung dienende Aufgaben zu übernehmen.

Zur Lösung der verschiedenartigen, gegenseitig voneinander abhängenden Aufgaben braucht die gewerblich-industrielle Berufsbildung ein Ausbildungszentrum, das ihren Bedürfnissen entspricht. Der Bundesrat hat daher mit Beschluss vom 19. Januar 1977 das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement ermächtigt, ein Botschaftsprojektfür den Neubau des SIBP auszuarbeiten. Der entsprechende Projektierungskredit wurde mit dem Voranschlag 1975 bewilligt. Das Amt für Bundesbauten schrieb in der Folge einen öffentlichen Architekturwettbewerb aus. Der von der Expertenkommission empfohlene Entwurf diente als Grundlage für das vorliegende Botschaftsprojekt. Die veranschlagten Baukosten belaufen sich auf 22 981 000 Franken. Das Bauvorhaben ist in das Mehrjahresprogramm ziviler Bauten des Bundes aufgenommen worden (BBl 1978 / 573--589) und somit in der langfristigen Finanzplanung des Bundes enthalten.

Das für die Errichtung des Neubaus des Schweizerischen Instituts für Berufspädagogik erforderliche Land in Zollikofen ist bereits im Besitz der Eidgenossenschaft.

Die Voraussetzungen für die Erlangung der Baubewilligung sind erfüllt.

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Botschaft I

Allgemeiner Teil

II

Ausgangslage

III

Zuständigkeit des Bundes im Bereich der Ausbildung von Berufsschullehrern

Ausbildung und Fortbildung der haupt- und nebenamtlichen Lehrer an Berufsschulen sind, soweit sie nicht an einer Hochschule erfolgen, Sache des Bundes.

Er führt zu diesem Zweck das Schweizerische Institut für Berufspädagogik (Art. 36 des Bundesgesetzes vom 19. April 1978 über die Berufsbildung).

Die Ausbildung der Handelslehrer erfolgt ausschliesslich an Hochschulen, die Ausbildung der Lehrer an gewerblich-industriellen Berufsschulen hauptsächlich am Schweizerischen Institut für Berufspädagogik (SIBP).

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Zur Vorgeschichte

Der Bund begann 1942 mit der Ausbildung von Gewerbelehrern der allgemeinbildenden Richtung. Bis 1972 hat er insgesamt 15 sogenannte BIGA-Jahreskurse organisiert. Zur gleichen Zeit führte er im fachkundlichen Bereich Kurse von 16 Wochen Dauer durch, allerdings auch bloss für einen Teil der angehenden Fachlehrer.

' In den eidgenössischen Katen befassten sich die Interpellation Vogt SO (Ständerät, 1963) und die Motionen Renschier ZH und Fischer BE (Nationalrat, 1970) mit der Errichtung einer bundeseigenen Ausbildungsstätte für die Gewerbelehrerausbildung.

1972 hat der Bundesrat das SIBP mit Sitz in Bern gegründet.

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Studiengänge für Berufsschullehrer

Die Ausbildungszeit für Anwärter auf das Diplom der allgemeinbildenden Richtung beträgt heute vier Semester Vollzeitstudium; jene für Anwärter auf das Diplom der fachkundlichen Richtung - je nach Vorbildung (Meister oder Ingenieur HTL) - zwei oder drei Semester.

, In Lausanne und Lugano finden Ausbildungsgänge des SIBP mit gleicher Zielsetzung, aber anderer zeitlicher Gliederung statt.

Da für die Filialbetriebe in Lausanne und Lugano keine eigenen Bauten vorgesehen sind, beziehen sich die folgenden Ausführungen lediglich auf die zentralen administrativen Dienste des SIBP sowie auf die Aus- und Fortbildung von Berufsschullehrern für die deutsche Schweiz.

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Übrige Aufgaben des SIBP

Neben der Aus- und Fortbildung von Berufsschullehrern überträgt das Berufsbildungsgesetz dem SIBP - die Errichtung einer schweizerischen Dokumentationsstelle für den beruflichen Unterricht, - die Begutachtung von Lehrmitteln und Unterrichtshilfen und - die Durchführung oder Betreuung von Forschungsaufgaben auf dem Gebiet des beruflichen Unterrichts.

Überdies kann das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement - wie bereits erwähnt - dem Institut weitere Aufgaben übertragen, die der Förderung der Berufsbildung dienen. Sodann steht die Einführung eines Sonderstudienganges für Turnlehrer II zur Diskussion.

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Ist-Zustand

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Sitz und Personalbestand

Direktion und Verwaltung haben ihren Sitz in Bern. Das Institut umfasst zur Zeit \y/i Personaleinheiten. Davon arbeiten 10'/2 in Bern. Der Unterricht wird grossenteils von Lehrbeauftragten erteilt.

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Zahl der Studierenden.

Am 1. Mai 1981 gliederten sich die Studenten in Bern wie folgt: Allgemeinbildende Richtung Berufskundliche Richtung, Meister Berufskundliche Richtung, Ingenieure

2 Klassen l Klasse l Klasse

48 Studenten 16 Studenten 21 Studenten

4 Klassen

85 Studenten

Ab Herbst 1981 zusätzlich: Berufskundliche Richtung, Meister

l Klasse

20 Studenten

Total

5 Klassen

105 Studenten

Das Durchschnittsalter der Studenten beträgt 30 Jahre.

Nebenamtliche Berufsschullehrer beider Richtungen werden in regional durchgeführten Kursen ausgebildet (1980: 13 Kurse mit 338 Absolventen). Die Fortbildung geschieht ebenfalls dezentralisiert (1980: 74Kurse mit 1938 Absolventen). Für die Durchführung dieser Kurse ist das SIBP verantwortlich. Es hat in der Folge periodisch Seminare und Fortbildungsveranstaltungen für Leiter und Dozenten der regionalen Methodikkurse anzubieten.

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Mietlokale, Provisorien

Seit 1972 besteht ein Mietvertrag mit der Stadt Bern über die Belegung von Räumlichkeiten der Ingenieurschule (Abendtechnikum) an der Morgarten152

strasse. Der Vertrag erlaubt eine zeitlich eingeschränkte Benützung von fünf Schulzimmern und einem Zeichensaal sowie die zeitlich uneingeschränkte Benützung eines Provisoriums (Holzpavillon) für Verwaltung, Bibliothek und Unterrichtsvorbereitung. Die Vermieterin hat dem Vertrag unter der Bedingung zugestimmt, dass sich der Bund unverzüglich um eine definitive Lösung bemühen werde. Die Ingenieurschule Bern ist auf die zur Zeit vom SIBP belegten Räume dringend angewiesen (Ausbau Software-Schule). Die Schuldirektion Bern hat denn auch den Mietvertrag auf den 30. September 1982 gekündigt. Unter gewissen Voraussetzungen würde sie allenfalls zu einer kurzfristigen Verlängerung des Mietverhältnisses Hand bieten.

Die naturwissenschaftlichen Grundlagen werden in einem 2 km entfernten Raum der Kunstgewerbeschule vermittelt. Ein Teil der berufspädagogischen Literatur ist 4km vom Institut entfernt magaziniert; sie ist zu Studienzwecken nicht verfügbar.

Alle zur Verfügung stehenden Räume sind ausgelastet.

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Mängel des Ist-Zustandes

Die jetzt zur Verfügung stehenden Räume erlauben es nicht, die heutigen Möglichkeiten der Lehrerbildung auszuschöpfen.

Die Schulräume sind nicht für Lehrerbildung und -fortbildung konzipiert; erwachsenengerechte Ausbildungsformen, lassen sich nur in Ansätzen verwirklichen.

Grosse und Ausrüstung des Spezialraumes für Physik und Chemie behindern einen berufsgruppenbezogenen Unterricht. Der Raum wie auch das Zimmer für die Sammlung sind überlastet.

Für eine zeitgemässe Lehrerbildung fehlen die nötigen räumlichen und technischen Einrichtungen wie Gruppenräume und Mitschauanlage.

Eine Didaktik des Demonstrations-Unterrichts kann nicht erteilt werden.

Am Sitz des Instituts lassen sich aus räumlichen Gründen keine Ausbilduhgskursefür Nebenamtlehrer und nur selten einzelne Fortbildungskurse durchführen.

Materialien zur Unterrichtsvorbereitung, insbesondere Bücher und audio-visuelle Hilfsmittel^ sind den Dozenten und Studenten nur in beschränktem Masse zugänglich.

~Die Arbeitsverhältnisse m den provisorischen Büroräumen sind unbefriedigend.

Mit den heutigen engen und dezentralen Raumverhältnissen wird der Unterricht beeinträchtigt und jede weitere Entwicklung verhindert. So lassen sich zur Zeit zwei Aufgaben, die das Gesetz dem SIBP zugedacht hat, schon aus räumlichen Gründen überhaupt nicht in Angriff nehmen, nämlich - die Errichtung einer schweizerischen Dokumentationsstelle und - die Forschung auf dem Gebiet des beruflichen Unterrichts.

Auch würden es die derzeitigen Raumverhältnisse nicht erlauben, weitere Aufgaben zu übernehmen, die der Förderung der Berufsbildung dienten.

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Soll-Zustand: Überwindung von Schwierigkeiten durch einen Neubau

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Grundsätzliches

Zur Lösung der verschiedenartigen, gegenseitig voneinander abhängigen Aufgaben braucht die gewerblich-industrielle Berufsbildung ein Ausbildungszentrum, das ihren Bedürfnissen entspricht.

Der Neubau bildet eine Ausbaustufe, damit man die heutigen Bedürfnisse befriedigen und der überblickbaren Entwicklung der nächsten zehn Jahre entsprechen kann. Mit der gewählten Konzeption und der ausgewiesenen Landreserve ist der weitere Ausbau sichergestellt.

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Künftige Anzahl Lehrerstudenten

Die Amtszeit eines hauptamtlichen Lehrers an den Berufsschulen beträgt 25-30 Jahre. Diese relativ kurze Zeit ist darauf zurückzuführen, dass die erstmals gewählten Lehrer durchschnittlich über SOjährig sind. Allein der Ersatz der amtierenden Lehrer ergibt bei durchschnittlich 30 Dienstjahren 52 pro Jahr neu auszubildende Berufsschullehrer, bei durchschnittlich 25 Dienstjahren sogar 62.

Der gesamte Bedarf an Berufsschullehrern beider Richtungen liegt aber höher, weil verschiedene - wegen Krankheit oder Unfall ausscheiden, - in ein politisches Amt gewählt werden, - den Beruf wechseln, - zu Inspektoren, Vorstehern, Schulleitern befördert werden.

Die Planung geht davon aus, dass sich der Geburtenrückgang in den Berufsschulen bedeutend weniger stark auswirken wird als bei den Volksschulen, und zwar aus folgenden Gründen: - Bei der Besetzung von Lehrstellen werden künftig vermehrt wieder Schüler von Abschlussklassen und Schüler mit eher schwacher Vorbildung berücksichtigt werden.

Die Zahl der Berufe mit drittem Schulhalbtag wird zweifellos zunehmen. Auch durch die Einführung des obligatorischen Turnunterrichts wird der Lehrkörper eine Erweiterung erfahren (in die Klasse der angehenden Lehrer allgemeinbildender Richtung werden Turnlehrer I aufgenommen, die nach ihrer Wahl an eine Berufsschule nur ein stark reduziertes Pensum im Klassenzimmer erteilen werden).

Mittelfristig ist daher mit 110, auf Ende der Achtzigerjahre mit 120 Studierenden zu rechnen. Die Zahl der Klassen dürfte in diesem Zeitraum von fünf auf sieben ansteigen. Mit dem Sonderstudiengang für Turnlehrer II, der sich gegen154

wärtig in Vorbereitung befindet, wäre mit einer zusätzlichen Klasse von 20 Studenten zu rechnen.

Einzelne Klassen der Gewerbeschule Bern sind in unbefriedigenden Räumlichkeiten in Aussengebieten untergebracht.

Das Institut ist dringend auf Übungsklassen angewiesen. Die Gewerbeschule ist denn auch gerne bereit, dem Institut auf den Bezug des Neubaus hin zwei Lehrlingsklassen zu je 20 Schülern zur Verfügung zu stellen.

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Unterrichtsräume und Reserve

Es darf deshalb davon ausgegangen werden, dass von Anfang an alle neun Klassenzimmer mit 150 bzw. 170 Studenten und Schülern belegt sein werden.

In Bereichen, in denen Fachdidaktik unterrichtet oder entsprechende Übungen durchgeführt werden, kann der Unterricht nur in kleineren Klassenbeständen erteilt werden. Klassen mit 24 und mehr Studenten müssen deshalb jeweils in zwei Gruppen aufgeteilt werden, was zusätzliche Unterrichtsräume erfordert.

Sollten die neun Klassenzimmer längerfristig nicht mehr genügen, müsste ein Teil des Unterrichts in stundenweise freistehenden Räumen - auch in Spezialräumen - erteilt werden. Die Auslastung der Klassenzimmer entspricht derjenigen jeder anderen Lehrerbildungsstätte.

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Voraussetzung für zeitgemässe Lehrerbildung

Der geplante Neubau will bewährte zeitgemässe Formen der Lehrerbildung ermöglichen, die im vorliegenden Fall gleichzeitig Erwachsenenbildung ist.

Dazu gehören Möglichkeiten zu selbständigem Arbeiten - einzeln und in Gruppen - sowie Einrichtungen, die es gestatten, das Lehrerverhalten im Unterricht zu trainieren und zu überprüfen. In diesem Zusammenhang ist insbesondere die Mitschauanlage zu erwähnen.

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Bauprojekt Standort und Planung

Für die Ausbildung der Berufsschullehrer, ganz besonders jener der fachkundlichen Richtung, ist das SIBP auf eine enge Zusammenarbeit mit einer Gewerbeschule angewiesen, die Fachklassen möglichst zahlreicher Berufe führt. In der deutschen Schweiz kommen in erster Linie Basel, Bern und Zürich als Standorte in Frage. Von diesen drei Möglichkeiten erwies sich Bern als die geeignetste, weil hier in den Jahren 1946-1972 immer wieder Gewerbelehrer in Jahreskursen ihre Ausbildung erfahren hatten, wobei besonders die Gewerbe- und Kunstgewerbeschule der Stadt Bern allmählich in die Rolle von Übungsschulen hineingewachsen sind. Dazu kommt, dass diese Schulen ein anerkannt hohes Niveau aufweisen. Die Qualität jeder Lehrerbildungsstätte aber hängt in entscheidendem Masse von der Güte der Übungsschule ab.

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In der Folge wurden drei bundeseigene Parzellen in der Umgebung von Bern geprüft. Von der benötigten Betriebsfläche und der zeitlichen Realisierbarkeit des Projektes her kam lediglich das Grundstück Schäferei in Zollikofen ernsthaft in Betracht, zumal die sehr ruhige Lage einen ungestörten Unterricht begünstigt.

Das für das Institut für Berufspädagogik vorgesehene bundeseigene Grundstück in der Gemeinde Zollikofen liegt ca. 6 km nordwestlich des Bahnhofs Bern, in leichter Südhanglage, gegen Norden begrenzt durch die Kirchlindachstrasse und den Buchseewald. Das Gebiet ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erschlossen. In direkter Nachbarschaft befindet sich die Sekundärschule der Gemeinde Zollikofen. Die weiteren angrenzenden Bebauungen bestehen grösstenteils aus Zwei- und Einfamilienhäusern.

Am 19. Januar 1977 ermächtigte der Bundesrat das eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement, das Botschaftsprojekt für den SIBP-Neubau auszuarbeiten.

Kurz darauf genehmigte der Grosse Gemeinderat von Zollikofen den Infrastruktur- und Mehrwertabschöpfungsvertrag. Der notwendige Projektierungskredit von 780 000 Franken wurde mit Voranschlag 1975 bereitgestellt.

Eine Projektkommission, in der das Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit mit dem Institut für Berufspädagogik, das Amt für Bundesbauten, die eidgenössische Finanzverwaltung und das Bundesamt für Organisation vertreten waren, erarbeitete in der Folge ein Pflichtenheft mit Raumprogramm.

In einem Projektwettbewerb wurden Ende 1977 36 Entwürfe beurteilt. Die Jury beschloss, die ersten fünf Projekte im Rahmen eines Vorprojektierungsauftrages überarbeiten zu lassen. Im Mai 1978 entschied eine Expertenkommission über die endgültige Rangfolge und empfahl das vorliegende Projekt zur Ausführung.

Die Einwohnergemeinde von Zollikofen hat am 14. Juni 1981 in einer Volksabstimmung die erforderliche Änderung des Zonenplanes gutgeheissen.

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Projektbeschrieb

Mittelpunkt des Gebäudes ist eine zentrale Halle, um welche mit kurzen Verbindungswegen sämtliche Schulbereiche angeordnet sind (vgl. auch Übersichtsplan und Modellfoto in der Beilage).

Das Untergeschoss Es enthält die haustechnischen Räume für Heizung, Lüftung und Sanitäranlagen sowie die notwendigen Archive und Magazine. Ausserdem ist ein Lagerraum für die allgemeine Bundesverwaltung vorgesehen.

Das Erdgeschoss Hier befinden sich der Verpflegungsbereich mit Cafeteria und die gemeinsam zu nützenden, speziellen Unterrichtsbereiche wie Mitschauanlage, Mediothek, Mehrzweckraum sowie Demonstrationsräume für die Maschinen- und Elektro-

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berufe. Der Nordwestteil des Gebäudes enthält die Büros der Verwaltung und Schulleitung. Die Anlieferung für den Verpflegungs- und Schulbetrieb erfolgt auf .der Nordseite der Anlage. Der gedeckte Umschlagplatz ist über den Anschluss an die Kirchlindachstrasse erreichbar.

Das Eingangsgeschoss In ihm sind hauptsächlich die Unterrichtsräume vorgesehen. Zudem sind hier die Spezialräume für Physik und für Unterrichtsvorbereitung, das Lehrerzimmer und im Nordwestteil die Büros für Dozenten, Forscher und Dokumentalisten untergebracht.

Das Obergeschoss Es enthält weitere Unterrichtsräume sowie Spezialräume für Chemie und, im Nordwestteil, die Hausmeisterwohnung. .

, Die Aussenanlagen Sie bestehen im wesentlichen aus den notwendigen Zufahrten und gegen 100 Parkplätzen. Bei der Anlieferungszone im Erdgeschoss befindet sich ein Einstellraum für ca. 40 Velos und Mofas. Der Grossteil des noch nicht zu überbauenden Geländes wird weiterhin landwirtschaftlich genutzt;

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Konstruktion

Der Baukörper besteht aus Stahlbeton mit einem Fassadenmauerwerk aus Backsteinen. Die Schrägdachkonstruktionen werden in Holz ausgeführt.

Die inneren Trennelemente bestehen grösstenteils aus Leichtbauwänden, die Fenster und Aussentüren werden aus wärmetechnischen Gründen mit einer dreifachen Isolierverglasung versehen.

Besondere Beachtung wurde dem Wärmehaushalt, der optimalen Belichtung der Unterrichtsräume und dem akustischen Klima geschenkt. Der Heizenergiebedarf für das Gebäude wird durch eine kombinierte Gas-Ölheizung gedeckt, wobei das Öl nur für die Überbrückung des Spitzenbedarfs eingesetzt werden soll.

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Finanzielle und personelle Auswirkungen

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Baukosten

Gemäss Baukostenvoranschlag vom April 1981 (Index April 1981 = 127,0, Basis 1977 = 100; April 1981 = 205,3, Basis 1966 = 100) ergibt sich folgende, nach Baukostenplan CRB gegliederte Kostenübersicht:

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Fr.

l 053 OOO1) 54 000 15 026 OOO2) 802 000 1603 000 769 000 979 000

0 1 2 3 4 5 8

Grundstück Vorbereitungsarbeiten Gebäude Betriebseinrichtungen Umgebung Baunebenkosten Unvorhergesehenes

0-8 9

Total Baukredit Ausstattung

20 286 000 2 695 000

0-9

Total Objektkredit

22981000

:

') In diesen Kosten sind die Aufwendungen für die Infrastruktur enthalten, insbesondere: - Ausbau der Kirchlindachstrasse inkl. Einfahrt zum Institut - Ausbau Höhenweg inkl. Trottoir - Erstellen der Hauptkanalisation 2 > In dieser Position sind 327 000 Franken für einen Lagerraum (700 m2) für die allgemeine Bundesverwaltung Inbegriffen. Seitens des SIBP besteht hiefür kein Bedürfnis.

Da indessen die Bundesverwaltung für Lagerräume teils hohe Mieten zu bezahlen hat, scheint es zweckmässig und wirtschaftlich vernünftig, von der gegebenen Möglichkeit, durch eine Unterkellerung günstigen bundeseigenen Lagerraum zu erstellen, Gebrauch zu machen.

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Betriebskosten

Die jährlichen Kosten für Energie, Wartung und Reinigung belaufen sich auf rund 296 000 Franken.

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Richtlinien der Regierungspolitik und Finanzplan

Das Bauvorhaben ist in den Richtlinien der Regierungspolitik 1979-1983 unter den Vorhaben der ersten Priorität, im Mehrjahresprogramm ziviler Bauten des Bundes (BB1 1978 I 573-589) und in der langfristigen Finanzplanung enthalten.

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Personelle Auswirkungen

Das SIBP ist mitten in seinem Aufbau vom Personalstopp in der Bundesverwaltung betroffen worden. Der Unterricht wird daher noch immer von einer zu grossen Zahl von Lehrbeauftragten erteilt, die meist pro Woche bloss während einzelner Lektionen mit den Studenten arbeiten. Abgesehen vom notwendigen Ausbau des hauptamtlichen Mitarbeiterstabs (Lehre, Dokumentation, Forschung) bedingt der Neubau drei bis vier zusätzliche Personen (Hauswart, Unterrichtstechnologe, Hausmechaniker, Mediothekar). Wir werden uns bemühen, diesen Bedarf verwaltungsintern zu decken.

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Verfassungsrechtliche und gesetzliche Grundlagen

Die Verfassungsmässigkeit ist gegeben durch die Artikel 27sexies und 34ter der Bundesverfassung. ;Die gesetzliche Grundlage für die Errichtung des Schweizerischen Instituts für Berufspädagogik ergibt sich aus Artikel 36 des Bundesgesetzes vom 19. April 1978 über die Berufsbildung, welcher das SIBP betrifft.

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Neubau des Schweizerischen Instituts für Berufspädagogik (Modellfoto)

Beilage l

Neubau des Schweizerischen Instituts für Berufspädagogik (Übersichtsplan)

Beilage 2

Bundesbeschluss über den Neubau des Schweizerischen Instituts für Berufspädagogik

Entwurf

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, gestützt auf die Artikel 27sexies und 34ter der Bundesverfassung und Artikel 36 des Bundesgesetzes vom 19. April 1978 '' über die Berufsbildung, nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 12. August 19812\ beschliesst:

Art. l Für die Erstellung eines Neubaus für das Schweizerische Institut für Berufspädagogik wird ein Objektkredit von 22 981 000 Franken bewilligt.

Art. 2 Der jährliche Zahlungsbedarf ist in den Voranschlag einzustellen.

Art. 3 Dieser Beschluss ist nicht allgemeinverbindlich; er untersteht nicht dem Referendum.

7954

') SR 412.10 2

> BEI 1981 III 149

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Botschaft über den Neubau des Schweizerischen Instituts für Berufspädagogik vom 12.

August 1981

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Bundesblatt

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Jahr

1981

Année Anno Band

3

Volume Volume Heft

38

Cahier Numero Geschäftsnummer

81.046

Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

29.09.1981

Date Data Seite

149-162

Page Pagina Ref. No

10 048 438

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