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Schweizerisches Bundesblatt.

3l. Jahrgang. II.

Nr. 19.

30. April 1879.

J a h r e s a b o n n e m e n t (portofrei in der ganzen Schweiz): 4 Franken.

E i n r ü k u n g s g e b u h r per Zeile 15 Rp. -- Inserate sind franko an die Expedition einzusenden.

Druk und Expedition der stämpflischen Buchdrukerei in Bern.

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Bericht des

Bundesrathes an die hohe Bundesversammlung, über seine Geschäftsführung im Jahr 1878.

Geschäftskreis des Departements des Innern.

I. Centralverwaltung.

  1. Referendumsangelegenheiten, eidgenössische Wahlen und Abstimmungen.

Nachdem die Referendumsfrist für das unterm 6. Juli öffentlich bekannt gemachte B u n d e s g e s e z ü b e r den M i l i t ä r p f l i c h t ers a z vom 28. Juni (Bundesblatt III, 166; A. S. u. F. III, 565) mit dem 4. Oktober abgelaufen war, ohne daß die verfassungsmäßige Zahl von Bürgern eine Volksabstimmimg verlangte, haben wir unterm 8. Oktober das Gesez auf den 15. gleichen Monats vollziehbar erklärt. Von unserm bezüglichen Berichte vom 3. Dez.

(Bundesblatt IV, 445) haben Sie am 11./16. gleichen Monats Vormerkung am Protokoll genommen.

Zum Referendumsbegehren, betreffend das B u n d e s g e s e z vom 2 2 . August ü b e r d i e G e w ä h r u n g v o n S u b s i d i e n f ü r A l p e n b ah n en waren 37,805 Unterschriften eingelangt. Die Verifikation derselben, welche auf Grundlage der Bestimmungen des Art. 5 des Bundesgesezes vom 17. Juni 1874, betreffend Volksabstimmungen Bundesblatt. 31. Jahrg. Bd. II.

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162 über Bundesgeseze und Bundesbeschlüsse, vorgenommen wurde, hat verschiedene Unregelmäßigkeiten zu Tage gefördert. Nach Prüfung der Grundsäze, welche bei dieser Verifikation befolgt worden waren, sezten wir durch Beschluß vom 28. November die Zahl der gültigen Stimmen auf 36,062 fest und ordneten demgemäß eine Volksabstimmung über das Bundesgesez vom 22. August an, mit Festsezung derselben auf 19. Januar laufenden Jahres (A. 8. n.F. III, 744).

Die Frage der Bestrafung der erwähnten Unregelmäßigkeiten wurde dem Justiz- und Polizeidepartement zur Berichterstattung überwiesen.

In Betreff der Frage der Ergänzung des B u n d e s g e s e z e s vom 19. Juli 1872 ü b e r e i d g e n ö s s i s c h e W a h l e n und Abs t i m m u n g e n , und des B u n d e s g e s e z e s vom 17. Juni 1874, betreffend V o l k s a b s t i m m u n g ü b e r B u n d e s g e s e z e u n d B u n d e s b e s c h l ü s s e , hatten wir Ihnen in Folge der Postulate Nr. 31 und 59, sowie in Berüksichtigung der Genfer Petitionen für Stimmabgabe am Wohnsize und der Petition für proportionelles Wahlverfahren eine Botschaft vom 27. November 1877 vorgelegt (Bundesblatt 1678, II, 558). Da jedoch diese Angelegenheit wesentlich vom Justiz- und Polizeidepartement behandelt worden ist, welchem das Departement des Innern nur beigegeben war, so erlauben wir uns auf den Bericht des erstem zu verweisen. Hinwieder wurde die an uns gerichtete neue Einladung, betreffend die Ausarbeitung gesezgeberischer Bestimmungen, in Gemäßheit des Bundesbeschlusses über die Organisation und den Geschäftsgang des Bimdesrathes dem Departement des Innern überwiesen.

Für die nach Ablauf der 10. Amtsperiode (6. Dezember 1875 bis 1. Dezember 1878) nöthig gewordene Integralerneuerung des Nationalraths haben wir durch Kreisschreiben an sämmtlicho eidgenössische Stände vom 3. September das Erforderliche angeordnet (Bundesblatt III, 667). Die Anfrage eines Bürgers des Kantons Wallis, betreffend die Z u l ä ß i g k e i t von g e d r u k t o n S t i m m z e t t e l n bei den N a t i o n a l r a t h s w ä h l e n , wurde von der Bundeskanzlei mit Hinweisung auf Art. 8 des Bundesgesezes vom 19. Juli 1872, betreffend die eidgenössischen Wahlen und Abstimmungen, beantwortet, wogegen das Justiz- und Polizcidepartement eine andere diesfällige Anfrage mit Rüksicht auf Präcedonzfälle bejahend beantwortete. Die mit Anwendung gedrukter Stimmzettel erfolgten Nationalrathswahlen im Wallis wul'deu dortseits beanstandet. Infolge einer daher im Nationalrath bei Prüfung der Wahlakten aus dem Kanton Wallis gestellten Motion wurden wir von diesem Rathe unterm 20. Dezember eingeladen, spätestens bis zur nächsten ordentlichen Junisession über e n d g ü l t i g e Festsezung des Textes des eidgenössischen Wahl- und A b s t i m -

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m u n g s g e s e z e s (namentlich über die Frage der Z u l a s s u n g g e d r u k t e r S t i m m z e t t e l ] Bericht zu erstatten (Bundesblatt 1879, I, Nr. l, Beilage 4, Ziff. i und 35).

2. Organisation und Geschäftsgang der eidgenössischen Eäthe und des Bundesrathes; Besoldung eidgenössischer Beamten; provisorische Anstellungen bei den eidgenössischen Terwaltungen. Ersparnisse im Drukwesen; Yergebung von Drukarbeiten.

Durch die von Ihnen unterm 4.15. Februar beschlossenen Zusazartikel zu den Geschäftsreglementen der eidgen ö s s i s c h e n R ä t h e (A. S. n. F. HI, 401, 402) haben Sie unsern Antrag vom 27. Dezember 1877 genehmigt, wonach der von Ihnen am 12./21. gleichen Monats beschlossene Zusaz zum Gesez über den Geschäftsverkehr zwischen den Räthen, betreffend Vorbereitung der Berichte und Anträge der Kommissionen vor dem Zusammentreten der Räthe, in die Réglemente der beiden Räthe, anstatt in besagtes Gesez, aufzunehmen sei.

Der Erlaß des B u n d e s b e s c h l u s s e s vom 21. August ü b e r die Organisation und den Geschäftsgang des Bundesr a t h e s und des damit im Zusammenhang stehenden B u n d e s gesezes vom gleichen Datum, betreffend A b ä n d e r u n g des G e s e z e s v o m 2 . A u g u s t 1873 ü b e r d i e B e s o l d u n g d e r e i d g e n ö s s i s c h e n B e a m t e n , ist unten sub. II, l erwähnt. Ueber die Vollziehung dieser Bundeserlasse ist hier Folgendes zu bemerken.

Durch den Bundesbeschluß vom 21. August wurde der Geschäftskreis des Departements, der sich in den lezten Jahren, namentlich seit dem Inkrafttreten der neuen Bundesverfassung, bedeutend erweitert hat, dergestalt eingeschränkt, daß mit dem 1. Januar laufenden Jahres, als dem Datum des Inkrafttretens jenes Beschlusses, folgende bisher vom Departement, rcsp. von der Abtheilung ^Inneres" behandelte Angelegenheiten an das neue Handels- und Landwirthschaftsdepartement übergegangen sind : 1) Maß und Gewicht ; 2) Schuz des gewerblichea, literarischen und künstlerischen Eigenthums, auf Grund von Bundesgesezen oder internationalen Uebereinkimften ; 3) das Versicherungswesen; 4) die Förderung der Landwirthschaft im Allgemeinen und Beiträge an landwirthschaftliche Unternehmungen im Besondern; 5) die Viehseuchenpolizei; 6) allgemeine Maßnahmen gegen die Schäden, welche die landwirthschaftliche Produktion bedrohen (Reblaus u. s. w.) ; 7) die Jagd und Fischerei, soweit die Aufsicht dem Bunde zukommt; 8) die Aufsicht über das Auswanderungswesen.

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Bei der Geschäftszunahme die am Departement noch im Berichtjahre fortdauerte, wurde in verschiedenen Geschäftszweigen Aushilfe geleistet von Hrn. Edmund O'Gorman, Dr. jur., von Bern, der im Frühjahr als Volontär in die Departementskanzlei eintrat; überdies wurde weitere provisorische Aushilfe auf der Kanzlei nöthig wofür Sie die erforderlichen Nachkredite bewilligt haben (Bundesblatt II, 1111, IV, 460; A. S. n. F. III, 497, 666).

Infolge des Bundesgesezes vom 21. August, betreffend Abänderung des Gesezes vom 2. August 1873 über Besoldung der eidgenössischen Beamten, wurden die Stellen der Departementskanzlei zur Bewerbung ausgeschrieben (12. Dezember, Bundesblatt IV, 491 u. s. w.); durch Wahl vom 30. Dezember wurde als erster Sekretär bestellt: Hr. Fürsprecher Siegfried A b t , von Bunzen (Aargau). Die übrigen Wahlen fallen in das laufende Jahr.

Unterm 2. April erließen wir einen Beschluß, betreffend die provisorischen Anstellungen bei den eidgenössischen V e r w a l t u n g e n (A. S. n. F. III, 393).

Wie im Geschäftsbericht über 1877 bemerkt ist, hatte uns das Departement zur Vollziehung des Postulats vom 22. Juni 1877, betreffend E r s p a r n i s s e im D r u k w e s e n (A. S. n. F. III, 113), einen Botschaftsentwurf nebst Schlußanträgen vorgelegt; die Vorlage war jedoch zur Vervollständigung des Materials an das Departement znrükgewiesen worden. Seither wurde jenes Postulat überholt durch das weitere, anläßlich der Berathungen der eidgenössischen Räthe über das finanzielle Gleichgewicht erlassene Postulat vom 21. Februar (A. S. n. F. III 335), wonach wir eingeladen wurden, auf V e r m i n d e r u n g der Drukkosten in d e r g e s a m m t e n V e r w a l t u n g Bedacht zu nehmen. Die Vorlage einer Botschaft, betreffend das erstere jener zwei Postulate, wurde nun zwar durch das leztere überflüssig gemacht; dagegen handelte es sich immerhin darum, dem Postulate vom 21. Februar Folge zu geben. Zu diesem Behuf legte uns das Departement am 26. September einen vervollständigten Bericht nebst einer Reihe von Anträgen vor, welche zu Anfang des laufenden Jahres zu einem sachbezüglichen Beschluß des Bundesrathes geführt haben.

Bezüglich eines Gesuches der Buchdrukereibesizer der romanischen Schweiz um Z u t h e i l u n g eidgenössischer D r u k a r b e i t e n , namentlich solcher, welche in französischer Sprache erscheinen müssen, ergab es sich aus den vom Departement eingeholten Vernehmlassungen sämmtlicher Departemente, sowie der Bundeskanzlei, daß bisher für Arbeiten, die nicht unbedingt in Bern, als dem Size der Centralverwaltung, ausgeführt werden mußten,

165 jeweilen eine angemessene Berüksichtigung der romanischen Schweiz stattgefunden hat. Hievon wurde den Potenten Kenntniß gegeben, mit dem Beifügen: die Bundesverwaltung werde auch fernerhin, wo es thunlich erscheine, der romanischen Schweiz bei Vergebung von Druksachen billige Berüksichtigung schenken (3. April).

3. Bundeskanzlei.

Die schon im leztjährigen Geschäftsbericht erwähnte Zunahme der Kanzleigeschäfte steht hauptsächlich im Zusammenhang mit der neuen Bundesverfassung, da mit Erweiterung der Bundeskompetenzen sich auch die Geschäfte der einzelneu Verwaltungsabtheilungen und der Kanzlei verhältnißmäßig vermehrt haben; hiezu kommt noch das seitherige und wohl noch längere Zeit andauernde jährlich dreimalige Zusammentreten der Bundesversammlung. Die daherige Geschäftszunahme macht es immer schwieriger, mit einem Personal, welches der Zahl nach wesentlich dasselbe ist, wie vor der Bundesrevision, die Geschäfte angemessen und rechtzeitig zu erledigen. Auch wird die Frage einer Ergänzung, beziehungsweise Vermehrung des Kanzleipersonals demnächst erörtert werden. Ueber den Stand der Protokolle u. s. w., sowie der Registratur, wird der Kürze halber auf den Kanzleibericht verwiesen.

Das Protokoll des Bundesrathes umfaßt 116 Sizungen und '6904 Geschäftsnummern (3 weniger als im Vorjahr).

An die durch das Ableben des Hrn. J. L. L u t s c h e r erledigte , Stelle des Vizekanzlers wurde Hr. Dr. Wilhelm G i s i , von Ölten, bisher Kanzleisekretär, durch Wahl vom 24. Januar laufenden Jahres befördert.

Was die von der Bundeskanzlei besorgten D r u k s a c h e n betrifft, so wurden vom Bundesblatt, das, in 4 Bänden 1881/2 deutsche und186s französische Bogen ohne die vielen Beilagen haltend, in der Auflage von 2500 deutschen und 1500 französischen Exemplaren erschien, 1752 abonnirte, 862 Gratisexemplare, zusammen 2614 ausgegeben. Vom dritten Bande der neuen Folge der Gesezsammlung wurden35 3/8s deutsche, 35 Vs französische und 36 italienische, v o n d e r Eisenbahnaktensammlung 8 Va deutsche Bundesblatt u. s. w. betrug Fr. 10,808. 35; die Ausgaben beliefen sich a u f F r . 50,019. 6 5 . Rechnet m a n aber d i e a u f d e m Weise gemachten Ersparnisse zu den Einnahmen hinzu, so erscheinen

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leztere entsprechend höher (Fr. 22,174. 60). Näheres enthält der Speziai bericht der betreffenden Kanzleiabtheilung.

Die von der standeräthlichenen Kommission für Prüfung des Geschäftberichts über 1876 uns zur Prüfung empfohlene Frage der Beschränkung der V e r ö f f e n t l i c h u n g e n im B u n d e s b l a t t ist in der Vorlage berüksichtigt, welche uns das Departement betreffs von Ersparnissen im Drukwesen der Bundes Verwaltung gemacht hat (s. oben sub I, 2).

Betreffend die bisher verschobene Angelegenheit einer r e g e l mäßigen amtlichen V e r ö f f e n t l i c h u n g der V e r h a n d l u n g e n der e i d g e n ö s s i s c h e n R ä t he, worüber wir infolge Postulats vom 5. Juli 1876 unterm 24. November gleichen Jahres Bericht erstattet hatten, haben Sie am 6.,'15. Februar beschlossen, die Behandlung dieser Frage für einstweilen bei Seite zu legen, und zwar in dem Sinne, daß hiedurch dem einstigen materiellen Entscheid dieser Frage in keiner Weise vorgegriffen werden solle (Bundesblatt I, Nr. 10, Beilage Ziff. 3). Seither wurden infolge Beschlusses des Nationalraths vom 30. Juli die Verhandlungen über die Gottbardangelegenheit stenographisch aufgenommen und entsprechend veröffentlicht, wofür wir der Bundeskanzlei einen Nachkredit von Fr. 6000 eröffneten, den Sie nebst der zur Dekung der weitern Kosten dieses Unternehmens erforderlichen Summe nachgehends bewilligt haben (Bundesblatt IV, 459; A. S. n. F. III, 666, lit. D. 3).

In Bezug auf die Frage der Ve r off e n t l i c h ung d e r B u n d es g e s e z e und s o n s t i g e n e i d g e n ö s s i s c h e n Erlasse in den Kantonen (Postulat vom 5. Juli 1876) hat das Departement vorläufig von den Seitens der Kantonsregierungen eingegangenen Antworten Kenntniß genommen und gleichzeitig die Bundeskanzlei, welche sich bisher mit dieser Angelegenheit befaßt hatte und dieselbe daher ogenauer kannte,, beauftragt, den Entwurf eines sachö i bezüglichen Berichts an die Bundesversammlung auszuarbeiten. Die Bundeskanzlei ließ sich bereit finden, diese Arbeit zu übernehmen; infolge anderweitiger Inanspruchnahme ist jedoch dieselbe im Berichtjahr noch nicht dazu gekommen dem Departement die betreffende Vorlage zu macheu.

Dem Postulat vom 21. Februar, betreffend R e v i s i o n d e r K a n z l e i s p o r t e l n (A. S. n. F. III 335), haben wir durch Bericht und Beschlußentwurf vom 29. November entsprochen Bundes blatt IV, 439). Die gesezgebenden Räthe haben sich jedoch in der Dezembersession über den betreffenden Bundesbeschluß nicht einigen können.

167 4. Archive und Münzsammlung.

Von der a m t l i c h e n A b s c h i e d e s a m m l u n g , der bedeutendsten literarischen Unternehmung des Bundes, waren zu Anfang des Berichtjahres nur noch rükständig: die Bände IV, l, c, d, e (1533--55), IV, 2 (1681--1712) und das Supplement zum ganzen Werke. Der Band IV, l, c (1533--40, redigirt von Hrn.

Fürsprecher Deschwanden in Stans), dessen Druk im März des Vorjahres begonnen hatte, wurde im Berichtjahr mit dem Bogen 180 vollendet und in den ersten Monaten des laufenden Jahres an die Empfänger vertheilt. Von der Abtheilung d des Bandes IV, l, welche die Zeit von 1541 bis zirka 1548 umfaßt, sind die Jahre 1541--44 bearbeitet, so daß der Druk binnen kurzer Frist wird erfolgen können ; für die vier weiteren Jahre hat der Redaktor das Manuskript gefördert, soweit es ihm der Druk der Abtheilung c erlaubte. Der Band VI, 2, redigirt von Hrn. Kanzleidirektor Kälin in Schwyz, ist im Manuskript fertig geworden und im Februar laufenden Jahres zum Druk gekommen. Für das Supplement hat der Redaktor, Herr Archivar Dr. Kaiser, aus Archiven u. s. w. einen namhaften Stoff gewonnen und wieder ein gutes Stük Manuskript ausgearbeitet.

Hinsichtlich des Näheren obiger, sowie der hienach erwähnten archivarischen Arbeiten wird auf .den Bericht des Oberredaktors und Archivars verwiesen.

Für das neu herauszugebende R e p e r t o r i u m d e r Abs c h i e d e v o n 1 8 0 3 -- 13 wurden über 57 Paragraphe des alten Repertoriums umgearbeitet, was mehr als das Doppelte der vorjährigen Zahl von 24 Paragraphen beträgt. Immerhin wird sich der Abschluß dieser Abschiedearbeit noch bedeutend verzögern.

Die Ursachen des langsamen Fortschreitens derselben sind in der Botschaft zum Budget für 187ä bereits angegeben (Bundesblatt 1878, IV, 109 f.).

Von den unter der Oberredaktion des gesammten Abschiedewerkes stehenden Unternehmungen, welche mit diesem Werke in Zusammenhang stehen, wurde die A b s c h r i f t e n s a m m l u n g a u s d e m v e n e t i a n i s c h e n S t a a t s a r c h i v u m 1 9 Bände gefördert; dieselben halten 7036 Seiten und umfassen die Jahre 1607--8 und 1636--52.

Für die A k t e n s a m m l u u g aus der Z e i t d e r h e l v e t i s c h e n R e p u b l i k (1798 -- 1803) hat der Redaktor, Herr Staatsarchivar Dr. Strickler in Zürich, die Bearbeitung der gesezgeberischen Akten fortgesezt das fertige Manuskript umfaßt die Monate Juli bis Oktober 1798 und wird mindestens 80 Drukbogen abwerfen; dazu kommen noch zahlreiche unfertige Redaktionen, betreffend eine spätere Zeit.

168 Nachdem behufs der Subskription auf 50 Exemplare der von Herrn Staatsarchivar Dr. Strickler in Zürich herauszugebenden A k t e n s a m m l u n g aus der R e f o r m a t i o n s z e i t (1521- 32), welche in 4 Bänden zu Fr. 13 erscheinen soll, der Kredit von Fr. 650, als Subskriptionspreis für den 1. Band, in den 1878er Voranschlag aufgenommen worden ist (Bundesblatt 1877, IV, S. 216), hat der Herausgeber den 1. Band, welcher auf 45 Bogen die Jahre 1521--28 enthält, in besagter Anzahl von Exemplaren gegen Ausrichtung des Subskriptionspreises von Fr. 650 an das Buudesarchiv abgeliefert. Die Vertheilung der Bände wird einstweilen eine beschränkte sein, um späteren Nachfragen genügen zu können. Vom zweiten Bande waren im Januar laufenden Jahres 35 Bogen, welche die Jahre 1529--30 betreffen, bereits gedrukt, und ist die Veröffentlichung nahe bevorstehend.

Das Hauptgeschäft im B u n d e s a r c h i v bestund in der Anfertigung des Verzeichnisses der Personalakten der Jahre 1867--72; dasselbe wurde vom Buchstaben E hinweg fortgeführt und vollendet.

Aus den weiteren Arbeiten im Archiv ist hervorzuheben, daß eine Aktenrestanz aus der achten Amtsperiode (1870--72) eingeordnet, und mit dem Ordnen der Aktenbestände der neunten Amtsperiode (1873--75) der Anfang gemocht wurde. Ausgegeben wurden 3626 Akten, wovon am Jahresende noch 588 ausstunden.

Die M ü n z s a m m l u n g erhielt durch Anschaffungen, zum Theil auch durch Schenkung^ (von den Herren Reymond, Redaktor des Berner Intelligenzblattes und stud. R. Maurer in Basel) einen Zuwachs von 63 Stüken, worunter einige Seltenheiten. Gesammtbestand der Sammlung (einschließlich der Doppel) auf Jahresende : 5306 Stüke (Metallwerth : Fr. 15,171. 30). Ueber das Nähere gibt der Berieht des Konservators Aufschlüsse.

5. Bibliothek.

Die im leztjährigen Geschäftsbericht erwähnten Uebelstände der mehrfach getrennten Aufstellung und des Plazmangels der Bibliothek dauerten im Berichtjahr noch fort. Indeß ist jezt Aussicht vorhanden, nach der bevorstehenden Verlegung der im Bundesrathhause befindlichen Kunstsammlungen in das neue Kunstmuseum die Bibliothek in einem der alsdann disponibel werdenden Kunstsäle unterzubringen und als Ganzes zu vereinigen, wodurch dem bisherigen provisorischen Zustande mit seineu Unzukömmlichkeiten ein Ende gemacht werden wird. Das dritte Supplement zum Bibliothekkatalog, welches den Zuwachs seit 1H76 enthalten wird, konnte noch nicht zum Druk vorbereitet werden, weil der Bibliothekar

16» auch andere Geschäfte am Departement zu besorgen hatte. Der Bestand der Bibliothek nahm auch im Berichtjahr zu, theils durch Anschaffungen, theils durch Schenkungen, namentlich seitens der Regierung der Vereinigten Staaten.

Die Bibliothek erfreute sich, wie bisher, lebhafter Benuzung von Seite der Bundesbehörden und ihrer Beamten, sowohl durch Empfangnahme von Büchern, als durch Nachschlagungen. Ausgeliehen wurden im Ganzen 949 Bände (1877: 982), von denen am Jahresende noch 207 ausstunden.

II. Vollziehung der Bundesverfassung und eidgenössischer Geseze.

  1. Organisation und Geschäftsgang des Bundesrathes; Besoldung der eidgenössischen Beamten.

Betreffend die Frage der R e v i s i o n der Bundesgesezg e b u n g ü b e r d i e Organisationn u n d d e n G e s c h ä f t s gan g des B u n d e s r a t h e s haben wir Ihnen eine Botschaft vom 14. Mai, nebst Beschlußentwurf, vorgelegt (BundesblatIIH, 943).

Im Zusammenhang damit steht die weitere » Botschaft vom 17. Mai, nebst Gesezentwurf, betreffend eine theilweise Revision des Gesczes vom 2. August 1873 über die Besoldung der eidgenössischen Beamten (Bundesblatt II, 1017). Aus den Berathungen über diese Vorlagen gingen hervor : der B u n d e s b e s c h l u ß vom 21. August ü b e r die O r g a n i s a t i o n und d e n G e s c h ä f t s g a n g d e s B u n d e s r a t h e s (A. S . n . F .

III, 480) und das B u n d e s g e s e z vorn gleichen Datum, betreffend A b ä n d e r u n g d e s G e s e z e s v o m 2 . A u g u s t 1873 ü b e r d i e B e s o l d u n g d e r e i d g e n ö s s i s c h e n B e a m t e n (Bundesblatt III, 648 5 A. S. n. F. III, 653).

Das Bundesgesez vom 21. August wurde am 31. August publizirt und, da die Referendumsfrist am 29. November unbenuzt ablief, auf 1. Januar als vollziehbar erklärt (6. Dezember). Die Vollziehung dieser beiden Bundeserlasse ist oben unter I, 2 erwähnt, soweit es das Departement (Abtheilung Inneres) betrifft.

2. Primarunterricht.

Durch den Bundesbeschluß vom 20. März 1877, betreffend Gewährleistung der Verfassung des Kantons Schwyz (A. S. n. F.

170 III, 8. 66), waren wir eingeladen worden, für eine beförderliche Revision der Schulorganisation des Kantons S c h w y z besorgt zu sein, da diese mit mehreren Bestimmungen der Bundesverfassung sich im Widerspruch befinde. Wir hatten darauf die Regierung von Schwyz unterm 23. gleichen Monats eingeladen, die Umgestaltung O g der Schulordnung o zu bewirken und uns in dieser Richtung Vorlage zu machen behufs der Prüfung nach Maßgabe der Bundesverfassung (Bundesblatt 1878, I, 131). Im Berichtjahr begleitete nun die Regierung mit Zuschrift vom 20. Februar eine Verordnung ein, betitelt ,,Organisation des Volksschulwesens für den Kanton Schwyz, welche vom dortigen Kantonsrath unterm 26. Oktober 1877 erlassen und von der Regierung unterm 11. Januar promulgirt worden ist. Wir bewilligten das Inkrafttreten dieser Schulorganisation mit Ausnahme einiger mit der Bundesverfassung im Widerspruch stehenden Bestimmungen und der Instruktion für die Kommissarien zur Prüfung der Lehrer, vom 16. Januar 1849, welche beide Erlasse sofort außer Kraft zu sezen, im Sinne der Bundcsverfassung zu revidiren und dem Bundesrath neuerdings vorzulegen seien. Gleichzeitig luden wir die Regierung von Schwyz ein, darüber zu wachen, daß die Bestimmungen der Bundesverfassung über Glaubens- und Gewissensfreiheit der Schüler in den öffentlichen Schulen des Kantons streng beobachtet werden (5. April). Die Regierung von Schwyz legte uns sodann besagte Schulverordnung, wie dieselbe vom Kantonsrath nach Maßgabe der gemachten Aussezungen abgeändert und am 18. Juli beschlossen worden war, zur Genehmigung vor. Wir sprachen die Zustimmung zur Bekanntmachung der Verordnung aus, unter Vorbehalten jedoch, zu welchen sich der Bundesrath hinsichtlich einer allf'ällig andern Auslegung und Anwendung gewisser Artikel veranlaßt glaubte (10. September).

Durch den Buudesbeschluß vom 17. Dezember 1877, betreffend Gewährleistung der Verfassung des Kantons Unterwaiden nid dem Wald (A. S. n. P. III 284), war der dortige Landrath eingeladen worden, die neue Verfassung dieses Kantons bezüglich des beanstandeten Artikels 79 mit der Bundesverfassung (Art. 27) in Einklang zu bringen und den revidirten Artikel nachträglich vorzulegen. Der Landrath entsprach dieser Einladung und machte uns hierüber zu Anfang des Berichtjahres eine Vorlage. Auf unsern diesfälligen Bericht vom 7. Februar (Bundesblatt I, 232) wurde d i e G e w ä h r l e i s t u n g d e s a b g e ä n d e r t e n A r tikels 79 der V e r f a s s u n g des K a n t o n s Unterw a l d e n nid d e m W a l d durch Bundesbeschluß vom 18. Februar ausgesprochen (A. S. n. F. III 328). Wie in dem au-

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geführten Bericht erwähnt ist, hat die Regierung von Kidwaiden eine R e v i s i o n d e s N i d w a l d n e r S c h u l g e s e z e s i n Aussicht gestellt; eine diesfällige Vorlage ist jedoch bis jezt dem Bundesrath nicht gemacht worden.

Wie im vorjährigen Geschäftsbericht erwähnt ist, hatte das Departement mit Bezug auf die beim Bundesrath hängenden S c h u l r e k u r s e a u s d e n K a n t o n e n L u z e r n (Ruswyl und Buttisholz) u n d A p p e n z e l l I. - R h. (Eggerstanden) auf unsere Veranlassung Auftrag ertheilt, auch die Frage der Ertheilung des Unterrichts durch die sogenannten Lehrschwestern zum Gegenstande einer eingehenden Untersuchung zu machen. Dieser Arbeit hatten sich die Herren Ständerath Birmann und Landammann von Tschudi in St. Gallen, ersterer in Bezug auf den Kanton Luzern, lezterer bezüglich des Kantons Appenzell I.-Rh. unterzogen. Ersterer hatte den diesfälligen Bericht bereits im Vorjahr erstattet. Da aber die beidseitigen Fragen nicht getrennt behandelt werden konnten, war die ganze Angelegenheit pendent geblieben (Bundesblatt 1878, II 565 f.). Nachdem auch der Bericht über die Untersuchung der Schulverhältnisse im Kanton Appenzell I.-Rh.

eingegangen war, legte uns das Departement die gesammte Angelegenheit nebst den bezüglichen Berichten vor. Auf den Antrag des Departements beschlossen wir, einem endgültigen Entscheide vorgängig, diese Berichte den Regierungen der Kantone Luzern und Appenzell I.-Rh. mitzutheilen, mit dem Bemerken: wenn auch Ordenspersonen von der Ertheilung des Unterrichts nach der Bundesverfassung nicht ausgeschlossen seien (soweit sie nicht unter die Artikel 51 und 52 der Bundesverfassung fallen), so seien hinwieder auf sie alle für das Lehrpersonal überhaupt bestehenden Vorschriften (betreffend Prüfungsausweise, Befolgung von Weisungen der bürgerlichen Behörden, Vermeidung aller Proselytenmacherei u. s. w.) anzuwenden. Wenn daher die Beschwerden, Soweit sie die Anstellung von Lehrschwestern als verfassungswidrig bezeichnen, abgewiesen werden müssen, so werde hinwieder gewärtigt, daß die Kantonsregierungen die erwähnten Grundsäze strenge beachten. Die Regierungen mögen zugleich die in den Expertenberichten namhaft gemachten Punkte prüfen und über die von ihnen diesfalls zu treffenden Abhülfemaßregeln Bericht erstatten, damit über die obschwebenden Rekurse abschließlich entschieden werden könne (23. Dezember).

Die im Vorjahr zur Sprache gekommene Frage der L eh r e r b e s o l d u n g e n i m K a n t o n T e s s i n wurde v o m Bundesrath dadurch erledigt, daß er die Vernehmlassung der Regierung über den Beschluß des Großen Rathes betreffend Herabsezung der Be-

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soldung der Primarschullehrer (Bundesblatt 1878, H, S. 567), in dem Sinne beantwortete, daß allerdings die beabsichtigten Gehaltsverminderungen nicht im Sinn und Geist, des Art. 27 der Bundesverfassung liegen können, welcher Artikel auch den Bund ermächtige, die nöthigen Verfügungen gegen Kautone zu treffen, welche in Schulsachen ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, und daß von der Schlußerklärung der Regierung, wonach deren Bestrebungen in Schulsachen dahin gerichtet seien, den Kindern einen guten und nachhaltigen Unterricht im Sinn und Geist der Bundesverfassung zu sichern, in der Erwartung Vormerkung genommen sei, es werde dem mit der Bundesverfassung und der allgemeinen Richtung der Zeit unvereinbaren Beschlüsse des Großen Rathes nicht weitere Folge gegeben werden (29. Januar).

Der Verein von Altkatholiken in Flawyl führte Beschwerde über eine Schlußnahme der Regierung von St. Gallen, durch welche die altkatholischen Bürger von Flawyl, sowie diejenigen dortigen katholischen Bürger, deren Frauen und Kinder evangelisch, gleichwohl bis auf Weiteres als pflichtig erklärt worden sind , die S c h u l s t e u e r n an dortige öffentliche katholische Primarschule zu bezahlen. Die Rekurrenten erblikten in. dieser Schlußnahme eine Verlegung der Artikel 27, Absaz 3, und 49, Absaz G , der Bundesverfassung, da in dem St. Galler Erzieluingsgeseze und in den Verordnungen über die Ertheilung des Religionsunterrichts in den Schulen der konfessionell religiöse Unterricht überall in den Vordergrund und ausschließlich unter die Leitung und Aufsicht konfessioneller Behörden und Organe gestellt sei. Dieser konfessionelle Charakter trete an der katholischen Primarschule in Flawyl um so greller und gehässiger hervor, als die betreffenden Lehrer und Schul behörden Römlinge seien. Nach Einsicht der Beschwerde, der Vernehmlassung der Regierung von St. Gallen und des Berichts des Departements erklärten wir den Rekurs für unbegründet, soweit er sich auf Entrichtung der Schulsteuer und auf die durch Artikel 38 des St. Galler Schulgesezes vorbehaltene Befugniß bezog, welche den Angehörigen einer in Minderheit stehenden Konfession die Wahl einer beliebigen Schule freistellt.

Dagegen wurde die Regierung von St. Gallen eingeladen , die Sehuleinrichtungen des Kantons möglichst bald mit der BundesO ö Verfassung in Einklang zu bringen und inzwischen darüber zu wachen, daß in den öffentlichen Schulen, die noch nach Konfessionen getrennt sind, die verfassungsmäßigen Bestimmungen, welche die Gewissens- und Glaubensfreiheit gewährleisten, in allen Einzelheiten des Unterrichts und des Schulprogramms gewissenhaft beachtet werden (23. April). Eine Vorlage, betreffend die ver-

173 langte Modifikation der Schuleinrichtungen des Kantons St. Gallen, ist im Berichtjahr noch nicht erfolgt.

Ueber den Bericht und Gesezentwurf des Departements, betreffend A u s f ü h r u n g d e s A r t . 2 7 d e r B u n d e s v e r f a s s u n g , soweit er den Primarunterricht betrifft, siehe unten III, 1.

3. Höherer Unterricht.

Hier schlägt hauptsächlich ein, was weiterhin im Bericht über die p o l y t e c h n i s c h e S c h u l e enthalten ist.

Außerdem ist Folgendes zu erwähnen. Der schweizerische Aerzte- und Apothekerverein hat uns, sowie den Regierungen der schweizerischen Universitätskantone eine Petition eingereicht, in welcher unter näherer Begründung beantragt wird, den diesen Behörden unterstellten a k a d e m i s c h e n U n t e r r i c h t i n d e r C h e m i e so zu reformir, daß er den Forderungen der öffentlichen Gesundheitspflege, insbesondere der Lebensmittelkontrole zu genügen vermöge. Das Departement, dem diese Petition überwiesen wurde, hat dieselbe, da sie auch das Polytechnikum betrifft, unterm 6. Dezember dem Präsidenten des schweizerischen Schulraths zur Prüfung und zur allfälligen Stellung von Anträgen übermittelt, und Lezterer hat die Eingabe vorerst der Lehrerkonferenz der chemischtechnischen Abtheilung zur Begutachtung überwiesen.

4. Freizügigkeit der Personen, welche wissenschaftliche Berufsarten ausüben.

Das am 29. Dezember 1877 öffentlich bekannt gemachte B u n d e s g e s e z vom \ 9. gleichen Monats ü b e r F r e i z ü g i g k e i t d e s Me d i z i n a l p e r s o n a l s i n d e r s c h w e i z e r i s c h e n E i d g e n o s s e n s c h a f t (A. S. n. F. HI, 379) wurde, nachdem die Referendumsfrist (29. März) ohne Einsprache abgelaufen war, durch Vollziehungsverordnung vom 5. April, gemäß Art. 89 der Bundesverfassung, in Kraft und mit dem 15. April als vollziehbar erklärt Bundesblatt I, 464; A. S. n. F. III 384).

Die im Art. 3 des Bundesgesezes vorgesehene A u f s i c h t s behörde (leitender Ausschuß) für die eidgen ö s s i s c h e n M e d i z i n a l p r ü f u n g e n haben wir am 9. April niedergesezt (Verzeichniß der Gewählten, Bundesblatt II 97).

Im Weitern hat der Bundesrath in Vollziehung der Uebergangsbestimmung zu dem erwähnten Bundesgesez ein R e g l e m e n t , b e t r e f f e n d die p r o v i s o r i s c h e 0 r g a n i s a ti o n d e s

174

l e i t e n d e n A u s s c h u s s e s und der eidgenössischen P r ü f u n g e n f ü r d i e Aerzte A p o t h e k e r u n d T h i e r ä r z t e , erlassen (A. S. n. F. III, 406; Zusaz zu Artikel 14 im Bundesblatt III, 109). Durch dieses Reglement wurde in Bezug auf Organisation der Prüfungskommissionen und den Gang der Prüfungen das Erforderliche im Sinne möglichst einheitlicher Bestimmungen, provisorisch verfügt. Dasselbe Reglement enthält auch einheitliche Ansäze für die Entschädigung der Prüfungskommissionen und für die Prüfungsgebühren. Am 21. Mai sodann erfolgte auf den Vorschlag des leitenden Ausschusses dio B e s t e l l u n g d e r P r ü f u n g s k o m m i s s i o n e n f ü r A e r z t e, A p o t h e k e r u n d T h i e r ä r z t e (Verzeichniß d e r Gewählten, Bundesblatt II, 963 ; Revision dieses Verzeichnisses, Bundesblatt IV, 15). Ein vom Departement genehmigter Beschluß des leitenden Ausschusses vom 24. Mai bezwekt eine Reduktion der eidgenössischen propädeutischen Prüfung für diejenigen Kandidaten, welche in den Kantonen bereits Prüfungen in den propädeutischen Fächern mit Erfolg bestanden haben (Bundesblatt II, 834 u. s. w.).

Unterm 10. Juni erließ das Departement im Einverständnis mit dem leitenden Ausschuß e i n i n t e r i m i s t i s c h e s P r ü f u n g s r e g l e m e n t für die Prüfungssize Basel, Bern und Zürich, sowie für die Prüfungssize Genf und Lausanne. Namenverzeichnisse der Medizinalpersonen, welche nach abgelegter Prüfung eidgenössische Diplome erhalten haben, wurden vom Departement jeweilen im Bundesblatt veröffentlicht (m, 179, 770).

Betreffend V e r h ä l t n i s s e d e s A u s l a n d e s z u r F r e i zügigkeit des schweizerischen Medizinalpersonals, ist Folgendes zu erwähnen.

Mit Note vom 20. Juni ersuchte die französische Botschaft zu Händen ihrer Regierung um nähere Auskunft darüber, was unter ,,Staatsprüfungen''- (Bundesgesez Art. l, lit. c) zu verstehen sei, indem sie darauf aufmerksam machte, daß es in Frankreich keine Staats-, sondern aur Fakultätsprüfungen gebe. Es wurde daran die Anfrage geknüpft, ob Aerzte, die von einer französischen Fakultät graduirt worden, ohne Weiteres in der Schweiz zur Praxis zugelassen werden, oder ob sie sich dort erst einer Prüfung unterziehen müssen.

Unsere Antwort lautete dahin : der Ausdruk ,,Staatsprüfungen sei so zu verstehen, daß die Prüfung einen amtlichen Charakter haben müsse (also mit Ausschluß derjenigen von den facultés libres de médecine). Das betreffende Doktordiplom müsse übrigens auf Grund eines ernsthaften Examens, nicht etwa in absentia erlangt worden sein. Da diese beiden Voraussezungen zutreffen, so entsprechen die Doktordiplome der französischen Staatsfakultäten der

175 Vorschrift des Bundesgesczes Art. l , lit. c, wobei immerhin die Frage des Gegenrechts vorbehalten bleibe (28. Juni).

Das Departement gab sämmtlichen Kantonsregierungen Kenntniß davon, daß der leitende Ausschuß mit Rüksicht auf die Schwierigkeiten, welche diplomirten Schweizerärzten in Prankreich und Deutschland bei Anlaß von Gesuchen um Zulassung zur ärztlichen Praxis von den Behörden dieser Staaten bereitet werden, beschlossen habe, bis auf Weiteres die bisher in liberaler Weise den Angehörigen obgenannter Staaten gewährte Vergünstigung einer blos summarischen Prüfung auf Ausnahmsfälle zu beschränken, welche der Genehmigung des Gesammtausschusses unterliegen. Gleichzeitig .machte das Departement, zufolge Wunsches des leitenden Ausschusses, die Kantonsi-egierungen auf das Vcrhältniß der vorübergehenden oder dauernden Niederlassung fremder Aerzte an Fremdenstationen und Kurorten in dem Sinne aufmerksam, daß die Regierungen unter Ablehnung eigener Bewilligungen solche Aerzte jeweilen an den leitenden Ausschuß weisen (Kreisschreiben vom 14. November). Die bisher eingelaufenen Antworten von Kantonsregierungen enthalten befriedigende Aufschlüsse oder Zusicherungen hinsichtlich der Niederlassung und Praxis der fremden Aerzte.

Der l e i t e n d e A u s s c h u ß hielt im Berichtjahr in Bern drei Sizungen, zuerst unter dem Vorsiz, später in Beiwohnung des Departementsvorstehers. (In der 1. Sizung konstituirte sich der leitende Ausschuß: Präsident Herr Dr. Fr. M ü l l e r in Basel5 Vicepräsident Herr Prof. Karl V o g t in Genf.) Ueber die Sizungsverhandlungen und Beschlüsse, resp. Anträge des leitenden Ausschusses, welche zum Theil schon aus dem Obigen ersichtlich sind, wird auf den in Beilage abgedrukten B e r i c h t des l e i t e n d e n A u s s c h u s s e s verwiesen, der über die Verrichtungen dieser Behörde, sowohl was administrative Angelegenheiten, als was die Prüfungen betrifft, Aufschlüsse gibt.

Die Frage der Opportunität der Ausarbeitung eines Bundesgesezes, betreffend die F r e i z ü g i g k e i t der A d v o k a t e n in der s c h w e i z e r i s c h e n E i d g e n o s s e n s c h a f t , wurde im Berichtjahr vom schweizerischen Juristenverein zum Gegenstände einer einläßlichen Verhandlung gemacht, welche ein verneinendes Ergebniß hatte. Es kann hierüber auf das gedrukte Protokoll der XVI.

Versammlung des genannten Vereins, gehalten zu Genf am '19.

und 20. August, S. 19--35, verwiesen werden.

5. Civilstand und Ehe.

Was bezüglich obigen Gegenstandes von den eidgenössischen Räthen behandelt wurde, ist Folgendes.

176 Von Bürgern von Ormonts-dessous wurde unterm 15. Juni an die gesezgebenden Käthe ein Gesuch um A b ä n d e r u n g d e r Art. 28 und 25 des B u n d e s g e s e z e s ü b e r C i v i l s t a n d u n d E h e in dem Sinne gerichtet, daß die Eingehung der Ehe zwischen einem ehebrecherischen Ehegatten und dessen Mitschuldigen zu Lebzeiten des beleidigten und geschiedenen andern Ehegatten untersagt und die Legitimation eines im Ehebruch ero O O zeugten Kindes verboten werde. Diese Petition wurde durch Beschluß vom 10./17. August in -dem Sinne erledigt, daß auf dieselbe zur Zeit nicht einzutreten sei. (Buodesblatt 111, Beilage zu Nr. 40, Ziffer 25.)

Die vom Departement mit Kreisschreiben vom 1. Februar einverlangten Inspektionsberichte der Kantonsregierungen über die Amtsf ü h r u n g d e r Ci v i l s t a n d s b e a m t e n i m J a h r 1877 ginge) ungeachtet mehrmaliger Mahnung, theilweise nur langsam ein, so daß selbst am Jahresende noch ein Kanton im Rüksland war. Es hatte dieses zur Folge, daß das Referat des Departements über die Ergebnisse dieser Berichte über das Berichtjahr hinaus verzögert wurde.

,, Wichtigere auf das Civilstandswesen bezügliche E n t s c h e i d e und V e r f ü g u n g e n , welche im Berichtjahr theils vom Bundesrath, theils vom Departement gefaßt wurden, sind mit den früher bereits veröffentlichten in den vom Departement herauszugebenden K o m m e n t a r zum C i v i l s t a n d s g e s e z aufgenommen. Diese schon im Vorjahr in Aussicht genommene Arbeit, für welche zeitweilige Aushilfe auf der Departementskanzlei beigezogen wurde, ist in französischer Redaktion vollendet und bedarf, neben einer nochmaligen Durchsicht, der Uebersezung in's Deutsche, bevor sie dem Druke übergeben werden kann.

Hinsichtlich der Frage, unter welchem Namen u n e h e l i c h e K i n d e r von W i t t w e n und g e s c h i e d e n e n Frauen in die Civilstandsregister einzutragen seien, hat sich der Bundesrath im Interesse einer gleichmäßigen Anwendung des Gesezes zu einem sachbezüglichen Kreisschreiben an die Kantonsregierungen veranlaßt gefunden (25. Februar, Bundesblatt l, 333); nähere Erläuterungen brachten wir allen Kantonen durch ein weiteres Kreisschreiben zur Kenntniß (5. April,Bundesblatt II, 241). Ein Kreisschreiben des Departements an eben dieselben betraf die Neubestellung des im Jahr 1876 abgebrannten Civilstandsarchivs in Albeuve (Freiburg), zu welchem Zweke die Angabe von allen seit 1800 in den Registern eingetragenen Akten, welche sowohl dortige Gemeindeangehörigo, als die in dieser Ortschaft niedergelassenen Personen und Aufenthalter betreffen, nöthig war (30. Januar).

177 Folgende k a n t o n a l e E r l a s s e i n C i v i l s t a n d s - u n d E h e s a c h e n wurden von uns genehmigt: eine Verordnung von St. Gallen vom 3. Oktober 1877, betreffend die Uebergabe der pfarramtlichen Civilstandsregister an die Standesbeamten (1. Februar) ; eia Beschluß der Regierung von Zürich vom 23. Februar, betreffend eioe Abänderung im Modus der Verkündungen (27. Februar); ferner ein vom Genfer Großen Rathe am 15. Juni in Abänderung des Gesezes vom 5. April 1876, betreffend Civilstand, Ehe und Ehescheidung, erlassenes Gesez (25. Juni); eine Verordnung der Regierung von Tessin vom 26. Juni, betreffend die Vornahme von Trauungen zur Tageszeit (9. Juli) ; ' leztlich, mit einem Vorbehalt, der Entwurf einer revidirten Vollziehungsverordnung des Kantons Schaffhausen zum Bundesgesez über Civilstand und Ehe (27. August).

In Bezug auf C i v i l s t a n d s v e r h ä l t n i s s e zum A u s l a n d ist Folgendes hervorzuheben.

Durch Kreisschreiben vom 1. März theilten wir den eidgenössischen Ständen das Formular einer Erklärung mit, welche die belgische Gesandtschaft in Bern denjenigen belgischen Staatsangehörigen, welche sich in der Schweiz verehelichen wollen, auszustellen hat (Bundesblatt I, 343). Ein Kreisschreiben an sämmtliche Kantonsregierungen, vom 26. April, betraf Anstände bei Eheschließungen österreichischer Staatsangehöriger in der Schweiz.

(Bundesblatt Bd. II, 699.)

Den Gesandten in Berlin, welcher mit Depeschen vom 15.

und 19. März über seine Verhandlungen mit dem Delegirten der deutschen Regierung, betreffend gegenseitigen Verzicht auf die Beibringung von Trauerlaubnißscheinen für die beiderseitigen Angehörigen, weitern Bericht erstattete, ermächtigten wir auf sein Ansuchen, die Verhandlungen auf der von ihm näher bezeichneten Grundlage fortzusezen, in der Meinung, daß er den definitiv vereinbarten Text des Abkommens und der beiderseits zur Anwendung kommenden Gesandtschaftsatteste vor'der Unterzeichnung des Abkommens jedenfalls noch zur Einsicht vorlegen werde (29. März).

Eine diesfällige Vorlage ist im Berichtjahr noch nicht erfolgt. -- Die deutsche Reichsregierung, welche im Vorjahr eine Anzahl deutscher diplomatischer Agentschaften im Ausland zur Vornahme von Trauungen der unter ihrem Schuze lebenden Schweizer und zur Beurkundung ihrer Geburten, Heirathen und Sterbefälle ermächtigt hatte, dehnte diese Ermächtigung auch auf Vertreter verschiedener diplomatischer Agentschaften im Auslande aus.

Im Interesse eines für die Zukunft zu beobachtenden gemeinsamen Verfahrens für Beurkundung von G e b u r t s - und S t e r b e ßundesblatt. 31. Jalirg. Bd. II.

12

178

f ä l l e n auf dem B o d e n s e e ist der Bundesrath auf den Vorschlag der königl. bayerischen Regierung einem sachbezüglichen Uebereinkommen zwischen den Bodenseeuferstaaten beigetreten (29. November ; vergleiche den Bericht des politischen Departements, welches diese Angelegenheit im Einverständniß mit dem Departement behandelt hat).

Behufs Erleichterung des Abschlusses der Ehen von Italienern in der Schweiz wurde die Gesandtschaft in Rom beauftragt, der italienischen Regierung die Annahme des von der französischen Regierung festgestellten und hierseits genehmigten Formulars für Anerkennung der Ehen von Franzosen in der Schweiz, oder wenigstens eines diesem prinzipiell und materiell gleichkommenden Formulars zu empfehlen (23. Dezember.)

6. Kosten der Verpflegung und Beerdigung armer Angehöriger anderer Kantone.

Die Regierung von Graubünden stellte bei uns hinsichtlich der Kosten der Verpflegung einer an ihrem Niederlassungsorte Zürich geisteskrank gewordenen Bürgerin von Poschiavo in der Irrenanstalt Burghölzli die Anfrage, ob nicht Zürich gemäß dem Bundesgesez vom 22. Juni 1875, betreffend die Kosten der Verpflegung erkrankter und der Beerdigung verstorbener armer Angehöriger anderer Kantone, zu Bezahlung der Kosten pflichtig sei, soweit die Gemeinde Poschiavo solche nicht »freiwillig übernommen habe. Wir verwiesen auf unsern Entscheid vom 12. März 1877 im analogen Rekurs aus Graubünden (27. September; vergleiche Bundesblatt 1878, II, 571).

Bezüglich eines Anstandes mit der Regierung des Kantons Luzern über die Auslegung von Art. 3 des Bundesgesezes vom 22. Juni 1875, wobei es sich um die Kosten der Verpflegung eines Angehöligen des Kantons Luzern handelte, wandte sich die Regierung von Aargau mit Eingabe vom 29. November an den Bundesrath, um dessen Entscheid in Sachen anzurufen, indem sie den Antrag stellte, der Bundesrath wolle in Gutheißung der von ihr dem Art. 3 des erwähnten Gesezes gegebenen Auslegung die Regierung von Luzern anweisen, dazu Hand zu bieten, daß die Rechnungen für die Verpflegung des betreffenden Individuums bezahlt werden.

Die Regierung von Luzern, welcher das Departement diese Rekursschrift zum Anbringen von Bemerkungen bezüglich der von Aa.rgau gemachten Argumentationen mittheilte, replicirte unterm 23. Dezember, und ist diese Angelegenheit im Berichtjahr unerledigt geblieben.

179

7. Begräbnisswesen.

Mit diesem Gegenstand (Art. 53, Absaz 2, der Bundesverfassung) hat der Bundesrath während des Berichtjahrs sich nicht zu beschäftigen gehabt.

8. Mass und Gewicht.

Die einzige Abänderung der bestehenden Geseze und Verordnungen über Maß und Gewicht betrifft die Einführung neuer Flüssigkeitsmaße. Nachdem am 21. Dezember 1877 die h. Bundesversammlung uns eingeladen hatte, den Art. 19 der Vollziehungsverordnung über Maß und Gewicht vom 22. Oktober 1875 mit thunlichster Beförderung in dem Sinne abzuändern, daß beim Detailverkauf als Flüssigkeitsmaß vom Liter abwärts die Theilung 5, 4, 3, 2, l Del. gestattet werde (amtl. Sammlung, neue Folge, Bd. III, 291), erließen wir unterm 8. Januar eine Verordnung, betreffend die Einführung des 4- und 3-Dezilitermaßes (amtl. Sammlung, neue Folge, Bd. m, 295).

In Folge dieser Einführung von Zwischenmaßen kamen sowohl an das Departement, als an die Direktion der eidgenössischen Eichstätte Anfragen, ob ein Wirth verpflichtet sei, alle die gestatteten Unterabtheilungeu auch wirklich zu halten, oder ob es ihm freistehe, nur einige derselben zu benuzen. Mit Rüksicht auf die etwas divergirenden Anschauungen wurde uns die Frage unterbreitet, und unterm 30. April entschieden wir dieselbe dahin, daß es den bestehenden Vorschriften nicht widerspreche, wenn Wirthe sich ausschließlich des einen oder des andern der bezeichneten Maße bedienen (Bundesblatt 1878, Bd. II, 700). Durch diese Schlußnahme ist nun wohl die ganze Angelegenheit als definitiv erledigt zu betrachten.

Wie schon in frühern Jahren, so hatte die eidgenössische Eichstätte auch dieses Jahr wieder sich mit der Einfuhr von im Ausland theilweise geeichtem Glas zu befassen. Verschiedene Schwierigkeiten, die sich namentlich von Seite einiger Kantonsregierungen erhoben, gaben Anlaß, im Einverständniß mit dem Zolldepartement die daherigen Instruktionen an die Zollbeamten etwas zu mildern, indem die Einfuhr von mit einer bloßen Marke versehenen Flaschen und Gläsern zugelassen wurde. Es ist nun Sache der Eichmeister, darüber zu wachen, daß etwa unrichtig bezeichnete Glasgefässe nicht in den Verkehr gelangen. Wahrscheinlich in Folge dieser Vergünstigung sind uns in den lezten Monaten keine Klagen über Einfuhr geeichten Glases mehr zugekommen. ·

180 Im Fernern hatte sich die Direktion der eidgenössischen Eichstätte zu Anfang des Jahres noch mit einzelnen Berichten über die im Vorjahre abgehaltenen Nachschauen zu befassen, welche auch zu einigen Mahnungen an einzelne Behörden Anlaß gaben.

Von Seite einer Kantonsregierung (Genf) wurde mitgetheilt, daß zwischen den Gewichtsangaben Deutschlands und der Schweiz sich erhebliche Differenzen zeigen, was namentlich im Handel mit edlen Metallen etc. sich sehr fühlbar mache, und es wurde deshalb gewünscht, daß für die Eichstätte Genf besondere Gewichte angefertigt und auf dem internationalen Bureau für Maß und Gewicht in Paris justirt werden. Diesem Wunsche wurde nur insofern entsprochen, als für die Eichstätte Genf einige neue Gewichte mit möglichster Genauigkeit angefertigt wurden. Es hat dieser Vorfall jedoch gezeigt, daß noch eine Luke in den Verordnungen auszufüllen ist, betreffend genauer zu justirende Gewichte (Präzisionsgewichte), und es ist die Prüfung dieser Frage an die Hand genommen worden. Verschiedene Besprechungen, namentlich auch mit Mitgliedern kantonaler Sanitätsbehörden, haben gezeigt, daß es sehr wünschbar wäre, wenn auch über Gewichte und Waagen, welche in Apotheken gebraucht werden, genauere und ausführlichere Bestimmungen erlassen würden. Bei Untersuchung der Frage über Präzisionsgewichte werden deshalb auch die Gewichte und Waagen der Apotheker gehörig berüksichtigt werden müssen.

Bei Anlaß der Nachschauberichte wurde von einer Seite (Glarus) auch die Frage angeregt, ob es nicht thunlich wäre, die bezüglichen Verordnungen in dem Sinne zu vervollständigen, daß die Eichung der Transportfässer obligatorisch erklärt würde. Anfragen, welche hierüber an einzelne kantonale Polizeibehörden, sowie an Eichmeister gerichtet wurden, haben sehr von einander abweichende Ansichten zu Tage treten lassen. Die Behörden sprachen sich meist gegen, die Beamten für eine obligatorische Eichung aus, und wir halten es daher für rathsam, der Angelegenheit einstweilen noch keine weitere Folge zu geben, sondern abzuwarten, bis sich später ein dringenderes Bedürfniß geltend macht.

Es ist ferner zu erwähnen, daß im Laufe des Jahres verschiedene Versuche über Wassermesser ausgeführt worden sind, welche durch den Umstand veranlaßt wurden, daß in einzelnen Städten, mehr als bisher, Wassermesser eingeführt wurden und daß das Bundesgesez über Maß und Gewicht vom 3. Juli 1875 für die Zukunft auch die Eichung der Wassermesser vorsieht. Es wird daher nöthig sein, noch weitere Versuche über Wassermesser zu veranstalten, was dann allerdings etwas vollständigere Einrichtungen erfordern würde, als sie uns bis dahin zu Gebote standen.

181 Außer diesen Fragen mehr allgemeiner Natur hatte der Direktor der eidgenössischen Eichstätte noch eine ziemliche Zahl von Anfragen zu erledigen betreffs Auslegung und Anwendung der Verordnungen über Maß und Gewicht; namentlich betrafen diese Anfragen die Konstruktion von Waagen, die Eichung von Gasometern, das Anbringen von Eichzeichen auf Glas etc.

Auch in diesem Jahre wurde wieder mehrmals Klage über einzelne Eichmeister geführt, und wurde ein Eichmeister wegen mangelhafter Pflichterfüllung seines Amtes enthoben. Sein Nachfolger machte einen kleinen Kurs auf der eidgenössischen Eichstätte durch.

Im Laufe des Berichtjahres wurden ferner die ordentlichen Inspektionen, welche in den lezten Jahren weggefallen waren, wieder aufgenommen, und zwar wurde der Kanton Graubünden bereist.

Endlich bleibt zu erwähnen, daß, wie schon in frühem Jahren, so auch dieses Jahr für das geodätische Institut in Berlin mehrere Vergleichungen von Nivellirlatten vorgenommen werden mußten und einige Vergleichungen für Privatpersonen vorkamen.

Folgen des i n t e r n a t i o n a l e n M e t e r v e r t r a g s vom 20. Mai 1875 sind sub IV. 2 erwähnt.

9. Gesundheitswesen.

  1. O e f f e n t l i c h e G e s u n d h e i t s p f l e g e .

D a s K o n k o r d a t f ü r F r e i z ü g i g k e i t des M e d i z i n a l p e r s o n a l s ist im Berichtjahr infolge des bezüglichen Bundesgesezes erloschen; hierüber wird auf den Art. IV, 1: K o n k o r d a t e , verwiesen.

Die Bundesbehörde ist im Allgemeinen der I m p f f r a g e in der S c h w e i z noch nicht nahe getreten. Gegen die obligatorische Impfung, welche fast in allen Kantonen gesezlich vorgeschrieben ist, sind Petitionen an die Bundesbehörden eingelangt ; das Gleiche ist jedoch auch von den Impffreunden geschehen. Bevor die Frage in Behandlung gezogen werden kann, müssen vor Allem aus die nähern Erhebungen über Impfstatistik veranstaltet werden ; nachdem die Vorarbeiten einmal beendigt, wird der Bundesrath zu prüfen haben, ob es angezeigt erscheine, diese Materie durch ein besonderes Bundesgesez zu regeln.

Die Vorbereitung eines B u n d esgesezes ü b e r die A n k ü n d i g u n g u n d d e n V e r k a u f v o n G e h e i m r n i t t e l n i s t unten sub III, 5 erwähnt.

Ueber eine Anregung des schweizerischen Aerzte- und Apothekervereins, betreffend R e f o r m d e s a k a d e m i s c h e n U n t e r -

182 richts in der Chemie im Interesse der öffentlichen G e s u n d h e i t s p f l e g e , inbesondere der Lebensmittelkontrole, ist oben der Art. II, 3 nachzusehen.

Ueber s a n i t ä t s p o l i z e i l i c h e V e r h ä l t n i s s e z u m A u s l a n d in Bezug auf öffentliches Gesundheitswesen ist Folgendes zu berichten.

Die königl.^bayerische Gesandtschaft brachte uns zur Kenntniß, daß zufolge Berichts der Regierung von Schwaben und Neuburg in diesem Regierungsbezirke die Kräze unter den Handwerksgesellen bedenklich überhand nehme, und daß die in Iczter Zeit in den Krankenhäusern zu Kempten und Lindau an dem Kräzeübel behandelten Handwerksgesellen hauptsächlich aus der Schweiz gekommen seien.

Damit verband die Gesandtschaft das Ansuchen, es möchte in den gegebenen Fällen für A u f n a h m e der K r ä z e k r a n k e n in den s c h w e i z e r i s c h e n K r a n k e n a n s t a l t e n Sorge getragen und namentlich der Verweigerung der Aufnahme solcher Kranken, wie sie in lezter Zeit vorgekommen sein solle, entgegengetreten werden.

Das Departement machte sämmtlichen Kantonsregieruugen hievon entsprechende Mittheilung und lud sie ein, ihre Sanitäts- und Polizeibehörden auf den Gegenstand aufmerksam zu machen und dieselben aufzufordern, nach Anleitung des Art. 10 des Niederlassungsvertrags zwischen der Schweiz und dem deutschen Reiche vom 27. April 1876 die fraglichen, mit der bezeichneten Krankheit behafteten Personen überall ohne Weiteres den betreffenden Heilanstalten zuzuweisen. (Kreisschreiben vom 30. Mai.) Rükäußerungen von Kantonsregierungen enthielten beruhigende Zusicherungen eines entsprechenden Verhaltens.

Da uns dagegen wiederholt Berichte zugingen, wonach die K r ä z e k r a n k heit in v e r s c h i e d e n e n T h e i l e n der S c h w e i z überhand nahm und einen epidemischen Charakter anzunehmen drohte (was namentlich von reisenden Handwerks barschen und solchen Individuen galt, welche wegen Bettels u. s. w. von der Polizei angehalten und weggeführt wurden), und da gleichzeitig Beschwerde darüber erhoben wurde, daß in vielen Fällen solche. kräzekranke Personen einfach dem nächsten Kanton zugeschoben wurden, so haben wir uns veranlaßt gesehen, durch besonderes Kreisschreiben vom 20. Juli (Bundesblatt HI, 417) den Kantonen die Maßregeln zu bezeichnen, welche diesen Uebelständen abzuhelfen als geeignet erachtet wurden.

Der von einer Kantonsregierung autwortlich gemachten Anregung, eine sanitarische Grenzkontrole gegenüber den Handwerksburschen und Landstreichern einzuführen und die Einwanderung solcher aus Deutschland zu beschränken, wurde keine Folge gegeben, da der Gegenstand in die Kompetenz der Grenzkantone fällt.

183 Zufolge amtlicher Mittheilung sind in Diedenhofen im Elsaß bei dem eingeführten amerikanischen Schweinefleisch zahlreiche Trichinen angetroffen worden. Die Einfuhr in die Schweiz und der Konsum amerikanischen Schweinefleisches in geräuchertem, hauptsächlich aber leicht gesalzenem und fast frischem Zustande hat in neuerer Zeit ganz außerordentliche Proportionen angenommen.

Das Departement sah sich deßhalb genöthigt, auf die G e f a h r der T r i c h i n e n e i n s c h l e p p u n g hinzuweisen und die Kantone einzuladen, das Publikum auf die Gefährlichkeit des Genusses von amerikanischem Fleisch, namentlich in ungekochtem Zustande, aufmerksam zu machen und ihre Organe zu strenger Aufsicht anzuweisen, überhaupt diejenigen Vorsichtsmaßregeln zu treffen, welche geeignet seien, der Gefahr wirksam zu begegnen (Kreisschreiben vom 20. Dezember).

Die bisher eingelaufenen Rükäußerungen von Kantonsregierungen geben beruhigende Aufschlüsse über Vorkehrungen gegen die Trichinengefahr.

Der großbritannischen Gesandtschaft, welche Auskunft über Quarantänemaßregeln, betreffend Volkskrankheiten, wünschte, wurde geantwortet: das Gesundheitswesen sei in Bezug auf solche Krankheiten Sache der Kantonsregierungen, und es bestehen zur Zeit darüber keine Vorschriften, indem man bis jezt nicht Veranlassung gehabt habe, von der dem Bunde durch Art. 69 der Bundesverfassung gegebenen Befugniß zur Gesezgebung über die gegen gemeingefährliche Epidemien zu treffenden gesundheitspolizeilichen Verfügungen Gebrauch zu machen (29. Januar).

Eine Anzeige des schweizerischen Generalkonsulats in Rio de Janeiro, betreffend Wiederausbruch und Zunahme des gelben Fiebers daselbst, wurde im Bundesblatt (l, 351 u. s. w.) veröffentlicht.

B. V i e h s e u c h e n p o l i z e i .

Wir beschränken uns bei dieser Unterabtheilung auf eine allgemeine Uebersicht der Viehseuchen in der Schweiz im verflossenen Jahre, auf die Mittheilung von Fällen, in denen wir uns genöthigt gesehen haben, die Einfuhr von Viehwaare aus dem Auslande zu verbieten oder bereits bestehende Sperren aufzuheben, und von Fällen, in denen das Ausland gegen die Schweiz Sperre verhängt hat. Ferner werden wir derjenigen Anstände und Rekurse Erwähnung thun, welche eine Interpretation der bestehenden Geseze und Verordnungen hervorriefen.

Der Bundesrath selbst wurde durch die größte Zahl der Geschäfte, betreffend die Viehseuchenpolizei, nur wenig behelligt, um so mehr das Departement ; denn auf keinem, anderen Gebiete seiner

184 Thätigkeit waren so viel Gesuche, Anfragen und Aufklärungen zu erledigen, Anzeigen entgegenzunehmen und zu machen und auf Abstellung von Uebelständen zu dringen. Namentlich ist es die Vorschrift von Art. 13 des Bundesgesezes über polizeiliche Maßregeln gegen Viehseuchen, vom 8. Februar 1872, wonach beim Ausbruch einer Seuche in dem benachbarten Gebiete eines ausländischen Staates und nach erhaltener Anzeige Seitens einer Kantonsregierung die Bundesbehörde den Sachverhalt auszumitteln, den betreffenden Grenzkantonen davon Mittheilung zu machen und je nach der Natur der Seuche, deren Verbreitung und der zur Tilgung derselben getroffenen Maßregeln die gesezlich vorgeschriebenen Vorkehren zu bestimmen hat, welche zu einer vielseitigen Korrespondenz Veranlaßung gab.

Ueber den Stand der Viehseuchen im Jahre 1878 gibt nachstehendes Tableau übersichtlich Auskunft. Außer den darin aufgeführten Fällen von Maul- und Klauenseuche und Lungeuseucho kamen noch zirka 60 Fälle von Roz, ebenso viele von Milzbrand und 30 Fälle von Hundswuth vor.

Januar.

Kantone.

Februar.

April.

März.

Juni,

Mai.

ManlMaulMaulMaulMaulMaulund Lungen- und Lung n- nnd Lungen- und Lungenuud Lungen- und Lungen Klauen- seuche. Klauen- tseuche. Klauen- seuche. Klauen- seuche. Klauen- Seuche. Klauen- seuche.

seuche.

seuche.

seuche.

seuche.

seuche.

seuche.

Ställe.

Zurich.

Bern . . . .

Jjuzern

Ställe.

2 2

Ställe.

8 2 1

Ställe.

Ställe.

Ställe.

3 1

Stilile.

Ställe.

Ställe.

Ställe.

10 2

6 1 1

Ställe.

Ställe.

Total.

Ställe.

38 8 4

11

TTri

1

1

Unter walden ob dem Wald Unter walden nid dem Wald 2

7-1-1 (T

Basel-Stadt Basel-Landschaft . . . .

Schaff hausen .

. . .

Appenzell A.-Eh. . . .

Appenzell I.-Kh St Gallen Grraubünden Thurffau .

.

Waadt Wallis Neuenburg

2 1 1 2

1 --

1 4 3

--

Total

2

20

--

1

3 8 3

--

--

-- 28

1 2 1 3

1 3 3

1

4 --

2

--

--

-- 14

--

--

1 --

-- 34

1 1

7 5 1 2

7 8

--

--

1

1 30

1

:l

c

--

i

-- 1

--

--

17

--

2 5 5 2 10 1 15 9 22 19

1 144

Juli.

August.

September.

Oktober.

November.

Dezember.

MaulTotal.

HaulMaulMaulMaulMaulund Lungen- uud Lungen- und Lu gen- und Lungen- und Lungen- und LungenKlauen- seuche. Klauen- seuche. Klauen- seuche. Klauen- seuche. Klauen- seuche. Klauen- seuche.

seuche.

seuche.

seuche.

seuche.

seuche.

seuche.

Kantone.

Ställe.

Stelle.

9

Bern Luzern m.;

Ställe.

Stalle.

2

Stalle.

Stalle.

2

1

Stalle.

2 3

Ställe.

Ställe.

7

Ställe.

Stille.

1

Ställe.

61 13 8

2 1

2

Ställe.

1

Unterwalden ob dem Wald Unterwalden nid dem Wald Tino-

2

Basel Stadt Basel-Landschaft . . . .

Schaffhausen Appenzell A.-Rh. . . .

Appenzell L-Rh. .' . . .

St. Gallen Graubünden Thurgau

3 1 1

3 6 7

1 1

1 2

1

--

1 9

5 1 32 2 5 15

6

11 --

61 6 13 17


8 1 3

2 5 5 5 33 3 121 17 49 73

Waadt Wallis 1

Genf Total

26

1

10

1

13

1

67

--

115

--

22

--

399

187 Im Ganzen kann der Gesundheitszustand des Viehes im Berichtjahre als ein normaler bezeichnet werden. Im Spätherbst hat allerdings der außerordentlich rege Viehverkehr in der Ostschweiz eine bedeutende Zunahme der Maul- und Klauenseuche zur Folge gehabt, namentlich in den Kantonen St. Gallen, Thurgau und Appenzell A.-Rh., wohin diese Krankheit durch aus Oèsterreich eingeführte Mastochsen gebracht und von wo sie nach verschiedenen Gegenden der Schweiz verschleppt worden war. Doch ist diese Seuche ebenso rasch, wie sie an Ausdehnung gewonnen hatte, im Monat Dezember wieder auf ihr ursprüngliches Niveau zurükgegangen, so daß zu Ende des Jahres nur noch 22 Ställe in 7 Kantonen verseucht waren, während der übrige Theil der Schweiz als von jeglicher Seuche frei bezeichnet werden konnte.

Im Uebrigen ist daran zu erinnern, daß mit Rüksicht sowohl auf den lebhaften internen als internationalen Verkehr kaum erwartet werden kann, daß unser Land je vollständig und dauernd von allen anstekenden Viehkrankheiten befreit werde. In allen Fällen lag auch nur die Anstekung der Entstehung und Weiterverbreitung der Krankheit zu Grunde. Die Thiere kommen gewöhnlich gesund an der Grenze an und einen oder zwei Tage später sind sie von der Seuche befallen, was nur dadurch erklärt werden kann, daß sie etwa auf dem lezten Viehmarkte, auf einem Vi eh verlad eplaz, in einem Eisenbahnwagen oder sonstwo das Contagium aufgelesen haben. Es ist in dieser Beziehung besonders die Thatsache merkwürdig, daß die innern Kantone der Schweiz, welche von keinen Eisenbahnen durchzogen sind, das ganze Jahr hindurch keine Viehseuchen zu verzeichnen haben. Von großer Wichtigkeit ist auch der Umstand, daß im Berichtjahr die Seuche sich von den Alpen fern gehalten hat.

A n s t ä n d e und Rekurse.

  1. Mehrere Obwaldner Viehhändler haben sich beschwert, daß ihnen beim Befahren der Viehmärkte von Meiringen und Brienz eine Gebühr von 20 resp. 15 Rp. per Stük Vieh abgefordert und dagegen der Stempel des Gemeinderaths auf die Gesundheitsscheine gedrükt werde. Wir konnten der Beschwerde keine Folge geben.

Zwar erscheint die Gebühr etwas hoch, doch läßt sich vom Standpunkte der Bundesgeseze nichts dagegen einwenden. Art. 9 des Buadesgesezes über polizeiliche Maßregeln gegen Viehseuchen schreibt vor: ,,Zu Viehmärkten und Viehausstellungen dürfen Rindvieh und Thiere aus dem Pferdegeschlecht nicht zugelassen werden ohne Gesundheitsscheine. Ueberdies sind die Viehmärkte einer sorgfältigen sanitätspolizeilichen Aufsicht zu unterstellen. " Die Voll-

188 ziehung dieser Vorschriften veranlaßt Kosten, und es kann dem Marktort nicht verboten werden, zur Dekung derselben die Besucher des Marktes, welche dessen Benuzung im Interesse des' Verkaufs ihrer Waare finden, behufs Ausgleichung dieser Kosten heranzuziehen.

Der Bezug einer ähnlichen Gebühr findet auch an sehr vielen andern Marktorten der Schweiz statt, ohne daß deßwegen Beschwerden erhoben werden. Es rechtfertigt sich die Beziehung einer Gebühr auch aus dem ferneren Grunde, weil die Herstellung und Unterhaltung einer guten Einrichtung des Marktlokals mit Kosten verbunden ist. Durch das Verbot eines derartigen Gebührenbezugs hingegen würden die Bestrebungen in der Handhabung der Seuchenpolizei gehemmt. Ueberdies steht die allgemeine Marktpolizei den Kantonen zu.

2. Von einem Thierarzt aus dem Kanton Tessin wurde Beschwerde geführt über einen Beschluß des Staatsraths vom 4. Juli 1877, betreffend Wahl des Personals für die Handhabung der Viehgesundheitspolizei , durch welchen u. A. der Beschwerdeführer der Stelle eines Kantonsthierarztes enthoben und durch einen Italiener ersezt worden war. Weitere Einsprachen wurden wegen der durch jenen Beschluß getroffenen Personaländerungen und Anordnungen von der eidgenössischen Zolldirektion in Lugano und dem Sanitätsrath des Kantons Graubünden erhoben.

Wir haben diese Rekurse abgewiesen und zwar gestüzt auf folgende Erwägungen : a. In den Fällen, wo das Bundesgesez vom 8. Februar 1872, Art. 7 und die Vollziehungsverordnung vom 3. Oktober von einem patentirten schweizerischen Thierarzt sprechen, wird nicht gefordert, daß derselbe ein Schweizerbürger sei; es kann auch ein in der Schweiz niedergelassener Ausländer, wenn er förmlich als Thierarzt anerkannt ist, mit jenen Funktionen betraut werden.

b. Die Ausführung der Bestimmungen des Bundesgesezes über polizeiliche Maßregeln ist, zufolge Art. 2 dieses Gesezes, Sache der Kantone. Die Bundesbehörden haben hinwieder die Pflicht und das Recht, die richtige und gleichmäßige Vollziehung der Gesezesbestimmungen zu überwachen und erforderlichen Falls die nöthigen Anordnungen zu treffen. Indessen sahen wir uns veranlaßt, den Staatsrath einzuladen, in Bezug auf Widersprüche in seiner Bekanntmachung, betreffend gewisse Vieheinfuhrstationen, auf die Vollziehung von § 4 der Vollziehungsverordnung zum Bundesgesez über polizeiliche Maßregeln gegen Viehseuchen vom 20. November 1872, besonders hinsichtlich d,er den Inspektoren zu ertheilenden Instruktionen und der von den Viehinspektoren zu beziehenden Gebühren,

189 die gesezesmäßigen Anordnungen zu treffen. Auch mußten wir darauf dringen, daß hinsichtlich des im § 11 der Verordnung vom 3. Oktober 1873, betreffend Maßregeln zur Tilgung der Maul- und Klauenseuche, enthaltenen Vorbehalts, wonach die Einfuhr auf einer Zollstation nicht erlaubt ist, wenn nicht durch die verantwortliche kantonale Behörde nachgewiesen wird, daß auf derselben für eine ausreichende sachkundige Untersuchung des einzuführenden Viehes gesorgt ist, das Nöthige vorgekehrt werde. Wir können leider nicht sagen, daß uns über die beregten Punkte bis anhin befriedigende Nachrichten zugekommen sind. Indessen werden wir die Angelegenheit nicht aus den Augen verlieren.

3. Zwei aargauische Thierärzte führten Klage darüber, daß die thierärztliche Untersuchung (§ 16 der Verordnung vom 3. Oktober 1873) des aus dem Großherzogthum Baden via Koblenz in die Schweiz eintretenden Viehes von einem aargauischen Thierarzt .besorgt werde, der sein wirkliches Domizil in Thiengen (Baden) habe und sich von dort aus blos 2--3 Stunden täglich zur Vornahme jener Untersuchungen nach Koblenz begebe, zu welchem Zweke er allerdings an lezterern Orte Niederlassung genommen habe. Unter Anrufung der citirten Verordnung verlangten die Beschwerdeführer, daß die Untersuchung des in die Schweiz einzuführenden Viehes von einem schweizerischen, d. h. auf schweizerischem Gebiete niedergelassenen Thierärzte vorgenommen werde.

Im engen Zusammenhang mit dieser Klage stand eine Rekla-' mation der Direktion der Nordostbahn des Inhalts : Entgegen der Verfügung unseres Departements des Innern vom 10. März, durch welche für einstweilen die Untersuchung des zur Einfuhr nach der Schweiz bestimmten Viehes auch auf der Station Waldshut gestattet wurde, habe das Bezirksamt Zurzach irn Auftrage der aargauischen Direktion der Staatswirthschaft die eidgenössischen Zollbeamten in Waldshut angewiesen, nur solches Vieh, das mit der Bahn in Waldshut eingetroffen und nach der Schweiz bestimmt sei, daselbst untersuchen zu lassen, in der Meinung, daß alle anderen nach der Schweiz bestimmten Thiere ab Waldshut nicht mit der Bahn befördert werden dürfen, sondern über die Rheinfähre bei Koblenz einzuführen und daselbst zu untersuchen seien. Dadurch sei aber die Station Waldshut von der Annahme von Viehtransporten faktisch ausgeschlossen ; hierin liege mit Rüksicht auf den in jener Gegend stark betriebenen Viehhandel eine bedeutende Hemmung des Verkehrs und zugleich eine empfindliche Schädigung sowohl der Hiindler als der Bahn, um so mehr, als der patentirte Thierarzt eben nicht in Koblenz, sondern in Thiengen wohne und in der Regel unter viel Zeitversäumniß zur Vornahme der Untersuchung von dort herbeigeholt werden müsse.

190 Wir haben nun bereits in einem früheren Rekurse entschieden, daß in den Fällen, wo die Bundesgeseze und Verordnungen, betreffend Viehseuchenpolizei, von einem patentirten schweizerischen Thierarzt sprechen, unter einem solchen nicht blos ein Schweizerbürger, sondern ein in der Schweiz niedergelassener Thierarzt zu verstehen sei. An dieser Auslegung muß um so mehr festgehalten werden, weil der im Ausland Niedergelassene sich der Vollziehung eines Strafurtheils in Sachen der Viehgesundheitspolizei entzieht oder von diesem nicht erreicht werden könnte. Von diesen Erwägungen ausgehend, haben wir den Rekurs als begründet erklärt.

Was die Vieheinfuhr über Waldshut-Koblenz anbetrifft, so liegt es offenbar im Interesse des Verkehrs im Allgemeinen , daß die sanitarische Untersuchung des Viehes in Waldshut stattfinde, in dem Falle nämlich, wo dasselbe per Eisenbahn eingeführt wird.

Damit aber steht das von der aarga.uischen Regierung angeordnete Verfahren, wonach das Vieh, der Untersuchung wegen in Waldshut ausgeladen, zu Fuß öde;: per Wagen (Schweine) nach der Rheinfähre bei Koblenz gebracht, daselbst über den Rhein gesezt und in Koblenz wieder eingeladen werden muß, in Widerspruch. Demzufolge wurde die aargauische Regierung eingeladen, dafür zu sorgen, daß die Grenzuntersuchung des Viehes an den Eingangsstationen Waldshut-Koblenz zwei zuverlässigen, in der Schweiz niedergelassenen Thierärzten, wovon der eine Inspektor, der andere dessen Stellvertreter, übertragen werde und von denen je einer sich verbindlich macht, täglich in Waldshut bei der Organisation des für die Vieheinfuhr bestimmten Zuges der Nordostbahn anwesend zu sein.

Sperren.

Unterm 5. März haben wir, gestüzt auf den Bericht des Staatsraths von Tessin über die eingetretene Besserung in den Gesundheitsverhältnissen des Viehs in Oberitalien, das unterm 9. Oktober 1877 erlassene Verbot der Vieheinfuhr aus Italien wieder aufgehoben.

Da sich um die gleiche Zeit auch die Gesundheitsverhältnisse des Viehes in Oesterreich wieder besser gestalteten, prüften wir auch die Frage, ob nicht auch die unterm 23. Oktober 1877 wegen Ausbruch der Rinderpest in Oesterreich gegen dieses Land verhängte Sperre wieder aufzuheben sei. Behufs Erlangung sichernder Anhaltspunkte für die zu treffende Entschließung wurde die schweizerische Gesandtschaft in Wien vorerst beauftragt, zuständigen Ortes anzufragen, ob und welche Gewähr geboten werden könne, daß

191 aus Gegenden, in welchen die Rinderpest herrscht, keine wiederkäuenden Thiere nach der Schweiz gelangen, für den Fall, daß dieselbe bereit wäre, das Vieheinfuhrverbot gegen Oesterreich wieder aufzuheben. Die Gesandtschaft meldete uns, die k. k. Regierung lehne zwar die Uebernahme einer förmlicher Gewähr ab, habe aber im Inneren solche beschränkende Maßregeln angeordnet, daß dieselben auch für das Ausland als genügend erachtet werden dürften.

Aus den weiter eingegangenen Berichten erhellte sodann, daß die Rinderpest nur noch und zwar ganz vereinzelt im äußersten Osten der Monarchie bestehe. Mit Rüksicht hierauf hoben wir unterm 8. März das unterm 23. Oktober 1877 erlassene Verbot der Einfuhr von Vieh aus Oesterreich auf. Die schweizerische Gesandtschaft in Berlin wurde gleichzeitig beauftragt, der deutschen Regierung hievon Mittheilung zu machen und derselben die Erwartung auszusprechen, daß in Folge dieser Sperraufhebung dem Viehverkehr an der deutsch-schweizerischen Grenze Seitens der deutschen Behörden keine besondern Beschränkungen auferlegt werden.

Dem vom 10. Mai 1878 datirten Viehseuchenbülletin von Elsaß-Lothringen war zu entnehmen, daß die contagiose Lungenseuche des Rindviehs in Oberelsaß eine bedeutende Ausdehnung erreicht habe und das Centrum der Seuche sich in dem der Schweizergrenze nahe liegenden Altkirch befinde.

Mit Rüksicht auf die Thatsache, daß kranke Thiere in Deutschland, wie übrigens auch in Frankreich, behandelt werden und nach erfolgter Besserung wieder in den Handel kommen, indem die Tödtung der infizirten Viehstände nur angerathen, nicht aber anbefohlen wird, beschlossen wir unterm 11. Juni, in Anwendung von Art. 25 des Bundesgesezes über polizeiliche Maßregeln gegen Viehseuchen vom 8. Februar 1872, die Einfuhr von Rindvieh aus dem Elsaß in die Schweiz bis auf Weiteres zu verbieten.

Unterm 2. August ersuchte die deutsche Regierung um Aufhebung dieser Viehsperre, indem sie geltend machte, daß nunmehr die Lungenseuche im Elsaß als erloschen betrachtet werden könne und demzufolge die Gefahr einer Einschleppung der Seuche beseitigt sei. Zwar bestand nach den vom Departement eingezogenen Erkundigungen der Seuchenherd in einem Orte des Kreises Gebweiler noch fort. Da wir aber erwarten konnten, daß die elsäßischen Polizeibehörden eine neue Ausbreitung der Seuche zu verhüten suchen würden, und in der Absicht, eine den Verkehr in schwerem Maße schädigende Maßregel beseitigen zu helfen, hoben wir das Vieheinfuhrverbot gegenüber dem Elsaß unterm 1. Oktober wieder auf.

192 Infolge Ausbruchs der Rinderpest irn nordöstlichen Deutschland hat die französische Regierung unterm 12. Dezember die Vieheinfuhr auch aus der Schweiz verboten. Dem Departemente waren dießfalls mehrfach Reklamationen zugegangen, die dasselbe in Anbetracht der weiten Entfernung des Seuchenherdes von unserem Lande und der erforderlichen Sicherbeitsmaßregeln, welche von den süddeutschen Staaten ergriffen worden waren, für begründet erachtete. Wir erhoben daher unterm 19. Dezember durch das Mittel der schweizerischen Gesandtschaft in Paris Vorstellungen gegen jenes Verbot und verlangten dessen Aufhebung.

Gleichzeitig aber wurden die Regierungen der an Deutschland grenzenden Kantone eingeladen, den Viehverkehr mit Deutschland einer verschärften Kontrole zu unterwerfen.

Mehrere Anzeichen ließen vermuthen; daß das von der französischen Regierung erlassene Verbot der Vieheinfuhr aus der Schweiz durch die im Spätherbst vorigen Jahres stattgefundenen Umgehungen der französischen Viehsperre gegen Deutschland durch deutsche und österreichische Schafheerden veranlaßt worden ist.

Wir prüften deßhalb die Frage, ob nicht, um die Aufhebung des französischen Verbotes zu erwirken, Viehsperre gegen Deutschland anzuordnen sei. Mit Rüksicht auf die Entfernung des Seuchenherdes und da Deutschland zur Unterdrükung der Seuche die im Regulativ der Wiener Konferenz von 1872 vorgeschriebenen Maßregeln mit aller Strenge zur Anwendung brachte, hielten wir die Gefahr der Einschleppung der Rinderpest nicht für wahrscheinlich und sahen deßhalb von einer Sperre gegen Deutschland, welche für die Grenzgegenden höchst nachtheilig gewesen wäre, ab. Um jedoch die französische Regierung zur Aufhebung des Verbots der Vieheinfuhr aus der Schweiz zu bestimmen, erachteten wir für nöthig, diejenigen Maßnahmen zu ergreifen, welche die Wiederholung der früheren Vorgänge zu verhindern geeignet wären, und erließen deßhalb folgende Verordnung: 1. Rindvieh, Schafe und andere Wiederkäuer, welche aus Deutschland in die Schweiz geführt werden, dürfen erst wieder über eine andere als die deutsche Grenze aus dem Lande geführt werden, nachdem sich dieselben mindestens 14 Tage in der Schweiz aufgehalten haben.

2. Für Schafe und Rinder, welche aus Deutschland eingeführt wurden, dürfen keine Gesundheitsscheine ausgestellt werden bis mindestens 14 Tage nach Abgabe des vom Grenzinspektor ausgestellten und von der Zollstation gestempelten Passirscheines (§15 unserer Verordnung vom 3. Oktober 1873).

193 3. Uebertretungen dieser Vorschrift werden mit einer Buße von Fr. 100--500 bestraft.

Die Kantonsregierungen wurden mit Kreisschreiben vom 24. Dezember eingeladen, dafür zu sorgen, daß obiger Beschluß genau vollzogen werde.

Während des Berichtjahres haben jedoch diese Maßnahmen nicht zu dem erwünschten Ziele geführt, indem Frankreich diese .Sperre aufrecht erhielt.

Was schließlich die Untersuchungen über die Umgehungen des von Frankreich im Oktober 1877 gegen Deutschland verhängten Vieheinfuhrverbotes anbetrifft, so wurde nicht unterlassen, wiederholt bei den betreffenden Kantonsregierungen auf Abschluß derselben zu dringen. Es waren gegen Ende des Jahres allerdings nur noch die Urtheile aus den Kantonen Zürich und Thurgau ausstehend ; allein gerade von Viehhändlern aus diesen Kantonen waren die meisten, wenn nicht alle Umgehungen, bewerkstelligt worden.

Der Umstand, daß sich schon in der Voruntersuchung vielfach Verwiklungen herausgestellt und die Bestraften Appellation ergriffen hatten, verzögerte den Abschluß ungemein. Zu Anfang des laufenden Jahres erst ging der bei weitem größte Theil der Untersuchungsakten ein. Ueber deren Verwendung können wir Ihnen jedoch J v <erst im Bericht über das Jahr 1879 nähere Mittheilungen machen.

o

10. Jagd und Yogelschuz.

Betreffend zunächst die nach Art. 24 des Bundesgesezes über die Jagd und den Vogelschuz vom 17. September 1875 und Art. l ·unserer Vollziehungsverardnung vom 12. April 1876 zu erlassenden kantonalen Jagdgeseze oder bezüglichen Verordnungen und Kundmachungen, so sind dieselben nunmehr sämmtlich von uns genehmigt.

Wie im vorhergehenden Berichtjahre, so liefen auch noch in ·diesem bei uns Klagen darüber ein, daß besonders in der südlichen Schweiz das massenhafte Wegfangen nüzlicher Vögel immer noch in ausgiebigster Weise betrieben und dadurch Art. 17 des BundesO o gesezes auf das Flagranteste übertreten werde. Wir luden deshalb die betreffenden kantonalen Behörden ein, diesem anderswo, wo die bundesgesezlichen Vorschriften streng beobachtet werden, Aergerniß erregenden Zustande ein Ende zu machen und dem Bundesgeseze endlich dauernde Nachachtung zu verschaffen. In der That sind denn auch seitdem keine weiteren direkten Reklamationen dem Departement zugekommen.

Bundesblatt. 31. Jahrg. Bd. II.

13

194

In gesezgeberischer Hinsicht hat zunächst Ihr Postulat vom 14. März 1877 seine Erledigung gefunden: Nachdem das Departement, wie im vorjährigen Berichte gemeldet, von uns mit der Ausarbeitung einer Gesezesvorlage, betreffend die Betheiligung des Bundes an den Kosten der Kantone für Ueberwachung der Bannbezirke für die Hochwildjagd, beauftragt worden war, ist der uns von demselben diesfalls vorgelegte Entwurf von Ihnen unter dem 28. Juni zum Beschlüsse erhoben worden.

Laut Art. 2 dieses Beschlusses ist der Bündesrath beauftragt, durch besondere Verordnung die Bedingungen festzusezen, unter denen die Kantone einen Bundesbeitrag an die Kosten der Wildhut beanspruchen können.

Ein von Herrn Ständerath Hold in Chur redigirter und sodann von der eidg. Jagdexpertenkommission durchberathener Entwurf zu einer sadibezüglichen Verordnung liegt uns gegenwärtig zur Prüfung, beziehungsweise Genehmigung vor.

Da der Bundesbeschluß vom 28. Juni erst nach Ablauf der gesezlichen Referendumsfrist, d. h. mit dem 4. Oktober, in Kraft treten konnte, ist mit Riiksicht auf die Bestimmung des Art. 2 der durch Art. l dem Bundesrathe für das Jahr 1878 angewiesene Kredit von Fr. 10,000 nicht nachgesucht worden. Dagegen wurde in den Voranschlag für das Jahr 1879 zu gleichem Zwecke eine Summe von Fr. 15,000 aufgenommen. Einige noch im Berichtjahre an uns gerichtete Gesuche um Verabreichung des betreffenden Bundesbeitrages für das Jahr 1878 mußten daher zu Anfang des laufenden Jahres abgewiesen werden, in Anbetracht, daß dem Bundesbeschluß vom 28. Juni rükwirkende Kraft nicht beigemessen werden kann.

Einen weiteren Gegenstand unserer Aufmerksamkeit in legislatorischer Hinsicht bildete die Erledigung der Frage einer wirksamen Kontrolirung des vom Auslande eingeführten Wildpretes.

Die mancherlei Anstände, welche der Verkauf von ausländischem Wildpret während der geschlossenen Jagdzeit zur Folge hatte, ließen es schon seit längerer Zeit nothwendig erscheinen, denselben, sowie die Einfuhr durch eine besondere Verordnung zu regeln.

Auf die erste, von Freiburg ausgegangene diesbezügliche Anregung hin hatte das Departement schon im vergangenen Jahre die einleitenden Schritte gethan und die Ausarbeitung eines Entwurfes zu einer Verordnung, betreffend Einfuhr und Verkauf von ausländischem Wildpret während der geschlossenen Jagdzeit, veranlaßt.

195 In der Folge wurde jedoch dieser ursprüngliche Entwurf mehrfach umgearbeitet, und liegt uns nun derselbe in einer von der früheren wesentlich abweichenden Form zur Prüfung und Genehmigung vor.

Wie im leztjährigen Berichte, so werden auch hier Beschlüsse des Bundesrathes, sowie Verfügungen des Departementes, welche nur vorübergehende und lokale Bedeutung hatten, wie zum Beispiel die Ertheilung von Bewilligungen zur Jagd während der geschlossenen Zeit oder zu wissenschaftlichen Zweiten u. s. w., übergangen.

Dagegen sind folgende snchbezügliche Beschlüsse wegen ihrer allgemeinen oder prinzipiellen Bedeutung hier noch besonders zu erwähnen: Anläßlich des Entscheides einer aus dem Kanton Tessiti an uns gerichteten Beschwerde haben wir, mit Schlußnahme vom 20. Juli, dem Art. 16 (und den dazu gehörigen Paragraphen) der kantonalen Vollziehungsverordnung von Tessin vom 28. Juli 1876, soweit damit der Staatsrath als Kassationshof für die von den Friedensrichtern verhängten Strafen für Uebertretungen in Jagdsachen aufgestellt wird, auf 31. Dezember unsere Genehmigung entzogen und zugleich die kantonale Regierung eingeladen, bei dem dortigen Großen Rathe bis Ende des Jahres den Erlaß eines besonderen Gesezes zu erwirken, durch welches die Berufung auf Kassation der friedensrichterlichen Urtheile über Jagdfrevel au das Obergericht gewiesen werde.

Der von der Regierung von Tessin, in Beantwortung dieses Bescheides, in Aussicht gestellte Rekurs an die Bundesversammlung ist während Ihrer lezten Dezembersession nicht erfolgt, und fällt nun die Erledigung dieser hinsichtlich der Durchführung des Grundsatzes der Trennung der Gewalten wichtigen Frage in das laufende Jahr.

Eine zweite aus demselben Kanton an uns gerichtete Beschwerde, worin der vom Sttiatsrathe wegen Verlegung des Bundesgesezes über die Jagd und den Vogelschuz vom 17. September 1875 verurtheilte Beschwerdeführer in faktischer Hinsicht geltend machte, er habe gar nicht auf schweizerischem, sondern auf italienischem Gebiete gejagt, das erwähnte Buudesgesez sei also in diesem Falle gar nicht auf ihn anwendbar gewesen, wurde von uns dahin beschieden, daß die Frage, ob Rekurrent auf schweizerischein Gebiete gejagt oder nicht, als eine rein von der kompetenten richterlichen Behörde zu oruirende Thatfrage anzusehen sei, gegen deren Entscheid eine Beschwerde über die Anwendung des Bimdessresezes

196

im Sinne von Art. 59, Ziff. 8 des Bundesgesezes über die Organisation der Bundesrechtspflege, vom 27. Juni 1874, nicht zulässig erscheine.

Eine dritte Streitfrage endlich, welche, obwohl ursprünglich nur von lokaler Bedeutung, wegen der eingehenden Behandlung, die ihr zu Theil geworden, der Erwähnung werth erscheint, betrifft die Beschwerde des Jagdvereins von Burgdorf wider Art. 6 der bernischen Vollziehungsverordnung zum Bundesgeseze über die Jagd und den Vogelschuz, durch welchen Artikel dem Grundeigenthümer unter gewissen Beschränkungen das Recht eingeräumt wird, Gewild, welches seinen Gütern Schaden zufügt, zu erlegen und zu behändigen.

Nachdem wir die Beschwerde, in Erwägung, daß Art. 6 der bernischen Vollziehungsverordnung mit Art. 4 des Bundesgesezes nicht, wie behauptet, im Widerspruch stehe, und daß ferner, nach Analogie von Art. 17, lezter Absaz, zu schließen, der Gesezgeber das durch Art. 6 der kantonalen Vollziehungsverordnung dem Grundeigenthümer zuerkannte Recht nicht habe beseitigen wollen, abgewiesen hatten, ist dieselbe schließlich auch von Ihnen nach längerer Berathung als unbegründet erklärt und abgewiesen worden.

Ein auf den Antrag des Departementes Ihnen zum Beschlüsse vorgelegtes Dispositiv, dahin gehend, der Bundesrath sei einzuladen, auf dem Verordnungswege die Bedingungen festzustellen, unter denen ein Grundbesizer berechtigt sein solle, auf seinem eigenen Grund und Boden Wild, das ihm Schaden zugefügt, zu erlegeu, ist, von dem Ständerathe zuerst angenommen und unter dem 14. Dezember an den Nationalrath gewiesen, schließlich von beiden Käthen abgelehnt worden.

Ueber die Angelegenheit des i n t e r n a t i o n a l e n V o g e l s c h u z e s siehe Art. IV, 2, hienach.

11. Fischerei.

Betreffend zunächst die nach Art. 17 des Bundesgesezes über die Fischerei vom 18. September 1875, sowie nach Art. l unserer VollziehungsVerordnung zu demselben vom 18. Mai 1877 zu erlassenden, beziehungsweise zu revidirenden kantonalen Geseze und Verordnungen, so haben wir dieselben nunmehr größtentheils, wenn auch einige noch mit Vorbehalt oder nur provisorisch, genehmigt.

Mit Rüksicht auf die noch nicht zum Abschluß gekommenen internationalen Uebereinkünfte mit Frankreich und Italien haben zwei an diese Staaten angrenzende Kantone von dem Erlasse einer besonderen Vollziehungsverordnung zwar noch Umgang genommen,

197

die bundesgesezlichen Vorschriften über die Fischerei jedoch in üblicher Weise publizirt.

Gleich zu Anfang des Berichtjahres beschäftigte das Departement die Prüfung eines aus dem bernischen Jura an uns gerichteten Begnadigungsgesuches, womit die Gesuchsteller um Nachlaß einer gegen sie wegen Uebertretung des Bundesgesezes vom 18. September 1875 verhängten Gefängnißstrafe einkamen. Da die Erledigung nicht in unserer Befugniß lag, wiesen wir die Petenten mit ihrer Eingabe an die Bundesversammlung; zugleich aber luden wir das eidg. Justiz- und Polizeidepartement ein, die Frage in Erwägung zu ziehen, ob nicht ein Bundesgesez im Sinne der Begrenzung des Rechts zur Einreichung von Begnadigungsgesuchen zu erlassen sei.

Mit Beschluß vom 17. Februar haben Sie es denn auch abgelehnt, in solchen, Polizeiurtheile betreffenden Fällen einen Entscheid zu fassen.

Die Prüfung einer an uns gerichteten Beschwerde gegen ein kantonalesPolizeiurtheil gab uns ferner Veranlassung, den Beschwerdeführer darauf aufmerksam zu machen, daß. die Vollziehung der Strafbestimmungen des Bundesgesezes über die Fischerei vom 18. September 1875, gemäß Art. 14 desselben, ohne alle Einschränkung den Gerichts- oder Polizeibehörden der Kantone übertragen worden, die Weiterziehung eines Straferlasses an irgend eine Bundesbehörde daher nicht zulässig sei.

Die im vorjährigen Berichte erwähnten Einsprachen gegen die Anwendung der Buudesgeseze über die Fischerei auf privatrechtliche Fischereigerechtsame haben wir unter dem 8. März als unbegründet abgewiesen und hievon den Reklamanten unter einläßlicher Begründung unseres Beschlusses Kenntniß gegeben.

Durch Vermittlung der Regierung von Thurgau hatte sich die Bürgergemeinde Dießenhofen bei dem Departemente beschwert, daß das großherzoglich badische Bezirksamt Konstanz Fischerkarten für Betreibung der Fischerei mit der Angel innerhalb des Gebietes der der Reklamantin ausschließlich zustehenden Fischereigerechtsame im Rhein ausstelle. Dem Wunsche der kantonalen Regierung gemäß wurde diese Beschwerde an der am 24. April in Konstanz (siehe IV. 2: internationale Uebereinkünfte) abgehaltenen Konferenz des bundesräthlichen mit dem großherzoglich badischen Bevollmächtigten zur Sprache gebracht, wobei sich ergab, daß die großherzogliehe Amtsstelle, in der Meinung, die Bewerber seien zu dieser Fischerei berechtigt, allerdings jene Fischerkarten ausgestellt hatte, ohne jedoch durch Verabfolgung derselben eine Anerkennung dieser Berechtigung haben aussprechen zu wollen.

198

Im Anschluß an den von der Konferenz diesfalls angenommenen Standpunkt ließen wir die Bürgergemeiude Diessenhofen dahin verständigen, daß es ihr anheim gestellt werden müsse, gegen die nach ihrer Auffassung seitens des Bezirksamtes Konstanz ihr zugefügte Verlezung erworbener Rechte den Schuz der badischen Gerichte anzurufen.

Mit Rüksicht auf eiue Verfügung des Staatsrathes von Freiburg, wonach derselbe, auf Grundlage von Art. 5, alinea 5 des Bundesgesczes, von der Société générale des eaux et forêts in Freiburg die HerstellungO einer das Aufwärtsschwimmen der Fische ermöglichenden Vorrichtung in ihren Wasserwerken i u der Sarine, verlangte, ersuchte die genannte Gesellschaft das Departement um Interpretation der zitirten buudesgesezlichen Vorschrift.

Im Anschluß an das noch zu Ende des Berichtjahres abgegebene ausführliche Gutachten seines Experten für Fischerei hat das Departement dieses Gesuch zu Anfang laufenden Jahres dahin entschieden, daß keine Gründe vorhanden seien, welche es rechtfertigen würden, vom Standpunkt der dem Bundesrath zustehenden Oberaufsicht über die Vollziehung des Bundesgesezes vom 18. September 1875 die Ausführung der in Rede stehenden Schlußnah in e des Staatsrathes von Preiburg zu sistiren: daß sich jedoch das Departement vorbehalte, ein definitiv aufgegebenes Ausführungsprojekt im Falle einer neuen Einsprache zu prüfen.

Der anläßlich dieses lezteren Theiles des Bescheides erhobene Kompetenzstreit fällt in das laufende Jahr.

Zahlreich endlich waren die theils an uns, theils an das Departement gerichteten Beschwerden und Anfragen blo lokaler Natur, betreffend die Anwendung dieser oder jener Vorschrift des Bundesgesezes So wurden Bescheide ertheilt auf Gesuche um Gestattung des Fischfanges während der Schonzeit oder zur künstlichen Zucht (Art. 9 und 10 des Bundesgesezes), auf Beschwerden betreffend Anwendung von Schießwaffen oder sonst durch Art. 5 verbotenen Mitteln zum Fischfang, mangelhafte Kontrolirung der im Gebrauch befindlichen Fanggeräthe und andere Bestimmungen des Bundesgesezes oder der Vollziehungsverordnung mehr.

"" Zum Zweke der Erfüllung von Alinea 2 des Art. 12 der bundesräthlichen Vollziehungsverordnung vom 18. Mai 1877 hatte, wie in dem leztjährigen Berichte gemeldet, das Departement mit der Finanzdirektion des Kantons Zürich ein Abkommen getroffen, durch welches die leztere sich verpflichtete, für die nun verflossene Campagne gegen eine feste Entschädigung von Fr. 1000 mindestens 250,000 Sälmlinge in den Rhein oder seine Zuflüsse zu sezen.

199 Nachdem die genannte Behörde jener Verpflichtung nicht nur nachgekommen, sondern noch bedeutend darüber hinausgegangen ist, indem statt 250,000 ungefähr 730,000 junge Salme in Rhein und Glatt gesezt wurden, soll die vorstehend erwähnte Uebereinkuuft mit der Finanzdirektion von Zürich für das Jahr 1878/1879 erneuert werden.

Es sei hier noch erwähnt, daß der an die diesfälligen Leistungen der Schweiz geknüpfte Vorbehalt des Übereinstimmenden Vorgehens der zwei übrigen Konventionsstaaten als erfüllt zu betrachten ist, indem von Seite der Reichslande 459,000 und von Seite des Großherzogthums Baden 300,000 junge Sälmlinge dem Rhein oder seinen Zuflüssen übergeben worden sind.

Mit Rüksicht auf Art. 12, Alinea l der Vollziehungsverordnung vom 18. Mai 1877 hatte schon im vergangeneu Jahre das Finanzdepartement des Kantons Waadt über die im dortigen Kanton befindlichen Fischzuchtanstalten Bericht erstattet und sein Gutachten darüber beigefügt, in wie fern dieselben auf Unterstüzung durch die Bundeskasse Ansprüche zu erheben im Falle seien.

Zu diesen Anmeldungen trat im Berichtjahre noch die der Regierung von Schaffhausen für die dortige kantonale Fischzuchtanstalt. Es konnten jedoch diese Gesuche Berüksichtiguug noch nicht finden, da für das Jahr 1878 ein Kreditbegehren im Sinne des Art. 13, Alinea l, des Bundesgesezes über die Fischerei bei der Bundesversammlung nicht eingebracht worden war, vielmehr zunächst einige bezügliche Erfahrungen hinsichtlich des Resultates der künstlichen Fischzucht gemacht werden sollten.

Die Erledigung dieser Gesuche fällt demnach in das laufende Jahr.

Zu den vom Departemente mit Kreisschreiben vom 8. November 1877 kundgegebenen Ernennungen von Agenten im Sinne des Art. 8 der Vollziehungsverordnung vom 18. Mai 1877 sind in dem Beriehtjahre zwei neue getreten, während einer der früher bestellten Agenten wegen Pflichtversäuniniß entlassen werden mußte.

Eine Anfrage der Regierung des Kantons Bern, ob aus dem laut Art. 13 des Bundesgesezes vom 18. September 1875 zur Ueberwachung der Vollziehung dieses Gesezes dem Departemente anzuweisenden Kredit den Kantonen Beiträge geleistet werden an die Kosten der durch die Agenten ausgeübten Aufsicht der richtigen O o o Ablieferung und Verwendung der den Fischen entnommenen Fortpflanzungselemente, wurde vom Departement dahin beantwortet, daß eine Verabreichung von Entschädigungen an die Agenten zwar

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durch die zitirte Gesezesbestimmung sich rechtfertigen ließe, daß aber von einer solchen nicht wohl die Rede sein köune, so lange den durch Gesez und Vollziehungsverordnung ausdrüklich als berechtigt anerkannten Ansprüchen auf Bundesbeiträge Seitens zwekmäßig eingerichteter Fischzuchtanstalten keine Genüge geschehen sei.

Hinsichtlich der gemäß Art. 8 der Vollziehungsverordnung vom 18. Mai 1877 nach Vorschrift des Departementes anzufertigenden Stempel hatte dasselbe entschieden, daß dieselben von keinem Kanton entbehrt werden können, da sie nicht nur zur Kontrolirung der während der verbotenen Zeit auf spezielle Bewilligung hin gefangenen Fische, sondern auch zum Zweke der in allen Kantonen vorzunehmenden Kontrolirung der Fanggeräthe zur Anwendung kommen müssen. Einem Kantone jedoch, der die Anwendung von Nezen jeder Art bei dem dort allein vorkommenden Fischfang auf Forellen verbietet, konnte gestattet werden, von der Anschaffung: der Plombirzange Umgang zu nehmen.

Endlich sei hier noch der nach Art. 15 des Bundesgesezcs von Seite der Kantonsregierungen dem Departemente erstatteten Berichte Erwähnung gethan. Dabei ist jedoch zu bemerken, daß diese Vernehmlassungen der Kantone zum großen Theil nicht als Berichterstattungen im eigentlichen Sinne über die Vollziehung des.

eidg. Fischereigesezes sich darstellen, indem bald unter Hinweisung auf in Berathung befindliche kantonale Gesezentwürfe ein späterer Bericht in Aussicht gestellt, bald von einem solchen wegen mangelnden Materials überhaupt abgesehen und einfach der gehörigen Publikation der sachbezüglichen bundesgesezlichen und kantonalen Vorschriften Erwähnung gethan wird.

Nichtsdestoweniger enthalten einige derselben nicht unwichtige Mittheilungen über die Anwendung der bundesgesezlichen Vorschriften. Von besonderer Bedeutung ist ein sehr ausführliches Gutachten des Sanitätsdepartementes des Kantons Baseistadt, betreffend die Ableitungen giftiger Stoffe in Fischwasser, sowohl in Bezug auf das Maß ihrer Schädlichkeit als deren rechtlicher Befugniß.

12. Massregeln gegen Verbreitung der Reblaus.

In Vollziehung des Artikel 2 Ihres Beschlusses vom 21. Februar 1878 (A. Sammlung n. F. III S. 337) haben wir ein Vollziehungsreglement, betreffend Vorkehrungen gegen die Reblaus, erlassen (A. Sammlung n. F. III S. 433), welches mit Ihrem vorerwähnten Beschlüsse die gegenwärtig bestehenden Vorschriften

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über den Gegenstand enthält. · In die im Art. l jener Vollziehungsverordnung vorgesehene Expertenkommission wurden gewählt: die Herren Dr. Victor Fatio in Genf, Vicepräsident, I. Dernole-Ador in Veytaux, Prof. Dr. A. Krämer in Zürich.

Angesichts der immer drohenderen Verbreitung, welche die Reblaus in verschiedenen Ländern gewinnt, und unter Bezugnahme auf die Bestimmungen der zitirten VolIziehungsVerordnung wurden die Kantonsregierungen mittelst Cirkulars' auf das unmittelbare Bedürfniß einer gewissenhaften und thatsächlichen Ueberwachung der Rebberge gelenkt. Die auf jenes Cirkular von den Kantonsregierungen ertheilten Antworten sind in dem sub V, I, B. erwähnten Geschäftsberichte enthalten.

13. Auswanderung.

Es ist schon häufig durch Publikationen in öffentlichen Blättern davor gewarnt worden, ohne Subsistenzmittel, die für einige Zeit ausreichen, oder sichere Aussicht auf Arbeit nach überseeischen Ländern auszuwandern. Dessen ungeachtet gibt es immer Solche, die aufs Gerathewohl in unbekannter Form ihr Glük versuchen.

Die schweizerischen Konsulate und die Bundesbehörden sind deßhalb fortwährend von getäuschten und unglüklichen Auswanderern in Anspruch genommen. In einem Berichte, in welchem die traurigen Folgen unbesonnener Auswanderungen eingehende Beachtung finden, stellt ein schweizerisches Konsulat die Einfrage, ob in Notfällen die schweizerischen Auswanderer nicht auf die Unterstüzung Seitens ihrer Heimatgemeinde Anspruch zu machen berechtigt seien, sowie, ob das Konsulat nicht ermächtigt werden könnte, solche Arme auf Kosten des Bundes nach der Heimat zu spediren.

Der Bund könne sich die Kosten von den betreffenden Gemeinden restituiren lassen. Wir antworteten, daß wir hiezu nicht Hand bieten können, vielmehr unsere Verfügungen für den einzelnen Fall vorbehalten müssen.

Von verschiedenen Seiten sind Offerten für schweizerische Ansiedelungen eingegangen.

Einem schweizerischen Konsulate, welches ein Ansiedlungsunternehmen in Mexico zu vermitteln suchte, wurde geantwortet, daß der Bund nicht in der Lage sei, sich mit dieser Ansiedelung zu beschäftigen. Die Auswanderung stehe allerdings unter dem Schuze des Bundes und zwar insoweit, als diesem in Artikel 34 der Verfassung die Aufsicht und Gesezgebuug über den Geschäftskreis der Auswanderungsagenturen übertragen sei. Das schließe aber die Vermittelung von Ansiedelungen nicht in sich.

202 Ein ähnlicher Bescheid wurde auf eine Offerte, betreffend eine Ansiedelung im Kaukasus, ertheilt. Ueber die vor Ihr Forum gelangte Frage der Gründung einer schweizerischen Kolonie in Nordkarolina sind Sie zur Tagesordnung geschritten.

Die Kanadische Gesandtschaft in London stellte im Auftrage ihrer Regierung bei uns das Ansuchen, durch einen Abgeordneten von den Verhältnissen in Kanada Einsicht zu nehmen. Zur Dekung der da herigen Kosten offerirte die Kanadische Regierung § 1,500. Wir beschränkten uns vorläufig darauf, die Einladung zu verdanken.

Häufig wurde beim Departement darüber Auskunft verlangt, welche Länder die günstigsten Verhältnisse für Auswanderer bieten.

Es wurde jeweilen auf die veröffentlichten Berichte der schweizerischen Konsulate verwiesen. Weiter zu gehen und über das Ziel der Auswanderung Rathschläge zu ertheilen, ist ebensowenig Sache der Bundesbehörde, als Ansiedelungen zu vermitteln.

Auf die Einfrage einer kantonalen Behörde, ob Publikationen!

mit welchen die Auswanderung nach Kanada empfohlen wird, zu lässig seien, wurde geantwortet, daß die Beurtheilung der Frage dem Ermessen der kantonalen Behörde anheimgestellt werde.

Betreffend den Entwurf eines B u n d e s g e s e z e s ü b e r d e n G e s c h ä f t s b e t r i e b d e r A u s w a u d e r u n g s a g e n t u r e n, iiehe Art. III, 3 hienach.

14. Versicherungswesen.

Wir haben Ihnen bereits in unserem Geschäftsberichte pro 1877 von dem zwischen der Regierung von Zürich und der schweizerischen Reutenanstalt waltenden Anstande betreffend die Genehmigung der Statuten dieser leztern, Kenntniß gegeben. Derselbe ist noch nicht beseitigt. Um eine Verständigung zwischen den genannten Parteien anzubahnen, haben wir dem Departement des Innern den Auftrag ertheilt, eine Konferenz zur Besprechung der im Streite liegenden Fragen anzuordnen. Eine von Versicherten gegen die Rentenanstalt deshalb geführte Beschwerde, weil diese den auf Renten und Aussteuern Versicherten Zins gewährte, den auf Todesfall Versicherten hingegen nicht,, wurde verschoben,t um vorerst o o das Ergebniß der in Aussicht genommenen Konferenz abzuwarten.

Veranlaßt durch eine Beschwerde von Versicherten aus den Kantonen Zürich, Bern, St. Gallen, Appenzell A. - R. und Graubünden, hat die Regierung von Zürich die Direktion der schweizerischen Rentenaustalt eingeladen, dafür zu sorgen, daß die Bilanz der schweizerischen Rentenaustalt pro 1876 in der Weise definitiv bereinigt werde, daß die Kurs habenden Papiere zum Kurswerthe

203 vom 31. Dezember 1876 in die Bilanz eingesezt und der sich ergebende Verlust in erster Linie durch die Kapitalreserve von Fr. 100,000, in zweiter Linie aus dem sogenannten Jahresgewinn gedek und der bleibende Rest des sogenannten Jahresgewinnes als wirklicher Jahresgewinn aufgeführt werde. Die richtig gestellte Bilanz sei in den Rechenschaftsbericht der schweizerischen Renteanstalt pro 1877 aufzunehmen. Gleichzeitig wurde die Direktion der schweizerischen Kreditanstalt von der Regierung eingeladen, dafür za sorgen, daß in der Bilanz pro 1877 und in Zukunft Kurs habende Papiere in die Bilanzen der schweizerischen Rentenanstalt zum Kurswerthe am Tage des Bilanzschlusses angenommen werden, und daß der sta tuten widrige Posten Kapitalreserve nicht mehr so der Bilanz erscheine.

Nachdem die Rentenanstalt gegen diese Schiußnahme die Intervention des Bundesrathes nachgesucht, haben wir das Gesuch der Regierung von Zürich zur Vernehmlassung übermittelt und dieselbe eingeladen, den Abschluß der Jahresrechnung nicht länger zu hindern und bis nach Austrag der Sache keine Verfügungen zu treffen welche die Verwaltung der Rentenanstalt hemmen würden.

Auch diese Angelegenheit hat im Berichtjahre ihre Erledigung' nicht gefunden. Die Regierung von Zürich erachtet die Bundesbehörde in Sachen nicht für kompetent, da die im Artikel 34 der BundesverfassungO in Aussicht genommene Gesezgebungnoch nicht O g O ins Leben getreten ist. Es ist richtig, daß die kantonalen Geseze fortbestehen, so lange ein Bundesgesez über das Versicherungswesen nicht erlassen ist. Aber nicht richtig ist, daß inzwischen das ira Artikel 34 der Bundesverfassung vorgesehene Aufsichtsrecht nicht ausgeübt werden darf. Das Wort Aufsicht im citirten Artikel hätte gar keine Bedeutung, wenn dieselbe so lange nicht ausgeübt werden dürfte, als ein Bundesgesez nicht aufgestellt ist.

Denn es versteht sich von selbst, daß mit einem solchen Geseze die Aufsicht über das Versicherungswesen verbunden ist.

Die Vorbereitung der Gesezgebung über den G e s c h ä f t s b e t r i e b von Pri va t u n ternehm ungen im G e b i e t e des V e r o

s i c h e r ung w e s e n s ist unten im Art. III, 4, berührt.

III. Gesezgeberische Vorarbeiten.

  1. Primarunterricht.

Durch Beschluß des National rathes vom 15. Juni 1875 wurde der Bundesrath eingeladen, über die zur Durchführung des Artikel 27 der Bundesverfassung, insbesondere soweit es die Volksschule betrifft, erforderlichen Maßregeln Bericht und Antrag zu bringen. In

204 Vollziehung dieses Auftrages legte das Departement uns einen einläßlichen Bericht vor, dessen Druklegung und Vertheilung wir anordneten, damit sowohl die Kantonsregierungen als die Bevölkerung ihre Ansichten und Wünsche kundgeben können, bevor die endgültigen Anträge vor die Bundesversammlung gelangen (25. Februar.)

Dieser Bericht wurde sämmtlichen Kantonsregierungen, dem schweizerischen Lehrerverein u. s. w. in einer Anzahl von Exemplaren mitgetheilt, mit dem Ersuchen, denselben einer Prüfung zu unterwerfen und sodann ihre allfälligen Bemerkungen darüber mitzutheilen (Kreisschreiben vom 27. Mai).

Das Ergebniß der bisher eingelaufenen Rükäußerungen von sieben Kantonen ist, abgesehen von Einzelbemerkungen zum Berieht, in der Hauptsache dieses, daß der Erlaß eines Bundesgezes über den Primarunterricht nicht für nöthig oder doch nicht für opportun, oder der Bund überhaupt nicht für kompetent zum Erlaß eines solchen Gesezes erachtet wird.

2. Schuz der Fabrikzeichen und Handelsmarken.

Nachdem, wie im leztjährigen Berichte gemeldet, die von dem Departemente in Vollziehung Ihrer Postulate vom 23. Dezember 1876 und 14. März 1877 ausgearbeitete Schrift, nebst Gesezeutwürfen, über -Gewerbliches Eisenthum"' den Kantonsreelerun°en, der 71 o O O ) Société intercantonale des industries du Jura, sowie dem schweizerischen Handels - und Industrieverein zur Prüfung Übermacht worden war, ist nunmehr der zweite Theil derselben, betreffend Fabrik- und Handelsmarken, von der Delegirtenversammlung des leztgenannten Vereins am 25. April in Basel, und ferner von dem Industrieverein der Stadt St. Gallen in Berathung gezogen und deren Ergebniß dem Departemente mitgetheilt worden.

Wir beabsichtigen, Ihnen in erster Linie und zwar nächstens diese Gesezesentwürfe und gleichzeitig auch denjenigen über die K o n t r o l i r u n g des Feingehaltes von Gold- und Silberw a a r e n vorzulegen. Von den Industriellen wird verlangt, daß diese beiden rechtzeitig ihre Erledigung finden, damit bei den Handelsverträgen auf sie Rüksicht genommen werden kann.

3« Geschäftsbetrieb der Auswanderungsagenturen.

Der Entwurf zu dem in Artikel 34 der Bundesverfassung vorgesehenen Bundesgeseze über das Auswanderungswesen ist so weit vorbereitet, daß wir hoffen, Ihnen denselben in nächster Zeit zur Berathung vorlegen zu können. Damit wird das Postulat vom 11. Juni 1877, womit der Bundesrath eingeladen worden ist, zu prüfen und zu begutachten, ob es angezeigt sei, von Bundes wegen

205 Vorkehrungen zum Schuze schweizerischer Auswanderer zu treffen, seine Erlediguag finden.

4. Versicherungswesen.

Wir haben Ihnen bis jezt einen Entwurf -zu einem Bundesgeseze über das Versicherungswesen noch nicht vorgelegt, weil wir als zwekmäßig erachten, in dieser schwierigen Materie zuerst Erfahrungen zu sammeln, um dieselben sodann bei der Gesezgebung verwerthen zu können. Indessen beabsichtigen wir, und zwar namentlich mit Rüksicht auf die waltenden Anstände (vide oben sub II, 14) und die Differenz in den Anschauungen, bald möglichst die Lösung der Aufgabe an Hand zu nehmen und Ihnen eia Gesezesprojekt zu unterbreiten.

5. Ankündigung und Verkauf von Geheimmitteln.

Die am 22. November 1877 abgehaltene Konferenz von Kantonsabgeordneten für Wiederaufnahme der Frage eines Konkordats z u r Regelung d e r A n k ü n d i g u n g u n d d e s V e r k a u f s von G e h e i m m i t t e i n hatte in ihrer großen Mehrheit das Ansuchen gestellt, diese Angelegenheit auf dem Wege der B un d e s g e s e z g e b u n g zu regeln. In Ausführung der Konferenz· beschlüsse bereitete eine vom Departement bezeichnete Kommission den Entwurf zu einem bezüglichen Bundesgeseze vor, welcher auch in einen Konkordatsentwurf umgeändert werden kann. Dieser Entwurf wurde sodann, von einem sachbezüglichen Berichte begleitet, nebst dem Kommissionsprotokoll den Kantonsregierungen mitgetheilt, wobei das Departement die Hauptfrage stellte: ob man das Verlangen der Mehrheit der Konferenz vom 22. November 1877, betreffend die Ordnung der Angelegenheit auf dem Wege des Bundesgesezgebung, unterstüzen wolle, oder ob man gegentheils es vorziehe, wenn der ursprünglich vorgeschlagene Weg eines Konkordats betreten würde. Bezüglich der Gründe, welche für den erstem Weg angeführt worden waren, sowie bezüglich der Kompetenzfrage bezog sich das Departement auf das Protokoll der mehrerwähnten Konferenz und auf den dem Gesezentwurf beigegebenen Bericht.

Zugleich wurden die Kantonsregierungen eingeladen, ihre sachbezüglichen Meinungen, sowie allfällige Bemerkungen über den Gesezentwurf möglichst bald mitzutheilen (Kreisschreiben vom 1. Juni).

Die Antworten gingen jedoch, ungeachtet Mahnungen, nur langsam ein, und die Sammlung derselben wurde erst zu Anfang des laufenden Jahres vollständig. Abgesehen von Einzelbemerkungen zum Gesezentwurf, ist das Ergebniß der Antworten folgendes: für

206 den Erlaß eines Bundesgesezes sprechen sich 17 Kantone aus (wovon jedoch zwei mit Bedenken); sieben ziehen ein Konkordat vor (davon zwei mit Bestreitung der Kompetenz des Bundes zum Erlaß eines Gesezes) ; ein Kanton will überhaupt nicht eintreten.

Das Departement wird fortfahren, dieser Angelegenheit seine Aufmerksamkeit zu widmen.

IV. Konkordate und internationale Uebereinkünfte; Ausstellungen und Kongresse.

  1. Konkordate.

Das M e d i z i n a l k o n k o r d a t vom 22. Juli / 2. August 1867 hat nach der Absicht seiner Begründer nie etwas Anderes sein sollen, als ein Uebergangsstadiurn zwischen der kantonalen Alleinherrschaft in Sachen der Prüfung und Patentirung der Medizinalpersonen und einer Regelung dieses Geschäftes von Bundes wegen Diese Regelung durch Art. 33 der BundesverfassungO vorO o O' bereitet, erfolgte durch das Bundesgese vom 19. Dezember 1877 über Freizügigkeit des Medizinalpersonals in der schweizerischen Eidgenossenschaft und wurde durch unsern Beschluß vorn 5. April und das provisorische Prüflingsreglement vom 17. Mai näher präzisirt (siehe oben unter II, 4); auch wurden die eidgenössischen Prüfungsbehörden nach Maßgabe dieser Vorschriften ernannt und traten in Thätigkeit (siehe ebendaselbst). Unter diesen Umständen war das Fortbestehen des Medizinalkonkordats und seiner besondern Prüfungsbehörden (leitender Ausschuß und Prüfungskommissionen) von keinem Nuzen mehr. Der leitende Ausschuß reichte daher dem Departement zu Händen seiner Auftraggeber einen Schlußbericht vom 1. Juni über seine Verrichtungen vom 1. Januar bis 14. April 1878 mit dem Antrag ein, das Konkordat auf dem Wege Rechtens als dahingefallen zu erklären und die Mitglieder der Konkordatsbehörden ihrer daherigen Obliegenheiten zu cutheben. Das Departement ließ diesen Bericht druken und theilte denselben durch Kreisschreiben vom 12. Juli den Regierungen der Medizinalkonkordats-Kantone unter Kenntnißgabe der Sachlage mit, indem es sich in Bezug auf den angeführten Antrag selbst darauf beschränkte, auf den Art. 2 der Uebergangsbestimmungen der Bundesverfassung zu verweisen , wonach das Medizinalkonkordat mit dem Inkrafttreten des Bundesgesezes, betreffend die Freizügigkeit des Medizinalpersonals, thatsächlich als dahingefallen zu betrachten ist. Damit erklärten sich diejenigen Kantonsregierungen welche dieses Kreisschreiben beantworteten, einverstanden.

207 Die Vorarbeiten zu dem von der interkantonalen Konferenz vom 14. September 1875 in Aussicht genommenen K o n k o r d a t e f ü r G r und u n g e i n e r i n t e r k a n t o n a l e n R e t t u n g s a n s t a 11 f ü r j u n g e V e r b r e c h e r , nämlich eine Statistik solcher Verbrecher, ein Referat und ein Konkordatsprojekt des Berichterstatters der vom Departement zufolge Konferenzbeschlusses .niedergesezten Kommission und ein Gutachten desschweizerischen Vereins für Straf- und Gefängnißwesen, wurden vom Departement sämmtlichen Kantonsregierungen mit der Einladung Übermacht, baldmöglichst ihre Bemerkungen über das Konkordatsprojekt mitzutheilen, damit besagte Kommission einberufen werden könne, um von diesen Bemerkungen Kenntniß zu nehmenund ihre Vorschläge im Hinblik auf eine neue interkantonale KonO ferenz zu formuliren (Kreisschreiben vom 13. Mai).

Der Inhalt der eingegangenen Antworten ist nicht sonderlich befriedigend, indem nur 10 Kantonsregierungen (wovon drei mit Vorbehalten) in die Sache eintreten wollen, vier dagegen zweifelhaften Bescheid geben und 10 geradezu ihre Nichtbetheiligung an weiteren Konferenzverhandlungen, beziehungsweise am projektirten Konkordat erklären. Diese Angelegenheit geht nunmehr, in Gemäßheit der neuen Organisation des Bundesrathes, auf das Justizund Polizeidepartement über.

Die vorjährige Wiederaufnahme der Frage eines K o n k o r d a t e s ü b e r A n k ü n d i g u n g und Ve r k auf von Geh ei m m i t tel n hat im Berichtjahr auf den Weg der Bundesgesezgebung über diesen Gegenstand hingeführt. Siehe hievor III, 5.

Die Prüfung der kantonalen Vollziehungsverordnungen zu den bundesgesezlichen Vorschriften über die Fischerei hat dem Departemonte Veranlassung gegeben, mit Kreisschreiben vom 12. August die Regierungen der Uferkantone des Vierwaldstättersee's und mit Kreisschreiben vom 13. August diejenigen der Uferkantone des Zürichsees darauf aufmerksam zu machen, daß eine wirksame, die Vermehrung des Fischbestandes nachhaltig fördernde F i s c h e r p o l i z e i n u r a u f d e m Wege e i n h e i t l i c h e r u n d g e m e i n s a m e r D u r c h f ü h r u n g derselben erreichbar sein dürfte, wie dies von den Kantonen Freiburg, Waadt und Neuenburg durch die Konkordate vom 29. April 1876 und 23. November 1876 über die Fischerei im Neuenburger- und Murtensee (A. S. n. F. II, 533 und III, 3) mit bestem Erfolge geschehen, und wie es seither durch die Bestimmung des Art. 11, Alinea 2, der bundesräthlichen Vollziehungsverordnung vom 18. Mai 1877 den Uferkantonen aller interkantonalen Seen dringend empfohlen worden sei.

208 Zugleich hat das Departement den genannten Kantonsregierungen "gegenüber sich bereit erklärt, eine bezügliche Konferenz zu veranstalten und deren Leitung zu übernehmen, ein Vorgehen, mit welchem sich dieselben einverstanden erklärten.

2. Internationale Uebereiukünfte.

Betreffend die Vollziehung der Ue b e r e i nkü n f te mit a u s wärtigen Staaten über literarisches, künstlerische u n d g e w e r b l i c h e s Ei g en t h u m ist Folgendes zu berichten.

Infolge der bezüglichen Uebereinkunft mit Frankreich vom 30. Juni 1864 wurden eingeschrieben: A. Literarische Werke (bei der schweizerischen Gesandtschaft in Paris") 314; B. Künstlerische Werke- (bei der schweizerischen Gesandtschaft in Paris) 577 ; C. Fabrik- und Handelszeichen (beim Departement) 20 -- zusammen 911.

Die Uebereinkünfte mit Belgien vom 25. April 1867, mit Italien vom 22. Juli 1868 und mit Norddeutschland vom 13. Mai 1869 hatten Eintragungen zur Folge: die erste 50 beim schweizerischen Konsulate in Brüssel, die zweite 198 bei der schweizerischen Gesandtschaft in Rom und 2 bei dem Departemente, die dritte 39 bei dem Departemente.

Auch in dem Berichtjahre haben die mit Baden, Bayern, Württemberg und Hessen abgeschlossenen Literarkonventionen keine, dagegen der schweizerisch-deutsche Handelsvertrag sechs Eintragungen zur Folge gehabt.

Unter dem 13. Dezember 1877 hat der Ständerath und unter dem 6. Februar sodann der Nationalrath beschlossen, auf den von uns mit Botschaft vom 2. Oktober 1877 Ihnen unterbreiteten Beschlußentwurf, betreffend Genehmigung der zwischen dem Departemente und der großbritannischen Gesandtschaft vereinbarten und am 25. Juli 1877 ausgewechselten Erklärung zwischen der Schweiz und Großbritannien zum Zweke des gegenseitigen Schuzes der Fabrik- und Handelsmarken, zur Zeit nicht einzutreten. Der britischen Gesandtschaft in Bern wurde hievon mit dem Bemerken Kenntniß gegeben, daß die Frage der bundesgesezlichen Regelung des Marken- und Zeichnungenschuzes in Behandlung sei und auf die Vereinbarung später zurükgekommen werden könne.

Mit Rüksicht auf die damals noch bevorstehenden Unterhandlungen mit Italien, betreffend Erneuerung, beziehungsweise Revision der Verträge vom 22. Juli 1868, haben wir das Departement unterm

209 8. März eingeladen, soweit es den Vertrag über das l i t e r a r i s c h e u n d k ü n s t l e r i s c h e E i g e n t h u m betrifft, über allfällig in Vorschlag zu bringende Abänderungen an demselben Bericht und Antrag zu unterbreiten. Nachdem die Vollziehung des Vertrages während der zehn Jahre seines Bestehens keine Anstände oder Schwierigkeiten ergeben, hat das Departement von einem Antrag für irgendwelche Abänderung Umgang genommen. Ebenso in Bezug auf Fabrik- und Handelsmarken.

Hinsichtlich des französisch - schweizerischen Handelsvertrages ist man bei Anlaß der Kündigung desselben übereingekommen, gewisse Punkte der Uebereinkunft, betreffend Schuz des literarischen, künstlerischen und gewerblichen Eigenthums, bei den seiner Zeit zu eröffnenden Unterhandlungen für einen neuen Handelsvertrag ebenfalls in Berathung zu ziehen.

Mehrfach hat sich das Departement veranlaßt gesehen, in Erwiderung an dasselbe gerichteter Anfragen, betreffend Schuz des literarischen und künstlerischen Eigenthums in der Schweiz, auf das zu diesem Zweke zwischen einer Anzahl Kautone abgeschlossene Konkordat vom 3. Dezember 1856 zu verweisen Nach einem Berichte des Hrn. Dr. Ad. Hirsch in Neuenburg, Mitglied des infolge des i n t e r n a t i o n a l e n M e t e r v ert r a g e s v o m 20. M a i 1 8 7 5 niedergesezten internationalen Ausschusses für Maß und Gewicht in Paris, wird der leztere nunmehr in kurzer Zeit seine volle wissenschaftliche Thätigkeit entfalten können.

Die im Parke von St. Cloud erachteten Gebäulichkeiten für das internationale Maß- und Gewichtsamt sind vollendet und von dem Ausschuß in Besiz genommen worden, welcher zum Direktor desselben, da Hr. Dr. Hirsch ablehnte, Hrn. Dr. Borch aus Christiania, frühern norwegischen Minister, ernannt hat.

' Da die neuen metrischen Urmaße, deren Anfertigung der französischen Abtheilung übertragen worden war, immer noch nicht bereit waren, hat sich der Ausschuß veranlaßt gesehen, von sich aus zwei Prototype (für Meter und Kilogramm) verfertigen zu lassen, welche es ermöglichen werden , die gegenwärtig in Gebrauch befindlichen , dem internationalen Maß- und Gewichtsamte einzusendenden Meterstäbe der verschiedenen Länder unter einander zu vergleichen.

Uebrigens dürfte die französische Regierung nicht mehr lange zögern, die nun schon einige Jahre sich hinziehende Frage der Herstellung der Urmaße einer definitiven Lösung zuzuführen, will Bnndesblatt. 31. Jahrg. Bd. II.

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sie nicht einer durch den Vertrag von 1875 gegenüber den andern Vertragsstaaten eingegangenen Verpflichtung untreu werden.

Endlich ist noch zu bemerken, daß der Senat der Vereinigten Staaten von Nordamerika den Metervertrag ratifizirt hat.

Die zu Anfang des Berichtjahres wieder aufgenommenen V e r t r a g s u n t e r h a n d l u n g e n , betreffend die F i s c h e r e i in den f r a n z ö s i s c h e n G r e n z g e w ä s s e r n , führten im Laufe desselben zur Vereinbarung eines Konventionsentwurfes, welcher sowohl den Generalräthen der französischen Departemente Hochsavoyen und Doubs, als den Regierungen der betreffenden schweizerischen Grenzkantone zur Kundgebung ihrer Wünsche und Bemerkungen mitgetheilt wurde. Nachdem nunmehr diese leztern größtentheils, soweit sie berechtigt, Berüksichrigung gefunden, steht der Abschluß des definitiven Vertrages durch die beidseitigen Delegirten unmittelbar bevor.

Die wesentlichste Modifikation des ersten Konventionsentwurfes besteht darin, daß auf den Antrag einer der betheiligten Kantonsregierungen die Uebereinkunft auf alle das schweizerische und französische Gebiet berührenden Wasserläufe ausgedehnt werden soll.

Die in Aussicht genommene V e r e i n b a r u n g mit I t a l i en über Fischerei in den schweizerisch-italienischen Grenzgewässern ist, da die Vollzugsverordnung zu dem italienischen Gesez vom 4. März 1877 über Fischerei noch immer nicht erschienen ist, über das Stadium der Vorbereitung auch noch nicht hinausgekommen.

Doch hat die italienische Regierung zu Ende des Jahres die Behörden der an die Schweiz grenzenden Provinzen ermächtigt, behufs provisorischer Reglirung der Ausübung der Fischerei in den Grenzgewässern mit den Behörden der betreffenden Kantone in offiziöser Weise sich in's Einverständniß zu sezen.

Dieser Abmachung soll sodann in den von den Landtagsausschüssen jener Provinzen der italienischen Regierung zum Zweke der Redigirung des Vollzugsreglements zu erstattenden Berichten Erwähnung geschehen.

Nachdem, wie im vorjährigen Berichte gemeldet, d e r s c h w e i z e r i s c h - b a d i s c h e n K o n v e n t i o n über A n w e n d u n g gleichartiger B e s t i m m u n g e n für die Fischerei im Rhein und seinen Z u f l ü s s e n , e i n s c h l i e ß l i c h d e s B o d e n s e e s , d. d. 25. März 1875, unter dem 14. Juli Elsaß-Lothringen beigetreten, und zu Ende des Jahres die fürstlich-liechtensteinische Regierung ihre Geneigtheit zum Beitritt kundgegeben, sind in dem Berichtjahre

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die Bemühungen zur Herbeiführung des Beitritts der übrigen Rhein.uferstaaten zu derselben fortgesezt worden.

In der That konnte denn auch das badische Ministerium melden, daß zunächst Bayern und sodann auch Württemberg ihre Geneigtheit zur Betheiligung an den in Anregung stehenden Verhandlungen wegen einer Uebereinkunft über die Fischerei im Bodensee und dessen Zuflüssen ausgesprochen, unter der Voraussezung jedoch der Theilnahme sämmtlicher Uferstaaten.

Da aber die österreichische Regierung mit Note vom 21. Februar ein Eintreten auf unsere diesfällige Anregung einstweilen noch ablehnen zu müssen glaubte, muß auf ein einheitliches und gemeinsames Vorgehen in dieser Angelegenheit vorerst verzichtet werden.

Die behufs Revision des t h u r g a u i s c h - b a d i s c h e n Staatsv e r t r a g e s vom 16. November 1861, betreffend gemeinsame A u s ü b u n g d e r F i s c h e r e i i m U n t e r s e e u n d R h e i n , zwischen unserem Bevollmächtigten, Nationalrath Dr. Sulzer, und dem Bevollmächtigten der badischen Regierung, Legationsrath von Marschall , zu Konstanz gepflogenen Verhandlungen sind leider ohne den gewünschten Erfolg geblieben.

Eine weitere an derselben Konferenz zur Sprache gebrachte Frage betraf die Ergänzung des V e r t r a g e s z w i s c h e n der Eidg e n o s s e n s c h a f t und dem G r o ß h e r z o g t h u m Baden, bet r e f f e n d G r e n z b e r e i n i g u n g , vom 20./31. November 1854, beziehungsweise die Revision der F i s c h e r o r d n u n g vom 22. A u g u s t 1774.

Im Anschluß an den diesbezüglichen Berieht unseres Bevollmächtigten nahmen wir Veranlassung, dem großherzoglich-badischen Staatsministerium die gemeinschaftliche Anhandnahme der Revision des erwähnten Statutes vom 22. August 1774 als dringend zu bezeichnen , und ersuchten zugleich die Regierungen der Kantone Thurgau, Schaffhausen, Zürich, Aargau, Basel-Landschaft und BaselStadt, die auf ihrem Gebiete im Untersee und Rhein bestehenden Privatfischereirechte zu Händen des Departements feststellen zu lassen. Die Weiterführung dieser Angelegenheit gehört in das laufende Jahr.

Behufs Kontrolirung der Vollziehung der B a s l e r k o n v e n t i o n vom 25. M ä r z 1875, beziehungsweise des Bundesgesezes vom 17. September 1875 und der Vollziehungsverordnung zu demselben vom 18. Mai 1877, war hei der oben erwähnten Konferenz zu Konstanz eine gemeinsame Bereisung des Rheins zwischen Schaffhausen und Basel durch schweizerische und badische Sachverständige vereinbart

212

worden. Am 11., 12, und 13. November hat nun diese Bereisung stattgefunden.

Aus dem diesbezüglichen Berichte unseres Delegirten geht hervor, daß schon jezt die günstigen Folgen der Basler und Mülhauser Konvention unverkennbar hervortreten, indem nach übereinstimmenden Zeugnissen der Fang seit einem Jahr erheblich ergiebiger ausfalle; immerhin wurden noch Klagen laut, betieffend den Ge brauch verbotener Fanggeräthe, sowie über Vergiftung des Rheins durch Fabrikabgänge und dadurch bewirkte Zerstörung der Fischbrut.

Endlich sei hier noch einer von dem deutschen Fischereiverein veranstalteten Enquête über die Fischereiverhältnisse im Bodensee erwähnt, welche am 27. Oktober in Reichenau abgehalten wurde.

Die Kommission des deutschen Fischereivereins gelangte dabei zu dem Resultate, daß zunächst eine V e r e i n b a r u n g der vier westlichen B o d e n s e e u f e r s t a a t e n (Schweiz. Baden, Württemberg, Bayern) über g e m e i n s a m e R e g l i r u n g d e r F i s c h e r p o l i z e i anzustreben sei, und berichtete in diesem Sinne an das badische Handelsministerium.

Der zwischen O e s t e r r e i c h - U n g a r n und I t a l i e n abgeschlossenen internationalen V e r e i n b a r u n g z u m S e h u z e d e r V ö g e l sind auch in diesem Jahre andere Staaten nicht beigetreten, und hat deshalb die Unterzeichnung derselben durch unseren Gesandten in Wien auch noch nicht stattgefunden.

Anläßlich des von der österreichischen Regierung veranlaßten Austausches von Erklärungen der Regierungen sämmtlicher Kontinentalstaaten , betreffend ein übereinstimmendes Vorgehen zum Schuze der für die Landwirthschaft nüzlichen Vögel, hatten nämlich bestimmte Zusagen gegeben nur die Schweiz und Frankreich, abgelehnt dagegen Belgien, und verschiebend geantwortet Deutschland, die Niederlande, Rußland, Spanien und Griechenland.

Eine in Bern vom 9.--17. September 1878 abgehaltene internationale Konferenz hat den Entwurf zu einer i n t e r n a t i o n a l e n K o n v e n t i o n , b e t r e f f e n d Maßregeln gegen die R e b l a u s , festgestellt. Denselben haben wir Ihnen mit Botschaft vom 26. November (Bundesblatt IV, 417) zur Genehmigung unterbreitet, die sodann in Ihrer Dezembersession beschlossen worden ist. Es ist nun noch die Ratifikation der übrigen bei der Konvention betheiligten Staaten abzuwarten, bevor dieselbe in Vollziehung gesezt werden kann.

213

3. Ausstellungen, Kongresse und Konferenzen im In- und Ausland.

Die v o m Bunde unterstüzte s c h w e i z e r i s c h e einen Bestandteil des dortigen Gewerbemuseums bildet, hat im Berichtjahr sowohl eine räumliche, als eine materielle Entwiklung gewonnen, worüber, wie über Verwendung des Bundesbeitrages, der Jahresbericht der Ausstellungskommission nähere Angaben macht, auf welchen, wie auch auf Sachbezügliches in unserer Botschaft zum Voranschlag für 1879 (Bundesblatt 1878, IV, 116 f.), der Kürze halber verwiesen wird.

Ein im Berichtjahr neu erstandener Unterstüzungsverein für Gründung u n d Erhaltung einer s c h w e i z e r i s c h e n p e r m a n e n t e n S c h u l a u s s t e l l u n g in B e r n , d e r Statuten ausgearbeitet hatte, welche die Mitwirkung des Bundes, der bernischen Erziehungsdirektion, resp. der bernischen Regierung, und des Gemeinderathes von Bern voraussezen, sandte diese Statuten den genannten Behörden zur Genehmigung zu; gleichzeitig ersuchte der Vereinspräsident das Departement, eine Konferenz von Delegirten der für Mitwirkung in Aussicht genommenen Behörden behufs einer mündlichen Verständigung einzuberufen. In der diesfälligen, am 29. November unter dem Vorsize des Departementsvorstehers gehaltenen Konferenz wurden verschiedene Punkte der Statuten besprochen und modifizirt. Mit dem Ergebniß der Konferenz erklärte sich die bernische Erziehungsdirektion einverstanden. Der bernische Gemeinderath, dem dieses Ergebniß zur seinerseitigen Genehmigung mitgetheilt wurde, hat sich vor Jahresschluß noch nicht vernehmen lassen, und so ist diese Angelegenheit unerledigt geblieben.

Eine P f e r d e a u s s t e l l u n g in Iferten ist unter dem Artikel V , 2 , H e b u n g d e r s c h w e i z e r i s c h e n P f e r d e z u c h t , erwähnt.

Uebrigens wird betreffs in- und ausländischer Ausstellungen auf den Jahresbericht des Handelsdepartements verwiesen, in dessen Geschäftskreis das Ausstellungswesen fällt.

Ueber K o n g r e s s e u n d K o n f e r e n z e n i m I n l a n d ist Folgendes zu berichten.

Für die Drukkosten des i n t e r n a t i o n a l e n m e d i z i n i s c h e n K o n g r e s s e s in G e n f im Herbst 1877 hatten wir der schweizerischen Aerztekommission einen Höchstbetrag von Fr. 10,000 zugesichert, wovon für 1877 nicht mehr als Fr. 5000 auszubezahlen waren und dieser Betrag aus dem Büdgetkredit ,,Unvorhergesehenes"'

214

(IV) geschöpft werden sollte. Der Gesammtbetrag der Drukkosten belief sich auf Fr. 6132, und da hievon bereits im August 1877 Fr. 1405 ausbezahlt worden waren, wurde der noch ungedekte Rest von Fr. 4726 auf dem erwähnten Büdgetkredit angewiesen und dem Organisationskomite ausgerichtet.

Ueber den i n t e r n a t i o n a l e n P h y l l o x e r a k o n g r e ß in B e r n "siehe hievor unter IV, 2.

Dem schweizerischen Lehrerverein bewilligten wir auf sein Gesuch einen Beitrag von Fr. 500 an die Kosten der am 8.--10. September in Z ü r i c h gehaltenen L e h r e r v e r s a m m l u n g (Lehrertag), mit welcher eine Lehrmittelausstellung verbunden war; die Bewilligung wurde an die Bedingung einer Berichterstattung über die Verhandlungen der Versammlung geknüpft (ein Bericht ist erfolgt).

W i r gehen a u f K o n g r e s s e u n d K o n f e r e n z e n über, die im A u s l a n d e mit Betheiligung der Schweiz gehalten wurden.

Der Gesandte in Paris theilte uns mit Schreiben vom 27. Juni ein Verzeichniß der wissenschaftlichen, gewerblichen und anderen K o n g r e s s e mit, welche i n V e r b i n d u n g m i t d e r a l l g e m e i n e n A u s s t e l l u n g i n P a r i s z u m Theil schon stattgefunden hatten, mehrentheils aber noch bevorstanden, und an welchen reglementsgemäß von auswärtigen Regierungen beglaubigte Vertreter theilnehmen konnten. Auf den Antrag des Departements, welches zur Ansichtäußerung über die Frage der Beschikung dieser Kongresse eingeladen wurde, beschlossen wir, an der von uns und den Departementen bisher beobachteten Haltung festzuhalten, nämlich nur diejenigen Kongresse zu beschiken, die einen offiziellen Charakter trugen und von der französischen Regierung selbst zusammenberufen wurden, für alle anderen aber die Einladung abzulehnen, mit dem Bemerken, daß zwar die Bundesbehörde den zu behandelnden Fragen ein lebhaftes Interesse entgegenbringe, es aber nicht für angezeigt erachte, sich in diesen Versammlungen durch offizielle Abgeordnete vertreten zu lassen. Die Gesandtschaft in Paris wurde entsprechend verständigt (9. Juli).

Als Abgeordneten an die vom 10.--20. Juli in Paris gehaltene vierte Sizung d e r p e r m a n e n t e n K o m m i s s i o n d e s i n t e r n a t i o n a l e n s t a t i s t i s c h e n K o n g r e s s e s bezeichneten wir den Direktor des eidgenössischen statistischen Büreau's, der als solcher auch dem kurz vorher in Paris gehaltenen demographischen Kongresse beiwohnte. Ueber beide Versammlungen hat derselbe einen Bericht in der schweizerischen statistischen Zeit-

215 schrift veröffentlicht und uns außerdem ein besonderes Referat erstattet. (Vergleiche übrigens den Jahresbericht des eidgenössischen statistischen Bureau.)

Internationaler Kongreß f ü r M a ß n a h m e n z u m S c h u z e des g e w e r b l i c h e n E i g e n t h u m s . An den vom 5.--17. September in Paris, anläßlich der Weltausstellung, abgehaltenen internationalen Kongreß für gewerbliches Eigenthum wurden als schweizerische Sachverständige abgeordnet die Herren alt - Ständerath Bodenheimer und Ingenieur Imer in Bern.

Indem wir hinsichtlich des Kongresses selbst auf den von den beiden Abgeordneten dem Departemente erstatleten im Druk erschienenen Bericht verweisen, heben wir aus demselben als wesentliches Ergebniß der Verhandlungen hervor, daß zum Zweke der Ausführung der vom Kongreß gefaßten Beschlüsse eine ständige Kommission bestellt wurde, welche beschlossen hat, daß in jedem Lande eine Sektion, beziehungsweise ein Lokalkomite zu bilden sei.

Behufs Konstituirung der schweizerischen Sektion hat das Departement entsprechende Schritte gethan und sich hiefür die Mitwirkung des schweizerischen Handels- und Industrievereins gesichert.

Bei dem vom 23.--30. September in Paris gehaltenen K o n greß f ü r Verbesserung des Looses der Blinden akkreditirte das Departement als schweizerische Abgeordnete den Vorsteher der Blindenanstalt in Bern und je ein Mitglied der Direktionen der Blindenanstalten in Zürich und Lausanne.

Ueber Beschlüsse, betreffend s c h w e i z e r i s c h e B e t h e i l i g u n g a n z u k ü n f t i g e n K o n g r e s s e n , isf Folgendes zu bemerken.

Als Abgeordneten an den II. i n t e r n a t i o n a l e n m e t e o r o l o g i s c h e n K o n g r e ß , welcher im April laufenden Jahres i n R o m eröffnet werden soll, bezeichneten wir Herrn Professor Plantamour, Direktor der Sternwarte in Genf, welcher im Jahr 1877 bereits für besagten Kongreß bezeichnet war, als dieser wegen der Orientwirren vertagt wurde (23. Dezember).

Eine vom ständigen Kongreßkomite in Wien uns mitgetheilte Einladung z u m III. K o n g r e ß d e r L e i t e r u n d L e h r e r von B l i n d e n i n s t i t u t e n für 1879 i n B e r l i n wurde den Direktionen der Blindenanstalten in Zürich, Bern und Lausanne mitgetheilt, mit dem Ersuchen, sich über ihre Betheiligung am fraglichen Kongreß auszusprechen und allfällige Delegirte bekannt zu geben (4. November).

21G

Y. Werke der öffentlichen Gemeinnüzigkeit und Wohlthätigkeit.

  1. Landwirthschaft.
  2. Allgemeines; U n t e r s t ü z u n g von Vereinen.

Dem schweizerischen landwirthschaftlichen Vereine wurden im Berichtjahre zur Unterstüzung seiner Bestrebungen Fr. 11,200 verabfolgt und zwar zu Händen des Obst- und Weinbauvereins für das pomologische Bilderwerk Fr. 700 und für Förderung des schweizerischen Obstbaues Fr. 1500; zu Händen des schweizerischen alpwirthschaftlichen Vereins, namentlich für Milchwirtschaft, Fr. 6000; endlich zu Händen des Hauptvereins für Verbreitung landwirtschaftlicher Drukschriften und Wandervorträge Fr. 3000.

Auch für das Jahr 1879 ist für das pomologische Bilderwerk wieder ein Kredit von Fr. 700 bewilligt worden, und es ist zu erwarten, daß das Werk endlich zürn Abschluß gelangt und daß der seit Jahren regelmäßig im Budget wiederkehrende Posten fallen gelassen werden kann.

Als Hauptthätigkeit des Obst- und Weinbauvereins jahre ist hervorzuheben : die Verbreitung vorzüglicher Obstausstellung in Solothurn und Neukirch (Expertise), der Pariser Ausstellung durch Abgeordnete, Prämirung bauschulen.

im BerichtObstsorten, Beschikung von Obst-

Der alpenwirthschaftlichc Verein veröffentlicht über seine Thätigkeit alljährlich einen Bericht. Den lezten (6.) Jahresbericht legen wir zur Einsicht zu den Akten. Die Thätigkeit des Vereins besteht hauptsächlich in Folgendem: Wandervorträge, Kurse der Milchversuchstation, Verbreitung populärer Schriften, thatsächliche Verbesserungen auf dem Gebiete der Milchwirthschaft, Arbeiten in der Station, alpenwirthschaftliche Arbeiten.

Für ein schweizerisches Herdebuch ist im Berichtjahre vom schweizerischen landwirthschaftlichen Verein ein Programm angefertigt worden. Dasselbe wird zur definitiven Festsezung noch einer Konferenz von kantonalen Abgeordneten und von Delegirten der beiden landwirthschaftlichen Hauptvereine vorgelegt werden.

Zu den landwirthschaftlichen Drukschriften, die der Bund durch finanzielle Beiträge unterstüzt, gehört vor Allem das Organ des landwirthschaftlichen Vereins ,,Schweizerische landwirthschaftliche Zeitschrift", die als ein vorzügliches Bildungsmittel für Land-

217 wirthschaft. zu betrachten ist. Sodann ist ein Referat des Herrn Professor Krämer in Zürich über ,,das Genossenschaftswesen in seiner Anwendung in der Landwirthschaft mit besonderer Rüksicht auf die landwirthschaftlichen Meliorationen, den landwirtschaftlichen Kredit und den Bezug von Rohstoffen für den landwirthschaftlichen Betrieb in vielen tausend Exemplaren verbreitet worden.

Die Sektionen des genannten Haupt Vereins hielten über Fragen der Landwirthschaft viele Wandervorträge und zwar: die ökonomische Gesellschaft der Stadt Bern 22, die oberaargauische ökonomische Gesellschaft 4, der landwirtschaftliche Verein von Zürich 90, derjenige von Graubünden 47, Thurgau 10, Baselland 2, Solothur 14, Zug 4, Glarus 4, die aargauische landwirtschaftliche Gesellschaft 10, der Schwyzer Bauernverein 2, die landwirthschaftlich Gesellschaft des Kantons St. Gallen 17, der Luzerner Bauernverein 11, der schweizerische Obst- und Weinbauverein 6, der landwirtschaftliche Verein des Kantons Schaffhausen 4.

Diese Vorträge, von welchen viele durch den Druk verbreitet worden sind, dürfen als dasjenige Feld betrachtet werden, auf welchem am meisten für landwirthschaftliche Bildung geleistet werden kann und auch in Wirklichkeit geleistet wird.

Es wurden auch Fachkurse abgehalten und zwar über ObstO bau, Weinbau, Gartenbau, Milchwirthschaft, landwirthschaftliche Buch- und Rechnungsführung.

B. M a ß n a h m e n g e g e n die R e b l a u s .

Hierüber ist Ihnen ein eingehender Spezialbericht mitgetheilt worden, auf den wir hinweisen. Wir beschränken uns an dieser Stelle auf die Bemerkung, daß im Berichtjahr einzig im Kanton Neuenburg die Reblaus neu aufgetreten ist. Ueber die unverweilt getroffenen Maßnahmen enthält der erwähnte Bericht nähere Mittheilungen. Eine weitere Ausdehnung des Uebels hat sich bis jezt nicht gezeigt.

2. Hebung der schweizerischen Pferdezucht.

Im Berichtjahre hielt die e i d g e n ö s s i s c h e P f e r d e z u c h t k o m m i s s i o n drei Sizungen, theils in Bern, theils in Thun. Dieselben waren jeweilen mit einer Inspektion des eidgenössischen Fohlenhofes verbunden. Die Traktanden bezogen sich großentheils auf die Verwaltung des eidgenössischen Fohlenhofes.

218 Der von Hrn. Oberstlieutenant Bovet in Areuse über die schon im lezten Jahresberichte erwähnte Frage der Errichtung e i n e s e i d g e n ö s s i s c h e n H e n g s t e n d e p o t s ausgearbeitete Bericht, der gedrukt den Akten beiliegt, kam zweimal zur Berathung. Die Kommission war großentheils der Ansicht, eine solche Schöpfung wäre zur Erreichung des angestrebten Zieles einer Veredlung der schweizerischen Landesracen äußerst wünschenswert!), wenn nicht geradezu unerläßlich, schrekte aber vor der finanziellen Tragweite des Projektes zurük und fand auch, dasselbe könnte nur unter Mitwirkung der Kantone zur Ausführung gelangen. Die Frage blieb im Stadium der Vorberathung.

Mit Rüksicht auf den Umstand, daß nach der für den Herbst 1878 in Aussicht genommenen V e r s t e i g e r u n g der 3 Va j ä h r i g e n H e n g s t e des F o h l e n h o f e s kein Zuchtmaterial mehr vorhanden sein werde, das im Jahr 1879 an die Kantone abzugeben wäre, mußte auf Ersaz für den Abgang Bedacht genommen werden, und es wurde prinzipiell festgestellt, daß der Ankauf von zirka 12--18 Fohlen in der Schweiz, derjenige von einigen Hengsten, wo möglich, ebendaselbst oder eventuell im Auslande zu bewerkstelligen sei. Hiebei war die Kommission allseitig damit einverstanden, daß der bisherige Büdgetansaz von Fr. 24,000 beibehalten und nicht darüber hinausgegangen werden solle.

In dem B e s t ä n d e des F o h l e n h o f e s fanden im Laufe des Jahres in Folge der vorerwähnten Beschlüsse ziemlich bedeutende Veränderungen statt: Anfangs 1878 waren 13 Hengste und Hengstfohlen mit einem Schazungswerthe von Fr. 15,850 vorhanden. Hievon wurden im Laufe des Jahres 8 Stük verkauft (Erlös Fr. 16,440, Schazungswerth Fr. 11^000) und dagegen 11 Hengstfohlen angekauft, so daß das Inventar pro Ende Dezember 1878 16 Fohlen mit einem Schazungswerth von Fr. 12,820 auf weist.

Fragliche A n k ä u f e wurden nach Beschluß der Kommission in der Schweiz selbst ausgeführt. Es ergab sich bei Anlaß derselben, daß im Kanton Bern die Vorurtheile gegen die Kreuzung mit der englischen Race allmälig zu schwinden beginnen und Einsiedeln sich durch Verwendung schöner Mutterpferde zur Zucht vortheilhaft auszeichnet.

Da bei der im Oktober stattgefundenen Versteigerung von sechs Zöglingen des Fohlenhofes, worunter zwei Wallachen, den Kaufsbegehren verschiedener Kantone nur theilweise oder auch gar nicht konnte entsprochen werden, so wurden im November, nachdem mehrere Kantonsregierungen ihre Geneigtheit ausgesprochen hattensich an dem A n k a u f einer A n z a h l erwachsener Z u c h t ,

219 h e n g s t e in d er N o r m a n d i e zu betheiligen, von einer Abordnung der eidgenössischen Pferdezuchtkommission, welcher Spezial·delegirte der nacherwähnten Kantone beigegeben waren, ein vierjähriger und vier dreijährige Hengste anglo-normännischer Race angekauft, wovon zwei von Bern, zwei von Freiburg und einer von Waadt übernommen wurden. Der Bund gewährte fraglichen Kantonen einen Beitrag von 30 °/o an die Kosten unter den üblichen Bedingungen. Diese Pferde gehören verschiedenen Schlägen an, und zwar die zwei von Bern übernommenen dem mittlern, die von Freiburg acquirirten dem größern Wagenschlage und das von Waadt erworbene der Reit- und Wagenpferdrace. Der Ankauf wurde im Allgemeinen als gelungen betrachtet, so daß das Departement auf spezielles Ansuchen Berns sich genöthigt sah, unmittelbar darauf einen weitern Einkauf von drei Zuchthengsten in der Normandie zu veranstalten. Die Thiere trafen am 24. Dezember unter Leitung des Hrn. Großrath Müller von Tramelan glüklich in Bern ein. Der Gesammtkostenpreis derselben betrug Fr. 8000. Dieselben sind sämmtlich dreijährig.

Am 28. August veranstaltete die Gesellschaft für Verbesserung der Viehracen in der romanischen Schweiz eine P f e r d e a u s s t e l l u n g in Y v e r d o n , welche mit 117 Pferden beschikt wurde, und verband damit ein P r e i s r e n n e n , zu dem der Bund Fr. 500 beisteuerte. Der Delegirte des Departements konnte bei diesem Anlaß mit Befriedigung konstatiren, daß die aus dem eidgenössischen Fohlenhof in die romanische Schweiz gekommenen Hengste als zur Verbesserung des einheimischen Pferdeschlags besonders geeignet von den dortigen Pferdezüchtern anerkannt werden, fand jedoch, daß zur Zucht zu verschiedene Schläge verwendet werden, so daß die Beschaffung edler Zuchthengste für die Waadt dringendes Bedürfniß sei, wenn nicht troz der anerkennenswerthen Bestrebungen der dortigen Regierung zur Hebung der Landesrace ein Rükschritt in derselben eintreten solle. Er bedauerte im Fernern, daß von dem Rennen außer der romanischen Schweiz niedergelassene Pferdebesizer ausgeschlossen waren, während zu dem im September in Basel abgehaltenen Rennen alle schweizerischen Pferdebesizer freien Zutritt hatten.

In seinem Bericht über die am 20. März abgehaltene kantonale P f e r d e s c h a u i n R u s w y l (L u z er n ) bemerkt der eidgenössische Experte, Hr. Oberst Wehrli, daß die Mehrzahl der Pferdezüchter Entlebuchs immer noch die Landeshengste den weit edlern und bessern englischen Beschälern vorziehe.

Noch bleibt zu erwähnen, daß das Departement mit Kreisschreiben vom 21. März die Kantonsregierungen um Mittheilung der

220 Resultate der mit den vom Bunde übernommenen Zuchtpferden gemachten Erfahrungen ersuchte. Die hierauf eingegangenen Antworten fielen zum Theil ziemlich dürftig aus.

In einer von Hrn. C. Hallet verfaßten und von dem Romite des landwirtschaftlichen Vereins der romanischen Schweiz einbegleiteten Denkschrift wurde zur Hebung der schweizerischen Pferdezucht angeregt : 1) Die Gründimg eines eidgenössischen Hengstendepot ; 2) der Ankauf von Remontepferden im Inland ; 3) die Einsezung einer eidgenössischen Pferdezuchtkommission.

Nach Einvernehmung des eidgenössischen Militärdepartements sowohl als des Präsidenten der eidgenössischen Pferdezuchtkommission wurde fragliche Eingabe auf Antrag des Departements durch den Bundesrath dahin beantwortet: Die Gründung eines Hengstendepots sei dermalen bei der eidgenössischen Pferdezuchtkommission in Berathuna;.

Eine eidgenössischeO O O Pferdezuchtkommission bestehe schon seit 15 Jahren und wirke mit gutem Erfolg. Der Bund habe seit 1869 für Hebung der Pferdezucht nahezu Fr. 200,000 verausgabt.

Der Bundesrath und das Militärdepartement haben der Beschaffung der Kavalleriepferde iu der Schweiz ihre Aufmerksamkeit wiederholt und ernstlich zugewandt. Der Ankauf im Inlande habe aber jeweilen nur Vio des Bedarfs gedekt. Man sei daher auch fürderhin auf das Ausland angewiesen, so lange das Inland nicht diejenigen Produkte zu liefern vermöge, welche sowohl den militärischen als den landwirtschaftlichen Zwtken entsprechen. -- Nach Ansicht des Hrn. Oberst Wehrli dürfte der Moment, wo die Remonteank'äufe irn Inland ausgeführt werden könnten,l erst dann gekommen sein, wenn die einheimische Race die Leistungsfähigkeit der norddeutschen werde erreicht haben.

O

3. Schweizerische naturforschende

O

Gesellschaft.

Die einzelnen Kommissionen der schweizerischen naturforschenden Gesellschaft, deren Arbeiten vom Bunde unterstüzt werden, haben die ihnen bewilligten Bundesbeiträge zwekgemäß verwendet, was sich aus ihren Berichten und aus den vom Centralkomite geprüften und genehmigten Rechnungen ergibt.

Laut dem Jahresbericht der g e o l o g i s c h e n K o m m i s s i o n sind die Arbeiten, betreffend die noch nicht geologisch kolorirten

221 Blätter des Düfouratlasses, im Berichtjahr rascher als früher fortgeschritten. Aus dem Kommissionsbericht ist zu erwähnen: die Förderung der Aufnahme des Blattes IV (Schaffhausen, nördliches Thurgau und St. Gallen), dessen Lithographirung zu Ende laufenden Jahres beginnen soll; die Vollendung der Aufnahme des Blattes XII (Freiburg, Bern), welches im laufenden Jahr als 18. Lieferung erscheinen wird, und des Blattes XIII (Brünig und Gebirge südlich vom Brienzersee) bis an einen in Angriff genommenen Rest; die Kontaktkarte der Kalk- und Granitgebirge zwischen Lauterbrunnen und dem Reußthal wird im laufenden Jahr als 19. Lieferung erscheinen; ·die Aufnahme des Blattes XIV (Maderan und Westbünden) ist gesichert; ferner die Vollendung der Aufnahme des Blattes XVII (waadtländische Alpen: eine Spezialkarte der Gebirge von Bex wurde im Berichtjahr ausgegeben) und des Blattes XVIII (Berner Hochalpen) in der Partie nördlich von der Rhone; leztlich dieFortsezung der Aufnahme des Blattes XIX (südliches Bünden, Veltlin, nördliches Tessin). Die Veröffentlichung der fertigen Blätter XVII und XVIII muß aus ökonomischen Gründen auf nächstes Jahr verschoben werden. Einzig für das Blatt XXIII (Gruppe des Monte Rosa) hat sich noch kein Bearbeiter gefunden. In Fortsezung der erläuternden Texte ist im Berichtjahr zu dem früher herausgegebenen Blatt IX, über welches bereits im Jahr 1877 ein Band erschienen ist, ein die Sentisgruppe betreffender Band veröffentlicht worden. Eine weitere, dasselbe Blatt betreffende erläuternde Arbeit ist im Gang.

Text und Tafeln zu dem 1876 erschienenen Blatte XXIV (Lugano) sind im Druk und werden im laufenden Jahr als 17. Lieferung zur Vorlage kommen. Den Einnahmen (Fr. 18,776. 05) kamen die Ausgaben gleich.

Seit der Frühlingssizung der g e o d ä t i s c h e n K o m m i s s i o n , deren Protokoll gedrukt vorliegt, sind, wie aus dem Kommissionsbericht hervorgeht, sämmtliche Arbeiten wesentlich gefördert worden.

Es sind namentlich hervorzuheben : die Druklegung der Längenbestimmungen Genf-Straßburg und die Anhandnahme der drei übrigen noch ausstehenden Längenbestimmungen: Genf-München, NeuenburgParis und Genf-Lyon; die Beendigung der Vorarbeiten zur definitiven Ausgleichung des trigonometrischen Nezes und für den Druk der Winkelbeobachtungen (die Anhandnahme von Beidem^at begonnen); ferner die Arbeiten für die Herausgabe der 7. Lieferung des Nivellements, welche voraussichtlich im nächsten Sommer erscheinen wird; endlich die Ausarbeitung und Druklegung der vom Kommissionspräsidenten als Einleitung zu den Arbeiten der geodätischen Kommission übernommenen Geschichte der Vermessungen in der Schweiz und der daherigen Karten. Einnahmen: Fr. 15,000 (Bundesbeitrag); Ausgaben: Fr. 15,000. 77; Passivsaldo: Fr. 0. 77.

222

Der Jahresbericht der m e t e o r o l o g i s c h e n K o m m i s s i o n verweist betreffs der Arbeiten derselben auf das gedrukte Protokoll der Sommersizung der Kommission und auf die Einleitung zum 13. Jahrgang der schweizer, meteorologischen Beobachtungen, enthaltend einen Bericht über die Arbeiten der meteorologischen Zentralstation u. s. w. Dem dort Gesagten sind aus dem Bericht beizufügen: Vorkehrungen zum Zweke größerer Beschleunigung der Herausgabe der gedrukten Beobachtungen und die Förderung der Studien und Vorarbeiten für die Herausgabe eines Witterungsbülletins, worüber demnächst bestimmte Vorlagen und Wünschezuhanden der Telegraphendirektion eingegeben werden können., Es wurde nämlich im Berichtjahre infolge herwärtiger Initiative Einleitung dazu getroffen, daß die Leitung der meteorologischen Beobachtungen mit nächstem Frühjahr unter Mitwirkung unserer Telegraphendirektion beginnen wird, die Fortschritte der Meteorologie für die landwirtschaftliche Bevölkerung der Schweiz nuzbar zu machen durch Herausgabe eines ständigen schweizer. Witterungsbulletins für landwirtschaftliche Zweke.

4. Schweizerische geschichtforschende Gesellschaft; schweizerdeutsches Idiotikon.

Diea l l g e m e i n e g e s c h i c h t f o r s c h e n d e Gesells c h a f t d e r S c h w e i z , welcher ein Kredit von Fr. 2350 für Bearbeitung'und Herausgabe schweizer. Chroniken bewilligt wurde,, hat im Berichtjahr veröffentlicht: den 3. Band der ,,Quellen zur Schweizergeschichte,"· enthaltend Urkundenmaterial zur Geschichteder Klöster Allerheiligen in Schaffhausen, Rheinau und Muri, und den 3. Band des ,,Jahrbuchs für schweizerische Geschichte,a unterAnderm enthaltend eine werthvolle Forschung über den fränkischen.

Chronisten Fredegar, der gewöhnlich als der Schweiz angehörend betrachtet wird. Der Betrag der diesfälligen Gesammtkosten belief sich auf Fr. 2349. 70, erreichte also denjenigen des Jahreskredits (Fr. 2350) nahezu. Die weiteren Veröffentlichungen der Gesellschaft und die betreffenden Rechnungsverhältnisse sind aus dem Jahresberichtjdes Vorstandes und aus der Rechnung des Quästors ersichtlich. Die Gesammtausgaben beliefen sich auf Fr. 3063.. 15^ die Einnahmen sind nicht angegeben.

Der geschäftsleitende Ausschuß für das s c h w e i z e r d e u t s c h e I d i o t i k o n verweist betreffs des Ganges der leztjährigen Arbeiten an diesem vom Bunde unterstüzten Unternehmen auf den eingesandten gedrukten Jahresbericht (1.. Oktober 1877 -- 30. September 1878). Die vorgelegte, voa der antiquarischem

223

Gesellschaft in Zürich ratifizirte Jahresrechnung für 1878 gibt dea Ausweis über die Verwendung des dem Unternehmen des schweizerdeutschen Idiotikons für 1878 gewährten Bundesbeitrages, sowie der Beiträge von Kantonen und Privaten. Einnahmen (einschließlich des Bundesbeitrages von Fr. 3000) Fr. 10993. 33; Ausgaben Fr. 5367. 50 ; Aktivsaldo Fr. 5625. 83. Aus diesem Saldo werdet} jedoch im laufenden Jahr voraussichtlich Ausgaben von größerer Bedeutung als bisher zu bestreiten sein, nämlich für den Beginn der Redaktionsarbeit und für Vorbereitungen zum Abschluß eines Drukvertrages (Drukproben u. dgl.); den diesfälligen Ausgaben sieht der Ausschuß infolge Abnahme der kantonalen Beiträge, und da die Zusicherung solcher nicht in dem erwarteten Maße statt findet, nur mit Sorge entgegen.

5. Schweizerischer Kunstverein.

Dieser Verein, welcher Kunst und Kunstsinn in der Schweiz durch jährliche Ausstellungen und durch den Ankauf guter Werke,, schweizerischer Künstler zu fördern sucht, hat gemäß dem von uns seiner Zeit genehmigten Turnus in Verwendung der Bundesbeiträgc, (Bundesblatt 1874, III, 604) den 1878er Bundesbeitrag von Fr. 6000 der Künstlergesellschaft in Bern zugewiesen. Diese hat aus demselben an der lezten schweizerischen Kunstausstellung zwei Gemälde, schweizerischer Künstler (Frölicher : Landschaft an der Handek, und Tobler : Schachspieler") zum Gesammtpreise von Fr. 2500 an-: gekauft.

Dem Gesuche der Direktion der bernischen Künstlergesellschaft, dahin gehend : es möchte ihr gestattet werden, die Verwendung, des Saldo von Fr. 3500 auf eine spätere günstigere Gelegenheit zu verschieben, wurde unter dem Vorbehalt entsprochen, daß die Gesellschaft sich nach Schluß der nächstjährigen schweizer. Kunst-, ausstellung über zwekentsprechende Verwendung jenes Saldo aus-v weise (5. November).

6. Eidgenössischer Turnverein.

Nachdem der 1878er Bundesbeitrag an diesen Verein auf das, Budget des Militärdepartements hinüber getragen worden, ist derJahresbericht dieses Departements betreffs der Verwendung jenes,.

Beitrags nachzusehen.

224

7. Untersfüzung der Wasserbeschädigten u. s. w.

Wie im Geschäftsbericht über 1877 vorgreifend und mit Mehreren! bemerkt ist, fiel der Abschluß des Geschäfts der H ü l f l e i s t u n g f ü r d i e W a s s e r b e s c h ä d i g t e n v o n 1876 und 1 8 7 7 in das Berichtjahr. Dieser Abschluß erfolgte am 29. März (Bundesblatt 1, 482), nachdem das Departement mittels Kreisschreibens vom 13. Februar sämmtlichen Kantonsregierungen von der Summe des Schadens von 1877 (Fr. 350,923), für welchen seitens der betreffenden Kantone Hülfe nachgesucht worden war, sowie von der Vertheilung des disponibeln Restes von Hülfsgeldern (Fr. 41,082. 08 und einige geringe Separatposten) Kenntniß gegeben und Berüksichtigung der Bedürftigsten anempfohlen hatte.

Für die B r a n d b e s c h ä d i g t e n von A i r o l o und M a r c h i s s y kamen uns auch im Berichtjahr noch zahlreiche Liebesgaben zu; die Veröffentlichung von Uebersichten derselben wurde im Bundesblatte fortgesezt (I, 3 u. s. w.) ; Total bis zum 28. Mai Fr. 38,619. 40 (Bundesblatt II, 972). Die Empfangnahme und Vertheilung der Liebesgaben hat im Berichtjahr seitens des von der schweizerischen gemeinnüzigen Gesellschaft im Vorjahr jiiedergesezten General hülfsausschusses stattgefunden.

Beilage.

Eidgenössische Medizinalprüfungen.

  1. Administrative Angelegenheiten.

Als die Referendumsfrist für das Bimdesgesez vom 19. De.zember 1877, betreffend die Freizügigkeit des Medizinalpersonals etc., ihrem Ende nahte (29. März), berief der Vorsteher des eidgenössischen Departements des Innern die Mitglieder des leitenden Ausschusses des bisherigen Medizinalkonkordates (die HH. Dr. A. Ziegler von Bern, Sanitätsrath L. Meyer von Zürich, Dr. F. Müller von Basel) und dazu noch die Herren Professor K. Vogt von Genf und Dr. Recordon von Lausanne auf den 20. März 1878 zu einer Konferenz und ersuchte in erster Linie im Namen des Bundesrathes die so Einberufenen, den neuen leitenden Ausschuß für das vom Bund zu übernehmende Prüfungswesen zu bilden. Herr Dr. Ziegler,

225

der bisherige mehrjährige Präsident des Konkordates, erklärte bei diesem Anlaß, wegen Geschäftsüberhäufung in der neuen Organisation keine Stelle annehmen zu können. Der Hauptzwek der Konferenz war, unverzüglich die Frage zu studiren, welche transitorischen Bestimmungen im Hinblik auf die Uebergangsbestimmung zu obgenanntem Gesez der Bundesrath treffen solle, um das neue Gesez in Kraft treten zu lassen.

Es wurde beschlossen, bis zur Annahme des definitiven, in Artikel 6 des Gesezes vorgesehenen Prüfungsregulativs sich auf die nöthigen provisorischen Anordnungen bezüglich der allgemeinen Organisation zu beschränken und bezüglich der eigentlichen Prüfungsbestimmungen, soweit dieß anging, die bisher an den Prüfungssizen geltenden einstweilen zu belassen, so daß im Wesentlichen der Gang der Prüfungen, die Zulassungsbestimmungen u. s. w. diejenigen des bisherigen Konkordates blieben.

Die Vortheile eines solchen Vorgehens schienen unverkennbar.

Das Hinzutreten neuer Prüfungssize, an welchen nach mehrfachen Richtungen andere Gewohnheiten als an denen des bisherigen Konkordates herrschten, machte eine reifliche Erwägung und ein behutsames Vorgehen hinsichtlich Aufstellung bindender Bestimmungen wünschbar, um so mehr, als das durch das Gesez gerufene Prüfungsregulativ wichtige Fragen besonders im Gebiete der Zulassungsbedingungen zu lösen haben wird. Es wurde hiedurch auch möglich, schnell und ohne bemerkenswerthe Störung aus der alten in die neue Organisation überzutreten und die für das Jahr 1878 vorgesehenen Prüfungen weiter zu führen. Schon am 5. April konnte der Bundesrath einen Beschluß erlassen, welcher das Freizügigkeitsgesez auf den 15. April vollziehbar erklärte und zugleich die oben angegebenen Grundsäze der provisorischen Organisation bekannt machte. In zwei weitern Sizungen vom 17. April und 9. Mai beschäftigte sich der neue Ausschuß unter dem Präsidium des Vorstehers des eidgenössischen Departements des Innern mit den speziellen Bestimmungen, betreffend die Organisation des leitenden Ausschusses und des Prüfungswesens, mit der Einsezung der Prüfungskommissionen, der Ausarbeitung der Formulare und mit andern Ausführungsfragen. Die Resultate dieser Berathungen sind : 1) das Reglement, betreffend provisorische Organisation etc., vom 17. Mai; -2) die interimistischen Prüfungsbestimmungen für die verschiedenen Prüfungssize, vom 10. Juni; Bundesblatt. 31. Jahrg. Bd. II.

15

226

3) das Verzeichniß der am 21. Mai 1878 vom Bundesrath ernannten Mitglieder und Suppleauten der eidgenössischen Kommissionen für Prüfung etc. ; 4) Beschluß des leitenden Ausschusses, betreffend vorübergehende Reduktion von Prüfungen, vom 9. Mai.

In der Sizung vom 17. April ergänzte sich der leitende Ausschuß überdieß durch Vorschlag von zwei Suppleanten, Herrn Dr. Guillaume von Neuchâtel und Herrn Dr. Sonderegger von St. Gallen, und wählte am 9. Mai Dr. F. Müller zum Präsidenten, Professor K. Vogt zum Vicepräsidenten. An die Stelle des Herrn Dr. Ziegler war Herr Apotheker Dr. Chr. Müller von Bern getreten.

In der Zeit vom 9. Mai bis zum 15. Oktober hatte der leitende Ausschuß außer seinen Präsidialfunktionen an den einzelnen Prüfungssizen auch eine große Anzahl von Gesuchen aller Art zu begutachten und zu entscheiden. Einen Theil dieser Arbeit erledigte das Präsidium von sich aus, den andern der Gesammtausschuß auf dem Zirkularwege. Verschiedene schwierigere, zum Theil prinzipielle Fragen fanden erst in der Sizung vom 15. Oktober ihre vorläufige Erledigung; von diesen erwähnen wir: 1. Den Rekurs des Erziehungsdepartements des Kantons Waadt gegen den Beschluß des leitenden Ausschusses vom 9. Mai. Waadb verlangte, daß für die Baccalaurei seiner Akademie die in jenem Beschluß ausgesprochene transitorische Exemtion von einem Theil der propädeutischen Prüfung zu 1 einer bleibenden erklärt werde.

Der leitende Ausschuß glaubte in seiner Mehrheit, Gewährung dieses Begehrens nicht anrathen zu dürfen, ohne damit die ganze jezige Organisation in Frage zu stellen.

2. Die mehrfach, auch in der Presse, angeregte Frage der Abgabe eidgenössischer Diplome auf Grund früherer kantonaler Prüfungen rief auf Antrag des leitenden Ausschusses einem Beschluß des Departements des Innern vom 1. Juli, dahin lautend : Das Departement stimmt dem Antrag des leitenden Ausschusses bei, daß prinzipiell eidgenössische Diplome nur auf Grund eidgenössischer Prüfungen ertheilt werden sollen. Eventuelle Ausnahmefälle unterliegen der Entscheidung des Gesammtaussehusses.

Dieser Entscheid wird hinreichend motivirt dadurch, daß a ) weder das Gesez von einem solchen Umtausch spricht (der allerdings zur Zeit des Konkordates einen Sinn hatte und auch irn bezüglichen Reglement vorgesehen war), noch die Redaktion des eidgenössischen Diplomes darauf eingerichtet ist;

227 b) daß auch durchaus kein Bedürfniß dazu vorhanden ist, da die vor Erlaß des Freizügigkeitsgesezes erlangten kantonalen Diplome zur Praxis in dem ganzen Gebiet der schweizerischen Eidgenossenschaft berechtigen; c) daß eine solche unbedingte Anerkennung aller frühern kantonalen Prüfungen und Diplome sogar bedenklich wäre, weil sie den Artikel 5 der Uebergangsbestimmungen zur Bundesverfassung von 1874 mit seinen Uebelständen permanent machen würde.

3. Mit der eben erwähnten Frage hängt unmittelbar zusammen (und ist auch mehrfach mit ihr verwechselt worden) die Frage der Reciproeität mit andern Staaten. Artikel l, Lemma c des Freizügigkeitsgesezes sieht die Anbahnung solcher Verträge vor, und es kann keinem Zweifel unterliegen, daß früher oder, später der Versuch muß gemacht werden, den in dieser Beziehung jezt bestehenden Inkonvenienzen durch gegenseitige Anerkennung der Staatsprüfungen unter befreundeten Nachbarstaaten ein Ende zu machen. Einstweilen ist es die einstimmige Ansicht des leitenden Ausschusses, dass vorderhand von bezüglichen Schritten unsererseits so lange abzusehen sei, bis die neue Organisation vollständig konsolidirt, resp. das definitive Prüfungsreglement in Kraft getreten sei.

Wie wenig übrigens vorläufig die Nachbarstaaten geneigt sind, unsere staatlichen Diplome auch nur in beschränktem Maaße anzuerkennen, haben uns mehrere Vorgänge in lezter Zeit gezeigt, und es hat sich in Folge derselben der leitende Ausschuß veranlaßt gesehen, in seiner Sizuug vom 15. Oktober zu beschließen, daß bis auf Weiteres die Vergünstigung der sogenannten summarischen Prüfung gegenüber Ausländern, welche bis jezt in sehr liberaler Weise von schweizerischer Seite ertheilt wurde, nur noch in Ausnahmefällen in Anwendung "o kommen solle.

Die Ausarbeitung des definitiven Prüfungsregulativs, sowie die Erstattung des Jahresberichts hat der leitende Ausschuß seinem Präsidenten übertragen, ersteres in dem Sinne, daß zunächst der leitende Ausschuß den Entwurf einer ersten Berathung unterwerfe, bevor derselbe dem Departement und sodann weitern Kreisen zur Begutachtung eingegeben wird. Es wird dieses Vorgehen eine zweitmalige Berathung durch den leitenden Ausschuß und somit allerdings auch eine bedeutende Verschiebung bedingen, jedoch dürfte diese leztere dem Reglement selbst durch den Vortheil reiflicherer Erwägung zu Gute kommen.

228

II. Prüfungen.

Nach Artikel 5 des Bundesrathsbeschlusses vom 5. April 1878 fanden die im Konkordat vorgesehenen Prüfungen, deren Dauer in diesem Jahre sich vom 15. April bis zum 8. Juni erstrekte, vorübergehend unter den nämlichen Bedingungen statt und wurden von den nämlichen Personen geleitet wie bisher. Die von den Kandidaten entrichtete Prüfungsgebühr fiel jedoch der Eidgenossenschaft z u , welche die Prüfungskommissionen zu entschädigen hatte.

Es haben im Ganzen 203 Prüfungen stattgefunden, von welchen 39 (= 19,2 %) ungenügend ausgefallen sind.

Hinsichtlich der Prüfungsgebühren ist an Folgendes zu erinnern : Die Kandidaten mit reduzirter Prüfung haben die volle Gebühr zu entrichten. Ausländer, welchen die summarische Prüfung bewilligt wurde, bezahlen nach Artikel 14 des provisorischen Reglements den Betrag für beide Prüfungen des nämlichen Faches (propädeutische und Fachprüfung). Ausländer, welchen nicht eine summarische Prüfung bewilligt wird, zahlen doppelte Gebühr.

B. Polytechnische Schule.

I. Leistungen und Frequenz der Anstalt.

Während des Berichtjahres wurden Vorlesungen und Uebungskurse angekündigt u. davon abgehalten : im Wintersemester .

201 183 im Sommersemester .

197 172 Im Schuljahr 1876/77 betrug die Zahl der angekündigten Vorlesungen und Uebungskurse 200, resp. 199, die der gehaltenen 179, resp. 188.

Die Anmeldungen für Aufnahme als Schüler beliefen sich: im Oktober 1877 auf 232, im Oktober 1876 auf 274, im April 1878 ,, 21, im April 1877 ,, 34, Summa 1877,78 253, Summa 1876 77 308.

229

Von denselben sind aufgenommen worden : im Oktober 1877 207, im Oktober 1876 229, im April 1878 11, im April 1877 24, Total 1877/78 ~2Ï8 = 86% °/o 1876/77~253 = 82 %.

auf ,, ,, ,, ,, ,, ,, auf

Von den Aufnahmen fallen 1877/78, d i e Bauschule .

.

.

11 v Ingenieurschule 33 ,, mech.-technische Schule .

43 ,, ehem.-technische Schule .

35 ,, Forstschule .

.

.

20 ,, landwirthschaftl. Schule .

6 ,, Fachlehrerabtheilung .

18 den mathematischen Vorkurs 52 ~218

1876/77 11 35 41 47 15 6 21 77 ~253

Die Gesammtfrequenz betrug an Schülern .

.

an Auditoren .

.

1877/78: 1876/77: 640 710 263 277 ~9Ö3 987 und es ergibt sich gegenüber dem Vorjahre eine Verminderung um 70 Schüler und 14 Auditoren, zusammen um 84 Studirende.

Während des Schuljahres, vor Beendigung ihrer Studien, haben die Anstalt verlassen 115 Schüler, im Jahre 1876/77 54 Schüler, sind gestorben . . -- ,, ,, ,, ,, 2 ,, Aus den obersten Kursen, nach gänzlicher Beendigung der Studien, sind theils mit Diplom, theils mit Abgangszeugnissen abgegangen . . . . 144 ,, ,, ,, ,, 167 ,, 259 Schüler, im Jahre 1876/77 223 Schüler.

Dieselben abgerechnet von der Gesammtfrequenz der Schüler . . . . _640 ,, ,, ,, ,, J710 ,, ergibt sich als Uebertrag auf das neue Schuljahr . . . . 381 Schüler, im Jahre 1876/77 487 Schüler.

230

Von den regelmäßigen Schülern in der mehrerwähnten Zahl von 640 sind im Berichtjahre 331 Schweizer und 309 Ausländer, gegenüber 361 Schweizern und 369 Ausländern im Jahre 1876/77.

Die einzelnen Fachschulen zeigen folgendes Verhältniß zwischen Schweizern und Ausländern:

1877/78.

1876/77.

Fachschule.

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3

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27 11 38 Bauschule . .

Ingenieurschule . 101 152 253 Mechanisch -technische Schule . 75 82 157 Chemisch - technische Schule 49 31 80 Forstschule . . 34 5 39 Landwirthschaftliche Schule .

7 9 16 Fachlehrerabtheilung . . . . 42 6 48 Mathematischer 26 53 79 Vorkurs . .

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gegenüber 1876/77.

27 11 38 77 121 198

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55

67

78 145

--

12

47 51

37 2

84 53

4 14

7

10

17

1

41

10

51

3

14

40

54

361 349 710 331 309 640

-- 22

-- -- -- -- 25

Differenz -- 70.

92

231 Die Zusammenstellung der Schweizer nach Kantonen und der Ausländer nach Staaten ergibt folgendes Resultat: a. Schweizer: oe

GQ

CQ

oi

"o W (S

«

Zürich . .

Bern . .

Aargau . .

Thurgau .

Waadt . .

St. Gallen .

Genf . .

Solothurn .

Tessin . .

Graubünden Baselstadt .

Neuenburg .

Luzern . .

Glarus . .

Schaffhausen Freiburg .

Baselland .

Schwyz .

Appenzell .

Unterwaiden Wallis . .

Zug Uri

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

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16 4 15 2 5 4 -- -- 8 6 --3 3 1 --1 5 1 -- 4 -- 1 2 2 -- 1 1 1 .-- 1 --1 1 -- -- -- -- 1 -- 2 -- 1

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Kanton.

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16 11 9 4 7 6 2 5 2 1 2 2 3 1 4 4 3 3 2 2 4 3 3 2 3 3 --1 2 -- -- --2 · -- -- 1 1 -- -- -- -- --

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-- -- -- -- -- --4 --1 --1 --1 4 -- 2 --1 --4 -- --3 -- 1 -- 2 -- -- -- --

27 77 67 47 51

CH Q}

XI

7 7 7 6 5 1 --2 --1 -- 1 1 1 1 -- -- -- 1 -- --

2 68 47 --2 39 2 19 1 19 -- 16 3 14 14 --2 14 1 12 11 -- 11 -- -- 10 9 --1 6 -- 5 -- 4 4 -- 3 -- 3 -- 2 -- 1

86 41 44 21 20 16 10 10 16 13 12 16 11 5 9 7 8 3 3 2 4 4

18 6-- 5 -- 2 -- 1 -- --4 -- 4-- -- -- 2 1 -- 1 -- -- 5 -- 1 4 --3 -- 2 -- 4 --1 -- --1-- --2 -- ^

7 41 14 331 361 20 50 Differenz -- 30.

232

b. Ausländer.

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30 T-H

Vorkurs.

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| Zunahmegegenüb | Abnahmegegenüb

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VI. Abtheilung.

Chem.-technische

fa

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Landwirthsch. So'

02

OQ

Mech.-technische

Ingenieurschule.

Bauschule.

Oesterreich und Ungarn . . .

Italien . .

Deutschland .

Rußland . . .

Amerika . . .

Rumänien . . .

Schweden u. Norwegen . . .

Dänemark . . .

Großbritannien .

Holland . . .

Türkei u. Serbien Frankreich . .

Griechenland . .

Belgien . .

Aegypten . . .

Ostindien . . .

13 ·g

Forstschule.

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e- tc-- £ co C"" c-

u

5 12 113 128 -- 15 9 43 44 -- 1 --5 8 41 47 -- 6 -- 9 -- -- 24 33 1 23 19 4 --2 6 15 17 -- -- --

4 50 30 -- 3 25 3 9 7 -- 11 3 -- 16 2 1 7 1

10 5 -- 8 -- -- 6 1 3 -- -- --

1 1 -- 1 -- -- -- --

-- 6 4 12 18 -- -- -- 12 17 -- -- 5 --1 --1 _ -- -- -- 6 5 1-- -- -- --2 6 4 2-- -- -- 1 -- 4 8 -- 4 -- -- -- 3 1 2-- -- --1 1 3 1 2-- -- -- -- -- -- -- 2 1 1-- -- -- -- 1 1-- -- --1 1 1-- -- -- -- -- -- -- -- -- 37 2 10 10 40 309 349 11 51

3 1 2 1 1 1 -- 1 -- -- -- -- -- 11 121 78 4 10 2 2 2 2 1 1 1

2 1 1 3 1

Difi eren z --- 40

233 Die Auditoren, hauptsächlich in Vorlesungen der Freifächerabtheilung, erreichten, wie bemerkt, die Zahl von 263, worunter 89 Studirende der Hochschule; gegenüber 277 im Schuljahr 1876/77, inklus. 101 Studenten der Universität.

Von denselben wurden im Wintersemester 431, im Sommersemester 291 einzelne Kurse belegt.

II. Fleiss und Disziplin.

In Ausübung der reglementarischen Kontrole über Fleiß und Disziplin erhielten : a. eine größere Anzahl Schüler Ermahnungen durch die betreffenden Vorstände und den Direktor; b. die Androhung der Wegweisung wegen Unfleiß 25 Schüler oder 4 % der Gesammtschülerzahl. (Im Jahre 1876/77 waren es 36 = 5%.)

c. Relegirt wurden wegen Unfleiß 4, wegen Vergehens .

.

.1, 5 = 0,78 °/o, gegenüber 4 oder 0,56 °/o im Vorjahre.

Nachstehende Tabelle gibt eine Zusammenstellung hinsichtlich der Promotionen in höhere Jahreskurse und vom Vorkurse in die Fachabtheilungen : JahresSchüler- Vor SchtosPromov .Nic^ ^^ knrs_ 2aM< irt promoyirt

T ? < , ,,,!*.

Fachschule

Bauschule

.

.

.

Ingenieurschule Mechanisch - technische Schule .

.

.

Chemisch - technische Schule .

.

Forstschule .

.

.

.

Landwirtschaft]. Schule Fachlehrerabtheilung .

Mathematischer Vorkurs .

I.

U.

I.

n.

III.

14 10 49 49 51

12 9 38 46 47

l l 7 2 2

I.

II.

61 8 39 3 4 -- 3 3

14 l

I.

I.

II.

I.

II.

l -- 4 l 2

46 5 35 6 27 3 23 l 17 l 15 l 8 2 5 l 5 1 4 -- 43 6 36 l 54 10 31 13 4 6 8 4 4 3 7 3 5 1

234

Die Nichtpromovirten repräsentiren sonach 11 °/o (im Vorjahre 11V2 %) der Schülerzahl.

Die' Diplomprüfungen ergaben folgende Resultate : a. U e b e r g a n g s d i p l o m p r ü f u n g .

Angemeldet.

Bauschule .

.

.

.

Ingenieurschule .

Mechanisch-technische Schule Chemisch-technische Schule .

Forstschule .

.

.

.

Landwirtschaftliche Schule .

Im Jahre 1876/77 .

Abgewiesen.

10 31 19 16 8 4 88 82

4 4 4 6 1 3 22 19

Zur Schlussprüfung zugelassen.

6 27 15 10 7 1 66 63

b. S c h l u ß d i p 1 o m p r ü f u n g .

Bauschule .

.

.

.

Ingenieurschule Mechanisch-technische Schule .

Chemisch-technische Schule Forstschule .

. , .

Landwirtschaftliche Schule Fachlehrerabtheilung

.

.

, .

Schülerzahl der BeAbDiploobersten werber. gewiesen, mirte.

Kurse.

13 48 45 26 9 4

8 153 oder:

6 24 16 12 7 1 7 73

6 24 5 11 5 7 3 4 -- 1 1 1 14 59

40 °/o 19 o/o 81 °/o der der der Schüler BeBezahl, werber. werber.

, Im Jahre 1876/77 .

431/4°/ol31/3%862/3% Die Zahl der seit Eröffnung der Schule ertheilten Diplome beläuft sich sonach auf 932, nämlich: 77 Diplome für Architekten, 291 ,, ,, Ingenieure, 235 ,, ,, Maschineningenieure, 136 ,, ,, technische Chemiker, 104 ,, ,, Forst- und Landwirthe, _89 ,, ,, Fachlehrer.

932.

235 In Betreff des eidgenössischen Polytechnikums werden aus dem Bericht des schweizerischen Schulrathes die nachstehenden Angaben hervorgehoben; für das Einzelne wird auf jenen Bericht selbst verwiesen.

P r e i s a u f g a b e n . Von den gestellten Aufgaben wurden zwei gelöst: diejenige der Bauschule: ,,Projekt für eine protestantische Kirche mit 800 Sizpläzen, Orgel- und Sängerchora, und die der Fachlehrerabtheilung: ,,Es soll der allgemeine Ausdruk des gegenseitigen elektrodynamischen Potentials zweier cylindrischer Spiralen mit gegebenen Dimensionen und gemeinsamer Axe entwikelt werden; hieraus sollen sodann für eine Reihe solcher Spezialfälle, die sich bei physikalischen Messungen leicht realisiren lassen, einfachere Ausdrüke abgeleitet und in die für die Anwendung bequemsten Formen gebracht werden." Für die Lösung beider Aufgaben wurde der Hauptpreis ertheilt; die Prämirten waren Schweizer.

E x k u r s i o n e n von längerer oder kürzerer Dauer wurden von allen Fachschulen, sowie von den Studirenden der Geologie und Botanik unter der üblichen Leitung von Professoren oder Dozenten und im Interesse der betreffenden Lehrfächer ausgeführt.

III. Sammlungen und wissenschaftliche Anstalten.

Für die Sammlungen (der Bauschule u. s. w.) und Anstalten (Werkstätten und Laboratorien u. s. w.) wurden Fr. 81,532. 60 verausgabt; die den Kredit von Fr. 74,700 übersteigenden Mehrausgaben wurden theils durch Mehreinnahmen für Benuzung der Laboratorien und Werkstätten, theils durch Extrakredite gedekt.

Die hauptsächlichsten Anschaffungen sind folgende: An der B a u s c h u l e : wissenschaftliche Werke für die Bibliothek, auch als Vorlagen dienend.

Für F i g u r e n - und L a n d s c h a f t s z e i c h n e n : Statuetten, Reliefs und Medaillons, Aquarelle und lithographirte Vorlagen.

An der I n g e n i e u r s c h u l e und an der m e c h a n i s c h - t e c h n i s c h e n S c h u l e wurden namentlich die Vorlagensammlungen bedacht. An ersterer Schule wurden die Vorlagen durch Lichtdrukkopie entsprechender Tafeln großentheils selbst angefertigt. Die Modellsammlung der mechanisch-technischen Schule erhielt hauptsächlich durch Anschaffungen aus dem Gebiete der Kinematik neuen Zuwachs.

Die m e c h a n i s c h - t e c h n o l o g i s c h e S a m m l u n g erwarb u. A. eine Kämmmaschine und eine Analysenwage.

236

P h y s ik a i i s c h e S a m m l u n g u n d p h y s i k a l i s c h e s L a b o r a t o r i u m : Beim ausreichenden Zustande der Demonstrationssammlung betrafen die hauptsächlichsten Anschaffungen das Laboratorium.

Frequenz des Laboratoriums und die an demselben zum Zweke der Publikation ausgeführten wissenschaftlichen Arbeiten sind im Bericht des schweizerischen Schulrathes erwähnt.

Die in den f o r s t w i r t h s c h a f t l i c h e n und den l a n d w i r t s c h a f t l i c h e n S a m m l u n g e n bestandenen Luken wurden ausgefüllt und die Fachliteratur vervollständigt.

Am p f l a n z e n p h y s i o l o g i s c h e n I n s t i t u t e wurden 360 mikroskopische Präparate, besonders für den forst- und landwirthschaftlichen Unterricht, angefertigt u. s. w. Die Frequenz der mikroskopischen Untersuchungen ist im Bericht des schweizerischen Schulrathes angegeben.

Naturhistorische Sammlungen: Die z o o l o g i s c h e S a m m l u n g vermehrte sich durch Ankauf und Geschenke um 7 Säugethiere und 75 Vögel, worunter Seltenheiten, die bisher fehlten.

Die m i n e r a l o g i s c h - g e o l o g i s c h - p a l ä o n t o l o g i s c h e S a m m l u n g erwarb im Ganzen 1335 Stüke ; unter 74 geschenkten Mineralien befinden sich prachtvolle Sehwefelkrystalle aus Sizilien.

Die Arbeiten für Ordnung und Instandhaltung dieser, sowie der zwei folgenden Sammlungen sind aus dem Berichte des Schulrathes ersichtlich.

Die Anschaffungen für die b o t a n i s c h e S a m m l u n g beschränkten sich wegen Mangel an Mitteln auf das Notwendigste; hiezu kam ein Geschenk werthvoller Blüthenpflanzen aus Korsika.

Die e n t o m o l o g i s c h e S a m m l u n g erhielt bei verhältnißmäßig geringen Ankäufen einen beträchtlichen Zuwachs durch ein Geschenk von nahezu 6000 Orthopteren und Hymenopteren, wovon etwa 1/a exotische.

W e r k s t ä t t e n , L a b o r a t o r i e n u. s. w.

Die Frequenz an diesen Anstalten ist aus dem Berichte des Schulrathes ersichtlich.

Betreffs der Anschaffungen ist Folgendes hervorzuheben : Für die Vorlagensammlung der Mo d e l l i r w e r k s t ä t t e wurde eine Auswahl architektonischer Details angeschafft.

237

Die mit dem Nöthigen ziemlich ausgerüstete M e t a l l w e r k s t ä t t e verwendete, wie früher, den größern Theil ihres Kredites für die Betriebsbedürfnisse und machte außerdem einige Erwerbungen.

Für das a n a l y t i s c h e L ab O r a t o r i u m wurden einige Apparate angeschafft. Wissenschaftliche, zum Theil veröffentlichte Arbeiten an dieser Anstalt sind im Berichte des Schulrathes erwähnt.

Der Kredit des c h e m i s c h - t e c h n i s c h e n L a b o r a t o r i u m s wurde für Reparaturen an Apparaten, für Anschaffung von Lehrmitteln und Präparaten, von Apparaten u. s. w. verwendet. Im Souterrain wurde eine neue Kapelle mit Gas- und Wasserleitung erstellt. Gesammtausgaben: Fr. 10,380 (inkl. Fr. 1394 Nachkredit).

Am l a n d w i r t h s c h a f t l i c h - c h e m i s c h e n L a b o r a t o r i u m wurde die chemische Präparatensammlung durch zum Theil selbst dargestellte Objekte vermehrt, ferner eine Sammlung von Gesteinsarten und Verwitterungsstufen derselben, zur Demonstration der Bodenbildung in den agrikultur-chemischen Vorlesungen, angelegt, endlich die Bibliothek etwas vermehrt.

Die auf dem l a n d w i r t s c h a f t l i c h e n V e r s u c h s f e l d e erstmals unternommene Bepflanzung der vertraglich festgesezten vier Jucharten mißlang zum Theil wegen ungünstiger Witterung.

Der Einnahmenüberschuß wird zum Anlegen einer Sammlung von schweizerischen Bodenarten gebraucht werden. Ein ausführlicher Bericht über die Gesammtergebnisse des Versuchsfeldes wird in der schweizerischen landwirtschaftlichen Zeitschrift von 1879 erscheinen.

Archäologische, Kupferstich- und Vasensammlung.

Der diesfalls ausgesezte Kredit ist großenteils für den Einband des seiner Zeit geschenkten Kupferwerkes über die Versailler Galerien verwendet worden. Aus dem Rest wurden gute Blätter, u. A. eine große Seltenheit von Pollajuolo, erworben. Der sogenannte Malerkatalog wurde im Konzept fertig gebracht und wird im laufenden Jahr vollendet werden, wofür ein Extrakredit bewilligt ist.

Die S t e r n w a r t e , über deren Thätigkeit die neuesten Hefte der astronomischen Mittheilungen des Direktors Aufschlüsse geben, erhielt seitens der vielen ausländischen Sternwarten, mit welchen sie im Verkehr steht, zahlreiche Mittheilungen.

Die B i b l i o t h e k vermehrte sich um 658 Bände. Gesammtbestand auf Jahresende: 20,624 Bände, wovon 3137 in den verschiedenen Fachschullokalitäten stehen ; aufgelegte periodische Zeitschriften: 120.

238 Die Geschenke für die Sammlungen und die Bibliothek waren auch im Berichtjahr zahlreich. Der Schulrath verdankt dieselben in seinem Berichte den Donatoren und führt deren Namen, mit Angabe der Geschenke, einzeln auf.

IV. Amtstätigkeit der Schulbehörden.

Der Schulrath behandelte in sechs Sizungen 112 Geschäfte.

Das Präsidialprotokoll weist in der Zwischenzeit die Abwandlung von 407 Traktanden aus.

An der Stelle des verstorbenen Hrn. Gotthardbahndirektor W e b e r , welcher seit 1869 Mitglied des Schulraths gewesen und in dieser Stellung der Anstalt durch seine Fachkenntnisse namentlich in land- und forstwirthschaftlicher Richtung wesentliche Dienste geleistet hat, wurde von uns Hr. Nationalrath S. B a v i e r in Chur in die Behörde gewählt (16. Juli). Lezterer wurde nach seiner Wahl in den Bundesrath durch Hrn. Nationalrath D i e t l e r in Solothurn ersezt (24. Januar laufenden Jahres).

A e n d e r u n g e n im L e h r e r p e r s o n al.

Mit Tod ist abgegangen Hr. Prof. Karl Keller, welcher eine Reihe von Jahren den Unterricht in deutscher Sprache am Vorkurse versehen hat.

Hr. Dr. A. Mousson, Professor für Physik am Polytechnikum seit dessen Eröffnung, wurde von uns in Würdigung seines hohen Alters und seiner angegriffenen Gesundheit, sowie in Anerkennung der ausgezeichneten Dienste, welche er während 23 Jahren der Schule geleistet hat, auf Ende September mit einem angemessenen Ruhegehalt in den nachgesuchten Ruhestand versezt.

Im Fernern wurden auf ihre resp. Gesuche entlassen: Herr Markus 'Rotten von Lemberg, Assistent der mechanischtechnischen Abtheilung, und Herr Amadée Valat von Soulz-la-Ville, Assistent der Ingenieurschule ; in Folge Uebertrittes in die Praxis : Herr Adolf Weiler von Winterthur, I. Assistent in darstellender Geometrie ; Herr Heinrich Fischii von Dießenhofen, II. Assistent am analytischen Laboratorium.

239 Die Herren Rotten und Valat erhielten gleichzeitig ihre Entlassung als Privatdozenten, und überdies erklärte Herr Dr.3 Werner Schmid seinen Austritt als Privatdozent für chemische Fächer.

Zur Ergänzung der Luken fanden folgende Neuwahlen statt : Herr Johann Keller von Mandach, bisheriger II. Assistent, wurde zum I. Assistenten in darstellender Geometrie befördert und an dessen Stelle Herr Christian Beyel von Zürich zum H. Assistenten gewählt.

Herr H. Gutknecht von Neftenbach erhielt die II. Assistentenstelle im analytischen Laboratorium.

In Wiederbesezung der Professur für Physik wählten wir Herrn Dr. Heinrich Schneebeli von Ottenbach (Zürich), Professor der Physik an der Akademie in Neuenburg. Derselbe wird die Stelle mit 1. April 1. J. antreten.

In Ausführung des Art. 94 der eidgenössischen Miliïarorganisation wurde Herr eidgenössischer Oberst Emil Rothpletz in Aarau zum Professor der Kriegs Wissenschaften, für Kriegsgeschichte, Strategie, Taktik, Heeresorganisation und Heeresverwaltung, mit Amtsantritt auf 1. Mai, ernannt.

Als Privatdozenten haben sich habilitirt: Herr Dr. Ernst Grete, Vorstand der landwirthschaftlichchemischen Versuchsstation, für chemische Fächer ; Herr Carl Schröter von Zürich für botanische Fächer, und Herr Julius Weber von Wollishofen (Zürich) für Ingenieurfächer.

Stipendien und

Schulgeldernachlaß.

Aus der Châtelain'schen Stiftung wurde der Betrag von Fr. 3050 zu Stipendien an 14 Schüler ausgesezt. Ueberdies sind 48 Schüler und 3 Auditoren von Bezahlung des Schulgeldes und der Honorare ganz oder theilweise befreit worden. Von den Erträgnissen des Legates des sei. Herrn Professor Escher v. d. Linth für Unterstüzung dürftiger Geologiestudirender auf geologischen Exkursionen wurden für 11 Studirende Fr. 198 verausgabt.

Organisatorisches.

Abgesehen von verschiedenen Provisorien, welche in Folge vcn Krankheit einzelner Lehrer und Vakanz gewisser Lehrstellen getroffen werden mußten, haben verschiedene Veränderungen statt-

240

gefunden, welche sich theils auf das Schulprogramm, theils auf E r gänzungen im P r o g r a m m der mechanischen A b t h e i l u n g , theils auf eine n e u e O r g a n i s a t i o n des z o o l o g i s c h e n U n t e r r i c h t s beziehen. Im Besondern kommt hier Folgendes in Betracht.

Reorganisation und P r o g r a m m ä n d e r u n g für den U n t e i - r i c h t in d a r s t e l l e n d e r Geometrie.

Im bestgemeinten Eifer, das wissenschaftlich Bedeutendste zu leisten, war in den Abtheilungen der Architekten, Ingenieure und Mechaniker ein Programm der darstellenden Geometrie durchgeführt worden, welches neben den andern notwendigen ma.thematischtechnischen Fächern die Schüler zu sehr belastete. Die daherige Unzufriedenheit äußerte sich in einer kränkenden Ausschreitung gegen den Lehrer, die jedoch durch das gemessene Vorgehen der Behörde und den bald zur gesezlichen Ordnung zurükkehrenden bessern Sinn der Schülerschaft ohne Nachtheil für die Anstalt und den regelrechten Fortgang des Unterrichts blieb. Der Schulrath ordnete eine allseitige Untersuchung und Erörterung der Angelegenheit an. In Folge davon wurde ein neues Programm aufgestellt, welches in höherm Grade die für die Techniker besonders nothwendigen Theile des Faches betont und den vorzutragenden Stoff wesentlich reduzirt. Soweit in einem Uebergang bereits auf das neue Programm Rüksicht genommen werden konnte, ist dies schon im Sommerseinester 1877/78 geschehen. Es ist nun zu gewärtigen, welche Erfahrungen mit dieser neuen Organisation gemacht werden.

'·o" Militärische Vorlesungen.

Gleichzeitig mit der Ernennung des Herrn eidgenössischen Obersten Rothpletz zum Professor für Kriegs Wissenschaften (siehe oben) wurde der Umfang der vom Gewählten hiedurch übernommenen Pflichten festgestellt (7. Mai). Im Fernern hat der Bundesrath durch Beschluß vom 2. Juni Vorsorge getroffen für Anschaffung von Lehrmitteln der neu geschaffenen militärischen Abtheilung, für künftige Dekung der Kosten des militärischen Unterrichts am Polytechnikum, wie für das Doziren weiterer militärischer Fächer außer den von Herrn Professor Rothpletz bereits übernommenen. Nach diesfälligen nähern Vereinbarungen zwischen dem Militärdepartement und dem Präsidenten des Schulrathes, worüber der Bericht des genannten Departements nachzusehen, wurden in das Schulprogramm für 1878/79 die aus demselben ersichtlichen militärischen Kurse in der Freifächerabtheilung aufgenommen.

241

Vertrag über Maturitätsexamen zur Aufnahme ins Polytechnikum.

Mit der Akademie in Lausanne, resp. mit dem Erziehungsdepartement des Kantons Waadt, ist ein Vertrag abgeschlossen worden, betreffend Abhaltung von Maturitätsexamen für Aufnahme von Schülern jener Akademie in die Fachlehrerabtheilung des Polytechnikums.

L a n d w i r t h s c h a f t l i c h e Stationen f ü r chemische U n t e r suchungen und Samenkontrole.

Nachdem durch Bundesbeschluß vom 17. März 1877 die Errichtung einer agrikultur-chemischen Untersuchungs- und einer Samenkontroistation au der landwirtschaftlichen Abtheilung des Polytechnikums beschlossen worden ist, sind diese Anstalten, wie im 1877er Geschäftsbericht vorläufig bemerkt ist, im Berichtjahr in's Leben getreten. Zu den Hauptaufgaben der Untersuchungsstation gehört die Kontrole künstlichen Düngers, zu denjenigen der Samenkontroistation die Untersuchung von Sämereien hinsichtlich ihrer Aechtheit, Keimfähigkeit u. s. w. Die Vorschriften über die Art und Weise, in welcher diese Kontrole gehandhabt wird, und die hiefür festgesezten Taxen sind in dem diesfalls aufgestellten, von uns unterrn 2. Oktober 1877 genehmigten Reglement enthalten.

(Seither haben wir die Aufnahme einiger die agrikultur-chemische Untersuchungsstation betreffenden Zusäze in's Reglement beschlossen ; Bundesbl. 1878, Bd. IV, S. 58.) Sämmtliehen Kantonsregierungen4,st von dem Bestehen und dem Zweke dieser Anstalten, unter Mittheilung des Reglements,. Kenntniß gegeben worden, mit der Einladung, bei sich bietendem Anlaß von diesen Einrichtungen ihrerseits Gebrauch zu machen und auch in interessirten Kreisen, soweit thunlicb, zur Benuzung zu veranlassen und aufzumuntern (Kreisschreiben vom 6. Februar). Die schweizerische Land- und Forstwirthschaft hat denn auch von den in ihrem Interesse geschaffenen Anstalten reichlichen Gebrauch gemacht, und in Folge dessen hat auch die Wirksamkeit dieser Anstalten sich nach beiden Richtungen überraschend schnell zu einer erfreulichen Intensität gesteigert. Das Numerische und Spezielle der gepflogenen Untersuchungen u. s. w.

ist im Berichte des Schulrathes erwähnt, der auch die daherigen reichlichen Einnahmen beider Stationen berührt und beifügt, daß die Vorsteher beider Abtheilungen die Interessen der land- und forstwirtschaftlichen Schule durch entsprechende Vorlesungen zu fördern suchen. Schließlich spricht der Schulrath schon nach den Ergebnissen des Berichtjahres die Ueberzeugung aus, daß durch F.nmipsblatt. 31. Jahrg. Bd. II.

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diese neuen Institute wesentliche Interessen der Land- und Forstwirthschaft längst vermisste Befriedigung finden.

Größere Nuzbarm achung der land wirtschaftlichen A b t h e i l u n g für L a n d w i r t h e .

Anläßlich der Berathung des Voranschlags für 1879 haben die eidgenössischen Räthe durch Postulat vom 20. Dezember den Bundesrath eingeladen, die Frage zu untersuchen und zu begutachten, wie die landwirtschaftliche Abtheilung des Polytechnikums, ohne Beeinträchtigung der wissenschaftlichen Rangstufe derselben, den Landwirthen zugänglicher und nuzbringender gemacht werden könnte (Amtl. Sammlung, neue Folge, Bd. HI, S. 669). Das Departement, dem wir dieses Postulat zur Vollziehung überwiesen haben, hat den Schulrath ersucht, die angeregte Frage zu prüfen und darüber Bericht zu erstatten. Lezterer wird das Postulat im Zusammenhang mit der Petition des Vereins ehemaliger Polytechniker (s. hienach) behandeln und über Beides gleichzeitig Bericht und Anträge bringen.

L e ben s mitt eich ernie.

Siehe oben den Bericht des Departements unter II, 3.

Organisation des forstlichen Versuchswesens in der S ch weiz.

In Betreff dieses vom schweizerischen Forstverein angeregten Gegenstandes hat der Schulrath, resp. dessen Präsident, auf Einladung des Departements ein Gutachten abgegeben, welches die Anregung kräftig unterstüzt und deren nähere Ausführung allseitig bespricht. Uebrigens wird bezüglich dieser Frage auf den Bericht des eidgenössischen Forstinspektorates verwiesen.

Petition des Vereins ehemaliger P o l y t e c h n i k e r , b e t r e f f e n d Reorganisation der p o l y t e c h n i s c h e n Schule.

Der Schulrath theilte uns unterm 26. März mit, er werde der Eingabe des Vereins ehemaliger Polytechniker vom 26. August 1877, betreffend Reorganisation der polytechnischen Schule, da dieselbe aus wohlwollenden Absichten hervorgegangen sei, seine ernste Aufmerksamkeit schenken, und er habe eine Dreierkommission zur Berathung derselben niedergesezt, wie auch die der Eingabe beigelegten speziellen Vorschläge, betreffend Reorganisation der Ingenieur-, Forst-, mechanisch-technischen und Fachlehrer-Abtheilung, den interessirten Separat-Lehrer-Konferenzen zur Begutachtung vorgelegt. In der

243 Voraussezung, daß die Behandlung dieser Angelegenheit imtneihin einige Zeit in Anspruch nehmen werde, ließen wir den Petenten von obigen Beschlüssen Kenntniß geben (29. März). Zufolge einer Verständigung zwischen dem Schulrathe und dem Vorstand, des Vereins ehemaliger Polytechniker bezeichnete lezterer für die einzelnen Abtheilungen der polytechnischen Schule praktische Techniker, welche zu Händen der Kommission weitere Aufschlüsse und fachmännischen Rath zu geben hätten. Eine an uns gerichtete Eingabe des schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins, welche die Petition des Vereins ehemaliger Polytechniker unterstüzte, wurde dem Schulrath übermittelt (30. August). Laut dem Bericht des Schulrathes ist die Untersuchung und Prüfung des weitschichtigen Materials im Berichtjahr erheblich gefördert worden und wird der Schulrath im laufenden Jahr einläßlichen Bericht und Anträge vorlegen können.

O r d n u n g d e r B a u p f l i c h t f r a g e Zürichs.

Die Angelegenheit, betreffend die dem Kanton Zürich gegenüber dem Polytechnikum obliegende Baupflicht, 'wurde im Berichtjahre ihrer Erledigung bedeutend näher gerükt. Durch die inzwischen erfolgte theilweise Neubestellung der Zürcher Regierung ist die Sache wieder in Fluß gerathen, und es haben in der Folge zwischen dem Departement und der genannten Regierung zwei Konferenzen, die erste am 23. Mai, die zweite am 9. November stattgefunden, welche ein drittes und viertes Vertragsprojekt zum Ausgangspunkte hatten. Der Bundesrath hat die Genugthuung, hier gleich die Bemerkung beifügen zu können, daß die seit bald einem Jahrzehnt hängende Frage sich auf dem Wege zu einem günstigen Abschlüsse befindet. Wir werden die Ehre haben, im Verlaufe dieses Jahres Ihnen darüber besondere Vorlage zu machen.

Maschine für Festigkeitsprüfung von Baumaterialien.

Nachdem durch Bundesbeschluß vom 22. August für Aufstellung obgenannter dem Polytechnikum gehörenden Maschine der nöthige Kredit von Fr. 20,800 gewährt worden ist (Bundesbl. Bd. II, S. 1111; Amtl. Sammlung, neue Folge, Bd. III, S. 497), haben wir den vom schweizerischen Schulrathe zu jenem Zwek mit der Direktion der Nordostbahn abgeschlossenen Vertrag genehmigt (8. Oktober).

Das Schulrathspräsidium hat im Einverständniß mit der Nordostbahndirektion, die für Unterbringung der erwähnten Maschine ihren Oberingenieur zur Verfügung stellte, die erforderlichen Maßnahmen für Anordnung der Baute sofort getroffen und die Arbeiten darauf, 12 °,'o unter dem Voranschlag, einem Baumeister in Zürich vergeben, der zufolge Abkommens die Baute bis zu Ende des Jahres fertig

244

erstellen sollte. Laut dem Berichte des Schulrathes ist die Baute vollendet und kann die Maschine im laufenden Jahr in Aktivität treten.

Vertrag, b e t r e f f e n d das l a n d w i r t s c h a f t l i c h e Versuchsfeld.

Nachdem die Regierung von Zürich den mit dem schweizerischen Schulrath unterm 29. Mai 1872 vereinbarten Vertrag, betreffend Ueberlassung und Besorgung des landwirtschaftlichen Versuchsfeldes im Strickhof, auf Ende 1878 gekündet, jedoch zugleich ihre Geneigtheit zum Wiederabschlusse eines Vertrages auf neuer Grundlage ausgesprochen hat, ist der Schulrath auf diesen Vorschlag eingetreten und hat die Aufnahme neuer Verhandlungen bei der hieinit beauftragten Direktion des Innern eingeleitet.

C. Statistisches Bureau.

Zunächst fand die Bearbeitung der e i d g e n ö s s i s c h e n V i e h z ä h l u n g vom 21. April 1876 ihren Abschluß in der Schrift: Statistik der Viehbesizer. Diese Schrift gibt zunächst dieselben Tabellen über die Zählung von 1876, wie das zweite Heft über die eidgenössische Viehzählung von 1866; dann aber macht sie in einer Vergleichung mit den Ergebnissen jener Zählung auf die seit derselben eingetretenen Veränderungen aufmerksam.

D ie B e v ö l k e r u n g s b e w e g u n g im J a h r e 1877 wurde in derselben umfassenden Weise publizirt wie für das vorhergehende Jahr und dabei auf die eigenthümlichen Erscheinungen des Jahres in wirthschaftlicher und sanitarischer Beziehung hingewiesen.

Die wöchentlichen Zusammenstellungen über die Geburten und Sterbefälle in den Ortschaften mit mehr als 7000 Einwohnern wurden in bisheriger Form fortgesezt und den betreffenden Ortschaften, sowie einer Menge ausländischer Städte und Bureaux, welche Tauschexemplare senden, mitgetheilt.

245 Die A u s f u h r d e r S c h w e i z n a c h d e n V e r e i n i g t e n S t a a t e n im J a h r e 1877 wurde in bisheriger Weise veröffentlicht.

Ebenso die ü b e r s e e i s c h e A u s w a n d e r u n g im J a h r e 1877 ; von den Kantonen Uri, Freiburg, Solothurn, Waadt und Genf waren jedoch keine Angaben erhältlich.

R e k r u t i r u n g s s t a t i s t i k . Es wurden veröffentlicht die Resultate der pädagogischen Prüfungen bei den Rekrutirungen für das Jahr 1877 und für das Jahr 1878. Auch die Tabellen über die sanitarischen Untersuchungen bei der Rekrutirung pro 1878 wurden vom statistischen Bureau einer einläßlichen Prüfung unterworfen; in Folge der sehr ungleichmäßigen Ausfüllung der Tabellen entsprach die wissenschaftliche Ausbeute der darauf verwendeten Arbeit nicht ganz; das Resultat wird gelegentlich mitgetheilt werden.

V e r s i c h e r u n g s w e s e n . Die Antworten der Kantone auf das Kreisschreiben des Bundesrathes vom 9. März 1877 sind nunmehr eingelangt und größtenteils zusammengestellt; in welcher Weise die Gesellschaften selbst einzuberichten haben, ist erst noch grundsäzlich festzustellen; dies kann nunmehr geschehen, nachdem in dem neu geschaffenen Departement für Handel und Landwirthschaft eine vorberathende Behörde bezeichnet ist.

An der Förderung i n t e r n a t i o n a l e r Statistik betheiligte sich das Bureau durch Theilnahme an dem Anfangs Juli in Paris abgehaltenen demographischen Kongreß, welcher sich ausschließlich mit Bevölkerungsstatistik beschäftigte, und an der unmittelbar hernach zusammentretenden permanenten Kommission des statistischen Kongresses. Beide Versammlungen waren von der Mehrzahl der statistischen Landesbüreaux beschikt.

Auch in diesem Jahre wurde das Bureau vielfach von Behörden des In- und des Auslandes um Mittheilungen ersucht, und es wurde diesen Gesuchen stets insoweit entsprochen, als dies geschehen konnte, ohne die eigenen Aufgaben des Bureau zu vernachläßigen.

Der Direktor des Bureau wurde ferner persönlich mehrfach in Fragen, welche mit der Statistik zusammenhängen, von der Administration des Bundes zur Mitwirkung beigezogen.

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D. Abtheilung Bauwesen.

  1. Allgemeines.

Organisation.

Durch das Bundesgesez vom 21. August 1878, betreffend Abänderung des Gesezes vom 2. August 1873 über die Besoldung der eidg. Beamten, wurde das Personal des Baubüreaus festgestellt.

Dasselbe besteht hienach nur aus Technikern und wurde damit die bis dahin bestandene Stelle eines besondern Departementssekretärs für das Bauwesen aufgehoben, nachdem sie schon im Juni des Berichtjahres durch Hinschied des Inhabers erledigt war und nicht wieder besezt worden ist; der Kanzleidienst soll von der Hauptkanzlei des Innern, beziehungsweise durch derselben entnommenes Personal besorgt werden.

Bei Aufstellung des technischen Personals wurde, wie in unserer Botschaft vom 17. Mai 1878 zu vorgenanntem Geseze ausdrüklich gesagt ist, auf das dem Bundesrathe durch das Bundesgesez betreffend die Wasserbaupolizei hiefür zur Verfügung gestellte Personal noch keine Rüksicht genommen, mit dem Vorbehalte, dafür erst zu sorgen, nachdem über das Bedürfniß weitere Erfahrungen gemacht sein würden.

Die Erlassung der Geschäftsorgauisation der Bauabtheilung des Departements des Innern auf Grund des nunmehrigen Personalbestandes wurde auf das laufende Jahr, als nach dem Inslebentreten der neuen Organisation des Bundesrathes, verschoben.

Es bleibt daher nur noch zu erwähnen, daß nachdem schon früher bei diesem Departement das Bau- und Mobiliarwesen vereinigt war, wir geeignet gefunden haben, demselben auch die in -- für eidg. Verwaltungen gemietheten -- Lokalen vorkommenden baulichen Arbeiten und das Feuerversicherungswesen bezüglich der dem Bunde gehörigen Gebäude zu übertragen.

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B. Eigenes Bauwesen des Bundes.

I. Hochbauten.

Außer den gewöhnlichen Unterhaltungsarbeiten an den eidg.

Gebäulichkeiten sind während des Berichtjahres folgende erheblichere Umbau- und Erweiterungsarbeiten in Ausführung gekommen : 1. Ein hydraulischer Aufzug von einem der eidg. Staatskassa zugetheilten Zimmer im Bundesrathhause in das Kassengewölbe im Souterrain daselbst, nebst verschiedenen im Interesse größerer Sicherheit gegen Einbrüche liegenden Einrichtungen im Kassengewölbe und im darüber liegenden Zimmer; 2. eine Laufbahn mit Hindernissen auf dem Turnplaz des Waffenplazes Thun; 3. die Verlegung des Feuerwerkersaalgebäudes und des dazu gehörenden Munitionsmagazines aus dem Polygon auf der großen Allmend in Thun auf die kleine Allmend daselbst; 4. die Hydrantenanlage bei dem Zeughaus Nr. I, der Konstruktionswerkstätte und dem Munitionskontrolgebäude in Thun, nebst Gas- und Wassereinrichtung in lezterm Gebäude; 5. ein Aufzug von 80 Zentnern Tragkraft im Zeughaus Nr. I · in Thun, zum Heben der schweren Geschüzrohre ; 6. verschiedene Instandstellungs- und Umbauarbeiten im Zeughause Rapperswyl; 7. theilweiser Abbruch von zwei Stampfegebäuden in der Pulvermühle Lavaux und Erstellung von zwei Gebäuden zur Aufnahme von Läuferwerken daselbst, sammt Fundationen für die leztern; 8. Abbruch eines ausgebrannten Verkohlungsofens in der Pulvermühle Worblaufen und Wiederaufführung desselben, resp.

Neueinmauerung von zwei Verkohlungsretorten ; 9. Umbau- und Instandstellungsarbeiten im Oekonomiegebäude auf der Pulvermühlenbesizuug Kriens ; 10. eingreifende Instandstellungs- und Umbauarbeiten an den Zollhäusern Durstgraben, St. Margrethen, Chiasso, Brenets, Meudon, Meyrin und Moillesulaz ; 11. Kloakenanlage für das Postgebäude Genf, sowie Abbruch und Neuerstellung des Calorifère des südlichen Gebäudeflügels;

248 12. verschiedene Ergänzungsarbeiten im Postgebäude Chur und Erstellung von vier großen Thorsäulen für die Einfahrtsthore in den Posthof daselbst, nebst Aenderung und Verstärkung der leztern.

Neubauten wurden folgende erstellt: 1. In Payerne, Freiburg und Chur je ein Munitionstnagazin.

Der nur nach bedeutenden Schwierigkeiten erlangten Baubewilligungen für diese überall ungern gesehenen Munitionsmagazine wegen konnten die beiden erstgenannten Gebäude nicht vor dem Spätsommer, das leztere sogar erst im Herbst in Angriff genommen werden, so daß, wenn auch alle drei Magazine noch rechtzeitig unter Dach gebracht und auf-Ende 1878 theilweise bezogen werden konnten, deren Vollendungsarbeiten erst im gegenwärtigen Frühjahr in Ausführung kommen werden.

2. Das Zollhaus in Oberried, welche Baute infolge Projektsumarbeitungen und anderer den Beginn der Arbeiten verzögernder Umstände auch erst im Spätsommer vergeben und daher vor Eintritt des Winters nur unter Dach gebracht werden konnte.

Das Gebäude wird bis Mitte Mai nächsthin zum Bezüge bereit sein.

3. Das Dependenzgebäude zu den Zollgebäulichkeiten in Moillesulaz, Holzhäuser, Abtritte und Waschhaus enthaltend.

4. Das Zollhaus in Mon-Idee, welches bereits im Herbst der Zollverwaltung übergeben werden konnte.

5. Die Vollendungsarbeiten an der Postwagenremise in Glovelier, wozu gleichzeitig eine Wasserleitung erstellt wurde.

In der das eidg. Verwaltungsgebäude betreffenden Frage wurde in Berüksichtigung der großen Kosten eines. hiefür auszuführenden Neubaues die schon früher einmal augeregte Erwerbung der Inselspitalgebäulichkeiten neuerdings in Erwägung gezogen, nachdem infolge beabsichtigter Verlegung des Spitals dieselben erhältlich geworden sind.

Nachdem eine über die Verwendbarkeit dieser Gebäulichkeiten für diesen Zwek veranstaltete Expertise ein im Ganzen günstiges Resultat hatte und infolge einer daraufhin mit der Inselverwaltung gepflogenen Unterhandlung diese ein bestimmtes Verkaufsangebot gemacht hat, ist es nöthig, über die erforderlichen Umbauten noch

249 einen genauen Voranschlag machen zu lassen, bevor wir Ihnen in: dieser Angelegenheit Anträge vorlegen können.

Der für das neue Verwaltungsgebäude an der Bundesgasse in Aussicht genommene und im Jahr 1876 in den Besiz der Eid-, genossenschaft übergegangene Bauplaz war bis zum lezten Sommer an zwei Bauunternehmer, welche denselben zum Ablagern und Bebauen von Steinen benüzten, verpachtet.

Nachdem aber vom Gemeinderath der Stadt Bern im Auftrage des großen Stadtrathes das Gesuch gestellt wurde, es möchte diese Verpachtung aufgehoben und der Plaz der Stadt provisorisch bis zu anderer Verwendung als öffentliche Promenade überlassen werden, haben wir geglaubt, diesem Gesuche entsprechen zu sollen.

II. Strassenbauten.

Die Besorgung des der Eidgenossenschaft obliegenden Unterhaltes der auf ihren Besizungen liegenden Straßen und Wege fand in gewöhnlicher Weise statt.

Nebstdem kam der im Frühjahr 1877 begonnnne Bau der neuen Straße zwischen Amsoldingen und Thierachern mit Schuzwall gegen Artilleriegeschoße zur Vollendung.

Die im Vorjahre begonnene Rollbahn bei den Gebäulichkeiten des eidg. Laboratoriums in Thun und den Munitionsmagazinen an der Aare daselbst wurde um ein weiteres Stük verlängert.

IM. Wasserbauten.

Außer den gewöhnlichen Instandhaltungsarbeiten der Fabrikkanäle in Lavaux, Worblaufen, Köniz, Kriens und Chur mußten auch im Berichtjahre wieder einige erhebliche Arbeiten an den Kanalanlagen genannter Etablissemente, sowie an der Aare längs der eidg. Allmend in Thun vorgenommen werden.

In Lavaux wurde der Schwellenkopf und die rechte Ufermauer der Aubonne beim Einlauf des Fabrikkanals der Pulvermühle erhöht, die alten im Verfall begriffenen Schleusen abgebrochen und durch neue ersezt.

Für die zwei neuen Läuferwerke daselbst kamen verschiedene Arbeiten, wie neue Wasserrad kröpfe, Leerläufe, Schleusen etc. zur Ausführung.

250 In Kriens mußten einzelne größere Partien der auf Jochen liegenden hölzernen Kanäle, weil faul und nicht mehr reparaturfähig, neu erstellt werden.

Mit den in den lezten Jahren an der Aare längs der eidg.

Allmend und der Kalberweide zu Thun ausgeführten Ufer Versicherungsarbeiten sind bereits solche Resultate erzielt, daß mit geringern Ausgaben in den nächsten Jahren die vollkommene Sicherung der Ufer bewerkstelligt werden wird.

IV. Bauliche Arbeiten in gemieteten Lokalen.

Nachdem dem Zentralmontirungsdepot in der Kavalleriekaserne in Bern durch Miethe eines weitern Theiles des Erdsreschoßes O daselbst die nothwendigen Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt worden waren, wurden in diesen Lokalen verschiedene bauliche Einrichtungen, sowie eine bedeutende Anzahl Gestelle und große Schränke zum Aufhängen von Lederzeug und zum Magaziniren von Schlagwaffen, Reitzeugen, Musikinstrumenten etc. ausgeführt.

In den Divisionsdepots zu Payerne, Freiburg und Zürich wurden die für die Magazinirung der Beschirrungen und sonstigen Pferdeausrüstungsgegenständen erforderlichen Gestelle und Kasten erstellt.

Im Munitionsmagazin im Mohrenthal bei Luzern wurden Gestelle für Unterbringung der Munition errichtet.

Infolge des stattgehabten Entscheides des Prozesses zwischen der Gemeinde Bern und der schweizer. Zentralbahn, betreffend die Schußlinie auf dem Wylerfeld bei Bern, hielten wir, um uns nicht etwa in der einen oder andern Beziehung allfälligen Nachtheilen auszusezen, für räthlich, die Ausführung der für die eidg. Wafienfabrik bewilligten Schußlinie daselbst zu verschieben, bis die Art und Weise der Regelung ersterer Angelegenheit bekannt sein werde.

C. Mobiliar.

Auch in diesem Jahre mußten infolge Miethe von zwei weitern Stokwerken im Militärdepartementsgebäude und zur Befriedigung anderer unabweisbarer Bedürfnisse nicht unbedeutende Neuanschaffungen an Mobiliar gemacht werden, wobei, ebenso wie für den Unterhalt desselben, möglichste Oekonomie gewaltet hat.

D. Beschaffung interimistischer Büreaulokale für einzelne Abtheilungen der eidg. Zentralverwaltung.

Im lezten Jahresbericht wurde bereits erwähnt, daß wir uns veranlaßt gesehen haben, auf 1. Mai 1878 im Militärdepartements-

251 ·gebäude an der Bundesgasse zwei weitere Stokwerke zur Unterbringung der Bureaux verschiedener Verwaltungsabtheilungen des Militärdepartements zu miethen. Seit genanntem Zeitpunkte befinden sich nun in diesem Gebäude die Bureaux des Departementschef, der Militärkanzlei, der Waffenchefs der Infanterie und des Genie, des Oberfeldarztes, der Kriegsmaterialverwaltung und des Oberkriegskommissariates, mit Ausnahme der Drukschriftenverwaltung des leztern.

Auch mußten wir im Eidg. Bankgebäude ein weiteres Zimmer miethen, um in demselben einen Theil der eidg. Militärbibliothek unterbringen, sowie für einige Zeichner des topographischen Bureau, welche bis anhin ihre Arbeiten zu Hause besorgt, Plaz gewinnen zu können.

E. Verschiedene Aufträge betreffend Hochbau.

Auch während des. Berichtjahres haben wir unserm Baubüreau verschiedene Geschäfte, die nicht das eigene Hochbauwesen des Bundes, sondern vom Bunde zu miethende oder anzukaufende Gebäude betreffen, zur Begutachtung überwiesen, so die Frage betreffend die von der Regierung von Basel gewünschten Abänderungen am Projekt für das Postgebäude in Basel und die Angelegenheit betreffend den Ankauf der Reitbabn in Chur. Ferner wurde zu den Kollaudationen der Postgebäude in Neuenburg und Chaux-deFonds, sowie zu derjenigen der Divisionsdepotsgebäude in Payerne jeweilen auch ein Techniker unseres Baubüreau abgeordnet.

F. Kantonale Strasseu und Brüken.

  1. Oberaufsicht Über den Unterhalt.

Diese ist auch im vergangenen Jahre wieder durch unser Oberbauinspektorat in thunlichem Umfange besorgt worden, erstlich bezüglich derjenigen Straßen, für welche laut Artikel 30 der Bundesverfassung die betreffenden Kantone jährliche Entschädigungen erhalten, dann derjenigen, für welche der Bund Beiträge an die Baukosten leistete und endlich auch mit bloßer Rüksicht auf die Benuzung für den Postdienst.

So wurden namentlich inspizirt : Die Furka-, Oberalp-, Axen- und Brünigstraße ; -- die Gotthardstraße -- theilweise wegen der durch die Materialtransporte für den großen Tunnel geschaffenen Verhältnisse zu wiederholten Malen; dann Abtheilungen der Splügen-, Julier- und Maloja-

252 Linien, die Straßen des Vorderrheinthals, von Prättigau, Davos, Ober- und Unterengadin, Münsterthal und Poschiavo mit den Bergpässen des Flüela, Ofenberg, Bernina und Albula, endlich die Schynstraße.

Die daherigen Geschäfte vollzogen sich zum Theil an Ort und Stelle bloß im mündlichen Verkehr unseres Inspektors mit den Beauftragten der Kantonsregierungen, zum Theil mittelst durch Inspektionsberichte veranlaßter Mittheilungen unseres Departements des Innern an leztere.

Zu besonderen Schlußnahmen gaben uns nur zwei Rekurse Anlaß, der eiae von Eilfuhrhalter Regli in Audermatt wegen angeblich mangelhafter Besorgung des Schneebruches auf der dem Kanton Tessin angehörigen Straßenstreke zwischen der Urner Grenze und dem Gotthardhospize, der andere von der Regierung des Kantons Wallis wegen straßenpolizeilicher ßüßung zweier dortiger Angehöriger im Kanton Uri.

Erstere Angelegenheit fand ihre Erledigung durch entsprechende Verfügung der Regierung von Tessin.

Bei lezterer handelte es sich des Nähern darum, daß zwei Fuhrleute von Obergestein in Gesehenen gebüßt wurden, weil die von ihnen benuzten Wa.gen nicht die in Uri vorgeschriebene Radbreite besaßen, wogegen die Regierung von Wallis Einsprache erhob, weil sie in einer solchen Polizei Vorschrift einen Verstoß gegen die durch Artikel 31 der Bundesverfassung gewährleistete Gewerbsf'reiheit glaubte erbliken zu sollen.

Wir haben diesen Rekurs abgewiesen, weil die beschränkte Widerstandsfähigkeit einer aus Kies (sogenanntem Macadam) gebildeten Fahrbahn die Normirung des Verhältnisses zwischen Lastund Radfelgenbreite im Interesse des Verkehrs selbst rechtfertigt und dieselbe durch die Vorschrift von Uri nicht in einem die Gewerbefreiheit beeinträchtigenden Uebermaße stattfindet.

Die laut leztjährigem Berichte im Jahre 1877 außerordentlich verspätete Oeffnung der Bergpässe hat 1878 normal, bei den meisten ungefähr Mitte Mai, stattgefunden.

Die durch Artikel 30 der Bundesverfassung bewilligten Beiträge für die internationalen Alpenstraßen und speziell für den Schneebruch auf dem St. Gotthard sind ausbezahlt worden.

253 2. Subventionirung von Neubauten.

  1. Die S t r a ß e n von B u l l e - B ö l t i g e n und La Croix.

Nachdem, wie schon im lezten Berichte mitgetheilt wurde, die Bulle-Boltigen-Straße in den Kantonen Bern und Freiburg im Jahre 1878 vollendet war, sind im Berichtjahre an beide 'Kantone noch die Subventionsreste ausbezahlt worden.

Wie auch schon damals bemerkt wurde, ist dabei der Neubau der Javrozbrüke, für welchen der Bundesbeschluß vom 8. Hornung 1872 einen besondern Bundesbeitrag für den Fall der Ausführung zusichert, nicht inbegriffen.

Laut von der Regierung von Freiburg abgegebener Erklärung soll diese Brüke sammt Zufahrten spätestens im Jahre 1880 ebenfalls vollendet werden.

Im lezten Bericht geschieht einer Reklamation der Regierung des Kantons Bern wegen Verzögerung der vom Kanton Waadt in Verbindung mit der Subvenüonirung der La Croix-Straße übernommenen Ausführung der Pillon-Straße Erwähnung.

Im Nachgange zu den damaligen Verhandlungen kamen wir im Berichtjahre in den Fall, die Regierung des Kantons Waadt darauf aufmerksam zu machen, daß eine Verschiebung des Baues der Pillon-Straße auf unbestimmte Zeit im Widerspruche mit der Vorschrift des Bundesbeschlusses über Subventionirung der. BulleBoltigen- und der La Croix-Straße stehen würde.

b) L u k m a n i e r s t r a ß e .

Ueber die erfolgte Vollendung dieser Straße wurde auch schon im lezten Berichte Mittheilung gemacht und erübrigte daher für das Berichtjahr ebenfalls nur die Schlußabrechnung und Ausbezahlung des Saldo's des Bundesbeitrages.

·c) Straß e n d a r n m ü b e r den Z ü r i c h s e e bei R a p p e r s w y l .

Bezüglich dieses Baues hatten wir voriges Jahr zu berichten, wie er bei schon sehr vorgerükter Ausführung ins Stoken gerathen, dann aber wieder aufgenommen worden war, so daß eine baldige Vollendung in Aussicht stand.

Diese ist im Berichtjahre dann auch erfolgt.

Bezüglich der gänzlichen Ausbezahlung des Bundesbeitrages, welche mit Rüksicht auf die Ausführung dieses Werkes an und für sich ohne Anstand hätte erfolgen können, ergab sich dagegen ein

254

solcher wegen der an die Konzession der Zürichsee-Gotthardbahn geknüpften Verpflichtung zu Ausbaggerung der Durchfahrts-Oeffnungen für die Schiffe. Diese war und ist noch jezt nicht erfüllt und es ist auch Seitens der Gemeinde Rapperswyl, beziehungsweise der Zürichsee-Gotthardbahn-Unternehmung die Ansicht ausgesprochen worden, daß keine Notwendigkeit bestehe, an derselben festzuhalten.

Auf Gesuch der Regierung von St. Gallen und nachdem diese sich verpflichtet hatte, auf jeweiliges von uns gestelltes Begehren für Ausführung der Baggerung zu sorgen, ist der Rest der Subvention ausbezahlt worden.

Unterdessen wurde von Schiffern vom Zürichsee verlangt, daß die Gesellschaft zu Erfüllung besagter Verpflichtung angehalten werde, nachdem aber schon vorher eine auf das daherige Bedürfniß bezügliche technische Untersuchung durch Vermittlung der Linthkommission eingeleitet war. Je nach Ergebniß derselben werden wir das Weitere in der Sache verfügen.

d) V e r s c h i e d e n e S t r a ß e n - u n d B r ü k e n angelegenheiten.

  1. Straße zwischen Lanzo und Arogno, Kanton Tessin.

Bezüglich dieser schon in zwei Jahresberichten erwähnten Angelegenheit fanden im Berichtjahre neuerdings Korrespondenzen mit der italienischen Gesandtschaft und der Regierung von Tessia statt.

Dieselben blieben aber infolge beharrlicher Weigerung der Gemeinde Arogno, diese Straße abzunehmen, gegenüber welcher genannte Regierung erklärte, nichts weiter thun zu können, fruchtlos.

Es erübrigte uns daher schließlich nur, der italienischen Gesandtschaft unter Kenntnißgabe von den geschehenen Schritten und Erstattung der von derselben eingereichten Materialien unser Bedauern über diesen Ausgang der Sache auszusprechen.

2. Brüken- und Straßen-Anschlüsse bei Biaufond und La Rasse (côte du Doubs).

Im lezten Berichte wurde mitgetheilt, daß über diese Angelegenheit im Oktober 1877 zu Besancon eine internationale Konferenz abgehalten und ein Uebereinkommen unter beidseitigem Vorbehalte der Ratifikation abgeschlossen wurde, welche leztere aber bis Ende 1877 nicht erfolgte.

Im Berichtjahre fanden in der Sache wiederholte Korrespondenzen zwischen uns und der französischen Botschaft einer- und

255 den Regierungen der beiden betheiligten Kantone Bern und Neuenburg anderseits statt, welche aber, nachdem die französische Botschaft wiederholt und zulezt mit Note vom 24. September unsere Dazwischenkunft zu dem Ende nachgesucht, daß die Angelegenheit des Baues einer Brüke über den Doubs bei Biaufond einer beförderlichen Erledigung entgegengeführt werde, ohne dieses Ergebniß abschloß. Die Regierung von Bern erwiderte nämlich auf die Mittheilung dieses Ansuchens der genannten Botschaft, der Große Rath dieses Kantons habe die Genehmigung der Konferenzbeschlüsse von Besançon verschoben, weil diese Frage für den Kanton Bern erst von Bedeutung sein werde, wenn es sich um den Bau einer Straße von Les Bois nach Biaufond handle; der Staatsrath von Neuenburg aber machte darauf aufmerksam, daß seitens der französischen Verwaltung noch eine Rükäußerung bezüglich Plänen der fraglichen Brüke, sowie bezüglich einer in La Rasse zu erstellenden Brüke ausstehen, wobei sich dieselbe übrigens zu weitern Verhandlungen bereit erklärte.

Indem wir der französischen Botschaft den wesentlichen Inhalt dieser Vernehmlassungeu mittheilten, erklärten wir, ohne dieSchwierigkeit einer befriedigenden Lösung dieser Angelegenheit zu verkennen, das Möglichste thun zu wollen, um eine solche herbeizuführen.

Zu Erledigung von Entschädigungsansprüchen, welche von.

Seiten der Eisenwerke von La Rasse wegen Störung ihres Betriebes durch Schuttttblagerungen im Flußbette des Doubs bei Straßenbauten auf dem neuenburgischen Ufer erhoben wurden, fand eine Konferenz zwischen Abgeordneten der Regierung dieses Kantonsund solchen der französischen Regierung statt.

3. T r e s a b r ü k e bei C r e m è n a g a .

In dieser schon voriges Jahr anhängigen, die gemeinschaftliche Tragung von Reparaturkosten an dieser Grenzbrüke betreffenden Angelegenheit fand ein weiterer Verkehr mit der italienischen Gesandtschaft und der Regierung von Tessin statt, ohne noch zumgänzlichen Abschlüsse zu führen.

4. S t r a ß e n a n s c h l u ß von C e n t o - V a l l i .

Auf die laut leztjährigem Berichte in dieser Angelegenheit von Italien geschehene Anregung erwiderte die Regierung von Tessin, einestheils habe der Große Rath troz empfehlender Anträge dieser Regierung den für diese Straße zu leistenden Staatsbeitrag noch nicht behandelt und anderseits sei auch das Konsortium der auf

256 Schweizerseite interessirten Gemeinden noch nicht gebildet, unter solchen Umständen hätten also überhaupt keine auf die Ausführung dieser Straße bezüglichen Dispositionen bisher stattfinden können.

5. R h e i n b r ü k e n bei S c h m i t t e r - D o r n b i r n und bei Bernek Lustenau.

Für diese beiden Brüken ist auf Ansuchen der Regierung von St. Gallen die Genehmigung der Pläne, beziehungsweise für leztere einer Modifikation des früher schon genehmigten Bauplanes mit Rüksicht auf deren Eigenschaft als Grenzbrüken und auf die Rheinkorrektion ausgesprochen worden.

6 . S t r a ß e n a n s c h l u ß z w i s c h e n M ü n s t e r t h a l (Graubünden) und Etschthal.

In dieser Angelegenheit sind, wie bekannt, seit dem Neubau der Straße über den Ofenberg bis an die Tyrolergrenze im Münsterthal bei Oesterreich vielfältige Schritte zum Zweke der Fortsezung derselben bis zum Anschlüsse an die Etschthalstraße geschehen, aber stets ohne den gewünschten Erfolg.

Auf eine leztes Jahr wieder vom Münsterthal aus stattgehabte Anregung sind neuerdings bei der Gesandtschaft in Wien Erkundigungen eingezogen worden, deren Ergebniß aber keine Aussicht auf baldige Erledigung dieser Angelegenheit eröffnete.

7. S am n a u n - S t r a ß e .

Auf ein Gesuch der graubündnerischen Gemeinde Samnaun betreffend einen Beitrag für die Verbesserung der auf österreichischem Gebiete liegenden Straßen Verbindung dieser Gemeinde und Thalschaft mit der Tyrolerstraße und dadurch mit Graubünden mußte der Bescheid ertheilt werden, der Bundesrath könne in Ermangelung jeglichen gesezlichen Anhaltspunktes die Gewährung dieses Gesuches nicht in Aussicht stellen, auch müßte dasselbe jedenfalls durch die Kantonsregierung vermittelt werden.

Allgemeines Wasserbauwesen.

Oberaufsicht über die W a s s e r b a u p o l i z e i und Subventionirung von Korrektionen und Verbauungen d u r c h B u n d e s r a t h s b e s c h l üsse.

Wir haben unter dem Titel ,,A. Allgemeines bemerkt, daß .bei dem dermaligen Personalbestande des eidgenössischen Bau-

257 inspektorates auf ein besonderes technisches Personal, wie es durch Art. 4 des eidgenössischen Wasserbaupolizeigesezes dem Bundesrathe für die Ausübung der Oberaufsicht über die Wasserbaupolizei zur Verfügung gestellt wird, noch keine Rüksicht genommen ist.

-- Sodann ist auch die den Kantonen für die in Uebereinstimmung mit dem Bundesgeseze von ihnen bezüglich der Wasserbaupolizei zu erlassenden Geseze und Verordnungen gegebene zweijährige Frist noch nicht abgelaufen und bringt schon dieser leztere Umstand mit sich, daß die Oberaufsicht des Bundes im Sinne der Kontrolirung der Handhabung dieser Polizei durch die Kantone bisher nicht ins Leben treten konnte.

Die Vollziehung des Wasserbaupolizeigesezes bezog sich daher im verflossenen Jahre meist noch bloß auf die Subventionirung von Schuzbauten und wir sind im Falle, hierüber nach den einzelnen Kantonen Folgendes zu berichten: Bern.

Bezüglich des laut leztjährigem Berichte in Behandlung gewesenen Projektes und Subventionsgesuches betreffend Korrektion des Färzbaches zu Schangnau ist im Bericht jähre nichts vorgekommen, indem wir nämlich einer Aeußerung der Kantonsregierung entgegen sehen.

Von dem genehmigten Projekte der Korrektion und Verbauung des Grünbaches zu Merligen am Thunersee fand sich der erstgenannte Theil dieser Unternehmung, nämlich der Kanal- oder Schalenbau bei Merligen im Berichtjahre in Ausführung und wurden an den daherigen Beitrag verhältnißmäßige Abschlagszahlungen geleistet.

Für die Verbauung des obern Laufes dieses Baches wurde von der Regierung von Bern das Ausführungsprojekt uod der definitive Kostenanschlag eingereicht und erhielt beides die diesseitige Genehmigung.

Die Behandlung eines von derselben Regierung Namens der Gemeinde Oberhofen am Thunersee bezüglich Korrektion und Verbauung des Riedernbaches daselbst eingesandten Subventionsgesuches wurde, da dasselbe erst im Dezember einging, auf die zur Lokalbesichtigung geeignete Jahreszeit verschoben.

L u z e r n.

Auf ein von Seiten der Regierung des Kantons Luzern an unser Departement des Innern gerichtetes Gesuch beauftragte dieses den eidgenössischen Oberbauinspektor mit einer Untersuchung und BeBundesblatt 31. Jahrg. Bd. II.

17

258 gutachtung betreffend die Emmenkorrektion bei Flühli und die Kragen- und ßothbachkorrektion ebendaselbst. Der hierüber erstattete Bericht wurde genannter Regierung mitgetheilt.

S c h w y z.

In gleicher Weise wurde einem vom Baudepartement des Kantons Schwyz bezüglich der Gewässer von Inner-Wäggithal gestellten Gesuche entsprochen.

Obwalden.

Die im leztjährigen Berichte besprochene Verbauung der linkseitigen Ausästung des Eybaches zu Lungern wurde im Berichtjahre ausgeführt, in Folge dessen dieser Bach nun in der beidseitigen Verzweigung des obern und im untern Laufe verbaut ist.

Die Aa- und Mei chaakorrektion bei Samen, welche auch schon im lezten Berichte behandelt wurde, bildete im Berichtjahre Gegenstand einer besondern Vorlage an die Bundesversammlung und der Genehmigung eines Bundesbeitrages durch diese, in Folge dessen sie weiter unten bei den Flußkorrektionen dieser Klasse aufgeführt wird.

Die Korrektion und Verbauung der k l e i n e n S c h l i e r e n bei Alpnacht wurde von obiger Unternehmung, nachdem man sich für das Projekt mit gesonderter Ausleitung in den Vierwaldstättersee entschieden hatte, abgetrennt und bildete dann auch den Gegenstand einer besondern Subventionsbewilligung und auf einläßliche Begutachtung des Oberbauinspektorates gestüzter Projektsgenehmigung.

Nidwaiden.

Auf Ansuchen der Regierung dieses Kantons wurde der eidg.

Oberbauinspektor mit einer Expertise über Verbauung des Buochser Dorfbaches beauftragt und dessen Bericht derselben zugestellt.

G l a r u s.

Hier fanden Verhandlungen mit Lokalbesichtigung bezüglich des Spezialprojektes für eine Sektion der mit Bundesbeiträgen in Ausführung begriffenen Korrektion und Verbauung der Guppenruns zu Schwanden statt, in Folge welcher dieses Projekt festgestellt wurde.

St, G a l l e n .

Dem Korrektions- und Verbauungsprojekte des Wiedenbaches bei Wallenstadt wurde die Genehmigung ertheilt.

259

Verschiedene andere Bäche betreffende, von der Regierung dieses Kantons eingereichte Projekte befanden sich, nachdem darüber Lokalbesichtigungen vorgenommen waren, zu Ende des Berichtjahres noch in Behandlung.

Graubünden.

In diesem Kanton wurden im Berichtjahre wieder eine größere Zahl von Korrektions- und Verbauungsarbeiten ausgeführt und zwar: I. Im G e b i e t e des V o r d e r r h e i n s .

Gemeinden Truns und Schnaus: Arbeiten am Rhein selbst; Gemeinden Seevis und Kästris: Korrektion des Glenners.

II. Im G e b i e t e des Hinterrheins.

Gemeinde Pignieu : Bewuhrung des Baches von Pignieu; Gemeinde Davos-Dörfli : Korrektion des Flüelabaches ; Gemeinde Tiefenkasten : vom Kanton ausgeführte Verbauung am Oberhalbsteinerrhein (Julier) ; Gemeinde Sils im Domleschg: a. vom Kanton ausgeführte Verbauung an der Albula; b. Arbeiten der Gemeinde selbst am Rhein ; Gemeinde Almens: Bachbewuhrung ; Gemeinde Tomils-Rothenbrunnen : Rheinbewuhrung daselbst.

III. V e r e i n i g t e r R h e i n .

Gemeinde Churwalden : Wuhrarbeit an der Plessur auf Meiersboden; Gemeinden Chur, Felsberg, Haldenstein, Trimmis und Untervax : Rheinkorrektion.

Außerdem auf Gemeindegebiet von Chur vom Kanton ausgeführte Verbauung in Valparghera;

260 Gemeinde Jenins : Verbauung des Hundsfällitobels ; Gemeinden Grüsch und Schiers: Landquartkorrektion.

IV. R a m g e b i e t (Münsterthal).

Gemeinde Valcava: Verbauung der Archa gronda-Rüfe ; Gemeinde St. Maria: Verbauung in Val Muranza und Orezzabach.

V. P o s c h i a v i n o g e b i e t.

Gemeinde Brusio: Verbauungen an den Wildbächen von Solcone di Golbia.

Die Bauvorlage von Graubünden für 1879 handlung.

ist noch in Be-

T e s s i n.

Hier wurden Bundesbeiträge verabfolgt: a. Für Wuhrarbeiten am Tessinflusse auf der Streke zwischen Bellinzona und Biasca und bei Personico ; b. für Verbauungsarbeiten bei Lottigna in Val Elenio.

Arbeiten wurden auch ausgeführt an der Verbauung des Dragonatobaches bei Bellinzona; die Abrechnung darüber ging aber erst nach Ablauf des Bericht- und Rechnungsjahres ein.

Neu angemeldet wurde ein Projekt betreffend Bewuhrung der Verzasca bei Gordola. Dasselbe wurde mit gewissen Vorbehalten auch genehmigt und zur Subventionirung zugelassen.

Ein Rekurs der Gotthardbahndirektion gegen eine Entscheidung der Regierung von Tessin, betreffend Kostentragung der Gotthardbahn für die Verbauung des Dragonatobaches, wurde erst nach Ablauf des Berichtjahres erledigt.

W[a a d t.

Wir haben im lezten Berichte mitgetheilt, daß auf Wunsch der Regierung dieses Kantons der Oberbauinspektor mit Untersuchungen an der Gryonne bei Bex beauftragt wurde. Im Berichtjahre reichte diese Regierung Namens der Gemeinden Ollon, Gryon

261 und Bex Projekt und Subventionsgesuch für die Verbauung dieses Wildbaches ein und es wurde auch nach erfolgter Genehmigung derselben die Ausführung bereits in Angriff genommen.

Wallis.

Hier wurde die Ausführung der parallel zur Rhonekorrektion gehenden Entsumpfungskanäle auf allen Sektionen von Brieg bis zum Genfersee fortgesezt und es kann beigefügt werden, daß je weiter dieselbe fortschreitet, um so mehr die ausgezeichnete Wirkung dieser Kanäle sich bemerklich macht.

r Die im Berichtjahre an vorgenannte Kantone für diese Arbeiten ausbezahlten Beiträge belaufen sich auf die Summe von Fr. 180,456. 53, nämlich : Beiträge aus der Bundeskasse Fr. 153,879. 42 ,, ,, ,, Hülfsmillion ,, 26,577. 11.

Dabei ist zu bemerken, daß noch nicht über alle diese Arbeiten definitiv abgerechnet war und daher auch noch Restzah"ö lungen an dieselben zu machen sind.

Wir fügen dieser Unterabtheilung der Hauptabtheilung Wasserbau noch folgende Bemerkungen bei : Der Artikel 9 des Bundesgesezes betreffend die Wasserbaupolizei im Hochgebirge besagt, der Bund betheilige sich an den in diesem Geseze vorgesehenen Bauwerken durch Beiträge aus der Bundeskasse. Darunter können wohl nur die in Artikel 5 bezeichneten verstanden sein, laut welchem an den unter die Oberaufsicht des Bundes fallenden Gewässern die vom öffentlichen Interesse verlangten Verbauungen, Eindämmungen und Korrektionen, sowie alle übrigen Vorkehren, welche geeignet sind, Bodenbewegungen zu verhindern, ausgeführt werden sollen.

Hienach erbliken wir als erstes Erforderniß für die Bewilligung eines Bundesbeitrages, daß es sich um ein Wasser handle, das in dem der wasserbaupolizeilichen Oberaufsicht des Bundes unterworfenen Gebiete liege, welches laut Artikel l des Gesezes einstweilen mit dem Forstgebiete zusammenfällt, da eine weitere Ausdehnung laut Artikel l b bis jezt nicht stattgefunden hat.

Was dann die Art der Arbeiten betrifft, welche Anspruch auf Bundesbeiträge haben, so finden wir, daß die Bezeichnungen in Artikel 5 Alles umfassen, was zum unmittelbaren Schuze vor den von diesen Gewässern drohenden Nachtheilen und Gefahren und was zur rationellem Abhülfe für diese leztern mittelst Verbesserung

262 der Zustände an den Gewässern dient, mag es sich nun in lezterer Beziehung um die Korrektion der Gewässer im untern Laufe oder um diejenigen Arbeiten im obern Laufe derselben handeln, welche die Verhinderung von Bodenbewegungen und damit auch der Geschiebsbildung bezweken.

Dies nebst der technisch richtigen Anordnung sind also die Gesichtspunkte, nach welchen, wie wir finden, die eingehenden Projekte und Subventionsgesuche zu beurtheilen sind.

Dieselben werden daher auch in erster Linie der technischen Untersuchung und Begutachtung unterworfen.

Das Gleiche geschieht bezüglich der Abrechnungen vor Verabfolgung der Bundesbeiträge.

Dabei nehmen wir bezüglich der leztern allerdings an, daß die Kantonsregierungen nur solche Abrechnungen einreichen, welche sie untersuchen ließen und richtig befunden haben und für die sie daher die Garantie der Richtigkeit übernehmen.

Auch während der Ausführung der Arbeiten wurden durch unser Inspektorat so oft als möglich Inspektionen vorgenommen.

Die Erfahrung wird, wie bezüglich des Erfordernisses für die Oberaufsicht über die Wasserbaupolizei im Allgemeinen, so auch speziell bezüglich derjenigen Funktionen, welche sich auf die Prüfung der Pläne, die Beaufsichtigung der Bauausführung und die Verifizirung der Baurechnungen bezieht, zu lehren haben, ob das jezige Personal genügt, um den nothwendigen Anforderungen zu entsprechen.

H. Grosse Flusskorrektionen.

(Subventionirt durch Bundesbeschliisse.)

  1. R h e i n k o r r e k t i o n .

Tardisbrüke bis Monstein, K a n t o n s St. Gallen.

Durch Bundesbeschluß vom 16. August 1878 ist dem Kanton St. Gallen für die Vollendung der Rheinkorrektionsarbeiten auf seinem Gebiete ein weiterer Bundesbeitrag bewilligt worden, welcher dem Drittel der über den Voranschlag von 1861 resp. über die Summe von Fr. 8,500,000 hinaus noch erforderlichen Baukosten gleichkommen, jedoch den Betrag von Fr. 870,000 nicht überschreiten soll.

263 Die Ausbezahlung soll in jährlichen Maximal betragen von Fr. 150,000, beginnend mit 1879, stattfinden. Die Vorschrift, daß dabei zugleich der Maßstab des Vorrükens der Arbeiten zu berüksichtigen sei, kommt zunächst insofern nicht mehr in Anschlag, als der Kanton St. Gallen, indem er seit Erschöpfung der erstbewilligten Subvention die Korrektionsarbeiten ununterbrochen hat fortsezen lassen, schon jezt nach dem Maßstabe seiner Arbeitsleistungen Anspruch auf den Bezug des größern Theiles der Nachsubvention hat.

Hingegen wird bei Verabfolgung dieser leztern auch darauf Rüksicht zu nehmen sein, daß dieselbe für die Vollendung der Korrektion -- selbstverständlich inner der Begrenzung des Subventionsbeschlusses von 1862 -- bewilligt ist und wir haben daher auch Auftrag zu genauerer Ausmittlung und Bezeichnung der Arbeiten gegeben, welche zu Erreichung dieses Zieles noch nothwendig sind.

Die Ausführung hat übrigens auch im Berichtjahre den regelmäßigen Fortgang genommen und der eidgenössische Inspektor hat dabei in gewohnter Weise, namentlich auch bezüglich Prüfung und Begutachtung der Bauanträge und der Kostenrechnung, funktionirt.

Dem K a n t o n G r a u b ü n d e n , beziehungsweise den dortigen Gemeinden Maienfeld und Fläsch, als bei dieser Rheinkorrektionsunternehmung am rechten Ufer betheiligt, ist durch Bundesbeschluß von gleichem Datum an die Kosten der Vervollständigung der Korrektion gemäß den vorgelegten Plänen ein weiterer Bundesbeitrag im Verhältnisse von einem Drittel derselben, jedoch bis höchstens zu Fr. 100,000 bewilligt worden.

Die Ausführungszeit ist zu 5 Jahren und das jährliche Beitragsmaximum zu Fr. 20,000 festgesezt.

i O Da hier der Bau nach dem ursprünglichen Projekte schon vor ein paar Jahren abgeschlossen war, so ist er im laufenden Jahre wieder neu aufzunehmen und es wird damit auch hier die eidgenössische Inspektion wieder in Thätigkeit kommen.

In richtet, beendet mit der hätten.

der Durchstichangelegenheit haben wir voriges Jahr bedaß die internationale Expertenkommission ihre Arbeiten habe, auf die Ergebnisse derselben gestüzte Verhandlungen östei'reichischen Regierung aber noch nicht stattgefunden Solche sind auch bis jezt noch nicht in Gang gekommen.

264 b. R h o n e k o r r e k t i o n .

K a n t o n W al lis.

Aus unserm leztjährigen Berichte ist ersichtlich, daß der auf die Arbeiten des Jahres 1877 treffende Bundesbeitrag aus der ursprünglich bewilligten Subvention nicht mehr bestritten werden konnte.

Durch Bundesbeschluß vom 16. August ist dann auch dem Kanton Wallis für die Korrektion der Rhone und ihrer Zuflüsse eine nachträgliche Erhöhung des Bundesbeitrages im Belaufe von Fr. 338,900 bewilligt worden mit der weitem Bestimmung, daß dieser Nachtrag in sechs Jahresbeiträgen im Maximum von Fr. 60,000 nach Maßgabe des Fortschreitens der Arbeiten, beginnend mit 1879, verabfolgt werde, innert welcher Zeit, also bis 1884, auch die Korrektion vollendet werden müsse.

Aus dem leztjährigen und frühern Geschäftsberichte ist ersichtlich, daß bei dieser Korrektion es sich in der Hauptsache bloß noch um Vollendungsarbeiten handelt, wobei das Bedürfniß zu einer allgemeinen Erhöhung der Dämme auf den untern Abtheilungen -- besonders von Sion abwärts -- sich erst aus einem Hochwasser von 1877 ergab.

Diese Arbeiten befanden sich auch im Berichtjahre auf der ganzen Linie im Betriebe, infolge dessen Wallis sich mit seinen diesbezüglichen Leistungen ebenfalls in bedeutendem Vorschusse gegenüber den Bundesbeiträgen befindet.

Das wichtigste Ergebniß dieses Jahres bildet die Eröffnung des neuen Vispkanalcs vom Dorfe Visp bis zur Rhone, worüber erfreulicher Weise bemerkt werden kann, daß die von der Wasserwirkung abhängige Entwiklung dieses Kanals, troz der ziemlich schwierigen Verhältnisse, zufolge der nöthigen Ueberwachung und künstlichen Nachhülfe einen sehr günstigen Verlauf genommen hat.

Größere Anschwellungen der Gewässer im Rhonethale sind voriges Jahr in Folge von Witterungsverhältnissen nicht vorgekommen, dagegen wurde eine solche von kurzer Dauer durch das Ausbrechen des Blerjelensees am Aletschgletscher verursacht. Indem dadurch auf der obern Flußstreke bis hinunter nach Lenk die größte seit der Korrektion beobachtete Wasserhöhe veranlaßt wurde, mußte es als ein Glük angesehen werden, daß das Ereigniß nicht mit einem schon aus anderer Ursache höhern Stande der Rhone zusammentraf, wie es zu der Jahreszeit, nämlich im Juli, sehr leicht hätte der Fall sein können.

265 Mit Rüksicht auf die schweren Folgen, welche ein solches Zusammentreffen haben müßte, erscheint es daher angemessen, zu untersuchen, ob solche Ausbrüche des genannten Sees, welche nämlich erfahrungsgemäß immer nach einer gewissen Zahl von Jahren sich zu wiederholen pflegen, für die Zukunft nicht verhindert oder doch abgeschwächt werden können.

Vom Stande der Ausführung der Korrektion der Rhone sammt Zuflüssen in Wallis zu Ende des Jahres 1878 'ausgehend, ist eine Verifikation des Voranschlages der für die gänzliche Vollendung noch nöthigen Arbeiten vorgenommen worden und hat ergeben, daß derselbe mit der im Verhältnisse eines Drittheils bewilligten Nachsubveution sich in Uebereinstimmung befindet.

Auf der Uferstrcke des K a n t o n s W a a d t wurden die Rhonearbeiten in der durch den Subventionsbeschluß bedingten, schon wiederholt und auch irn lezten Gsechäftsberichte bezeichneten Weise fortgesezt. Auf Grund der von der Regierung von Waadt eingereichten Abrechnung wurde nach vorschriftsgemäßer Prüfung derselben eine Subventionszahlung von Fr. 24,000 bei gestattetem Jahresmaximum von Fr. 40,000 geleistet.

Die Inspektoratsgeschäfte bei der Rhonekorrektion auf beiden Kantonsgebieten sind, wie immer seit Aufhören des Spezialinspektorates für dieselbe, durch den eidgen. Oberbauinspektor besorgt worden.

c. J u r a g e w ä s s e r k o r r e k t i o n.

  1. K a n t o n B e r n .

Am Mdau-Bürenkanal sind auch in diesem Jahre, wie in dem nächst vorangegangenen, nur noch kleinere Ergänzungsarbeiten an Uferversicherungen, Wegen etc. vorgekommen.

Die Hauptthätigkeit bezog sich auf den Hagnekkanal.

Im Hagnekdurchstiche beschränkten sich zwar die Erdarbeiten neben der Aushebung der Fundamente für das rechtseitige Brükenwiderlager und die zugehörigen Ufennauern auf die Wegräumuug des von den Einschnittsböschungeu abgerutschten Materials, wie leztere zu Freihaltung der für den Stein transport dienenden Rollbahn jiöthig war.

Dagegen wurde die Aushebung des Leitkanals auf der ganzen Streke von Aarberg bis zum Hagnekdurchstich betrieben und Srößtentheils vollendet, so daß im gegenwärtigen Frühjahre die weitere Ausbildung des Kanals mittelst Abschwemmung beginnt,

266 nachdem auch die zu Reglung dieser Abschwemmungsoperation dienende, den neuen Kanal abschließende Schleusenanlage bei Aarberg im Berichtjahre fertig geworden ist. Dieselbe besitzt sieben mit Verschlußvorrichtung versehene Oeffaungeia von zusammen 21 Meter Breite.

Die Uferversicherungen sind auf vorgenannter Kanalstreke auf der linken Seite größtentheils, auf der rechten theilweise und damit im Ganzen ungefähr zur Hälfte ausgeführt.

Die auf 17. August vorigen Jahres angesezt gewesene offizielle Eröffnung des Hagnekkanals wurde in der vorangegangenen Nacht durch einen bei plözlichem Ansteigen des Wassers neben dem Schleusenbau entstandenen Einbruch antizipirt, jedoch ohne daß dabei weiterer Schaden entstand.

Die über den neuen Kanal führende Walperswyl-Siselenbrüke wurde vollendet, ebenso die Wiederherstellung der Hagnekbrüke, bei der die Anlage des rechtseitigen Widerlagers sammt anstoßenden Ufermauern wegen der bekannten Terrain Verhältnisse große Schwierigkeit und den Aufwand einer großen Masse von Mauerwerk erforderten.

Auf Grund der eingereichten Abrechnungen sind der Regierung von Bern als Bundesbeitrag im Berichtjahre ausbezahlt worden Fr. 233,413. 13.

Der ganze für die Juragewässerkorrektion auf Gebiet des Kantons Bern bewilligte Bundesbeitrag beläuft sich auf Fr. 4,340,000. -- bis Ende 1878 sind bezahlt . ,, 3,793,433. 45 und bleibt somit noch ein Rest von

.

. Fr.

546,566. 55

2. O b e r e J u r a g e w ä s s e r k o r r e k t i o n .

(Freiburg, Neuenburg und Waadt.)

Hier wurde die Ausbaggerung der beiden, einerseits den Murtner- und Neuenburgersee und anderseits den Neuenburger- und Bielersee verbindenden Kanäle der untern Broye und der obern Zihl zu größtem Theile vollendet. Dagegen sind noch Uferversicherungen und Vollendungsarbeiten an den Dämmen bei den Mündungen an den drei Seen auszuführen.

An die im Ganzen Fr. 300,000 betragende Bundessubvention für die obere Juragewässerkorrektion wurde im Berichtjahre eine Abschlagszahlung von Fr. 100,000 geleistet, nachdem eine solche von gleichem Betrage schon vorher ausbezahlt war, so daß jezt noch ein Rest von Fr. 100,000 bleibt.

267

Die Regierung des Kantons Bern reklamirte bei uns wegen noch nicht gehöriger Aushebung des Zihlkanals zwischen dem Neuenburger- und Bielersee nach Tiefe und Breite und wegen mangelnder Versicherung des bernischen Ufers an demselben.

"8^Diese Reklamation, über welche zuerst die Vernehmlassung der an der obera Korrektion interessirten Kantone eingeholt wurde, war bei Ablauf des Berichtjahres noch nicht erledigt.

d. Die M e l c h a a - und A a w a s s e r k o r r e k t i o n .

Für diese wurde durch Bundesbeschluß vom 16. Augstmonat 1878 dem Kanton Unterwaiden ob dem Walde ein Bundesbeitrag zugesichert von 40°/o der Kosten in dem Sinne, daß derselbe 40°/o der Voranschlagssumme von Fr. 346,000, also Fr. 138,400 nicht überschreiten darf, übrigens unter Festsezung einer vierjährigen Bauzeit und eines Jahresmaximums von Fr. 35,000 für die Beitragszahlungen, welche mit 1880 beginnen.

Nachdem von Seiten des genannten Kantons die die Ausführung der Melchaa- und Aawasserkorrektion sichernden Beschlüsse gefaßt und uns zur Kenntniß gebracht worden sind , haben wir gemäß Art. 7 des Subventionsbeschlusses die Zusicherung des Bundesbeitrages als in Kraft getreten erklärt.

e. A a r e k o r r e k t i o n im H a s l i t h a l e .

Der Regierung des Kantons Bern ist durch Bundesbeschluß vom 16. Augstmonat 1878 zu Händen der Aarekorrektion itn Haslithale ein Bundesbeitrag von einem Dritttheil der ausgewiesenen Kosten, aber bis höchstens zum Betrage von Fr. 400,000 unter der Bedingung bewilligt worden, daß der Kanton selbst seinen Beitrag an diese Korrektionskosten von einem Drittel auf die Hälfte erhöhe.

Die Ausbezahlung findet in 10 gleichen Jahresraten, beginnend mit 1881, statt.

Die Regierung von Bern hat bereits den der vorstehenden Bedingung entsprechenden Großrathsbeschluß,,mitgetheilt unter Beifügen, daß auch wegen der durch den Subventionsbeschluß verlangten projektgemäßen Vollendung das Nöthige verfügt sei.

f. L i n t h u n t er n e h m u n g .

Hierüber entnehmen wir dem Berichte der Linthkommission Folgendes : Diese Behörde erfuhr eine Veränderung in ihrem Bestände, indem der Regierungsrath von Zürich nach Austritt des Herrn

268 Pfenninger aus demselben als zürcherisches Mitglied der Linthkommission den Herrn Regierungsrath Landolt und als Suppléant den Herrn Regierungsrath Zollinger wählte. Die Linthkommission ernannte dann dea Herrn Landolt zu ihrem Vizepräsidenten und übertrug ihm zusammen mit Herrn Weber (Glarus) die nächste Ueberwachung und Leitung der Finanzangelegenheiten der Linthunternehmung.

In Folge der zu voller Sicherstellung der Linthgegend nöthig gewordenen Dammerhöhungen entstand das Bedürfniß einer Steigerung der Unterhaltungssteuer oder allgemeinen Linthauflage und dieselbe wurde daher im Betrag von l Rappen pro Ar, nämlich von 2 auf 3 Rappen, beschlossen.

Der außerordentliche Faschineaverkauf an die Tößkorrektion ergab eine Reineinnahme von Fr. 4300, auf welche aber zunächst nicht mehr gerechnet werden kann, da der Vorrath von Faschinenholz nicht über den eigenen Bedarf geht.

Nach Ablauf der Zeit, für welche die Besorgung der den Hintergrabenkorporationen Schännis-Uznach und Bilten-Tuggen obliegenden Arbeiten durch die Linthverwaltung übernommen worden war, wurde dieselbe einverständlich auf weitere drei Jahre verlängert und gleichzeitig über die dießbezüglichen Rechnungen der Linthverwaltung seitens der genannten Korporationen die Genehmigung ausgesprochen.

Indem leztere bei diesem Anlasse den lebhaften Wunsch äußerte, daß in Aufhebung des Art. 8 des Bundesgesezes vom 6. Christmonat 1876 die Unterhaltungspflicht auch bezüglich der Hintergraben auf die Gesammtunternehmung mit gleichmäßiger Vertheilung der Kosten auf den gesammten unterhaltungspflichtigen Boden übertragen werden möchte, glaubte die Linthverwaltung -- troz der von ihr nicht übersehenen, diesem Wunsche entgegenstehenden Bedenken -- sich einer neuen umfassenden Prüfung dieser Frage nicht entziehen zu sollen und ertheilte daher zunächst dem Linthingenieur darauf bezügliche Aufträge.

Dieselbe erwähnt auch der Schritte, welche sie bezüglich der von uns an früherer Stelle schon berührten Ausbaggerung beim Rapperswyler Seedamm gethan und macht über die Gestaltung der Verhältnisse betreffend Schifffahrt und Rekerei auf dem Linthkanal, ferner über im Berichtjahre mit der Gemeinde Schännis und der Oberallmeindkorporation von Innerschwyz zu Stande gekommenen Bodenaustäusche Mittheilung.

Beschädigungen an den Werken der Linthkorrektion sind nicht vorgekommen.

269 Gleichwohl fand es die Verwaltung nöthig, zur Verhütung von solchen für Wuhrbauten, Uferregulirungen und Dammerhöhungen namhafte Ausgaben zu machen, wie sich dieselben und die Arbeiten, auf welche sie sich beziehen, im Bericht der Kommission des Nähern angegeben finden.

Folgendes ist endlich laut demselben der Vermögensbestand der Linthunternehmung auf Ende 1878 : an Liegenschaften an Kapitalien a n Pachtzinsrestanzen an Mobiliar an Baarschaft

.

.

.

.

.

Fr. 433,151. 23 ,, 18,230. 91

ab Guthaben von Korporationen bleibt als reiner Vermögensbestand .

Fr. 101,262. 42 ,, 295,101. 92 .

5,535. 8 5 ,, 8,000. -- ,, 23,251. 04

.

.

Fr. 414,920. 32

Hiebei ist zu bemerken, daß von dem im vorjährigen Berichte für Ende 1877 angegebenen Vermögensbestande v. Fr. 418,738. 42 als Guthaben von Korporationen hätte abgezogen werden sollen ,, 3,801. 60 wonach als wirklicher damaliger Vermögensstand

Fr. 414,936. 82

und diesem gegenüber also auf Ende 1878 ein Vermögensrükschlag von Fr. 16. 50 sich ergibt.

J. Hydrometrie.

Entsprechend der in unserm leztjährigen Berichte angedeuteten Auffassung der dießbezüglichen Aufgaben des Staates und anschließend an die dort erwähnten Schritte hat unser Departement des Innern sich mittelst Zirkularschreiben an die Kantonsregierungen gewandt wegen deren Mitwirkung bei Lösung dieser Aufgaben.

Dabei wurde die Frage unberührt gelassen, ob es sich für die betreffenden Kantone um Erfüllung von zufolge des eidg. Wasserbaupolizeigesezes aufhabender Verpflichtungen handle. Zwar ist kaum zu bezweifeln, daß hinreichend wichtige öffentliche Interessen sich an diese Angelegenheit knüpfen, um davon Verpflichtungen des Staates im Sinne des Wasserbaupolizeigesezes ableiten zu können. Aber diese Interessen bestehen für die der dießbezüg-

270 liehen Oberaufsicht des Bundes nicht unterworfenen Gebiete eben so wohl, vvie für die derselben unterworfenen und dann ist die Beschränkung der hydrometrischen Arbeiten auf die leztern mit Rüksicht auf ein einigermaßen vollständiges Ergebniß nach der Natur der Sache nicht zulässig, weßhalb dieselben auch bisher auf das Gesammtgebiet ausgedehnt wurden.

Wenn es somit angezeigt erschien, absehend von allfälliger formeller Verpflichtung eines Theiles der Kantone, wie bisher alle zu freiwilligem Zusammenwirken behufs Erreichung des gemeinsamen Zwekes zu veranlassen, so durfte dabei nicht übersehen werden, daß für lezteres die Uebernahme bestimmterer Verpflichtungen, als sie bisher bestanden, nothwendig sei.

Der anfänglich vorwaltende und noch bis jezt theilweise bestandene Charakter der vom Bunde auf unbestimmte Zeit unterstüzten Privatthätigkeit ist troz der Löblichkeit dieser leztern nicht im Stande, in dieser Sache diejenige Zuverlässigkeit und Dauer zu sichern, welche nöthig sind, urn zu genauen und daher den fraglichen Interessen wirklich nüzlichen Ergebnissen zu gelangen.

Besonders die Garantie für das ganz unerläßliche Erforderniß der über lange Zeit ununterbrochenen Dauer der Beobachtungen vermag nur der Staat zu gewähren, und es ist daher auch bei uns, um zum Ziele zu gelangen, nöthig, daß Seitens der Kantone den betreffenden Behörden oder Beamtungen die Bethätigung in dieser Sache als ein obligatorisches Geschäft aufgetragen, nicht nur als Unterstüzung solcher Bestrebungen gestattet wird.

Die speziellen Anregungen bezogen sich auf die Feststellung des Beobachtungsnezes und -- neben der Einführung des Metermaßes für die Pegelskalen -- auf die allgemeine Annahme des Nullpunktes unten an diesen, indem derselbe theilweise nach oben angenommen wird und eine übereinstimmende Festsezung in dieser Beziehung selbstverständlich höchst wünschbar erscheint.

Wegen der Notwendigkeit, die gegenseitige, nämlich die einen gemeinsamen Horizont bezogene Höhenlage der Pegel bestimmen, sezte man sich mit der geodätischen Kommission Vernehmen, um für diese Höhenbestimmungen die Ergebnisse schweizerischen Präzisionsnivellements nuzbar zu machen.

auf zu ins des

Die hiemit angedeutete Organisation der Hydrometrie auf vollkommenerer und sicherer Grundlage kam im Berichtjahre noch nicht zum Abschlüsse, aber es besteht die Aussicht, daß dieses Ziel im laufenden Jahre erreicht werde.

271

K. Verschiedenes.

Tieferlegung der H o c h w a s s e r s t ä n d e des Bodensee's.

An die bisher für diesbezügliche Aufnahmen und Bearbeitungen ergangenen und von Baden vorschußweise bestrittenen Kosten wurde auf detaillirte Rechnungsstellung -- gemäß früherm Einverständnisse -- für Rechnung des Bundes und des Kantons Thurgau die Hälfte bezahlt.

Im lezten Geschäftsberichte haben wir mitgetheilt, daß bei der im Januar vorigen Jahres zu Konstanz in dieser Angelegenheit abgehaltenen, von allen Uferstaaten des Bodensees beschikten Konferenz die Abgeordneten derjenigen Staaten und beziehungsweise Kantone, welche bei der bisherigen Behandlung der Angelegenheit (durch die schweizerisch-badische Kommission) nicht betheiligt waren, den Wunsch aussprachen, die der Konferenz vorgelegten Elaborate möchten den betreffenden Regierungen und zwar womöglich in mehrern Exemplaren mitgetheilt werden.

Bei der sodann hierüber zwischen uns und der Großherzoglich Badischen Regierung stattgehabten Verhandlung wurde Angesichts der Größe dieses Materials nicht thunlich gefunden, dasselbe zum Zweke dieser Mittheilung in ganzem Umfange zu vervielfältigen und daher einverstanden, statt dessen eine möglichst gedrängte Abhandlung bearbeiten und mit den nöthigen graphischen und urkundlichen Beilagen in größerer Zahl vervielfältigen zu lassen, die Kosten aber, wie die bisher ergangenen, gemeinschaftlich zu tragen, -- zwar in der Meinung, daß im Falle des Zustandekommens des Werkes der Tieferlegung der Hochwasserstände des Bodensee's auch alle Präliminarkosten, wie diejenigen der Ausführung selbst, auf sämmlliche interessirte Staaten vertheilt werden sollen.

Bei Schluß des Berichtjahres stand das baldige Erscheinen der besagten Abhandlung in Aussicht.

Einbau im R h e i n b e t t bei der W a l d s h u t erfahre.

Einem Gesuche der Großherzoglich Badischen Regierung betreffend Gestattung der aus wasserbaupolizeilichen Gründen wünschbaren Beseitigung eines für die Waldshuterfähre am diesseitigen Rheinufer von Waldshut erstellten Einbaues wurde im Einverständnisse mit der Regierung von Aargau entsprochen.

Abflußverhältnisse des Vierwaldstättersee's.

Für die in dieser Angelegenheit laut leztjährigem Berichte in einer von unserm Departement des Innern abgehaltenen Konferenz

272 von Abgeordneten der Urkantone einer- und des Kantons oder der Stadt Luzern anderseits beschlossene Expertise wurden die Mitglieder der Expertenkommission gewählt. Indem aber diese Wahl sich so verzögerte, daß die Kommission erst in Funktion treten konnte, nachdem der von dei- Schneeschmelze herrührende höchste Wasserstand vorübergegangen war, beantragte dieselbe, weil sie für die Erledigung ihres Auftrages Beobachtungen und Messungen während des Ansteigens und Fallens des See's nöthig fand, die Ausführung der Expertise auf das Jahr 1879 zu verschieben. Zugleich machte sie darauf aufmerksam, daß diese für eine gründliche Behandlung nöthigen Vorarbeiten gewisse von ihr veranschlagte Unkosten verursachen werden. Diese Anträge sowohl betreffend besagten Verschub als lezterwähnte Vorarbeiten wurden genehmigt und bezüglich der durch leztere verursachten Kosten einverstanden, daß davon von jeder der vorgenannten beiden Parteien und von der Eidgenossenschaft ein Drittel übernommen werden solle.

A b f l u ß v e r h ä l t n i s s e des G e n f e r s e e ' s .

Wir erwähnen dieser Angelegenheit unter Bezugnahme auf das in den beiden lezten Berichten darüber Gesagte hier nur noch ein Mal, um zu sagen, daß, nachdem auch im Berichtjahre keine neue Veranlassung, uns mit derselben zu beschäftigen, sich ergab, wir dieselbe, insoferne sie durch eine Petition der Uferbewohner an uns gelangt war, als erledigt betrachten.

E. Forstwesen.

Die V o l l z i e h u n g d e s B u n d e s g e s e z e s betreffend die eidgenössische Oberaufsicht über die Forstpolizei im Hochgebirge, vom 24. März 1876, kann der Natur des Gesezes gemäß und nach den in den meisten Kantonen obwaltenden Verhältnissen keinen raschen Gang nehmen. Wenn nun aber verschiedene Kantone am Ende des Berichtjahres, also beinahe 2 Va Jahr nach Inkrafttretung des Bundesgesezes, ungeachtet unserer wiederholten Mahnungen noch zu keiner Vollziehungsverordnung gelangt sind, so kann eine solche Verzögerung nur noch ausnahmsweise einzig in erwähnten sachlichen Verhältnissen ihre Entschuldigung finden.

273 So besizt der Bundesrath von U r i , U n t e r v v a l d e n n. d. W., F r e i b u r g und W a l l i s noch keine diesfälligen Vorlagen.

W a a d t war der Ansicht, daß sein, im Uebrigen sehr ausführliches Forstgesez zur Vollziehung des Bundesgesezes genüge, womit sich der Bundesrath naöh vorgenommener Prüfung desselben jndeß nicht einverstanden erklären konnte.

Von B e r n fehlen noch immer die in unserm leztjährigen Bericht erwähnten weitern regierungsräthlichen Verordnungen in Vollziehung der großräthlichen Vollziehungsverordnung über das Bundesgesez.

L u z e r n , dessen Forstgesez bereits leztes Jahr genehmigt werden konnte, hat in der forstlichen Organisation erfreuliche Fortschritte dadurch gemacht, daß dem Oberförster die Verwaltung eines der vier Porsfckreise abgenommen wurde, eine zwekmäßigere Umschreibung der Kreise stattfand und ein vierter Kreisförster angestellt wurde.

Des Fernern wurden Dienstinstruktionen für den Oberförster, die Kreisförster und Bannwarte erlassen.

Seh w y z hat nach Inkrafttretung seiner bereits 1877 genehmigten forstlichen Vollziehungsverordnung den Kanton in 9 Forstkreise eingetheilt und die betreffenden Stellen mit in einem Forstkurs herangebildeten Unterförstem besezt, deren Wirksamkeit sich schon sehr erfreulich bemerkbar macht. Unterm 15. Februar 1878 wurde eine Dienstinstruktion für dieselben erlassen.

Ebenso fand in O b w a l d e n die Wahl der Förster für die 8 eingeführten Forstreviere bereits den 30. Januar lezten Jahres statt und ist hauptsächlich in Folge dessen auch hier die bereits im Jahr 1877 genehmigte Vollziehungsverordnung ins Leben getreten.

Der dreifache Landrath von G l a r u s hat im Januar 1878 beschlossen, daß die Vollziehung des Bundesgesezes betreffend das Forstwesen theils auf dem Gesezes-, theils auf dem Verordnungswege durch die Landsgemeinde vorzunehmen sei.

In Folge dessen wurde dem Bundesrath vorläufig das Vollziehungsgesez zu Art. 14 und die Vollziehungsverordnung über die Abschnitte l und n des Bundesgesezes zur Prüfung eingesandt und von demselben sowohl das Gesez als die Verordnung unterm 2. Xovember genehmigt, leztere mit dem Vorbehalt, die Anstellung noch eines zweiten wissenschaftlich gebildeten Försters zu verlangen, sobald die Verhältnisse dies nothwendig erscheinen lassen.

ßundesblatt. 31. Jahrg. Bd. II.

18

274

Nach dieser Verordnung ist der Kanton in sechs Forstkreise eingetheilt und sollen die betreifenden Stellen mit in Forstkursen herangebildeten Förstern besezt werden.

Von Z u g hat der Bundesrath außer der regierungsräthlichen Verordnung vom 24. Januar 1877, durch welche die Anstellung eines Oberförsters und dessen Dienst in allgemeinen Bestimmungen festgesezt wird, keine Mittheilungen erhalten.

Der Oberförster wurde bereits 1877 gewählt und ist im März desselben Jahres in Dienst getreten.

Eine von A p p e n z e l l A.-Rh. zur Prüfung eingesandte revidirte Vollziehungsverordnung wurde unterm 16. April vorigen Jahres bedingungsweise genehmigt. Unterdessen sind außer der Oberförsterstelle auch die drei Bezirksförsterstellen besezt worden. Zur Instruirung der Bannwarte fand ein Kurs in Wolfhalden statt.

Für den Oberförster, die Bezirksförster und Bannwarte erließ die Regierung unterm 9. Juli 1878 die erforderlichen Instruktionen.

Die von A p p e n z e l l I.-Rh. zur Prüfung erhaltene Vollziehungsverordnung konnte vom Bundesrath (unterm 15. November 1878) nur sehr bedingt genehmigt werden. Die zwei Bezirksförsterstellen waren vorläufig nur provisorisch besezt. Einen Oberförster besizt Innerrhoden gemeinschaftlich mit A.-Rhoden.

St. G-allen thut sein Möglichstes, um sein bereits 1877 von uns genehmigtes Forstgesez zur Vollziehung zu bringen. Ende des Berichtjahres waren außer dem Oberförster und den wissenschaftlich gebildeten Förstern für die vier Forstbezirke 13 Kreisförster angestellt. Ein Forstkurs zur Heranbildung weiterer Forstbeamten für den Kreisforstdienst hat zur Hälfte lezten Herbst stattgefunden und wird nächstes Frühjahr fortgesezt und abgeschlossen werden.

G r a u b ü n d e n hat die bundesräthliche, bereits im lezten Jahresbericht erwähnte Einladung vom 7. Januar 1877 um Abänderung der uns zur Prüfung eingesandten Forstordnung betreffend Anstellung einer hinreichenden Anzahl wissenschaftlich gebildeter Förster und Schuz der Wald Verjüngungen gegen den Weidgang bisher ohne Erwiderung gelassen.

Die Eintheilung des Kantons in Forstreviere wurde fortgesezt, konnte aber noch nicht vollendet werden. Angestellt waren Ende des Berichtjahres 60 Revierförster.

T essin hatte dem Bundesrath unterm 3. November 1877 eine forstliche Vollziehungsverordnung eingesandt, welche derselbe veranlaßt sah, mit verschiedenen Aussezungen der Regierung zur Re- ·

275 vision zu erstatten. Unterm 3. September 1878 wurde Tessin an diese noch .immer pendente Angelegenheit erinnert, worauf erwiedert wurde, daß der betreffende Gesezesentwurf im November desselben Jahres dem Großen Rath vorgelegt werden solle. Auf wiederholte Mahnung vom 10. Dezember ging die Antwort ein, daß in Folge Vertagung die Angelegenheit erst im Januar 1879 vom Großen Rath behandelt werden könne.

Von den 5 Kreisförsterstellen sind einstweilen , nur 2 besezt, ein Bezirk wird vom Oberförster provisorisch verwaltet; dagegen sind seit dem Monat Februar 1878 sämmtliche 27 Forstreviere mit Unterförstern versehen.

Im W a l lis ist in Vollziehung des Bundesgesezes betreffend das Forstwesen mit Hinsicht auf Organisation und Anstellung von Forstbeamten noch nichts geschehen.

Obwohl der Regierung auf ihre Vorlage über die forstliche Organisation mitgetheilt wurde, daß der Kanton nach dem vom Bundesrath grundsäzlich aufgestellten Maximum des auf einen wissenschaftlich gebildeten Forstmann zu treffenden Waldareals außer dem Oberförster noch 6 wissenschaftlich gebildete Bezirksförster anzustellen und ferner für Anstellung einer hinreichenden Anzahl von Unterförstern zu sorgen habe, verblieb es bei den bisherigen 3 Forstbeamten, deren Besoldung zudem eine derart niedrige ist, daß ihr Rüktritt in Aussicht steht, sofern der nächste Große Rath dieselbe nicht angemessen erhöht.

Zur A u s s c h e i d u n g der S c h u z W a l d u n g e n von den übrigen Waldungen hat Art. 5 des Bundesgesezes über das Forstwesen eine Frist von 2 Jahren festgesezt, welche mit dem 10. August 1878 abgelaufen ist.

Von sämmtlichen Kantonen habt nur Bern denselben eingehalten durch ein summarisches Verfahren bei dieser Ausscheidung.

Zürich ist der Ansicht, daß in demjenigen Kantonstheil, welcher dem eidg. Forstgebiet angehört, keine Schuzwaldungen im Sinne des Art. 4 des Bundesgesezes vorhanden seien. Dieser Ansicht konnte der Bundesrath nur unter dem ausdrüklichen Vorbehalt beipflichten, Ausscheidungen zu verlangen, sobald sich die Nothwendigkeit solcher herausstellen sollte.

Den übrigen Kantonen sah sich der Bundesrath genöthigt, mit Kreisschreiben vom 19. August eine Fristverlängerung zur Ausscheidung der Schuzwaldungen bis Ende 1879 einzuräumen.

Nachträglich ging von Waadt, unterm 24. Dezember 1878, diese Ausscheidung ein, welche jedoch bisher noch keiner Prüfung unterworfen werden konnte.

276 F o r s t k u r s e zur Heranbildung von Unterförstern nach den Bestimmungen der bundesräthlichen Vollziehungsverordnung vom 8. Herbstmonat 1876 wurden im Berichtjahr folgende abgehalten; 1. In Schwyz die 2. Hälfte des im Herbst 1877 in Einsiedeln begonnenen Kurses.

2. In Bulle die 2. Hälfte eines französischen Kurses für die Kantone Freiburg und Wallis. Die 1. Hälfte fand im Herbst vorher ebenda statt.

3. In Maienfeld die 2. Hälfte eines deutschen Kurses, der in Thusis ebenfalls im vorausgegangenen Herbst begonnen hatte.

4. In St. Gallen die 1. Hälfte eines Kurses für die Kantone St. Gallen und Glarus.

Ad 1. Die beiden Halbkurse in Einsiedeln und Schwyz wurden von Herrn Schedler Oberförster des Kantons Schwyz, und Herrn Schwytzer, Forstmeister des Kantons Thurgau, geleitet.

Am ersten derselben nahmen 25 Zöglinge und 5 Hospitanten Theil ; am zweiten nur 23 Zöglinge und 5 Hospitanten. Von ersteren erhielten 9 Zeugnisse I. Klasse und 14 II. Klasse.

Ad 2. Beide Halbkurse wurden in Bulle abgehalten und von Herrn Bezirkförster Liechti geleitet, unterstüzt von den Herren Bezirksförstern Cornaz und Genoud.

Nach Abgang einiger Zöglinge des 1. Halbkurses betheiligten sich am zweiten noch 15, wovon 9 Freiburger und 6 Walliser.

Außerdem wohnten dein Kurse noch 12 Bannwarte als Zuhörer bei, was demselben nachtheilig war.

Von den Freiburger Zöglingen erhielten 14, von den Wallisern sämmtliche .6 Abgangszeugnisse und wurden zur Patentirung empfohlen.

Ad 3. Der Halbkurs in Maienfeld, wie auch der erste in Thusis 1877 abgehaltene Theil des Kurses wurden von Herrn Kopp, Professor der Forstwissenschaft am eidg. Polytechnikum in Zürich, geleitet. In Thusis waren ihm Herr Forstadjunkt Seel und Herr Kreisförster Steiner, in Maienfeld lezterer und Herr Forstpolytechniker Giovanoli beigegeben.

An der ersten Kursabtheilung nahmen 26 und an der zweiten 29 Zöglinge Theil.

Von den 26 Schülern des Thusaer Halbkurses traten nur 19 in den Maienfelder über, dagegen wurden 10 aus demjenigen Forstkurs beigezogen, welcher auf alleinige Kosten des Kautons ebenfalls unter Leitung des Herrn Professor Kopp in Churwalden stattgefunden hatte. Auf diese Weise konnten im Allgemeinen die

277

besten Zöglinge dieses und des Halbkurses von Thusis für den Schlußkurs in Maienfeld ausgezogen werden, der dann auch einen sehr befriedigenden Erfolg hatte.

Ueber den für St. Gallen und Glarus in St. Gallen abgehaltenen ersten Theil eines Forstkurses werden wir Bericht erstatten, nachdem auch der zweite Theil nächstes Frühjahr stattgefunden haben wird.

Auf Veranlassung, welche Bern mit einem Gesuch um Bewilligung eines Bundesbeitrages aa die Kosten von Bannwartenkursen bot, beschloß der Bundesrath unterm 30. April, grundsäzlich solche Kurse in denjenigen Kantonen zu unterstüzen, welche im eidg. Forstgebiet auf je zirka 6000 Hektaren einen kantonalen wissenschaftlich gebildeten Förster besizen und die zweimonatlichen Forstkurse nicht benuzen.

Dem Kanton Bern wurden hierauf Beiträge für drei Bannwartenkurse bewilligt, welche in Zweisimmen, Interlaken und Längenei (Schwarzenburg) unter Leitung der betreffenden Oberförster in Frühlings- und Herbstabtheilungen abgehalten wurden.

Die Kurse dauerten 24 bis 34 Tage, und es nahmen an den Frühlingsabtheilungen im Ganzen 41, an den Herbstabtheilungen 39 Schüler Theil.

Die Lehrer erledigten sich ihrer Aufgabe mit Fleiß und Geschik, leider waren aber die Zöglinge sehr verschieden nach Alter und ebenso nach Vorkenntnissen und Begabung. Zudem war die Zeit der Frühlingskurse sehr regnerisch, so daß die Theorie auf Kosten der gerade für die Bannwartenkurse so wichtigen praktischen Arbeiten zu sehr zur Geltung kam.

Betreffs sämmtlicher Forst- und Bannwartenkurse stellten die Lehrer den Zöglingen in Bezug auf Fleiß und Benehmen das beste Zeugniß aus.

Die Bundesbeiträge in erwähnte Kurse zur Entschädigung der Lehrer betrugen : 1. In Schwyz Fr. 870. -- 2. In Freiburo- und Wallis (Kurs Bulle) ,, 1036. 60 3. In Graubünden .

.

.

. ,, 1104. 55 4. In Bern (3 Bannwartkurse) .

. '^ 1200. -- Zusammen Fr. 4211. 15 Auf ein Gesuch des Schweiz, alpwirthschaftlichen Vereins, es möchte der alpwirthschaftliche Unterricht bei den eidg. Forstkursen in irgend einer Weise Berüksiohtigung finden, wurde erwiedert, daß der ausgesprochene Wunsch in Erwägung gezogen und demselben je nach Umständen und Möglichkeit entsprochen werden solle.

Fr.

F

Fr.

Fr.

  1. An St. Gallen (Vättis, Ragaz, Flums-Großberg, Murg, Beifries, Lienz) .

.

.

9,797. 35

3,121. 88

920. 60

4,042. 48

2. An Graubünden (Maienfeld, Villa, Vrin, Morissen, Alveneu, Latsch, Samaden, Puschlav, Zernez, Süs, Samnaun, Braggio .

.

.

22,683. 07

7,902. 49

1,418. 95

9,321. 44

3. An Tessin (Gemeinde Russo)

.

.

.

1,178. 42

353. 53

235. 68

589. 21

4. Wallis (Leukerbad und Obergestein)

.

.

13,786. 31

3,826. 19

4,223. 67

8,049. 86

5. Uri (Realp und Hospenthal)

.

.

14,508. 25

1,977. 31

1,078. 75

3,056. 06

61,953. 40

17,181. 40

7,877. 65

25,059. 05

33,214. 28

8,790. 76

4,838. 35

13,629. 11

.

1877

W i r glauben hier d e s L e g a t s d e s v e r s t o r b e n e n P r o f e s s o r s E s c h e r v . d . L i n t h im Betrage von Fr. 15,000 für Aufforstungen Erwähnung thun zu sollen, das nov der Schweiz, gemeinnüzigen Gesellschaft verwaltet wird und von welchem leztes Jahr zu Gunsten erwähnter Gemeinde Morissen (Graubünden) Fr. 448. 41, in den Jahren 1874/78 Fr. 1660. 66 verwendet wurden.

278

D i e 1878 a u s g e r i c h t e t e n B u n d e s b e i t r ä g e u n d B e i t r ä g e a u s d e r H ü l f s m i l l i o n a n d i e K o s t e n v e r s c h i e d e n e r A u f f o r s t u n g e n u n d damit verbundener Schuzbauteu sind aus folgender Zusammenstellung ersichtlich : Beiträge aus der Kostenbetrag.

Bundeskasse.

Hülfsmillion.

Zusammen.

Die von uns im Berichtjahr g e n e h m i g t e n P r o j e k t e stellen sich wie folgt zusammen : Kostenbetrag.

Fr.

  1. Obwalden (l Projekt: Gemeinde Kerns)

Beiträge aus der Bundeskasse.

Hülfsmillion.

Fr.

Fr.

Zusammen Fr.

.

5,250. --

2,100. --

--

--

2,100. --

2. St. Gallen (4 Projekte: Wartau, Sevelea, Rhode, Kornberg und Alt-St. Johann) .

.

.

3,845. --

1,412. 25

685. --

2,097. 25

7,463. --

3,060. 50 ,

776. --

3,836. 50

7,378. -

2,213. 40

1,475. 60

3,689. --

14,763. 70

4,840. 91

2,856. 88

7,697. 79 '

38,699. 70

13,627. 06

5,793. 48

3. Graubünden '(4 Projekte: Somvix, Bergün 2, Brusio) 4. Tessin (l Projekt: Gala, Filiale von Chironico) 5. Wallis (5 Projekte: Salvan, Liddes, Simpeln, Ried) 15 Projekte

.

.

19,420. 54 279

280 Da die Kantone bei ihren Anmeldungen um Beiträge zu Aufforstungen sich selten genau au die betreffenden Vorschriften der Vollziehungsverordnung vom 8. September 1876 hielten und diese Arbeiten häufig ohne vorherige bundesräthliche Genehmigung in Angriff genommen wurden, ferner auch eine Ergänzung der Vollziehungsverordnung nothwendig erschien, erließ der Bundesrath unterm 30. Dezember ein diesfälliges Kreisschreiben an sämmtliche Kantone des eidg. Forstgebietes, mit der Erklärung verbunden, daß alle Waldungen, für welche Bundesbeiträge für Aufforstungen bezogen wurden oder künftig bezogen werden, als Schuzwaldungen zu betrachten seien (Bundesbl. I, 1879).

Die S a a t - und P f l a n z g ä r t e n im eidgenössischen Forstgebiet nahmen Ende 1877 eine Fläche von 53 Hektaren und 36 Aren ein oder 12,5 Aren auf 1000 Hektaren Waldfläche. Ende 1878 war der Bestand derselben 62 Hektaren und 44 Aren und hatte sich somit um 9,08 Hektaren vermehrt.

Saat- und Pflanzschulen in den Kantonen des eidgenössischen Forstgebietes, Auf Gresammt- 100 Hektaren fläche "Waldfläche des fallen VerVerWaldareals.

Forstgärten.

mehrung. minderung.

. Flächenausdehnung der Forstgärten.

Kantone.

Zürich .

Bern Luzern .

Unterwaiden nid dem Wald . . .

Glarus .

Zus . .

Freiburg Appenzell A.-Rh Appenzell I.-Rh St. Gallen ' . .

Graubünden Tessin Waadt Wallis .

Total

Im Jahr 1877.

Im Jahr 1878.

Aren.

35 999 432 48 241 45 30 128 352 437 607 44 1087 458 34 271 88

Aren.

43 1138 432 64 404 45 40 103 422 456 866 46 1230 529 56 282 88

Aren.

8 139

5336

6244

933

Aren.

16 163 10 25

70 19 259 2 143 71 22 11 25

Hektaren.

3,305 59,400 16,082 6,440 12,240 10,900 7,200 12,384 2,556 9,112 3,830 1,872 27,656 126,000 48,636 16,517 62,530

Aren.

13,0 19,3 26,8 10,0 33,7 4,1 5,5 8,4 165,5 50,1 226,1 24,6 44,6 4,2 1,2 17,1

426,660

14,6

282 Um auch über die im eidgenössischen Forstgebiet vorgenommenen K u l t u r e n uns ein möglichst genaues statistisches Material zu verschaffen, gedenken wir die betreffenden Kantone jährlich um diesfällige Berichte zu ersuchen und die Angaben zusammenzustellen, wie wir dies für das Jahr 1878 bereits gethan.

Nach nebenstehender Tabelle wurden voriges Jahr im eidgenössischen Forstgebiet 4,152,594 Pflanzen versezt und 894 Kilos Saamen zu Saaten verwendet (mit Ausschluß der in den Pflanzgärten stattgefundenen Saaten).

Unterm 15. Dezember 1876 hatte sich der Bundesrath in Folge zu ausgedehnter und gefährlicher A b h o l z u n g e n im Tessin veranlaßt gesehen, in Anwendung des Art. 30 des Bundesgesezes betreffend das Forstwesen, vom 24. März desselben Jahres, weitere Abholzungen zum Verkauf im ganzen Umfang des Kantons ohne dessen Genehmigung zu untersagen.

Nachdem Tessin, nach Abhaltung eines Forstkurses im Jahr 1877, Anfangs vorigen Jahres die eingeführten 27 Unterförsterstellen besezt und dadurch eine gehörige Ueberwachung der Abholzungen ermöglicht, wurde obiger Beschluß unterm 14. Februar 1878 wieder aufgehoben.

Ueber einen von der Gemeinde Näfels entgegen den Anordnungen der kantonalen Polizeikommission in steiler Lage vorgenommenen Kahlschlag, von welchem wir nur indirekte Kenntniß erhalten hatten, erkundigten wir uns mit Schreiben vom 13. August vorigen Jahres bei der Regierung des Kantons Glarus, indem wir zugleich um Mittheilung der Schritte ersuchten, welche geschehen, um die Schuldigen zur Strafe zu ziehen.

Es wurde dem Departement hierauf unterm 26. desselben Monats die Antwort, daß fraglicher Fall dem kantonalen Polizeigericht zur Behandlung überwiesen worden sei. Weitere Mittheilung ist hier seither über diesen bedauerlichen Fall nicht einDie Regierung von Bern suchte Namens dreier Privatwaldbesizer um die nach Art. 11 des eidgenössischen Forstgesezes erforderliche Bewilligung zu bleibender Urbarisirung dreier Waldstüke nach, welchem Gesuche entsprochen wurde.

Art. 16 ebenerwähnten Gesezes schreibt die V e r m e s s u n g der W a l d u n g e n der Kantone, Gemeinden und Korporationen vor.

An der in unserm lezten Geschäftsbericht geäußerten Ansicht festhaltend, daß den Vermessungen eine hinreichend vollständige Trian-

Zur Seite 282.

Aufforstungen im eidgenössischen Forstgebiet während des Jahres 1878.

t.a«.l>li.ölzer.

Nadelhölzer.

Kanton.

Fichte.

Weißtanne.

Lärche.

Kiefer.

12,480

360

510

1,200

884,160

197,210

72,687

123,826

7,600

3,200

1,300

10,200

1,500

275,080

Unterwaiden ob dem Wald .

Unterwaiden nid dem Wald

Zürich Bern

. . .

.

.

Luzern

Uri Schwyz

500

14,550

500

15,050

61,820

95,390

1,147,116

226,307

1,373,423

378

11,000

1,300

12,300

57

11,000

56,950

23 25

1,300

12,300

9,600

34,500

44,800

11,000

55,800

1,150

1,150

45,950

4,000

9,900

17,400

300,063

6,700

306,763

15,000

15,000

315,063

6,700

321,763

27,900

3,200

1,000

2,100

30,200

4,000

34,200

950

950

31,150

4,000

35,150

8,100

1,100

400

400

10,000

10,000

3,000

3,000

13,000

13,070

3,120

26,524

27,476

54,000

1,130

3,500

4,630

27,654

30,976

58,630

4,700

2,500

98,600

112,700

211,300!

2,800

2,200

5,000

101,400

114,900

216,300

209,600

114,000

323,600'

209,600

114,000

323,600

256,875

40,500

297,37.5

261,425

41,500

302,925

1,760

37,960

2,050

40,010

54,408

18,000

673,475

107,169

315,100

8,500

Appenzell A.-Rh

276,150

2,600

38,250 582,028

13,055

14,850

50,091

180,777

383

2,050

40,010 726,631

255,317

49,320

49,320

148,148

156,489

304,637

3,750

3,750

950

950

4,700

4,700

' 254,775

6,500

261,275

19,400

19,500

38,900

274,175

26,000

300,175

176

34,000

5,700

.39,700

2,300

5,350

7,650

36,300

11,050

47,350

50

7,630

148,148

1,000

2,800

10,500

12,000

17,200

249,225

278,031

236,635

1,000

23,352

37,960

56,721

5,000

31,755

5,550

88

669,910

16,819

225,720

1,000

27

53,156

18,984

Waadt

4,550

13,000

38,721

655,475

2,750

3,084,205

150

3,775

Tessin

Total

500

11,000

Freibure

Wallis . . .

Zusammen.

200

14,500

Graubünden

33,570

Same.

1,278,033

189,600

1 St. Gallen

14,550

14,550

Zusammen.

Verschulte Unverschnlte Pflanzen.

Pflanzen.

164,487

Zuff

Appenzell I.-Rh

Zusammen.

Verschulte TJnverschnlte Pflanzen.

Pflanzen.

1,113,546

37,810

Glarus

Arve.

Versclmlte Unverschulte Pflanzen.

Pflanzen.

Total.

3,246,116

625,332

3,871,448

14,435

98,285

182,861

281,146

3,344,401

808,193

4,152,594

70

i 1 894 !

283 gulation vorausgehen müsse, hat Ihnen der Bundesrath eine vom 15. März 1878 datirte diesfällige Botschaft, betreffend die Berichtigung, Vervollständigung und Versicherung der Triangulation im eidgenössischen Forstgebiet, sammt Beschlussesentwurf unterbreitet.

Es wurde hierauf durch Postulat vom 22. August der damaligen Sessionsabtheilung der Bundesrath eingeladen: 1. Eine vollständige Uebersicht sowohl der bisherigen als der noch weiter erforderlichen Arbeiten zur Aufnahme der Pläne der unter eidgenössische Inspektion zu stellenden Waldungen anfertigen zu lassen ; 2. Anträge vorzulegen, betreffend Feststellung des Kostenbetreffnisses, welches für die gesammten sachbezüglichen Arbeiten, mit Inbegriff der Versicherung der trigonometrischen Punkte, einerseits dem Bunde und anderseits den Kantonen zugeschieden werden solle.

Diesen Bericht erstattete der Bundesrath mit einem neuen Beschlussesentwurf unterm 26. Wintermonat, worauf der Bundesbeschluß vom 20. Dezember erfolgte.

In Vollziehung desselben hat der Bundesrath den 30. desselben Monats beschlossen : 1. Es sei der Beschluß in die amtliche Gesezessammlung aufzunehmen.

2. Es sei das Militärdepartement eingeladen, durch das Stabsbüreau, unter. Mitberathung des eidgenössischen Forstinspektorates : a. ein Projekt über die im Laufe von 1879 im Sinne jenes Bundesbeschlusses auszuführenden Arbeiten ; b. einen Voranschlag über die Kosten der Triangulation IV. Ordnung anfertigen zu lassen.

Die ungemein zahlreichen und von Jahr zu Jahr sich vermehrenden L a w i n e n in unserm Hochgebirge, welche die Sicherheit des Verkehrs und so manchen Wohnorts gefährden und Alpen und Waldungen großen Schaden zufügen, gaben uns Veranlaßung, den 7. Januar 1878 ein Kreisschreiben an die Kantone, betreffend Aufnahme einer Lawinenstatistik, unter Beilage einer bezüglichen Instruktion zu erlassen.

Unterm 9. Dezember ergänzten wir leztere und verlängerten den unterdessen abgelaufenen Termin bis den 1. Dezember 1879.

In Bezug auf S c h u z der W a l d u n g e n geg.en I n s e k t e n s c h a d e n sahen wir uns auf einen Bericht des eidgenössischen

284 Forstinspektorats hin veranlaßt, die Regierung von Wallis auf ein verbreitetes Eingehen von Stämmen in Waldungen des Oberwallis in Folge Borkenkäferfraßes aufmerksam zu machen und sie einzuladen, beförderlichst die erforderlichen Maßnahmen gegen die Weiterverbreitung dieses Insektes zu ergreifen.

Die H e b u n g der I n d u s t r i e in der Schweiz vom forstwirthschaftlichen Standpunkte aus ins Auge fassend, beschäftigten wir uns zunächst: 1. Mit der Anlage von Eichenschälwaldungen zur Hebung der Lederfabrikation in der Schweiz, und 2. mit der Anlage von Weidenkulturen und Einführung von Korbflechtereischulen.

Für die Eichenschälwaldwirthschaft eignen sich außer einigen Gegenden des untern Rhein- und Rhonegebietes insbesondere die tiefern Gegenden des Kantons Tessin. Eine Arbeit des eidg. Forstinspektorates über Einführung dieser Wirthschaft in lezterm Kanton wurde der dortigen Regierung mitgetheilt und von derselben günstig aufgenommen.

Eine Anleitung zur Anlage und Pflege von Weidenhölzern befindet sich in Arbeit und wird nächstens veröffentlicht werden.

Unterhandlungen mit Grundbesizern stellen die Anlage ausgedehnter Kulturen von Korbweiden im Rheinthal, an der Thur und Rhone im kommenden Frühjahr in Aussicht.

285

Geschäftskreis des Finanz- und Zolldepartementes.

-A_. -AJbtheilung- Finanzen.

I. Allgemeines.

Ein neuer Geschäftszweig erwuchs dem Finanzdepartement im Berichtjahr durch die Uebernahme des Militärsteuerwesens, welches bisher dem Militärdepartement zugetheilt war.

Nachdem Mitte Oktober das bezügliche Bundesgesez in Kraft getreten war, erließ der Bundesrath sofort eine Vollziehungsverordnung, in welcher mit Rüksicht auf die vorgerükte Zeit namentlich festgesezt wurde, daß Anlage und Bezug des Pflichtersazes, was Steuerpflicht, Steuerobjekt und Steuerfuß betrifft, nach Maßgabe des Gesezes geschehen sollen ; hinsichtlich des Verfahrens, mit Ausnahme der Fristen, sind dagegen noch die bisherigen kantonalen Vorschriften zur Anwendung zu bringen. Außerdem wurde für die Steuerablieferung an den Bund ein Termin bis 1. Mai 1879 .anberaumt.

Die Vollziehung des Gesezes stieß anfänglich auf mancherlei Schwierigkeiten und verursachte eine Menge Korrespondenzen und Rekurse, welche leztern mit wenigen Ausnahmen abgewiesen werden mußten.

·--^

^r

86

Anläßlich der Berathung über Herstellung des Gleichgewichtes in den Bundesfinanzen wurde von den h. Käthen beschlossen, die Reiseentschädigungen im Allgemeinen einer Revision im Sinne der Reduktion zu unterwerfen. Dieser Gegenstand fand, was die Mitglieder der Bundesversammlung anbetrifft, seine Erledigung in dem Gesez vom 16. Augstmonat 1878 (III, 656). Für die eidgenössischen Beamten und Angestellten erließ der Bundcsi-ath eine Verordnung (III, 623), welche dem oberwähnten Postulate dadurch Rechnung trug, daß das Taggeld für einen einzelnen Reisetag bedeutend herabgesezt wurde, wodurch eine nennenswerthe Ersparniß eintreten wird.

II. Anleihen.

Mit dem Bundesbeschluß vom 28. Brachmonat 1878 (III, 450) erhielt der Bundesrath die Ermächtigung zur jeweiligen Erneuerung der verfallenden Kassenscheine. Bei ìiem fortwährend niedrigen Zinsfuß ging die Operation an den beiden Terminen, Ende Oktober und Ende Dezember, äußerst leicht von statten, indem nicht nur die zur Erneuerung ausgeschriebenen Summe von Fr. 2,100,000 zum bisherigen Zinse von 4 °/o sofort gezeichnet wurden, sondern auch noch weitere belangreiche Anmeldungen einliefen, welche selbstverständlich unberüksichtigt bleiben mußten.

III. Münzwesen.

Wiewohl zum Rükzug der 800 /iooo feinen schweizerischen Silberscheidemünzen bereits das ganze Jahr 1877 anberaumt worden war, so stellte sich doch am Jahresschluß das Bedürfniß einer weitern Terminerstrekung ein, welche bis Ende Februar bewilligt wurde. Eine ausnahmsweise Verlängerung bis Ende Mai erhielt sodann noch der Kanton Genf mit Rüksicht auf seinen kommerziellen Verkehr gegen Hoch-Savoyen. und schließlich" fand sich der Bundesrath, gestüzt auf verschiedene Kundgebungen aus der West- und Ostschweiz, veranlaßt, einen lezten allgemeinen Termin bis Ende Juli zu gestatten, welcher indessen, wie die frühern Termine, nicht die wünschenswerthe Beachtung gefunden zu haben scheint, da gegenwärtig hie und da noch außer Kurs gesezte Stüke zum Vorschein kommen.

An der von der Regierung der Vereinigten Staaten Nordamerika's angeregten Münzkonferenz zur Festsezung eines gemeinschaftlichen Werthverhältnisses zwischen Gold und Silber waren 9 Staaten vertreten, welche in 7 Sizungen die Frage einläßlich.

287 diskutirten. Eine Einigung konnte indessen', wie dieß von Anfang an anzunehmen war, bei der großen Verschiedenheit der maßgebenden Interessen nicht erreicht werden.

Der amerikanisch-europäischen Konferenz folgte diejenige der sog. lateinischen Staaten, welche drei Verträge abschlössen : 1) Eine neue Münzkonvention an Stelle derjenigen vom 23. Christmonat 1865; 2) eine Deklaration betreffend die Ausprägung von Silbermünzen während des Jahres 1879 ; 3) eine Uebereinkunft betreffend den Rükzug der italienischen Silberscheidemünzen.

Ueber diese drei Vorlagen hat der Bundesrath mit Botschaft vom 6. Dezember Bericht erstattet und es ist die sub 2 benannte Deklaration von den h. gesezgebenden Räthen bereits genehmigt worden, während die beiden andern Vorlagen noch ihrer Erledigung harren. Die Münzkonvention vom 23. Dezember 1865 haben sich gegenseitig die bei derselben betheiligten Staaten auf den vertragsmäßigen Termin vom 31 Dezember 1878 künden müssen, da sonst dieselbe fernere 15 Jahre in Kraft geblieben wäre.

Den nach den Vorschriften des Münzvertrages vom Jahr 1865in Paris ausgeprägten Goldstüken des Fürsten von Monaco wurde nach getroffener allseitiger Verständigung Zulassung an den öffentlichen Kassen der Vertragsstaaten bewilligt.

Ueber die Umprägung der schweizerischen Nikelmünzen hat der Bundesrath, nachdem über Verwerthung des daherigen Metalles Proben in größerm Maßstabe in Frankfurt und Brüssel stattgefunden, Bericht erstattet und es harrt auch dieser Gegenstand seiner Erledigung.

IT. Akkreditirte Banken.

Die bei der eidgenössischen Staatskasse akkreditirten Institute blieben die nämlichen. Dem Banknotenkonkordat sind beigetreten die St. Gallische Kantonalbank und die Kantonalbank für Appenzeli A.-Rh.

*

V. Erweiterung der Schusslinie in Thun.

Die Gefährdung der in der Zone der Artillerieschußlinie liegenden Grundstüke macht leider noch fortwährend Fortschritte, so-

288 daß außer dem Hiltbrand'schen Heimwesen, wofür die Bundesversammlung im Juni einen Extrakredit von Fr. 70,045 bewilligte, auch dasjenige des J. U. Kipfer, welches südwärts liegt, erworben werden mußte. Die Erwerbung einer weitern Anzahl von Grundstüken, worunter wahrscheinlich mehrere Heimwesen, scheint zur unabweisbaren Notwendigkeit geworden und es wird hierüber eine besondere Vorlage erfolgen. Bis Ende des Berichtjahres bestanden 110 Servitutsverträge mit einer jährlichen Entschädigungspflicht von Fr. 4969 ; von diesen Verträgen kann wegen Verlegung der Schußlinie eine Anzahl und namentlich diejenigen, welche für die Grundstüke auf der Thierachern-Allmend bestanden, wegfallen; die übrigen müssen erneuert werden. . Sechs neue Verträge wurden im Berichtjahr mit Eigentümern abgeschlossen, deren Grundstüke in der Gemeinde Uebeschi liegen.

Im Monat Juni fand die Kollaudation der Amsoldingen-Thierachernstraße statt ; die längs derselben erstellte 4,8 Meter hohe und 700 Meter lange Schuzmauer bewährt sich, so daß die Benuzung dieses Straßenstükes auch während der Artillerieschießübungen bis jezt keine Gefahr dargeboten hat. Die Avertissementsvorrichtungen sind alle erstellt. Es bleibt nur noch die vertragsgemäß übernommene Fortsezung des Allmendweges längs der Südgrenze bis zur Einmündung in das Ueltschiakersträßchen, um dann die Aufhebung der verschiedenen über den Waffenplaz führenden Fahr- und Fußwege an die Hand nehmen zu können.

Nach Ausrichtung der daherigen Anlagekosten wird der für die Erweiterung der Schußlinie bewilligte Kredit im Gesammtbetrage von Fr. 490,045 annähernd erschöpft sein.

VI. Gotthard-Annuität.

Infolge der auf das Gotthardbahnunternehmen stattgefundenen Einzahlungen für das VI. Baujahr vermehrte sich die Annuität um Fr. 1,481,481. 48 Kapital und beträgt nunmehr sammt den Zinsen Fr. 2,902,109. 70.

V e r w alt u n g Spesen.

I. Finanzbüreau.

In Personaländerung ist lediglich zu melden, daß der Sekretariats- und Buchhaltungsgehilfe im September demissionirte und mit Rüksicht auf die bevorstehenden allgemeinen Erneuerungswahlen nur provisorisch ersezt wurde.

289 Die Zahl der Geschäfte hat sich im Berichtjahr um 545 vermehrt, was namentlich den häufigen Titelauswechslungen im Gottharddepot und dem auf das Finanzdepartement übergegangenen Militärpflichtersazwesen, sowie der zweimaligen im Oktober und Dezember stattgefundenen. Kassascheineerneuerung1 zuzuschreiben ist.

Auch das Liegenschaftswesen in Thun nimmt wegen seiner zunehmenden Ausdehnung je länger je mehr Zfcit in Anspruch und dürfte eine Veränderung in der Verwaltung in der Folge als nothwendig und zwekmäßig sich herausstellen. Von Seite des Finanzdepartementes wurde vorläufig eine Expertise über die Frage angeordnet, auf welche Weise bei den waltenden besondern Verhältnissen die Bewirthschaftung des Landes für die Eidgenossenschaft am vortheilhaftesteu betrieben werden könnte, um das auf dessen Ankauf verwendete bedeutende Kapital möglichst abträglich zu erhalten.

II. ^Kontrolbüreau.

Im Geschäftsgang des Kontrolbureau sind keine besonderen Verhältnisse zu berühren. Die demselben durch das Reglement vorn 19. Februar 1877 zugewiesenen Funktionen sind im vorjährigen Geschäftsberichte erwähnt und haben keinerlei Modifikationen erlitten.

Die Prüfung sämmtlicher Rechnungen der eidgenössischen Verwaltungen des Jahres 1878 kann mit Ausnahme einer Anzahl Rechnungen der Militärverwaltung und der Rechnung des Generalkommissariates der Weltausstellung in Paris auf den heutigen1 Tag als beendigt betrachtet werden. Die Nachtragung der Verhandlungen und die Führung der Verbalprozesse über die Mutationen im Bestände der Werthschriften und Kautionsdepots nehmen stetsfort die Aufmerksamkeit des Kontrolbüreau in Anspruch und sind es hauptsächlich die wiederholten Austausche von Titeln der Gotthardbahnkaution und Annuitäten, welche für diesen Geschäftszweig eine größere Ausdehnung angenommen haben.

Verbalprozeßaufnahmen fanden folgende statt, betreffend: Eidgenössische Werthschriften, Spezialfonds etc. 17 Personalkautionen .

.

.

.

.

.10 Gottbardbahnkaution und Annuität .

.

.29 Eiseubahnkautionen .

.

.

.

.

. 2 zusammen

58

V e r b a l p r o z e s s e . Die Verhandlungen im Münzgewölbe, welches 20 Mal geöffnet werden mußte, wurden ebenfalls protokollirt.

Bundesblatt. 31. Jahrg. Bd. II.

19

290

Im Laufe des Monats November wurde eine Zählung und Inventarisirung sämmtlicher Titel der eidgenössischen Werthschriften, Spezialfonds und Kautionsdepots vorgenommen, welche eine genaue Uebereinstimmung mit den vorhandenen Büchern und Inventarien ergab.

Als neue Depots sind zu verzeichnen: 1) Werthtitel des Versieherungsvereins eidgenössischer Beamter und Angestellter im Betrage von Fr. 364,000; 2) Lebensversicherungspolicen zu Gunsten der Beamten des internationalen Postbureau.

Reglementarische Verifikationen des Bestandes der eidgenössiStaatskassa wurden im Laufe des Jahres durch den Departementsvorsteher 10 Male vorgenommen und haben stets ein durchaus befriedigendes Resultat ergeben, so daß hier die Ueberzeugung ausgesprochen werden kann, die Führung der Staatskassa sei in Beziehung auf den Baarverkehr in jeder Richtung zwekentsprechend eingerichtet.

Die Kreispostkassen, Zollgebietskassen, die Kassen des Polytechnikums, der Pulverkreise und der eidgenössischen Militäretablissernente wurden durch den Staatskassier, dessen Adjunkten und den Chef der Finanzkontrole in vorgeschriebener Weise untersucht und geben diese Verhandlungen, da deren Resultat stets befriedigend war, zu keiner weitern Bemerkung Anlaß.

Im Laufe des Monats April verstarb der langjährige I. Revisor, Herr Friedr. Binggeli von Albligen, und seine Stelle wurde vorderhand nicht besezt.

Das Personal des Kontrolbüreau bestand demnach aus dem Büreauchef, einem Revisoren, zwei Revisionsgehilfen und zwei provisorischen Revisionsgehilfen; einem Bestände, der für die Zukunft nicht ausreichen kann, um die vorkommende Arbeit zu bewältigen, daher denn auch im dießjährigen Voranschlag auf eine entsprechende Vermehrung des Personals Rüksicht genommen werden mußte.

III. Eidgenössische Staatskassa.

Der Gesammtverkehr der im Jahr 1878: Fr. 104,847,792.

,, 102,399,894.

Summa Fr. 207,247,686.

schnitt von und einen täglichen von .

ergibt.

eidgenössischen Staatskassa betrug 08 in Einnahmen, 61 ,, Ausgaben, 69. was einen monatlichen Durch' .

. Fr. 17,270,640. 55 .

.

. ,, 690,823. 62

291 In dieser Summe erscheint die von den betheiligten Kantonen und Eisenbahngesellschaften der Schweiz, sowie von den Staaten Deutschland und Italien einbezahlte VI. Rate der Gotthard-Subvention.

Es gingen im Berichtjahre ein: 1. Von den subventionirenden Kantonen und Eisenbahngesellschaften Fr. 2,108,336. 23 2. Vom deutschen Reiche .

.

.. ,, 3,184,797. 92 3. Von Italien ,, 5,499,128. 64 Summa Fr. 10,792,262. 79 Von der schweizerischen VI. Subventionsrate stunden auf 1. Januar 1879 noch aus Fr. 1,076,461. 69, wovon inzwischen am 28. Februar 1879 Fr. 558,932. 03 samrnt Verzugszins seit November 1878 eingingen.

Von obiger Summe von Fr. 10,792,262. 79 wurden infolge Bundesrathsbeschlusses die schweizerische, sowie die vom deutschen Reiche einbezahlte Annuität mit .

.

. Fr. 1,481,481. 41 sowie zur Kautionsergänzung ,, 4,250,000. -- zusammen Fr. 5,731,481. 41 von der eidgenössischen Staatskassa zurükbehalten, respektive zinstragend angelegt; leztere Summe zu Gunsten der Gotthardbahndirektion. Der Rest von Fr. 5,060,781. 38, sowie die später eingegangenen Fr. 558,932. 03 hat dieselbe ausbezahlt erhalten.

Mit vorstehender Ergänzung ist die Gotthardkaution, aus welcher der Direktion, behufs Bezahlung der Tunnelarbeiten successive Vorschüsse verabfolgt worden waren, wieder ergänzt. An Annuitätsgeldern sammt Zinsen liegen zur Zeit in Händen des Bundes zinstragend angelegt Fr. 2,902,109. 70.

In Ausführung des Bundesgesezes betreffend Anlage eidgenössischer Gelder, vom 16. März 1877, wird eine Million Franken in Baar zu Dekung eines allfälligen Truppenaufgebots, von der laufenden Kasse ausgeschieden, im Gewölbe aufbewahrt.

Unter vorstehender Verkehrssumme sind ferner im Einnehmen und Ausgeben Inbegriffen Fr. 1434. 55, die für die Brandbeschädigten von Airolo und Marchissy noch im Berichtjahre nachträglich als Liebesgaben eingegangen sind. Dieser Betrag wurde zu Händen der Schweizerischen Gemeinnüzigen Gesellschaft der Kantonalbank Zürich zugestellt.

Die auf neue Rechnung vorgetragenen Postvorschüsse zur Einlösung von Postgeldanweisungen erreichen die Summe von Fr. 1,795,017. 01.

292

Münzeinlösung.

Mit Ende Juli 1878 lief die lezte Frist ab, welche der Bundesxath unterm 9. Juli für. den Rükzug der 800 /iooo feinen Silberscheidemünzen bewilligt hatte.

Von diesen in den Jahren 1860--1863 im Gesammtbetrage von Fr. 10,500,000 geprägten Münzen lieferte die Staatskasse der eidgenössischen Münzstätte successive bis Ende des Berichtjahres die Summe von Fr. 7,997,074. 40 ab, worin zwar eine unerhebliche Summe alter 9/io feiner Theilmünzen inbegriffen ist, so daß über 2 Millionen Franken zurükgeblieben sind.

Zu 80 °/o des Nennwerthes gingen bis dato für Fr. 4105 ein, auf denen zu Gunsten des Münzreservefonds ein Gewinn von Fr. 821 erzielt wurde.

An Italien wurden im Jahre 1878 Fr. 836,952. 20 italienische Silbermünzen zum Austausch Übermacht und der Gegenwerth zu Zahlungen an die italienische Post Verwaltung für deren Guthaben aus dem gegenseitigen Geldanweisungsverkehr verwendet.

Der Verwaltung der eidgenössischen Werthschriften und Spezialfonds wird fortwährend die nöthige Aufmerksamkeit gewidmet.

Bezüglich des Bestandes derselben wird hier auf den Bericht des Finanzdepartements verwiesen.

Das Personal der eidgenössischen Staatskassa besteht gegenwärtig aus: 1) dem Staatskassier, dem nebst der Führung der Kasse noch die Verwaltung der sämmtlichen eidgenössischen Werthschi'iften, sowie die Aufbewahrung der Kautionen obliegt; 2) dem Adjunkt, welchem die Besorgung der Einnahmen und Ausgaben der Militärverwaltung, sowie die Einlösung der fälligen Zinscoupons und der ausgeloosten Obligationen der eidgenössischen Anleihen, und die Münzauswechslung auf dem Plaze Bern übertragen ist; 3) Zwei Gehülfen, wovon der 1. Gehülfe vorzugsweise sich neben den laufenden Kassaarbeiten der Titelverwaltung widmet, während dem 2. Gehülfen hauptsächlich die Führung der diversen Kontqkurrente, Ausstellung der Quittungen und Besorgung der kleinern Korrespondenzen übertragen ist; 4) dem Abwart, der sämmtliche Speditionen, Kommissionen etc.

besorgt und 5) dem Münzzähler, der sämmtliche eingehenden Münzsendungen verifizirt und sortirt.

IV. Pul ver Verwaltung.

F a b r i k a t i o n und H a n d e l . Die Pulverfabrikation wurde mit Rüksicht auf den bedeutenden Pulvervorrath, der namentlich im .11. Bezirk den normalen Stand bedeutend überstieg, und weil der Absaz sowohl in lezterm als auch irn III Bezirk hinter demjenigen des Vorjahres zurük blieb, durch Reduktion der Arbeitszeit wesentlich eingeschränkt. Die Produktion erreichte deßhalb das büdgetirte Quantum nicht, sondern blieb mit Kil. 291,338 um Kil. 158,662 unter demselben. Folgendes sind die Leistungen der einzelnen Mühlen:

Jagdpulver.

Gewehrpulver.

Kanonenpulver.

Sprengpulver.

Total.

Kil.

Kil.

Kil.

Kil.

Kil.

I.

--

--

33,510

87,650

121,160

II.

32,727

16,527

·--

36,952

86,206

III.

--

7,100

15,000

12,900

35,000

IV.

--

--

22,022

26,950

48,972

32,727

23,627

70,532

164,452

291,338

Bezirke.

293

294 Der dieser Fabrikation entsprechende Verbrauch an Materialien beläuft sich auf Kil. 222,611 Salpeter, Kil, 31,355 Schwefel und Kil. 39,392 Kohle, nebst Kil. 820 Holzstoff. Die Preise des Salpeters und Schwefels standen etwas niedriger als früher ; bezüglich der Reinheit ließen diese Materialien nichts zu wünschen übrig.

Eine Partie Faulbaumholz wurde vom Auslanie bezogen und zwar zu billigerem Preise, als diese Holzart hier zu Lande erhältlich ist.

Der ganze Bedarf an Jagdpulver wurde in Worblaufen mit Hülfe der Läuferwerke angefertigt. An Militärpulver gelangten zur Kontrole Kil. 500 Jagdpulver für Revolvermunition, Kil. 12,850 Gewehr-, und Kil. 63,5UO Kanonenpulver. Davon wurden als den Anforderungen entsprechend plombirt Kil. 8000 Jagd- und Gewehrpulver und Kil. 63,500 Kanonenpulver. Zu Ende des Jahres lagen noch in Untersuchung Kil. 5350 Gewehrpulver. Unter dem Produkte der Pulvermühle Lavaux sind im Sprengpulver Kil. 45,200 eines Spezialpulvers inbegriffen, das ausschließlich für eine Fabrik von Zündschnüren im Kanton Genf angefertigt wird, ferner Kil. 4100 Sprengsaz, der noch hin und wieder in der Westschweiz Verwendung findet.

Von den in der Pulverfabrikation eingeführten Verbesserungen ist besonders die im Bevichtjahre erfolgte Ersezung der Stampfwerke der Pulvermühle zu Lavaux durch Läuferwerke hervorzuheben. Den bisherigen Erfahrungen zufolge sind diese Werke, die seit einigen Jahren auch in den größern Pulverfabriken des Auslandes allgemein im Gebrauche stehen, den frühem Einrichtungen sowohl in Bezug auf die quantitative Leistung, als auch bezüglich der Qualität des Produktes unzweifelhaft überlegen. Das Gleiche gilt, von den in den lezten Jahren erstellten Verkohlungseinrichtungen und den neuen Kompressions- und Körnmaschinen.

Leider explodirte im Oktober eines der im Jahre 1877 zu Worblaufen erstellten Läuferwerke, wobei ein Arbeiter umkam.

Die Ursache.der Explosion konnte nicht mit Sicherheit ermittelt werden; gewiß ist aber so viel, daß das Werk nicht in vorgeschriebener Weise angelassen wurde. Der materielle Schaden, den die Explosion angerichtet hat, beschränkt sich auf die Zerstörung des Gebäudes, dessen Wiederherstellung einen» Kostenaufwand von .zirka Fr. 3000 erfordern wird. Das Werk selbst erlitt keine Beschädigungen. Der Schaden an fremdem Eigenthurn war gering. Wir haben denselben ohne Anerkennung irgendwelcher Entschädigungspflicht vergüten lassen. Der Familie des verunglükten Arbeiters wurde der Nachgenuß einer ungefähren Jahreslöhnung im Betrage von Fr. 1500 nebst einei Vergütung von Fr. 4000 be-

295 willigt. Die Pulvermühlen wurden dem Fabrikgeseze unterstellt, und es werden mithin bis zum Erlasse eines Haftgesezes die kantonalen Gerichte die Höhe der Entschädigung bei Verlezungen und Tödtungen des Pulvermühlepersonals festzusezen haben.

Es dürfte hier die Bemerkung am Plaze sein, daß sich die Pulververwaltung schon vor Jahren wiederholt darum bemühte, die Arbeiter der Pulvermühlen auf den Todesfall zu versichern. Sie wandte sich zu diesem Zweke nicht nur an alle einheimischen, sondern auch an verschiedene ausländische Versicherungsgesellschaften, erhielt aber entweder ablehnenden Bescheid oder erreichte keine annehmbaren Bedingungen; in Folge dessen wurden weitere Versuche zur Versicherung der Pulvermühlearbeiter, denen es übrigens gleichgültig sein kann, von wem sie im Falle eines Mißgeschikes entschädigt werden, aufgegeben.

Der Pulververkauf erreichte einen Betrag von Kil. 358,876 und blieb somit um Kil. 91,124 unter dem büdgetirten Quantum.

Der Ausfall betrifft namentlich das Sprengpulver, dessen Absaz infolge andauernder Stokung des Baugeschäftes, ' namentlich im II.

und III. Bezirk, den Voranschlag nicht erreichte. Der Verkauf vertheilt sich folgendermaßen auf die einzelnen Bezirke:

Jagdpulver.

Gewehrpulver.

Kanonenpulver.

Sprengpulver.

Total.

Kil.

Kil.

Kil.

Kil.

Kil.

I.

5,140

1,285

39,132

98,495

144,052

II.

5,842

13,440

100

31,668

51,050

ni.

1;250

11,575

325

45,515

58,665

IV.

2,908

26,370

2,823

73,008

105,109

15,140

52,670

42,380

248,686

358,876

Bezirke.

Der Pulververkauf an das Publikum wurde im Berichtjahre durch 308 patentirte Verkäufer vermittelt.

Es erhalten diese Debitanten eine Provision von 15 °/o auf dem Verkaufswerthe des Pulvers , das ihnen frachtfrei aus den eidg. Magazinen zugesandt wird.

965

297 F i n a n z i e l l e s E r g e b n i ß . Die Einnahmen sowohl als die Ausgaben blieben aus den bereits angeführten Gründen unter den büdgetirten Ziffern. Die Einnahmen betrugen nämlich Fr. 563,242. 79, die Ausgaben Fr. 465,358. 37. Eine relative Mehrausgabe ergibt sich auf den F r a c h t e n , Rubrik 7, die hauptsächlich infolge des von Jahr zu Jahr schwieriger werdenden Pulvertransportes auf den Eisenbahnen von Fr. 8. 75 auf Fr. 9. 88 per 100 Kil. anstiegen.

Die Mehrausgabe auf Rubrik 11, V e r s c h i e d e n e s , betrifft lediglich den Verbrauch und die Abschazung der Geräthe, Maschinen und dergleichen. Die Ablieferungen an die Bundeskasse erreichten einen Betrag von Fr. 173,513. 35, wovon Fr. 46,513. 35 an Zins für die Liegenschaften und das Betriebskapital. Der Nettogewinn auf dem Pulverregale im Jahre 1878 beträgt. Fr. 97,884. 42.

V. Münzverwaltung.

  1. Münzprägungen.

Im Botriebsjahre 1878 bestand die Aufgabe der eidg. Münzstätte hauptsächlich in der Fortsezung der Umprägung schweizerischer Silberscheidemünzen.

Gestüzt auf die am 30. November 1877 aufgesfeilte Prägungsscala für die verschiedenen Münzsorten sind im Voranschlag für dieses Jahr aufgenommen worden : a) l Million Zweifrankenstüke (gleich Fr. 2,000,000); b) l ,, Halbfrankenstüke (gleich Fr. 500,000), und überdies eine Million Zwanzigrappenstüke und eine Million Einrappenstüke. Da aber wegen der noch offenen Frage über die zukünftigen Legirungsverhältnisse der Nikelmünzen die Prägung der Zwanzigrappenstüke verschoben wurde, kam an deren Stelle die vermehrte nachbewilligte Prägung von einer halben Million Zweifrankenstüken, so daß sich dieselbe nun auf Fr. 3,000,000 belief, welche das auf Ende des Jahres 1878 zirkulirende Kontingent schweizerischer Silberseheidemünzen auf Fr. 14,520,000 erhöhen.

Nebstdem sind büdgetgemäß noch 981,300 Einrappenstüke angefertigt worden.

Die mit Halbfrankenstüken begonnene Jahresprägung mußte schon nach wenigen Wochen unterbrochen und durch Zweifrankenstüke ersezt werden, da die außer Kurs gesezten 8/io feinen Münzen in der Bundeskasse in dem Maße sich anhäuften, daß eine raschere Verwendung, resp. Einschmelz.ung dieser Geldsorten sich zur Nothwendigkeit gestaltet hatte.

298

Um das vorhandene 800 /iooo feine Silber auf den Feingehalt von 835 Millièmen zu legiren, mußte ein entsprechendes Quantum Feinsilber in Barren angekauft werden. Der Silberpreis stand noch tiefer als im Vorjahr. Es wurden bezahlt : im Januar ° per Kilo Feinsilber, franko Basel, ,, Februar ,, ,, ,, ,, ,, D Juni n August » September ,, November

« ,, ,, ,,

« ,, ,, ,,

,, ,, ,,

,, ,, ,, ,,

,, ,, ,,

Fr. 196. 80 ,, 200. 95 ,, ,, ,,

196- 20 193. 60 191. 80 186. 05

Zu diesen Preisen wurden angekauft Eil. 3068.553 Feingewicht und dafür bezahlt Fr. 602,092. 96, so daß sich der Durchschnittspreis per Kilo auf Fr. 196. 60 stellt. Für die Bezüge aus der Bundeskasse von einzuschmelzenden Münzen ist bei jeder Ablieferung ein ausführlicher Verbalprozeß aufgestellt und der Tageskurs als Preis angenommen worden, worüber nachstehende Zusammenstellung Auskunft gibt: Sii b e r an k a u f e im J a h r Datum.

22.

18.

17.

13.

30.

4.

Januar Februar .

Juni . .

August .

September November

1878.

Preisangebote per Kilogramm.

Fr. Rp.

196. 95 200. 95 196. 40 194. 55 191.80 187. 90

Fr. Rp.

196. 80 201. 50 197.-- 194. 90 -- -- -- --

Fr. Rp.

196. 80 200. 95 196.20 193. 60 192.-- 187. 60

Fr. Rp.

204.-- 197.50 -- -- 193.25 186. 05

Ankaufspreis per Kilogr.

Fr. Rp.

196. 80

200. 95 196. 20 193.60 191.80 186. 05

Jedesmal, wenn die Preisangebote gleich standen, wurde die Bestellung gleichmäßig vertheilt.

Sämmtliches Feinsilber, im Gewicht von Kil. 13940.986, welche Fr. 2,756,613. 56 kosteten, stellt sich auf den Durchschnittspreis von Fr. 197. 73*/io; dabei ist das in diesen Legirungen enthaltene , nicht unbedeutende Quantum Kupfer von Kil. 2620.232 nicht verrechnet worden und ist demnach als Reingewinn zu betrachten.

Die Prägungsresultate sind laut der Fabrikationskoutrole folgende:

Zur Seite 298.

Zusammenstellung der Verbalprozesse Über die von der Bundeskasse zum Einschmelzen abgelieferten alten Silbermünzen.

Nennwerth der MUnzen.

Rohgewicht.

3V« 9

8

i

105,000

2 2 3 3 4 4 5 5 6 6 7 8 8 9 9 10 11 11 12

205,000 200,000

Ep.


Fr.

--

Ep.

--

10,000 . -- 30,000 40,000

305,000

--


15,000

185,000


15,000

--

--


37,608 27,900 2,555,508

Kilo.

516.745 1010.725 48.940 984.345 146.145 1278.370 194.467 1501.093 73.040 913.575 73.435 1481.385

60,000

1330.080 292.115

--

5,000

1523.410 24.165


--

310,000 350,000

Kostenpreis.

Gewichtsabgang.

per Kilo fein.

260,000

300,000 270,000

Normalgewicht.

/io fein.

/iofein.

Fr.

Feingewicht.


9,466

-- 184,466

-- 40 -- 40

1717.565 185.185 46.250

Kilo.

413.396 808.580 44.046 787.476 131.530 1022.696 175.020 1200.874 65.736 730.860 66.091 1185.108 1064.064 262.903 1218.728 211748 1374.052

Kilo.

525.000 1025.000 50.000 1000.000 150.000 1300.000 200.000 1525.000 75.000 925.000 75.000 1500.000 1350.000 300.000 1550.000 25.000 1750.000 188.040 47.332

137.190

148.148 41.625 109.752

13478.225

10872.433

13699.872

139.500

Total.

Fr.

Ep.

Fr.

Ep.

1.55 14.275 1.39 1.060 2.12 15.655 1.56 3.855 2.57 21.630 1.66 5.533 2.76 23.907 1.56 . 1.960 2.61 11.425 1.23 1.565 2.08 1.24 18.615 1.47 19.920 2.62 7.885 1.71 26.590 0.835 ' 3.34 32.435 1.85 151 2.855 1.082 2.30 1.66 2.310

200 200 200

--

82,679

20

--

161,716 8,809

221.647

198

Kilo.

in °/o.

8.255

1.613/4

198 198 200 200 200 200 200 200 198 19G 196 196 196 196 191 191 188

-- 95

-- -- 50 40 40 50 50 -- 80 80 -- 163/io

155,920 26,042 205,510 35,170 240,174 13,147 146,172 13,218 235,243 208,982 51,634

20 24 94 76 27 80 20

28,414 7,983 20,633

20 93 17 14 05 48 19 79 67 37

2,154,520

60

239,480 4,273 269,314

299 P r ä g u n g v o n H a l b f r a n k e n s t üke n.

Einschmelzung : Feinsilber aus verschiedenen Legirungen .

. Kil. 1425.483 Kupfer, in obigen enthalten 215.567 fl Reines Kupfer a l s Zusaz .

.

.

.

.

.

65.900 Rest verarbeiteten Metalls von 1877 .

1272.544 Kil.

Ausgang : An die Bundeskasse abgeliefert in neuen Halbfrankenstüken (Fr. 500,000) .

.

.

. Kil.

An Fabrikationsabgang 4 7 /io %o.

,, Vorrath für die Zweifrankenprägung .

.

. ,,

2979.494

Kil.

2979.494

2501.570 14.245 463.679

Prägung von Zweifrankenstüken.

Einschmelzung: Feinsilber aus verschiedenen Legirungen .

. Kil. 12688.002 Kupfer in obigen Legirungen enthalten .

. ,, 2381.126 Reines Kupfer als Zusaz ,, 136.540 Rest verarbeiteter Metalle der Halbfranken .

,, 463.679 Kil. 15669.347 Ausgang : An die Bundeskasse abgelieferte neue Zweifrankenstüke (Fr. 3,000,000) .

.

.

. Kil. 14999.546 An Fabrikationsabgang 4 7 /io °/oo ,, 74.623 Vorrath auf neue Rechnung ,, 595.178 Kil. 15669.347 Hier ist zu bemerken , daß dieser Fabrikationsabgang das Bruttogewicht darstellt, in welchem sich das Verhältniß des Silbers zum Kupfer wie l zu 3 verhält.

Ueber den durchschnittlichen Feingehalt und das Metallgewicht der neu erstellten Münzen gibt die Zusammenstellung des Münzkommissariats (am Schlüsse des Berichtes) , welchem alle Ablieferungen zur Kontrole vorgewiesen wurden, Auskunft.

Behufs rascherer Ausführung der Prägung der Million Einrappenstüke, im Gesammtgewichte von Kil. 1500, sind, wie früher, die vorgewalzten und ausgeschnittenen Plättchen von einer aus-

300

ländischen Fabrik zum Preise von Fr. 330 per 100 Kilos bezogen worden. Die Ausgabe dieser Münzsorte ist daher finanziell sehr lohnend.

Eine wichtige Untersuchung beschäftigte die Münzdirektion im Laufe des Berichtjahres, nämlich die Lösung der Frage, ob das in unsern Nikelmünzen enthaltene Silber ohne erheblichen Verlust ausgeschieden und also wieder gewonnen werden könne. Diese Frage steht im Zusammenhange mit der vorgeschlagenen Neuprägung von solchen Münzen ohne Silbergehalt und ist durch eine bundesräthliche Botschaft unterm 29. November 1878 beantwortet worden.

2. Nebenarbeiien.

Während der Ertrag der Nebenarbeiten zu Fr. 1500 veranschlagt war, ergab derselbe schließlich Fr. 3097. 85. Diese Arbeiten bestanden, wie bekannt, in Prägung von silbernen und bronzenen Medaillen für Behörden und Vereine, Siegeln und Stempeln, messingenen Schieß- und Biermarken u. dgl.

3. Finanzielles.

Da der Betrieb der Münzstätte ohne alle Störung von Statten ging, der Preis des Silbers ein sehr tiefer war und die Reparaturen sich auf ein Minimum beschränkten , so ist das finanzielle Jahresergebniß ein äußerst günstiges und beträgt Fr. 524,712. 57. Auf dem Inventar wurden übungsgemäß 10 % abgeschrieben , so daß der Maschinen- und Geräthekonto nur noch mit Fr. 50,110. 67 belastet ist.

4. Personelles.

Die Organisation der Münzverwaltung erlitt keinerlei Veränderung. Bezüglich der Arbeiter verdient hervorgehoben zu werden, daß mehrere derselben nun schon seit Errichtung der Anstalt, also seit 1855, darin thätig sind.

5.

Falsche MUnzen.

Abgesehen von den falschen Zwanzigrappenstüken, der einzigen Nikelmünzsorte, welche der Fälschung unterworfen ist, kamen einzelne Fälle nachgemachter Silbermünzen vor; da dieselben aber gegossen sind und nur aus Zinn und Blei bestehen , so bie'ten sie hinlänglich Merkmale zum Erkennen dar und kann ihr zeitweiliges Auftreten niemals gefahrdrohend werden. Immerhin wurde das Publikum zu verschiedenen Malen in Zeitungen vor Annahme solcher Münzen gewarnt.

6. Münzkommissariat.

Das Münzkommissariat bekam im Berichtjahr 48 Münzwerke zur Behandlung, wovon 30 Zweifrankenstüke, 8 Halbfrankenstüke und 10 Einrappenstüke. Ein aus Zweifrankenstüken bestehendes Münzwerk mußte wegen zu leichten Gewichtes zurükgewiesen werden. Das Resultat der Proben ist in nachstehender üebersicht dargestellt :

D u r c h s c h n i t t d e s F e i n g e h a l t s u n d G e w i c h t s d e r i n d e r S c h w e i z i m J a h r e 1878 geprägten Münzen.

Jahr.

Mittlerer Feingehalt.

Mittleres Gewicht per Kilo.

Mittleres Gewicht per Stük.

Abweichungen im Feingehalt.

Mehr.

Weniger.

Gramm.

im Gewicht.

Mehr.

. Weniger.

Gramm.

Gramm.

--

0.000,031

1878 2-Franken. . . 0.834,733

9.999,969

0.999,996

--

0.000,267

1878 Vz-Franken

1.006,628

2.501,570

--

0.000,125 0.003,372

1.098,900

1.465,027

1878 Einrappenstüke

0.834,875

--

0.034,973 B

co o

V. Staatsrechnung.

  1. Einnahmen.

Ertrag- der Liegenschaften und angelegten Kapitalien.

  1. Liegenschaften.

Ertrag.

1.

Liegenschaften in Thun

Fr

2. Schanzenboden 3. Pulvermühlen und Dependenzen .

T)

. .

4. Patronenhülsenfabrik in Köniz

T) Ï!

5. Zollgebäude 6. Postgebäude in Genf und Chur .

Ï1

1876.

33,070. R 5 910. 64

1877.

32,103. 91

16,396. 30 1,388. 65 26,192. 44

17,100. 90 1,388. 65 29,044. 50

28,812. 50

28,900.

24,600.

24,600.

24,600.

24,600. --

Fr. 102,558. 68

Weniger als büdgetirt .

(N

O CO

Voranschlag.

1,221. 71

105,459. 67

1878.

35,000.

16,821.

17,100. -- 1,668.

1,388. 65

105,403. 41

700.

107,968. -- Fr. 2,564. 59

o.

und weniger als im Vorjahre

1878.

32,437. ?,4 1,344. 0?,

·

·

·

·

·

Fr.

56. 26

303

Die wesentlichste Abweichung vom Budget, d. h. die Mindereinnahme, fällt auf den Liegenschaftsertrag in Thun und die Ursache' davon ist lediglich in den außerordentlich niedrigen Futterpreisen des vorigen und des laufenden Jahres zu suchen.

Die Einnahmen vertheilen sich auf die einzelnen Hauptrubriken, wie folgt: a. Miethziose von Gebäulichkeiten, Holzablagerungspläzen, etc. etc Fr. 14,031. 40 b. Allmendbesaz ,, 8,130. 35 c. Erlös aus Futter und Früchten ,, 9,017. 24 d. Fuhrungen ,, 1,258. 25 Fr. 32,437. 24 Die Posten 3, 4, 5 und 6 bilden das Erträgniß 4 °/oiger Verzinsung vom jeweiligen Kapitalanschlag der betreffenden Liegenschaften.

B. Kapitalien.

Ertrag.

.

.

Voranschlag.

1877.

1878.

1878.

. Fr. 78,896. 53 ,, 109,660. 35 .

,, 5,200. --

68,169. 01 90,817. 35 -- --

60,416. 60 157,606. 49 -- --

90,000. -- 170,000. -- -- --

Fr. 193,756. 88

158,986. 36

218,023. 09

260,000. --

1876.

  1. Werthschriften und Wechsel 2. Bankdepositen 3. Vorübergehende Darleihen

Weniger als büdgetirt

Fr. 41,976. 91

Dagegen mehr a l s i m Vorjahre .

.

.

.

.

.

.

Bankdepositen.

Stand der Kapitalien zu Ende 1877 Büdgetirt waren .

.

.

.

g *-

.

.

.

.

.

.

Zu hoher Voranschlag D e r Ertrag des Wechselportefeuille belief sich a u f .

,, ,, der Werthschriften auf

.

Werthschriften u. Wechsel

. Fr. 5,363,067. 93 ,, 6,000,000. -- 'Fr.

.

Fr. 1,521,308. -- ,, 2,000,000. --

636,932. 07 .

.

.

. F r . 59,036. 7 3

Fr.

.

478,692. -- .

,,

Fr.

906. 6 5 ,, 59,509. 95 Fr. 60,416. 60

Der Ausfall ist theils dem zu hohen Voranschlag und theils dem außerordentlich niedrigen Zinsfuß, welcher das ganze Jahr hindurch nie über 3 J /2 °/o stand, zuzuschreiben.

j?

C. Zinse von Betriebskapitalien.

g g

Ertrag.

?

col.

g, 3.

(£ 4.

5.

§26.

M 7.

1876, Regiepferdeanstalt .

.

.

.Fr.

Konstruktionswerkstätte . ,, Laboratorium und Patronenhülsenfabrik ,, Waffenfabrik ,, Pulververwaltung .

.

.

. ,, Münzverwaltung . ,, Postverwaltung .

.

.

. ,, Telegraphenverwaltung .

.

. ,,

5,726.

4,846.

26,693.

2,500.

37,200.

17,968.


Voranschlag.

1877.

40 75 83 06 -- 65 -- --

Fr. 94,935. 49

6,178.

4,923.

30,879.

4,345.

32,390.

16,376.

114,605.

31,807.

1878.

20 30 08 20 60 45 54 60

6,377.

3,748.

36,115.

6,106.

29,692.

' 14,888.

109,473.

32,736.

241,505. 97

1878.

40 25 10 68 35 04 81 18

6,600. --, 4,800. -- 32,000. -- 4,000. -- 32,390. 60 16,000. -- 111,000. -- 35,000. --

239,137. 81

241,790. 60

Weniger als büdgetirt

Fr.

2,652. 79

und weniger als im Vorjahre

Fr.

2,368. 16

Die Verzinsung fand statt von einem Kapital von .

.

Die Betriebskapitalien und Vorschüsse betragen zu Ende 1877

.

.

.

. Fr. 5,978,450. -- ,, 7,871,079. 66

ja 0

Folglich sind unverzinslich Fr. 1,802,629. 66 welche auf die Material- und Maschinenreserven des Laboratoriums und der Konstruktionswerkstätte, sowie auf die Reservebestandtheile der Waffenfabrik entfallen.

w

co o

D. Regalien und Verwaltungen.

O5

Voranschlag.

Ertrag.

1876.

  1. M i l i t ä r d e p a r t e m e n t .
  2. Regiepferdeanstalt Fr. 155,939. 63 2. Konstruktionswerkstätte .

223,124. 40 T) 3. Laboratorium u. Patronenhülsenfabrik ,, 1,249,923. 98 4. Waffenfabrik ,, 992,201. 56 5. Munitionsdepot ·» 6 . Kavalleriepferde . . . .

·n 7. Hälfte der Militärpflichtersaz.steuer , 965,764. 34 8. Réglemente, Ordonnanzen, Formulare ,, 2,734. 70 9. Blätter des schweizerischen 18,974. 80 Atlasses ,, 10. Beitrag. der Stadt Bern an die Bundessizleistung ,, 22,200. -- 5,780. 71 11. Verschiedenes ,, Fr. 3,636,644. 12.

1877.

145,125. 85 265,668. 45 1,421,881. 03 852,714. 72 375,305. --

1878.

1878.

160,461. 50 183,856. 85 1,322,274.

648,727.

2,584.

556,477.

73 98 50 50

139,600. -- 193,425. -- 1,398,097.

682,000.

2,500.

425,000.

60 -- -- --

650,000. --

675,000. --

675,000. --

1,835. 65

1,623. 90

1,000. --

15,840. --

18,010. --

18,000. --

13,751. 98

2,242. 56

3,000. --

3,742,122. 68

3,571,259. 52

3,537,622, 60

Ertrag.

1876.

1877.

Voranschlag.

1878.

1878.

B. F i n a n z - und Z o l l d e p a r t e m e n t .

1.

2.

3.

4.

Pulververwaltung Fr.

979,899. 44 749,091. 73 563,242. 79 815,000. -- Münzverwaltung 2,857,579. 25 3,085,269. 35 3,513,910. 85 2,712,500. -- Zollverwaltung ,, 17,376,544. 08 15,728,223. 80 15,661,348. 93 15,000,000. -- Anleihensamortisationsfond . . ,, -- -- 470,000. -- 480,000. -- 480,000. Fr. 21,214,022. 77 20,032,584. 88 20,218,502. 57 19,007,500. -- C. P o s t - und T e l e g r a p h e n d e p a r t e m e n t .

  1. Postverwaltung Fr. 14,845,823. 55 14,494,933. 43 15,090,721. 98 15,052,000. -- 2. Telegraphenverwaltung . . . ,, 2,130,093. 82 1,962,253. 36 1,994,444. 71 2,201,000. -- Fr. 16,975,917. 37 16,457,186. 79 17,085,166. 69 17,253,000. -- Verschiedenes

Fr.

59,305. 88

28,182. 01

98,733. 41

34,118. 80 co o -a

308

Rekapitulation der Einnahmen.

Zinse v o n Liegenschaften .

,, ,, Kapitalien

.

.

.

F r . 105,403. 41 ,, 457,160. 90 Fr.

Regalien und Verwaltungen Verschiedene Einnahmen

562,564. 31

,, 40,874,928. 78 ,, 98,733. 41 Fr. 41,536,226. 50

Voranschlag Mehreinnahmen

,, 40,442,000. -- Fr.

1,094,226. 50

Zur nähern Vergleichung der Mehr- und Mindereinnahmen wird auf nachstehende Uebersicht verwiesen.

Vergleichende Uebersicht zwischen dem Budget und der Rechnung.

RechnungsBüdgetBüdgetrubrik.

bestimmung.

resultate.

Erster Abschnitt.

  1. L i e g e n s c h a f t e n .

105,403. 41 Mieth- und Pachtzinse Fr. 107,968. -- B. K a p i t a l i e n .

218,023. 09 Fr. 260,000. -- 1. Angelegte Kapitalien 2. Betriebskapitalien und verzinsliche 239,137. 81 Vorschüsse .

.

.

.

. ,, 241,790. 60 Fr. 501,790.60 e- 457,160. 90 Zweiter Abschnitt.

  1. M i l i t ä r d e p a r t e m e n t .

160,461. 50 Fr. 139,600. -- 1. Regiepferdeanstalt .

2. Laboratorium und Patronenhülsenfabrikation .

.

.

.

. ,, 1,398,097.60 1,322,274. 73 183,856. 85 3. Konstruktionswerkstätte .

.

. ,, 193,425. 648,727. 98 4 . Waffenfabrik .

.

.

.

. ,, 682,000. -- 2,584. 50 2,500. 5 . Munitionsdepot .

.

.

.

556,477. 50 6. Kavalleriepferde .

.

.

. ,, 425,000. -- 675,000. -- 7. Hälfte der Militärpflichtersazsteuer . ,, 675,000. -- 1,000. -.

1,623. 90 8. Réglemente, Ordonnanzen, Formulare 18,010. -- ,, 18,000. -- 9. Blätter des Schweiz. Atlasses 1 0 . Verschiedenes .

.

.

.

3,000. 2,242. 56 Fr. 3,537,622. 60 3,571,259. 52 Uebertrag Fr. 4,147,381. 20 4,133,823. 83

Mehr Weniger als die Büdgetbestimmung.

--

--

41,976. 91


_ --

20,861. 50


2,564. 59

-- ._

--84. -- 50 131,477. 50 -- -- 623. 90 10.-- -- 153,057. 40 153,057. 40

2,652. 79 44,629. 70

-- -- 75,B22. 87 9,568. 15 33,272. 02 -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- 757. 44 119,420. 48 166,614. 77

w

g

310

Bttdaetrubrik ° '

Budgetbestimmung.

Rechnungsresultate.

Mehr Weniger als die Büdgetbestimmung.

4,147,381. 20

4,133,823. 83

153,057. 40 166,614. 77

.Fr.

815,000. -- 563,242. 79 . ^ 2,712,500. -- 3,513,910. 85 . ,, 15,000,000. -- 15,661,348. 93

-- -- 251,757. 21 801,410. 85 -- -- 661,348. 93 -- --

Uebertrag Fr.

B. F i n a n z - und Z o l l departement.

  1. Pulververwaltung .

.

2. Münzverwaltung .

.

3. Zollverwaltung

Fr. 18,527,500. -- 19,738,502. 57 1,462,759. 78 251,757. 21 C. P o s t - und T e l e g r a p h e n departement.

  1. Postverwaltung .

.

.

. F r . 15,052,000. -- 15,090,721. 98 2. Telegraphenverwaltung .

. fl 2,201,000. -- 1,994,444. 71 Fr. 17,253,000. -

17,085,166. 69

38,721. 98 -- -- -- -- 206,555. 29 38,721. 98 206,555. 29

Uebertrag Fr. 39,927,881. 20 45,957,493. 09 1,654,539. 16 624,927. 27

, , -L Büdgetrubnk.

Budgetbestimmung.

Uebertrag

Rechnungsresultate.

Mehr Weniger als die Büdgetbestimmung.

Fr. 39,927,881. 20 40,957,493. 09 1,654,539. 16 624,927. 27

Dritter Abschnitt

Anleihenamortisationsfond

.

. Fr.

480,000. -

480,000. --

--


Vierter Abschnitt.

Verschiedene Einnahmen und Vergütungen.

lei .

.

.

.Fr.

  1. Bundeskanzlei 2. Bundesgericht sht .

.

. ,, gskosten von Eisen3. Verpfän bahnen sehenes ,,

18,000. 15,000. --

16,408. 70 14,975. 20

--

1,000. -- 118. 80

64,403. 45 2,946. 06

63,403. 45 2,827. 26

Fr.

34,118. 80

98,733. 41

66,230. 71

1,616. 10

Total Fr. 40,442,000. -- 41,536,226. 50 1,720,769. 87

626,543. 37

Betrag der Mehreinnahmen

--

1,591. 30 24. 80

_ --

--

Fr. 1,094,226. 50 Fr. 1,720,769. 87

«

312

li. Ausgaben.

  1. K a p i t a l - und Z i n s z a h l u n g .

Voranschlag und Nachtragskredite.

Ausgaben.

1.

Kapitalrükzahlung

2. Anleihenzinse .

.

.

.

3. Provisionen und übrige Kosten .

Fr.

1876.

460,000. --

,, 1,231,650. ,,

2,923. 35

Fr. 1,694,573. 35

1877.

470,000. -- 1,326,235. 25 1,181/75

1878.

480,000. -- 1,454,818. 65 4,791. 73

1,797,417. -

1,939,610. 38

1878.

480,000. 1,449,350. -- 5,000. -- 1,934,350.

-

Mehr als büdgetirt

Fr.

und mehr als im Vorjahre

Fr. 142,193. 38

5,260. 38

Die Kreditüberschreitung ist Folge einer Rükzahlung von Fr. 100,000 Obligationen des lezten Anleihens, welche durch 4 °/o-Kassascheine ersezt wurden, deren einjähriger Zins die Verwaltung zum Voraus entrichtete. Auch ist in dem Betrage von Fr. 5260. 38 der marchzählig bezahlte Zins von den remboursirten Fr. 100,000 inbegriffen mit Fr. 1468. 65.

g e m e i n e V e r v ir a l l u n g s k o s t e n.

Voranschlag und Nachtragskredite.

Ausgaben.

1876.

  1. Nationalrath

Fr. 194,261. 45

1878.

1878.

1877.

178,260. 50

250,868. 35

/ 195,000. -- | 60,650. -- / 12,000. \ 1,150. -

2. Ständerath

,,

11,643. 60

12,729. 85

12,033. 80

3. Bundesrath

,,

80,133. 35

85,500. --

85,500. --

85,500. --

4. Bundeskanzlei

,, 320,369. 26

337,365. 85

322,463. 38

/ 273,000. -- \ 52,233. 19

5. Bundesgericht

,, 149,296. --

146,178. 43

145,728. 19

151,800. --

Fr. 755,703. 66

760,034. 63

816,593. 72

f 717,300. -- \ 114,033. 19 Fr. 831,333. 19

Weniger als büdgetirt und nachbewilligt .

Dagegen mehr als im Vorjahre

.

.

Fr.

14,739. 47

Fr.

56,559. 09

welche Mehrausgabe lediglich der im Monat August stattgefundenen außerordentlichen Session der BundesVersammlung in Sachen der Gotthardbahn zuzusehreiben ist.

^ ££

C. D e p a r t e m e n t e und V e r w a l t u n g e n .

Voranschlag und Nachtragskredite.

Ausgaben.

' A. P o l i t i s c h e s D e p a r t e m e n t . Fr.

\m.

1877.

254,813.60

277,097.03

B. D e p a r t e m e n t des Innern.

1878.

im.

273,562. 20 j

^g'jjjj'Z

f 9 119 44.7

  1. Aligera. Departementalausgaben Fr. 2,396,368. 81 1,967,686. 58 1,936,767. 57 | iQ3 205 -- 2. Polytechnikum .

.

.

.

,,

347,000 ._

Fr. 2,743,368. 81 C. Justiz- und Polizeidepartem. Fr.

D. M i l i t ä r d e p a r t e m e n t .

  1. Aligera. Militärausgaben

.

40,790.50

353,000. -

367,800. - j

^SOO.' ~

2,320,686. 58 2,304,557. 57 j ^l^'oos' -- 41,204.90

43,989. 90 j

^'SQO'Z

. Fr. 12,546,860. 56 j 13,108,878. 56 12,274,976. 63 P'^^'o^'95

2. Regiepferdeanstalt .

.

.

3 Laboratorium u. Patronenhülsfabr.

4. Konstruktionswerkstätte .

.

5 . Waffenfabrik .

.

.

.

,, 120,356.77 ,, 1,495,917.75 ,, 221,974. 40 ,, 976,274.88

137,257.51 162,203. 68 { ^^oo.'Z 1,498,406.55 1,577,680.21 1,398^097.60 264,168.45 183,481. 68 193,425. -- 831,632.53 643,839.57 678,400,-- ·

Fr. 15,361,384. 36 15,840,341. 60 14,842,181. 77 {15'^'J^' 9^ üebertrag Fr. 18,400,357.27 18,479,330.11 17,464,291.44 1818421354~95

££ *"

Zur Seite 314.

Uebersicht der ausserordentlichen Kredite und ihrer successive!! Verwendung.

1878.

Rheinkorrektion.

N. F. III. 462.

464.

Fr.

Kredite

. . . .

Verwendung :

Rp.

870,000 100,000

. .

Fr.

Rp.

Juragewässerkorrektion.

  1. S. IX, 93.

Fr.

Rp.

5,000,000

2,640,000 300,000 338,000

970,000

--

3,278,000

--

5,000,000

--

Rp.

Fr.

Rp.

Fr.

Rp.

-- 970,000

--

2,826,500

--

451,500

Melchaakorrektion.

N. F. III, 469.

N. F. III, 471.

Fr.

Rp.

Fr.

Rp.

138,400

1872 (6. Febr.)

La CroixStrasse.

  1. S. X, 676.

Fr.

Rp.

1872 (6. Febr.)

Bnlle.feoltigenSwasse.

  1. S. IX, 676.

Fr.,

Rp.

Fr.

Rp.

133,000

260,000

96,000

1873.

LukmanierStrasse.

  1. S. XI, 217.

1873 (2. August). 1875 (14. Dez.)

der Rappersclmyl- Erweiterung Schnsslinie.

Dammbaute.

N. F. II. 47.

  1. S. XI, 290.

Ilf, 442.

Fr.

Rp.

100,000

Fr.

Rp.

Total.

Fr.

Rp.

420,000 70,045 10,865,445

3,278,000

220,000 - 171,590 177,468 220,000 220,000 215,200 151,700 176,100 176,800 258,000 242,977 202,925 143,000 124,739 126,000

Haslethalentsunipfimg.

400,000

--

1863 1864 .

. .

1865 1866 . . . .

1867 1868 1869 1870 . . . .

1871 1872 1873 1874 1875 . . . .

1876 1877 1878

Kreditrestanz

  1. S. VII, 578.

. r, X, 324.

N. F. III, 467.

1867.

970,000

Fr.

Totalverweudung .

1868.

Khonekorrektion.

490,045

--

490,045

--

Fr.

Rp.

-- 400,000

Fr.

--

Rp.

138,400

Fr.

-- Rp.

S> 96,000

Fr.

--

Rp.

260,000

-- Rp.

Fr.

133,000 Fr.

-- Rp.

100,000 Fr.

-- Rp.

i i i

90

10


430,000 183,000 387,000 462,122 317,078 500,000 500,000 481,362 399,455 459,413

98 96 23

4,119,433

55

400,000

880,566

45

400,000

90 48

46,( 100 52,( ·00 52,(100 52, wo 30,( )00 28,( 00

--

--

138,400 138,400


96,000

--

96,000

--

260,i )00

--

11,314 46,500 40,000 25,185 10,000


133,000

--

86 14

20,000 40,000 40,000

-

100,000

--

--

70,000 70,000 70,000 70,000

10,865,445 Fr.

-- Rp.

220,000 171,590 177,468 220,000 220,000 645,200 334,700 563,100 638,922 621,078 806,292 871,425 806,362 689,380 733,413

98 10 33

90 48 76

--

280,000

-

7,718,933

55

--

210,045

--

3,146,511

45

10,865,445

Voranschlag und Nachtragskredite.

Ausgaben.

1876.

üebertrag

1877.

1878. 1878.

Fr. 18,400,357. 27 18,479,330. 11 17,464,291. 44

18,842,354. 95

E. F i n a n z - u . Z o l l d e p a r t e m e n t .

  1. Finanzbüreau, Kontrol bureau , Staatskasse und Liegenschaften . Fr.
  2. Pulververwaltung . ,, 3. Münzverwaltung 4 . Zollverwaltung .

.

.

152,435. 63 828,133, 94

144,081. 11 654,148. 76

176,637. 57 j 465,358. 37

l 9 719 KflO

.

,,

2,857,579. 25

3,085,269. 35 3,513,910.851

.

^

1,545,290.93

1,418,243.76

Fr. 5,383,439. 75

^'ooo' Z 707,000.' -- 356 319 Z

1,410,464.95

l,524,'90o! --

5,301,742. 98 5,566,371. 74 J ^gj'^g' Z

F. B i s e n b a h n - u n d H a n d e l s département.

  1. Eisenbahnabtheilung .
  2. Handelsabtheilung

.

°

. Fr.

.

151,868.47

123,966.95

,,

181,872.20

Fr.

333,740. 67 :

Üebertrag

1 ^o£ft\)\) ?TM' ~ --

108,992. 20 /l

f

l

97Q 9OO

217,127.83

263,342. 81 i

341,094. 78

372,335.011 ;

Fr. 24,117,537. 69 24,122,167. 87 23,402,998.19

i

3090 Z

^g'^o' Z 1

:

24,827,673. 95

co

£

Oi

Voranschlag und Nachtragskredite.

Ausgaben.

1876.

Uebertrag

Fr. 24,117,537. 69

1877.

24,122,167. 87

1878.

23,402,998. 19

1878.

24,827,673. 95

Gr. P o s t - u n d T e l e g r a p h e n - , département.

  1. Postverwaltung

.

2. Telegraphenverwaltung

.

. F r . 14,745,406. 27 13,944,396. -- 13,489,232. 96 { ^'^'QOO' --

.

.

H. U n v o r h e r g e s e h e n e s

,,

2,137,929.34

1,978,753.77

1,794,400.28

2,106,000.--

Fr. 16,883,335. 61

15,923,149. 77

15,283,633. 24

16,200,000. --

. Fr.

11,475.23

23,104.14

Fr. 41,012,348. 53 40,068,421. 78

26,805. 90 j

Js'ooo'--

38,713,437. 33 41,053,486. 95

G-esammt-Rekapitulation.

Verwendung.

Ausgaben.

Fr. 1,939,610. 38

Kapital- und Zinszahlung

,, 816,593. 72 ,, 38,686,631. 43 ,, 26,805. 90

Allgemeine Verwaltungskosten v Departements und Verwaltungen Unvorhergesehenes

Fr. 41,469,641. 43

Mehr.

Fr. 5,260. 38 ,, ,, ,, 992.90

Weniger.

Fr.

-- -- ,, 14,739. 47 ,, 2,747,042. 52 ,, - ^-

Fr. 6,253. 28

Fr. 2,761,781. 99 ,, 6,253. 28 Fr. 2,755,528. 71

Die Mehreinnahmen betragen Die Minderausgaben ,,

Das Defizit war veranschlagt zu Nachtragskredite wurden bewilligt Bleibt Einnahmenüberschuß

.. .

. Fr. 1,094,226. 50 . ,, 2,755,528. 71 Total Fr. 3,849,755. 21 Fr. 2,376,000. -- ,, 1,407,170. 14 ,, 3,783,170. 14 . Fr.

66,585. 07

&5

Zur Seite 317.

Yergleichung zwischen den Büdgetkrediten und den Ausgaben.

Budget-

Budget-Rubrik.

Nachtrags-

Total

Rechnungsßesultate.

Kreditbe willig-u.ng.

Er.

Rp.

Fr.

Kp.

Fr.

Kp.

Mehr

"W'enig-er

als die Kred itbewilligung.

Fr.

Rp.

Fr.

Rp.

1,939,610

38

5,260

38

Fr.

Begründung.

Rp.

I. AJbsclmitt.

Amortisation und Verzinsung der Anleihen . . . .

1,934,350

1,934,350

Infolge Conversion der Kassascheine.

II. Absclinitt.

Allgemeine Verwaltungskosten.

A Naiionalrath B. Ständerath

195,000 12,000 85,500

D. Bundeskanzlei: 1 Personal 2. Material 3. Außerordentliche Drukarbeiten E Bundesgericht

--

102,700 170,300

60,650 1,150

255,650 13,150 85,500

250,868 35 12,033 80 85,500

3,450 31,400

106,150 201,700

17,383

19

151,800 717,300

--

114,033

19

17,383 151,800

19

831,333

19

4,781 1,116

65 20

103,799 88 201,280 31

2,350 419

12 69

17,383 19 145,728 19

6,071

81

14,739

47


816,593

72

273,562

20

10,937

80

29 48,621 72 1,667,291 89 20,036 67 367,800

6,879

71

--

--

III. .AJbscïinïtt.

  1. Politisches Departement

.

3,500

281,000

284,500

B. Departement des Innern.

I. Kanzlei (Aligera. Ausgaben) (Besondere Ausgaben) 11. Statistisches Bureau . . .

III. Bauwesen IV. Forstwesen V . Polytechnikum . . . . .

66,507 122,550 -- 50,500 1,850,690 22,200 347,000 2,459,447

C. Justiz- und Polizeidepartement

45,000

Uebertrag

5,437,097

--

10,630 8,000 84,575

| 207,687

--

20,800 124,005 --

--

3,500

--

245,038

-- 19

50,500 1,935,265 22,200 367,800

200,807

--

2,583,452 -- 48,500 5,682,135

2,304,557

57

--

43,989 90

19

5,378,313 77

--

1,878 28 267,973 11 2,163 33

--

278,894 43

--


--

5,260

38

4,510

10

309,081 80

Budget-Rubrik.

Budget-

Nachtrags-

Total

RechnungsResultate.

KreditbeAvilligTing.

Fr.

Uebertrag

Kp.

5,437,097

Mehr

Begründung.

als die Kre< litbewilligung.

Ep.

Fr.

Ep.

Fr.

Ep.

Fr.

Ep.

245,038

19

5,682,135

19

5,378,313

77

5,260

38

217,012 27,400

95

Fr.

"Weniger

Fr.

Kp.

309,081 80

D. Militärdepartement.

I. Sekretariat 29,100 I I . Verwaltung . . . .

13,242,867 40 III. Regiepferdeanstalt . . . .

139,600 IV. Laboratorium und Patronenhülsenfabrik 1,398,097° 60 V. Konstruktionswerkstätte 193,425 V I . "Waffenfabrik . . . .

678,400

29,100 13,459,880 35 167,000

28,404 75 12,246,571 88 162,203 68

60

1,577,680 21 183,481 68 643,839 57

1,398,097 193,425 678,400

--

2'44,412 95

15,925,902

22,600 21,500 -- 17,400 82,500 707,000 2,712,500

--

856,319

22,600 21,500 17,400 117,500 707,000 3,568,819

3,563,500

891,319

15,681,490

695 25 1,213,308 47 4,796 32 179,582

61

War nicht büdgetirt.

9,943 32 34,560 43

95 14,842,181 77' 179,582

61

1,263,303

79

E. Finanz- und Zolldepartement.

Finanzverwaltung.

I. Finanzbüreau ( ?' Sekretariat \ b. Kontrole .

u. Staatskasse III. Liegenschaften I V . Pulververwaltung . . . .

V. Münzvevwaltung

--

35,000

--

782 19 1,588 35

21,817 19,911 17,400 117,508 465,358 3,513,910

11 37 85

8 11

8 11

81 65

--

4,454,819 --

4,155,906

79

--

862,900 14,000 140,000 -- 8,000 425,000

833,592 5,955 117,239 7,038 395,634

92 75 55 41 28

Unerheblich.

241,641 63 54,908 15 298,920

32

Zollverwaltung.

I.

II.

III.

IV.

V.

Gehalte Reisekosten und Expertisen .

Büreaukosten . . . .

Mobilien und Geräthschaften .

Grenzschuz

862,900 14,000 -- 140,000 8,000 425,000

--

7e

IO,UUU

1,524,900 -- Uebertrag

26,206,987

--

-- 1,380,770

--

f\r\r\

KJ_AAA_ O±^ÜU*~

1,524,900 --

14 27,587,757

--

f\A

1,410,464 95

14 25,786,867

--

28

--

--

184,851 10

29,307 08 8,044 25 22,760 45 961 59 29,365 72 OQ QQ^ 96 114,435 05 1,985,740

96

Nachtrags-

Budget-

Budget-Rubrik.

Total

RechnungsEesultate.

Kre d-ltbe-willigf ung.

Fr.

Uebertrag

Ep.

Fr.

1,380,770

26,206,987

Rp.

Fr.

14 27,587,757

Mehr

"Weniger

als die Kre< litbewilligung.

Ep.

Fr.

Ep.

Fr.

Ep.

14 25,786,867

28

184,851

10

1,985,740

96

86,852

60

Ep.

Fr.

Begründung.

F. Eisenbahn- u. Handelsdepartement.

I. E i s e n b a h n - A b t h e i l u n g .

--

89,000

89,000

b. Reiseentschädigungen und Exd . Unvorhergesehenes

. . . .

II. H a n d e l s - A b t h e i l u n g .

10,000 21,800 200

--

2,400

121,000

--

2,400 --

  1. Gehalte und Fabrikinspektorat b. Reisen, Expertisen u. Kopiaturen c. Internationale Ausstellung in Philadelphia d. Beitrag für die landwirthschaftliche Ausstellung in Freiburg .
  2. Beitrag für die Molkerei-Ausstellung i n Portici . . . .
  3. Weltausstellung in Paris . .

235,000

G. Post- u. Telegraphendepartement.

279,200

I.

II.

III.

IV V.

VI.

!· VII VIII.

DL X.

XI.

XII.

Postverwaltung.

Gehalte und Vergütungen .

Kommissäre und Reisekosten Büreaukosten Dienstkleidung Lokalmiethzinse . . . .

Mobilien und Büreaugeräthschaften Postmaterial Transportkosten . . . .

Verzinsung des Postmaterials Frankomarken und Couverts, Korrespondenzkarten etc.

Vergütungen aller Art . .

Verminderung des Post-

XIII. Verschiedenes differenzen

und

12,400 21,800 200

32,200 12,000

123,400

--

--

3,000

--

20

--

14,407

--

80

10,096 74 98 45

3,000

--

282,200

3,000

--

--

8,662

226,338

235,000 --

263,342 81

--

--

.

18,857 19

7,034,000 42,000 426,000 148,000 470,000

7,034,000 42,000 426,000 148,000 470,000

6,778,849 36,302 406,470 141,008 405,189

66 85 48 10 57

255,150 34 5,697 15 19,529 52 6,991 90 64,810 43

142,000 594,000 -- 4,880,000 111,000

142,000 594,000 4,880,000 -- 111,000

108,896 545,189 4,606,974 109,473

69 26 04 81

33,103 31 48,810 74 273,025 96 1,526 19

130,812 43,050

57 50

147,257

24

29,758

19

13,489,232

96

147,257

24

39,648,435

25

332,108

34

170,000 38,000

--

170,000 44,000

6,000

Kurs39,000

Uebertrag

1,445 60 10,614 80 200

10,954 40 11,185 20 108,992

40

-- 3,000

--

2,147

--

22,103 26 11,901 55

32,200 12,000 --

--

39,000

14,094,000

--

6,000

40,701,187

--

1,392,170

--

14,100,000

14 42,093,357

-- 14

39,187 949 147,257

43 50 "War nicht büdgetirt.

24

9,241 758,024

81 28

2,777,030 23

Budget-Rubrik.

Uebertrag

Budget-

Nachtrags-

Total

Rechnung«Resultate.

Kre dittoewillig1ting-.

Fr.

Ep.

40,701,187

--

1,452,000

--

Fr.

Ep.

Fr.

1,392,170 14 42,093,357

Ep.

Fr.

EP.

14 39,648,435

25

--

10

M^ln-

"Wenig-ei*

als die Kred itbewilligung.

Fr.

Ep.

332,108 34

Fr.

Begründung.

Kp.

2,777,030 23

Telegraphenverwaltung.

I. Gehalte und Vergütungen .

II. Expertisen und Reisekosten . '

--

1,452,000

--

--

135,000

. . . .

90,000

90,000

V. Bau und Unterhalt der Linien

250,000

250,000

90,000 VH. Büreaugeräthschaften . . .

VIII. Verzinsung des Inventars

--

--

--

35,000 -- --


--

35,000

--

--

--

--

2,106,000

--

93,908

38

81,486

41

58,640 08

--

--

32,736

18

54,106

54

1,794,400

28

59

85,266 01 --

--

-- 54,106

-- 54

31,359

92

4,052

23 0

2,263 82

War nicht büdgetirt.

406 80

13,593 20 --

41,091 62

8,513

2,947 77 -- --

90

15,971 37

164,733 99 --

170,780

54,106

54

365,706 26

·

IV* Abschnitt.

Unvorhergesehenes

--

14,000

14,000 2,106,000

90,000

--

17,028 63

7,000

7,000

IX. Verminderung des Inventars

1,275,219

33,000

33,000 135,000 --

I V . Gebäulichkeiten

--

10,813 42,818,000

=

15,000

25,813

26,805 90

992 90

1,407,170

14 44,225,170

14 41,469,641 43

387,207 78

Unerheblich.

3,142,736 49 387,207 78 2 755 50» -3-L- JBlßvbtJSßö.o-'MinflftTausgäbe.

·

318

A; Staatsvermögen.

  1. Liegenschaften (siehe nebenstehende Tabelle).
  2. Kapitalien.
  3. B a n k d e p o s i t e n .

Zu Ende des Jahres 1877 waren bei 28 Bankinstituten angelegt Fr. 5,363,067. 93 Die Rükbezüge beziffern sich mit .

,, 3,408,124. 36 Fr. 1,954,943. 57 Neue Anlagen ,, 3,782,974. 85 Stand der Bankdepositen zu Ende 1878 . Fr. 5,737,918. 42 welche sich bei 27 Banken befinden. In dieser Summe ist aber die Restanz der Konkursmasse der Walliser Bank im Betrage von Fr. 71,092. 17 begriffen. Die Liquidation ist im Gange, kann aber nicht eher zu Ende geführt werden, als bis ein zwischen der Gläubigerschaft und einem hiesigen Bankinstitut waltender Prozeß entschieden sein wird.

b. W e r t h s c h r i f t e n .

Stand derselben zu Ende 1877 .

.

. F r . 1,244,620. 50 Ankauf im Berichtjahr: 1) 4 lJ2°lo Berner Kassascheine Fr. 400,000 2) 4 1 /2°/o ,, Staatsobligationen. Fr. 103,000 zu 98Va % .

.

.

. Fr. 101,455 ,, 501,455. -- 33 Aus der Liquidation der Walliser Bank neuerdings erhalten .

.

.

. ,, 22,858. -- Total Fr. 1,768,933. 50 Zur Rükzahlung gelangten, worunter die Restanz der Bern-Luzern-Obligationen Fr. 35,497 Uebertrag auf die verschiedenen Spezialfonds als Kapitalanwen·dung ,, 294,500 Stand der Werthschriften zu Ende 1878

.

Fr. 329,997. -- ,, 1,449,951. 85

Total Fr. 1,779,948. 85

Zur Seite 318.

  1. Staatsvermögen.
  2. Liegenschaften.

Waffenplaz in T h un.

  1. Produktive Liegenschaften.

Anschlagswerth pro 1877 . .

Neubauten und Ankäufe in 1878 Abgang in Folge Verkaufes uud Stand Ende 1878

-Fr.

2,750,968 1 57,170

Kp.

14

2,808,138

14

2

Schanzenboden.

Fr.

47,200

Ep.

47,200

9,800

Hülsenfabrik in Köniz.

Pulvermühlen.

Rp.

Er.

427,522

Fr.

49

41,716

Ep.

49

427,522

49

41,716

49

Zollgebäude.

3

Fr.

716,460 27,953

Ep.

14

744,413

14

Postgebäude.

Fr.

4

Ep.

615,000 46,500 661,500

14

40,000 73,200 174,000

--

47,200

Fr.

4,598,867 131,623 --

-

2,798,338

Total.

4,730,490

Ep.

26

26

9,800

--

427,522

49

41,716

49

744,413

14

661,500

--

4,720,690

26

b. Unproduktive Liegenschaften.

Zeughaus in Luzern Zeughaus in Rapperschwyl Sternwarte i n Zürich . . . .

Bundesrathhaus, incl. Bauplaz zum neuen Verwaltungsgebäude .

1,050,000 1,337,200

1,337,200 6,057,890 3

1

Heimwesen Hiltbrand . . . .

Fr. 44,7E 0 v, 12,41 0

Mon Idée Moëllesula z . . . . . . .

Fr. 57,170 2

Z o l l g e b si u d e

Differenz zwischen der Brandv ersicherungsschazung und dem Anschlagswerth der abgeb rannten Scheuer.

Fr. 23,825. 75 ,, 4,127- 25 Fr. 27,953. -

26

EV

11 fi 00

35.0 00

Fr. 46,500

319

Kursgewinn

Uebertrag

Fr. 1,779,948. 85 ,, 11,015. 35

Gleich obigen

Fr. 1,768,933. 50

Der Verlust auf den Bern-Luzern-Obligationen beziffert sieb im Berichtjahr mit Fr. 22,143 (Totalverlust auf Fr. 150,000 Fr. 22,983).

Nominalwerth der Werthschriften .

.

. F r . 1,500,886. 85 Kursschazung zu Ende 1878 ,, 1,449,951. 85 Folglich beträgt der Kursverlust noch

.

. Fr.

50,935. --

Von der Veräußerung der nicht in den Rahmen des Bundesgesezes über Darleihen aus den eidg. Fonds vom 16. März 1877 (III, 138) fallenden Gemeinde- und Eisenbahnobligationen wurde namentlich wegen des niedrigen Kurses der leztern vorläufig noch abstrahirt. Was die Gemeindeobligationen anbelangt, so besizt die Eidgenossenschaft nur stadtbermsche, mit deren Veräußerung unbedenklich zugewartet werden darf, bis für gesezliche Ersaztitel gesorgt ist.

320

Inventar der eidgenössischen Werthschriften pro 3l. Dezember 1878.

Jahr.

Werthschriften.

1.

Inventar auf Kurs auf Kursschäzung 31. Dez. 1878 31. Dez. auf 31. Dez. 1878 (Nominalwerth). 1878.

(Kurswerth).

Fr.

R.

2,000 100 12,500 100

Fr.

R.

2,000 12,500

Eidg. Obligationen

1867

4 »/2 ·n

Berner Staatsobligationen , diverse

1871 1861 1865 1874

·n

216,000

98 V2

212,760

·n

98 Va

6,895

1875

n

7,000 135,000

98 Va

132,975

1877

·n

98 V2

13,790

1861

4

14,000 101,000

92

92,920

4

2,500

70 (100) 76 1(1500)

1,840

4 Va

84

20,160

2.

3.

°/o

. .

l

4.

Nordostbahnobligationen

1862

5.

Centralbahnobligationen

1872

Uebertrag

24,000 514,000 --

495,840 --

td £3

13 Pce

Werthschriften.

·Jahr.

°/o

CT"

S

Fr.

CO I--*

$

td CL.

t--t

6.

Jurabahnobli°'ationen

7.

Kantonalbank Bern, Kassascheine . . . .

8.

Grotthardbahnobligationen

9.

Wallisertitel (Liquidation der Kantonalbank)

1873

bs t--'

5 4*/2

1872

5

Eypothekarkasse Bern, Obligationen . . .

Gemeinde Bern, Obligo Diverse Titel (kleinere)

14.

Zürcher Staatsobligationen

15.

Freiburger Staatsobli^ationen

16.

Kantonskasse Bern

1875

5,000 80,000

495,840

100 100

67,000

59!/2

47,600

5,000

121,800

100

121,800

15,000

97!/2

14,625

1,195

100

1,195

43/4

160,000

100

160,000

4V2

16,000

100

16,000

250,000

100

250,000

y> W T)

1875

67,000

R.

115,891 85

4 Va

13.

Fr.

115,891 85 100 5,000 100

5V2&6

10.

11.

12.

R.

514,000

Uebertrag

CH s»

a-

Inventar auf Kurs auf .Kursschäzung 31. Dez. 1878 31. Dez. auf 31. Dez. 1878 (Nominalwerth). 1878.

(Kurswerth).

100

150,000 1,449,951 85

321

150,000 1,500,886 85

5,000

W

to t*

3. Verzinsliche Betriebskapitalien.

Dieselben betrugen beim B<îginn d e s Rechnungsjahres .

Verminderung in 1878

.

.

.

.

. Fr. 7,871,079. 66 · n 2,615,162. 06

Bestand auf Ende 1878

T)

5,255,917. 60

Ueber diese Summe g;ibt nachstehende , die einzelnen Bestandteile derselben darstellende Uebersicht nähere Auskunft: Betriebsmaterial Waarenvorräthe. Guthaben u.

Baarschaft.

Total.

Ausstände.

und Mobiliar.

Fr.

Ep.

Fr. Ep.

Fr.

Ep.

Fr. Rp, Fr.

Ep.

173,005 26 1. Regiepferdeanstalt . .

165,113 50 8,791 76 2. Konstruktionswerkstätte 58,457 75 in Thun 26,597 51 31,860 24 613,787 49 3. Laboratorium in Thun .

509,651 40 104,136 09 | 48,675 09 50,308 22 3,198 81 108,995 12 4 . Waffenfabrik . . . .

f 6,813 -- 731,192 92 5. Pulververwaltung . .

561,444 93 64,123 73 8,991 72 96,632 54 5,961 05 215,692 86 6. Münzverwaltung . . .

159,603 14 50,128 67 2,589,588 13 7. Postverwaltung . . . 2,589,588 13 764,298 07 8. Telegraphen Verwaltung 764,298 07 3,857,245 33

1,316,396 96

67,322 54

14,952 77

5,255,917 60

323

Uebertrag Fr. 5,255,917 60 Hiezu kommen die bisher in den Betriebskapitalien verzeigten unverzinslichen Vorschüsse des Munitionsdepot .

. Fr. 330,559. 67 ,, Laboratoriums .

. ,, 842,453. -- der Konstruktionswerkstätte ,, 40,000. -- ,, Waffenfabrik .

. ,, 414,800. -- ,, 1,627,812 67 Fr. 6,883,730. 27 Die Verminderung von Fr. 2,615,162. 06 rührt theils von Materialverbrauch und Minderschazung, theils daher, daß die unverzinslichen Material- und Maschinenreserven des Laboratoriums und der Konstruktionswerkstätte, sowie die Reservebestandtheile der Waffenfabrik auf das Inventar, wohin sie ihrer Natur nach gehören, getragen wurden.

4. Unverzinsliche Vorschüsse.

  1. M u n i t i o n s d e p o t .

Stand desselben zu Ende 1877 .

Abgang

.

.

. F r . 557,860. 13 ,, 227,300. 46

Stand zu Ende 1878

,, 330,559. 67

b. F o u r r a g e v o r r ä t h e .

Vorräthe an Heu, Hafer und Stroh zu Ende 1877 Ankäufe im Berichtjahr

Fr. 308,986. 99 ,, 188,885. 60

Fr. 497,872. 59 Erlös aus den an die Militärschulen abgegebenen Vorräthen Fr. 316,813. 20 Stand auf Ende 1878

Fr. 181,059. 39 c Kriegsreserve.

Unverändert

Fr. 1,000,000. --

324

d. M ü n z g e w ö 1 b e.

Silberscheide- und Nikelmünzen zu Ende 1877 Fr. 1,941,250. -- Einlage im Verlauf des Jahres 1878 .

. ,, 1,111,750. -- Fr. 3,053,000. -- ,, 2,774,500. --

Rükbezug Stand auf Ende 1878

.

.

.

.

. Fr.

278,500.--

e. M i l i t a r p f l i c h t e r s a z s t e u e r.

Der Bruttoantheil des Bundes war für das Berichtjahr veranschlagt, z u .

.

.

. F r . 650,000. -- Uneinbezahlt geblieben waren .

.

. ,, 2,573. 98 Eingegangen sind

Fr. 652,573. 98 ,, 692,450. 04

Mehreingang

Fr.

39,876. 06

Voranschlag für das Jahr 1878 .

.

. Fr. 675,000. -- Abzuziehen : Obiger Mehreingang, resp. Vortrag auf neue Rechnung Fr. 39,876. 06 Eingang von Luzern pro 1878 . ,, 38,644. 20 Fr.

bleiben vorzutragen

78,520. 26

Fr. 596,479. 74

Dagegen befindet sich noch im Rükstand die halbe Steuer von vier Kantonen aus dem Jahre 1877 im Betrage von Fr. 200,000, so daß also ein viel höherer Eingang, als die vorgetragene Summe, zu gewärtigen ist. (Neuenbui-g hat bekanntlich einen Konflikt beim Bundesgericht erhoben und Luzern verweigert die Ablieferung der 1877er Steuer, angeblich wegen Ausgleichungsvorbehalt, ein dritter Kanton hat seither bezahlt.)

^ f. E r w e i t e r u n g d e r S c h u ß l i n i e i n T h u u.

Von den gemäß den Bundesbeschlüssen vom 14. Christmonat 1875 (II, 47) und 22. Brachmonat 1878 (IU, 442) bewilligten Krediten im Betrage von Fr. 490,045 sind zu Ende des Rechnungsjahres noch unverrechnet geblieben .

.

. Fr. 159,070. 50

325

Post Vorschüsse.

Die Vorschüsse an die Postverwaltung behufs Einlösung der Geldmandate betrugen zu Ende 1877 Fr. 1,364,855. 35 und belaufen sich auf Ende 1878 .

. ,, 1/795,017. 01 Vermehrung im Jahre 1878

Fr.

430,161. 66

h. H o l z v o r r ä t h e .

Vorrath bei der Konstruktionswerkstätte .

. Fr. 40,000. --

i. W a f f e n r e s e r v e .

Vorrath bei d e r Waffenfabrik .

.

.

. F r . 414,800. --

g. K a s s e .

Stand zu Ende 1877 ,, » ,, 1878 Vermehrung im Jahre 1878

Fr. 1,967,163. 43 ,, 2,445,096. 13 .

.

. Fr.

477,932. 70

R e k a p i t u l a t i o n d e s eidg. S t a a t s v e r m ö g e n s .

1.

2.

3.

4.

5.

6.

Liegenschaften Kapitalien Verzinsliche Betriebskapitalien Unverzinsliche Vorschüsse .

Inventarbestände Kasse

.

.

Fr. 6,057,890. 26 ,, 7,187,870. 27 .. ,, 5,255,917. 60 . ,, 4,795,486. 31 ,, 10,847,135. 92 ,, 2,445,096. 13

Total Fr. 36,589,396. 49 Der Stand des zinstragenden Staatsvermögens war für das Berichtjahr .

.

. Fr. 16,010,393. 19 Der Ertrag davon beziffert sich im Berichtjahr mit oder gleich einem Prozentsaz von 31/2.

Fr.

573,579. 66

5. Inventarbestand auf 31. Dezember 1878.

Bestand auf 31. Dez. 1877.

Fr.

Kp.

208,26643

Zuwachs.

Fr.

Bp.

14,270 47

234,945 01 83,801 60 25,337 344,083 61

14,728 35 23,303 35 22,520 60,551 70

100,520 Material für das Genie . .

314,511 20 Material für die Artillerie 3,536,746 80 Rohgesehoßdepot in Thun 900,243 Material für die Kavallerie, Schüzen und Infanterie 2,155,586 50 6) Material für die Verwal31,437 tungstruppen 7) Bewaffnung und Ausrüstung 1,965,393 Uebertrag 9,004,437 50

14,202 136,246 50 429,629 48

11,472 20 45,075 70 410,395 03 115,580

103,249 80 405,682 3,555,981 25 784,663

42,153 05

219,836 05

1,977,903 50

A.Kanzleien.

B . Militärverwaltung . . . .

I. U n t e r A u f s i c h t des O b e r kriegskommissariates: , 1) Kasernengeräthschaften 2) Verlag von Reglementen .

3) Geographische Blätter . .

Abgang.

Fr.

Ep.

20,826 64

26,449 21,151 22,512 70,113

91 20 50 61

Bestand auf 31. Dez. 1878.

Fr.

Ep.

201,710 26

223,223 °85,953 25,344 334,521

45 75 50 70

II. U n t e r A u f s i c h t der V e r : waltung des Materiellen: 1) Material für den Generalstab und aligera. Kriegs2) 3) 4) 5)

23,375

5,481

49,331

1,052,034 75 1,697,640 78

381,813 25 1,189,653 23

2,635,614 50 9,512,425 05

W tsS m

Bestand auf 31. Dez. 1877.

Fr. Ep.

Uebertrag 9,004,437 50 III. U n t e r A u f s i c h t des S t a b s büreau: 1) Mobiliar des Stabsbüreau 2i Topographische Abtheilung IV. U n t e r A u f s i c h t des O b e r feld a r z t e s : 1) Spital- und Ambulancengeräthe 2 ) Oberpferdearzt . . . .

Militärverwaltung C.

D.

E.

F.

Gr.

Zollverwaltung M ü n z e n und M e d a i l l e n . .

Polytechnikum F o h l e n h o f in T h u n . . . .

A l l m e n d v e r w a l t u n g in T h u n

2,761 02 204,372 53 207,133 55

317,677 382 318,060 9,873,715

90 50 40 06

61,158 15,118 179,431 27,370 2,026 10,367,086

15 50 79 65 40 98

Zuwachs.

Fr. Ep.

1,697,640 78

Abgang.

Fr. Ep.

1,189,653 23

21,811 30 21,811 30

276 10 22,618 38 22,894 48

47,161 15 47,161 15 1,827,164 93 6,415 52 2,073 485

81 80 -- 70

1,850,462 71

Bestand auf 31. Dez. 1878.

Fr. Ep 9,512,425 05 2,484 92 203,565 45 206,050 37

90 25 15 47

328,355 344 328,699 10,381,696

15 25 40 52

9,022 80

58,551 15,171 163,354 24,826 1,826 10,847,135

16 30 32 35 01 92

36,483 38 36,522 1,319,183

18,150 3,030 200 1,370,413

47 -- 39 77

co

Is3

-a

328

B. Passiven.

  1. A n l e i h e n .

Anleihen.

1867.

  1. Betrag der Anleihen zu Ende 1877 b. Rükzahlung auf Rechnung des Anleihens von 1867

Fr. 11,070,000. -- ,, 480,000. Restauz

1871.

Fr. 15,600,000. -- ,, 10,590,000. -- Fr. 26,190,000. ^-

Anleihen von 1877.

Gegen dreijährige, Ende 1880 verfallende Obligationen Gegen einjährige, theils Ende Oktober, theils Ende Dezember 1879 verfallende 4 °/o-Kassascheine, deren Erneuerung durch Bundesbeschluß vom 28. Brachmonat 1878 (III, 450) bewilligt i s t .

.

.

.

.

.

.

.

.

Fr.

3,900,000. --

2,100,000. -- Fr. 6,000,000. -- Fr. 32,190,000. -- ,, 476,437. 50

Total der Anleihen auf Ende 1878 Marchzählige Zinse auf den Obligationsanleihen 2. M ü n z r e s e r v e f o n d s .

Bestand zu Ende 1877 .

.

.

. Fr.

3 Zwanzigfrankenstüke des Fürsten v. Monako « Hiezu kommt der Gewinn auf dem Betrieb der Münzstätte pro 1878

1,393,953. 10 60. -

524,712. 57 Fr, 1,918,725. 67

Davon kommen in Abzug: 1) Verlust auf Fr. 2,739,974. 40 8/io u. 9/io feinen Münzen Fr.

2) Umschmelzungsprobe in Brüssel u. Frankfurt ,, 3) Zinsvergütung für magazinirte eingezogene Münzen ,, 4) Pariser-Konferenzkosten .

.

.

585,453. 80 7,970. 78 31,553. 70 6,862. -- 2,870. -- 1,350. -- 1,899. --

Fr. 637,959. 28 Bestand des Münzreservefonds zu Ende 1878 . ' .

.

Fr. 1,280,766. 39 Der Fonds wird durch die Prägung des laufenden Jahres, in welchem nur noch eine unerhebliche Summe außer Kurs gesezter Münzen einzuschmelzen sein wird, auf die frühere Höhe gebracht werden.

3. U n e i n g e l ö s t e O b l i g a t i o n e n und Coupons.

Dieselben betrugen zu Ende 1878

'

.

. F r . 39,775

4. A n l ei h en s - A m o r t i s a t i o n s f o n d.

Stand zu Ende 1877 Dritte Rükzahlung auf Rechnung des Anleihens von 1867 Stand zu Ende 1878

Fr. 36,589,396. 49 ,, 35,036,978. 89 Fr. 1,552,417. 60

329

Die Aktiven betragen Die Passiven dagegen Bleibt reines Staatsvermögen

Fr. 1,530,000 ,, 480,000 Fr. 1,050,000

330

Resultat der Staatsrechnung.

Die eidgenössische Staatsrechnung für das Jahr 1878 schließt mit einem Vermögensvorschlag von Fr. 1,163,685. 83.

Wiewohl das Budget einen Ausgabenüberschuß von Fr. 2,376,000 vorgesehen hatte, schließt die Verwaltungsrechnung gleichwohl mit einem Ueberschuß der Einnahmen von Fr. 66,585. 07, welches Resultat theils von Mehreinnahmen, theils von Minderausgaben herrührt. Die Verwaltungszweige, welche am Meisten zu dem günstigen Ergebnisse beigetragen haben, sind: 1. Das Militärdepartement durch Mehreinnahmen und Minderausgaben im Betrage von . Fr. 1,117,358. 10 2. Das Finanz- und Zolldepartement (Àbth. Zollwesen) im Betrage von ,, 775,703. 98 3. Das Post- und Telegraphendepartement (Abth. Postwesen) im Betrage von .

. ,, 648,489. 02 Total Fr. 2,541,631. 10 Indessen ist zu bemerken, daß sämmtliche übrige Departemente auf den ihnen angewiesenen Krediten größere oder geringere Ersparnisse erzielt haben, wie dieß aus der angefügten vergleichenden Uebersicht hervorgeht. Resümirend ergibt sich das Resultat der Verwaltungsrechnung aus folgenden Ziffern: Mehreinnahmen Minderausgaben

. . . .

. . . .

Total


-- Fr. 1,094,226. 50 -- ,, 2,755,528. 71 -- F r . 3,849,755. 2 1

Abzuziehen : Veranschlagtes Defizit . . Fr. 2,376,000. -- Nachtragskredite . . . .

1,407,170. 1 4 > ,, 3,783,170. 14 Bleibt Einnahmen-Überschuß Fr.

66,585. 07 Es darf indessen an dieser Stelle, zur Darstellung unserer Finanzlage, nicht unerwähnt gelassen werden, daß die Tilgung der verschiedenen Anleihen in den Ausgaben nicht vorgesehen ist. Aul das Anleihen von 1867 wurde zwar eine Rate von Fr. 480,000 abbezahlt, das Betreffniß ist aber dem Amortisationsfond, welcher zu diesem Zweke noch bis Ende 1880 reicht, enthoben worden.

Die Tilgung des Anleihens von 1871 im Betrage von Fr. 15,600,000 hätte im Beriehtjahre beginnen sollen und wird nunmehr, da sie in 1886 vollendet sein muß, jährlich durchschnittlich Fr. 2,230,000

331 erheischen. Rechnet man das jüngste Anleihen von Fr. 6,000,000 hinzu, dessen Heimzahlung nahe bevorsteht, sofern nicht Konversion stattfindet, so hat der Bund einzig für Kapitalrükzahlungen jährlich wenigstens Fr. 3,200,000 bis Fr. 3,500.000 herbeizuschaffen, und wird, wie zu erwarten steht, die Subsidie für das Gotthardbahnunternehmen fällig, so ist obige Summe für die nächsten Jahre um wenigstens Fr. l ,000,000 zu vermehren, so daß also das Gleichgewicht in den Bundesfinanzen noch keineswegs gefunden ist, welches hauptsächlich auf dem Wege der Revision des Zolltarifs wird gesucht werden müssen.

In den Aktiven der ' Generalrechnung finden sich folgende vier Posten : 1. Ankäufe von Liegenschaften und Neubauten Fr. 126,923. -- 2. Verminderung der Anleihen und Passivmarchzinse durch Kapitalrükzahlung .

. ,, 490,125. -- 3. Netto-Inventarvermehrung . ,, 480,278. 14 4. Kursgewinn ,, 11,015. 35 Fr. 1,108,341. 49 Davon abzuziehen : Abschreibung eines Manco's im V. Postkreise . ,, 11,240. 73 Vermehrung auf der Generalrechnung .

. Fr. 1,097,100. 76 Einnahmenüberschuß der Verwaltungsrechnung. ,, 66,585. 07 Fr. 1,163,685. 83 Ueber den verrechneten Ausgabeposten von Fr. 11,240. 73 ist Folgendes zu bemerken : Aus Anlaß einer im Jahre 1873 an Frankreich zu leistenden Mandatsaldozahlung aus der Kriegsperiode von 1870/1871 im Betrage von Fr. 41,340. 43 entstand der Postkasse Basel ein Manko, weil das zu dieser Zahlung verwendete Geld von genannter Kasse geliefert, derselben aber vom dortigen Mandatbüreau nicht restituirt worden war, wie es hätte geschehen sollen. Der Ursprung des .Manko, welcher bei der zwischen der eidgenössischen Staatskasse und der Kreispostkasse Basel im Frühjahr 1874 stattgefundenen Abrechnung zu Tage trat, blieb troz aller Nachforschungen bis gegen Ende 1875 unaufgedekt, wo dann das Mandatbüreau Basel, bei welchem damals sämmtliche Abrechnungen mit dem Ausland centralisirt waren, einen Geldüberschuß von Fr. 46,315. 55 verzeigte. Von dieser Zeit an schien der Manko bei der Kreispostkasse verschwunden; allein infolge fortgesezter Untersuchung und Berichtigung der baslerischen Mandatbüreaurechnungen reduzirte sich der Ueberschuß allmälig auf Fr. 34,929. 97, so daß schließlich eine ungedekte Summe verblieb von Fr. 11,240. 73.

Zur Seite 331.

Rechnungs-Abschluss auf 3l. Dezember 1878.

Hat>en.

Soll.

GeneralYerwa tungsRech srang.

IVetto-Ergebnisse.

Fr.

Angelegte Kapitalien, Abschreibung eines Deflzites im Postkreis V .

.

.

.

.

.

.

.

Regiepferdeanstalt .

.

.

.

.

.

.

.

Laboratorium .

.

.

.

.

.

.

.

Anleihen v o n 1867 .

.

.

.

.

1871 ,, ,, 1877, Obligationen, bezahlte Zinse ,, ,, 1877, Kassascheine, ,, ,, Nationalrath .

.

.

.

.

.

.

.

.

Ständerath .

.

.

.

.

.

.

.

.

Bundesrath .

.

.

.

.

Bundeskanzlei .

.

.

.

.

.

.

.

Bundesgericht Politisches Departement .

.

.

.

.

.

.

Polytechnikum .

.

.

.

.

.

.

.

Militärdepartement u n d Verwaltung .

.

.

Rp.

Fr.

11,240 .

.

.

.

Erweiterung d e r Schußlinie i n Thun .

.

.

.

Postremise in Chur .

.

.

.

.

.

Eisenbahn- u n d Handelsdeparternent .

.

.

.

Unvorhergesehenes .

.

.

.

.

.

.

Vorschlag d e r Generalrechnung .

.

.

.

.

1,742 255, 405 492, 141 702, 000 181, 468 84 000 250, 868 12,033 85 500 322, 463 145, 728 273, 562 1,936, 757 367, 800 43,989 11,696,622 71,637 70,000 35,000 372, 335 26,805 66,585

Rp.

73

18 48 73 65 35 80 38 19 20 57 90 67 57 01 90 07

1,097,100

17,494, 447

jlVetto-Erg-elmisse.

65

1,108,341

76

49

GeneralTerwaltungsRechiiirng.

Rp.

Fr.

32,437 24 Liegenschaften in Thun, Ertrag, Landankäufe und Bauten 1,344 02 Festungswerke, Ertrag des Schanzenbodens Pulvermühlen, Liegensehaftszinse .

.

.

.

.

16,821 Patronenhülsenfabrik in Köniz .

. . .

1,388 65 Zollgebäude, Liegensehaftszinse, Landankäufe und Bauten 28,812 50 Postgebäude i n Genf .

.

.

.

.

.

.

16,000 8,600 D ·» Chur 157,606 49 Angelegte Kapitalien, Zinsertrag von Bankdepositen Werthschriften, Ertrag und Kursgewinn 59,509 95 Wechselkonto, Ertrag .

.

.

.

.

.

.

906 65 Regiepferdeanstalt, Zins des Betriebskapitals .

6,377 40 Konstruktionswerkstätte .

.

.

.

.

.

.

375 17 3,748 25 ,., Zins des Betriebskapitals , Laboratorium, ,, n .

36.115 10 n Waffenfabrik .

.

.

.

4,888 41 6,106 68 ,, Zins d e s Betriebskapitals .

.

.

.

2,584 50 Munitionsdepot .

.

. . .

Militärpflichtersazsteuer .

.

.

.

.

.

.

675,000 97,884 42 Pulververwaltung .

.

.

.

.

.

.

.

29,692 35 ,, Zins des Betriebskapitals .

14,888 04 Münzverwaltung, ,, ,, ,, . . . .

14,250,883 98 Zollverwaltung .

.

.

.

.

.

.

.

1,601,489 02 Postverwaltung .

.

.

.

.

.

.

.

109,473 81 ,, Zins des Betriebskapitals 200,044 43 Telegraphenverwaltung .

.

.

.

.

.

.

32,736 18 ,, Zins des Betriebskapitals 98,733 41 Verschiedene Einnahmen .

.

.

.

.

.

Inventarrechnung, Zuwachs .; Postremisen in Chur und Glovelier .

.

.

. ' .

Anleihen von 1871, Obligationen, Verminderung der Marchzinse .

.

.

.

.

.

.

.

.

Anleihen von 1867 , Verminderung der Passivschuld und der Passivmarchzinse .

.

17,494,447

65

Fr.

Rp.

52,470

27,953

11,015

35

480,278 46,500

14

1,125 489,000 1,108,341

49

332 Die Ursache des Defizites muß zunächst in dem häufigen Beamtenwechsel des Mandatbureau in Basel, welches zur Zeit der Kriegsgefangenschaft der französischen Armee in Deutschland deren Geldverkehr mit ihrem Heimatland vermittelte, gesucht werden.

Dieser Verkehr war geradezu ein erdrUkender und sollte überdieß mit einem Angestelltenpersonal bewältigt werden, das seiner schwierigen Aufgabe nicht gewachsen war. Ein Regreß gegen die betreffenden Beamten wäre unter diesen Umständen kaum von Erfolg gewesen und um so weniger noch, als dieselben zur Zeit der Ent. dekung des Manko nicht mehr in Funktion standen. Es wird im Uebrigen auf das bezügliche Aktenheft' verwiesen.

Vermögens!)estand auf Spezialfonds.

·

Ende 1877.

Kurswerth.

Nomiualwertn.

Ende 1878.

Kurswerth.

Nominalwert!).

Vermehrung oder Verminderung.

Ct.

Er.

Ct.

Ct.

Fr.

Fr.

Fr.

Ct.

495,693 98 -j1 . Invalidenfond . . . .

488,185 69 494,193 98 490,749 37 2. Grenus-Invalidenlbnd . . 3,019,980 36 3,070,734 62 3,170,800 74 3,253,480 74 -4371,986 82 4340,186 89 359,1 94 43 355,661 ·82 3. Schulfond 76,317 64 78,947 64 + 75,090 98 78,036 74 4 . Châtelainfoud . . . .

43,505 84 74,655 84 + 42,032 59 72,600 5. Schoch'scher Schulfond .

3,225 55 3,225 55 -j6. Winkelriedstiftung . .

3,101 50 3,101 50 297,362 89 -- 328,812 81 328,681 56 297,362 89 7. Schuzbautenfond . . .

8. Allgerneiner Schuzbauten170,421 30 -f154,888 26 154,888 26 170,421 30 fond 9. Liebesgaben für die Was46,771 80 serbeschädigten von 1876 46,771 80 10. Liebesgaben für die Brandbeschädigten v. Marchissy 246 50 246 50 und Airolo -f 4,499,297 38 4,608,449 39 4,608,045 15 4,745,774 76 --

Gotthard- Annui tat . . . .

Zuwachs pro 1878

1,499,773 08

Ct.

Fr.

2,563 68 150,820 38 15,474 93 1,226 66 1,473 25 124 05 31,449 92

15,533 80

187,216 75 31,449 92 155,766 83 Bleibt Nettovermeh ung 1,405,826 45 -- 93,946 63 1,496,283 25 2,902,109 70

05 CO CO

Zur Seite 333.

Spezifikation der Kapitalanlagen der Spezialfonds nach Abzug der Kursdifferenzen.

Grundpfändlich versicherte Titel und Glarner Staatstitel.

Fonds.

Fr.

  1. Invalidenfond 2 . Grenus-Invalidenfond . . . .
  2. Eidgenössischer Schulfond

. .

Staats- .

Obligationen und Obligationen mit Staatsgarantie.

Gemeindeund BankObligationen.

EisenbahnObligationen und Aktien.

Total der Werthschriften.

Rp.

Fr.

Rp.

Fr.

300,693

98

97,787

50

77,025

15,540

491,046

48

1,326,468

52

1,347,610

100,000

354,660

3,128,738

52

141,694

43

121,115

21,000

4. Châtelainfond

48,036

74

11,850

3,000

5. Schoch 'scher Schulfond . . .

16,100

18,380

--

Rp.

--

Fr.

Rp.

Fr.

Rp.

9. Annuitäten der Gotthardbahn .

1,832,993 67 *) Passivsaldo.

3,342,542

--

11

491,343

42,062

22

3,170,800

74 82

59 !

43

292

39

13,020

75,906

74

410

90

76,317

64

6,970

43,450

55

84

43,505

84

3,225

55

25

297,362

89

--

170,421 1,405,826 1,496,283

30 45Ì 25 |

71

7,510,'749

07

2,000

203,025

297

*)

355,369

:: 50

Rp.

71,560

7. Schuzbautenfond (1,265,800 \ 488,000

Fr.

Rp.

Fr.

Rp.

[

--

--

Fr.

Total.

355,661

6. Winkelriedfond

8. Allgemeiner Schuzbautenfond .

Baar-Saldi, Marchzinse und rükständige Zinse.

Bankdepositen.

--

461,750

--

--

--

4,094,511

--

17

3,225

55

295,231

64

170,421 / 140,026 \1,016,283

30 45 25

1,625,188

19

2,131

--

45,249

«

l

334

In ihrem Berichte hat die leztjährige nationalräthliche Geschäftsprüfungskommission u. A. die Frage angeregt, ob die den Spezialfonds durch Kursrükgang entstandenen Verluste nicht ersezt werden sollen und, bejahenden Falls, auf welche Weise. Wird in Erwägung gezogen, daß die Kurse sich wieder gehoben haben und eine weitere Steigung derselben zu erwarten sein dürfte, sowie auch, daß die Eidgenossenschaft sich nicht in der Lage befindet, die betreffenden Werthschriften in ungünstigen Zeitverhältnissen zu veräußern, so vermag der Bundesrath die Dringlichkeit oberwähnter Anregung nicht einzusehen. Nebstdem fällt in Betracht, daß nur in drei Fonds eigentlich zweifelhafte Obligationen angelegt sind -- am Grenus-Invalidenfond, Schulfond und Schoch'schen Sclmlfond.

Was den erstem anbetrifft, so ist derselbe durch die jährliche Kapitalisirung der Zinse ohnehin schon in raschem Wachsthum begriffen; in einem ähnlichen Verhältniß befindet sich der S c h u l f o n d , welcher alljährlich Zuschüsse aus der Bundeskasse erhält -- derselbe vermehrte sich im Jahr 1876 um Fr. 20,812. 80r im Jahr 1877 um Fr. 10,384. 22 und im Jahr 1878 um- Fr. 15,474. 93.

Im Schoch'schen Schulfond befinden sich nur für Fr. 3000 Nordostbahnobligationen.

Endlich glaubt der Bundesrath noch hervorheben zu sollen,^ daß die Ersezung der in Rede stehenden Kursverluste nur auf dem Wege von Zuschüssen aus der Bundeskasse bewerkstelligt werden könnte, und da dieselbe in gegenwärtiger Zeit nicht über Einnahmenüberschüsse zu verfügen hat, sondern vielmehr bemüht is^ das Gleichgewicht in ihren Finanzen herzustellen, so mag es angezeigt sein, eine Ausgabenvermehrung ohne Noth unterbleiben zu lassen. Treten später günstigere Finanzzustände ein, was wohl erwartet werden darf, so kann alsdann die angeregte Frage zum Gegenstand einer neuen Untersuchung gemacht werden.

335

B. ZôlTvresen.

Ergebnisse im Allgemeinen.

Der mit Beginn des Jahres 1877 eingetretene Rükgang der Zolleinnahmen hat sich im Jahre 1878 fortgesezt. Das Erträgniß pro 1878 von Fr. 15,661,349 ist gegenüber demjenigen pro 1877 von Fr. 15,728,224 um Fr. 66,875 zurukgeblieben.

Günstiger gestaltet sich die Rechnung gegenüber dem Budget pro 1878 , indem sie gegenüber den auf Fr. 15,000,000 veranschlagten Zolleinnahmen einen Mehrertrag von Fr. 661,349 erzeigt.

Monatsweise vertheilen sich die Einnahmen wie folgt:

i1878.

QHQ Fr.

Januar . . . 1,181,014 Februar . . . 1,162,415 März . . . 1,381,029 April . ' . . . . 1,295,123 Mai . . . . . . 1,243,332 Juni .

. .

1,168,029 Juli . . . . . . 1,117,527 August .

. . . 1,278,944 September . . . . 1,397,061 . . . 1,528,464 Oktober November . . . . 1,397,098 Dezember . . . . 1,511,312

15,661,348

i o«TM 1877.

Differenz 1878

Fr.

1,224,527 -- 1,148,969 + 1 324 226 -j1,287,272 + 1,352,009 -- 1,133 511 -\1,082,350 -41,190,483 -j1,286,148 + 1,573,639 -- 1^548,880 -- 1,576,209 --

15,728,223

Fr.

43,513 13,446 56 803 7,851 108^677 34,518 35,177 88,461 110,913 45,175 151,782 64,875

-- 66,875

Bis Ende September hatte sich eine Mehveinnahme von Fr. 194,978 gegenüber dem nämlichen Zeiträume des Vorjahres ergeben. Von da ab trat hauptsächlich der Rükgang ein, welcher bis Ende des Jahres einen Ausfall von Fr. 66,075 zur Folge hatte.

Auf die einzelnen Zollgebiete entfallen die Zolleinnahmen nach folgendem Verhältnisse: 1878.

1877.

Differenz 1878.

Fr.

Fr.

Fr.

I. Gebiet (wichtigste Verkehrspunkte: Basel, Pruntrut, 6,543,154 6,595,194 Waldshut) -- 52,040 n. Gebiet (Romanshorn, Schaffhausen, Konstanz, Singen, Erzingen, Zürich Niederlagshaus) .

.

.

.

2,343,034 2,111,883 + 231,151 in. Gebiet (St. Margrethen, Rorschach, St. Gallen Niederlagshaus, Splügen, Castasegna, Campocologno) 1,168,390 1,180,609 12,218 IV. Gebiet (Locamo, Chiasso, Magadino, Morcote) .

635,815 609,769 + 26,046 v. Gebiet (Verrières, Vallorbes, Col des Roches, Niederlagshäuser Lausanne u n d Morges) .

.

.

.

. 1,726,938 1,855,134 -- 128,196 3,244,017 .

.

.

.

3,375,634 131,617 VI. Gebiet (Genf Moillesulaz, Perly) 15,661,348 15,728,223 -- 66,874 Die bedeutendem Differenzen treffen das IL, V. und VI. Zollgebiet. Die Quelle der starken Mehreinnahme im II. Gebiet ist hauptsächlich zu suchen in der vermehrten -Einfuhr von Getreide, Mehl, Wein in Fässern, Bier, Eisen in Masseln. Die gesteigerte Weineinfuhr betrifft namentlich ungarische Weine und ist, außer dem billigen Ankaufspreise, der Reduktion der Eisenbahnfrachten für diesen Artikel zuzuschreiben.

988

Die verminderte Einfuhr im V. Zollgebiet erstrekt sich ganz besonders auf Getreide, Mehl, Syrup, Wein in Fässern und iti Flaschen, Eisenblech, Maschinen, Eisenwaaren, neue Möbel, Fensterglas"; im VI. Zollgebiet auf Cément und hydraulischen Kalk. Baumwolle, Eisen und Stahl, Gußeisen, Mehl, Gerste gerollte, Wein in Fässern, Zuker, Katechu, Südfrüchte, Glaswaaren, Porzellanwaaren, feine Schuhwaarea.

337

Größeres Interesse als ein näheres Eingehen auf die zollgebietweisen Schwankungen des Verkehrs dürfte die hienach folgende Vergleichung der Hauptergebnisse des WaarenVerkehrs von 1878 überhaupt mit denjenigen des Vorjahres darbieten.

Es wird die Bemerkung vorausgeschikt, daß im Allgemeinen die Einfuhr von 1878 gegenüber derjenigen von 1877 zurükgeblieben ist, dagegen die Ausfuhr etwas beträchtlicher als im Vorjahre war.

Eine Abnahme erzeigt sich hinwieder im Durchfuhrverkehr und im Verkehr der eidgenössischen Niederlagshäuser.

Wir lassen zunächst das Totalergebniß der Ein - , Aus- und Durchfuhr nach den verschiedenen Hauptabtheilungen des Zolltarifes und die Einfuhr auch nach den einzelnen Tarifansäzen geordnet folgen.

Im Uebrigen wird auf die dem Bundesblatte beigegebene Jährest!bersichtstabelle der eidgenössischen Zollverwaltung verwiesen und dabei auch auf die am Schlüsse derselben aufgenommenen eingehenden Angaben über die Ergebnisse des Veredlungsverkehrs ·aufmerksam gemacht.

Bundesblatt. 31. Jahrg. Bd. II.

22

  1. Einfuhr.
  2. Vieh aller Art Mindereinnahme Fr. 2490.

2 . Nach d e m Werth verzollbare Waaren .

.

.

.

Differenz 1878.

Stük.

1878.

Stük.

1877.

Stük.

311,305

360,595

-- 49,290

Fr.

Fr.

Fr.

453,870

895,580

-- 441,710

Mindereinnahme Fr. 17,799, wovon einzig auf verminderte Einfuhr von Eisenbahngütorwagen Fr. 16,818 entfallen.

C

3. Nach dem Gewicht verzollbare Waaren :

Metr. Zentner.

Metr. Zentner.

  1. nach Zugthierlasten, reduzirt in metrische Zentner .

7,893,205

8,254,354

--

361,149

b. nach metr. Zentner verzollbare Waaren .

8,287,064

7,883,655

-f

403,409

2,217,918

3,541,491

-

1,323,573

18,398,187

19,679,494

.

.

c. zollfreie Waaren Total metrische Zentner 00

co

00

Metr. Zentner.

-- 1,281,307

339 Nach den Ansäzen des Zolltarifs geordnet ist das Resultat folgendes : Zollsaz per 100 Kg.

Fr. -. 02

·n -.08 ·n -- . 40 ·n -- . 30 ·n -. 60 ·n 1. -- n 1. 50 2. -- V) n 3. -- 4. ·n y

·n f> 16. ·n 30. --

*)

Metrische Zentner.

1878.

6,615,615 1,233,275 44,315 4,039,051 938,165 720,506 268,577 193,560 .

1,180,684 193,672 582,620 140,063 27,163 3,003

1877.

6,827,939 1,376,178 50,237 3,514,880 1,028,802 707,930 277,840 212,830 1,201,254 196,104 564,450 149,103 · 27,505 2,957

1878.

--212,324 --142,903 -- 5,922 +524,171.

-- 90,637 + 12,576 -- 9,263 -- 19,270 -- 20,570 - 2,432 + 18,170 -- 9,040 -- 342 + 46

16,180,269

16,138,009

+ 42,260

Zolldifferenz 1878 J.

<J 1 w.

Fr.

-- 4,246 -- 11,332 -- 2,368 +157,251 - 54,382 + 12,576 -- 13,894 -- 38,540 -- 61,710 -- 9,728 +127,190 --144,640 -- 10,260 + 38

-- 54,045

Die Mindereinnahme auf der gesammten Einfuhr beträgt Fr. 74,440, wovon allein Fr. 68,900 für verminderte Einfuhr von Eisenbahnmaterial, nämlieh: Schienenbefestigungsmittel, Wagenbestandtheile, Geleisebrüken, Eisenbahnschienen und Güterwagen.

*) Aus dem Pays de ôex zu vertragsmäßig reduzirten Zollansäzen.

2. Ausfuhr.

Differenz

I . Vieh aller A r t

.

.

.

.

.

.

.

2. Nach dem Werth verzollbare Waaren (Holz und Kohlen) 3. Nach dem Gewicht verzollbare Waaren : a. nach Zugthierlasten, reduzirt in metrische Zentner b. nach metrische Zentner verzollbare Waaren .

c . zollfreie Waaren

.

.

.

.

.

.

Total metrische Zentner

1878.

1877.

Stük.

116,089

Stük.

169,192

Fr.

5,759,623

5,378,190

Fr.

-4- 381,432

Metr. Zentner.

Metr. Zentner.

Metr. Zentner.

Fr.

1878.

Stük.

486,673

510,570

1,114,128

1,055,425

·4- 58,703

641,467

656,854

-- 15,387

2,242,268

2,222,849

+ 19,419

On

Die Mehreinnahrne auf den nach dem Gewicht verzollbaren Waaren beträgt Fr. 7581 und auf-der Gesammtausfuhr Fr. 15,769, worunter namentlich Holz, Verzehrungsgegenstände, Metalle, Erzeugnisse der Textilindustrie und chemische Produkte. Die starke Minderausfuhr von Vieh betrifft hauptsächlich. Schafe.

Wenn gleichwohl von der Vermehrung der Zolleinnahmen auf der Ausfuhr Fr. 141 sich bei der Abtheilung ,,Vieh aller Art a ergeben, so erklärt sich dieß durch den Umstand, daß die Ausfuhr von Großvieh bedeutend stärker war als im Vorjahr und daß der Ausgangszoll für Großvieh 50 Rappen beträgt, für Schafe und anderes Kleinvieh dagegen bloß 5 Rappen vom Stük.

341

3. Durchfuhr.

Es wurden durchgeführt: Differenz

1878.

Stük.

Vieh

18,364 Fr.

Nach dem Werth verzollbare Waaren .

.

.

. 95,817 Metr. Ztr.

1878.

1877.

Stük.

20,845 Fr.

-- 2481 Fr.

123,580

-- 27,763

Metr. Ztr.

Stük.

Metr. Ztr.

Mach dem Gewicht verzollbare Waaren 1,792,516 1,860,233 - 67,717 Die hauptsächlichste Verminderung erzeigt sich bei rohem und gesägtem Holz, Gerberrinde, Dachziegeln.

Eine erhebliche Vermehrung findet sich dagegen bei Getreide, Mehl, groben Eisenwaaren.

Die Einnahme von Gebühren für Durchfuhrscheine beträgt Fr. 5744 gegen Fr. 5727 im Vorjahr.

Aus der Jahresübersichtstabelle ist des Nähern ersichtlich, daß in der Richtung nach Frankreich zirka 300,000 metrische Zentner mehr durchgeführt worden sind als von dieser Richtung herkommend und daß diese Differenz auf Holz von deutscher und österreichischer Herkunft fällt. Auch die Durchfuhr von Getreide machte sich hauptsächlich in der Richtung von Osten nach Westen und Nordwesten bemerkbar.

Der gesammte Transitverkehr hat sich nach Herkunft und Bestimmung folgendermaßen gestaltet :

342

Eingang im Transit von:

Verzollbar.

Frankreich. Deutschland. Oesterreich.

Nach Stük (Vieh) 1878

2,841

18,364

0,377

10,714

20,845

6,389

12,854


95,817

77,612

123,580 103,156

11,961

Werth (Fr.) 1878

56,979

38,838

-- 500

28,078

Deutschland. Oesterreich. Italien,

2,390

4,062

1877

Frankreich,

1,697

1877

,,

Ausgang im Transit nach:

Total.

9,593

2,432

.

,,

4,233

Italien.

95,002

Total.

689

1,584

18,364

146

1,456

20,845

17,695

510

--

95,817

19,557

367

500

123,580

1,792,516 926,011

751,088 90,895

24,522

1,792,516

37,641 1,860,233 653,666

1,101,594 69,984

34,989

1,860,233

Nach Gewicht: (metrische Zentner) 1878 1877

628,787

860,656 274,269 28,804

474,083 1,077,005 271,504

Es folgt hier noch eine Uebersicht des Transitverkehrs derjenigen Waarengattungen, sogenannter Partiegüter, für welche eine Durchfuhrfrist von sechs Monaten eingeräumt ist.

JDavor» Transit.

Einfuhr.

Metr. Zentner. Metr. Zentner. Metr. Zentner.

  1. Baumwolle und deren Abfälle

.

2. Eisen in Masseln

.

3. Farbhölzer und Farbstoffe .

·

4. Getreide

.

5. Mehl 6 . Kaffee

.

.

.

.

.

.

1 2 . Zuker

.

.

.

.

.

78,2

5,100

5,100

100,0

482

.

351,388

38,634

90,1

9,9

.

.

78,244

29,650

48,594

37,9

62,1

8,645

6,870

1,775

79,5

20,5

.

11,305

9,351

1,954

82,7

17,3

.

' 98,248

86,224

12,024

87,8

12,2

5,256

2,791

2,465

53,1

46,9

291

649

31,0

69,0

817

5,612

12,7

87,3

.

15,683

13,717

1,966

87,5

12,5

Total

638,495

506,375

132,120

79,3

20,7

,,

349,495

234,150

115,345

67,0

33,0

343

940

22,1

6,429

.

.

21,8

2,180

.

.

12,865

390,022

9. Reis 1 1 . Wolle

3,578

.

.

10. Seide und Seidenabfälle

16,443

-- 77,9

.

8. Petroleum .

»/o.

-- 1,698

.

7. Oele, fette

Einfuhr.

1878.

1877.

Ausfuhr.

Differenz 1878.

1877.

1878.

Differenz

1878.

Metrische Zentner.

  1. Kategorie. Zollfreie Waaren.
    1. Unbedingt zollfrei . .
    2. Im landwirtschaftlichen Gretizverkehr mittelst Freipässen 3) Im Grenz verkehr mit Oesterreich .

. . .

4) Wein aus Chablais , Genevois, Faucigny . . .

5) Verkehr mit dem Pays de Gex . . .

6) Unverkauft zurükgekehrte Schweiz. Erzeugnisse . .

1,932,260

Total

2,217,918

3,275,593 --1,343,333

639,425

655,600 -- 16,175

41.465

42,789 --

1,324

1,670

898 -4i

772 .-

18,567

16,021 ·+-

2.546

360

342 4.

i

18 *··-'

3,967

4,160 --

193

220,158

201,539 -J-

18,619

12

14 --

2

1,501

1,389 +

112

3,541,491 -- 1,323,573

641,467

656,854 -- 15,387

344

In nachfolgendem Auszuge aus der Jahresübersichtstabelle finden sich, in der Reihenfolge der Kategorien des Zolltarifs, die Ergebnisse der Ein- und Ausfuhr der hauptsächlichsten Verkekvsgegensfcände zusammengestellt:

Einfuhr.

1878.

1877.

Ausfuhr.

Differenz 1878-

1878.

1877.

Differenz 1878.

Metrische Zentner.

Ad 1 gehören : 26,683 39,915

Abfalle, thierische . . . .

,, vegetabilische . .

Guano und andere rohe Düngstoffe . . » . .

Heu, Stroh und Grünfutter Kartoffeln Kleie Obst und Gemüse, frisch Steine, rohe

82,001 164,956 468,724 33,589 117,848 827,285

Ad 2 gehört : Wein i n Fässern . . . .

28,920

Edelmetalle und Münzen : Gold .

K» Silber

2,864 69,559

31,842 -- 76,868 -- 85,965 168,110 352,949 27,383 129,778 2,241,670

5,159 36,953

19,957 7,493

-- 3,964 -- 3,154 -f- 115,775 46,206 -- 11,930 -- 1,414,385

125,557 28^520 5,937 35,697 121,320 220,009

28,452 + 1,980 69,091

44-

468 884 468

960

2,742 26,532

30,388 -- 10,431 8,636 -- 1,143 79,523 31,446 6,053 50,823 64,353 333,256

-j- 46,034 -- 2,926 116 - 15,126 -f- 56,957 -- 113,247

221 +

739

2,464 ' -|- 278 21,956 4- 4,576

345

1878.

1877.

346

Einfuhr.

Ausfuhr.

Differenz 1878.

1878.

1877.

Differenz 1878.

353,326 4,562 4 081 638 526 526 455 13,711 428 289

+ 57,971 -- 105 + 395 -- 43 -j235 -j128 183 + 3,775 + 43 -j150

Metrische Zentner.

II. Kategorie. Verzehrungsgegenstände, Getränke, Kolonialwaaren . Tabake.

Total Butter, Schweineschmalz .

Chocolade . . . . . .

Cichorien und Essenzen . .

Eier Eßwaaren, feine . . . .

Fische, frische Fleisch,f r i s c h e s. . . .

,, gesalzen, geräuchert Geflügel, lebendes . . . .

Gerste, gerollte, Gries, Hafererüze Getreide und Hülsenfrüchte .

Käse . .

. .

5,904,685 53,417 88 33,980 34,374 8,027 12,207 4,297 9,382 13,751

5,305,978 46,122 69 36,603 31 059 8,435 11 960 5,224 5,918 15,062

43,232 3,375,019 13 371

58,635 2,753,522 13,685

--598,707 -7,295 ~\~ 19

-- + -- -| -- + -

411,297 4,457 4 476 595 2,623 761 3 315 654 408 247 272 17,486 927 3,464 471 439 1,311

15 403 + 621,497

314

186 15,180 195 799

175 361 -- 10,373 + 4,807 177,990 -j- 17 809

Einfuhr.

1878.

1877.

Ausfuhr.

Differenz 1878.

1878.

Differenz 1878.

Metrische Zentner.

Malz . . . .

. . .

Mehl in Säken Oele, fette Reis Salz Südfrüchte Teiffwaaren . . . .

Bier in Fässern Branntwein, Sprit, Liqueurc in Fässern Wein i n Fässern . . . .

,, ,, Flaschen . . . .

Kaffee Zuker aller A r t . . . .

Tabak in. Blättern . . . .

Tabak, fabrizirter, z. Rauchen ,, r, ,, Schnupf.

,, ,, ,, Cigarren

89,393 266,981 87,634 68,015 134,070 19,809 5,978 75J662

101,737 269,862 91,507 62,208 161,987 21,732 7,943 81^447

-- 12,344 -- 2,881 -- 3,873 -+- 3,807 27,917 -- 1,923 -- 1,965 -- 5,785

1,567 36,994 2,781 924 58,247 241 3,991 9,690

1,283 284 35,138 1,856 2,517 264 656 268 34,693 - 23,554 318 77 3,747 vii 244 8,798 892

118,710 919,940 5,919 83,029 231,166 85,836 1,371 1,518 2,657

118,601 925,283 6,496 77,871 226,933 64,675 2,681 1,938 2,654

+ 109 -- 5,343 -- 577 _|_ 5,458 -f- 4,233 -j- 21,161 -- 1,310 -- 420 + 3

7,026 14,826 5,459 891 42 501 1,301 40 2,170

7,964 10,167 2,427 753 54 322 959 29 2,517

H-_ -

938 4,659 3,032 138 12 179 342 11 347 347

Einfuhr.

1878.

1877.

co rf^ ce

Ausfuhr.

Differenz 1878.

1878.

1877.

Differenz

1878.

Stük zahl.

III. Kategorie. Thiere, Thierprodukte , Leder- und Lederwaaren, auch Fettwaaren.

  1. T h i e r e .

Total Rindvieh und Kälber über 40 Kg Pferde Schafe Schweine bis 40 Kg. . . .

,, über 40 Kg. . .

B. A n d e r e W a a r e n .

Total Bettfedern und Flaum Häute und 'Felle, rohe . .

Pferdehaare . .

. . .

311,305

360,595

-- 49,290

116,089

169,192

-- 53,103

131,457 4,711 71,065 34,721 60,272

134,022 4,216 126,091 32,064 55,603

-- 2,565 67,059 2,126 + 495 9,986 -- 55,026 17,159 -}- 2,657 2,512 -f 4,669 Metrische Zentner.

61,050 2,005 67,918 18,136 2,791

+ 6,009 -j121 -- 57,932 -- 977 -- 279

92,347 2,562 9,380 1,807

102,508 3,049 11,816 2,305

-- 10,161 -- 487 -- 2,436 -- 498

49,302 105 34,667 398

54,452 142 39,251 442

-- 5,150 -- 37 -- 4,584 -- 44

Einfuhr.

1878.

1877.

Ausfuhr.

Differenz 1878.

1878.

1877.

Differenz 1878.

Metrische Zentner.

Seifen, gewöhnliche . . .

,, parfümirte . . . .

\^llrath- , Stearin- und Paraffinkerzen Leder, lohgares ,, gefärbtes, lakirtes Lederwaaren, feine . . .

Schuh waaren, grobe . .

,, feine . . .

Tals;

22,739 844

23,324 1,027


585 183

1,356 10

1,336 13

2,440 11,685 3,758 921 2,800 3,886 13 206

2 329 13,821 3,814 1,150 3,158 3^748 13 213

+ -- -- -- -- -f --

Hl 2,136 56 229 358 138 7

99 5,445 1,206 138 1,413 809 1,309

99 5 585 1,553 112 1,406 731 1 154

757,923 7,808

863,126 3 192

-- 105,203 -(- 4 616

269,903 21 245

247,437 3 173

468

496

28

140

67

+ --

20 3

-- -- · -f-

140 347 26

+ +

7

78 155

IV. Kategorie. Erze, Metalle und Metallwaaren, Uhren.

--

+ 22,466 -f- 18 072 4i

73 ·"

349

Total Eisenerz Gold- und Silberwaaren , Bijouterie

1878.

1877.

350

Einfuhr.

Ausfuhr.

Differenz 1878.

1878.

1877.

Differenz 1878.

Metrische Zentner.

Blei in Blöken .

Eisen i n Masseln . . . .

Brucheisen Eisen, geschmiedet, Stabeisen Faconeisen und Eisenblech, grobes Eisenbahnschienen . . . .

Andere Eisenbahngegenstände .aller A r t . . . .

Eisenblech, rohes, dünnes .

,, verzinntes, Weißblech . . . .

Eisendrath Eisengußwaaren . . . .

Eisen- und Stahlwaaren, rohe Maschinen und Maschinenbestandtheile . . . .

Zinkblech . . .

. . .

Uhren aller A r t . . . .

12,684 129,216 44,167 139,108

9 384 161,277 41,514 145,038

+ -- 4--

3,300 32,061 2,653 5,930

172 1,873 78,197 4,577

211 1,852 42,164 3,591

-- 39 21 + 4- 36,033 986

88,204 72,061

81,131 114.870

4- 7,073 -- 42,809

242 44,113

255 38,377

-- 13 4- 5,736

15,423 22,960

24,679 28,550

-- 9,256 -- 5,590

682 788

8,613 401

-- 4-

7,931 387

29,812 10,957 43,066 33,867

31,183 11,766 56,624 37,111

-- 1,371 -- 809 -- 13,558 -- 3,244

92 172 5,318 11,718

95 148 4,516 11,667

-- 44+

3 24 802 51

42,354 8,937 1,432

46,810 8,266 1,427

-- 4,456 4- 671 + 5

94,202 97 868

118,365 96 766

-- 24,163 -j1 4- 202

Ausfuhr.

Einfuhr.

1878.

1877.

Differenz 1878.

1878.

1877.

Differenz 1878.

Metrische Zentner.

V. Kategorie. Spinnstoffe und Waaren daraus.

Total Baumwolle und Abfälle, rohe Baumwollgarn, rohes . . .

,, gebleichtes, gefärbtes .

Baumwollgewebe, rohe . .

,, gefärbte, bedrukte .

Flachs und Hanf, roh . .

Flachs- und Hanfgarn , rohes Leinengevvebe, gebleichte Seidencocons und Seidenabfälle Seide, rohe Floretseide, rohe . . . .

282,441 15,077 57,167

263,133 15,355 57,781

227 1,858

2,972 36,190

18,448 10,015 3,726 5,608

-- 477 -f- 2,087 -- 436 644

8,931 15,612 2,301

-- 2,099 -j- 2,213 -f- 1,916

381,394 181,554 5,686

397,010 204,010 5,250

4,654 16,559

4,881 14,697

-- +

17,971 12,102 3,290 4,964 11,030 17,825 4,217

-- 15,616 -- 22,456 + 436

+ 19,308 -- --

278 614

2,885 25,434

+

87

82,717 '339 943 434

72,186 559 1,294 649

+ 10,531

4,174 5,693 5,688

4,803 6,969 3,079

-- 629 -- 1,276

-f 10,756 -- -- --

220 351 215

+ 2,609 351

1878.

187/.

352

Einfuhr.

Ausfuhr.

Differenz 1878.

1878.

1877.

Differenz 1878.

Metrische Zentner.

Seidenbänder Seidenstoffe Strohgeflechte . . . .

Stroharbeiten, feine , und J Strohhüte . . . .|

Wolle Wollengarn, eindrähtig, roh ., gefärbtes und mehrdrähtiges .

Wolltücher, gefärbte . . .

Kleider, Leibwäsche, Weißzeua: o Modenwaaren Stikereien Strumpfwirkerwaaren .

-- 4--

134 215 8

}---

9

16,815 -f10,333 -- 1,198 -- 1,518 1'--137 7,148 41 5,117 --

435 31 84

--

1,376 145

17,250 10,302 1,114 1,083 193 7.223 4/780

3,376 24,054

4+

354 218

1,349 2,616

1,614 1,646

-- +

265 970

8,433 960 279 1,664

-- 4+

214 317 61 73

756 10 13,769 542

432 12 14,562 526

4-- --

324 2 793

4-

16

341 915 598 427 263 18,730 375

475 700 606 428 271 20,100 520

3,730 24,272 8,219 1,277 218 1,737

i \

379

75 337

W oe

Einfuhr.

en CD

S-

S

1878.

1877.

Ausfuhr.

Differenz 1878.

O31 h-

£ fr Hj

op

W pk-l hH

1878.

1877.

Differenz 1878.

Metrische Zentner.

VI. Kategorie. Papier, Bûcher, Schreibmaterial, etc.

Total Druk- und Schreibpapier Pakpapier Papiertapeten Buchbinderarbeiten Schreibmaterialien . . . .

Musikinstrumente aller Art .

40,324 3,792 7,101 2,575 2,777 2,746 2,560

40,259 3,776 7,413 3,031 2,747 2,897 2,527

554,731 7,270 9,984 5

65 16 312 456 30 151 33

30,915 12,407 5,511 104 206 222 3,430

33,409 14,199 5,463 160 201 163 3,967

-- 2,494 -- 1,792 + 48 -- 56 + 5 -f 59 -- 537

519,127

+ 35,604

98,914

86,086

+ 12,828

7,323 7,180 J

-- 53 + 2,804

4,512 69

3,319 31

+ 1,193 + 38

+ + -- -- + -- +

VII. Kategorie. Apotheker- u.

Drogueriewaaren , ehem.

Produkte und Farbwaaren.

to

OS

1

*-JW

|

W

353

Total Apotheker- und Drogueriewaaren, nicht benannte .

Catechu

1878.

1877.

354

Ausfuhr.

Einfuhr.

Differenz 1878.

1877.

1878.

Differenz 1878.

Metrische Zentner.

Geheimmittel , Arzneimittel, kosmetische Mittel Pech u n d Theer . . . .

Petroleum Salpeter Schwefel, roh und gereinigt .

Amlung Milch, kondensirte . . . .

Milchzuker . . .

. '.

Dünger, künstlicher . . .

Natron , kohlensaures (Soda) Schwefelsäure Weinstein, roher . . . .

Farben, zubereitete, u. Firnisse Farberden . . .

Farbhölzer, Farbbeeren . .

1,505 12,444 220 607 3,951 7,653 29,537 206 39 15,515' 38,274 13 164 327 8,469 15 918 23,391

1,396 12,364 189 479 9,850 5,827 24,575 245 3 11,321 35,471 17 566 187 8,291 18,467 20,268

+ 109 -f 80 -j- 31 128 -- 5 899 + 1,826 -j- 4,962 -- 39 -f36 + 4,194 -f 2,803 -- 4 402 + 140 -j- 178 -- 2,549 + 3,123

60 1,605 2 096

5

245 718 64,197 1,360 378 988 1 130 1,484 7,024 253 1,361

155 1,256 2 541 13 455 1,204 54,991 411 294 1,136 1,031 1,367 6,588 246 920

-- + -- -- -- -- + + -f-- -f-4+ + +

95 349 445 8 210 486 9,206 949 84 148 99 117 436 7

441

Ausfuhr.

Einfuhr.

1878.

1877.

Differenz 1878.

1878.

1877.

Differenz 1878.

Vili. Kategorie. Holz und Holzwaaren, Fuhrwerke, etc.

Total nach Gewicht (metrische Zentner) . . . .

Total nach Werth in Franken

57,804 60,432 -- 2,628 1,872,961 1,930,997 -- 58,036 360,215 796,456 -- 436,241 5,759,623 5,378,191 + 381,432 We rth in Frani i&a.

Me irische Zentn er.

21,393 1,876,450 1,834,740 -j- 41,710 -- 64,072 3,410,091 3,105,109 + 304,982 238,685 + 31,916 + 59,038 270,601 199,657 ·+- 2,824 202,481 -- 27,263 Meirische Zentrier.

283,605 580,264 881,552 56,905

304,998 644,336 822,514 84,168

Holzdraht zu Zündhölzchen .

Holzfaserstoff zur Papierfabrikation Holzwaaren, gemeine , . .

Parqueterie Schnizarbeiten Möbel, feine

3,117

2,825

-f-

292

538

11,083 10,585 201 199 6.281

9,455 12,862 705 147 7,338

-|-- -- -j--

1,628 2,277 504 52 1,057

19,909 24,549 1,079 1,193 1,683

553 --

15

-}+ -f + -1-

2,781 3,728 103 40 5

17,128 20,821 976 1,153 1,678

355

Bau- und Nuzholz, rohes. .

Bauholz, vorgearbeitetes .

Brennholz Holzkohlen . . .

1878.

. 1877-

Ausfuhr.

Differenz 1878.

Werth in Franken.

Akergeräthe .

Fuhrwerke und Gefährte für Personentransport . . .

Oekonomie- und Lastwagen .

Güterwagen für Eisenbahnen

18,967

15,060

356

Einfuhr.

1878.

1877.

Differenz 1878.

Metrische Zentner.

3,907

168

59

-f-

109

233,804 -- 1,084 232,720 99,948 114,601 -- 14,653 6,027 426,490 -- 420,463 Metrische Zentner.

3,307 1,376 3,538

4,010 1,462 3,999


703 86 !

461

96,280

111,074

89 229 471 183

71 470 448 209

84,045 8,631 2,436

98,799 8,650 2,094

-f-

IX. Kategorie. Glas- und Töpferwaaren.

Total Fensterglas, gewöhnliches Hohlglas, gewöhnliches ,,.

grünes, braunes .

Glaswaaren, feine . . . .

Dachziegel und Baksteine Töpferwaaren, gemeine .

^ feine

451,995 27,916 10,169 18,829 5,226 357,809 11,794 14,450

501,791 29,052 13,403 24,017 6,293 395,363 11,334 16,022

-- 49,796 -- 1,136 -- 3,234 -- 5,188 -- 1,067 -- 37,554 -j460 -- 1,572

-- 14,794 +

18' -- 241 i -f 23 -- 26 !

-- 14,754 -- 19 + 342

Einfuhr.

1878.

1877.

Ausfuhr.

Differenz 1878.

1878.

1877.

Differenz 1878.

Metrische Zentner.

X. Kategorie. Erden, Kalk u.

Gyps, Schiefer und Steine.

Total Cément . . . .

Kalk und Gryps .

Kalk, hydraulischer Dachschiefer .

Alabaster und Marmor in Blöken Bausteine, gemeine, behauene Marmor in Platten aller Art Steinarbeiten, Platten . . .

130,317 47,389 34,862 24,114 3,405

129,779 7,068 52,575 4,110 28,020

146,885 7,180 60,692 2,712 20,875

-- 17,106 -- 112 -- 8,117 + 1,398 4- 7,145

9 864 66,758 5,464 66,172

-- 2,033 -|- '3,767 -- 2,069 -- 6,608

1,865 19,990 432 1,308

858 35,102 361 893

-f- 1,007 -- 15,112 + 71 -j415

5,568,580 10,682 5.142,845

-- 224,695 -- 2,879 -- 274,668

152,173 108,653 16,395

188,144 131,670 22,605

736,363 281,349 148 067 100,066 10.373

866,680 328,738 182,929 124,180 13,778

7 831 70,525 3,395 59,564

5,343,885 7 803 4,868.177


XI. Kategorie. Erdharze, Pflanzen, Rinden.

Total Asphalt Steinkohlen

co Vi

1878.

1877.

358

Einfuhr.

Ausfuhr.

Differenz 1878.

1878.

1877.

Differenz 1878.

Metrische Zentner.

1,412 184 9 857 30

Braunkohlen, Torf, Coaks .

Gerberrinde Hopfen Sämereien Seegras und Waldhaar . .

352,627 61,150 4,484 34,934 8,513

279,253 80,380 5,182 34,441 9,580

-f 73,374 -- 19,230 -- 698 -\493 -- 1,067

15,983 7,176 255 2,448 79

17,395 7,360 264 3,305 109


XII. Kategorie. Verschiedene Waaren gemischter Natur, auch Quincaillerie.

Total Kurze Waaren , Quincaillerie Lumpen zur Papierfabrikation y, andere Spielzeug Zündhölzchen Zündkapseln, Dynamit . .

43,661 8,595 18,164 7,086 2,998 1,989 2,113

41,947 7,884 15,856 7,374 2,978 2,325 1,398

+ V714 -|- 711 + 2,308 -- 288 -[420 a\J -- 336 4- 715

12,565 2,383 548 6,695 105 .1,639 165

11,924 1,954 556 6,252 114 1,56339

4- 641 -j429 -- 8 + 443 -- 9 476 -j126

Gegenüber den einzelnen angrenzenden Staaten beziffert sich die Ein- und Ausfuhr wie folgt :

Ausfuhr nach

Einfuhr von

  1. Thiere , Stükzahl : Frankreich Deutschland Oesterreich Italien .

. . . .

B. nach dernWerth in Franken verzollbar: Frankreich Deutschland Oesterreich Italien C. Nach metrischen Zentnern verzollbar: Frankreich Deutschland Oesterreich Italien . .

. . . .

Differenz 1878.

Differenz 1878.

1878.

1877.

27,409 64,388 7,024 17,268

76,769 67,837 6,815 17,771

123,369 + 54,779 3,095,110 713,432 -- 477,316 1,824,002 24,242 -- 10,963 170,341 8,210 34,537 -- 670,170

2,779,037 1,695.548 256,939 646,667

+ -j-- +

6,113,925 7,339,240 -- 1,225,315 783,798 10,774,709 10,917,579 -- 142,870 1,160,796 904,843 849,342 -}- 55,501 184,366 604,710 573,333 -j- 31,377 113,308

553,425 1,349,205 198,220 121,999

+ 230,373 -- 188,Î09 -- 13,854 -- 8,691

1878.

1877.

129,468 98,026 41,359 42,452

132,442 -- 156,851 -- 40,692 + 30,610 -j-

178,148 236,116 13,279 26,327

2,974 58,825 667 11,842

-- 49,360 -- 3,449 + 209 -- 503

316,073 128,454 86,598 23,503

Quantitatives Ergebniss des Verkehrs durch Vermittlung der Zollstäüen in den Grenzbahnhöfen im Jahre 1878.

(Die Verzollung per Stük betrifft hauptsächlich Vieh.)

Zollstätten.

Porreatruy .

Courtemaiche Basel S. C. B..

.

,, B. B Waldshut Erzingen . .

Thavncen Singen Rielasingen Constanz .

Romanshorn Rorschach

. . .

. . .

P. V. .

G. V. -

Durchfuh r.

Ausfuhr.

Einfuhr.

Ver- Verzollung Verzollung Ver- Verzollung Verzollung zollung nach dem nach dem zollung nach dem nach dem Gewicht.

per Stük. Werth.

Gewicht. per Stük Werth.

.

.

.

-

. .

.

. . .

.

. . .

Uebertrag

6 698 8426 2191 695 9063 4394 3611 338 571 18968 140

Metr. Ztr.

Fr.

33,538 626,038 9,539 16 34,979 3,805,850 18,126 1,915 15,532 1,279.878 624,083 9,772 1,562 24,974 516,272 10,158 10782 115 674,815 6755 3,711 30 268,878 20 835 73,910 2,178,836 316842 21581

20,535 5412 1225 2049 985 258 156 42 1307 3620 1134

50,216

230,698 10,358,624

41,950

1115

5,227

Fr.

Metr. Ztr.

411,286 159,418 139 10,978 202,772 449,475 53,582 75 178,003 113,082 54,994 19,160 8,848 10,151 56,210 41,143 1,018 14,695 15,787 41,000 1,649 648 27,767 1495 218,054 227,337 64,991 21 1,302,657

1,081,121

Stük.

Werth.

604

Fr.

4,774

2,125 36

80 4,010

1,871 7 4 2 37 6 4,692

11,120 19,984

Metrische Zentner.

127,206 341,545 1,943 149 859 21 298 932 12038 1,437 2612 219 31,287 134 316 2128 826,820

360

Nachstehende Zusammenstellung veranschaulicht, in welchem Maße der Verkehr an den schweizerischen Zollstätten seit 25 Jahren zugenommen und in welchem Maße derselbe sich auf die Zollstätten in den Grenzbahnhöfen konzentrirt hat:

Zollstätten.

Durchfuhr.

Ausfuhr.

Einfuhr.

Ver- Verzollung Verzollung Ve£ Verzollung Verzollung zollung nach dem nach dem zollang nach dem nach dem per Stük. Werft.

Gewicht. per Stük. 'Werth.

Gewicht.

Stük.

Werth.

Metrische Zentner.

50,216 7,387 381 1,879 861 6392 10,381 42,763 455 64 4 925

Fr.

Metr. Ztr.

230,698 10,358,624 693,257 2,525 370 57601 1358 123'l48 176 581 6618 30721 608 589 152,790 30924 44165 2,919,773 45,575 10384 29056 2781 5737 172 5478

Fr.

Metr.' Ztr.

41,950 1,302,657 1,081,121 94,457 987 106,512 7595 17 3458 11,098 1290 c 29,156 10,232 829 289 604 80,562 729 234,686 29,593 342 120.923 193,818 167 1,730,268 6,077 1366 974 2,977 23 1,875 20 225 1,051 24

121,708 Uebriger Verkehr . . . 189,597

360,716 15,176,209 93,154 3,221,978

47,724 68,365

3,820,338 1,939,285

1,518,601 723,667

5,974 12,390

47,443 48,374

1,352,723 439,793

Total 1878 311,305 Im Jahr 1854 betrag der Totalverkehr . . . . 185,617

453,870 18,398,187 116,089

5,759,623

2,242,268

18,364 ' 95,817

1,792,516

5,098,464

6,070,517

664,876

26,200 719,299

195,924

[Jebertrag S t . Hargrethen . . . .

$uchs Chiasso IjOcarno . .

Verrières Vallorbes .

. .

Genf P. V . . .

,, G V La Plaine Soti^nv Meyrin .

332,494

62,370

4,692 2

Fr.

19,984 510

472 ' 22500 374 154 4299 253 150 23 4

826,820 74,764 11 124 2992 181 128384 632 293,571 3942 4235 6078

361

Zur Vergleichung mit dem Ergebnisse von 1878 ist dasjenige von 1854 beigefügt, wo noch keine Bahnanschlüsse an der Schweizer-Grenze bestanden haben.

362 4. Niederlagsverkehr.

Unter der Fortdauer der ungünstigen Verhältnisse, die mit dem Jahre 1877 für den Handelsverkehr eingetreten sind, hat auch die Frequenz der eidgenössischen Niederlagshäuser im Berichtjahr erheblich abgenommen. ' Die Folge davon war ein Rükgang der Einnahmen für Niederlagsgeb (ihren auf Fr. 22,883 gegen Fr. 27,693 im Jahre 1877, mithin eine Verminderung von Fr. 4810.

Das Ergebniß des Gesammtverkehrs der eidgenössischen Niederlagshäuser ist folgendes: 1878.

1877.

Metr. Ztnr.

Uebertrag vom Vorjahr Neue Einlagerungen .

Ausgang

.

.

.

Metr. Ztnr.

. 8,403 . 84,657

11/794 157,804

Total 93,060 . 81,583

169,598 161,195

Uebertrag auf 1. Januar 1879

11,477

auf 1. Jan. 1878

8,403

Der Ausfall in den neuen Einlagerungen ist größtentheils der Nachwirkung der Anordnungen zuzuschreiben, welche", wie im leztjährigen Geschäftsbericht (Bundesblatt II, 442) erwähnt, bezüglich der Getreidelagerung in Morges getroffen worden sind.

Das Erträgniß der Niederlagsgebühren bleibt von diesem Verhältnisse unberührt und es beruht die vorerwähnte Mindereinnahme auf der Verminderung von andern Gattungen von Niedcrlagsgütern, im Belange von cirka 8000 roetr. Zentnern.

Das eidgenössische Niederlagsltaus in Winterthur ist seiner Zeit unter ^er Bedingung zu Stande gekommen, daß die Eigenthümer des Lagerhauses, in welchem jenes installirt wurde, die erforderlichen Niederlags- und Büreauräumlichkeiten der Zollverwaltung unentgeltlich zur Verfügung zu stellen und leztere auch für die Besoldung des Zollpersonals zu entschädigen hatten.

Ohne eigentlichen, für den Zwischenhandel berechneten Niederlagsverkehr zu erlangen, diente dieses Institut hauptsächlich für die Einfuhrverzollung der für Winterthur bestimmten, aus dem Auslande bezogenen Waaren.

Da aber für die Einfuhrverzollung an der Grenze alle erforderlichen Einrichtungen daselbst bestehen, es daher zweklos und mit unnüzen Spesen verbunden ist, Waaren, die zum Verbrauche eingeführt werden, nach einem Niederlagshause zu beziehen, so erlosch, nach kurzer Zeit des Bestehens jenes Niederliigshauses, das Interesse für dasselbe Seitens der Subvenienten. Schließlich wurde der Zollverwaltung der bezügliche Vertrag gekündigt und in Folge dessen das Niederlagshaus auf Ende Mai aufgehoben.

363

5. Personelles.

Numerischer Bestand des Personals der Zollverwaltung am Schlüsse des Bericht Jahres.

Oberzolldirektion 6 Gebietsdirektionen 248 Zollstätten: 195 Civilpersoaen als Einnehmer, 33 Kontroleurs, 54 Gehülfen, 73 Aufseher (vi·siteurs) 22 Zollbezugsposten, wovon Civilpersonen (Grenzwächter 6, Landjäger 4, vide unten.)

i Floßkontroiposten (Rheinsulz), s. u. ,,Landjäger".

Chefs der eidg. Grenzwachtcorps in den Kantonen Neuen bürg, Tessin, Genf und Wallis , Chef der kantonalen Landjägermannschaft für die eidg. Grenzwache im bernischen Jura Eidg. Grenzwächter (von diesen verwendet : \ 5 gléichz. als Einnehmer, 6 an Zollbezugsposten, l als Aufseher) Kantonale Landjäger im eidg. Dienst (von diesen verwendet : 36 gleichzeitig als Einnehmer, 4 an Zollbezugsposten, l als Büreauaushülfe, 1 als Aufseher bei einer Zollstätte, l als Floßaufseher) Total

1878.

1877.

Angestellte Angestellte Beamte.

und Beamte.

und Bedienstete.

Bedienstete.

9 -- 8 1 31 6 31 6

282

73

--

12

282

10

3

l

--

--

177

-- 326

150 418 744

66

--

324

--

154

169 ^4Ö6~ 730

364

Stellerledigungen kamen im Laufe des Jahres in den Zollgebieten im Ganzen 69 vor und zwar: 14 (worunter 5 Grenzwächter) durch Tod, 39 ,, 11 ,, ,, Entlassungsgesuch, 10 ,, 8 ,, ,, Wegweisung aus dem Dienst, 6 durch Aufhebung der betreffenden Anstellungen.

Aufgehoben wurden: 2 Einnehmerstellen (Winterthur und Barzheim, Kanton Schaffhausen) ; 2 Kontroleurstellen (Stein am Rhein und Vivis); 2 Gehülfenstellen (Magadino und Fornasette).

Neu kreirt wurden: 3 Einnehmerstellen (Malvai, Kanton Genf, durch eine Civilperson; Mon-Idee, Kanton Genf, durch einen Grenzwächter, und AuOberfahr, Kanton St. Gallen, durch einen Landjäger besorgt); 3 Zollbezugsposten (Grandgourt, Kanton Bern, und Barzheim, Kanton Schaffha'usen, durch Civilpersonen ; Avusy, Kanton Genf, durch einen Grenzwächter besorgt); 7 Aufseherstellen (je 2 in Pruntrut und Romanshorn und je l in Constanz, Schaffhausen-Bahnhof und Vivis) ; 3 eidg. Grenzwächterstellen (im Kanton Genf).

l leztes Jahr vakant gebliebene Gehülfenstelle (Romanshorn) mußte wieder besezt werden.

4 bisher mit dem Zollbezuge betraute Grenzwächter (Versoix, Satigny, Meyrin - Station und Moniaz, Kanton Genf) wurden durch Civilpersonen ersezt, worüber Näheres in der Abtheilung ,,Zollstätten".

365

6. Zollstätten.

In der Uebereinkunft zwischen der Schweiz und dem Großherzogthum Baden vom 7. Juli 1870 (Gesezsammlung X, 223) ist die Erstellung einer zollamtlichen Niederlage auf dem b a d i seh en B a h n h o f e zu B a s e l vorgesehen.

Mit Bestimmung für diese Niederlage hat die Generaldirektion der Großherzoglich Badischen Staats-Eisenbahnen ein an die Räumlichkeiten der Güterexpedition im badischen Bahnhof zu Basel anschließendes Gebäude erstellen lassen, welches im Berichtjahre zum Bezüge bereit geworden ist.

Lezterm vorgängig haben Unterhandlungen mit den Großherzoglich Badischen Behörden stattgefunden, zum Zweke, das Verhältniß zwischen der schweizerischen Zollverwaltung einerseits und der badischen Zollverwaltung, sowie der badischen EisenbahnVerwaltung andererseits, bezüglich des beiderseitigen Zolldienstes n der Niederlage näher festzusezen.

In einer zu Karlsruhe abgehaltenen Konferenz von Abgeordneten der beteiligten Verwaltungen sind hierauf unterm 8. Februar 1878 Vollzugsbestimmungen zur vorerwähnten Uebereinkunft vom 7. Juli-1870 vereinbart worden, welchen wir, sowie das Großherzoglich badische Handelsministerium, die Genehmigung ertheilt haben (A. S. n. F., HI, 385).

Nachdem sodann, an diese Vereinbarung anschließend, vom Zolldepartement unterm 28. Juni 1878, im Einverständniß mit der badischen Zollbehörde, ein Regulativ betreffend die Zollbehandlung in der Niederlage aufgestellt worden, hat die Eröffnung dieses Institutes für den Verkehr den 15. Juli stattgefunden.

Der Waarenverkehr auf der Eisenbahn über P r u n t r u t ist in fortwährender Zunahme begriffen.

Nach den Einnahmen nimmt die dortige Zollstätte den 6. Rang (1877 den 9.) und nach der Zahl der Abfertigungen den 10. Rang (1877 den 22.) ein.

Nachdem sich herausgestellt, daß ohne Verstärkung des Zollpersonals in Pruntrut dasselbe seinen Obliegenheiten nicht mehr zu genügen vermochte, haben wir dasselbe um einen dritten Aufseher zu vermehren beschlossen.

In Folge der mit der Großherzoglich Badischeri Regierung vereinbarten Grenzi'egulirung bei Konstanz (Badischerseits ist die endgültige Ratifikation noch ausstehend) sind Veränderungen, namentlich von Zugängen über die Grenze zwischen der Zollstätte Kreuz-

366

lingen und dem Bahnhofe von Konstanz zu gewärtigen, welche einer erheblichen Erweiterung der Zolleinrichtungeu daselbst rufen werden. Näheres darüber werden wir voraussichtlich im nächstjährigen Geschäftsberichte mitzutheilen in den Fall kommen.

In S t e i n , Kanton Schaff hausen, bot sich Gelegenheit dar, die Zollstätte an eine geeignetere Lage zu versezen, welche den Vortheil gewährt, daß daselbst der Verkehr leichter überwacht werden kann und die Zollbehandlung sich wesentlich einfacher, als an der frühem Zollstätte, bewerkstelligen läßt.

Diese Veränderung macht es möglich, daß der Einnehmer den Zolldienst einzig zu versehen vermag. Der Kontroleur, welcher bisher der Zollstätte Stein beigegeben war, ist in Folge dessen, behufs Ersparniß der Kosten dieser Beamtung, an einen in Erledigung gekommenen andern Posten versezt worden.

Nachdem wir im Jahre 1876 die Pläne für die Erstellung einer Rheinbrüke zwischen Bernek und Lustenau genehmigt hatten, ist diese Brüke im Jahr 1878 zur Vollendung gelangt.

Behufs Sicherung des Zollbezuges an diesem Grenzübergange haben wir die Wiedereröffnung der im Jahre 1874 aufgehobenen Nebenzollstätte A u - O b e r f a h r beschlossen und deren Besorgung einem Landjäger des Kantons St. Gallen übertragen, an dessen Besoldung die Zollverwaltung dem Kanton einen im Grenzschuzvertrag vorgesehenen Beitrag leistet, wogegen s. Z. geeignete miethfreie Unterbringung des Zolleinnehmers und des Zolllokals gegenüber der Regierung von St. Gallen zu Händen der betheiligten Gemeinden, bedungen worden ist.

Im Zusammenhange mit der Frage des Anschlusses der schweizerischen und der französischen Streke der Eisenbahn LocleMorteau-Besancon beim Col des Roches, steht das Projekt der Vereinigung der schweizerischen und französischen Zollbüreaux in.

demjenigen Bahnhofe, wo der Bahnen-Anschluß stattzufinden hätte.

Das Zolldepartement hat sich mit dieser Angelegenheit einläßlich befaßt und eventuell die Bedingungen formulirt, unter welchen die schweizer. Zollverwaltung zur Verwirklichung der hauptsächlich von der neuenburgischen Grenzbevölkerung der Gegend. ' von Locle angestrebten Einrichtung würde Hand bieten können. ' Dabei ist indessen die Frage, in Folge von Divergenzen, welche in anderer Richtung sich wegen der Anschlußverhältnisse erhoben haben, stehen geblieben.

Anläßlich des Rüktrittes des bisherigen Kontroleurs der Zollstätte V i v i s hat sich die bereits in Aussicht genommen gewesene-

367

Maßnahme verwirklichen lassen, diesen Beamten durch einen dem Einnehmer beizugebenden Aufseher zu ersezen, wodurch, ohne Beeinträchtigung des Zolldienstes, eine Besoldungsersparniß erzielt wurde.

Im lezljährigen Geschäftsbericht (Bundesblatt II, 446) theilten wir mit, daß in Folge der Erstellung einer neuen Fahrstraße von La Chaux-de-Fonds nach dem Doubs bei Biaufonds, wo dieselbe mit einer auf französischem Gebiete ebenfalls im Bau begriffenen Straße durch eine Briike verbunden werden soll, nach vollendeter UeberbrUkung des Doubs die Notwendigkeit sich einstellen werde, die bisher in M a i s o n - M o n s i e u r bestandene Zollstätte an eine der dannzumaligen Verkehrsrichtung besser entsprechende Stelle zu verlegen.

Diese Angelegenheit ist seither nicht weiter gerükt.

Wir haben die Errichtung einer Nebenzollstätte in der Ortschaft M a l v a i , Gemeinde Dardagny, Kanton Genf, bewilligt. Diese an der Grenze des Pays de Gex gelegene Zollstätte vermittelt zwar keinen wichtigen Verkehr; dessen ungeachtet ist jedoch der Mangel dieser Einrichtung durch die dortige Einwohnerschaft und die Bevölkerung der benachbarten Ortschaften auf diesseitigem Gebiet seit Langem sehr empfunden worden, weil sie, bis zur Eröffnung einer Zollstätte in Malvai, genöthigt wai-en, sich zu einem weiten Umweg, zu bequemen, um behufs Erfüllung der Zollpflicht zu der nächst gelegenen Zollstätte zu gelangen. Für die Interessen der Zollverwaltung ist dabei nun ebenfalls ausreichender gesorgt, als o vorher.

Einzelne Grenztheile des Kantons Genf sind fortwährend dem gewerbsmäßigen Schmuggel ausgesezt. Mehr und mehr machte es sich deshalb als ein Nachtheil für die Zollverwaltung fühlbar, daß mehreren, an Zollstätten einzeln stationirten Grenzwächtern zugleich der Zollbezug übertragen war, welches Verhältniß zur Folge hatte^ daß die Betreffenden für den Grenzwachtdienst wenig oder gar nichts zu leisten vermochten.

So verhielt es sich namentlich bei den Zollstätten an den Eisenbahnstationen M e y r i n und Satigny, wo die als Zolleinnehmer funktionirenden Grenzwächter dem Grenzwachtdienst beinahe, gänzlich entzogen waren.

Das Zolldepartement war darauf bedacht, diesen Uebelstand zu beseitigen, sobald dieß sich ohne unverhältnißmäßige Ausgabenvermehrung thun ließ. Dieses Ziel ist, nach vergeblichen Versuchen in früherer Zeit, erreicht worden, indem für die zwei genannten.

368

Zpllstätten Zivileinnehmer zu den angebotenen Besoldungen gefunden worden sind, so daß in Folge dessen zwei Grenzwächter wieder ausschließlich für den Grenzwachtdienst verfügbar geworden sind.

In gleicher Weise gelang es auch in Versoix und in M o n i a z (ebenfalls Kanton Genf), die als Zolleinnehmer funktionirenden Grenzwäcliter durch Zivilpersönlichkeiten zu ersezen.

Die mit der Bestimmung als Zollstätte und Grenzwachtpostcu an dem Grenzpunkte ,,Mon Idée 1 ' im Kanton Genf errichtete Gebäulichkeit (siehe leztjährigen Geschäftsbericht, Bundesblatt II, 447) wurde im Berichtjahre vollendet.

Der Zollbezug wurde bis auf Weiteres, d. h. bis daß die Eutwiklung des Verkehrs über diese Zollstätte die Anstellung eines eigentlichen Zolleinnehmers erheischen wird, dem im Zollgebäude stationirten Grenzwachtposten in der Weise übertragen, daß abwechslungsweise einer der Grenzwächter die zollamtlichen Obliegenheiten verrichtet.

Dieser Doppeldienst macht sich ohne Nachtheil für die Grenzbeaufsichtigung.

7. Zollabfertigungen.

D i e Z a h l d e r a u s g e s t e l l t e n Z o l I s c h e i n e b e.t r a g t : Differenz, Einfuhrquittungen Ausfuhrquittungen Durchfuhrscheine Geleitscheine .

Freipässe Niederlagsscheine

.

.

.

.

Total

1878.

1877-

1878.

576,317 138,213 136,565 158,524 57,229 13,235

590,601 134,476 134,166 160,297 57,555 16,025

-- 14,284" + 3,737 -{- 2,399 -- 1,773 -- 326 -- 2,790

1,080,083 1,093,120

-- 13,037

8. Grenzschuz.

Die im leztjährigen Geschäftsberichte (Buudesblatt II, 448) erwähnten Unterhandlungen mit dem Kanton B e r n über einen neuen Vertrag, betreffend einerseits den Ohmgeldbezug durch das eidgenössische Zollpersoual an der Juragrenze und andererseits die

369 Besorgung des zollamtlichen Grenzwaehtdienstes durch kantonale 'Polizeimannschaft, sind im Berichtjahre zum Abschlüsse gelangt.

Die Regierungen von Z ü r i c h und S c h a f f h a u s e n haben im Berichtjahre die zwischen ihren Polizeidirektionen und der Zollverwaltung bestandenen Verträge betreffend die Besorgung des zollamtlichen Grenzwachtdienstes durch kantonale Polizeimannschaft auf Ende 1878 gekündet, erstere mit dem Anerbieten von Unterhandlungen über einen neu abzuschließenden Vertrag, die Regierung von Schaffhausen dagegen unbedingt.

Infolge dieser leztern Kündigung trat für uns die zwingende Notwendigkeit ein, auf den Zeitpunkt, an welchem das Vertragsverhältniß zu Ende ging, eidgenössische Grenzwachtmannschaft für die Beaufsichtigung der Grenze des Kantons Schaffhausen zu bestellen. Diese Einrichtung ist auf den 1. Januar dieses Jahres durchgeführt worden und zwar mit gleichzeitiger Ausdehnung auf die Grenze des Kantons Zürich, nachdem die dortige Regierung, auf erfolgte Anfrage, auf die von ihr angebotenen neuen Vertragsunterhandlungen verzichten zu wollen erklärt hatte.

Die Mannschaft ist in der nämlichen Anzahl wie bisher beibehalten worden und besteht beinahe in ihrer Gesammtheit aus den nämlichen Persönlichkeiten, welche bisher im kantonalen Dienst der Grenzwachtmannschaft angehört hatten, indem die Betreffenden um Gewährung des Eintrittes in das neue eidgenössische Grenzwächterkorps eingekommen sind.

Ein vom Zolldepartement erlassenes Reglement enthält die erforderlichen Vorschriften über die Organisation dieser Mannschaft, ihre Obliegenheiten, sowie über deren Besoldung, Bekleidung, Ausrüstung und Bewaffnung.

Die Oberleitung und Beaufsichtigung des Dienstes ist der Zolldirektion in Schaffhausen übertragen worden, auf so lange, als ein besonderer Chef über diese Grenzwächter entbehrt werden kann.

Mit der Regierung des Kantons T h u r g a u ist ein neuer Vertrag über die Besorgung des zollamtlichen Grenzwachtdienstes durch kantonale Polizeimannschaft vereinbart worden, dessen Wirksamkeit mit dem 1. Januar 1878 begonnen hat.

Bei diesem Anlasse wurde die von der Zollverwaltung für künftighin in Anspruch genommene Mannschaft um drei Mann vermindert, welche zwekmäßiger durch drei Aufseher bei den Zollstätten Konstanz und Romanshorn zu ersezen sich herausgestellt hatte.

Bundesblatt. 31. Jahrg. Bd. II.

24

370

Die Kosten hievon bleiben ungefähr im nämlichen Betrage,, nur mit dem Unterschiede, daß der Kredit für Besoldungen in demjenigen Belange mehr in Anspruch genommen wird, als die Kosten für Grenzschuz sich in Folge gedachter Veränderung vermindert haben.

Die bisher bestandenen Dienstvorschriften für die zum eidgenössischen Grenzwachtdienste verwendete kantonale Polizeimannschaft sind vom Zolldepartement durch eine neue Instruktion, enthaltend gleichmäßige Vorschriften für den Dienst in sämmtlichen Kantonen, wo dieses Verhältniß zur Zeit noch besteht, ersezt worden.

9. Gesezesiibertretungen.

Während in den vorhergehenden Jahren die Zahl der zur Anzeige gelangten Z o l l ü b e r t r e t u n g e n sich von Jahr zu Jahr ziemlich gleich geblieben ist, erzeigt das Berichtjahr eine Verminderung um 92 gegenüber dem Vorjahre, nämlich: Neu angezeigte Fälle .

.

. 501 gegen 593 pro 1877 Dazu · vom Vorjahr pendent gebliebene H n 9 v 1877 Total 512 gegen 602 pro 1877 Davon wurden erledigt: a. Durch Aufhebung des Strafverfahrens 18 b. Gütlich, in Folge sofortiger Unterziehung der Beklagten .

.

. 458 c. Durch gerichtliche Urtheile .

.

2

,, ,, ,,

37 pro 1877 551 ,, 3 ,,

1877 1877

Total 478 gegen 591 pro 1877 Auf das folgende Jahr wurden vorgetragen : a. Bei Gericht anhängige Fälle b. Bei der Zollverwaltung anhängige Fälle Total

2

,,

2 ,,

1877

32

,,

10 ,,

1877

34 gegen 12 pro 1877

Die umgangenen Zollgebühren betragen Fr. 4055. 77 gegen Fr. 5433. 26 im Jahr 1877.

371

Die eingegangenen Bußen belaufen sich auf Fr. 12,514. 98 gegen Fr. 14,615. 69 im Jahr 1877. Als gesezlicher Antheil fielen davon in die Zollkasse Fr. 4127. 85. Das angewendete Strafmaß erreicht im Durchschnitt den 3,6-fachen Betrag -der umgangenen Zollgebühr. Die Ordnungsbußen, welche wegen geringerer Verlezung von Zollvorschriften ausgesprochen wurden, erreichten den Betrag von Fr. 2450. 35, gegen Fr. 2179. 13 im Jahr 1877.

, Einige Ordnungsbußen, mit welchen gegen einzelne Beamte und Bedienstete der Zollverwaltung eingeschritten werden mußte, finden sich in der angeführten Summe inbegriffén.

Die übrigen Ordnungsbußen sind solche, mit welchen die Eiledigung zahlreicher Reklamationen verbunden werden mußte. Die Zollverwaltung hatte sich im Berichtjahre in außerordentlich starkem Maße mit Reklamationen wegen angeblich unrichtiger Zollbehandlung zu befassen, -- Reklamationen, die mit seltenen Ausnahmen daher entstanden waren, daß die Zollpflichtigen nicht Vorsorgen, daß die ihnen zugehenden Waarensendungen nach Anforderung der Zollvorschriften unter tarifgemäßer Bezeichnung und mit richtiger Gewichtsangabe zur Verzollung gelangen. Bei diesem Anlasse ist zu rügen, daß einzelne Deklaranten, welche bei Eisenbahnzollstätten, in Vertretung der Adressaten, die Anmeldung zur Verzollung besorgen, es häufig an jeglicher Bemühung fehlen lassen^ um eine unrichtige Deklaration der Waaren, nach Gattung oder Gewicht derselben, zu verhindern.

Das Zollpersonal ist verpflichtet, auch auf Uebertretung der eidgenössischen Vorschriften über Maß u n d G e w i c h t und zwar speziell auf die Uebertretung des Verbotes der Einfuhr von Glasgeschirr mit nachgeahmten Eichzeichen zu achten. Solche Sendungen werden mit Beschlag belegt und, nebst einer entsprechenden Anzeige, der Polizeibehörde desjenigen Kantons, in welchem der Adressat der Waare seinen Wohnort hat, zu weiterer Ahndung zugeleitet. Auch im Berichtjahre sind eine Anzahl solcher Fälle vorgekommen.

Die seit dem \, Juni 1876 bestandene U e b e r e i n k u n f t mit der Regierung der f r a n z ö s i s c h e n R e p u b l i k (S. Bundesblatt 1876, II. 1029) zum Zweke gegenseitiger zollamtlicher Kontrolirung des Verkehrs mit geistigen Getränken behufs Verhinderung des Schmuggels ist auf den Wunsch der französischen Regierung einer Revision, im Sinne der Erweiterung einiger bisheriger Bestimmungen und genauerer Fassung, unterzogen worden. Zur Vorberathung der dießfälligen Abänderungen wurde eine Konferenz beiderseitiger Delegirter veranstaltet, welche sich unterm 10. August 1877 über eine neue Vereinbarung geeinigt haben.

372 Nach Genehmigung derselben durch die beiderseitigen Regierungen ist die neue Uebereinkunft mit dem 10. April in Wirksamkeit gesezt worden (S. Bundesblatt 1878, I. 483).

10. Beaufsichtigung des Bezuges der kantonalen Verbrauchssteuern.

W a 11 i s.

Von einem Hause in Vevey ist beim Bundesrath Beschwerde darüber erhoben worden, daß in den Kanton Wallis eingeführte Weine, namentlich sogenannter Waadtländer Champagner, dort mit der für ausländische Weine bestehenden Konsumogebühr belegt werden, ungeachtet sie mit Ursprungszeugnissen versehen und schweizerische Weine im Kanton Wallis nicht konsumosteuerpflichtig seien.

Wir haben erachtet, es sei der Kanton Wallis berechtigt, in der von den Reklamanten beanstandeten Weise vorzugehen, sofern Getränke notorisch fremden Ursprungs als schweizerisches Produkt eingeführt werden.

Dagegen hielten wir dafür, daß die Walliser Behörde zu weit gehe, wenn sie auch den ,,Champagne vaudoisa der Steuer unterwerfe, da derselbe, nebst schweizerischem Wein, nicht steuerpflichtige Substanzen enthalte und überhaupt ein spezifisch schweizerisches Fabrikat sei, als welches er auch von den Ohmgeldbehörden anderer Kantone behandelt wird.

Auf unsere Einladung hat denn auch die Regierung von Wallis den Ohmgeldbezug auf dem im Kanton Waadt fabrizirten Schaumwein einstellen, beziehungsweise die diesfalls bezogenen Gebühren zurükerstatten lassen, wodurch der Anstand seine Erledigung fand.

11. Vollziehung der Anordnungen gegen Viehseuchen und Verbreitung der Reblaus.

Ueber die Bethätigung des Zoll- und Grenzwachtpersonals behufs Handhabung der hierüber bestehenden Vorschriften können wir uns auf die Mittheilung beschränken, daß dasselbe fortfährt, sich dieser ihm übertragenen Aufgabe, so sehr diese nicht selten mit Schwierigkeiten verknüpft ist, im Allgemeinen mit Einsicht und Eifer zu entledigen.

12. Finanzielle Ergebnisse.

  1. E i n n a h m e n :

1878.

Fr.

Rp.

15,141,537 441,375 5,744 22,882 4,127 2,450 3,697 39,533

Rp.

79 06 55 91 85 35 19 23

15,215,977 425,605 5.727 27^693 4,160 2,179 4,122 42,757

79 59 40 33 80 13 74 02

15,661,348

93

15,728,223

80

Fr.

Einfuhrzölle . .

Ausfuhrzölle . .

.

Durchfuhrscheingebühren Niederlagsgebühren . .

Bußenantheile . . .

Ordnungsbußen . . .

Waaggebühren . . .

Verschiedenes

.

.

.

.

.

Total Abzüglich Vermehrung von Resultirt Mindereinnahme gegen 1877 von . .

66,,874 15,728,223

Vermehrung.

Verminderung.

1878.

1878-

1877.

87

80

Fr.

Rp.

15,769 17

47 15

Fr.

Rp.

74,440

271

16,057

4,810 32

42 95

425 , 3,223

55 79

82,932 16,057

71 84

66,874

87

22

84

co

-a co

b. A u s g a b e n .

Gehalte Reisen und Expertisen . .

.:Büreaukosten Mobilien und Geräthschaften Grenzschuz Verschiedenes : a. Rükvergütung für Schienen b. Uebrige Rükvergütungen .

c. Verschiedene Unkosten .

Total Fr.

Nach Abzug der Mehrausgaben von bleiben Minderausgaben gegen 1877 von

Vermehrung.

Verminderung.

1878.

1878.

1877.

1878-

Fr.

Rp.

833,592 92 5,955 75 117,239 55 7,038 41 395,634 28

Fr.

Rp.

831,216 46 10,638 45 119,506 79 6,536 77 384,791 73

Fr.

Rp.

2,376 46 501 10,842

64 55

5,484 5,003 40,516

34 51 19

28,540 3,330 33,682

45 80 31

1,672 6,833

71 88

1,410,464

95

1,418,243

76

22,227

24

7,778

81

1,418,243

76

Fr.

Rp.

4,682 2,267

70 24

23,056

11

30,006

05

22,227

24

. 7,778

81

375 Der Vermehrung der Ausgaben für Gehalte liegt zu Grunde, daß im VI. Zollgebiete, wie unter Ziff. 6 hievor erwähnt, einige Zollstätten mit Civileinnehmern besezt wurden, welche bisher von Grenzwächtern besorgt worden sind; ferner die Anstellung eines ·dritten Aufsehers bei der Zollstätte Pruntrut.

Die Kostenvermehrung für Grenzschuz hat ihre Ursache in dem Abschlüsse einzelner neuer Grenzschuzverträge mit erhöhten Entschädigungssummen in Folge Kündigung der bisherigen Verträge durch die betreffenden Kantone, worüber sich Erwähnung unter Abtheilung 8 hievor findet.

Nach Abzug der Ausgaben für Anschaffung {reräthschaften, sowie für Zollrükvergütungen, trage von von der Gesammtausgabensumme von .

.

von Mobiliar und zusammen im BeFr.

17,526. 26 ' ,, 1,410,464. 95

verbleibt die Summe von .

.

.

.

Fr. 1,392,938. 69 .auf welche sich die eigentlichen Verwaltungskosten beschränken.

Gegenüber von Fr. 1,379,835. 74 im Jahre 1877 ergibt sich eine Erhöhung um Fr. 13,102. 95, bei welcher das Prozentverhältniß der Verwaltungskosten zur Roheinnahme sich auf 8,394 °/o gegen 8,778 im Vorjahre stellt.

Zum Voranschlage verhält sich das Rechnungsergebniß wie folgt : E i n n a h m e n : Jahresrechnung .

.

Fr. 15,661,348. 93 Budget ,, 15,000,000. -- Einnahmenüberschuß

Fr.

661,348. 93

,,

114,435. 05

Total der Mehreinnahmen Fr.

775,783. 98

Ausgaben: Budget .

.

Jahresrechnung

. Fr. 1,524,900. -- . ,, 1,410,464. 95 Ersparniß

Die Ausgabenersparnisse érstreken sich, wie aus nachfolgender Zusammenstellung erhellt, auf sämmtliche Büdgetrubriken, mit einziger Ausnahme von VI. .c, wo sich eine Kreditüberschreitung von Fr. 516. 19 findet. Diese leztere fällt auf Rechnung der unvorhergesehenen Ausgäben, nämlich der Entrichtung von Besoldungsnachgenuß in Krankheits- und Sterbefällen, deren einige kurz vor Jahresschluß noch hinzugekommen sind, nachdem sonst auch auf der Rubrik VI eine Ersparniß erzielt worden wäre.

Rechnung.

I. Gehalte: a . Oberzolldirektion . . . .

b. Zollgebietsdirektioneo e. Zollstätten IL Reisen und Expertisen .

III. Büreaukosten : a. Miethzinse b. Heizung und Beleuchtung .

c. 1} Büreaubedürfnisse . . .

2) Druksachen, Buchbinder] löhne d . Nebenausgaben . . . .

IV. Mobiliar und Geräthschaften .

V. Grenzschuz VI. Verschiedenes: a. Zollrükvergütungfür Schienen b. Uebrige Rükvergütungen c . Diverse Unkosten . . . .

Total Abzüglich der Mehrausgabe von ergibt sich eine Ersparniß von .

Mehrausgabe.

BUdget.

Rp.

Fr.

35,365 121,650 81 676,577 11 5,955 75

55,631 24,825 8,927

Rp.

9L8

Fr.

Rp.

35,800 122,800 704,300 14,000

435 1,149 27,722 8,044

19 89 25

78 81 53

60,OOU 27,500 12,000

4,368 2,674 3,072

22 19 47

23,579 4,274 7,038 395,634

99 44 41 28

35,000 5,500 8,000 425,000

11,420 1,225 961 29,365

01 56 59 72

5,484 5,003 40,516

34 51 19

25,000 10,000 40,000

19,515 4,996

66 49

516

19

95 ,1,524,900

516

19

114,951 516

24 19

114,435

05

1,410,464 114,435

05

1,524,900

--

Fr.

Fr.

Rp.

Ersparniss.

377

Nach Abzug der Gesammtausgaben der Zollverwaltung verblieb von der Zolleinnahme ein Baarvorschuß von Fr. 14,250,883. 98 im Jahr 1877 dagegen ,, 14,309,980. 04 also weniger pro 1878 Mit Hinzurechnung der Minderausgabe pro 1878 von

Fr.

59,096. 06

,,

7,778. 81

stellt sich heraus die Summe von Fr.

66,874. 87 gleich dem Betrage der Mindereinnahme gegenüber von 1877.

13. Schweizerischer Zolltarif.

Tarifrevision.

Nachdem der Ständerath im Dezember 1877 seine Verhandlungen über diese Angelegenheit zu Ende geführt, gelangte dieselbe in der Junisession zur Berathung durch den Nationalrath. Beide Käthe einigten sich sodann in erster Berathung zu den im Bundesgesez vom 28. Juni 1878 betreffend einen neuen schweizerischen Zolltarif niedergelegten Bestimmungen.

Seither sind wiederum verschiedene auf die Zolltarifrevision bezügliche Eingaben eingelaufen ; dieselben werden vom Zolldepartement gesammelt und geordnet, um bei Anlaß der vorbehaltenen zweiten Berathung zur Vorlage zu kommen.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Bericht des Bundesrathes an die hohe Bundesversammlung, über seine Geschäftsführung im Jahr 1878.

In

Bundesblatt

Dans

Feuille fédérale

In

Foglio federale

Jahr

1879

Année Anno Band

2

Volume Volume Heft

19

Cahier Numero Geschäftsnummer

---

Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

30.04.1879

Date Data Seite

161-377

Page Pagina Ref. No

10 010 303

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