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Aus den Verhandlungen des schweizerischen Bundesrathes.

(Vom 22. Oktober 1858.)

Jn Vollziehung des Bundesbeschlußes vom 3l.

Jnli d. J.,

Ziffer

^ und 7 (V1, 68^ , erließ der Bundesrath an sä.nmtiiche eidgenössische Stände das nachstehende Kreisschreiben .

,,Tit.!

,,Jn Folge der Prüfung des Berichts des Bundesrathes über die ,,Geschäftsführung während des Jahres 1857 hat die schweizerische Bun,,desversammlung unter Anderm beschlossen :.

,,,,a. Der Bundesrath wird eingeladen, mit allem Nachdruk ..u ver-

,,,,langen, daß die Kantone mit Ausfüllung der lezten Lüken im

,,,,Personellen und Materiellen des Bundesauszuges nicht länger ,,,,zögern.

,,,,b.Der Bundesrath wird eingeladen, strenge auf die Einhaltung der ,,,,gesezlichen Schießübungen der Auszüger-Infanterie in den Kan,,,,tonen zu halten. .^..

,,Jndem wir diefer Einladung nachkommen, sind wir somit im Falle, ,,an diejenigen Kantone, die es betreffen mag, die dringende Ermahnung ,,zu richten, ungefäumt die allfällig noch bestehenden Lüken im Personellen.

,,und Materiellen auszufüllen und hinfichtl.ch der Infanterie-Instruktion ,,dafür zu sorgen, daß die gesezlich vorgeschriebenen Schießübungen abge,,halten werden.

,,Was den erstern Punkt betrifft, so sind zwar nur einzelne Kantone, ,,so weit es den Auszug betrifft, noch wesentlich im Rükstande. Jmmerhiu ,,aber find fast allerwärts kleinere Lüken in Beziehung auf die Offiziere, ,,die Kadermannfchaft und theilweise auch auf die Mannschaftszahl über,,hanpt vorhanden, die zu ergänzen waren. Mehr ist für die R e s e r v e ,,nachzuholen, und es salite das ernste Augenmerk der. Kantone sein, auch ,,hier den Bundesvorschriften ohne Säumen nachzukommen, so weit diesel ,,nicht seither geschehen ist.

,,Bedeutendere Rükstande als im Personellen finden sich im Materiellen, ,,und es sind hie und da noch Lüken auszufüllen, oder ältere nicht mehx ,,brauchbare Vorräthe durch neue Abschaffungen zu ersezen. Um so mehr ..darf von den betreffenden Kantonen alles Ernstes verlangt werden, daß ,,sie in Erfüllung ihrer Bundespflichten nicht länger hinter ihren Mitstän,,den zurükbleiben, zumal der Termin, den ...lrt. 11 des Bundesgesezes ,,über die Beiträge der Kantone und der Eidgenossenschaft zum Bundes-

,,heer, vom 27. August 1851, für di.. Durchführung der Leistungen zum ,,Bundesauszug festsezt, bereits seit drei Jahren verstrichen ist, und fogax

"für die vollständige Bildung der Bundesreserve die gesezliche Frist mit ,,dem nächstkommenden Jahre abläuft., ^) S. eida.. Gesezfammlung, Band II, Seite .^

.530 ,,Auf eine größere Zahl von Kantonen hat der zweite Punkt Bezug, Binden.. noch in manchem die geglichen Schießübungen der Jnfanterie ent^weder gar nicht, oder nicht regelmäßig abgehalten werden. Diese müssen^ .,,wir daher insbesondere auf das lezte Lemma des Art. 64 des Bundes...gesezes über die eidgenössische Militärorganisation aufmerksam machen, ^wo vorgeschrieben ist, daß die Mannschaft alljährlich im Zielschießen ..geübt werden soll,^) und wir müssen sie ernstlich mahnen, dieser Vorschrift .,,ohne fernere Säumniß nachzukommen. Die Schießübungen find absolut ^nothwendig, wenn das Vertrauen in die Waffe gewekt und die Jnfan^terie kampffähig gemacht werden soll. Sie werden um so notwendiger..

,,je mehr die Waffe selbst vervollkommnet wird und dadurch das Fernge.,,fecht an Bedeutung gewinnt. Denn auch die beste Waffe wird in unge.,,übter Hand nichts leisten, und in der schlimmsten Lage wird sich ins..künstig eine Jnfanterie befinden, welche, im Schießen ungeübt, einem ^. geübten Gegner gegenüber steht.

,,Wir werden die Jnspektoren anweisen lassen, bei ihren Jnfpektions....reisen ihr Augenmerk hauptsächlich auch auf die Schießübungen zu rich.,,ten, und sich zu überzeugen und der eidgenössischen Militärbehörde ein..zubexichten , ob dieselben regelmäßig stattfinden.

,,Jndem wir gerne erwarten,. daß diejenigen Kantone, auf welche .,,diese Bemerkungen Bezug haben, denselben Nachachtung verschaffen wer,,den, benuzen wir den Anlaß, Sie, getreue, liebe Eidgenossen, nebst uns .,,in den Schuz des Allmächtigen zu empfehlen.^

(Vom 25. Oktober 1858.)

Der Bundesrath wählte zu Posthaltern: für Unterwezikon . Hrn. Joh. Jakob Web e r , von Wezikon, Kts. Zürich^ ,, Effretikon: ,, Heinrich Mors, von Jllnau, Kts. Zürich.

Die Herren G r ibi u. H e x z o g , in der Au bei Thörishaus, Bern, sind als Pulververkäuser patentirt worden.

^) S. eidg. Gese^famm..ung . Band I , S........ .^.

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30.10.1858

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529-530

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