ST

Schweizerisches Bundesblatt.

X. .Jahrgang. .II.

Nr. 44.

ST

13. September 1858.

Bericht der

kommission des Nationalrathes, betreffend die Erstellung von Postgebäuden in Bern Und St. (fallen.

(Vom 23. Juli 1858.)

Tit.!

Mit Botschaften vom 25. und 28. Juni l. J. hat der h. Bundesrath bei den gefezgebenden Räthen um den erforderlichen Kredit nachgesucht, um sowohl in B e r n als in St. G a l l e n neue Postgebäude in der Nähe der betreffenden Bahnhöfe erbauen zu können, und diesem Begehren sind gleichzeitig die bezüglichen Baupläne, nebst Baubeschreibung und KostenVoranschlägen beigelegt, aus denen sich ergibt, daß die projeetirten Gebäulichkeiten in Bern, ohne Hinzurechnung der Ankaufskosten des Bauplatzes,

sich aus Fr. 510,000, in St. Gallen ebenso auf Fr. 460,000 belaufen würden.

Der Ständerath , welcher in dieser Angelegenheit die Priorität hatte., hat darüber in seiner Sitzung vom 17. l. Mts. den nachstehenden Beschluß.

g e f a ß t .

der

,,Die B u n d e s v e r s a m m l u n g schweizerischen Eidgenossenschaft,

,,nach Einsicht der in Folge Bundesbeschlusses vom 2I. Dezember 1857 vom Bundesrathe mit Botschaft vom 25. Juni abhin vorgelegten Baupläne und Kostenberechnungen für Erstellung eines Postgebäudes in Bern , ,, i n B e t r acht , ,,daß die daherigen Vorlagen der wünschbaren Oeeonomie und Einfachheit nicht entsprechen,

,, b e schl i e ß t .

,, 1 . Jn das vom Bundesrathe für Erstellung eiues Pofigebäudes Bundesblatt. Jahrg. X. Bd. II.

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446 .. in Bern gestellte Kreditbegehren sei auf Grundlage der Vorliegenden Pläu^ .,und Kostenberechnungen nicht einzutreten.

,,2. Der Bundesrath wird eingeladen, behufs Vorlage für eine.

..künftige Session, neue Pläne und Kostenberechnungen anfertigen zu lassen, ..wobei vorab nux aus die für die Post- und Telegraphenverwaltung ersorder,,lichen Räumlichkeiten, mit Einschluß der unerläßlichen Beamtenwohnuugen, ..Bedacht zu nehmen ist.^ (S. Seite 414 und 41^ hievor.)

Die unterfertigte kommission, welche Sie mit der Begutachtung.

dieses Gegenstandes beauftragt haben, findet (in ihrer Mehrheit) diesen Beschluß des Ständerathes vollkommen durch die Verhältnisse gerechtfertigt und schlägt Jhnen demnach vor, demselben in Motiven und Dispositi^ einfach beizutreten. Sie beehrt sieh, Jhnen die Gründe in Kürze darznlegen, welche sie zu diesem Ergebnisse geführt haben.

Jn faktischer Beziehung ist zunächst noch anzuführen , das.: in der letzten Deeembersi^ung der h. Bundesrath einen Speeialeredit begehrte, um die nöthigen Baupläne für die in Frage liegenden Poftgebäude zu erwerben, daß diese Kredite damals bewilligt wurden, und daß in Folge dessen (wenigstens in St. Gallen) die betreffende Bodenerwerbung bereits definitiv stattgefunden hat.

Bei Ertheilung der daherigen Vollmacht wnrd^ zugleich der Grundsatz ausgesprochen , daß die Baukosten aus der eidg.

Staatskasse bestritt..n, dieser ^aber der Zins de... Bankapitals alljährlich von der Postverwaltung mit 4 .^ vergütet werden soll. Es ist wohl noch in Jhrer Erinnerung , Tit. l daß dieses Kreditbegehren in der Deeembersimung auf einigen Widerstand stieß, daß aber die erhobenen Bedenken beseitigt wurden, theile dureh die Erklärung, daß der Bodenanka^f nicht als Präjudiz gelten könne, weil die Bauplätze, nm die es sich handle, s.^ wohl gelegen seien, daß ohne Zweifel im gegebenen Falle dieselben sofort ohne Verlust wieder veräußert ^werden könnten ; theils aber und hanpt-

sächlich durch dieZusichernng, welche sich iu der [christlichen Botschaft de.^ h. Bundesrathes niedergelegt findet, daß ,,die Postbüreauverlegung und die Bauausführung für die Bnndeskasse und die Postverwaltung nicht nur keine Lastvermehrung bringen, sondern finanziell vorteilhafter fein werde, als eine Belassung der Postbüreaur in ihr^n bisherigen Lokalien.^ Leider muß die Thatsache konstatirt werden, daß diese Hoffnung, wenigsten^ mit Bezug auf die vom h. Bundesrathe vorgelegten Piäne, ganz entschieden nicht in Erfüllung gegangen ist, indem der h. Bundesrath selbst in seinen neuesten Botschaften ........ m 25.,^28. Juni zugesteht, daß^ na^ allen irgend möglichen Abzügen, sich .n ^t. Gallen ein jahrlicher Mehrkostenbetrag von.

mehr als Fr. 600, in Bern ein folcher von ungefähr eben so .^iel heraus^ stellen würde, wobei n....ch zu be.^rk..... blei^ daß d.e Unterhaltungskosten so großartiger Gebaut in Bern nur mit Fr. 1200, in St. Galten mit Fr. 600 per Jahr veranschlagt find, während mit großer Wahrscheinlichkeit viel bedeutendere Summen hiefür in .Anschlag zu bringen waren, zumal uns berichtet wird, daß die Unterhaltungskosten .^s ^osihaufes in Züri^

447 sich durchschnittlich Jahr für Jahraus Fr. ...000 .belaufen. Bei solchex Sachlage, nachdem eine wesentliche Bedingung nicht erfüllt ist,^ aufweiche hin die Kreditbewilligung zum Bodenankauf im Deeember ertheilt wurde, dürfte es wohl gestattet sein, auf die prinzipielle Frage zurückzugehen, ob es überhaupt gerathen sei , gegenwärtig die Erstellung von Postge.bäudeu in St. Gallen und Bern an Handen zu nehmen.^ Es wäre auch diese Frage an sich deshalb wohl gerechtfertigt, weil bei de..... Ueberhandnehmeu des Eisenbahnverkehrs der gesammten Postadminiftration eine Umgestaltung bevorsteht, die ganz sicherlich in alle Verhältnisse derselben eingreifen wird, und weil es gerathener fein dürfte, neue Eonstruetionen zu unterlassen, ehe die Erfahrung gezeigt hat, welches die Bedürfnisse des Dienstes für die Zukunft fein werden.

Wenn wir trotzdem so weit n^ht gehen und uns auf diesen Standpunkt nicht stellen, so geschieht dies 1) weil wir in dem schon geschehenen Bodenankauf denn doch ein thatsächliches Präjudiz erblicken , das nicht ^ ohne Weiteres iguorixt werden darf , und 2) weil wir die Gründe würdigen, welche der h. Bundesrath anführt, um die Nothwendigkeit oder ^ wenigstens die hohe Wünschbarkeit einer Verlasfung der gegenwärtigen, i^n mancher Beziehung ungenügende^ Postlokale in St. Gallen und Bern, sowie einer Verlegung derselben in die möglichst unmittelbare Nähe der Bahnhöfe nachzuweisen.

Wenn wir demnach dem G^.undfatze nach nichts einzuwenden haben, daß di.. angekauften Bauplätze an beiden Orten wirklich benutzt werden^ wenn wir im Fernern uns aus praktischen Rückfichten des Dienstes auch damit einverstanden erklären können , daß in Bern die Telegraphenwerkstatte in das Posthaus aufgenommen werde, ^ so müssen wir hinwieder mit Be^ug auf die ^lrt und Weife der Bauausführung allerdings gerechte .Bedenken gegen die Jntentionen des h. Bundesrathes zur Sprache bringen.

Zwei Punkte scheinen uns dabei zunächst nicht aus dem ^luge gelassen werden zu dürfen: einmal die billige Rülficht gegeI' ^ie Kanone, sodann die wahrscheinlichen Konsequenzen , welche sich an die Bauten in Bern und St. Gallen anknüpfen werden. Was den erstern Punkt anbelangt, so ist oben bereits daran erinnert worden, d^.ß nach dem Bundesbeschluße vom Deeember 1857 die eidg. Staatskasse zwar die erforderlichen Gelder .liefert, um die Bauten .auszuführen. daß aber die Juteresseu davon sofort von der Postverwaltung à 4 .^ der Staatskasse vergütet werden sollen.

Nehmen wir nun in runder Zahl die Baukosten für beide Gebäude aus eine Million an, so ergibt dieß eine jährliche Last für ^ie Po^verwaltun^ von Fr. 40,00..); und w^nn auch davon, nach den im Einzelnen vielleicht hie und da noch sehr problematischen Berechnungen des Bundesrathes, für Miethzinse u. dgl. eine Summe von Fr. 21,00..). wirklich abgehen

sollte, so biiebe immerhin die jährliche Last auf Fr. 19--20,.)^)0, während

sie jetzt, bei den gegenwärtigen, ^war mangelhaften, aber doch nicht abfolut unbrauchbaren Lokalität^, beiläufig auf Fr. 10,0(.0 ^ich bezifferte.

Die Differenz v.^n Fr. ^0,000 mü^te aber um so empfindlicher auffallen,

als die Berathung des ...Budget pro I859, welche wir vor einigen Tagen auf unserer .Tagesordnung hatten, den einleuchtenden Beweis geleistet hat, daß die Auszahlung der vertragsmäßigen Betreffnisse an die Kantone in nächster Zeit der Postverwaltnng sehr schwer fallen und jedenfalls nur bei Einhaltung der strengsten Oeeonomie überhaupt möglich sein wird. Jede uicht absolut nothwendige Ausgabe bringt uns demnach in die Gefahr, den Kantonen gegenüber diejenigen Leistungen nicht vollständig machen zu können, auf welche sie einen wohlbegründeten Anspruch haben, und die auch im Weitern den meistentheils sehr gedrückten Finanzverwaltungen der Kantone fast unerläßlich ..röthig find. Diese Erwägung muß uns also folgerichtig dazu führen , in der Postverwaltung überall streng^ Oeeonomie zu verlangen; ganz besonders aber bei Herstellung von Postgebäuden von P r a c h t b a u t e n zu abstrahiren, welche freilich das Jnventar der Eidgenossenschaft urn große Summen bereichern und den betreffenden Städten zur Zierde gereichen, dagegen a^er die wohlbegrü..deten Ansprüche der großen Mehrheit der Kantone, wel.^e von jenen Zierden nichts zu genießen haben, gefährden würden. Diese Gefährde für die Kantone, welche letztere in de.. That die ganzen Folgen unserer Beschlüsse tragen müssen, wird aber um so mehr der ernsthaftesten Würdigung werth , wenn man auch den zweiten der oben berührten Punkte in Erwägung zieht, nämlich die Kons e q u e n z e n dessen^ was wir für Bern und St. Gallen beschließen.

Jn dieser Beziehung muß darauf aufmerksam gemacht werden , daß noch eine Reihe von Ortschaften und Städten besteht, zum Theil mit eben so bedeu^ tendem Postverkehr wie St. Gallen, die ebenfalls noch keine besondern und in der Nähe bestehender oder künftiger Bahnhöfe belegene Postgebäude besitzen; wir nennen beispielsweise A a r a u, E hu r, Bel l i n z o n a , Luz e r n , N e u c h a t e l . Die gleiche Frage, wie sie heute für St Gallen und Bern austaucht, wird früher oder später auch für jene Städte sich in den Vordergrund drängen , und es wird alsdann ein durchaus entscheiden^ des Präeedens in Betreff der Art der Ausführung fein , wie man bei St. Gallen und Bern verfahren ist. Hat man hier P al l a s t e aufgeführt,

weit über das eigentliche Bedürfniß hinaus, so wird ganz billig gefordert

werden, daß man auch je^en andern Städten aus den Mitteln der EidGenossenschaft oder, richtiger gesagt, der andern Kantone Prachtbauten hinstelle, die, über die ..^igenzen des Dienstes hinaus, ein ästhetisches Jnteresse befriedigen sollen. Diefe Erwägung, Tit., muß Si.e, nach den Ansichten Jhrer Kommission ganz besonders bestimmen, den Ansängen zu wehren und bei diesem ersten Beispiele, wo es sich um Herstellung eines eigenen eidg. Kreispos.bü^u's handelt, Maß und Ziel zu bestimmen und entschieden zu verlange..., daß die R^sich.^en der Einfachheit und Oeeouon.ie nicht hintangesetzt werden.

. Dieses, Tit., sind in möglichst gedrängter Fassung die Grundsätze, zu denen Jhre Kommission einstimmig sich bekennt, und in denen sie mit dex Aufsassungsw^ise ^es h. Ständerathes, wie sie sich in^ dessen Motiven zu erkennen gibt, vollständig zusammentrifft. Sie bedauert, hinzufügen zu

449 .müssen, daß ihrer Anficht nach der h. Bundesrath in den fachbezüglichen Borlagen sehr bedeutend von denselben sich entfernt hat.

Es wird die Ausgabe der Kommission sein, Jhnen hierüber einige nähere Nachweisungen zu geben.

Schon ein erster flüchtige^ Blick auf die eingelegten Pläne, sowie in die denselben beigefügten Ausschreibungen genügt , um sofort ernste Bedenken zu erregen. Wir sehen in Bern ein Gebäude von 263 Fuß

Länge und 100 Fuß Tiefe, dazu noch ein Hintergebäude von 143 Fuß Länge; in St. Gallen ein Hauptgebäude und eine Dependenee, jede von 1<^0 Fuß Länge projeetirt; die Hauptgebäude an beiden Orten zweistöckig, also Räumlichkeiten von ganz außerordentlicher Ausdehnung, wie sie ohne Zweifel zur Zeit in der Schweiz für Postzwecke nirgends auch nur annähernd bestehen. Wir bedauern, nicht im Besitze genauerer Daten über die Mißverhältnisse der Posthäuser in Z ü r i c h und B a s e l zu sein, um unsere Vermutung bestimmter begründen zu können ; einen annähernden Beweis mag man aber in der uns als zuverläßig berichteten Notiz finden, daß .das Posthaus in Zürich s. Z. Fr. 370,000 n. W., das in Basel, ohne Zurechnung des Bodenankau^s, nur Fr. 200,000 gekostet hat, während jetzt in Bern eine Baute von Fr. 510.000, in St. Gallen eine solche von Fr. 460,000 intendirt wird. Nun haben Zürich und Basel ohne W.derrede einen größern Postverkehr als Bern oder St. Gallen ; und wenigstens mit Bezug aus Zürich ist es uns genau bekannt, daß die Häiste, vielleicht sogar die größere Hälfte des dortigen Posthaufes leer steht, resv. für andere als Postzwecke benutzt wird, daß also ein Gebäude von vielleicht der halben Ausdehnung für den dortigen, bekanntlich so bedeutenden Verkehr gegenwärtig ausreichen würde; und für Bern und St. Gallen sollen nun neue Gebäude errichtet werden, die noch ko^fpie-

liger und größer sind, als das in Zürich. Und das in e^nem Augenblicke, wo.^in St. Gallen bereits der weites größte Theil des ^ostverkehrs durch die Eisenbahnen vermittelt wird, wo auch in Bern die Schienenwege auf allen Seiten und nach allen .Richtungen an die Stadt heranrücken und in kurzer Frist, jedenfalls vor Vollendung des Poftgebändes, nur wenige Loealpost^urse als Fahrpoften übrig geblieben sein werden , wie es jetzt.

schon in St. Gallen der Fall ist. Jst aber einmal dieser Zustand der D.ng^ eingetreten, so liegt es aus flacher Hand, daß die Postgebäude.

wesentlich nur dem Briefp^stdienste gewidmet sind; alle schwereren Güter, sowie die Passagiere, mit Ausnahme der wenigen Nebenrouten, die noch mit Pferden befahren werden, berühren jene Postbüreanx ga.^ nicht mehr; die weitläufigen Loyalitäten für Fahrpoftbüreaux, Schuppen und Remiseu fallen vollständig oder so gnt als vollständig hinweg ; das g^nze Geschäft..

das im Postgebäude abgewickelt zu werden braucht, ist der empfang und die

Distribution von Briefen und Valoren, die einen kleinen Raum einnehmen, und selbst in dem Falle, daß sie täglich in Hunderttausend^ von Stücken dnrch die Hände der Postbeamten gehen , gleichwohl keine weiten Lokalitäten in .Anspruch nehmen.

Sollten früher oder später, wie es oh.. e Zweifel dex

450 Fall sein w^rd, auch noch fahrende Postbiireaux eingerichtet werden, f.^ würde sich der Dienst in den eigentlichen Posthäusern noch mehr vereinfachen und ohne Zweifel die Raumbt.dürfnisse noch weiter vermindern.

^Jedenfalls liegen die Sachen so, daß man mit einiger Sicherheit die Prognose stellen kann, daß die Zukunft auf d i e s e m Gebiete keine Ver..^ m e h x u n g der Bedürfnisse bringen wird, und daß man also hier weniger,.

als anderswo durch d.^ Vorsicht für künftige Zeiten genöthigt wird,

.größere Bauten zu macheu, als man sie für die Gegenwart bedürfte.

T.xotz diesen Erwägunge.., die wir für entscheidend und einleuchtend halten, sind die beiden Projekte für Bern und St. Gallen so gehalten , daß ihre Räumlichkeilen für den Zustand , wie er zur Stunde noch in Bern begeht, wo noch ...ie Hauptrouten nach der westlichen Schweiz mit Postwagen be.dient werden, nicht ..ur ausreichend, sondern wahrscheinlich zu groß wären.

Außerdem sind aber neben den Loyalitäten, die der Dienst erfordert, eine ganze ^enge von Dingen in die Pläne aufgenommen, die natürlich die Dimensionen der Gebäude ungebührlich anschwellen, während die Verwaltung ihrer durchaus nicht bedarf. Jn St. Gallen ist anstatt einer einfachen Remise, die vielleicht mit Fr. 20.000 herzustellen wäre, ein Hintergebäude planirt, das über Fr. 100,000 kosten soll, und dessen wesentliehe Bestimmung wäre, als Waarenmagazin sür Privaten zu dienen ; iu Bern hat man es für nöthig erachtet, eine Re ^anration anzubringen, und um die weitläufigen Räume einigermaßen zu benutzen, auch noch vier Privat^ wohniingen einzurichten. Daß solche Sachen ungehörig find, und daß die Postverwaltung keinerlei Beruf hat, sür derartige Zwet.l.e zu sorgen, bedarf keiner weitern Erörterung. Etwas Anderes find die Amtswohnungen. Daß in jedem Postgebäude für den Kreispoftdireetor eine solche angebracht wird, billigen wir, halten aber dafür, daß man sich dabei in angemessenen ...... exhältnissen bewege und sich begnüge ^ einem solchen Beamteten eine Wohnnng anzuweisen, wie er sie ni i t seinen Fr. 3,500-4,000 Gehalt jonst auch etwa fich verschalen würde. Wir finden daher auch in dieser Rich^ tung die bunde.^räthl.che.. Vorschläge weit übertrieben. Jn Bern haben wir drei Amtswohnungen st^tt einer, in St. Gallen wenigstens zwei. und davon die eine mit 11, die andere mit 9 .^immern. Das find Uebextreibungen, die eben nichts anderes zur Folge haben, als enorme Gebäu^ lichkeiten mit ebenso enormen B^u^ und Unterhaltungskosten. Jn Kürze zusammengefaßt, ist also unser Urtheil über die bundesräthlichen Vorlagen einfach folgendes :

Die eigentlichen Diensträumlichkeiten sind sür die Verhältnisse, wie sie fich theils bereits gestaltet haben , theils voraussichtlich in nächster Zukunft gestalten werden , entschieden zu groß und könnten, ohne irgendwelche Beeinträchtigung w i r k l i c h e r Bedürfnisse, bede'u^end xedueirt werden. Daneben sind eine ganze Menge von Dingen mit in die Gebäude aufgenommen , die füglich weggelassen oder erheblich verringert .werden könnten; andere, wie namentlich die Restauration in Bern, di....

451 wix geradezu für ungehörig halten und darum schon p r i n z i p i e l l ausschließen würden. Es kann daher nicht befremden, wenn wir zum Schlusse unsere Anficht dahin aussprechen , daß auf die vorgelegten Pläne überhaupt gar nicht einzutreten, sondern vielmehr vom h. Bundesrathe zu verlangen sei, daß er, in Berücksichtigung der im Obigen angeführten Grundsätze und Ausstellungen, ganz neue, wesentlich einfachere und nur auf das eigentliche D i e n s t b e d ü r s n i ß berechnete Pläne ausarbeiten lasse. um solche dann in einer künftigen Sitzung wieder der Bundesversammlung vorzulegen. Wir sprechen dabei speziell den Wunsch aus, daß in jedem Posthause nicht mehr als eine Amtswohnung für den Posldienst, und zwar in bescheidenen Verhältnissen , angebracht werde. Da wir im Wesentlichen vollkommen uufere Anficht auch in dem ständeräthlichen Beschluß vom 17.

Juli ausgedrückt finden, so können wir uns füglich enthalten,. einen eigent.hümlichen Antrag zu stellen, und schlagen Jhnen demnach einfach vor, dem ständeräthlicheu Beschlösse ohne Abänderung beizutreten.

Mit Hochschätzuug.

Bern, den 23. Juli 1858.

L. Blanchenan.

Dr. J.

Heer, Berichterstatter.

J. H. Fierz.

  1. F Zürcher.

Beyer im Hos.

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der

ständeräthlichen Kommission über das eventuelle Zwangskonzessionsbegehren der französisch - schweizerischen Eisenbahngesellschaft gegen den h. Stand Bern für die Linie BielNeuenstadt.

(Vom 28. Juli 1858.)

Tit.l Um das Begehren, welches die französisch - schweizerische EisenbahnGesellschaft dermalen an die Bundesversammlung stellt, richtig zu würdigen, ist es nöthig, vorerst einen Bliet zu werfen auf die Verbandlungen, welche .bis dahin über die Erstellung einer Eisenbahnlinie von B i e l an die Gränze des Kantons N e u e n b u r g zwifchen der Regierung des Kantons B e x u und verschiedenen Eisenbahngefellschaften stattgefunden habeu.

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Bericht der Kommission des Nationalrathes, betreffend die Erstellung von Postgebäuden in Bern und St. Gallen. (Vom 23. Juli 1858.)

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13.09.1858

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