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Schweizerisches Bundesblatt.

45. Jahrgang. L

Nr. 11.

15. März 1893.

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Druck und Expedition der Buchdruckerei Karl Stämpfli & die. in Bern.

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Bericht des

Bundesrates an die Bundesversammlung über

seine Geschäftsführung im Jahre

1892

8, Geschäftskreis des Industrie- und Landwirtschaftsdepartements.

L Abteilung.

Industrie.

I. Industrie- und Gewerbewesen im allgemeinen.

Die Frage einer schweizerischen Gewerbegesetzgebung ist im Berichtsjahre urn einen Schritt gefördert worden ; wir verweisen auf unsere Botschaft vom 25. November (Bundesbl. V, 366) betreffend "Einführung d e s R e c h t s d e r - G e s e t z g e b u n g Ü b e r d a s Gewerbewesen" in die Bundesverfassung. Sie enthält auch die einschlägigen Vorkommnisse des Jahres 1892, weshalb wir hier darüber hinweggehen können.

Anschließend hieran sei bemerkt, daß die vom Nationalrate mit Schreiben vom 21. Juni uns ,,zu gutfindender Berücksichtigung" überwiesene Eingabe einer A b g e o r d n e t e n V e r s a m m l u n g s c h w e i zerischer U h r e n a r b e i t e r v e r b ä n d e (vom 20. Juni), welche die Einführung o b l i g a t o r i s c h e r S y n d i k a t e postuliert, von uns am.

Bundesblatt. 45. Jahrg. Bd. 1.

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618 12. Juli mit dem Hinweis beantwortet wurde, der Bundesrat werde zunächst eine Vorlage, die dem Bunde das Gesetzgebungsrecht auf dem Gebiete des Gewerbewesens durch Verfassungsrevisiou verschaffen solle, einbringen und gedenke, die Lösung, ob obligatorische Syndikate einzuführen seien, der eigentlichen Gesetzgebung vorzubehalten.

Aus demselben Grunde wurde ein Gesuch zurückgelegt, welches am 12. Dezember vom C e n t r a l k o m i t e e des C e n t r a l v e r b a n d e s der A r b e i t e r und A r b e i t e r i n n e n der Stickereiin d u s t rie in Lachen-Vonwil eingereicht wurde und im Auftrage einer Generalversammlung vom 11. September verlangt, daß in einem schweizerischen Gewerbegesetz die obligatorischen Berufsgenossenschaften zu berücksichtigen seien.

Mit Eingabe vom 10. Juni unterbreitete das C e n t r a l k o m i t e e des Verbandes der Bleicherei- und Appreturarbeiter der O s t s e h w e i z namens einer am 6. Juni abgehaltenen Versammlung uns den Wunsch, ,,daß die Frage der S c h a f f u n g von B e r u f s s e k r e t a r i a t e n bei der Beratung über die Berufsgenossenschaften zugleich in den Bereich der Diskussion gezogen werden mögea; aus der Begründung war zu ersehen, daß es sich besonders auch um die Gründung und Subventionierung von Sekretariaten der einzelnen Fabrikarbeiterberufsgruppen handelte. Wir gaben am 5. Juli folgende Antwort, welche wir mit Rücksicht auf die Natur der Sache vollständig mitteilen : Das Begehren der Bleicherei- und Appreturarbeiter ist zunächst von der allgemeinen Seite, im Zusammenhang mit schwebenden Fragen verwandter Natur ins Auge zu fassen. Vor allem kommt hierbei in Betracht das Problem der Organisation der Angehörigen eines und desselben Berufes unter Mitwirkung des Staates.; es ist bekanntlich eine -viel umstrittene Frage, ob, eventuell wie (obligatorische oder fakultative Berufsgenossenschaften, Mitwirkung der Arbeitgeber einer-, der Arbeitnehmer andererseits etc.) dieses Verhältnis durch Bundesgesetzgebung zu ordnen sei, und die Angelegenheit ist in dem Sinne vor den Bundesbehörden anhängig, daß zunächst eine Revision der Bundesverfassung vorbereitet wird, um dem Bunde das Recht der Gesetzgebung über die das Gewerbewesen (im weitesten Sinne verstanden) berührenden Verhältnisse zu sichern, daß aber einstweilen über die von der Gesetzgebung selbst hernach zu lösenden Fragen, zu welchen unter andern eben auch diejenige der Berufsorganisation gehört, nichts präjudiziert werden will. Von diesem Standpunkte aus wäre es verfrüht und nicht im Interesse einer spätem einheitlichen, rationellen- Regelung liegend, wenn durch Berücksichtigung des Gesuches der Bleicherei- und Appreturarbeiter der Bund in Bezug auf die

619 Gründung von Berufssekretariaten und die damit im engsten Zusammenhang stehende Organisation der Fabrikarbeiter bestimmte Thatsachen schaffen würde.

Im weitern ist in Betracht zu ziehen, daß der Bund nicht einseitig die eine Interessenvertretung der Fabrikarbeiter fördern oder gerndezu provozieren darf, wenn auch anzunehmen ist, daß die vorliegende Petition bestgemeinten Absichten entspringt. Es ist selbstverständliche Pflicht der Behörden, auch in die Bestrebungen der wirtschaftlichen Parteien unseres Landes nur o b j e k t i v einzugreifen ; die Organisation des einen Teils kann nicht unterstützt werden, ohne daß der Vertretung des andern nicht ebenfalls volle Aufmerksamkeit gewidmet werde. Diese Frage in ihrer Gesamtheit kommt aber, wie oben angeführt wurde, erst später zum Austrage.

Inzwischen dürfte das schweizerische Arbeitersekretariat, dessen Bestehen der Bund durch seine Beiträge ebenso gut ermöglich!, wie dasjenige ähnlicher Institutionen von Vereinigungen der Arbeitgeber, die berufene Stelle sein und hinreichen, um einen wichtigen Teil der den Berufssekretariaten zugedachten Aufgabe zu besorgen ; § 2 seines Reglements vom 11. April 1887 bestimmt unter anderm : ,,Insbesondere beschäftigt er (der Arbeitersekretär) sich mit Erhebungen über schweizerische Arbeiterverhältnisse und mit socialen Studien'1 etc. Als Zwischenorgane dienen ihm die Spitzen derjenigen zahlreichen Vereinigungen (Arbeitervereine, Gewerkschaften, Krankenkassen etc.), welche den schweizerischen Arkeiterbund bilden, so daß der vorgesehenen Mitwirkung der Berufssekretariate nicht eine zu große Wichtigkeit beigemessen werden darf, abgesehen davon, daß man sich fragen muß, ob der Apparat durch das Hineingreifen von Organen, welche nicht, ohne weiteres in den Rahmen des Arbeiterbundes hineinpassen, in seinen Funktionen nicht beeinträchtigt würde. Zweck des Arbeitersekretariats ist ja allerdings nicht, die verschiedenen Arbeiterberufsgruppen zu organisieren, und in dieser Hinsicht können die Gesuchsteller nicht auf jenes verwiesen werden.

Endlich ist zu bemerken, daß das vorliegende Begehren solche Konsequenzen in sooialpolitischer und finanzieller Hinsicht nach sieh zieht, daß es schon deshalb in der nächsten Zeit kaum erledigt werden könnte. Keineswegs nämlich würde es mit einer Organisation der darin genannten vier Kategorien von Fabrikarbeitern sein Bewenden haben, sondern die Unterstützung des Bundes müßte mit dem gleichen Rechte auch den Berufsgruppen der übrigen Fabrikarbeiter, sowie der die große Mehrheit bildenden Nichtfabrikarbeiter (in der Landwirtschaft, im Handwerk und Gewerbe, im häuslichen Dienst etc.) zugewendet werden. Ist es schon eine große Frage, ob der Bund principiell gut daran thäte, die Kosten für die Vertretung

620 der Berufsgruppen in Sekretariaten zu übernehmen, so ist jedenfalls der erste Schritt, der zu so weitgreifenden und noch unabgeklärten Änderungen und zu sehr bedeutenden Auslagen führen würde, doppelt zu bedenken.

Der Bundesrat bedauert daher, aus den angegebenen Gründen zur Zeit "m «das Begehren des erwähnten Centralkomitees nicht eintreten zu können.

In der Angelegenheit betreffend die M o n o p o l i s i e r u n g der W a s s e r k r ä f t e (siehe letztjährigen Bericht) richtete das Industriedepartement am 17. Februar einen Bericht an den Bundesrat, worin es erklärte, daß es der ablehnenden Haltung der Kantone und den von ihnen vertretenen Gründen keine Argumente entgegenzustellen wüßte, welche einen dennoch zu unternehmenden Versuch der Monopolisierung hinreichend rechtfertigen würden ; damit sei für das Departement die Monopolfrage, soweit es bei ihr beteiligt, vorläufigerledigt; für eine eventuelle bundesgesetzliche Regelung verschiedener einschlägiger Fragen kommen vorwiegend technische und rechtliche Verhältnisse in Betracht, so daß die Berichterstattung in dieser Angelegenheit künftig an anderer Stelle zu suchen sein wird.

Mit Eingabe vom 26. Februar richteten der C e n t r a l v e r b a n d d e r A r b e i t e r u n d A r b e i t e r i n n e n d e r Stickereiindustrie und der V e r b a n d st. g a l l i s c h e r G r ü t l i - und A r b e i t e r v e r e i n e an den Bundesrat das Gesuch, er möchte mit denjenigen Industriestaaten, in denen die Stickerei in größerem Maßstab betrieben wird, insbesondere also mit Deutschland und Österreich, Verhandlungen zur Anbahnpng eines I n d u s t r i e v e r t r a g e s betreffend R e g e l u n g e i n z e l n e r P r o d u k t i o n s v e r h ä l t n i s s e einleiten. Als notwendigen Inhalt dieser Verhandlungen bezeichneten die Petenten die Regulierung der Arbeitszeit und die Feststellung eines Minimallohnes. Das Centralkomitee des o s t s c h w e i z e r i s c h e n S t i c k e r e i v e r b a n d e s unterstützte mit Eingabe vom 8. Mai die Anregung mit Bezug auf den ersten Punkt ; betreffend den zweiten riet es, aus Opportunitätsgründen vorläufig davon abzusehen.

Wir ließen über die Angelegenheit durch das Fabrikinspektorat ein Gutachten abgeben und durch die schweizerischen Gesandtschaften in Berlin und Wien vertrauliche Erkundigungen einziehen.

Aus letztern ergab sich als wichtigstes, beziehungsweise ausschlaggebendes Resultat, daß offizielle Schritte in dem angeregten Sinne ganz aussichtslos gewesen wären und daher unterlassen werden mußten, wollte man sich nicht einer sichern Abweisung aussetzen.

Wir erhielten den bestimmten Eindruck, man wolle auswärts weder einem industriellen Stickereiring Vorschub leisten, noch die Vorteile,

621 welche die dortige Industrie gegenüber der schweizerischen besitzt oder erstrebt, preisgeben. Überdies hatten wir und das Fabrikinspektorat von vornherein große Bedenken über die Ausführbarkeit eines eventuellen Vertrages, denn wenn es im eigenen Lande nicht gelingt, ein treues, ehrliches Festhalten an vereinbarten Bestimmungen zu erzielen, so wird es auf internationalem Gebiet, zumal bei dem Fehlen einheitlicher Kontrolle -- eine solche würde sich wohl kein Staat gefallen lassen -- noch weniger möglich sein, indem eine noch so strenge Staatspolizei nie alle Schliche des illoyalen Konkurrenzkampfes zu beseitigen vermag. Aus den angedeuteten Gründen mußten wir daher den Gesuchstellern antworten, daß wir außer stände seien, ihrem Begehren weitere Folge zu geben (26. Juli).

Namens der M a i f e i e r - C e n t r a l k o m i t é e s des schweizerischen Gewerkschaftsbundes, des schweizerischen Grütlivereins und der socialdemokratischen Partei der Schweiz übermittelte Redaktor Ä. S t e c k mit Schreiben vom 17. Mai P e t i t i o n e n von 46 Volksversammlungen (Gesamtzahl der Teilnehmer cirka 36,0003 dem Bundesrate zu Händen der Bundesversammlung. Die Petitionen sind alle gedruckt und identisch; nur eine einzige (von K ü 11 i g e n) enthält einen besondern Zusatz betreffend Förderung d e s U n t e r r i c h t s f ü r d e n A r b e i t e r s t a n d . D i e Begehren lauten, es seien ,,auf dem Wege der Gesetzgebung, soweit möglich, die nötigen Maßnahmen"1 zu treffen : 1. ,,Für Verkürzung der Arbeitszeit bis auf 8 Stunden, in allen Berufsarten, besondere, zwingend entgegenstehende Verhältnisse vorbehalten ; 2. für Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und Verhütung ihrer ökonomischen Folgen für die besitzlose Arbeiterklasse; 3. für gesetzliche Förderung der gewerkschaftlichen Arbeiterorganisation ; 4. für wirksamen Schutz der Vereinsfreiheit der im Dienste von Unternehmern jeder Art stehenden Lohnarbeiter und Lohnarbeiterinnen ; 5. für Wiederaufhebung der in den letzten Jahren eingeführten politischen Polizei.tt Außerdem liegt von einer Versammlung in S o l o t h u r n eine gedruckte Resolution vor, des Inhalts : 1. ,,Mit allen gesetzlich zu Gebot stehenden Mitteln dahin zu wirken, daß die Arbeitszeit in allen Berufsarten, besondere Verhältnisse vorbehalten, in stufenweisem Vorgehen bis auf höchstens acht Stunden täglich abgekürzt werde;

622 2. zu diesem Zwecke insbesondere die Organisation der Lohnarbeiterschaft aller Berufszweige und deren sociale Reformbestrebungen aus allen Kräften zu fördern und zu unterstützen; 3. in diesen Bestrebungen sich mit der Arbeiterschaft aller Länder solidarisch zu erklären und den hieraus entspringenden internationalen Verpflichtungen jeweilen nach besten Kräften freudig gerecht zu werden."

Besondere Eingaben mit abweichendem Text erfolgten seitens der Volksversammlungen in S i e b n e n und V e v e y .

Mit Schreiben vom 31. Mai hat der N a t i o n a l r a t die Akten dem Bundesrate ,,aum Vorbericht"1 Überwiesen; das berichterstattende Departement nahm davon die nötige Vormerkung und übermittelte sie nachher auftragsgemäß dem Justiz- und Polizeidepartement.

Das erstere wird, soweit an ihm, die angedeuteten Postulate behandeln : teils bei der Berichterstattung über diejenigen Fragen (Motion Comtesse vom 9. April 1891 betreffend Lohnzahlung; Verkürzung des Maximalarbeitstages; Verbot der Arbeit verheirateter Frauen; Ausdehnung des Fabrikinspektorats), welche den Gegenstand seines Kreisschreibens vom 30. Juli 1891 (Bundesbl. IV, 81) bildeten; sie konnte noch nicht vorgenommen werden, weil, trotz Mahnung, wichtige Begutachtungen, wie z. B. diejenige des schweizerischen Arbeiterbundes, noch ausstehen ; teils bei der in Aussicht stehenden Anhandnahme einer schweizerischen Gewerbegesetzgebung (siehe die eingangs erwähnte Botschaft vom 25. November 1892); teils je nachdem der Gegenstand durch näheres Studium und die weitere Entwicklung der Dinge spruchreif geworden sein wird.

II. Bundesgesetz betreffend die Arbeit in den Fabriken.

  1. Unterstellung unter das Gesetz.

Im Jahre 1892 das Verzeichnis der im I. Kreise ,, II. ,, ,,IH. ,, Total

wurden dem Gesetze Fabriken eingetragen : 111 Etablissements mit 171 ,, 114 ,, ,,

u n t e r s t e l l t und in 1321 Arbeitern 2569 ,, 1369 ,,

396 Etablissements mit 5259 Arbeitern

623 Vom genannten Verzeichnis wurden g e s t r i c h e n : im I. Kreise 71 Etablissements mit 1087 Arbeitern ,, II. ,, 37 ,, 579 ,, ,, m.

,, 69 ,, ,, 953 ,, Total 177 Etablissements mit 2619 Arbeitern Der Z u w a c h s beträgt somit : im I. Kreise 40 Etablissements « II. ,, 134 ,, III. ,, 45 ,, Total 219 Etablissements

mit 234 Arbeitern ,, 1990 ,, ,, 416 ,, mit 26AO Arbeitern

Auf Ende Dezember 1892 waren dem Fabrikgesetze 4606 Etablissements unterstellt. Wir unterlassen es, die in frühem Jahren beigefügte A r b e i t e r z a h l der letztern anzugeben, weil sie, je mehr man sich von ihrer ursprünglichen Aufnahme (1888) entfernt, naturgemäß um so ungenauer wird und den thatsächlichen Verhältnissen schließlich keineswegs mehr entspricht.

Im Berichtsjahre wurden 11 R e k u r s e gegen die erfolgte Unterstellung unter das Gesetz erledigt, davon 5 gutgeheißen, 6 abgewiesen. Was die erstem betrifft, so mag bemerkt werden, daß die für Unterstellung sprechenden Betriebsverhältnisse zuweilen sich rasch ändern. Besonderes Interesse bieten im übrigen diese Rekursentscheidungen nicht.

D i e Frage, o b S ä g e r e i e n m i t w e n i g e r a l s 6 A r b e i t e r n und M e t z g e r e i e n dem Fabrikgesetze zu unterstellen seien, wurde vom Departement auf Grund einer Untersuchung des Fabrikinspektorats in folgender Weise entschieden (30. März): a. Sägereien sollten an und für sich wie die Mühlen behandelt, also, sobald sie mehr als zwei Arbeiter beschäftigen, dem Gesetz unterstellt werden; nachdem aber schon die Unterstellung von Sägereien mit mehr als fünf Arbeitern auf ganz bedeutende Schwierigkeiten gestoßen, ist einstweilen aus praktischen Gründen von der Ausdehnung des Gesetzes abzusehen und die Angelegenheit zu späterer Beratung zurückzulegen.

b. Auch größere Metzgereien, welche Motoren verwenden, gehen gewöhnlich nicht über den handwerksmäßigen Betrieb hinaus.

Neben dem Verkauf von Fleisch an die Kundsame wird die Erstellung von Wurstwaren als Nebenfabrikation und meist für den eigenen Verkaufsladen betrieben. Die Arbeiter sind während eines kleinern Teiles der Arbeitszeit in den Arbeitsräumen des Hauses

624 beschäftigt. Die Arbeitszeit ist nirgends eine zu lange, aber zufolge der Natur des Betriebes eine höchst unregelmäßige und je nach der Jahreszeit etc. verschiedene; jedenfalls wäre es unmöglich, sie innerhalb der durch Art. 11 des Gesetzes festgesetzten Schranken zu regeln. Von der Unterstellung der Metzgereien, wirklich fabrikmäßige Betriebe ausgenommen, ist daher abzusehen.

In einem Specialfalle bestätigte das Departement den Satz, d a ß d i e F a m i l i e n 'a n g e h ö r i g e n d e r F i r m a i n h a b e r (abgesehen von den letztern selbst) in die Arbeiterzahl einzurechnen seien und daß nur, wo diese ausschließlich aus Familienangehörigen der Unternehmer sich zusammensetze, von Unterstellung in der Regel nicht die Rede sei (26. Januar).

Eine Kantonsregierung hatte dem Fabrikgesetz, offenbar in irrtümlicher Auffassung, 11 B a u g e s c h ä f t e und S t e i n b r ü c h e unterstellt. Da diese Betriebe nicht unter jenes Gesetz, sondern unter das erweiterte Haftpflichtgesetz fallen, sah sich das Departement veranlaßt, von sich aus jenen Beschluß aufzuheben (29. Oktober). Wir führen dieses Vorkommnis deshalb an, weil es zeigt, wie unklare Begriffe in solchen Dingen selbst in den berufensten · Kreisen noch herrschen.

2. Nacht-, Sonntags- und HUIfsarbeit.

Unter den durch das Gesetz und die jeweiligen Verhältnisse gebotenen Bedingungen wurde, nach vorangegangener Begutachtung durch Kantonsregierung und Fabrikinspektor, bewilligt: a. Nachtarbeit (Art. 13 des Gesetzes).

6 Holzsägereien, 3 Ziegeleien, l Ofenfabrik, l Cementfabrik, l chemischen Fabrik (für Herstellung eines neuen Farbstoffes), l Seidenfärberei (für die Arbeiten in der Zinnbeizerei), l Fabrik künstlicher Seide, l Elektricitätswerk, l Schlosserei (beschränkte Nachtarbeit für Überwachung des Ausglühens), l Uhrfederfabrik (einmal wöchentlich 3^2 Stunden für das Härten), l Möbelfabrik (für den Betrieb der Dampftrockenanlage), l Buchdruckerei (zweimal wöchentlich je Va Stunde), 2 Waschanstalten (einmal wöchentlich l bis 2 Stunden).

b. Nacht- und Sonntagsarbeit (Art. 13 und 14 des Gesetzes).

6 Ziegeleien, l Cementfabrik, 2 Gasfabriken, 2 Aluminiumfabriken, l Elektricitätswerk, l Aecumulatorenfabrik, l Eisfabrik, l Preßhefefabrik.

625 c. Hülfsarbeit (Art 12 des Gesetzes).

l Stückfärberei für das Bereiten der Bäder, l Stunde vor Beginn der eigentlichen Arbeitszeit; l Seidenfärberei für das Dichthalten der Dampf- und Flüssigkeitsleitungen, das Reinigen und Anstreichen der Mauern, Decken und eisernen Dächer; 1 Druckerei für das Anwärmen der Dämpfestanden, die Bedienung der Trockencylinder in der Bleicherei und Appretur und die Zubereitung der Ätzfarben für den Perrotinendruck ; l Essigfabrik für die Funktionen des Heizers während l Stunde an Vorabenden von Sonn- und Festtagen.

A b g e w i e s e n wurden die Gesuche einer Liqueurfabrik betreffend Nachtarbeit; einer Ziegelei betreffend das Ausziehen der gebrannten Ware am Sonntag vormittag; einer Maschinenfabrik betreffend Behandlung des Gießens als Hulfsarbeit; einer chemischen Fabrik betreffend Nachtarbeit für die Fabrikation von ^salpetersaurem Eisen" ; einer Konservenfabrik betreffend Verwendung von jungen Leuten unter 18 Jahren und von Frauenspersonen zur Nacht- und Sonntagsarbeit; einer Sägerei betreffend schichtenweises Arbeiten von 4 Uhr morgens bis 10 Uhr abends (1. Schicht: 4 Uhr bis 4 Uhr, 2. Schicht: 10 Uhr bis 10 Uhr); zweier Ziegeleien betreffend schichtenweises Arbeiten während 12 bis 13 Stunden täglich.

Die im letzten Geschäftsbericht erwähnte R e v i s i o n der bisher erteilten Bewilligungen für Nacht- und Sonntagsarbeit ist im Jahre 1892 zu Ende geführt worden. Deren Resultat ist vorab im B u n d e s r a t s b e S c h l u ß vom 14. Januar Ib93 betreffend Nac h tund S o n n t a g s a r b e i t in F a b r i k e n (A. S. n. F. XIII, 259) enthalten ; ferner verweisen wir auf das in dieser Angelegenheit vom berichterstattenden Departement am 14. Januar 1893 erlassene Kreisschreiben an die Kantonsregierungen (Bundesbl. I, 115).

Als dahingefallen wurden aus verschiedenen Gründen erklärt die früher erteilten Bewilligungen für Nacht- bezw. Sonntagsarbeit in 2 Tüllwebereien, 2 Tabakfabriken, 2 Kotfärbereien, je l Seidenappretur, Kunstwollfabrik, Chokoladefabrik, Buchdruckerei, Firnisund Lackfabrik.

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3. Fabrikinspektorat.

Zum A d j u n k t e n beim Fabrikinspektor des II. Kreises in Lausanne haben wir am 1. März ernannt Herrn E d o u a r d C u e n o u d von Villette, Werkführer im Hause Probst, Chappuis & Wolf in : Bern.

Die Z a h l der Fabrikinspektionen betrug: im I. Kreise 1983 ,, II.

,, 1408 ,, III.

,, 1889 Zusammen 5280, 763 mehr als im Vorjahre; die Gesamtzahl der dem Gesetz unter.stellten Geschäfte betrug, wie oben angegeben wurde, 4606.

Eine kantonale Erziehuogsdirektion beklagte sich, daß in verschiedenen Fabriken einer Landesgegend s c h u l p f l i c h t i g e K i n d e r zur Arbeit verwendet und dadurch vom Schulbesuche ferngehalten würden, und verlangte, daß die e i d g e n ö s s i s c h e n F a b r i k i n s p e k t o r e n beauftragt würden, bezüglich der schulpflichtigen Kinder eine genaue Kontrolle über die Fabriken auszuüben.

Das Departement antwortete, daß die Durchführung des Bundesgesetzes betreffend die Arbeit in den Fabriken gemäß seinem Art. 11 den Kantonsregierungen obliege und daß somit die beständige Überwachung der diesem unterstellten Betriebe Aufgabe der kantonalen, Bezirks- und Gemeindeorgane sei; diese seien es auch im vorliegenden Falle, welche das Wesentlichste zur Beseitigung der bezeichneten Übelstände beitragen sollen und am ehesten können <4. Februar).

Mit Schreiben vom 12. Januar übermittelte der Regierungsrat des Kantons Solothurn dem Bundesrat in empfehlendem Sinne eine von Notar Châtelain in Biel verfaßte und von fünf Firmen der Uhrenfabrikation unterzeichnete Eingabe, d. d. 16. Dezember 1891, dahingehend, es möchten die U h r e n f a b r i k a n t e n des K a n t o n s S o l o t h u r n der nämlichen F a b r i k i n s p e k t i o n unterworfen werden, wie diejenigen des zweiten Inspektionskreises (welsche Schweiz).

Wir haben aus folgenden Gründen beschlossen, dem Gesuch keine Folge zu geben : Der Bundesrat hält den Gesichtspunkt, daß es wünschenswert sei, die Fabrikanten ein und derselben Branche e i n e m Fabrikinspektor zu unterstellen, nicht für eiaen richtigen.

Es liegt im Gegenteil im Interesse der Inspektion, wenn deren Träger die industriellen Verhältnisse der Schweiz möglichst allseitig

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kennen und sich so einen weiten Blick wahren. Eine sehr zutreffende Analogie zur Uhrenindustrie der Westschweiz bildet zum Beispiel ·die Stickereiindustrie der Ostschweiz; diese liegt aber ebenfalls in zwei Inspektionskreisen, indem St. Gallen zum L, Thurgau und Appenzell zum III. gehören. Auch dort hat man absichtlich diese Einteilung gewählt, damit zwei Inspektoren mit dieser wichtigen Industrie vertraut würden, sich gegenseitig ergänzen und für die Regelung der einschlägigen Verhältnisse ihre Gutachlen abgeben könnten, welche offenbar maßgebender sind, als wenn sie nur von ·einer Person ausgehen würden. Übelstände haben sich aus dieser Einrichtung, soviel'dem Bundesrate bekannt ist, nie ergeben, und es ist auch nicht einzusehen, daß das genannte. System solche bei der Uhrenindustrie zur Folge haben sollte. Die Gesuchsteller geben auch keine an, indem sie sich nur in einer mehr allgemeinen Ausdrucksweise bewegen. Da die Fabrikinspektiou ganz einheitlich organisiert ist, die Inspektoren in beständiger Fühlung unter sich sind und für alle mit der Ausführung;o des Gesetzes zusammenhängenden o Fragen bindende Instruktionen der Bundesbehörde haben, ist in der That nicht anzunehmen, daß in den einzelnen Kreisen Ungleichheiten nennenswerter Natur bestehen sollten.

Auch die Gründung eines eigenen Kreises für die Uhrenindustrie ·erscheint nicht als praktisch. Es würde sich nämlich nicht nur um die Kantone der Westschweiz handeln, da die Industrie z. B.

.auch in den Kantonen Luzern, Aargau, Thurgau, Baselland, Schnffhausen etc. zu Hause ist. Der Verkehr der kantonalen Behörden mit verschiedenen Inspektoren würde so ein mit sehr unliebsamen Komplikationen verbundener, und die Kosten des gewünschten Systems würden gegenüber dem bestehenden bedeutend größer sein, ohne einen erheblichen Nutzen zur Folge zu haben.

Ferner kommt hinzu, daß, wenn einmal hei der Uhrenindustrie angefangen worden wäre, es auch andern größern Industriezweigen einfallen könnte, ein und dieselbe Inspektion zu verlangen. Würde man konsequenterweise dies bewilligen, so wäre die Folge eine vollständige Desorganisierung des Fabrikinspektorats, das sich doch sehr bewährt hat.

Zum mindesten aber hindert der Umstand, daß die Uhrenfabrikanten zwei Kreisen angehören, jene in keiner Weise, zur Wahrung ihrer Berufsinteressen sich zu Syndikaten zu verbinden, nur haben die Gesuchsteller nicht zu übersehen, daß die Vollziehung des Fabrikgesetzes als solche mit diesen Syndikaten nichts zu thun hat (16. Februar).

628 4. Verschiedenes.

Eine Beschwerde der Schifflistickerei Gantenbein & Cie. in Grabs, welche die Aufnahme von Bestimmungen betreffend Arbeitsverbot bei K o n k u r r e n t e n und Schiedsgericht in die F a b r i k o r d n u n g geschützt wissen wollte, wurde von uns abgewiesen (10. Mai; Begründung siehe Bundesbl. II, 116).

Von der zuständigen Kantonsregierung hatte eine Waffenfabrik die durch die schweizerische Neubewaffnung bedingte ausnahmsweise Bewilligung erhalten, während des größeren Teils des Jahres täglich l--2 Stunden Ü b e r z e i t arbeiten zu lassen. Hierzu wurden auch A r b e i t e r von 16 --18 J a h r e n verwendet, was von der Regierung beanstandet wurde. Die Fabrik verlangte hierüber den Entscheid des Departements, welcher dahin ging: In dem vorliegenden Falle handelt es sich urn eine Bewilligung, welche durch außerordentliche Umstände allerdings gerechtfertigt erscheint, aber wegen ihrer langen Dauer den Charakter der sonst üblichen sogenannten Überzeitbewilligungen, wie sie Art. 11, Absatz 4, vorsieht, unbedingt nicht hat. Es liegt ein Verhältnis vor, welches eine genaue Analogie im Gesetze nicht findet, und so ist denn auch kein Hindernis vorhanden, betreffend die Verwendung von Personen unter 18 Jahren eine einschränkende Bedingung zu stellen, wenn dies, schon mit Rücksicht auf die vom Gesetz verfolgte allgemeine Tendenz des Arbeiterschutzes, von der betreffenden Kantonsregierung als zweckmäßig erachtet wird (7. Mai).

Mit Schreiben vom 28. Juni 1892 beschwerte sich ein Hutfabrikant über ein S t r a f u r t e i l des k a n t o n a l e n O b e r g e r i c h t s vom 27. April 1891, betreffend Übertretung von Art. 3 des Fabrikgesetzes und beharrliche Renitenz gegen Anweisungen der Aufsichtsbehörden. Wir traten auf die Beschwerde schon deshalb nicht ein, weil sie erst 14 M o n a t e nach Erlaß des angefochtenen Urteils eingereicht wurde und das Verhalten des Klägers; überhaupt als ein trölerhaftes erschien (12. Juli).

Veröffentlicht wurden die ,, B e r i c h t e d e r s c h w e i z e r i s c h e n F a b r i k i n s p e k t o r e n über ihre Amtsthätigkeit in den "Jahren 1890 und 1891". Der Vollzug des Gesetzes kann im ganzen genommen als ein guter bezeichnet werden, wenn auch da und dort noch sonderbare Auffassungen vorkommen, wie folgendes Beispiel zeigt : Den Rapport des Fabrikinspektors, in welchem Ü b e r t r e t u n g e n v o n Art. 16 (Kinderarbeit) des Gesetzes zur Bestrafung angezeigt wurden, beantwortete die Polizeidirektion eines Kantons, welcher allerdings nur 11 unterstellte Fabriken zählt, dahin:

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^Bezüglich dem Kapitel : Arbeit Minderjähriger haben wir dem eidgenössischen Departemeute auseinandergesetzt, daß wir unmöglich streng verfahren können. Einmal kann nachgewiesen werden, daß die Fabriklokalitäten für sie gesünder sind, als die familiäre Wohnung, daß sie nicht streng zur Arbeit angehalten werden, daß ihnen genügendere und bessere Kost,in Aussicht steht, wenn sie auf diese Weise etwas verdienen können, als wenn sie nutzlos daheim bleiben oder gar auf Gassen und Straßen umhersehlendern müssen. Der trockene Buchstabe d i e s e r gesetzliehen Bestimmungen steht mit hervvärtigen bezüglichen Verhältnissen in gewisser Beziehung in .striktem Widerspruch.

Man sollte denn doch auch mit den Verhältnissen rechnen und auf die gegenwärtige traurige und nachhaltige Krisis Rücksicht .nehmen dürfen.

Wir bitten Sie, uns aber verstehen zu wollen : Wir befürworten bei den Arbeitgebern die Zulassung Minderjähriger nicht, wo solches ·aber dennoch vorkommt, können wir nach unserer Überzeugung unmöglich die Strenge des Gesetzes anwenden."

Auf die Beschwerde des Inspektors hin wandte sich das berichterstattende Departement an die betreffende Kantonsregierung, indem es ihr die nötigen Weisungen gab und im wesentlichen bemerkte : ,,Wir können Ihnen nicht verhehlen, daß wir ein solches Verhalten von einer kantonalen Behörde, welcher die Vollziehung des ·erwähnten Gesetzes obliegt, nicht erwartet hätten, und es auf das Schärfste mißbilligen, denn das Verbot, Kinder unter 14 Jahren in den Fabriken zu verwenden, ist ein absolutes und eine derjenigen Bestimmungen des Gesetzes, welche, soweit an uns, von jeher unnachsichtlich durchgeführt worden ist; einsichtige Behörden und Bürger schätzen übrigens das Kinderverbot als eine der segensreichsten und wichtigsten Vorschriften unserer Gesetzgebung, während die Ausführungen Ihrer Polizeidirektion als gänzlich verfehlte bezeichnet werden müssen" (8p Oktober). Abhülfe wurde von der Regierung am 18. Oktober versprochen.

Noch unerledigt, beziehungsweise wieder beim Nationalrate anhängig ist unser Bericht vom 3. Juni 1891.

Der S t ä n d e r a t beschloß am 9. Juni 1892: ,,I. Der Ständerat nimmt Akt von dem Berichte des Bundesrates, d. d. 3. Juni 1891, betreffend a. den Bundesratsbeschluß vom 3. Juni 1891 ( M o t i o n C o m t e s s e und Genossen); b. die M o t i o n C o r n a z , vom 17. Juni 1889; c. den Bundesratsbesehluß vom -S.Juni 1891 über die H ü J f s a r b e i t e n in den F a b r i k e n ;

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d. die Anordnung bezüglich Mitteilung der wegen Ü b e r t r e t u n g des F a b r i k g e s e t z e s e r g a n g e n e n E n t s c h e i d e an die Fabrikinspektoren zu Händen des Bundesrates. -- II. Der Bundesrat wird eingeladen, zu prüfen und darüber zu berichten, ob auf eine Revision von Art. 31 der Bundesverfassung einzutreten sei, und im Falle der Bejahung, in welchem Sinne."

III. Zündhölzchen.

Im Auftrage des referierenden Departements erstattete Herr P r o f . Dr. R ö s s e l in Bern am 25. Mai einen B e r i c h t betreffend die Einführung des Zündhölzchenmonopols in der Schweiz, welcher der ständerätlichen Kommission übermittelt wurde (s. Botschaft vom 20. November 1891).

Um in gewissen Richtungen über die Frage der Einfuhrungdes Zündhölzchenmonopols noch mehr Klarheit zu schaffen, hat das Departement, auf Wunsch der genannten Kommission, folgende Experten berufen : die Herren Fabrikinspektor Dr. S c h u l e r , Mollis, Fabrikinspektor Ça m p i c h e , Lausanne, Fabrikinspektor R a u s c hen ba ch , Schaffhausen, Prof. Dr. L u n g e , Zürich, Prof. Dr. R ö s s e l , Bern, und ihnen einige specielle F r a g e n zur Begutachtung vorgelegt.

Deren Beantwortung wurde der Kommission mündlich erteilt und auch gedruckt zugestellt.

Dus Traktandum wurde im Berichtsjahre nur vom S t ä n d e rat behandelt (s. dessen Beschluß vom 14. Dezember).

IV. Bundesgesetze betreffend die Haftpflicht ans Fabrikbetrieb und betreifend deren Ausdehnung.

Nach Maßgabe von Art. 14 betreffend die H a f t p f l i c h t a u s Fabrikbetrieb wurde für 5 Fabriken die nachträgliche Unterstellung unter das Fabrikgesetz;, bezw. die Anwendbarkeit der Haftpflichtgesetzgebung auf vorgekommene Unfälle ausgesprochen.

Nach Maßgabe von Art. 10 des Bundesgesetzes betreffend die A u s d e h n u n g d e r H a f t p f l i c h t wurde d i e Anwendbarkeit der Haftpflichtgesetzgebung ausgesprochen für 5 Unternehmungen,, verneint für 4.

631 In einigen dieser Fälle war die in Art. l, Ziff. 2, des letzterwähnten Gesetzes als Requisit aufgestellte d u r c h s c h n i t t l i c h e A r b e i t e r z a h ! (,,während der Betriebszeit durchschnittlich mehr als 5") zweifelhaft; als Grundsatz wurde von uns angenommen, daß zur Ermittelung jener Durchschnittszahl die Zalil der geleisteten Arbeitstage dividiert werde durch die Zahl der Tage, an welchen wirklich gearbeitet wurde (14. Oktober, 11. November)., Analog, wie bei Unterstellungen unter die Fabrikhaftpflicht verfahren wird, setzten wir in einem Specialfall betreffend die erweiterte Haftpflicht fest, daß F a m i l i e h g l i e d e r , welche beim Geschäft nicht als Firmainhaber beteiligt sind, als Arbeiter zu rechnen seien (15. März).

Die Verhältnisse bei einer der erweiterten Haftpflicht zu unterstellenden W u h r u n t e r n e h m u n g veranlaßten uns, u. a. folgendes zu statuieren :.

Pächter St. bezahlt seinen Pachtzins teils in Geld, teils in.

N a t u r a l l e i s t u n g e n ; letztere bestehen z. T. in Arbeiten (Fuhrungen etc.) für die genannte Wuhrunternehmung. Die von ihm für letztere verrichteten Arbeiten werden nun ebensogut gegen Entgelt geleistet, wie z. B. von einem Mieter, der, ohne vertraglich gezwungen zu sein, den schuldigen Hauszins abverdient. Wer aberunselbständig gegen Entgelt -- bestehe dieses nun in einer Barzahlung oder in Abschreibung einer Schuld -- im Dienste eines andern arbeitet, muß zu den Arbeitern gezählt werden; der Pächter und sein Personal wird demnach bei der Ermittelung der Arbeiterzahl jenes Unternehmens mitgerechnet.

Wenn ferner, was die N e b e n a r b e i t e n des Wuhrbaues be-trifft, in Art. l, Ziff. 2, litt, a, des erweiterten Haftpflichtgesetzes die unter die Haftpflicht fallenden Nebenarbeiten des Baugewerbes besonders bezeichnet sind, in litt, d die beim Wasserbau vorkommenden dagegen nicht, so liegt der Grund darin, daß beim ersteren Gewerbe eine ganze Menge dieser Nebenarbeiten, wie z. B.

die Bedachung durch den Spengler, das Anschlagen der Thüren durch den Schlosser etc., Leistungen von Angehörigen ganz anderer Berufsarten sind ; beim Wasserbau sind dagegen die verschiedenenArbeiten, wie das Herbeischaffen der Faschinen, das Versenkeu und Festmachen zwischen Pfählen oder Steinen, in unverkennbarem notwendigem Zusammenhang, sie sind untrennbare Teile eines Ganzen, selbst die Gefahren sind für sämtliche Verrichtungen beinahe dieselben, somit sind sämtliche Arbeiter am Wuhrbau mitzuzählen.

Als B e t r i e b s z e i t kann endlich nur diejenige Zeit in Betracht fallen, in welcher der Betrieb wirklieh stattfindet, nicht,

32 aber diejenige, io welcher ein Betrieb weder beabsichtigt, noch auch am betreffenden Orte gesetzlich gestattet ist, in welcher überdies der angestellte Arbeiter zur Arbeitsleistung nicht die mindeste Pflicht hat. So sind insbesondere die Sonntage in Abrechnung zu bringen (14. Oktober). -- Bin Gemeinderat, unterstützt von der kantonalen Behörde, stellte das Gesuch, die W a l d a r b e i t e r und die A r b e i t e r b e i m T r a n s p o r t d e s H o l z e s a u s d e m W a l d seien d e m Haftpflichtgesetz vom 26. April 1887 zu unterstellen. Das Departement konnte dem Gesuche leider nicht entsprechen, denn bei Erlaß des erwähnten Gesetzes hat man aus zwingenden Gründen absichtlich davon Umgang genommen, Arbeiter der genannten Kategorie einzubeziehen, und der Bundesrat hat seither denn auch in verschiedenen Fällen demgemäß entschieden. Jene Gründe bestehen noch, so daß an eine Revision des Gesetzes im gewünschten Sinne nicht gedacht werden kann, aber auch deshalb nicht, weil die staatliche Unfall- und Krankenversicherung bald eine andere Ordnung der Dinge schaffen wird (1. November).

Auf ein Gesuch, zu entscheiden, ob nicht ein b e s t i m m t e r U n f a l l , der sich in einem dem Fabrikgesetz unterstellten Etablissemente ereignete, der HaftpflichtgeseUgebung unterliege, trat das Departement nicht ein (25. Mai), da Art. 14 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1881 dem Bundesrat nur die Kompetenz einräume, zu erklären, ob eine ,,industrielle Anstalt"1 diesem Gesetze unterstellt sei, nicht aber, ob auf den in einem schon unterstellten Betriebe vorgekommenen oder mit ihm vielleicht zusammenhängenden Unfall die Haftpflicht sich erstrecke; die Entscheidung der letztern Frage falle in die richterliche Befugnis (vgl. bundesgerichtliche Entscheide 1890, S. 827 ff.).

Die A r b e i t e r u n i o n Z ü r i c h stellte m i t Schreiben v o m 18. Mai das Begehren, daß in Haftpflichtfällen ,,die Fabrikanten angehalten werden, wenigstens d e n L o h n b e t r a g z u h i n t e r l e g e n für die Krankheitsdauer" 1 . Das Departement antwortete, daß, abgesehen von der Unklarheit des Postulats, es nicht die Administrativbehörde, sondern gemäß Art. 11 des Bundesgesetzes vom 25. Juni 1881 der Richter sei, welcher über die aus diesem Gesetze ·abgeleiteten Ansprüche auf Schadenersatz entscheide (21. Mai).

V. Kranken- und Unfallversicherung.

Die E n t w ü r f e z u G e s e t z e n über die Kranken- und Unfall Versicherung wurden im Berichtsjahr von Herrn Nationalrat

633

L. F o r r e r unter beständiger Mitwirkung des Departementsvorstandes und Beamter der Industrieabteilung ausgearbeitet und gelangen im laufenden Jahre an die Räte.

Von den ausgeführten v e r s i c h e r u n g s t e c h n i s c h e n Arbeiten seien im besondern folgende erwähnt: Die erforderlichen Tabellen aus der allgemeinen U n f a l l s t a t i s t i k langten vom eidgenössischen statistischen Bureau im Laufe des Berichtsjahres ein und wurden sofort der Bearbeitung unterzogen, wobei nachstehende Punkte zu betonen sind : Ì. Die Erhebung der drei Jahre erzeigt für die erwachsene Bevölkerung der Schweiz im gesamten 3572 t ö d l i c h v e r l a u f e n d e U n f ä l l e und 4208 hinterlassene Kinder, Ehegatten und Ascendenten der Verunglückten. Unter der Voraussetzung, daß diesen hinterlassenen Personen aus der Unfallversicherung jährliche, in monatlichen Raten vorauszahl bare R e n t e n zukämen, wurden überall die B a r w e r t e der R e n t e n angesetzt. Das nämliche erfolgte für die Unfalls-Invaliden.

2. Die Berechnungen wurden für die e i n z e l n e n E r h e b u n g s j a h r e , für B e t r i e b s - und N i c h t b e t r i e b s u n f ä l l e und für auf e i g e n e und f r e m d e R e c h n u n g A r b e i t e n d e getrennt durchgeführt.

3. Zur Aufstellung der G e f a h r e n k l a s s i f i k a t i o n n a c h B e r u f s a r t e n genügt es nicht, die Entschädigungsbelastung berechnet zu haben; man muß auch wissen, wie viele Personen der Verletzungsgefahr ausgesetzt waren. Hierüber wird der vorn eidgenössischen statistischen Bureau demnächst fertig erstellte d r i t t e B a n d d e r V o l k s z ä h l u n g a u s d e m J a h r e 1888 Auskunft geben. Einstweilen wurde für die Gefahreuklassifikation die Volkszählung von 1880 zu Grunde gelegt.

Eine wesentliche Frage bezieht sich auf den Zusammenhang zwischen der dem Versicherten im K r a n k h e i t s f ä l l e eingeräumten G e n u ß d a u e r der K a s s e n l e i s t u n g e n und der B e l a s t u n g der K a s s e . Über die Dauer der Krankheiten in gemischter Bevölkerung sind für den Kontinent die von Professor H e y m in Leipzig während fünfundzwanzig Jahren bei der VersicherungsBundesblatt. 45. Jahrg. Bd. I.

44

634

gesellschaft "Gegenseitigkeit" gemachten Beobachtungen die zuverlässigsten und am meisten benutzten. Da sie jedoch in der Hauptsache an einer großstädtischen Bevölkerung gemacht wurden mußte man für unsere Verhältnisse auf eine eigene Untersuchung Bedacht nehmen. Hierzu bot sich das Material in den jeden Erkrankungsfall speciell aufführenden Originalrechnungen der K r a n k e n k a s s e des K a n t o n s B e r n . Diese zählt gegenwärtig nahe an 10,000 verschiedenen Berufsarten und beiden Geschlechtern angehörende Mitglieder und unterstützt ihre Kranken ununterbrochen über ein Jahr lang. Durch Zurückgehen bis auf das Jahr 1884 wird eine genaue Beobachtung von mehr als 50,000 Lebensjahren ermöglicht. Für jeden Erkrankungsfall wurde eine Zählkarte ausgefüllt, welche neben der Zahl der Krankentage auch das Alter und das Geschlecht des Mitgliedes anzeigt. Parallel mit dieser Erhebung wurde auch eine Altersstatistik der jeweiligen Mitglieder vorgenommen. Soweit die unter verdankenswertester Mitwirkung; der erwähnten kantonalen Krankenkasse gewonnenen Resultate bis jetzt vorliegen, enthalten sie eine frappante Bestätigung der fünfundzwanzigjährigen Heym'schen Beobachtungen.

Wir verzeichnen endlich folgende eingelangte Eingaben betreffend Kranken- und Unfallversicherung: a. der P y r o t e c h n i s c h e n F a b r i k H. H a m b e r g e r & Cie.

in Oberried, vom 11. Januar; b. der F é d é r a t i o n des s o c i é t é s d ' a g r i c u l t u r e de la S u i s s e r o m a n d e (Bericht des Herrn de Chastonay), eingelangt am 18. März; c. der G e s e l l s c h a f t s c h w e i z e r i s c h e r L a n d w i r t e (Bericht des Herrn Professor Landolt), eingelangt am 18. März; d. Bericht über die Ergebnisse der vom Centralvorstand des s c h w e i z e r i s c h e n G e w e r b e v e r e i n s veranstalteten Erhebungen, erstattet von Herrn W. Krebs, eingelangt am 10. Mai; e. des Centralkomitees des schweizerischen K a u f m ä n n i s c h e n V e r e i n s , vom Mai; f. des Vorstandes des V e r b a n d e s für F r e i z ü g i g k e i t s c h w e i z e r i s c h e r K r a n k e n v e r e i n e , vom l. Dezember.

Mehrere Enqueten (schweizerischer Handels- und Industrieverein, schweizerischer Arbeiterbund etc.) sind noch nicht abgeschlossen.

635

VI. Gewerbliche und industrielle Berufsbildung.

  1. Subventionen an Berufsbildungsanstalten.

Nach den einzelnen Kategorien der subventionierten Anstalten ergiebt sich folgende Z u t e i l u n g der B u n d e s b e i t r ä g e pro 1892: BundesAnzahl, beitrage.

Fr.

Techniken in Wintevthur, Burgdorf, Biel . .

3 77,957 Allgemeine Gewerbeschule Basel l 17,000 Kunstgewerbe- und kunstgewerbliche Zeichnungs-Sehulen 6 76,859 Gewerbliche Zeichnungsschulen 38 16,910 Gewerbliche Fortbildungs- und HandwerkerSchulen 73 61,642 Webschulen Wipkingen uud Wattwyl . . . 2 10,000 Uhrenmacherschulen 7 55,226 Lehrwerkstätten für Schuhmacher, Schreiner, Metallarbeiter, Steinhauer etc 7 24,537 Schnitzlerschule Brienz l 2,500 Schulen für weibliche Handarbeit . . . . 6 9,550 Industrie- und Gewerbemuseen, Lehrmittelsammlungen 13 51,590 Anstalien.

Total

403,771

Über die ßetriebsverhältnisse jeder einzelnen Anstalt und insbesondere über die Verwendung des ßundesbeitrages verlangen wir stets genaue A u s w e i s e , welche zur Einsicht offen stehen.

Eine Übersicht über die L e i s t u n g e n , welche auf dem Gebiete der gewerblichen und industriellen Berufsbildung seit Inkrafttreten des Bundesbeschlusses vom 27. Juni 1884 zu verzeichnen sind, bieten folgende Zahlen, welche sich auf alle vom Bund subventionierten Anstalten beziehen:

636

Jahr.

Zahl der Anstalten.

Gesamtausgaben.

Beiträge von Kantonen, Gemeinden, Privaten etc.

Bundesbeiträge.

Er.

Fr.

Fr.

1884

43

438,234. 65

304,674. 65

1885

86

811,872. 16

517,895. 38

42,609. 88 151,940.22

1886 1887 1888 1889 1890 1891

98

958,569. 70

594,045. 64

200,375. 25

110

1,024,462.84

636,751 . 62

219,044. 68

118

1,202,512. 29

724,824. 01

284,257. 75

125

1,390,702. 29

814,696.77

321,364.--

132

1,399,986. 67

773,614. 30

341,542. 25

139

1,515,781.10

851,539. 07

363,757. -

Total

8,742,121.70

5,268,041.44

1,924,891.03

Für das Jahr 1892 sind noch nicht alle Angaben eingegangen.

Ferner ist zur Erläuterung zu bemerken, daß die Einnahmen der Anstalten außer in den erwähnten "Beiträgen" noch in Schulgeld, Erlös für Schülerarbeiten etc. bestehen.

Wir schließen nachstehende statistische Angaben an, welche über einige Verhältnisse der schweizerischen Berufsbildungsanstalten im Jahre 1891/92 Aufschluß geben.

Anzahl der an den Anstalten w i r k e n d e n P e r s o n e n (Direktoren, Lehrer, Assistenten, Werkführer etc.): 822, wovon 513 auf die gewerblichen Zeichnungs-, Fortbildungs- und Handwerkerschulen fallen.

Schülerfrequenz (inbegriffen Hospitanten): männliche 14,401 (wovon 1168 Volksschulpflichtige), weibliche 2285, zusammen 16,686.

Frequenz der S a m m l u n g e n , soweit Kontrolle geübt wird : Zahl der Besucher 47,054. Zahl der ausgeliehenen Gegenstände 13,363.

S c h u l - und E i n t r i t t s g e l d besteht bei 72 Anstalten.

H a f t g e l d besteht bei 37 Anstalten. --

637

Folgende Postulate, mit Schreiben vorn 10. Dezember eingereicht v o m V e r b a n d s c h w e i z e r i s c h e r Z e i c h e n - u n d Ge w e r b e s c h u l l e h r e r , unterliegen noch der Prüfung : a. Der Bund unterstützt die L e h r e r b i l d u n g s a n s t a l t e n bezüglich der Lehrmittel für den Zeichenunterricht als mit grundlegend für den Zeichenunterricht der gewerblichen Bildungsanstalten.

b. Der hohe Bundesrat veranstaltet durch das eidgenössische Industrie- und Landwirtschaftsdepartement regelmäßig fachmännische Inspektionen des Zeichenunterrichtes der Lehrerbildungsanstalten, die Bundessubventionen beziehen.

Im Kauton Zug wurde der kantonale Beitrag an die Handwerkerschule Zug deshalb sistiert, weil sie der vom Kantonsrat festgesetzten Bedingung, d a ß d e r U n t e r r i c h t a n S o n n - u n d F e i e r t a g e n nicht vor 12.Uhr mittags beginnen dürfe, nicht nachkam. Das berichterstattende Departement gab sich alle Mühe, eine Änderung dieses Standpunktes herbeizuführen, jedoch ist ihm zur Zeit nicht bekannt, daß es mit Erfolg geschehen sei.

2. Schweizerische Ausstellung der gewerblichen Fachschulen.

Anschließend an die im letzten Geschäftsbericht enthaltenen Mitteilungen erwähnen wir zunächst, daß der als Mitglied der allgemeinen und engern Ausstellungskommission demissionierende Herr Architekt F. Waiser ersetzt wurde durch Herrn 0. S p i e ß , Direktor der allgemeinen Gewerbeschule Basel.

Die erste schweizerische A u s s t e l l u n g der vom Bunde subventionierten kunstgewerblichen und technischgewerblichen Fachschulen, Kurse und Lehrwerkstätten fand programmgemäß vom 4. bis 25. September in Basel statt. In Bezug auf deren Einzelheiten verweisen wir auf den in zwei Sprachen gedruckten K a t a l o g , welcher folgende Abschnitte enthält: A. I. Bestrebungen für gewerbliche Bildung vor 1884. II. Der Bundesbeschluß vom 27. Juni 1884 und seine Wirkungen. III. Die erste Ausstellung der vom Bund subventionierten Anstalten für industrielle Bildung. B. Beschreibung der einzelnen (35 ausstellenden) Anstalten.

Sämtliche Anstalten, welche zur Beschickung der Ausstellung verpflichtet worden waren, d. h. alle, welche Bundesbeiträge erhalten, folgten der Weisung mit löblichein Eifer und gaben sich in verdankenswertester Weise alle Mühe, das ihrige zum Gelingen des Werkes beizutragen. Wenn letzteres im allgemeinen mit Genugthuung als ein wohl gelungenes bezeichnet werden kann, was ö

638

übrigens der vorzuglichen Wirksamkeit der mit seiner Durchführung betrauten Personen mit zu verdanken ist, so ist es dagegen nicht unsere Sache, uns im einzelnen auszusprechen. Wir verweisen in dieser Hinsicht vielmehr auf die Beurteilung, welche die ausgestellten Schülerarbeiten durch die gemäß Art. 9 der bezüglichen Verordnung vom 31. März 1891 (Bundesbl. I, 1088) ad hoc gewählten F a c h e x p e r t e n erfahren haben. Das Departement bestellte die Kommission der letztern wie folgt: I. Kunstgewerbliche Arbeiten: Herren A. C h i o d e r à , Architekt in Zürich, und Karl B o s s a r d , Goldschmied in Luzern, als Beirat.

II. Bautechnische Arbeiten: Herr Architekt B. R e c o r d o n , Professor in Zürich.

III. Mechanisch-technische Arbeiten: Herr Rudolf A l i o t h , Ingenieur in Basel.

IV. Uhrenmacherei und Feinmechanik: Herr Edouard L i e n h a r d , horloger au Locle.

V. Frauenarbeiten: Fräulein Emma R i e t m a n n , Arbeitslehrerin in St. Gallen; Frau E. C o r a d i - S t a h l in Außersihl; Frau E. B ä r - F r a u e n f e l d e r in Rickenbach bei Wyl.

VI. a. Fachschule für Stickereizeichnen in St. Gallen: Herr Otto A i d e r , Stickfabrikant vom Hause Aider & Rappolt in St. Gallen.

b. Webschule Wattwyl : Herr H u b e r - Z o l l i k o f e r , Inhaber der Buntweberei in Arbon.

c. Seidenwebschule Wipkingen : Herr Gr. T h o m a n n vom Hause Baumann, Streuli & Cie., mechanische Seidenweberei in Borgen.

VII. a. Schuhmacherei: Herr Hermann P f e n n i n g e r , Verwalter der Schuhmacher-Association in Zürich.

b. Korbflechterei: Herr J. H. A r n o l d , Korbwarenfabrikant in St. Gallen.

c. Cartonnage: Herr E. B e c k - B r u g g e r , Etuisfabrikant in Schaffhausen.

d. Gewerbliche Chemie: Herr Dr. J. Piccard, Professor in Basel.

e. Eisenbahnschule: Herr F l u r y , Direktor der schweizerischen Central bahn in Basel.

VIII. Theoretische Fächer allgemein vorbildender Natur : Herr Peter G u n z i n g e r , Professor in Solothurn.

639 Bei der Bestellung der Experten wurde der Grundsatz befolgt, daß sie weder dem Kollegium der ständigen Experten (s. Ziff. 5 unten), noch der Behörde oder Lehrerschaft einer au der Ausstellung beteiligten Anstalt angehören durften.

Über die erwähnten 8 Gruppen haben die Experten s c h r i f t l i c h e , die Leistungen jeder einzelnen Anstalt würdigende Berichte dem Depavtemente eingesandt, welches die betreffenden Schulvorstände durch Vermittlung der Kantonsregierungen von dem jeweiligen Befund in Kenntnis setzte. In der zahlreich besuchten Schlußkonferenz sodann, welche am 24. September in Basel stattfand und zu welcher die Behörden, sowie die Vorstände und Lehrer der ausstellenden Anstalten geladen waren, wurden von den Experten der Gruppen I--V m ü n d l i c h e Berichte vorgetragen betreffend grundsätzliche Fragen der Organisation, der Unterrichtsmethoden, Lehrmittel und Lehrziele im allgemeinen; wir verweisen hierüber auf die ,, V e r h a n d l u n g e n der S e h l u ß k o n f e r e n z a , welche Druckschrift, wie auch der erwähnte Katalog, sämtlichen Interessenten zugestellt wurde.

Die K o s t e n der Ausstellung betrugen: a. Kommissionen, Ehrenausgaben Fr. 8,105.35 b. Fachexperten ,, 4,367. -- c. Katalog ,, 3,677. 30 d. Installation ,, 14,847. 30 «. Entschädigung an die Anstalten für Frachten, Bin- und Ausräumen etc ,, 7,117. 80 f. Betrieb ,, 3,245.35 g. Verschiedenes (Druckkosten, Inserate, Affichen etc.)

,, 3,619.89 Fr. 44,979. 99 Hiervon ab die Einnahmen (Verkauf des Katalogs, von Installationsmaterial etc.)

Bleiben netto

^

2,318. 05

Fr. 42,651. 94

Mit Rücksicht auf die erwähnte schweizerische Ausstellung in Basel waren wir nicht in der Lage, einer Einladung der Union des arts décoratifs in Paris zur Beteiligung an der vom August bis November 1892 in Paris stattfindenden i n t e r n a t i o n a l e n Auss t e l l u n g d e r K ü n s t e d e r F r a u Folge z u geben.

640

3. Stipendien.

Nachstehende Zusammenstellung weist Bestimmung, und Betrag der bewilligten Bundesstipendien aus.

FUr Besuch von Schulen.

FUr Reisen.

Kantone.

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Zürich . . . . 6 Bern . . . . 8 Luzern . . . . 1 Freiburg . . . .

Solothurn . . .

-- Basel- Stadt . .

-- 500 AppenzellA.-Rh. 1 St. Gallen . . 6 1375 Graubünden . .

Aargau . . . 4 1300 Thnrgau . . .

Waadt . . . .

1500 Neuenburg . . 2 1550 Genf . . . .

Zusammen ~29 10,525

VI. Instruk- VIII. Handtionskurs fertigkeitssin kurs Technikum Winterthur. in Bern.

Anzahl

Fr.

1680 1395 80 100 300 -- 900 200

Fr.

4430 3695 280 100 900

1200 500 2575 200

1700

-- 800 300 2100 600 2650 1100 400 400 7055 21,530

4 Gesuche wurden abgewiesen.

Das Stipendienwesen gab dem berichterstattenden Departement Anlaß, in einem Kreissehreiben an die Kantonsregierungen, vom 17. Juni, sich folgendermaßen zu äußern: "Alljährlich geben Bund und Kantone bedeutende Summen aus, um solchen, welche sich zur A u s ü b u n g des B e r u f s v o n L e h r e r n an gewerblichen und industriellen Berufsbildungsanstalten befähigen wollen, Stipendien zu erteilen. Die diesem Zwecke dienenden Ausgaben des Bundes, welchen diejenigen der Kantone mindestens (siehe Art. 5 des Reglements vom 27. Januar 1885) gleichkommen, belaufen sich auf folgende Summen :

641

Jahr.

Zahl der Stipendiaten.

1884 1885 1886 1887 1888 1889 1890 1891 . . . . .

l 12 26 26 36 45 30 20

Stipendiensumme.

Fr.

500 2,865 ,, 6,400 ,, 6,800 ,, ' 9,250 ,, 12,830 ,, 8,050 ,, 6,540

Total Fr. 53,235 ,,Hierbei sind nicht Inbegriffen die erteilten Stipendien für Reisen, sowie für Besuch der verschiedenen Instruktionskurse am Technikum in Winterthur.

,,Während die Stipendien der letztern Kategorien in der Regel unzweifelhaft von erheblichem Nutzen sind, haben wir starke Bedenken, ob die für den Besuch von Schulen erteilten den beabsichtigten Zweck, tüchtige Lehrer für die dem gewerblichen und industriellen Bildungswesen dienenden Anstalten heranzubilden, erreichen. Nur von den wenigsten der ehemaligen Stipendiaten ist uns bekannt, daß sie im gewollten Sinne dein Lehramte sich widmen, während wir kürzlich erfahren, daß der Zeichnungsunterricht an einer städtischen Anstalt unterbrochen werden mußte, weil kein Lehrer zu finden war. Wir sind übrigens überzeugt, daß manche Stipendiaten auch nicht ernstlich einen Bildungsgang verfolgen, der sie dem Lehramt zuführen könnte; namentlich giebt es solche, die sich dem reiuen Kunstfache widmen, aber sich als Lehramtskandidaten ausgeben, um auf Bundesstipendien Anspruch erheben zu können.

,,Nach obiger Zusammenstellung scheint allerdings die Zahl der Stipendiaten im Abnehmen begriffen zu sein; es ist dies unter den obwaltenden Umständen schon deshalb nicht zu bedauern, weil durch die staatliche Subvention leicht junge Leute verlockt werden, sich dem technischen oder dem Kunstgewerbe zu widmen, ohne befähigt zu sein, sich über die Mittelmäßigkeit zu erheben, oder diese nur zu erreichen; den Betreffenden ist durch die Unterstützung selbst am wenigsten gedient, ebenso nicht der Sache.

,,Die große Summe von über Fr. 100,000 (Kantone und Bund), welche dem angegebenen Zwecke schon, teilweise wohl nutzlos, geopfert worden ist, sowie unsere obigen Ausführungen lassen es daher als dringend wünschenswert erscheinen, der Sache näher zu treten. Einerseits ist es, um die bisher erreichten Erfolge zu beurteilen, notwendig, über das gegenwärtige Schicksal derjenigen

642 Stipendiaten, welche ihre Studien beendet, unterrichtet zu sein, anderseits zu prüfen, welche Garantien bei der Behandlung künftiger Gesuche verlangt werden müssen, um eine nützliche Verwendung der aufzubringenden Summen zu sichern.

,,Wir möchten Sie daher einladen, in ersterer Hinsicht die erforderlichen Erkundigungen einziehen und uns zur Kenntnis bringen, und in letzterer Hinsicht uns Ihre geschätzten Ansichten vorlegen zu wollen.1* Das erforderliche Material zum Studium der berührten Frage liegt nun vor ; eine Erledigung fand sie im Berichtsjahre noch nicht.

Mit Schreiben vom 6. September stellte der Regierungsrat des Kantons Schaffhausen das Gesuch, einen Bundesbeitrag an die H e r a n b i l d u n g v o n G e w e r b e t r e i b e n d e n z u bewilligen.

Wir lehnten das Begehren ab, weil im Bundesbeschluß und Reglement betreffend die Berufsbildung eine solche Unterstützung nicht vorgesehen ist. Außerdem konnten wir uns nicht dazu verstehen, eine Änderung des bestehenden Regimes zu veranlassen, indem schon die mit den Lehramtskandidaten gemachten Erfahrungen keineswegs dazu angethan sind, um zu einer Ausdehnung der Stipendienunterstiitzung aufzumuntern. Allerdings ist es von höchster Wichtigkeit, daß die Angehörigen von Handwerk und Gewerbe «ine tüchtige Berufsbildung erlangen, aber die Mittel des Bundes finden eine bessere Verwendung darin, daß sie den betreffenden Bildungsanstalten die Erfüllung ihrer Aufgabe erleichtern und ermöglichen, statt daß jene als direkte Geldunterstützung auch den Schülern zukommen, deren Verhalten sich der fernem Überwachung von Bundesorganen gänzlich entzieht und deren Bestrebungen von letztern kaum in die richtigen Bahnen gewiesen werden können. Außerdem liegt die Gefahr nahe, daß durch das Lockmittel ausgiebiger Unterstützung Elemente angezogen werden, welche einer solchen sich früher oder später als unwürdig erweisen und welche der ganzen Sache nur zum Nachteil gereichen. Wir hielten auch aus finanziellen Rücksichten dafür, daß dieses Gebiet den Kantonen überlassen bleiben solle (13. September)4. Anderweitige Subventionen erhielten : a. Der schweizerische Gewerbeverein für seioe L e h r l i n g s p r ü f u n g e n im Jahr 1891/92 (820 in 30 Kreisen geprüfte Lehrlinge ; Gesamtbetrag der Ausgaben Fr. 16,972. 22) . . . . Fr.

8,000

Übertrag- Fr.

8,000

643

Übertrag Fr.

·5. D i e ,, B l ä t t e r f ü r d e n Z e i c h e n - u n d gewerblichen Berufs Unterricht" Fr. 1100 als Jahresbeitrag, Fr. 400 an das Deficit früherer Jahre, zusammen ,, c . D i e Zeitschrift ,, D e r g e w e r b l i c h e F o r t b i l d u n g s s e h ü l e r a, L Band ,, d. Die Regierung des Kantons Bern für den Handf'ertigkeitsunterricht am Seminar H o f w y l für 1891/92 ,, «. Die Regierung des Kantons Bern für den Z u S c h n e i d e k u r s d e s Sohneidermeistervereins von B u r g d o r f und Umgebung (22. August bis 10. September, 21 Teilnehmer) ,, f. Die Regierung des Kantons Bern für die V e r g o l d e r s c h u l e d e s Buchbinderfachvereins B e r n zur Anschaffung von Werkzeug . . ,, g. Die Regierung des Kantons Appenzell I.-Rh. für den H a n d s t i c k e r e i k u r s in A p p e n z e l l (4. April bis 4. Juni, 47 Teilnehmerinnen) . . ,, Zusammeu

8,000

1,500 600 400

300 300 313

Fr. 11,413

5. Inspektion.

Da die um Bundessubvention für 1893 sich bewerbenden Anstalten um cirka 20 zugenommen, wurde, wenn deren richtige Verteilung unter die Experten und die jährliche Inspektion weiterhin ermöglicht werden sollte, die Verstärkung des Expertenkollegiums notwendig. Neu gewählt wurde demzufolge in dasselbe Herr Prof.

P e t e r G r i i n z i r i g e r in Solothurn (die übrigen Mitglieder siehe im Staatskalender).

D i e jährliche a l l g e m e i n e K o n f e r e n z d e r Experten fand am 23. September unter dem Vorsitz des Departementsvorstehers in Basel statt. Sie galt hauptsächlich folgendem Traktandum : Die Ergebnisse der von uns im Jahre 1890 veranstalteten schweizerischen Ausstellung des gewerblichen Fortbildungsschulwesens in Zürich haben bekanntlich eine Beurteilung durch ad hoc gewählte Fachexperten erfahren. Die Berichte der letztern enthalten ein vortreffliches Material, welches in mannigfacher Hinsicht bleibenden Wert hat; es erschien deshalb wünschenswert, es noch einer weiteren Bearbeitung zu unterziehen, und daraus namentlich

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gewisse leitende Gesichtspunkte über die Organisation, die Unterrichtsfächer, den Lehrstoff und die Methode der gewerblichen Fortbildungsschulen abzuleiten.

Die Gruppe III unseres ständigen Expertenkollegiums, welcher die letztem Anstalten zugeteilt sind, befaßte sieh eingehender mit der Angelegenheit und ließ durch ihren Obmann, Herrn Prof.

H. Bendel in Schaffhausen, gestützt auf das erwähnte Material und die Erfahrungen, welche bei der alljährlichen Inspektion der Schulen sich ergeben, den Entwurf zu einer "Instruktion f ü r die e i d g e n ö s s i s c h " en Experten, Vorstände und Lehrer d e r g e w e r b l i c h e n F o r t b i l d u n g s s c h u l e n " ausarbeiten. Dieser Entwurf wurde vom berichterstattenden Departement mit der Gesamt-Expertenkommission durchberaten, hernach endgültig festgesetzt und die Instruktion den Kantonsregierungen mit Kreisschreiben vom 12. November zur Verteilung an die Vorstände und Lehrer jeder beteiligten Schule übermittelt; es wurde der Wunsch beigefügt, daß letztere aufgefordert würden, die gebotene Wegleitung zu -Nutzen zu ziehen, und ,,daß die in der Instruktion aufgestellten Vorschriften, wenn sie auch keinen imperativen Charakter haben wollen, sorgfältige Beachtung erfahren und die Förderung des gewerblichen Fortbildungsschulwesens in unserm Lande unterstützen".

Eine Eingabe des V e r b a n d e s s c h w e i z e r i s c h e r Zeichenu n d G e w e r b e s c h u l l e h r e r , vom 11. Dezember, dahingehend, es sei die Inspektion der subventionierten gewerblichen Bildungsanstalten künftig "nach F ä c h e r n a zu organisieren, unterliegt noch weiterem Studium.

Im Auftrage des Departements unternahm Herr Architekt B. Jung in Winterthur eine S t u d i e n r e i s e an Fachschulen für Holzindustrie iu Bayern und Österreich. Es ist dafür gesorgt, daß die aus ihr entspringenden sehr beachtenswerten Resultate für unsere Verhältnisse thunlichst verwertet werden.

VII. Ausstellungen im Inlande.

Ein Gesu'ch des Organisationskomitees der I n d u s t r i e - und G e w e r b e a u s s t e l l u n g des Wiggerthales und der Umgebung in Z o f i n g e n um die Bewilligung eines Bundesbeitrages wurde von uns, nach Analogie früherer Entscheide (s. den letztjährigen Geschäftsbericht), abgelehnt (15. August).

Von der Delegiertenversammlung der k a n t o n a l e n G e w e r b e a u s s t e l l u n g Z ü r i c h (1894) wurden wir eingeladen, Delegierte in die Centralkommission dieses Unternehmens zu ernennen. Wir

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erklärten, nicht im Falle zu sein, Delegierte zu wählen, da es sich im wesentlichen um ein kantonales Unternehmen handle, und, was seine eidgenössischen Abteilungen betreffe, die Bundesbehörde durch bereits von der Delegiertenversammlung vorgenommene Wahlen hinreichend vertreten sei (24. Dezember). Die e i d g e n ö s s i s c h e A b t e i l u n g f ü r U n f a l l v e r h ü t u n g u n d Fa b r i k h y g i e i n e , welche für die erwähnte Ausstellung vorgesehen ist, erklärte das berichterstattende Departement unterstützen zu wollen (6. Februar).

In G e n f wird für das Jahr 1896 die Veranstaltung einer s c h w e i z e r i s c h e n L a n d e s a u s s t e l l u n g in Aussicht genommen.

Es erschien angezeigt, die Stimmung, welche in weitern Kreisen des Landes bezüglich eines solchen Unternehmens herrscht, kennen zu lernen, weshalb das berichterstattende Departement, auf Wunsch der provisorischen kantonalen Ausstellungskommission, auf den 21. Dezember in Bern eine vorläufige Besprechung veranstaltete.

Sie bestand, unter dem Vorsitz des Departemóntsvorstehers, aus ungefähr 50 Mitgliedern der Bundesversammlung, ferner aus Delegierten der Industrie, Landwirtschaft, Kunst etc. Nach einer Berichterstattung von Herrn Nationalrat Dufour, Präsident des provisorischen Komitees, über den Stand der Angelegenheit ergriff eine große Zahl von Rednern aus den verschiedensten Teilen des Landes das Wort, um sich in einer dem Projekte zustimmenden Weise auszusprechen. Da alle Produktionsgebiete vertreten waren, so scheint eine große Beteiligung und somit der Erfolg der Ausstellung gesichert zu sein. Folgende vom Vorsitzenden vorgeschlagene Resolution wurde einstimmig angenommen: ,,Die heutige Versammlung begrüßt die Idee einer allgemeinen schweizerischen Landesausstellung in Genf im Jahr 1896 ; sie bringt derselben ihre volle Sympathie entgegen und wird somit auch ihr möglichstes thun zum Gelingen des großen nationalen Werkes."

VIII. Maß und Gewicht.

Leider konnte die R e v i s i o n d e r V e r o r d n u n g e n noch nicht beendigt werden, da der Bericht des eidgenössischen Schulrates über die Frage der Verbindung der Eichstätte mit dem physikalischen Institut des eidgenössischen Polytechnikums noch aussteht.

Dagegen fanden in beteiligten Kreisen einzelne Besprechungen über den Entwurf statt. Auf Initiative einiger ostschweizerischer Eichmeister vereinigten sich am 3. und 4. April 19 Eichmeister, sowie die kantonalen Maß- und Gewichtsinspektoren von Bern und St.

Gallen in Zürich zu einer freiwilligen Konferenz, an welcher auch der Direktor der eidgenössischen Eichstätte teilnahm. Die Verordnung wurde in ihren einzelnen Abschnitten in gründliche Be-

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ratung gezogen und ein ausführliches Protokoll eingesandt, welches viel wertvolles Material enthält und gebührende Berücksichtigung finden wird. Ferner hat der schweizerische Apothekerverein inseiner Jahresversammlung den Entwurf besprochen und einmütig ,,die Vorlage als eine wesentliche Verbesserung der bestehenden Verhältnisse begrüßt und namentlich von der beabsichtigten Errichtung eigener Präcisionseichstälten, denen in Zukunft ausschließlich die Eichung und Prüfung der pharmaceutischen Wagen und Gewichte obliegen wird, mit großer Genugthuung Kenntnis genommen".

Betreffend die Erledigung eines Rekurses verweisen wir auf die Veröffentlichung des Entscheides im Bundesblatt (IV, 543).

Die I n s p e k t i o n e n wurden fortgesetzt und erstreckten sich auf die Kantone Luzern, Uri, Schwyz, Unterwaiden, Zug und Wallis.

Die bezüglichen Berichte lassen erkennen, daß im allgemeinen dasBundesgesetz über Maß und Gewicht, sowie die Vollziehungsverordnung beobachtet wird, daß aber immer noch einzelne» Beamten, das richtige Verständnis für ihre Aufgabe fehlt, was sich in mangelhafter Besorgung der ihnen anvertrauten Apparate und in nachlässiger Adjustierung von Verkehrsmaßen, Gewichten und Wagen kundgiebt. Es mag diese mangelhafte Pflichterfüllung zum Teil ihren Grund haben in den gar zu kleinen Eichkreiseo, so daß di& Eichmeister nur sehr selten Gelegenheit haben, amtliche Funktionen auszuüben, zum Teil aber auch in der fehlenden Beaufsichtigung seitens der Behörden. Es wäre zu wünschen, daß, wie es übrigen» in mehreren Kautonen geschieht, auch die kantonalen Behörden von Zeit zu Zeit die Eichstätten inspizieren würden. Eine Regierung mußte auf Art. 8 des Bundesgesetzes, in welchem vorgeschrieben ist, daß wenigstens alle 3 Jahre eine allgemeine Nachschau abzuhalten sei, nachdrücklichst aufmerksam gemacht werden, indem im betreffenden Kanton seit 1877, d. h. seit dem Inkraftbestehen des Bundesgesetzes, je nur alle 5 Jahre eine Nachschau angeordnet worden war.

Im Berichtsjahr wurden 2 E i c h m e i s t e r k u rse abgehalten an welchen im ganzen 8 neugewählte Eichmeister teilnahmen, und zwar 5 aus dem Kanton Solothurn, 2 aus Appenxell A.-Rh. und Ì aus Neuenburg. Von diesen waren 3 Schlosser, 2 Schmiede und je einer Mechaniker, Optiker und Monteur de boîtes.

Die Direktion der Eichstätte beschäftigte sich außerdem, namentlich auch mit Rücksicht auf die neue Vollziehungsverordnung, mit Untersuchungen von G a s m e s s e r n . Besonders gaben die trockenen Gasmesser hierzu Veranlassung, weil sich bei einzelnen derartige Mängel zeigten, daß die Zulässigkeit ihrer Eichung in Frage gestellt

647

·werden mußte. Von selten eines Gasdirektors sind in verdankenswerter Weise weitere Mitteilungen und Untersuchungen in Aussicht gestellt worden, so daß die Frage der Eichfähigkeit wohl definitiv gelöst werden kann. Es sind aber auch von Fabrikanten wesentliche Verbesserungen eingeführt worden, welche glauben lassen, daß die trockenen Gasmesser in Zukunft sichere Messungsresultate geben werden.

Ferner wurden der Eichstätte mehrere neuere W a g k o n s t r u k t i o n e n zur Prüfung zugesandt, welche teilweise in der neuen Verordnung berücksichtigt werden sollen.

Endlich hat die Eichstätte neben den gewöhnlichen Probemaßberichtigungen und den jährlichen Mirenvergleichungen für da» eidg. topographische Bureau auch die Arbeiten zu der Bibliographie der schweizerischen Landeskunde, soweit sie Maß und Gewicht betrifft, au die Hand genommen und wird sie in kurzer Zeit zum Abschluß bringen können.

II. Abteilung.

Landwirtschaft.

I. Landwirtschaftliches TJnterrichtswesen nnd Tersuchsanstalten.

  1. Stipendien.

Der Kredit von Fr. 5000, den Sie pro 1892 für Stipendien im Sinne von Art. 2 des Bundesbeschlusses vom 27. Juni 1884, betreffend die Förderung der Landwirtschaft, gewährt haben, ist, wie schon im Vorjahre, nur teilweise zur Verwendung gelangt, obschon sämtlichen Eingaben entsprochen wurde und Beiträge in der gleichen Höhe, wie die kantonalen Leistungen, in allen Fällen gewährt worden sind. Es wurden verausgabt: a. Für Fortsetzung von 5 bereits früher bewilligten Stipendien Fr. 1250. -- b. für 5 erstmalig bewilligte Stipendien (Zürich 2, Luzern, St. Gallen und Neuenburg je 1) . ,, 1500. -- c. für 4 Reisestipendien (Zürich l , Bern 2, Freiburg 1) ,, 575. -- Zusammen (1891:

Fr. 3325. -- Fr. 3785. 60)

648

2. Theoretisch-praktische Ackerbauschulen.

Bundesbeiträge in Gemäßheit von Art. 3 des vorhin genannten Bundesbeschlusses haben im Jahre 1892 die Kantone Zürich, Bern, Wallis und Neuenburg in folgenden Beträgen bezogen: ZUrich.

Schule Strickhof.

Fr.

  1. Für Lehrkräfte .

--. -- 2. ,, Lehrmittel .

724. 95 3. ,, Deckung des Ausfalles an Schulgeld 10,675. -- Zusammen 11,399. 95

Bern.

Schule Rlitti.

Fr.

Wallis.

Schule EcOne.

Fr.

Neuenburg.

Schule Cernier.

Fr.

9,840. 05 4916. 42 14,759. 25 743. 82 260. 40 1,094. 21 -- -- 10,583. 87

-- -- 5176. 82

-- -- 15,853. 46

(1891: 7,873. 24 10,657. 76 -- -- 18,085. 35) Künftig wird auch die Schule Striekhof das Schulgeld für außerkantonale Schweizerbürger mit demjenigen für Kantonsangehörige gleichstellen, so daß alsdann diese Anstalt in gleicher Weise wie die übrigen landwirtschaftlichen Schulen subventioniert werden, d. h. Bundesbeiträge von der Hälfte der für Lehrkräfte und Lehrmittel gemachten Auslagen beziehen wird.

Zur Zeit der Jahresprüfungen zählten Schüler: Strickhof 52, Rutti 28, Ecône 10, Cernier 28. Die landwirtschaftliche Schule des Kantons Wallis ist im Berichtsjahre eröffnet worden. Nähere Angaben über diese Anstalten enthalten die bei den Akten befindlichen Jahresberichte derselben.

3. Landwirtschaftliche Winterschulen.

An die landwirtschaftlichen Winterschulen der Kantone Luzern, Freiburg (eröffnet im Herbst 1891), Aargau und Waadt sind im Jahr 1892 folgende Bundesbeiträge verabfolgt worden, entsprechend der Hälfte der Auslagen, welche dieselben für Lehrkräfte und Lehrmittel gemacht haben: Kantonale Davon für BnndesAaslagen.

Schule.

Lehrkräfte. Lehrmittel.

beitrag.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Sursee .

Perolles (Freibürg) .

Brugg .

Lausanne

8,035. 81

5,727. 10 1398. 11

3,562. 60

6,668. 55 9,304. 50 14,454. 90

5,330. -- 1338. 55 7,275. -- 1471. 90 12,480. 55 1560. 80

3,334. 27 4,373. 45 6,650. --

Zusammen

38,463. 76

30,812. 65 5769. 36

17,920. 32

24,604. 55

13,705. 06)

(1891 : 30,388. 12

2805. 58

649 Im Wintersemester 1891/92 zählte die Schule in Sursee 44, diejenige in Freiburg (erster Kurs) 11, diejenige in Brugg 23 und die Anstalt in Lausanne cirka 40 Schüler.

4. Gartenbauschule in Genf.

Die Auslagen dieser Schule betrugen für Lehrkräfte und Lehrmittel Fr. 21,780. 50. Dieselben wurden dem Kanton Genf zur Hälfte, also mit Fr. 10,890. 25, vom Bunde vergütet.

Während des Schuljahres 1891/92 zählte die Anstalt in zwei Kursen 29 Schüler. Künftig wird sich der Unterricht über drei Jahreskurse erstrecken. Nähere Angaben enthält der bei den Akten befindliche Jahresbericht der Anstalt.

5. Landwirtschaftliche Wandervorträge und Specialkurse, von den Kantonen veranstaltet.

Den Kantonen, welche l a n d w i r t s c h a f t l i c h e W a n d e r v o r t r ä g e und S p e c i a l k u r s e veranstaltet haben oder durch die kantonalen landwirtschaftlichen Vereine haben veranstalten lassen, ist die Hälfte derjenigen Beträge vergütet worden, welche sie für Lehrkräfte und Lehrmittel verausgabten. Die nachstehende Zusammenstellung giebt hierüber nähere Auskunft: Zätil dor Kurse. Vorträge.

Kantone.1

  1. Zürich .

. .

2. Bern. . . , 3. Lnzern . .

4. Schwyz . .

5. Freiburg .

6. Schaffhausen 7. St. Gallen .

8. Graubünden 9. Aargau . .

10. Tessin . .

11. Waadt . .

12. Wallis . .

13. Genf Zusammen


97 107 --5 6 7 -- 30 47 22 40 20 375

96

756

28 14 6 2 --9 2 16 19 -- --

Kantonale Auslagen.

B Davon für beitrag.

tishrkräfte u. Lehrmittiäl.

Fr.

Fr.

Fr.

5,082. 10 5,057. 40 2,528. 70

Total.

4,886. 15 1,701. 67 342. 80 174. 50 627. 10 1,737. 75 3,943. 90 6,510. 28 134. -- 1,118. -- 1,156. 10 6,316. --

3,857. 25 897. 15 342. 80 125. -- 627. 10 910. 50 3,943. 90 6,321. 25 134. -- 1,118. -- 1,081. 10 6,316. --

33,730. 35

30,731. 45

1,928.

448.

171.

"62.

313.

455.

1,971.

3,160.

67.

559.

540.

3,158.

62 57 40 50 55 25 95 62 -- -- 55 --

15,365. 72

635 37,205. 91 28,869. 72 14,434. 86 1891: 108 Im fernem haben folgende Kantone, welche K ä s e r e i u n t e r s u c h u n g e n u n d A l p i n s p e k t i o n e n angeordnet haben, Beiträge von der Hälfte der hierdurch verursachten Auslagen bezogen : Bnndesblatt. 45. Jahrg. Bd. I.

45

650 Kantone.

Zürich .

Bern Luzern .

Zug St. Gallen Thurgau Tessin .

Waadt .

. . .

. . .

.

.

.

.

. .

. .

. .

. .

Total

1891

Zahl der Untersuchungen, hezw.

Inspektionen.

8

41 40 '-- 96 153 97 -- -- 377

Kantonale Aaslasen.

Fr!

240. -- 831. --

425.

438.

1674.

715.

20 80 15 80

Bnndesbeitrag.

Fr.

120. 415. 50

7639. 35

212.

219.

837.

357.

1454.

202.

3819.

7435. 80

2988. --

2908. 80

405. 60

60 40 07 90 40 80 67

6. Landwirtschaftliches Versuchswesen.

i. Deutschschweizerische Versuchsstation und Schule für Obst-, Wein- und Gartenbau in Wädensweil.

Der zweite Jahresbericht der Anstalt, auf welchen hier verwiesen wird, enthält einläßliche Mitteilungen über die Thätigkeit der Anstalt als Versuchsstation und Schule.

Die Versuche des pflanzenphysiologischen und gärungstechnischen Laboratoriums erstreckten sich unter anderem über die Züchtung neuer Obstsorten, die Transpiration von Kulturpflanzen, den Einfluß der Kerne auf die Ausbildung des Fruchtfleisches bei Traubenbeeren und Kernobst, das Erfrieren der Pflanzen, die Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten, den Ursprung der Hefe, Heferassen .und Anwendung von Reinkulturen derselben.

In Wädensweil und auf Zweigversuchsstationen sind Versuche über Schnittmethoden, Laubarbeiten und Weinbergsdüngung eingeleitet worden.

Die Untersuchungen des chemischen Laboratoriums betrafen Obst- und Beerenweine, Versuchsmoste, Peronospora-Bekämpfungsmittel, das Schönen der Obstweine etc.

Im fernem erwähnt der Thätigkeitsbericht der Station Versuche über Obst- und Gemüseverwertung, Bekämpfung der Pflanzenfeinde, sowie Veröfl'entlichungen, Auskunftserteilungen, Vorträge und die von der Anstalt herausgegebenen Zeitschriften.

Die Obst- und Weinbauschule (achtmonatlicher Kurs) wurde von 15, die Gartenbauschule (einjähriger Kurs) von 7 Schülern besucht. Außerdem fanden fünf kurzzeitige Kurse über Obstbau,.

651 Zwergobstbau, Obstverwertung, Mostbereitung und Mostbehandlung statt.

An die Auslagen der Anstalt für Besoldungen, Bibliothek, Sammlungen und Lehrmittel für den theoretischen Unterricht, welche Auslagen pro 1892 Fr. 30,337. 63 betragen, ist ein Bundesbeitrag von der Hälfte, also von Fr. 15,168. 81, gewährt worden.

2. Weinbauversuchsstation in Lausanne.

Diese Station wird immer mehr von den Maßnahmen zur Bekämpfung der Phylloxéra in Anspruch genommen. Die Kulturversuche, welche dieselbe mit amerikanischen Reben angestellt hat, sind fortgesetzt und erweitert worden. Im übrigen befaßte sich die Station, wie bisher, mit dem Studium der Pflanzenkrankheiten, mit Auskunftserteilung, Boden- und Düageruntersuehungen etc.

Auch ist eine Enquete über die Bodenbeschaffenheit der waadtländischen Rebberge begonnen worden, welche in der Frage der Anpassung der amerikanischen Reben die nötigen Anhaltspunkte geben soll.

Die Auslagen der Station im Betrage von Fr. 22,906. 50 (in welcher Summe die Verwaltungskosten nicht Inbegriffen sind) sind derselben aus dem von Ihnen gewährten Kredite zur Hälfte vergütet worden.

An die Kosten des Baues und der Einrichtung chemischer Laboratorien der Station ist die erste Quote des von Ihnen seiner Zeit bewilligten Beitrags mit Fr. 17,150 ausgerichtet worden.

3. Weinbauversuchsstation und -schule in Auvernier.

Die Versuchsstation beschäftigte sich ausschließlich mit der Anlage von Versuchsfeldern zur Anpflanzung amerikanischer Reben.

Die Auslagen, welche dieselbe vom Juni bis Dezember 1891 für amerikanische und einheimische Rebhölzer, Rebenpfropfen uud Ein richtung der Versuchsfelder gemacht hat, betragen Fr. 18,636. 87.

Dieselben wurden der ,,Assurance mutuelle contre le phjlloxéra", welche die Kosten zu tragen hatte, vom Bunde zur Hälfte vergütet. Ein gedruckter Bericht über die Thätigkeit der Station befindet sich bei den Akten.

Die kantonale Weinbauschule in Auvernier verausgabte für Lehrkräfte (Direktor, Hülfslehrer und Werkführer) Fr. 7572. 50, für Lehrmittel Fr. 700. 68, und bezog an diese Auslagen einen Bundesbeitrag von der Hälfte derselben, also von Fr. 4136. 59.

Die Anstalt zählte zehn Schüler, wovon vier während des ganzen Jahres, sechs für kürzere oder längere Zeit ihr angehörten.

652 4. Schweizerische Samenkontrollstation.

Der dieser Anstalt pro 1892 für Förderung des Futterbaues bewilligte Kredit voa Fr. 4300 ist folgendermaßen verwendet worden: 1. Für Versuchsfelder Fr. 2663. 15 2. ,, Wiesenuntersuchungen 1016. 85 n 3. ,, chemische Untersuchungen ,, 120. -- 4. ,, Pflanzensammlungen 500. -- fl Summa

Fr. 4300. --

Zu den bisherigen Versuchsfeldern kam im Berichtsjahre ein weiteres, 15 Aren umfassendes, in Wollishofen, auf welchem der pannonische Klee (Trifolium pannonicum) in Reinsaat und in Mischungen mit Klee- und Grassamen angebaut wurde. Die Beobachtungen müssen noch einige Jahre fortgesetzt werden, bevor ein sicheres Urteil über den praktischen Wert dieser Kleeart abgegeben werden kann. Auf anderen Versuchsparzellen ist neuerdings die Überlegenheit der Provencer Luzerne gegenüber derjenigen überseeischen Ursprungs festgestellt worden. Der einen neuen Handelsartikel bildende ungarische Hopfenklee erwies sich als minderwertig.

Die Station gedenkt fortzufahren, einzelne Arten, die entweder im Samenhandel eine Rolle spielen oder die gestutzt auf kleinere Vorversuche, wie sie im Versuchsfelde bei der Sternwarte vorgenommen werden, einigen Erfolg versprechen, auf größern Parzellen zu beobachten.

Auf letzterem Versuchsfelde wurden im Berichtsjahr besonders die Streuepflanzen beobachtet. Die Resultate werden in dem in Arbeit liegenden Werke über die Streuepflanzen Verwertung finden.

Auf dem Versuchsfelde der Füratenalp ist dem Anbau des Mariengrases (Hierochloa borealis) und des Rohrglanzgrases (Phalaris arundinacea) größere Ausdehnung gegeben worden.

Die Wiesenuntersuchungen erstreckten sich vorzugsweise auf die Untersuchung der Streuewiesen und auf Ergänzungsarbeiten zu der im VI. Bande des landwirtschaftlichen Jahrbuchs veröffentlichten Zusammenstellung der Wiesentypen der Schweiz.

Im Berichtsjahr wurden 97 Sammlungen der besten Futterpflanzen und der wichtigsten Unkräuter der Wiese abgegeben.

5. Anderweitige Versuche und Untersuchungen.

  1. Die Untersuchungen der Herren Professor Heß und Professor Dr, Guillebeau in Bern über Euterentzündungen und Milchfehler

653 sind im Berichtsjahre fortgesetzt worden. Die Ergebnisse derselben werden im VII. Bande des landwirtschaftlichen Jahrbuchs zur Veröffentlichung gelangen. Die Auslagen beliefen sich auf Fr. 4198. 61.

b. Herrn Professor E. Zschokke, Vorsteher des pathologischen Instituts der Tierarzneischule in Zürich, ist an die Kosten von Untersuchungen über den "gelben Galt" der von Ihnen gewährte Beitrag von Fr. 500 ausgerichtet worden. Ein Bericht über diese Untersuchungen wird ebenfalls im nächstjährigen Band des obgenannten Jahrbuches erscheinen.

c. Der Kanton Bern hat für das bakteriologische Institut des Herrn Dr. B. von Freudenreich in Bern pro 1892 Fr. 2494. 68 verausgabt und an diese Auslagen einen Bundesbeitrag von der Hälfte derselben, also von Fr. 1247. 34, bezogen.

7. Molkereischulen.

Die Kantone Bern, Freiburg, St. Gallen und Waadt haben im Berichtsjahre für ihre Molkereischulen die nachstehend angegebenen Beträge verausgabt und die beigesetzten Bundesbeiträge bezogen: Schule.

Kantonale Auslagen.

Fr.

Davon für Lehrkräfte.

Lehrmittel.

Fr.

Fr.

Bundesbeitrag.

Fr.

ßütti . . . 12,251.58 Frei bürg .

12,404. 81 Sornthal , .

8,488.17 Moudon . . 10,147. 15

10,766. 40 11.040. -- 7,900. -- 9,401.70

1137.93 1364. 81 ft88. 17 745. 45

5,952. 16 6,202. 40 4,244. 08 5,073. 57

43,291.71

39,108. 10

3836. 36

21,472. 21

Zusammen

(1891 : 50,155. 15 38,931. 32 8155. 93 23,543. 62) Was die Frequenz betrifft, so zählte die Schule Rutti in zwei Kursen, die im Mai, beziehungsweise Oktober, beginnen und je ein Jahr dauern, 16--18 Schüler, die Schule Freiburg (Jahreskurs) 7 Schüler, Sornthal in zwei halbjährigen Kursen 21 Schüler, und Moudon (Jahreskurs) 4 Schüler.

II. Förderung? der Tierzucht.

A, Hebung der Pferdezucht.

  1. Ankauf und Anerkennung von Zuchthengsten.

Gestützt auf die Begehren, welche von verschiedenen Kantonen für Übernahme von Zuchthengsten und um Stationierung solcher in

654 den betreffenden pferdezuchttreibenden Gegenden gestellt wurden, sind im Monat September abbin 10 Halbbluthengste in der Normandie angekauft worden. Von diesen Tieren wurden auf feste Rechnung übernommen : drei vom Kanton Bern und je eines von den Kantonen Schwyz, Freiburg, Solothurn und Waadt. 3 Stück wurden dem eidgenössischen Hengstendepot einverleibt. Der Ankaufspreis der Hengste betrug Fr. 64,550 oder per Stück Fr. 6455.

Die Kosten des Transportes, des Unterhaltes und der Wartung der Pferde bis zur Abgabe an die Übernehmer Fr. 2374. 45 oder per Hengst Fr. 237. 45. Die Kosten des Transportes und der Entschädigung der Kommission haben wir zu Lasten des Pferdezuchtkredites übernommen. Der Durchschnittspreis der Pferde stellt sich somit loco Thun auf Fr. 6692. 45.

Die Gesamtauslagen des Bundes für diesen Hengstenankauf beziffern sich auf Fr. 41,377. 76 und zwar : 40 °/o Bundesbeitrag an die Schatzungssumme der 7 an die Kantone abgegebenen Hengste Fr. 19,018. 86 Kosten des Transportes und der Entschädigung der Ankaufskommission ,, 2,763. 55 Überuabmspreis der drei dem eidgenössischen Depot einverleibten Hengste ,, 19,595. 35 Bei Anlaß der Einschätzung der importierten Hengste wurden der Kommission zwei weitere Zuchthengste zum Zwecke der Anerkennung vorgeführt. Beide waren anglo-normännischer Abkunft und von ihren Eigentümern ohne Inanspruchnahme des Bundes importiert worden. Nur das eine dieser Tiere konnte, als zur Zucht geeignet anerkannt, auf Fr. 5000 eingeschätzt und dem Besitzer die Bundessubvention von 40 °/o laut Verordnung mit Fr. 2000 zuerkannt werden.

Im fernem wurde für das Hengstendepot ein dreijähriges Vollbluthengstfohlen erworben in der Absicht, dasselbe, wenn es bis ins vierte Jahr sich kräftig und günstig entwickelt hat, als Zuchthengst zu verwenden. Andernfalls wird das Tier kastriert und von der eidgenössischen Regieanstalt als Offizierspferd übernommen.

Der Versuch erschien uns angezeigt mit Rücksicht auf den verlangten Preis von Fr. 2500, der für Vollblut nicht zu hoch gegriffen war.

Den Besitzern von 11 im Jahre 1885 importierten Zuchthengsten, welche unsern Experten bei Anlaß der Stutfohlenschauen vorgeführt wurden, sind in Gemäßheit von Art. 6 der PferdezuchtVerordnung 10 °/o des seiner Zeit festgestellten Schatzungswertes, zusammen Fr. 3180, ausgerichtet worden.

655 Für sämtliche vom Bund importierten oder ,,anerkannten11 Hengste werden den Eigentümern Belegregister nach einheitlichem Formular eingehändigt. Die Talons der während einer Sprungperiode ausgefertigten Belegscheine werden jeweilen gegen Ende des Jahres einverlangt.

Dieselben geben über die Verwendung der Halbbluthengste pro 1892 folgenden Aufschluß: Kanton.

Zahl der Hengste.

1

Zahl Durchschnittsder zahl der Stuten belegten Stuten. pro Hengst.

Luzern Obwalden . . . .

Schwyz . . . .

Freiburg . . . .

Solothurn . . . .

Basel-Landschaft.

S t . Gallen . . . .

Graubünden . . .

Aargau . . . . .

Thurgau . . . .

Waadt Wallis Neuenburg....

35 3 1 3 5 3 2 9 2 1 1 11 3 2

7 2106 139 79 113 243 39 74 386 114 21 22 372 240 51

Zusammen pro 1892 ,, 1891 1890

82 77 84

4006 3756 3548

Zürich . . . . .

Bern

"

7 61 46 79 38 45 13 37 43 57 21 22 34 80 26 47 49 42

In dieser Zusammenstellung ist die Verwendung der Hengste, welche dem eidgenössischen Hengstendepot angehören, nicht inbegriffen.

2. Eidgenössisches Hengstendepot.

Zu Anfang des Berichtsjahres war der Bestand des Depots 3 Vollblut- und 3 Halbbluthengste. Hierzu kamen 3 weitere Halbbluthengste (vergleiche Hengstenankäufe sub 1) und ein aus Frankreich importierter Vollbluthengst ,,St-Jean". Der für dieses letztere Tier erlegte Kaufpreis betrug Fr. 25,500. Die Kosten des Transportes, des Unterhaltes und der Wartung des Pferdes, sowie die Entschädigung der Kommission beziffern sich auf Fr. 780. 90.

656 Die Verteilung der Hengste auf die Beschälstationen erfolgte anfangs März und es kamen die Vollbluthengste ,,Uxbridge" und ,,Serapis'1' in den Berner Jura (Tramelan und Delsberg) und ,,BecHellouintt nach Lausanne. Von den drei zur Verfügung stehenden Halbbluthengsten wurden zwei in Schüpfheim und einer im Pays d'Enhaut (Château-d'OEx) stationiert. Vor jenem Zeitpunkt und nach Schluß der Sprungperiode wurden die Tiere in der eidgenössischen Regieanstalt in Thun untergebracht.

Die Benutzung der Hengste ist aus nachfolgender Zusammenstellung ersichtlich : Hengst.

,,Uxbridge"

Beschälstation.

Tramelan

Thun

Zahl der belegten Stuten.

87

5 92

^Sérapis"1

Delsberg Thun

40 12

,,Bec-Hellouin11

Lausanne Thun

39 7

52 . 46

Von Vollblut belegte Stuten (wovon \ Stule durch ' 2 Hengste und l durch 3 Hengste) . . . 190 ,,Kana ,,Kronprinz" ,,Kabyle*

Schüpfheim do.

Château-d'OEx

Von Halbblut belegte Stuten

43 51 53 147

Unser Landwirtschaftsdepartement hat es sich auch dieses Jahr angelegen sein lassen, über die Zuchtergebnisse der letztes Jahr von Vollbluthengsten belegten Stuten bei den Eigentümern derselben Erkundigungen einzuziehen. Aus den eingelangten Mitteilungen geht hervor, daß von den bei

657 Chefd'oeuvre

Sérapis

Dxtridge

Total.

5 6 1 --

8

10 -- --

32 28 4 2

54 54 7 2

14

10

20

81

1

--

1

6

62

27

28

87

204

34°/o

44% 41%

64% 64%

74% 69%

57% 51%

BecHellonin

belegten Stuten haben geboren : 9 Hengstfohlen . .

10 Stutfohlen . .

haben verworfen . . 2 sind umgekommen -- sind nicht trächtig geworden . . . . 37 Keine Nachricht eingelangt . . . . 4 Zusammen Es sind somit trächtig geworden . . .

Geboren haben . .

27%

Der Unterhalt des Depots, d. h. die Differenz zwischen dem Erlös an Sprunggeldern gegenüber den Ausgaben für Pourage und Verpflegung der Hengste, für Wärterlöhnungen, für den Transport der Hengste von und nach den Beschälstationen etc. erforderte eine Ausgabe zu Lasten des Bundes von Fr. 5292. 38. Dem mit der Beaufsichtigung und Verwaltung des Hengstendepots betrauten Personal der Regieanstalt wurde für die Mehrarbeit eine Entschädigung von Fr. 500 zuerkannt.

3. Prämiierung von Stutfohlen und Zuchtstuten.

An den im Monat Mai abgehaltenen 40 Schauen wurden unsern Experten 1622 Stutfohlen und Zuchtstuten zur Prämiierung vorgeführt. Hiervon wurden 1046 Stück prämiiert. Über die Zuerkennung der Prämien verweisen wir auf die nachfolgende Tabelle.

658 Zahl der prämiierten Stutfohlen und Stuten.

Kanton.

Zürich . . .

Bern . . .

Luzern .

Uri . . . .

Schwyz .

Obwalden . .

Glarus . .

Zug . . . .

Freiburg .

Solothurn .

Baselstadt . .

Basellandschaft AppenzellA^-Rh.

St. Gallen . .

Graubünden .

Aargau .

Thurgau . .

Waadt . . .

Wallis . . .

Neuenburg 1892, vorgeführte Fohlen 1622;prämiiert Total 1891 , vorgeführte Fohlen 1352; prämiiert Total

1-2jährig à Fr. 30.

Fr. 50.

Stück

StUck

1

164 17 -- 28 8 3 1 35 8 --5 3 24 9 3 3 85 28 15

2--3-

jährig à

3--73--5jährig jährig à à Fr. 200. Fr. 280.

StUck

1

1

130 12 1 13 7 2 -- 19 6 -- 2

99 12 1 16 5 2 -- 21 3 1 3 -- 2l 8 1 2 38 17 3

-- 36 6 1 3 67 24 8

StUck

1 -- -- --

2 -- -- --1 -- -- -- --2 1 -- --5 --2

Total.

StUck

Stück

4 393 41 2 59 20 7 1 76 17 1 10 3 83 24 5 8 195 69 .28

2 393 26 1 49 14 5

440

338

254

14

1046

344

298

237

7

886

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

1892zugesicherter Prämienbetrag . 13,200 16,900 50,800 5920 = 1891 zugesicherter Prämienbetrag . 10,320 14,900 47,400 1960

m Jahr 1891 prämiierte Stutfohlen.

Total.

Fr.

86,820 74,580

-- 49 12 1 9 4 87 22 2 7 140 51 12

886

659

Diese Stutfohlen stammen von 9l vom Bunde importierten oder zur Zucht "anerkannten" Hengsten ab.

Von den in frühern Jahren zugesicherten Prämien konnten pro 1892 ausgerichtet werden: FOr Fohler .

Kanton.

Zürich . .

Bern Luzern Uri Schwyz Obwalden Glarus Freiburg Solothurn Basel-Stadt . .

Basel-Landschaft Appenzell A.-Rh.

8t. Gallen Graubünden . .

Aargau Thurgau Waadt Wallis Neuenburg . .

1-2jährig

2--3jährig

3--5jährig

Fr. 30.

Fr. 50.

Fr. 200. Pr.280.

164

130 9 1 20 3 1 21 6 1 2

. .

7

13 7 3 18 4

. .

4

. .

. .

Total

FUr Zuchtsiuten.

3-7jährig

29 4 1 2 50 22 5 333

und zwar im Jahr 1888 zugesicherte ,, ,, 1889 ,, » 1890 ,, ,, ,, 1891

332

Prämienbetrag 1892 .

1891 .

Fr.

9990 8250

2 71 5

17 4 1 4 3 1

27 9 1 3 35 21 2 292

35 5 1 171

1 1 290

2 13 71 85

1

Fr.

14,600 12,750

2

2

365 22 1 50 14 5 43 13 2 6 1 74 16 2 6 · 120 48 8 798

2

3 14 72 709

1 --

--

1 18 3

Total Pämien.

-- 1 --

Fr.

Fr.

34,200 560 32,800 280

Er.

59,350 54,080

660;:

Im Berichtsjahre sind die letzten im Jahr 1889 für Stuten im Alter von 3--5 Jahren zugesicherten Prämien von Fr. 200 ausgerichtet worden. Die Zahl der damals in dieser Kategorie prämiierten Tiere betrug 204 Stück ; die Prämien konnten ausbezahlt werden für 145 Stuten. Es haben somit 71 % der im Jahr 1889 prämiierten Stuten lebende Fohlen geboren, und zwar zufolge der geführten Kontrolle 72 Beugst- und 73 Stutfohlen.

1888: 68,79 °/o Geburten, davon 50 Hengst- und 58 Stutfohlen.

1887:65,12% ,, ,, 62 ,, ,, 50 ,, 4. Beiträge für Pferdeausstellungen wurden nicht verlangt.

5. Beiträge für Fohlenweiden sind verabfolgt worden : Kantone.

Zahl der

Zahl der geaömmerten Weiden. Fohlen.

505 Bern .

.

. . 23 20 Luzern . .

1 166 . . 12 Schwyz 15 . .

1 Obwalden 20 Frei bürg . .

1 37 . .

3 Solothurn 2 30 S t . Gallen . . . . . .

Waadt . .

. . .

107 3 Wallis .

16 . .

1 Neuen bürg . .

2 26 1892 49 Zusammen 942 iì91 45 885 ·n

Höhe des ßundesbeitrage» Fr.

6,158. 50

290.

2,403.

105.

290.

540.

600.

15789.

80.

475.

12,732.

11,920.

-- 50 -- 50 -- -- -- 50 -- 25

6. Hufschmiedekurse.

An die Kosten von drei Hufschmiedekursen im Kanton Bern wurden Fr. 1846. 20, an zwei Kurse im Kanton Freiburg Fr. 1308. 28 und an einen Kurs im Kauton Waadt Fr. 501. 52, zusammen Fr. 3656, verabfolgt.

7. Depot dreijähriger Remonten.

Bei Anlaß der Stutfohlenschauen wurden 50 Stück dreijähriger Fohlen zum Preise von Fr. 45,967. 55 oder durchschnittlich zu Fr. 919. 35 per Stück (1891 Fr. 959. 56) angekauft.

661 Für die Aufzucht der Fohlen ist, wie in frühem Jahren, das der Allmendverwaltung gehörende Areal in Übeschi als Weide benutzt worden, und zwar vom 25. Mai bis 21. Oktober. Der Weidgang hat durch günstige Witterung im allgemeinen die Ernährung und Entwicklung der Tiere sehr begünstigt. Im Durchschnitt läßt die Beschaffenheit und der Körperbau der Fohlen des letztjährigen Ankaufes zum erstenmal einen entschiedenen Fortschritt unserer einheimischen Pferdeaufzucht erkennen. Die Qualität der Fohlen hat im Vergleich mit frühern Jahren bedeutend zugenommen.

Bei der vorgenommenen Liquidation des Bestandes sind 44 Fohlen von der eidgenössischen Regieanstalt zum Preise von Fr. 49,450. -- durchschnittlich cirka Fr. 1124 per Stück übernommen worden.

4 ,, wurden ausrangiert und versteigert.

2 ,, sind im Herbste ao innern Krankheiten umgestauden.

Aus dem Pferdezuchtkredit wurden ausbezahlt . ,, 17,443. 40 folglich Nettoausgaben inkl. Ankauf'skosten

. . Fr. 66,893. 40

d. h. für jedes an die Pferderegieanstalt abgegebene Fohlen Fr. 1520.

B. Bind Viehzucht.

  1. Auszahlung der im Jahre 1891 zuerkannten Beiprämien für Zuchtstiere und Stierkälber.

Im Jahr 1891 wurden an 181 kantonalen Schauen 2589 eidgenössische Beiprämien im Betrage von Fr. 141,964. 70 für solche prämiierte Zuchtstiere zugesichert, welche zehn Monate, vom Tage der Prämiierung an gerechnet, der Zucht im betreffenden Kanton nicht entzogen wurden.

Über die im Berichtsjahre erfolgte Auszahlung dieser ßeiprämien giebt die nachstehende Tabelle Aufschluß.

662 Ausbezahlte Beiprämien.

Zugesicherte Beiprämien.

Anzahl. Betrag.

Anzahl.

Betrag.

Fr. Ep.

Fr. Kp.

128 10,730. -- Zürich . . . 138 11,420. 315 Bern . . . . 333 31,770. -- 30,728.-- 151 11,840.-- Luzern . ' . . 165 12,170. -- 19 15402. -- Uri . . . .

19 1,402.-- 60 3,904. 20 60 3,904. 20 Schwyz .

24 27 1,225. -- 1,065. -- Obwalden . .

19 22 1,008. -- 913.-- Nidwaiden .

20 20 1,184. -- 1,184. -- Glarua 26 30 1,936. -- 1,708. -- Zug . . . .

130 10,350. -- 125 9,930. -- Freiburg 106 4,020. -- Solothurn 108 4,100. -- -- -- -- Baselstadt .

-- 2,140. -- 49 59 2,560. -- Baselland . .

27 840.-- 820.-- 26 Schaffhausen 42 2,290. -- Appenzell A.-Rh . 48 2,480. -- 17 855.-- 790.-- Appenzell.I.-Rh.

19 10,080. -- St. Gallen . . 291 10,755. -- 273 5,584. -- 80 6,765. -- 66 Graubünden 6,959. -- 6,656. 99 Aargau . . . 104 5,160. -- 4,660. -- 145 Thurgau . . . 161 3,820. -- 77 3,730. -- Tessin . . . .80 9,530. -- 225 10,048. Waadt . . . 300 9,474. -- 223 8,168. 50 Wallis . . . 258 2,297. 50 Neuenburg . . 110 98 2,085.15 Genf . . . . -- -- -- -- 1891: 2589 141,964.70 2333 (90,1 %)134,475. 85 (94,7» 1890: 2619 140,865.60 2264 (86,4 % 126,684. 80 (89,9% Kantone.

2. Prämiierung von Zuchtstieren und Stierkälbern im Jahre 1892.

Der den Kantonen für die Prämiierung von Zuchtstieren und Stierkälbern zur Verfügung gestellte Kredit wurde im Berichtsjahre mit Ihrer Zustimmung von Fr. 8 auf Fr. 10 per Zuchtstier (nach den Ergebnissen der eidgenössischen Viehzählung vom 21. April 1886) erhöht. An diese Krediterhöhung wurden die Bedingungen geknüpft, daß die bisherigen Leistungen der Kantone für die Prämiierung der Zuchtstiere nicht vermindert werden dürfen und daß der Betrag der kantonalen Prämie und der eidgenössischen Beiprämie zusammen für den einzelnen prämiierten Zuchtstier wenigstens Fr. 100 ausmache. Die übrigen an die Auszahlung der Prämien geknüpften Bedingungen waren die gleichen wie im Vorjahre.

663 Die Zusicherung der Beiprämien erfolgte an 156 Schauen gemäß nachstehender Tabelle.

Eidgenössische Beiprämien.

Kantonale V U A A" " " /nchtstierpramien.

Eantone.

Zugesicherte Verwendeter Quote.

Betrag.

Betrag.

Anzahl.

Anzahl.

Fr.

Fr.

Fr.

14,160. -- 13,800 168 14,680. -- 220 Zürich . . .

38,410 38,990. -- ·431 38,120. -- Bern . . . .

476 154 13,865. -- 228 Luzern .

14,920 15,000. -- 1,820 1,820. -- 20 . 1,640. Uri . . . .

20

8,010. -- 4,880 4,880. -- 59 59 1,522. 50 24 2,922. 50 24 1,520 22 2,470. -- 1,260 1,260.-- 50 1,480. 4,630. -- 20 20 1,480 2,080. -- 2,420. -- 30 30 2,420 15,095. -- 118 15,175. -- 14,690 118 5,140. 97 5,140. -- 97 5,090 -- -- 630 -- -- 3,100. -- 2,150. -- 79 3,190 36 1,050. -- 17 1,910. -- 36 1,050 47 3,100 3,100. -- 3,100. -- 47 905.-- 875.-- 17 1,290 13 331 15,010. -- 262 15,640.-- 13,320 7,280. -- 74 10,033. -- 193 6,980 9,150.-- 113 8,700.-- 113 8,700 103 5,150.-- 6,450 6,430. -- 103 Thurgau . .

96 65 6,235. -- 4,710 4,375. -- Tessin . . .

12.560 13,752. -- 183 17,379. -- 263 Waadt . . .

7,174. 50 113 7,174. 50 113 17,870 Wallis . . .

68 2,870 2,870. -- 68 6,097. 50 Neuenburg . .

12 12 780.-- 780.-- Genf. . . .

900 1892: 183,910 176,264. -- 2249 194,436. 50 2813 1891: 147,128 141,964.|70 2589 175,159. 20 3098 Differenz +36,782 +34,299. 30 --340 +19,277. 70 --285 Schwyz .

Obwalden . .

Nidwalden . .

Glarus . . .

Zug . . . .

Frei bürg . .

Solothurn . .

ßaselstadt . .

Basellaod . .

Schaffhausen .

AppenzellA.-Rh.

Appenzell l.-Rh.

St. Gallen . .

Graubünden Aargau . . .

Die Kantone haben überdies verwendet : 1. für die Prämiierung von Kühen und Rindern Fr. 67,768. -- 2. für die Prämiierung von Zuchtfamilien und Zuchtbeständen (Obwalden, Glarus, Freiburg, Schaffhausen, St. Gallen, Graubünden, Wallis und Neuenburg) . ,, 12,300.78 Fr. 80,068. 78

664

Die Gesamtauslage der Kantone für die Prämiierung von Zuchtstieren, Kühen nnd Rindern beträgt demgemäß Fr. 274,505. 28, gegenüber Fr. 241,815. 70 im Vorjahre.

3. Prämiierung von Zuchtfamilien, beziehungsweise Zuchtbeständen.

Die im Jahre 1891 für Zuchtfamilien und Zuchtbestände bedingungsweise zugesicherten Prämien gelangten im Berichtsjahre in folgenden Beträgen zur Auszahlung: Kantone.

Zürich Bern Luzern Uri Schwyz . . .

Obwalden . . .

Nidwaiden . .

Glarus Zug Frei bürg . . .

Solothurn . . .

Baselstadt . . .

Baselland . . .

Schaffhausen .

Appenzell A.-Rh.

Appenzell I.-Rh.

St. Gallen . .

Graubünden . .

Aargau . . .

Thurgau . . .

Tessio Waadt Wallis Neuenburg . .

Genf

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

1891

Zugesicherte Prämien.

Anzahl.

Betrag.

Fr.

4,460. -- 48 196 12,908. -- 4,290. 26 610. -- 8 26 1,533. -- 13 1,036. -- 6 373. -- 37 1,507. 20 522. -- 13 58 9,110. 70 23 1,692. -- -- --9 885. 8 524. 90 13 936. -- 5 400. -- 52 4,419. 10 89 4,550. -- 13 3,732. -- 27 2,366. 60 56 2,600. -- 70 5,270. -- 7,284. -- 96 21 1,112. -- -- -- 913

72,121.50

1890: 886

65,740. 60

Ausbezahlte Prämien.

Anzahl.

Betrag.

Fr.

38 4,179. -- 183 12,548. -- 23 4,198. --

8

610. --

19

1,110. 68

8 5 26 9

361. -- 327. 65 565. -- 405. --

54 16

3,880. -- 1,463. --

8 7 13 4

835. -- 479. 60 936. -- 330. --

46 65 13 22 49 42 91

4,026.

3,420.

3,732.

2,150.

2,300.

4,154.

3,504.

70 -- -- 40 -- -- --

19

969. 65

768 84.i> 774

56,484.68 78.3 % 57,326. 50

87.8°/o

87.a »/o

665 Ferner wurden im Jahre 1892 an 225 Schauen 798 Prämien für Zuchtfamilien und Zuchtbestände im Gesamtbetrage von Franken 74,031. 78 zugesichert. Die Auszahlung dieser Prämien wird im Jahre 1893 erfolgen, sofern die prämiierten oder mit diesen verwandte Bestände bei den Zuchtfamilienschauen wieder vorgeführt und neuerdings prämiiert werden.

Die zugesicherte Prämiensumme verteilt sich auf die einzelnen Kantone wie folgt: jxauioue.

Zahl der Zahl der Gesamtstückzahl Ausgesetzter vorgeführten prämiierten der prämiierten Kredit.

Familien. Familien.

Familien.

Fr.

Zürich . . . .

Bern . . . .

Luzern . . .

Uri . . .

Schwyz . . .

Obwalden Nidwaiden 'Glarus . .

Zug . . . .

Freiburg .

Solothurn Baselstadt . ..

Baselland .

Schaffhausen Appenzell A.-Rh.

Appenzell J.-Bh.

St. Gallen . .

Graubünden . .

Aargau . . .

Thurgau . .

Tessin . . . .

Waadt . . .

Wal lis . . .

Neuenbui-g . .

Genf . . . .

1892: 1891:

54 124 30 610 11 54 1,533 518 19 6 373 565 38 522 34 3,880 26 1,692 . 29 -- 111 883 12 9 525 18 936 386 12 4,420 79 3,887 153 3,732 15

4,432 12,908 4,290

2,367 2,524 4,557 3,504 1,112

359 60,626 60,626

40 95 100 115 23 -- 1096 1287

47 121 28 10 33 12 6 33 20 26 23 -- 11 9 16 6 61 114 15 27 70 46 44 20 -- 798 913

2,240 3,776

582 35 140 56 22 181 93 2,307

148 -- 49 44 63 26 455 393 350 263 285 300 212 204 -- 12,224 7,831

Betrag der Prämien.

Fr.

4,568. -- 12,901. -- 4,290. . 610. -- 1,533. 45 1,036. -- 373. -- 1,373. 53 522. -- 8,880. -- 1,692. --

-- 885. -- 625. 25 936. -- 400. -- 5,970. 60 4,592. 15 3,732. -- 2,459. 85 2,511. 20 5,356. 30 6,074. 2,710. 45 -- 74,031. 78 72,121. 50

Diejenigen Kantone, welche bei der Zusicherung der Prämien den ihnen zur Verfügung gestellten Kredit überschritten haben, werden einen allfällig bei der Auszahlung der Prämien sich ergebenden Mehrbetrag aus eigenen Mitteln decken.

Bundesblatt 45. Jahrg. Bd. I.

46

666

4. Beiträge für Gründung von Zuchtgenossenschaften.

Es wurden im Berichtsjahre an 58 Viehzuchlgenossenschaften (1891 an 49 Genossensehnften) Bundesbeiträge an die Gründungskosten ausgerichtet. Der Gesamtbetrag dieser Beiträge beläuft sich auf Fr. 16,800, die Höhe der einzelnen Beiträge variiert von Fr. 200 bis Fr. 300 und richtet sich hauptsächlich nach dem männlichen Zuchtmateriiil, das sieh im Besitze der betreffenden Genossenschaft befindet. Die subventionierten Genossenschaften verteilen sich auf folgende Kantone: Zürich 8, Bern 26, Luzern 2, Schwyz l, Zug l, Freiburg 9, Solothurn l, Schaffhausen l, St. Gallen 4, Thurgau 2, Waadt 3.

Die Genossenschaften sind gehalten, den ihnen verabfolgten Bundesbeitrag zurückzuerstatten, wenn sie sich vor Ende 1897 wieder auflösen oder wenn ihre Zuchtbeständo innert dieser Frist anläßlich der Zuchtfamilienschauen nicht mehr prämiiert werden sollten.

C, Kleinviehzncht, Zum ersten mal wurden im Berichtsjahre den Kantonen Bundesbeiträge für die Prämiierung von Zuchtebern und Ziegenböcken in Aussicht gestellt. Die Höhe dieser Beiträge richtet sieh nach den Beträgen, welche die Kantone zum gleichen Zwecke auswerfen, und darf diese nicht übersteigen. Der eidgenössische Beitrag durfte im Jahre 1892 den Besitzern von prämiierten Zuchtebern und Ziegenböcken nur in Form von Beiprämien zugesichert werden, und es erfolgt die Auszahlung erst im Jahre 1893, sofern die prämiierten Tiere alsdann an den öffentlichen Schauen wieder vorgeführt werden.

In welchem Maße die Kantone den ihnen zur Verfügung gestellten Kredit pro 1892 in Anspruch genommen haben, geht aus nachstehender Tabelle hervor.

Kantone.

Zugesicherte Prämien fllr Zuchteber.

Zugesicherte Prämien fUr Ziegenböcke.

Kantonale Prämien.

Kantonale Prämien.

Anzahl.

Betrag.

Eidgenössische Beipränrien.

Anzahl.

Fr.

Zürich Bern Luzern Uri Schwyz Ohwalden Nidwaiden Glams Zng Freiburg Solothurn Basel-Stadt . .

Basel-Landschaft Seh äff hausen .

Appenzell A.-Rh.

Appenzell I.-Eh.

St. Gallen Grauhünden Aargau Thurgau Tessin Waadt Wallis Neuenburg Genf

29 69 28 l 10 -- 4 5 36 17 -- 8 28 -- 8 24 -- 9 9 13 150 4 6 --

980. -- 1925. -- 710. -- 12. 50 225. -- -- 130. -- 75. -- 645. -- 295. -- -- 150. -- 570. -- -- 240. -- 700. -- -- 120. -- 140. -- 510. -- ' 1800. -- 97. 50 180. -- --

458

9505. --

Betrag.

Anzahl.

Fr.

29 69 28 l 10

980. -- 1925. -- 710. -- 12. 50 225. --

Betrag.

Eidgenössische Beiprämien.

Anzahl.

Betrag.

Fr.

Fr.

102 125 20 5

560. -- 1082. 50 120. -- 62. 50

102 125 20 5

560. -- WH2. 50 120. -- 62. 50 27. -- 50. -- 75. --

4 5

130.

75.

7 4 20

54. -- 50. -- 75. --

7 4 20

36 17

645.

295.

50 54

600. -- 421. --

48 54

590.

421.

5 28

100. -- 570. --

8 24

240. 700. --

13 43

58. 50 460. --

13 43

58. 50 460. --

9 5 13 150 4 6

120.

100.

510.

1800.

97.

180.

-- -- -- -- 50 --

57

470. --

57

470. --

16 4

175. -- 35. --

16 4

175. -- 35. --

451

9415. --

520

4223. 50

518

4186. 50

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668

Die Kantone haben überdies für die Prämiierung weiblicher Zuchttiere des Schweine- und Ziegengeschlechtes Fr. 3410 ausgeworfen, so daß die gesamten kantonalen Auslagen für die Prämiierung männlicher und weiblicher Tiere des Schweine- und Ziegengeschlechtes die Höhe von Fr. 17,138. 50 erreichen.

III. Verbesserung des Bodens.

Bundesbeiträge an Unternehmungen zur Verbesserung des Bodens sind im Berichtsjahre A. in A u s s i c h t g e s t e l l t w o r d e n :

im Kanton Zürich . . . für Bern . . . ·n ·n ·f) n ·n

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Fr.

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10,384.

62,446.

8,348.

26,157.

5,500.

900.

50,274.

32,839.

1,119.

10,968.

730.

50 50 -- 60 -- -- 50 -- 50 -- --

1892 zusammen für 109 Unternehmen Fr. 209,667. 60 98,644. 89 100 1891 f) n ·n 44,859. 37 40 1890 ,, n ·n n B. zur A u s z a h l u n g g e l a n g t : 6 Unternehmen Fr.

im Kanton Zürich . . . für 11 Bern ·n ·n ·n ^ 4 Sehwyz fi ·n TI ·n TP 4 St. Gallen . . ·n ·ft 11 ·n 32 Graubünden .

·n ·n ·n n 1892 zusammen für 57 Unternehmen Fr.

24 1891 ., T) n ·n 23 1890 v T) ·n ·n

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2,749.

6,721.

3,037.

6,888.

17,427.

17 35 36 44 33

36,323. 65 29,970.

-- 19,874. --

»_j n>t?i'ssj.«j*ri7 über den

Stand der ansteckenden Krankheiten der Haustiere in der Schweiz im Jahre 1892.

I.

II.

III.

IV.

V.

Ansteckende Lungensenche.

Rauschbrand.

Milzbrand.

Mani- und Klauenseuche.

Wut.

Großvieh.

Kanton.

VI.

Vii.

Rotz und Rotlauf od.

Hant- Fleckfieber wurm. d. Schweine,

S

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.

Tiere.

Zürich Bern Luzern Uri Schwyz Unterwaiden o. d. W.

Unterwaiden n. d. W.

Glarus Zug Freiburg . . . .

Solothurn . . . .

Basel-Stadt. . . .

Basel-Landschaft . .

Schaffhausen . .

Appenzell A.-Rh.

Appenzell I.-ßh. . .

S t . Gallen . . . .

Graubünden . . .

Aargau Thuraau Tessin Waadt Wallis . . . . . .

Neuenburg Genf

Tiere.

Tiere.

176 4

29 81 18

19 12

17 l

43

65 10

10 23 5 3 l

71 4

Total

l

4e8

15 31 7 2 l l 15 l 5 17 5 8 5 2 265

Tiere.

Tiere.

18 111 183

179 100

29 l

l 2

78 42

24 6

l

20 173 46 46 1156 2989 4049 647

7 9 3 4 37

10 6

Tiere.

Tiere.

2

6

Verseucht UmUmgestanden gestanden nnd dar Anund nnd steckung abgethan. abgethan. verdächtig.

Tie e.

Tiere.

Tiere.

155 143 114

13 2

299 6 2 15 576 2387 913 555

804 13 48

2 2

109

54

11 34

119 10842 34 4946 4980

30 Ef6 "42 73 2 32 43 282

2

10961

2

Tiere.

194 17 187

29

Riinde.

Kleinvieh.

UmUmüm-- bo UmUmder Als gestaaden Als gestanden verdächtig Seuche gestanden gestanden und als verdächtig «'S una und und und l-S =3 verseucht M%2s 5 *a sto abgethan. abgethan. abgethan.

abgethan. abgetnan. abgethan. abgethan. Ig" Ml l g1 gC --= "2to £fc> <S = > » " s i

Tiere.

VIII.

l 11 21

4

12

27 8

1271

13

9

15941 Stand im Jahre 1891

Vermehrung gegenüber

9

376

265

28439

64

40

1178

617

dem

Jahre 1891 Verminderung gegenüber dem Jahre 1891

72 l

93 12498

51

19

608

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1 raff· E:

669

IV. Viehseuchenpolizei.

  1. Seuchenverhältnisse und Maßnahmen im Innern.
  2. Aus den beiliegenden Übersichtstabellen über den Stand der ansteckenden Krankheiten der Haustiere in der Schweiz im Jahre 1892 ergiebt sich gegenüber dem Vorjahre eine Vermehrung der Fälle von Rauschbrand und Rotlauf, während namentlich die Maul- und Klauenseuche trotz der in den meisten Nachbarstaaten sehr ungünstigen Verhältnisse einen bedeutenden Rückgang aufweist.

Wir glauben nicht fehl zu gehen, wenn wir diese erfreuliche Thatsache einerseits der Wirkung des gegenüber Österreich-Ungarn und Italien fortwährend in Kraft bestehenden Verbotes der Nutzvieheinfuhr, der damit verbundenen strengen Kontrolle der Schlachtvieheinfuhr und andrerseits der in manchen Kantonen besser als früher durchgeführten Viehseuchenpolizei zuschreiben.

Die im Laufe des Jahres eingelangten kantonalen Berichte geben folgendes Bild hinsichtlich der Seucheneinschleppungen aus dem Auslande: Frankreich,

Ansteckende Lungenseuche .

Milzbrand Maul- und Klauenseuche . .

Wut Kotz und Hautwurm . . .

Rotlauf Total der Einschleppungsfälle

-- -- -- -- -- 5 5

DeutschUnd.

-- -- 4 -- 4 *) -- 8

ÖsterreichUngarn-

Italien,

-- -- l -- -- -- l

-- -- 20 -- -- 3 23

Total.

-- -- 25 -- 4 8 37

Das Auffallendste an dieser Zusammenstellung liegt offenbar darin, daß im Berichtsjühre nur e i n e Einschleppung der Maul- und Klauenseuche aus Österreich-Ungarn nachweisbar erfolgt ist, während noch irn letzten Jahre das Auftreten und die Verbreitung dieser Seuche in erster Linie den Einschleppungen durch Vieh österreichischungarischen Ursprungs beigemessen werden mußten und trotzdem dieses Vieh vermöge des Seuchenstandes in den Herkunftsländern aa und für sich keine bessern Garantien bot, als ehedem. Zu diesem Resultate dürften außer den bereits erwähnten Faktoren und der dadurch bedingten Abnahme der Einfuhr namentlich die unter Abschnitt D angeführten Verfügungen und die Anordnung beigetragen *) In allen 4 Fällen wurde die Senche anläßlich der grenztierärztlichen Untersuchung konstatiert nnd die Abschlachtung der betroffenen Tiere an Ort und Stelle verfügt.

670

haben, wonach Schlachtviehtransporte aus Österreich-Ungarn mitunter der Bedingung zur Einfuhr zugelassen werden, daß sie durch Vorarlberg ohne .irgend welchen Aus- oder Umlad in plombierten Wagen transitieren. Auf diese Weise wird der Markt in Bregen/, von wo aus früher vielfach Einschleppungen erfolgten, umgangen.

Wenn trotz der daherigen günstigen Verhältnisse an der österreichischen Grenze es neuerdings die ostschweizerischen Kantone sind, welche das Hauptkontingent zu den Maul- und Klauenseuchefällen liefern, so ist dies zum Teil auf den Handel mit italienischem Vieh, in der Hauptsache aber auf die früher mißlichen seuchenpolizeilichen Zustände im Kanton Appenzell I.-Rh. zurückzuführen.

2. Veranlaßt durch das Auftrelen und die Verbreitung der Maulund Klauenseuche im Kanton Appenzell I.-Rh. und deren Verschleppung nach dem Kanton St. Gallen, sowie durch ein ausdrückliches Begehren der st. gallischen Regierung wurde der eidgenössische Viehseuchenkommissär im Monat August beauftragt, eine Untersuchung über die Organisation der Viehseuchenpoluei in Âppeuzell I.-Rh.

und über die zu jener Zeit angeordneten Bekämpfung«- und SchuUmaßregeln vorzunehmen. Diese Untersuchung hat die Unzulänglichkeit sowohl der Organisation als der ergriffenen Maßnahmen ergeben. Wir unterlassen es, an dieser Stelle auf Einzelheiten einzutreten. Alles in allem mußte sich uns die Überzeugung aufdrängen, daß im Kauton Appenzell I.-Rh. weder die Behörden noch die interessierte Bevölkerung sich mit der Vollziehung der eidgenössischen Vorschriften über Viehseuchenpolizei befaßten. Angesichts dieser Thatsache mußte dafür gesorgt werden, daß den benachbarten Gebieten und dem gesainten Lande möglichst wenig Schaden erwachse. Wir sahen uns daher in die Notlage versetzt, bis zum Eintreten zufriedenstellender Verhältnisse die Viehausfuhr aus dem Kanton Appenzell I.-Rh. ausnahmslos zu verbieten. Um jedoch gleichzeitig auch geordnete Zustände zu schaffen, haben wir die Regierung von Appenzell I.-Rh. allen Ernstes dazu verhalten, die in dem eidgenössischen Gesetze und den Verordnungen enthaltenen Vorschriften in ihrem ganzen Umfange in Vollzug zu setzen.

Am 31. Dezember, also nach etwas mehr als viermonatlicher Dauer, konnte die Absperrung des Kantons Appenzell I.-Rh. aufgehoben und dessen Viehverkehr wieder freigegeben werden. 3. In unserm Geschäftsberichte für das Jahr 1890 haben wir bereits einer Eingabe Erwähnung g'ethan, mittelst welcher der Verband landwirtschaftlicher Vereine der romanischen Schweiz an uns das Gesuch um Ergreifung prophylaktischer Maßregeln gegen die Verbreitung der Tuberkulose durch die Haustiere richtete.

671 Wir erlauben uns, Sie bezüglich der Behandlung und vorläufigen Erledigung dieses Begehrens auf den Bericht zu verweisen, welchen der Chef der Abteilung Landwirtschaft des Industrie- und Landwirtschaftsdepartements unter dem Titel ,,Die Tuberkulose des Rindviehes und die Viehversicherung"1 erstattet hat und welcher an Sie zur Verteilung gelangt ist.

4. Seit dem Inkrafttreten der bundesrätlichen Verordnung vom 14. Oktober 1887 zu den Bundesgesetzen über polizeiliche Mfißregeln gegen Viehseuchen, vom 8. Februar 1872, 19. Juli 1873 und 1. Juli 1886, ist die Entdeckung gemacht worden, daß mit dem Namen ,,Rotlauf* zwei verschiedene ansteckende Krankheiten bezeichnet worden sind, nämlich 1. der eigentliche Rotlauf (Erysipelas malignum), eine Septikämie, hervorgerufen durch einen feinen Bacillus, der hauptsächlich durch den Verdauungskanal in das Tier eintritt und dasselbe ansteckt, und 2. die Schweineseuche (Pneumo-Enteritis infectiosa), die durch ein ovales Bakterium erzeugt wird und als ein fieberhaftes Allgemeinleiden mit multipler Pneumonie bezeichnet werden kann.

Diese letzere Seuche ist auch in der Schweiz verbreitet, wo sie schon heute wahrscheinlich größeren Schaden verursacht als der eigentliche oder Stähchenrotlauf. Weil sie aber im Gesetz und in der Vollziehungsveroi'dnung nicht unter den Seuchen angeführt wird, für welche die Anzeigepflicht besteht, wurde mancherorts die Anzeige ihres Ausbruchs unterlassen.

Sowohl vom Interessenstandpuukte der Landwirtschaft als demjenigen der Viehseuchenpolizei aus erschien es deshalb zweckmäßig und geboten, die Schweineseuche unter die Zahl der im Art. 24 der oben erwähnten Vollziehungsverordnung als gemeingefährlich bezeichneten ansteckenden Krankheiten aufzunehmen, um so mehr, ·AÏS alle gegen den Rotlauf bestehenden sanitarischen Maßregeln ohne weiteres auch gegen die Schweineseuehe angewendet werden milssen.

Durch Bundesratsbeschluß vom 15. Dezember 1892 haben wir dieser Ansicht Ausdruck verliehen.

5. Bekanntlich ist der Kanton St. Gallen als Einbruchsthor für den bedeutenden Viehimport aus Österreich-Ungarn und dessen Hinterländern in viehseuchenpolizeilicher Hinsicht von besonderer Wichtigkeit. Von einer guten Organisation dieser Polizei im dortigen Kanton und speciell von einer zuverlässigen Überwachung der Viehmärkte an der st. gallisch-österreichischen Grenze ist der Gesuudheits-

672 zustand des gesamten schweizerischen Viehstandes wesentlich abhängig.

Wir haben denn auch, mit Rücksicht auf diese seit Jahren durch mannigfache Erfahrungen bestätigte Thatsache, die Regierung des Kantons St. Gallen wiederholt darauf aufmerksam gemacht, wie notwendig und wie wertvoll es wäre, die Leitung der Viehseuchenpolizej daselbst in der Hand eines thatkräftigen, umsichtigen Kantonstierarztes zu wissen. Angesichts der allgemeinen Wichtigkeit der Frage für die Gesamtinteressen des Landes erachteten wir es ebenfalls als geboten, behufs Erreichung des angestrebten Zweckes der st. gallischen Regierung eventuell die Unterstützung durch einen Bundesbeitrag aus dem eidgenössischen Viehseuchenfonds, an die Kosten einer derartigen Beamtung in Aussieht zu stellen. Dabei sind wir von der Ansieht ausgegangen, es lasse sich eine solche Beitragsleistuog durch die Verhältnisse sowohl als durch Art. 3 des Bundesgesetzes vom 1. Juli 1886, betreffend eine Änderung des Bundesgesetzes vom 8. Februar 1872, über polizeiliche Maßregeln gegen Viehseuchen, wohl begründen. Dieser Artikel bestimmt, daß aus den für die grenztierärztliche Untersuchung erhobenen Gebühren vor allem aus die durch die Sanitätspolizei an der Grenze verursachten Kosten zu bestreiten seien. Ein allfälliger Überschuß habe zur Anlage und Äufnung eines Viehseuchenfonds zu dienen, welchem die zur Bekämpfung ansteckender Tierkrankheiten nötigen Beträge entnommen werden sollen.

eidgenössische Seuchenkommissäre abzuordnen. -Mit der beabsichtigten Verbesserung der Viehseuchenpolizei im zumeist betroffenen Kanton St. Gallen dürfte dieser F"all seltener eintreten und damit auch der eidgenössische Viehseuchenfonds entsprechend weniger in Anspruch genommen werden.

Die Regierung des Kantons St. Gallen, unserer Einladung Folge gebend, hat auf Beginn des Jahres 1893 die Stellung eines Kantonstierarztes geschaffen und sich bei uns um eine Subvention an die

675.

daherigen Kosten beworben. Gestützt auf die oben entwickelten Grundsätze haben wir auf Zusehen hin einen jährlichen Beitrag, zugesichert.

B. Grenzverkehr im allgemeinen.

  1. Die Tabelle III giebt eine Übersicht der Vieheinfuhr in dei" Schweiz im Jahre 1892. Das Resultat einer Vergleichung mit dem letztjährigen Ergebnis besteht in einer Abnahme der Einfuhr um 55,181 Stück Groß- und Kleinvieh, in einem gesamten Schatzungswerte von Fr. 12,785,195, wovon gegen 7 Millionen allein auf die Position Ochsen und Stiere, geschaufelt, entfallen. Der Rückgang der Einfuhr dieser Tiere macht sich vorzugsweise gegenüber Österreich-Ungarn, mit einem Ausfall von gegen 5 Millionen Franken,, bemerkbar.

Frisches und geräuchertes Fleisch wurde in 7728 Sendungen mit einem Gesamtgewicht von 1,069,130 kg. der grenztierärztlichen Kontrolle unterworfen, gegenüber dem Vorjahre somit eine Vermehrung von 976 Sendungen im Gewichte von 176,746 kg.

Die Auslagen für die Viehseuchenpolizei an der Grenze beziffern sich auf Fr. 129,997, die aus den Untersuchungs- und Passierseheingebühren resultierenden Einnahmen auf Fr. 142,858. 55, so daß dem eidgenössischen Viehseuchenfonds ein weiterer Betrag von Fr. 12,861. 55 einverleibt werden kann. Dieser Fonds beläuft sich nunmehr einschließlich der ergangenen Zinse auf Fr. 246,448. 94.

Über die Besorgung des grenztierärztlichen Dienstes sind uns keine Klagen von wesentlicher Bedeutung zur Kenntnis gelangt; in 11 Fällen mußten Ordnungsbußen ausgesprochen werden.

Seitens der Grenztierärzte sind nachstehende Rückweisungen verfügt worden : Frankreich.

wegen Maul- und Klauenseuche und Seucheverdacht 3 wegen Rotz und Hautwurm und Verdacht . . . . 3 wegen Kotlauf und Rotlauf-

Deutschland.

3 4

Ö

«>"«">·

--

2

8 Transporte

1 2

9 2

60

1 --

wegen Räude . . .

. 1 wegen mangelhaften Gesundheitsscheioen . . 5 wegen (Jngenießbarkeit des Fleisches . . . . 2 wegen ungereinigten, nicht desinfizierten oder zu schmalen Wagen . . -- Total der Rückweisungsfälle 14

Total.

üng±h-

1

.

2 :

40

1

14

--

2

4

8 Sendungen

--

--

53

63 Transporte

48

4

7fi

U2

Zu Seite 673.

Tabelle IH.

Übersicht der

Vieheinfuhr in die Schweiz im Jahr 1892.

(Nach den Angaben der schweizerischen Grenztierärzte.)

Nr.

1

Grenzstrecke.

Tiergattung.

Pferde Über 1 Jahr . . . -

Deutschland Frankreich < Italien Österreich

Total 2

Deutschland Frankreich Italien Osterreich

Maultiere Total

3

Deutschland Frankreich Italien Österreich

Esel Total

4

Deutschland Frankreich Italien Österreich

Fohlen bis auf 1 Jahr . . . . . .

Total

5

Deutschland Frankreich Italien Österreich

Ochsen, geschaufelt Total

6

Total 7

Total

Stücke.

3,472 3,735 899 1,809

Fr.

Fr.

2,316,130 667 2,262,067 605 525,743 584 625,893 345

Ct.

9,915

5,729,833 577

90

09 64 81 99

2 47 72 2

410 17,574 26,335 330

205 373 91 365 76 165

123

44,649

363

9 41 357 5

1,385 5,097 68,985 1,000

153 89 124 32 193 24 200

412

76,467

165 60

57 510 30 30

14,131 106,784 3,945 5,230

247 209 131 174

91 38 50 33

627

130,090 207

48

6,855 16,370 5,535 4,826

524 519 806 332

2,181

Deutschland Frankreich < Italien Österreich

Kühe geschaufelt

Gesamtwert.

3,265,241 9,034,353 3,179,518 2,470,045.

476 551 574 511

33 88 44 82

33,586 17,949,157 534 42 Deutschland Frankreich Italien Österreich

Stiere, geschaufelt

Einheitswert.

Menge.

205,219 202,126 383,580 129,600

361 64 389 45 475 91 390 36

920,525 422 07

3,101 5,476 4,606 1,482

1,186,510 1,881,031 1,158,016 438,165

366 343 251 295

50 50 41 66

14,665

4,613,722

314

61

Umwenden!

Nr.

8

Grenzstrecke.

Tiergattung.

' |< Deutschland Frankreich

Rinder geschaufelt

Italien Österreich

Total 9

Deutschland Frankreich ! Italien Österreich

Jungvieh ungeschaufclt Total

10

Mastkälber, Über 60 kg. Gewicht

Deutschland Frankreich Italien Österreich

. . . .

Total

11

Kälber, bis und mit 60 kg. Gewicht

Deutschland Frankreich Italien Österreich

. . .

Total

12

Srhwfiinp

Deutschland Frankreich Italien Österreich

.

Total

13

Deutschland Frankreich · Italien Österreich

Schafe Total

14

Zipflfin

Deutschland Frankreich \ Italien Österreich Total Gesamttotal

Überdies wurden im Transit eingeführt über die Zollstationen Pruntrut 19,229 Schweine und BuchsBahnhof 207 Pferde undjll8,115 Schafe.

1

Menge.

Gesamtwert.

Stücke.

808 1,303 555 243

Fr.

268,768 444,868 121,668 75,896

Einheitswert.

Fr.

Ct.

332 341 219 312

63 42 22 33

2,909

911,200 313 23

4,446 2,002 2,537 1,400

928,604 388,500 332,836 260,986

208 194 131 186

86 06 19 42

10,385

1,910,926 184 01

142 10,689 813 8

15,409 108 51 1,036,474 96 97 96,761 119 02 675 84 38

11,652

1,149,319

94 3,265 118 11

3,590 152,729 7,065 578

38 46 59 52

19 78 87 55

3,488

163,962

47

01

98 64

6,447 43,854 21,111 2,460

554,288 85 98 84 25 3,694,765 2,470,015 117 230,708 93 78

73,872

6,949,776

94 08

22,627 23,938 36,467 17,551

842,009 829,985 1,012,437 483,141

37 34 27 27

100,583

3,167,572

31 49

21 67 76 53

76 ^2 26 18

252 5S3^ 1,986 144

^232^ 15,055 44,209 2,618

20 27 22 18

2,935

67,114

22 85

267,333 43,784,312

674

2. Hinsichtlich der grenztierärztlichen Behandlung von Pferden, Eseln und Maultieren, welche eingespannt oder als Last- oder Reittiere über die schweizerische Grenze geführt werden, haben sich mehrfach Schwierigkeiten, meistens hervorgerufen durch örtliche Verkehrsverhältnisse, ergeben. Wir haben über den Gegenstand eine specielle Instruktion erlassen, welche mit dem I.Januar 1893 provisorisch in Kraft treten soll; die Erfahrungen, welche mit den daherigen Anordnungen gemacht werden, sollen Wegleitung für das zukünftige Vorgehen bieten.

3. Veranlaßt durch einen Specialfall haben wir grundsätzlich verfügt, daß im Auslande stehende Pferde schweizerischer Militärs, sofern deren Besitzer sich als zum Militärdienst einrückend ausweisen, ohne grenztierärztliche Untersuchung zur Einfuhr zuzulassen sind.

C. Viehverkehr mit Deutschland.

Aus dem letztjährigen Geschäftsberichte ist zu ersehen, daß Gesundheits- oder Ursprungsscheine für Viehtransporte deutscher Herkunft an der schweizerischen Grenze zur Zeit nur dann als gültig angenommen werden, wenn dieselben von patentierten Tierärzten ausgestellt und unterzeichnet sind.

Von Seiten verschiedener badischer Gemeinden, welche von Schweizergebiet eingeschlossen und somit in ihrem Verkehr auf die Schweiz mehr oder weniger angewiesen sind, ist an uns das Ansuchen gestellt worden, es möchte bezüglich der Viehausfuhr aus jenen Gemeinden von einem tierärztlichen Ursprungszeugnisse Umgang genommen und die'Bescheinigung der resp. Bürgermeisterämter als genügend anerkannt werden. Begründet wurden derartige Gesuche vorwiegend mit der weiten Entfernung des Tierarztes und den mit der Herbeirufung desselben für die Viehbesitzer verbundenen Kosten. Den ausnahmsweisen Verhältnissen Rücksicht tragend, haben wir diesen Gesuchen entsprochen. Andererseits aber waren wir im Falle, ähnliche Begehren aus benachbarten Gemeinden, ·welche sich in geographisch normaler Lage befinden, abschlägig zu bescheiden, immerhin in dem Sinne, daß den Interessenten gestattet wurde, im Bedarfsfälle das verlangte Zeugnis nach erfolgter Untersuchung am Standorte der Tiere durch einen patentierten schweizerischen Tierarzt ausstellen zu lassen. Diese Verfügung hatte natürlicherweise lediglich den Zweck, den gesuchstellenden Interessenten ·entgegenzukommen; es lag uns durchaus ferne, damit den Geschäftsbetrieb der badischen Tierärzte zu gunsten ihrer schweizerischen Kollegen zu beeinflussen, wie denn auch letztere dazu verhalten wurden, nur auf ausdrücklichen Ruf hin die erwähnten Funktionen auszuüben.

675 Das badische Bezirksamt zu Waldshut glaubte jedoch hiervon Veranlassung nehmen zu sollen,, bei dem schweizerischen Bezirksi arnt in Laufenburg vorstellig zu werden und demselben unter Hinweis auf das Vorgehen schweizerischer Tierärzte zu eröffnen, daß ,,die Ausstellung von Zeugnissen, zu deren Ausstellung nur ein B e a m t e r , z. B. Fleischbeschauer oder Bezirkstierarzt, zuständig ist, durch eine Privatperson" (in concreto ein schweizerischer Tierarzt) "die unbefugte Ausübung eines öffentlichen Amtes enthalte, die durch § 132 .des deutschen Reichsstrafgesetzbuches mit Gefängnis bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu 300 Mark bestraft werde". Das genannte badische Bezirksamt fügte dieser Mitteilung bei, daß es im Falle einer Wiederholung genötigt wäre, der großherzoglichen Staatsanwaltschaft zum Zwecke strafgerichtlicher Verfolgung Anzeige zu machen.

Die grundsätzliche Natur der Angelegenheit und die Bedeutung, welche dieselbe für eine Anzahl badischer Gemeinden hatte, ließen -es uns als geboten erscheinen, dieselbe der badischen Regierung zu Prüfung und Entscheid zu unterbreiten. Dabei warfen wir die Frage auf, oh vom Standpunkte der Übereinkunft zwischen der Schweiz und dem Deutschen Reiche über die Zulassung der an der Grenze domizilierten Medizinalpersonen zur Berufsausübung, vom 29. Februar 1884, das Vorgeben schweizerischer Tierärzte unier den obwaltenden Umständen als ein unbefugtes betrachtet werden könne.

Das badische Ministerium des Innern hat sich hierauf unterm 13. April dahin geäußert, daß dortseits "in der Ausstellung von Gesundheitszeugnissen durch schweizerische Grenztierärzte in badischen Grenzorten zürn Zwecke der Einfuhr badischen Viehes nach der Schweiz eine Überschreitung der durch die, Übereinkunft vom 29. Februar 1884 für die Berufstätigkeit schweizerischer Tierärzte, in badischen Grenzorten gezogenen Schranken n i c h t gesehen werden kann, soweit nicht im einzelnen Fall mit der Ausstellung per Zeugnisse eine Verletzung der für das diesseitige Staatsgebiet erlassenen veterinärpolizeilichen Anordnungen verbunden ist". Das Bezirksamt Waldshut ist durch die badische Oberbehörde hiervon entsprechend verständigt worden.

D. Viehverkehr mit Österreich-Ungarn.

  1. Unterm 27. Februar hat die österreichisch ungarische Regierung das Übereinkommen zwischen der Schweiz und ÖsterreichUngarn behufs Verhinderung der Ausbreitung voa Tierseuchen durch den Viehverkehr, vom 5. Dezember 1890, gekündigt. Gleichzeitig sprach die genannte Regierung den Wunsch und die Bereit-

676

Willigkeit aus, mit uns in Unterhand l uugen über ,,eine neue VeterinärÜbereinkunft auf einer den Verhältnissen und Interessen entsprechenden Basis11 und, wenn möglich, mit einer längeren Dauer einzutreten.

Wir haben URS dieser Anregung gegenüber ablehnend verhalten, indem wir geltend machten, daß im Hinblick auf die schweizeriseherseits gesammelten Erfahrungen an den bisher für die Vieheinfulir maßgebenden Grundsätzen festgehalten werden müsse, und daß ein auf anderer als der bisherigen Basis abgeschlossenes Übereinkommen keine Aussicht auf Ratifikation durch die eidgenössischen Räte haben würde.

Das in Frage stehende Übereinkommen vom 5. Dezember 1890 wird demnach mit dem 1. März 1893 außer Kraft treten, und von diesem Tage an ist uns auch die Handlungsfreiheit gegenüber Österreich-Ungarn in viehseuchenpolizeilicher Beziehung zurückgegeben.

2. Gegen Ende des Jahres' sodann hat die Regierung des Fürstentums Liechtenstein an uns die Antrage gerichtet, ob wir unter gewissen Garantien geneigt wären, nach Ablauf des Übereinkommens mit Österreich-Ungarn, Erleichterungen im Viehverkehr zwischen dem Fürstentum Liechtenstein und der Schweiz eintreten zu lassen, und ob diese Erleichterungen nicht auf dem Wege einfacher Verinbarungen geschaffen werden könnten.

Unsere Erwiderung hierauf ging dahin, daß wir die Einfuhr von Tieren nachweisbar liechtensteinischen Ursprungs vom Standpunkte der Viehsanitätspolizei nicht für sehr bedenklich erachten, und daß dem Wunsche der fürstlichen Regierung wohl entsprochen werden dürfte, wenn nicht zu befürchten wäre, daß die gewährten Erleichterungen benutzt würden, um Vieh anderer Herkunft über das dortseitige Gebiet der Schweiz zuzutreiben; eine Erleichterung der Vieheinfuhr aus Liechtenstein könnte somit nur unter der Bedingung in Aussicht gestellt werden, daß ausreichende Garantien geboten werden, gestützt auf welche diese Erleichterung nicht zu Mißbrauch führen könoe. Eine förmliche vertragliche Vereinbarung haben wir zum vorneherein von der Hand gewiesen, von der Ansicht ausgehend, es sei die Autonomie unseres Landes in Sachen der Viehgesundheitspolizei in Zukunft intakt aufrecht zu halten.

3. Wie bereits eingangs erwähnt, ist der Bundesratsbeschluß vom 10. März 1891 betreffend das Verbot der Einfuhr von Nutzvieh gegenüber Österreich-Ungarn unverändert in Kraft gebliehen.

Mit Rücksieht auf die hierdurch geschaffene Lage und in Berücksichtigung eines Wunsches der Regierung des Kantons St. Gallen,

677

hat unser Landwirtschaftsdepartement auf den 25. April 1892 Vertreter der interessierten ostschweizerischen Kantone zu einer Konferenz nach Zürich eingeladen, um die viehseuchenpolizeilichen Verhältnisse an der österreichischen Grenze zum Gegenstande mundlicher Besprechung zu machen. Über die daherigen Verhandlungen liegt ein gedrucktes Protokoll vor, auf welches wir uns zu verweisen erlauben. Wir beschränken uns deshalh, an dieser Stelle zu erwähnen, daß die Frage, ,,oh es zur Verhinderung von Seucheneinschleppungen zur Zeit noch speeieller Maßregeln gegenüber Österreich-Ungarn oder einzelnen Teilen dieses Landes bedürfe*, ·einstimmig bejaht wurde, und daß die gegenwärtig bestehenden Ausnahmemaßregeln allseitig als ausreichend und als zweckentsprechend erachtet wurden.

4. Im Einverständnis mit den beteiligten Kantonen sind bezüglich der Einfuhr von Sömmerungsvieh aus Österreich-Ungarn folgende Regeln aufgestellt worden : 1. Die Einfuhr nach den Kantonen Appenzell A.-Rh., Appenzell I.-Rh. und St. Gallen wurde ausnahmslos verboten; 2. nach den übrigen Kantonen durfte Sömmerungsvieh österreichischen Ursprungs nur gestützt auf eine ausdrückliche Bewilligung des schweizerischen Landwirtschafts-Departements und unter strengster Einhaltung der für jeden einzelnen Fall aufgestellten Bedingungen zur Einfuhr zugelassen werden.

Ebenfalls nach stattgehabter Vereinbarung mit den interessierten Kantonen wurde, hinsichtlich der Einfuhr von Stell- oder Winterungsvieh aus dem Vorarlberg, ein einheitliches Verfahren eingeschlagen.

Die Einfuhr, auf gewisse Tage und auf nur eine Zollstätte beschränkt, -wurde gestattet nach Maßgabe des wirklichen Bedürfnisses und daheriger Prüfung der Gesuche durch die kantonalen Behörden, sowie unter der Bedingung der Einhaltung speeieller seuchenpolizeilicher Vorschriften und der Wiederausfuhr im Frühjahr.

Auf diese Weise ist es möglich geworden, der Gefahr der sonst üblich gewordenen Einschleppungen der Maul- und Klauenseuche wirksam zu begegnen.

E. Viehverkehr mit Italien.

  1. Auch die Vieheinfuhr aus Italien fand während der -ganzen Dauer des Berichtjahres unter der Wirkung des Bundesratsbeschlusses vom 10. März 1891 statt; die erleichternden Bedingungen bezüglich des Importes von Schweinen für Käsereien wurden beibehalten. Die Zusammenstellungen über die erfolgten Einschleppungen und Rück-

678

weiungen verlangen gebieterisch die Aufrechthaltung der angeordneten Ausnahmsmaßregeln. Das Wagenmaterial, das italienischerseits zu Viehiransporten nach der Schweiz verwendet wird, läßt in verschiedenster Beziehung zu wünschen übrig; viele Wagen weisen nicht die vorgeschriebene Breite des Innenraumes a u f ; die Reinigung und Desinfektion derselben ist in der Regel eine äußerst mangelhafte und diese Thatsache bietet fortwährend Gefahr der Seucheneinschleppung. Aus diesem Grunde erklären sich die vielen Falle von Rückweisungen italienischer Viehtransport wagen. Nachdem Vorstellungen erfolglos geblieben, sind in jüngster Zeit die Grenztierärzte in Chiasso und Luino verhalten worden, außer den mangelhaft gereinigten und ungenügend desinfizierten Wagen auch deren Inhalt als seucheverdächtig von der Einfuhr zurückzuweisen.

2. Wir haben in unserm letztjährigen Geschäftsberichte betont, daß es Italien im Jahre 1891 nicht mehr möglich gewesen sei, den durch die Abmachungen in Mailand hinsichtlieh des einzuführenden Sömmerungsviehs eingegangenen Verpflichtungen rechtzeitig nachzukommen, un d daß sich demnach die Wirkungen jener Vereinbarungen erst im Jahre 1892 äußern werden.

Die erstmalige Ausführung der Übereinkunft begegnete erheblichen Schwierigkeiten, die an Ort und Stelle das Eingreifen des eidgenössischen Viehseuchenkommissärs notwendig machten. Immero O hin ist der große Erfolg zu verzeichnen, daß diesmal die Maul- und Klauenseuche nicht durch italienisches Sömmerungsvieh in den Kanton Graubünden eingeschleppt wurde; ein Beweis, daß die in Mailand verabredeten Maßnahmen wohl geeignet sind, derartige Seuchenverschleppungen im Interesse beider Länder zu verhindern.

Dem Bericht zufolge, den uns der eidgenössische Viehseuchenkommissär über seine Erhebungen erstattet hat, rühren die erwähnten Schwierigkeiten zum Teil daher, daß die durch die Mailänder Konferenzverhandlungen bezeichneten Orte Bormio und Colico ihrer geographischen Luge wegen weder für die italienischen Schäfer, noch für die sanitarische Untersuchung zweckmäßig gewählt sind. An deren Stelle sollten die Orte Edolo und Vercaja treten.

Wir sind über diese Frage mit der italienischen Regierung in Unterhandlung. Da die von uns beantragten Abänderungen lediglich den Zweck haben, den italienischen Viehbesitzern Umwege und vermehrte Kosten zu ersparen und gleichzeitig den vollen Erfolg der zugestandenen Untersuchung; durch schweizerische Tierärzte zu.

O O sichern, hoffen wir die Zustimmung der italienischen Regierung bereits für das nächste Jahr zu erlangen.

679

Y. Maßnahmen gegen Schäden, welche die landwirtschaftliche Produktion bedrohen.

  1. Phylloxéra.
  2. Allgemeines.
  3. Der Bundesratsbeschluß vom 21. April 1885 betreffend dea Verkehr mit Erzeugnissen und Gerätschaften des Weinbaues zwischen der Schweiz und den freien Zonen von Hochsavoyen und der Landschaft Gex, der im Vorjahre bis zum 31. Dezember 1892 in Kraft bestehend erklärt wurde, ist im Berichtsjahre nicht mehr erneuert worden, nachdem sich ergeben, daß das Extinktivverfahren in den genannten Zonen nicht, bezw. nur unvollständig zur Anwendung gelangt.
  4. Dem Kanton Genf, dem bekanntlich die Anlage von Samenrebschulen amerikanischer Sorten itn Jahre 1887 bedingungsweise gestattet worden ist, wurde die Bewilligung erteilt, Anbau versuche mit gepfropften amerikanischen Reben und Hybriden in verschiedenen Lagen des Kantons nach einem vorgelegten Réglemente vorzunehmen.
  5. Die Direktion der Landwirtschaft des Kantons Bern hat das Gesuch gestellt, es möchte ihr, bezw, der kantonalen bernischen Kommission für Weinbau, die Vornahme von Versuchen mit amerikanischen Reben gestattet werden.

Diesem Gesuche ist unter den gleichen Bedingungen entsprochen worden, welche seiner Zeit dem Kanton Neuenburg gestellt wordensind (s. Geschäftsbericht pro 1890, Bundesbl. 1891, II, 286).

d. Auf Wunsch des Industrie- und Landwirtschaftsdepartements des Kantons Neuenburg ist der eidgenössischen Phylloxerakoinmission, die Frage vorgelegt worden, ob, eventuell unter welchen Bedingungen die Wiederbepflanzung der Weinberge mittelst gepfropfter amerikanischer Reben gestattet werden dürfe.

In ihrer am 12. Oktober iu Auvernier abgehaltenen Sitzung: einigte sich die Kommission auf folgende Anträge: ,,Die Wiederbepflanzung mit gepfropften amerikanischen Rebea darf in Aussicht genommen, aber nur dann gestattet werden, wenn die bisherigen und noch zu machenden Versuche bei uns oder auswärts in allen Richtungen ein günstiges Resultat erzielt haben..

Dieser Zeitpunkt kann aber heute noch nicht bestimmt angegeben werden. Über die Bedingungen, unter welchen die Wiederbepflanzung gestattet werden soll, wird die Kommission der Bundesbehörde seiner Zeit Vorschläge machen.

680 ,,Bis zu jenem Zeitpunkte soll das bisherige gegen die Reblaus ungewandte Kampf v erfahren grundsätzlich festgehalten werden.

,,Die Versuche mit amerikanischen Reben sollen mit den vom Bunde zu bestimmenden Vorsichtsmaßregeln fortgesetzt, erweitert und eventuell durch den Bund unterstützt werden."

2. Beiträge an die pro 1891 zur Bekämpfung der Reblaus ,, gemachten Auslagen.

Die Auslagen, welche von den von der Reblaus betroffenen Kantonen Zürich, NYaadt, Neuenburg und Genf pro 1891 zur Bekämpfung des Schädlings gemacht worden sind, beziffern sich auf folgende Beträge : 1. Zürich . . . Fr. 41,197. 98 (pro 1890 Fr. 61,043. 59) 2. Waadt . . . ,, 13,096. 45 ( ,, ,, ,, 10,886. 95) 3. Neuenburg . . ,, 41,652. 95 ( ,, ,, ,, 64,592. 20) 4. Genf . . . . ,, 54,687. 10 ( ,, ,, ,, 45,760. 22) Total

Fr. 150,634. 48 (pro 1890 Fr. 182,282. 96)

Bundesbeiträge wurden an die nachstehenden Auslagen in den angegebenen Beträgen ausgerichtet: Untersuchnngs- und 7erKanton. Vertilgungs- tilgungsarbeiten.

mittel.

Entschädi-, gnngen für Zerstörung von Ernten.

Total.

Bundesbeitrag (40°/o)-

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

-Zürich 23,992. 48 3,508. 60 732. 64 28,233. 72 11,293. 49 Waadt 6,664.75 2,096.-- 58.10 8,818.85 3,527.54 Neuenburg 28,986.05 7,471.70 2,651.22 39,108.9715,643.59 -Genf 36,022. 05 6,459. 65 3,406. 05 45,887. 75 18,355.10 1891: 95,665. 33 19,535. 95 6,848. 01 122,049. 29 48,819. 72 {1890:123,330. 90 22,625. 18 8,832. 88 154,788. 96 61,915. 58) 3. Das Auftreten der Reblaus im Jahre 1892.

Die Berichte der Kantone, auf welche hier verwiesen wird, ·enthalten über daa Auftreten der Reblaus im Jahre 1892 folgende Angaben :

681

Kanton.

Infizierte InfektionsGemeinden, punkte.

Zürich 1891 ,, 1892 Vermehrung Verminderuug Waadt 1891 ,, 1892 Vermehrung Neuenburg 1891 ,, 1892 Verminderung Genf 1891 ,, 1892 Verminderung Vermehrung

Umgegrabene, bezw. mit Infizierte Schwefelkohlenstoff Stöcke, behandelte 2Fläche in m .

5 7

88 57

216 244

5085 2250

2 --

31

28 --

2835

2 6

4 6

134 839

1585 5495,63

4

2

705

3910,BS

12 12

258 195

1752 1499

15,252 8,372

--

63

253

6,880

22 22

209 160

3,034 10,129

19,571 30,221


49 --

-- 7,095

-- 10,650

Im Kanton Z ü r i c h ist die Zahl der neu endeckten Infektionsherde erheblich zurückgegangen, während die Zahl der infizierten Stöcke zugenommen hat. Diese Erscheinung dürfte auf den Umstand zurückzuführen sein, daß die Witterungsverhältnisse des verflossenen Sommers dem Auftreten und der Entwicklung der Phylloxéra außerordentlich günstig waren. Immerhin ist die Reblauskrankheit in diesem Kanton in stetem Rückgange; fünf ehemals verseuchte Gemeinden sind nun schon zwei aufeinanderfolgende Jahre reblausfrei befunden worden.

Der Kanton W a a d t hat neuerdings eine Zunahme der Reblausinfektion zu verzeichnen, indem im August des Berichtsjahres der Schädling erstmals in den Gemeinden Mont sur Rolle, Perroj, St. Prex, Collombier und Vaux konstatiert wurde.

Im Kanton N e u e n b ü r g ist die Infektion, mit Ausnahme des Bezirkes Boudry, wo gegenwärtig beinahe alle Rebstücke verseucht sind, erheblich zurückgegangen.

Bundesblatt. 45. Jahrg. Bd. I.

47

682

Die im Kanton G e n f vorgenommenen, Untersuchungen haben eine Zunahme der Infektion ergeben; immerhin steht die Zahl der infiziert befundenen Stöcke noch hinter derjenigen des Jahres 1888 zurück.

Die von den Kantonen veröffentlichten Berichte enthalten über den Gegenstand alle wünschenswerten näheren Angaben.

B, Hagelversicherung.

Aus dem Kredite, den Sie pro 1892 zur Förderung der Hagelversicherung bewilligt haben, ist in Gemäßheit unseres Beschlusses vom 8. April 1890 (Bundesbl. 1890, I, 933 ff.) den Kantonen die Hälfte der Auslagen vergütet worden, welche sie für Beiträge an die Prämienzahlungen der Versicherten, sowie für Deckung der Policekosten gemacht haben. Die Beteiligung der Kantone und des Bundes ist aus folgender Zusammenstellung ersichtlich :

Kantonale Auslagen.

Für Police- Für Prämienkosten.

zahlungen.

Fr.

Fr.

Fr.

52,920. 20 5,678. 80 13,696. 72 88,498. 30 11,254. 50 22,335. 66 52,254 -- 4,208. 10 10,394. 89 2,852. 80 615. 60 1,384. 40 261.

709. 42 1,250. 80 -- 767. 70 77. 90 153. 54 15,606.

1,440. 20 4,681. 80 -- 17,996. 90 3,461. 80 3,599. 38 -- 989. 80 395. 92 2,635. 30 2,657. 86 13,289. 50 9,321. 30 982. 30 2,796. -- 136. 80 27. 36 -- 14,411. 10 2,882. 18 2,311. 70 29,627. 10 6,313. 70 5,929. 82 3,701. 20 20,316. 55 6,427. 81 9,000. 30 484. 70 1,800. 69 10,911. 70 198. 20 5,453. 34

2,707 5,490 2,158 324 84 37 758 1,822 20 1,387 517 6 1,156 3,323 1,948 231 446

Versicherungssumme.

Fr.

1,989,780. -- 5,928,780. -- 2,444,756. -- 230,870. -- 94,400. -- 57,240. -- 1,500,400. -- 1,282,940. -- 78,450. 882,309. 55 436,050. -- 5,910. -- 1,207,380. -- 1,957,331.-- 1,697,105. -- 342,070. -- 567,750. --

Total 22,414

20,703,521. 55

340,150. 75

43,624. 80

1891: 16,860 " 16,250,571.--

274,867. 25

32,999. 51

Policen.

Kanton.

  1. Zürich . .
  2. Bern . . .
  3. Luzern . .
  4. Obwalden 5. Nidwaiden .
  5. Zug ...
  6. Freiburg . .
  7. Solothurn 9. Baselstadt .
  8. Basel l and 11. Schaffhausen 12. Appenzell A.-Rh.
  9. St. Gallen .
  10. Aargau . .
  11. Thurgau . .
  12. Waadt . .
  13. Neuenburg .

Prämiensumme.

Total Fr.

19,375. 52 33,590. 16 14,602. 99 2,000.

-- 970. 42 231. 24 6,122. -- 7,061. 18

Bnndesbeitrag.

Fr.

9,687. 76 16,795. 08 7,301. 49 1,000. --

5,193. 88 12,243. 52 10,129. 01 2,285. 39 5,651. 54

485. 21 115. 62 3,061. -- 3,530. 59 197. 96 2,646. 58 1,889. 15 13. 68 2,596. 94 6,121. 76 5,064. 50 1,142. 70 2,825. 77

85,326. 79

128,951. 59

64,475. 79

67,841. 05

100,840. 56

OS 50,420. /ö

395. 92 5,293. 16 3,778. 30

27. 36

OO

w

684

TI. Landwirtschaftliche Vereine und Genossenschaften.

Der Kredit von Fr. 50,000, welchen Sie den landwirtschaftlichen Hauptvereinen pro 1892 bewilligt haben, ist von denselben wie folgt verwendet worden. Es verausgabten:

  1. Schweizerischer landwirtschaftlicher Verein.

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

Für ,, ,, ,, ,,

Wandervorträge und Specialkurse . . . Fr. 15,362. 60 Verbreitung von Fachschriften . . . . ,, 3,732. 80 apistische Stationen ,, 1,000. -- Abgabe von Edelreisern ,, 1,496. 80 Erhebungen über den Brennstoffkonsum in Käsereien ,, 123. 40 j, interkantonale Samenmärkte ,, 600. -- ,, Verwaltungskosten ,, 3,000. -- Total Fr. 25,315. 60

Ein Bericht über die mit Bundesbeiträgen durchgeführten Unternehmungen liegt zur Zeit noch nicht vor.

b. Verband der landwirtschaftlichen Vereine der romanischen Schweiz.

  1. Für Vorträge, Kurse und Fachschriften . . . Fr. 2558. 67 2. ,, Prämiierung gutgeführter Wirtschaften . . ,, 2930. 90 3. ,, Käsereipi-ämiieruugen und Kurse über Weichkäsefabrikation ,, 1813. 20 4. ,, Verwaltungskosten ,, 1500. -- 5. ,, Erstellung eines Leitfadens betreffend Weinbau ,, 300. -- 6. ,, Erstellung eines Leitfadens betreffend landwirtschaftliche Buchführung ,, 250. -- Total Fr. 93,52. 77 Der Verein hat 21 Kurse und 55 Vorträge abhalten lassen.

Aus dem Kredit für Verbreitung von Fachschriften sind den Vereinsmitgliedern 50 °/o der Anschaffungskosten, im ganzen Fr. 749. 72, vergütet worden.

Für apistische Stationen der Westschweiz wurden Fr. 226 verausgabt, welche in dem obgenannten Betrage von Fr. 2558. 67 Inbegriffen sind.

685 Anläßlich der Prämiierung gutgeführter Wirtschaften wurden von 24 besuchten Gütern 17 prämiert, darunter mehrere, für welche nach dem Befunde des Preisgerichts eine Auszeichnung nicht wohl am Platze erscheint.

Die Käsereiprämiierungen beschränkten sich auf den Kanton Freiburg. Die 12 zur Pvämiierung augemeldeten Käsereien wurden sämtliche prämiiert. Die Prämien für die Einrichtungen betrugen Fr. 20 bis 200, zusammen Fr. 950; diejenigen für die Käser Fr^20 bis 70, zusammen Fr. 465. Für 13 Kurse über Weiehkäsefabrikation wurden Fr. 398. 20 verausgabt.

"o" c. Landwirtschaftlicher Verein der italienischen Schweiz.

  1. Für Kurse und Vorträge 2. ,, Prämiierung von Alpverbesserungen 3. ,, Verbreitung von Fachschriften 4. ,, Verwaltungskosten fl

Fr. 1346. 35 ,, 1740. -- ,, 200. -- 213. 65 Total

Fr. 3500. --

Es wurden 4 Kurse und 32 Vorträge abgehalten und 34 Alpen prämiiert.

d. Schweizerischer alpwirtschaftlicher Verein.

Der Verein reichte Belege ein für Auslagen im Betrage von Fr. 7181. 50. Derselbe bezog: 1. Für Alpiaspektionen und Kurse Fr. 6000 2. ,, Verwaltungskosteu ,, 1000 Total

Fr. 7000

e. Schweizerischer Gartenbauverein.

Die Garten hauvereine haben im Berichtsjahre für Vorträge und Kurse, Bibliotheken und künstliche Obstsortimente, Muster- und Versuchsgärten, sowie für Prämien Fr. 8236 verausgabt. Der Bundesbeitrag, der an diese Auslagen gewährt wurde, betrug Fr. 6500.

Es sind demnach den landwirtschaftlichen Hauptvereinen Bundesbeiträge im Gesamtbeträge von Fr. 51,668. 37 ausgerichtet worden.

Dieselben haben pro 1891 Fr. 51,320. 22 bezogen.

686

VII. Verschiedenes.

Im Berichtsjahre ist die von Ihnen am 16. Juni des Vorjahres erheblich erklärte Motion Curti und Mitunterzeichnev zur teilweisen Erledigung gelangt. Wir haben Ihnen hierüber in unserer Botschaft vom 28. November 1892 (Bundesbl. 1892, V, S. 441), mit welcher wir Ihnen die Revision des Bundesbeschlusses vom 27. Juni 1884, betreffend die Förderung der Landwirtschaft durch den Bund, beantragten, Bericht erstattet und Ihnen gleichzeitig das Protokoll einer am 20. und 2t. April 1892 abgehaltenen Konferenz übermittelt, in welcher die Frage der Erhebungen über die Bodenverschuldung kantonalen Delegierten zur Ansichtsäußerung vorgelegt worden ist.

Wir-glauben daher davon absehen zu können, auf diesen Gegenstand hier nochmals zurück zu kommen.

III. Abteilung.

Forstwesen, Jagd und Fischerei.

  1. Forstwesen (im eidgenössischen Forstgebiet).

Seit der ersten Grundlegung der forstlichen Gesetzgebung durch Erlaß des Bundesgesetzes betreffend die eidgenössische Oberaufsicht über die Forstpolizei im Hochgebirge, vom 24. März 1876,. sind von den eidgenössischen Räten keine für das Forstwesen so wichtigen Beschlüsse gefaßt worden, wie diejenigen vom vorigen Jahr betreffend den Bundesbeschluß über die Bewilligung von Bundesbeiträgen an die Kantone zur Besoldung ihrer wissenschaftlich gebildeten Forstbeamten, vom 5. Dezember 1892, und betreffend das Bundesgesetz über die Reorganisation der Abteilung Porstwesen, Jagd und' Fischerei beim eidgenössischen Industrie- und Landwirtschaftsdepartement, vom 22. Dezember 1892.

687

Die üblichen Bekanntmachungen obigen Beschlusses und Geaetzes fanden im Bundesblatte statt und die gesetzlichen Fristen für die Einsprachen laufen mit dem 14. und 28. März 1893 ab.

Der Kanton Uri hat eine Änderung in seiner forstliehen Organisation des Personellen vorgenommen, indem die längere Zeit unbesetzt gebliebene Stelle des Adjunkten des Oberförsters aufgehoben und statt dessen eine Anzahl Unterförster angestellt wurden.

Im Kanton Graubünden kam die 1891 vakant gewordene Stelle des Kantonsforstinspektors durch Wahl des Herrn E. v. Tscharner zur Wiederbesetzung; leider sind aber gegenwärtig immer noch zwei Kreisförsterstellen vakant, was den Geschäftsgang wesentlich beeinträchtigt.

Im Kanton Tessin, wo lange Zeit die Stelle des I. Forstkreises, Leventina, unbesetzt war, ist das Forstpersonal nunmehr vollzählig.

Der Stand der Forstangestellten mit wissenschaftlicher Bildung war auf Ende 1892 folgender : a. Eidgenössische Beamte mit Inbegriff der Professoren an der Forstabteilung des eidgenössischen Polytechnikums . .

7 b. Kantonale Beamte 107 c. Beamte von Gemeinden und Korporationen . . . . 38 Zusammen 152 Es bedeutet dies ein Rückgang von 2 Angestellten gegenüber dem Jahr 1891 und von 4 gegenüber 1890. Es ist zu hoffen, daß der oberwähnte Bundesbeschluß betreffend Bundesbeiträge an die Besoldungen der kantonalen Forstbeamten dem Mangel an Forstkandidaten abhelfen werde.

Artikel 5 des Buudesratsbeschlusses vom 16. Juni 1884, betreffend Wählbarkeit an eine höhere kantonale Forststelle im eidgenössischen Forstgebiet, wurde vom Bundesrat unterm 9. September 1892 dahin abgeändert, daß die Prüfungskommission statt nur aus 3, künftighin aus 5 Mitgliedern besteht, nämlich aus dem eidgenössischen Oberforstinspektor als Präsidenten, dem Vorstand der schweizerischen Forstschule und drei weitern Mitgliedern, welche auf drei Jahre mit Wiederwählbarkeit ernannt werden.

Die Kommission trat den 4. Oktober zur Prüfung von 6 Kandidaten zusammen, die alle den Vorbedingungen nachgekommen waren und die vorsehriftsgemäßen praktischen Arbeiten eingesandt hatten. Sämtlichen Kandidaten konnte das eidgenössische Zeugnis der Wählbarkeit an eine höhere Forststelle ausgestellt werden und außerdem noch an einen Forstmann, nach Ausweis hinreichender theoretischer und praktischer forstlicher Kenntnisse.

688

Ini Berichtsjahr wurde ein interkantonaler Forstkurs zur Heranbildung von Unterförstern in zwei Hälflen abgehalten, der eine Halbkurs im Frühjahr vom 1. bis 31. Mai in 8t. Gallen, unter Leitung des Herrn Forstverwalters Wild, der zweite vom 5. September bis 6. Oktober in Chur, unter Leitung von Herrn Forstinspektor v. Tscharner. Hülfslehrer für beide Halbkurse war Herr Kreisförster Schmid in Grouo und außerdem wurden zur Leitung der praktischen Arbeiten Lokalforstbeamte zugezogen.

Der Zudrang zu diesem Kurse wer so groß, daß wir uns veranlaßt sahen, 32 Anmeldungen, somit zwei mehr als das vorgeschriebene Maximum, zu berücksichtigen, nachdem die betreffenden Aspiranten eine Vorprüfung bestanden hatten. Nur durch obigen Beizug von Lehrkräften war es möglich, den theoretischen und hauptsächlich den praktischen Unterricht in befriedigender Weise zu erteilen.

Die Schlußprüfung fand in Gegenwart einer Vertretung des Bundes und des Kantons Graubünden in Chur statt, konnte aber wegen ungünstiger Witterung nicht auf die Praxis im Wald ausgedehnt werden. Das Resultat des Kurses war ein sehr befriedia gendes ; die meisten der Schüler konnten den betreffenden Kantonen zur Wahl als Unterförster empfohlen werden, während einige wenige noch einer weiteren Prüfung auf ihre Tauglichkeit in einer längeren, Praxis zu unterstellen sind.

V e r m e s s u n g s w e s e n . Die Triangulation der höheren Ordnungen wurde vom eidgenössischen topographischen Bureau auch im Berichtsjahre fortgesetzt. Die Triangulation IV. Ordnung der Korporationswaldungen von Walchwyl, Kanton Zug, mit 16 Punkten und diejenige des Vorder-Prätigaus, Kanton Graubündeu, mit 267 Punkten kamen zur Genehmigung.Bis Ende 1892 wurde im eidgenössischen Forstgebiet, seit Inkrafttreten des Bundesgesetzes über das Forstwesen, nachstehende Zahl trigonometrischer Punkte IV festgesetzt und instruktionsgemäß versichert: 1929 Punkte im Kanton Bern, 55 ,, Luzern, fl n 41 ,, ,, ,, Uri, 32 ,, ,, » Schwyz, 107

D

n

»

Zu

S>

216 ,, ,, ,, Appenzell A.-Rh., 1271 ,, ,, ,, GraubUnden.

Zusammen 3651 Punkte.

An die Kosten dieser Arbeiten trug der Bund bisher Fr. 34,885. 55 bei.

689 Der gegenwärtige Stand der Detailvermessungen der Waldungen ist aus nebenstehender Zusammenstellung ersichtlich (Tabelle I).

Im Berichtsjahr wurden 1407.4* ha. aufgenommen. Vollständig vermessen sind nur die öffentlichen Waldungen der .Kantone Zürich, Freiburg und Waadt. Die Gesamtfläche der bisher überhaupt stattgefundenen Waldaufnahmen beläuft sich auf 96,787.18 ha. 72 ha.

im Kanton St. Gallen vermessener Waldungen besitzen nicht den vorschriftsgemäßen Anschluß an das eidgenössische trigonometrische Netz. Mit der begonnenen Vermessung der Waldungen der Oberall mendgenossenschaCt Schwyz ging es bisher nur sehr langsam vorwärts, und die Kantone Glarus, Appenzell I.-Rh. und Wallis, welchen wir die Koordinaten und Höhen der trigonometrischen Punkte höherer Ordnungen längstens schon, wenigstens für einen Teil ihres Gebietes, übei-tnacht, sind noch immer nicht zur Ausführung geschritten.

Durch Kreisschreiben vom 16. März haben wir die Kantone des eidgenössischen Forstgebietes, unter Hinweis auf die bezügliche Vorschrift in Art. 10 des ßundesgesetzes üb'er das Forstwesen, eingeladen, uns über den gegenwärtigen Stand der W a l d v e r m a r c h u n g Berieht zu erstatten. Da wir noch nicht in den Besitz sämtlicher Antworten gelangt sind, so befinden wir uns auch noch nicht im Falle, uns über diesen Gegenstand jetzt schon aussprechen zu können.

Das W a l d a r e a l des eidgenössischen Forstgebietes beträgt nach dem gegenwärtigen Stand der Waldaufnahme 452,962 ha. und dasjenige der ganzen Schweiz 830,299 ha.

ß e u t u n g e n von Schutzwaldungen kamen mit unserer Einwilligung an drei verschiedenen Stellen des Kantons Bern vor mit 3.97 ha.

Unterm 11. Juni machten wir die Forstdirektion dieses Kantons auf den allmählichen Einhieb von einzelstehenden Bäumen und Horsten auf den ausgedehnten und hochgelegenen Weiden der Alpgenossenschaft Winteregg und Fletschen bei Murren aufmerksam, mit der Einladung, geeignete Maßnahmen gegen derartige Entwaldungen zu treffen. Die Direktion erließ hierauf unterm 22. Juli ein diesbezügliches Kreisschreiben an die bernischen Forstämter des eidgenössischen Forstgebietes.

Über die seit Inkrafttreten des Bundesgesetzes über das Forstwesen nach Art. 14 desselben stattgefundenen A b l ö s u n g e n s c h ä d l i c h e r S e r v i t u t e n in Schutzwaldungen giebt beiliegende Tabelle II einen Überblick. Aus derselben ist zu entnehmen, daß im Berichtsjahr folgende Dienstbarkeiten abgelöst wurden:

Tabelle I.

Waldvermessungen.

Tor Inkrafttreten der Instruktion für Detailvermesgung.

(29. Dezember 1882.)

Kanton.

Staatswaldung.

ha.

Zürich Bern Luzcrn Uri Schwyz Obwalden Nidwaiden

vollständig vermessen

ha.

132 4,792 1,175

a.

32 31 64

Staatswaldung.

ha.

a.

1,201 78 20 82

4,619 30 11

Zus . .

Freiburg vollständig vermessen Appenzell A.-Rh Appenzell 1 -Rh St. Gallen Graubiiadeo Tessin Waadt' vollständig vermessen Wallis Total

1

a.

88 39 4,104 93 20 82

Gemeinde- und Korporationswaldung.

Seit Inkrafttreten der Instruktion bis Ende 1891.

Angekaufte Privatwaldungen.

2

633 85 776

137 928 7,316 26 927 17 60 19,340 19,644 80

2,259 67

7,233 54

7,894 66

66,263 77

17

8 2,742 1,436 1,098 330 48 695

a.

88 1

Staatswaldung.

ha.

10

a.

06

77 86 86 50

79

1,441

88 48

Neuanfnahn ie infc Ige Aussc leidun g von T fald n nd Weide

ha.

a.

38 95 493 88 59 410 82

36Ö2

193 09 219 48 1,312 9,160 10 54 78 1,021 46 19,779

Gemeinde- und Korporationswaldung.

Staatswaldung.

ha.

a.

88 39 5,316 77 41 64

28

1,458

122

Total.

Im Jahre 1892

Gemeinde- und Korporationswaldung.

ha.

Zu Seite 689.

78

--

10 06

1,397

73

38

ha.

141 7,573 3,106 1,157 5,360 48 832

a.

20 26 29 86 98 50

2,339

55

2,386 7,682 26 1,120 09 237 08 20,680 73 28,804 90 54 78 8,255

9,346

20

87,440

633 85

-- 28

Gemeinde- und .Korporationswaldung.

898

Zusammen.

ha.

a.

229 59 12,890 03 3,147 93 1,157 86 5,360 98 48 50 860 2,386 8,316 1,120 237 21,578 28.804 ' 54 10,594

11 09 08 73 90 78 55

93

96,787

13

690 1.

2.

3.

4.

Beholzungsrechte Weide- und Grasrechte Streurechte Vermischte Rechte

20 22 5 88 Zusammen 135 Die Ablösungen in Geld beliefen sich auf Fr. 101,240. Im ganzen wurden seit Erlaß des betreffenden Bundesgesetzes 2192 auf Wald lastende Servituten abgelöst, wovon in Geld für eine Summe von Fr. 828,178.

Die Kantone Luzern, Uri, Tessin und Wallis haben letztes Jahr keine Ablösungen vorgenommen und der Kanton Uri hat sich mit denselben überhaupt noch nicht beschäftigt. Sehr im Rückstand ist damit auch der Kanton Tessin. In Erledigung eines diesbezüglichen Rekurses eines Patriziates in letzterem Kanton haben wir beschlossen: ,,Tessin wird eingeladen, das Verfahren bei Ablösung von auf Schutzwaldungen lastenden schädlichen Dienstbarkeiten laut Art. 14 des Bundesgesetzes über das Forstwesen beförderlichst gesetzlich zu regeln und sodann die nötigen Anordnungen zu treffen, damit die Bestimmung in genanntem Artikel im allgemeinen und im konkreten Falle baldigst zum Vollzug gelange."

W i r t s c h a f t s p l ä n e . Im Berichtsjahre wurden 14 provisorische Wirtschaftspläne mit einer Gesamtfläche von 5283 ha. und 11 definitive mit 1183 ha. entworfen. Die Revisionen erstreckten sich über 5230 ha. Waldungen mit provisorischen und 243 ha. mit definitiven Wirtsehaftsplänen. Die im Jahre 1892 von den betreffenden Kantonen genehmigten Wirtschaftspläne stellen sich wie folgt zusammen : "Wirtschaftspläne.

Provisorische.

Anzahl.

Bern . .

Luzern. .

Uri . . .

Schwyz Freiburg .

St. Gallen Graubünden Wallis . .

-- -- 1 -- --

2 2 9 14

Fläche.

ha.

-- -- 467.00 -- -- 120.90 172.oo 4523.00 5282.90

Definitive.

Anzahl.

2 1 -- 1

3 4 -- -- 11

Fläche.

ha.

237.00 226.00 -- 119.81 326.82 273.74 -- -- 1182.87

Tabelle II.

Zusammenstellung der Servitut-Ablösungen im Jahr 1892 und der gesamten abgelbsten Dienstbarkeiten.

Von 1881 bis Ende 1892 abgelöste Servitute.

Anzahl der im Jahr 1892 abgelösten Servitute.

Kanton.

Behol- Weide- Gras- Streue- Verzungs- rechte. rechte. rechte. mischte rechte.

Rechte.

Total. Ablösungsbetrag.

Total.

Fr.

Fr.

Zürich (vollständig frei) .

Bern Luzern Uri. . .

Schwyz Obwalden Nidwaiden Glarus Zug (vollständig frei) Freiburg [vollständig frei) Appenzell A. - Rh. (vollständig frei) . . . .

Appenzell I.-Kh. . . .

St. Gallen Graubünden Tessin Waadt (vollständig frei) .

Wallis Total

3

3 \ 5 3

2 6

20

3 2

1

2 2 6

3

75

4

Ablösungssumme.

3

76,290

72 4

318,962

3 4 14 11

2,450 1,500 3,710 1,500

22 36 18 114 60

31,657 9,370 10,275 83.161 4,118

8,619 4,131 3,040

166 170 1,439 72 8 7 4

6,064 27,371 225,122 39,426 13,282 49,850 9,520

101,240

2,192

828,178

1 3 2

4

1

3

81 9 10

U

8

5

88

135

692 Der Kanton Glarus hat 1892 den Entwurf provisorischer Pläne vollendet. Gar nicht beteiligt haben sieh im Berichtsjahr an diesen Arbeiten die Kantone Ob- und Nidwaiden, Zug, beide Appenzell, Tessin und Waadt.

Im gesamten wurden bisher Wirtschaftspläne entworfen : 1 . Provisorische über . . . . 104,838 h a .

2. Definitive übei42,584 ,, Zusammen

147,422 ha.

Wegen immer größerer Ausbreitung der K ah l s e h lag W i r t s c h a f t im Kanton Glarus sahen wir uns, im Hinblick auf die zahlreich dort vorkommenden höchst verderblichen Wildbäche und Lawinen veranlaßt, die dortige Regierung zur Vorsicht zu mahnen.

Auch der Kanton Nidvvaldeu gab uns Veranlassung, wegen einer größeren Abholzung einzuschreiten.

Einen Bericht unseres Oberforstinspektorats über die sehr bedauerlichen Waldverhältnisse in der gebietreichen Gemeinde Pos e h i avo übersandten wir der Regierung Graubündens zur Kenntnisnahme und Vernehmlassung.

K u 11 u r w e s e n. In Tabelle III findet sich der Stand der Forstgärten aufgeführt; dieselben nahmen Ende 1892 cirka 95 ha.

ein (Ende 1891 cirka 93 ha.).

Auch in Bezug auf die Kulturen im Freien ist 1892 eine Mehrleistung gegenüber dem Vorjahre zu verzeichnen, indem 8,521,211 Pflanzen versetzt wurden und 1046 kg. Waldsamea zur Verwendung kamen, gegenüber 7,412,172 Pflanzen und 517 kg.

Samen. Davon gehören 7,645,868 Stück den Nadelhölzern und 558,885 Stück den Laubhölzern au (Tabelle IV).

Die mit Beiträgen aus der Bundeskasse, zu einem kleinen Teit aus der Hülfsmillion ausgeführten 81 A uff o r s t u n g s - und V e r bau u n g s - P r o j ek te finden sich in Tabelle V zusammengestellt Die Gesamtkosten dieser Arbeiten beliefen sich auf Fr. 258,644. 28 (1891: Fr. 164,739. 03) und die Beiträge an dieselben: 1. Aus der Bundeskasse . . Fr. 128,967. 94 2. Aus der Hülfsmillion . . ,, 5,342. 47 Zusammen

Fr. 134,310. 41

Im Berichtsjahr wurden 77 neue Projekte von 9 Kantonen mit einem Gesamtkostenvoranschlag von Fr. 771,092. 88 behufs Bewilligungen von Bundessubsidien angemeldet (Tabelle VI).

Tabelle IV.

Aufforstungen im eidgenössischen Forstgebiet vyährend des Jahres Î892.

Kanton.

Fichten.

Weißtannen.

Lärchen.

Kiefern.

Arven. .

Total.

Lauibliölzer.

Nadelhölzer.

Verschulte Pflanzen.

TJuverschnlte Pflanzen.

Total.

Verschnlte Pflanzen.

Unverschulte Pflanzen.

Zu Seite 692.

Total.

Verschulte Pflanzen.

Unverschnlte Pflanzen.

Same.

Total.

kg.

Zürich . . . .

Bern Luzern .

Uri . . . .

Schwyz Obwalden Nidwaiden Glarus

Zug . .

Freiburg

. . .

Appenzell A.-Rh.

.

.

.

Appenzell I.-ßh.

.

. .

S t . Gallen . . .

Graubünden .

Tessin . . . .

Waadt Wallis

.

124,300 1,285,187 197,570 16,360 623,193 85,630 31,700 115,310 110,780 1,027,385 244,200 134,562 1,215,080 222,215 196,900 297,000 95,725

3,700 253,570

700 109,685

31,010

11,260 15,950 19,554 12,006 2,600 4,890 1,550 47,500 7,900 300 40,120 126,570 279,700 14,360 61,740

12,360 3,790 3,700 1,800 925 12,600 3,800 2,100 69,750 54,250 6,500 5,650 12,630

500 7,520 25,450 72,850 4,800 1,500

126,700 1,680,788 223,990 32,310 620,867 112,426 37,200 122,000 123,975 1,031,250 253,850 136,362 1,351,750 402,785 577,500 321,210 170,095

6,023,097

434,265

756,385

275,635

156,486

7,325,058

500 11,000 1,500

11,270 22,165 7,350 1,000 62,800 2,500 21,550 4,350

85,280

27,666

500

10,700 2,100

3,400

2,000 80,600 16,350 10,700 36,840 2,300 550 81,800

9,400 2,100 43,520 28,200 4,950 1,500 320,010

128,700

' 7,950

1,761,388 ! 74,418 240,340 i 10,300 43,010 9,890 657,707 460 112,426 5,365 39,500 2,300 122,000 9,020 124,525 1,940 2,600 1,113,050 18,300 263,250 138,462 800 53,300 1,395,270 430,985 11,300 38,750 577,500 54,030 326,160 15,735 171,595 7,645,868

316,458

48,400

6,150

8,100 10,850 1,700 2,100 25,850 200 126,680 326,555 2,300

558,885

7,950 122,818 16,450 9,890 8,560 16,215 4,000 9,020 4,040 28,450 18,500 '800 179,980 11,300 365,305 56,330 15,735

134,650 1,755,206 234,290 42,200 621,327 117,791 39,500 131,020 125,915 1,033,850 272,150 137,162

875,343

2,000

136,650

129,000

1,884,206

22,500

256,790

10,700

52,900

44,940

666,267

33.5

10,850

128,641

351 .B

4,000

43,500

0.50

ca. 20

131,020 2,650

128,565

107,650

1,141,500

9,600

281,750

2,100

139,262

1,405,050 414,085 616,250 375,240 185,830

170,200

1,575,250

28,200

442,285

41.7

326,555

942,805

510.6

7,250

382,490

26

1,500

187,330

50

7,641,516

879,695

8,521,211

13

1046.7

Stand der Saat- und Pflanzschulen in den Kantonen des eidg. Forstgebietes im Jahr 1892.

Staatswaldungen.

Kanton.

Zürich Bern . .

.

.

Luzern Uri Schwyz Obwalden . . .

Nidwaiden Glarus . . .

Zug . . .

Freiburg Appeuzell A.-Rh Appenzell I.-Rh. . .

St. Gallen Granbünden Tessin Waadt Wallis Total Stand des Jahres 1891 . .

( mehr \ 1892 \ 1 als 1891 { weniger J

Flächenausdehnung.

Verwendeter Same.

Aren.

kg-

1338.50 45.00 3.80

662.00 20.00 6.00

22.00

18.00

255.00 25.00 72.00 263.00

70.00 10.00 29.00 34.00

670.48 122.00 17.00

1467.50 122.00 19.00

2833.78 2614.59 219.19

2457.50 2019.00 438.50

Gemeinde- und Korp. -Waldungen.

ElächenVerauswendeter dehnnng.

Same.

Privatwaldungen.

Flächenausdehnung.

Aren.

10.00 487.40 143.00 45.90 679.80 232.30 20.00 199.13 318.20 538.00 172.50 15.00 1461.00 727.68

kg.

6.00 156.95 57.00 33.00 186.60 227.00 10.00 47.75 7350 76.50 42.50 2.00 298.00 291.10

308.00 289.00

111.00 128.00

5646.91 5670.98

1746.90 1877.50

1046.03 1069.59

24.07

130.60

23.56

Aren.

96.50 57.00 169.00 30.50 10.93 10.00

28.00 93.50 22.00 500.00 10.50 0.10 18.00

Tab. lit.

Total.

Flächenausdehntmg.

Verwendeter Same.

Hektaren.

kg.

1.0650 11.75 18.8290 61.50 40.00 3.5700 16.00 0.8020 6.9073 5.00 2.4230 4.50 0.4200 1.9913 3.1820 5.00 8.2100 2.9100 19.50 3.00 1.0900 22.2400 81.00 7.3818 2.50 6.7058 4.4800 6.00 S.OüOO

kg17.75 880.45 117.00 5500 191.60 231.50 28.00 47.75 73.50 151.50 72.00 34.00 413.00 293.60 1467.50 239.00 147.00

255.75 212.90 42.85

4460.15 4109.40 350.75

Verwendeter Same.

95.2672 93.5516 1.7156

Tabelle V.

Ausgerichtete Beiträge an ausgeführte Aufforstungs- und Verbauungsarbeiten pro 1892.

1.

Kostenbetrag.

Fr.

Beiträge aus der Bundeskasse. Hülfsmillion.

Fr.

Fr.

Total.

Fr.

Bern: 29 Projekte: Hinter der Egg, Urserli, Bocksplatten, Walserplätzkählen, Loehrieseten (Abschlagszahlung), Lochwald, Hennenwald, Steinschlag Isenfluh (Abschlagszahlung), Risbachrieseten, Sprongrieseten, Sitirieseten, Leubuchenrieseten (Abschlagszahlung), Nessellauiritt, Schwandlaui , Hornwald, Schränzigraben , Bütschels, Riedbach, Hohneggschvvand, Schlittwegbruch (Abschlagszahlung), Simmelidähligraben, Kohlerenrutseh, Stampbachrutsch, Gerstern- und Mühlegraben (Abschlagszahlung), Vorderried, Obere Hundschüpfen(Abschlagszahlung), Krähe, Mühlehohlen (Abschlagszahlung), Gurnigelalp

69,692. 69

34,161.22

--

34,161. 22

2. Uri: 1 Projekt: Grundstücke längs der Bahnlinie in der Gemeinde Silenen .

1,539. --

647. 50

--

647. 50

3. Schwyz : 1 Projekt : Höheegg, Brunnenloch und Geißweidli (Abschlagszahlung)

9,440. 23

4,216. 89

--

4,216. 89

Übertrag

80,671.92

39,025.;61

--

39,025.6t

^

Kostenbetrag.

Fr.

Beiträge ans der Bundeskasse. Hülfsmillion.

Fr.

Fr.

Total.

Fr.

Übertrag 4. Obwalden: 1 Projekt: Quellgebiet des Eybachea (Abschlagszahlung)

80,671. 92

39,025. 61

--

39,025. 61

7,867. 80

4,157.

43 5

--

4,157. 43

5. Nidwaiden: 2 Projekte: Rybegraben, Stauserhoru

1,675. 72

799. 85

--

799. 85

6. Glarus: 3 Projekte: Bolligenwald , NiederurnerDorfbach (Abschlagszahlung), Dunkelzug (Abschlagszahlung")

14,969. 12

7,484.

56 j

--

7,484. 56

713.10

302. 50

--

302. 50

8. St. Gallen: 12 Projekte: Lahmerentobel, Ruhrhof (Abschlagszahlung), Wiesflecken (Abschlagszahlung), Wilkethöhe, Wolfensberg (Abschlagszahlung), Schwammtobel, Hinterer Ingenal, Plankwald (Abschlagszahlung), Hürliwald (Abschlagszahlung) Tschennerbergli, Bergzug, Knüsel-Steinegg . . .

16,423. 76

7,912.30

9. Graubünden : 5 Projekte : Rosta und Muntaditsch (Abschlagszahlung), Tschengel und l'encarden, Val Miedra, Raschitsch, Pasc de Vadiels

8,481.05

4,183.49

Übertrag

130,802.47

63,865.74

7. Zus: 1 Proiekt: Brilschenrainweid

314.91

8,227.21

97.60 ' 4,281.09 412.51

64,278.25

& w

Übertrag

Kostenbetrag.

Fr.

130,802.47

10. Tessin: 18 Projekte: Motta, Paura sopra l'abitato di Villa, Tremorgio, Pettine, Torrente Molina, Sopra l'abitato di Sonogno, Costa, Sotto la Sassa, Tira l'occhio und Piancone, Sotto l'alpe di Pietra Rossa, Val Grana, Versante sinistro delle valle di Scareglia, Flußbett der Maggia, Boscone di Moleno, Soriva, Boscone di Preonzo, Pian d'Arbigo, Valle di Bidogno (alles Abschlagszahlungen mit Ausnahme der Projekte Pettine und Tira l'occhio und Piancone) 105,097. 07

Beiträge aus der Bundeskasse. Hiilfsmillion.

Fr.

Fr.

63,865.74 412.51

O3 CD

Total.

Fr.

64,278.25

° 54,823. 43

3,443. 55

58,266. 98

11. Waadt: l Projekt: Haut Perruz (Abschlagszahlung)

3,638.04

1,500.--

--

1,500.--

12. Wallis: 7 Projekte: Golatez Scion und Faces (Abschlagszahlung), Escherbirchwald (Abschlagszahlung), Bodenhalde, Oberwald (Abschlagszahlung), Triftgrätli, Rufe bei der Fluh, Gasserenloch . .

19,106.70

8,778.77

1,486.41

10,265.18

Total: 81 Projekte

258,644.28

128,967.94

5,342.47

134,310.41

o

w ^

Tabelle VI.

a

1

Angemeldete und vom Bundesrat genehmigte Aufforstungs- und Verbauprojekte pro 1892.

5"

j£ ·S

»* ^ 2 ^_i

00

Beiträge ans der Bundeskasse.

Fr.

Fr.

  1. Bern: 25 Projekte: Ladenschleif, Hoher Schleif, altes Aarebett, Känelschluchtlaui, Schwandlaui, Nessellauirjtt (Nachtragsprojekt), Sprengrieseten (Nachtragsprojekt), Risbachrieseten (Nachtragsprojekt), Gemeine Weide I JNachtragsprojekt), Gemeine Weide II (Nachtragsprojekt), Rellerliberg, Ehäfti, Hugelialp, Hintere Hohlaßweid, Doggelisgraben, Stampbachrutsch, Schwandweide, Farnli-Esel, Napf, Krähe, Bif'angweidli, Mühlehohle, Eymatt und Grabenmatt, Unterscheidwald, Bad-Horrbühl- und Brandwald, Einzugsgebiet der Gürbe . . . . 224,034. 28 2.'Schwyz: l Projekt: Altberg-Kollernwald (Projekterweiterung) . .

^.

Kostenbetrag.

129,502. 95

1,658. --

829. --

3. Obwalden: l Projekt: Einzugsgebiet des Eybaches

67,000. --

38,900. --

4. Glarus: 2 Projekte: Niederurner-Dorfbaoh u. Hirzlihänge, Bolligenwald (Nachtragsprojekt)

21,506. 20

11,553. 10

5. St. Gallen: 15 Projekte: Unter dem Sehindelboden, Kublen, Sackhub, Sälen, Plattenberg, Dauersfeld, Älpli am Gonzen, Unter den schwarzen Köpfen, Greschhalden, Castelunhalden, SimmelislochSchröterkopf, Kohlplatz, Hacken, Langplanke, Dägelsberg . . .

37,097. 90

21,272. 20

Übertrag 351,296. 38

202,057. 25

g

Kostenbetrag.

Fr.

Beiträge aus der Bundeskasse.

Fr.

Übertrag

351,296. 38

202,057. 25

6. Graubünden: 8 Projekte: Pizokel, Costeras, Davos-Conn, Nassaus (Nachtragsprojekt), Provanco-Rüfe, Raschiiseli (Nachtragsprojekt), Val Giandains, Val Spignas und Val' Male

86,756. --

42,815. 15

7. Tessin: 19 Projekte: Val Puim, Oviga, la Monda e Valleggiai, Pedriso, Mergazone, Decorgia, Faedone, Pian d' Arbigo etc., Sotto 'l'abitato di Piandera, Boscioro, Sopra le cantine di Mendrisio, Valle di Bidogno, Sotto 1' alpe di Pietra Rossa (Nachtragsprojekt), Pettine (Nachtragsprojekt), Faura sopra Airolo, Boscone di Lodrino, Boscone di Preonzo, Montada, Chitello 216,990. --

117,997. 90

8. Waadt: 3 Projekte: En Haut Ferruz, Rhoneebene, linke Thalseite von Feygières (Haute Veveyse)

95,806. 50

41,626. 70

9. Wallis: 3 Projekte: Riffelalp, Emshorn, Verbrannter Wald Leuk

20,244. --

10,488. --

Total: 77 Projekte

771,092. 88

414,985. --

O) CD

699 Der Kanton Tessin weist sowohl mit Bezug auf die ausgeführten als die neuangemeldeten Projekte weitaus die höchsten Ziffern auf, und im Verhältnis zu seinem Kantonsgebiet steht auch Glarus hoch. Der Grund, warum Tessin mit so bedeutenden Ziffern auftritt, rührt zum Teil daher, daß in diesem Kanton die Wildbachverbauungeu nicht dem Ingenieur-, sondern dem Forstpersonal übertragen sind.

Unterm 27. September 1892 haben wir unsern Beschluß vom 3. Oktober 1890, betreffend Kontrolle über Einfuhr berindeten Holzes aus Deutschland, wegen Gefahr der Einschleppung dea Nonnenspinners, als nicht mehr notwendig aufgehoben.

B. Jagd und Vogelschutz, a. Jagd.

Der Nationalrat hat am 20. Januar 1892 das Eintreten auf den vom Ständerat unterm 21. Dezember 1891 durch beratenen G e s e t z e s e n t w u r f betreffend Jagd und Vogelschutz abgelehnt, worauf letzterer den 29. Januar beschloß, von dieser Beschlußnahme Vormerkung zu nehmen, in der Meinung, daß der Bundesrat den Räten zu geeigneter Zeit eine sachbezügliche Vorlage wieder einbringen könne.

Durch die Vorlage des erwähnten Gesetzesentwurfes sahen sich verschiedene Kantone beim letztjährigen Beginn einer neuen fünfjährigen Jagdbannperiode veranlaßt, ihre bisherigen Bezirke vorläufig noch unverändert beizubehalten und die diesfälligen Bestimmungen des neuen Gesetzes abzuwarten. Da nun aber die Revision nicht zu stände gekommen, beschlossen diese Kantone, nachträglich n e u e ' A b g r e n z u n g e n v o n B a n n b e z i r k e n vorzunehmen, welche wir unterm 5. August 1892 genehmigten. Es betrifft dies die Bezirke : 1. Schloßberg-Titlis, Gebiet der Kantone Uri und beider Unterwaiden, 2. Moléson, Gebiet des Kantons Freiburg, und 3. Rubly-Chaussy, Kanton Waadt.

Ende des Jahres 1892 waren 21 Jagd bannbezirke mit einer Gesamtfläche von 1992 km 2 abgegrenzt. Der kleinste Bezirk (Traversina, Kanton Graubilnden) mißt nur 10 km 2 , der größte dagegen (Schloßberg-Titlis, Kantone Uri und beide Untenvalden) 197 km 2 .

Die Aufsicht über diese Bezirke ist 38 Wildhütern übertragen, die im Berichtsjahr 45 Frevelfälle zur Anzeige gebracht und 513 Stück Haar- und 519 Stück Feder-Raubwild, zusammen 1032 Stück erlegt haben.

700

Unterm 29. Juli haben wir dem Kanton Glarus neuerdings wieder die Bewilligung zum A b s c h u ß von 50 Stück Gemsen im Bannbezirk Karpfen erteilt, unter der Bedingung, daß derselbe instruktionsgemäß durch die Wildhüter erfolge.

Im Bannbezirk Churfirsten (Kanton St. Gallen) wurde eine weiße Gemse für das naturhistorische Museum der Stadt St. Gallen abgeschossen.

Mit Bezug auf die E r l e g u n g e i n e r G e m s e im Kanton Aargau im November 1892, somit außer der offenen Jagdzeit auf Gemsen, ohne daß der betreffende Jäger bestraft worden, sahen wir uns veranlaßt, die Regierung dieses Kantons auf Art. 12 des Bundesgesetzes über Jagd und Vogelschutz aufmerksam zu machen, wo es heißt: ,,Die Jagd auf Gemsen und Murmeltiere ist im g a n z e n G e b i e t e der S c h w e i z auf die Zeit vom 1. Herbstmonat bis 1. Weinmonat beschränkt", und für die Zukunft genaue Handhabung dieser Bestimmung zu verlangen.

Der Kanton Uri hat uns in empfehlendem Sinne von einem Gesuche einer Anzahl Jäger in Silenen Kenntnis gegeben, dahingehend, es möchte im Bannbezirk S c h l o ß b e r g auf einer Strecke längs der Reuß die J a g d auf R a u b z e u g gestattet werden. Wir glaubten diesem Gesuche nicht entsprechen zu sollen, da genannter Bezirk kaum erst in Bann gelegt worden war.

Unterm 6. September erteilten wir einer neuen V o l l z i e h u n g s v e r o r d n u n g des Kantons Basel-Landschaft zum Bundesgesetz über Jagd und Vogelschutz unsere Genehmigung und ebenso unterm 1. November einer Nachtragsverordnung des Kantons St. Gallen.

Im Laufe des Berichtsjahres kamen zur I n s p e k t i o n die, Jagd bannbezirke : 1. Schratten-Rothhorn, Kanton Luzern, und Schopfenspitze, Kanton Freiburg, durch Herrn Max v. Jenner, Präsident der bernischen Sektion der Diana in Bern.

2. Hohgant und Faulhorn, Kanton Bern, durch den zürcherischen Oberforstmeister Herrn Rüedi in Zürich.

3. Grieselstock-Bisithal, Kauton Schwyz, Churfirsten, Kanton St. Gallen, und Säntis, Kantone Appenzell Außer- und Innerrhoden, durch Herrn Nationalrat Bühlmann in Großhöchstetten.

4. Die Bannbezirke im Kanton Graubünden durch Herrn Vernet, Centralpräsident des schweizerischen Jäger-, und Wildschutzvereins Diana.

5. Verzasca und Bedretto im Kanton Tessin, durch Herrn Forstinspektor v. Tscharner in Chur.

701 6. Die Bannbezirke im Wallis, durch Herrn Oberförster Schwytzer in Luzern.

Die im Berichtsjahre erst neu begrenzten, erwähnten Bannbezirke und diejenigen des Kantons G-larus kamen nicht zur Inspektion.

Die Berichte der Inspektoren über die Wildhut wurden den betreffenden Kantonen zur Prüfung und Vernehmlassung Übermacht.

Seitens der meisten derselben sind uns Rückäußerungen eingegangen, mit der Versicherung, das Ihrige für die angeregten Verbesserungen der Jagd Verhältnisse thun zu wollen. Auf Anträge der Inspektoren, betreffend Änderungen in der Umschreibung der Bezirke, traten wir aus verschiedenen Gründen principiell jetzt nicht ein, womit sich die betroffenen Kantone einverstanden erklärten.

Die P r ü f u n g der uns eingegangenen R e c h n u n g e n über die Wildhut im Jahr 1892 gab uns bezüglich verschiedener Kantonezu Bemerkungen, Berichtigungen und Reduktionen Veranlassung.

Die Kosten beliefeu sich für: 1. Besoldungen der Wildhüter auf . . . . Fr. 30,151. 97 2. Unfallversicherung (Bern, Glarus, Freiburg, St. Gallen) ,, 517. -- 3. Bewaffnung, Ausrüstung und Zulagen für Munition ,, 515. 40 4. Entschädigung für Kleidung und Wohnung (5 Kantone) ,, 953. 15 5. Prämien für Abschuß vou Raubzeug . . . ,, 740. 95 6. Zeitweise Aushülfe und Verschiedenes . . ,, 1,405. 85 (Tabelle VII.)

Zusammen Fr. 34,28i. 32

Die Berichte über die Jagdbannbezirke bezeichnen das verflossene Jahr als ein dem Wildstand und namentlich der Vermehrung des Gemswildes sehr günstiges. Im kleinen Bezirk Gifferhorn (Bern) allein sollen cirka 70 Kitzen geworfen worden seio, worunter ein weißes Exemplar. Gemsrudel wurden daselbst von 5--60 Stück beobachtet. Aus andern Bezirken werden Rudel angegeben: In den Schratten (Kanton Luzern) zu 2--19 Stück; Schloßberg und Titlis (Uri und Unterwaiden) 6--22 Stück ; Churflrsten (Kanton St. Gallen) 20--50 Stück; Spadlatscha (Kanton Graubünden) bis 63 Stück; Diablerets (Kanton Waadt) bis 30 Stück; sehr große auch im Bezirk Säntis.

Im Monat Septei.ber, während welchem die Jagd auf Gemsen außer den Bannbezirken offen ist, beobachtete man infolge des Überwechseins eine Zunahme des Gemsstandes in letztern. Solche Wechsel

Tabelle VU.

Wildhut in dqn Jagdbannbezirken im Jahre 1892.

53tn»iiT)exii-lie.

Kaiitou.

Name.

WildErlegtes Raubwild.

kiitcr, deren Frevelper Anzahl. anzeigen. HaarFederKanton.

wild.

wild.

per Bexirk.

Luzern

. . .

. . . .

196 75 1 417 57 89 62 62 / 83 \ 90 155 / 48 \ 66 197 t 24 t 41 118 118 129 l 238 f 109 t 128 128 121 121

  1. Faulhorn

2 . Kienthal-Suldthal 3. Gifferhorn 4. Hohgant Schratten-Rothhorn

.

.

.

.

Uri alter Bezirk: Rothstöoke

.

Obwalden neuer Bezirk : Schloßberg-Titlis Nidwaiden . , Schivyz . . . .

Glarus . . . .

Freiburg . . . .

Griselstock-Bisithal 1 Kärpfstock .

.

2 Glärnisch Schopfenspitze (alter Bezirk)

Appenzell A.-Rh. .

> Säntis .

Appenzell I.-Rh. , St. Gallen . . . ChurfirsteQ 1 Spa/dlätscha Graubünden 2 Traversina .

\ < Tessin i 1 Waadt

1 i i t

Wallis

.

.

. . . .

1 Bedretto

. . . .

2 Verzasca.

.

ßubiy-Chaussy (oeuer Bezirk")

. . . .

.

1 Arolla .1 . . . .

2 Botremdnt . .

3 Val ailliez . .

.

.

.

.

.

9 1 \ 17 189 41 10 54 36 . . .

i 85 236 110 i 149 i 86 53 . . .

!

,, . / Bezirke bis 31. August 1892 . . . : 2083 iotal <j BeÄir|je vom i. September 1892 an; 1992 1 .

l

26 189

I

105

|

236 110

3 1 : 1 2 1 2 2 ' 1 , 2 1 1 1 ; 2 !

1

2

{; li

/ 2 121 2 \

6 5

39 38

3 1 1 4 2 2

2 '

i 3 | 288 2 l 1 2083 1992

4 2 2 1 1 1

4 1

i

61 26 86 7 ' 17 16 3

77 10 181 14 17 2

Zulage für Munition.

Schußprämien.

Zeitweilige AushlWe.

Verschiedenes.

Total.

Bundesbeitrag.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

363. 75

275.--

5,782. 75

1,927. 58

300.--

25.--

50.--

375.-

125.--

300. --

14.--

12.--

326.--

108. 67

10.50

6.--

692. 50

230. 83

96.--

483.--

161.--

5.-- 170.-- 10.-- 15.12.--

315. -

105.--

Fr.

Fr.

i 4,700.--

247. 50

i

}«>

8

575,--

1 10

12

372.--

8 26 20 20 32 10 11 40 5 17 10 14

12 12 11 35 10 19 19 13

310.-- 1,900. -- 950.-- 1,098. -- 280. 60 1,091. -- 750.-- 2,400. --

6 4 37 7 6

1 3,800. --

1

18

5 3 2 2 1

4 3 16 15 3

513

i

Entschädigung fUr Kleidung und Wohnung.

Fixe UnfallBewaffnung Besoldungen Versicherung und oder Betrag der der Ausrüstung.

Taggelder. WildhUter.

km 2

km2

Bern .

Kosten der Wîldlitit..

Thätigkeit der Wildhüter.

Grosse.

Zn Seite 701.

fi.

71.50

50.--

125.--

6.--

45.--

15.-- 75.-- 37.50 55.20 13.80

154.50

28.80 3. 10

333. 32 83.33

88.--

200.--

10.50

l 4,392. --

103.50

1 2,026. 15

102. 05

553. 50

20.50 4_

231. 50

--

2,400. 02 1,533.35

50.80 84.10 35.20

23.-- | 3,375. 20 1,125.07 23.30

9. -

60.--

--

1,126. 20 750.-- 3,447. 05

675. 38 !

1 375. 40 1 250.-- 1,149. 02

3,831. --

1,277. --

4,627. 50

1,542. 50

\ 4,002. 37 1,334. 12

3 4 519

| 3,000. --

33.60

51

---

3,124. 60

40.--

1,041. 53

1

30,151. 97

517.--

276.-- ; 239.4 P r

953. 15

740. 95

1,253. 50

34,284. 32 11,428. 10

152. 35 i

i

702

fanden auch da statt, wo ein Bannbezirk geöffnet und angrenzend an denselben oder in dessen Nähe ein neuer Bezirk in Bann gelegt wurde.

Freiburg sagt in seinem Berichte, daß im frühern, sehr wildreichen Bannbezirk Brenleyres der Wildstand infolge scharfer Jagden in Gruppen stark abgenommen habe. Abschüsse in einem kantonalen Bannbezirk, Hohmatt, durch eine eigentliche Jagd, statt durch vereinzelten Abschuß in Zwischenräumen, sollen Auswanderung des Wildes zur Folge gehabt haben.

Der instruktionsgemäße Abschuß von^39 alten Böcken im Bannbezirk Karpfen (Kanton Glarus) hat dagegen laut erhaltenem Bericht auf die Hebung des dortigen Gemsstandes sehr vorteilhaft eingewirkt.

Aus dem gut besetzten Bannbezirk Churfirsten (St. Gallen) wechselt von Zeit zu Zeit Gemswild in benachbarte Gebiete über, um sich dort ständig niederzulassen.

Wie alljährlich, so ging auch 1892 wieder eine Anzahl Gemsen in Lawinen zu Grunde.

Auch über den Stand der M u r m e l t i e r e lauten die Berichte im allgemeinen günstig. Die in Vanille (Kanton Frei bürg) neu angelegte Kolonie mehrt sich, während die Anlage am Moléson eingegangen ist. Die in den Bannbezirk Churfirsten versetzten Murmeltiere haben sich schon weit über denselben ausgebreitet. Im Bannbezirk Grieselstock-Bisithal sollen etwa 50 Stück freventlich ausgegraben worden sein.

Der Stand des R e h w i l d e s hat sich in den Bannbezirken letztes Jahr etwas gehoben, so in den Waldungen der Trême und Villarvolard (Kanton Freiburg), auf der Nordseite der Churfirsten und in den Wartauer-Waldungen (Kanton St. Gallen), ferner in Spadlatscha und Traversina (Kanton Graubünden). Im Kien- und Suldthale (Bern) haben sieh Rehe neu angesiedelt. Die Laufhunde fügen diesem Wilde manchenorts grolien Schaden zu.

Die Berichte über das F e d e r w i l d lauten verschieden, im allgemeinen jedoch nicht ungünstig. In den Waldungen der Bernerbezirke soll Auer- und Birkwild häufig vorkommen, weniger im Lütschenthal, viele Weißhiihner im Kien- und Suldthale. In den obern Lagen des Schwyzer Freiberges finden sich viele Steinhühner.

Auch Uri, Obwalden und Appenzell l.-Rh. rühmen den Stand des Federwildes, während Freiburg im allgemeinen eher eine Abnahme bemerkt hat.

Sehr erfreulich ist es, den Berichten entnehmen zu können, daß das R a u b z e u g fast überall, zum Teil stark, abgenommen,

703

namentlich auch die Füchse, weniger die Marder, und daß in verschiedenen Kantonen infolge schärferer J a g d p o l i z e i der Wildfrevel letztes Jahr weniger häufig vorgekommen. Die Wildhüter der Kantone Freiburg und Waadt haben in den Grenzgebieten gemeinschaftliche Touren ausgeführt und unterstützen sich gegenseitig.

Auf einen Rekurs von einigen Jägern in Sitten gegen eine durch das Finanzdepartement des Kantons Wallis betreffend Ausübung der Jagd an einem Sonntage erkannte Buße wurde wegen Inkompetenz nicht eingetreten.

Eine Beschwerde gegen ein Urteil des Kreisgerichts-Ausschusses Thusis betreffend Jagdbuße wegen frei im Feld Vagierenlassen eines Laufhundes wurde als unbegründet abgewiesen.

b. Vogelschutz.

Im Laufe des Berichtsjahres wurde ein in unserem Auftrage von Herren Professor Dr. Studer in Bern und Dr. Patio in Genf bearbeiteter K a t a l o g der s c h w e i z e r i s c h e n V ö g e l mit eingetragenen Beobachtungen und Citaten veröffentlicht.

Der C e n t r a l v o r s t a n d des s c h w e i z e r i s c h e n T i e r s c h u t z v e r e i n s kam mit dem Gesuche ein, ,,es möchte der Bundesrat der Frage des Schutzes der nützlichen Vögel neuerdings seine eingehende Aufmerksamkeit zuwenden und die zur Hebung des bestehenden Mißstände dienenden Maßregeln in Betracht ziehen".

Dem genannten Verein wurde hierauf unterm 5. Januar 1892 über den damaligen Stand der Frage und über die Bemühungen des Bundesrates, dieselbe einer internationalen Lösung entgegenzuführen, insbesondere über die ornithologischen Kongresse in Wien und Budapest, Auskunft erteilt und die Versicherung daran geknüpft, daß der Bundesrat die allgemein und speciell für unser Land so wichtige Frage nicht aus dem Auge lassen und sein Möglichstes thun werde, um den Schutz der nützlichen Vögel zunächst im eigenen Lande vollständig zu regeln und demselben sodann auch auf internationalem Wege Anerkennung und Annahme zu verschaffen.

Dem schweizerischen Verein für Pflege von Sing- und Ziervögeln wurde ein einmaliger Beitrag von Fr. 200 zum speciellen Zweck der Förderung, Vermehrung und des Schutzes der nützlichen Vögel bewilligt.

704

C. Fischerei.

Die G e s e t z g e b u n g über die Fischerei wurde dadurch vervollständigt, daß die Kantone Bern und Solothurn im Berichtsjahr Vollziehungsverordnungen zum Bundesgesetz erließen. Im Rückstand sind damit, ungeachtet unserer Mahnungen, immer noch die Kantone Graubünden, Tessin und Wallis.

Gemäß Art. 24 des Bundesgesetzes schlössen die Kantone Luzern, Schvvjz und Zug eine Ü b e r e i n k u n f t über Anwendung gleichmäßiger Bestimmungen zur Regelung der Fischerei im Zugersee ab und ebenso die Kantone Freiburg und Waadt bezüglich des Murtensees.

Den Kantonen Baselland und Aargiiu wurde auf gestellte Gesuche hin, gestützt auf Art. 4, letzter Absatz, des Bundesgesetzes, die Bewilligung zum Gebrauch von N e t z e n mit einer M a s c h e n w e i t e von 2,5 ein. erteilt, jedoch nur in bestimmt bezeichneten Bächen und Bachstreeken. Ebenso wurde den Kantonen Luzern und Aargau bis auf weiteres der Baichenfang im Hallwylersee mit Garnen von 2,5 cm. Maschenweite gestattet.

Zum H e c h t f a n g während der Frühlingsschonzeit erhielten ausnahmsweise und mit gewissen Beschränkungen Bewilligungen: der Kanton Obwalden für den Sarnersee, der Kanton St. Gallen für den Fischereiverein Rorschach, der Kanton Zug für den Zugersee.

Auf Empfehlung des Kantons Zürich erteilten wir ferner awei Fischern die Bewilligung zur Anwendung des T r a c h t g a r n e s im Z i i r c h e r s e e während der letzten Frühlingsschonzeit; es durfte jedoch gleichzeitig nur ein Garn in Gebrauch gesetzt werden.

(Art. 15, letzter Absatz, des Bundesgesetzes.)

F i s c h e r e i a u f s i c h t . Ende 1892 waren von den Kantonen 109 Fischereiaufseher angestellt mit einem Gesamtgehalt, resp. einer Entschädigung von Fr. 41,348. 80. An diese Ausgabe trug der Bund, gemäß Art. 29 des Bundesgesetzes über die Fischerei, 50 °/o oder Fr. 20,674. 40 bei.

Einige Kantone geben den Aufsehern fixe Jahresgehalte, so daß sie die volle Zeit ihrem Dienste widmen können; andere Kantone haben zwar auch fixe Gehalte ausgesetzt, aber so geringe, daß die Aufseher sich daneben noch einen weitern Verdienst suchen müssen, und wieder andere Kantone haben die Fischereiaufsicht sonstigen kantonalen Beamten übertragen und entschädigen dieselben für diesen außerordentlichen Dienst besonders. Im Kanton St. Gallen besorgt diese Aufsicht das Forstpersonal.

705 Noch keine Aufseher haben augestellt die oberwähnten Kantone, die noch keine Vollziehungsverordnungen besitzen, und der Kanton Waadt. Letzterer hat indes vorläufig für eine provisorische Aufsicht gesorgt.

Zur I n s t r u k t i o n von F i s c h e r e i a u f s e he r u wurde vom 4.--9. April 1892, unter Leitung des Herrn 0. Häriog-Merian von Liestal und unter Mithülfe der Herren alt-Stadtrat Chr. Weiß in Zug und Dr. G. Schoch in Zürich, ein Kurs in Zug abgehalten, der von 22 Teilnehmern aus den Kantonen Luzern, Obwalden, Nidwaiden, Glarus, Zug, Solothurn, Baselland, Schaffhausen, Aargau und Thurgau besucht war. An der Schlußpriifung waren das schweizerische Industrie- und Landwirtschaft-Departement und der Kanton und die Stadt Zug vertreten.

Das Ergebnis dieses, hauptsächlich praktisch gehaltenen und vorzüglich geleiteten Kurses war ein sehr befriedigendes.

In mehreren Kantonen fehlt noch eine Dienstinstruktion für Fischereiaufseher, zu deren Entwurf wir seiner Zeit ein Schema ausarbeiten und verteilen ließen.

Im Kanton St. Gallen wurden 6 eintägige I n s t r u k t i o n s k u r s e über den O t t e r n f a n g , unter Leitung des Herrn Wenk, Gärtner in Flawyl, und unter ßeihülfe des Herrn Oberförster Schnider, vom 25. Februar bis 4. März an 6 verschiedenen Orten abgehalten. Die Zahl der Teilnehmer belief sich im ganzen auf 44.

Wir dürfen um so mehr auf Erfolg dieser Kurse hoffen, als gleich nach Schluß derselben von den Kursbesuchern 26 neue Otterfallen angeschafft wurden.

Den 18. Juni 1892 haben wir die Kantone durch ein Kreissehreiben auf den außerordentlichen Schaden aufmerksam gemacht, welchen die Fischottern dem Fischbestande zufügen, und eine Aussetzung, resp. Erhöhung der meist zu geringen Prämie für Erlegung dieses Thieres angeregt, mit dem Beifügen, daß der Bundesbeitrag an dieselben auf 50 % festgesetzt sei. Einige Kantone sind diesem unserem Wunsche nachgekommen, von anderen steht eine Antwort noch aus.

Die von den Kantonen beschlossenen P r ä m i e n für E r l e g u n g von F i s c h o t t e r n , R e i h e r n etc., sowie die Bundesbeiträge an diesfällige Ausgaben finden sich in Tabelle VIII zusammengestellt.

Im ganzen wurden, nach den uns 1892 zugekommenen Angaben, erlegt:

Tabelle VIII.

Übersieht Zu Seite 705.

der

von den Kantonen festgesetzten Prämien für Erlegung von der Fischerei schädlichen Tieren pro 1892.

Kanton.

Zürich . .

Bern Luzern .

.

Uri Schwyz Obwalden Nidwaiden Glarus Zug Freiburg Solothurn Baselstadt Baselland Schaffhausen Appenzell A.-Rh Appenzell I.-Rh St. Gallen Graubünden Aavgau Thurgau .

Tessin Waadt Wallis Neuenburg Genf

. . .

Fischotter.

Fischreiher.

Eisvogel.

Lappentaucher.

Wasse,-amsel.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

30 15 30 10 10 30 15

2

30 10 10 12

2 1 3 2

Fr.

0. 50 --

-- 3 3

Spitz- oder Betrag der Wasser- verabfolgten maus.

Prämien.

  1. 00

--

2 3 3

.

6 2

2. 00

40

2

60 30

_ .

--

Fr.

140. -- 329. -- 108. -- 32 -- 10. --

62 155 70 38 40 11 60

15. -- 30. --

7 50 15

89 70

32 yo

--

5

30 --

0. 50

Bemerkungen.

Fr.

--

0. 30 --

10 30 30 30 30 10 30 30

--

Bundesbeitrag.

0. 50

_

15 600 60 585 180


7 50 300 30 273 so 90

962 --

478 20

90. -- 50. -- Total

9

3325. 70

45 25

1586. 30

·

706

131 Fischottern, 168 Fischreiher, 7 Eisvögel, 31 Lappentaucher, 99 Wasseramseln, 15 Spitzmäuse, zusammen 451 Stück.

Die kantonalen Prämien hierfür belaufen sich auf Fr. 3325. 70 und die Bundesbeiträge an dieselben auf Fr. 1,586. 30.

Der Stand der S c h o n r e v i e r e in Seen und Flüssen auf Ende 1892 ist aus Tabelle IX ersichtlich. Es sind im ganzen 13 Reviere auf 5 Kantone verteilt.

Die in Schonung gelegten Flüsse nehmen eine Länge von 367,48 km. ein, mit einer Fläche von 386,07 ha.

die Schongebiete auf Seen messen 363,00 ,, zusammen 749,07 ha.

Die Erstellung von F i s c h s t e g e n hat uns im Berichtsjahr auch wieder vielfach beschäftigt, und dies namentlich in den Kantonen Bern, Waadt und Genf. Vollendet wurden 1892 zwei Fischstege im Kanton Waadt, der eine in der Venoge bei Islettaz in einem Kostenbetrag von Fr. 829. 10, der andere in der Orbe ob der Stadt Orbe, und ferner ein Steg beim Turbinengebäude der Stadt Genf. Über letztere beiden Bauten fand noch keine Abrechnung statt.

Die Pläne über Fischwege in der Aare an den Stauwehren bei Hagneck und bei den Schleusen in Thun sind von uns genehmigt und werden bei günstigem Wasserstand diesen Winter noch zur Ausführung kommen.

In Unterhandlungen stehen wir mit dem Kanton Bern ferner betreffend Erstellung von Fischstegen in der Aare am Schwellenmätteli bei der Stadt Bern und in Interlaken. Im ganzen besitzt die Schweiz gegenwärtig 13 Fischstege.

Infolge eingegangener Anzeige über V e r u n r e i n i g u n g des M u r t e n s e e s durch Fabrikabgänge haben wir unseren technischen Experten, Herrn Apotheker Nienhaus in Basel, mit einer Untersuchung in Sachen beauftragt und unterm 8. August 1892 der Regierung des Kantons Freiburg den uns erstatteten Bericht mit der Einladung übermittelt,-an der Hand desselben die erforderlichen Maßnahmen gegen die Verunreinigung des Sees anzuordnen. Außerdem war unser Experte in K a i s e r a u g s t und in der S t a d t Basel mit Inspektionen beschäftigt.

Tabelle IX.

Za Seite 706.

Stand der Schonreviere auf Ende 1892.

üferlänge.

Fläche.

Flußlänge.

Fläche.

Total Fläche per Kanton.

km.

ha.

km.

ha.

ha.

286.00

131.00

31.50

200.00

0.73

5.50

Seen.

Flüsse.

Bezeichnung des Schongebietes.

Kanton.

  1. Lütschine im Amtsbezirk Interlaken . . .

Rpwyi

.

2. Aare von Brunnadern bis zum Thalmattenfahr bei Niederruntigen, mit Ausnahme des Schwellenmättelistückes b e i Bern . . . .

.

3. Alte Aare zu Aarberg, von der Straßenbrücke aufwärts bis zur Vereinigung mit dem Hagneckkanal . .

4. Sempachersee, das Gebiet unterhalb der Linie Nottwiler Dorfbacheinmündung zum Dörfchen Eich bis zur Linie Gemeindegrenze Nottwil-Oberkirch (bei St. Marö'rethen") ^esjen die ^^iesen .

IMZ&TYI

5 . Mehrenbach

GlctTUS

Graubünden . . .

Waadt

. .

.

.

.

.

3.00

360.00

.

6. Landwasser vom Schwellisee bis Langwieser-Grenze und Schwellisee

3.00

7. Saane, der gesamte Lauf auf waadtländischem Gebiet 8. Bach von Sepoy, von der Brücke des Dorfes bis zur Grande-Eau . .

9. La Raverettaz, von der Brücke ,,des ponts" bei ComballâiZ bis zur Orande-Eau .

10. Orbe in la Vallée, vom Bache ,,Byblanc" (Bursine) bis zur Brücke der Gemeindestraße unterhalb des Kirchhofes von Sentier .

. .

.

.

11. Orbe in Vallorbes zwischen dem Wehr ,,des Moulins" und dem Wehr -Grandes-Forges1* .

12. Baurnine, vom'Dorfe Baulmes bis zur Quelle . . .

13. Teich, von ,,derrière la cour de Bonvillarsa und dessen Abfluß bis zur Brticke der Gemeindestraße von Champagne nach Onnens Total

3.00

363.oo

Bewilligung zum Fischfang zum Zwecke der künstlichen Fischzucht vorbehalten.

336.50

12.00

0.70

'

3.60

Gebrauch der Rute vom Ufer aus gestattet.

Absolute Schonung.

360.00 3.50

Bemerkungen.

11

T)

0.70

V)

11

6.60

n

71

16.oo

32.00

·n

n

1.00

0.80

·n

n

3.00

0.90

11

T)

6.50

9.75

·n

n

3.00

1.50

·n

n

4.00

0.80

·n

n

0.26

0.02

n

n

367.48

386.07

45.27

749.07

707

Im März vorigen Jahres ging uns die Anzeige ein, daß auf der R e u ß in der Gegend von Gislikon eine Menge toter Fische treiben, und daß die Ursache des Absterbens dieser Fische in der Papierfabrik Perlen zu suchen sei. Wir setzten die Regierung des Kantons Luzern hiervon in Kenntnis, mit der Einladung verbunden, Untersuchung eintreten zu lassen.

Nach später erhaltenem Bericht blieb dieselbe erfolglos, es konnte die Ursache des massenhaften Absterbens der Fische nicht ermittelt werden.

Auf die Nachricht, daß in M o n t h e y eine Zuckerfabrik erstellt werde, haben wir die Regierung des Kantons Wallis auf die Bestimmungen in Art. 6 des Bundesgesetzes über die Fischerei vom 21. Dezember 1888 aufmerksam gemacht, damit rechtzeitig die erforderlichen Maßnahmen zum Schutze der Fische in dem betreffenden Fabrikkanal und für deren freien Durchzug getroffen werden.

Die Anzahl der 1891/92 in Betrieb gestandenen F i s c h b r u t a n s t a l t e u belief sich auf 94 (90 im Vorjahr), nicht Inbegriffen einige kleinere Privatanstalten.

Nach der in Tabelle X gegebenen statistischen Übersicht der Ergebnisse der Brutanstalten wurden im ganzen von 22,921,900 eingelegten Eiern 15,401,200 Fischchen gewonnen (1891: 12,690,500).

Nach Fischarten stellen sich die ausgesetzten Fischchen wie folgt zusammen: Inländische Arten: Stück.

Stück.

Lachse 955,000 Lachsbastarde 241,200 Seeforellen 1,688,100 Fluß- und Bachforellen 2,458,200 Rötel 1,184,400 Äschen 703,000 Felchen - . 7,619,000 Aale 10,000 Hechte 460,000 Rötel X Bachsaiblinge . . . . : . .

23,800 15,342,700 Ausländische Arten: Regenbogenforellen . . . . . . . . .

27,900 Lochleventrout (Trutta levenensis) . . .

4,400 Bachsaiblinge (Salmo fontinalis) . . .

6,200 Zander 20,000 -- 58,500 Zusammen ,15,401,200

Tabelle X.

Leistungen der schweizerischen Fischbrutanstalten während der Brutperiode 1891/92.

5 15

Bern

623,300 113,800

6

Schwyz . . . .

. . .

1 t

. .

4

Freiburg . . . .

2

--

Solothurn

. . .

6

--

Basel-Stadt . . .

2

Nidwaiden Zue

. .


5

. .

1

. . .

4

GraubUnden . . .

3


: '·: · . .

19

182,500

Thurgau . . . .

4 1

--

Schaffhausea 8t Gallen Aargau Tessin Waadt

. . . .

Neuenburg .

11 4

Total

94

-- -- _ -- -- 25,000

18,000

.

Basel-Landschaft

--

120,000


6,000

279,700

94,900

--

102,200 17,000 -- 55,000

-- 87,000

20,000

28,000

64,900


254,000 89,000

135,000

--

178,500

·

--

3,600

-- -- 1,000

26,000 -- --


1,184,100


6,000 -- -- · --

-- 30,500 13,000

68,500 423,600 100,000 60,000 10,000


5,000

507,700 29,000 -- -- 2,179,300 2,925,400 49,600 1,143,800 300,800

-



Äsche.

Hecht.

BöteL (ThymaUus Felchen.

(Esox (Salmo salvulgaris (Coregonus.) luciua L.)

velinus L.)

Nils.)

26,400

152,600

1,150,000

20,500

254,500

390,500

16,500 59,000

-- -- 2,000 1,813,000

3,328,000

780,000

--

--


1,200,000

8,000

2,120,000

-- -- -- -- -- -- -- -- 5,000

-- -- 5,000


-- -- -- 20,000 -- -- -- · -- -- 84,000: : . -- . -- " · -- -- ' -- -- -- · -- . ..

.-- - · :

467,000

--

-- -- -- 30,000

--

-



20,000


2,000


-- -- '-


1,600,000

18,000 . 2,710,000 ·i : 20,000 · . . --

--

Total.

20,000

2,402,800

602,300 103,200

2,277,600

125,700


4,338,600 59,000 1,255,000 98,900 254,000

--

152,000



Lachsbastard.


4,080,000


--

Lachs.

(Tratta salar L.)

313,500 207,600 48,500

-- -- 15,000 --

72,000

-- -- 10,000

955,400

85,600 --

58,000

5,000

215,300



69,000 159,800 ·

--

16,000

-- -,

383,100

2,833,000

--

-- ·

-- -.

91,300

58,900

50,000 --

--

--

2,000 ' 26,000 5,500

2,699,100

1,000


25,000

--

536,700 -- 8,000 1,935,400 1,024,100 12,518,500 780,000 32,000 20,000 22,921,900


50,000

16,000

60,000 -- --

83,200 13,200

-- --' 140,000

91,500

_

909,000

6,500

423,100

5,000

-- -- --: -- 3,500

--

955,000 241,200 1,688,100 2,458,200 27,900

Äsche.

Hecht Aal.

Rötel.

(Thymallns Felchen.

(Salmo sal- vulgaris (Coregonus.) (Esox (Anguilla lucius L.) vulgaris.]

velinus L.)

Nils.)

_

700

-- 61,000


--

-- ' '· .' · --

228,700

--

--


25,000 159,400

111,000

1,219,100


Fluß- und g | Seeforelle.

Bachforelle. J a l j (Tratta ea * (Trutta lacustris L.)

farlo L.)

Lochleventrout.

(Trutta levenensis.)

8,600

1^=1

240,600 1,156,900

200,000

. . . .

Luzern

37,000

«S-af &

à g S^So

5,000

24,000 135,300

850,000

20,000

349,000

188,500

14,200

-- 2,736,000 460,000

-- -- 35,000 -r -- -- 800,000 -- -- -- -- 1,200 1,091,200 ' 5,000 720,000 ' -- -- ·_· -- -- -- ' -- -- -- 12,000 -- -- -- -- -- -- -- -- -- 60,500 · --.

-- -- -- -- · . --; '· - -- . -- -- 19,000 -- -- -- -- .

--.

' ·'- -- ' 279,000 650,000 10,700 1,495,000 4,400 - ." -- - -- · . -- --' _L.


-- -- 4,400

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6,200 1,184,400

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10,000

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-- -- -- -- --' -- -- -- --

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20,000

--


--

--

-- _

-- 22,000

-

--


Zander.

(Lucioperca Sandra Cuv.)

. . . .

Seeforelle. Fluß- und Bachforelle.

(Trutta lacustris L.) (Trutta farlo L.)

Kreuzung von BachBaibling mit Kötel.

Zürich

Lachsbastard.

Zander.

(Lucioperca Sandra Cuv.)

Lachs.

(Tratta salar L.)

Kreuzung von Bachsaibling mit Rötel.

|1

Lochleventrout.

(Trutta levenensis.)

Baclisaibling.

(Salmo fontinaÜB.)

Kanton.

Bachsaihling.

(Salmo fontìnalis.

Ausgesetzte Fischclien.

Eingesetzte Eier.

J

Zu Seite 707.

-- -

-- -- -- -- -- -- · -- -- 1,800 -- --.

-- -- · ·' -- · --


-- -- 703,000 7,619,000 460,000 10,000

1,998,500

1,997,500

42.li

4

1,803,700

1,770,300

70.88

3,392,200

3,392,100

21.87

8 32


35,000

35,000

1.19

850,000

850,000

1.30

-- 9

--

1,916,400

1,916,400

32.eo

28


88,000

88,000

7.0l

--

215,300

141,500

7.68


1

--

Total.

BrutSumma flache. Brutamtlicher Kontrolle glasen.

in öffentliche EierGewässer unterausgesetzten a Fischchen. lagen m . Stück.

--

106,000

68,000

8.80

-r

270,800

112,700

33.71

--

134,500

134,500

36.00

-- ' -- .


31,500

26,200

80,700

51,900

1,468,100

1,426,100

43.1«

1,601,400

1,601,400

41.85

5.48'

2.5«

-- -- 1

32 --

50,000

50,000

931,000

881,000

2.1)0 58.01

428,100 -

425,100

19.oo


23,800 20,000 15,401,200 14,967,700 434.10

114

-- --.

--.

.

--

708

An K r e b s e n wurden zur Wiederbevölkerung der Gewässer 2800 Stück ausgesetzt.

Gar nicht beteiligt haben sich an der künstlichen Fischzucht die Kantone Uri, Obwalden, Glarus, Appenzell A.-Rh. und I.-Rh und Wallis.

Der Forellen-, Rötel- und Feichenzucht wurde mit Recht die größte Aufmerksamkeit geschenkt; Eier der Äschen waren leider schwer erhältlich.

Der B und es beitr a g für die unter amtlicher Kontrolle ausgesetzten Fischchen belief sich auf Fr. 14,713. 37 einbegriffen der Beitrag an den Ankauf von Krebsen).

An die Kosten der Wiederbevölkerung der Seen von Avançon und Nairvau im Kanton Waadt trugen wir Fr. 90 bei, und dem Kanton Graubünden wurden 12,000 von Feldkirch bezogene junge Seeforellen unentgeltlich überlassen.

In R a p p e r s w y l fand eine F i s c h e r e i a u s s t e l l u n g mit recht gutem Erfolge statt.

Internationale F i s c h e r e i - Übereinkünfte. Der Notenwechsel zwischen der Sch w ei z und dem G r o ß h e r z o g t u m B a d e n betreffend die Bewilligung der bis dahin verboten gewe-' seuen Garnfalle zum Lachsfang setzte sich auch im Berichtsjahre fort. Auf die im letzten Berichte erwähnte schweizerische Note vom 30. Oktober 1891 erwiderte das großherzogliche Staatsministerium, daß dasselbe die Bedenken gegen Zulassung fraglicher Fallen zum Fischfang nicht teilen könne, und deshalb das diesbezügliche Verbot zunächst für den Rhein unterhalb Basel für das Jahr 1892 außer Kraft gesetzt, im übrigen aber nur den Gebrauch einer kleinen Anzahl von Fallen, wie-im vorausgegangenen Jahre, bewilligt habe.

Durch Schreiben vom 9. Oktober 1892 erhielt unser Fischereikommissär für den Rhein vom badischen Bevollmächtigten die Mitteilung, daß das dortige Ministerium des Innern die Verwendung vom Garnfallen zum Lachsfang bis auf weiteres nunmehr auch für die Rheinstrecke von Basel a u f w ä r t s gestattet habe, nachdem sich ergeben, daß der Kanton Aargau sich veranlaßt gesehen, den aargauischen Fischern diese Art Fischfang auf der dortigen Rheinstrecke zu bewilligen.

Eine vom Kanton Aargau eingeholte Vernehmlassung bestätigte obige Angabe, worauf wir unterm 11. November beschlossen: 1. Das Verbot der Anwendung der Garnfalle (Art. 5, Ziff. 2, des Bundesgesetzes über die Fischerei) für den Lachsfang wird bis auf weiteres suspendiert.

709 2. Das Industrie- und Landwirtschaftsdepartement wird beauftragt, mit den beteiligten Kantonen die Frage zu beraten, ob das Verbot des Gebrauches der Garnfalle überhaupt aufgehoben werden solle.

Diese Beratung, an welcher Abgeordnete der Kantone Zürich, beider Basel, Schaffhausen und Aargau teilnahmen, fand den 22.'Dezember-unter dem Präsidium des Departementschefs statt und führte zu der Beschlußnahme, daß 1893 weitere Versuche mit der Verwendung der Garnfalle zum Lachsfang gemacht werden «ollen, unter specieller Aufsicht der betreffenden Kantone und gemäß einem vom schweizerischen Industrie- und Landwirtschaftsdepartement, im Einverständnis mit letztern aufzustellenden Beobachtungsschema.

Auf ein vom Kanton Thurgau unterm 6. November 1892 einbegleitetes Gesuch der F i s c h e r von G o t t l i e b e n , es möchten bei der großherzoglich badischen Regierung Schritte gethan werden, damit das Bezirksamt Konstanz die Weisung erhalte, alle diejenigen mit Strafe zu belegen, welche in die wohlerworbenen Rechte der Gottlieber Fischer eingreifen, wurde unterm 14. November eine diesbezügliche Note erlassen. In der hierauf erfolgten Rückäußerung ·entsprach Baden den Wünschen der Gottlieber Fischer im vollsten Maße.

Auf eine Einladung des Präsidenten des deutschen Fischereivereins, des Fürsten v. Hatzfeld-Drachentierg, zur Beschickung des am 27. August 1892 in F r i e d r i c h s h a f e n zu eröffnenden deutschen F i s c h e r e i t a g e s haben wir Herrn Nationalrat Meister in Zürich, Präsident des schweizerischen Fischereivereins, mit dieser Mission betraut.

Den 16. Mai 1892 fand unter dem Präsidium des Chefs des Industrie- und Landwirtschaftsdepartements in Zürich eine K o n f e r e n z von Abgeordneten der beteiligten Kantone zur Beratung -der Frage statt, ob die von der Schweiz früher schon einmal zur Sprache gebrachte internationale Regelung der Fischerei im Bodensee bei den betreffenden Staaten nicht neuerdings wieder anzuregen sei, und welche Punkte bei einem allfälligen Entwurf einer diesbezüglichen Übereinkunft hauptsächlich in Betracht zu ziehen seien.

Infolge dieser Konferenz haben wir unterm 9. Juli an sätntlichd Bodenseeufer-Staaten und an das Fürstentum Liechtenstein die Anfrage gerichtet, ob sie geneigt wären, Über Abschluß einer Ü b e r e i n k u n f t betreffend Regelung der Bodenseef i s c h e r e i in Unterhandlungen zu treten, und eventuell Konstanz .als Versammlungsort der Abgeordneten in Vorschlag gebracht.

710

Den 18. Oktober waren wir in Fall gesetzt, an genannte Staaten eine Einladung zur Beschickung einer Konferenz nach Konstanz ergehen zu lassen, die den 24., 25. und 26. desselben Monats stattfand und über welche ein Verhandlungsprotokoll und ein Entwurf einer Übereinkunft vorliegt.

Als schweizerische Abgeordnete an diese Konferenz hatten wir Herrn Oberforstinspektor Coaz in Bern und Herrn Nationalrat Meister in Zürich bezeichnet und zugleich auch den mitbeteiligten Kantonen Gelegenheit gegeben, sich bei derselben vertreten zu lassen. Für die Schlußkonferenz, ist, auf ergangene Einladung von ÖsterreichUngarn hin, Bregenz in Aussicht genommen.

Den 25. Oktober fand zwischen Vertretern der Schweiz und Badens eine Separatkonferenz in Konstanz statt zur Beratung der F i s c h e r e i v e r h ä l t n i s s e des Q n t e r s e e s , welche zu einem befriedigenden Ergebnis führte mit Ausnahme eines Punktes, nämlich der Gestattung des Fanges von Gangfischen während deren Schonzeit mit dem engmaschigen Zuggarn, auch außer den hierzu privatrechtlich befugten Fischereien.

Eine Einladung der französischen Botschaft vom 5. Oktober 1892 zur Teilnahme an einer K o n f e r e n z von Abgeordneten F r a n k r e i c h s , des d e u t s c h e n Reiches und L u x e m b u r g s behufs Beratung von Maßnahmen zur Erleichterung des Aufstieges und der Fortpflanzung des L a c h s e s in der M o s e l und ihren Zuflüssen haben wir verdankend abgelehnt, dagegen um Mitteilung der Protokolle dieser Konferenz ersucht.

Den 26. November 1892 hat Frankreich die Z u s a t z e r k l ä r u n g zur Ü b e r e i n k u n f t z w i s c h e n d e r S c h w e i z u n d F r a n k r e i c h vom 28. Dezember 1880, betreffend Regelung der Fischerei in den Grenzgewässern, behufs Unterdrückung der Fischereivergehen ratifiziert, so daß die am 30. Juli 1891 abgeschlossene Erklärung auf den 1. Januar 1893 in Kraft gesetzt werden konnte.

Der s c h w e i z e r i s c h e und f r a n z ö s i s c h e F i s c h e r e i k o m m i s s ä r für den G e n f e r s e e haben im Laufe des Berichtsjahres zwei Konferenzen abgehalten und verschiedene Geschäfte, die Fischereipolizei auf dem Genfersee betreifend, behandelt. Die Überwachung des Fischfanges der Fera während der Schonzeit dieses Fisches geschah auch im Berichtsjahre wieder gemeinschaftlich mit Frankreich vermittelst eines Naphthaschiffes.

Die Fischereiaufsicht am D o u b s , soweit dieser Fluß die Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich bildet, wird noch mangelhaft gehandhabt, nur Neuenburg übt eine befriedigende Aufsicht aus.

711 Auch im Berichtsjahre wurde während des niedrigen Wasserstandes im genannten Fluß der Fischfang von den zuständigen Behörden beider angrenzenden Staaten untersagt. Die Marken zur Bestimmung des Wasserstandes, bei welchem der Fischfang zu verbieten ist, sind noch nicht erstellt, dagegen 4 Pegel am schweizerischen Ufer angebracht, welche auf gewisse Strecken dem beabsichtigten Fischereizwecke dienlich sind.

Bezüglich der Fischerei - K o n v en ti o n mit I t a l i e n ist zu berichten, daß zum italienischen Kommissär, an Stelle des verstorbenen Herrn V'enini, Herr Dr. E. Scalini, Mitglied der Fischereikommission von Como, gewählt wurde. Die Handhabung der Fischereikonvention seitens Italiens läßt immer noch sehr zu wünschen übrig, und der für den Aufstieg der Forellen vom Langensee in die Tresa so notwendige Fischsteg bei Creva ist immer noch nicht erstellt; ebensowenig der von uns, gestützt auf die Konvention, verlangte zweite Fischsteg bei der Stauwehre von Villoresi, unter Sesto-Calende, im Tessiustrom.

Von den an der tessinisch-italienischen Landesgrenze stationierten eidgenössischen Grenzwächtern kamen 15 Fischereifrevelfälle zur Anzeige.

IV. Abteilung.

Versicherungswesen.

Im Mai 1892 veröffentlichte das Versicherungsatnt, mit Ermächtigung des Bundesrates vom 22. April gleichen Jahres, den fünften einläßlichen Berieht über den Stand der privaten Versicherungsunternehmungeti in der Schweiz.

In das Berichtsjahr wurden zwei im Jahre 1891 unerledigte Konzessionsgesuche übertragen. Ein Begehren ist durch Verzicht der betreffenden Gesellschaft dahingefallen; das andere führte zur Konzessionierung d e r P r e u ß i s c h e n N a t i o n a l v e r s i c h e ruEgsgesellschaft in Stettin für die Einzelunfallversicherungsbranche.

Neu eingelangt sind fünf Konzessionsgesuche, wovon zwei definitiv abgewiesen worden sind, eines infolge Verzicht dahingeMlen ist und zwei wegen Unvollständigkeit der vorgelegten Ausweise noch pendent sind.

712 Im Berichtsjahre hat auf die eidgenössische Konzession verzichtet ,, T h e U n i o n , M a r i n e I n s u r a n c e C o m p a n y L i m i t e d in L i v e r p o o l " . Die Gesellschaft hat bereits das Gesuch um Herausgabe der hinterlegten Kaution gestellt, das.' in gesetzlich vorgesehener Weise bekannt gemacht wurde. Die Einsprachefrist läuft mit dem 2. März 1893 ab.

Im Jahre 1892 sind die meisten, s. Z. auf sechs Jahre oder für kürzere Zeit erteilten Konzessionen abgelaufen. D e r B u n d e s rat hat die Konzessionen folgender Gesellschaften erneuert:

I. Lebensversicherung.

Allgemeine Versorgungsanstalt im Großherzogtum Baden, in Karlsruhe.

Basler Lebensversicherungsgesellschaft, in Basel (auch für Einzelunfallversicherung').

Bernische kantonale Alters- und Sterbekasse, in Bern.

Caisse paternelle-vie, Compagnie anonyme d'assurances générales sur la vie humaine, à primes fixes, in Paris.

Compagnie d'assurances générales sur la vie, in Paris.

Concordia, Kölnische Lebensversicherungsgesellschaft, in Köln (gleichzeitig für Reiseunfallversicherung).

La Confiance, Compagnie d'assurances sur la vie, in Paris.

La Genevoise, Compagnie d'assurances sur la vie, in Genf.

Germania, Life Insurance Company, in New York.

Germania, Lebensversicherungs-Aktiengesellschaft, in Stettin.

Lebensversicherungsbank für Deutschland, zu Gotha.

Lebensversicherungs- und Brsparnisbank, in Stuttgart.

Lebensversicherungsgesellschaft zu Leipzig.

La Nationale, Compagnie d'assurances sur la vie, in Paris.

Northern, Assurance Company, in London.

Phénix, 'Compagnie française d'assurances sur la vie, in Paris.

Schweizerische Rentenanstalt, in Zürich.

Schweizerische Sterbe- und Alterskasse, in Basel.

Compagnie du Soleil, société anonyme d'assurances sur la vie, ir, Paris.

La Suisse, société d'assurances sur la vie, in Lausanne.

Allgemeine Renten-, Kapital- und Lebensversicherungsbank ,,Teutoniaa, in Leipzig (gleichzeitig für Einzelunfallversicherung).

Union, Assurance Society, in London.

L'Union, Compagnie d'assurances sur la vie humaine, in Paris, L'Urbaine, Compagnie anonyme d'assurances à primes fixes sur la vie et d'achats de nues pTopriétés et d'usufruits, in Paris.

Schweizerischer Lebensversicherungsverein, in Basel (bisher Ver-o Sicherungsverein der eidgenössischen Beamten und Bediensteten).

713

II. Unfallversicherung.

Kölnische Unfallversicherungs-Aktiengesellschaft, in Köln ("auch für Transport- und Glasversicherung).

La Préservatrice, Compagnie anonyme d'assurances à primes fixes contre les risques d'accidents in Paris.

Preußische Nationalversicherungsgesellschaft, in Stettin.

Rhenania, Versicherungs-Aktiengesellschaft, in Köln (auch für Transportversicherung).

Schweizerische Unfallversicherungs-Aktiengesellschaft, in Winterthur.

Schweizerischer Schützenverein, in Aarau.

Unfall versicherungs-Genossenschaft schweizerischer Schützen vereine, in Zürich.

Zürich, Transport- und Unfallversicherungs-Aktiengesellschaft, in Zürich.

Den Unfallversicherungsgesellschaften ist die Konzession unter ausdrücklichem Vorbehalt der nach Maßgabe des Art. 34bis der Bundesverfassung zu erlassenden Bundesgesetze erteilt worden.

III. Feuerversicherung.

Basler Versicherungsgesellschaft gegen Feuerschaden, in Basel.

Compagnia di Assicurazione di Milano contro i danni degli Incendi, sulla Vita dell' uomo e per le Rendite vitalizie in Mailand.

Emmenthaler Gesellschaft für gegenseitige Versicherung des Mobiliars gegen Brandschaden, in Biglen.

Feuerversicherungsbank für Deutschland, in Gotha.

La Foncière, Compagnie anonyme d'assurances mobilières et immobilières à primes fixes contre l'incendie et le chômage, in Paris.

La France, Compagnie d'assurances contre l'incendie, in Paris.

Gladbacher Feuerversicherungs-Aktiengesellschaft, in M.-Gladbach (gleichzeitig für Glasversicherung).

Hamburg-Bremer Feuerversicherungsgesellschaft, in Hamburg.

Helvetia, Schweizerische Feuerversicherungsgesellschaft, in St. Gallen.

La Nationale, Compagnie d'assurances contre l'incendie, in Paris.

Northern, Assurance Company, in London (auch für Lebensversicherung).

Compagnie française du Phénix, assurance contre l'incendie, in Paris.

La Providence, Compagnie d'assurances contre l'incendie, in Paris.

Schlesische Feuerversicherungsgesellschaft, in Breslau (auch für Transport- und Glasversicherung).

Schweizerische Mobiliarversicherungsgesellschaft, in Bern.

L'Union, Compagnie d'assurances contre l'incendie, in Paris.

Bundesblatt. 45. Jahrg. Bd. I.

49

714 Union, Allgemeine Versicherungs-Aktiengesellschaft, in Berlin (auch für Glasversicherung).

L'Urbaine, Compagnie d'assurances contre l'incendie, in Paris.

IV. Glasversichemng.

Allgemeine Spiegelglas-Versicherungsgesellschaft, in Mannheim.

Brandenburger Spiegelglas-Versicherungsgesellschaft, in Brandenburg.

Bremer Spiegelglas-Versicherungsgesellschaft, in Bremen.

V. Viehversicherung.

Badische Pferdeversicherungsanstalt, zu Karlsruhe.

Central-Viehversicherungsverein, in Berlin.

La Garantie fédérale, Société d'assurances mutuelles contre la mortalité des bestiaux, in Paris.

VI. Hagelversicherung.

Schweizerische Hagelversicherungsgesellschai't, in Zürich.

VII. Transportversicherung.

Allgemeine Versicherungsgesellschaft Helvetia, in St. Gallen.

Basler Transportversicherungsgesellschaft, in Basel.

Düsseldorfer Allgemeine Versicherungsgesellschaft für See-, Flußund Landtransport, in Düsseldorf.

Eidgenössische Transportversicherungsgesellschaft, in Zürich.

Mannheimer Versicherungsgesellschaft, in Mannheim.

Marine Insurance Company, limited, in London.

La Neuchâteloise, société suisse d'assurances des risques de transport, in Neuenburg.

Neuer Schweizerischer Lloyd, Transportversicherungsgesellschaft, in Winterthur.

Rheinisch -Westfälischer Lloyd, Transportversicherungsgesellschaft, in M.-Gladbach.

Schweiz, Transportversicherungsgesellschaft, in Zürich.

VIII. Mck- und Mitversicherung.

Basler Rückversicherungsgesellschaft, in Basel.

Prudentia, Aktiengesellschaft für Rück- und Mitversicherung, in Zürich.

Schweizerische Rückversicherungsgesellschaft, in Zürich.

715 Die bisherigen Ansätze für die nach Maßgabe des Artikels 2, Ziffer 5, des Aufsichtgesetzes zu leistenden Kautionen wurden beibehalten. Sie betragen: Für die Lebensversicherungsbranche Fr. 100,000, für die Feuerversicherungsbranche Fr. 50,000, für die Unfallversicherungsbranche Fr. 30,000, für die Transportversicherungsbranche Fr. '20,000, für Hagel- und Rückversicherungsgesellschaften Fr. 10,000, für Glasversicherungsanstalten Fr. 8000, für Viehversicherungsgesellschaften l °/o des in der Schweiz versicherten Kapitals.

Durch Gesetz vorn 18. Dezember 1891 hat der Bund eine e i d g e n ö s s i s c h e W e r t s c h r i f t e n v e r w a l t u n g geschaffen.

Dieser Amtsstelle liegt u. a. auch die Aufbewahrung der von den Versicherungsgesellschaften hinterlegten Kautionen ob. Zufolge Übereinkommen mit dem bisherigen Depositar, der Kantonalbank von Bern, hat. der Bundesrat durch Beschluß vom 4. November 1892 verfügt, daß die Kautionen vom Bunde im Laufe des Monats Januar 1893 übernommen werden sollen.

Im Berichtsjahre wurden die allgemeinen Konzessionsbedingungen und die für die Berichterstattung der Gesellschaften bestimmten tabellarischen Formulare einer Revision unterzogen.

Im letztjährigen Geschäftsberichte meldeten wir Ihnen, daß die amerikanische Lebensversicherungsgesellschaft ,, N e w York" in New York sich weigere, den gesetzlich vorgesehenen Rechenschaftsbericht für das Jahr 1890 zu erstatten und die vom Bundesrate ausgesprochenen Ordnungsbußen im Gesamtbetrage von Fr. 1500 zu bezahlen. Der Anstand wurde insoweit erledigt, als die Gesellschaft die Bußengelder bezahlte und die für das Jahr 1891 geforderte, detaillierte Berichterstattung einlieferte.

Die allgemeine Aufsicht wurde in bisheriger Weise ausgeübt.

Der Bundesrat schenkte auch irn Berichtsjahre vor allem den Reformen auf dem Gebiete der technischen Grundlagen seine volle Aufmerksamkeit. Wir dürfen zuversichtlich hoffen, daß die Bemühungen der Aufsichtsbehörde von Erfolg hegleitet sein werden.

Wir benutzten den Anlaß der Konzessionserneuerung, um von mehreren Unfallversicherungsgesellschaften eine dem heutigen Stande der Unfallversicherung entsprechende Revision der allgemeinen Versicherungsbedingungen zu verlangen. Das Resultat dieser und anderer wichtiger Beobachtungen auf dem Gebiete des Versicherungswesens wird den Gegenstand des Specialberichtes unseres Versicherungsamtes für das Jahr 1892 bilden. Die laufenden Aufsichtsgeschäfte (Prüfung der Rechenschaftsberichte, der revidierten Statuten, neuer Versicherungsbedingungen und Versicherungskombinationen, Untersuchung der Tarife und Prospekte etc.) wickelten sieh in normaler

716 Weise ab. Die Gesellschaften erfüllten die ihnen durch das Aufsichtsgesetz auferlegten Verpflichtungen prompt und willig. .Die Klagen der Versicherten gegen das Geschäftsgebahren der konzedierten Anstalten sind im Berichtsjahre auf ein Minimum zurückgegangen, wohl ein Beweis dafür, daß die Staatsaufsicht auch auf die Regelung der privatrechtlichen Verhältnisse zwischen Versicherer und Versichertem einen wohlthätigen Einfluß ausübt.

Zahlreiche Anfragen von versicherungslustigen und versicherten Personen bekunden einerseits das stets wachsende Interesse des Publikums am Versicherungswesen, anderseits das Vertrauen der Interessenten gegenüber der Staatsaufsicht. Den illoyalen Konkurrenzmanövern dieser oder jener Agenten, welche auf die Leichtgläubigkeit des Publikums spekulieren, wird damit ein wirksamer Damm entgegengesetzt. Zu bedauern ist, daß die eingehenden Jahresberichte unseres Versicherungsamtes, für die wir - den Preis auf Fr. 2. 50 per Exemplar herabgesetzt haben, in unserm Lande nicht mehr Abnehmer und aufmerksame Leser finden.

Die Reklamationen der Versicherungsanstalten richteten sich auch im verflossenen Jahre in ihrer Großzahl gegen die Art und Weise der S t e u e r b e l a s t u n g durch die Kantone. Die Schlußbestimmung des Art. 15, AI. 2, des Aufsichtsgesetzes, welche den Kantonen das Recht vorbehält, von den Versicherungsgesellschaften, ihren Bevollmächtigten und Agenten die ordentlichen Steuern und Abgaben zu erheben, wird von einzelnen Kantonen in rigoroser Weise angewendet. So verlangte z. B. ein Kanton von einer Versicherungsanstalt, deren jährliche Prämieneinnahme Fr. 73.25 betrug, eine Steuer von Fr. 205. Von prinzipieller Bedeutung für die hier in Frage kommende Steuerberechtigung dürfte der Entscheid des Bundesgerichtes in Sachen Feuerversicherungsgesellschaft Helvetia sein (Amtliche Sammlung der Entscheidungen des Bundesgerichtes aus dem Jahre 1892, Band XVIII, Heft l und 2, Nr. 5). Die im Berichtsjahre eingereichte Beschwerde der s c h w e i z e r i s c h e n R e n t e n a n s t a l t , betreffend die ihr von der Stadt Genf auferlegte Taxe municipale, ist infolge Verzichtes der Stadt Genf auf die Besteuerung der Rekurrentin dahingefallen.

Wegen unbefugten Geschäftsbetriebes in der Schweiz wurde bei den zuständigen Behörden des Kantons Genf Strafklage gegen eine französische Feuerversicheruogsgesellschaft ei'hoben. Die Untersuchung ist zur Stunde noch nicht durchgeführt.

Nach Maßgabe des Bundesbeschlusses vom 20. Dezember 1888 wurden dem Versicherungsamte im Berichtsjahre 41 Civilurteile aus Versicherungsstreitsachen eingeliefert. Von denselben betreffen 12 Klagen der Gesellschaften gegen Versicherungsnehmer wegen

717 verweigerter Prämienzahlung. Das Klagebegehren wurde in 10 B'ällen ganz zugesprochen, in 2 Fällen ganz oder teilweise abgewiesen.

In 29 Prozessen bildete die von den Gesellschaften bestrittene Pflicht zur Bezahlung der Versicherungssumme oder die Höhe des geforderten Ersatzes den Streitgegenstand. Ganz zu Ungunsten der Versicherungsgesellschaften endigten 16 Prozesse; ganz oder teilweise zu ihren Gunsten 13. Von den sämtlichen Streitigkeiten betreifen die. Lebensversicherung 4, die Einzelunfallversicherung 10, die Kollektivunfallversicherung 22, die Feuerversicherung l, übrige Versieherungsbranchen 4. Beim Entscheide des erstinstanzlichen Richters hatte es sein Bewenden in 32 Fällen; an die kantonale Berufungsinstanz gelangten 8 Prozesse; durch Urteil des Bundesgerichtes wurde l Fall erledigt.

Dem Versicherungsamte lag im Berichtsjahre im weitern die Begutachtung der nach Maßgabe des Bundesgesetzes betreffend die Hülf'skassen der Eisenbahn- und Dampfschiffgesellschaften vom 28. Juni 1889 dem Bundesrate vorgelegten technischen Grundlagen ob. Wir verweisen für diese Arbeiten auf die Berichterstattung des Eisenbahndepartementes.

Die von den konzedierten Gesellschaften bezogene Staatsgebühr erreichte im Berichtsjahre den Betrag von Fr. 32,314 (1891: Fr. 30,790. 95). Für subskribierte Exemplare des Jahresberichtes wurden Fr. 2082 (1891: Fr. 1724) und für die in Kommission verkauften Berichte Fr. 473. 70 (Iö91 : Fr. 625. 40) eingenommen.

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Bericht des Bundesrates an die Bundesversammlung über seine Geschäftsführung im Jahre 1892.

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15.03.1893

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