ST

Schweizerisches Bundesblatt.

4l. Jahrgang. II.

Nr. 17.

2'7. April 1889.

Jahresabonnement (portofrei in der ganzen Schweiz): 4 Franken.

Einrückungsgebühr per Zeile 15 Kp. -- Inaerate sind franko an die Expedition einzusenden.

Druck und Expedition der Stämpflischen Buchdruckerei in Bern.

ST

Bericht des

Bundesrathes an die Bundesversammlung über

seine Geschäftsführung im Jahr

1888.

IV. Geschäftskreis des Post- und Eisenbahndepartements.

I. Eisenbahnwesen.

  1. Allgemeines.
  2. Organisation und Personal.

In den Anfang des Berichtjahres fällt die Wahl des neuen Kontroiingenieurs für die Spezialbahnen, zu dessen Austeilung Sie im Vorjahre den nöthigen Kredit bewilligt hatten. Dagegen verloren wir infolge Austrittes zwei Kontrolingenieure, die beide während einer Reihe von Jahren sehr schätzbare Dienste geleistet hatten. Der eine, zugleich Stellvertreter des technischen Inspektors, legte seine Stelle infolge Berufung zum Mitgliede einer kantonalen Regierungsbehörde nieder, während der andere, welcher jenem als Stellvertreter des technischen Inspektors für kurze Zeit gefolgt war, als Leiter des Baues einer neuen Bahnlinie in die Dienste einer Privatgesellschaft übertrat. Für die eine der erledigten Stellen fand die Ersatzwahl im Berichtjahre statt, während die andere erst Anfangs 1889, gleichzeitig mit einer weitem, durch Demission vakant gewordenen Stelle, wiederbesetzt wurde.

Bundesblatt. 41. Jahrg. Bd. II.

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2. Gesetze, Verordnungen und Postulate.

Das Eisenbahnwesen betreffende Gesetze sind im Berichtjahre nicht erlassen worden. Dagegen sahen wir uns, aus den schon im vorigen Geschäftsbericht entwickelten Gründen, veranlaßt, Ihnen zur neuen gesetzlichen Ordnung der Dienstzeiten und Ruhetage des Bahnpersonals mit Botschaft vom 28. November 1888 eine wiederholte A b ä n d e r u n g des A r t . 9 des Eisenbahngesetzes zu beantragen und einläßlich zu begründen.

Sodann erließen wir eine neue V e r o r d n u n g b e t r e f f e n d V o r l a g e , P r ü f u n g u n d G e n e h m i g u n g d e r F ah r t e n pi an e d e r E i se n b a h n en u n d D a m p f s c h i f f e . Das Nähere hierüber findet sich unten im Titel Kontrole des Bahnbetriebs (Fahrplan wesen).

3. Internationale Verhältnisse.

Hier ist zunächst in Betreff der internationalen V e r e i n b a r u n g e n über t e c h n i s c h e E i n h e i t i m Eisenbahnwesen und z o 11 s i e li e r e E i n r i c h t u n g der E i s e n b a h n w a g e n im internationalen Verkehr zu erwähnen, daß von Seite der österreichisch-ungarischen Regierung die Anregung gemacht wurde, die Türkei, sowie Serbien und Bulgarien, zum Beitritt zu veranlassen.

Wir haben nicht ermangelt, dieser Anregung Folge zu geben ; die Autwort der betreffenden Regierungen auf die von uns an sie erlassene Note steht aber noch aus.

In Sachen des i n t e r n a t i o n a l e n F r a c h t r e c h t s konnte zu unserm großen Bedauern auch im Berichtjahre noch nicht zur Einladung der Schlußkonferenz geschritten werden, da eine abschliessliche Aeußerung über die Stellungnahme zu dem EntwurfUebereinkommen vom 17. Juli 1886 seitens einiger Konferenzstaaten, trotz wiederholter Einladungen, immer noch aussteht.

Ueber das P r o j e k t des Simplondurchstichs sind wir im Falle, Ihnen Folgendes zu melden.

Zunächst ließ die Suisse - Occidentale - Simplon Studien darüber machen, in welcher Weise eventuell bei der Gestaltung der südlichen Tunnelausmündung den vom Vertreter der italienischen Regierung bei den Verhandlungen im Jahre 1887 geäußerten Wünschen Rechnung getragen werden könnte.

Ferner wurde auf Gesuch der Suisse - Occidentale - Simplon die italienische Regierung, unter Uebermittlung der bezüglichen Aktenstücke, namentlich der mit dem Banksyndikate abgeschlos-

senen Verträge (welche schon im vorjährigen Berichte erwähnt sind), über den Stand der Angelegenheit und speziell über die finanzielle Seite von uns neuerdings unlvmelitet und für Anfang April 1888 eine Konferenz in Vorschlag gebracht zum /wecke des Abschlusses eines die gegenseitigen Verhältnisse der beiden Staaten bei dei- Erstellung des gemeinsamen Werkes regelnden Vertrages. Auf diese Einladung sah sich aber die italienische, Regierung bis jetzt noch zu keiner Antwort veranlaßt.

Endlich mag hier noch kurz angeführt werden, daß durch unsere Gesandtschaft in Rom bei den dortigen Staatsbehörden die Einreichung' eines von den Konzessionaren der Schmalspurbahn Maloja-Castasegna ausgehenden K o n z e s s i o n s g e s u c lies für die F o r t s e t z u n g dieser L i n i e auf italienischem Gebiete bis C b i a v e n n a vermittelt wurde. Das Gesuch erfuhr aber, als zu vaggehalten, zunächst einen abschlägigen Bescheid.

B. Spezielle Mittheilungen betreffend den Bau und Betrieb der Eisenbahnen.

  1. Rechtliche Grundlagen der Eisenbahnuuternehmungen.

Von 13 auf Ende 1887 pendenten und 24 im Jahr 1888 eingereichten K o n x e s s i o n s g e s u c h e n wurden folgende durch E r t h e i l u n g d e r K o n z e s s i o n erledigt : 1) für eine schmalspurige Bisenbahn vom B a h u h o f N c u e n b u r g nach S e r r i è r e s ; 2) für eine Eisenbahn von S i s s a c h uach O e l t e r k i n d e n ; 3) für eine schmalspurige Regioualbahn von B r e n e t s nach L o c l e; 4) für eine Eisenbahn von W i e d i k o n - A u (o e r s i h l oder E n g e bis zum F o r s t h a u s S i h l w u I d : 5) für eine schmalspurige Eisenbahn (thuilweise Straßenbahn) von Y v e r d o n nach Ste C r o i x ; 6) für eine schmalspurige Eisenbahn von B o u il r y über Ras de Sachet bei Cortaillod nach S e r r i è r e K , als Fortsetzung der Eisenbahn vom Bahnhof Neuenburg nach Serrières ; 7) für eine norrnalspurige Sekundärbahn von M u r t e n nac.h F r e i b u r g.

156 In zwei Fälleu »«dann v e r w e i g e r t e n Sie auf unsern Antrag die K o n z e s s i o n , nämlich : 1) für eine D r a h t s e i l b a h n von W e g g i s nach R i g ik ä n z e l i, und 2) für eine Z a h n r a d b a h n von W e g g i s nach S t a f f e 1höhe, während auf ein blos eventuelles Konzessionsgesuch der VitznauRigibahngesellschaft für ein e i g e n e s G r - e l e i s e von S taf felli ö h e nach K u l m nicht eingetreten wurde.

Das Konzessionsgesuch für eine D r a h t s e i l b a h n von M e l a n o am Luganersee auf den M o n t e G e n e r o s o wurde, nachdem wir Ihnen Abweisung beantragt hatten, von den Bewerbern zurückgezogen.

Auf zwei Konzessionsgesuche, das eine für einen (vertikalen) I) r a h t s e i l a u f z u g von der M a t t e auf die M ü n s t e r p l a 11 f o r m iu Bern und für eine s c h w e b e n d e D r a h t s e i l b a h n (Wagen an 4 nur an den Enden befestigten und sonst nicht unterstützten Drahtseilen laufend) vom W a i s e n h a u s p l a t z in der Stadt Bern nach dem S c h ä u z l i traten wir nicht ein, indem wir von der Ansicht ausgingen, daß die Vorschriften der E i s e n b a h n g e s e t z g e b u n g auf solche Unternehmungen nieht Anwendung linden können, somit auch eine Bundeskouzession nicht zu ertheilen, sondern den lokalen oder kantonalen Behörden die allfällig nothweudig erscheinende Ueberwachung des Baues und Betriebes derartiger Anlagen zu überlassen sei.

Ferner wurde das von der Gemeinde Mendrisio eingereichte Kouzessionsgesuch für eine Eisenbahn von M e u d r i s i o bis zur Landesgrenze bei N o v a z z a n o zu Gunsten des von der Gotthardbahu für die gleiche Strecke gestellten Kouzessionsbegehrens zurückgezogen.

Auf das Kouzessionsgesuch des bündnerischen Centralbahnkotnites für eine uormalspurige Eisenbahn von C h u r nach T h u s i s und die schmalspurige Fortsetzung von T h u s i s bis zur F i l i s u r e r b r ü c k e und eventuell Bellaluna beantragten wir Ihnen mit Botschaft vom 10. Dezember 1888 nieht einzutreten, doch ist die Behandlung dieser Angelegenheit in Ihrer Dezembersession verschoben worden.

Theils weil die für die vorgesehene Straßenbenutzung erforderlichen Vereinbarungen mit den kompetenten kantonalen Behörden noch maugelten, theils auch weil die Vernehmlassungen der Kantonsregierungen noch ausstanden, oder wegen anderweitiger

157 obschwebender Schwierigkeiten, mußten nachstehende zum Theil schon aus dem Vorjahre übertragene K o n z e s s i o n s b e g e h r e n als unerledigt auf das Jahr 1889 ü b e r g e s c h r i e b e n werden : 1) für eine Eisenbahn von L u z e r n nach A 11 o r f , auf dem linken Ufer des Vierwaldstättersees ; 2) für eine S t r a ß e n b a h n in L a u s a n n e ; 3) für eine S t r a ß e n b a h n vom B a h n h o f - E n g e bis zum P o l y t e c h n i k u m (Anschlußlinie an die Zurichbergbahn) ; 4) für eine elektrische S t r a ß e n b a h n in L u z e r n ; 5) für eine Straßenbahn K r o n e n h a l l e - O b e r s t r a ß (Linde) und F l u n t e r n (Allmend); 6} für eine elektrische S t r a ß e n b a h n von G e n f nach C op p e t; 7) für eine S t r a ß e n e i s e n b a h n von B a s e l (Schützenmatte) nach A 11 s c h w y l zur Fortsetzung auf deutschem Gebiete ; 8) für eine Eisenbahn von B i è r e über G i m e l und A ub o n n e nach A 11 a m a n ; 9) für eine S t r a ß e n b a h n in der Stadt B e r n ; 10) für eine Eisenbahn von M e n d r i s i o bis zur schweizerischitalienischen Grenze bei N o v a z z a n o ; 11) für die zweite Sektion der Sihlthalbahn vom F o r s t h a u s S i h l w a l d bis Z u g , eingereicht von den Konzessionären der I. Sektion der Sihlthalbahn; 12) für eine Eisenbahn von der zürcherisch-zugerischen Kantonsgrenze bei der S i h l b r ü c k e bis Z u g , eingereicht von einem ,,Initiativkomite für die Linie Thalweil-Zug-Goldauu ; 13) für die g l e i c h e L i n i e , eingereicht von der Direktion der Nordostbahn ; 14) für eine schmalspurige Eisenbahn von H e r g i s w y l nach G r a f e n o r t , mit Abzweigung nach B u o c h s ; 15) für eine D r a h t s e i l b a h n vom K u r h a u s T a r a s p nach V u l p e r a ; 16) für eine D r a h t s e i l b a h n von P o n t r e s i n a nach der Alp L a n g u a r d ; 17) für eine D r a h t s e i l b a h n von St. M o r i t z nach Ob e ralpina; 18) für eine D r a h t s e i l b a h n von B r u n n e n nach Axenstein;

158

19) für eine Z a h n r a d b a h u von B r u n n e u nach A x e ns t e i u bez,w. Morschach ; 20) für eine D r a h t s e i l b a h n von O r t nach A x e n f e I ti beaw. Morschach ; 21) für ein T r a tn w a y von V \ u e l e u nach A 11 o r f.

E r l o s c h e n ist im Berichtjahre infolge unbenutzten Ablaufs der Fristen die K o n z e s s i o n für eine D r a h t s e i l b a h n auf den M a r t i n s b e r g bei Baden K o n z e s s i o n s ü b e r t r a g u n g e n gelangten im BerichtJahre nicht zur Behandlung, während Sie iu den Fall kamen, 2 K o u z e s s i o u s ä u d e r u n g e n zu bewilligen, beide Male für die Drahtseil- und elektrische Bahn von L a u t e r b r u n n e n nach M u r r e n , indem Sie das erste Mal gleichzeitig die Fristen erstreckten.

l)ie im vorjährigen Geschäftsbericht als pendent angeführte Konzessionsänderung für das Theilstück B i è r e - M o r g e s der Linie La Sarraa-La Rippe und Bière-Morges gelangte auch im Berichtjahre nicht zur Behandlung, da sich die kantonalen Behörden über ihre Stellungnahme noch nicht schlüssig gemacht hatten.

Im Berichtjahre wurden 15 F r i s t v e r l i i u g e r u n g s b e g e h r e n anhängig gemiicht.

Auf dasjenige betreffend die e l e k t r i s c h e E i s e n b a h n von St. M o r i t z nach P o n t r e s i n a (das 5.) traten Sie nicht ein, während wir, gestützt auf die von Ihnen unterm 21. Dezember 1887 und 14. Juni 1888 erhaltene Ermächtigung, eine Reihe solcher Gesuche in entsprechendem Sinne erledigten, nämlich : 1) für die D r a h t s e i l b a h n von W a b e r n auf die Höhe des Gurten; 2) für die schmalspurige Bisenbahn (streckenweise Zahnradbahn) von V i s p nach Z er m a t t ; 3) für die schmalspurige Eisenbahn von 8 a m a d e n nach M a l oj a ; 4) für die Z a h n r a d b a h n von C a p o la g o nach dem Gipfel des M o n t e G e n e r o s o ; 5) für eine Eisenbahn von P f ä f f i k o n am Ztlrichsee nach S a m s t a g e r n oder S c h i n d e l l e g i ; 6) für die schmalspurigen S t r a ß e n e i s e n b a h n e n im Kanton G e n f (Genf-St. Julien-Bossey, Genf-Fernex, Genf-Gy [Douvaine], Genf-Cbatelaine, Bernex-Chancy, Genf-St. Georges, Choulex-Jussy, eventuell Moniaz) ;

159

7) für die D r a h t s e i l b a h n von L a u s a n n e nach dem S i g n a l im Gehölz von Sauvabelin; 8) für die schmalspurige Eisenbahn von L a S a r r a z über B i è r e nach La R i p p e und von B i è r e nach M o r g e s ; 9) für die normalspurige Eisenbahn von L u g a n o nach P o n t e Tresa; 10) für die V e r b i n d u n g der L a u s a n n e - B c h a l l e n s - B a h n mit der Lau s a u n e - O u c h y -Bahn.

Bin weiteres Fristverlängerungsgesuch, nämlich dasjenige des Herrn Sebastian Hunger für die Eisenbahn C h u r - T h u s i s - P i l i sur, unterbreiteten wir mit Rücksicht auf die vorliegende Einsprache der Kantonsregierung mittelst Botschaft vom 10. Dezember Ihrer Entscheidung, die Sie aber auf 1889 verschoben.

Drei Fristverlängerungsgesuche, gegen deren Entsprechung keine Einsprachen vorlagen, für die Bisenbahn von B r i g nach A i r o l o (Rhonebahn), von M alo ja nach C a s t a s e g n a und die D r a h t s e i l b a h n vom K o l b e n h o f auf den U e t l i b e r g mußten zur Erledigung auf das nächste Jahr übergeschrieben werden.

In weiterer Vollziehung des im Bundesbesehlusse vom 14. Februar 1878 enthaltenen Auftrages bestimmten wir sodann im Berichtjahre, soweit es nicht schon 1887 geschehen war, die R e i h e n f o l g e für den Bau der übrigen sog. M o r a t o r i u m s l i n i e n der Nordostbahn. Hierauf setzten Sie für die R e c h t s u f r i g e Z ü r i o h s e e b a h n durch Ihren Beschluß vom 27. Juni und für die Linien K o b l e n z - L a u f e n b u r g - S t e i n , E t z w e i l en - F e u er t h a l e n bezw. S c h a f f h a u s e n und B ü l a c h - bezw. E g l i s a u - S c h a f f h a u s e n durch Ihren Beschluß vom 20. Dezember die F r i s t e n neu an, während in Betreff der Linie T h a l w e i l - Z u g eine bezilgliche Beschlußfassung verschoben wurde, bis die Konzession für das Theilstück Sihlbrücke-Zug nachgesucht und ertheilt sein werde.

Eine Fristansetzung fand in gleicher Weise auch für die Linie D i e l s d o r f - N i e d e r w e n i n g e n statt, bezüglich deren Bau zwischen den Interessenten und der Nordostbahn eine giltliehe Verständigung zu Stande gekommen war.

B e t r i e b s ver t r ä g e gelangten 1888 zwei zur Vorlage, nämlich betreffend die Linie E c h a l l e n s - B e r c h e r (Central vaudois), deren Betrieb der Gesellschaft Lausanne-Bchallens übertragen wurde, und betreffend die B ö d e l i b a h n , die von der Betriebsunternehmung E. Pümpin betrieben werden wird. Sie ertheilten in beiden Fällen den getroffenen Vereinbarungen die Genehmigung, im zweiten unter gewissen Vorbehalten.

160

Nach vorangegangener Untersuchung gemäß Art. 17 des Eisenbahngesetzes waren wir im Falle, die B e w i l l i g u n g zur Erö f f n u n g des B e t r i e b e s folgender Bahnen resp. Bahnstrecken zu ertheilen : 1) G e n f ( V o l l a n d e s ) - A n n e m a s s e : 2) V e v e v - M o n t r e u x - C h i l l o n , elektrische Straßenbahn; 3) B r U n i g b a h n , Strecke Brienz-Alpnachstad; 4) B t t r g e n s t o c k b a h n , Drahtseilbahn; 5) T h e r w y l - F l ü h e n , Fortsetzung der Birsigthalbahn; 6l R e n a n - C h a u x - d e - f o n d s , direkte Verbindung durch den Crosettes-Tunnel.

Die auf Ende 1888 in Kraft bestehenden Konzessionen von noch nicht eröffneten Bahnen sind mit Konzessionsdatum, kilometrischer Länge und Fristen in der nachfolgenden Tabelle übersichtlich zusammengestellt.

Datum

der Kon- Länge, zession. km.

1869 13,«oo 1. Luzern-Küßnacht-Immensee 1869 15,8» 2. Zug-Walchwyl-Goldau .

1871 3. Rechtsufrige Zürichseehahn 36,9oo 21,7oo 4. Thalweil-Zug (bezw.Sihlbrücke) 1871 1872 5. Etzweilen-Schaffhausen .

17,ooo 6. Koblenz-Stein .

1872 26,2oo 7. Eglisan-Schaffhansen 1873 19,5oo 8. Simplonbahn: -- Brig-italienische Grenze 1873 1874 7,000 9. Dielsdorf-Niederweningen 1881 23,s5o 10. Biberbrücke-Gotthardbahn 11. Langenthal-Huttwyl 1884 14,080 1883 16,850 12. Ponts-Chaux-de-fonds 13. Territet-Montneuri .

1884 O.sio 1885 4,J28 14. Alpnachstad-Pilatus .

Eisenhahnen.

Vorlag« der technischen und finanziellen Ausweise Beginn und Statuten.

der Arbeiten.

\ Keine neuen Fristen / angesetzt.

-- 1. März 1889.

Noch keine Fristen angesetzt.

  1. März 1891.
  2. August 1891.
  3. Juli 1889.
  4. Oktober 1889.
  5. März 1892.
  6. August 1892.
  7. Dezember 1889.
  8. Juli 1889.
  9. Juni 1889.
  10. Juni 1892.
  11. Juni 1893.
  12. Mai 1892.
  13. Oktober 1894.

6 Monate nach Plangenehmigung.

--

  1. Oktober 1890.
  2. Juni 1892.
  3. Mai 1890.
  4. Juni 1888.
  5. Juni 1891.

2 Jahre nach Plangenehmignng.

2 Jahre nach Plangenehmigung.

2 Jahre nach Plan-

6 Monate nach Plangenehmigung.

20,ooo 23, Dezember 1888*) 6 Monate nach Plangenehmigung.

2 Jahre nach Plangenehmigung.

2 Jahre nach Plangenehmigung.

2 Jahre nach Plangenehmigung.

--

  1. Januar 1890.

--

  1. März 1890.

--

0,«oo 20. Juni 1889.

15. Lausanne-Signal

1885

16. St, Gallen-Gais

1885

15,000

17. Lugano-S. Salvatore .

1885

3,868

18. Wabern-Gurten

1885

1,060 12. Dezember 1889.

19. Maloja-Castasegna

1885

*) Fristverlängerungsgesuch pendent,

-- 1. Oktober 1889.

  1. April 1890.

Vollendungstermin.

--

I-X

O5 t«^

Datimi Vorlage der der technischen und Kon- Länge. finanziellen Ausweise zession. km.

und Statuten.

£ i s e n b a h n^e n.

20. Mendrisio - Stabio (mit südöstl.

Abzweigung)

1886

18,337

21. Zürich-Polytechnikum (-Zürichberg)

1886

1,867

22. Echallens-Bercher

1886

9,430

23. Verbindung Lauaanne-Echallens und Lansanne-Ouchy .

1886

0,750

.

2 Jahre nach Planenehmigung.

ahre nachTlangenehmigung.

30,.Monate nach Plan-

1886

12,000

.

. 1886

34,750

28. La Sarraz-La Rippe-Morges

1886

70,000

29. Brig-Airolo (Rhonebahn) .

1886

30. Samaden-Maloja

1886 .

.

. 1886

*) Fristverlängerungsgesuch pendent.

2 Jahre nach Plaii-

28,000 2. Dezember 1889. 6 Monate nach Plangenehmigung.

9,200 2. Dezember 1889.

6 Monate nach Plangenehmigung.

26. Alpnachstad-Luzern .

.

--

12 Monate nach Beginn der Arbeiten.

12 Monate naclr'Plangenehmignng.

1886

3 1 . Genf-Bernex

6 Monate nach Plangenehmigung.

Vollendnngstermin.

6 Monate nach Plangenehmigung.

25. Capolago-Monte Generoso

.

Beginn der Arbeiten.

12 Monate nach Plangenehmigung.

1886

.

--

O3 CO

6 Monate nach Plangenehmigung.

24. Pfäffikon-Samstagern bezw.

Schindellegi (und Goldau) .

2 7 . Visp Zermatt

29. Juni 1889.

i-i

--

2. Juli 1889.

--

21. Juni 1890.

6 Monate nach Plangeneninigung.

6 Monate nach Plan-

23. Dezember 1888*) 6 Monate nach Plangenehmigung.

22,coo 23. Dezember 1889. 6 Monate nach Plangenehmigung.

61,000

6,613

f

2l/i Jahre nach Plan2 Jahre nach Beginn der Arbeiten.

3 Jahre nach Plangenehmignng.

2 Jahre nach Plan12 Monate nach Plangenehmigung.

Eisenbahnen.

32. Genf-Lancy

Datum Vorlage der der technischen nnd Kon- Länge, finanziellen Ausweise Zession, km.

und Statuten.

1886 3,372 --

33. Landquart-Davos

1887

50,ooo

34. Chur-Thusis-Filisur .

1887

45,000 26. Oktober 1888*)

35. Bünigen-Schynige Platte .

1887

7,230 29. April 1889.

36. Appenzell-Altstätten .

1887

17,050 29. April 1889.

37. Genf-St. Julien (-Bossey) 38. Genf-Fernex 39. Genf-Gy (Douvaine) 40. Genf-Châtelaine 41. ßernex-Chancy .

42. Genf-St. Georges

1887

36,i58 29. April 1889.

43. Interlaken-LanterbrunnenGrindelwald .

1887

24,«K) 29. April 1889.

44. Lauterbrunnen-Mürren

1887

5,210 18. Juni 1889.

45. Lugano-Ponte Tresa .

1887

ll,2io 18. Jnni 1889.

46. Filisnr-Davos Platz .

1887

19,5oo 23. Jnni 1889.

47. Appenzell-Gais .

1887

5,420 23. Jnni 1890.

*) Fristverlängernngsgesnch pendent.

--

Beginn der Arbeiten.

-- -- 6 Monate nach Plan 6 Monate nach Plangenehmigung.

6 Monate nach Plangenehmigung.

Vollendungstermin.

12 Monate nach Plangenehmigung.

3 Jahre nach Beginn der Arbeiten.

2 Jahre nach Plangenehmignng.

2 Jahre nach Planenehmigung.

ahre nach Beginn der Arbeiten.

f

l Jahr nach Plangenehmigung.

6 Monate nach Plan-

2 Jahre nach Beginn der Arbeiten.

6 Monate nach Plan- l'/a bezw. 2'/2 Jahre nach genehmignng.

Plangenehmigung.

6 Monate nach Plan- 2 Jahre nach Plangenehmigung.

genehmignng.

6 Monate nach Plan- 2 Jahre nach Beginn genehmigung.

der Arbeiten.

12 Monate nach Plan- 2 Jahre nach Beginn genehmignng.

der Arbeiten.

i-i gì

Vorlage der Datum technischen und der Vollendnngstermin.

Beginn Eisenbahnen.

Kon- Länge, finanziellen Ausweist i und Statuten.

der Arbeiten.

zession. km.

15,500 23. Jnni 1890.

12 Monate nach Plan- 4 Jahre nach'Beginn 48. Appenzell-Wagenlncke 1887 der Arbeiten, 6 Monate nach Plan- l Jahr nach Plan4 9 . Eclnse-Plan . . . . 1887 0,370 genehmigung.

enehmigung.

ahre nachTlan1,610 50. Merligen-Beatenberg.

1887 gen ehmigung.

51. Kolbenhof-TJetliberg .

l Jahr nach Plan1887 0,6ï5 23. Dezember 1888*) 6 Monate nach Plangenehmigung.

52. Chonlex-Jussy (event. Moniaz). 1887 5,000 29. April 1889.

6 Monate nach Flan- 1 Jahr nach Plangenehmignng.

6 Monate nach Plan- 2 Jahre nach Beginn 53. Nenenbnrg-Serrières .

3,300 23. März 1890 · 1888 genehmigung.

der Arbeiten.

6 Monate nach Plan- 2 Jahre nach Plan54. Sissach-Gelterkinden 3,100 27. Jnni 1889.

1888 genehmignng.

5 5 . Brenets-Locle . . . . 1888 4,265 27. Jnni 1890.

10 Monate nach. Plan- 18 Monate nach Beginn genehmigung.

der Arbeiten.

56. Wiedikon-Anßersihl oder EngeSihlwald . . . . 1888 6 Monate nach Plan- 3 Jahre nach Beginn 27,1« 27. Jnni 1890.

der Arbeiten.

6 Monate nach Plan- 2 Jahre nach Beginn 57. Tverdon-S" Croix .

21,270 27. Jnni 1889.

1888 der Arbeiten.

6 Monate nach Plan- 2 Jahre nach Beginn 8,107 18. Dezember 1890.

58. ßondry-Serrieres 1888 der Arbeiten.

6 Monate nach Plan- 2 Jahre nach Beginn 59. Mnrten-Freiburg 17,000 21. Dezember 1889.

1888 genehmigung.

der Arbeiten.

f

*) Fristverlängerungsgesnch pendent.

O5 *t

165

  1. 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8)

Neue G e s e l l s c h a f t s s t a t u t e n wurden genehmigt: der Schmalspurbahn-Gesellschaft Landquart-Davos 5 der Eisenbahngesellschaft Central vaudois (Echallens-Bercher) ; der Appenzeller Straßenbahn - Gesellschaft (St. Gallen-Gais) ; der Eisenbahngesellschaft Langenthal-Huttwyl ; der Drahtseilbahn-Gesellschaft Ecluse-Plan; der Drahtseilbahn-Gesellschaft Thunersee-Beatenberg ; der Drahtseilbahn-Gesellschaft Lugano-8. Salvatore; der Gesellschaft der Genfer Schmalspurbahnen.

Ferner ertheilten wir den von nachstehenden Gesellschaften durchgeführten S t a t u t e n ä n d e r u n g e n die Genehmigung : 1) der Schmalspurbahn-Gesellschaft Genf-Veyrier ; 2) der Gesellschaft der Vereinigten Schweizerbahnen 5 3) der Vitznau-Rigibahngesellschaft; 4) der Nordostbahngesellschaft; 5) der Birsigthalbahn-Gesellschaft ; 6) der Kriens-Luzern-Bahn-Gesellschaft; 7) der Jura-Bern-Luzern-Bahn-Gesellschaft; 8) der elektrischen Gesellschaft Vevey-Montreux ; 9) der Arth-Rigibahngesellschaft; 10) der Zürcher Straßenbahn-Aktiengesellschaft ; 11) der -Bödelibahn-Gesellschaft; 12) der Eisenbahngesellschaft Pout-Vallorbes.

Die Aussetzungen und Vorbehalte, zu welchen uns sowohl die neuen Statuten als die Aenderungen in einzelnen Fällen Anlaß gaben, betrafen zumeist die Bestimmungen über Speisung und Anlage der Spezialfonds. Ferner wurde da, wo andere Geschäftszweige mit der Bahnunteraehmung verbunden sind, die Vorlago getrennter Betriebsrechnungen vorbehalten. Bestimmungen, welche einen Widerspruch mit bestehenden gesetzliehen oder Uonzessionsgemäßen Vorschriften enthielten, wurden jeweilen von.der Genehmigung ausgeschlossen und überdies wie bisher regelmäßig die bestehende und künftige Gesetzgebung im Allgemeinen vorbehalten.

U n e r l e d i g t wurden a u f d a s f o l g e n d e J a h r ü b e r t r a g e n die S t a t u t e u v o r l a g e n : t) der Schmalspurbahn-Gesellschaft Visp-Zermatt; 2) der Bürgenstoekbahn-Gesellschaft;

166 3) der Tößthalbahn-Gesellschaft, betreffend Statutenänderung; 4) der Appenzeller Straßenbahn-Gesellschaft (St. Gallen - Gais), betreffend Statutennachtrag ; 5) der Gesellschaft der Berner Oberland-Bahnen; 6) der Berner Tramway-Gesellschaft.

Der von der aargauisch-luzernischeu Se e t h a ï b a l i n g e s e l l s c h a f t im Berichtjahre getroffenen N e u w a h l eines B e t r i e b s d i r e k t o r s ertheilten wir die im SpezialStatut vorgesehene Genehmigung.

Pro memoria ist am Schlüsse dieses Abschnittes auch noch des K a u f s a n e r b i e t e n s zu gedenken, das wir unter Ratifikationsvorbehalt zu Anfang des Berichtjahres der N o r d o s t b a h n g e s e l I s ch af t betreffend U e b e r n a h m e d e r g a n z e n U n t e r n e h m u n g d u r c h den B u n d zu machen uns veranlaßt sahen, welche» aber von der Generalversammlung der Aktionäre vom 25. Februar 1888 nicht tale quale, sondern nur unter gewissen Bedingungen angenommen werden wollte, und daher nach Art. 9 des bezüglichen Vertragsentwurfs dahinflel.

2. Finanzansweise und Kautionen.

F i n a n z a u s w e i s e wurden genehmigt: 1) für die Schmalspurbahn L a u d q u a r t- D;i v o s; 2) filr die Schmulspurbahn C e n t r a l v a u d o i s (Ecballens-Bercher); 3) für die Eisenbahn L a n g e n t h a l - H u t t w y ] , unter Vorbehalt der Prüfung und Genehmigung dev Baupläne; 4) für die D r a h t s e i l b a h n P a r a d i s o (Lugano)- S. S a l v a t o r e , vorbehaltlich der Genehmigung der Statuten und eines weitem Ausweises bezüglich Uebernahme des Obligatiouenkapitals, falls die ursprüngliche diesbezügliche Verpflichtung von 2 Privaten dahinfallen würde; 5) für die sog. M o r a t o r i u m s I Tn i e u der No r d o s t b a h n , exklusive Thaiweil-Zug, unter dein Vorbehalt, daß das neu, zu einittirende Anleihen von Fr. l 910 400 den Betrag nicht; übersteige, welcher seit der Wirksïimkeit der Uebereiukunf'l für Bereinigung des Baukonto über die testen jährlichen Amortisationen von Fr. l 040000 hinaus amortisirt worden; 6) für die D r a h t s e i l b a h n T h u n e r s e e - B e a t e n b e r g; 7) für die Fortsetzung der Birsigthalbahn von T h er \v y l nach Flühen; 8) für die D r a h t s e i l b a h n E c l u s e - P l a n .

1()7 Auf 1889 wurden Ü b e r t r a g e n die noch 1888 vorgelegten Ausweise für die Sehmaispurbahn V i s p - Z e r m a t t und die Ber n er O b e r l a n d - B a h n e n .

Im Zusammenhang mit dem Finanzausweis fUr die Moratoriumslinien ist hier auch die darauf bezügliche und Ihnen zur Genüge bekannte B e s e h w e r d e zu erwähnen, zu deren Einreiehung sich die N o r d o s t b a h n in einem Zeitpunkte (4, Juni) veranlaßt sah, als ein Beschluß über den Finanzausvveis für die Moraloriuuisliuien hierorts noch gar nicht gefaßt war (derselbe erfolgte erst unterin 22. August). Nachdem Sie Ihren Entscheid zunächst verschoben und einen hierseitigen Bericht (vom 3. Dezember 1888) veranlaßt hatten, beschlossen Sie, auf die Beschwerde nicht einzutreten.

Au K a u t i o n e n waren auf 3l. Dezember 1888 bei der eidgenössischen Staatskasse hinterlegt: 1) von der Gotthardbahn, in Werthschriften . . Fr. 4 517 790 2) von der Suisse-Occidentale-Simplon: I. Posten, in Werthschriften . ,, l 500 II. Posten, in Baar ,, 2000 Zusammen Fr. 4 521 290

3. Expropriation.

Im Jahr 1888 wurden neue S eh ä tz u n gs k o in m i s s i o n e u für folgende Bahnen bestellt: 1) Echallens-Bercher (Central vaudois); 2) Therwyl-Fliihen (Fortsetzung der Birsigthalbahn); 3) Laudqusrt-Davos; ( 4) die Appenzeller Straßenbahn (St. Gallen-Gais); 5) Lugauo-S. Salvatore; 6) Langenthal-Huttwyl ; 73 Ecluse-Plan; 8) Visp-Zermatt; 9) die Berner Oberland-Bahnen; 10) die Genfer Schmalspurbahnen, inklusive Genf-Veyrier.

Im Fernern waren auch dieses Jahr infolge Ablebens oder von Ablehnungen eine Reihe von Ersatzwahlen in die Kommissionen für verschiedene Eisenbahnlinien zu treffen.

168 E i n s p r a c h e n gegen die A b t r e t u n g s p f l i c h t gelaugten im Berichtjahre bloß zwei zur selbständigen Beurtheilung und wurden beide als unbegründet abgewiesen; die eine, von der Korporationsgemeinde Luzern gegen die J u r a - B e r n - L u* a e r n - B a h n als Unternehmerin der Brtìuigbahu erhoben, betraf den zu einem Reistzuge erforderliehen Holzablagerungsplate, während die andere Einsprache von einem Privaten gegen die A p p e n z e l l e r S t r a ß e n b a h n (St. Gallen-Gais) gerichtet war und sich auf die Anlage einer Drehscheibe in St. Gallen bezog.

Eine gegen die Traceführung der Drahtseilbahn E c l u s e - P l a n gerichtete Einsprache wurde zufolge gütlicher Verständigung zurückgezogen, während eine Reihe anderer Einsprachen gegen die Abtretungspflicht, die sich nur gegen eine bestimmte Gestaltung der Bahurichtung oder Anlage richteten, gleichzeitig mit dem Entscheide über die Detailpläue ihre Erledigung fanden.

B e s i t z e i n w e i s u n g e n , gestützt auf Art. 46 des Expropriationsgesetzes, fanden 1888 bloß zwei statt, die eine zu Gunsten der Z ü r i c h b e r g b a h n (^Strecke Zürich-Polytechnikum), die andere zu Gunsten der B i r s i g t h a l b a h n , bezüglich der Fortsetzung von Thenvyl nach Flühen. Die Behandlung zweier weiterer Expropriationsstroitigkeiten wurde mit Rücksicht auf die zwischen den Parteien schwebenden Verhandlungen verschoben und auf 1889 übertragen.

Außerdem kamen wir und unser Eisenbahndepartement, wie früher, öfters in den Fall, E i n g a b e n , die lediglieh E n t s c h ä d i g u n g s f o r d e r u n g e n enthielten, an die kompetenten Schätzungskornmissionen zu verweisen, sowie ferner eine Reihe von das Expropriationsweseu betreffenden E i n f r a g en zu erledigen.

Endlich ist hier noch zu erwähnen die B e s c h w e r d e einer Bahngesellsehaft gegen die Verfügung einer kantonalen Behörde, durch welche die zwischen awei öffentlichen Straßen über einen Stationsplatz thatsächlich bestehende Verbindung als öffentliche Straße erklärt und die Bahngesellschaft zur Vermarkung des Statiousplat/A!s gegen dieses Verbindungsstück aufgefordert worden war. Die Beschwerde wurde als begründet erklärt.

4. Pfandbuch.

V e r p f ä n d u n g e n wurden im Berichtjahr nach vorausgegangener Publikation bewilligt :

169 1) der Birsigthalbahn (Therwyl-Flühen) für .

. Fr. 150000 2) der Appenzeller Straßenbahn (St. Galleu-Gais) für ,, 600 000 3) der Bisenbahn Ponts-Sagne-Chaux-de-fonds für . ,, 107000 Pendent war am Schlüsse des Berichtjahres ein Pfand bestellungsbegehi-en betreffend die Bürgenstockbahn.

Feriier ist der Nordostbahn zum Zwecke der Konversion, beziehungsweise Beschaffung der Mittel zur Rückzahlung der nicht zur Konversion angemeldeten, auf 31. Mai 1888 gekündeten Titel ihres zu 4°/o verzinslichen Anleihens von Fr. 7100000 die Eintragung im Pfandbuch einer neuen Emission von 14 000 Obligationen im Nennwerthe von Fr. 7 000 000 auf Rechnung des Gesanimtanleihens von 160 Millionen Franken unter der Bedingung bewilligt worden, daß im gleichen Neonvvertho von Fr. 7 000 000, beziehungsweise Fr. 7 100 000 konvertirte oder rüekbezahlte Titel des Eingangs genannten Anleihens zur Löschung gebracht werden.

Endlich wurden in nachstehender Anzahl Obligationen mit dem Vormerk des Pfandbucheintrages, beziehungsweise mit dem Löschungsstempel versehen und die entsprechenden E i n t r a g u n g e n i in P f a n d b u c h vorgenommen.

EnÄnTvTsehe" Stück.

14 000 1958 -- 31 -- 2 000 200 l 040 Zusammen 19229 gegenüber 188892

TMM

Schuldnerische Gesellschaft.

Stück.

20 349 1125 23 304 861 1 900 -- --

Nordosthahn.

Gotthardbahn.

Jura-Bern-Luzern-Bahn.

Vereidigte Schweixerbahnon.

Suisse-Occidentale-Simploii.

Wädensweil-Einsieduln.

Birsigthalbahn.

Rorschach-Heiden.

24562 170171 im Vorjahr.

5. Kranken- und Unterstützungskassen. Kautionen der Angestellten.

Die im Laufe des Berichtjahres eingelangten, auf das Jahr 1887 bezüglichen Berichte und bezw. Rechnungen über die bei dt;ii einzelnen Gesellschaften bestehenden Kranken-, Pensions- und Uuk-rstfitzungskassen, sowie über die ßaarkautionen der Angestellten geben uns zu besondern Bemerkungen nicht Anlaß.

Bundesblatt. 41. Jahrg. Bd. II.

12

170 Nachdem, wie im letztjährigen Berichte schon erwähnt ist, die bezüglich des zweiten Theiles der Motion der Herren Curti und Genossen bei den Eisenbahngesellschaften veranstaltete Untersuchung zu keinem günstigen Resultate geführt, sondern ergeben hatte, daß nur auf dem Wege der G e s e t z g e b u n g das in der Motion angegebene Ziel zu erreichen sein werde, wurde dann zur weitern.

Behandlung und Vorbereitung in diesem Sinne auch der speziell die Eisenbahnhülfskassen betreffende Theil der Motion dem Versicherungsamt überwiesen.

Das Ergebniß der daherigen Untersuchungen und unsere Anträge zur gesetzlichen Normirung der Materie waren wir im Falle Ihnen mit Botschaft betreffend die gegenseitigen Hofgesellschaften und insbesondere die Eisenbahnpensionskassen, vom 24. Nov. 1888, zu unterbreiten.

6. Eisenbahnstatistik.

Die Eisenbahnstatistik pro 1886 erschien im März des BerichtJahres und diejenige für 1887 konnte schon im Januar 1889 veröffentlicht werden.

7. Baulicher Zustand der Bahnen nnd technische Bahnkontrole.

Länge der Bahnen.

(Alle angeführten Längen sind Betriebslängen.)

Im Jahr 1888 wurde auf folgenden 6 Bahnlinien (69.005 km.)

der regelmäßige Betrieb eröffnet: Länge.

km.

Hauptnetz : Direkte Linie (Renan) Le CreuxChaux-de-Ponds (J- B. LO .

Andere Normalbahnen : Genève (Eaux-vives) -Grenze (bei Annemasse) .

.

.

.

Gewöhnliche Schmalspurbahn : Therwyl-Flühen (Birsigthalbahn, auf 400 m. Länge Straßenbahn)

tìewohnMaxi- Hoher mal- Minimal- Eröffnet.

steignng. radius.

%

3.534

25

300

17. Dez.

3.992

20

300

  1. Juni

5.691

22

60

12. Okt.

171 Gewöhn-

. "·*«· Steigung, Ï5TA.

***·* radius, km.

700

m.

Schmalspur]) ai m mit Zalinstrecken : Brlinigbahn(Brienz-Alpnachstad) 44.587 120 120 14. Juni Schmalspurbahnmitelektrischen Lokomotorwagen (elektrische Zuleitung der Kraft von Wasserturbinen) : Vcvey-Cliillon (Straßenbahn) . 10.374 34 30 1. Juni Seilbahn mit stehendem elektrischemMotor (elektrische Zuleitung der Kraft von Wasser- ° turbinen) : Kehrsiten-Bürgenstock .

.

827 550 150 7. Juli Die hierseitige K o n t r o l e d e r B a u a r b e i t e n bis zur Bauvollendung auf den erwähnten Linien wurde in gewöhnlicher Weiso geübt, ebenso die der Betriebseröffnung jeweilen vorangehende Spezialuntersuchung mit Brückenproben, Probefahrten, Kollaudation u. s. w.

Am Ende des Jahres 1888 waren folgende Bahnen i m B a u begriffen (die Bahnen, deren Bau im Laufe des Berichtjahres begonnen hat, sind durch ein * bezeichnet): rLan .. e S-

Normalbahn : "Langenthal-Huttwyl .

.

.

Gewöhnliche Schmalspurbahnen : *Landquart-Davos .

.

.

.

*Echallens-Bercher .

.

.

.

Ponts Sagne-Chaux-de-Fonds .

.

*Greneve-Bernex mit Abzweigung nach St-Georges (Straßenbahn) .

.

*Geneve-Lancy (Straßenbahn) .

.

Schmalspurbahnenm.it Zalmstr ecken: *Brünigbahn (Alpnachstad-Luzern) .

St. Gallen-Gais (größtenteils Straßenbahn)

km.

Q-ewöhnMaximal- lieber Steigung. Minimalradius.

m °/°° '

14.000 ,

25

180

50.000 8.700 16.300

-\5 25 40

100 250 100

7.800 3.100

43 60

50 50

13.182

17

150

14.020

90

30

172 Länge.

km.

GewöhnMaximal- licher Steigung. Miuimalradius.

°/oo m.

Reine Zahnradbahn: Alpnachstad-Pilatus

4.228

480

80

Seilbahnen mit Lokomotorwagen (durch Schwerkraft der Wasserfüllung bewegt) : Zürich (Limmatquai) -Polytechnikum (am 8. Januar 1889 eröffnet") *Thunersee-Beatenberg

0.1 (55 1.610

260 400

100 400

Seilbahn mit stehendem elektrischem Motor (elektrische Zuleitung der Kraft von Wasserturbinen) : Taradiso-Monte S. Salvatore .

1.533

«00

300

Die P v U fu u g d e r P l an v o r i a g e n für dio oben erwähnten und für andere noch nicht begonnene Bahnbauten bildete einen wesentlichen Theil der Beschäftigung (tes technischen Inspektorats, zumal infolge der stetstbrt auftauchenden Neuerungen im Gebiet der Spezia l bahnen, deren einläßliche Prüfung um so notwendiger war, als vielfach die betreffenden Systeme, zur Zeit der Projektirung, noch wenig erprobt waren, und anderseits mit dem Bau oft sehr rasch vorgegangen werden wollte.

Die im Berichtjahr g e p r ü f t e n B a u v o r ! ag en umfassen: 47 Situiitionspläue, 38 Längenproftle, 9 Blätter Normalquerprorile, "25 Blätter sonstige Querprofile, nebst: den bezüglichen Detailplänen für Kunstbauten, Oberbau, Stationen, Mechanismen und Signale, Rollmaterial u. s w. (circa 330 Pläne).

Für folgende Bahnen sind im Berichtjahre B a u p l ä n e v o r g e l e g t , der Bau aber noch nicht iii Angriff genommen worden:

173 T ..

Lan

e

S-

km.

trewöhnMax.- lieber Steigung. Min.radius.

°/oo m.

Kechtsufrige Zürichseebahn (Normalbahn) 36.900 luterlaken (Zollhaus)-Lauterbrunnen-Grindelwald (Schmalspurbahn) .

.

. 24.600 Grütschalp-Mürren (Akkumulatoren auf den Wagen, Wasserturbinen) .

.

. 3.880 Ecluse-Plan (Seilbahn) .

.

.

.

0.387 Lauterbrunnen - Grütsehalp (Murren) (Seilbahn) 1.360

-- 120

-- 80

25 60 370 500 570

100

Von den im B e t r i e b stehenden Bahnlinien sind in Summa: normalspurig 2 852.908 km.

davon zweigeleisig .

.

310.170 km.

eingeleisig, aber mit Unterbau für 2 Geleise .

.

. l 090.215 ,, eingeleisig, mit Unterbau für nur l Geleise .

.

. l 452.523 ,, schmalspurig 162.813 ,, Total

3015.721 km.

Die Länge der im Betrieb stehenden Z a h n s t r e c k e n beträgt : m i t Schmalspur .

.

.

.

.

.

.

8.742 k m .

m i t Normalspur .

.

.

.

.

.

. 24.521 ,, Total

33.263 km.

Das Geleise liegt a u f e i n e r ö f f e n t l i c h e n S t r a ß e : m i t Schmalspur .

.

.

.

.

.

.

40.800 k m .

mit Normalspur 71.300 ,, Total

112.100 km.

Die K o n t r o i i n g e n i e u r e haben im Berichtjahr circa 5500 Bahnkilometer zu Fuß begangen. Deren Bahnfahrten summiren sich auf circa 24 000 km.

Unterbau der Bahnen.

T u n n e l . Dem Betrieb wurden 4 Tunnel übergeben, mit einer Gresammtlänge von 2037.6 m. Die wichtigsten sind der Tunnel des Crosettes, 1617 m. (Renan-Chaux-de-fonds) und der Käppelitunnel, 145.9 m. (Brünigbahn).

174'

Im Bau waren am Ende des Jahres 3 Tunnel, mit zusammen 1483m., namentlich der Lopperbergtuunel mit 1185m.

(Alpnachstad-Hergiswyl).

Außerdem ist in der Ausführung begriffen die Erweiterung der 7 Tunnel der GotthardLmlinstrecke Airolo-Faido für das zweite Geleise (3617 m.), soweit dieselben nicht bereits zweispurig ausgebrocheu waren.

Bis jetzt sind diese Arbeiten ohne wesentliche Störung des Bahnbetriebs vor sich gegangen.

Die Bntschigthalgallerie der mittleren Bahnstufe bei Wasseu wurde, zum Schutze gegen Staublawinen, verlängert, und zwar auf der Südseite um 30 m., auf der Nordseite um 105 m. Geplant ist die Verlängerung des Axeabergtunuels um 150 m. und die Verlängerung zweier Tunnels auf Auvernier-Verrières um je 8.2 m. und 3.0 m.

Vollendet sind die 4 Tunnel der Pilatusbahn mit zusammen 550 m. Die für diese Tunnel adoptirten Profile wurden zum Theil nachträglich im Interesse der Ventilation etwas erhöht.

Die T u n n e l v e r k l e i d u n g e n müssen noch vermehrt werden in mehreren Tunnels der \vestsch\veizerischen und Simplonbahu.

Im Z u s t a n d des V e r k l e i d u n g s m a u e r w e r k s mehrerer Tunnel sind Verbesserungen erfolgt, so im Gotthardtunnel (Widerlagermauerwerk), im Hauensteintunnel, in den Tunneln bei Aarau, Burgdorf, Enge (Zürich), im Tunnel auf Porrentruy-Courtemaiche, im großen Tunnel auf G-eiieveys-Convers, in welchem seit 1886 bis Ende 1888 circa 1100 m 2 Verkleidungsmauern rekonstruirt worden sind.

V e r b e s s e r u n g s b e d ü r f t i g sind noeh Theile der Widerlagermauerung im Gotthardtunnel und Theile der Mauerung in mehreren Tunneln der westschweizerisehen und Simplonbahn, im Wipkingertunnel etc. Im Hauensteintunnel sind noch größere Quantitäten Mauerwerk umzubauen, ebenso in den Tunneln auf GreneveysConvers-Chaux-de-fonds, in einem Tunnel auf Auvernier-Verrieres, dessen Gewölbe an einer Stelle seit Jahren durch ein hölzernes Lehrgerüst gestützt ist.

Die seit Eröffnung des Betriebs im großen Gotthardtunnel täglich gemachten Beobachtungen über L u f t z u g , T e m p e r a t u r und R a u c h v e r h ä l t n i s s e , welche stetsfort im Allgemeinen günstige Verhältnisse konstatiren, wollten von der Bahndirektion

175

auf Ende 1888 eingestellt werden. Auf Einladung des Departements wird man jedoch diese Aufzeichnungen, welche von größtem Interesse sind, und deren Werth mit der Zahl der einbezogenen Beobachtungsjahre wächst, auch fernerhin, in etwas vereinfachter Form, fortsetzen.

T u n n e l n i s c h e n werden bei den in Erweiterung begriffenen Tunneln der Gotthardbahn, sofern die Tunnellänge mehr als 500 m. beträgt, in Abständen von 50 bis 60 m. erstellt und zwar paarweise, rechts und links der Tunnelaxe.

N o r m a l p r o f i l e für Tunnel sind auch genehmigt worden zum Bau der Schmalspurbahn Landquart-Davos.

E r d b a u. Der Zustand der B a h n d ä m m e ist im Allgemeinen ein normaler. Im Berichtjahr sind aber an mehreren Punkten Bahndämme, welche bisher als durchaus solid galten, nach ein paar Tagen starken anhaltenden Regens theils abgerutscht, theils durch ausgetretene Gewässer durchbrochen oder mehr oder weniger beschädigt worden. Diese Ereignisse sind zum Theil ziemlich plötzlich eingetreten und bieten einen deutlichen Beweis für die Notwendigkeit einer intensiven Bahnbewachung mit Rücksicht auf die Terrain Verhältnisse unserer Bahnen, und einer in allen Details sorgsamen und nicht zu optimistischen Handhabung des Bahnbewachungsdienstes.

N o r m a l p r o f i l e betreffend D ä m m e u n d E i n s c h n i t t e sind genehmigt worden für die Bahnen Langenthal-Huttwyl, Landquart-Davos, Visp-Zermatt, für die Seilbahnen am Beatenberg und am Monte San Salvatore.

Arbeiten zur Konsolidirung von E i n s c h n i t t b ö s c h u n g e n sind auf den meisten Bahnen zu verzeichnen.

Mehrere neue S c h u t z b a u t e n g e g e n S t e i n s c h l a g wurden auf der Gotthardbahn und hie und da auch auf ändern Bahnen erstellt. Andere. Schutzbauten wurden ausgedehnt und weitere sind geplant.

Ueber diese Materie hat sich die Gotthardbahndirektion von Herrn Oberbaurath Thommen in Wien ein Gutachten geben lassen, welches im Allgemeinen beruhigend lautet.

Auf circa 2 km. der Strecke Cheyres-Estavayer ist eine Verlegung der Bahn seewärts geplant, um dieselbe von den drohenden Molassewänden zu entfernen, ab welchen letztes Jahr ein Bergsturz von circa 6000 m8 kurz vor dem Passiren eines Bahnzuges erfolgt ist, wodurch ein Heizer das Leben und ein Maschinenführer ein Bein verlor.

176

Auch d e m B e t r i e b v o u S t e i n b r t t c h e n etc. oberhalbder Bahnlinien wird eine besondere Aufmerksamkeit geschenkt, um dabei Gefährdungen des Bahnverkehrs, wie solche hin und wieder vorkommen, vorzubeugen. Hief'ür wird die Aufstellung besonderer reglementarischer Bestimmungen, wie solche auf einigen Bahnen in Bezug auf das F ä l l e n und T r a u s p o r t ir eu von H o l z oberhalb der Bahnlinien bereits erlassen worden sind, sowie die Ausdehnung der letzterwähnten Bestimmungen über Holzfällen etc. auf weitere Bahnstrecken in's Auge gefaßt.

In Sachen der S c h u t z W a l d u n g e n längs der Gotthardbalm sind im Berichtjahr verschiedene Vorkehrungen, wie Aufforstungen etc., getroffen worden, und es wird damit fortgefahren.

Die Gotthardbahndirektion hat, im Sinne der im Geschäftsbericht für 1887 gemachten Mitteilungen, im Februar 1888 ein Reglement betreffend die Forstpolizei erlassen, dessen erstes Kapitel die vom Staatsrath des Kantons Tessin unterm I.Juni 1880 erlassenen Vorschriften, betreffend die Ueberwachung und den Weidgang der Ziegen bilden.

Auch an der Arth-Rigibahn mußte die Intervention des Laudwirthschaftsdepartements angerufen werden zur Regelung der Waldausbeutung ob der Kräbelwand, wo infolge unvorsichtigen Vorgehens der Waldarbeiter am 16. August, mitten in der Saison des größten Reisendenverkehrs, eine Tanne von der hohen Felswand herunterfiel, eine Schiene zerbrach und den Zugsverkehr hemmte. Die Kantonsbehörde wurde durch das Landwirthschaftsdepartement eingeladen, die Holzschläge in jenem Bezirk bis auf Weiteres einzustellen.

Weitere S c h u t z b a u t e n g e g e n L a w i n e n und Schneeabrutschungen sind 1888 auf der Gottbardbahn ausgeführt worden, u. A. die bereits erwähnte Verlängerung der mittleren Entschigthalgallerie um 135 m. Weitere Schutzbauten sind geplant. Auch diese Verhältnisse sind durch Herrn Oberbaurath Thommen in Wien zu Händen der Gotthardbahndirektion begutachtet worden, und zwar in ziemlich beruhigendem Sinne.

Immerhin mahnen die bedeutenden und zum Theil ganz unerwartet eingetretenen Fälle von Grund- und Staublawinen im Frühjahr 1888, welche noch in Jedermanns Erinnerung sind, zu erhöhter Vorsicht im Bahndienst und in der Bahnbewachung.

Erhebungen über die Anzahl der S c h n e e p f l ü g e und der sonstigen Schneeräumungsmittel, sowie über die Organisation des Schneebruchdienstes und die bezüglichen Dienstanweisungen sind im Berichtjahr gemacht worden. Dabei konnte manche Vervoll-

177

sländigung der bezüglichen Einrichtungen und Anordnungen koustatirt werden.

Im Allgemeinen geben sich die Bahnverwaltungen Mühe, den Betriebsstörungen durch große Schneefälle vorzubeugen.

Mängel in der Organisation des Schneebruchdienstes sind aber noch hie und da vorhanden, namentlich bei der Suisse-Occidentale und Simplonbahn.

Betreffend S e e u f e r b a u t e n sind verschiedene Konsolidiruugeu und Ergänzungen als rückständig zu notiren. Bei dem hohen Wasserstand des Bodensee's im September kamen die. Wellen bis auf das Bahngeleise auf Punkten der Bahn ober- und unterhalb Rorschach und mußte stellenweise eine Ergänzung der betreffenden Schutzvorkehrungeu verlangt werden.

An F l ü s s e n , w e l c h e mit der B a h n im Allgemeinen p a r a l l e l laufen, wurden Uferschutzbauten ergänzt, u. A. auf Sulgen-Gossau, St. Margarethen-Rheiaeck, bei Göschenen und an verschiedenen andern Punkten der Gotthardbahn.

Bekannt sind die Verheerungen des Broye-Hochwassers am 2./3. Oktober 1888. An mehr als 60 Punkten wurde auf der Strecke Palezieux-Lyß der Bahnkörper durch das Hochwasser angegriffen, und au ca. 5 Punkten ganz durchbrochen.

Diese argen Zerstörungen sind die Folge zum Theil eines ungenügenden Schutzes der Bahn selbst, zum guten Theil aber die Folge der ungenügend geregelten Flußverhältnisse überhaupt. Diesen mißlichen Verhältnissen kann aber nur durch eine umfassende Korrektion des Broyeflusses abgeholfen werden, für welche, den» Vernehmen nach, durch die Regierung des Kautons Waadt?die Vorarbeiten lebhaft betrieben werden.

Im Rhonethal, wo im Berichtjahr -- wie fast alljährlich -- Verkehrsstörungen und Bahnbeschädigungeu durch Hochwasser wiederholt vorgekommen sind, sind noch verschiedene Wasserbauten rückständig, zumal auf Granges-Sierre. Rückständig ist auch eine gründliche Sicherung des Reußufers dureh die betreffenden Korporationen auf Altdorf-Erstfeld. Einen wachsenden Schutz se^un allfällige Hochwasser des Tessin auf der Strecke Giubiasco-Ma;j;adino werden der Gotthardbahn die im Gang befindlichen Arbeiten der dortigen Tessinkorrektion gewähret). Das bedeutende Iloc.hwasser vom September im Rheinthal hat der Bahn glücklicherweise nicht geschadet. Immerhin hat die katastrophenartige Ueberschwemniung der rechten österreichischen Thalseite bewiesen, wie dringend nöthig eine Portsetzung der Rheinkorrektion zur Sicherung <!OK Verkehrs im Bereiche dieses Flusses ist.

178 Von wichtigem Schularbeiten au B ä c h e n etc., w e l c h e d i e B a h n e n d u r c h q u e r e n , uotireu wir die Erstellung einer Tluilsperre im Grünbaoh bei FJüeleu.

Geplant sind daselbst 10 weitere Thalsperren, welche bis Ende 1892 vollendet sein sollen, ferner Sohlenbefestigungen, Abbösehungen und Entwässerungen der Schutthalden. Für diese Verbauungeii ist bekanntlich ein Bundesbeitrag von 40 °/o vorgesehen. Betreffend <iie Vcrbauung einzelner Rufen auf Zizers-Chur sollen Verhandlungen im Gange sein.

B r ü c k e n . In der Zahl der Brücken sind, außer den 11 Brücken der Brünigbahastrecke Brienz-Meiringen und den zahlreichen im Bau begriffenen Brücken der Strecke Landquart-Davos, an Neubauten zu verzeichnen : Die Erstellung der Unterfahrtsbrücke für die SchaffhausenWülflingen-Straße im Bahuhof Winterthur, eine bedeutende und im Interesse der Verkehrssicherheit sehr zu begrüßende Arbeit; die Erstellung eines Fluthdurchlasses bei Deitingen, wo die bestehende Durchflußöffuung beim Hochwasser vorn Oktober 1888 sich als ungenügend gezeigt hatte; der Bau einer Uulerfahrtsbrücke bei der Bärau; eines Fußgüngerdurchlasses bei Territet, und einige weitere, kleinere Objekte.

Die Gotthardbahndirektion hat die verlangten Studienpläne vorgelegt, zur Ueber- resp. Unterführung der Kantonsstraße an 5 Punkten der Strecke Airolo-Faido, sowie zur Unterführung des Bedrettoweges in Airolo.

Genehmigt wurden die Unterbau- und Eisenwerkpläue von 32 Brücken, u. A. für 9 Brücken der Schmalspurbahn LaudquartDavos, für Erweiterung von 7 Brücken für das zweite Geleise Airolo-Faido.

Bei einer Anzahl von Brücken und Durchlässen zeigte sich anläßlich der Hochwasser des Jahres 1888 die D u r c h f l u ß ö f f n u n g ungenügend. Bei Buchs stieg am 11. September der Rhein bis 50 cm. über den Fuß der eisernen Brückenträger, so daß die Brücke und beide Utergelände einer großen Gefahr ausgesetzt waren.

Und doch war dieses Hochwasser l m. niedriger als das von 1868!

Der Bundesrath hai daher die Gesandtschaft in Wien eingeladen, entsprechende Schritte zu thun, um die Aufmerksamkeit der zuständigen Verwaltungen auf diesen Uebelstand und auf die Wilnschbarkeit einer baldigen Abhülfe zu lenken.

Verbesserungen im M a u e r w e r k von Brücken und Durchlässen sind bei den meisten Bahnen zu verzeichnen, namentlich auf

179

der Nordostbahn, auf der Centralbahn, auf Bulle-Romont. Auf letzterer Bahn sind weitere Verbesserungen für 1889 geplant; ebenso auf dea Vereinigten Schweizerbahnen und andern Bahnen.

Verbesserungsbedürftig ist ferner eine Anzahl Objekte der SuisseOccidentale und Simplonbahn, der Appenzellerbahn u. s. w.

Der Ersatz von h ö l z e r n e n Trägern d u r c h eiserne fand statt bei Objekten der Suisse-Occidentale und Simplonbahn, der Jurabahn, der Centralbahn und der Nordostbahn.

H ö l z e r n e L a n g s c h w e l l e n unter den Schienen wurden durch eiserne Längsträger ersetzt bei den Brücken zu Worhlaufen und Solothurn.

Die Erstellung eines dichtem S c h w e l l e n b e l a g s wurde konstatirt auf weitern Brücken der Suisse-Occidentale und Simplonbahn, der Jurabahn und der Linie Bulle-Romont.

Eine größere A u s d e h n u n g des B e l a g s fand bei einigen Brücken verschiedener Bahnen statt. Zahlreiche Objekte sind in dieser Hinsicht noch rückständig.

Aehnlich verhält es sich mit dem Anbringen von B r ü c k e n geländern.

Betreffend die Bedienung der D r e h b r ü c k e im Seedamm bei H a p p e r s w y l fanden verschiedene Verhandlungen statt. In Ergänzung und Präxisirung der Vorschriften vom Jahr 1879 beschlossen wir, daß, wenn bei der Hurdener-Durchfahrtsbrucke die lichte Durchfahrtshöhe durch den Wasserstand auf 3 m. oder weniger reduzirt ist, i-esp. wenn der Wasserstand imeh dem neuen Zürcherpegel auf der Cote -- 1,50 m. und darüber sich befindet, die Oeffnung der .Drehbrücke täglich zweimal zu festgesetzter Zeit für diejenigen Schiffe zu geschehen hat, deren Laduugshöhe 3 m. und darüber beträgt, und die zum rechtzeitigen Passireu der Brücke in Sicht sind. Das hiebei des Nähern zu beobachtende Verfahren ist in einem Regulativ festzustellen, welches der Genehmigung des Eisenbahndepartements unterliegt.

Mit der Reinigung und theilweisen Erneuerung des S c h o t t e r s wurde auf den meisten Bahnen fortgefahren.

Oberbau.

In Bezug auf den Bahnoberbau sind meist nur Verbesserungen zu konstatiren.

Die bei den sechs Hauptbahnen im Jahr 1888 in den durchgehenden Hauptgeieisen gelegten n e u e n S c h w e l l e n ergeben in P r o z e n t e n der Länge dieser H a u p t g e l e i s e :

180 _.

Eisenschwellen.

,,. , Eichenschwellen.

Gemischte Holzschwellen:

Torherrachelld T0rberiscliena Eichenholz.

WeichholZ

w,,!,,i,i,,,i., ^ïïch^î' Im Ganzen, schwellen.

Centralbahn . 5.7 Grotthardbahn 5.6 Suisse Occidentale u.Simplon 4.0 Nordostbahn . 3.9 Jura-Bern-Luzern-Bahn . 1.8 Ver. Schweizerbahnen . . 0.4

-- 0.2

-- 0.1

-- 0.7

--

5.7 6.6

1.2

1.4 2.3

-- 2.4

0.7 --

7.3 8.6 '

-- 4.1

2.5

--

-- 3.6

--

8.1

6 Hauptbahnen 4.0

1.2

1.3

1.2

0.4

8.1

-- 6.7

11.0

Auf den Thalstrecken der Gotthardbahn wurden in großem Maße (15.4 km.) Weichholzschwellen durch Kisenschwellen ersetzt und ist anzunehmen, daß im laufenden Jahre sämmtliche auf der Strecke Immensee-Erstfeld noch liegenden Weichholzschwellen verschwinden werden.

Auf der badischen Bahn Erzingen-Thayingen waren schon im Mai 1888 47 % der Geleiselänge mit Eisenschwellen versehen.

Auf der Seethalbahn erhielten wieder einige scharfe Kurven Eisenschwellen.

Die Schmalspurbahn St. Gallen - Gais (mit Zahnstrecken) hat lauter Eisenschwellen.

Arth-Rigi legte auf 500 m. Eisenschwellen, Vitznau-Rigi setzte den G-oleisumbau mit Einziehung von Eisenschwellen fort von km. 0.8--2.53 (Freibergen); das Resultat ist befriedigend; die Schwellenlage erhielt sich besser, sowohl in der vertikalen als in der Längsrichtung.

Eisenschwellen wurden im Berichtjahr neu eingeführt bei Bulle-Romont. Die Brünigbahn erhielt bekanntlich größtenteils Eiseuschwellen.

Auf den normalspurigen Trambahnen in Genf ist die Verdoppelung der Zahl der Holzschwellen (Abstand 0.75 m., statt des bisherigen von 1.50 m.) anläßlich des Geleiseumbaues im Gange.

Auf Kriens-Lu/.ern, wo die Schienen direkt--ohne Schwellenunterlage -- auf der Bettung ruhen und deren Abstand nur durch 3 Querbinder per Schienenlänge erhalten ist, zeigte sich schon die Notwendigkeit, in den Kurven eigentliche Querschwellen einzuziehen.

Auf der Uetlibergbahn werden successive die Buchenschwellen durch lauter Eichenschwellen ersetzt.

181

Die Bahn Landquart-Davos verwendet zum Theil Bichenschwellen, zum Theil Lärchenschwellen, welch' letztere für diese kurvenreiche Bahn nicht gerade vortheilhaft sind.

Der Stand der Schwellen bei den 6 H a u p t b a h n e n a u f E n d e 1888 in den durchgehenden Hauptgeleisen ergibt i n Prozenten der Länge dieser Hauptgeleise: EisenscWellen.

Centralbahn . 46.2 Nordostbahn . 21.8 Gotthardbahn 20.5 Suisse Occidentale u. Simplon 17.9 Jura-Bern-Luzern-Bahn . 4.1 Ver. Schweizerbatmen . . 0.5 6 Hauptbahnen 20.8

Eichen- ,^ei^ Holzschwellen: schellen. ^JjTM^ "wSStaîf -- -- 53.8 -- 29.1 49.1 53.7 5.0 16.6

Weichholz. Totlll HolZ8chwell BchweUeD

<"'-- -- 4.2

'

53.8 78.2 79.5

35.5

13.0

18.3

15.5

81.7

--

95.9

--

--

95.9

3.1 14.0

69.0 29.5

27.4 31.6

-- 4.1 '

99.5 _ 79.2

Die in den durchgehenden Hauptgeleisen bei d e n 6 H a u p t b a h n e n i m J a h r 1888 g e l e g t e n n e u e n S c h i e n e n betragen i n P r o z e n t e n d e r L ä n g e d i e s e r Hauptgeleise: Stahlsohienen. Eisenschienen.

Jura-Bern-Luzern-Bahn .

Vereinigte Schweizerbahnen Centralbahn .

.

.

Gotthardbahn .

.

.

Suisse Occidentale & Simplon Nordostbahn .

.

.

.

.

.

.

.

.

6 Hauptbahnen

7.3 6.5 5.9 3.6 3.3 2.8

-- -- -- 0.3 -- --

4.4

0.1

Total.

7.3 6.5 5.9 3.9 3.3 2.8 4.5

D e r S t a n d d e r S c h i e n e n a u f E n d e 1888 in d e n durchgehenden Hauptgeleisen bei den 6 Hauptbahnen ergibt i n Prozenten der Länge dieser H a u p t g e l e i s e : Stahlschienen.

Gotthardbahn Jura-Bern-Luzern-Bahn .

.

Vereinigte Schweizerbahnen .

Nordostbahn Suisse Occidentale & Simplon Centralbahn .

.

.

.

.

.

·.

.

.

.

.

89.0 59.6 59.2 55.5 50.8 41.9

6 Hauptbahnen

56.2

Eisensehienen.

11.0 40.4 40.8 44.5 49.2 58.1 43.8

182 Auch die badische Bahn geht in dem Umbau ihrer Geleise mit Stahlschienen energisch vor. Auf Erzingen - Thayingen (Hanptgeleise 34.8 km.) bestanden schon im Frühjahr 1888 87.4 % der Geleiselänge aus Stahlschienen.

O b e r b a u t y p e n wurden genehmigt für Langenthal-Huttwyl, für die Schmalspurbahn Thevwyl-Flühen, für die Schmalspurbahnen im Kanton Genf, für Echallens-Bercher, Landquart-Davos, sowie für die Seilhahnen am Ziirichberg, am Monte S. Salvatore und für die Schmalspurbahn mit Zahnstrecken St. Gallen-Gais.

In Bezug auf die S c h i e n e n p r o f i l e ist die Annahme, eines stärkern Schienentyps (44 kg. per Laufmeter) für die Bergstrecke der Gotthardbnhn zu verzeichnen, wo, zumal in den Kehrtunneln, ein sehr rascher Verschleiß des Schienenmatevials sich bemerkbar macht.

Auf den normalspungen Genfer Trambahnen werden successive die Eisenschienen von 14 kg. per Meter durch Stahlschienea von 15.4 kg. ersetzt.

Zu begrüßen ist die fortschreitende Tendenz zur Annahme einer größern N o r m a l l ä n g e für das Schieneumaterial. Die erfolgte Adoption derselben Normallänge von 12 m. durch die Suisse Occidentale und Simploubahn, die Gentralbahu, Vereinigten Schweizerbahnen, Gottbardbahn und Bulle-Romont liegt im Interesse der Solidität und der saoftern Befahrung des Sehienengestänges.

Auch mehrere Schmalspurbahnen, wie die Genfer Straßenbahnen, Echallens-Bercher, Landquart-Davos, haben Schienen von 10 m.

Länge bestellt. Auf Ponts-Chaux-de-Fonds liegen 12 m. lange Schienen.

Verbesserungen in der V e r l a s e h u n g der Schienen sind, abgesehen von dem stetigen Ersatz alter Oberbaustrecken durch Material der neuem, kräftigem Typen, bei der GotthardUiha zu verzeichnen, welche neuerdings ihren Laschentyp verstärkt hat.

Verstärkte quadratische H e f t n a g e l kamen in ziemlicher Anzahl auf der Gotthardbahn zur Verwendung.

H o l z s c h r a u b e n zum Heften der Schienen auf Holzschwellen kamen auch im Berichtjahr zur Anwendung bei der Jurabahn, wie beim Bau der Brünigbahu und sind vorgesehen für die Schmalspurbahnen bei Genf, für Echallens-Bercher, für die Seilbahn am Beatenberg.

Zur H e f t u n g der Schienen auf e i s e r n e S c h w e l l e n wenden bekanntlich die Central bahn und die Suisse Occidentale und Simplonbahu Keile und Krampen an, während die vier andern.

1KÌ

Hauptbahnen und die Nebenbahnen im Allgemeinen der Heftuug mit Schraubenbolzen und Klemmplatten den Vorzug geben.

Das Legen einer, großem Anzahl von U n t e r l a g s p l a 11 e n auf die Holzschwellen wird auf den meisten Bahnen fortgesetzt, zumal in den Kurven, so auf der Jurabahn, Gottlmnl!>r.lm, Nordostbahn, Bulle-Romont, Emmentlialbahn.

Auf der badischen Bahnstrecke Erzingen-Tliayingen werùeit beim Sehwellenwechsel die neuen Schwellen immer mit Platten versehen, nachdem schon im Frühjahr 18H8 die Zahl der Schwellen mit Platten Überwiegend war.

Auf Arth-Rigi sollen 1888 eine Anzahl Platten neu gelebt worden sein.

Auf vielen Bahnen gibt es aber noch eine sehr bedeutende Anzahl von Holzschwellen ohne Platten, obschon die Zweckmäßigkeit dieser Unterlagen heute allseitig erkannt wird.

Verstärkte Platten werden vielfach auf der Gotthardbului verwendet.

Bei den im Jahr 1888 vorgelegten Oberbautypen sind meistens für alle Schwellen Platten vorgesehen. Bei der Linie LandquartDavos, welche noch eine Ausnahme macht, dürfte man sieh wohl noch nachträglich zur Verallgemeinerung der Platten entschließen.

Die A u s r i c h t u n g und die H ö h e n l a g e der Geleise gehen zu allgemeinen Bemerkungen uicht Anlaß.

Stationen.

Die Z a h l der betriebenen Stationen hat sich im ßerichtjulir um 20 vermehrt, näuilieh: Genève (Eaux-Vives)-Grenze . 2 (Eaux-Vives u. Chùne-Houri»), Renan-Chaux-de Fonds .

. l (Le Creux), Traversthalbalm .

.

, 1 (La Doux), Brünigbahn(Brienz-Alpnachstad)ll (Btienz, Brienzwyler, Meyringen, BrUnig, Lungern, Giswyl, Sächseln, Samen, Kerns, Alpnachdorf u. Alpnachstad"), Therwyl-Flühen (Birsigthalbahn) 3 (Ettingen , Witterswyl und Flühen), Kehrsiten-Bürgenstock .

. 2 (Kehrsiten und Bürgenstock).

Für flie leichten Lokalzüge der Strecke Genève-Nyon sind überdies 7 Zwischenhaltpunkte dem Personenverkehr eröffnet worden,

184

Die elektrische Straßenbahn Vevey-Chillon hat 15 Haltpunkte, \vovon jedoch nur zwei (Vevey und Ciarens) mit Wart- und Dienst.lokalen versehen sind.

Im Ganzen wurden im Berichtjahr 33 Pläne für neue Stationen ·genehmigt.

Rückständig ist.die Erstellung der Station Wiedikou-Außersihl.

A u s w e i c h g e l o i s e erhielten: Station Escholzmatt (welche bisher nicht als eigentliche Kreuzungsstation eingerichtet war") Länge 243 ID.

Station St. Ursanue (zweites Ausweichgeleise) .

,., 109 ,, ,, Othmarsingen .

.

.

.

.

,, 130 ,, Geplant ist die Leguug eines Ausweichgeleises in Malters; rückständig ist die Erstellung eines solchen in Daillens.

Auf der Gotthardbahn ist eine Aenderung in der Anordnung der Ausweichgeleise geplant in dem Sinne, daß Schnellzüge und Züge, welche nicht mit andern in der Station kreuzen müssen, stets ein gerades, resp. möglichst direktes Hauptgeleise befahren.

Für die E r w e i t e r u n g d e s B a h n h o l'e s B e r n legte die Centralbahu im Juni 1888 einen Plan vor, der für die Linie Freiburg-Olten zwei durchgehende Geleise am Fuße der großen Schanze und ein zugehöriges Perron vorsah, während für die andern Zuglinieu, Bern-Thun, Bern-Luzern und Bern-Biel, 5 Sackgeleise mit entsprechenden Zwischenperrons in der jetzigen Bahnhofhalle und zum Theil neben derselben belassen waren. Dieser Plan wurde von den bundesräthlichen Experten als noch nicht befriedigend erklärt. Hierauf legte die Centralbahn zwei neue Planstudieu vor, die eine im nämlichen Sinne wie das erwähnte Projekt, die andere mit lauter durchgehenden Geleisen und 3 entsprechenden Zwischenperrons am Fuße der großen Schanze, und hiezu parallel einen Neubau für Wart- und Speisesäle im Anschluß an das jetzige Bahuhofgebäude, welches, nach Entfernung der jeteigen Hallengeleise, (ils Vorgebäude mit Vestibüle, Kassen-, Gepäck- und Dienstlokuleu dienen soll.

Das Centralbahndirektoriutn erklärte nun selbst diese Lösung als die bessere, und hiemit war der große Schritt gelhan zur Verwirkliehung einer rationellen Geleiseanlage. Auf dieser von den bundesräthlichen Experten als annehmbar bezeichneten Grundlage arbeitete die Centralbahn einen kompleten Plan aus, den sie während des Monats Februar 1889 öffentlich auflegte und über welchen die Gemeindebehörden sich bereits geäußert haben. Nach Eingang der Vernehmlassung des Reglernngsrathes von Bern wird voraus-

185

sichtlich bezüglich mancher Einzelheiten des Projekts, über welche heute noch Meinungsdifferenzen bestehen, eine Verständigung sich erzielen lassen und das Projekt alsdann in annehmbarer Form vom Bundesrath genehmigt werden können. Unter allen Umständen wird dasselbe in mehr als einer Hinsicht für die Abwicklung des Betriebsdienstes und für den Verkehr, des Publikums rationellere und weitaus geräumigere Anlagen bieten, als die jetzige, absolut ungenügende und veraltete Disposition des Bahnhofes.

Bemerkenswert!! ist ferner die von der Centralbahuverwaltuug geplante wesentliche Erweiterung der Geleisanlageu im W y l e r f e l d zur Aufnahme und zum direkten Austausch der Güterwagen /wischen den vier Zugsrichtungen, welche dort ihren Knotenpunkt haben.

lieber die Erweiterung des Bahnhofes Liestal haben im BerichtJahre auch Verhandlungen stattgefunden. Das von der Bahndirektion vorgelegte Projekt ist hierauf modifizirt, und den beteiligten Behörden etc. mitgetheilt worden.

Der provisorische eigene Bahnhof der Brünigbahn neben dein Bahnhof der Centralbahn in L u z e r n , welcher bekanntlich selbst auch nur einen provisorischen Charakter hat, ist dermalen, nach dem von der Jurabahndirektion -- gegenüber andern konkurriertden Plänen -- vorgezogenen Projekte, in Ausführung begriffen.

V e r l ä n g e r u n g e n von A u s w e i c h g e l e i s e 11 erfolgten in Luterbach, Staad, Rheineek, Utzwyl, Landquart, St. Biaise, Sisikon, Steinen, Olten-Hammer, Môtiers.

Zu verlängern sind noch die Ausweichgeleise von 9 Stationen auf St. Maurice-Brig.

Der A b s t a n d d e r H a u p t g e l e i s e wurde auf 4.50 m.

erweitert in Renens, Chexbres, La Sarraz, St. Biaise, Môtiers, Twann, Utzwyl, und auf 4.20 m. in Gerlafingen, Biberist und Kirchberg.

Auf Veranlaßung des Eisenbahndepartements hat der schweizerische Eisenbahnverband die Wünsch barkeit eines größeren Geleiseintervalls im Bereiche der Stationen in dem Sinne anerkannt, daJ.l bei größern Umbauten, soweit dies ohne allzu große Schwierigkeit, und Kosten geschehen kann, ein Geleiseabstand von mindeslenn 4,20 m., und bei Neubauten von 4,50 m. herzustellen ist. Es steht ·tu erwarten, daß die Bahngesellschaften ihre Stationen successive in diesem Sinne verbessern werden.

N e u e d u r c h g e h e n d e G r i l t e r g e l e i . s e erhielten : Kurgdorf, Fehraltorf, Oerlikon, Wyl, Bönigen. Geplant ist ein solches für Hemmishofen ; Bundesblatt. 41. Jahrg. Bd. II.

13

186 neue S a c k g e l e i s e : Wettingen, Othmarsingen, Oerlikon, Altstätteii (Vereinigte Schweizerlwhnen), Sh'uaeh, Murg, Lutorbai'li, Pieterlen, Lavorgo, Gerlafmgen ; ferner eine V e r l ä n g e r u n g des bestehenden S a e k g e l e i s e s : Bubendorf (Waldenburgerbalin").

Neue R a u g i r g e l ei s e sind gelegt worden: 12 in Biel, 3 in Zürich, und außerdem 10 s o n s t i g e G e l e i s e zu verschiedenen Zwecken auf 9 Stationen.

In Bezug auf den Umfang do r ä u ß e r n B c l o u o h i; u n g von Statiousplätzun notireu wir Verbesserungen in Biel, Montreux, Burgdorf, Iler/.ogeubnehsee, während solche Verbesserungen noch als erwünscht signalisirt werden für eine grölJerc Anzahl Stationen der Suisse Occidentale und Sirnplonbahn unii für vier Bnhnhöt'e der Gotthardbahu.

In der A r t der äußern Beleuchtung' sind wesentliche Fortschritte '/AI konstatiren für Biol und Montreux, woselbst elektrisches Licht eingeführt worden ist.

Die Anlage in Biel verdient besonders hervorgehoben au werden als erste elektrisehe Anlage für die komplete Beleuchtung eines ganzen Bahnhofes in der Schweiz. Sie umfaßt 14 Bogenlampen von je 1000 Kerzen im Freien. Die Bahnhofhalle hat 5 Lampen von je 500 Ker/.eu, das Aui'uahtnsgebäude '2 solche und 44 Glühlampen. Im Weitern gibt es 66 andere Glühlampen. Auch dio Nebengebäude, Güterschuppen, das Maschinenbaus etc. sind elektrisch, beleuchtet.

N e u e A u f n ah in s g e b a u d e , außer denjenigen dor neu gebauten Linien, wurden erstellt in Altstätten (.Vereinigte Selnveizerbahucn"); Bonigen, /wingeii (neue Haltstelle).

Neue Gebäude sind vorgesehen für Kevaix, Wylen.

Uebor den Umfang und die Art der Vergrößerung des Aufnahmsgebändes in Buchs, namcutlich mit Rücksicht auf den Postdienst, fanden weitere Verhandlungen statt. Der Bau kann demnächst beginnen.

27 Stationen der Suisse Occidentale und Simplonbahn haben nur noch provisorische Aut'nahwsgebäude, ebenso Dachsen unit Ei't'retikon.

V e r g r ö ß e r u n g e n der W a r t e r ä n i n e haben stattgefunden in Choinden, Langnau, Siruach; Vergrößerungen der Dienstwohnungen in 5 Stationen der Nordostbahn, 3 der Traversthalbahn, 2 der Tüüthalbaiin, i der Wädensweil-Einsiedelu-Bahn. In dieser Hinsieht lassen noch verschiedene Stationen zu wünschen libri"-.

187 Bin neu^r Z v v i s c h e n p c r r o n ist in Burgdorf erstellt und daselbst der HauptpeiTon vergrößert worden. Letzteres geschah auch mit dem östlichen Perron in Basel.

Ein P e r r o n d a c h erhielt Couvet.

Weitere Perroubedachungen sind für eine Reihe anderer Stationen vorgesehen.

Aeußere S t a t i o n s u h r e n erhielten Lyssach, l'rntteln, Zollikol'ea und Gümligeii. Solche Uhien, welche in den Nachbarländern wohl auf den meisten Stationen vorhanden sind, fehlen uot-h auf einein großen Theil der schweizerischen Stationen, welchem Mangel bald abgeholfen werden sollte.

S t a t i o n s b r u u n e n oder Wasserleitungen wurden erstellt bei der Centnilbahn (6 Stationen), Nordostbahn (^5 Stationen), den Vereinigten Schweizerbiihnen (5), der Suisse üccidenlnle und Simplonbahn (4), Gotthardbahn (l Station).

Miingel an gutem Trinkwasser ist u. A. noch in Gösdieneii, (i Stationen der Jurabahn, 11 Stationen der Nordostbahn, 31 Stationen der Suisse Occidentale und Simploubalin.

Weitere H y d r a n t e n zu Lösclmveckeu etc. haben 3 Babnliöfe der Ceutralbahn erhalten.

Vereinzelte Stationen erhielten im Jahr 1888 n e u e A b o r (<>· e b ä u d e. Auf einer Hauptbahn sind noeh bei G Stationen dio Nebengebäude als fehlend uotirt.

W a s s e r s p ü l u n g wurde eingerichtet in Wohleu und Fleurier, fehlt aber noch in vielen wichtigern Bahnhöfen.

Einen n e u e n G ü t e r s c h u p p e n erhielt die Staüou Wyl.

Vergrößert wurden die Waarenschuppen in Montreux und Rarnsey. In Rornansliorn wurde ein weiterer Gütersehuppen erstellt.

Der Getreideverkehr im Herbst war so bedeutend, daß überdies noch eine Reihe von provisorischen Getreideschuppen vorübergehend aufgeschlagen werden mußte.

In Buchs ist ein Lagerkeller mit 2 Geschoßon (ober- und unterirdisch) erstellt worden, in Delémont ein Oelkeller.

Neue L a d e r a m p e n sind in St. Gallen und Euneuda ersteilt worden. Es fehlt immer noeh eine Langholzrampe in Wiggeu. In verschiedenen Stationen wurden die Rampen vergrößert (Bierre, St. Biaise, Métiers).

Betreffend d i v e r s e G e b ä u d e auf Stationen sind zu erwähnen: der Bau eines neuen Zollgebäudos in Geni' (Cornaviu), besondere Zollgebäude in den neuen Stationen Geneve-Eaux-vives

J88

und Chêne-Bourg, Aufstellung eines Büreaugebäudes für Inspektionsbeamte in Zürich, von Dienstgebäuden in Dolemont und Chiasso.

Die Remisengebäude für Maschinen und Wagen werden an anderer Stelle erwähnt.

Signale und Mechanismen.

Die Zahl der n e u e n W e i c h e n , welche im Jahr 1888 auf den d u r c h g e h e n d e n H a u p t g e l e i s e n , als Ersatz für ausrangirtes Material, bei den Hauptbahnen gelegt worden sind, beträgt in Prozenten der in diesen Hauptgeleisen überhaupt vorhandenen Weichenzahl: Gotthardbahn 20.o °/o Suisse Occidentale und Simplon .

. 4.8 ,, Nordostbahn .

.

.

.

.

4.4 ,, Jura-Bern-Luzern-Bahn .

.

.

. 2.i f l Vereinigte Schweizerbahnen .

.

. 2.o ,, Schweizerische Centralbahn .

.

. l.o ,, 6 Hauptbahnen

3.4 °/o

Das Ver h a l t n iß der auf E n d e 1888 in d e n d u r c h gehenden Hauptgeleisen vorhandenen Weichentypen ergibt bei den Hauptbahnen, in Prozenten der gesammten Weicheuzahl dieser Geleise: Neue kräftige Typen.

Suisse Occidentale und Simplon Schweizerische Centralbahn .

Gotthardbahn .

.

.

Jura-Bern-Luzern-Bahn .

.

Vereinigte Schweizerbahnen .

Nordostbahn .

.

.

.

Frühere Ganz alte Typen, schwache Typen.

95.o °/o 93.5 ,, 79.c ,, 76.n ,, 65.7 ,, 63.a ,,

5 °/o l .6 ,, 20.4 ,, 20.9 ,, 33.e ,, 36.8 B

-- 4.o °/o -- 2.2 ,, 0.7 ,, --

6 Hauptbahnen 76.o °/o

22.5%

I.B °/o

Die Z a h l d e r n e u e n K r e u z u n g e n , \ v e l c h e i m J a h r l 8 8 B a u f den d u r c h g e h e n d e n H a u p t g e l e i s e n , als Ersatz für altes Material, bei den Hauptbahnen gelegt worden sind, beträgt in Prozenten der in diesen Hauptgeleisen überhaupt vorhandenen Zahl von Kreuzungen:

189

Gotthardbahn Suisse Occidentale und Simplon Nordostbahn .

.

.

Jura-Bern-Luzern-Bahn .

Schweizerische Centralbahn .

Vereinigte Schweizerbahnen

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

9.o °,'o . 7.i ,, . 5.2 ,, . 3.9 ,, . 1.2 ^ .0.4 ,,

6 Hauptbahnen

3.8 °/o

Das Ve r h ä 11 n i ß der K r e u z u n g s t y p e n , welche auf E n d e 1888 in den durchgehenden Hauptgeleisen der Hauptbahnen vorhanden sind, beträgt in Prozenten der gesammten Zahl der in diesen Geleisen überhaupt vorhandenen Zahl von Kreuzungen : Neue kräftige Typen.

Vereinigte Schweizerbahnen .

Jura-Bern-Luzern-Bahn .

.

Suisse Occidentale und Simplem Schweizerische Centralbahn .

Gotthardbahn .

.

.

Nordostbahn .

.

.

.

100 97 96 93.6 68.2 62.2

°/o ,, ,, ,, ,, _

Frühere Ganz alte Typen, schwache Typen.

-- 3.o % 4.o ,, I.B ,, 31.s ,, 37.8 ,,

-- -- -- 4.9% -- --

6 Hauptbahnen 81.8°/o 17.2 °/o l.o °,'o Die Zahl der Wei c h en si g n al e ist, infolge der wiederholten Aufforderungen der Aufsichtsorgane, auf mehreren Stationen vermehrt worden, so bei 74 Weichen, in 29 Stationen, der Vereinigten Schweizerbahnen; bei 11 Weichen, in 4 Stationen, der Centralbahn; bei 2 Weichen in Schindellegi.

Da es immer noch Stationen gibt, wo die Zahl der Woichensignale eine ungenügende ist, infolge dessen hin und wieder Unfälle vorkommen, so sind die Bahnvenvaltungen eingeladen worden, alle von Zügen zu befahrenden Weichen der Hauptgeldse etc. mit Signalen zu versehen und diese bei Dunkelheit zu beleuchten.

Die Zahl der S t a t i o n s d e c k u n g s s i g n a l e hat sich vermehrt um 15 Stück bei der Cenlralbahn, 10 Stück bei der Jimibahu.

Spezielle Deckungssignale \vurdeu errichtet zur Deckung der Kreuzung zweier Bahnen bei Territet (^elektrische Straßenbahn und Hauptbahn Lausanne-Brig), zur Deckung einer Geleisa hzweigun»zur Kalkfabrik auf Pont-Vallorbes.

Mehrere Deckungssignale befinden sich auf der Strecke KodiFaido zürn Abschluß der Bahnstrecken, auf welchen die EnveittTunt!; des Bahnkörpers für das zweite Geleise im Gange ist.

190

Auf Linien mit Schnellzligen ist die Erstellung von DeckungsMgualen als rückständi»; notirt bei 5 Punkten der Suisse Occidentale und Siiiiploubaliu und bei 21 Punkten der Vereinigten Si-hwmorbahnun. Aul' anderen Linien werden solche als wünsphbar bezeichnet.

Weitere Einrichtungen zur speziellen Ko u t r o l i r u u g der jeweiligen S t e l l u n g d e r D e c k u n g s s i g n a l e sind in mehrern Stationen der Suisse Occidentale und Simploubahn und auch bei der Jura-Beru-Luzeru-Bahn, Central bahn und Nordostbahn getroffen worden und weitere noch geplant, /umal bei der Ceutralbahn.

Von Stationen, welche im Jahr 1888 mit V e r r i e g e l u n g d e r W e i c h e n und S i g n a l e versehen worden sind, notiren wir: 5 Stationen der Centralbahn, 4 Vereinigten Schweizerbahnen, w n 4 ,, ,, Suisse Occidentale und Simplonbahn, 3 ,, ,, Gotthardbahn, und 2 j, von Genève-La Plaine.

Auf der Centralbahn sind nunmehr mit Riegelungen versehen: 56 °/o der eigenen Stationen, nämlich : 50 °/o der Balmhöfe und Bifurkationen, 92 ° o der Zwisehenstationen einspuriger Hauptlinien, und a war : bis auf 5 Ausnahmen alle Zwischenstationen Olten-Luzern, Herzogonbuchsee-Beru, Lenzburg-Rothkreuz und Olten-Biel.

Riegelungsbedürftig sind : 9 Stationen und Bahuböfe der Gotthardbahn und zahlreiche Stationen der Jura-Bern-Luzcrn-Bahn, der Vereinigten Schweizerbahnen, der Suisse Occidentale und Simplonbahn und der Nordostbahn.

Betreffend die schon früher erwähnten D r u c k s c h i e n e n , als Mittel gegen das uu/eitige Umstellen von Weichen, sind einige Versuche zu verzeichnen.

Neue bewegliche V o r s i g n a l e hat die Centralbahn bei 3 Stationen erstellt, die Jurabahn bei einer Station.

Neue e l e k t r i s c h e R a n g i r s i g u a l e sind in Chiasso in Betrieb gesetzt worden.

Neue Linien von G l o c k e n s i g n a l e n wurden im llerichtjtibr erstellt: Pratteln-Läufelfingen 22.5 krn.

Olten-Aarburg .

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. 4,4 ,,

lili Lausanne-Villeneuve .

Lausanne-Conversion .

Cheyres-Estavayer .

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Delémont-Glovelier .

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Buchs-Savgans .

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·Rorschac.h-St. Margaretheu

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29,3 k m .

4 , 0 , , 5 , 4 , , 11,8 ,.

15,« r . 12,2 ,,

Zur Ausführung resp. Vollendung im Jahr 1889 sind namentlich folgende Linien von Glockensignalen geplant: Wylerfeld-Thörishaus (Sensebrücke.), Ölten-Aarau, Läufeltingen-Olten, Biel-Neuensta,dt, Conversiou-Palezieux, Schmitten-Thörishaus, Renens-Daillens, Auveruier-Noiraigue, Anvernier-St. Biaise.

Winterthuv-Oberwinterthur.

Naeh Ausführung dieser Linien werden immerhin noch zahlreiche Strecken fehlen, bis alle Schuellzuglinien mit Glodtensignalen versehen sind. Mit Beförderung sollten namentlich bei den wichtigsten Bahnknotenpunkteu, zwischen diesen und den Nachbarstationen der einmündenden Linien, Signalgloeken aufgestellt werden.

Olten-Bern, Aarburg-Fluhmühle, Wylerfeld-Gümligen und Reuchenette-Delemont sind zur Ausführung bis 1890 vorgesehen.

Außer den Signalglocken beslehen bekanutlieh T e l e p li o n V e r b i n d u n g e n zu den Wärterposten auf Strecken der ,lurabahn, der Vereinigten Schweizerbahnen und der (Tottliardlmhu.

Eine ähnliehe Telephoneinrichtung ist auch auf Sissaeh-Liini'elh'ngen erstellt worden, jedoch mit separatem Draht.

Auf der Gotthardbahn sind, im Hinblick auf Lawineiifälle oder sonstige Obstruktion der Linie durch Schnee, besondere Kabelleitungen auf Gurtnellen-Wassen und Ambri-Rodi gelegt worden.

·/Air Korrespondenz im Falle von Störungen in der Leitung des gewöhnlichen Bahntelegraphen. Auf diesen zwei Strecken sind je zwei intermediäre Wärterposten mit Telephonapnaraleu an dir Kabelleitung angeschlossen.

Mit den schon erwähnten Deckungssignalen liei den Bauplätzen für das zweite Geleise der Gotthardbahn auf Rodi-Faido sind ferner Telephoueinrichtungen verbunden. Sechs Wärterposten, von welchen die Deckungssiguale abhängen, stehen in telephonischer Verbindung

192 mit einer zentralen Station bei Monte piottino, welche (.Biographisch mit den Stationen Rodi und Faido korrespondirt, um die Bahnzüge rechtzeitig avisiren zu können, ob in der Bahnstrecke das Geleise frei ist oder nicht.

Auf der Uetlibergbahn ist die Anwendung 1 des Telephons .im Betriebsdienst (statt des bisher benutzten Telegraphen) gestattet und ein bezügliches Reglement genehmigt worden.

Zur Regelung der Verhältnisse zwischen den eidg. Telephonanlagen und den Eisenbahnen erließ der Bundesrath unterm 17. Januar 1888 eine Verordnung, wonach die eidg. Telegraphenverwaltuug' berechtigt ist, unbeschadet des Bahnbetriebs, längs der Bahnen Telephonlinien oder Drähte zu legen.

In Sachen d e r L e g u n g v o n K a b e l n f ü r d e n B a h u u n c l S t a a t s t e l e g r a p h e u a u f d e r Bergstrecke der G o t t h a r d b a h n , im Intfresse der ungehinderten Korrespondenz in /eilen von großen Schneefälleu und Lawinen, haben im Berichtjahr noch keine Aiisführungsarbeiteu stattgefunden.

Nach den Erhebungen des technischen Inspektomts sollten, Kur Sicherung des Telographeodienstes auf der Bergstrecke der Gotthardbahn, außer der schon bestehenden zirka 20 km. langen Kabelleitung (inkl. großer Gotthardtuniiel), noch zirka 44,5 km.

Kabelleitung gelegt werden, und zwar: a. mit selbstständigem, abgekürztem Trace, bei Kehrtunneln etc.

zirka .

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i),s k m .

b. Strecken längs der Bahn, welche schon vor der Vollendung des zweiten Geleises gelegt werden können .

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. 13,o ,, c. Strecken längs der Bahn, welche erst successive mit Vollendung des zweiten Geleises gelegt werden können .

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. 28,3 ,, Total

44,5 km.

Davon werden bezeichnet : als dringend, d. h. spätestens bis 1890 zu legen . 20,5 km.

in zweiter Linie, resp. bis 1892 zu legen .

.13,3 ,, und bis zur gänzlichen Vollendung des zweiten Geleises, resp. 1896 lü, 7 ,, Toi al

44,5 km.

193t Ein neuer Bahntelegraphendraht Bern-Herzogeubuchsee ist im Jahr 1888 für dienstliche Korrespondenzen der Hauptstationen unter sich gelegt worden. Es ist Aussicht vorhanden, daß im laufenden Jahre die Lücken geschlossen werden, welche in der Fortsetzung dieser direkten Linie bis Zürich noch bestehen.

Zugleinen oder Z u g s i g n a l e wurden eingeführt bei einem Zug von Wädensweil-Einsiedeln (elektrische Zugleine), bei allen Zügen der Uetlibergbahn und der Vitznau-Rigibahn, bei einem Theil der Züge auf der Thalbahn Arth am See-Arth-Goldau.

Die itti Berichtjahr beschafften zehn neuen Personenwagen der Gotthardbahu sind mit besondern Nothsignalapparateu verschon, welche mit der Luftbremse in Verbindung stehen.

Betreffend d i e M e c h a n i s m e n u n d b e s o n d e r n B e s t a n d t h e i l e v o n S p e z i a l b a h n e n s e i hier erwähnt die im Jahr 1888 erfolgte Auswechslung des Kabels der Seilbahn in Lugano, nach 640 'üieusttagen, und desjenigen der Seilbahn Marzili-Bern, nach 1221 Diensttagen. Die Verwaltungen der Seilbahnen am Gießbach, atn Gütsch, in Bern, Lugano, Biel-Magglingen und Bürgenstock, welche auf Ende 1888 keine Reservekabel besaßen, sind eingeladen worden, solche zu beschaffen.

I S D r a h t s e i l p r o b e n sind in der eidg. Festigkeilsanstalt.

auf hierseitige Anordnung, im Beisein unserer Koutrolirigenieure, vorgenommen worden, und zwar je zwei Proben mit neuen Drahtseilen für Lausanne-Ouchy, Marzili-Bern , Lugano-Baliuhof und Zürichbergbahn; ferner je zwei Proben mit ausrangirten Seilen der drei erstgenannten Bahnen und der Bürgensf.ockbahn.

7 Z a h n s t a n g e n p r o b e n haben stattgefunden mit Material der Vitznau-Rigi-Bahn und der Straßenbahn St. Gallon-Gais, ebenso eine Anzahl von Zerreißproben mit Zahnstangeneisen der Brüuigbahu.

Auf der Bürgenstockbahn wurde die Betriebseröffnuug, unter Anwendung eines von den Erbauern in ihrem Konzessiousgesuch und in ihrem Bauprojekt für die Seilbahn am Monte San Salvatore geplanten Systems, gestattet, wobei in der Mitte der Bahn ein Umsteigen der Reisenden stattfinden muß, wie bei der letztgenannten Seilbahn.

Es wurden im Jahr 1888 29 neue G e l e i s e w a a g e n erstellt: 16 bei der Suisse Occidentale und Simplonbahn, 7 bei der Centraibahn, 3 bei der Emmenthal bahn, 2 bei der Gotthardbahu und l bei den Vereinigten Schweizerbahnen. Eine ziemliche Aux.ahl Slationen sind noch mit solchen Brückenwaagen zu versehen.

Neue L a d e k r a n n en erhielten Rothkreuz, Alt-Soluthuru.

Burgdorf (Ersatz),

194

Weitere Erahnen sind unter Auderm nüthig in Genf, Auvernier, Schmitieu-

Bahnabschluß.

Ergänzungen der B a h n e i n f r i e d u n g haben auf dun meisten Bahnen stattgefunden, z. B. Über 10 km. Einfriedung auf der Centralbalm.

Unter den H a u p t b a h n e n ist die Einfriedung am unvollständigsten bei der Nordostbahu und den Vereinigten Schwei/.erbahnen.

Eine Anzahl von Niveauübergängen der Linie St-Muurice-Brig ist trotz wiederholter Reklamationen in den Kontrolberichten noch o h n e B a r r i e r e n.

In der Art d e r B a r r i e r e n sind bei mehrern Bahnen Verbesserungen zu verzeichnen, indem ältere Konstruktionen durch stärkere, zweckmäßigere Barrieren ersetzt werden, z. B. hölzerne Barrieren durch eiserne. Als eine wesentliche Verbesserung sind zu notiren die gekuppelten Handschlagbarrieren, welche, in einem Akt, boidseitig der Bahn sich gleichzeitig bewegen, ohne daß der Wärter das Geleise überschreiten muß.

Auf der Cenlralbahn z. B. sind im Berichtjahr 16 solcher Barriereupaare mit eisernen Schlagbäumen erstellt worden; ebenso erhielten 11 Querwege eiserne Sc.hltigbäutne in Ersetzung der hölzernen.

Die K e t t e n bar r i e r e n sind auf der Suisse Occidentale und Simplonlmhn größtentheils durch solidere Barrieren ersetzt worden.

Die gänzliche Ausmerzung der so oft gerügten Ketlenbarriercn hat noch nioht stattgefunden.

Betreffend V e r d i c h t u n g der B a r r i e r e n fi il gol sind auf fast allen Bahnen bedeutende Rückstände zu verzeichnen.

D r e h k r e u z e oder sonstige Abschlüsse zur Abhaltung des Viehes bei Fu ß w egü b e r g a n g e n sind vielfach vorhanden oder, infolge der Reklamationen des Eisenbahndepartements, geplant. Sie fehlen noch bei einer großen Zahl von Uebergängen, wie die gemachten besondern Erhebungen zeigen :

I s o l i r t e Que r F u ß w e g e mit ohne im Ganzen. Drehkreuzen Drehkreuze etc.

etc.

Gotthardbahn 66 Jura Bern-Luzern-Bahn . . .

101 Vereinigte Schweizerbahnen . 8 8 Centralbahn 92 Suisse Occidentale und Simplonbihn 245 Nordostbahn 352

17 51 9 --

49 50 79 92

113 --

132 352

Vielerorts sind auch neben den Barrieren von Bahnübergängen besondere Passagen für Fußgänger gestattet, welche ebenfalls mit Drehkreuzen etc. versehen sein sollten. Bezügliche Erinnerungen sind erlassen worden.

W a r n g l o c k e n bei Zugbarrieren wurden auf vielen Punkten neu erstellt, fehlen aber noch manchenorts, wo sie nothwendig wären. Die Emmenthalbahn hat ihre sämmtlichen Zugbarrieren mit solchen Glocken versehen, welche eine Minute vor dem Schließen der Barrieren drei Mal in angemessenen Zwischenräumen geläutet werden.

Auch die gesetzlieh vorgeschriebenen W a r n t a f e l n mangelu noch vielfach.

In der B e l e u c h t u n g von Niveauübergängen sind im Berichtjahr nur wenige Verbesserungen notirt worden, wohl aber zahl'reiche Rückstände, namentlich bei der Suisse Occidentale und Simplonbahn.

Betreffend A b s c h a f f u n g von N i v e a u il b e r g a n g e n , beziehungsweise Unterführung von Straßen und Wegen, haben wir die bedeutende Unterführung der Sehaffhausen -Wülf'lingen-StralJe, inmitten dés Rahnhofes Winterthur als eine sehr wesentliche Verbesserung im Interesse der Verkehrssicherheit schon erwähnt. Ferner wurden ausgeführt: eine Wegunterführung bei der Bärau (LangnauTrubschachen) und ein Fußgängertunnel bei Territct.

Pläne wurden aufgestellt: für eine Unterführung der Hauptstraße und der elektrischen Straßenbahn in Territet; für die Abschaffung des Nivenuüberganges beim Aarbergerthor in Bern im Zusammenhang mit der Bahnhoferweiterung; für die Abschaffung von 6 Niveauübergängen zwischen dem Gotthardtnnnel und Faido; für einen Fußgängertunnel im Bahnhof Bern und desgleichen in O O O Burgdorf und Liestal ; für eine Passerelle in Wyl.

1% Rückständig ist noch die Ueber- oder Unterführung des Querweges bei Crosettes ; die Unterführung der Sperrstraße in Basel ; die Erstellung von Passerellen in Oerlikon und bei Neuchâtel (Neuchatel-Chambrelien).

Auf den Postulaten des Eisenbahndepartements steht noch eine Ueber- oder Unterführung in Renens. Auch muß die Unterführung der Langgasse mitten in den Geleiseanlagen des Bahnhofes Zürich als ein wirkliches Bedürfniß bezeichnet werden.

Bei der Fortsetzung der Wallenseestraße von Unterteilen bis Wallenstadt ist schließlich, nach Verhandlungen und Studien, welche durch mehrere Jahre sich hinzogen, auf Drängen der Bahndirektion selbst sowohl, als des Regierungsrathes von St. Gallen, eine der B projektirten Niveauquerungen der Bahn Weesen-Wallenstadt gestattet worden, während an den beiden ändern Punkten Ueberbrückungen der Bahn in Ausführung sind.

Aehnliche Schwierigkeiten und Vorstellungen der Kantonsregierung und der Bahnverwaltung verhinderten die Abschaffung des Niveauübergangs im Bahnhof Wyl. Dagegen wird dieser Uebergang wenigstens an das Ende des Bahnhofs verlegt und für den Fußgängerverkehr die schon erwähnte Passerelle erstellt.

Bahnbewachung.

In der B ah n b e w a eh u u g sind bezüglich Zahl der Wärterbegehungen wesentliche Neuerungen nicht zu verzeichnen.

Auf die permanente Bewachung gewisser Punkte und Strecken in coupirte Terrain, wo vor und bei jedem Zug die Bahn in entsprechender Weise überwacht werden muß, wurde wiederholt aufmerksam gemacht. Wo Dutzende und oft Hunderte von Heisenden in einem Bahnzug mit mehr oder weniger großer Fahrgeschwindigkeit transportirt werden, da haben diese Reisenden wohl Anspruch darauf, daß kurz vor dem Passiren ihres Zuges wenigstens ein Wärter nachschaue, ob auf der Bahn Alles in Ordnung ist, zumal auf Strecken, wo Steinfälle sehr leicht möglich sind und erfahrungsgemäß hin und wieder vorkommen, ohne daß man im Voraus wissen kann, wann sie eintreten. In Bezug auf die Zahl der Wärter begehungen läßt der Dienst auf der Suisse Occidentale und Simplonbahn immer noch zu wünschen übrig, indem die Direktion den wiederholten Aufforderungen des Departements betreffend Vermehrung der Bahnbegehungen nicht gehörig Rechnung trägt. Und doch

197

wird Jedermann zugeben, daß diese Bnhnbewacliung ungenügend ist, wenn z. B. im Winter der Wärter täglich nur 2 Mal (Summe der Märsche hin und her = 2) seine Strecke abschreitet, und zwar ein Mal in der Dunkelheit des Morgens und ein Bini in der Dunkelheit des Abends.

Auf der Gotthardbahn läßt der Dienst der Nachtwachen noch zu wünschen übrig, indem derselbe mit dem Dienst der Barrieren in einer für die rechtzeitige Aufstellung der Wärter bei gewissen Hauptfelspartien nachtheiligen Weise verquickt ist. Auch in dieser Hinsicht wäre die Abschaffung der Niveauquerwege der Kantonsstraße anläßlich des Baues des zweiten Geleises auf der Bergstrecke und mithin die gänzliche Ersparung der bezüglichen Barrierenbedienung sehr zu begrüßen.

Eine Vermehrung in der Zahl der W ä r t e r h ä u s e r hat auch im Berichtjahr stattgefunden : bei der Nordostbahn sind 12 in Bau gekommen oder vollendet, ,, den Vereinigten Schweizerbahnen 12 vollendet, ,, der Schweizerischen Centralbahn 4 ,, ,, ,, Jura-Bern-Luzern-Bahn l ,, auf Wädensweil-Einsiedeln l ,, ,, Pont-Vallorbes l ,, Weitere sehr nöthige Wärterhausbauten sind bei der Nordostbahn und den Vereinigten Schweizerbahnen geplant. Der Mangel von Wärterhäusern macht bei einer großen Zahl von Wärtern mit abgelegenen Wohnungen die Wohlthat der Ruhepausen illusorisch.

In der Größe der Wärterhäuser ist bei der Gotthardbahn eine Besserung eingetreten durch den Aufbau eines Obergeschosses bei 12 weitern Posten.

12 fernere Aufbauten sind für 1889 vorgesehen. Auch auf Winterthur-Schaffhausen will man die Wärterhäuser vergrößern.

Auf der Rückstandsliste figuriren zahlreiche sehr nothwendige Verbesserungen im Zustande der Wärterhäuser.

Den langjährigen Reklamationen des Eisenbahndepartements betreffend Beschaffung von gutem T r i n k w a s s e r zu allen W ä r t e r h ä u s e r n wird successive nachgekommen. Bezügliche Installationen im Jahre 1888 sind notirt bei der Suisse Occidentale und Simplonbahn (3), Centralbahn (2), den Vereinigten Schweizerbahuwi (1), Pont-Vallorbes.

Auf der Rückstandsliste fìguriren noch vereinzelte Posten bei verschiedenen Bahnen und 57 bei der Suisse Occidentale und Sim-

lilo plonbalm, darunter 11 auf Lausanne-Bern und 19 auf BouveretBrim.

Allgemeines und Verschiedenes.

M a t e r i a l p r o b e n haben, abgesehen von den Lereits erwähnten Proben mit Zahnstangeu und Drahtseilen, im Berichtjiihr, auf Anordnung der Balmverwaltungen, stattgefunden mit Schieneumaterial (295 Zerreißprohen, Sehlag- und Biegeproben), Sehwellf.nmaterial (105 lleißprobeu und 20 Fall- und Kiegeproben) mit Heftmittelii (5 Zerreißproben), mit Buudageusfahl (über 9 Reißprobeu), Aehsen (4 Reißproben), Kesselblech (10 Reißpvuben). Diese Proben vertheileu sieh auf alle Ilauptbahneti und einige kleinere Bahnen.

Anläßlich der Bauarbeiten für das zweite Geleise der Gotthardbahu sind von der Regierung des Kantons Tcssin sowohl als von der Bahndirektion die Verordnungen und Réglemente über Transport, Lngerun» 1 und Behandlung von S p r e n g s t o f f e n erneut'i-t.

worden.

An R e t t u n g s i n i t t e l n zur Hülfe hu; Unfällen resp. Verletzungen ist im Jahr 1888 ein hudo.iiteudes Material besehafft worden, wie Verbaudkisten, Tragbahren ete. Die1 ineisten Hauptbühnen besitzen nunmehr solchen Material auf einer großen Zahl von Stationen. Die kleinen Bahnen haben auch verschiedene Einrichtungen getroffen. Einige Bahnen führen die Vcrhandkisten in allen ZiUgen mit, so die Gofthardbahn hei Schnell- uud Personenx.ügei).

die Bödcübahn, die Knitnenthalhahi), d'i; beethalbahn, LausauiieEchallens, Waldenburgerbahn, ßirsigthalbahn.

Mit Rettungsniitteln auf Slatioueu sind am besten versehen dio Grotthardbahn, «'eiche aueh bei 80 Wärlerposten Verbandkisteu deponirt hat, (iie Suisse üoeideutale uud Simplonbaliu. Die Nordostbahn hat erst neues Material bestellt.

Instruktionen über den Gebrauch der Rettungsnvittel ete. bestehen und sind dem Personal vertheilt bei allen Hauptbahnen und bei einem großen Theil der Nebenbahnen. Zahlreiche Bahnvervvaltungen haben überdies ihrem Personal praktische Kurse im Kettungswesen ertheilen lassen.

Die k o n t r a d i k t o r i s e h e L ä n g e n in e s s u n g ist für fünf neue Linien erfolgt:

199

Therwyl-Flühen 5.691 km.

AIpnachstad-Brienz .

.

.

.

.

. 44.587 ,, Genève (Eaux-vives), franz. Grenze .

.

.

3.992 ,, (die Betriebslänge Grenze-Bahnhof Annemasse beträgt 2.002 km.)

Seilbahn a m Burgenstock .

.

.

.

.

0.827 ,, Seilbahn Biel-Magglingen .

.

.

.

.

1.625 ,, Die d e f i n i t i v e n K a t a s t e r p l ä n e sind im Berichtjahr von folgenden Bahnen eingegangen : Pont-Vallorbcs, St-Sulpice-La Doux, Urnäsch-Appenzell, BasolTherwyl, Biel-Magglingeu.

Rückständig ist die Einlieferung dieser Pläne für nachstehende Bahnlinien : Bouverot - St-Giugolph , Reuan - Chaux-de-Fonds , FiMuenfoldWyl, Brienz-Alpnachstad, Genève-Ve-yrier, Bürgenstockbahn, Therwyl-Flüheu, Genève (Eaux-vives)-Grenze, Vevey-Chillon.

Durch das Entgegenkommen der Centralbahnverwaltuug ist, das P r ä z i s i o n s n i v e l l e m e n t der Stationen dieser Bahn und anderer wichtiger Funkte der betreffenden Linien wesentlich gefördert und bia auf die Linie Herzogenbuchsee-Bifl vollendet worden, wobei in offener Linie 27 Fixpunkte und auf Stationen ;î(î Hauptfixpunkte und 4l sekundäre Punkte an das eidg. Prilx.isionsnivelloment geseliiossen wurden.

Diese Arbeit wird unter Leitung des eidgen. topographischen Bureaus, im Benehmen mit der eidg. geodätischen Kommission, mit der Bahnverwalunrj; und mit dem Eiseubalmdepartcmeut, ausgeführt. Für das laufende Jnhr ist die Fortsetzung des Präzisionsnivellements, und /war auf dem Netz der Jurabahn, in Aussicht genommen.

In Bezug auf das R a u m p r o f i l oder Profil des lichten liuumes sind im Berichtjahr manche Erweiterungen erfolgt. So wurden auf der Seethalbahn von 72 bestehenden Verengerungen (meist Bäume und Gartenmauern betreffend) 24 gehoben ; die übrigen sollen größtentheils ebenfalls noch beseitigt werden. Auf den Genfer Trambahnen wurden 19 Kandelaber, welche dem Geleise y,u nahe standen, aus Anlaß eines dasellst stattgefundeuen Unfalles, verset/.t.

Selbst an Stellen, wo das vorgeschriebene Raumprofil vorhanden ist, kommen hie und da Unfälle vor, wenn das Personal sich auf der Fahrt unvorsichtiger Weise allzu weit hinausbeugt. In dieser Hinsieht sind plötzlich auftretende und unerwartete Rainnheschränkungen, wie Stangen, Pfosten, Telegraphenstangen, Gradientenzeiger etc., gefährlicher als größere, dem Personal meist gut bekannte

200

Objekte, wie Tunnel, Mauern etc., Die Bahnen wurden daher eingeladen, diesen Punkten besondere Aufmerksamkeit zu schenken, und es hat hierauf der schweizerische Bahnverband beschlossen, es sollen auf offener Bahn ,,die Stangen und Pfosten anläßlich deren Erneuerung, soweit möglich, auf circa 2.50 m. von der Buhnaxe versetzt werden (sonst sind feste Bahnubjekte bis auf 2.0 m. von <ier Bahnaxe zuläßig), in der Meinung jedoch, daß dies Maß nicht für alle Fälle bindend sein soll.

Auf den Stationen, wo Stangen, Laternenstöcke, Mauerkronen etc.

zwischen die Gleise zu stehen kommen, muß dagegen am angenommenen Lichtraumprofil festgehalten werden.* Erweiterungen des Raumprofils sind noch bei vielen Bahnen rückständig.

Das Memorial des Eisenbahn d é p a r t e m e n t s ü b e r den Bau der G o t t h a r d b a h n , welches im letztjährigeu Geschäftsbericht näher beschrieben ist, erschien im Frühjahr 1888.

Die Gotthardbahndirektion ist eingeladen worden, über den Fortschritt der Bauarbeiten für das zweite Geleise Erstfeld-Biasca vierteljährlich Bericht zu erstatten.

Die o f f i z i e l l e B i s e n b a h n k a r t e (l : 500000) ist in ihrer neuen Ausführung zum ersten Mal 1888 erschienen und wird durch Vermittlung des topographischen Bureaus im Detail verkauf zu 75 Rp.

per Exemplar abgegeben.

Rollmaterial.

An L o k o m o t i v e n wurde im Jahre 1888 die nachfolgende Anzahl a u s r a u g i r t, r e s p. n e u b e s c h a f f t : N o rmalbahuen : Ausrangirt. Beschafft. Zuwachs. Ahn ahme.

Jura-Berii-Luzern-Bahn .

4 4 entralbahn .

.

.

4 4 Suisse Occidentale und Simplonbahn .

.

2 2 Nordostbahn .

.

.

2 -- Total der Hauptbahnen .

12 10 Schmal- und Spezialbahnen:




-- 2 2

Ausrangirt. Beschafft. Zuwachs. Abnahme.

Brüuigbahn .

.

.

Birsigthalbahn .

.

.

Lausanue-Echalleus .

.

Gesammttotal


10 l l 12

10 :1 l 12


201

Es stellt sich der schweizerische L o k o m o t i v p a r k pro Ende 1888 auf: A . Schnellzugslokomotiven .

.

.

. 1 4 8 Stück B. Personenzugslokomotiven .

.

. 159 ,, C. Güterzugslokomotiven .

.

.

. 137 ,, D. Bergbahnlokomotiven .

.

.

55 ,, E. Nebenbahnlokomotiven .

.

.

85 ,, F. Rangirlokomotiven .

.

.

.

. 21 ,, Total der Normalbahnen 605 Stück G. Schmalbahn- und Tramwaylokomotiven .

H. Zalmradbahnlokomotiven .

.

Gresammltotal

37 23

,, _

665 Stück

Für eine größere Anzahl weiterer L o k o m o t i v h e s t e l l u n g e n sind die Pläne bereits genehmigt und die Maschinen zum größten Theil (61 Stück) bei der Schweiz. Lokomotivfabrik in Winterthur in Bestellung gegeben. Der Ablieferungstermin dieser Maschinen zieht sich zum Theil in das Jahr 1890 hinaus. Einige sind für noch nicht eröffnete Linien bestimmt.

Ueber die L e i s t u n g e n der L o k o m o t i v e n der Hauptbahnen orientiren folgende Zahlen : Kilometrische Leistungen.

Im Mittel 1887 1888

Centralbahn .

.

.

.34800 Jura-Bern-Luzern-Bahn .

. 29500 Nordostbahn .

.

.

. 3 1 ÜOO Vereinigte Schweizerbahnen . 29 600 Suisse occidentale und Simplonbahn 32500 Gotthardbahn .

.

.

. 31 300 Mittel

31 200

Im Maximum 1887 1888

36818 56484 69312 35612 49263 49271 34176 55 408 56 954 33189 52 889 51 538 33183 60959 60275 32 890 56 727 56 040 34 300

60 959

69 312

Das prozentuale V e r h ä l t n i ß der zur Dienstabwickluug nöthigen M a s c h i n e n zu den ü b e r h a u p t v o r h a n d e n e u Maschinen war zu Anfang des Winterdienstes bei den Hauptbahnen folgendes : Bundesblatt. 41. Jahrg. Bd. II.

14

202

Im Dienst.

Suisse occidentale und Simplonbahn .

.

.

.

Vereinigte Schweizerbahnen .

Central bahn .

.

.

.

Gotthardbahn .

.

.

Nordostbahn .

.

.

Jura-Bern-Luzern-Bahu .

.

Mittel

59,5 68,7 69,o 70,e 74,s 80,e

Disponibel. In Eeparatur.

% ,, ,, ,, ,, ,,

19,9 % 21,8 ,, 20,o ,, 4,7 ,, 16,i ,, 3,a ,,

20,» °/o 9,5 ,, ll,o ,, 24,7 ,, 9,i ,, 16,i ,,

70,! %

15,o %

14,9 °,'o

Der m i t t l e r e Bestand des schweizerischen Lokomotivparkn ist ein nürmalev, dagegen ist bei der Gotlhardbalm und der JumBern-Lunern-Bahn die Zahl der disponibeln Maschinen ungeuügend, es ist jedoch Abhülfe bei beiden Bahnen vorgesehen.

Von Verbesserungen am Lokomotivpark können erwähnt werden : Ein unruhig gehender Maschinentyp der Westbahnen (B3T) wird durch Aenderung der Kuppelung zwischen Maschine und Tender verbessert.

Ein erster Versuch zur Einführung der V e r b u n d W i r k u n g (CompoundwirkuQg) bei einer Güterzugsmaschine der Suisse Occidentale und Simplonbahn, nach System Mallet, hat befriedigende Resultate ergeben.

Auch bei andern Bahnen sind derartige Maschinen in Ausführung begriffen.

Die T i e f e r s tini m u n g der L o k o m o t i v p f e i t ' e n ist bis auf einen Theil der Jurabahnlokotnotiven durchgeführt.

Die Suisse Occidentale und Simplonbahn hat an weitern Maschinen einen z w e i t e n I n j e k t o r angebracht, so daß nur noch 16 Lokomotiven mit dieser Maßregel im Rückstand sind.

Andere gelegentlich angeregte Verbesserungen und Schutzmaiiregeln fanden nur in geringem Maße Berücksichtigung. Wir erwähnen hier: Abschlüsse der seitlichen Oeffnungen an den F ü h r e r s t ä n d e n , Schalldämpfer an den S c h l a r n m h a h n e n und L u f t p u m p e n , schaufelartige S c h i e n e n r ä u m e r statt der .gewöhnlichen vertikalen Stäbe.

Bei Genehmigung der Pläne für neue Maschinen wird an die Berücksichtigung obenerwähnter Verbesserungen erinnert.

Es dtlrfte im Allgemeinen der S i c h e r h e i t und dem W o h l b e f i n d e n des P e r s o n a l s beim Entwerfen neuer Maschinen mehr Rechnung getragen werden.

203 Im P e r s o n e n w a g e n p a r k haben im Jahre 1888 folgende, i n W a g e n a c h s e n ausgedrückte M u t a t i o n e n stattgefunden: Ansrangirt. Beschafft. Zuwachs. Abnahme.

Normalbahnen: Gotthardbahn .

.

.

-- 16 16 -- Suisse Occidentale und Simplonbahn 30 30 -- Centi-albahn .

.

.

22 22 -- -- Nordostbahn .

.

.

16 -- -- l (i Total

68

68

16

16

.

.


96 24 8 4 4 4

96 24 8 4 4 4


Total

--

140

140

--

Gesarnmttotal

68

208

156

16

Schmal- und Spezialbahnen : Brünigbahn .

Vevey-Chillon Birsigthalbahn .

Genève- Veyrier Bürgenstoekbahn Zürichbergbahn

.

.

.

.

.

.

.

Bis Ende 1888 sind außerdem 86 Personenwagen mit 195 Achsen bestellt worden.

S t a n d d e r P e r s o n e n w a g e n a u f E n d e 1888.

Achsen.

Sitzplätze.

Klasse.

Serie.

Normal- Sonstige Normal- Sonstige Bahnen. Bahneu. Bahnen. Bahnen.

A I. Klasse 350 34 294 3886 AB I. u. II. Klasse 882 42 526 12 269 ABC L, II. u. III. Klasse 12 296 B II. Klasse .

614 165 10197 2655 BC II. u. III. Klasse .

557 64 10242 748 C III. Klasse .

1965 42058 2842 291 D Krankenwagen .

16 57 -- -- Total 4396 596 79005 7065 4992

86 070

204 Die S i t z p l ä t z e vertheilen sich auf die verschiedeneu Klassen wie folgt : Sonstige NormalBahnen.

Total.

bahnen.

490 6980 6490 I. Klasse 3220 26617 23397 3355 52 463 49118

H", ; : : : Total wie oben

79005

7065

86 070

Von den W a g e n der Suisse Occidentale und Simplonbahn sind noch 186 o h n e M i t t e l g a n g .

Da der Ersatz dieser Wagen bis spätestens anno 1900 durchzuführen ist, so sollte auf größere Bestellungen als bisher von der Bahn Bedacht genommen werden, worauf dieselbe aufmerksam gemacht wurde.

Auch dieses Jahr wurden wieder eine Anzahl Personenwagen III. Klasse für den Transport von verwundeten Militärs durch Erweiterung der Thüren eingerichtet: Nordostbahn 15 Stück Gotthardbahn 17 ,, Jura-Bern-Luzern-Bahn .

.

9 ,, Centralbahn .

.

.

.

. 6 ,, Suisse-Occidentale und Simplonbahn 4 ,, Vereinigte Schweizerbahnen .

. 3 ,, Total

54 Stück.

Es sind nunmehr sämmtliche in Frage kommenden Wagen der öotthardbahn abgeändert.

Im Rückstande befinden sich: die Suiase-Occidentale und Simplonbahn mit l Wagen ,, Jura-Bern-Luzern-Bahn ,, 20 ,, ,, Centralbatm ,, 57 ,, ^ Vereinigten Schweizerbahnen ,, 80 ,, ,, Nordostbahn ,, 135 ,, Total

293 Wagen.

Mit der Anbringung bequemerer und geräumigerer G e p ä c k n e t z e wurde von einigen Bahnen, auch an ihrem bestehenden Material, vorgegangen.

205 Die Aenderung der S c h l ö s s e r der P e r s o n e n w a g e n , nach dem Typus der technischen Einheit, ist bis auf wenige Wagen durchgeführt.

Dem Bundesrathsbeschluß, betr. Anbringung von K l i n k e n an den T h u r e n der Personenwagen, haben die Vereinigten Schweizerbahnen bis zum Ablauf des gesetzten Termins keine Folge gegeben. Auch die Nordostbahn, die Jura-Bern-Luzern-Bahn und die Jura neuchâtelois sind mit einer kleinen Anzahl Wagen im Rückstand geblieben.

Die zu geringe Anzahl A b t h e i l u n g e n III. K l a s s e f ü r N i c h t r a u c h e r gab bei der Jura-Bern-Luzern-Bahu /ai einer Aussetzung Anlaß.

Die schon im verflossenen Jahre angeregte Anbringung der U e b e r t r i t t s g e l ä n d e r bei den altern Personenwagen ist noch nicht ganz durchgeführt. Die Nordostbalm, Centralbahn und Jura-Bern-Luzern-Bahn sind noch mit einer Anzahl Wagen im Rückstand.

In den G r e p ä c k w a g e n fanden folgende M u t a t i o n e n , in Achsen ausgedrückt, statt: Normal bahnen.

Sonstige Bahnen.

Abgang Neubesehaffung

26 Achsen 10 ,,

-- Achsen 18 ,,

Zuwachs

-- Achsen

18 Achsen.

Stand der Gepäckwagen pro Ende 1888 : Zweiachsige Wagen Dreiachsige ,, Vierachsige ,, Total

.

.

Normalbahneij.

Sonstige Bahnen.

642 Achsen -- ,, 48 .,

ii'2 Achstm 18 ,, -- .,

690 Achsen.

50 Achsen.

Die durch Bundesrathsbeschluß betreffend Polizeivorsohrit'tfii für den Viehtransport auf den schweizerischen Eisenbahnen vorn 12. März 1888 angeordnete Entfernung allfällig vorhandener, unter den Wagenboden angebrachter H u n d e k ä s t e n wurde in Angriff genommen und dürfte bis Ende 1889 durchgeführt .sein. Heute sind solche Kasten noch vorhanden an im Ganzen 88 Gepäckwagen. Von den Hauptbahnen haben nur die Vereinigten Si'hwei/erbahuen keine Aenderungen vorgenommen.

206

An eidgen. B a h n p o s t w a g e n wurden ausrangirt 4 Achsen neu beschafft 24 ,, { QA zweiachsige Wagen " ( 4 dreiachsige ,, Zuwachs 20 Achsen.

Stand der Bahnpostwagen pro Ende 1888 : Zweiachsige Wagen .

.

. 166 Achsen Dreiachsige Wagen .

.

90 Total

256 Achsen.

Davon sind mit Seitengang für Interkommunikation versehen: Zweiachsige Bahnpostwagen .

48 Achsen Dreiachsige 81 ,, fl Total

129 Achsen.

Ueberdies sind noch 12 oben schon mitgezählte Gepäckwagen mit Postabtheilung versehen, von denen 5 Wagen schmalspurig sind.

An G ü t e r w a g e n aller Art gab es im Jahre 1888 folgende Mutationen in Achsen ausgedrückt: Offene Wagen NormalSonstige bahnen.

Bahnen.

Abgang Neubeschaffung

22 68

-- 24

Zuwachs

46

24

Gedeckte "Wagen NormalSonstige bahnen.

Bahnen.

'

106 360

-- 30

254

30

Der totale Zuwachs beträgt demnach 354 Achsen.

Stand der Güterwagen Ende 1888 : Offene Wagen Achsen.

Gedeckte Wagen Achsen.

Total Achsen.

Normale Bahnen Sonstige Bahnen

.

.

9099 262

8702 106

17 801 368

üeborhaupt

.

9361

8808

18169

.

An G ü t e r W a g e n b e s t e l l u n g e n sind dem Departement zur Kenntniß gebracht worden: 140 Achsen offene Wagen und 208 Achsen geschlossene Wagen.

Die neubeschafften Wagen der Normalbahnen werden, soweit sie nicht speziellen Zwecken dienen, nach den von der maschinen-

207 technischen Kommission der schweizerischen Bahn Verwaltungen ausgearbeiteten e i n h e i t l i c h e n P l ä n e n gebaut.

Anläßlich eines Unfalles wurden die Bahnen eingeladen, die B r e m s p l a t t f o r m e n ihrer altern Guterwagen m i t f e s t e n A b s c h l ü s s e n zu versehen, soweit solche nicht schon vorhanden; Ketten haben sich als hiezu ungeeignet erwiesen.

Bei der Jura-Bern-Luzern-Bahn und der Gotthardbahn überwiegen die auf ihren Netzen gefahrenen Achskiloineter die Leistungen ihres eigenen Materials ganz bedeutend, was aus den nachfolgenden pro 1887 ermittelten Zahlen ersichtlich ist: Leistungen eigenen Materials auf eigenen u. fremden Bahnen Achskiloineter

Nordostbahn .

.

.

.

Suisse-Occidentale u. Simplonbahn Vereinigte Schweizerbahnen .

Centralbahn .

Jura-Bern-Luzern-Bahn Gottbardbahn , Total

Leistungen eigenen Verhältnin.H und fremden Materials auf nebenstehender Leistungen eigenen Bahnen Achakilometer

62 402 866

68 398 859

1 : 1,096

44 345 406 20870475 41 391 429 15 261 720 26 186 218

49552036 24 213 910 53640319 25630970 47 646 505

  1. 1,116 1 : 1,160 1 : 1,296 1: 1,680 1 : 1,820

210 458114

269 082 599

l : 1,278

Der Durchgangsverkehr gleicht nur circa 35 000 000 Achskilometer in obiger Differenz aus.

Die längst verlangten Angaben für eine A c h s s t a t i s t i k sind im Laufe des Jahres eingegangen, wenn auch fast durchweg nur unvollständig in Bezug auf Verwendung und Parcours der einzelnen Achsen.

Nach diesen Angaben bestand der A c h s p a r k der schweizerischen Hauptbahnen zu Ende des Berichtjahres aus: LoiomotivachBen TriebLaufTenderachsen achten achsen

Nordostbahn .

Suisse-Occidentale u. Simplem bann .

.

.

.

Centralbahn .

Vereinigte Schweizerbahnen Gotthardbahn Jura-Bern-Luzern-Bahn Total

.

.

.

.

378

Wagenacnsen

Total der Achsen

63

265

6685

7391

309

79

316 176 298 193

30 2 44 72

1670

290

246 198 102 126 56 993

5134 4297 2765 2404 2059 23344

5768 4841 3045 2872 2380 26297

2953 Von den Lokomotivtriebachsen sind 67 gekröpfte Achsen, für Maschinen mit innenliegenden Cylinderu.

208 Die A c h s e n d a t i r e n a u s d e n J a h r e n : 1871 1861 1860 bis bis und 1880.

1870.

früher.

929 Gotthardbahn 1974 35 Jura-Bern-Luzeru-Bahn 6390 367 Nordostbahn 2663 136 Vereinigte Schweizerbahnen 111 2632 286 Central bahn 123 Suisse-Occidentale u. Simplon3800 _604 bahn .

.

.

.

JL45 18388 T? 9 "Ï428 Total Es sind aus Eisen hergestellt: Lokomotivaclison TriebLaufToiideracbseu achseji aehuen

Gotthardbahn Nordostbahn .

.

.

.

Vereinigte Schweizerbahuen .

Jura-Bern-Luzern-Bâhn Centralbahn .

.

.

.

Suisse-Occidentale u. Simplonhahn Total

52 102 41

24

175 370

16 40

1881 bis 1888.

1943 371 634 135 1800

1219 "6Î02

'Wagenachsen

Total

59 56 162

120 1177 2760

2

2 231 1359 2963

166

2940 6999

3297 7852

443

853 l)ie Westbahnen haben nunmehr säinintliehe Eiseuaehseu aus den Jahren 1856--1860 stammend, von denen mehrere im Betrieb brachen, durch neue Stahlachsen ersetzt, soweit dieselben nicht unter Muterialtransportwagen Verwendung fanden.

Werkstäüendienst.

An U m - o d e r N e u b a u t e n von Werkstätten fallen außer den nunmehr zürn Theil bezogenen, neuen Werkstätten der üotthardbahu in Belleuz nur unwesentliche Verbesserungen in das abgelaufene Jahr.

D e r U n t e r h a l t d e s R o l l m a t e r i a t a i n d e n Werkstätten erfolgt im Allgemeinen in befriedigender Weise; doch wird noch immer nicht überall den Vorschriften nachgelebt, welche eine alljährliche Revision der Personenwagen verlangen, welche Revision auch nach einer Leistung von 40000 km. vorzunehmen ist. Auch weisen einzelne Bahnen zum Theil ganz beträchtliche kilometrisehe Leistungen von einer M a s c h i n e n r e v i s i o n zur andern auf, und doch scheint hier die Einhaltung gewisser Grenzen noch eher angezeigt als beim Wagenmaterial.

209

Den speziell für den Schnellzugsverkehr bestimmten Personenwagen sollte etwas mehr Sorgfalt im Unterhalt gewidmet werden, als dies bisher geschehen, hauptsächlich auch im Hinblick auf einen ruhigeren Gang dieses Materials.

Die Werkstätten sind noch mit den durch die internationale t e c h n i s c h e E i n h e i t und die Vorschriften üher Z o l l v e r s c h l u ß d e r G ü t e r w a g e n hervorgerufenen Aenderungen beschäftigt, doch gehen dieselben ihrer gänzlichen Durchführung entgegen. Bei der Grotthardbahn ist die Arbeit durchgeführt.

Die Auswechslung der vielen K u p p e l u n g e n unter 25 mm.

im Bügel dürfte noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bevor deren Stand auf das dem normalen Unterhalt Entsprechende zusammengeschmolzen.

Zu häufigen Besuchen der verschiedenen Werkstätten gaben die durch unsere Kontroiingenieure vorgenommenen innorn R e v i s i o n e n u u d P r e s s u n g e n d er K e s s e l Anlaß. Es mußten vo D unseren Abgeordneten in einzelnen Fällen weitergehende Reparaturen verlangt werden, als die ßabnverwaltungeu auszuführen beabsichtigten.

Wir lassen über die Revisionen und Pressungen die üblicheu Angaben bezüglich der Hauptbahnen folgen : Innere Kesselrevisionen im Jahr 1888.

Nordostbahn .

Gotthardbahu Centralbahn Jura-Bern-Luzern-Bahn . . . .

Suisse Occidentale u. Simplonbahn Vereinigte Schweizerbahnen . .

ö

Anzahl.

In °/o der Kessel.

37 19 16 8 14 5

2(5 22 Ili 13 12 8

Total 99 Rückständige Revisionen auf Ende Ì888.

Anzahl.

Gotthardbahn ° .

Vereinigte Schweizerbahnen Ceutralbahii Nordostbahu Suisse-Occidentale u. Simplonbahn Jura-Bern-Luzern-Bahn . . . .

0 ü 3 4 11 8

Total

26

24

In "/o der Kessul.

-- -- 3 (Ï 10 l'i

8

210 Periodische Druckproben im Jahr 1888.

Anzahl.

Vereinigte Schweizerbahnen Nordostbahn Gotthardbahn Jura-Bern-Luzern-Bahn . . . .

Centralbahn Suisse-Occidentale u. Simplonbahn

26 50 27 19 28 30

Total

180

In °/o der Kessel.

40 35 31 30 28 27 3T

Rückständige periodische Druckproben auf Ende 1888.

Anzahl.

In °/o der Kessel.

Vereinigte Schweizerbahnen . .

Nordostbahn Centralbahn Gotthardbahn Suisse-Occidentale u. Simplonbahn Jura-Bern-Luzern-Bahn . . . .

0 5 9 15 25 20

-- 4 9 18 23 32

Total

74

13

Außer den periodischen Druckproben wurden in der Schweiz.

Lokomotivfabrik in Winterthur und in den Werkstätten der resp.

Verwaltungen noch folgende n e u e L o k o m o t i v k e s s e l im Beisein eines Kontroiingenieurs geprüft : Für Nordostbahn 4 ,, Tößthalbahn 2 ,, Centralbahn 4 ,, Jura-Bern-Luzern-Bahn . . . . 6 ,, Langenthal-Fiuttwyl-Bahn · · 2 ,, Brünigbahn 7 ,, Pilatusbahn 3 ,, St. Gallen-Gais l ,, Ponts-Sagne-Chaux-de-Fonds . . 3 ,, Birsigthalbahu . l Total 33 Im Ausland (Mülhausen) wurden von den dortigen kompetenten Organen laut den eingereichten Protokollauszügeu für Suisse-Occidentale und Simplonbahn 5 und für Lausanne-Echallens l Lokomotivkessel der üblichen Druckprobe unterzogen.

211

B r ü c h e von A c h s e n u n d B'a n d a g e n sind im verflossenen Jahre auf den schweizerischen Bahnen in etwas geringerer Zahl als im Jahre 1887 vorgekommen, nämlich: Achsbrüche.

i?,v..

An Gepäck-

und Gütej:wageD.

An Lokomotiven.

liigibahn .

.

.

.

.

.

-- 2 Suisse-Occidentale und Simplonbahn .

l -- Fremde Bahnen .

.

.

.

3 -- Total ~~~4 2 Die sämmtlichen Triebachsen der Rigibahnen sind nunmehr in stärkerem Typ ersetzt.

Bandagenbruche.

Trttil

Eigentümerin.

Anzahl

Suisse-Occidentale und Simplonbahn Centralbahn .

.

.

Nordostbahn Gotthardbahn Jura-Bern-Luzern-ßahn Vereinigte Schweizerbahnen Eidgenössische Postverwaltung Schlafwagen Fremde Wagen .

Total

1 4 7 3 10 18 2 1 18 64

%

0,017 0,082 0,095 0,105 0,«äO 0,585 0,704

--

An An An GepäckLoko- Personen- und Gütermotiven.

wagen.

wagen.

1 -- -- 1 1 2 --

2 9 5 -- -- -- 18

a --

3 -- 1 -- 8

4 1 1 10 2

18 38

Die Zusammenstellung der B a n d a g e n b v u c h s t a t i s t i k aus den Jahren 1882 bis 1887 ergibt, daß während dieser 6 Jahre in der Schweiz 239 Bandagen gesprungen sind, während au schweizerischem Material 11 Reifenbrüche im Ausland vorkamen. Die Folgen der Brüche in der Schweiz waren 5 Entgleisungen unerheblicher Art.

Durch die bei den neuen Radreifen verwendeten Befestigungsarten, welche ein Abspringen der gebrocheneu Reifen von dem Rad verhindern sollen, durften die Entgleisungen infolge von Bandageiibrüchen noch mehr bintangehalten werden. Die Zahl der Radreifenbrüche in der Schweiz ist übrigens keine sehr hohe, da auf l 000 000 Achskilometer durchschnittlich per Jahr nur 0,11 Brüche entfallen, während z. B. die Statistik der Bahnen Deutschlands pro 1886 auf die gleiche Leistung deren 0,47 und im Jahre 1885 0,41 nachweist.

212

Zugkraftdienst.

An Verbesserungen in den Anlagen des Zugkraftdienstes der schweizerischen Bahnen notiren wir den Ausbau des M a s c h i n e n h a u s e s in C h i a s s o , sowie die Erstellung eines in allen Theilen befriedigenden Dienstgebäudes mit den nöthigen Bureaux, Schlaf-, Wasch- und Badezimmern daselbst.

Auch im Depot Erstfeld der Gotthardbahn wurde ein neues Badehaus mit Waschraum, Douschen u. s. w. bezogen und die Badeeinrichtungen in Biasea sind wesentlich verbessert worden.

In Bellinzona ist ein bezügliches Gebäude erstellt, jedoch noch nicht bezogen.

Es besitzen nunmehr die Gotthardbahn, Suisse-Occidentale und Sirnplonbahn und Jura-Bern-Luzern-Bahn in allen ihren größern Maschinenstationen B a d e e i n r i c h t u n g e n f ü r das Personal, während solche bei der Centralbahn, Nordostbahn und den Vereinigten Schweizerbahnen gänzlich fehlen.

Das neue Bureau- und Magazingebäude im Maschinendepot Delsberg ist unter Dach, jedoch noch nicht ausgebaut.

Die Depotanlagen der Brünigbahn in Meinngen haben sich als vollständig ungenügend erwiesen und müssen vergrößert werden.

Die wiederholt und eindringlich verlangte Errichtung einer M a s c h i n e n d e p o t s t a t i o n in Lausanne, in Verbindung mit der dringend nöthigen Vergrößerung der Lokomotivremise daselbst, ist noch rückständig.

Von den im letzten Geschäftsbericht erwähnten R e s e r v e d r e h s c h e i b e n wurde nur diejenige in Erstfeld erstellt und zugleich mit einer glücklichen Besserung der Zufahrtsverhältnisse zum Masehinendepot verbunden. Für die Bahnhöfe Biel, Delsberg und Chaux-de-fonds sind zweite Drehscheiben geplant.

Die W a s s e r s t a t i o n Delsberg, bei der wiederholte Störungen auftraten, wurde durch Anbringen eines Reservepulsorneters ergänzt und ferner die bemängelte Wasserstation in Pruotrut den Betriebsverhältuissen entsprechend ausgerüstet.

Für das Depot Biel wurde ein praktisch eingerichteter und gut ausgerüsteter H ü l f s w a g e n für Eisenbahnunfälle erstellt. Es ist nunmehr nur noch die Suisse Occidentale und Simplonbahn, welche keine solche Hülfswagen besitzt.

Ueber d i e B e a n s p r u c h u n g d e s M a s c h i n e n p e r s o n n l s berichten wir der Uebersiehtlichkeit halber an anderer Stelle. Wir

213

erwähnen hier nur, daß die Bahnen auch dieses Jahr wieder auf die dringende Wünschbarkeit einer Beschränkung der vielen auswärtigen Uebernachtungen und langandauernden Abwesenheit von zu Hause, aufmerksam gemacht wurden.

Der Vorstand des Maschinendienstes der Gotthardbahn spricht sich über den dort eingeführten mehrfachen Personalwechsel bei den einzelnen Maschinen befriedigt aus und hebt hauptsächlich die im Sinne der hierseitigen Anforderungen geschaffenen Erleichterungen hervor.

Zur Entlastung des Maschinenpersonals hat die Centralbahu Maschinenwechsel bei einzelnen Zügen und die Suisse-Occidentalo und Simplonbahn Ab l öser perso n ale eingeführt, wodurch es gelungen ist, sich mehr in den Schranken der als zuläßig erkannten Grenzen von 16 Stunden Präsenz- und 11 Stunden Arbeitszeit zu'halten.

Die Kon t r o i e der F a h r g e s c h w i n d i g k e i t hat im Jahre 1888 weitere Fortschritte gemacht, und ist der Stand bei den Hauptbahnen per Ende 1888 folgender: Anzahl.

Nordostbahn (in den Gepäckwagen) 62 Vereinigte Schweizerbahnen .

. 46 Gotthardbahn 35 Jura-Bern-Luzern-Bahn .

.

. 1 7 Suisse-Occidentale und Simplonbahn 16 Centralbahn 11 Total

187

PersoLzugs- Be6lma ^*Jng raaschinen.

'

-- 100,o 83,s 46,o 23,2 18,e

-- -- 2 15 12 2

--

31

Bei der Nordostbahn, den Vereinigten Schweizerbahneu und der Gotthardbahn werden nunmehr sämmtliche Schnell- und Personeuzüge kontrolirt, was auch bei der neu eröffneten Brünigbahn der Fall ist.

Von den Nebenbahnen haben außer den letztes Jahr erwähnten auch die Emmenthalbahn, die Appenzellerbahn und LausanneEchallens Versuche mit Geschwindigkeitsmessern aufgenommen.

Apparate sind bestellt: von der Suisse Occidentale und Simplonbahn 20 Stück ,, ,, Centralbahn .

20 ,, ,, ,, Jura-Bern-Luzern-Bahu 14 ^

214 Die Genève-Veyrier-Bahn und die elektrische Bahn VeveyChillon mußten wiederholt zu langsamerer vorsichtigerer Fahrt und Einführung einer Geschwindigkeitskontrole aufgefordert werden, doch ist bis heute noch nichts geschehen.

Als zunächst den Traktionsdienst berührend, erwähnen wir hier die Fortschritte, welche die Einführung der k o n t i n u i r l i c h e n B r e m s e n im Jahre 1888 auf den Schweiz. Hauptbahnen gemacht hat.

E s wurden m i t E i n r i c h t u n g e n f ü r k o n t i n u i r l i c h o B r e m s e n (Luftdruckbremsen) i m B e r i c h t j a h r v e r s e h e n : Maschi- Personen- Gepäck- Total deinen, wagen.

wagen.

Wagen.

Nordostbahn .

.

.

.

5 Suisse Occidentale u. SimplonBahn .

.

.

. 13 Schweiz. Ccntralbahn .

. 14 .Tura-Bern-Luzern-Bahn .

. 19 Vereinigte Schweizerbahnen . -- Gotthardbahn . ' .

.15 Total

66

40

9

49

25 17 20 -- 32

7 6 7 -- 10

32 23 27 -- 42

134

39

173

Die Gotthardbahn hat sicli nach erneuerten vergleichenden Versuchen im März des abgelaufenen Jahres zur definitiven Einführung: der Westinghouse-Bremse mit Doppelleitung entschlossen, und kursiren bereits sämmtliche Schnellzüge der Linie Basel-Chiasso mit dieser Bremse.

Aucli die Jura-Bern-Luzern-Bahn ist mit Ausrüstung ihres Materials mit Westinghouse-Bremsen (einfache Leitung) vorgegangen, nachdem ein Versuch im vergangenen Sommer bei den Saisonzügen der Linie Bern-Luzern günstig ausgefallen.

Von den 6 Hauptbahnen haben also 5 den Grundsatz der automatischen Luftdruckbremsen angenommen. Die Gesellschaft der Vereinigten Schweizerbahnen macht einzig noch eine Ausnahme mit ihren automatischen Federbremsen mit Dampftransmission.

Das Rollmaterial der Brünigbaha wurde durchwegs mit kontinuirlichen Bremsen (System Klose) ausgerüstet.

Stand der k o n t i n u i r l i e h e n Bremsen Ende in Prozenten des ganzen Parkes ausgedrückt:

1888,

215 Hauptbahnen.

Maschinen.

Personen e

Jura-Bern-Luzern-Bahn .

. 111,5 Suisse-Occidentale u. Simplonbahn 22.o · Central bahn .

.

.32,7 Gotthardbahn .

.

.

. 17,7 Nordostbahu .

.

.

.18,2 Vereinigte Schweizerbahnen . 95,i Total Normale Nebenbahnen.

Seethalbahn .

.

.

Emmenthalbahn .

.

Tößthalbahn .

.

.

Jura-Neuchâtelois .

.

Toggenburgei'bahn .

.

Wädensweil-Einsiedeln .

Regional-Val Travers .

Pont-Vallorbes .

.

.

Uetlibergbahi) .

.

.

Bödelibahn .

.

.

Kriens-Luzern-Bahn .

.

Tramways de Genève .

24,3 21,s 20,7 20,o ll,s 8.7

40,0

ÏT^i

26,i

. 100,o . -- . 100,o .

-- . -- . -- . -- . 100,o .

-- .

-- . -- . 20,o

84,o -- 40,o -- -- -- -- 100,o -- -- -- 1,9

100,0 -- -- -- -- -- -- --

16,9

25,i

Total

38,9 p

Schmalbahnen.

Maschinen.

Appenzellerbahn .

.

Frauenfeld-Wyl .

.

Lausanne-Bchallens .

.

Tramelan-Tavannes .

.

Birsigthalbahn .

.

.

Rigikaltbad-Scheidegg-Bahn Genf-Veyrier .

.

.

Waldenburgerbahn .

.

Brünigbahn .

.

.

o

.

.

.

.

.

.

.

.

.

100,o 100,o 25,o 100,o 100,o -- 100,o -- 100,o

n !^pn 6 ~

33,s 100,o -- 100,o 100,o -- 100,o -- 100,o

T o t a l T V 6 8 ^ Gesammt-Total

Baknpost-

und Gepäckwagen.

42,s 13,7 52,* 27,0 17,8 28,7

40,9

19,a

-- --.

--

B&hnpost-

und

Öepäckwagen.

75,o -- -- 100,o 100,o -- 10ü,o -- K)U,o

~68,3 27,7

216 Nur Leitung haben : 116 Personenwagen, 26 Gepäckwagen, 76 Güterwagen.

28 Bahnpostwagen, N a c h S y s t e m e n und in °/o ausgedrückt, vertheilen sich «die Brems-Apparate wie folgt: Maschinen.

Automatische Bremsen .

Nichtautomatische Bremsen

.

.

Die automatischen Bremsen sind: Luftbremsen .

.

.

.

Federbremsen mit Dampfleitung Friktionsbremsen mit Seilleitung Vacuumbremsen .

.

.

Total wie oben

Personen wa en<

un d

(Sckwagen.

26,i l,e

37,4 3,5

£ 18,4 1,4

18,o 10,o H,o 0,9

li,s 3,o 2,7 0,4

17,» 4,i 3.3 0,a

37,4

18,4

26,i

Das p r o z e n t u a l e V e r h ä l t n i s der Züge (Persouen/ugskilometer), welche dermalen, im Winterfahrplan 1888/89, auf den Hauptbahnen mit kontinuirlichen Bremsen geführt werden, ergibt sich aus folgenden Zahlen : Züge mit SchnellPersonenbeförderung.

züge.

Jura-Bern-Lnzern-Bahn .

.

.

66,5 68,7 Centralbahn 48,i 92,a Vereinigte Schweizerbahnen .

.

42,7 87,7 Gotthardbahn .

.

.

.

40,e 90,4 Nordostbahn .

.

.

.

25,e 48,e Suisse-Occidentale u. Simplonbahn 21,9 65,o Total

36,i

70,o

Dem Wunsche der Geschäftsprüfungskommissionen der beiden eidgenössischen Käthe, es möge der Bundesrath danach trachten, d a ß bessere Bei e u c h t u n g s - u n d B e h e i z u n g s e i n r i c h t u n g e n in den Schweiz. Eisenbahnen allgemein eingeführt werden, haben YVÌI in bezüglichen Kreisschreiben an die Bahnverwaltungen Ausdruck gegeben, mit der Einladung, uns vor Ende 1888 ihre Mittheilungen über die in Aussicht genommenen Verbesserungen zukommen xu lassen.

217 Es hat die G a s b e l e u c h t u n g eine nemieuswerthe weitere Verbreitung im abgelaufeneu Jahre nicht erfahren. Dagegen hat die Nordostbahn erste Versuche m i t e l e k t r i s c h e r W a g e u b e l e u c h t u n g vermittelst Akkumulatoren gemacht, welche in ermunternder Weise ausgefallen sind. Es wurden diese Versuche auf den regelmäßigen Betrieb mit einer Nachtzugkomposition der Linie Zürich-Genf ausgedehnt.

Die Suisse Occidentale und Simplonbahn, die Centralbahn, die Jura-Bern-Luzeru-Bahn und die Gotthardbahn haben Parai lei versuche aufgenommen.

Es bleibt zu hoffen, daß die Versuchsperiode sich nicht /.u lanue hinziehen möge, und gedenken wir in diesem Sinne vorläufig eine zuwartende Stellung einzunehmen.

Stand der B e l e u c h t u n g s e i n r i c h t u n g e u in % Personenwagen auf Bude 1888: 15,i % der Wagen mit Gasbeleuchtung, 56,9 ,, ,, ,, ,, Petrolbeleuchtung, 28,o ,, ,, ,, ,, Oellampen.

aller

Die D a m p f h e i z u n g hat einiges Terrain gewonnen und wurden eine Anzahl Züge der Centralbahn und Jura-Bern-Lu/.eru-Bahn damit versehen. Von den sämmtlichen Personeiizugskilometern der Hauptbahnen werden nunmehr, beim Winterfahrplan, 28,»°/o mit Dampf geheizt geführt.

Nur die Nordostbahn und Suisse Occidentale und Sitnplouhahn haben noch gar keine eigenen Züge mit Dampfheizung ; jedoch sind auch diese beiden Verwaltungen in der Sache schon vorgegangen und haben bereits bezügliche Bestellungen gemacht.

Die Winterwagen der neu eröffneten Brünigbahn werden mit Dumpf geheizt, welcher den Bremsleitungeu entnommen wird.

S t a n d der Hei z u n g s e i u r i c h t u n g e u in °,'o a l l e r Pers o n «n w a g e n: Ende 1887.

Ende 1888.

Wagen mit Dampfheizung .

.

.

8,7 13,o ,, ,, Luftheizung .

.

. 40,8 38,8 ,, ,, Ofenheizung .

.

. 20,7 19,i Zur Kontrole dur Heizung sind nunmehr in den heizbaren Wagen T h e r m o m e t e r angebracht.

Bundesblatt. 41. Jahrg. Bd. II.

15

218

B. Bahnbetrieb.

Tarifkontrole.

Die Erwartung, welcher in früheren Geschäftsberichten zu verschiedenen Malen Ausdruck gegeben war, daß die Vereinheitlichung des G ü t e r t a r i f w e s e n s von einer Verminderung der Tarifoperate gefolgt sein werde, hat sich als irrthUmlich erwiesen. Die wechselnden Bedürfnisse des Verkehrs, die Eröffnung neuer Linien oder auch blos neuer Stationen, die fortwährenden Aenderungen innert den internationalen Tarifverbänden, und Tarifumgestaltungen bei auswärtigen Bahnen, welche in irgend einer Konkurrenz- oder Vertragsstellung zu den schweizerischen Linien stehen, gestatten keine beschauliche Ruhe. Ebenso wenig sind wir in der Lage, den Anbruch jener Zeit ankündigen zu dürfen, wo die Tarife so einfach und durchsichtig gebildet wären, daß Jedermann mit Leichtigkeit darin sich zurecht fände. Im internen Verkehr steht dem immer noch das Recht der Gesellschaften auf verschiedene Grundtaxen und der Gebrauch dieses Rechtes seitens derselben entgegen ; im internationalen Verkehr die Verschiedenheit der Tarifsysteme und, wo Uebereinstimmung vorhanden wäre, eine durch die nothwendige Berücksichtigung der zahlreichen Routen und Uebergangspunkte bedingte Mannigfaltigkeit der gemeinschaftlichen Tarife. Solche nach Form und Inhalt gemeinschaftliche Tarife bestehen mit den d e u t s c h e u und den ö s t e r r e i c h i s c h e n B a h n e n ; mit den ersteren auf Grund des beiderseits identischen Tarifsysteins, mit den Eisenbahnen der österreichischen Monarchie infolge von Zugeständnissen, welche gestattet haben, im Wesentlichen die schweizerisch-deutsche Tarifgestaltung zur Anwendung zu bringen. Die s c h w e i z e r i s c h i t a l i e n i s c h e n Tarife dagegen sind in der Form der sog.

Schnitttarife von und nach den Grenzpunkten erstellt, in der Art, daß auf unserm Gebiet die Regeln des Reformsystems, auf italienischem Gebiet dagegen die von diesem durchaus abweichende dortige Tarifordnung zur Anwendung gelangt, wobei die beiderseitige Güterklassifikation eine Zusammenfassung der Frachtsätze je zwischen zwei Stationen der beiden Länder durchaus hindert. Man ist also gezwungen, zuerst im einen Tariftheil die Klassifikation des Gutes und die Taxe vom Ausgangspunkt bis zur Landesgrenze, und dann im zweiten Theil die Taxe von der Landesgrenze bis zum Bestimmungsort auf Grund der dortseitigen Klassifikation zu suchen und so die Gesammtfracht zu konstruiren. Daß diese Arbeit durch die Menge der neben dem allgemeinen Tarif bestehenden Ausnahme- und Spezialtarife noch sehr erschwert wird, braucht nicht auseinander gesetzt zu werden. Immerhin ist dies System annehmbarer, als der auf der Westgrenze des Landes, für den s c h w e i -

21!» y, c r i s e h - f r a n z ö s i s c h e n Verkehr, bestehende Zustand. Hier existiren, abgesehen von einigen, die Konkurrenz der italienischen Häfen berücksichtigenden Spezialtarifen ab den französischen Mittelmeerhäfen, gar keine gemeinschaftlichen Tarife, und es muß, bei der Verschiedenheit der Ta rifsy steine und in Ansehung der verschiedenen Uebergangspunkte, welche für die einzelnen Güter oft mehrere Taxkombinationen gestatten, deren Zusammenstellung und Sichtung, wenn nicht als unmöglich, so doch als für den wirklichen Gebrauch nutzlos bezeichnet werden, weil derselben jede Uebersichtlichkeit fehlen würde. Unsere Bahnverwaltungen haben hier durch Aufstellung von sog. Reexpeditionstarifen, soweit es möglich war, die billigsten Taxkombinationen zu fixiren gesucht und damit dem Verkehr wenigstens das zur Zeit Mögliche geboten, selbstverständlich unter Wahrung vor Allem aus der eigenen Interessen in Ansehung der Leitung der Trausporte über die für sie günstigste Route. -- Direkte Tarife, zum Theil auf Grund des Reform tarifsystems, zum Theil als Spezialtarife, bestehen auch von und nach einigen weiter gelegenen Ländern, wie Belgien, Holland, und mit einzelnen Plätzen, als London, Paris u. s. w.

Wo eigentliche internationale Gemeinschaftstarife vorliegen, bestehen entsprechende T r a n s p o r t r é g l e m e n t e , bezüglich welcher, soweit der schweizerische Verkehr interssirt erscheint, sorgfällig gewacht ist, daß der . diesseitigen Gesetzgebung die gebührende Geltung vorbehalten blieb.

Eine einheitliche schweizerische Taxe würde zweifellos nicht blos die i n t e r n e n T a r i f e vereinfachen, sondern aueh den Ausgangspunkt für bessere Tarifgestaltungen mit dem Ausland abgeben können. Wir bezweifeln, daß auf dem Weg der Verständigung in absehbarer Zeit diese einheitliehe Taxe zu erreichen sein werde; die ohnehin vorhandene und übrigens natürliche Abneigung der Gesellschaften vor Aenderungen ist dermalen noch geschärft durch die Betrachtung, daß die zehnjährige Periode begonnen hat, deren Reinerträge für die im Falle des Rückkaufs vom Bunde zu bezahlenden Entschädigungen maßgebend sein werden. Die Einheit der Taxen aber mit Opfern für den Verkehr zu erkaufen, ist wiederum nicht Aufgabe der Bundesbehörde.

D i e P e r s o n e n - u n d G e p ä c k t a r i f e geben u n s z u allgemeinen Bemerkungen keinen Anlaß.

Bezüglich des N e b e n g e b ü h r e n t a r i f s sind die Gesellschaften zu einer Revision veranlaßt worden, nachdem es sich ergeben hat, daß derselbe in verschiedenen Richtungen einer Verbesserung sehr benöthigt ist.

220

Im Uebrigen beschränken wir uns auf die folgenden besondern Mittheiungen aus dem Gebiet der T a r i f k o u t r o l e : 1. Auf den 1.. September erfolgte eine Ne u a u s g ä b e d e r T a r i f v o r s c h r i f t e n u n d Güterklassifikation.$ Mit demselben Tag ist ein neues R e g l e m e n t f ü r A u s s t e l l u n g s o b j e k t e in Kraft getreten, aus dem wir hervorheben, daß dasselbe den taxfreien Rücktransport nun auch für Kunstgegenstände und Viehsendungen sichert.

O O ö Mit Ende des Jahres traten Bestimmungen in Kraft, welche d i e B e f ö r d e r u n g v o n V i e h i n E i l f r a c h t v o n d e r Aufgabestation nach jeder ändern schweizerischen Station ermöglichen.

2. Die Gesellschaften wurden eingeladen, die Normalgewichtsätze für Holz einer Umarbeitung zu unterziehen. Die Vorschläge derselben sind eingegangen. Die Erledigung der Angelegenheit fällt nicht mehr in's Berichtjahr.

3. Wir glauben, uns der Hoffnung hingeben zu können, daß die oben bereits erwähnten Tarife für den V e r k e h r mit d e n f r a n z ö s i s c h e n Mittelmeerhäfen in dem Sinn einer Verbesserung entgegengehen, daß die sehr ermäßigten laxen auch für den Verkehr nach den rückliegenden Binnenstationen im südlichen Frankreich gewährt werden, für welchen z. Z. höhere Normal taxen haben.

4. Im G o t t h a r d v e r k e h r sind die im vorjährigen Geschäftsbericht erwähnten Tarife am 1. August endlich in Kraft getreten, und zwar : a. Der d e u t s c h - i t a l i e n i s c h e T a r i f , welcher Taxen nicht bloß über den Gotthard, sondern auch für die Brennerroute enthält.

b. Der s c h w e i z e r i s c h - i t a l i e n i s e h e T a r i f , mit welchem die Gotthardbahn die billigeren preußischen Grundtaxen -- mindestens aber 3,3 Ct. pro Tonne und Kilometer -- gewährt, und die übrigen Bahnen ihre normalen Antheile einnehmen, mit der Beschränkung, daß für Basel uud Koblenz, sowie ab Rothkreuz auf den nächsten 100 Kilometer der Berner- und Bielerroute das ebenfalls etwas billigere Nordostbahnschema Anwendung findet.

Dieser Tarif besteht auf der italienischen Seite aus 9 Tarifklassen für Eilgut-, und aus 8 Normaltarifklassen nebst 4 Ausnahmetarifklassen für die gewöhnliche Frachtguibeförderung, ferner aus 67

221

Spezialtarifklassen und 24 Ausnahmetarifen für einzelne Güter, sowie einem Transittarif auf den italienischen Bahnen ; auf der schweizerischen Seite zerfällt derselbe in die üblichen Klassen des Reformtarifsystems mit 3 Ausnahmetarifen für Eilbeförderung und 16 Ausnahmetarifen für gewöhnliches Frachtgut.

Eine ähnliche Konstruktion hat auch der deutsch-italienische Tarif.

5 Von den A r l b e r g t a r i f e n ist im Berichtjahr der allgemeine G ü t e r t a r i f z w i s c h e n O e s t e r r e i c h u n d d e r S c h w e i z ausgegeben worden. Derselbe besteht aus dem Normaltarif und 21 Ausnahmetarifen. Die Neuausgabe der Tarife für Böhmen und Ungarn ist im Laufe von 1889 zu erwarten.

6. Die erhebliche Anzahl w e i t e r e r n e u e r T a r i f e und T a r i f a u s g a b e n im internationalen Verkehr können wir hier nicht anführen; ebenso wenig die Aenderunuen und Erweiterungen in den internen Tarifoperaten, welche sich im Besondern durch die Tarife für die neu zur Eröffnung gekommenen Linien vermehrt haben.

Die E m m e n t h a l b a h n hat auf einen ihr im Jahr 1876 bewilligten Taxzuschlag in den Personenfahrtaxen verziehtet. Die noch bestehenden Zuschläge auf den Gepäck- und Gütertaxen gedenkt dieselbe im Frühling 1889 aufzuheben.

Mit der Neuausgabe des internen Tarifs der  p p c n z e l l e r b a h n trat ebenfalls eine wesentliche Taxermäßigung ein, welche, soviel bisher beobachtet werden konnte, durch vermehrte Transporte schon jetzt als ausgeglichen angesehen werden darf.

7. Die Reexpeditionstarife nach den s c h w e i z e r i s c h - f r a n z ö s i s c h e n Uebergangsstationen sind, im Anschluß an die mit dem Jahr 1885 in Frankreich zum Abschluß gekommene Tarifrevision, im Berichtjahr neu erstellt und ausgegeben worden, nämlich: a. am 1. Mai der Tarif Ostschweiz-Genf transit, Verrières transit und Locle transit; b. am gleichen Tag der Tarif Ostschweiz-Delle transit; c. am 1. Januar 1889 der Gütertarif Central- und WestschweizDelle transit.

d. am 1. Januar 1889 endlich der Tarif Central- und Westschweiz nach Genf transit, Verrières transit und Locle transit.

222

8. p]in Ausnahmetarif für don E x p o r t v o n f r i s c l i e in O b s t war mit gutem Erfolg in Kraft vom 24. September bis Ende ck'9 Jahres. Die auf 5,5 Ct. pro Tonne und Kilometer ermäßigten Taxen (mit dem fixen Zuschlag von Fr. l pro Tonne) ermöglichten den Absatz eines erheblichen Theils des so reich ausgefallenen Obstertrages.

W« T a x V e r g ü n s t i g u n g e n itn Sinne von Art. 35, Ziff. 4, des Eisenbahngesetzes gewährt wurden, haben wir, in Uebereinstimmung mit der bei Beratliuug des Eisenlwhngesetzes von der .ständeräthlicheu Kommission (Bundesbl. 1871, Bd. III, S. 838) vertretenen Ansieht, wiederholt erklärt, daß wir die Gewährung der Taxreduktioneu, die einer Mehrzahl von Wagenladungen oder einem Gesammtquantum überhaupt bewilligt werden, nur unter der Voraussetzung für rechtsbeständig halten, daß sie in ganz gleicher Weise auch der einzelneu Wagenladung zukommen sollen, die unter übrigens gleichen Verhältnissen von einem Dritten zum Transport gegeben würde.

Uuterm 25. Juni wurden, erstens in Ausführung von Art. 2, lit. d, des Bundesbeschlusses vom 19. Dezember 1884, und sodann mit Rücksicht darauf, daß die Voraussetzungen, unter welchen der Kundesrath im Jahr 1885 die Erhebung von Einsehreibgebühren auf Vieh- und Gepäeksendungen bewilligt hat, hinfällig geworden seien, ,,I. die Gesellschaften eingeladen : ,,die E x p e d i t i o n s g e b ü h r e n für E i l g ü t e r irn internen Verkehr um 20 ",'o zu ermäßigen ; ,,dio E x p e d i t i o u s g e b U h r e n i m i n t e r n e n V e r k e h r ü b e r h a u p t erst vom 40. Kilometer Transportdistanz an voll zur Erhebung zu bringen, in der Absieht, daß ,,bei Transportdistanzeu von l--20 Kilometer nur die halbe Expeditionsgebühr, bei den Speaialtarifeu ausnahmsweise 6 Ct. pro 100 Kilogramm eingerechnet werden dürfen: ,,für jeden weitern Kilometer die Expeditionsgebühr proportional erhöht werden mag, bis bei 40 Kilometer der volle dermalen geltende, beziehungsweise im Sinne der litt, a des oben citirten Bundesrathsbeschlusses reduzirte Maximalbetrag erreicht ist^ ,,Alles in der Meinung, daß die in den direkten Tarifen eingestellten Taxen in keinem Fall höher sein sollen, als die Summe der entsprechenden internen Frachten" ;

223 ,,II. die den Gesellschaften unterm 20. Oktober 1885 vom Bundesrath ertheilte Bewilligung zur Erhebung von E i n s c h r e i b g e b ü h r e n auf den Vieh- und Gepäcksendungen aufgehoben1', und ,,III. angeordnet, daß die in Dispositiv I getroffenen Anordnungen bis spätestens am 1. Juli 1889, diejenigen unter Dispositiv II aber auf den 1. August 1888 zur Vollziehung gelangen sollen."· Die Erhebung der Einschreibgebühren ist auf den bezeichneten Termin eingestellt worden; gegen die Durchführung der Reduktion der Expeditionsgebühren dagegen sind von den Bahnverwaltungen Einwendungen erhoben worden, deren Behandlung und Erledigung ins Jahr 1889 fällt.

Ferner hat, auf die Vorstellungen unsers Eisenbahndepartetnents hin, die Direktion der Westbahnen in Lausanne den R e k l a m a t i o n e n der R e g i e r u n g des K a n t o n s W a l l i s in dem Umfang Rechnung getragen, daß vom 2. Oktober 1888 an auf der Walliserlinie auf die Erhebung von Einschreibgebühren auf Gütersendungen überall verzichtet worden ist.

Eine Anzahl Begehren sind eingegangen, welche auf Gewährung allgemeiner T a x e r m ä ß i g u n g e n , beziehungsweise auf die D e k l a s s i f i k a t i o n verschiedener Artikel (Käse, Düngemittel etc.)

gerichtet sind. Wo die Bahnverwaltungen unsere Empfehlung auf Berücksichtigung solcher Gesuche ablehnen, die Taxen aber inner der konzessionsmäßig erlaubten Höhe sich bewegen, halten wir uns nicht für berechtigt, einzuschreiten, sofern es sich um Wünsche handelt, die eine Taxermäßigung im eigentlichen Sinn des Wortes bezwecken. Etwas Anderes ist es, wo die Deklassifikation im Vordergrund steht, indem in den Konzessionen die Klassifikation nicht gebunden ist.

Im T r a n s p o r t r e g l e m e n t sind die Vorschriften über die Beförderung von Explosivstoffen durch einen VI. Nachtrag etwas erleichtert worden. Ein VII. Nachtrag enthält an Stelle der § 56 und 59--65 neue Vorschriften über den Transport lebender Thiere, während, in Uebereinstimmung mit einem von den Bahnverwaltungen geäußerten Wunsch, eine Anzahl weiterer Bestimmungen unter der Form von Polizeivorschriften (Bundesrathsbeschluß vom 12. März 1888) zusammengestellt worden sind. Die neuen Bestimmungen richten sich im Wesentlichen gegen das unuöthig lange Belassen der Thiere in den Transportwagen, namentlich während der Nacht, gegen den thierquälerisch engen Verlad und gegen den Transport von Hunden und Kleinvieh in den zwischen den Wagenachsen angebrachten Kasten. Auch betreffend die

224

Fütterung der Thiere im Transport sind positive Vorschriften aufgestellt. Endlich wurde die Genehmigung der für den Viehtransport bestehenden Fahrordnungen ausdrücklich in Anspruch genommen.

Die Vollziehung namentlich in letzterer Richtung gestaltet sich zu einer nichts weniger als einfachen Arbeit. Auch § 84, /iffer 16, erlitt eine Aenderung in dem Sinn, daß die Beschränkung des Gewichts eines einzelnen Collo auf 75 kg. nur noch für Glas- und Thonballons, nicht, aber für metallene Transportgefässo gelten soll.

Vom Transportreglement selbst soll im Jahr 1889 eine Neuausgabe veranstaltet werden, in welcher die seitherigen vielfachen Nachträge und Ergänzungen Aufnahme rinden werden.

N e u e T r a n s p o r t r e g le m e n t e sind 'geprüft und genehmigt worden : a. für den d e u t s c h - i t a l i e n i s c h e n (Transit-) Güterverkehr ; b. für den s c h w e i z e r i s c h - i t a l i e n i s c h e n Vorkehr.

Die Bestimmungen beider Réglemente sind nur so weit einheitlich, als die Riicksiehtnahme auf die in den botheiligten Ländern bestehende Gesetzgebung es gestattet; soweit eine Uebereinstimmung nicht vorhanden war, mußte der Spezialgesetzgebung des Landes Geltung gelassen werden.

c. Für den n i e d e r l ä n d i s c h - s c h w e i z e r i s c h e n Verkehr. Dieses Reglement ist im Wesentlichen demjenigen für den deutsch-schweizerischen Verkehr nachgebildet.

Ohne Widerspruch zur K e n n t n i ß genommen wurden die neuen Transportreglemente : a . F ü r d e n Verkehr zwischen D e u t s c h l a n d u n d d e n N i e d e r l a n d e n einerseits u n d O e s t e r r e i c h - U n g a r n anderseits. Der diesem Reglement unterworfene Verkehr ist, soweit er schweizerische Linien befährt, Transitverkehr, und kommt, diesen nur mit einer verhältnißmiißig geringen Quote zu. Wir haben, damit den schweizerischen Bahnen diese Quote erhalten bleibe, mit Ausnahme einiger durch die diesseitige Gesetzgebung bedingten Zusätze, die im Uehrigen nach den deutschen Reglementen gebildeten Vorschriften y,ugestehen müssen.

b. Für den Verkehr d e u t s c h e r B a h n e n (einschließlich die deutsch-schweizerischen Grenzstationen Basel, Schaffhausen, Singen und Konstanz) mit den ö s t e r r e i c h i s c h - u n g a r i s c h e n S e e h a f e n s t a t i o n e n . Dieses Reglement folgt grundsätzlich demjenigen für den deutsch-italienischen Verkehr.

Ueber die Zuläßigkeit eines neuen E x p l o s i v s t o f f e s ,,Fa vi er" im Bahntransport haben eingehende Untersuchungen stattgefunden, welche herausstellten, daß die mit diesem verbundene Gefahr jedenfalls geringer ist, als diejenige der Dynamittransporte.

Die Bahnverwaltungen haben den Entwurf von sichernden Vorschriften vorgelegt, deren Behandlung in das Jahr 1889 fällt.

Bezüglich d e r B e s t e l l u n g u n d L i e f e r u n g v o n W a g e n zum S e l b s t v e r lad bestehen keine hinreichend klaren Bestimmungen. Aus Veranlassung einer Reklamation sind die Verwaltungen eingeladen worden, den in Betracht fallenden Art. 82 des Transportreglements zu ergänzen. Die Verhandlungen sind noch nicht zum Abschluß gelangt.

Eine Anregung des schweizerischen Handels- und Industrievereins, in R e k l a m a t i o n s f ä l l e n den Entscheid Vertrauensmännern y.u übertragen, liegt noch zur Vernehmlassung beim Eisenbahnverband.

Die Verwaltungen, welche im Jahr 1879 sich zur U n i o n C o m m e r c i a l e mit dem Zweck vereinigt haben, über die Instradirung der Güter und die Vertheilung des Ertrags der gemeinschaftlichen Verkehre Vorschriften aufzustellen, um einer schädlichen Konkurrenz unter sieh auszuweichen, haben sich geweigert, die aargauisch-luzernische Seethalbahn in den Verband aufzunehmen.

Mit Rücksicht auf die Erklärungen, welche anläßlich der Gründung des Verbandes dem Eisenbahndepartement abgegeben worden sind, und im Uebrigen in Anwendung von Art. 30 des Eisenbahngesetzes sowie in Betracht der Thatsache, daß durch die bestehenden direkten Gütertarife und das Anerbieten der Zuweisung einer Quote des durchgehenden Verkehrs seitens einiger der Union Commerciti le angehörenden Bahnen die Eignung der Seethalbahn am gemeinschaftlichen Verkehr theilzunehmen, anerkannt erseheint, haben wir der Union eröffnet, daß wir die beförderliehe Erklärung darüber gewärtigen, daß man sich mit der Seethalbahn abgefunden habe, und eventuell die Mittheilung der Bedingungen verlangt, an welche die Aufnahme geknüpft werden wolle. Für den Fall, daß die Aufnahme definitiv verweigert würde, oder die Bedingungen als unstatthaft erscheinen, behalte der Bundesrath sich vor, die Frage, in Erwägung zu ziehen, ob die Bestimmungen über die Vertheiluug des Verkehrs nicht von Staats wegen aufzustellen und die Union Commerciale aufzulösen sei. Die Angelegenheit war am Schluß <le.s Berichtjahrs noch schwebend.

Gegen die im vorjährigen Geschäftsbericht behandelten Nachtragsbestimmungen zur Verordnung betreffend die K o n z e s s i o n i r u n g der Dampfbootunternehmungen hat die Direktion der Nordostbahn den Rekurs an Ihre hohe Behörde ergriffen.

226

Kontrole des Bahnbetriebs.

Um dem von der nationalräthlichen Kommission zur Prüfung des Geschäftsberichts von 1887 ausgesprochenen Wunsch, daß die F a h r p l a n e n t w ü r f e so rechtzeitig publizirt worden, daß die Interessenten wirklich in der Lage seien, ihre Reklamationen mit Erfolg einzureichen, zu genügen, ist die Verordnung betreffend Vorlage, Prüfung und Genehmigung der Fahrtenpläne vom 6. Januar 1879 einer Revision unterzogen und sind die Eisenbahn-und Dampfschiffverwaltungen verpflichtet worden, die Fahrplanentwürfe für die mit dem 1. Juni beginnende Sommerfahrplanperiode spätestens am 15. März und diejenigen für den vom 15. Oktober laufenden Winterdienst auf den 1. August den Kantonsregierungen mitzutheilen, denen die Publikation und die Formulirun resp. Vertretung von Aenderungsanträgen zusteht. Die Geltendmachung der letzteren beim Eisenbahndepartement hat bis am 5. April und 20. August zu geschehen.

Im Interesse der S t e t i g k e i t d e r Fa hr O r d n u n g en sind die Centralbahn und die Nordostbahn verhalten worden, auf einigen Nebenlinien den Sommerfahrtenplan ohne Aenderungen auf den Winter (15. Oktober bis 31. Mai) zu übertragen. Die von der Nordostbahn erhobene Beschwerde haben wir abgelehnt, und dabei uns dahin ausgesprochen, daß wir es ausdrücklich billigen, wenn vom Departement darauf gehalten werde, daß die im Sommer für den normalen Verkehr gefahrenen Züge im Winter nicht eingestellt werden, und daß namentlich die Früh- und Spätzüge aufrecht erhalten werden sollen, um dem Publikum die thunlichste Ausnützung dos Weges und der Anschlußverbindungen zu gestatten.

Auch in ändern Richtungen sind Vor b esserungen zu konstatiren; wir nennen die Herstellung einer neuen direkten Verbindung zwischen der Ost- und der Westschweiz via Broyethalbahn, die Ersetzung der Lokalzüge Luzern-Gurtnellen und Chiasso-Biasca der Gotthardbahn mit durchgehenden Personenzügen, die Erstellung eines Abendschnellzuges von St. Gallen nach Winterthur und Zürich, dem eine Schnellzugsverbindung am Vormittag in umgekehrter Richtung folgen soll, die Verbesserung der Frühverbindungen zwischen Basel und Bern und die Fortsetzung des Abendzuges 1(5 a/128 N. 0. B. bis Basel, die Führung von neuen Zügen zwischen Bern und Biel im Anschluß an die Früh- und Spätzüge auf der Linie Neuenburg-Biel-Olten ; die Umgestaltung des Fahrplanes zwischen Neuenburg und Pontarlier.

Zwischen Genf und Nyon verkehren seit dem 1. Juli 1888 Lokalzüge in jeder Richtung, mit Anhalt auch an bestimmten Straßenübergängen zwischen den einzelnen Stationen.

227

Zum Ausgangspunkt erheblicher Aenderungeti speziell auf der Linie Delle - Delemout - Basel wurde die Verfügung der deutschen Regierung, wonach Ausländern der Eintritt in Elsaß-Lothringen über die französisch-elsäßische Grenze nur noch gestattet ist, weun ·dieselben mit einem Paß der deutschen Gesandtschaft in Paris versehen sind. Die französische Ostbahn sah sich veranlaßt, die Züge Nr. 30, 31, 37 und 38, welche bis dahin über Beltbrt-Mülhausen verkehrt hatten, bis Delle, beziehungsweise ab Delle »u führen, so daß dieselben nun zwischen Delle und Basel auf schweizerischem Gebiet verkehren und auch in Delémont Anschluß von und nach Biel und weiter haben.

Für die Führung der N a c h t z (ige z w i s c h e n B e r n und Z ü r i c h vom 25. Juli bis 14. Oktober 1886 haben die Verwaltungen der Ce. n t r a l b a h n und der N o r d o s t b a h n den Hund nachträglieh um Bezahlung der Kosten belangt, weil dieselben ausschließlich in postalischem Interesse begehrt worden seien. Wir haben die Forderung abgelehnt, weil der Anordnung der Züge die Wahrung des öffentlichen Interesse zu Grunde lag, und die Verbesserung des Postdieustes, welche daraus folgte, dem Verkehr überhaupt zu gut kam und nicht etwa der Postkasse, die vielmehr so gut wie die Bahnverwaltungen Mehrausgaben sieb auferlegen mußte, um die, neuen Fahrgelegenheiten für ihren Dienst nutzbar zu machen.

Gegen die obengenannten und die übrigen mitinteressirteii Gesellschaften beabsichtigt die Verwaltung der W e s t b a h n e n die irn Art. 33 des Eisenbahngesetzes vorbehaltene Entschädiguiigsforderung zu stellen, weil durch die seit dem 15. Oktober 188t> ihr obliegende Führung der Nachtzüge zwischen Bern und Genf Leistungen nothwendig geworden seien, welche billigerwoi.se den Westbahnen allein nicht zugemuthet werden dürfen. Ein Versuch, unter Vermittlung des Eisenbahndepartements eine Verständigung herbeizuführen, hatte keinen Erfolg. Die belangten Verwaltungen wenden theils ein, daß ihnen selber ähnliche Leistungen, wie den Westbahnen, bereits obliegen, und sodann, daß sie an der Führung der Nachtzüge weder ein Interesse, noch daraus einen nachweislichen pekuniären Gewinn haben. Die Direktion der Westbahnen glaubt, und nach unserer Ansicht mit Recht, daß nicht diese Momente entscheidend seien , sondern daß vor Allein aus die Verpflichtung aller Bahnen zur Herstellung eines einheitlichen und den vorhandenen Bedürfnissen genügenden Fahrplanes in Betracht zu ziehen sei. Der Entscheid steht dem Bundesgericht zu.

Die Zerrissenheit des schweizerischen Eisenbahnnetzes repräseutirt sich fast nirgends so drastisch, wie in den P l a k a t f a h r p l an en der einzelnen Gesellschaften, welche in allen möglichen

228

Formen und Gestaltungen herausgegeben .werden und höchst unübersichtlich affichirt sind. Sie treten schon iu unseren ßahnhöfcn und Stationen in den Hintergrund vor den einheitlichen Publikationen auswärtiger Verwaltungen ; noch mehr aber selbstverständlich im Ausland, wo kein Interesse vorliegt, die schweizerischen Plakate dem Publikum besonders zugänglich zu machen. Wir haben den Gesellschaften vorgeschlagen, die Aufstellung eines P l akatfa lirplanes '/M übernehmen, der die sämmtlichen schweizerischen Eisenbahn- und Dampfschiffkurse enthalten würde und an Stelle der Plakate der einzelnen Gesellschaften zu treten hätte, womit dann auch einem früher von einer Geschäftsprüt'ungskommission geäußerten Wunsch einer amtlichen Publikation der Kurse hätte genügt werden können, sind aber fast einmüthigem Widerspruch begegnet, der darauf sich stützte, daß die bisherige Uebung dem Publikum geläufiger sei und ein Gesammtplakat nothwendig /u groß und damit unübersichtlich werden müßte. Da bei Besprechung der Angelegenheit anläßlich der Fahrplaokont'ereuzen auch die Herreu Vertreter der Kantonsregierungen der Neuerung nicht das Wort redeten, so haben wir die Angelegenheit bis auf Weiteres zurüc'kgelegt.

Die Kontrole über die A u s f ü h r u n g der Fahrordn u n g e n zeigt im Ganzen eine Besserung. Zwar ist die Zahl der konstatirten Zugsverspätungen (10 Min. und mehr bei Ankunft der Schnell- und Personeuzüge, 15 Min. und mehr bei Ankunft der gemischten Züge auf den Endstationen) in Folge Verspätung der Anschlußbahnen von 1175 im Vorjahr auf 1593 im Berichtjahr gestiegen; es darf aber nicht übersehen werden, daß hier die Anschlüsse, der auswärtigen Bahnen von maßgebender Bedeutung sind.

Die Verspätungen ,,auf den eigenen Linien" dagegen sind von lv)23 im Vorjahr auf!279 im Berichtjahr gesunken, d.h vonO,eo auf 0,87 °/o der Gesammtzahl der Züge.

Seit 1880 haben die Verspätungen ,,auf den eigenen Linieu a -- in Prozenten der gefahrenen Züge -- betragen: N 0 B S O S S CB J B L V S B GB °/o % °/o % «/o °/0 1880 1,19 0,88 0,94 2,40 l,i» VT 1881 0,91 l.,62 0,87 2,74 1,02 0,20 1882 1,22 0,76 2,28 0,77 5,70 1,80 1883 0,68 2,08 0,55 1,29 0,63 0,45 1884 0,56 0,40 1,12 1,10 0,47 1,.l 1885 0,68 0,96 1,16 1,01 1,68 0,74 1886 0,38 0,47 2,63 0,89 0,80 0,32 1887 0,81 1,37 0,43 0,47 0,75 1,08 1888 0,18 0,96 0,30 0,34 0,43 0,76

'229 Die Besserung scheint, trotz allen Schwankungen, eine andauernde und sie zeigt sich mehr und weniger hei den sämmtlichen Gesellschaften. Die im Berichtjahr verhältnismäßig zahlreichen Verspätungen der Gütthardbahn waren in ihrer großen Mehrzahl eine Folge des ausnahmsweise!! Schneefalls im Februar und März des Jahres; ein Theil derjenigen der Westbalinen ist von den Ueherschwemrnungen im September und Oktober verursacht, welche auch die, ohschon an sich niedrige, Durchschnittsziffer der Centralbahn ungünstig beeinflußt haben.

Kontrole der Unfälle.

Das bedauerliche Ereigniß vom 6. November, wo der Einsturz des Reservoirs der Gesellschaft für den Betrieb der elektrischen Straßenbahn und Beleuchtung in Montreux neben einem großen materiellen Schaden den Tod einer Anzahl Personen zur Folge hatte, erwähnen wir hier zur Erinnerung, ohne dasselbe zu den Eisenbaliniinfällen zu rechnen, da das Reservoir weder im unmittelbaren Zusammenhang mit den Anlagen des Eisenbahnbetriebes steht, noch der Ueberwachung durch die Organe des Bundes unterstellt war.

Dagegen ist den Eisenbahnunfällen zugezählt der L a w i n e n s t u r z b e i W a ss e n am 15. Februar, welcher fünf Arbeitern der Gotthardbahn das Leben kostete.

Von Bedeutung war ferner der Felssturz, welcher am 21. Januar bei Cheyres die Maschinen des gerade verkehrenden Zuges der Westbalinen traf, wobei ein Bahnbediensteter getödtet wurde und zwei schwer verletzt worden sind, sowie der Zusammenstoß eines entlaufenen Materialwagens mit einem Bahnzug bei Chambrelien, mit der Tödtung und Verletzung je eines Bahnangestellten im Gefolge. Die Angestellten, welchen der Unfall zur Last gelegt werden mußte, sind von der Jury freigesprochen, von der ßahnverwaltung aber gleichwohl entlassen worden.

Abgesehen hie von ist der Betrieb der seh \veizerisi-hen Eiseubahnen glücklicherweise von größern Unfällen verschont geblieben ; auch hat die Zahl der Entgleisungen im Ganzen (48 gesen 55 im Jahr 1887) etwas abgenommen. Dagegen haben die Zusammenstöße von 9 im Vorjahr auf 20 im Berichtjahr uud die sonstigen Unfälle aller Art von 158 auf 256 sich vermehrt. Diese Vermehrung ist aber ganz zweifellos auf eine genauere Rapportirung xuriiekzufühven, welche hinwieder darauf beruht, daß in Vollziehung des Bundesgesetzes vom 26. April 1887, betreffend die Haftpflicht (Amtl. Samml. X, 1(55), die Keuutnißg;t,l>e auch der-

230 jenigen geringern Unfälle an's Eisenbahndepartemeut verlangt würdig welche allerdings bei Arbeiten des Betriebs resultiren, aber früher nicht einberichtet worden sind, weil eine Störung des Betriebes damit nicht verbunden war.

Die Vergleichung mit frühem Jahren zahl der Unfälle ergibt:

1880 1881 1882 1883 1884 1885 1886 1887 1888

mit Bezug auf die An-

Gesammtzahl der Entgleisungen. Zusammen · Tüdtnngen. Verletzungen, stoße.

46 17 40 76 49 13 45 56 62 20 48 107 53 17 43 86 37 15 49 85 63 23 44 113 42 17 40 85 55 9 56 91 48 20 44 214

Bezüglich der Repartition auf die Verwaltungen verweisen wir auf die beiliegende Tabelle.

Die nähere Untersuchung dei- einzelnen Unfälle zeigt folgende Ursachen : 7 Entgleisungen infolge mangelhaften Zustandes des Oberbaues, 8 ,, von Defekten und Mängeln der Fahrfl zeuge, 3 ,, ,, von Hindernissen auf der Bahn, 16 ^ von unrichtig gestellten oder aufgeB schnittenen Weichen, 14 ,, höherer Gewalt oder unaufgeklärter fl Ursachen, B Zusammenstöße wegen falscher Weichen- oder Signalstellung, 5 ,, ,, anderweiter unrichtiger Dispositionen des Personals, 2 ,, mangelhaften Bremsens, fl 2 ,, Nichtbeachtung von Signalen, fl 3 ,, verbotener Manöver auf den Stationen.

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Zur Seite 230.

Statistik der Eisenbahnunfälle im Jahr 1888.

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Bezeichnung der Eisenbahnen.

Allgemeine Uebersicht.

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Entgleisungen. Zasammenstösse. Sonstige Unfälle.

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Ausweichungen.

Auf offener Bahn.

Auf den Stationen

Auf offener Bahn.

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Unfälle, von welchen Menschen betroffen wurden.

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Selbstmorde

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Unfälle, verursacht durch Entgl eisnngen oder Zasammenstösse.

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Bahnbedienstete Dr itte Personen

Gesammtzahl der Verunglückten.

Unfälle infolge sonstiger Ereignisse.

Reisende

Bahnbedienstete

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Selbstmordversuche.

Dritte Personen Getodtet.

Verletzt.

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verletzt.

getb'dtet.

verletzt.

getodtet.

verletzt.

getodtet.

verletzt.

getodtet.

verletzt.

verletzt.

getodtet.

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Schweizerische Nordostbahn Suisse Occidentale et Simplon Schweizerische Centralbahn .

Jura-Bern-Luzern-Bahn Vereinigte Schweizerbahnen Gotthardbahn .

.

.

.

Aargauisch-luzernische Seethalbahn Emmenthalbahn .

.

.

.

Jura Neuchâtelois Tößthalbahn .

.

.

.

Appenzellerbahn Frauenfeld- Wyl .

.

.

.

Lausaane-Echallens Waldenburgerbahn Birsigthalbahn .

.

.

.

Trainelan-Tavannes Genf-Veyrier .

.

.

.

Kriens-Luzern .

.

.

.

Marzilibahn .

.

.

.

Tramways suisses Zürcher Straßenbahnen Vevey-Montreux-Chillon Badische Bahn .

.

.

.

Genf- La Plaine (P. L- M.) .

689 644 393 361 314 266 46 43 40 40 26 18 15 14 13 9 6 3 0.1 17 9 11 42 16

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6 9 3 6 3 -- -- --

3 3 2 5 -- 1 -- --

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21

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--1 -- 1 2 ---- -- 1 -- _-- -- -- -- --

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51 22 41 40 35 22 2 2 1 2 -- 3 1 1 -- 1 -- 1 1 2 0=2 3 2 3 238

3 5 2 3 1 1 -- -- -- -- -- -- -- 1 -- 2 -- -- --

18

67 41 52 54 41 25 3 3 4 2 1 3 2 1 -- 2 4 2 1 4 2 4 2 4

1 -- -- -- -- -- -- -- -- --

--.


324

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3 4 2 1

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47 3 22 2 37 1 4 36 1 30 3 -- 17 1 -- -- 2 2 1 2 -- -- -- 3 ' -- -- --1 -- 1 -- -- -- -- -- -- -- -- --1 -- 2 -- 6 -- 2 -- 3 1

6 4 5 7 5 9 1 --2 -- -- --1 -- -- 1 -- 1 1 1 -- -- -- --

44

214

16

258 Anmerkung. Die Selbstmorde und Selbstmordversuche werden nur in den beiden letzten Kolonnen gerechnet.

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-- -- -- -- 1 -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- -- 1 -- -- -- --

2

ueioatei v erieizi wurden : 2 3 -- 2 1 8 2 6 2 7 2 3

6 13 2 5*) 2 6 l

5 18 10 -- l 145 6

Bahnbedienstete anläßlich von Entgleisungen.

Reisende anläßlich vfin (Xiii«ninmpnufnßpn Bahnangestellte Reisende infolge Auf- u. Abspringen Bahuanges teilte bei in Bewegung befindandere Personen lichen Falmeueen, infolge unvorsichtigen Bahnangestellte Uebersc'lireitens der Geleise dritte Personen und Gehens in denselben.

Bahnangestellte wegen unvorsichtigem Hiuuusbeugen aus dem Zug, _H infolffe höherer frewn.lt.

Reisende infolge Zufalls oder aus Bahnangestellte nicht genau zu ermittelnden andere Personen Ursachen.

Durchschnittlich sind in 1888 getödtet:

verletzt
Reisende

auf l Million Personen .

.

.

0,i6 0,ss ,, l ,, Personenkilometer .

.

0,oi 0,02 ,, l ,, Wagenachsenkilometer .

0,oi 0,oa Bahnbedienstete: auf l Million Wagenachsenkilometer .

0.06 0,4* Dritte Personen: auf l Million Wagenachsenkilometer .

0,04 O,OT 16 Personen haben sich mit dem gewollten Erfolg vor dein anfahrenden Zug auf die Schienen gelegt, bei 2 Personen ist es beim Versuch geblieben.

Es muß neuerdings die an sich bedauerliche, in Ansehung des technischen Bahnbetriebs aber zufriedenstellende Thatsache verzeichnet werden, daß, soweit es sich nicht um höhere Gewalt, Zufall oder unaufgeklärte Ursachen handelt, in den meisten Fällen eigenes Verschulden oder Mitverschulden die vorgekommenen Tödtungen und Verletzungen verursacht, hat, und immer wieder stehen dabei das Einsteigen in und das Aussteigen von in Bewegung befindlichen Fahrzeugen, sowie das unbefugte oder leichtsinnige I5etreten der Bahngeleise im Vordergrunde.

*) Die von der Lawine bei Wassen verschütteten Bahnarbeiter.

232

lu 25 Fällen wurden dio Akten dem Justiz- uud Folizeidepartement zur weitem Behandlung, zugestellt, weil Gründe zu strafrechtlichem Verfahren im Sinne von Art. 67 des Buudesstrafrechts vorhanden schienen, sowie bei 18 Gefährdungen, welche weder Verletzungen von Personen noch Sachbeschädigungen zur Folge hatten. Au die Gerichte wurden auf Autrag des genannten Departements 40 Fälle gewiesen, wovon 10 Fälle mit Verurtheilung zu den im Art. 67 vorgesehenen Strafen, 4 ,, mit Ausfüllung einer Polizeibuße, 9 ,,. durch Freisprechung, 7 ,, durch Einstellung der Untersuchung erledigt wurden, und 10 ,, noch hängend sind.

Zum ersten Mal wurde dem Departement über die U n f ä l l e b e i d e n H ü l f s H r b e i t e n des Betriebs berichtet.

Von solchen sind 813 Personen betroffen worden, und zwar wurden 3 Personen gutödtet, 810 ,, verlet/.t.

Beim I) a in p fa c h i f f b e t r i e b ist ein Angestellter getödtet und sind 4 verletzt worden ; Unfälle bei den Hülfsarbeiten derselben sind 10 zur Anmeldung gelangt.

Von den besonderu Anordnungen, zu welchen die Erhebungen über die Unfälle Anlal.» gaben, heben wir hervor: 1) Die Einladung, alle Thüren der Personenwagen mit Klinken KU versehen, damit dieselben von den Reisenden auch von außen geöffnet werden können.

Die Direktion der Vereinigten Sehweizerbahueu ist, dieser Einladung bis beute noch nicht nachgekommen, obschon ihr bis Ende 1888 Frist gesetzt war.

2) Die Einladung, bei Xugskreuüiingen auf den Stationen den zuerst einfahrenden Zug auf das erste Geleise zu stellen oder dann den zweiten /ug erst einfahren au lassen, nachdem die Reisenden des erstem ausgestiegen sind.

3) Die Empfehlung, die Plattformen der Güterwagen mit festen Geländern abzuschließen.

4) Die Erinnerung, dafür zu sorgen, daß die Trittbretter der Coupewagen nicht während der Fahrt vom Personal betreten werden müssen.

5) Die wiederholte Einsprache des Departements gegen Verwendung von Frauen, speziell im Manövrirdienst auf den Stationen.

23 6) Eine Ermahnung zu vorsichtigerer Anordnung und Ausführung von Bahndienstfahrten mit Rollwagen.

7) Das Begehren der Beleuchtung der sämmtlichen Weichenstandszeiger auf den dem Zugsverkehr dienenden Geleisen.

Dienstverhältnisse des Personals.

Zum Zweck einer abschließlichen Regelung der Fragen botreffend die S o n n t a g s r u h e und die täglichen D i e n s t z e i t e n des Eisenbahnpersonals haben wir Ihnen den Entwurf eines Gesetzes vorgelegt. Wir fügen hier nur bei, daß seither vom Direktorium der Centralbahn beschlossen worden ist, dem sämmtlichen Stationspersonal den dritten Sonntag frei zu geben, und die Maximaldauer des Dienstes dieses Personals überall auf 16 Stunden zu setzen. Dieselbe Anordnung bezüglich der Maximaldauer des täglichen Dienstes hat die Direktion der Nordostbahn für das Zugspersonal durchgeführt.

Ebenso ist Ihnen ein Gesetzentwurf über das Hülfskassenwesen der Eisenbahnverwaltungen zugegangen.

Behufs beschleunigter und zweckmäßiger Hülfe bei Unfällen wurde · für eine weitere Anzahl Stationen durch Anschaffung von Tragbahren und Deponirung von Verband- und Arzneikisten gesorgt. Auch die Instruktion des Personals im Sinn der bei Behandlung des Geschäftsberichtes von 1886 gefallenen Bemerkungen ist von einzelnen Gesellschaften mit Eifer an die Hand genommen.

Andere Mittheilungen betreffend den Bahnbetrieb.

Ueber die Aufstellung eines abgekürzten F a h r d i e n s t r e g l e m e n t s für die Schmalspurbahnen sind die Verhandlungen noch schwebend.

U m d e r U e b e r f ü l l u n g d e r P e r s o n e n w a g e n entgegenzutreten, haben wir die Bahnen eingeladen: 1) In den Wagen, deren Bänke auf beiden Seiten des Durchgangs angebracht sind, und zwar iu allen Klassen, die Besetzung der einzelnen Bänke mit mehr als zwei Personen so viel als möglich zu vermeiden.

2) Wo ausnahmsweise Coupewagen in den Zügen fahren, die Besetzung der Coupé I. Klasse mit nur 4, II. Klasse mit nur 6 und III. Klasse mit nicht mehr als 8 Personen in Aussicht zu nehmen.

Bundesblatt.

41. Jahrg.

Bd. II.

.

16

234

3) In den Nachtrügen darauf Bedacht y,u nehmen, daß, wenn immer möglich, in ein Coupé oder in den entsprechenden Raum eines Durchgangswagen nicht mehr als 4 Personen gewiesen werden.

4) Die ordentlichen Ziigskompositiouen unter Beachtung davorstehenden Anweisungen und im Uebrigen in dem Verständniß zu hemessen, daß ein Ueberschuß an Plätzen über das regelmäßige Bedürfniß zur Verfügung bleibt.

Infolge einer Beschwerde ist den Buhnverwaltuugeu die Verpflichtung auferlegt worden, auf Verlangen des Adressaten für die Zustellung von detaillirteii Z o l l q u i t t u n g e n sowohl auf dasein für alle Mal bei einer Grenzstation gestellte Gesuch, als im speziellen Fall auf besonderes Verlangen besorgt y.u sein.

Die Verwaltungen siud wiederholt zur Vollziehung der in Art. 13 des Trausportreglemeuts enthaltenen Vorschrift eingeladen worden, wonach in den 81 u t i o n s - R e s t a u r a t i o u s l o k a l e n ein von der Bahnverwaltung genehmigtes l* r eis v e r z e i c h n ili angeschlagen werden soll. Es ist dein Departement bisher nicht; gelungen, der Einladung durchgängig Vollziehung zu verschaffen; wir gewärtigen uöthigenfalls dessen weitere Anträge.

Eine Verwaltung mußte darauf aufmerksam gemacht werden, daß die Auflegung von B a h n p o l i ·/, e i b u (S e n im Sinn des Bundesgesetzes vom 18. Februar 1878 nur den kantonalen (TOrichten und in keinem Fall den Organen der Gesellschaft zustehe, welchen blos die Ueberweisung der einzelnen Fälle an diese obliegt.

Es kommt nicht selten vor, daß sich Angestellte der Balmgesellschafteu wegen ungerechtfertigter Entlassung u. dgl. beim Eisenbahndepartemeut b e s c h w e r e n. Wir können der Ansieht des Departements nur beipflichten, daß die Keuntnißuahrne von solchen Beschwerden und die Erhebungen der bezüglichen Veruinaläudungen für die Aufsichtsbehörde von Interesse sein kann ; daß aber dieser ein Recht weiterer Einmischung nicht zusteht und jeder Versuch einer solchen von den Gesellschaften zurückgewiesen werden könnte.

Im Uebrigeu dürften die Bahugesellschaften bei der Anstellung des Betriebspersonals hie und da sorgfältiger verfahren, als es au geschehen scheint. Wir haben dieselben ersucht, darüber sich auszusprechen, ob die Aufnahme dieses Personals nicht von gewissen positiven Bedingungen, namentlich von einer vorausgegangenen zufriedenstellenden P r ü f u n g , abhängig gemacht werden sollte. Di« Anregung liegt noch bei den Verwaltungen.

Endlich wollen wir nicht unterlassen, der Thatsache Krwiihnuug zu thuu, daß die bisherige Konferenz der schweizerischen Kisenbahnverwaltungen mit dem 1. Januar 1888 in einen ,, s c h w e i z e r i s c h e n E i s e n b a h n v e r b a n d a sich umgewandelt hat, dem die bedeutenderen Verwaltungen der NonnaIspurbalineu angehören, und dessen reglernentavischer Zweck darin bestehen s o l l , den Betrieb des schweizerischen Eisenbahnnetzes im Allgemeinen und den direkten Personen- und Güterverkehr im Hesundi-rn möglichst zu vervollkommnen, die gemeinschaftlichen Interessen der betheiligteii Bahnen nach Kräften zu wahren und freundschaftlicheBeziehungen unter denselben zu fördern. Unter (lein Verband stehen als ständige Kommissionen: 1) Die Konferenz dei- Kontrolchefs; 2) die Reklamationskonferenz; 3j die Technikerkommissiou: 4) die Kommission für d;is GütertarifXvtseu.

Es ist auch für die Aufsichtsbehörde angenehm, nicht in allen Dingen mit der Vielzahl der einzelnen Verwaltungen verkehren zu müssen, und das Eisenb;ilmdepartemeiit hat bisher keinen Anstand genommen, in einzelnen Fällen an den Verband sieh zu wenden, obschon dieser keine von der Behörde anerkannte Bedeutung und es s. Z. ausdrücklich abgelehnt hat, die Verhandlungsprotokoüe der Aufsichtsbehörde mitautheilen. In neuerer Zeit ist es vorgekommen, daß die Verwaltungen versucht haben, un die Stello der von ihnen direkte verlaugten Entsehließungen die Beschlüsse des Verbundes zu setzen. Das Departement hat diesen Versuch abgelehnt unti dürfte nach unserer Ansicht darauf nur zurückkommen, wenn seinen Organen Gelegenheit gegeben wird, von den bezüglichen Verhandlungen direkte Kenntniß zu nehmen, wie dies mit bestem Erfolg in andern Ländern, wo ähnliche Institutionen bestehen, von (Jeu dortigen Aufsichtsbehörden geübt ist.

Die Verwaltungen der S c h m a l s p u r b a h n e n haben zu einer ähnliehen Vereinigung sich verständigt.

Vollziehung des Rechnungsgesetzes.

Laut der beiliegenden Tabelle haben die Baukonti z» Ende 1887 Fr. 916794147 gegen zu Bude 1886 ,, 907 675 352 betragen und damit eine Vermehrung erfahren von .

. Fr. 9570882 weniger Abschreibungen .

. ,, 452 087 üeberlrag Fr.

9118795

Zu Seite 235.

Bankonto.

Eisenbahnen.

Ende 1886.

Fr.

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Ende 1887.

Fr.

Zn amorüsiren.

Veränderung.

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Ende 1887.

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Fr.

113,712,321 114,151,830 439,509 . . 11,555,856 11,625,531 70,675 . . 1,232,377 1,232,377 20,005 4,678,996 4.099,001 218,619,738 220,252,386 '1,632,648 . . 63,226,848 66,683,329 3,456.481 . .

8,810,813 8,810,813 1,657,821 1,662,896 5,075 Jura Neuchâtelois . . . . 5,567,682 5,567,682 238,770 Kriens-Luzern-Bahn . . .

246.504 7,734 140,996,292 141,010,147 1 Nordostbahn 300,661 Zürich-Zug- Luzern . . . 11,709,947 11,706,752 1,845 Bötzbergbahn . . . . 23,377,189 23,391,632 14,814 3,523,618 3,608.447 SeBthalbahn 84,829 Suisse Occidentale . . . . 177,393,843 178.175,833 781,990 Bulle-Romont . . . . 2,778,210 2,780,493 2,283 Val-de-Travers . . . . 1,009,041 1,023,513 14,472 Pont-Vallorbe . . . . 1,148,622 1,115,077 106,455 7,333,842 7,347,480, Tössthalbahn 15,206 Vereinigte Schweizerbahnen 73,032,062 73.361,888 342,976 - Toggenburgerbahn . . . 4,000,000 4,000,000 1,287,918 1,287,918 "Wald-Rüti Rapperswyl-Pfät'fikon . .

825,000 824,997 Wädensweil-Einsiedeln . .

4,000,000 4,057,911 59,691 3,790,487 3/J75.494 185,007 6,129,693 6,138,073 Arth-Rigibahn . . .

8,380 460,563 Birsigthalbahn . . . .

460,563 630,779 630,779 Frauenfeld- Wyl Geneve-Veyrier 420,128 420,128 1.202,697 1,202,697 Lausanne-Echallens . . .

2.235,297 2,235,297 Rigibahn Rigi-Scheidegg-Bahn . . .

65,500 65,500 Rorschach-Heiden . . . . 2,200,000 2,200,000 _AA2 n t f V KnamiA

Ende 1886.

Fr.

Fr.

Fr.

Veränderung.

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Fr.

Fr.

20,262,764 19,802,764

Csntralbahn i Aargauische Südbahn ' Women-Bremgarten ' Emmenthalbahn Gotthardbahn Jura-Bern-Luzern-Bahn Bern-Luzern-Bahii .

460,000,

1,000 _

60,000 11,802,712 12,370,203 15,029 _' 161,333 166,408

--

2,000 286,806 23,454,471 22,834,471 5,040 371 47,491,805 46,935,505 2

5,075: 420,000

665,502

665,502 8,200

242,275

242,275

30,358

30,358

2,000 1,040,000 t

300

556,600 1

140,000 1,568 89,928 224,928 13,150 10,455,233 10,001,233 3 1,780

60,000 215,200

782,691 15,029

3

8,200

135,000 454,000

-- 1

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236

wovon auf den Bau neuer Linien

.

Uebei-trag Fr.

.

9118795 5 043186

fallen und als Verwendungen auf den Ausbau der alten Linien und Ergänzung des Betriebsmaterials die bedeutende Summe von .

. Fr.

4 075 609 sich herausstellt.

Am 16. März 1888 hat das Buudesgericht die im letzten Geschäftsbericht erwähnte E i n s p r a c h e g e g e n d i e B i l a n z d e r No r d o s t b a h n von 1886 in der Art entschieden, daß das Begehren des Bundesraths, die dem Baukonto belasteten Ausgaben iu die Betriebsrechnung zu verweisen, gutgeheißen wurde bezüglich der folgenden Posten : Fr. 368. 30 für das Anbringen von Druckschienen.

,, 2738. 75 für den Ersatz einer hölzernen durch eine steinerne Einfassung einer Güterrampe.

,, 418. 48 für Ankauf und Zuleitung von Quellwasser zu einer bereits bestehenden Anlage.

Genehmigt wurde dagegen der Anspruch der Nordostbahn, die Aktiven der Bilanz mit folgenden Auslagen zu belasten : Fr. 1719. 58 für das Anbringen von Fangschienen an der Thurbrücke bei Andelfingen.

fl 1932. 68 für drei neue Geleisestücke im Bahnhof Zürich in einer Gesammtlänge voii 141 Meter.

,, 1649. 52 für die Vermehrung der Geleiseanlagen im Bahuhof Pfiiffikon.

,, 2925. -- Zinse auf einer im Rechnungsjahr zur Ablösung gekommenen Bauverpflichtuug.

Die Anbringung von Fangschieuen wurde vom Bundesgericht als eine wesentliche Verbesserung im Sinn des Gesetzes vom 21. Dezember 1883, die Einlegung der an sich und im Verhältniß zu den betreffenden Bahuhofanlagen geringfügigen Geleisestücke in Zürich und Pfäffikon als eine Vermehrung der Anlagen erkannt, und der Anspruch der Nordostbahn auf Verrechnung von Zinsen zu Lasten des Baukonto mit der Begründung gutgeheißen, daß als Entschädigungssumme nicht der zur Zeit des Baues deponirte Kapitalbetrag von Fr. 8000, sondern neben diesem auch die aus der Anlage desselben seither erworbenen Ziuse als die den Bau belastende Entschädigung anzusehen seien, weil die Nordostbahn von vornherein sich habe verpflichten müssen, dem Expropriateu nicht nur dio

2U7 ursprüngliche Kaution , sondera auch die darauf erlaufenden (mit demselben zu erwerbenden) Zinsen auszuhändigen, welche damit zu einem Bestandtheil des vertraglich vereinbarten Ablösungskapitals geworden seien.

Wir können uns der Befürchtung nicht entschlagen, daß die Folge dieser und der frühem ähnlichen Entscheidungen nicht die Befestigung der Finanzlage der Gesellschaften sein werde, welche das Bundesgesetz über das Rechnungswesen der Eisenbahngesellsehaf'ten zum Zielpunkt hat, und wir werden uns angelegen sein lassen, zu untersuchen, ob nicht durch eine Ergänzung des Gesetzes im Sinne einer Spezifikation der nach Schluß des Baues weiter auf Baukonto zu tragenden Verwendungen der Dualismus beseitigt werden kann, welcher in der verschiedenen Auffassung des Bundesraths und des Bundesgerichts dermalen besteht, Die Erledigung der bezüglich der Bilanzen von 1887 vor Bundesgericht getragenen Anstände fällt ins Jahr 1889.

Mit dem 1. Mai 1888 hat die zehnjährige Periode begonnen, deren durchschnittlicher Reinertrag als Ausgangspunkt für die bei dem k o n z e s s i o n s g e m ä ß e n R ü c k k a u f der meisten und bedeutendsten Eisenbahnen vom Bund zu bezahlende Entschädigung gelten soll ; immerhin in der Meinung, daß diese nicht weniger als das ursprüngliche Anlagokapital betragen darf, von welchem, bei den seit 1873 ertheilten Konzessionen, der Betrag eines allenfalls vorhandenen Reserve- und Erneuerungsfonds in Abrechnung zu bringen wäre. Wie ändern Orts schon wiederholt hervorgehoben worden ist, läßt die Vielzahl der Konzessionen, auf welcher fast jede der größern Gesellschaften beruht, die Eventualität zu, daß der Bund für die eiuen Linien den über dein Baukapital stehenden Ertragswerth, für die ändern dagegen das über dem letztern stellende Anlagekapital zu bezahlen haben wird, wenn er nicht, was ihm allerdings zustehen würde, eine Auswahl der Linien trifft, durch welche der in dieser Disposition liegende Nachtheil vermieden wird.

Wir haben die Gesellschaften durch Kreisschreiben vom 21. Juli 1888 eingeladeu, ihre Ertragsrechnungen von 1888 an auf die einzelnen Konzessionen zu richten, denselben aber gleichzeitig Unterhandlungen darüber anerboten, ob nicht die Konzessionen jeder Gesfllschaf'f.

einheitlich und in dem Sinn zusammengelebt werden könnten, daß w-.

O O beim Rückkauf entweder
der Ertragswerth der sämmtlichen Linien oder der Anlagewerth derselben bezahlt werden müsse. Wir gingen dabei von dem wohl unanfechtbaren Grundsatze aus, daß der Burnì, wenn er überhaupt Bahnen zurückkaufen will, den Besitz der sämmtlichen Hauptbahnen des Landes zu erwerben habe, 'und dalï es nicht zuläßig sei, die einzelnen Bahnen einer Gesellschaft konn

238 zessions- und stückweise zu kaufen. Dieses letztere Verfahren würde in der Regel zur Folge haben, daß nur die weniger gut rentirenden Bahnen in dem Besitz der Gesellschaften verblieben und diese damit in die Unmöglichkeit versetzt würden, den Bedürfnissen de» Verkehrs zu genügen, wodurch eine Benachteiligung großer und wichtiger Landestheile entstehen müßte, welche der Bund niemals in Aussicht nehmen kann. Abgesehen von diesem entscheidenden Moment, wird es, wenn nicht unmöglich, doch mit den grössten Schwierigkeiten verbunden sein, die Grundsätze festzustellen, nach denen die Rechnungen für die einzelneu Konzessionsstrecken aufzustellen sind, ganz abgesehen von der kaum zu bewältigenden Arbeit, welche sieh aus dieser, die Zahl der Rechnungen mindestens verfünffachende Rechnungsweise für die Gesellschaften sowohl, als für den Bund ergeben würde.

Eine Verständigung zwischen dem Bund und den Gesellschaften ist um so mehr vorauszusehen, als beide Theile nicht auf greifbare Rechte, sondern in Wahrheit nur auf Eventualitäten zu verziehten haben Die meisten Gesellschaften haben von unserm Anerbieten Gebrauch gemacht, und es ist mit einer derselben, nämlich der Jura-Bern-LuzernBahn unter dem Genehmigungsvorbehalt der kompetenten Gesellschaftsbehörden ein Uebereinkommen bereits vereinbart, wonach im Fall des konzessionsmäßigen Rückkaufs auf den nächsten offenen Termin die sämmtlichen dermalen im Eigenthum der Gesellschaft befindlichen Eisenbahnen mit der Wirkungo als ein Ganzes behandelt werden sollen, daß für die Ermittlung der Rückkaufssumme der nach Maßgabe der Konzessionen festzustellende Reinertrag der K ä in m ti i eh en Linien während der zehn Kalenderjahre gelten soll, die dem Zeitpunkt, in welchem der Bund den Rückkauf erklart, vorangehen; immerhin unter Wahrung des Anspruches der Jura-Bern-Luzern Bahn auf Vergütung mindestens des ursprünglichen Aulagekapitals im Sinn der Konzessionen.

Als nächster offener Rückkaufsterm gilt der 1. Mai 1903, als Kündigungstermin der 30. April 1898.

Der Bundesrath verzichtet dagegen auf die im Beschluß vom 21. Juli für jede einzelne Konzession verlangte besondere Ermittlung der Reinertrügnisse.

Mit den übrigen Gesellschaften sind die Verhandlungen noch schwebend.

23i>

II. Postverwaltung.

I. Allgemeines.

Der Postverkehr im Allgemeinen hat im Berichtjahve gegenüber dem Vorjahre wiederum bedeutend zugenommen. Etwelche Verminderung, welche ohne Zweifel auf die sehr ungünstige Witterung des Sommers und die daherige Beeinträchtigung des Fremdenbesuches zurückzuführen ist, ergibt sich im Briefpostverkehr mit dem Auslande.

Trotz des hieraus entstandenen Ausfalles ist das Rechnungsergebniß des Jahres 1888 ein sehr günstiges. Ueber das ursprüngliche Budget hinaus mußten Kredite im Gesammtbetrag von Fr. 342,000 bewilligt werden. Nichtsdestoweniger übersteigt der Reinertrag von 1888 den Ansatz des Budgets um Fr. 178,759. 06 und den vorjährigen Reinertrag um Fr. 221,713. 97. Auf die Rechnungsergebnisse im Nähern einzugehen, ist Sache des Rechnuugsberichts, auf welchen wir diesfalls verweisen.

Die in besonderer Ausgabe erscheinende allgemeine Post- und Telegraphenstatistik enthält alle nöthigen Angaben über die Zahl der Poststellen, den Stand des Personals und den Umfang des Verkehrs in seinen verschiedenen Zweigen, und wir lassen einen AUH/.UIÌ aus dieser Statistik, welcher die hauptsächlichsten Ergebnisse derselben darstellt, hienach folgen.

240 Auszug aus der Statistik der

Postverwaltung.

Ameahl 1887

1888

815

Postablagen, rechnungspflichtige ,,

1,812

816 1,340 , 866 19 !

1,783 .

4,627

4,460

1,382

nicht rechnungspfl«jhtige

. .

866 14

Bedienstete (Ablagehalter, Briefträger, Kon-

l

Briefpost: Interner Verkehr: Postkarten

Rekommandirte Briefpostser düngen . .

Verkehr mit dem Aaslande:

Postkarten Drucksachen

i

t Versandt \ Empfang {Versandt Empfang / Versandt ( Empfang

60,195,703 11,531,351 17,000,491 751,708 68,076,584 1,113,924

57,260,741 10,620,642 15,537,678 754,978 : 64,373,458 1,026,547

11,485,062 12,929,117 3,268,486 2,449,694 5,143,011 7,395,635

11,918,637 13,164,619 3,207,474 2,360,397 4,754,384 7,573,477

Augnili 1888

Betrag

1887

Brief post:

1888

1887

Fr.

Fr.

Verkehr mit dem Ausländer Waarenmuster Kekommandirte Briefpostsendungen r f> Geldanweisungen : Interner Vorkehr .

,, , , . . , . , , " Verkehr mit dem Anstände

.

( Versandt I n ^ Jtmpfang

2,644,089 347,623 247,199

2,488,221 324,460 238,477

( Versandt J Empfang | Transit

8,852,055 858,869 1,414,748 424,494

8,828,127 1,333,344,560! 1,271,876,480 ' 824,556 88,445,389 > 99,118,609 ', 1,383,340 68,870,580 ' 90,392,241 \ 441,578

. . . .

( Versandt l Empfang

3,417,313 76,677 115,184

3,180,589 75,281 108,838

22,276,879 1,213,962 2,354,723

20,896,195 1,089,293 | 2,264,780 |

.

/ Versandt ^ Empfang

181,299 7,669 73,513

169,565 6,614 57,698

21,666,891

20,143,335

3,399,963

3,038,818

Fahrpost : Interner Verkehr Verkehr mit dein Auslande (inkl. colis postaux) Nachnahmen : Interner Verkehr Verkehr mit dem Auslande Einzugsmandate : Interner Verkehr . .

,, , , . . . . . .

.

.

.

.

1 l Ì

477,818 670,371 497,903 588,301

. . . . { _ , \ Empfang .

-

491,959 692,692 510,822 583,167

{ -n "" \ Empfang

1

_

294,137,045 19,389,057 15,153,400

1 275,410,943 18,364,644 \ 15,288,394 i

l

Betrag des deklarirten Werthes.

to *-

1

242

Wir lieben folgende Thatsachen hervor: Im Innern Verkehr zeigt sieh eine verhältnißmäßig starke Zuuiihmu der r e k o m m a n d i r t e n B r i e f p o s t s e u d u n g e n.

Sie beträgt 87,377 Stück oder 8,5% (ititi! gegenüber 1886 nur 51,345 Stück oder 5,2 °,o).

2 Während, wie im Eingange des Berichts bemerkt, der B r i e f p o s t v c r k e h r mit dem A. u s l a m i e gegenüber dem Vorjahre eine Verminderung erzeigt, ergibt sich eine erhebliche Zunahme des internationalen Verkehrs au Fahrpo.ststiicken, Nachnahmen und Kiniougsmandaten, ein Beleg für die an genannter Stelle ausgesprochene Voraussetzung, die fragliche Verminderung betreffe den Fremdenverkehr (also nicht den ständigen Geschäftsverkehr).

3. Die Zahl der Fahrpoststiieke, welche über die Schweiz t r a u s i t i r t e n , betrug im Jahr 1881 : 10,248 ,, ,, 1882-. 80,344 ,, ,, 1883: 225,155 ,, ,, 1884: 272,464 ,, ,, 1885: 358,192 ,, ,, 1886: 407,545 ,, ,, 1887 : 441,578 ,, ,, 1888: 424,494 Die Verminderung gegenüber 1887 rührt von dem Umstände her, daß vom \. Oktober 1887 an eine direkte Auswechslung von Poststücken zwischen dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Irland einerseits und Italien andererseits auf dem Wege über Frankreich eingeführt wurde. Diese Stücke waren vorher über Belgien, Deutschland und die Schweiz spedirt worden.

II. Vorlagen an die Bundesversammlung und Erlasse derselben.

  1. Den G e s e t z e s e n t w u r f , durch welchen das Postulat der Bundesversammlung vom 29. April 1880, Nr. 380, betreffend die Rechtsverhältnisse der Postverwaltung gegenüber den Reisenden und Postillonen im Falle von Verletzungen und Tödtimgen, sowie das Postulat Nr. 146 vom 20. Februar 1878 betreffend die B9sorgung von Wechselprotesten durch die Post erledigt wird, werden wir den gesetzgebenden Räthen mit Beförderung vorlegen.

243

2. Die Frage der R ü c k t r i t t s g e h a l t e /u Gunsten eidgenössischer Beamter und Angestellter, zu welcher auch die bereits in den beiden letzten Jahresberichten erwähnte, vom Nationalruth uns unterm 10. Dezember 188(5 zum Bericht überwiesen« Petition des Herrn B. de Bude in Genf gehört, ist aeareuwärtia beim Doparlement des Innern in näherer Untersuchung.

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3. Hei Anlaß der Aufstellung des Voranschlages für 188!)

(Bundesbeschluß vom 21. Dezember 1888) hat die Bundesversammlung den Bundesrath eingeladen, bei der Vorlage des allgemeinen Besoldungsgesetzes zu untersuchen, ob n i c h t der G e h a l t der u n t e r n P o st be a m t ou ( B r i e f t r ä g e r , B r i e f k ä s t en l eer er, P a c k e r etc.) zu v er I) es s e r u u n d das B es o I d u n g s s y ste in d e r Bea m t e n I. u n d II. K lasse a u c h a u f diese A n g e s t e l l t e n a u s z u d e h n e n sei.

Wir werden s. /. diesem Auftrag entsprechende Vorlage macinai.

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Außer diesem letztern und den in Ziffer l hievor erwähnten Postulaten liegen gegenwärtig in Bezug auf die; Postverwaltuug 1 keine unerledigten Postulate oder andern Auftrage der Bundesversammlung vor.

4. Mit Bundesbeschluß vom 23. März 1888 (Bundeshlatt II, 148) wurde der Bundesrath ermächtigt, auf Rechnung des Jahres 1888 von Herrn Notar Louis Mavo r in M o n t r e u x dessen Liegenschaft, genannt Cios de Vernex, für den Post-, Telegraphen- und Telephondienst anzukaufen und das betreffende Gebäude »u diesem Zwecke entsprechend umzubauen und einzurichten.

Der Kauf wurde am 11. Juni 1888 abgeschlossen. Für die Umbau- und Einrichtungsarbeiten wurden die nöthigcn Vorbereitungen getroffen und es werden diese Arbeiten mit Eintritt (Ungünstigen Witterung begonnen werden. Wir erinnern daran, daß Post, Telegraph und Telephon schon seit längerer Zeit in fraglichem Gebäude sieh befinden, daß aber die Einrichtung dringiuid einer durchgreifenden Verbesserung bedarf.

5. Durch Bundesbeschluß vom J29. Juni 1888 (BundesbluU III, 807) wurde der Bundesrath ermächtigt, behufs Erstellung uines n e u e n P o s t g e b ä u d e s in G e n f einen Bauplatz um die Summe von höchstens Fr. 500,000 anzukaufen.

In unserer Botschaft vom 1. Juni 1888 (Bundcsblatt IV, 447) hatten wir, aus mehrfachen Gründen, von den zwei damals offerirten

244

Bauplätzen demjenigen an der Rue du Montblanc, auf welchem das Lagerhaus (Entrepôt) steht, den Vorzug gegeben. Später wurde von Vertretern eines Theils der stadtgenferischeu Bevölkerung das Projekt aufgestellt, das neue Haupt-Postgebäude, unter vollständigem Aufgeben des gegenwärtigen, auf die Insel (Ile) zu verlegen. Nach genauer Untersuchung mußte aber, der enormen Kosten wegen, welche die Verwirklichung des genannten Projekts erfordert hätte, davon Umgang genommen werden. Schließlieh nahmen wir, im vollkommenen Einverständnis mit den Behörden des Kantons sowohl als der Stadt Genf, den oberwähnten Platz an der MontblancStraße definitiv in Aussicht. Die Festsetzung der mit dem Ankauf des fraglichen Bauplatzes verknüpften nähern Bedingungen gesehah, Dank dem Entgegenkommen der Behörden des Staates Genf, auf rasche und befriedigende Weise, und so konnte am 18. Dezember '1888 der Kauf definitiv gefertigt werden. Der Kaufpreis, für 2500m 2 , betrug, dem oberwähnten Bundesbeschluß entsprechend, die Summe von Fr. 500,000. Am 28. Dezember wurde sodann die öffentliche Konkurrenz eröffnet (bis 16. April 1889) für die Aufstellung von Entwürfen zum Bau des neuen Postgebäudes in Genf.

III. Unterhandlung., Abschluß und Vollziehung von wichtigern Verträgen.

  1. Inland.
  2. Die Beziehungen des Postdieustes y.ur B r U n i g b a li n wurden durch einen Vertrag mit der Verwaltung der Jura-Bern-Lu/.erii-Bahn, vom 16./25. August 1888, der in Nr. 19 des Postamtsblatts eingerückt ist, geordnet.
  3. Für die Regelung der Beziehungen des Postdienstes /u den betreffenden Bahnen wurden fernere Verträge abgeschlossen : a. den 26./31. Mai 1888, mit der Verwaltung der R e g i o n a l b a h n P o n t s - S a g n e - C h a u x - d e - F o n d s , deren Eröffnung auf nächstes Frühjahr in Aussieht steht; b. den 27. Dezember 1888, mit der B ö d e l i b a h n , mit Rücksieht auf die mit 1. Januar 1889 erfolgte Uebertragung des Betriebs au einen neuen Unternehmer. (Der bisherige Vertrag, vom 15. Juni 1872, welcher veraltete Bestimmungen enthielt, ist nunmehr dahingefalleu); · c. mit der R o r s c h a c h - H e i d e n - B e r g b a h n g e s e l l s e h a f t den 29. Dezember 1888. Dieser Vertrag tritt mit der nächsten Sommerfahrtordnung (1. Juni) in Kraft und ersetzt den Ver-

245

trag vom Januar 1876, welcher in einem wesentlichen Punkte, dem Transport der Fahrpostsendungeu mit der genannten Bahn, bis jetzt nicht vollzogen worden war. Vom 1. Juni 1889 an werden nun mit den geeigneten Zügen zwischen Rorschach und Heiden sowohl Brief- als Fahrpostsendungou regelmäßig befördert werden.

3. Den 10./12. Dezember 1888 wurde mit der C o m p a g n i e g é n é r a l e des t r a m w a y s s u i s s e s ein die verschiedenen frühem Abmachungen umfassender Vertrag abgeschlossen für die Regelung der Beziehungen der Post zu dieser Transport-Unternehmung, d. h.

die Besorgung der Postiransporte in Biel (Bahnhof-Stadt) und Umgebungen (Bözingen, Nidau) durch diese Unternehmung.

4. Ueber den am 24./2G. Januar 1888 mit der G o t t h a r d b a h n abgeschlossenen Vertrag betreffend die Beziehungen des Postdienstes zu dieser Bahn haben wir uns bereits im letztjährigen Geschäftsbericht ausgesprochen.

5. Der Vertrag vom 10. Dezember 1885 (Postamtsblatt Nr. 10) sammt Nachtrag vom 6. April 1886 (Postamtsblatt Nr. 24), betreffend die Festsetzung der Entschädigung für den Transport der Fahrpoststücke über 5 kg., abgeschlossen m i t d e n Ver w al t u ngen der Westsch w ei zeri sehen und S i m p l o n b a h n , d o r J u r a B e r n - L u x e r n - B a h n , d e r C e n t r al h a h n , d e r N o r d o s t b a h u und d er Ve r e i n i g t e n S c h w e i z e r b a h n e n , und welchem vom 1. Januar 1886 an auch die Verwaltung des J u r a N e u c h â t e l o i s beigetreten ist, wurde im allseitigen Einverständnis als auch für die Jahre 1888, 1889 und 1890 iu Wirksamkeit bleibend erklärt.

6. Den 13./16. Januar 1888 wurde mit den Herren Gebrüder Troller & Comp. in Luzern ein Vertrag abgeschlossen tur Einrichtung und Betrieb d e r e l e k t r i s c h e n B e l e u c h t u n g i m n e u e n P o s t g e b ä u d e in L u z e r n . Diese Beleuchtung fand denn auch, vom Tage des Bezuges des genannten G-ebäudes an, im Allgemeinen in befriedigender Weise statt.

7. Gestützt auf einen am 15. Juni 1888 mit der Ziirchei' Telephongesellsehaft abgeschlossenen Vertrag werden seit Ende August abhin auch die Lokale des F i l i a l - und T r a n s i t - P o s tb ü r e a u a n d e r B e a t e n g a s s e i n Z ü r i c h e l e k t r i s c h beleuchtet.

246

b. Ausland.

  1. Das am 21. November 1887 abgeschlossene und von der Bundesversammlung am 22. Dezember ^-leioheu Jahres ratitixirtu Uebereiukominen »wischen tler Schweiz nml B e l g i e n , betreffend die l i e s o r g u u g v o n Z e i tu n g s u bo u n u m en tun d u r c h d i e I'os t b ü r e a u x der b e i d e n L ä n d e r (A. S. u. F. X, 417), ist für die seit 1. Janunr 1888 begonnenen /eitMiigsabomieinente in Kraft gesetzt worden.
  2. Von den Angelegenheiten, mit welchen der liundesrath sich in der ihm durch den Weltpostvertrag angewiesenen Stellung xu befassen hatte, erwähnen wir : a. den (bereits im letxtjährigcn Geschäftsbericht erwähnten) Beitritt, des d e u t s c h e n S c h u t z g e b i e t e s der N e u - G u i n e . i i K o i n p a g n i e /.um Weltpostvortru^, vom 1. Januar 1888 an; b. den Beitritt des d e u t s eh en 8 eli u t z ^ e h i e tes v o n Top; o (West a f r i k a) zum eben genannten Vertrag, sowie u\ demjenigen betreffend die Auswechslung von Poststiieken (colis postaux), vom 1. Juni 1888 a n ; e. den Beitritt des d e u t s c h e n S e h u t ·/. g1 e 1) i e tes au d e r S ü d \ v e s t k ü s te von A f r i k a (Groß-Xamaqnahuid, Damaralaud uiid südlicher Theil des Ovanibolandes) zum Weltpositvertrag, vom 1. Juli 1888 an; d . den Beitritt d e s d e u t s c h e n . S c h u t z g e b i e t e s d e r M a r s e h a i l - I n se l n /um Wcltpo.stvcrtrau', vom 1. Oktober 1888 a n ; c. den Eintritt der Regentschaft T u n i s in den Weltpostverein als selbständiges Glied desselben. (Die in Tunesien existireiideu französischen und italienischen Postbureaux waren schon früher itls »um Weltpostverein gehörend angesehen worden.)

Der erwähnte Beitritt von Tunis geschah auf 1. Juli 1888 für den Hauptvertrag (Weltpostvertrag) sowohl als für die Uebereinkommen betreffend die Werthbriefe, die Geldanweisungen, die Poststüeke (colis postaux) und die Einzugsinandate; f. den Wiederbeitritt von R u m ä n i e n zum Vertrag betreffend die Auswechslung von Poststlicken (colis postaux), vom 1. Juni 1888 an (Rumänien war von diesem Vertrag für die Dauer vom 1. April 1887 bis Ende Alai 1888 zurückgetreten); g. die zuerst auf 1. Januar 1888 vorgesehene, dann verschobene, nun aber im Laufe des verflossenen Jahres stattget'undene

247

Vollziehung der verschiedenen Vereinbarungen des Weltpostvereins von Seite der Republik S a l v a d o r ; h. die Vollziehung von Seite C h i l e ' s , vom 1. Mai 1888 au, des Vertrags betreffend die Ausweehslung von Poststückeii (colis postaux) und des Uebereinkotninens betreffend die Geldanweisungen ; i. dit: Verschiebung auf 1. Februar 1888 des im let/.tj übrigen Geschäftsberieht als für 1. Januar 1888 vorgesehenen Beitritts von N o r w e gO e n zum Uebereinkommen vom 21. Marx 1885 betreffend die Einzugsmundate.

8. Der Austausch von W e r t h b r i e f e u findet seit dem I . M ä r z 1888 au auch im Verkehr mit der Republik S a l v a d o r statt.

4. Der G e l d a n w e i s u n g s v e r k e h r wurde vom l. Juni 1888 an im Verkehr zwischen der Schweiz uud der Republik S a l v a d o r und von Ende August 1888 an ini Verkehr zwischen der Schweiz und der Republik C h i l e eingeführt. Das italienische Postbureau in M a s s a u a h (am rothen Meer) wurde vorn Mouat Februar au zum Austausch vou internationalen Geldanweisungen zu den fiir die Bureaux in Italien geltenden Bedingungen ermächtigt.

5. Das Maximum des Betrugs der G e l d a n \v e i s u n g e u im Verkehr mit N i e d e r l ä n d i s c h - I n d i e n wurde vom 1. April 1888 an von 150 auf 250 niederländische Gulden, beziehungsweise 500 Fr., erhöht.

6. Der internationale Verkehr von P o s t s t il e k e u (e o l i s p o s t a u x ) ist im ßerichtjahre ausgedehnt worden wie, folgt: a. vom 25. Januar an auf die britischen Kolonien liathurst (Gambia), Sierra-Leone, Aecra, Cap-Coast-Castle, Quittah und Lagos an der Westküste von Afrika; b. vom 17. März an auf Costa-Rica und die Vereinigten Staaten von Columbien; e. vom i. Mai an auf Chile, sowie auf die Kolonie Viktoria iu Australien; d. vom Ì. Juni an auf das deutsche Schutzgebiet von Togo iu Westafrika ; e. vom 1. Juli an auf Salvador; f. vom 18. Oktober an auf die Falklands-Inseln ; g. vom 20. Dezember an auf Neu-Seeland und Südaustralien.

248

7. Vom 1. Mai 1888 an wurden für die Auswechslung von P o s t s t ü c k e n (colis postaux) zwischen der Schweiz und G r o ß b r i t a n n i e n direkte Kartenschlüsse via Frankreich (das Postbureau London einerseits, das Postbureau Genf, dio Bahnpost NeuenburgPontarlier und das Postbureau Pruntrut andererseits) eingeführt.

Die bezüglichen nähern Bestimmungen sind in Nummer 8 des Postamtsblattes von 1888 enthalten.

8. Der Poststilckverkehr mit den B a h am a - I n s e i n (Westindien) wurde vom 17. Mai 1888 au bis auf Weiteres eingestellt.

9. Die Bestimmungen der für den Weltpostverein bestehenden Vereinbarungen wurden infolge A b s t i m m u n g u n t e r d e n b e t h e i l i g t e n V e r w a l t u n g e n abgeändert : a. in Bezug auf die Zugehörigkeit von Ländern und Ortschaften zum Weltpostverein, durch die im Postatntsblatt von 1888, Nummern 2 und 4 enthaltenen Bestimmungen; b. in Bezug auf die für Egypten geltenden Aequivalente in dortiger Währung (Piaster und Tausendstels-Pi'und) beim Bezug der Taxen von 5, 10 und 25 Centimen (Postamtsblatt 1888, Nr. 6); <s. in Bezug auf die Taxäquivalente genannter Art, sowie beziehungsweise für die Beträge von 25 und 50 Centimen, findie deutschen Schutzgebiete Kamerun, Neu-Guinea, Togo, Siidwestafrika und Marschall-Inseln, und für die Republik Salvador (Postamtsblatt 1888, Nr. 11); d. in Bezug auf die Vormerkung der offen versandten rekommandirlen Briefpostgegenstände, durch Postamtsblatt Nr. 12 von 1888; e. durch Festsetzung der Taxäquivalente für Gibraltar und Malta (Postamtsblatt Nr. 21 von 1888).

10. Der Art. VI des Reglements betreffend den i n t e r n a t i o n a l e n /eitungs-Abonnementsdienst z w i s c h e n der S c h w e i z und B e l g i e n wurde dahin ei-gänzt, daß Abonnemente nicht nur fur je 3, 6 oder 12 Monate, sondern, wenn damit ein laufendes Quartal beendigt wird, auch für die Dauer von l und von 2 Monaten angenommen werden können.

11. Gemäß Verständigung mit den betreffenden auswärtigen Postverwaltungen wurde die B e z a h l u n g des Z o l l e s auf Postsendungen durch den Aufgeber (Verzollung au der Grenze und Kückaurechnuug an den Aufgeber mittelst Frankozeddel) vom 15. November 1888 an an der Grenze von B a y e r n (Lindau) und W U r t-

24Ì) te m b erg (Friedrichshafen) in gleicher Weise ermöglicht, wie dies schon früher an der Grenze des deutschen Reichspostgebiets (Basel) der Fall war. Die im letztjährigen Geschäftsbericht unter Rubrik VIII (Wichtigere Vorkommnisse im Postbetrieb), Ziffer 2, erwähnten, auf den gleichen Zweck hinzielenden Verhandlungen mit der österreichischen Postverwaltung sind dagegeo leider resultatlos gehlieben.

12. Für Vor Verzollung von P o s t s t ü c k e n (colis postaux) nach den N i e d e r l a n d e n , im Sinne von Z. 11, wurde eine Vereinbarung, welche mit dem 1. Januar 1889 in Kraft getreten ist, getroffen.

13. Vom 1. August 1888 an wurden die Taxen für Wer t hb r i e f e und P o s t s t ü c k e mit Werthaagabe nach den nicht angrenzenden Ländern ermäßigt.

14. Mit der k. k. österreichischen Postverwaltung wurde in Bezug a u f d i e G r e n z p o s t k u r s e z w i s c h e n S c h a l s u n d Ivan d e c k eine vom 15. Juni 1888 an gültige Vereinbarung getroffen. Dieselbe ist in Nr. 9 des Postamtsblattes von 1888 enthalten.

15. Der (in uaserm Geschäftsbericht von 1884 erwähnte) Vertrag mit der Unternehmung für die D a m p f ' s c h i ff fa h rt a u f dem L a n g e n s e e erlitt mehrfache Abänderungen infolge der Eröffnung der Eisenbahn zwischen Gravellona und Domodossola und der daherigeu Aufhebung der schweizerischen Postkurse zwischen Domodossola und Intra (9. September 1888). Dieser Vertrag ist nun aber dadurch ganz dahingefallen, daß die genannte Unternehmung vom 1. Januar 1889 aa durch eine neue (Impresa di Navigazione sul Lago Maggiore, mit Gesellsehaftssitz in Mailand) ersetzt wurde. Die Uaterhandlungeu für die definitive Regelung der Beziehungen der schweizerischen Postverwaltung mit dieser neuen Unternehmung werden erst im Jahr 1889 ihren Abschluß finden können.

16. Aus dem Bericht des i n t e r n a t i o n a l e n B u r e a u d e s W e l t p o s t v e r e i n s , welcher zur Verfügung der Bundesversammlung steht, entnehmen wir die Thatsaehe, daß die Ausgahen dieses Bureau für 1888, nach Abzug eines kleinen Saldoubertrags vom Jahre 1887, die Summe von Fr. 78,958. 23 betragen haben, an welche Summe die Schweiz Fr. 1350 zu bezahlen hit. Für 1887 betrugen die Ausgaben des internationalen Postbilreau Fr. 81,618. 62 und der Beitrag der Schweiz Fr. 1400.

ßundesblatt. 41. Jahrg. Bd. II.

17

250

IT. Personelles und Besoldungen.

  1. Bestand des Personals.

Die Gesammtzahl der Postbureaux belief sich Ende 1888 auf 815 und hat somit gegenüber dem Vorjahre um l abgenommen.

Diese Abnahme hat ihren Grund in der Umwandlung eines unbedeutenden Postbureau in eine Ablage. Die Zahl der Postablagen ist von 2206 auf 2248 gestiegen, also Vermehrung um 42. Die Gesammtzahl der Poststellen (einschließlich 14 Agenturen im Auslande, 1887: 19) beträgt 3077, wus eine Vermehrung um 36 seit Ende 1887 ausmacht.

Die Postbureaux klassitìziren sich wie folgt : I . Klasse (Sitz d e r Kreispostdirektionen) .

.

II. Klasse (Bureaux mit mehreren Beamten) .

III. Klasse (übrige Bureaux) Filialen

.

.

11 93 685 26

Total 815 Die 2248 Postablagen zerfallen in ' 1382 rechnungspflichtige, alle mit dem gesammten internen Geldanweisungsdienst und mit dem Aufgabedienst für interne Einzugsmandate betraut und 228 zum direkten Geldanweisungsverkehr mit dem Auslaude ermächtigt (Einzahlungen nach dem Auslande können indeß bei allen rechnungspflichtigen Ablagen gemacht werden), und 866 nicht rechnungspflichtige.

Die Zahl der Postbüreaubeamten (inkl. die Kreispostdirektionen, aber mit Ausnahme der eigentlichen Direktionsbeamten [Direktor, Adjunkt, Kontroleur und Kassier]) belief sich Ende 18b8 auf 1723, gegen 1695 auf Ende 1887; Vermehrung sonach um 28.

Die Büreaubeamten unterscheiden sich wie folgt : Bureau- und Dienstchefs bei den Kreispostdirektionen (ohne Direktor, Adjunkt, Kontroleur und Kassier), sowie bei den Bureaux I. Klasse 87 Kommis bei den Bureaux I. Klasse (inkl. die bei den Kreispostdirektionen verwendeten) .

.

.

.

. 586 Postverwalter und Chefs bei den Bureaux II. Klasse .

110 Kommis b e i d e n Bureaux I I . Klasse .

.

.

.

255 Posthalter (Beamte bei den Bureaux III. Klasse) .

.

685 Total ~1723

251 Die Zahl der definitiv angestellten Kondukteure (.224) hat sich gegenüber 1887 um 6 vermehrt.

Die Zahl der Brief- und Paketträger. Packer, Büreaudiener und übrigen Bediensteten, mit Ausnahme der Ablagehalter und Kondukteure, hat sich um 119 vermehrt. Ihre Zahl betrug nämlich auf Ende des Berichtjahres 2155 gegenüber 2036 im Vorjahre.

Die Gesammtvermehrung des fix angestellten Personals beträgt mit Einschluß eines Beamten hei der Oberpostdirektion 196 Beamte und Bedienstete und die Gesammizahl der Beamten und Bediensteten (einschließlich des Personals bei der Oberpostdirektion und der eigentlichen Kreisdirektionsbeamten) 6439.

Dem weiblichen Geschlechte gehören an: Von 673 Beamten der Bureaux I. Klasse 43 = 6,39 % ,, 365 ,, ,, ,, H.

,, 46 = 12,60 «/o ,, 685 ,, ,, ,, III.

,, 177 = 25,84 o/o ,, 2248 Ablagehaltern .

.

436 = 19,39 % ,, 2379 Bediensteten .

.

.

.

58 = 2,43 °/o Von 6350 Beamten und Bediensteten . 760 = 11,97 % Im Bestand des fix augestellten Personals kamen im BerichtJahre folgende Mutationen vor: Beamte. Bedienstete. Total.

Versetzungen (freiwillige) .

.

.45 20 65 Todesfälle 32 65 97 Freiwillige Rücktritte .

.

. 17 76 93 Abberufungen (inkl. Demissionen auf Einladung der Verwaltung hin) . 10 61 71 Total

104

222

326

2. Aspiranten und Lehrlinge.

Im Jahre 1888 wurden 3 Lehrlinge aufgenommen, welche bereits im Vorjahre die Aufnahmsprüfung mit Erfolg bestanden hatten.

Patentirt wurden 11 Aspiranten, von welchen erhielten: l die I. Note (vorzüglich), 8 ,, n. ,, (gut), J^,, III. ,, (genügend).

Total TP Ende 1888 standen in Verwendung: 96 patentirte Aspiranten (27 weibliche), 104 Lehrlinge (18 ,, ).

Total 200 Aspiranten u. Lehrlinge (45 weibliche).

252

3. Stand der Besoldungen.

Der Stand der Besoldungen auf Ende des Berichtjahres, verglichen mit dem Stande auf Ende 1886 und 1887, findet sich uaf nachfolgender Tabelle.

Bezüglich der Nebeneinkommen, welche einzelne. Postbeamte und Angestellte für den Zollbezug auf Postsendungen und für die Besorgung des Telephondienstes beziehen, wurden Verordnungen erlassen (Bundesblatt 1888, Bd. L S. 59 und 62), welche mit 1. Januar 1888 in Kraft getreten sind und die Höhe dieser Einkünfte und die Bezugsberechtigung für die betreffenden Beamten und Angestellten einheitlich regeln.

Im Uebrigen beziehen wir uns hinsichtlich der Ausgaben an Besoldungen auf den Rechnungsbericht.

253

Oberpostdirektion

.

Kreispostdirektionen .

1886 1887 1888 1886 1887 1888

.

M

Durchschnitt der JahresbesolduDg.

Fixe Jahres- ; besoldung : derselben. :

Zahl der fix !

Angestellten.

Gehaltsvergleichungen.

Dezember 1886, 1887 und 1888.

Fr.

39 ' 157,004 43 ' 173,416 441 175,076 44 213,666 44 213,666 43 ' 209,070

Fr.

4026 4033 3979 4856 4856 4862

84 323,856 547 1,283,040 85 326,700 561 1,345,908 90 345,324 575 1,382,004

3855 2346 3844 2399 3837 2403

W)

a i ü sS !>·§ : 1 '§ 1888 j;egenüber 1887.

°/o

%

--

-- 1,33 --

-- -- 0,12

--

Bureaux I. Klasse: a.

b.

a.

b.

a.

b.

Bureau- und Dienstchefs Commis .

.

.

Bureau- und Dienstchefs Commis .

.

.

Bureau- und Dienstchefs Commis .

.

.

) *0ar} 1886 Ì 1007 / lö0' | , OOQ / lb88

--

__

0,16

0,18"

Bureaux II. Klasse: 110 248 111 248 109 255 Bureaux III. Klasse . 1886 681 1887 685 1888 684 Ablagen .

.

. 18862174 1887 2212 1888 2229 Briefträger, Boten etc. 1886 1956 1887 2035 1888 2148 Kondukteure .

. 1886 216 1887 220 1888 223 a.

b.

a.

b.

a.

b.

Postverwalter u. Büreauchefs Commis .

.

.

Postverwalter u. Büreauchefs Commis .

.

.

Postverwalter u. Büreauchefs Commis .

.

.

1 1

l 1UBß f 18öb \ , QO ,, / lbö' 1 1 0QQ ( lö00

394,524 *2 576,084 403,656 a 571,344 « 389,772 22 601,268 1,092,012 2 1,083,552 »2 1,138,716 1,149,070 22 1,225,870 1,258,876 " 2,507,508 2,633,416 2,776,596 578,220 588,720 601,800

3586 *2 2323 3637 a 2304» 3576 22 2358 1606»2 1582 2 1657 529 22 5542 565 1282 1294 1293 2677 2676 2699


2,34 -- -- 4,74 -- -- 1,98 -- -- --

0,86

-- -- -- 1,67» -- -- -- -- -- -- -- -- 0,07 -- -

Eine Stelle vakunt. * Telegrapheneinkommen nicht Inbegriffen.

Die Verminderung hat ihren Grund in dem Umstände, dass aufgetretene Beamte durch jüngere, mit geringerem Gehalte, ersetzt, resp. neue Anstellungen mit dem öehalteminimum bedacht wurden.

i ,

254 4. Entschädigungen bei Unfällen des Postpersonals.

Die durch einen ständigen jährlichen Bundesbeitrag von Fr. 8000 unterhaltene Unfallkasse wurde in 109 Fällen für eine Gesammtsumme von Fr. 15,296. 20 in Anspruch genommen.

Die außerordentliche Höhe der Summe hat ihre Ursache hauptsächlich darin, daß in einem Falle, bei welchem der Tod des Verunglückten eintrat, der Familie desselben gemäß § 2, litt, a, der Verordnung betreffend Ausrichtung von Entschädigungen bei Unfällen des Poslpersonals im Dienste, vom 30. Dezember 1881 (A. S. n. F. V, 920), eine Entschädigung von Fr. 5000 geleistet und in einem ändern Falle der tägliche Kurkostenbeitrag während 92 Tagen auf den hohen Betrag von Fr. 14. 60 festgesetzt werden mußte, weil die Verpflegung des vom Unfall Betroffenen über genannte Zeit außerhalb seines Wohnortes in einem Hotel stattfinden mußte und dessen chirurgische Behandlung (ein komplizirter Beinbruch) außergewöhnliche Kosten verursachte.

Die Speziairechnung über die Unfallkasse schließt auf Ende 1888 mit einem Aktivsaldo von Fr. 65,200. 54 gegenüber Fr. 69,177. 27 auf Ende 1887 ; es ist somit im Berichtjahre eine Vermögensverminderung von Fr. 3976. 73 eingetreten.

5. Bürgschaften.

Der schweizerische Amtsbürgschaftsvereiu hatte im Berichtjahre Verluste im Betrage von Fr. 1498. 94 zu tragen, wovon jedoch die Summe von Fr. 680 für bereits geleistete oder doch garantirte Erstattungen in Abzug zu bringen ist, so daß der Nettoverlust sich nur auf Fr. 818. 94 belaufen wird, gegenüber Fr. 2724. 47 im Vorjahre. Das Gesammt vermögen des Vereins belief sich auf Ende 1888 auf Fr. 132,036. 18.

Der Bestand des Vereins und der Bürgschaftssummen war folgender : Zahl der Mitglieder auf 1. Januar

Bürgschaftssumme auf 1. Januar

1889. 1888.

1889.

1888.

Postverwaltung .

. 5418 5187 17,879,000 17,130,000 Telegraphenverwaltung . 559 552 1,131,000 1,098,000 Zollverwaltung .

. 333 185 604,600 298,800 Andere eidg. Verwaltungen 10 9 45,500 .39,500 Die vom Vorstande der Schweiz, gemeinnützigen Gesellschaft angeregte und im letztjährigen Geschäftsberichte bereits berührte

255 Frage der Ausdehnung des Schweiz. Amtsbürgschaftsvereins auf kantonale Beamte und Bedienstete ist im Laufe des Berichtjahres fallen gelassen worden, namentlich mit Rücksicht auf den Umstand, daß derselben im Schooße des Vereins sehr wenig Sympathie entgegengebracht wurde und voraussichtlich eine Statutenrevision, welche nicht hätte umgangen werden können, von der Mehrheit der Mitglieder des Schweiz. Amtsbürgschaftsvereins abgelehnt worden wäre.

V. Inspektionswesen.

  1. Es wurden folgende Inspektionen stationärer Poststellen vorgenommen : 1871 (11 Monate) .

. 981 1872 .

.

.

.8 9 3 1873 .

.

.

. 1326 1874 .

.

.

. 1684 1875 .

.

.

. 1789 1876 .

.

.

. 1995 1877 .

.

.

. 2005 1878 .

.

.

. 2199 1879 .

.

.

. 2257 1880 .

.

.

. 2361 1881 .

.

.

. 2401 1882 .

.

.

. 2521 1883 .

.

.

. 2578 1884 .

.

.

. 2709 1885 .

.

.

. 2634 Iö86 .

.

.

. 2616 1887 .

.

.

. 2666 1888 2826 Von diesen 2826 Inspektionen wurden 98 dui-ch Beamte der Centralverwaltung vorgenommen.

2. Inspektionen bei fahrenden Postbureaux (Bahn- und Schiffsposten) fanden im Berichtjahre 678 statt (1887: 577), wovon 202 durch Beamte der Centralverwaltung.

3. Die Büreauinspektionen des Jahres 1888 speziellen Maßregeln: des Post- und Eisenbahndepartements in.

d e r Oberpostdirektion i n .

.

.

d e r Kreispostdirektionen i n . . . .

gaben Anlaß zu .

.

Im Ganzen

17 Fällen, 687 ,, 1690 ,, 2394 Fälle.

256 4. Speziell über die Besorgung des Trammaterials wurden int Jahr 1888 136 Inspektionen vorgenommen.

YI. Postregal.

Wir verweisen bezüglich des in Ausarbeitung begriffenen Entwurfs eines neuen Postregalgesetzes auf Abschnitt II, Ziffer l, hievor.

Im Uebrigen haben wir keine Bemerkungen zu machen.

VII. Lokale.

Auf diesem Gebiete sind als wichtigere Vorkommnisse zu bezeichnen : 1. Der Bezug der neuen Postgebäude in L uz er n und I n t e r l a k e n , welcher auf den 1. Juni stattfand. Beide Bauten sind in allen Theilen wohlgelungen und entsprechen ihrer Bestimmung in vollem Maße.

2. In Genf sind für die Unterbringung des Filialpostbüreau B o u r g - d e - F o u r , sowie zur Beschaffung erweiterter und zweckdienlicherer Lokale für das Filialbüreau E a u x - Vi v es neue Miethverträge abgeschlossen worden. Der Bezug der neuen Lokalitäten in Bourg-de-Four hat auf 1. Juli und derjenige der erweiterten Lokale in Eaux-Vives auf 1. Juni stattgefunden.

3. Auf 1. Juni'sind in B u l l e erweiterte, den Verkehrsbedürfnissen besser entsprechende Lokale bezogen worden.

e. Zur Beschaffung von erweiterten Lokalen für das Hauptpostbüreau (mit Filial - Telegraphenbüreau) und neuer Lokalitäten für das Filialpost- und das Haupttelegraphenbüreau in F r e i b ü r g sind neue Miethverträge abgeschlossen worden. Der Bezug dieser erweiterten, bezw. neuen Lokale findet indessen erst 1889 statt.

5. In B o u d r y (Neuenburg) hat die Verwaltung ein zweckentsprechendes Bureaulokal getniethet und auf 1. November bezogen.

6. Zur Beschaffung erweiterter Lokale für das Filialbüreau in C h a u x - d e - F o n d s wurde ein neuer Miethvertrag abgeschlossen, welcher auf 1. Dezember in Kraft getreten ist.

25-7 7. In B a s e l wurden für die Unterbringung des neu errichteten Filialbüreau V (St. Clara) zweckentsprechende Lokale gemiethet, welche auf 1. Juli bezogen wurden.

8. Miethung eines den Dienstbedürfnissen entsprechenden Postund Telegraphenlokals in M e n z i k e n und Bezug desselben auf 1. Juli.

9. In G i s w y l hat die Verwaltung ein allen Bedürfnissen entsprechendes Büreaulokal gemiethet, welches mit 1. November bezogen wurde.

10. Miethung zweckentsprechender Lokale in L u z e r n fUr die Unterbringung der auf den Zeitpunkt des Bezuges des neuen Postgebäudes neu kreirten Postablagen in der Kleinstadt und im Hof, dagegen Aufhebung des Miethvertrages betreffend die vom Filialbureau innegehabten Lokalitäten, welches auf den gleichen Zeitpunkt einging.

11. Zur Beschaffung erweiterter Lokale für das Post- und Telegraphenbüreau in S c h w y z wurde ein neuer Miethvertrag abgeschlossen, welcher indessen erst mit 1. Januar 1889 in Kraft getreten ist.

12. In W a l d (Zürich) sind auf 15. Juni erweiterte, den Dienstund Verkehrsbedürfnissen besser entsprechende Lokale bezogen worden.

13. Ebenso in R o m a n s h o r n auf 1. Oktober.

14. Die Dienstlokale im Postgebäude in W i n t e r t h u r wurden durch Umbauten bedeutend erweitert und den Dienstbedürfnissen besser angepaßt.

15. Abschluß eines neuen Miethvertrages zur Beschaffung erweiterter Lokale für das Post- und Telegraphenbüreau in A p p e n z e l l . Der Bezug der erweiterten Lokale wird erst 1889 erfolgen.

16. Ebenso in St. M o r i t z - D o r f , wo der Bezug am 12. Juli stattfand.

17. In G a i s und T e u f e n hat die Verwaltung allen Bedürfnissen entsprechende Büreaulokale gemiethet, welche indessen erst 1889 bezogen werden.

258

18. Ebenso wurde in C h u r w a l t l e n ein zweckentsprechendes Bureaulokal gemiethet, das auf 1. September bezogen wurde.

19. Auch im Jahre 1888 hat die Verwaltung der gehörigen Remisirung der Postfuhrwerke alle Aufmerksamkeit geschenkt und daher an verschiedenen Orten theils Remisen vergrößert, theils neue gemiethet.

20. Den stattgefundeneu Ankauf eines Post- und Telegraphengebäudes in M o n t r e u x haben wir unter Abschnitt II, Ziffer 6, hievor erwähnt.

VIII. Wichtigere Vorkommnisse im Postbetrieb.

  1. Unterm 20. März 1888 (Postamtsblatt Nr. 5) erließ die Postverwaltung neue allgemeine Vorschriften betreffend die V e r s i c h e r u n g d e s P o s t m a t e r i a l s gegen F e u e r s c h a d e n .

Dabei wurde unter Anderm bestimmt, daß die Versicherungsverträge ausschließlich mit schweizerischen Versicherungsgesellschaften abgeschlossen werden dürfen.

^o^ 2. Der Art. 29 des Posttaxengesetzes vom 26. Juni 1884 (Amt!. Samml. n. F. VII, 584) bestimmt, daß auf denjenigen Poststellen, wo es die Dienstverhältnisse gestatten, den Adressaten auf Verlangen zur Ueberlieferung von Briefpostgegenständen eigene Fächer gehalten werden, gegen eine monatliche Gebühr von höchstens Fr. 1. 50.

Diese Bestimmung sieht also die Haltung von Fächern für F a h r p o s t g e g e n s t ä n d e nicht vor. Die Postverwaltung wäre demnach gesetzlich berechtigt, das Halten von Fahrpostfächern n i c h t zu gestatten, und sie würde dies auch unbedenklich thun, wenn sie nur ihre eigenen Interessen im Auge hätte. Allein das Publikum legt an vielen Orten, namentlich in denjenigen Gegenden, wo die Uhrenindustrie betrieben wird, Werth auf die Beibehaltung der fraglichen Einrichtung. Der Bundesrath hat daher, den bestehenden Verhältnissen entsprechend, folgende Bestimmungeu in die Post transportordnung (vom 7. Oktober 1884, Amtl. Samml. n. F. VII, 619, Art. 19, Ziffer 3) aufgenommen: ,,Für den Fahrpostverkehr werden im Allgemeinen keine Fächer gehalten, jedoch kann die Oberpostdirektion ausnahmsweise solche bewilligen und die bezügliche Gebühr festsetzen." Die Oberpostdirektion hat, gestützt auf diese Bestimmung, unter'm 30. Juli 1888 (Postamtsblatt Nr. 15) verfügt, daß vom 1. September an die monatliche Gebühr für Fahrpostfächer wie folgt zu berechnen sei :

259

  1. wenn neben dem Fahrpostfach eiu Brieffach (gewöhnliches oder Schloßfach) gehalten wird, mit 50 Centimen (als Zuschlag zur Gebühr für das Brieffach); b. wenn nur ein Fahrpostfach gehalten wird, mit l Franken.

Diese Gebühren erscheinen ganz mäßig normirt, namentlich Angesichts des Umstandes, daß früher für Fahrpostfächer monatliche Gebühren zwischen 50 Centimen und Fr. 1. 50 (allerdings manchmal auch gar keine) bezogen worden waren.

Die Vollziehung des letztgenannten Erlasses hat nun zu mehrfachen Reklamationen, namentlich in der Presse, Veranlassung gegeben und es wurde dabei die Erhebung von Fachgebühren durch ·die Post Verwaltung überhaupt, oder die Höhe dieser Gebühren (für Brief- und Fahrpostfächer) als ungerechtfertigt bezeichnet.

Die Reklamanten gingen dabei von der Voraussetzung aus, daß die Erhebung von Fachgebühren lediglich aus f i s k a l i s c h e n Rücksichten geschehe und daß diese Fiskalgebühren um so ungerechtfertigter seien, als die Post ja einen Vortheil darin finde, wenn Adressaten ihre Postsachen auf dem Bureau abholen, statt daß die Postangestellten sie ihnen in die Wohnung tragen müssen.

Diese Voraussetzungen sind ganz irrige. Die Fachhaltung bildet irn Gegentheil ein V o r r e c h t für die betreffenden Adressaten, das für die Verwaltung mit b e s o n d e r n L e i s t u n g e n und K o s t e n und bei den Fahrpostfächern außerdem mit b e d e u t e n d e m Ris i k o verbunden ist. Die Erhebung einer besondern Gebühr, insbesondere auch einer Zuschlagsgebühr für die Fahrpostfächer, ist daher ganz gerechtfertigt. Die Aufhebung dieser Gebühr würde übrigens nothwendig zur Aufhebung der Einrichtung selbst führen, denn die Fächer würden dann in großen Orten in solcher Zahl verlangt, daß den Begehren unmöglich mehr entsprochen werden könnte. Die Verwaltung würde übrigens dieses Resultat nicht bedauern, denn wollte dieselbe nur ihre eigenen -- dienstlichen und finanziellen -- Interessen in den Vordergrund stellen, so würde sie ohne Zweifel schon jetzt die Fächer ganz aufheben.

Wir erachteten vorstehende Auseinandersetzung Angesichts der Bewegung, die gegen die Fachgebühren sich geltend machte und wohl auch noch ferner eintreten könnte, als nothwendig.

3. Ueber die K o n t r o l i r u u g der K r e i s p o s t k a s s e n wurde unterm 31. August 1888 eine neue (in Nr. 17 des Postamtsblatts enthaltene) Instruktion erlassen. Dieselbe umfaßt auch die im letztjährigen Geschäftsbericht erwähnten ergänzenden Be-

260 Stimmungen betreffend Kontrolirung dieser Kassen in Bezug auf die Einnahmen der Telegraphenverwaltung.

i. Im M a t e r i a l w e s e n wurden im Berichtjahre unter Anderai folgende allgemeine Vorschriften erlassen : a. den 3. September (Postamtsblatt Nr. 18) über die Inventarisirung der Fostsäcke und die Führung der Sackkontrole; b. den 20. Oktober (Postamtsblatt Nr. 20) über Anschaffung, Verrechnung und Inventarisirung des Mobiliars und der Büreaugeräthschaften ; c. den 15. November (Postamtsblatt Nr. 22) über die Führung des Inventars des Fuhrwesensmaterials.

5. Der Vorrath an F r a n k o m a r k e n der f r ü h e r n E m i s s i o n , von welchen, wie wir im Geschäftsbericht pro 1887 mittheilten, kleinere Partien (für Anlegung von Markensammlungen) verkauft worden waren, wurde, nach stattgefundener Ausschreibung, in seiner Gesammtheit (nach RUckbehaltung eines kleinen Vorraths für die Verwaltung selbst) um den Preis von Fr. 12,812. 25 verkauft. Von dieser Einnahme erscheinen Fr. 12,500 im Oktober unter Rubrik b (Werthzeichen). (Für den Rest von Fr. 312. 25 ist noch ein nicht bezogenes Quantum verkaufter Marken vorhanden.)

6. Durch postamtlichen Erlaß vom 4. August 1888 (Verfügung Nr. 172), welcher der Presse mitgetheilt wurde, hat die Postverwaltuug neuerdings auf den Zweck und den Nutzen der I d e n t i t ä t s b ü eher aufmerksam gemacht. Es hat sich denn auch etwas vermehrte Nachfrage nach diesen Ausweismitteln gezeigt, indem im Berichtjahre 74 Identitätsbücher verkauft wurden. Diese Zahl ist immer noch gering, allein es steht zu erwarten, daß die für das Publikum wie für die Verwaltung gleich bequeme und nützliche Einrichtung sieh nach und nach einbürgern werde.

7. Vom P o s t h a n d b u c h , welches die Postverwaltung im August 1888 in neuer Auflage erscheinen ließ, wurden im Berichtjahre 902 deutsche und 240 französische Exemplare verkauft.

8. Die Zahl der S c h l o ß f ä c h e r (welche von außen geöffnet werden können) betrug Ende 1888: 3793. gegenüber von 3548 im Vorjahre.

9. Die Zahl der P r i v a t v e r k a u f s s t e l l e n für Werthzeichen betrug Ende 1888: 285 (Ende 1887: 264). Die an diese

·261 Privatverkaufsstellen verabfolgte Provision (l °/o des Werths) betrug im Jahr 1888 Fr. 7024. 87 (im Jahr 1887 Fr. 6481. 641.

10. Von dea postamtlichen (im Drucke erscheinenden) V e r f ü g u n g e n , welche allgemeines Interesse für das Publikum bieten, wurde eine Separatausgabe veranstaltet, auf welche zu l Fr. per Jahr abonnirt werden kann.

11. Die Postverwaltung hat in Aussicht genommen, vom Jahre 1889 an den von ihr angestellten Landbriefträgeru und Boten mit vollem Tagesdienste (Klasse Ha des Dienstkleidungsetats) d e n U n i f o r m r o c k a l l j ä h r l i c h , s t a t t nur alle 2 Jahre, zu v e r a b f o l g e n , und diese Vergünstigung auch auf Posthalter und Ablagehalter, welche persönlich ganztägigen Bestell- oder Botendienst versehen, auszudehnen. Nachdem die eidgen. Räthe bei Anlaß der Aufstellung des Budgets für 1889 die erforderliche Krediterhöhung (von zirka Fr. 6500 per Jahr) bewilligt haben, wird die obgenannte Maßregel von 1889 ab und auch für die Zukunft in Ausführung gebracht.

12. Durch Bundesrathsbeschluß vom 19. November 1888 und als Ergänzung von Art. 97 der Post - Transportordnung wurde P o r t o f r e i h e i t bewilligt für die Geldsendungen der kantonalen Militärbehörden, welche in Ausführung der Verordnung vom 24. April 1885 über Rückerstattung bezahlten Militärpflichtersatees in Fällen von Dienstnachholung (Amtl. Samml. n. F. VIII, 85) gemacht werden.

13. Die Lieferung von Fuß w ä r m e r n für die diePostkur.se benutzenden Reisenden wurde im Berichtjahre bedeutend ausgedehnt. Es werden nunmehr überall Fußwärmer mit Kohlenbelimung, über deren Behandlung den Poststeilen mit Verfügung Nr. 240 vom 17. November 1888 nähere Anleitung ertheilt wurde, verwendet.

lé. Im Berichtjahre wurden in der Schwein folgende n e u e E i s e n b a h n l i n i e n eröffnet: am I.Juni: Vollandes-Annemasse ; ,, 6. Juni : Vevey-Montreux ; ,, 14. Juni : Brienz-Meiringen-(Brünig)-Alpnach-Stad ; ,, 7. Juli: Kehrsiten-Bürgenstock ; ,, 12. Oktober: Therwil-Flühen; ,, 17.Dezember: Kenan-Chaux-de-fonds, direkte Linie.

262

15. Die bereits unter Rubrik III, b, Ziffer 15 hievor berührte Eröffnung d e r E i s e n b a h n z w i s c h e n D o m o d o s s o l a - G r a v e l i o n a (9. September 1888) war von großer Bedeutung für die von der schweizerischen Postverwaltung unterhaltenen Simplonkurse, indem dieselben infolge dieser Eisenbahneröffnung auf der 42,3 km.

langen Strecke Domodossola-lntra aufgehoben und auf die 64,1 km.

betragende Strecke Brig-Domodossola beschränkt wurden.

16. Außer der in Ziffer 15 erwähnten Kursreduktion und der durch die Eröffnung der Brünigbahn erfolgten Aufhebung der Postkurse zwischen Brienz-Lungern-Alpnachstad, Brienz-Meiringen und Meiringen-Lungern fanden im Beriehtjahre keine größern A e n d e u n g e n im K u r s b e t r i e b statt. Immerhin wurden, meistens mehr mit Rücksicht auf den Fahrpost- als auf den Reisendeuverkehr, mehrere neue Kursverbindungen eröffnet und andere ausgedehnt oder verbessert. In Genf und Basel mußten mit Rücksieht auf den zunehmenden Verkehr die Fourgonfahrten für Bestellung von Fahrpoststücken vermehrt werden. InLuzern dagegen konnten wir mit dem Tage des Bezugs des neuen Postgebäudes (1. Juni 1888) den für die Verbindung mit dem Bahnhof und den Landungsplätzen der Dampfschiffe dienenden Fourgondienst ganz aufheben.

17. Die A l p e n r o u t e n wurden für den Wagen verkehr geöffnet wie folgt: 1888.

1887.

Malqja 15. Mai 27. April Simplon 19. ,, 11. Mai Julier 25. ,, 10. ,, Albula 1. Juni 2. Juni Bernina 8. ,, 6. ,, Splügen 11. ,, 5. ,, Oberalp 11. ,, 15. ,, Flüela 12. ,, 9. Mai Purka 14. ,, 15. Juni Lukmanier 14. ,, 14. ,, Beruhardin 17. ,, " 15. ,, 18. Es fanden auch im Berichtjahre, namentlich auf den Bergrouten, viele vorübergehendes t u r u n gen und U n ter b r é c h u n gen durch Naturereignisse statt, welche jedoch zumGlück keinen Verlust au Menschenleben zur Folge hatten.

263

III. Telegraphenverwaltung.

  1. Allgemeine Bemerkungen.

Schon in den Jahren 1886 und 1887 ist die sonst ungewohnte Erscheinung zu Tage getreten, daß sich der interne telegraphischu Verkehr gegenüber dem Vorjahre nicht im gleichen Verhältnisse vermehrte, wie der internationale und Transitverkehr und wir haben in unserm vorjährigen Berichte bereits darauf hingewiesen, daß die Ursache wenigstens zum Theil in den mehr und mehr sich ausdehnenden Telephonverbindungen gesucht werden müsse.

Die gleiche Erscheinung zeigt sich nun aber in viel stärkerem Maße für das Jahr 1888, indem die Zahl der internen Telegramme gegenüber dem Vorjahre sogar um 11,051 = O.ei °/o zurückgegangen ist, während die internationalen Telegramme um 97,730 oder 9.69 °/o und die Transittelegramme um 72,722 oder 18.36 °/o zugenommen, haben.

Wenn nun auch unzweifelhaft der Rückschlag im internen Verkehr bis zu einem gewissen Maße der ungünstigen Witterung und der daraus folgenden Beeinträchtigung des Fremdenverkehrs zugeschrieben werden m u ß , so läßt sich doch mit Rücksicht auf die Ergebnisse der vorhergehenden normalen Jahre kaum bestreiten, daß auch die Telephonverbindungen einen unverkennbaren Einfluß ausüben. Immerhin ist dieser Einfluß zur Zeit wenigstens noch nicht so bedeutend, daß er ernstliche Besorgnisse erwecken könnte.

Andrerseits erfordert die stetige Zunahme des internationalen und namentlich des Transitverkehrs unbedingt die Vermehrung der Beförderungsmittel im Personellen und Materiellen, wenn dieser Verkehr nicht abgeleitet und für die Schweiz verloren gehen soll.

Es sind seitens der auswärtigen Verwaltungen bereits bezügliche Andeutuugen gemacht worden, und wir müssen daher darauf Bedacht nehmen, im Laufe dieses oder des nächsten Jahres neue direkte Verbindungen zwischen Norden und Süden, Westen und Osten herzustellen, sowie auf den Auswechslungsbüreaux die uöthigen Apparate und Beamten zu deren Bedienung bereit zu halten. Wir Bedenken, im Voranschlag für das Jahr 1890 hiefür die uöthigen Kredite zu verlangen.

264 Das allgemeine Rechnungsergebniß des Telegraphenverkehrs im Jahre 1888 stellt sich im Vergleiche zum Budget und zum Vorjahre wie folgt : Rechnung 1887. Budget 1888. Rechnung 1888.

Fr.

Fr.

Fr.

Gesammteinnahmen . 2,335,987. 52 2,397,000 2,540,949. 11 Gesamtausgaben . . 2,035,015. 2l 2,250,000 2,168,560. 96 Aktivsaldo 300,972. 28 147,000 372,388. 15 wobei in den Einnahmen eine Inventarvermehrung von Fr. 28,393. 40 Inbegriffen ist. In Betreff der Einnahmen und Ausgaben in den einzelnen Rubriken verweisen wir auf den besondern Rechnungsbericht.

Im Uebrigen blieb die Weiterentwicklung des Telegraphenwesens, wie schon seit einer Reihe von Jahren, in sehr bescheidenen Grenzen und wird auch fernerhin kaum mehr einen bedeutenden Aufschwung nehmen können, nachdem nunmehr fast jede irgendwie bedeutende Ortschaft mit einem Bureau versehen ist.

Umsomehr entwickelt sich dagegen das Telephonwesen. Im Berichtjahre sind 13 neue Netze entstanden, 1002 neue Stationen eingerichtet und 19 neue Netzverbindungen in einer Gesammtlänge von 714.8 km. erstellt worden. Detaillirte Angaben hierüber finden sich im 8. Abschnitt dieses Berichtes.

Die Vergleichung des allgemeinen Rechnungsergebnisses mit dem Budget und mit dem Vorjahre erzeigt folgende Zahlen : Rechnung 1887. Budget 1888. Rechnung 1888.

Fr.

Fr.

Fr.

Gcsammteinuahmcn . 1,195,610. 85 1,058,000 1,188,297. 25 Gesammtausgaben . .

858,976. 41 999,000 979,791. 72 Aktivsaldo

336,634. 44

59,000

208,505. 53

Ueber das Telephonwesen im Allgemeinen glauben wir, um «nnöthige Wiederholungen zu vermeiden, auf die frühem Jahresberichte und namentlich auf unsere Botschaft über den Entwurf eines Telephongesetzes verweisen zu dürfen.

Infolge einer im vorjährigen Berichte enthaltenen Anregung hat sich die hoho Bundesversammlung damit einverstanden erklärt, daß künftighin keine besondere Telephonrechnung mehr gefuhrt, sondern dieselbe mit der Telegraphenrechnung vereinigt werden solle.

Diese Neuerung tritt somit auf den 1. Januar 1889 in Kraft und erforderte eine theilweise Umarbeitung der Instruktion lì bor das Rechnungswesen.

265

2. Telegraphen Ihnen.

Die im Jahre 1888 ausgeführten Linienbauten fassen sich zusammen wie folgt : Länge in Kilometern der Linien, der Drähte.

». Neuerstellte Linien :

A n Eisenbahnen .

An Straßen

.

.

.

. 11.* 58.o Total

46.6 81.7

69.4

128.8

.

.


96.e 46.2

Total

--

142.8

c. Umgebaute Linien: Von Straßen an Eisenbahnen verlegt . 49.e An Straßen verlegt .

.

.

.2.9

144.7 8.7

Total 52.5

153.4


157.2 16.a

Total

--

173.4

.

O.e 11.4

7.8 19.6

Total

12.0

27.4

.


-- 6.4

Total

--

6.4

b. Neue Drähte au bestehenden* Linien : A n Eisenbahnen .

.

.

.

A n Straßen .

.

.

.

.

<d. Ausgewechselte Drähte: An Eisenbahnen An Straßen

·e. Abgebrochene Linien : An Eisenbahnen .

An Straßen

f. Abgebrochene Drähte: A n Eisenbahnen .

An Straßen

ßnndesblatt. 41. Jahrg. Bd. II.

.

.

.

.

.

.

18

Infolge dieser Aenderungen stellt sich die Länge der Staatstelegraphenlinien, nach der Drähtezahl geordnet, 266 auf den 31. Dezember 1888 wie folgt: ^ Länge der Linien in Kilometern zu

Total i i 6 und mehr Kilometer.

1 Draht. \ 2 Drähten. 3 Drähten. , 4 Drähten, l 5 Drähten.

Drähten.

l

Kreise.

i

H

796.4

377.8

106.1

703.o

264.4

205.4

III. Ölten

444.6

292.7

187.i

IV. Zürich

381.9

254.1

59.5

372.1

215.8

371.9

Bestand Ende 1888 . .

»

1 . Lausanne . . . .

II. Bern

V. St. Gallen

. . .

VI. Chur

l««?. .

Vermehrung

. .

Verminderung . .

111.8

78.i

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104.1

2U ·

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ll

'

1543.1

136.8

1408.3

lOO.i

140.8

1246.4

90.7

76.6

78.2

941.o

187.i

96.5

82.6

1013.6

262.5

152.5

120.8

60.o 37.8

17.3

3069.9

1666.3

897.7

579.5

342.4

558.8

30o6.o

1686.1

839.6

581.6

375.4

521.5

81.6

08.1

13.9

19.8

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-

2,

33.0

37.3

i,

1

,

962.2 7114.6

'

7060.2

l

54.4

Auf Eisenbahnen und Straßen vertheilt, ergeben sich folgende kilometrische Längen der Staatslinien und Drähte: Länge der Linien.

Länge der Drähte.

Kreise.

An Eisenbahnen.

An Eisenbahnen.

An Straßen.

1543.

1,849.3

1565.7

3,41 o.o j 3,166.6

An Straßen, l T o t a l .

Total.

!

1

I. Lausanne H. Bern i III. Ölten I V . Zürich

. . .

V. St. Gallen VI. Chur Bestand Ende 1888 ,,

1887

435.4

1107.7

485.1

923.2

1408.3

1,863.4

1303.2

664.9

581.5

1246.4

2,494.8

998.6

468.0

473.0

941.o

l,541.i

885.6

518.4

495.2

726.1

J50.6

811.6

1013.6 962.2

1,972.2 590.7

1549.9

2,140.6

i|

3,493.4 2,426.7

:i

2,698.3

. . .

2722.4

4392.2

:l

7114.0

10,311.5

7029.,

17,340.6 '··

.

2668.9

4391.3

i,

7060.2

10,042.i

7060.0

17,102.i

53.5

0.9

54.4

269.4

. .

Vermehrung Verminderung . .

--

30.9

238.5 -- 267 35

268 Werden zum Bestände des Vorjahres die Neubauten zugezählt und der Abbruch abgezogen, so ergeben sich folgende Zahlen : Länge in Kilometern .

.

.

.

Abbruch i m Jahre 1888

.

.

.

7129.6 12.o

17,373.2 33.8

Scheinbarer Bestand Ende 1888 .

Der wirkliche Bestand beträgt aber

.

.

7117.6 7114.6

17,339.* 17,340.6

.

.

.

der Linien, der Drähte.

7060.2 17,102.i 69.* 271.1

Bestand a u f Ende 1887 .

Neubauten im Jahre 1888

Die Differenz von 3.o -- l .a entspricht den Längenveränderungen, welche infolge der vorgenommenen Umbauten und Verlegungen eingetreten sind.

In den vorstehenden Zahlen sind 96.9 km. Kabellinien inbegriffen, mit einer Vermehrung von 5.4 km. gegenüber dem Vorjahre. Diese Vermehrung rührt von den im Jahre 1888 gelegten Kabeln in Genf, im Tunnel bei Rondchâtel und im Bahnhof Luzern her.

Die Neubauten betreffen hauptsächlich den Anschluß der neuen Telegraphen bureaux an das Netz. Es wurden außerdem 2 Drähte St. Gallen-St. Margarethen für zwei neue internationale Verbindungen St. Gallen-Innsbruck erstellt.

Für den gesammten Linienbau und Unterhalt wurden 5960 neue Stangen verwendet und zwar 4718 imprägnirte und 1242 gewöhnliche. Die Zahl der aus dem Zentralmagazin abgegebenen Isolatoren beträgt 19,280.

Die den Eisenbahnverwaltungen angehörenden Telegraphenlinien und Drähte erzeigten auf Ende 1888 folgenden Bestand : Länge in Kilometern Selbständige Bahnlinien Bahndrähte a n Staatslinien

.

.

.

.

.

.

der Linien, der Drähte.

.518.7 938.5 .

-- 4284.8

Bestand auf Ende 1888 ,, ,.

1887

.

.

.

.

.

.

.

.

518.7 546.0

5223.8 5059.o

Vermehrung Verminderung

-- 27.3

164.» --

269

(Die Verminderung der selbständigen Bahnlinien rührt von der Uebernahme. einiger derselben durch die Verwaltung und Rektifikation einiger Längen her.)

Die konzedirten Privattelegraphenlinien und Drähte hatten auf Ende 1888 folgende Längen : Länge in Kilometern

der Linien, der Drähte.

Unabhängige Privatlinien .

Privatdrähte an Staatslinien Bestand auf Ende 1888 « ,, 1887

.

.

.

Vermehrung

470.o --

665.6 57.4

470.o 445.5

722.« 662.8

24.6

60.i

Die Gesammtlänge aller in der Schweiz auf Ende 1888 bestehenden Telegraphenlinien faßt sieh demgemäß zusammen wie folgt: Länge in Kilometern

der Linien, der Drähte.

7114.6 17,340.6

Staatelioien Bahnlinien Priva'ilinien Bestand auf Ende 1888 1887 T) T) Î1

518.7 470.o

>,223.3 722.9

8103.3 8051.7

23,286.8 22,823.»

51.B

462.»

Vermehrung

Die Statistik der Linienstörungeu erzeigt im Vergleich zum Vorjahre folgende Zahlen : Zahl Art der Störung.

der Störungen.

1887.

1888.

Dauer in Stunden.

1887.

1888.

Durchsclinittsdauer.

, .

1 i 1887. | 1888.

Verwicklungen .

935

823

3.08

226 151

198

2833 968

2751

Unterbrechungen Ableitungen .

716

4.28

!

[

8.62

145

621

771

4.JI

1

5.32

1166

4422

4238

3.87

1312

3 34

3.64

270

Die Zahl und die Gesammtdauer der Störungen haben daher gegenüber dem Vorjahre wieder etwas abgenommen, während die Durchsehuittsdauer einer Störung um 0.27 Stunden zugenommen hat.

Die wöchentlichen Messungen über den Isolationszustand der Drähte ergeben gegenüber dem Vorjahre folgende Zahlen: Gut.

Befriedigend. Ungenügend. Total.

1887 14,936 588 74 15,598 1888 14,164 1212 214 15,590 oder in Prozenten der Gesammtzahl: '

1887

95.76

3.77

0.47

1888

90.80

7.77

1.37

Dieses wenig günstige Ergebniß ist unzweifelhaft die Folge der fortwährend schlechten Witterung.

3. Apparate.

Auf Ende 1888 standen im Betrieb: 1617 Morseapparate (Vermehrung 15), 34 Hughesapparate (Vermehrung 5), 267 Relais (Vermehrung 19), 147 Telephonstationen (Vermehrung 14).

Außerdem besaß die Verwaltung theils in Reserve, theils in Miethe bei den Eisenbahngesellschaften 72 Morse, 3 Hughes, 172 Relais und 182 Morse älterer Systeme.

Der Ruhestrombetrieb wurde im Berichtjahre auf einem weiteren Drahte eingeführt und auf einem Drahte aufgehoben ; er umfaßte auf Jahresende 74 Drähte mit 684 Apparaten.

4. Bureaux.

Im Jahre 1888 wurden 20 neue Telegraphenbüreaux eröffnet, gegenüber 19 im Vorjahre, somit l Bureau mehr als 1887. Darunter befinden sich l Sommer- und l Eisenbahntelegraphenbüreau.

Ueberdies wurden 12 öffentliche, mit dem Telegraphennetze in Verbindung stehende Telephonstationen errichtet und zwar 3 mehr als im Vorjahre. Ferner wurde l Telegraphenbüreau in eine Telephonstation und l Eisenbahnbüreau in ein Staatstelegraphenbüreau umgeändert. Endlich wurden noch 2 Aufgabebüreaux aufgehoben.

271 [m Vergleich zum Vorjahre ergibt sich folgende Büreauzahl : Bestand VerVerBestand Ende 1887. mehrung. minderung. Ende 1888.

Fortwährend geöffnete Staatsbüreaux (inkl.

Telephonstationen) .

1115 29 -- 1144 Sommer- und Privatbüreaux.

84 3 -- 87 Eisenbahnbüreaux . 9 4 l l 94 Total der Telegraphenbüreaux.

.

.

Aufgabebüreaux

1293 70

33 --

l 2

1325 68

1363 ~ ~ 3 3 ! 3 1393 [n Bezug auf ihre Dienststunden vertheilen sich die Telegraphen bureaux wie tolgt : Ununterbrochener Dienst .

.

.

5 Verlängerter Tagdienst .

.

.

.

10 Voller Tagdienst 51 Theilweise erweiterter Dienst .

.

60 Beschränkter Dienst .

.

.

.1199 1325

5. Personal.

[m Laufe des Berichtjahres sind im Personalbestand der Telegraphenverwaltung folgende Aenderungen vorgekommen : Rücktritte. Abberufungen. Todesfälle.

Centralverwaltung .

.

.

-- -- l Haupt- u n d Spezialbüreaux .

4 -- 4 Zwischenbüreaux .

.

.

20 l 21 Bedienstete .

.

.

.

7 l l

31 2 27 Die nebensteheade Tabelle (Beilage I) enthält in üblicher Weise, nach Kreisen geordnet, eine Uebersicht des gesammten im Telegraphendienste verwendeten Personals. Dabei sind jedoch diejenigen Beamten, welche sich ausschließlich mit dem Telephonwesen befasse o, sowie die im Taglohn bezahlten Magazin- und Linienarbeiter nicht inbegriffen.

Die den Beamten und Angestellten der Verwaltung im Laute des ÎBerichtjahres ertheilten Ordnungsbußen erreichen die Zahl von 1163 mit einem Gesammtbetrage von Fr. 1705. 75, welche Summi; vorschriftsgemäß der Staatskasse zu Händen des Beamten Versicherung» Vereins abgeliefert wurde.

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Weibliehe.

Männliche.

Weibliche.

Männliche.

Weibliche.

Postbeamte.

Privatbeamte.

Bahnbeamte.

Definitive.

Weiblich.

Definitiv.

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Total des Personals.

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Zwischenbüreaux. ii Aufgabeblireaux.

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Gesammt-Total.

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272

In Bezug auf die Verletzung des Depeschengeheimnisses sind im Berichtjahre zwei Klagen eingegangen, deren Untersuchung aber ein durchaus negatives Resultat ergeben liât, da sich die Klagen, auf bloße Vermuthungen ohne irgendwelchen bestimmten Anhaltspunkt stützten.

Infolge der vom 30. April bis 4. Mai stattgehabten Schlußprüfungen sind von den 66 Theilnehmern 62 zu Telegraphisteu, patentirt worden, darunter 24 weibliche.

Neue Telegraphistenstellen sind errichtet und nach erfolgter Ausschreibung besetzt worden: in Basel 2, Bern 2, Lausaune l, Montreux l,'Ölten l, Winterthur l, St. Gallen 2 und Glarus l, zusammen 1.1.

Da sich das weibliche Personal für eine Reihe von Dienstverrichtungen (Nachtdienst, Hughesdienst, Aufsicht, Batterie- uud Apparatenbesorgung, Instruktionen, Linienbegehungen etc.) nicht eignet und doch in vielen Bureaux so zahlreich ist, daß diese Dienstzweige dadurch beeinträchtigt werden, muß die Verwaltung darauf Bedacht nehmen, wieder ein richtiges Verhältniß zwischen männlichem und weiblichem Personal herzustellen, indem sie für einmal keine weiblichen Aspiranten mehr annimmt und deren Annahme späterhin auf ein den dienstlichen Anforderungen entsprechendes Maß beschränkt.

6. Beziehungen zum Aiislarule.

Der Bestand der dein internationalen Telegraphenvertrag beigetreteneu Staaten und Privatgesellschaften hat sich um folgende vermehrt : 1) die S p a n i s h N a t i o n a l S u b m a r i n e T e l e g r a p h Cie.

für das Kabel von St. Louis in Senegambien nach Teneriffa: 2) die W e s t A f r i k a n T e l e g r a p h Cie. für die Kabel von St. Louis nach Rio Nuuez (Conakry), nach Grand Bassam, nach Porto Novo (Kotonon) und nach Gabon, sowie für die bei den Stationen Sierra Leone, Bathurst und Acera landenden, Kabel.

7. Telegraphischer Verkehr.

Wie in frühern Jahren folgen hienach : 1) eine vergleichende Uebersieht der Depeschenzahlen in den beiden letzten Jahren (Tabelle J) ; 2) eine vergleichende Uebersieht der in den beiden letzten Jahreu von den verschiedenen auswärtigen Staaten e i n g e g a n g e n e n und dahin b e f ö r d e r t e n Telegramme (Tabelle II).

Vergleichende Uebersicht der Oepeschenzahlen pro 1887 und 1888.

.Deiord er te interne Depeschen.

1887.

Januar .

Februar .

März . .

April . .

Mai . .

Juni . .

i Juli . .

August .

September Oktober .

November Dezember

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

109,881 103,508 122,047 131,129 142,803 157,364 208,184 234.277 i 190^057 170,785 127,240 119,249 '

1888.

108,031 107,094 119,593 131,296 151,206 161,239 189,205 230,798 188,575 173,412 129,002 116,022

Beförderte und empfangene internationale Depeschen 1887.

1888.

65,230 71,747 61,185 68,582 73,565 76,379 70,404 77,166 75,161 82,419 81,076 88,736 102,610 108,614 127,758 138,458 99,995; 11 6,088 90,110 : 107,198 80,555 86,669 80,448 i 83,771

1887.

1888.

31,700 30,427 31,889 29,470 33,713 34,203 28,481 35,717 32,916 35,794 36,243 35,484

34,823 35,694 41,217 37,798 42,380 34,403 36,999 39,597 41,068 44,282 40,953 39,540

1,816,524 ! 1,805,473 1,008,097 1,105,827 396,037 468,759 72,722 ! Vermehrung 97,730 l Verminderung 11,051 » 18,36 °,o 9,69 °,o i 0,61 °.o Total

Total.

Transitdepeschen.

1887.

206,811 195,120 227,501 231,003 251,677 272,643 339,275 397,752 322,968 296,689 244,038 235,181 !

3,220,658

1888.

214,601 211,370 237,189 246,260 276,005 284,383 334,818 408,853 345,731 324,892 256,624 239,333 i 3,380,059 159,401

4,95 °/o

274 Vergleichende Uebersicht der während der beiden letzten Jahre von den verschiedenen auswärtigen Staaten eingegangenen und dahin beförderten Depeschen.

Versandt.

Empfang.

Länder.

1887.

:

,

l ;

| 1888.

1887.

1888.

Total der '· ausgewechselten j Depeschen.

1887.

1

1888.

168,812 180,840 160,110 174,373 328,922 355,213, Deutsehland Frankreich . . 139,643 152,492 168,978 185,150 308,621 337,642 Italien . .

61,630 68,575 63,315 68,585 124,945 137,160 Oesterreich . . 44,271 50,223 44,751 52,389 89,022 102,612 52,034 60,855; England 24,520 27,925 27,514 32,930 Belgien . . . 12,082 13,396 10,216 13,523 22,298 26,919 Amerika 10,301 10,796 13,302 13,453 23,603 24,249, 7,241 8,538 8,523 15,919 15,764j 7,381 Niederlande Rußland . .

14,230!

6,193 6,624 6,953 7,606 13,146 Spanien .

4,331 5,144 2,500 2,163 2,644 2,168 4,184 Indien . . .

2,015 2,263 2,169 2,307 4,570' l Rumänien, Ser4,272 4,547 bien, Bulgarien .

2,033 2,194 2,239 2,353 4,440 3,740 Aegypten . .

1,872 1,622 2,568 2,118 Algier . .

2,742 1,165 1,183 1,577 1,697 2,880, Türkei . . .

1,083 1,211 1,153 2,236 2,486: 1,275 China, Japan, 2,404 2,323 916 978 1,407 1,426 Australien Schweden . .

1,310 1,498 684 753 745 626 '584 888 Portugal 309 482 406 275 856' 463 890 Dänemark . .

419 437 427 790 402 624 Norwegen . .

303 388 321 412 955 781 Griechenland .

454 369 501 Luxemburg . .

172 198 389, 191 319 147 Malta . . .

103 40 208 110 70 105 71 Afrika . .

39 57 32 71 128 Persien . .

17 4l 29 18 12 23 Total 488,648 532,703 519,449 573,124 1,008,097 1,105,827

275

Die Zahl der beförderten und empfangenen Telegramme (.Transit- und übertelegraphirte nicht inbegriffen) stellt sich für die bedeutenderen Ortschaften wie folgt:

Zürich Basel Genf Bern S t . Gallen . .

Luzern Winterthur .

Lausanne . .

Chaux-de-Fonds Neuenhurg .

Chur Biel Interlaken . .

Vivis Schaffhausen .

Lugano Freiburg . .

Solothurn . .

Thun Aarau Rorschaoh . .

Montreux . .

Glarus Bellenz Davos-PIatz .

Baden Herisau

Gesammtzahl im Jahr 1888.

Durchschnitt per Tag.

463,769 430,273 329,005 200,464 142,329 133,311 114,122 107,867 57,913 55,143 51,119 43,987 37,682 36,431 35,403 35,020 33,268 30,755 30,658 28,365 28,016 27,963 24,256 24,246 23,639 20,924 20,849

1271 1179 901 549 390 365 313 296 159 151 140 121 103 100 97 96 91 84 84 78 77 77 66 66 65 57 57

. .

.

.

.

.

.

.

.

.

. .

. .

. .

. .

. .

. .

. .

Ueberdies finden sich : 10 Ortschaften mit 41--50 Telegrammen per Tag, 15 ,, ,, 31 40 ,, ,, ,, 24 ,, ,, 21-30 ,, ,, fl 72 ,, ,, 11-20 ,, ,, ,, 992 ,, ,, 1--10 ,, n n 138 y, ,, weniger als l Telegramm per Tag.

276

Die S t a t i s t i k der T e l e g r a m m e ergibt mit Bezug auf den Inhalt folgende Prozentsätze: Internationale.

Interne.

1887.

Staatstelegramme Börsennachrichten .

Handelstelegramme Privatangelegenheiten Zeitungsnachrichten

1888.

.

0.79

0.63

.

10.17

7.89

.

29.43

.

57.22

2.39

lOO.oo

1887.

0.18

1888.

0.22

11.84

13.43

31.oo 58.17

49.96

49.27

36.86

36.82

2.81

1.16

lOO.oo

lOO.oo

0.76

lOO.oo

Die in dieser Ausscheidung nicht inbegriffenen Diensttelegramme erreichen die Zahl von 114,537, wovon 68.04 °/o auf den Postund 31.96 °/o auf den Telegraphendienst fallen.

Die Klassifikation nach der A r t der Telegramme ergibt folgendes Prozentverhältniß : Interne.

Internationale.

Ohne besondere Angaben .

Mit bezahlter Antwort Bezahlte Antworten .

Mit ,,Expressen bezahlt1* '.

Mit ,,Expressena Kollationirte Chiffrirte .

.

.

.

Mit Empfangsanzeige Rekommandirte Nachzusendende Mit mehreren Adressen Per Post zu bestellende Während der Nacht zu bestellende Offene Zustellung Mit mehreren Angaben

1887.

1888.

1887.

1888.

81.06

80.64

94.42

94.88

7.47

7.81

2.82

2.72

6.96

7.29

2.10

2.14

2.80

2.45

0.03

0.02

0.60

0.54

0.12

0.15

0.02

O.oi

0.01

--

0.02

0.01

0.05

0.04

0.22

0.24

0.06

0.09

1.00

0.46

0.26

0.80

0.24

0.30

0.07

0.08

0.05

0.05

0.17

0.20

0.06

0.05

lOO.oo

lOO.oo

0.08

O.oi

100.00

100.00

Die Klassifikation nach der W o r t z a h l erzeigt folgendes Prozentverhältniß :

277 Wortzahl.

3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21--30 über 30

Interne.

1888.

1887.

0.26

1.37

1.46

1.36

1.28

3.06

2.82

1.78

1.60

4.19

4.09

5.08

5.08

6.!4

5.70

5.53

5.30

7.08

6.81

lO.u

11.00

8.45

8.43

8.15

8.21

8.84

8.84 12.41

1888.

13.56

9.86

9.30

6.96

6.65

7.68

7.38

8.22

8.85

6.68

7.21

5.26

5.36

5.82

6.01

6.02

6.23

5.12

5.19

4.04

3.87

4.18

4.82

4.66

4.21

2.00

3.50 2.93

3.67

2.72 2.92

2.78

2.44

2.66

1.85

1.80

2.04

2.12

2.06

2.!1

1.84

1.84

3.02

7.09

6.30

7.09

6.99

3.70

3.06

2.36

2.84

lOO.oo E'urchschnitts wortzahl

Internationale.

1887.

O.ii

13.61

lOO.oo 13.80

lOO.oo

lOO.oo

12.84

12.64

Als Ausweis über die Betheiligung der verschiedenen Arten von Bureaux bei der Beförderung der Telegramme folgt nachstehend eine Zusammenstellung der verschiedenen Telegrammgattungen, der Zahl der Bureaux und der Arbeitstage, sowie der sich daraus ergebende Durchschnitt für jeden Arbeitstag, wobei die internen übertelegraphirten und die internationalen Transittelegrarnme doppelt berechnet sind.

Interne abgehende Telegramme .

. 1,805,473 v ankommende ,, .

. 1,848,514 (Kopien inbegriffen) 3,653,987 Internationale abgehende Telegramme .

532,744 -, ankommende ,, .

573,083 1,105,827 Amtliche abgehende Telegramme .

.

114,537 ,, ankommende ,, .

.

108,108 222,645 Interne übertelegraphirte .

.

.

.

.

. 3,846,320 Internationale Transittelegramme .

.

.

. 2,672,534 (Auswechslungsverkehr) Total der Telegramme 11,501,313

278 Anzahl der der der Durchschnitt Bureaux. Telegramme. Arbeitstage, per Beamten und per Tag.

Hauptbüreaux Spezialbüreaux Zwischenbüreaux

.

.

.

15 25 1285

7,484,459 1,081,565 2,935,289

95,591 25,703 470,310

IS.s 42.i 6.2

1325 11^501,313 591,604 19.* Der Durchschnitt per Arbeitstag ist somit auf den Hauptbüreaux um 0,8 und auf den Spezialbüreaux um 0,6 gestiegen, auf den Zwischenbüreaux dagegen gleich geblieben.

Die größern Bureaux erzeigen für das ganze Jahr folgende Durchschnittszahlen : Basel 98, Bern 90, St. Gallen 87, Zürich 85, Genf, Luzern, Ölten, Winterthur je 70, Chur 68, Neuenburg 65, Lausanne und Schaffhausen je 62, Biel, Lugano, Ragaz, Vivis je 55, Samaden 53, Chaux-de-Fonds, Glarus, Interlaken, Thun je 52, Rapperswyl 51, Brieg 50, Sitten 49, Frauenfeld 48, Bellenz 47, Klein-Basel 42, Montreux 41, Rorschach 39, Aarau und Solothurn je 38, Rotnanshorn 37, Iferten 34, Langenthal 33, Freiburg und Nyon je 30, Delsberg 27, Morges und Uster je 25, Zug 22.

Die der Verwaltung wegen Verlust, Verspätung oder Verstümmelung von Telegrammen zugegangenen R e k l a m a t i o n e n erreichen die Zahl von 849, wovon 399 durch die Zentralverwaltung uud 450 durch die Kreisinspektionen erledigt wurden. Davon fallen auf den i n t e r n e n Verkehr 382, von denen 155 als unbegründet abgelehnt wurden, während 224 zu Disziplinarverfügungeu und Taxrückerstattungen Anlaß gaben. 3 Fälle blieben auf Jahresende unerledigt.

Die Zahl der Ruckerstattungsfälle beläuft sich im internen Verkehr auf 131. mit einem Gesammtbetrage von Fr. 112. 95.

Auf den i n t e r n a t i o n a l e n Verkehr fallen 400 Reklamationen, wovon sich 224 als begründet erwiesen, während 167 abgelehnt wurden. 9 Fälle blieben auf Jahresende unerledigt.

Im T r a n s i t v e r k e h r betrug die Zahl der Reklamationen 67, wovon 16 unbegründete und 6 unerledigte.

In 235, den internationalen und den Transitverkehr betreffenden Fällen fanden Taxrückerstatlungen im Gesammtbetrage von Fr. 7209. 39 statt, an welchen sieh die Schweiz mit Fr. 6672. 12 zu betheiligen hatte. In letzterer Summe sind inbegriffen 123 Fälle

27!» von Taxrückerstattungea für Berichtigungstelegramme, die durch Fehler in der Uebermittlung veranlaßt wurden, mit einem Gesammtbetrige von Fr. 5960. 86. Wie schon in früheren Jahren bemerkt wurde, erklärt sich die Höhe dieser Summe daraus, daß die Taxen für Berichtigungstelegramme, gemäß den Bestimmungen des internationalen Reglements, nicht an das Ausland vergütet werden und daher im Rückerstattungsfalle auch ganz von der Schweiz zu übernehmen sind.

8. Telephomvesen.

Die Vermehrung der Telephoneinrichtungen im Jahre 1888 ist in der beiliegenden Tabelle (Beilage II) zusammengestellt, aus welcher die folgenden Hauptzahlen hervorgehoben werden mögen: Bestand auf Ende 1887.

1888.

Zahl der Abonnemente Zahl der Stationen .

Länge der Linien in km.

Länge der Drähte in km.

. 5988 . 6944 . 2480,i . 9460,6

6,881 7,946 3,437,2 11,811,7

Vermehrung 1888.

893 1002 957,i 2351,!

Es wurden im Berichtjahre folgende 13 neue Netze eröffnet: Altstätten, Buchs, Degersheim,Fleurier, Interlaken, Kreuzungen, Langenthal, Neuenstadt, Pfungen, Romanshorn, St. Aubin, Wald, Yverdon.

Neue Netzverbindungen wurden erstellt zwischen : Lausanne-Yverdon .

.

.

.

36,s k m .

Lausanne-Bern .

.

.

.

. 94,7 ,, Colombier-St. Aubin .

.

.

12,q ,, Neuenburg-Biel .

.

.

.

.

32,5 ,, Neuenstadt-Biel .

.

.

.

. 16,7 ,, Thun-Interlaken .

.

.

.

26,e ,, Bern-Langenthal .

.

.

.

47,7 ,, Solothurn-Olten 33,6 ,, Langenthal-Aarau .

.

.

.

37,a ,, Bern-ZUrich 129,2 ,, Zürich-Basel 91,9 ,, Winterthur-Pfungen .

.

.

.

8,2 ,, Uebertrag

567,o km.

Bestand der Telephonnetze am 31. Dezember 1888.

Beilage U.

S tatiouen .

Net/.

Aarau . . . .

Adlisweil . . .

Affoltürn . . .

Aigle Altstätten . .

Anirisweil . .

Arbon Baden . . .

Baso! . . . .

Baurna . . .

Bern Bex Biol . . . .

Buchs Burgdorf . . .

Cernier . . .

Chaux-de-fonds .

Colombier . .

Couvet . . .

Degcrsheim . .

Fleurier . . .

Genf . . .

Glarus . . .

Heiden . . .

Herisau . . .

Horgen . . .

Interlaken . .

Kreuzungen .

Langenthal . .

Lausanne .' . .

Leuzburg . . .

Liestal . . .

Loclo . · .

Lugano . . .

Münnedorf . .

Meggeri . . .

Montreux . . .

Mbrges . ."'.

Neuenburg .

Neuenstadt . .

Nyon Ölten . . . .

Pfaffikon . . .

Pfungen . . .

Pruntrut . . .

Richtersweil .

Rolle . . . . .

Romanshom . .

Korschach Rüti St. Aubin . .

St. Gallon . .

St. Immer . .

Schaffhausen .

Solothurn. . .

Soucoboz . . .

Tavannes . . .

Thalweil . . .

Thun Tramelan. .

Uster

Ende 1888.

Mit VerUnabEnde Central188T£ mehrung. station. hängig.

110 96 6 6 14 13 37 37 .

16 12 .

12 9 7 44 40 852 947 .

9 9 444 406 24 20 131 119 10 .

21 21 13 13 .

.

271 305 17 22 .

16 23 .

5 12 .

1572 1429 .

26 45 .

15 13 87 .

92 20 .

19 33 14 .

30 492 .

572 32 .

32 22 27 .

54 73 42 .

40 186 .

218 11 . , 10 13 14 .

174 .

194 2S .

23 182 151 .

18 36 29' .

19 15 .

7 8 .

8 19 .

16 .

5 5 7 8 .

29 . 22 11 25 36 1.7 11 9 .

384 315 .

52 54 .

98 83 .

74 87 .

10 .

11 6 .

6 21 18 .

32 37 15 15 9 13 184 199 17 16 Wädensweil . . .

12 Wald 12 13 Wetzikon . . .

152 160 Winterthur . . .

25 Yverdon . . . .

58 .62 Zofingen . . . .

1109 1017 Zürich

.

.

7946

Abonnemente.

6944

14 --1 16 --2 4 95 38 4 12 10 34 5 7 5 12 143 19 2 5 l 33 14 30 80 5 19 2 32 --1 1 20 --5 31 18 7 4 --1 8 -3

--1 7 11 11 6 9 69 2 15 13 1 --3 5 4 15 --1 12 1 8 25 4 92

1002

90 6 11 28 13 11 6 39 838 8 324 22 117 9 15 10 258 21 18 4 11 1373 36 13 72 16 31 8 20 478 25 21 63 21 159 10 13 179 20 158 17 25 15 5 7 10 3 7 28 8 31 15 -9 312 50 63 60 9 5 14 27 15 13 181 11 9 12 134 23 54 996

6743

Total Ende 1888.

Total Ende 1887.

Vermehrung.

91 79 12 1 6 5 \ 11 12 -[ 28 29 1 14 . 14 11 11 6 8 --2 42 5 3 37 24 862 776 86 8 8 13 337 32 305 22 19 3 3 120 111 9 9 9 2 17 17 1 11 11 24 2 260 236 5 21 16 6 1 19 13 4 4 11 11 154 11 1384 1230 2 38 18 20 2 1 14 12 6 2 74 68 16 16 31 31 8 8 20 20 3 68 481 413 25 25 2 5 23 18 18 63 45 --2 6 27 29 13 172 26 146 --1 10 11 1 12 13 179 23 156 -3 20 23 29 5 163 134 17 17 --6 25 31 1 16 13 3 --1 5 6 7 7 --2 1 11 13 3 3 -j 7 8 7 28 21 1 9 9 8 31 23 15 5 10 9 9 320 262 58 8 3 50 AI 70 . 60 10 7 4 64 54 10 1 9 8 5 5 14 16 --2 26 2 29 3 15 15 9 13 4 181 171 10 14 2 13 -^1 9 9 12 1 11 129 9 4 138 24 24 1 54 8 46 71 11 1007 936 1

138

6881

5988

Drahtlänge in -km.

Linienlänge in km.

893

Sprechstationen.

1 1

1

Ende 1887.

150,8 2,i 49,9 14,, 33,2

124,8

26,o

2,7

-0,6

50,o

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9,6

9,6

33,2 0,i

2,2

2,3

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8,4

8,0 209,a

266,1 12,2 322,2

9

14 1

9

17,8

16,9

66,8

63,o

0,9

105,1 25,i 37,8

93,4

11,7

t 8,9

16,2

20,6

17,3 0,8

8,4

8,4

286,4 21,o 3,5

31,6

30,2 2,0.

36,1

35,4

0,7

11,6

11,4

0,2

20,0 22,7 52,9 106,2

110,9

9,9

0,8

17,o

14,o

17,8

13,7

3,0 4,i

12,5

0,6

61,6

7,9

13,i 69,4 3,o 10,o 56,8 23,8 108,o 28,i 29,3 17,6

1,"

3,1

-0,i

8,7

1,8

52,4_ 24,7 84,7

29,4 3,9

J3,9_ -0,9

1,6

586,8 28,5 147,2 6,1 16,2

10,o 185,9 32,o 49,6 11,8

1846,4 73,5 13,6

13,8

23a,«L 51,8

15,6

2,6

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4,1 60,i ll,i 44,i

3,1

5,2

26,0

41,6

9,2

11,6

9.2

179;0 13,.

164,9

85,3 14,8

11,8

1,0

0,8 2,6

12,4

28,8' 60,8

31,8

14,i 24,5 3,o

1,0

10,6

11,0

31,8

15,2

2,4

2,4

8,0 45,5 8,0

42,7 8,0

7,5

-0,4 16,6

.0,5 2,8

13

55,4 335,3

69

3437,2

2480,i

8,5 0,7

2,9

0,1 8,9

90,5 5,4 6,3 1,9

13,2 8,4

0,1

34,s_ 3,6

11,7

3,1 10,8 .

3,8

3,0

1,1

196,6 21,o 103,4 45,9

i7;8

5,7

27,7 1023,o

27,1 917,2

21,7

21,7

704,3

409,9 28,7 159,5

31,4

167,2 6,1

12,8

19,8

30,9

18,8 5,6

12,o 2743,8 82,o

.12,0 706,7

2037,t 40,7 10,7

3,6

120,4 33,3 43,8 30,i 73,7 675,4 39,2 32,7 40,i 43,2

115,o ,32,6

0,7

181,5

13,4

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13,7

7,6

34,0

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541,4 23,9 95,8 162,8 77,9

27,9

15,2

15,2

3,6

3,6

30,7 62,2

11,1

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7,9

21,9

189,o 19,7

20,1 179,4 19,8

1,8 17,2

28,6 5,3

-0,4 17,2 1,8 9,6 0,4

17,4

17,4

17,4

41,8

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21,9

7,7

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294,4

21,2

66,8 ll,i 46,8

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105,8

10,o 174,8

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10,i 192,o 32,6 49,7

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16,4

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127,3

93,9 2216,5

88,9 1956,5

5,0 260,o

957,1

9732,3

2079,4

11811,7

9460,6

2351,i

8,3

45,9 462,6

897,4

228,9 20,2 103,3 47,3 38.3

Vermehrung.

8,0 390,8

0,1

3,0 74,8

0,7

Total Ende 1887.

13,0 175,2 14,i 85,9 1825,7

2,9

66,0

1

0,6

0,1

Total Ende 1888.

512,2 22,7 82,i 169,7 83,2

19,6 10,5

10,6

5,o 0,i 6,1

20,i

2,8

2,5

20,0

11,7

30,o 64,8 584,9 33,8 26,4 38,2 30,o 173,i

2,6

10,3

2,9

31,6

21,7

3,7

117,6

12,8

10,2

31,2

133,i

107,6 30,4

13,7 9,9

17,7

2,3

5,6

-0,1

20,2

0,7

0,i

8,1 V

10,3

3,5

4,i 25,4 889,9

197,3 70,4 72,6

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21,8

0,i 6,1

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1

13,8

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Reserve.

21,7

157,i

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3

56,9

2,5

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0,4.

11,!

318,o

5

0,3

Aktiv.

12,2

165,i

0,9

1 1

Vermehrung.

Ende 1888.

14,4

Zur Seite 279.

5,6

5,6

-9,5

"0,4 41,5 4,3

13,4

216,7

191,7

2,3

25,0 18 ,4

18,4

280

Uebertrag Rüti-Wald Zürich-Glarus Herisau-Degersheim .

Kreuzungen-Amrisweil Romanshorn-Amrisweil St. Gallen-Altstätten .

Altstätten-Buchs .

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

567.o km.

5,8 ,, 67,i ,, 7,9 ,, 15,7 ,, 6,* ,, 17,2 ,, 27,2 ,,

Also 19 Verbindungen mit zusammen 714,8 km.

Die Gesammtlänge der Verbindungslinien (ohne die hiezu verwendeten Telegraphendrähte) beträgt auf Ende 1887 1842,7 km.

und ist in dem oben angegebenen Gesammtbestande von 11,811,7 km.

Inbegriffen.

Dagegen sind in den vorstehenden Zahlen nicht Inbegriffen die außerhalb der eigentlichen Netze liegenden isolirten Telephonabonnemente, deren Bestand sich aus der nachfolgenden Tabelle ergibt.

(Tabelle in.)

Die Zahl dieser Abonnemente nimmt von Jahr zu Jahr ab und wird mit der Zeit gänzlich von den zahlreich entstehenden neuen Netzen absorbirt werden.

Das im Telephondienste verwendete und ausschließlich auf Telephonrechnung besoldete Personal hatte auf Jahresende im Vergleich zum Vorjahre folgenden Bestand :

Tab. III.

Isolirte Telephonabonnemente.

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Kreis.

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Länge der Linien und Drähte in Kilometern.

Abonnemente.

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Stationen.

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. . . .

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31 3 i - -- 10 10 -- 4 5 5 --

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1 1 l 1 \

282 Bestand Ende 1887.

Zentralverwaltung .

.

.

Telephonchefs und Gehülfen .

Telephonistinnen .

.

.

.

8 . 1 5 .

70

Bestand Ende 1888.

Vermehrung.

9 17 77

l 2 7

9 3 1 0 3 1 0 Daneben finden sich noch: Telegraphistea, welche gleichzeitig die Telephonnetze überwachen 17 Telephonisten, welche nebenbei noch einem ändern Berufe obliegen . 4 3 Total

153

20

3

49

6

172

19

wobei das Arbeiterpersonal selbstverständlich nicht Inbegriffen ist.

Daß auch die übrigen Beamten der Zentralverwaltung vielfach vom Telephonwesen in Anspruch genommen werden, und zwar nachgerade in höherem Maße als vom Telegraphenwesen, ist schon im vorjährigen Berichte angedeutet worden.

Der telephonische Verkehr erzeigt im Vergleiche zum Vorjahre folgende Zahlen : 1887.

1888.

Vermehrung.

°/°-

Lokalgespräche . . . 7,829,387 8,059,699 230,312 2,0 Interurbane Gespräche 340,127 468,502 128,375 37,s Ortsaufträge . . . .

7,937 8,442 505 6,4 Vermittelte Telegramme 127,783 143,186 15,403 12,o In den vorstehenden Zahlen ist der Verkehr der öffentlichen Sprechstationen inbegriffen. Derselbe betrug im Jahre 1888: Lokalgespräche .

.

. 65,904 Interurbane Gespräche .

. 15,042 Ortsaufträge .

.

.

. 898 Vermittelte Telegramme .

-- Die interurbanen Gespräche haben in viel größerem Maße zugenommen als die Lokalgespräche, was hauptsächlich daher rührt, daß die neuerstellten Netze so viel wie keinen Lokalverkehr haben, sondern fast ausschließlich nur dem interurbanen Verkehr dienen.

Daneben sind auch einige stark frequentirte interurbane Verbindungen (wie Zürich-Basel, Bern-Zürich, Bern-Lausanne) hinzugekommen, welche zur Vermehrung dieses Verkehrs wesentlich beigetragen haben.

283

Anknüpfend an die im vorjährigen Berichte enthaltenen Mittheilungen über die gegen einige Hausbesitzer in Zürich eingeleiteten Expropriationen müssen wir bemerken, daß, wie nicht anders zu erwarten war, dieser Vorgang auch anderwärts ähnliche Begehrlichkeiten weckte und infolge dessen die Verwaltung mehr und mehr zu Entschädigungsleistungen herangezogen wird. Sie sucht dabei so viel als möglich gütliche Abmachungen zu erzielen, um die Sache zu beschleunigen und die Kosten des gerichtlichen Verfahrens zu vermeiden. In der Regel kommt sie dadurch auch in Bezug auf die Höhe der Entschädigungen billiger weg, weil die meisten Eigenthümer die Unannehmlichkeiten eines Prozesses ebenfalls scheuen. Immerhin mußte seither noch in zwei Fällen das Zwangsverfahren eingeleitet werden, wobei sich der Entscheid auf die nämlichen allgemeinen Grundlagen stützte, welche in Zürich zur Geltung gelangten und somit gewissermaßen als rechtliche Normen zu betrachten sind. Es wurde schon im letztjährigen Berichte bemerkt, daß, wenn überall auf diesen Grundlagen entschädigt werden müßte, die daherige Ausgabe für jede einzelne Station auf annähernd Fr. 15 zu stehen kommen würde, ein Umstand, welcher bei Festsetzung der Taxen nicht übersehen werden durfte.

284

# S T #

Bericht betreffend

den Gesetzesentwurf über das Telephonwesen, vorgelegt im Namen der Kommission des Ständerathes von Herrn Gavard, Präsident.

(Vom 6. April 1889.)

Herr Präsident!

Herren Ständeräthe!

Die Mittel für den Verkehr zwischen Individuen sowohl als zwischen Völkern haben sich, dank den Fortschritten der Wissenschaft und den sinnreichen Anwendungen der Technik, großartig entwickelt. Die Uebermittlung des Gedankens und des Willens, die Beziehungen, welche, sei es Handelsgeschäfte, sei es das Vergnügen im Auge haben, ' sind nicht mehr auf den engen Kreis einer Gegend oder eines Landes beschränkt. Seitdem die Posten zu einem öffentlichen Dienste geworden und unter das Patronat sämmtlicher civilisirte Staaten gestellt sind, haben sie nahezu eine vollkommene Ausbildung erreicht; die Eisenbahnen durchziehen die Länder und Staaten wie eben so viele Adern, welche das in den Völkern pulsirende Leben anspornen. Die elektrische Télégraphie, welche vor kaum einem halben Jahrhundert eine der gefährlichsten Naturkräfte in einen Diener der Arbeit und des Friedens umwandelte, und damit in dem neuen Verkehrsleben eine vollige Umgestaltung hervorrief, ist gegenwärtig überholt. Der durch eine Batterie oder durch einen Akkumulator in Bewegung gesetzte Apparat dient nicht mehr bloß zur schnellen Uebermittlung des Gedankens; er bemächtigt sich des gesprochenen Wortes und verÖ

3

'

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Bericht des Bundesrathes an die Bundesversammlung über seine Geschäftsführung im Jahr 1888.

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Bundesblatt

Dans

Feuille fédérale

In

Foglio federale

Jahr

1889

Année Anno Band

2

Volume Volume Heft

17

Cahier Numero Geschäftsnummer

---

Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

27.04.1889

Date Data Seite

153-284

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