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des

schweizerischen Schulrathes an den Bundesrath über das neue,.

den .^8. Februar 1^ in Kraft getretene Reglement fur das eidg. Polytechnikum.

Tit.!

Bei dem seit geraume Zeit gefühlten Bedürfnisse einer Total-

revision des Reglements für das eidgenössische Polytech-

nikum) hat der Schulrath denjeuigen Weg verfolgt, welchen das bisherige Reglement sur alle Veränderungen von Gelang in der àrganisation der Sehule vorschreibt. (Siehe Art. 12l und 126 des bisherigen Reglements.) Es wurden aller Berathung durch die Behörde vorgehend sämmtliche Spezialkonferenzen der Lehrer um einlassliehe Meinungsäusserung angegangen. Dieses gesamu.elte Material, vern.ehrt und ergänzt durch die vielsaeheu, seit dem Bestand der Schule ab Seite des Schul-.

rathes und der Direktion gesamn.elten Erfahrungen nebst einer Reihe sachbezüglicher grosserer Berichte .ourde einer Vorberathung durch den Präsidenten des Schulrathes und deu Direktor der Anstalt unterworfen und ein erster Entwurf ausgearbeitet, welcher nach den bekannten Vorgangen am Schlusse des Schuljahres 186^64 einer eingehenden zweiten Umarbeitung durch den Präsidenten des Schulrathes unterlag. diesen Entwurf des Präsidenten legte eine für die Revisionsfrage niedergesezte

^) Siehe eidg. Gesezsammlung, Band I^. Seite 275.

777 .Commission des Schulrathes ihrer Berathung zu Grunde. Der au.^ den, viele Sizuugeu in Anspruch nehmenden Beratungen dieser ^ommisston hervorgegangene Entwurf wurde sodann gedrukt und aber.ual.^ der Generalkonserenz der Lehrer zur Bri.fung und Meinungsausserun^ zugestellt, und es unterlag daraus, erst Entwurf und Rukäusserung der .Lehrerschaft, mehrtägigen Schlussberathuugen durch den Schulrath. Jn dieser Weise ist der Jhnen vor geraumer Zeit schon zugestellte neue Reglementsvorschlag entstanden, um dessen Brüsuug und Genehmigung wir hiemit bitten, indem wir uns erlauben , die hauptsächlichsten darin liegenden Abänderungen gegenüber dem bisherigen Reglement durch di^ nachfolgende Darstellung zu erläutern.

Erster ^schnitt.

.gemeine ...^estimmun^eu.

Art. 1-17 des bestehenden, Art. 1-11 des repidirten Reglements.

Jn diesem Abschnitte sind im Wesentlichen nachsolgende Veranderungen in Betracht zu ziehen : a) Die Vermehrung der .Abteilungen der Schule von 6 au^ 8..

(Hinzugekommen die Abtheilung für Fachlehrer in Mathematik und Ra^ turwissenschasten und der Vorkurs.)

b) Die nähere und eingehendere Bezeichnung der wissenschaftlichen Zweke und Richtungen der ^achlehrerabtheiluug und der philosophischstaatswirthschaftlichen ^reiabtheilung (Art. 5, Ziff. 6 und 7).

c) Das Ansohlen der Lehrfächer ohne bindende Einreihuug r^ bestimmte Jahreskurse uud die nicht mehr absolut, sondern relativ (in einem Minimum) bezeichnete Zeitdauer des Unterrichtes in den Spe^a^

schulen (Art. 11). . ..

d) Die Ergänzuug der wissenschaftlichen Hülfsmittel , resp. da^ Hinzusezen der erst seither erbauten Sternwarte und eines physikalischen .Laboratoriums (Art. 11).

Ad a und h. Die Vermehrung der Abteilungen ist begründet in ^em durch Supplemeutargesez gegründeten mathematischen Vorberei-

tungskurs ^), welcher indessen der übrigen logischen Eintheilung des Reglements halber am bessten als lezte Abtheilung fignrirt. Das Aufnehme...

eiuer bestimmter als bisher noru.irten Abtheilung für ^a.hlehrer in Mathematik und Naturwissenschaften findet gleichfalls seine ^otivirnna^ in einem Ergänzungsgesez vom 22. Dezember l863 , wodurch .........^

Büdget der polytechnischen Schule , resp. der eidgenossische ..^heil. .^es^) Siehe eidg. Gesezsamml..ng, Band VI, Seite 152.

77^ gelben auf Fr. 250,000 per Jahr erhoht worden ist ^. Jn der Bot^ schaft des Sehnlrathes , welche jene .....^üdgeterhohung einlässlich begrün^ dete. (siehe Memorial des ^..hnlrathes , resp. seines Präsidenten vom 2.^. Oktober ^63 ^S. 7^--.^) , deren Motivirnng in der Botschaft des Bundesrathes an die ..^undesoersammlung adoptirt und dnrch die entsprechenden Schluss^ahmen der Räthe sanl.tionirt worden ist, wird die ^rst^ung einer neuen Professur für hohere Mathematik gerade zu diesen. ^eke befürwortet, u..d der Sinn und ^...eist, in welchen. ..^ese Abteilung ueu ers....l..t oder , richtiger gesagt, ......weitet und v^rvollstau^gt werden soll , ..u.^in.^ndergese^t. ^...r Wortlaut, den das n..ue .).^lement für diese Abteilung gebraucht, ist in voller Ueber.unstimmung mit j..ner ^egründun^ und s^hl.^t sich ....n^ dem Wortlaut des .^rün.^

^u^.gsges^es vom 7. ^or..ung 1.^54 ^^) (...irt. 2 des ^.hlusspassus) au, wesshalb er der all^eme.inern Redaktion (,,.^lbtheiluug sur rein wissen^chastliche .^ildung^ u. s. w.) vorgezog.^u worden ist.

D.e Meiuungsdisser^n^ , welche in Dieser Beziehung ^wischen deu.

Regleu.^ent , wie wir es vorschlagen, und den A^rageu d..x ^onfer.^n^.

resp. der Sp^iali.ous^u^ der sechsten .^lbtheilung, besteht, ist ^ines^

wegs in dieser Redattiousabweichung, sondern vielmehr i.. der sp..t..r zu erörternden ^rag^ ^n suchen, ob in dieser gesammt^. ^lbth^lun^ andere ^rundsä^ für das sr...ie ^udlt^en gelten sollen als i.. de^. ^pezial..

schulen l ^5. darüber herrscht nannich kein ^w^isel, dass eine grossie ^..hl dieser mathematischen und n.^t^rwissenschastlich^n ^nrse wie b^

ani,in (vide Art. 2 in liuc d.^s ^ründun^sgesezes^ für einzelne der füns

ersten ^.....schule.. und für die ^aehs^ule der Lehrer ^meinsam sein werden, und da ss überhaupt die ang^t.llten Lehrkräfte nicht ..usr^ich^n würden, neben diesen ^achschul^ursen in vollstem U^.fange tauter eigene und sei^stständige, von allen übrigen ^p^ialschnleu gän^ich getrennt...

^u...^ für ^ehran.ts.^and.da^n und allgemein.. wissenschaftliche .^itdun.^ in Mathematik und ^turwisseus^aft^ zu erstelleu. ^s ist somit besser, di^ Redaktion des Eut^urses zu wählen, welche einen klaren, vo.. dem ...^ese^ vorgesehenen ^wek i.. ^iussicht nimmt und der Bedeutsamkeit und Jntensivität, überhaupt der würdigen Stellung dieser Wissenschaften ^.n unserer Anstalt nichts beniu.mt ; denn w...nn einerseits Matheniatik und Naturwissenschaften, die erst e re namentlich in den Spezialschuten der Mechan.kex und Jngenienre , die andern in den Fachschulen der ..^hem^er uud Forstleute schon e.ne bedeutende ^tellu..g einnehmen, und daselbst allerdings und^ nothweudig ^..wissen Bern^richtun^en, im edel.steu Sinne des Wortes indessen, dienstbar gemacht werden müssen, und anderseits, ..umal in den l e g t e n Studienjahren, noch weitere .^nrs.^ sür ..^ in den horsten und schwersten Partien dieser Wissen-

^) Siehe eidg. .^esezsammlung, Band ^lIl^ Seile 23.

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schast einzuweihenden Fachlehrer hinzutreten , so wird man im Ernst nicht behaupten wollen , dass diese Wissenschaften an unserer Schale nicht in ihre höchste Bedeutung und Würde eingesezt seien , sondern n^r eine gering Magdsrolle spielten l Sachlich gibt also die gewählt...

Redaktion diesen Wissenschaften die höchste Bedeutung , die sie üb..rhaupt in Anspruch nehme... können, und formell entspricht sie der Wahrheit und den Jnt^ntion^n des Ges.^g^ers vollständig. U^ber den Sinn und die Bedeutung dieser Fachlehrerabtheilung verweisen wir neben der oben zitirten Botschaft über die Büdgeterhöhung noch besonders auf das Gutachten des Präsidenten des Schulrathes au das eidgenösstfche Departement des Juuern vom 19. Juni 1863 über das .^etitum des schweizerischen Lehrerpereiues (siehe Beilage 3).

Es kann diese Abteilung vorerst keineswegs ein Lehrerseminar für S e k n n d a x l e h r e r sein, zu welchem Spezialzweke zur ^eit so zu sagen

nicht e i n U..terrichtsknrs der Schule eingerichtet ist , wozu zum The...

a..ch die .Lehrkr..fte und zur Zeit selbst die Ermächtigung des Ges..^ gebers fehlen würde , der sich bei Gelegenheit der Büdgeterhöhung der Schute durch Verwerfung derartiger Anträge vielmehr g e g e n ein solchi eidgenössische.^ Sminar ausgesprochen hat. Ein derartiges Jnftitut müsst.^ zuerst pou kompetenter Stelle beschlossen werden, ehe wir dasselbe im Detail zu organifiren befugt waren. Was wir einstweilen au der Schule weiter entwikeln und zum vollen Abschlusses bringen wollen, ist eine Abtheilung für Mauner, die in Mathematik und .........turwissensehaften als Lehrer vom ^ach aus die gauze Höhe des jezi.^n Standpunktes dieser Wissenschaften gebracht werden sollen , au welche

namentli.ch auch in mathematisch-ph^stk..lischex Richtung so ziemlich All^s

geboten werden soll, was an den ......stein^xicht^.. Anstalten sur diesen ^wel. gegeben wird.

Da der natürlichen Entwiklung dieser Sektion iu der nächsten Ankunft innnerhin ..och Einiges überlassen werdrn muss , so sind auch

die speziellen Vortrage, die iu diese Abtheilung fallen sollen, im Regl^meut noch nicht einzeln und absehtiesslieh aufgeführt. Obgleich dieselbe..

ungefähr iu dem Rahmen sich bewegen werden , den die von der .^onf^renz vorgeschlagene Redaktion angibt, so haben wir es doch vorgezogen, einstweilen nur eine allgemeine Charakteristik dieser ^lbtheiluug zu geben, welche indessen das ^iel ebenfalls bestimmt ^enug erkennen lässt (Art. 5, ^ifs. 6 des neuen Reglements^.

Die Organisation, resp. die Ausdehnung der siebeuten, der allge^ meinen philosophischen und staatswirthsehaftlieh...n Abtheiluug (Dreifacher) wird ihrem bestimmten und klaren ^inne naeh am besten bei Gelegen..

heit der Art. 1.)^.^ des neuen Reglements erörtert werden.

Ad c und d. Diese Veränderungen tragen die Begründung i^.

sich selbst. Die Kombination des Unterrichtsstoff^ im zweiteu und

Bunde.^blal... ^ahrg. X^III Bd. II.

63

780 dritten Jahreskurse in den einzelnen .^lbtheilung...^. im Reglement schon so genau zu f^ireu, wie e.^ .m alten Reglement geschieht, hat sich als.

unpraktisch erzeugt. Manche Disziplinen , namentlich in den obersten Kursen , konneu je nach Veränderungen im (^ange des Unterrichtes, welche Erfahrung und ^wekmässi^eit andeuten, in den lll. oder aueh in den ll. Kurs fallen. Mit andern Worten. die Kombination des Unterriehtes der Jahreskurse kann i.n Einzelnsten, wenn sie auch im ^rossen ^an^en bleibt, doch ofter Veränderungen erleiden, so dass es ^unpraktisch ist, sieh in der Reihenfolge bis in alle Eiuzelnheiten .^um Voraus ...eglemeutarisch ^n binden, resp. sur die kleinsten Modifikationen nach dieser Seite, welche gemachte Erfahrungen, ja ofter selbst nur die au^enblii^ liehe Kombination der verfügbaren .^ehrkräste räthlich machen , eine vorausgehende Reglements....deru..g erforderlich zu erklären. Ebenso haben wir es angemessen gesunden , die Zeitdauer der einzelnen ^ach..

Schulen nicht absolut festzustellen, wie es im Art. 2 des bisherigen Reglements geschieht, sondern nur das Minimum der Zeit anheben. Es liegen dem Schnlrathe so ziemlich von allen Fachschulen Gesuche um Verlängerung der Unterrichtszeit vor. derartige Veränderungen, wenn sie wirklich dringlieh und notwendig sind , unbedingt an eine Regler mentsrevision ^u binden, so dass von Jahr ^u Jahr Regleu..entsnovellen nothig werden, scheint nieht ^wekmässig. Auf der andern Seite hangen bedeutendere Aenderungen nach dieser Richt....ng mi.t dem Budget der Schule,mit den verfügbaren Lokalitäten und vor Allem ans auch mit der ^rage zusammen, ob mau mit .^ortheil und Ruzen sür die Schule in Betracht der Anforderungen des praktischen Gebens und der Wüuseh^ der Eltern die Studienzeit au einzelnen Abtheilungen noch verlängern^ darf. Aus diesen Gründen haben wir uns nicht entschließen Tonnen, gleich mit der Reglementsrevision diese Gesnehe ..bschliessli.l.. ^u b.^han^.

deln und im Reglement selbst die Unterrichtszeit ^u verlängern. Es bedürfen diese Anträge der ^lbtheilungen wiederholter

einlassli^er Er.^

wägun^. Am stärksten scheint die Rothwendigkeit der Verlängerung der Unterrichtszeit (um miudesteus ^^ Jahr) bei der Jngenienrschnle hervorzutreten, wesshalb sür diese ^ibtheilung zunächst eine Sehlusssassuug in Aussicht genommen ist. ^^ Die Vermehrung der wissenschaftlichen

Hülssmittel der schule im^lrt. 1t des Reglements ist selbstverständlich.

^n^iter Abschnitt.

.^on .^eu ^tndirenden.

^lrt. 18^5.) des alten, Art. 12-48

des n e u e n R e g l e m e n t s .

Als bemerkeuswerthe ^leuderungeu in diesem Abschnitte sind zu erwähnen .

  1. Die Verweisung der speziellen Ausnahmsbedingnngen in alle

78l .

Fachabtheilungen der Schule bezüglich der auszuweisenden VorKenntnisse und der Art der hierüber vorzunehmenden Brüfun^en in ein Spezialreglenient. (Renes Reglement, Art. 14, Schlußb) ^ Die Feststellung der Ordnungsgruuds.^e für die neue Abthei-

lung der Fachlehrer (siehe namentlich Art. 15, individuelle

obligatorische Stundenpläne).

c) Die in der Hauptsache mit dem bestehenden Reglement übereinstimmende, immerhin jedoch grundfalscher und ko..se.^....ter durchgeführte Studienausstcht für Schüler und Zuhörer in

obligatorischen Fachern. (Art. 15 und 19 bis 22, und 45 bis 47.)

d^ Die .^änderten Schul- und Auditorengelder und Tax^enansaze überhaupt ^lrt. 17).

e ^ Die A u s n a h m .. der Quelle und Raufereien als Disziplinen^...^ g^hen in bestimmterer Fassung als bisanhin. und die Verhäugung der Relegation als regelmässige Strafe gegen alle Theiluehmer an Quellen, endlich die Aufnahme einer Koutrole uach dieser Richtung über die Verbindungen der Studirenden (Art.

29-35).

Aufnahmsregulatip.

..^d ... ^as bisherige allgemeine Reglement enthielt gleichzeitig auch die ^tnfnahmsdedingungen, resp. die für jede einzelne ^ehulabtheilung geforderten wissenschaftlichen Vorkenntnisse. ^a diese Vorkenntuisse abhängen von dem Stand der Wissenschaften überhaupt, d.m Staude der Vorbereitungsanstalten , dem Staude der jeweiligen innern Organisation unserer eigenen Fachschulen und alle diese Standpunkte oftere Modifikationen bedingen, so hat der Schnlrath es für angem^ssener gehalten, dieses reichhaltige Material einem besondern Reglement ^.zuweisen. (Art. 14 in tlne des neuen Reglements.)

^as bestehende allgemeine Reglement war in dieser Hinsicht überdies längst ausser Kraft gesezt , da schon vor Jahren ein n...nes beson^deres Regulativ der ^lusnahmsb^dingungen erlassen werden mussr...,

welches selbstvexstandlieh besonders gedrukt ist und häufig verlangt wird,

so dass alljährlich mehrere hundert Exemplare dieses Reglements ab^egeben werden. Dieses ^pezialregle^nent wird sofort nach Annahme des allgemeinen Reglements einer neuen , bereits teilweise vorbereiteten Revision unterliegen und sodann ebenfalls der G^.nehn.ignng des Bundesrath^s unterstellt werden.

7.^2 S p e ^ a l s e k t i o n für Bildung v o n F a c h l e h r e r n in Math.^ m a t i k und N a t u r w i s s e n s c h a f t e n .

^d b und c. ^..ie Fachlehrerabtheilung , welche die Bestimmung hat, so weit dies die Schule überhaupt kaun, in Mathematik und .^a..

turwissenschas^.. aus der ganzen Hohe des jezigen Standpn..l.t..s dieser ^is^pli..eu stehende Lehrer und Manner der Wissenschaft zu bilden, bedarf in Hinsicht ans Jahressoll und obligatorische S..nndenplane ein^r im ^egensaz zu den andern Sp.^ials.hnlen in manchen ^unkten modifizlrten ^rundordnun^. B.i d.^.r Vers..hiedenheit d.^r Bildn..g^ielpunkte würde dem wissenschaftlichen J..teresse d^ser Stndirenden schadlich..r ^wang angelegt, wollte man gan^ gleich wie in d^.r Mansch ..le, bei den Jn^nienr.^n oder Mechanikern, eine Anzahl sür Alle gleichmäßig obli^ gatorisehe ^nrse ausstellen, welche sämmtlich gehort werden n.üssteu, weil mancher dieser jungen Männer ^..isz.plinen hor..u und anf Aneignung und Verarbeitung derselben all^. viel .^.^it verwenden. müsste , welche nicht aus seinem Wege liegen. Eine etwas grossere Freiheit d^.r Auswahl liegt demnach im innersten , wohlverstandenen Jnl^resse dieser Abtheilung, und es werden desshalb, die ^^a^hwe.sung der nothigen Vor^ kenntnisse selbstverständlich .^orausges^t , sür diese Schüler unter der Leitung und nach dem ^alhe des Vorstandes dieser Abth^ilung indivia duella Stundenpläne sestgesezt, sür welche dann aber, nachdem dieselben

sestgestellt sind, die gleichen Verpflichtungen, die gleiche ^tudlenkontrole und U.^berwaehung gilt , wie in d.^u andern ^aehsehulen.

^aueb..n

stellt sich ein allgeu.eiuer Rahu.en sür alle .Disziplinen dieser Abtheilung ,

wie für die Aufeinandersolg^

derselben

gleichwohl heraus ,

nur u...ss nicht jeder S.hüler der ^.bth^iluug alle diese ..^ziplin......

horen. ...^an^ gleich wie b^ den andern ^ktionen w.r... steh a n ..h die ^ro^notionsfrage und J^hresfolg.^ ausmitteln lassen , so das.. in ...er Freiheit die Ordnung und Gleichberechtigung den andern Sehüiern und Sektionen gegenüber fortbes^h^. -. ^nch die Ausnahmsbedingungen sind leicht festzustellen, inden. ein Lehramtskandidat matheuiatischer Dichtung alle Vorkenntnisse eines in die Jngenieur- oder mechanisch.. ...... eh u l^ ein.^ tretenden Studirenden und ein Lehx..unsk..ndid..t n..turw.ssensehaftlh.her Richtung alle Vorkenntnisse ein.^s Schülers der chemischen ..^bth.^ilnng auszuweisen hat. Vei kou.binirteu Viidungszweken müssen die Vorkennt..

nisse beider Richtungen Antreffen. Ueberhaupt dürfen die Anforderungen gerade an diese Abtheilung gau... und gar nieht tieser ^ehalten wer.^e.., als gegenüber den Schülern der andern Sp^i...ls.^tio....m.

Anlässlich dieser Begründung wollen wir des ^ns..mm...nhang..s und Abschlusses sür diese Sektion halber noch Aufsehluss geben, von welchen Gesichtspunkten der S.hulrath bei Ausstellung einer gleichfalls besonders . . . . . e h r e r k o u s e r e n z sür diese Abtheilung ausgegangen ist (Art. 92 den revidirte.. R.^glemeuts).

783 J.. dieser Begehung war die Behörde ....sauglich darübe.. schwan^ k.^ud, ob nicht eine Spe^ialkonferenz der Lehrer h.er entbehrt werden und die Lehramtskandidaten mathematischer Richtung den Jngenieuren oder Mechanikern . mit denen sie alle Hauptkollegien im ersten und grosseutheils auch im zweiten Jahreskurs hören werden , und die Lehr..mtskaudidate.. naturwissenschaftlicher Richtung, ^u welchen die chemische Schule in analoger .Lage steht , dieser leztern ^ugetheilt werden sol..en ^ Die bisherige Erfahrung scheint darauf hinzudeuten , dass das gauche Absolviren einer Fachschule (Sektion der Mechaniker oder Chemiker) mit Hinzutreten einer etwas langern Studienzeit für die höheren Ba..tien und das Hören ausgedehnterer Vorträgt in einzelnen Disziplinen , ^ der .Lehranitskandidatenxichtung , zumal so weit sie für ^ewerbsschnlen sich bestimmt , angemessen und förderlich sei. W^nn dagegen andererseits in Betracht a^og^n wird, dass eine eigene Special.. on sere n^ diesen Stu-

diengang sür Fachlehrer nicht ausschließt ; dass , wenn allerdings auch

ohne eigene Lehrerkousereuz, sür das erste und zweite Studienjahr dieser Schüler gnt gesorgt wäre , doch das lezte Jahr das Bedürfniss einer andern Leitung als derjenigen durch die Vorstande der zwei genannten Spezialschulen hervortreten liesse, und doch auch ein... eigenste Sorge für die eig^.thümliche und zwekmässig.. Gestaltung der Diplomeremo. dieser Abtheilung und sür seminaristisch.. Uebnngen (siehe indessen über den Sinn derartiger U.bungen die Beilage 3 : Bericht über die .Lehrerpetition) aus mehrfache Vortheile einer be^ondern .Konferenz hindertet, so neigt sich ^ie Waage, wie uus scheint, auf ^ie .^eite d..s nun^.iehr adoptirten ^pstems. Der ^ehulrath hat sieh schließlich zn dieser Auffassuug um so eher bekehrt , da^ die Generalkonfexenz der .Lehrer sieh gleichfalls für diese Ansicht ausgesprochen hat. Sollte die Erfahrung ..i..^ Unterabth^inng dieser Konferenz für naturwissenschaftliche Richtung als vortheilhaft herausstellen , so verbietet das neue Reglement auch eine solche weitere Entwiklung nicht.

W.^s sodann die Schulordnung und ^tudienkontrole all^r Abtheilungen i^n Ganzen betrifft, so ist das S^st^m der Fachschulen unb^nstandet beibehalten worden. Dieses System hat sich durch die Ersahrnug an unserer Schule durchaus bewährt . es entspricht der Richtung einer polytechnischen Schule naeh praktischen Bildungszielen und den vortretenden ^eitbedürsnissen sür Ausbildung tüchtiger Spezialisten in den verschiedenen praktischen Bernfsfäehern a^n besten. Die obligatoxisehen Stundenpläne, die Jahressolge , die Promotionen und Examinatoxien sind weder von der Lehrerschaft, noch von den Behörden beanstandet worden. Der Takt, die beste Art , wie alles dieses gegenüber Jünglingen von reiferem Filter mit Vortheil gehandhabt werden muss, lässt sich im Uebxigen nieht dnreh detaillirte Vorschriften und Paragraphen sichern. Die wohlwollendste Aufmerksamkeit und Sorge von Lehrern und Behörden hat hier beständig zusammenzuwirken , Ernst und Festig-

784 keit in die Leitung zu bringen, und unnüze Härte, Verlegung des Ehr..

gefühls und pedanterie fern zu halten. Ramentlieh ist hiebei die d^..n Abtl....ilu..gsvorstä..^u zufallende Ausgabe bedeutend, welche das Meist...

dazu beitragen können , von Seite der Schule dem ganzen .Lande, den Eltern zumal , diejenigen (Garantien zu geben, welche Resultate sichern und von denen auch das Vertraue des Landes zur Anstalt ^rossentheils abhängt. Berechtigten und wohlausgewieseuen individuellen Bildung zweken Rechnung ^u tragen, sind ^ispensationen von ein^lnen obli^ gatorisehen Kursen und Austausch gegen andere, so weit irgend thunlich,

gestattet. (Sieh.. Art. 15, mittlerer Saz.)

Unse.^ Anstalt ist mit einer reihen Zahl von Unt^.riehtskrä^en auch für allgemein bildende, in die^ obligatorische Stundenpläne nicht aufgenommenen Wissenszweige dotirt , um der Jugend, die sich der Technik widmet . nicht ein allzu enges , ansschliesslich prosess^nell.^ Studium abzuzwingen, sondern dieselbe viemehr in stetem Rapport auch ....t den ^rossen moralischen Hebeln zu erhalten, die so sehr wie Mathematik und Naturwissenschaften die Welt bewegeu. Diesen Kursen w..^.

deu einige Abendstunden jedes Tages zu ausschließlich.^ Ver..

fügun^ g..s^.llt. Obgleich nun die bisherige Erfahrung beweist, dass diese Cacher von d.^r Schülerschaft keineswegs vernachlässigt werden , so hat der ^chulrath es doch nicht überflüssig gesunden , im legten ^a^ des^ Art. 15 die ...........pflichtung ..ns^unehmen, dass von jedem ^^.üler zuni mindesten e i n Freikurs per Semester angehört werden soll, wobei indessen der freien Auswahl keinerlei ..^wang an^ethan wird. ^ine

Andeutung i^u Reglement und ein Anhaltspunkt für die Abtheitun^svo^.

stände, den Direktor und den Präsidenten, au.h dieser ^tudi..nseite per..nanente ^lnsnierksamkeit ^.. schenken , schien de^u .^ehulrathe nicht anss^r Wege.

Rechts- und .^slichtstellung der A u d i t o r e n in den o b l i g a t o r i s c h e n ^ a e h s c h u l k u r s e n , und U m f a n g d e r Dreifacher.

^ie .^ruudsä^e , welche für die Aufnahme und für die R^hts^ und Bflichl.stellung der A u d i t o r e n in den o b l i g a t o r i s c h e n ^ur^

seu der pol^chuischen schule als Reg^l massgebeud sind, hat eigentlich das ^ründuugsgesez (Art. 7) bereits festgestellt. Ra.hdem dieser Artikel einem Reglen.ent für die ..Aufnahmebedingungen und die ^eftst..ll...ug.

der obligatorisch^. .^nrse gerufen hat , erklärt derselbe , d.^ss der Besuch der a u d e r n (der nicht obligatorischen ^äeher) gut l^eleuu.deten ^..tu...

direnden f r e i stehe. ^ür die obligatorischen Fächer soll demnach di.^se ..bsolnte Freiheit nicht bestehen, und es soll hier sur Schüler un^ Auditoren überhaupt nur e i n Recht und e i n e ^flieht geb.^n. Es ist in ^er .^hat au..h einleuchtend , dass , sofern der .^enntnissausweis , die

785 Stndienanfsicht und Jahresfolge nur durch die Erklärung umgangen werden könnten , dass man sich in die einzelnen Knrse als Auditor und nicht als Schüler meldet , dannzumal alle diese Jnftitutionen ihre wesentliche Bedeutung verlieren müssten.

^ie ^.rage der absoluten Stndiensreiheit der lernenden gegenüber dem obligatorischen ^achschuls^st^m und den eingeführten Kontrolmitteln würde ja lediglich eine Sache der freien Wahl jedes einzelnen Studirenden. Hiemit wäre der Ernst und die Bedeutung der strengern Einrichtungen gebrochen , dieselben .wären so gut wie aufgegeben. ^ies bedars wahrlich keines ^.aehweises. Man müsste die Jngend .^an^ich verkennen , wollte man sich über die allm..hligen und sichern Folgen einer solchen Wahlsreiheit Tauschungen hingeben. Einer solchen Halbheit wäre ^ der Uebergang zur vollen St..dieufreiheit weit vorzuziehen. ^as strengere System kann nur durchschlagen, wenn es als ein allen (Schülern und Zuhörern) gleich geltendes Gese^ gehandhabt wird. .Nichts empört und verlezt so sehr das Gefühl der Jugend, als eine Ungleichheit der Behandlung. Warum müsste der Eine Eintrittse^amen machen und der Andere nicht ^ Warum könnte der Eine ohne den B.^siz bestimmter Kenntnisse die Kurse anhören und perstehen , der .ändere nicht ^ ^iese Vorkeuntnisse sind j..

entweder für ^llle nöthig oder für Keinen. Warum bliebe der Eine (der Schüler) wegen Unfleiss oder Mangel an Verständnis.. des Vo^etra^enen für ein gan^s Jahr stzeu, während der Andere^ (der Auditor) neben ihm bei vielleicht noch geringeren. Talent und noch grösserer Studienvernaehlässigung dennoch den folgenden Kurs belegt und nach Be^ lieben hort^ Solehe Verhältnisse führen zum Brueh oder zu einem Glossen Scheinleben des strengern Systems. Mit Säzen wie .,die Schule überninnnt ja teine Garantie für die Einen^ (die Auditoren), reicht man offenbar nicht aus. ^ie Frage ^ ist nicht, ob der studirende Jüngling oder sein Vater , der indessen zumeist hierüber keine Studien macht, sondern der ^.l.ule selbst^ vertraut , die strengere Richtung ausdrüklich ....erlangt. die ^rage ist vielmehr. ob die Sache überhaupt gut sei, und ob das ^aud, welches derartige Anstalten gründet, diese oder jene leitenden Grundsäze und Garantien sür dieselbe aufstellt. ^iese Hauptfrage aber ist sür unsere Anstalt entschieden und früher wiederholt aufs Einlasslichste besprochen und geprüft worden.

^er ^hulrath ist aus den angeführten Gründen der Meinung, ^ass in diesen strengen Fachschulkurseu der Auditor wie die gleichen Eintrlttsbedingungen zu erfüllen , so auch die gleichen Verpflichtungen des Schülers zu übernehmen , resp. die Repetitorien u. s. w. mitzuma.^en hat. Rnr wo diese Gleichstellung zur pedanterie würde, wo diese Ga^

xantien überhaupt überflüssig find , da will sie der Vorschlag auch nicht

festhalten. Eine solche Ausnahme wird namentlich gemacht für Männer ....on reiferm Aliter, die sich in ihrem Berufe in einzelnen Richtungen.

theoretisch noch weiter ausbilden wollen, sowie für Bewerber, die scho^

786 Anderwärts hohere technische Studien vollständig absolvirt haben und hierüber befriedigende Zeugnisse vorweisen. Es sind dies oster ^ente, welche an andern hohern Schulen selbst schon Assistentendienste geleistet haben. Es wäre durchaus ungerechtfertigt, die Einen und die Andern nicht von den Repetitoren u. s. w. ^u besreien, wenn sie es wünschen.

Hier begreift denn auch der jüngere Schüler den ...^rnnd der Ausnahme stellung. (Siehe Art. 2l des revidirten Reglements.)

U m f a n g de... F r e i f ä c h e r , Art 19 und Art.

revidirten Reglements.

5, ^ i f f . 7 d e s

Jm ^..egeusa^e zu unserer strengern Schulordnung liegt es in. Sinne des ^ründungsgesezes (Art. 7), im Sinn^. des bisherigen Reglements und der bisherigen Bra^s, dass eine grös^re ^ahl von Kursen, die den Fachschulen nicht angehoren , mehr die allgemeiner... Bildung beschlagen und für keine Schülerabtheilung obligatorisch sind, bei denen also wieder volle Gleichberechtigung eintritt , auch n. ^..ku..st den. freien Auditoren in ga.^ liberalem .^inne geoffnet bleiben sollen. U...ber den zulässigeu Umsaug dieser ^reikurse bestand nun in Wahrheit die ei.^ zige erhebliche ^eiuungsdiffereu^ zwischen einem theile der Lehrerschaft .(demjenigen, welcher d...r bisherigen sechsten Abtheilung augehort^ und deu ^.^horden. Abgesehen von der unbestritten der Fxeiabtheilun^ an.^ gehorendeu grosse^ ^ahl von Kursen in ^iteratnr, ..^..schicht... , Rechte..

wissenschast, Nationalökonomie .^e. sollte auch den. ganzen gros.en Th^le der naturwissenschaftlichen und math.^natisch^n Kollegien eine ^ o p p e l ^ .

natnr gegeben werden. Sie sollten einesteils als obligatorische Knrs..

für die Schüler galten und gleichzeitig wieder als volle Freikurse sur Jedermann. ^..ie na.htheiligeu folgen einer in den ersten Jahr.... be..

sollten all^uweiten Ausdehnung dieser .Anschauung lassen für die gau^ Grundordnung der Schule sieh gleich veru.uthen , selbst ohne dass u.au die bestätigenden praktischen Ergebnisse kennt. .^iese Rachth..ile ergaben sieh denn auch in reichlichem .....^ass... Wir verweisen auf .^ie einlässli^..

Botsehast des ^ehulrathspräsidenten an den Sehulrath schon vom

27. April 1860, ^eite 10 ....is 33 (vide Beilage 4), den ^eri^.ht vom 2. Juli 1863 an die über die Auditorenverhältnisse und das ..^..rhältniss

des Polytechnikums ^ur züreherischen Hochschule niederges^te sehulräth.

liche Kommission Beilage 5), und die in ^olge einlässlicher ^rüsnng

^er bezeichneten Berichte gefaxten remedirenden Schlussnahnten des Schulrathes .^eilag.^n 6 und 7.) Auch der Regiernng von Zürich ist pon diesen Schlussnahn.en und namentlich anch von den. Reehtsstand^ .punkte der eidgenössischen Behorden in dieser ^.rage wiederholt ^enntuiss gegeben worden.

Bei Gelegenheit der Revision des Reglements und der in dem^.

gelben nach dieser Richtung im frühern Entwurfe ni^ergelegteu ^rnnd^

787 säze wünschte ein Theil der .Lehrerschaft nach Art. 2l einen neuen B^ragrapheu anzunehmen, nach welchem für das Anditixen nicht nur in der unbeftrittenermassen als Freikurse .^ualisizirten grossen .^ahl von Kursen,

sondern auch in der Abtheilung Vll (damals ^lbtheiluug G bezeichnet), d. h. für sammtl.che naturwissenschaftliche und mathematische Kurse der Schule, gleichviel, seien dieselben o b l i g a t o r i s c h e .^achschulkuxse oder uicht, eiue gänzlich veränderte Ordnuugsgruudlage , resp. vollständige Freiheit des Auditireus ohne jede Aufnahmebedingung und Studienkontrole geschaffen werden sollte (Silage .^, Vorschläge.

der sechsten Abtheilung zum Axt. 21. Dieser neue Artikel sollte

folgendermasseu lauten: ,,Jn Vorlesungen, welche in der .^lbtheilun^ G ,,angekündigt sind , auch wenn sie gleichzeitig in einzelnen Fachschulen ^obligatorisch sind, werden als ^uhorer ^gelasse.. : ,..^) die S t u d i r e n d e u der Hochschule, ,,h) j u n g e L e u t e , welche ein genügendes Sittenzengniss vorw.^.sen .,und von denen vorauszusehen ist, dass sie die genügenden Vox,,kenntnisse haben. Sollte über den leztexn Bunkt ein Zweifel ,,bestehen, so steht die Entscheidung darüber dem betreffenden .^..xo,,fefsor zn. frühere Schüler , welche mit Ausweisung bestrast ^,,oder bedroht war^.n, sind ausgeschlossen.^ ^ie .^eueralkonferenz der Lehrer verwarf mit überwiegender Mehrheit diese Vorschläge znexst gänzlich, und iu einer späteru Simung sezte dieselbe als Frucht gegenseitigen ^achgebeus uud einer Art Vergleich^ zwischen den Faehschulkonfexenzen uud der bisherigen sechsten Ab-

theiluug uachsolgeude Vorschläge (Beilage .)). ^lbä uderuugsv ors c h l a g e der G e s a m m t k o u s e r e u z zu ^lrt. 20 uud 2l.

Art. 20. ^,Als ^uhorer werden ohne Prüfung iu die obliga^ ,,torischeu K^rse der ersten fünf Abtheilungen zug^lasseu .

^,a) Bewerber, die anderwärts hohere technische Studien vollständig ,,absolvirt haben uud herüber befriedigende Zeugnisse vorlegen.

,.h) Männer von xeifexm Alter, die steh in ihrem Berufe iu einzet..en ^,Richtuug^n theoretisch noch weiter ausbilden wollen.^

Art. 21. .,Zu den Vorlesungen der Abtheilung G (Vll) w^en .,als ^uhorer zugelassen : ..Juug.. .^eute, welche einen hinlänglichen Ausweis ihrer Vorkennt^nisse und genügende Sittenzeugnisse beibxingen konneu , worüber ,,der Vorstand der Abtheilung Vll (G) zu entscheiden hat, für ,,die Vorlesungen , die auch den Fachschulen zugehoreu , im Ein,,verstäuduisse mit deu Vorständen dieser leztern.

,,.^er ^chnlrath bestimmt aus der Abtheilung ^l die Dächer, zu ,,deneu die Studixenden der Hochschule freien Zutritt haben .^

788 ^ Es leuchtet nach allen vorausgegangenen Erörterungen und selbst ohne Be^ug auf die in den ^itirten Memorialen gegebenen thatsächliehen und rechtlichen Verhältnisse ein , warum der schweizerische Schulrath in

die Wünsche der VI. Abtheilung wirklich bei allem guten Willen nicht

eingehen konnte. Wie vielfach der grosse Rahmen sammtlicher mathe^.

matischer und naturwissenschaftlicher ^urse mit den Fachschulen und dem ganzen Organismus der Schule formell und materiell verbunden ist, zeigt der oberflächlichste ^lil. auf ein Programm unserer Anstalt. Dem gegenüber sind nun obige Vorschläge ins Auge zu fassen. Die blosse Immatrikulation au der kantonalen zürcherisch^u Hochschule , die hiezu nichts fordert als eiu Alter von 17 Jahren und guten Leumund, einer Anstatt, ans deren Organisation der Eidgenossenschaft überhaupt nicht der .mindeste Einsluss zusteht, würde jed.^m 17jährigen Jüngling ohne ^lle für das Verständniss einer Menge dieser ^nrse nothweudigen VorKenntnisse es möglieh machen, einen sehr beträchtlichen Theil unserer obligatorischen Fachschulkurs... zu hören. Die in den Examen Ab^ wiesenen oder auch solche, die sich bei denselben nicht zu präsentiren ..us guten (gründen vou vornherein entschlossen wäreu , kämen einfach als immatril.ulirte Studenten der Hochschule hinein und würden , ohne an j.^ner Hochschule überhaupt irgend eiueu ^ilduugszwek ^u verfolgen, lediglich die Jmmatrikulatio.. zur Umgehung der Schulordnung des ^ol^ technitums missbrauchen, wie d^s vor den, dies..... Mlssbeständen steuernden .^..chlussnahmen des Schulxathes in starken Proportionen bereits der Fall ^var und sich von Semester zu Semester steigerte (siehe den Bericht vom 2. Juli 1863 im Allgemeinen und ^..ite 10 im Besondern, Beilage 5).

Außerdem würde thatsächlich eiue Abhängigkeit zur zürcherischeu Hoch-

schule und eine Art ^.....vitut , deren Unterrichtsbedürfnisse iu allen diesen Wissenszweigen mit^ubesriedigen ab ^ei.^e des ^olvtech^ikums eingegangen, welche wir im interesse der Unabhängigkeit dieser e^genosfischen Anstalt und im Jnteresse ihrer eigensten sachlichen ^weke weder ....esürworten möchten, noch vor der Ei.^enossensehast zu verantworten wüssten. Eine Rechtsverpsliehtung zu Derartigem besteht gauz und gar nicht, wie im mehrerwähnt.m ersten Memorial vom Jahr 1^60 und iu der Antwort des schweizerischen Schulrathes aus ein.. frühere Vefehwerde ^ürich's wegen angeblicher Richtbesezung ein^luer .Lehrstellen ^ur E.videnz nachgewiesen wnr.^e, welche ^^einung auch vou. Bundesrathe in dem daraus folgenden Jahresbericht.. adoptirt worden ist.

Aber auch den modifizirten Vorschlag der ^esau.mt^onfereuz (wir mochten denselben einen Vergleichsvorschlag nennen) konnte der Schul^ ..ath nach reislich.^r Vrüfung nicht adoptiren. Dieser Vorsehlag enthielt ^wei^ keineswegs übereinstimmende Aufsassungeu vom Auditorenwesen in de.n verschiedenen Abth^ilung^n. Einerseits nämiieh sollen iu den ersten ^üns Abteilungen überall nur absolvirl.e Techniker und Mäuner^ von

^

7 .

.

^

reiferm Alter, die sich in ihrem Berufe in einzelnen Dichtungen theo^ retisch no.h weiter ausbilden wollen, als Auditoren ausgenommen werden, jeden. andern bliebe nur das Schülerverhält..^ in einer dieser Abtheilnngen o^n , dagegen in der Fachlehrer- oder in der mathematisch^ naturwissenschaftli..hen Abteilung, d. h. in Namentlichen mathematischen und naturwissenschaftlichen Kursen würde ein gänzlich verschiedener und sehr laxier Ausnahmsmodus eingeführt, und nicht die Direktion und d..r Schulr.^h , sondern der Vorstand dieser Spezialabtheilung hatte hier die Ausnahme i.. der Hand. Da ein grosser Theil dieser Vorlesungen wieder gleichzeitig o b l i g a t o r i s c h e K u r s e der 5 ersten Fa^hschulen s i n d , die Abteilung überhaupt in ihren meisten Kursen keine getrennte, für sich allein bestehend^ ist, so mieten jeweilen auch die mitbetheiligten a..der.. ^achschulvorstände ihre Einwilligung zur AuditorenAufnahme geb.m. ^tatt dass im ersten Vorschlag gar jeder Lehrer sur sein... Vo..l..snngen entscheiden würde , gäbe es nach diesem Vorschlage sieben Vorstände, d.e mitzusprechen hätten. nur die Hochsehul.immatr^.ulation fiele als Vrwi..egium weg. .^..ben der einheitlichen Leitung in den Aufnahm^ ..rhältnissen für die fünf Fachschulen würde eine eigene, in sich wieder g.^rocheu.^, der Direktion der Schule entzogene, sür ^ie

Vl. Abtheilnng allein ausgestellt.

So gutgemeint dieser Vorschlag

sicher war, und so sehr darin das versöhnliche Bestreben der Lehrer der ersten fünf Fachschulen hervortritt, den Wünschen ihrer Kollegen von der Vl. Abtheilnng zu Willen zu sein, wenn nur in ihren Abheilungen geschlossene Ordnung l^liel^e, so konnte doch der Sehulrath auch in diesen

Vorschlag nicht eingehen.

Einmal .vas die ersten 5 Fachschulen anbelangt, so kann es doeh auch andere jüngere .^eute als nur absolvirte Techniker geben , wel.he all.^ und j.^e Vorbedingungen und Ex^amenausweise durchaus befriedigend leisten, um in eine einzelne Vorlesung der fünf ersten Abtheilungen e..ls Auditoren einzutreten , welche auch in diesem Kurse alle Pflichten eines Schülers zu erfüllen bereit sind. Sollten es auch nur Wenige sein, so sieht man keine.n ..^rund, Solche anszusehl.iessen. Vermogensverhältnifse und Lebensstellung verbieten doch vielleicht einzelnen, gau^ tüchtig geschulten jungen Beuten , die etwa in Zürich Stellungen einnehmen, als reguläre Schüler einzutreten, und wenn die Ordnung gesichert u.^d glei.^.s Recht hergestellt ist zwischen Schülern und Auditoren, so w.ire in solchen Fällen Ausschluss aus einzelnen Kursen hart und kaum ^erechtfertigt. Ans der andern ^eite würde dann aber in die Ordnung der Schule der gleiche Bruch hineingebracht, der beseitigt werden soll.

^..ie geöffneten K..rse wären in Wirklichkeit wohl zur Hälfte doch wieder gleichzeitig obligatorische Kurse einer der fünf ersten Fachschulen. R.^.ch dem e i n e n Vorschlag würden etwa 30 Lehrern, nach dem a n d e r n sieben Vorständen das Ausnahmsversahren für diesen Theil der Schule überantwortet, und jede einheitliche Leitung in diesen Fragen fiele hier

790 dahin. Es wäre dies selbst ein ^urükgehen hinter das bisherige R...glement, welches den legten Entscheid über die ^lusnahmsfrag^., wie es

recht und ^wekmässig ist, in die Hand des Schulrathes legt, dessen rechte Hand in diesen Dingen der Direktor ist. Wenn nun anch der Schulrath ans diesem Wege den geausserten Wünschen niehl. folgen kann, so hat er diese Frage dennoch in thunlichst...r .^ükstehtnahme auf die dabei beteiligten ausgezeichneten Männer der Wissenschaft, deren Wünsche

so weit moglich zu befriedigen unser ausrichtigster Wunsch ist, in reifliche

Erwägung gezogen . ja wir dürfen glauben , dass die aufstauchten Be.^ fürchtungen doch in wesentlichen Bunki.eu aus Missverstäudniss unserer Vorschläge beruhten. Um dies nachzuweisen , müssen wir auf den ge^ wählten Wortlaut des Art. 5, ^isf. 7 des Jhrer Genehmigung untere

stellten Reglement... ^urü^om..^n. Es werden dort ^b ^ifs. 7 ^Allgemeine philosophisch.. und staatswirthschas..^^ ...lbtheilu..^, d. h. Ab^ theiiung der Dreifach er (der Ausdrnk ^philosophische^ u. s. w. wird wesentlich gewählt, weil er dem Wortlaute des ..^...dungsgese^s ent^ sprich^ keineswegs nur d.e historischen und literarischen Wissenschaften als Dreifacher ausgeführt, sondern es heiss.. im Anfang anch . ,,die ^ m a t h e m a t i s c h e n und n a t u r w i s s e n s e h a s t l i ^ e u V o r l e s u n g e n , ^ s o w e i t e s sich nicht u m ..Disziplinen h a n d e l t , d i e i h r e m , , W e s e n nach v o r h e r r s c h e n d i n d a s G e b i e t e i n e r Fachschule ,, fallen.^ l^r erübrigt uns, in dieser Botfchast eine bestimmtere Interpretation dieses Ausdrukes ^u geben, welche die gehegten Befürchtungen einzelner .Lehrer in der Hauptsache zn beseitigen wohl geeignet sein dürfte.

^u diesen Vorlesungen, die ihrem Wesen nach nicht vorherrschend in ^as Gebiet einer Fachschule fallen , zählen wir, abgeseheu vou ^en paläontologisehen Vorlesun^eu , die in keiner Abth^lung obli^torisch sind, vor ..^llem aus die grossern Kollegien in allgemeiner und spezielle....

Botanik, iu Geologie, ^oologie, die allgemein wissenschaftliche^ Vor..

lesungen iu Bh.^sik, so weit nicht bestimmte Spezialkurse , namentlich für angewandte technische ^h^sik, den spezifischen ^edürsniss...n ^er ^.aeh.^ schulen di...n.^nd, eingeführt werden, eiu elementares ^oll...^ über Minera^ logie, ein einleitendes, noch nicht den spe^i^llen geodätischen Bedürfnissen der Jnge^ieurschule dienendes ^olleg über .Astronomie. ^.s sind nä^n..

lich , zumal in den Naturwissenschaften neben diesen mehr der reinen Wissenschaft dienenden .^ur^en, eine grbssere Zahl von klein..rn Speziaiknrsen. eingeführt , welche den eigensten Zweken der ^.aehsehnlen dienen.

(Siehe die Sehlussnahm.^ des ^chulrathes vom l^. Juli 18^0, ^ei-

lage 6.)

Die grosseru ^urse konneu , wenn au.h dann und wann in ^en individuellen Stu^.^enpläneu für nur wenige Schuler der Fachlehrern abtheilung ein solches Kolleg obligatorisch. werden sollte, ...och in der

791 F.^eifacherabtheilung belassen werden. Die grosse Mehrzahl der Theilnehmer hört diese .^...rse in der That als Freikurse. Der Schulrath Bedenkt also nicht, diese Vorlesungen aus der Freifacherabtheiluu^ zu entfernen. Jn der Hauptsache wird der Rahmen dieser Abthei..ung überhaupt auch nach dem neuen Reglement ziemlich bleiben , wie er im legten Jahre in die Programme aufgenommen ist , indem die in dieser Zeit vorgenommene strengere Sonderung der ^reitnrsabtheilung von den.

Fachschulkursen sich als der Unordnung hinreichend steuernd bewährt hat.

Run bezieht sich das Bedürfnis des Auditirens der ^ürcherischen Hoch-

schüler am Polytechnikum wesentlich gerade aus diese Disziplinen, nachden. durch Oeffnung eines eigenen Laboratoriums au der Hochschule und Anstellung eines Brosessors für Chemie daselbst die Schwierigkeiten aus di.^m Gebiete für die Laboratorien im Wesentlichen gehoben sind.

Diese Zugestandnisse in Verbindung mit allen andern im Art. 15,

^ifs. 7 des revidirl.en Reglements speziell aufgezählten Disziplinen

raunten der ^rei^..rsabtheil..ug an unserer Schule ohne Frage noch ein sehr grosses Feld ein, können aber nach der einmütigen Meinung des Schulrathe.^. ohne Gefahr für die ..^rnndordnun^ der Anstalt gemacht werden, und werden gerne gemacht, da weder ..^rund noch Absicht besteht, so w..it es irgend möglich und mit dem Juteresse und der Selbst..

ständigkeit der eidgenössischen Anstalt verträglich ist , die befreundete zürcherische Ho.hschule von der Mitl....nnzung von Vorlesungen au...zuschlössen. Selbstverständlich steht, wer immer und in welcher Ei^ens.^ast es sei au der Anstalt K..rse hort^ in so w.ut als Schüler oder

Auditor unter der Disziplin de. Anstalt, wie es auch der Art. 8 des.

..^rün.^ungsgesezes ausdrüklich vorschreibt.

Dass die bedeutende Aufgabe der richtigen ^utheilung der .^..rse au die eine od^r andere Richtung nach Erfahruug und ^.^dürfuiss auch jeweileu modifiât werden köuue , dafür sorgt der dem bisherigen ^.eglement entnommene Art. 6 des revidirten .Reglements.

Jm Rükblik aus die vorstehenden Raisouu..meuts dürfen wir die Behauptung wohl wagen, dass wir die Resultate, welche reifliches .....achdenken und die au der Schule gemachten zehnjährigen Erfahrungen .tus au die Hand gaben , gewissenhaft in reglementarischeu Bestimmungen ausgedrükt haben, welche jedem ernstlichen Bildungstriebe nach den mannigfachsten Riehtungen in der Eigenschaft als Schüler oder als Auditor Befriedigung sichert. . . Unser Bestreben war keineswegs , die Greu^u pedantisch und eugherzig ^u ziehen , sondern Ordnung und Studienernst unt der Freiheit zu paareu.

Schulgeld und H o u o r a r e d e r ^ u h ö r e r (Axt. 17, 22^ 23 und

44 des revidirl.eu Reglements).

Die ......a^.envexhäl.tni.sse erhielten in der Hauptsache diejenigen Modifikatioueu, welche in unserer Botschaft über die Büdgeterhohung (stehe

7.)2 Beilage Rr. 2) ang^e^t und vou deu Räth^.n der ^id^uosseusehast

implizite gutgeheisseu worden sind. So ist das .......chul^ld vou 50 aus

100 Franken per Jahr, das Au.^i..or^uhou...rar per Wocheustuude von 4 aus 5 ^ranken im Semes^r erhobt worden. Es ist eine Diplomiate von 50 Franken, eine kleine einmalige Einschreibgebühr vou ^.r. 5 bei der Schülerausuahme sestgesezt. Die Bestimmung der Tarnen sur die Laboratorien, Werkstätten und di... Bibliothek ist separater ^estsezuug vorbehalten. Mau ^ed.^.kt, die Ta^en für die .Laboratorien, w.^..he zur ^eit gegenüber dem Substanzenverbranch und gegenüber den Ansähen jeder andern Anstalt dieses ^a..g^ n...^r ait^n Verhaltnisse g^ug sind, etwas ^u erholen (von 20 und 24 Franken auf 30 ^ranken ...twa ..

Was die Diplomta...... (Art. 44) betritt , so steigen die blos.eu Baar..

auslageu der Anstalt fux die ..^.ip.omprüs..ng..u und sur da.^ ^abei zu bezahlende Hülsspersonal bei Ausführung der .Diplomarbeiten . nan.entlich der geometrischen Messungen über di.^ muthmassliehe ^.innahn.e.

Neuerdings bestimmt hiefür das für die polytechnische Sehule in Wien herausgekommene .Reglement eine weit hohere Tar^e (l 50 resp. 80 sl.

osterr. Wahrung). Selbstve.....stand..l..h konneu alle diese (^..bühren ar.nen und tüchtigen .^chül.^rn ganz erlassen werden.

Jn. Allgemeinen dürfen wir .^n bemerken nicht unterlassen, das.. die Anstalt nach ihxen^ jezig...n Budget a u .h diesen ^beneinnah^nen volle ..^usnierksauikeit zu ^.henken durchaus genothigt ist. ^s zeigt ^h.h, dass mit den. büd^etirten Ausale sür die ..^du.iuistratiou ini neuen Gebäude kau^n ausgereicht werden kann ; auch das Abwartspersonat ist offenbar sür diese Rauu.e und die gesteigerten Bedürfnisse und Angaben der Anstalt zu wenig zahlreich. Wir müssen überhaupt befürchten, daf^, so^ bald sännntliehe im Reglement vorgesehene Unterriehtsstellen b..^...^ sein werden , die Büdg^tsnmme kaum vollständig ausreichen wird , und müssen dessl.^alb dringend bitten, diese, wie oben bemerkt, allen Anstalten gleichen Ranges gegenüber s...hr minimen (^innal^nen nieht zu beschneiden.

Disziplin mit Rül^si^t auf V e r g e h e n , ^ oli^iübertretung e n und V e r b i n d u n g s w e s e n .

(Art. 2.) bis 35 des r e v i d i r i e u Reglements.)

dieser Abschnitt hat die durch di... Erfahrung nur zu sehr als nothwendig erwieseneu Ergänzungen, nan^entlleh be^ügli^h ^es ^..ells und des Verbindungswesens erhatten. .^s sind hiebei namentlich die Art. 33 und 35, welche in Betracht fallen. dasjenige Verbindung.^wesen der Studirenden. welches hier ins An.^ gefasst wird, und der Unfug der Quelle hängen innig .zusammen. Es ist gerade das deutsche ^orpsweseu, welches die Duelle zur unabweisbaren Rothwendigkeit macht.

Studentenverbindungen , deren ganze Orgauisatiou vorherrscheud auf

793 reine Aeusserlichkeiten geht , namentlich aus ein Sichhervorthuu in der Gewandtheit im Fechten gegenüber andern gleichartigen Verbindungen, Vereine, deren angesprochener .^wek, wie sich die Statuten gewöhnlich ausdrüken, in der V e r t h e i d i g u n g des V e r e i n e s und in der ..lu^ gabe besteht , sich Ansehen g^enüber den andern Verbindungen (Au^ s e h e n g e ^ e n Aussen) zn verschaffen, Vereine, welche für jede chablonenmässi^e Beleidigung, resp. gebrauch von gewissen Ausdrükeu nach dem Eomment Widerruf oder Geuugthuung durch ^weikampf als lehrenp s licht d e r T h e i l n e h m e r aufstellen, produire.. selbstverständlich die schwere Menge von Duellen und lausen die höchste Gefahr, e.anz...

lich in der Thäti^keit aus dem ^...chi.bode.. , der Mensur und .^..eipe auszugehen. Dass diese Art der Verbindungen auch auf ^l.eiss und Disziplin im Jnnern der Schule den verderblichsten Einfluß übt ^nd, ehrenhafte Ausnahmen abgerechnet , in der Regel der wissenschaftlichen Ausbildung dieser Jünglinge schweren Eintrag thnt, haben wir hinreichend

erfahren, nnd deshalb besteht Recht wie Pflicht ab Seite der S.hnl^

Behörden, einem s o l c h e n Verbindungswesen die ernsteste Aufmerksamkeit zu widmen. Bei uns in der Schweiz muss dies um so mehr geschehen, da diese ganze Gesellschaftsform und der daraus resull.irende gewe^bs.^ m a s s i g e Duellunfug dem Geiste des Landes aufs tiefste widerstrebt, wesshalb auch die offentliche Meinung mit Recht eutschiedeues Einschreiten gebieterisch fordert. Statt einer weitern einlasslichen Begründung verweisen wir aus uusere Beschlüsse vom 23. März 1.^65 (Beil. 10 und 11) und deren Motivirung, welche dem Bundesrathe seiner ^eit in extenso mitgetheilt

und von demselben gebilligt worden sind ^). l^s ist selbstverständlich, dass

es keiner Behorde in der Schweig , dem wahren ^ande der Vereine einfallen kann , gegen erlaubte gesellige und wissenschaftliche Vereine der Studireudeu Zuzuschreiten, vielmehr sind dieselben mit ^xeuden ^u be^ grüssen und zu fördern. Geselligkeit und Heiterkeit, Wiz und .^auue gehoreu so sehr zu den Rechten der studirenden Jugend, als ..^tudiuni und Arbeit ^u ihren Vflichteu zählen. Man moge demnach die Trag^ weite uud Jntention der den Behorden nach einer Richtung e.ngeräun.ten Kontrole nicht verkennen. ^bschon hier nicht der Ort ist, über den Erfolg der gegen den erwähnten Unfug ergriffenen durchgreifeudeu Massregeln des Schulrathes eiulässlich ^u berichten , so darf doch bei dieser Gelegenheit bemerkt werdeu , dass jene Massregeln wirksamen Erfolg hatten, und dass iu diesem ^lugenblike unsere ^hweizerische Anstalt von dieseu Missbeständen befreit ist. Sehr erfreulich^ ist auch die .^hatsache, dass die studireude Jugend selbst in freier Jnitiativ.. sieh vou jenem fremdländischen Gewächs lossagt und edleru Gesellschafts^ formen zuwendet. Gesangvereiue, Schü^envereiue, Turnvereine, andere gesellige Verbindungen , die das Duellunwesen verpoueu und geistige

^) Siehe Bunde.^bIatl. vom ^ahr 18.^.^, Band I, Seite .^0 und .^1.

794 ^.....muastik an dessen Stelle sezen , blühen .fröhlich ans, und in diesem Augenblike dürf..... wir uns ^er Hossnung hingeben, dass bei festem und ausdauerndem Zusammenwirken von Staat, Schulbehörden und Lehrerschaft bald ein ganz uener Boden für das ^esellschastsieben der Jugend ...n unserer Anstalt feste Wurzel ^schlagen haben wird.

^ e i s e , D i p l o m e u n d Z e u ^ n issw e s e n (...l r t. 36^-48).

^i^ Jnstitute unsere Anstalt haben sich bewahrt und sind int Wesentlichen unverändert stehen geblieben. l^in^.lne k^iner^. Modifikationen sind ^lbstredend. ^as ^eugnisswesen ist im Sinne einh^ li ..her Leitung und wesentlich in .^r Art, wie es in der. ^rar^s nach und nach sich ent.oikelt und bewahrt hat, ins neue Reglement anfgenommen worden.

Dritter ^l.s^nitt.

.^.l. .^er Lehrerschaft.

Art. 49 bis 87 des revidirten R e g l e m e n t s .

Dieser Abschnitt hat durchschnittlich die bisherigen r^^mentarlschen .Bestimmungen beibehalten. Als Aend^rung..n von E...hebl.el,keit stnd zu erwähnen die Artikel 53 und 54 (Art. 64 und 65 de... aiten R..^ ments) betreffend di.^ Vertheilun^ der Schulgelder und ^onorar..., und ^lrt. 58 , welcher Materialprogramm.. über den Unterrichtsstoff in den obligatorisch...^^ .^urs^n verlangt, die der Prüfung nnd B..gutachtnn^ der Sp^ial^ousereu^u unterliegen (Art. 95 u. f. ,.

^ie bisherige Art der Vertheilung. .^s Schulgeldes und der Ho.^ uorare der Auditoren war in mancher Beziehung versehlt. Ra..eh derselben erhält ein Professor v^n einen. Schüler nicht die Halste, was es ihm von einen. ^nhoxer trifft; ja das Missverhaltniss ist so grell, dass ^. B. in den Laboratorien, in welchen na.h bisherigem Usns überdies die Arbeitsstunden nur zur Hälfte berechnet werden, die Differenz so stark ist, dass der Professor für die Stunde eines Schülers nicht u.ehr als ^^ dessen erhält , was ihm eine Auditorenstunde einträgt.

^ie materielle ...^.dien^ontrole au unserer Anstalt und die bisherige Befreiung aller Auditoren von derselben liess das Unreeht noch greller erscheinend ^a wo die grossere Arbeit und Mühe , wo die grossere Verantwortlichkeit des Lehrers lag, fiel dann erst noch fast nichts ab, und wo ^ede .^ontrole wegfiel un.^ die Verantwortlichkeit ger.nger war, trat dagegen die höhere Belohnung ein. Ausserdem war die Vertheil..ng und Rechnung, da eiue Gesellschastsrechnung nach ^eu.estern bei jedem einzelnen ^ehüler zu u.achen war, sehr verwikelt und die ^ontrole über die Richtigkeit d..r Rechnung dem einzelnen Professor unu.öglich. ^as

795 ....

nunmehr angenommene System ist für die Komptabilität durchaus ei..^ fach und überörtlich, und entspricht der Gerechtigkeit weit besser. Arb..^ und Honorar treten in ein billiges und richtiges Verhältnis... ...^ s^ll nämlich für jede Wochenstunde per Semester bei den Vortragen 1 ^..., bei den Uebungs- und ^eichnu^sstuuden 50 Rp. ohne Unterschied ^es Schüler- oder A^ditorenverhältnisses an die Herren Professoren bezahlt werden ; der Ueberreft fällt in die Schulkasse. ^..a wir nach der Voraussezung des neuen Büdg^et (siehe Botschaft zur Büdg^terhohung

Beil. 2^ einerseits aus den erhohten Schulgeldern gegen 20,000 ^.r.

mehr für die Schulkasse gewinnen sollen, und es aus der andern Seite Durchaus unl.hnnlich ist, dass bei den erhohten Tarnen die Herren Vrosessoren in Verlust gerathen, so mussten sehr genaue Berechnungen nach ^altem und neuem System gemacht werden , um ein annähernd richtiges und auch der Gerechtigkeit gegen die Lehrer entsprechendes Verhältniss

au^umitteln. .^ie beiliegende Tabelle (Beil. ^r. 12 und 13) eut-

halt die Vergleichenden mehrerer Jahre nach altem und neuen. Syste.u.

Es ergibt sich, dass b^.i nicht wesentlich verminderter Frequenz und nicht

all^u zahlreichen Schnlgelderlassen, zumal mit Zuschlag der in den übri-

gen Theilen eintretenden kleinen Erhohnng, die Kasse annähernd ihre Rechnung macht. ^ür die Herren Professoren ergibt sich durchschnittlich etwelcher ^....winn oder doch kein Verlust. Einzig bei zweien, welche ^ ihre diesfällig...n Haupteinnahmen von den Auditoren bezogen, ergibt sich ein Verlust , der durch Besoldungserhohung , für welche ja e.ue Ma^imalsumme von 20,000 Franken ausgese^t ist, ers^t werden muss.

^Bei der definitiven ^estsezung der neuen Besoldungen wird über-

haupi. billige ..^usgleichuug stattfinden u.üssen. ^..en ^lntheil der .^er^.en

Professoren dürfen wir nicht tiefer stellen, als es geschehen ist. Man hätte auch ein Minimum und Maximum des ^lusa^es seststellen konnen, um für alle ^älle die Kassabilan^ in Händen zu halten. Wir glauben auch , die Herren Lehrer hätten sich hiebei eher besser als schlechter gestellt , indessen scheint die Lehrersehast einen festen ^lnsaz vorzuziehen und das audere .^.^stem zu verwerfen.

^en ^lrt. 58 nnisseu wir für eine polytechnische Schule als von ^rossen. Werth.. betrachten. Thatsächlich ist diese Bestimmung bereits grof^eutheils zur Ausführung gekommen. Wir denken weder an unveräußerlich.. ^rograu^.me , welche nicht iedem Fortschritte und jeder VerBesserung allezeit unterstellt werden konnten, no^h denken wir an dermassen fi^ bestimmte Vrogram^ne , dass etwa in pedantischer Art das Mass des Vorzutragenden d.^r Stunde nach vorgesehrieben wäre. ^lll.in Berufsschulen, wie wir sie haben, bestimmte Bildungszielpunkte mit Jahresfolge u. s. w. bedürfen^ absolut des wohlbewnssten Zusammenhauges und der Ausscheidung der Materien nach diesen Zielen. ^^athemati^. und Mechanik, Matheu.atik und Jngeu^urwissens.^aften, Mechauik und .^hyftk u. s. w. muffen in wohldurchdachtem ^lan nach

Bundesl.la^ Jahrg. .^III. Bd. Il.

64

796 Materien und Zeitsolge geordnet sein. Endlich ist auch v.^n den Kou^ Benzen ein Vlik aus die .^ammtmasse des dem Schüler in jeden. J.^h...

zur Verarbeitung ^ugemutheten Unterrichtsstoffes zu werfen. denn jeder Unterrichtsplan , der den Schüler und sein Krastmass ausser Berechnung lässt, ist verfehlt und kann unmöglich die erwarteten Früchte tragen.

Wir sezen auch Werth darauf, dass bei den. Zusammenhang der ^is^ ziplinen nicht nur der einzelne Dozent des Faches, dem allerdings die Jnitiative und ein gewichtiges Wort gehoren,^ geradezu Alles entscheide, sondern dass die gesammte Konferenz alle hieb^.i in Frage kommenden wissenschaftlichen und organisatorischen Fragen einlasslich berathe und das Programm sehliesslich festste. .^enn wenn der Mathematiker, der ^l.^siker u. s. w. seine Wissensehast besser k....nt, als der Jng^nienr oder Maschinenbauer , so weiss der wissenschaftlich gebildete Techniker,

der gleichzeitig auch Vraktike... ist, doch gewiss sehr viel davon, was der

Jngenieur oder Mechaniker aerade in Mathematik, Vh^sik u. s. w. be^ sonders b e d a r f .

Alle diese Fragen sind aber für den Gang, für die Resultate einer polytechnischen Schule und für das Vertrauen zu derselben gewichtige und bedeuteude ^..inge, und wir wünschen, dass unsere ausgezeichneten Fachmänner in den Konferenzen in eine einlässliche , von gegenseitiger Achtung und von tiefernstem Jnteresse für die Sache und sür die Schüler getragene Verathung dieser hochwichtigen ^inge sich einlassen mogen. Namentlich ist es die Ausgabe der Vorstände, die Gesammt..

übersieht nicht ans den. Auge zu verlieren , und auch die Schüler und ihre Juteressen zu vertreten. Einigen Wünschen der Lehrer hin..

sichtlich der Bensionsverhältnisse nnd der Abbernsnngssrage (^lrt. ^7 und 68 des revidirten Reglements) hätte der Schnlrath sehr gerne ent.^ spxoeheu, ab.^r es b.^schlage^ diese Wünsche Bestimmungen, die nicht durch das Reglement , sondern nur durch das .^..sez zu ändern sind, wie anch die betresfeuden Bestimmungen in. Reglement nur d..n. Grün..

dungsgese^e eutnon.men sind. dessen ist sich der Sehulrath wol^ be..

wusst, dass seine stete Sorge daraus gerichtet sein muss, die Anstalt iu ihren. Rang zu erhalten , um ausgezeichnete Männer anzuziehen und andererseits auch deren okonomisehe Verhältnisse mehr und mehr zu h.ben und zu konsolidiren , sonst laufen wir in der That Gefahr, dass die Anstalt wieder zu einer allerdings sehr ehrenhasten ^..urchgaugsstation sür begabte jüngere Männer wird , welche zu verlieren die ^chule G.^ fahr läuft, sobald sie ihren Ruf als Gelehrte und Lehrer an derselben g^.grün^t haben.

^7 Dritter nnd Vierter ^l.schnitt.

..^ie ^ulbeho.^eu m^ ^eren .^ompeteu^erl,altnisse, Lehrer..onfere^eu, ^ire^or, ^ra^ent, ^nlrath ..tll.^ .^u^esrath.

Axt. 87 bis 123.

Jn diesem Theile des revidirten Reglements sind vielfache kleinere und selbstredende Modifikationen vorgenommen worden, deren besondere Begründung , wenn eine solche überhaupt noch notwendig sein sollte, besser in mündlicher Ausführung geschehen konnte. Nachfolgend AbÄnderungen von tieferer Bedeutung verdienen indessen etwas näh^.r herporgehoben zu werden.

  1. Die Kreirung zweier neuer Lehrerkonsereu^.. : Konferenz der Abtheiluugsvorstäude und Konferenz der Fachlehxex-Abtheiiung. Ueber ledere ist des Zusammenhanges mit andern Fragen wegen bereits früher ^reserirt worden. Die Konferenz der Abtheilu..gsvorstäude , geleitet von den beiden Spi^esührern der Sehnle: dem Presidenten und Direktor, ^ wird sich praktisch als eine wichtige und zw.^mässig.. Neuerung beweisen.

Die Abtheiluugsvorstäude sind die eigentlichem. Führer und Vertreter der Sektionen ^ in ihrer Hand liegt zunächst die Ausführung der meisten

diszipliuaren Verfüguugen. Es ist auch die Arbeit und die .^ast der

Verantwortlichkeit zwischen Direktor und Vorständen besser als bisher verteilt , d. h. den Vorstanden ein etwas grosserer Theil der Verautwortliehl^eit und Jnitiativ.^ zugeth..ilt worden. Diese Fachmänner sind die rechte Hand des Direktors und des Präsidenten sür seste Durchsühruug aller Schulordnung und für übereinstimmende Vollziehung des Reglements und der meisten Beschlüsse des Bundesrathes, so wie des Schulrathes. Jn ihnen kon^entrirt sich auch die genauere Personenkenutniss über alle Schüler der .^lbtheilnngen ; sie müssen zunächst alle etwaigen Mängel in ihren Sektionen kennen und sind bei deren ..lbstellung vorwiegend interessirt. Jhre Stellung weist diese Männer an,

über die Thätigkei.. als einzelne .^ehr^r der ...lbtheilung , die .^esa^mtorganisation und den Zusammenhang in d^.r Abtheilung nicht zu vergesse... An diese Fachmänner sind Präsident und Direktor zunächst als an ihre .^ertrauensn.äuner und einsichtigsten Räthe gewiesen. Jn Wirklichkeit ist auch diese Konferenz bster schon durch Präsident und Direkte in Thätigkeit gerufen worden, so dass das r.^vidirte Reglement auch in dieser Beziehung nur die Winke der Erfahrung befolgt.

Die Stellung, die dieser Sp.^ialkouserenz gegeben wird, ist in den Art. .)7 und .)8 bestimmter bezeichnet und begrenzt ; es soll durch sie a) die einheitliche und übereinstimmende Durchführung der xeglementarischen und diszipliuariseheu Bestimmungen und der Beschlüsse und Weisungen der Schulbehorden durch alle Abheilungen d..r Schule gesichert werden. Diese Konferenz ist

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h) die beste vorberathende Behörde, um su... eine Menge von Fragen, deren schliessliche Entscheidung den Konferenzen und Sehulbehorden obliegt , die leitenden .Gesichtspunkte zu fairen und praktisch ver^ wendbare Resultate zu siehern.

2 . Die v e r ä n d e r t e o d e r v i e l m e h r d e r b i s h e r i g e n t h a t s ..chl iche n E n t w i k e l u n g a n a l o g e A n o r d u u n g d er S t r a k o m p e t e n z v e r h ä l t n i s s . in den d i s z i p l i u a r e n f r a g e n . Rach dem bisherigen Reglement müsste geschlossen werden , dass die Generalkonserenz der .Lehrer die Ausübung der disciplinar.^. ^traskompetenz wesentlich in Händen gehabt und für die hohern Strafen (Ausweisung^Androhung und Ausweisung) die Anträge an den Schulrath n..d den

Bräsidenteu gestellt hätte (Axt. 105 m fmc des alten Reglements).

Die .^.. e s a m m t k o u s e r e n z ist aber ein für diese Dinge zu zahlreiches, n.eht leicht oster zusammenzubringendes und zu schwerfälliges Organ. ^s waren in Wirklichkeit jezt schon die Sp^ialkonseren^n einerseits, Direktor und Bräsident andererseits, welche diese Fragen wesentlich in der Hand hatten und zur Entscheidung brachten. Die Disziplinarsälle theilen sich in zwei wesentlich verschiedene Arten. Die erste zahlreichste Art ist mit den. Unterrichte eng verwohn ; es sind dies die Strafen ans .^rund beharrlicher Studieuveruachlässigung. Diese ganze Gattung sällt naturgemäss in die Hand der Spezialkonserenzen der Lehrer, und ihre. Abwaudluug verbindet sich n.it den Ouartal^ensureu. Sofern die zwei schärfsten Strasarten beantragt sind , geheu die Anträge durch Vermitteluug des Direktors an den Sehulrath, resp. desseu Präsidenten. ^ie zweite Art sind wesentlich Bolizeivergehen , welche außerhalb die Schule fallen. ^iese kommen von vornherein iu die Haud des Direktors und durch diesen an den Sehulrath, resp. den Bräsideuten. D.e Au^ zeigen werden hier ohuehin schon an die Behorden gemacht, und die Art der Vergeheu eignet sich auch weniger für die Juitiative der .Lehrerkoufereuzeu. Diese stehen in einer engen Vertrauensstellung zu den ^tudirenden. Diese Vertraueusstellung würde leiden unter einer mehr polizeilichen Bewachung erwachsener Jünglinge. Lehrerkollegien werden desshalb innnex und überall nur mit Widerstreben diese Dis^ipli..arver-

gehen abwandeln. Mit Recht hält sie desshalb das Reglement davon etwas entfernt.

Jn dieser Weise wird die Aussührn..g des Reglements in der Bra^is sieh sachgemäß gestalten.

Dass der ganze Sehulrath sich nothigensalls sur Disziplinarfälle, die von besonderer Wichtigkeit sind, und bei denen namentlich die Vertrauensstellung des Landes zur Anstalt in Frage steht , die Jnitiative

vindiziren kann, ist selbstverständlich.

Roch einen lezten ^Standpunkt wollen wir nicht unberührt lassen.

Die Anlage auch des revidirten Reglements ist der Art , dass die

79.^ Jnitiative für Verbesserungen J e d e r m a n n gegeben ist. Sie liegt in der Besugniss der einzelnen Lehrer, der Lehrerkonsereuzen, des Direktor^,.

des Bräsidenten , des Schulrathes und des Bundesrathes. Die Ein^ führung wichtiger organisatorischer Aenderuugen darf aber nie geschehen,.

ohne dass vorher das Gutachten der Fachmäuner an der Anstalt ei..geholt worden ist. Jn dieser Art ist man sicher, dass einerseits stetsfort.

frisches Leben pulsiren wird . kommt es nicht von der einen Seite , s.^ kommt es von der andern, und andererseits ist auch blosser Vro^ektmacherei durch die Notwendigkeit xeiser Brüsung vor der Einführung

das Ziel gestekt.

Zum Schlösse unserer Berichterstattung dürfen wir nochmals her^ vorheben , dass das Jhrer Genehmigung unterstellte neue Reglement wesentlich eine Frucht zehnjähriger Erfahrungen ist. Es wirst auch ^i^ im ersten Reglement ausgestellten Grundlagen in keiuer Beziehung ..ibe.^ den Hausen. Dasselbe ist vielmehr^ nur eine Fortentwikelung und Er^ gän^ung des frühern Reglements.

Jndem wir Jhnen , Herr Bundespräsident , hochgeachtete Herren Buudesräthe, die Annahm^ desselben empfehlen, b^nu^en wir den ^.lnlass, Sie unserer ausgeweiteten Hochachtung neuerdings zu versichern.

Zürich, den 26. Dezember 1865.

Jm Ramen des schweizerischen Schulrathes, Der P r ä s i d e n t :

^. Kappeler.

Der Sekretar : ^rof. ^to.^er.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Bericht des schweizerischen Schulrathes an den Bundesrath über das neue, den 28.

Februar 1866 in Kraft getretene Reglement für das eidg. Polytechnikum.

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Bundesblatt

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1866

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2

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43

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29.09.1866

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