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Schweizerisches Bundesblatt

XVIII. Jahrgang. l.

Nr. .).

ST

3. Marz 1866.

Botschaft des

Bundesrathes

an die Bundesversammlung, , betreffend das

begehren eines Nachtragskredites für die Militärbauten in Thun.

(Vom 16. Februar 1866.)

T it. l Mit Sehlussnahme vom 25. Juli 1863 ) hat die Bnndesversammluug für die ans dem Wassenplaze T hu n zu erstellenden neuen militarisehen kanten einen Kredit von Fr. 850,000 bewilligt. Es geschah diese Schlussuahme aus Grundlage einer Botschaft des Bundesrathes vom 1.

Jnli 1863), in welcher die Kosten der Reubauten solgendermassen berechnet waren : Kaserne sam.ut Verwaltungsgebäude . . . . . Fr. 480,000 Stallungen Zwei

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Reitbahnen

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Zenghaus . . . . . . . . . . . . .

Blanirung , Einfriedung u. s. w. . . . . . .

Vontonsehops

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160,000 70,000

,, 60,000 ,, 70,000 Fr. 850,000 ,,

10,000

Diese Berechnungen steten sieh auf ein Gutachten der Herren Architekt S i m o n , Oberst S te h li n und Oberst W o l s f , welche bei

Ausmittlung dieser Ansähe in der Weise zn Werk gingen, dass sie die.

) Siehe eidg. Gesezsammlung, Band VII, Selle 576.

) Siehe Bundesblatt v. J. 1863. Band III, Selle 109.

Bundesblatt. Jahrg. XVIII. Bd.I.

l5

166 erforderlichen Gebäudedimensionen ausmittelten und dann den kubischen Jnhalt mit den angenommenen Einheitspreisen multipli^irten.

Zu möglichst genauer Ansmittlung dieser Einheitspreise verschaffte sich die .kommission die Angaben der Baukosten aller in damaliger Zeit ausgeführten Militärjunten und ergänzte die daherige Zusammenstellung durch diejenigen damals noch schwebenden Projekte, von denen spezielle Kostenberechnungen erhältlich waren.

Obsehon die Expertenkommission sür die Ausmalung der Gebäudedimensionen bereits ein Brogramm über die zu ersteilenden Räumlichkeiten ausgestellt hatte, indem sie dafür namentlich das Brogramm von 1858^ benuzte, empfahl sie gleichwohl, der Ausarbeitung der Bläue vorausgehend,^

ein möglichst detaillirtes und sorgfältig abgesagtes Brogramm auszustellen, da dasjenige vom Jahr 1858 jedenfalls zu lakonisch gewesen sei.

Rachdem die Kredite sür die Bauten votirt waren , war es denn auch eine der ersten Sorgen des Militärdepartements, ein mogliehst vollständiges Brogramm auszuarbeiten. Es wurde dafür die Mitwirkung^ von zwei Teehuikern, der Herren Architekt Kubl... und Oberingenieur Blotnilzki, so wie diejenige der Wasfenchefs und anderer Saehverständiger in Anspruch genommen.

Mit der Ausarbeitung der Bläne nach Massgabe des Brogrammes wurden die Herren Architekt Kubl^ und Oberingenieur B l o t n i t z k i be^ austragt. Diese beiden Techniker entledigten sich ihrer Ausgabe so rasch, dass dem Bundesrath schon am 12. Oktober 1863 der allgemeine Sitnationsplan und aus den 30. Rovember die Bläne zum Hauptgebäude, die Generalpläne sür die Stallungen und das allgemeine Brogramm sür alle Bauten zur ..Genehmigung vorgelegt werden konnten. ^ Diese Genehmigung erfolgte , nachdem sämmtliehe Wassenehefs und mehrere Sachverständige ihre Zustimmung zu den vorliegenden Blänen ausgesprochen hatten, unterm 30. Rovember.

Am 4. Dezember ersolgte die Genehmigung der Bedingnissheste und Baubetriebe, auf Grundlage welcher Aktenftüke die Auss^reibung sür die Gral.^ , Maurer- und Steinhauerarbeit ersolgte. Diese Arbeiten wurden sodann unterm 30. Dezember den Herren T s c h i f s e l i und Merz, welche ein Abgebot von 8 ^ von den Einheitspreisen gemacht hatten, übertragen.

Am gleichen ^Tage wurde als Baudirektor Herr ^beringenienr B l o t n i t z k i von Genf ernannt und mit demselben ein Vertrag abgeschlossen , wonach sür ihn ein Honorar von 5 ^ der gesammten Bausumme ftipulirt wurde.

Am 1. Jnni 1864 erfolgte dann auch noch die Vergebung der Zimmerarbeiten an die ^.erren Kummer und Erust in Langeuthal, welche ein Abgebot von 15 ^ von den Einheitspreisen gemacht hatten.

167 Die Vergebung der Stallnngen und Reitbahnen geschah an die gleichen Unternehmer.

Jm lausenden Jahre erfolgte dann auch noch die definitive Ausarbeilung und Vorlage der Vläne und Devise für die übrigen Gebäude.

Schon bei Ausarbeitung der Details des Brogramms und sodann noch in erhohtem Masse bei Ausarbeitung der Detailpläne zeigte es sich, dass das Brogramm von 1858, das die Expertenkommission zum grossten Tl..eil zu dem irrigen gemacht hatte , den Verhältnissen , welche der Zentralwafsenplaz Thun bietet , nicht genügende Rüksieht getragen halte.

Namentlich konnte damals die Entwiklung noch nicht in Anschlag gebracht werden , welche die Regieanstalt seither genommen hat. Die Raumverhältnisse mussten daher in mehr als einer Richtung grosser angenommen werden, als vorgesehen war.

Dieser Umstand , so wie der weitere , dass auch bei Ausarbeitung der Devise sich herausstellte, dass bei der ursprünglichen Kosteuberechunng manche ^aktoren nicht genügend beri.ksichtigt worden sind , sezen uns in die Lage, ein Raehtragsl^reditbegehren für die Bauten ans dem Waffenplaze Thun stellen zu müssen.

Wir beehren uns , dieses Ansuchen mit Gegenwärtigem an Sie zu stellen und aus nachstehende Weise zu begründen:

L Jm Monat August abhin, als man sich mit den Vorarbeiten für das Budget für 1866 beschästigte und es sich darnm handelte, die in dasselbe fur ...en Bau oder das Mobiliar der Kaserne aufzunehmende ...^un.me festzusezen , beaustragte unser Militärdepartement, auf den Wunsch der Bauleitung, eine Kommission, nach genauer Einsichtnahme der beendigten und noch auszuführenden Arbeiten einen einlässliehen Bericht über diesen Gegenstand zu erstatten.

Diese Kommission, bestehend aus den Herren W o l f s , K n b l ^ und Nationalrath ^ u l z b e r g e r , zog den Baudirektor bei, und versammelte sich in Tl...n zu Anfang des Septembers. Sie hielt sich genau an di..

ihr zngeth.nlte Aufgabe, d^ h. sie ermittelte und besehrieb die zur vollstendigen Erstellung der Kaserne noeh erforderlichen Bauten und bezeichnete dasjenige, was nach il^rer Ansicht in das Büdget von 1866 aufzunehmen sei uu^ was aus einen späteru Zeitpunkt verschoben werden konne. Sie ging von dem Bedanken a^s , au die Erfordernisse einer ga^.^ republikanischen Einfachheit steh zu halten und Alles zu vermeiden, was derselben widerspricht, sand aber nichts desto reuiger, dass die fragliche .^aute, ohne je in Lu^us zu verfallen , in einer der Schweiz würdigen , soliden und vollkommenen Beschaffenheit erstellt werden solle, entsprechend dem Geiste einer Ration, welche ihre Militäreinriehtu..gen in Ehren hält.

Die Kommission hob übrigens in ihrem vom 9. September

l 865

168 dalirten Berichte hervor, dass nach ihren Untersuchungen die Bauten ihr gehorig ausgeführt scheinen und dass dieselben nach den geleisteten Opfern den billigen Erwartungen entsprechen. Sie fügte jedoch bei, dass man bei Vergleichnng des Brogramms vom 31. Angnst 1863 mit den kurz vorher ausgestellten Devisen (siehe Berichte vom 27. und 29. Mai 1863 der Herren Stehlin und Wolfs ^), welche den Anträgen des Bundesrathes und den Beschlüssen der Bundesversammlung (vom 25. Juli 1863) zu Grunde lagen , zu der Ueberzeugung gelange , dass das der Feststellung der Bläue und der Bauausführung zu Grunde liegende Brogramm vom

31. August Anforderungen stellt, welche über das ursprüngliche Brojek^

weit hinausgehen und dass es lezteres , und zwar anf nü^liehe und vor^ theilhafte Weise, in verschiedenen Beziehungen ergänzt. Jm Weitern (fügt der genannte Bericht, Seite ...., bei) hat die Ersahrung hier gezeigt, was bei vielen grossen Unternehmungen schon bemerkt worden war . dass im Allgemeinen - nnd im Besondern ist dies auch, tro^ der sorgfältigsten Ausarbeitung, bei dem Brogramm vom 31. August der Fall --- nieht Alles genau vorgesehen und unfehlbar berechnet werden kann , und dass Manches übersehen wird , das zur Ausführung gehort , wenn dieselbe in befriedigender Weise stattfinden soll.

Die .kommission findet ferner, es wäre ein Missgriss, wenn der gegenwärtige Zeitpunkt nicht zur Vollendung alles Erforderlichen benuzt würde . es hiesse dies selbst den Regeln einer gesunden Oekonomie entgegenl..andeln, indem gewisse Theile später nur unter ungünstigern Bedingnngen wieder in Angriff genommen und vollendet, resp. verbessert werden konnten.

Von diesen Erwägungen ausgehend, deren Richtigkeit und Begrün..

dnng nicht beftritten werden kann , untersteht die Kommission nun in ihrem Bericht die noch zu vollendenden Arbeiten , wovon die einen gegenüber dem ursprünglichen Brojekt, dem Brogramm vom 3l. Antust 1863 und den. spätern Devisen, als nicht oder ungenügend vorgesehen, die andern, von einem verschiedenen Gesichtspunkte ans betrachtet, als unumgänglieh nothwendig oder als nü^lieh und wünsehenswerth erscheinen.

Wir verweisen bezüglich der Auszählung und Begründung der ver^ sehiedenen Arbeiten , welche wir später bei ^ormulirnng unserer Anträge im Einzelnen berühren werden, ans den einlässlichen Bericht dieser Kommission. Dieser Bericht enthält anch eine erste Arbeit über das Mobiliar, bestehend in einer i.r's Einzelne gehenden Auszählung aller, sowohl für das Hauptgebäude als sür die Reitbahnen, Ställe und Dependenzen, die Eantinen (Wirthschastslokale^ und das Zeughaus notwendigen Gegenstände, mit Angabe desjenigen, was neu angeschafft werden soll und was dem Jnventar des jezigen Kasernenmobiliars entnommen werden kann.

Wir werden ans diesen Gegenstand ebenfalls zurükkommen.

.^) ^err ^imon hat einen besondern Bericht erstatte^ wir halten uns indessen an denjenigen der ^erren StehIln und Wolfs, welcher hauptsächlich dem Beschluß.

vom 25. ^.uli 18.^ ^u Grunde gelegen zu haben scheint.

1^ gleichzeitig mit diesem Bericht haben wir einen solchen vom Baudirektor erhalten^ welcher aufgesordert worden war, sowohl über die UrAachen der Ueberschreitnng seiner Devise, welche die Hoffnung erwekt hatten, man konne ohne bedeutende Abweichungen inner der bewilligten Kredite blei...

ben, als über den Betrag der nachzuverlangenden Summe und den ^u leistenden Rachweis sich aus^uspreehen.

Er schreibt die Mehrausgabe hauptsächlich der ..^ergrosserung der Räume zu.

Bei der Aufstellung der ersten Brockte war der Bauplaz zu 11 Jucharten angenommen worden ; nun beträgt derselbe über 17 J., infolge ..^er Beifügung einiger Bläze, des H ü r n e r ^ Hauses mit dem dasselbe umgeSenden Terrain, sowie einer Barzelle der Allmend. Sodann übersteigen die Dimensionen der Gebäude erheblich diejenigen, welche dem in deu Berichten vom Mai 1863 enthaltenen Anschlage und dem Beschlusse der Bundesversammluug zu .Grunde liegen.

So wird das, mit 2 statt 3 Stokwerken errichtete Hauptgebäude mehrere.^ hundert Mann mehr aufnehmen konnen, als angenommen worden war ; der Kraukensaal ist vergrossert worden , er umfasst 4 Zimmer ^u 10 Betten mit allen Zubehorden , so dass derselbe während der Zentralschule für die lagernde wie sür die kasernirle Truppe dienen kann . die Zahl der Tl..eoriesäle ist , deu Bedürfnissen und den wiederholten Verlangen der Wafsenchefs und Justrnktionsosfiziere eutsprechend, vermehrt worden , mehrere neue Räumlichkeiten, wie Waschstube, Badstube, Rollkammer, Wasserbehälter im obern Theile des Gebäudes, wurden augebracht . die Treppen , Gänge und Küchen sind geräumiger.

Die Reitbahnen sind breiter und läuger; das Brogramm vom 31 .August verlaugte für dieselben eine grossere Ausdehnuug ^ur Erleichterung der Instruktion und damit sowohl Zeit gewonnen, als das Bersonal geschont werden konne. Die Ställe sind, dem Beschluss vom 25. Juli 1863

gemäss, für 400 Bferde eingerichtet; aber sie sind geräumig, und zum Tl^eil gewolbt, was später bei allen geschehen kann. sie enthalten Werkstätten,

Magatine und die nothigen Räumlichkeiten sür Tl.^ierär^te und Wärter ; im mittlern Theil befinden sich die sür die Regieverwaltnng sowohl, als sür die wahrend einer Zentralschule so mannigfaltigen und bei Vereinigung aller Waffengattungen so zahlreichen Bedürfnisse des Militäruuterriehtes erforderliehen Büreau^ Wohnungen und ...^äle.

Rach dem Anssühru..gsplan ist der im ersten Brojekt und im Brogramm vom 31. August vorgesehene Anbau, V e r w a l t u n g s g e b ä u d e benannt, welcher für Kommissariatszimmer, eine Wohnung des KasernenAussehers, Theoriesäle, ein...u Modellsaal, ein Bibliothek- und Lesezimmer bestimmt ist, mit dem Hauptgebäude vers.hmolzen worden.

Das Hauptgebäude enthält nun diese Räumlichkeiten, mit Ausnahme der Wohnung des Kasernen-Aufsehers, welche in das Hürner-Haus ver.^ legt worden ist. Dagegen werden andere, im ersten Brojekt nicht vorgesehene, aber dureh das Brogramm vom 31. August verlangte Reben.^

170 gebäude eine Kostenvermehrung zur Folge haben, nämlich die Sehmiede, das Bserdespital und die Remisen.

Die Errichtung der Wirlhschaftslokale im Hürner-Hanse ist nicht weniger kostspielig.

Das sind nach der Bauleitung (siehe ihren Bericht vom l l . Oktober) die Hauptursachen der Kostenvermehrung. Jn keinem Brojekt oder Devis ist irgend etwas für u n v o r h e r g e s e h e n e K o s t e n veranschlagt worden, welche doch bei einer Unternehmung, die zu den grossten unseres Landes zu zählen ist , nicht zu vermeiden sind.

Die Heizung und Veleuchtung, die Errichtung von Brm.nen, sowie das Mobiliar sind in keinem der ursprünglichen Voranschläge inbegrissen. Der Bericht der Bau- ^ leitnng erwähnt sodann noch einige Faktoren der Ausgabevermel^ruug, aus welche ^ur^ukommen wir noch Anlass haben werden , und erklärt, dass sür die Aufstellung des nachträglichen Devises die nämlichen Einheitspreise angenommen worden sind, wie sür die vollendeten Bauten.

Für andere Theile, wie die Gasbeleuchtung, die Waschanstalt, die Heizung und das Mobiliar , hat man sieh durch bekannte Lieseranlen oder Unternehmer Breisangaben einreichen lassen.

Der auf oben erwähnte Weise ausgestellte Devis sür die Beendigung der Bauten , die Heizung, Gasbeleuchtung und das Mobiliar verneigt die ^...mme von 3.)5,000 Frk. , welche znm grossen Theil im Bürget für 1866 hätten erseheinen sollen, znm Theil aber den. Jahre 1867,

d. h. dem Zeitpunkte des Rechnungsabschlusses und der Eollaudation der

Arbeiten, vorzubehalten waren; die Ausgabe sür das Mobiliar wäre 1866 oder später verrechnet worden , je nachdem der Ankauf früher oder später ersolgt wäre.

Rach Kenntnisnahme dieser vorläufigen Untersuchungen und nach einer an Ort und Stelle vorgenommenen Jnspektion der ausgeführten und resp. der noch zu vollendenden Arbeiten, konnte sich der Bundesrath überzeugen, dass es moglich sei, Reduktionen vorzunehmen und dass unter den als uüzlich nud wünsehenswerth bezeichneten Arbeiten solche sieh befinden, die mau gan^ weglassen, oder doch wenigstens ohne Uebelstand beschränken oder verschie-

ben konne. Er sand , dass jedensalls alles ans das Mobiliar Bezügliche

von der eigentlichen Baute zu trennen sei und dass nach Würdigung der Saehlage die vorerst ^u losende Ausgabe darin bestehe, dass die Bauten soweit vollendet werden. um die Kaserne^ bewohnbar zu machen , nnd die hiesur erforderten Bauten innert den Grän^en einer weisen Oekouomie ausführen zn lassen.

Das Militärdepartement lnd daher den Bauleiter ein, einen neuen Devis anzustellen, wobei das nicht zum Bau gel^orige Mobiliar aus^u-

scheiden und einzig und allein die Aufgabe in^s Auge zu fassen sei, die

Gebäude ihrer Bestimmung gemäss benuzbar zu machen, und alle Arbeiten zu verschieben, deren sosortige Anssuhrnng nicht durch das Ganze be-

dingt sei.

171 Der Bauleiter arbeitete wirklich einen neuen, ohne das Mobiliar aus die Summe von Fr. 255,000 ansteigenden Devis aus. J.. dieser

Summe sind jedoch Fr. 12,484 inbegrifsen, die zwar zum Mobiliar ge-

horen, aber naeh seiner Erklärung nicht ohne Raehtheil vorenthalten werden dürfen, da sie sür Gestelle und Haken in den Zimmern, sür Bänke in den Gängen ..e. bestimmt sind, deren sofortige Anbringung angemessen scheine.

Dagegen verschiebt der Devis andere Gegenstände, wie z. B.

die Beleuchtung, und beschränkt andere, z. B. die Hebung, auf das aller Einfachste.

^ Gestüzt auf diese Angaben hatten wir ohne Zweifel s.^on in Jhrex Oktober und Rovember^ession mit einer Vorlage an Sie gelangen konnen.

Aber da die .^umme, welche von dem am 25. Juli 1863 bewilligten Kredite noch vorhanden war, die Fortsezung der Arbeiten ermöglichte und da die Sache ni.^t dringend war, haben wir vorgezogen, Jhre nächste Zusammenkunft abzuwarten, um Jhnen diese Angelegenheit vorzulegen.

Wir haben die Zwischenzeit benuzt, um die Frage auch noch von andern Gesichtspunkten aus prüsen zu lassen, und dieselbe so weit möglich naeh allen Seiten zu beleuchten.

Für das bessere Verständniss der Sache schien es uns sehr vorteilhaft, die ausgeführten und noch auszuführenden Arbeiten, die bisherigen und zukünftigen Ausgaben nach den betreffenden Gruppen zu klassifiziren. Es kann sein, dass das Ergebniss von demjenigen nicht verschieden ist, welches aus den eben erwähnten Devisen hervorgeht; aber eine solche Zergliederung muss das Verhältmss zwischen den Ausgaben und den bewilligten resp. noch erforderlichen Krediten in jeder nur wünsehenswerten Weise ausklären. Die Bundesversammlung hat Kredite bewilligt : für die eigentliche Kaserne, für die ..^..tallungen und Reitbahnen , für die ^Blanirung , Einfriedung u. s. w. , für das Zeughaus und den Bontonschops.

Wir haben daher 4 Gruppen ; bei je.^er kann genau ausgemittelt werden, was erstellt ist, und was noch zu erstellen ist; was ausgegeben und was noch verfügbar ist, und auf was der Betrag des neu zu verlangenden Kredits sieh ftüzt.

Das Mobiliar, resp. die Frage, ob man steh jezt mit diesem Bunkte befassen oder dessen Behandlung verschieben will, wird später berührt werden ; ebenso andere , die Leitung und Ausführung der Bauten betressende Gegenstände, über welche wir Jhnen einige Mittheilungen zu machen haben werden.

Von diesem Grnndsaze ausgehend. hat das Militärdepartement über die erwähnten Bnnkte neue Expertisen angeordnet , deren Ergebnisse uns

entscheidend scheinen. Die bezüglichen Berichte liegen bei den Akten ;

wir beschränken uns aus Angabe des Hauptinhalts in nachstehender Reihen-

folge und Klassifikation.

172 II.

1.

Welches ist der im Allgemeinen bestehende Unterschied zwischen dem ersten, die Grundlage des von der ..Bundesversammlung bewilligten .Kredites bildenden Brojekt, nach dem Gutachten der Herren Stehlin und Wolfs vom 27^2.). Mai 1863, und dem Programm, den Bläuen und ..Devisen, nach welchen der Bau ansgesührt worden ist.^ Die neuen Experten, Herren Wolfs, Kubl^ und Dähler, sprechen sieh, na.^h einer von ihnen selbst als gewissenhast bezeichneten Untersuchung, in solgender Weise über diese erste Frage ans (siehe ihren Berieht vom 6. November 1865, Seite 2-- 13).

,,^^llllschgf^^^ll^e.

,,Der Bericht^ der Herren Stehlin und W o l f s vom 27.^9. Mai

,,1863 gibt bezüglich der Dimensionen dieses Gebäudes nur den approdi,,mativen Kubikinhalt mit 1,500.000 Fuss an, und nahm aus ein Reben-

,,gebäude für die Administration von weitern 200,000 Kubikfuss Bedacht,

,,welche zu obigen 1,500,000 Fuss hinzugezählt werden müssen, wenn

,,eine richtige Vergleiehung gemacht werden soll, da die für die Ausfüh,,rnng genehmigten Bläne dahin modifizirt wurden, dass die Räume, "welche das projektirte Rebengebaude enthalten sollte, nunuu.hr vollständig ,,im Hauptgebäude untergebracht sind. Der kubische Jnhalt dieses nun ans"geführten Hauptgebäudes beträgt, aus gleiche Weise berechnet, 2,325,^.00 ,,Kubikfuss, gegenüber von 1,700,000 Kubikfnss des Berichtes vom Mai

,,1863 u..d hat so.uit ein Mehrmass von 625,000 Kubikfuss.

,, Bevor wir aus die Vergleiehung der Baukosten eintreten, erscheint .,es uns nothweudig, die Ursachen zu berühren, welche die soeben ange,,gebene Raumvermehrung ^ur ^olge hatten.

,,Das im Beriet vom Mai 1863 aufgestellte Brogramm weicht ,,wesentlich von demjenigen ab, welches unterm 31. August gleichen ,,Jahres vom Tit. Militärdepartement ausgestellt wurde, und den geneh-

,,migten Bläuen als Basis diente.

,,Lezteres verlangt eine Anzahl Räume mehr.

^Folgt eine Auszählung und Vergleichung der Räume).

,,Die Massene.ruppirung der verschiedenen Gebäudekorper zu einem ^organischen Ganzen führte in dem Blane noch zu einer weitern Raum,,vermehrnng, bestehend in zwei Mannsehastszimmern zu je 20 Betten und ,,10 Ossizierszimmern, zusammen 44 Betten. . . . . . .

,,Wenn nuu allerdings das Verlangen vermehrter Räumlichkeiten ,,auf den Gesan.mt-Kubikinhalt des Mannsehastsgebändes einen wesent,, lichen Einfluss ausüben musste, so kann das Mehrmass von 625,000 ^Kubikfuss nicht allein d i e s e m Umstande beigemessen werden.

,,Die durch das Brogramm vom 31. August 1863 vorgeschriebene

173 ,,Bauart bedingt an und für sich bei gleicher Mannschastszahl einen ,,grossern Quadrat- und folgerichtig auch einen grossern Kubikraum, als ,,die bis jezt allgemein für Kasernen angewandte Gebäudeanlage, auf ,,weleher das Gutachten der Herren Stehlin und W o l s s basirt.

,,Es ist auch für den ....ichtsachverständigen einleuchtend, dass es für ,,den Flächenranm sowol als den Kubikinhalt eines Gebäudes von wesent,,lichem Belang ist, ob eine gegebene .^n^ahl von Räumen m zwei oder ,,drei Etagen untergebracht wird. Die gewählte Bauart maehte es ,,durchaus wünsehenswertl.., den Zwischenflügeln des Mannsehastsgebändes ,,neben dem hoehliegenden Erdgesehoss nur zwei Stokwerke zu geben, da

,,sie sonst ihre sür das Auge wohlthätige Eigentümlichkeit ^um grossten ,,Theil eingebüsst hätte.

..Ferner bedingen die doppelten Laubengänge gegenüber einfachen ^Korridoren ein erhebliches Mehrmass.

,,Diefe Momente zusammengenommen rechtfertigen unseres Erachtens ^vollkommen die Massdifserenz von 625,000 .....^uadratsuss.

.,Anf die Kosten übergeheud , nimmt das Gutachten der Herren

,,Stehlin und W o l f f an, t.ass der Kubikfuss Maunschaftsgebäude auf

,,26 Rappen zu stehen komme.

,,Die Berechnung der Gesamn^tkosten des Manns^astsgebäudes er,,gibt die Summe von Fr. 603,098. 65 und wenn nun mit der ans.Bemittelten Zahl von 2,325,000 Kubikfuss in obige Summe dividirt ,,wird, so kommt der Kuluksuss aus 26 Rappen zu stehen. Ju dieser ,,Sumn.e von ^r. 603,098. 65 stguriren sogar noch einige Ansage sür ,,Mobiliar, welche nieht zu den Bankosten der Gebände gerechnet werden ,,dürfen, aus den Werth des Kubil.susses jedoch eiuen ganz unwesentlichen ,,Einflnss ausüben.

,,Der Ansa^ der Herren ^tehlin und W o l f f und der ausge,,mittelte Betrag der wirklichen Kosten stehen sieh mithin per Kubikfuss

,,..Ianz ^le^h , uud e- -arf diefes jedeusalls als ein. sehr günstiges Re-

,,sultat bezeichnet werden, da ein Blik aus den Vlan oder die Baute ,,selbst genügt, um es Jedermann klar zu machen, dass die gewählte ,,Bauart einen grossern architektonischen Schmuk als bei einer gewohn,,liehen Kasernenbaute bedingte, und dass die Konstruktionen als solche ,,nothwendig kompli^irter und kostspieliger werden mnssten. Es darf ^u^dem nicht übersehen werden, dass das nene Kasernengebände vier voll,, ständige , gleich besehafsene , einander entsprechende und gleich durchge,, führte ^a.^aden hat, während bei andern derartigen Bauten die Hos,,fa.^aden gewohnlieh viel einfacher gehalten sind, wodurch sich wieder ,,eine nicht unerhebliche Kostenersparniss erreichen Iässt. Wenn nun troz ,,alledem der Ausaz von 26 Rappen per Kubiksuss nicht übersehritten ,,wird, so konnten nur sehr günstig abgeschlossene Verträge und eine

,,tüchtige und umsichtige Bauleitung ein solches Ergebniss herbeiführen, ,,nnd es haben sieh auch die Unterzeichneten überzeugt, dass die vertrags-

174 ^ ,,gemässen Einheitspreise durchschnittlich unter denjenigen stehen, die in ,,Thun für die gleichen Arbeiten sonst bezahlt werden müssen.

,,Die grossern Baukosten gegenüber der Berechnung der Herren ,,Stehlin und W o l s f finden ihren Grund somit in der theils durch ,,das Programm geforderten, theils durch die Disposition der Plananlage ,,von vorn herein bedingten Raumvermehrung, wesentlich aber auch in ,,der ebensalls mehr oder weniger durch das Programm hervorgegangenen ,,reiehern architektonischen Ausstattung der .^lussensronten.^

^tallu.t^el.. llll^ .^eitlml,^.

^Bezüglich dieser Gebäudegruppe nimmt das Gutachten der Herren

,,S t e h l i n und W o l f s an , dass Stallungen für 300 Pferde und zwei ,,Reitbahnen mit einem Minimalmass von 60 Fuss Breite und 120 Fuss ,,Lange dem Bedürsniss genügen. Das Programm verlangt hingegen ,,R..um sur 400 Pserde und wünscht grossern Flächenraum für die beiden ,, Reitbahnen.

,,Der Plan entspricht mit Rüksicht aus die Stallungen dem Pro-

,,gramm , und es erhielten die Bahnen 68 Fuss lichte Breite und 150 ,,.^uss 6 Z.^ l^te .Lan^. D.e- ist eiue erste Ranmvermehrung.

..Eine weitere Raumvermehrung ergab sich aus den Bedürfnissen der ,,Regieanstalt, indem im Plan aus eine Anzahl Räume iu den zwei ..Mittelbauten der Stallungen und ans Warträume und Werkstätten neben ,,den beiden Reitbahnen Bedacht genommen w...rde.

,,Jn den Gutachten vom Mai 1863 werden die Kosten per Pferd ,,ans Fr. 400 berechnet, was für die nach Plan ausgeführten Stallungen ,,eine ^umme von ^r. 160,000 ergäbe. Rnn werden diese aber nach ,,den Berechnungen der Bauleitung Fr. 237,800 oder Fr. 594 per Pferd ,,kosten, was folgenden Ursachen ^.Anschreiben ist: ,,Vorerst soll die eine Halste der ^tallränme gewollt werden, was ,,mit Rüksicht auf .^en fortwährenden Gebrauch derselben durch die Regie ,,als vollkommen gerechtfertigt erseheint. ansserdem sind aueh bei den süd,,lichen Stallungen alle Vorkehrungen getrossen worden, um auch diese ..im gegebenen Falle einwölben zu konnen. Sodann ist durchweg aus ^eiserne Krippen und Raufen mit da^u gehörenden Ankersteinen ^ur Be,,sestignng derselben Bedacht genommen worden , während .die Herren ^Stehlin und Wolfs diese Bestandtheile von Holz angenommen hatten.

..Ferner müssen Puzsehnppen im Stallhose erstellt werden und endlich ,,üben die vermehrten Verwaltungsräume nnd die dadurch bedingten grossern ,,Mittelbauten einen nicht unerheblichen Einfluss ans die Mehrkosten ans.

,,Um im gegebenen Fall Mannschaft ans den beiden Dachböden der ,,^tallgebäude uuterbringen zu konnen, mussten die Kniewände ans 6^ ,,^nss erhoht und steinerne Treppen angebracht werden, was ebensalls eine ..Mehrausgabe zur Folge hat, die sich aber durch den mit verhältnissmässig ,,kleinen Opfern erreichten grossen Vortheil vollkommen rechtfertigt.

175 ,,Die Reitbahnen berechnet der Bericht der Herren Stehlin und ,,Wolss aus Fr. 70,000, während die nach Blan ausgeführten auf ,.Fr. 96,000 zu stehen kommen. Dieser Mehrauswand sinket in den ..grossern Dimensionen ..^er Reubauten seine volle Berechtigung.

,,Die äussere Ar.hitektnr der Stallungen und Reitbahnen , welche ^selbstverständlich auch ans den Kostenpunkt Eiufluss hat, ist ziemlich .^reicher als z. B. in Zürich und Frauenseld, durste aber gegen das ^gegenüberstehende Mannsehastsgebäude nicht allzusehr kontrastiren. Schliess.,lich haben a..ch die namentlich sür die Zimmermanusarbeit etwas tief "gegriffenen Einheitspreise der Kostenberechnung unl.. die Umwandlung ,,des Giebeldaches in ein Schieserdach das Jhrige zn dem ungünstigen .^Resnltate beigetragen.^ Wir haben den vorstehenden Bemerkungen Nichts beizufügen. Sie bezeichnen in klarer Weise die ^visehen dem ersten Brojekt und den Bauten bestehenden Unterschiede. Das dnreh den Ausführuugsplan angenommene System verlangt Raum, es verpflichtet zu grossern Dimensionen und besizt Formen und einen äussern St.^l, die ihm eigentümlich angehoren und nicht aus blosser Willkür in der Ausführung bestehen. Rachdem dieses .^.^stem aber einmal angenommen war (und es geschah dies nicht ohne gute Gründe), musste mau sich eben auch seine Konsequenzen gefallen lassen.

2.

Der Expertenbericht zählt die über das ursprüngliche Brojekt hinaus bewerkstelligten oder projektirten Bauten aus. Es sind dies, betretend das Mannschaftsgebaude, auss.^r den allgemeinen Formen und Dimensionen, welche als dem angenommenen System iuhärirend bereits erwähnt worden sind, folgende .

  1. Die Erstellung von G^psdeken; b.

die die c. die d. die

Verwendung vou eisernen Balken und einer besondern Diele sür Küchen , Badestuben , Wasehkammer und Trol.nekammer ; Bedachung mittelst Schiefer.

Abs.hliessn..g der Treppen dureh , nach den Gallerien gehende

Glastl.^üreu ; e. die Bedek.mg des Vorpla.^es ;

f. die Einrichtung des Krankensaales und der Zubehorde; ^. die Anbringung von Bli^ableitern ; b. eine Wol.^.nng sur den Abwart.

i. di... Hei^nug,

k. die Erse^nng der Ab.^ugs-Rohren von Blech durch solche aus Gusseisen.

Da wir für die Rechtfertigung dieser Arbeiten uns sowohl aus den Bericht der ersten Kommission (vom 9. September 1865) als aus deujen.gen der Herren Wolss, Kubl.... und Dähler (vom 6. Rovember 1865)

176 berufen können, so werden wir uns bemühen, hier nur deren wesentlichsten Jnhalt zusammenzufassen.

Einige dieser .Arbeiten sind ausgeführt , andere noch nicht. Sie geben uns zusammen die Details der Kostenvermehrung.

Ad a. Die Zimmer werden dadurch heller, reinlicher und stiller.

Ad h. Es war diess das einzige Mittel, diesen Lokalen, welche man

nicht wölben konnte, den nothigen Schnz gegen Feuchtigkeit und gegen Feuersgesahr zu geben.

Ad c. Die Ersezung der Ziegel durch ^ehieser ist hauptsächlich

der ost mittelmäßigen Qualität der in der Gegend gelieferten Ziegel beizumessen. Unter diesen Umständen bildet diese Massregel eine Ersparniss.

Ad d. Diese Teuren bezweken , die Mannsehast gege^ die Ein-

flüsse der Zuglust, die je nach den Umständen schädlich sind, zu sehüzen :

alle Kommissionen stimmten darin überein, dass sie vom sanitarisehen Standpunkt aus ein Bedürsniss seien.

Ad e. Man wollte zuerst die Vorhalle uubedekt lassen , aber man ist zu der Ueberzeugung gelangt, dass das Jnteresse der Erhaltung des Gebäudes, sowie die Wünschbarkeit, den innern Hof troken und rein zu halten, eine Bedeknng erfordern.

Ad k. Der Spital sollte in dem mittlern Bavillon angebracht werden, aber da die betreffenden .Lokale eine andere Verwendung erhielten, so besehloss man, denselben in einen der ^lügel zu verlegen, wo gehor.g abgesonderte Zimmer sur die Kranken bestimmt sind. Aber es sind daselbst noch wenn möglieh ein Arztzimmer, ein Krankenwärte.^immer, eine kleine Küehe und. Abtritte anzubringen.

Ad ^. Die Erstellung von Blizableitern bedarf keiner Rechtfertig gung. Das angenommene System ist ökonomisch und stimmt gut ^u der For.n des Gebändes.

Ad h. Diese Wohnung wird im Erdgesehoss angel.raeht^ werden und zwar an einer Stelle, welche die Besorgung des betreffenden, beso.^ ders während des Winters unerläßlichen Amtes erleichtert.

Ad i. Jnfolge der gemachten Studien hat mau aus das ^stem einer Heizung im Grossen, mit Luft oder Dampf, verachtet, mau bezwekt daher die Anbringung einfacher eiserner Oesen , deren Rohre durch das Daeh gehen. Wir denken, es sei gegen die Heizung eiues Theils der Kaserne grnndsäzlieh Ri.hts ein.^uweuden. Es wäre überflüssig, sie ganz heizen zu wollen , denn es ist uieht wahrscheinlich , dass grossere Truppenk.^per während des Winters sieh darin auszuhalten habeu werden ; es ist daher für die kommenden Bedürsnisse mehr als genügend, wenn daraus Bedacht genommen wird, die Halste der Kaserne mit Behei.^ungseinriehtungen zu versehen. Es srägt sieh nun, welche Hälfte der Kaserne^ etwa nur eine Seite, oder nur ein ..^.tokwerk, aber in der ganzen Länge des Gebäudes .^ Wir geben , mit der Kommission , diesem ledern Modus den Vorzug.

177

Ad k. Die Rohren aus Gusseisen dienen gleichzeitig als Blizableiter und haben ermöglicht, in den Winkeln behauene Steine zu sparen.

Obgleich die Küchen nicht unter den Ursachen der Kostenvermehrung sich befinden , so wollen wir gleichwohl einige Angaben darüber machen.

Das Erdgeschoss soll zwei grosse Soldatenküchen enthalten. Es wäre vielleicht vorteilhaft, in denselben das schnellere und wohlfeilere System der Dampfkessel einzuführen. Aber die Kommissionen haben sich, ans Gründen anderer Art, für die Beibehaltung der gewohnlichen Kessel ...usgesprochen , und wir beabsichtigen nicht, hier Veränderungen anzubringen.

Bei den R e i t b a h n e n und Ställen sind die besondern Faktoren der Kostenvermehrnng folgende : .... die Vergrossernng der Reitbahnen; b. die äussere Bauart der Gebäude;.

..... der einigermaßen erhohte Bau des mittlern Thei.s, welcher je nach den Bedürfnissen der Verwaltung oder der Schulen zu verschiedenen Zweken sich eignet;

d. die Wolbung der Ställe der ersten Reihe und die Anlage der zweiten Reihe behuss Ermoglichung einer allfällig später notwendig werdenden Wolbung.

Es war diess sehr wünschbar, damit die obern Räumlichkeiten für Magazine oder Wohnungen besser benuzt werden konnen. Aber es ist besonders vorteilhaft für die Ställe selbst, da in einem Theil derselben Regiepserde während des Winters sich aufhalten werden. Die Ställe werden dadurch wärmer und sind besser zu lüften, der Bau solider uud danerhaster.

e. Die Erstellung der Krippen und Raufen in Schmied- und Gusseisen, statt in Holz. Es bringt dieselbe allerdings sür die erste Einrichtung eine grossere Ausgabe mit sich , aber da später die Unterhaltungskosten wegfallen , so werden die Mehrkosten bald

gedekt.

k. Die gute Herstellung der über den Ställen gelegenen Henschoppen, wodurch man weite und gesunde Räume erhielte.

Die Verwaltung bedars für ihre ^orräthe bedeutender Magazine.

Die über den ge.volbten Ställen befindlichen Räumlichkeiten eignen sich besonders für diesen Zwek. Aber der grossere Theil kann in Wohnungen umgewandelt werden ; es war desswegen zwekmässig, sie etwas zu erhohen, damit die Mannschaft bei den Fenstern aufreeht stehen konne, und diese lezteren zu vergrosseru, damit sie genng Luft und Licht bieten.

^. Die steinernen Treppen.

Sobald die Räume über den Ställen bewohnbar waren und man voraussehen konnte, dass vielleicht bei tausend Mann momentan in

178 diesen Räumen untergebracht werden, durste man keine Sicherheit^ vorkehrung unterlassen. Daher entschloss man sich zur Erstellung steinerner Treppen, damit im Unglükssall die Verbindung mit den fraglichen Räumlichkeiten nie unterbrochen werden konne.

h.

Sehuzdächer sür Bferdewartnng.

Es ist nothwendig, dass das Bu^en der Bferde jederzeit im Hose stattfinde konne, damit diess nicht im Stall geschehen müsse.

Es liegt dies im Jnteresse der Reinlichkeit und eines guten Dienstes.

^u diesem Zweke wird man zwe. .^ehuzdäeher sür Buzen der Bferde errichten , jedes .)0 Fnss lang und ......... Fuss . breit und für zwei Reiheu Bserde Blaz bietend. Es kounen diese Sehuzdäeher selbst auch sür andere Dienstverrichtungen benuzt werden.

Die soeben erwähnten Verbesserungen und Vergrossernngen sind im Brogramm vorgesehen oder im Blau angegeben; sie sind durch die kompetenten Männer angerathen und von den Kommissionen genehmigt worden.

Eine aus alle Gebende anwendbare Sehlussbemerkung betrifft die Fundamente. Jn einigen Theilen mussten dieselben, der Beschasfenheit des Bodens wegen . sehr ties gelegt und betonirt werden, was zu Kostenvermehrungen geführt hat, eine solche Eventualität konnte in den Devisen nicht vorgesehen werden.

3.

Welche Summen sind sür die Vollendnng des Unternehmens erforderlich.^ Welches sind die Arbeiten, welche unterlassen oder verschoben werden konnen.^ Um diese Frage behandeln zu können, liessen sich die Experten durch

die Direktion ein allgemeines, vollständiges Verzeie.hniss einreichen, mit ....^chä^ung aller Arbeiten, welche zu jedem Theile des Baues gehören und nach den Hauptabteilungen, wie Kaserne, Reitbahnen und ...^tallungen, Erdarbeiten und Rivellirungen ^e. , Zeughaus, geordnet. ^l.r jede Abtheilung findet sich eine in^s Einzelne gehende Auszählung der Arbeiten, mit deren ...^..hä^ung.

Bei jeder Art von Arbeiten prüften sodann die Experten des Einlässlichsten , was davon unterbleiben oder reduzirt werden könne.

.^i^ gelangten hiebei ^u folgenden Resultaten : Hauptgebäude.

Die Direktion berechnet für die vollständige Vollendung desselben eine ..^umme von Fr. ^22,038^), in welcher unter .^lnderm alle nu^r Ziffer 2 hievor angegebenen Arbeiten, so.oi.. die Heizung, inbegriffen siud.

^) ^l. Abrechnung dex Heizung betragt diese Summe, nach dem ^erzeichn^ der Direktion, Fr. ....^.09...

179 Diese Summe zerfällt in folgende Unterabteilungen : a. Mauren und Steinhauerarbeit . . . . Fr. 234,678 b. Zimmerarbeit . . . . . . . . ,, 87,07^ c.

.

.

d. Sehreiner-, Schlosser- und Glaserarbeit

G^pser-Arbeit

.

.

.

.

.

.

.

e. Grobe Schlosserarbeit . . . . . .

t. Giesser^Arbeit . . . . . . . . .

^. Bedachung . . . . . . . . .

b. Spenglerarbeit . . . . . . . .

i. Verschiedene Arbeiten, mit Jnbegrifs der Hebung Total

,,

17,576

...

42,6l0

,, ,, ,, ,, ,, Fr.

35,646 7,400 12,100 19,151 64,800 622,098

Zu den vorzunehmenden Reduktionen übergehend, haben die Experten gesunden , dass die Summen , welche sur die unter a, h, d, e, f, ^, h

ausgeführten Arbeiten ausgesät sind, für die Vollendung genügen, dass aber eine Herabsezung derselben nicht moglich wäre.

Die ...^Verarbeiten (litt. c) sind in den Devisen nicht vorgesehen, da man angenommen hatte, man werde sich aus Balken und gehobelte falsche Dielen beschränken. DieBauleitung fehlägt für diesen Gegenstand eine Summe von Fr. 17,576 vor, welche die Experten durch Streichung einiger Arbeiten in den Gängen und Offizier.^immern aus Fr. 11,276 herabsehen.

Die Rubrik ^Verschiedenes^ (hu. i^ umfasst, mit der Heizung, eine Summe von Fr. 64,800, welche die Experten auf nachstehende Weise modifi^iren : Sie streichen, als nicht zum Bau gehörend, eine Summe von

Fr. 13,684 für Mobiliar^Gegenstände, wie Wanduhren, Bänke in den Gängen, Gestelle, Haken in den Soldatenzimmern, Möbl.irung in den Wasch- und Badestuben.

Sie reduziren eine für Heizungseinrichtungen und die Troknekammer bestimmte Summe von Fr. 11^000 auf ^r. 3000. Die Gesammtsumme

ihrer Beschneidungen beträgt Fr. 27,984. Dagegen behalten sie sur die

Heizung eine Summe von Fr. 24,000 bei, welche ihnen für die .^älste der ^oldatenzimmer, die Hälfte der Osfizierszimmer und die für die Verwaltung, den Theoriunterrieht, die Krankensäle ^e. bestimmten Zimmer, genügend scheint. ^o weit beschränken sie die Heizung. Wir sind der Ansicht, das von den Experten angegebene Verhältniss genüge für dieselbe

vollständig.

Aus diese Weise se^en die Experten die sür die Vollendung des Hauptgebäudes , Heilung inbegrifsen , notwendige Summe aus Fr. 599,114 fest. Der Unterschied gegenüber dem ursprünglichen ..^rosekt, in welchem die Heizung nur für .^ie Verwaltungslokale vorgesehen war, beträgt ^r. 119,000 und es scheint uns, dass die Bedingungen in

180 Bezug auf Form, Ausdehnung und Vollendung des Gebäudes diese Disferenz erklären und rechtfertigen. Der Anssührungsdevis der Herren Kubl^ und Blotni^ki wird nur um Fr. 50,000 überschritten, wenn man bei der Vergleich^ die von ihnen nicht vorgesehene Heizung nicht in Betracht zieht; die schon gemachten Auseinandersezungen lassen es sehr begreiflich erseheinen, dass eine solche Abweichung bei einem Bau von mehr als gewohnlicher Ausdehnung , mit einem ganz neuen System und beim Abgang jedes Ansazes sür Unvorhergesehenes leicht moglich ist.

R e i t b a h n e n und ....... ta l l u ng e n.

Jn dem von der Bauleitung aufgestellten Verzeichnisse sind diejeni- ..

gen Arbeiten naeh ihrer Gattung ausgezählt, welche für die Vollendung dieses Theils bei den unter 1 und 2 angeführten Verhältnissen erfordere

lich sind. Die Summe beträgt Fr. 333,84.^. 23, d. h. Fr. 101,843 mehr als der bewilligte Kredit von Fr. 230,000.

Wir bemerken jedoch, dass die Dimension der ^tallungen 1,400,000 Kubiksuss statt 800,000 ausmacht, und dass der Kostenpreis aus 17 Rappen per Knbiksuss, statt der in den Berichten vom Mai

menen 20 Rappen, sich stellt.

1863 angenom-

Wenn die Reitbahnen auch im Ganzen Fr. 96,000 statt Fr. 70,000

kosten. so beträgt dagegen ihre Ausdehnung 22,120 Ouadratfuss statt 17,400, und sie kommen per .^uadratfuss aus ^en nämlichen .^reis zu stehen , wie wenn die Reitbahn genau nach den in den Berichten vom Mai 1863 enthaltenen Bedingungen hergestellt worden wäre.

Die Experten erklären, dass sie hier keine Reduktionen in den Zahlen vornehmen konnten.

Bei der dritten Gruppe, Zugänge zu den Gebäuden, Rivellirung, U m s c h l i e s s u n g e n , W e g e , Bslanzungen, Ziehbrunnen (^odbrunneu), A b z u g s k a n ä l e u. s. w. , für .^.l^e die Bauleitung F... 84,000 beregnet l^at, beharren die Experten ans den ursprünglich

bewilligten ^r. 7l),0l)0, in der Hoffnung , sie werden bei grosser Spar-

samkeit und strenger Einsaehheit genügen. Wir erwähnen übrigens, dass schon im Lause des Jahres 1863 aus diesen Kredit hin eine ^umme von Fr. 13,596 für Erdarbeiten (terrassement bezahlt worden ist.

Für das Z e u g h a u s und den V ont on seh op s ist eine Summe

von Fr. 71,1..)0 ausgesezt, also nur Fr. 1100 mehr als die bewilligte Summe.

Die Experten geben diese Disserenz ohne Anstand zn.

Die Bauleitung schlägt sehliesslieh , im nämlichen Verzeichniss , vor, eine Lüke , welche sowohl im ursprünglichen Devis , als in den spätern Devisen enthalten ist, auszufüllen, indem eine ^umme sür U nv or h erg e s e h e n e s zu bewilligen sei. Eine solche Vorsicht, welche bei deu gewohnlichen Unternehmungen selten ausser Acht gelassen wird, sollte bei einem so bedeutenden Werke nicht sehlen.

181 Troz der grossen Sorgfalt, mit welcher zwei kommissionen den Ge^ ^enstand geprüft haben, wäre es kühn , zn behaupten , dass Alles vorgesehen sei, und dass nicht vor der Vollendung irgend eine Luke auszufüllen oder vielleicht eine Verbesserung anzubringen sei , zu welchem Behuse ein massiger .Kredit zwekmässig wäre.

Die beiden .kommissionen sind der Anficht, dass es angemessen sei, für U n v o r h e r g e s e h e n e s eine Summe anzunehmen. Jn Uebereinstimmung mit den Herren Wolff, Knbl... und Wähler beantragen wir, hiesür die von der Bauleitung verlangte Summe von Fr. 19,962 zu bewilligen.

Das ist die Auszählung und der Rachweis der für die Vollendung der Bauten ersorderlich seheinenden Summen , welche wir als Grundlage des noch notwendigen Kredites annehmen.

Man hatte indessen noch andere Bauten oder nachtragliehe Einrichtungen verlangt, welche wir vorziehen, sur den Augenblik bei Seite zu lassen.

Jn der That waren im Programme vom 31. Angust 1863 zwei Nebengebäude vorgesehen , welche an den beiden entgegengesehen Enden des grossen Kasernengebäudes in ganz gleicher Form zu erstellen gewesen wären. Das eine dieser Rebengebäude ist in Folge eines schon im Jahr 1863 gesagten Beschlusses und der Aufnahme der Büreau^. des Kommissariats. der Theoriesäle, des Modellsales und der Bibliothek in das Hauptgebäude weggelassen worden.

Run bleibt das andere Rebengebäude, das Hürnerhaus, welches gemäss dem Vrogramm vom 3l. August restaurirt werden und die Offiziersund ^.oldatenkantine, eine Küche für die Kantinen mit den Zubehorden, zwei Wohnungen , eine sur den Wirth (Kantinier) , die andere sür den Kasernenabwart (Kasernier) ehalten sollte. Rach der .Supposition des programmes waren also die Kantinen von der Kaserne getrennt oder es sollten dagegen im Re^de-Ehaussee zwei grosse Speisesäle sür die Truppen vorhanden sein.

Ferner waren im Brogramme kleinere, zu besondern Zweken bestimmte Bauteu in der Rahe des neuen Zeughauses vorgesehen. So erwähnt dasselbe unter Rr. 51 einen B f e r d e s p i t a l (Jnsirmerie), geeignet zur Aufnahme

von ungefähr 40 Vferden , d. h. des zehnten Theils des Totalinhalts

der Ställe. Unter Rr. 52, 53, 54 und 55 des programmes sind eine Sehmiede , eine Remise sür Wagen und Feuerspri^e , sowie ein Lokal zur Ausbewahrung der Kohlenvorräthe augegeben.

Es unterliegt keinem Zweifel, dass es vorteilhaft wäre, wenn die eben erwähnten Einrichtungen in besondern, dem Zweke entsprechend er- ^ stellten Gebäuden sich befänden.

Die Verlegung der Kantinen in ein abgesondertes Lokal würde den Vortheil bieten, dass sie nie .^n Lärm oder Unordnung in der Kaserne

Bunde.^lal... Jahrg.X^lII.Bd.l.

16

182 Veranlassung geben würden. Auch würde man wahrscheinlich einen hohern Zins daraus ziehen, als diess sonst der Fall ist..

Die Schmiede konnte in befriedigenderer Weise eingerichtet werden und würde sieh eher zur Einberufung der Hus^hmiede zu einer besondern Jnstruktion eignen.

Wir anerkennen, dass es bequemer und sicherer wäre, wenn das Spital in einem eigenen , von den Ställen getrennten Lokal sich befände.

Jn dieser Hinsicht sind die Desiderata des programmes heute noch eben so begründet, als sie es im Jahr 1863 waren.

.^ Wir bemerken jedoch, dass in den spätern Devisen nichts sür diese, in den ursprünglichen Voranschlägen nicht inbegrissenen ganten eingeräumt werden konnte, und dass heute sür deren Ausführung neue .Kredite erforderlich wären. Diese Kredite betragen Fr. 42,^00, nämlich Fr. 20,00.)

fur den Umbau des Hürnerhauses, Fr. 12,000 sür einen aus nur 2..)

Bferde berechneten Spital und Fr. 10,000 sur die Schmiede und die

Remise.

Die Experten geben in ihrem Berieht vom 6. Rovember 1865 (Seite 17 und 18) zu perstehen, dass diese Bauten verschoben werden konnen.

Wir sind ebenfalls dieser .Ansicht. Wir glauben nicht, dass sie notwendiger Weise im Blan der Kaserne enthalten sein müssen und eine wesentliche Bedingung ihrer guten Ausführung bilden. Jn den ersten Berechnungen, welche dem Bundesbeschluss vom 25. Juli l 863 zu Gruude lagen, waren sie nicht als besondere Einrichtungen vorgesehen. Wir sind überzeugt, dass es mit gutem Willen und geschikter Benu^uug der versügbaren Mittel gelingen wird , anch ol.me diese Bauten den Ersordernissen des Dienstes und der Justrul^tion in vollständig befriedigender Weise ^u

genügen.

Wir perstehen die Sache nämlich so: Die Kantinen wären im Hauptgebäude , die ^oldatenkautine in einem.. der beiden Esssäle des Erdgeschosses, deren jeder für 500 Bersonen Raum bietet ; der andere Esssaal bliebe als solcher bestehen. Diese Eintheilung konnte während des ganzen Jahres genügen, mit Ausnahme der drei legten Wochen der Zentralschule, wo alsdann bei.^e Esssäle als .Kantinen beüuzt werden konnten. Die ^ssi^ierskantine konnte in einige Säle des ersten Stokwerkes, ^. B. in eines der westliehen pavillons verlegt werden. Eine solehe Einrichtung konnte Jal^re lang bestehen und würde nur unwesentliche Herstellungskosten verursachen.

Das Hürnerhans würde nicht restanrirt. Es euthält zwei, für den Kasernenaussel.er .^Easeruier) und den Wirth (Eantinier) genügende Wohnungen ; es werden nur einige Reparaturen. erforderlich sein.

183 Rach den Voranschlägen der Bauleitung erachten wir eine Summe von Fr. 5000 für Beides genügend.

Das Spital kann nach unserer Ansicht, ohne erhebliehe Raehtheile, in einen entlegenen Theil der neuen Ställe verlegt werden und bei gefährliehen Krankheiten oder Fällen von Anstekung wäre es immer moglieh, sieh in der Umgegend ein Lokal zu verschaffen, wenn man nicht vorgeht, einen der alten Ställe zu miethen und als Spital zu be..uzeu, oder nicht hiefür den ^tall des Hürnerhanses verwendet.

Bezüglich der Schmiede glauben wir, tass ein oder zwei gedekte Schuppen in Thun wie anderswo ^genügen konnen, aber es wird vielleicht moglich sein . für das Beschlagen der Bferde die Schmieden der Reparat..rwerkstätte zu benuzen und eine damit in Verbiudung stehende sehr einsache Einrichtung zu tressen.

Wir werden dafür besorgt sein , dass diese Frage rechtzeitig untersucht werde.

Für die Remisen bietet nach unserm Dafürhalten die Scheuer des Hürnerhauses, welche leer werden wird, alles^ nur Wünschbare.

Wir sind folglich der Ansicht, diese Bauten zu verschieben, um sie später an die Hand zu nehmen, wenn die Umstände deren Erstellung dringend nothig machen sollten.

Jn den Jhnen^ vorgelegten Akten sind andere Arbeiten erwähnt und zum Theil veranschlagt, wel..he zwar nicht eigentlich in den Rahmen der Vollendung der Kaserne gehoren , aber dennoch allerdings den Bau

vervollständigen würden. Diese Gegenstände sind in die im Jahr 1^63

bei Aulass der Kreditf^tsezuug gemachten Berechnungen nieht ausgenommen worden . bei einigen derselben war diess sogar nieht moglich. Es ist für dieselben daher keine .^nmme ansgesezt worden, und wenn man im ^alle ist, sie zu unternehmen, so sind neue Kredite erforderlich. Diese Gegenst.in^e sind besonders die Gasbeleuchtung , die Erstellung von Brunnen,

die Abschliessung der Gänge des Hauptgebäudes.

Die G a s b e l e n eh tun g ist kein Bedin.fniss und man kann sich noch lange mit den vorhandenen Mitteln beguuge... Die Einsuhrung derselben wird stets leicht sein, da das Gas jezt schon uber ^ie Kaserne hinaus zu den

Werkstätten der Atmend ^.leitet .vird. Die Ausgabe ist aus ^r. 14,000

geschäzt worden und wir finden, dieselbe koune verschoben werben.

Der Besiz des W a s s e r s , und besonders lausenden Wassers, in einer Kaserne, ist für ^ie B^uemli.hkeit, das Wohlbesiudeu und die Gesundheit der Truppen wesentlich.

Es müssen Brunnen vorhanden sein , w.^lehe mit gut^.m ^uell^asser reiehlieh versehen sind. .^ehon von Ansang an hat man sieh mit ^em Wasser beschäftigt; das Brogramm vom 3l. August hat sogar einen Behälter im Estrich verlangt, sur welchen au.h gesorgt worden ist. Mau hoffte und hosst auch jezt noeh, aus dem Mühlemattgut eine sür die Versorgung der Allme..d und ^er Kaserne hinreichende Menge besten .^uellwassers zu finden. Mau wird mit

1^4 den Rachsorsehungen fortfahren und wenn dieselben gelingen, wird man ohne grosse Kosten den Bedürfnissen genügen konnen. Aber wenn sie erfolglos bleiben, so wird man sich nach einer andern Seite wenden müssen. Es liegt nun in der Mogliehkeit, von der S t o k e r n q u e l l e , im R e u t i g e r m o o s her eine reichhaltige .Quelle zu leiten, welche der Kaserne 150 Maas.. Wasser per Minute bieten und sogar noch der Allmend Wasser liesern kann. Die Stadt Thun sucht ebenfalls Wasser für chre Bedürfnisse ; eine Verständigung mit derselben wäre allseitig am angemessenden ; aber es ist nicht wahrscheinlich, dass eine solche Verständigung so bald erfolgen konne.

^ Die Legnng der Wasserleitungen von der Stokern^uelle her wäre eine langwierige Arbeit und bevor man sich in dieselbe einlässt, nn.ss man genau wissen, was die Mühlematt liesern wird. Es. ist daher am sichersten, inzwischen die günstige Lage der Kaserne in der Rähe des Sees und der Aare zu benuzen und mit Ziehbrunnen in genügender Anzahl sieh zu behelsen. Diese Einrichtung kann sogar lange Jahre dauern , während welcher man eine Entschliessung wird fassen konnen. ^) Die Schliessung der G ä n g e der K a s e r n e , wenigstens an der Rordseile, wird mehrseitig als ein Bedürsniss bezeichnet. Wir erachten es angemessen, vor der Bildung eines Urtheils hierüber Ersahrungen abzuwarten.

Wenn man es später wirklich notwendig finden sollte, zum ^ehuze gegen den Wind, den Regen oder die Sonne Vorrichtungen anzubringen, so wird noch zu ermitteln sein, welche Art des Verschlusses man annehmen will.. Jnzwisehen ist die Kaserne vollkommen bewohnbar.

Wir sind daher der Ansicht, man habe sich gegenwärtig mit diesen Gegenständen, welche sur die Vollendung der Ka.erue und die Aufnahme unserer Truppen in dieselbe nicht unerlässlieh sind, nicht ^u befassen. Es ist sicher, dass hier wie bei andern Anstalten noch Vervollkommnungen oder Versehonerungen anzubringen sein werden ; aber es sind dieselben aus später ^u versparen.

llI.

Die Dummen, welche sür die Vollendung sämmtlieher Gebäudegruppen und sür die zur zwekeutspreehenden Benuzung der Einrichtungen ersorderliehen Arbeiten nothwendig werden , betragen , na.h der dnreh die Experten vorgenommenen Verifikation und Bereinigung und im ...^inne ihrer Anträge:

^ Der .^lan für dle Einrichtung des ^laz^ sieht da... Graben von l.. Brunnen vor , welche ml^ genügendem Wasser versehen waren.

Die dahexlgen kosten stnd im Kredit ...on ^r. 70^.^0 für die Umgebungen der Kaserne Inbegriffen.

185 Für das Hauptgebäude . . . . . . . Fr. 605,000^^ ,, die ^tallungen . . . . . . . . ,, 333,843. 23 ,, den Blaz und die Zugänge . . . . . ., 70,000. ,, ,,

das Zeughaus und den Bontonschops .

Unvorhergesehenes . . . . . . . .

.

" ,,

7t,100.

t 9,962. -

Total Fr. 1,099,905. 23 Die Summe der im Jahre 1863 für diese Zweke bewilligten Kredite beträgt ^r. 850,000. Die Experten haben veri^irt, auf welchen Betrag die gemachten Zahlungen im Zeitpunkt ihrer Arbeit sich beliefen und die Summe von Fr. 589,387. 72 konstant, so dass von dem erwähnten Kredite noch Fr. 270,612. 28 verfügbar sind.

Wenn wir von der für die Vollendung der Bauten berechneten Summe den bewilligten Kredit abziehen , so erhalten wir den Betrag des zu verlangenden Rachtragskredites, d. h. in runder Summe Fr. 250,000.

Dieselbe scheint uns nebst der auf dem ersten Kredit noch verfügbaren Summe sür die Vollendung der Bauten unumgänglich nothwendig zu sein.

Zu dieser Summe sind wir gekommen , indem wir Sehritt für Schritt den von den Experten eingeschlagenen Weg verfolgten und ihre Abänderungen und Streichungen annahmen. Wir haben unser Militärdepartement ermächtigt , bis zu Jhrer jezigen Zusammenkunft die Arbeiten in diesem Sinne sortsezen zu lassen. Wir gewärtigen nun Jhre Beschlüsse und die Festsezu..g der .^..umme, von welcher die Frage abhangen muss, ob die von uns projektirten .^treiehungen und Verschiebungen beizubehalten sind oder nicht.

Bei dem von uns verlangten Kredit wird also die Weglassung oder wenigstens die Verschiebung der am ....... .h lusse der vorstehenden Ziffer 3 erwähnten Arbeiten vorausgeht.

Ferner umsasst derselbe weder die V e r w a l t u n g s k o s t e n noch das Mobiliar. Wir begründen diess mit folgendem: a. Die V e r w a l t u n g s k o s t e n umfassen vorerst die Kosten der für die Vorbereitung der Brojekte und Bläue gemachten Studien und E^pertisen und diejenigen der Ueberwaehuug und Leitung des Baues.

Diese Kosten belaufen sich schon sür das Jahr 18.^3 aus ^r. 10,000 und erreichen gegenwärtig den Betrag von Fr. 38,000. Es ist

zu hoffen, dass ein Theil dieser Kosten, welchen wir jezt noch nicht e.usmiltelu kounen , vermittelst der durch die Unternehmer aus den Devisen gemalten Rabatten gedekt werben kann.

Anderseits kann ^) Diese Summe entsteht auf folgende Welse. ^r. ^,114, welche die ..^perten ermittel. haben . auf ^r. .^,.^..0 .....gerundet und .^r. 5.^ für die ^nrlch^ tung der .^an.lnen in der Kaserne und .^epara.ion de^ .^ürnerhauses.

186 der Betrag des Honorars für die Bauleitung erst nach Vollendung der Unternehmung festgesezt werden. Wir erachten es daher angemesse.., den Zeitpunkt der Abrechnung mit den Unternehmern, der Abgabe der Rechnung dnreh die Bauleitung und der Annahme der Arbeiten abzuwarten , um den Betrag der Verwaltnug^osten festzuse.^en und den für die Ausgleichung der Differenz erforderlichen

Kredit ^u bewilligen.

Diese Kosten gehoreu übrigens nicht notwendiger Weise ^ur Banrechn..ng. Die Experten nehmen sie nicht in dieselbe auf nnd haben deren Schwung (aus Fr. 65,000) einzig in der Absicht versucht, um eine annähernde Berechnung der Gesammtkosten zu ^ ermoglichen. Endlich ist es mit Rüksieht aus die Verkleidung mit den andern Militaristen in der Schweiz vorzuziehen, diesen Gegenstand getrennt zu behandeln.

b.

Das Mobiliar. Die Experten haben dasselbe aus der Baurechnung ausgeschieden und bei ihrer Bereinigung sogar einige Gegenstände als znm Mobiliar gehörend gestrichen, welche die Bauleitung in ihr allgemeines Ver^ei.hniss ausgenommen l^atte.

(Siehe Berieht vom 6. Rovember, Seite 17, und Beilage ^..

  1. Verschiedenes^.

Die

erste .kommission (Berieht vom l). September)

hat über

das

Mobiliar eine einlässliehe Arbeit mit Auszählung aller ihr nothwendig scheinenden Gegenstände gemacht. ...^ie hat bei den Mobiliargegenständen diejenigen ausgeschieden, welche eine allgemeine, snr die gan.^e Anstalt dienende Bestimmnng haben oder in allen lokalen die gleichen bleiben.

Sodann hat sie die Gegenstände auswählt, welche ^. B. den Ossizierszimmern, den Os^ierswacht^immern, den ^oldatenzimmern, den Wad.tstnben, dem Spital (lallrmer^, dem Modellsaal, den Theoriesälen, den Esssälen (Refektorien), den Küchen, den Kellern^), den Ballungen, den .^atllerwer^stälten, deu Waehtstuben in den ..^taIlnngen, den Kantinen ^^), den Gängen und de^.. Zeughaus besonders angehoren.

Ra^ Ermittelung der Bedürfnisse der verschiedenen Ränmli.hkeiten hat die Kommission a.^h untersu^t, was die Eidgenossenschaft an Mo^) ^ier ^ird eine .nichtige pra^lsche ^age zu losen ^ein. nämlich^. Ob die ..^id^ genossenscha^ selbst di.. Weine kaufen und dem Wir^he gegen die ^erpstich^ ^ung, sie zu einem bestimmten preise a^szn^henken, liefern will, od^r ob ste den Ankauf der ^orra.^e bel genügender Ueberwaehung ^nd .^on^ole de^n Wirih überlassen will. D^.r er^re Modu^ ble^.^ mehr Gar^n^e für den Soldaten, der zweite erfordert dagegen weniger ^obiliaranf.haffung nnd gibt der Verwaltung weniger Muhe.

^) Gleiche Bemerkung wie wegen der Heller. Das Wir^sehaf^^nobiliar kann durch d..e Eidgenossenschaft gegen großern Mielh^n.^ geliefert oder dem Wirlhe überbuken werden, der lm ledern ^alle weniger Mie^e zu befahlen ha^le.

187 biliar besizt, um zu erheben, was für die nenen Einrichtungen benu^t werden konnte. Sie sand, dass die hol^ernen Mobet in die Räume der neuen Kaserne kaum zu transportiren wären. Rach ihrer Ansicht ist dies besonders mit den Tischen, Stühlen und Bettstellen der Fall. Dagegen scheint ihr das Weisszeug benuzbar, sie wünscht jedoch, dass Berufspersonen dasselbe untersuchen und das Gute von dem Ungenügenden ausscheiden mochten. Sie wünscht auch, die nämliche Untersuchung mochte sieh auch aus die audern Kategorien von Gegenständen erstreken , da die Rechnung der Ansehasfungen in Folge einer solchen Untersuchung erheblich erhoht oder reduzirt werben konnte.

Wir finden auch, es sei eine solche^ Arbeit sorgfältig und mit Sachkenutui^ ^u machen. Bis dahin wird es nicht moglich sein , die Reehuung über die Mobiliarauschaffungeu mit irgend welcher Sicherheit aufzustellen. Daher bietet die Summe von Fr. 90,437, welche die Bauleitung beregnet hat und die in den Expertenbericht übergegangen ist, nichts

Sicheres dar.

Was uns betrifft, so glauben wir, man werde das je^ige Jnventar des Mobiliars von Thun in viel ausgedehnterem Masse beuuzen konnen, und wir werden ^u Erreichung dieses Zwekes unser Möglichstes thun.

(Ein Doppel dieses J..ventars liegt bei den Akten.) Wir denken , dass

die ersten Mobiliaranschassungeu sich einzig und allein auf Gegenstände, welche die Verwaltung nieht besizt oder die offenbar nothwendig oder besonders zwekm^ssig si..d, beschränken sollen und dass man, wenigstens im Anfang, ^ie altern vorhandenen Gegenstände gebrauchen soll, um sie je nach Bedürsu.ss durch sueeesstve Anschaffungen zu ersezen oder ..u ergänzen.

Wir glanl^en übrigens, es sei diese Frage getrennt zn behandeln und uieht mit der Baufrage ^u vermischen. Wir werden die Sache sorgfaltig prüfen und Jhnen über dieselbe in einer der nächsten Sessionen einen besondern Bericht vorlegen.

lV.

1.

Rach Ausarbeitung und Annahme der ersten Bläne, nach Ausstellung der Vfli.hteul..efte und des Devises für das Hauptgebäude, nach Vergebuug der ^..ndamentarbeiten, Maurer- und ^teinhanerarbeit, haben wir, wie bereits gesagt, einen Bauleiter (Direktor) bestimmt, um der Aussührung vorzustehen und seine Obliegenheiten sind in dem schon erwähnten Vertrage vom 30. Dezember 18.^3 des Rähern festgefezt wor-

den. Jm Weitern ist Hr. Architekt Kubl.^ der Baudirektion als Experte

beigegeben worden, um mit derselben an der Ausarbeitung der andern Bläue und Devise Theil ^u nehmen. bei allen wichtigen fragen, welche im Verlaufe des Baues vorgekommen sind, ist seine Mitwirkung in Ansprnch genommen uud seine Ansieht angehort worden.

1^8 Die bedeutende Arbeit der Detail^ und Aussührnngspläne ist durch die Direktion selbst besorgt worden; die Zahl der Blätter dieser Bläne

belauft sieh gegenwärtig aus 560. Für diese Arbeit, so wie sür die

fortgesetzte Ueberwachung der Arbeiten. die Skripturen und die Re.lmungsführung, bedurste es eines Büropersonals, welches fast beständig ans fünf fi^ Angestellten und zwei Volontären auf Kosten der Direktion bestand.

Das Kriegskommissariat hat seinerseits eine Kontrole über alle auf Rechnung der Arbeiten, nach ihren verschiedenen Rubriken, gemalten Zahlungen organisirt.

Für alle wichtigen Werke sind ossentliche Ausschreibungen erfolgt, in einigen Fällen hat die Bauleitung sür besondere Lieserungen oder unbedeutendere Werke eine Konkurrenz zwischen Unternehmern oder Anstalten aus verschiedenen Theilen der Schweiz, welche in Bezug auf ihre Arbeit und ihre Breise vorteilhaft bekannt sind, hervorgerufen. Die bis

jezt abgeschlossenen Akkorde sind günstig, sie liegen bei der Aktenfammlung.

Die Experten, HH. W o l f f , Kubl^ und Dähler haben sich in

einem zweiten Berieht, vom 5., ^. und 9. Dezember abhin , über die^ Art der Bauleitung in sehr günstiger Weise ausgesprochen.

Da wir dieses Al.tenstük nicht in seiner Gesammtheit wiedergeben können (siehe die Akten), so werden wir wenigstens einige Stellen aus demselben entheben. Es spricht sich über die Bauleitung in folgender Weise aus: ,,Wir ma.hen im Allgemeinen die Bemerkung, dass ein gewo^nlieher ,,Kasernenbau von dieser Dimension den damit betrauten Architekten schon ,,hinreiehend in Athem erhalten hätte, in so kurzer Zeitsrift, wie sie hier ,,gegeben war, alle zur Aussührung ersorderliehen Arbeiten zu bewältigen.

..Um so nmsangreicher mussteu dieselben aber hier dem Architekten eut,,gegentreten, wo ein neues System in der Bauaulage in Anwendung ,,kommen sollte, welches, abgesehen von seiner äussern Gestaltung, so ,,manche nicht unwesentliche neue Konstruktion mit stch im Gesolge sührte.

,,.^o weit wir die Baute begangen und in ihrem jezigen Zustande ,.beurtheilen konnen. so drängt sieh aus uusern Wahrnehmungen uns die ..beruhigende Zuversieht ans, dass bei Vollendung derselben allen Anforde,,rungen , die mau an dieselbe zu stellen berechtigt ist , in vollem Masse ,,entsprochen sein wird.

^Unvorhergesehene Eventualitäten, die während dem Bau zum Vor-.

..scheine kamen, wnrden glüklich beseitigt, so der aus der südöstlichen Eke . ,,des Mannsehaftsgebändes sich zeigende ungleiche und nicht hinreichende ^^estigkeit darbietende Baugrund, welchem Uebelstand mit einer soliden ^Betonirung entgegengetreten wnrde; desgleichen die schon in unserm

189 ,,Rapporte bemerkte Anbringung eiserner Gebälke in den Kuche-, Wasch,,und Laderäumen , da eine Einwolbung dieser Räumlichkeiten weaen ^unzureichender Hohe nicht moglich war.

,,Jn technischer Beziehung erwähnen wir als sehr wohl gelungen ,,die eiserne Verankerung der Laubengänge des Mannschastsgebäudes, so ,,wie die Dachkonstruktionen der Reitbahnen, welche Gegenstände voll,,gültige Beweise der reichen Kenntnisse des Hrn. B l o t n i ^ k i in diesem ,, Gebiete der Konstruktionen an den Tag legen.

,,Aus den in unserm Berichte niedergelegten Rechnungen geht her.,vor, dass bei dem Mannschaftsgebäude, den kubischen Jnhalt desselben ...zu Grunde legend, der Kubikfuss noch unter die 26 Rappen ^u stehen ,,kommt, welche als Rorm angenommen worden waren, mithin die er^forderlichen Mehrkosten nur als Ausfluss eines grössern Kubikinhalts ^u ,,betraehten sind. Wird dabei berechtigt, dass in dem Kostenvoranschlag ,,gar nichts für Unvorhergesehenes aufgenommen worden, welcher Bosten ,,bei der Ausdehnung der Baute mit 10 .^ der Gesamtsumme hätte in ,,Rechnung fallen tonnen, so würde hier gar keine Kostenüberschreitung ,,zu Tage getreten sein.

"Ebenso triftig glauben wir sehon nachgewiesen zu haben, dass bei ,,den Anforderungen des Programms es eine pure Unmogliehkeit war, die ..Stallungen zu Fr. 400 .per Vserd zu erstellen, so wie auch bei dem ,,Begehren der Erweiterung der Reitbahnen innert den Schranken der

"hiefür ausgesehen ^r. 70,000 ^u bleiben. .

,,Alle diese und anderwärts schon berührten Umstände zusammen,,genommen, führen uns ^u der klaren Ueberzeuguug, dass Hr. Blotnitzki ,,in allen seinen Anordnungen das Jnteresse der Eidgenossensehast sowol ,,in technischer als anch in ökonomischer Beziehung bestens gewahrt hat.^

2.

Die innere Einrichtung der Reitbahnen und ^tallungen ist von grosser Wichtigkeit, da von ihr die Vortheile der neuen Anstalt in Be^g auf mehrere Dienst- und Juftr..ktionszweige anhangen muss.

Während der Dauer der Schulen in Thun hat man öster die momentan aus diesem Wafsenplaz in Dienst stehenden kompetenten Ostiere um ihre Ansicht befragt, um die anderswo gemachten Ersahrungen bestmöglich für diese Gebäudeabtheilung zu benuzen. Die Meinungen waren ost verschieden und die ertheilten Räthe stimmten selten überein, so dass es für die Verwaltung nieht leicht war, aus diesen sich widersprechenden Ansichten stets das Beste zu wählen.

Wir bemerken übrigens hier, dass es sich nicht darum handelte, bexeits im Brogramm vom 31. August enthaltene Gegenstände in Frage

190 zu stellen , sondern nur um einige in demselben nicht ausgenommene De-

tailpunkte.^

Jm Anfang dieses Jahres sand unser Militärdepartement angemesfen, die Bserdekommission noch offiziell einzuvernehmen , um ihre Absicht über diesen Theil der Einrichtungen zn konsultiren.

Es verlangte von derselben einen Bericht über folgende Punkte : a. Sind die Reitbahnen und Stallungen dem Brogramm und den Blänen entsprechend erstellt^ b. Entsprechen diese Einrichtungen ihrem Zweck und werden sie diejenigen Dienste leisten, welche man von ihnen zu erwarten bereehtigt ist .^ Welchen Rang nehmen sie ein im Vergleich zu den andern in der Schweiz bestehenden Einrichtungen dieser Art^ c. Hat die Kommission inuer den Grenzen des Programms und der Bläue über die Einzelnheiten der ...lnsführung noch Wünsche anzubringen ^ Ein Ansschuss der Bserdekommission, bestehend ans den HH. Obersten Wehrli , Karlen und ^.ornaro , hat diese Fragen in seinem Berieht vom 29. Januar abhin solge..dermassen beantwortet : Die erste wie die zwe.te Frage : unbedingt J a. Die Vortheile der .

Reitbahnen und .^tallungen in Tl^un im Vergleich zn andern Einriehtnngen dieser Art erblikt die Kommission u. A. in der R.^e des Exerzierseldes, in der Mogliehteit, die Bserde von den Ställen in die Reitbahnen zu führen , ohne sie dem Wetter auszusehen ^ in der vollständigen Tren.^ uung des Hofes der Stallungen vom Kaser..euhose. in den Sehnppen für das Buzen der Bserde , welche es ermogli.heu, die Streue jederzeit ausser den Ställen zu lrocknen nnd die Truppe selbst unter dem Dache im Hose zu beschäftigen ^ in den mit deu metallenen Krippen und Raufen verbundenen Ersparnissen , in deu. dem Bslaster weit vorzuziehenden Maeadan^System für den ^wisehengaug der Stallungen.

Jn Beantwortung der dritten Frage hat die Kommission eine Menge Bemerkungen über die Details der Ansfül^rnng in Bezug aus Einrißtung der Bferdestäude, der Trennungsstangen , der Krippen und Raufen. der Haken, der Aubiudringe u. s. w. gemacht. Diese Bemerkungen sind sosort der Bauleitung mitgetheilt worden, mit der Einladung, Denselben so weit moglieh Rechnung zu tragen. Diese Anträge enthalten nichts We-

sentliehes ; aber die Autorität nnd die Erfahrungen , welche die Mitglie-

der der Kommission in diesen Sachen besizen , l^abe^ dieselben in die Möglichkeit versezt, Bnnkte, über welche man n i eh t einig war, zum Besten des Dienstes zu entscheiden.

Die Bauleitung hat mitgetheilt, es konne beinahe allen Bemerkegen entsprochen werden und die übrigen werden zn weitern Untersnchungen und Berichten Veranlassung geben.

1.)1 Diejenigen von der Kommission empfohlenen Bunkte , welche in die zweite Kategorie fallen, sind folgende : a.

S t o r e n für die ^ e n s t e r der beiden dem Süden zugekehrten Reihen von ...^tallnngen. .Es ist dies keine erhebliche Ausgabe und ihr Rnzen nieht zu bestreiten ; aber der Gegenstand gehort dem Mobiliar an und es wird fur denselben zu sorgen sein, .venn man sich mit diesem ledern befassen .oird.

b. Rinnen in hartem Stein, statt gepflasterten Rinnen, in den Stallungen. Es wäre diess gewiss eine Verbesserung und die bezüglichen Bemerkungen im Berichte der Herren Wehrli, Karlen und ^.or..aro erseheinen uns gegründet. Aber es ist eine Mehrausgabe von Fr. 2200 und der Kredit sur die Stallungen erlaubt nicht mit Bestimmtheit , sie ^. bestreiten. Wir werden übrigens nicht ermangeln, dieses Begehren sorgfältig prüseu zu lassen.

c.

Die V e r l e g u n g der D ü n g e r g r u b e n a u s s e r den Hof der S t a l l u n g e n und Ankauf Deiner Bodenparzelle zu diesem Zweck.

W.r si..d au.h der Anficht , dass sie ausser den Kreis der Gebäuliehkeiten verlegt werden mnssen, und glauben, es könne diess ohne ...^odenankauf geschehen, wenn man den Saum aussenher der legten ....^tallreihe ans der^üdseite gehorig benuzt.

d. Die innere Verkleidung der Dächer in den über den Stallungen gelegeneu ..Räumlichkeiten. Ohne den Vortheil dieser Massregel zu verkennen. glauben wir, es könne dieselbe in die Kategorie derjenigen Arbeiten fallen, deren ^erschiebnug wir beantragen. Es ist nicht not^.vendig, dass diese Ränmliehkeiten sofort bewohnbar seien, und da es sich um eine Ausgabe von ungefähr .^0l)l) ^r. handelt. so erachten wir die Verschiebung derselben ganz angemessen.

3.

Da der Bundesrath über die Art der Ausführung der Maurer-, ^teinhauer^ und Zimmerarbeiten und nber den Werth der für den Bau verwendeten Materialieu Aufschluss verlangte, besehloss unser Militärdepartement, ohne der sehliesslichen , eingehenden Untersuchung bei Eollau^ dation der Arbeiten vor^ugreiseu, die Herreu Architekten W o l f s , R^ehn er u^.d Da hl er zu beantragen, die Bauten besonders vom obigen Gesichtspunkt... aus zu prüfen und die Mängel, welche sie darin entdeken würden, zu signalisireu.

Das Militär.^epartemeut hat ihnen demnach die Frage gestellt, ob

und was die Militärbauten in ...h n n bezüglich der Art der Ausführung, der Solidität, der .Qualität der vergeudeten Materialien zu wünschen

übrig lasseu und ob die Arbeiten so ausgeführt sind , wie es die Eidgenossensehaft zn erwarten berechtigt ist.

192 Diese Herren erklären, nach einer Jnspektion der Gebäude, dass die Qualität der verwendeten Materialien und besonders des Mortels nach ihrem Dafürhalten Richts ^u wünschen übrig lasse und ^ass die Maurerarbeiten gehorig ausgeführt, dass dieselben jedoch im Hauptgebäude

vorzügli.her sind , übrigens ohne dass in den ..^tallnngen die Solidität durch eine weniger feste Arbeit zu leiden gehabt hätte.

Die Steinhauerarbeit ist im Allgemeinen von gnter Beschaffenheit

Sodann werden einige Mängel in den Einzelnheiten der Ausführung bezeichnet, welche sofort der Bauleitung behnss Abhülfe durch den Unternehmer mitgetheilt wurden.

Die Zimmermanns-Arbeiten sind als gelungen , mit gesundem und gut behauenem Holze ausgesührt , befunden worden. Das Gebälke ist

einsach und dennoch solid; bei der Reitbahn ist dasselbe elegant. Die Fnssbo...en sind sauber gearbeitet.

Jn Febrnar sührnng digender

ihrem bei den Akten liegenden Bericht vom 1l., 13. und l 5.

18^ sprechen sich demnach die Herren Experten über die Ans^ der Zimmermanns-, Maurer- und Steinhauerarbeit in besrieWeise aus.

4.

Der Berieht vom 6. Rovember der Herren W o l f s , .^ublh und D ä h l e r hat (.^eite 3) die durch das Programm vom 3l. August verlangten Arbeiten mit denjenigen perglichen, welche im Beriet der Herren S t e h l i n und W o l s s vo.n 27. und 2..). Mai 1863 vorgesehen waren.

Schon zwischen den beiden Programmen bestehen erhebliche Unterschiede.

Ferner hat die Ausarbeitung des Planes noeh zu Vervollkommnungen geführt, welche im Programm vom 31. August 1^63 nicht vorgesehen waren. Es folgt daraus , dass die in einem der Berichte der Bauleitung ausgesprochene Permuthung , es wäre moglich , dass beinahe eine ganze Zentralschule in den neuen Gebäulichkeiten untergebracht werden konnte, sieh vollständig verwirklichen wird. Es war wünsehenswerth , dass wenn einmal die Eidgenossenschast die grossen Opfer der Militärbauten sich auferlegte, man sieh nicht allein genau au die je^igen Bedürsuisse halte, sondern auch sur die spätern Ersordernisse einigen ..^pielranm übrig lasse.

Dies^.. Voraussicht ist bei osfentliehen Werken angemessen.

Um die Per^vendung der verstiegenen Räumlichkeiten und die Zahl der Mannsehast, welche sie wirklieh enthalten konnen , genau und leichter als durch die blosse Durchsieht der Bläne, würdigen zn konnen, hat uuser Militärdepartement ein provisorisches Eintheilungsprojekt ausarbeiten lassen.

Es versteht sich von selbst, dass dieses Projekt uicht ohne Weiteres in Anssührung kommen soll , sondern dass es vorher noch wiederholt und gründlieh untersucht werden wird ; aber es entspricht seinem Zwek dnreh

193 die Anzahlung der in den neuen Gebäuden verfügbaren Räumlichkeiten und ihre voraussichtliche zwekmässigste Verwendung.

Diese .Arbeit, mit welcher das eidgenössische Kriegskommissariat (siehe seinen Bericht vom 14. Februar 1866) beauftragt wurde, ergibt sollende Resultate: 38 Osfi^ierszimmer, welche.

. . . . . . .

enthalten konnen und 44 Unteroffiziers- uud Soldatenzimmer mit ...

144^ Betten 816

..,

Total 960 Betten Dies ist die Zahl der Mannsehast, welche jeder Zeit m normaler Weise in den gewöhnlichen Lokalen der Kaserne untergebracht werden kann. Wir bemerken übrigens, dass es keinem Anstand begegnet, die oben angegebene Verwendung je nach den Umständen abzuändern und ^. B. sür die Unterbringung von Soldaten oder Aspiranten ein oder zwei Osfizierszimmer oder umgekehrt zu benuzen.

Das Vrogramm vom 31. August verlangte die nothigen Räumlich-

keiten für ungefähr 100 Offiziere und 800 Unteroffiziere und Soldaten; der Bla.i hat diese Voraussezung überschritten.

Wir hatten die Hossnung ausgesprochen, dass eine Zentralschule im Rothfalle gan^ in die neuen Gebäulichkeiten ausgenommen werden konne ; diess kann nun aus sollende Weise geschehen : Die beiden Esssäle des Erdgeschosses, jeder 3600 ^ messend, konnen leieht sür die Unterbringung von Truppen eingerichtet werden ; während dieser Zeit würde man in den Zimmern und in den Gängen des Erdgeschosses und der Stokwerke die Mahlzeiten nehmen. Aus diese Weise kann man noch mindestens 340 Mann unterbringen.

Die Räumlichkeiten über den Stallungen konnen, nach Abrechnung des sür die Magazine des Kommissariats erforderlichen Planes, füglich 500 Mann enthalten. Auf diese Weise konnen schon 1800 Mann gehorig untergebracht werden.

Ansserdem können aber auch die Reitbahnen uud ein Theil der 12.^ breiten Gänge sür die Ausnahme von Truppen eingerichtet werden , so dass aus diese Weise noch mehr als 1000 Mann Blaz finden konnen.

Es ist diess mehr als genügend sur eine Zentralschule , wenn man in Zukunft ans das Lager ver^ichte^ wollte, oder wenn man in den Fall käme, momentan ein Lager aufzuheben.

^ür die Büreaur^ des Kommandanten und des Kommissariats , die Theoriesäle, den Modellsaal, die Bioliothek, den Spital, die Magazine .^. werden bequeme und geräumige, ihren Bedürfnissen entsprechende Räumlichkeiten verwendet. Wir verweisen in dieser Beziehung aus das Projekt des Kommissariats und den Eiutheilungsplan, welche bei den Akten liegen.

194

V.

Die Banarbeiten wurden so bald als moglich, nämlich im Jahr 1864 begonnen, und die beiden ersten Gebäudegruppen, Kaserne und .^tallungen, wurden bald .nach einander in Angriff genommen. Sie wurden mit so viel Beförderung erstellt, dass die eine Reitbahn schon während der Zentralsehule vom Jahr l 865, und die zweite für die nachfolgenden Schulen und Wiederholung.^kurse benuzt werden konnte. Gemäss dem mit der ..^tadt .^hun getroffenen Uebereinl^ommen hat steh die Eidgenossenschaft die Befngniss vorbehalten, die alte Kaserne, die Magazine, Stallungen und Reitbahnen zu den frühern Bedingungen während der ganzen Dauer der Bauten und jedenfalls bis zum l. Oktober l 866 zn benuzen. Ra.h dem am 30. Dezember 1863 mit der Bauleitung abgeschlossenen Vertrage müssen die Bauten auf den Monat J..li 1866 vollendet sein, in der Weise,

dass die Rechnungen bis Ende 1866 vollständig ausgestellt werden können.

Wir hoffen, diefe Fristen werden eingehalten und man werde schon bei der diesjährigen Zentralschule mehrere Theile der neuen Einriehtu..ge.. in erheblichem Masse benuzen können. Es ist besonders wichtig, ^ass das Zeughans keine Verspätung erleide , da das alte auf den 1 . Oktober nä.hsthin geräumt werden muss, insofern der Vertrag mit Thun nicht erneuert wird, was wir natürlich zu vermeiden trauten.

J.. dem Jh..en über die Ausführung des Beschlusses vom 25. Juli 1863 vorzulegenden Schlussbericht werden wir im Falle sein, über die ....^tndien , die Vergebungen und Akkorde , die technischen Verhältnisse der Balten, die .architektonischen Formen und den Gang der .Arbeiten einlasse licher als wir es heute thnn, uns auszustreuen und Jhnen gleichzeitig eine vollständige finanzielle Uebersicht, mit den Rechnungen und Belegen begleitet , vorzulegen.

Wir haben gedacht, dass in einen.. vorläufigen Bericht die vorstehenden Betrachtungen, gegründet aus E^rtise^., deren Prämissen und ^.ehlusse nicht bezweifelt werden können, genügen dürsten, um in Jhren Augen folgendes Ansuchen begründet erscheinen ^u lassen. ^ie m ö c h t e n für d i e B e e n d i g u n g d e r durch B u n d e s b e s c h l u ß v o m 25. Juli 1863 . ^ e k r e t i r t e n M i l i t ä r b a u t e n a u f d e m W a s f e u p l a z Thuu, e i n e n R a c h k r e d i t v o n ^r. 25.),0.)l) b e w i l l i g e n .

B e r n , den 16. Februar 1866.

Jm Rau^n des schweizerischen Bundesrathes, Der B u n d e s p r ä s i d e n t : ^. M.

Knnsel.

Der .^an.^ler ^er Eidgenossenschaft:

^^ieß.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Botschaft des Bundesrathes an die Bundesversammlung, betreffend das Begehren eines Nachtragskredites für die Militärbauten in Thun. (Vom 16. Februar 1866.)

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Bundesblatt

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1866

Année Anno Band

1

Volume Volume Heft

09

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03.03.1866

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165-194

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10 005 038

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