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Schweizerisches Bundesblatt.

XXV. Jahrgang. II.

Nr. 25.

31. Mai 1873.

J a h r e s a b o n n e m e n t (portofrei in der ganzen Schweiz): 4 Franken.

Einrükunngsgebühr per Zeile 15 Rp. -- Inserate sind franko an die Expédition einzusenden* Druk und Expedition der Stämpflischen Buchdrukerei in Bern.

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Abänderung der Verordnung vom 17 Jänner 1873, betreffend

Massregeln zur Tilgung der Maul- und Klauenseuche.

(Vom 26. Mai 1873.)

D e r s c h w e i z e r i s c h e B u n d e s r a t li, in der Absicht, diejenigen Erleichterungen in der Beschränkung des Viehverkehrs eintreten zu lassen, welche durch die veränderten Verhältnisse und die gesteigerten Verkehrsbedürfnisse der bessern Jahreszeit nothwendig werden, beschließt: Der Abschnitt III über den G r e n z v e r k e h r in der Verordnung vom 17. Jänner 1873 (§§ 13 bis 19) tritt außer Kraft und wird durch folgende Vorschriften ersezt: § 13. Die Vieheinfuhr vom Auslande darf nur an den hiefür bezeichneten Zollstationen stattfinden. Das eidg. Departement des Innern ist ermächtig!, je nach Umständen Stationen für die Vieheinfuhr zu schließen oder zu öffnen.

Die Vieheinfuhr wird auf einer Zollstation nicht erlaubt, wenn nicht durch die verantwortliche kantonale Behörde nachgewiesen wird, daß auf derselben für eine ausreichende, sachkundige Untersuchung des einzuführenden Viehes gesorgt ist.

Bundesblatt. Jahrg. XXV. lad. II.

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596 § 14. Die eidg. Zollbeamten werden angewiesen, darüber zu wachen, daß für Rindvieh, Pferde, Esel und Maulthiere jeden Alters, sowie für Schafe, Ziegen und Sehweine, welche vom Ausland in die Schweiz geführt werden sollen, auf den Zollstationen amtliche Gesundheitsscheine vorgewiesen werden, welche bescheinigen, daß die Thiere Sus Gegenden kommen, in welchen keine ansteigenden Krankheiten bei den betreffenden Thiergattungen herrschen.

Diese Zeugnisse dürfen höchstens zwei Tage vor der Einfuhr ausgestellt sein. Die Zollbeamten haben dieselben unter Beisezung des Datums der Einfuhr zu stempeln.

§ 15. Rindvieh, Schafe, Ziegen und Schweine, keine solche Gesundheitszeugnisse vorgewiesen werden, die Zollbeamten ohne Weiteres zurükzuweisen. Ebenso zurükzuweisen, deren Stükzahl nicht genau mit der heitszeugniß angegebenen übereinstimmt.

für welche sind durch sind Herden im Gesund-

§ 16. Sind die Gesundheiszeugnisse vorschriftsgemäß, so werden die' einzuführenden Thiere zur thierärztlichen Untersuchung zugelassen.

Dieselbe findet auf Kosten des Eigenthümers. der Thiere statt.

Der Thierarzt weist solche Thiere zurük, welche nicht jeder anstekenden Krankheit vollkommen unverdächtig sind.

Gleichfalls wird eine Herde oder Truppe von Thieren vollständig zurükgewiesen, wenn bei derselben nur e i n Thier Erscheinungen darbietet welche dasselbe einor anstekenden Krankheit verdächtig g macht.

§ 17. Für einzelne Thiere oder Herden, welchen nach Prüfung der Gesundheitszeugnisse und thierärztlichen Untersuchung der Eintritt in die Schweiz gestattet wird, stellt der untersuchende Thierarzt einen Passirschein aus, welcher mit dem Stempel der betreffenden Zollstation versehen wird.

Der Passirschein für einzelne Thiere soll das Signalement derselben enthalten. In Passirscheinen für Herden soll die Zahl der Stüke genau angegeben sein.

Dieser Schein ist bei Strafe sofort dem Viehinspektor des Ortes abzugeben, an welchen die Thiere gebracht werden.

Schaf- und Schweineherden, welche auf der Eisenbahn eingeführt werden, sind auf der Ausladestation einer nochmaligen thierärztlichen Untersuchung zu unterwerfen.

Zeigen sich dabei Thiere, welche mit einer anstekenden Krankheit behaftet sind, so ist die Herde auf Kosten des Eigenthümers nach den gesezlichen Vorschriften abzusperren.

59f § 18. Pferde Esel und Maulthiere, für welche auf der Grenzstation die vorgeschriebenen Gesundheitsscheine vorgewiesen werden, können ohne Weiteres eingeführt werden. Fehlen die Gesundheitsscheine HO sind die. Thiere auf der Grenze durch einen schweizzerischen Thierarzt zu untersuchen. Dieser stellt einenPassirscheinu aus, wenn d i e Thiere m i t keineranstekendenn Krankheit § li). Von jeder Zurükweisung verdächtigen oder kranken Viehes auf der Grenze ist den beiden nächsten schweizerischen Eingangsstationen durch den Zollbeamten sofort Kenntniß zu geben Diese Verordnung tritt mit dein 15. Brachmonat 1878 in KraftDieselbe soll den Kantonen mitgetheilt im Bundesblatt und in der eidg. Gesezsammlun veröffentlicht, auf den Zollstationen und Bahnhöfen angeschlagen · und den Zollbeamten in besondern Abzügen zugestellt werden.

Das eidg. Departement, des Innern ist mit der Vollziehung vorstehender Vorschriften beauftragt.

B e r n , den 26. Mai 1873.

Im Namen des Schweiz. Bundesrathes, Der B u n d e s p r ä s i d e n t :

Ceresole.

Der Kanzler der Eidgenossenschaft: Schiess.

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Bericht des

Schweiz. Generalkonsuls in Madrid (Hrn. Paul Chapuy von Genf) über das Jahr 1872.

(Vom 25. März 187 '.)

An den hohen Schweiz. Bundesrath.

Einleitung.

Die Lage Spaniens im Allgemeinen.

Man kann das Jahr 1872 als eines der unproduktivsten und unglücklichsten, welche Spanien seit 1868 durchgemacht hat, ansehen.

Um sich daher einen richtigen Begriff von der Abnahme des Nationalreichthums während jenes Jahres 1872 zu machen, genügt es, den Stand der Reute Ende Dezember 1871 mit jenem zur entsprechenden Zeit 1872 zu vergleichen.

1871 3prozentige innere Schuld 30,25, äußere 34,65 1872 ,, ,, ,, 25,95, ,, 30,20 heute am 24. März ,, ,, 18,25.

Dieselben Ergebnisse sind auch im Einfuhr- und im Ausfuhrhandel bemerklich, doch sind diese Ergebnisse nur annähernd zu

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Abänderung der Verordnung vom 17 Jänner 1873, betreffend Massregeln zur Tilgung der Maul- und Klauenseuche(Vom 26. Mai 1873.)

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Jahr

1873

Année Anno Band

2

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25

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Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

31.05.1873

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595-598

Page Pagina Ref. No

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