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3355 Botschaft des

Bundesrates an die Bundesversammlung betreffend Zusicherung eines Bundesbeitrages an den Kanton Wallis für die Vervollständigung der Rhonekorrektion zwischen Leuk und St. Maurice.

(Vom 21. Februar 1936.)

Herr Präsident!

Hochgeehrte Herren!

Mit Schreiben vom 12. Oktober 1985 hat die Eegierung dea Kantons Wallis zuhanden der Bundesversammlung ein Subventionsgesuch betreffend die Vervollständigung der Ehonekorrektion zwischen Leuk und St. Maurice eingereicht.

Dem Gesuch ist eine technische Vorlage beigefügt, bestehend aus Bericht, Voranschlag, Übersichtskarte und Detailplänen.

L Allgemeines.

Die Eindämmung der Ehone und die Festlegung ihres Laufes zwischen sichernden Schranken bildeten von jeher den Gegenstand langwieriger und teurer Arbeiten, die nur durch die Beharrlichkeit und Ausdauer der Behörden wie der Bevölkerung zu gänzlicher Vollendung geführt werden können.

Dieses Unternehmen verdient es, dass wir seine Entwicklung bei diesem Anlass in kurzen Zügen schildern.

Von all den Überschwemmungen, die das Wallis verheerten -- wir. erwähnen die Katastrophen der Jahre 1838, 1469, 1472, 1495, 1521, 1620, 1686, 1726, 1834, 1889, 1855 -- war wohl jene des Jahres 1860 eine der grössten und deshalb für eine systematische Korrektion des Stromes ausschlaggebend. Der grösste Teil der Ehoneebene wurde damals vom Hochwasser überflutet und mit 1 Schlamm und Kies überdeckt. Da sich die Flusssohle auch in bedenklichem Masse erhöht hatte, musste man befürchten, dass die nächsten Jahre ebenfalls dem Lande schweres Unheil bringen würden. Nach langen Unterhandlungen zwischen Bund und Kanton wurden die eidgenössischen Experten Hartmann und Blotnitzky beauftragt, die aufgestellten Pläne sowie die Berechnung der

317 Walliser Regierung zu überprüfen und eventuell Abänderungen vorzuschlagen.

Sehliesslich einigte man sich auf ein System von beidseitigen Paralleldämmeu mit Buhnen im Kostenvoranschlage von Fr. 7,920,000. Durch Beschluss der Bundesversammlung vom 28. Juli 1863 wurde dem Kanton Wallis eine Subvention von Fr. 2,640,000 zuerkannt. Damit war der Anfang zu einer wohlüberlegten geordneten Korrektion gemacht. Infolge weiterer Katastrophen während der Bauausführung, die Ergänzungsbauten erforderten und Kreditüberschreitungen veranlassten, musste in den Jahren 1878, 1884, 1898 und schliessh'ch im Jahre 1906 die Bundesversammlung dem Kanton Wallis noch weitere Beiträge zufliessen lassen. Vom Jahre 1894 an kamen noch Subventionen, deren Ausrichtung in der Kompetenz des Bundesrates lag, hinzu, so dass bis heute die Ausgaben die Summe von Fr. 18,844,299 erreichen, mit einer Gesamtsubvention des Bundes von Fr. 6,829,749.

Nach Abschluss der Bauperiode 1865--1895 glaubte man, vor weitoren Überschwemmungen gesichert zu sein. Die Hochwasser der Jahre 1896, 1897, 1902, 1920 und 1922 richteten jedoch jeweilen solches Unheil an, dass die Behörden sich veranlasst fühlten, genauere Beobachtungen vornehmen zu lassen.

Durch die regelmässigen Messungen des eidgenössischen Oberbauinspektorates konnte man unwiderleglich feststellen, dass sich die Flusssohle trotz aller Baggerungen von Jahr zu Jahr erhöhte und an einigen Stellen über die Talebene anstieg. Das ursprüngliche Buhnensystem hatte wohl dem ungeordneten Lauf der Bhone endgültige Schranken gesetzt; das Längenprofil jedoch wurde für das umliegende Gelände von Jahr zu Jahr ungünstiger. Die Gefahr von Dammbrüchen und damit verbundener weitausgedehnter Überschwemmungen rückte immer näher heran. Durch ein grossartig angelegtes Netz von Entsumpfungskanälen, die heute eine Länge von rund 190 km und einen Kostenaufwand von rund 15 Millionen Franken aufweisen, war die sumpfige Ebene nach und nach in fruchtbare Felder, Äcker und Gärten verwandelt worden. Eine langsame, aber stetig zunehmende Besiedelung hatte eingesetzt. Die Erhöhung des Flussbettes musste aber zwangsläufig den Ausfluss der Kanäle hemmen und zunehmende Verschlammung herbeiführen. Dies ist ohne weiteres verständlich, ·wenn man bedenkt, dass das Gefalle der Bhone im Mittel 2°/0o, dasjenige der Kanäle aber nur 0,5 bis 1°/00 beträgt.

Man erkannte, dass dieser andauernden Sohlenerhöhung nicht durch Baggerungen, sondern nur durch gründliche Umgestaltung des ganzen Abflussprofiles .entgegengewirkt werden könne. Man hatte beobachtet, dass jede eingebaute Buhne die Strömung ungünstig beeinflusst und Wirbel hervorruft, also einen Energieverlust verursacht, der die Schleppkraft des Gewässers herabmindert. Eine Messung der grössten Geschiebe zeigte, dass diese zur Weiterwanderung im Buhnensystem eines grosseren Gefälles bedürfen als in den waadtländischen Strecken mit Parallelbewuhrung. Auch diese Erscheinung bestätigte die Tatsache, dass die Buhiien hemmend wirken, dasa dagegen bei einem regelmässigen und konzentrierten Abfluss der Hochwasser auch das schwerste Geschiebe ohne Gefällsverinehrung weiterwandert.

Bundesblatt. 88. Jahrg. Bd. i.

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318 Eine solche Zusammenfassung der hohen Wasserführungen ist folgendermassen möglich: Unter Beibehaltung der durch die Buhnenköpfe bestimmten Sohlenbreite werden über die Buhnen hinweg aus losen Steinen neue Leitwerke gezogen, die ein einheitliches Mittelgerinne von grösserer Bordhöhe entstehen lassen. Die hinter diesen neuen Längsdämmen liegenden Buhnenfelder werden mit Flusskies aufgefüllt.

Der erste Versuch mit einem solchen Profil wurde ini Jahre 1928 bei Dorénaz (Follatères) gemacht. Die auf diese Weise korrigierte Strecke misst rund 2200 m. Der Erfolg (sofort eingetretene, endgültige Sohlenvertiefung) war so durchschlagend, dass kurz darauf bei Visp eine gefährliche Sektion zwischen der Baltschieder- und der Laldenbrücke nach dem gleichen System umgebaut wurde. Diese Strecke besitzt 2800 in Länge, Da aber nach den Erfahrungen von Dorénaz das neue Profil noch wesentlich verbessert wurde, gestaltete sich der Erfolg noch viel offensichtlicher. Die Sohle vertieft sich andauernd bis um l m. Das Interessanteste an dieser Korrektion besteht darin, dass sich, die Vertiefung noch bis 3 km oberhalb des neuen Profils spürbar macht und so den günstigen Einfluss auf die Abflussverhältnisse und den Geschiebetransport verdoppelt.

Das neue System hat sich als die richtige Lösung dieser für das ganze Tal so lebenswichtigen Frage erwiesen, kann also in Zukunft auch auf weitere Sektionen Anwendung finden.

Das Jahr 1935 war für den Kanton Wallis verhängnisvoll. Die Dammbrüche vom Juni bewiesen eindringlich die Notwendigkeit, die Ehonekorrektion im schon erwähnten Sinne zu vervollständigen.

Der Winter 1-934/85 war im Gebirge überaus schneereich und dehnte sich bis in den Monat Mai aus. Dann kam. im Juni die andauernde grosse Hitze, die ein rasches Schmelzen der Schneemassen in den Alpenregionen zur Eolge hatte. Die Ehone schwoll von Tag zu Tag an und erreichte bisher selten beobachtete Höhen, so dags man auf das schlimmste gefasst sein musste. In der Nacht vom 29. auf den 30. Juni, ca. um 2 Uhr, erfolgte dann der grosse Dammbruch rechtsseitig unmittelbar unterhalb der Einmündung der Morgc. (Die Nacht vorher hatte sich schon der waadtländische Dammbruch «Aux Paqueys» [bei Yvorne] ereignet.) Die ganze rechtsseitige Talebene von Chateauneuf bis Eiddes kam unter Wasser zu liegen. Der Entsumpfungskanal Sitten-Eiddes wurde von der Morge abwärts teilweise von Kies- und Schlammassen aufgefüllt und schwer beschädigt. Auch die ausgedehnten Baumkulturen wurden stark in Mitleidenschaft gezogen. Die ganze Gegend bot einen trostlosen Anblick.

Weitere Dammbrüche kleinem Ausmasses ereigneten sich etwas weiter flussabwärts.

Es unterliegt keinem Zweifel, dass ohne Verzug und mit Energie die oben beschriebenen Umbauten am Bhoneprofil durchgeführt werden müssen, nm den verderblichen Folgen solcher Hochwasser, die sich in den nächsten Jahren wiederholen könnten, vorzubeugen. Das kantonale Baudepartement hat die

319 erforderliehen Vorstudien gemacht, die im eingesandten Projekt zusammengefasst sind. Die vorgesehenen Arbeiten erstrecken sich von Leuk bis St. Maurice und ergeben eine Kostensumme von Fr. 4620,000.

II. Beschreibung des Projektes.

Der allgemeinen Übersicht und der Vervollständigung halber umfasst die vom Kanton Wallis eingereichte Vorlage sämtliche noch auszuführenden Korrektionen und Verstärkungsarbeitcn an der Ehone. Dabei ist die Sektion Nr. 6 einbezogen -worden, deren Arbeiten im Kostenvoranschlage von Fr. 390,000 bereits vom Bund subventioniert wurden (Bundesratsbeschluss vom 31. August 1934, Beitrag 33 1/3% = Fr. 130,000). Wir haben diese Kostensumme nebst anderen Posten vom Gesamtvoranschlag abgezogen.

1.Teil: Korrektionen.

Lange km

Nr. l, km 40,0--42,5, Brücke Branson-Brücke Fully Nr. 2, km 45,5--48,0 Maretzondamm-Brücke Saillon Nr. S, a. Linksseitiges Ufer km 48,5--50,0 = 1,5 b Rechtsseitiges » km 49,7--51,0 = 1,3) '4 c. Beidseitige » km 51,0--53,5 2,5 Nr.

Nr.

Nr.

Nr.

Nr.

4, 5, 6, 7, 8,

km km km km km

56,5---58,0, 59,5--61,0 62,3--64,2, 68,5--71,!, 74,0--76,a,

bei der Lizerne Morge (rechtsseitig)--Printze (linksseitig) . , unterhalb Sitten unterhalb der Lienne oberhalb Granges

2,6 2,5

3,9 1,5 1,5 1,0 2,5 2,5

Abzüglich bereits subventionierte Strecke Nr. 6

18;8 1,9

Gesamtlänge für die neue Vorlage

16,9

Wir haben schon früher erwähnt, dass der günstige Einfluss einer solchen korrigierten Strecke sich flussaufwärts auf eine beträchtliche Länge fühlbar macht (bei Visp etwa 3 km). Es ist deshalb nicht notwendig, dass die umzubauenden Sektionen aneinanderstossen. Mit abschnittweisem Umbau erstreckt sich die Wirkung doch ohne Unterbruch auf die ganze Länge des Flusses, Wir haben bereits das Prinzip des neuen Korrektionssystems erläutert.

Die Profile wurden so berechnet, dass auch beim grössten Hochwasser eine Überflutungsgefahr ausgeschlossen ist. Schwache Sanddämme sind mittelst einer Schüttung von Kiesmaterial zu verstärken. Unmittelbar vor Korrektionsbeginn in einer Strecke werden noch genaue Berechnungen vorgenommen und die Detailpläne ausgearbeitet. Da sich die Verhältnisse im Flussbett fortwährend ändern, ist ein anderes Vorgehen kaum möglich. Nach den bisherigen

320 Erfahrungen kann man aber annehmen, dass sich die Kosten einer solchen Korrektion pro Kilometer auf rund Fr. 200,000 belaufen. Diese Summe wurde auch als Basis bei der Aufstellung des Kostenvoranschlages angenommen.

2. Teil: Dammbrüche, Die Dammbrüche sind, wie erwähnt, eine Folge des Hochwassers vom Juni 1985. Es sei zum vornherein festgestellt, dass nirgends eine Überflutung am Einbruch schuld war, sondern dass ganz andere Faktoren dabei mitwirkten.

Sämtliche alten Ehonedäimne wurden seinerzeit mit Sand und Schlamm erstellt. Kiesmaterial wurde wenig verwendet. Man glaubte vielleicht, dass Schlamm ein besseres Abdichtungsmaterial darstelle. Diese alten Dämme, die mit der Zeit erhöht wurden, bilden nun in ihrer Unzulänglichkeit auf weite Strecken hin eine grosse Gefahr. Die Baumwurzeln durchdringen diese Sandund Schlammassen und lassen nach dem Absterben und Verfaulen lange Kanäle zurück, in die daa Wasser eindringt und den feinen Sand zu flüssigem Brei verwandelt, so dass der Dammkörper auf der Landseite einsinkt und zuweilen sogar ausfliesst. Man sieht zusammenhängende Strecken von mehreren Hundert Metern Länge, wo der Damm tiefe Längsklüfte zeigt, die ein Durchströmen bzw. Durchbrechen des im Flusse hoch angestiegenen Wassers als ganz erklärlich und selbstverständlich erscheinen lassen. Man sieht auch verschiedene Tierhöhlen von wilden Kaninchen oder Füchsen und Dachsen, die zu Dammbrüchen Anlass geben können. Auch die kleineren Nagetiere finden in diesen von lebenden und faulen Wurzeln durchzogenen Dämmen das beste Material zur Anlage ihrer Gänge, die unter Umständen dem Wasser leicht Zutritt verschaffen und beim hohen Wasserdruck der angestiegenen Ehone verhängnisvoll werden können.

Der Einbruch unter der Morgemündung, der am meisten Schaden brachte, ereignete sich in der Nacht vom 29. auf den 80. Juni 1985 bei einem Wasserstand der Ehone von ungefähr 70 cm unter der Dammkrone. Es ist auch möglich, dass hier die Einmündung der Morge ungünstig mitgewirkt hat. Die Bresche vergrösserte sich innerhalb weniger Stunden auf 180 m. Die trüben Fluten der Ehone ergossen sich nun zum Teil in die Ebene und richteten am Hauptentwässerungskanal und an den Kulturen den bereits erwähnten Schaden an.

Weiter flussabwärts entstunden noch zwei kleinere Dammbrüche. Oberhalb der Strasse Sitten-Eiddes sei noch eine vierte Dammöffnung angeführt, die aber künstlich erstellt wurde, um einen Teil des Wassers wieder in die Ehone einzuleiten.

Da man in den Monaten Juli, August und September weitere gefährliche Hochwasser zu erwarten hatte (was auch wirklich eintraf), entschloss man sich, diß Dammlücke an der Morgemündung unverzüglich zu schliessen. Durch Anbringung einer Larsenstahlwand wurde diese Arbeit ili relativ kurzer Zeit zu Ende geführt. Später wurden die kleineren Dammbrüche mittelst Kiesmassen aus der Ehone zugefüllt. Sämtliche Arbeiten dieser Art müssen im Winter 1985/36 fortgesetzt und vollendet werden.

321 S.Teil: Verschiedene Ergänzungsarbeiten.

Das Projekt sieht folgende Ergänzungsarbeiten vor: a. Erhöhung und Verstärkung des linksseitigen Rhonedammes bei Granges, km 72,s bis 74,5. Schon zu Beginn der Hochwasserperiode war man allgemein der Ansicht, dass die Rhone innerhalb dieser Strecke ausbrechen werde, da dort die diesbezüglichen Dämme zu schwach und zu niedrig sind. Dank der bewunderungswürdigen Ausdauer der ganzen Bevölkerung von Granges, die Tag und Nacht an der provisorischen Verstärkung dieser Dämme arbeitete, gelang es, eine ebenso grosse Katastrophe wie jene an der Morge abzuwenden. Die vorgeschlagenen Arbeiten sind daher von grosser Wichtigkeit und sollten bald in Angriff genommen werden.

6. Erhöhung des linksseitigen Dammes unter- und oberhalb der Rhonebrücke bei Sitten, km 64,46 bis 67,74. Auch hier sind die vorgesehenen Arbeiten sehr zu empfehlen und sollten demnächst begonnen werden.

c. Erhöhung des linksseitigen Dammes bei Massongex, km 19,7 bis 22. Obschön in der dortigen Gegend eine Überschwemmungsgefahr grösseren Umfanges nicht wohl möglich erscheint, waren beim letzten Hochwasser die angrenzenden Liegenschaften mehr oder weniger überflutet.

d. Die Strassenbrücken von Granges und Leytron, deren Fahrbahnen jeweilen vom Hochwasser um 20 bis 40 cm überflutet werden und so eine ständige Gefahr für die ganze Gegend bilden, sind um 1IOO bis l,so m zu heben.

e. Dichtungs- und Ergänzungsarbeiten bei Fully, Noës usw., wo sich bei Niederwasser Anfänge von Dammbrüchen feststellen lassen.

/. Baggerungen ,bei der Einmündung der Dranse zum Zwecke der Entfernung besonders grosser Steine. Diese Arbeiten wurden in den Voranschlag des Kantons unter 1. eingestellt. Das eidgenössische Oberbauinspektorat, das diesen Ausgabeposten stark reduziert hat (siehe weiter unten), lässt ihn unter 4/. figurieren.

Durch alle diese Arbeiten hofft man, nach und nach das ganze Rhonesystem in einen normalen Gleichgewichtszustand zu bringen, indem man die Erhöhung der Flusssohle wirksam bekämpft und die Energie des Stromes derart konzentriert und wirksam erhält, dass die Geschiebemassen bei schwächerem Sohlengefälle und dementsprechend auch in tieferer Lage der Flusssohle durch das Wasser allein abtransportiert werden können.

in. Kostenvoranschlag.

Der vom Baudepartement des Kantons Wallis weist folgende Beträge auf: 1. Korrektionen 2. Wiederaufbau von- Dämmen . . . .

8. Verschiedene Arbeiten . . . . . .

aufgestellte Voranschlag Fr. 4,000,000 » 320,000 » 800,000

Total Fr. 4,620,000

322 Zu dieser Gesamtsumme ist folgendes zu bemerken: Zu 1. Von dieser Position sollten zwei Posten wegfallen, und zwar Fr. 890,000 als Voranschlag der Sektion Nr. 6 (Sitten), welche Arbeiten bereits vom Bund subventioniert worden sind ; ferner _Fr. 200,000, welcher Posten in stark verminderter Form nunmehr unter Position 8 aufgeführt wird. Das eidgenössische Oberbaumspektorat hält es nämlich nicht für nötig, grosse Summen schon jetzt für. Arbeiten vorzusehen, von denen man nicht weiss, ob sie überhaupt je in ihrem ganzen Umfange ausgeführt werden. Wenn auch zuzugeben ist, dass nächstens grössere Arbeiten an der Dransemündung notwendig werden, so erachtet doch die genannte eidgenössische Instanz einen diesbezüglichen Posten von Fr. 50,000 als durchaus der Lage angemessen.

; Als Grundlage dieses Projektes empfehlen wir Ihnen deshalb folgenden Kostenvoranschlag.

  1. Flusskorrektionen, ca. 16,9 km zu Fr. 200,000 2. Wiederaufbau von Dämmen 3. Verschiedene Arbeiten

Fr. 8,880,000 » 820,000 » 350,000 Total Fr. 4,050,000

IV. Beitrag des Bundes.

Durch den letzten Bundesbeschlusa vom 18, Dezember 1906 wurde an die Korrektion der Ehone eine Subvention von 50% bewilligt. Spätere Arbeiten erhielten je nach ihrer Wichtigkeit Beiträge von 33% bis 45%, Die Binnenkanäle wurden mit einem durchschnittlichen Subventionssatz von 40,5% unterstützt.

Angesichts der letzten Hochwasserkatastrophe, die eine ganze Gegend unter . Wasser setzte und den Kulturen enormen Schaden zufügte, sollte trotz der Krise und den gebotenen Sparmassnahmen doch wieder die Bundeshilfe so weit reichen, dass die notwendigen Umbauten, Erhöhungen und Verstärkungen der Dämme innert nützlicher Frist ausgeführt werden können. Da die Dämme durch die letzten Hochwasser ganz bedenklich Schaden genommen haben und sich das Plussbett fast überall mehr oder weniger erhöht hat, steht die Gefahr weiterer Katastrophen vor der Ture. Easches Handeln kann in diesem Falle noch viel grössere Ausgaben ersparen.

Wir glauben deshalb, dass eine Subvention von 40% durchaus gerechtfertigt ist, besonders wenn man bedenkt, dass bei den Katastrophen im Tessin, in Graubünden und im Eheintal die Subventionsquoten bedeutend höher angesetzt wurden. Bei einem Voranschlag von Fr. 4,050,000 würde demnach der Bundesbeitrag Fr. 1,620,000 betragen. In Anbetracht dessen, dass die Arbeiten auf ungefähr 8 bis 10 Jahre verteilt werden, dass aber -- wie schon erwähnt --· bedeutende und kostspielige Siclierungswerkw sofort nach oder sogar während der Überschwemmung erstellt werden mussten, lässt sich das Jahresmaximum auf Fr. 240,000 festsetzen.

323

Massnahmen forstlicher Natur fallen bei den Korrektionsarbeiten an der Rhone nicht in Betracht.

Wir erlauben uns, Ihnen den beigefügten Entwurf eines Bundesbeschlusses zu unterbreiten und zur Genehmigung zu empfehlen.

Genehmigen Sie, Herr Präsident, hochgeehrte Herren, die Versicherung unserer vollkommenen Hochachtung.

Bern, den 21. Februar 1936.

Im Namen dos Schweiz. Bundesrates, Der Bundespräsident: Meyer.

Der Bundeskanzler: G. Bovet.

324

(Entwurf.)

Bundesbeschluss über die

Zusicherung eines Bundesbeitrages an den Kanton Wallis für die Vervollständigung der Rhonekorrektion zwischen Leuk und St, Maurice.

^___ Die Bundesversammlung der schweizerischen Eidgenossenschaft,auf Grund des Bundesgesetzes vom 22, Juni 1877 betreffend die Wasserbaupolizei ; nach Einsicht eines Schreibens des Baudepartements des Kantons Wallis vom 12. Oktober 1985; einer Botschaft des Bundesrates vom 21. Februar 1936, » beschliesst :

Art. 1.

Dem Kanton Wallis wird für die Vervollständigung der Ehonekoriektion zwischen Leuk und 8t. Maurice ein Bundesbeitrag von 40% der wirklichen Kosten zugesichert bis zum Höchstbetrage von Fr. 1,620,000, das heisst 40% der Voranschlagssumme von Fr. 4,050,000.

Art. 2.

Die Auszahlung dieses Beitrages erfolgt im Verhältnis des Fortschreitens der in den jeweiligen Bauprogrammen vorgesehenen Arbeiten gemäss den von der Kantonsregierung eingereichten und vom eidgenössischen Oberbauinspektorat geprüften Kostenausweisen. Der jährliche Höchstbetrag von Fr. 240,000 ist aus den ordentlichen Krediten zu bestreiten, soweit dieselben für die von den Kantonen anbegehrten Subventionen ausreichen. Die erstmalige Auszahlung erfolgt im Jahre 1986.

Art. 3.

Bei der Berechnung der Bundessubvention werden berücksichtigt die eigentlichen Baukosten, einschliesslich der Enteignungen und der unmittelbaren Bauaufsicht, die Kosten des Ausführungsprojektes und des Kosten-

825 Voranschlages, ferner die Aufnahmen des Perimeters. Dagegen sind nicht in Anschlag zu bringen die Kosten irgendwelcher anderer Vorverhandlungen, der Tätigkeit von Behörden, Kommissionen und Beamtungen (von den Kantonen laut Art. 7 a des Wasserbaupolizeigesetzes zu bestellende Organe), auch nicht dieKosten der Geldbeschaffung und die Verzinsung.

Art. 4.

Die Hochwasserdäimne der Ehone sind vom Baumwuchs frei zu machen und frei zu halten.

' Art. 5.

Dem eidgenössischen Departement des Innern sind die jährlichen Bauprogramme zur Genehmigung vorzulegen.

Art. 6.

Die planmässige Bauausführung und die Eichtigkeit der bezüglichen Ausweise werden vom eidgenössischen Oberbauinspektorat kontrolliert. Die Kantonsregierung wird zu diesem Zwecke den Beamten der genannten Amtsstelle die nötige Auskunft und Hilfeleistung zukommen lassen.

Art. 7.

Der Unterhalt des subventionierten Bauten ist gemäss dem eidgenössischen Wasserbaupolizeigesetz vom Kanton Wallis zu besorgen und vom eidgenössischen Oberbauinspektorat zu überwachen.

Art. 8.

Dem Kanton Wallis wird eine Frist von einem Jahr gewährt, um sich darüber zu erklären, ob er den vorstehenden Bundesbeschluss annimmt.

Der Bundesbeschluss fällt dahin, wenn dessen Annahme nicht innerhalb dieser Frist erfolgt.

Art. 9.

Dieser Beschluss tritt, als nicht allgemein verbindlicher Natur, sofort in Kraft.

Der Bundesrat ist mit seiner Vollziehung beauftragt.

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Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung betreffend Zusicherung eines Bundesbeitrages an den Kanton Wallis für die Vervollständigung der Rhonekorrektion zwischen Leuk und St. Maurice. (Vom 21. Februar 1936.)

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1936

Année Anno Band

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Volume Volume Heft

09

Cahier Numero Geschäftsnummer

3355

Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

26.02.1936

Date Data Seite

316-325

Page Pagina Ref. No

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