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Botschaft des

Bundesrates an die Bundesversammlung betreffend die Kredite für Kriegsmaterialanschaffungen für das Jahr 1912.

(Vom 30. Mai 1911.)

Tit.

Wir beehren uns, Ihnen hiermit das Materialbudget für das Jahr 1912 zur Genehmigung vorzulegen.

Den Betrag desselben werden wir, wie üblich, seinerzeit im Hauptbudget einstellen unter

D. Militärdepartement mit den nachstehenden Rubriken.

D. Bekleidung.

III. Gradabzeichen und Auszeichnungen: Metallene und wollene Gradabzeichen für Unteroffiziere, Auszeichnungen für gute Leistungen, Abzeichen für Handwerker, Spielleute etc. . . Fr. 38,800 Übertrag Bundesblatt. 63. Jahrg. Bd. in.

Fr. 38,800 31

444

Übertrag IV. ExerzierJcleider : 8000 Exerzierwesten für Infanterie à Fr. 22 1000 Blusen für den Vorunterricht à Fr. 17

Fr. 38,800

Fr. 176,000 ,,

17,000 ,, 193,000

V. Bekleidung für Spezialtruppen : Dienstkleider für dasPersonal des Kavallerieremontendepots und der Pferderegieanstalt, Arbeitskleider für Spezialtruppen etc

,,

90,880

,,

43,800

,,

4,000

VIII. Fett- und Pittsmittel

,,

19,915

IX. Winterausrüstung

,,

80,000

VI. Bekleidung für Radfahrer VII. Inventar, Modelle, Verschiedenes

Total Bekleidung Fr. 470,395 Ad III. Der Ersatz für den normalen Abgang an Gradabzeichen und Auszeichnungen, sowie die Ergänzung der stark reduzierten Vorräte bedingen vermehrte Anschaffungen gegenüber dem Vorjahre.

Im weitern müssen für die gemäss Art. 20 der Militärorganisation in den verschiedenen Zweigen der Hülfsdienste eingeteilten Mannschaften als Abzeichen 130,000 Hutbänder und ebenso viele Kokarden angeschafft werden mit einem Kostenvoranschlag von total Fr. 73,000. Diese Beschaffung soll auf vier Jahre verteilt werden, wovon die erste Rate mit Fr. 19,040 in das Budget pro 1912 eingestellt wird (siehe Akten Nr. 37).

Anderseits werden die Entschädigungen an die Kantone für Ersatz und Austausch von Einteilungsabzeichen u. dgl. im Betrage von zirka Fr. 15,000 pro Jahr hier weggelassen, indem dieselben künftighin im Hauptbudget unter J. 1. a, 2. Ersatzausrüstung, eingestellt werden, Ad IV. Wegen zu kleinen Vorräten musste schon seit Jahren die Ausrangierung ausgetragener Exerzierwesten und Vorkurs-

445

blusen auf das äusserste beschränkt werden, was zur Folge hatte, dass häufig die Qualität der an Truppen abgegebenen Blusen zu berechtigten Klagen Anlass gab. Aus diesem Grunde müssen pro 1912 weiterhin 8000 Exerzierwesten und 1000 Vorkursblusen angeschafft werden.

Ad V. Die Ausgaben für Bekleidung der Spezialtruppen sind in einem einzigen Posten zusammengezogen mit Einschluss der Bekleidung für Festungstruppen. Einzelne Posten wurden gegenüber 1911 reduziert^ andere dagegen mussten erhöht werden.

Für Genie- und Sanitätstruppen sind für 1912 keine Anschaffungen notwendig. Im übrigen verweisen wir auf Akt Nr. 37.

Ad VI. Die Ausgaben für die 200 Radfahrerrekruten sind gegenüber dem Vorjahre etwas niedriger, da weniger Schutzhüllen für Mäntel zu beschaffen sind.

Ad VII.

Wie im Vorjahre.

Ad VIII. Die Ausgaben für Fettmittel können dem Vorjahre gegenüber reduziert werden.

Ad IX. Die Gesuche um Abgabe von Winterartikeln an Schulen und Kurse, · die in die kalte Jahreszeit fallen, mehren sich von Jahr zu Jahr, so dass wir genötigt sind, dem Vorjahre gegenüber eine Erhöhung des Kredites vorzunehmen.

E. Bewaffnung und Ausrüstung.

I. Handfeuerwaffen.

  1. JVme Waffen.

1.

.

2.

3.

'

8500 Infanteriegewehre für die Rekruten des Jahres 1912 à Fr. 90 Fr.

600 Kavalleriekarabiner à Fr. 90 . . . .

,, 25,000 Soldatenmesser, inkl. Kontrollspesen à Fr. 2. 30 ,, 4. 40,000 Gewehrfettbüchsen mit Fett à 15 Cts. ,, 5. 250 Kadettengewehre, 1897, Beitrag von 50°/o an die Erstellungskosten à Fr. 36. 50 ...

,, 6. 500 Pistolen, 1900/06, für Offiziere aller Waffen, 15 Pistolen, 1900/06, für höhere Unteroffiziere der Verpflegungskompagnien à Fr. 62 . ,,

765,000 54,000 57,500 6,000 9,125 31,930

Fr. 923,555

446 Übertrag Fr.

b. Aufrüsten von gebrauchten Gewehren, etc.

II. Blanke Waffen.

  1. Neue Waffen.

600 Säbel mit Scheiden für Offiziere à Fr. 18 100 Säbel mit Scheiden für höhere berittene Unteroffiziere à Fr. 18 800 Säbel mit Scheiden für Kavallerie à Fr. 12 400 Säbel mit Scheiden für Fahrer à Fr. 11. 50 2000 Faschinenmesser mit Scheiden à Fr. 11. 50 · 100 Feldbeile für Kavallerieunteroffiziere à Fr. 2 1000 Scheiden zum Faschinenmesser à Fr. 5. 60 500 Scheiden zum Geniesäbel à Fr. 5. 70 100 Säbelklingen für Offizierssäbel à Fr. 5 100 Säbelscheiden für Offizierssäbel à Fr. 5. 50 b. Aufrüsten von blanken Waffen

923,555

,,

72,000

Fr.

995,555

Fr. 10,800 ,,

1,800

,,

9,600

,,

4,600

,,

23,000

,,

200

,,

5,600

,,

2,850

,,

500

,,

550

. . . .

,,

59,500

,,

15,000

,,

263,819

HI. Ausrüstungsgegenstände.

  1. Neue Gepäckausrüstung für die Mannschaft, wie Patrontaschen, sonstiges Lederzeug u. dgl. (siehe besondere Aufstellung Nr. 37) Fr. 240,019 b. Aufrüsten von Ausrüstungsgegenständen

,,

23,800

Total Bewaffnung und Ausrüstung Fr. 1,333,874

447

I. Handfeuerwaffen.

  1. Neue Waffen.

Ad 1. Wir erachten den derzeitigen Vorrat an langen Gewehren als ungenügend und ersuchen, die Bedarfszahl auf 8500 Stück zu erhöhen. Dagegen ist genügend Vorrat an Kurzgewehren, so dass pro 1912 keine solche zu beschaffen sind.

Ad 2. Gleiche Anzahl wie im Vorjahre ad 3, Ad 3 (früher 4). Nebst dem Bedarf an Soldatenmessern für die Rekruten haben wir jährlich noch weitere 6000 bis 7000 Stück für Ersatz etc. nötig. Ferner besitzen wir nur knapp einen Jahresbedarf, so dass es geboten ist, 5000 Soldatenmesser mehr als pro 1911 zu beschaffen.

Ad 4, Wie im Vorjahre ad 5.

Ad 5. Beiträge von 50 °/o an Kadettengewehre (früher ad 6).

In letzter Zeit sind neue Kadettenkorps entstanden und für die bestehenden werden noch Kadettengewehre nachverlangt.

Um dem Bedarf zu genügen, müssen wir deshalb die Anzahl der vom Bunde für Kadettengewehre zu leistenden Beiträge pro 1912 erhöhen, nämlich auf 250.

Ad 6. An Stelle der Revolver, deren es pro 1912 keine bedarf, stellen wir den Bedarf an Pistolen für Offiziere (früher unter F. II) -- der bessern Übersicht wegen -- hier ein und kann deren Stückzahl gegenüber 1911 um 200 Stück reduziert werden. Wir bedürfen neben 500 Pistolen für Offiziere aller Waffen, noch 15 Stück für die höhern Unteroffiziere der Verpflegungskompagnien. Futterale sind genügend vorhanden, so dass pro 1912 keine zu beschaffen sind.

b. Aufrüsten von Getvehren. Wir haben Fr. 72,000 eingestellt, entsprechend vorläufiger Annahme, dass zirka 6000 Gewehre zum Aufrüsten gelangen dürften, pro Gewehr Fr. 12.

II. Blanke Waffen.

Ad a. Nette Waffen. Wie die P i s t o l e n unter Handfeuerwaffen, so haben wir erstmals auch die O f f i z i e r s s ä b e l zu den blanken Waffen genommen. Der daherige Mehrbetrag von Fr. 11,850 für Offizierssäbel auf II., Blanke Waffen, ist dafür unter F. II (Anzuschaffende Ausrüstungsgegenstände für Offiziere) weggefallen.

448

F a s c h i n e n m e s s e r mit Scheiden hatten wir bisanhin noch vorrätig; dieser Bestand ist jedoch beinahe aufgebraucht, so dass wir neuerdings einen ganzen Jahresbedarf einsetzen müssen.

Dagegen können wir bei den S c h e i d e n zum F a s c h i n e n m e s s e r eine Reduktion der Stückzahl von 2000 auf 1000 eintreten lassen. Diese Scheiden sind zum Ersatz bestimmt und extra zu beschaffen. D o l c h e für Ordonnanzen der Offiziere sind keine zu beschaffen und anstatt n e u e S p i e l l e u t e s ä b e l werden wir alte Yatagans aufrüsten und abgeben. Durch die Herübernahme der Offizierssäbel und infolge des Mehrbedarfes an Faschinenmesser erhöht sich gegenüber 1911 der Budgetansatz auf dieser Rubrik um Fr. 22,325.

Ad b. Aufrüsten, von blanken Waffen.

Gleicher Ansatz wie im Vorjahre unter E. III. C.

HI. Ausrüstungsgegenstände.

Ad a. Es sind keine Gewehrriemen, Leibgurte und Bajonettscheidtaschen neu zu beschaffen, da ein grösseres Quantum solcher Stücke -- schwarze früherer Ordonnanz -- der gegenwärtigen Ordonnanz angepasst werden kann. Dagegen müssen 32,000 Patrontaschen und 2100 Säbelgurte mit Schlagband in das Budget aufgenommen werden, um den Vorrat derselben wie beim übrigen Lederzeug auf l1/* Jahresbedarf zu bringen. Bei den Musikinstrumenten kann mit Ausnahme der Tenorhörner B eine Reduktion eintreten. Betreffend die für die Sappeurs des Auszuges zu beschaffenden Gabeltragriemen wird auf die Akten Nr. 15 verwiesen.

Ad b. Wie bereits oben begründet, bedürfen wir dieses Kredites für das Aufrüsten, beziehungsweise Umändern von Gewehrriemen, Leibgurte etc. alter Ordonnanz in neue Ordonnanz, sowie für das Aufrüsten anderer Ausrüstungsgegenstände.

Der auf Rubrik III. Ausrüstungsgegenstände verlangte Kredit beträgt Fr. 15,666 weniger als im Jahre 1911.

F. Offizier sausrüstuiig.

I. Barvergütungen für Bekleidung.

  1. Erste Entschädigung.

421 unberittene Offiziere à Fr. 370 30 Offiziere der Kavallerie à Fr. 470 . . . .

Übertrag

Fr. 155,770 ,, 14,100 Fr. 169,870

449

Übertrag Fr. 169,870 137 berittene Offiziere der übrigen Waffen à Fr. 430 ,, 58,910 16 Feldprediger à Fr. 270 ,, 4,320 29 Apotheker, Stabssekretäre, Feldpost- und Feldtelegraphenfunktionäre à Fr. 360 . . . ,, 10,440 450 Supplementarentschädigungen für Berittenmachung à Fr. 90 ,, 40,500 4 Stabsoffiziere der Kavallerie à Fr. 180 ..

,, 720 82 Stabsoffiziere der übrigen Waffen à Fr. 140 ,, 11,480 80 Entschädigungen an Offiziere, welche nach Art. 5 der Verordnung vom 29. Juni 1909 versetzt werden, à Fr. 100 ,, 8,000 29 Entschädigungen an Offiziere, die schon als Adjutant-Unteroffiziere, Stabssekretäre, Feldpost- oder Feldtelegraphenfunktionäre eine Entschädigung erhalten haben, à Fr. 220 . ,, 6,380 10 Landsturmoffiziere à Fr, 20 ,, 200 Fr. 310,820 B. Zweite Entschädigung (Erneuerungsbeiträge).

574 Erneuerungsbeiträge an Offiziere bei ihrer Beförderung zum Oberlieutenant à Fr. 190

,, 109,060 Fr. 419,880

Da die Berittenmachung der Infanteriehauptleute vorgesehen ist, müssen die Vergütungen für Bekleidung gegenüber 1911 um Fr. 28,540 erhöht werden.

II. Anzuschaffende Ausrüstung.

Siehe besondere Aufstellung bei den Akten Nr. 39

Fr. 69,880

Zusammenzug.

I. Barvergütungen für Bekleidung II. Anzuschaffende Ausrüstung

Fr. 419,880 ,, 69,880 Fr. 489,760

Der Bedarf an den pro 1912 zu beschaffenden Gegenständen ist wesentlich kleiner als in den letzten Jahren. Zudem werden Fr. 240,850 für Pistolen, Säbel und Reitzeuge nunmehr unter Rubriken E. L, E. II. und J. 2. i. l eingestellt.

450

Die eigentliche Reduktion auf den anzuschaffenden Gegenständen der Offiziersausrüstung beträgt immerhin noch Fr. 62,160 gegenüber 1911.

:

J. Kriegsmaterial.

2. Neuanschaffungen.

  1. Stäbe.
  2. Feldbureaukisten für diverse Stäbe 2. Fernrohre für die Stäbe

. . . . Fr. 1,400 ,, 28,000 Total Stäbe

Fr. 29,400

Das Material für Radfahrer ist nunmehr unter J. 2. b. Infanterie eingestellt. Für die Begründung obiger zwei Posten verweisen wir auf die Akten Nr. 3--6.

b. Infanterie.

1.

2.

3.

4.

Schulmaterial für die Mitrailleure Fr. 300,000 Material für Radfahrer ,, 22,800 10 Schanzzeugwagen, HI. Rate à Fr. 5000 . ;, 50,000 22 Fahrküchen für die Infanterie des Auszuges à Fr. 2700 ,, 59,400 Total Infanterie

Fr. 432,200

Ad 1. Bezüglich der Begründung dieses Postens verweisen wir auf die Akten Nr. 34.

Ad 2. Das Material für die Radfahrer wird hier, statt wie bisher unter J. 2. a. Stäbe, eingestellt. Pro 1912 ist der Bedarf an Fahrrädern gedeckt, es sind nur noch eine Anzahl Pneumatikgarnituren, Laternen und Glocken erforderlich (siehe bezüglich Fahrradmaterial die Aufstellung Nr. 40 bei den Akten).

Auf R u b r i k b. I n f a n t e r i e ergibt sich gegenüber dem Vorjahre eine Wenigerbelastung um Fr. 238,800.

Ad 3. IH. Rate von im ganzen : 40 Schanzzeugwagen, auf 4 Jahre verteilt. Die zugehörige Beschirrung ist unter J. 2. i.

ad l eingestellt.

451

Ad 4. Diese 22 Fahrküchen gelangen -- infolge nachträglicher Reduktion des im letzten Jahre bewilligten Kredites um diese Zahl -- nunmehr erst im Laufe des Jahres 1912 zur Ablieferung 5 die Hauptbestandteile dazu sind erstellt, und muss das Kreditbetreffnis neuerdings hier eingestellt werden.

e. Kavallerie.

  1. 20 neue Einheitswagen (Fourgons), IL Rate à Fr. 1800 Fr. 36,000 2. Umänderung der vorhandenen Bastsättel und der Traggestelle des Kavallerie-Mitrailleur-Materials . ,, 21,000 3. 40 Hufschmiedbestecke, III. Rate à Fr. 70 . . ,, 2,800 Total Kavallerie Fr. 59,800 Ad 1. Wie letztes Jahr.

Die III. und IV. letzte Rate sind mit zusammen 40 Einheitswagen (Fourgons) in den 160 Einheitswagen sub J. 6 inbegriffen.

Im Jahre 1913 kann sodann mit der Fabrikation der Gebirgsfourgons begonnen werden.

Ad 2. Um die Resultate mit dem neuen Infanterie-MitrailleurMaterial abzuwarten, wurde der letztes Jahr für die Umänderung des Kavallerie-Mitrailleur-Materials verlangte Kredit gestrichen. -- Die Versuche für die Infanterie sind nunmehr abgeschlossen, so dass dieser Umänderung, welche eine wesentliche Verbesserung des Bastmaterials bedeutet, nichts mehr im Wege steht. Wir verweisen auf die Budgetakten Nr. 10.

Ad 3. Wir ersuchen um Bewilligung der III. und letzten Rate von 40 Stück Hufschmiedbestecken mit Sortimenten neuer Werkzeuge, wodurch für die Hufschmiede der Kavallerie die Arbeit im Felde sehr erleichtert wird.

d. Artillerie.

  1. Vier 7,5 cm Schulgeschütze für die Feldartillerie à Fr. 22,000 Fr. 88,000 2. Vorratsbestandteile der Artillerie . . . . fl 10,000 Total Artillerie Fr. 98,000 Ad 1. Wir verweisen auf die letztjährige Begründung (bei den Akten-Kopie Nr. 36).

Ad 2. Wie im Vorjahre.

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e. Genie.

  1. Anschaffung und Bearbeitung von Holzvorräten Fr.

6,000 2. Ergänzung des Geniematerials: a. Pontoniermaterial Fr. 23,250 b . Telegraphenmaterial . . . . ,, 12,700 c. Ballonmaterial ,, 26,000 d. Fernrohre für Stäbe . . . . ,, 5,600 ,, 67,550 3. Ergänzung der Schanzzeugvorräte ,, d 0,000 4. Ankauf von Sprengmitteln . . . . . . . . ,, 25,000 Total Genie Fr. 108,550 Ad l--4. Bezüglich der Begründung dieser Posten verweisen wir auf die Akten Nr. 14--16 und 40.

f. Sanität.

  1. Ergänzung und Erneuerung des Sanitätsmaterials der I. Sanitätshülfslinie (Truppensanität) . . . Fr. 50,000 2. Ergänzung und Erneuerung des Sanitätsmaterials der II. und III. Sanitätshülfslinie (Einheiten und Stäbe der Sanitätstruppe, Etappen- und TerritorialSanitätsanstalten) ,, 57,000 3. Einrichtung von 2 Fourgons, neuen Modells und Beschirrungsproben ,, 5,000 Total Sanität Fr. 112,000 Ad l und 2. Bezüglich Begründung dieser Posten verweisen wir auf die Akten Nr. 17 und 18.
  2. Veterinärwesen.

Veterinärmaterial, Ergänzung und Ersatz . . . . Fr. 6,000 Wie im Vorjahre.

h. Verpflegungstruppen.

Anschaffung von 2 Zelten, Modell 1904, à Fr. 2000 Fr. 4,000 Bezüglich der Begründung dieses Postens verweisen wir auf die Akten Nr. 20 und 21.

453

i. Pferdeausrüstung und Verschiedenes.

  1. R e i t z e u g e und B e s c h i r r u n g : a. 500 Offiziersreitzeuge mit kompletter Zubehör à Fr. 330 Fr. 165,000 730 Kavalleriereitzeuge mit Zubehör, jedoch ohne Karahinerholftern à Fr. 256. 50 ,, 187,245 b. Fortsetzung der Vermehrung der Geschirrreserve : 200 Paar Kummtgeschirre komplett mit Sättel -f- 500 Unterkummte . . . . ,, 133,000 Für neue Schanzzeugwagen HI. Rate : 20 Paar Kummtgeschirre komplett mit Sättel à Fr. 645 ,, 12,900 Ersatz der Pferdebeschirrung : 250 Paar Kummtgeschirre komplett mit Sättel à Fr. 645 ,, 161,250 300 Paar Kummtgeschirre komplett ohne Sättel zum Fahren mit Leitseil à Fr. 360 ,, 108,000 Total Reitzeuge u. Beschirrung Fr. 767,395 2. Hufbeschlägmaterial . . . . Fr. 50,000 für Werkzeug und Umänderungen ,, 5,700 · ,, 55,700 3. Verbesserung an bestehendem Material . . ,, 30,000 4. l komplettes Stallzelt und l komplette Stallzeltbedachung ,, 20,000 5. Bastbare Kochkisten für die Gebirgstruppen, gemäss neuer Organisation. Erste Rate, d. h.

die Hälfte des ganzen Bedarfes (siehe Kostenberechnung Akt Nr. 35) 290,000 fl 6. Mehrbedarf infolge der neuen Truppenordnung an Stabsfourgons, Einheitswagen, Regimentssanitätswagen und Infanteriecaissons ,, 407,400 7. Umänderung von 378 alten überzähligen Fuhrwerken (Halbcaissons und Fourgons) in Proviantwagen für alle Truppen, auf 3 Jahre verteilt, erste Rate (Akten Nr. 7 und 26) . . . .

,, 60,000 Total Pferdeausrüstung und Verschiedenes

. . Fr. 1,630,495

454

  1. R e i t z e u g e und B e s c h i r r u n g . Wir haben diese Rubrik nunmehr anstatt : ,,Allgemeines Korpsmaterial" als Pferdeausriistung und Verschiedenes überschrieben, da alle Ausgaben in Verbindung mit der Pferdeausrüstung, nämlich: Reitzeuge, Geschirre und Zubehör -- hier rubriziert werden sollen, anstatt wie bisher -- die Offiziersreitzeuge unter Rubrik F. II. Offiziersausrüstung, die Kavalleriereitzeuge unter Rubrik E. III. b. Pferdeausrüstung, die Beschirrung unter Rubrik J. 2. i. 3., bezw. J. 2. d. 2.

Zur Fabrikation sämtlicher Arten von Reitzeugen und für die verschiedenen Geschirrbestandteile bedarf es einer sehr grossen Anzahl der nämlichen Garnituren (Schnallen, Ringe etc.), zudem sind die Pferdewartungsgegenstände und Zubehör zu Reitzeugen und Pferdegeschirren gewöhnlich vom gleichen Modell, so dass dieselben in die nämliche Rubrik gehören. Es bietet dies den Vorteil, dass der nämliche Gegenstand nicht mehr wie früher aus verschiedenen Krediten angewiesen werden muss, womit für unsere Buchhaltung das Abtrennen einzelner Beträge von den Fakturen der Lieferanten, sowie das Verteilen auf diverse Kredite beinahe wegfällt, -- somit eine Vereinfachung, bessere Übersicht und Zeitersparnis bedeutet.

Ad a. 500 Offiziersreitzeuge. Der bisherige ordentliche Jahresbedarf an neuen Reitzeugen beträgt zirka 400 Stück. Pro 1912 können wir diesen mit Rücksicht auf die vorhandenen Vorräte auf 150 neue Reitzeuge reduzieren. Hierzu kommen infolge der neuen Truppenordnung für die Infanteriehauptleute zirka weitere 350 Reitzeuge, (wir nehmen erstmalig, da nicht alle Hauptleute der Infanterie sofort beritten gemacht werden müssen, diese Anzahl an). Der Totalbedarf der neu zu beschaffenden Offiziersreitzeuge mit Zubehör beträgt somit 500 Stück, d. h. zirka 50 Reitzeuge weniger als im Vorjahre, den Preis pro Reitzeug müssen wir infolge Preissteigerung dagegen auf Fr. 330 erhöhen.

730 Kavalleriereitzeuge, 30 mehr gegenüber dem letzten Jahre, sind erforderlich, weil die in den letzten Jahren beschaffte Anzahl Kavalleriereitzeuge stets knapp bemessen war und den Jahresbedarf oft kaum deckte. An Karabinerholftern ist noch genügend Vorrat, pro 1912 ist kein Bedarf. Den Stückpreis pro Kavalleriereitzeug komplett 'müssen wir ebenfalls auf Fr. 270 erhöhen, wovon die Karabinerholftern mit Fr. 13. 50 in Abzug kommt, somit beträgt dieser Ansatz Fr. 256. 50.

Ad b. Fortsetzung der Beschaffung einer Geschirrreserve, wie im Vorjahre Fr. 130,000 -- für 200 Paar komplett« Kummtgeschirre mit Sätteln und zudem noch dazu extra 500 Unterkummte à Fr. 6 = Fr. 3000 (Aufstellung siehe Akten Nr. 28

455

und 30), 20 Paar Kummtgeschirre mit Sätteln bedarf es für die weiteren 10 Sehanzzeugwagen, III. Rate; und als Ersatz der Beschirrung in den Beständen des Instruktionsmaterials und anderen -- stellen wir hier weitere 250 Paar komplette Kummtgeschirre mit Sätteln und 300 Paar komplette Kummtgeschirre ohne Sättel {mit Leitseil) ein. Infolge Lederpreis- und Arbeitslohnsteigerung beträgt der Ansatz pro komplettes Paar Kummtgeschirr mit Sattel nunmehr Fr. 645 und derjenige für das komplette Paar Kummtgeschirr ohne Sattel (mit Leitseil) Fr. 360.

Infolge Einführung der jährlichen Wiederholungskurse bei sämtlichen Truppengattungen ist durch die vermehrte Inanspruchnahme des Materials der Ersatzbedarf, besonders für ältere Pferdeausrüstung beim Korpsmaterial, bedeutender geworden. Wir haben diesen Bedarf jeweilen aus der Geschirrreserve gedeckt ; letztere war bis dato nur schwach 'dotiert und muss wieder «rgänzt werden, damit für den Kriegsfall eine Geschirrreserve wirklich vorhanden sei. Beim Schulmaterial wird in der Regel diejenige Beschirrung bis zur gänzlichen Abnützung eingereiht, die beim Korpsmaterial nicht mehr als ,,feldtüchtigtt befunden und deshalb hier ausgeschieden werden muss. Die Folge davon ist, dass wir jedes Jahr bei der Pferdeausrüstung des Schulmaterials starken Abgang haben, wofür unerlässlich Ersatz beschafft werden sollte. Zudem bedingt die neue Truppenordnung ·eine Vermehrung der Schulmaterialbestände.

Ad 2. Hufbeschlägmaterial. Bezüglich der Begründung wird auf die Akten Nr. 31, 28 und 40 verwiesen.

Ad 3. Verbesserung an bestehendem Material. Wie in den früheren Jahren ad 1.

Ad 4. Die wenigen Stallzelte werden immer mehr begehrt und stehen fortwährend im Gebrauch; ein Ersatz für die stark mitgenommenen ist notwendig (siehe Budgetakten Nr. 28 und 40).

Ad 5 und 7. Bezüglich der Begründung dieser Posten verweisen wir auf die Akten Nr. 7, 26 und 35.

Ad 6. Mehrbedarf pro 1912 : 3 Stabsfourgons Modell 1878 7 Regimentssanitätswagen .

,, 1896 59 Infanteriecaissons . . . .

,, 1894 160 Einheitswagen (Fourgons) .

,, 1899 Mit den 3 Stabsfourgons und 7 Regimentssanitätswagen ist ·der Bedarf der durch die neue Truppenordnung aufgestellten neuen Stäbe an diesen Fuhrwerken gedeckt.

456

Von den unter i. 6 eingestellten 160 Einheitswagen sind bestimmt: 2 für Radfahrerkompagnien ; 40 für die Kavallerie, III. und IV. ,,letzte Rate" (siehe Begründung zu J. 2. c. Kavallerie ad 1) ; 36 für Abteilungsstäbe der Feld- und Parkartillerie; 36 für Sappeurbataillone, Pontonierbataillone und Ballonkompagnie ; 46 für Sanitätseinheiten.

Die 38 Einheitswagen für die Infanterie, Mitrailleur- und Haubitz-Abteilungen gehören in die betreffenden Vorlagen.

Die 41 Einbeitswagen für die Telegraphenkompagnien und die zweite Ballonkompagnie werden sodann mit dem übrigen Material dieser Einheiten eingestellt.

Der Ersatz von 20 vorläufig den Parkkompagnien zuzuteilende» allen Parkfourgons und von 28 den Landwehr-Genieeinheiten zuzuteilenden alten Kavalleriefourgons bleibt für später vorbehalten.

Den Rest der alten Kavalleriefourgons bedarf die Artillerie als Fahrschulmaterial.

Die Gebirgsfourgons werden in die nächsten Budgets eingestellt.

Wir verweisen im fernem auf die Begründungen in Tabelle 6 an.

und in Akt Nr. 7 a,

J. 4. Festimgsmaterial.

  1. St. Gotthard.
  2. Neuanschaffungen Fr. 102,000 II. Verbesserungen an bestehendem Material und Versuche ,, 25,650 DI. Korpsmaterial ,, 31,200 Fr. 158,850b. St. Maurice.
  3. Neuanschaffungen Fr.

II. Verbesserungen an bestehendem Material und Versuche . . . ,, III. Korpsmaterial ,,

-- 5,170 5,520 ,,

c. Geschützproben Total Festungsmaterial

10,690-

,, 4,000Fr. 173,540-

457 Für die Begründungen verweisen wir auf die Akten Nr. 22, 23, 25.

Rekapitulation.

D. Bekleidung E. Bewaffnung und Ausrüstung . . .

F. Offiziersausrüstung J. Kriegsmaterial: 1912 2. Neuanschaffungen: Fr.

a . Stäbe . . . .

29,400 b. Infanterie . . . 432,200 c. Kavallerie . . .

59,800 d. Artillerie . . .

98,000 e . Genie . . . . 108,550 f . Sanität . . . . 112,000 g. Veterinärwesen .

6,000 Ä. Verpflegungstruppen 4,000 i. Pferdeausrüstung u. Verschiedenes 1,630,495 J. 4. Festungsmaterial: a. St. Gotthard b. St. Maurice c. Geschützproben Total

Voranschlag pro 1912.

Fr.

Budget pro 1911.

Fr.

470,395 1,333,874 489,760

465,921 1,456,810 792,770

2,480,445

2,187,347

158,850 10,690 4,000 4,948,014

56,700 24,300 -- 4,983,848

Genehmigen Sie, Tit., die Versicherung unserer vollkommenen Hochachtung.

B e r n , den 30. Mai 1911.

Im Namen des Schweiz. Bundesrates, Der Bundespräsident: Buchet.

Der Kanzler der Eidgenossenschaft: Schatzmann.

458

(Entwurf.)

Bundesbeschluss betreffend

Bewilligung der für die Beschaffung von Kriegsmaterial für das Jahr 1912 erforderlichen Kredite.

DieBundesversammlung der schweizerischen Eidgenossenschaft,

1911,

nach Einsicht einer Botschaft des Bundesrates vom 30. Mai beschliesst:

Für die Beschaffung von Kriegsmaterial werden folgende Kredite bewilligt, welche einen Bestandteil des allgemeinen Budgets für 1912 bilden und in dem bezüglichen, im Dezember laufenden Jahres vorzulegenden Voranschlag einzuschalten sind: D. Bekleidung Fr. 470,395.-- E. Bewaffnung und Ausrüstung. . . . ,, 1,333,874.-- F. Offiziersausrüstung ,, 489,760.-- J. Kriegsmaterial (Neuanschaffungen) .

.1. 4. Pestungsmaterial

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.

,, 2,480,445. -- ,, 173,540. --

Total

Fr. 4,948,014.--

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Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung betreffend die Kredite für Kriegsmaterialanschaffungen für das Jahr 1912. (Vom 30. Mai 1911.)

In

Bundesblatt

Dans

Feuille fédérale

In

Foglio federale

Jahr

1911

Année Anno Band

3

Volume Volume Heft

23

Cahier Numero Geschäftsnummer

178

Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

07.06.1911

Date Data Seite

443-458

Page Pagina Ref. No

10 024 217

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