ST

Schweizerisches Bundesblatt.

63. Jahrgang.

IV.

N. 46

15. November 1911.

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Druck und Expedition der Buchdruckerei Stämpfli & Oie. in Bern.

# S T #

2 3 3

Botschaft des

Bundesrates an die Bundesversammlung betreffend den Voranschlag der schweizerischen Bundesbahnen für das Jahr 1912.

(Vom

7. November 1911.)

Tit.

Der Verwaltungsrat der schweizerischen Bundesbahnen hat uns unterm 22. September dieses Jahres seinen Bericht und Antrag betreifend das Budget für das Jahr 1912 unterbreitet.

Dieses Budget umfasst: 1. das Betriebsbudget mit 17 Beilagen, enthaltend die Voranschläge der Hülfs- und Nebengeschäfte; 2. das Budget der Gewinn- und Verlustrechnung; 3. das Baubudget; 4. das Budget der Kapitalrechnung.

Zu diesen Vorlagen bemerken wir folgendes:

I. Allgemeines.

Im Budget für das Jahr 1912 kommt die fortschreitende Besserung der finanziellen Lage der Bundesbahnen zum Ausdruck.

Die im Laufe der letzten Jahre eingetretene, die Erwartungen übersteigende Verkehrszunahme erlaubte, die voraussichtlichen Betriebseinnahmen bedeutend höher als im vorjährigen Budget anzusetzen. Die Vermehrung der Betriebsausgaben hält mit derBundesblatt. 63. Jahrg. Bd. IV.

33

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jenigen der Einnahmen nicht Schritt, dank dem andauernden Bestreben der Verwaltungsorgane, in den Ausgaben Mass zu halten. Während die bisherigen Budgets in der Gewinn- und Verlustrechnung stets Defizite zeigten, wird jetzt eia Überschuss von rund 7 Millionen Franken vorgesehen, obschon die Betriebsrechnung durch die auf den 1. April 1912 eintretenden periodischen Gehaltserhöhungen eine ausnahmsweise Belastung erfährt.

An die Äufnung des im Rückkaufsgesetze vorgesehenen Reservefonds kann jedoch noch nicht gedacht werden, solange die Bilanz einen Konto ,,Zu amortisierende Verwendungen" aufweist.

Der Abschluss des Vergleiches mit der Gotthardbahngesellschaft i. L. betreffend Feststellung der Rückkaufsentschädiang für die Gotthardbahn vom 10. Juni 1911 ist im vorliegenden udget noch nicht berücksichtigt, da bis zu seiner Aufstellung der Vertrag noch nicht allseitig ratifiziert war. Vorläufig wurde nur die Verzinsung und Amortisation des Anlagewertes in Betracht gezogen. Die Generaldirektion nimmt an, dass die Rechnung des Jahres 1912 als Folge des vereinbarten Rückkaufspreises eine weitere Belastung von l,e Millionen erfahren werde. Wie das vorliegende Budget zeigt, kann die Rechnung diese Belastung ertragen. Es steht auch zu erwarten, dass sich der Verkehr der Gotthardlinie unter normalen Verhältnissen so entwickle, dass ihr Betriebsergebnis zur Verzinsung und gesetzlichen Amortisation der Rückkaufssumme stets genüge. Als kürzeste Verbindungslinie zwischen dicht bevölkerten, wohlhabenden und sehr industriellen Bezirken Deutschlands und Italiens wird sie ihren Rang als wichtigste schweizerische Transitbahn auch nach Eröflnung weiterer Alpenbahnen behaupten.

f

II. Betriebsbudget.

Die B e t r i e b s l ä n g e der von den Bundesbahnen für eigen« Rechnung betriebenen Linien wird sich im Jahre 1912 auf 2745 km stellen. Gegen das Vorjahr weist die Länge eine Verminderung um 7 km auf infolge Verpachtung der Strecke Wohlen-Bremgarten an die Strassenbahn Bremgarten-Dietikon.

Die Länge der von den Bundesbahnen für Rechnung Dritter betriebenen Bahnen und Linien stellt sich wie im Vorjahr auf 244 km.

Der Voranschlag der B e t r i e b s e i n n a h m e n von rund 200 Millionen Franken weist gegenüber der Rechnung des Jahres

453

1910 eine Vermehrung von über 12 Millionen, gegen das Budget von 1911 von über 14 Millionen auf. Die Ziffern stützen sich auf die Ergebnisse der ersten sieben Monate des laufenden Jahres unter Annahme einer Verkehrsvermehrung um 2°/o.

Die B e t r i e b s a u s g a b e n , einschliesslich der vom Erneuerungsfonds zu vergütenden Posten sind auf 135 Millionen Franken berechnet; sie sind daher gegenüber der Rechnung von 1910 um 18 Millionen und gegenüber dem Budget für 1911 um 14 Millionen höher veranschlagt.

Die Erhöhung rührt in erster Linie von den auf 1. April 1912 eintretenden periodischen Gehaltserhöhungen her, die sich für 9 Monate auf rund 5 1/a Millionen belaufen. Die schon in den letzten Jahren verabfolgten ausserordentlichen Zulagen an die Beamten erreichen den Betrag von rund 4,s Millionen Franken.

Es handelt sich hierbei um keine Mehrausgabe, sondern nur um eine veränderte Buchung. Die Zulagen werden jetzt wegen der im Jahre 1911 erfolgten Umwandlung in Gehaltserhöhungen in die Betriebsrechnung aufgenommen, während sie in der Rechnung des Jahres 1910 und im Voranschlag für 1911 unter den Ausgaben der Gewinn- und Verlustrechnung Aufnahme fanden.

Im weitern sind als Zulagen für Taglohnangestellte 850,000 Franken vorgesehen.

Die Ausgaben für U n t e r h a l t und E r n e u e r u n g der Bahnanlagen und des Rollmaterials sind auf 28 Millionen veranschlagt, 31/« Millionen mehr als in der Rechnung für 1910 und l1/« Millionen mehr als im Budget für 1911. Von der Ausgabenvermehrung entfallen je 600,000 Franken auf die Erneuerung des Oberbaues und des Rollmaterials.

Der B e t r i e b s ü b e r s c h u s s stellt sich mit 64 l jz Millionen Franken dem für 1911 budgetierten ungefähr gleich; er ist um rund 6 Millionen Franken niedriger als nach der Rechnung des Jahres 1910. Hierbei darf nicht ausser acht gelassen werden, dass eine Differenz von 4,s Millionen, wie oben erwähnt, auf die veränderte Buchung der Gehaltszulagen zurückzuführen ist.

Werden diese Zulagen auch für die Jahre 1910 und 1911 zu den Betriebsausgaben gerechnet, so stellt sich der Betriebskoeffizient nach der Rechnung 1910 auf 65,48% nach dem Budget 1911 auf 67,86% nach dem Budget 1912 auf 67,67% Die O b e r b a u - E r n e u e r u n g soll sich auf 124 km Gelege

454 und 158 Weichen erstrecken, während das Budget 1911 die Erneuerung von 111 km Geleise und 125 Weichen vorsah.

An F a h r l e i s t u n g e n (inklusive Rangierdienst) sind vorgesehen 44,800,000 Dampflokomotivkilometer. Pro 1911 waren vorgesehen 44,010,000 und im Jahre 1910 44,000,000 km; effektiv geleistet wurden im Jahre 1910 43,683,487 Dampflokomotivkilometer. Die Leistungen der elektrischen Simplonlokomotiven sind darin nicht inbegriffen. Auf Ende 1911 werden 1220 Dampflokomotiven vorhanden sein (1184 Normalspur- und 36 Schmalspurlokomotiven) ; nimmt man an, dass stets nur 75% im Dienst stehen, so folgt, dass bei 44,800,000 im Jahr zu leistenden Kilometern pro Lokomotive und Tag zirka 134 km entfallen, also eine verhältnismässig geringe Leistung.

An R o l l m a t e r i a l sind zur Ausrangierung vorgesehen : Loko- Personenmotiven wagen

Nach ,, ,, ,,

Budget 1912 Budget 1911 Budget 1910 Rechnung 1910

36 36 29 25

69 61 36 43

Lastwagen

289 205 91 124

Vorausgesetzt, dass sie wirklich erfolgen, so können die pro 1912 vorgesehenen Ausrangierungen als genügend erachtet werden.

III.

Baubudget.

Wenn auch im Budget für das Jahr 1912 immer noch eine gewisse, durch die finanzielle Lage der Bundesbahnen bedingte Zurückhaltung zu konstatieren ist, zeigt dasselbe doch gegenüber den Budgets der letzten Jahre eine nicht unbedeutende Aufwärtsbewegung des Gesamterfordernisses, das in den Jahren 1909, 1910 und 1911 seinen tiefsten Stand erreicht hatte. Wie die nachstehende Tabelle ausweist, beträgt die Vermehrung des budgetierteri Ausgabenbetrages (exkl. Rollmaterial) gegenüber demjenigen des Vorjahres Fr. 6,224,400. Diese Vermehrung wird hauptsächlich verursacht durch die Einstellung höherer Raten für die neuen Linien und für eine Anzahl der in Ausführung befindlichen Bauten, durch die erstmalige Einstellung von Ausgabebeträgen für einige grössere, schon in frühern Budgets enthaltene Bauten, welche nun in das Stadium der Ausführung getreten sind, und durch die infolge der Verkehrszunahme notwendig gewordenen Erweiterungen von Bahnhöfen und Stationen, die in den letzten Jahren verschoben worden sind.

Effektive Bauausgaben

Baubudget

im J'ahr

Simplonturmel Rickenbahn Brienzerseebahn

1911

1912

1909

1910

Fr.

46,561

Fr.

19 640

1,355,283

1,164292

300 000

64,363

1,000,000

2,500,000

5 279 300

Fr.

2 000 000

Fr.

2 000 000

Vermehrung bezw.

Verminderung Fr.

--

300 000

Kreis I

4,255,664

34,151 4 500 579

Kreis II

2,880 325

4 815,009

6 507 200

5 728 000 7 774 800

Kreis in Kreis IV

4,387,895

3,533,483 4,721,792

3,618,000 6,282,300

4,433,000 6,806,000

772 016

2 690 000

2 604 400

+ 1,500,000 -f 448 700 -|- 1 267 600 -f 815,000 -f 523,700 -- 85 600

15,128,573 18,342,879

24,376,800

27,346,200

-f 2 969,400

Kreis V . .

. .

Total der 5 Kreise . .

3,315,722 288 967

Dazu Bauten der Generaldirektion auf Betriebslinien

911,713

616,658

1,772,000

3,827,000

+ 2 055,000

Gesamtsumme (exkl. Rollmaterial) .

17,506,493

20,177,620

29,448,800

35,673,200

+ 6,224,400

^ Üt

456

Die in das Budget für die fünf Kreise aufgenommenen Beträge beziehen sich zum grössten Teil auf Bauten in Ausführung, d. h. auf die Fortsetzung begonnener oder die Inangriffnahme solcher Arbeiten, die schon in frühern Budgets enthalten waren ; deren Prozentsatz ist gegenüber dem Vorjahre unverändert geblieben (1911 : Fr. 16,644,400 oder 68,3 %; 1912: Fr. 18,625,600 oder 68,2 °/o). Dementsprechend sind auch die für das kommende Jahr in Aussicht genommenen Beträge für ganz neue, d. h. zum erstenmal im Baubudget enthaltene Bauten in prozentualer Beziehung nicht verändert worden (1911 : Fr. 7,732,400 oder 31,7 % ; 1912 : Fr. 8,720,600 oder 31,8 °/o). Auch in die Vermehrung des Gesamtbüdgetbetrages teilen sich beide Gruppen ungefähr im gleichen Verhältnis.

Ausser diesen Erörterungen allgemeiner Natur erlauben wir uns, aus dem Baubudget pro 1912 im einzelnen folgendes hervorzuheben : Die Ausführung folgender, in frühern Baubudgets enthaltenen Bauten wird verschoben und das Baubudget pro 1912 enthält daher für dieselben keine Ansätze: Voranschlag bezw.

noch auszugebender Betrag Fr.

Stationserweiterung Nyon 950,000 *Stationserweiterung Lutry 196,000 Unterführung bei der Haltestelle La TourKreis I de-Peilz 36,000 *Kantonsstrassen-Unterführung in Territet 353,000 Unterführung ,,du Mail" Neuenburg-St. Biaise 187,000 *Stationserweiterung Liestal 1,375,000 *Geleiseerweiterung im Rangierbahnhof Ölten 100,000 «Südliches Ausziehgeleise im Bahnhof Ölten 470,000 *Überholungsgeleise Murgenthal . . .

303,000 Kreis II "Unter- und Überführungen in Herzogenbuchsee 270,000 *Stationserweiterung Alt-Solothurn . . .

710,000 *Bahnhoferweiterung Neu-Solothurn . . 1,480,000 *Ausweichgeleise Escholzmatt . . . .

84,000 Lawinenschutzbauten Giswil-Kaiserstuhl .

30,000 Übertrag

6,544,000

457

Voranschlag bezw.

noch auszugebender Betrag Fr.

Übertrag 6,544,000 K ' TTT / *Stationserweiterung Schlieren . . . . 1,800,000 75,000 l «Stationserweiterung Uster . . . . .

413,500 Kreis IV *Er Weiterung der Rangieranlagen Rorschach Kreis V Keine.

Total

8,832,500

Für die mit * bezeichneten ßauten waren bereits im Baubudget 1911 keine Beträge mehr ausgesetzt.

Von den im Baubudget enthaltenen n e u e n Bauten sind folgende zu erwähnen, deren Gesamtkostenvoranschlag je Fr. 100,000 übersteigt : GesamtkostenVoranschlag pro 1912 Fr.

Fr.

Stationserweiterung Versoix .

535,000 50,000 Unterführung ,,Rue du Torrent"1 Kreis I 140,000 in Ciarens 100,000 Bahnhoferweiterung Brig .

485,000 150,000 Bahnhof Basel: 790,000 Transitpostgebäude .

400,000 Verbesserungen im Lokomo300,000 tivdepot 70,000 475,000 200,000 Zentralanlage Änderung der Bahnhofbeleuchtung 170,000 170,000 Kreis II Stationserweiterung Emmenbrücke · 765,000 50,000 Stationserweiterung Rothrist .

365,000 50,000 Straesenüberführung im Bahnhof Delsberg 390,000 100,000 Stationserweiterung Choindez 363,000 30,000 Rampenanlage Station Ta vannes 37,000 190,000 50,000 Stationserweiterung Suberg .

125,000 Übertrag

5,093,000

1,457,000

458 Gesamtkostenvoranschlag Fr.

Übertrag 5,093,000 Überholungsgeleise Rheinfelden 178,000 Stationserweiterung Wildegg .

610,000 Aufnahms- und Nebengebäude Oerlikon 325,000 Bahnhoferweiterung Rapperswil 605,000 Kreis III Auswechslung der Linthbrücke bei Ennenda 120,000 Auswechslung der Linthbrücke bei Schwanden .

135,000 Verstärkung der untern Limmatbrücke Wettingen . .

320,000 Abstell- und Ausziehgeleise Romanshorn 310,000 Transitpostlokale und Lagerhaus Romanshorn 284,000 Kreis IV StatipnserweiteruDg Kradolf .

128,000 Zentralanlage Bahnhof St. Gallen 370,000 Zentralanlage Bahnhof Romanshorn 388,000 Überholungs- und Verladegeleise Schwyz . . . .

132,000 Kreis V 180,000 Ausziehgeleise Lavorgo . .

Bahnhoferweiterung Chiasso . 7,500,000

Budgetansatz pro 1912 Fr.

1,457,000 100,000 100,000

Total 16,678,000

3,370,000

200,000 100,000 40,000 40,000 93,000 150,000 80,000 60,000 270,000 180,000 50,000 50,000 400,000

Mit der Bemessung der Budgetbetrage für die einzelnen pro 1912 vorgesehenen Bauobjekte können wir uns im allgemeinen einverstanden erklären.

Für die Anschaffung von R o l l m a t e r i a l sind Fr. 6,850,750 vorgesehen gegenüber Fr. 6,657,550 im Vorjahre, Die erstgenannte Summe setzt sich wie folgt zusammen t 24 Lokomotiven Fr. 2,462,000 Normalspur- J 9 5 Personenwagen . . . .

,, 2,028,250 ,, 177,000 material } 1 0 Gepäckwagen . . . .

,, 1,707,500 330 Güterwagen Übertrag Fr. 6,374,750

459

Übertrag 3 Lokomotiven Brünigbahn10 Personenwagen material 2 Gepäckwagen 10 Guterwagen Ausrüstung von 80 Personen- und Gepäckwagen mit Dynamos für die elektrische Beleuchtung

Fr, 6,374,750 ,, 129,000 ,, 18ü,000 ,, 22,000 ,, 65,000

Total

Fr. 6,850,750

,,

80,000

Bis Ende 1913 sollen beschafft werden : 56 Lokomotiven 185 Personenwagen fur ,... die ,. XT , , , M o«,,B,,tw,,«,, Normalspurbahn, 532 Güterwagen 6 Lokomotiven 10 Personenwagen fur ,,.. ,. ,, .. . , , o Om«nt«a J,, «he Brünigbahn.

10 Güterwagen ) Auf 31. Dezember 1913 sollen daher vorhanden sein: 1,178 Normalspur- und 37 Schmalspur-Lokomotiven, 3,307 ,, ,, 103 ,, -Personenwagen, 736 ,, ,, 15 ,, -Gepäckwagen, 14,307 ,, ,, 126 -Lastwagen.

fl Wir erachten die vorgesehenen Anschaffungen als genügend.

Ebenso gibt uns der pro 1912 vorgesehene Posten von Fr. 40,000 für die Beschaffung eines Dynamometerwagens, sowie derjenige von Fr. 100,000 für Ausarbeitung der Projekte und Beginn der Arbeiten für die Einführung des elektrischen Betriebes auf der Strecke Erstfeld-Airolo und endlich die Beschaffung von 140 Akkumulatoren-Batterien für elektrische Zugsbeleuchtung im Betrage von Fr. 34,800 zu keinen Bemerkungen Anlass.

Die Gesamtausgaben für Bahnanlage und feste Einrichtungen, Rollmaterial, Mobiliar und Gerätschaften, sowie Nebengeschäfte sind für 1912 auf Fr. 42,951,650 veranschlagt. Davon sollen Fr. 6,823,550 von der Betriehsrechnung getragen werden, und es bleiben daher zu Lasten des Baukontos Fr. 36,128,100.

460

IV. Budget der Ausgaben der Kapitalrechnnng.

Dieses Budget gibt uns zu keinen Bemerkungen Anlass.

V. Garantierung des Besitzstandes der ehemaligen, nnn im Dienste der S. B. B. stehenden Beamten, Angestellten und Arbeiter der Gotthardbahn.

Laut dem Berichte des Verwaltungsrates vom 22. Septem ber 1911 (Seite 477) sind vom 1. April 1912 hinweg die Mehrbetreffnisse der Besoldungen des ehemaligen Gotthardbahnpersonals über die Maxima des neuen Gesetzes, sowie die sonstigen Zugeständnisse an dieses Personal nicht mehr, bezw. nur auf Grund der 8. B. B.-Réglemente budgetiert worden. Der Minderbetrag der Besoldungen ist für 9 Monate rund Fr. 25,000, derjenige für Nebenbezüge, Nachtzulagen und für die sonstigen Zuwendungen Fr. 275,000.

Wenn daher im Jahre 1912 die Wahrung des Besitzstandes im bisherigen Umfange zugestanden würde, so ergäbe dies nach obiger Berechnung für das Jahr 1912 eine Mehrbelastung des Betriebsbudgets von Fr. 300,000, was eine entsprechende Verminderung der Einnahmen der Gewinn- und Verlustrechnung zur Folge hätte.

Im Sinne von Art. 15, Abs. 2, des Bundesgesetzes betreffend die Besoldungen der Beamten und Angestellten der Schweizerischen Bundesbahnen vom 23. Juni 1910 werden wir die erforderlichen Massnahmen treffen, um den Besitzstand der ehemaligen Beamten, Angestellten und Arbeiter der Gotthardbahn über den 31. März 1912 hinaus in bestimmtem, noch näher zu präzisierenden Umfange zu sichern. Die Untersuchungen darüber, in welchem Umfange der Besitzstand nach dem genannten Termin gewährt werden solle, sind zurzeit noch nicht abgeschlossen.

Die finanzielle Wirkung der Beschlüsse, die hinsichtlich der Gewährung des Besitzstandes noch zu fassen sind, kann daher heute noch nicht genau festgestellt werden. Jedenfalls wird der fragliche Betrag die Summe von Fr. 300,000 nicht erreichen.

Man kann sich fragen, ob eine approximative Summe als besonderer Posten ins Ausgabenbudget eingestellt werden solle.

Angesichts des Umstandes, dass dieser Posten im Vergleich zu den mit Fr. 135,221,555 budgetierten Ausgaben des Betriebsbudgets nicht sehr erheblich in Betracht fällt, glauben wir, von der Einstellung eines besondern Postens ins Ausgabenbudget Umgang nehmen zu können.

461

Wir beantragen Ihnen, den nachstehenden Beschlussesentwurf zu genehmigen, und benutzen auch diesen Anlass, Sie, Tit., unserer ausgezeichneten Hochachtung zu Tersichern.

B e r n , den 7. November 1911.

Im Namen des Schweiz. Bundesrates, Der Bundesprasident: Buchet.

Der Kanzler der Eidgenossenschaft: Schatzmann.

Beilage: Bericht und Antrag des Verwaltungsrates vom 22. September 1911.

462

(Entwurf.)

Bimdesfoeschluss betreffend

den Voranschlag der schweizerischen Bundesbahnen für das Jahr 1912.

Die Bundesversammlung der schweizerischen Eidgenossenschaft, nach Einsicht 1. eines Berichtes und Antrages des Verwaltungsrates der schweizerischen Bundesbahnen vom 22. September 1911 ; 2. einer Botschaft des Bundesrates vom 7. November 1911, beschliesst: Die nachstehenden Budgets der schweizerischen Bundesbahnen für das Jahr 1912 werden genehmigt: 1. Das Betriebsbudget der schweizerischen Bundesbahnen, abschliessend mit Fr. 199,815,310 Einnahmen und mit Fr. 135,221,555 Ausgaben.

2. Das Budget der Gewinn- und Verlustrechnung der schweizerischen Bundesbahnen, abschliessend mit Fr. 78,142,805 Einnahmen und mit Fr. 71,184,370 Ausgaben.

3. Das Baubudget der schweizerischen Bundesbahnen im Betrage von Fr. 36,128,100.

4. Das Budget der Ausgaben der Kapitalrechnung der schweizerischen Bundesbahnen im Betrage von Fr. 42,941,550.

-40*-

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Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung betreffend den Voranschlag der schweizerischen Bundesbahnen für das Jahr 1912. (Vom 7. November 1911.)

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46

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15.11.1911

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