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Schweizerisches Bundesblatt.

64. Jahrgang.

II.

No 15

10. April 1912.

Jahresabonnement (portofrei in der ganzen Schweiz): litt Franken.

Einrückungsgebühr per Zelle oder deren Raum 15 Rp. -- Inserate franko «n die Expedition.

Druck und Expedition der Buchdruckerei Stämpfli & die. in Bern.

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Bericht des

Bundesrates an die Bundesversammlung über

seine Geschäftsführung im Jahre

1911.

Post- und Eisenbahndepartement.

L Eisenbahnwesen.

  1. Allgemeines.
  2. Organisation und Personal.

Gestützt auf Ihre durch Genehmigung des Budgets pro 1911 ausgesprochene Ermächtigung (Bundesblatt 1911, I, 4), dem Sekretariate einen weitern juristischen Beamten zuzuteilen, haben wir unterm 13. Januar 1911 Herrn Dr. Hornstein, Sekretär der administrativen Abteilung, der bereits seit 1906 einen Teil der Sekretariatsgeschäfte besorgt hatte, zum provisorischen II. Adjunkten befördert.

An die erledigte Stelle des Übersetzers ins Französische ist am 17. Februar Herr Adolf Despond, von Domdidier, ernannt worden.

Unterm 14. Dezember 1911 haben .wir den provisorischen.

Kanzleichef, Herrn Bürgi, in seinen Funktionen bestätigt.

Baudesblatt. 64. Jahrg. Bd. II.

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Herr Oeri, .Kontrollingenieur der technischen Abteilung, der zum Stellvertreter des Oberingenieurs bei der Generaldirektion der schweizerischen Bundesbahnen gewählt wurde, ist durch Herrn E. Arbenz, Ingenieur in St. Gallen, ersetzt worden.

Das Register des Departements zählt im ganzen 39,808 Ein- und Ausgänge, was gegenüber 1910 eine Vermehrung von 124 Nummern ausmacht.

Vom Departements Vorsteher sind im Laufe des Jahres 1911 4 Lokalbesichtigungen vorgenommen worden, nämlich in Grüze (II. Geleise Winterthur-Wil, Wil (^Stationscrweiterung), Gossau (Stationserweiterung) und in Glion-Sonchaux-Caux (Kozessionierung der Strecke G lion-Brochet).

2. Gesetze, Verordnungen und Postulate.

Im Berichtsjahre ist mit den Arbeiten für die Revision des B u n d e s g e s e t z e s b e t r e f f e n d d e n T r a n s p o r t auf Eisenb a h n en und D a m p f s c h i f f e n vom 29. März 1893, sowie des Transportreglements der schweizerischen Eisenbahn- und Dampfschiffunternehmungen vom I.Januar 1894 begonnen worden.

Eine teilweise Revision des Gesetzes war der Bundesversammlung schon im Jahre 1902 beantragt worden, wobei sich die vorgeschlagenen Abänderungen auf die Berücksichtigung der Bestimmungen des ersten Zusatzübereinkommens zum internationalen Übereinkommen über den Eisenbahnfrachtverkehr beschränkten.

Der Nationalrat stimmte seinerzeit (16. März 1903) der bundesrätlichen Vorlage zu, während der Ständerat (10. Juni 1903) nicht darauf eintrat, indem er der Ansicht war, es sollten auch die Beschlüsse der damals bevorstehenden zweiten Revisionskonferenz für das internationale Übereinkommen abgewartet werden.

Da der Zusammentritt dieser Konferenz sich verzögerte, wurde das Geschäft im Jahre 1905 von der Traktandenliste der Bundesversammlung abgesetzt.

Inzwischen haben sich die Verhältnisse soweit geändert, dass die Umarbeitung des Gesetzes, sowie des zugehörigen Reglements nicht mehr aufgeschoben werden kann. Ein zweites internationales Zusatzübereinkommen ist am 19. September 1906 in Kraft getreten. Sodann zeigt sich das Bedürfnis, die gesetzlichen Bestimmungen über den Personen- und Gepäckverkehr zn erweitern und sie dem letztes Jahr von der internationalen Kon-

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ferenz in Bern ausgearbeiteten Übereinkommen über diesen Verkehr möglichst anzupassen.

Eine Kommission bestehend aus Oberbeamten des Eisenbahndepartements und der Bundesbahnen ist gegenwärtig mit Aus.arbeituog der Entwürfe für Gesetz und Reglement beschäftigt.

Es besteht die Absicht, die ausgearbeiteten Entwürfe zunächst der kommerziellen Konferenz der schweizerischen Transportunternehmungen, an der neben allen wichtigeren Verkehrsanstalten auch Handel, Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft vertreten sind, vorzulegen. Die Wünsche der Konferenz sollen dann in der Gesetzesvorlage, soweit möglich, Berücksichtigung finden.

Der Vorstand des schweizerischen Tierschutzvereins hat in mehreren Eingaben auf die beim T i e r t r a n s p o r t auf den schweiz e r i s c h e n B a h n e n bestehenden Übelstände aufmerksam gemacht und zu ihrer Beseitigung Vorschläge für Änderung der einschlägigen gesetzlichen und reglementarischen Bestimmungen gestellt. Mit einer mit über 21,000 Unterschriften versehenen Eingabe hat uns sodann der kantonale Zürcher Tierschutzverein speziell um Abhülfe gegen die beim Schlachtviehimport zutage getretenen Missstände ersucht. Wir haben die Generaldirektion der schweizerischen Bundesbahnen zur Berichterstattung über die in den Eingaben berührten Verhältnisse, sowie über die zur Abstellung der Übelstände geeigneten Massnahmen eingeladen. Die Äusserung steht noch aus. Wir werden im fernem darauf Bedacht nehmen, dass bei der bevorstehenden Revision des Transportgesetzes und des Transportreglementes den Anregungen der Tierschutzvereine nach Möglichkeit Rechnung getragen wird.

Mit Beschluss vom 21. März 1911 haben wir eine neue VollziehungsVerordnung zum Bundesgesetz über den T r a n s p o r t auf E i s e n b a h n e n erlassen in Ersetzung derjenigen vom 11. Dezember 1893. Durch diese neue Verordnung ist die Tarifkontrolle des Eisenbahndepartements in dem Sinne eingeschränkt worden, dass im Einklang mit Art. 3 des Tarifgesetzes der schweizerischen Bundesbahnen nur noch deren allgemeine Tarifvorschriften, interne allgemeine Personen- und Gütertarife und davon abweichende Tarifbestimmungen und Taxgrundlagen für den Verkehr mit dem Ausland, sowie alle Änderungen daran, vor ihrer Inkraftsetzung der Aufsichtsbehörde zur Genehmigung vorzulegen sind. Bei allen übrigen Tarifen ist die vorherige Genehmigung weggefallen und durch eine nachträgliche Prüfung mittelst Stichproben ersetzt worden. Diese Einschränkung

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der Kontrolle hatte für das Eisenbahndepartement eine Geschäftsverminderung zur Folge, die der administrativen Abteilung eine Verminderung ihres Personals um 2 Beamte gestattete. Letztere sind von den Bundesbahnen übernommen worden.

In Ausführung des Art. 2 des Bundesgesetzes vom 23. Juni 1910 betreffend die Besoldungen der Beamten und Angestellten der schweizerischen Bundesbahnen haben wir unterm 27. Juni 1911 eine Gehaltsordnung erlassen, durch welche das Minimum und das Maximum der Besoldung für jede einzelne Beamtung und Anstellung im Rahmen der Ansätze des Gesetzes festgesetzt ist. Diese Gehaltsordnung wird am 1. April 1912 in Kraft treten.

Ferner haben wir Ihnen in unserer Botschaft vom 24. November 1911 betreffend Erteilung der Ermächtigung an Beamte, Angestellte oder Arbeiter der schweizerischen Bundesbahnen zur Annahme eines öffentlichen Amtes unsere Anträge zur Regelung der Frage des passiven Wahlrechtes (Postulat Nr. 735) unterbreitet.

Einem von der nationalrätlichen Kommission bei Behandlung des Voranschlages der Eidgenossenschaft pro 1911 ausgesprochenen Wunsche Folge gebend, haben wir unterm 11. April 1911 verfügt, dass den Eisenbahnunternehmungen für die dem Bunde infolge der Vornahme von Vorkollaudationen und Kollaudationen entstehenden Auslagen Rechnung zu stellen sei.

In diesem Zusammenhange ist ferner zu bemerken, dass von einem Mitgliede der erwähnten Kommission die Anregung gemacht worden war, es möchte eine Gebühr für die Bewilligung von Eisenbahnkonzessionen und Ersatz der Kosten solcher Begehren verlangt werden. Vom Eisenbahndepartement ist nun bereits im Jahre 1910 der Entwurf eines Bundesbeschlusses betreffend die Gebühren für Konzessionierung von Transportanstalten erstellt worden. Über diesen Entwurf haben sich im Berichtsjahre sämtliche Kantonsregierungen und die Generaldirektion der schweizerischen Bundesbahnen ausgesprochen, so dass wir in nächster Zeit in der Lage sein werden, Ihnen eine bezügliche Botschaft mit Beschlussesentwurf unterbreiten zu können.

Die Reorganisation des Departementes (Postulat Nr. 618) wurde im Berichtsjahre soweit vorbereitet, dass wir in der Lage sein werden, Ihnen im Laufe des Jahres 1912 unsere Vorschläge über die beabsichtigte Reorganisation zugehen zu lassen.

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8. Eisenbahnrüchkauf und Verwaltung der Bundesbahnen.

Gerichtlicher Vergleich über die Feststellung der Rückkaufseutschädigung für die Gotthardbahn.

Nachdem anlässlich der am 18. und 19. Mai 1911 abgehaltenen bundesgerichtlichen Verhandlungen zur Entscheidung der Frage des Erneuerungsfonds und der anderweitigen Forderungen wegen materieller Minderwerte das Bundesgericht nach Anhörung der mündlichen Par tei vor träge die Vertagung der Urteilsberatung beschlossen hatte, um den Parteien noch die Mögr lichkeit zu einer Verständigung zu geben, schlössen dieselben am 10. Juni 1911 vor dem Präsidenten des schweizerischen Bundesgerichtes unter beidseitigem Ratifikationsvorbehalt einen gerichtlichen Vergleich ab, wonach die der Gotthardbahngesellschaft in Liquidation zu zahlende restanzliche Rückkaufsentschädigung Fr. 83,750,000, Wert 1. Mai 1909, beträgt. Diese Rückkaufsentschädigung wird der Gotthardbahngesellschaft in Liquidation in 4°/oigen Bundesbahnobligationen im Nominalbetrage von 500 oder 1000 Franken, nach Wahl der Gesellschaft, zu pari gerechnet, ausbezahlt, zinsbar ab 1. Januar 1912. Der Zins der Rückkaufsentschädigung vom 1. Mai 1909 an ist zu 4 °/o zu berechnen und auf 31. Dezember 1911 bar zu bezahlen, unter Abzug der bereits geleisteten Anzahlungen.

Der Vergleich ist von der Liquidationskommission der Gotthardbahngesellschaft am 9. Juli 1911, von der Generalversammlung der Aktionäre am 26. August 1911 und vom Bundesrate am 29. August 1911 genehmigt worden. Sie haben Ihrerseits dem Vergleiche durch Bundesbeschluss vom 5. Dezember 1911 die Genehmigung erteilt.

Hinsichtlich aller Einzelheiten betreffend den Gotthardbahnrückkaufsprozess und den Vergleich erlauben wir uns auf unsere Botschaft zu dem mit der Gotthardbahngesellschaft in Liquidation abgeschlossenen gerichtlichen Vergleich betreffend Feststellung der Rückkaufsentschädigung für die Gotthardbahn vom 29. August 1911 (Bundesbl. IV, 63) zu verweisen.

Rückkauf der Linie Genf-La Plaine und Erstellung der Verbindungsbahn zwischen den beiden Bahnhöfen Cornavin und Eaux-Vives.

Nach genauer Prüfung des in unserem letztjährigen Berichte erwähnten Memorials des Staatsrates des Kantons Genf vom 25. Februar 1910 beantworteten wir dasselbe eingehend unterm

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6. Oktober 1911.

In unserer Antwort erklärten wir uns mit dem Bau des sogenannten Raccordement, d. h. der Verbindungsbahn zwischen den Bahnhöfen Cornavin und Eaux-Vives vor der Erstellung der Faucillebahn grundsätzlich einverstanden. Für diesen Entschluss war für uns die Erwägung massgebend, dass der gegenwärtige Zustand für den auf dem linken Ufer der Rhone liegenden Teil der Stadt Genf, sowie für die grossen Gemeinden Plainpalais, Carouge, Lancy und Eaux-Vives, die noch keine Bahnverbindung haben, ein nachteiliger wird und die Entwicklung von Handel und Verkehr hemmt. Im Laufe der weitern Verhandlungen, die mit dem Staatsrate des Kantons Genf stattfanden, einigte man sich dahin, dass der Kanton ein Drittel der auf 24 bis 25 Millionen Franken veranschlagten Erstellungskosten der Verbindungsbahn übernehmen wird. Die ändern zwei Drittel werden vom Bunde und von den Bundesbahnen übernommen werden müssen. Im ferneren wird der Kanton Genf dem Bunde die ihm gehörende Linie Vollandes-Annemasse irn vollkommenen Zustande unentgeltlich abtreten und den Rückkauf der Linie GenfLa Plaine gemäss dem ihm zustehenden Rückkaufsrechte für Rechnung des Bundes durchführen.

Über diesen letzteren Punkt ist zu berichten, dass mit der P. L. M. Bahngesellschaft in einer Konferenz, die am 19./20. Oktober 1911 in Genf stattfand, und an welcher auch die BundesbahnVerwaltung vertreten war, eine Einigung über die Grundsätze, nach denen der Rückkaufspreis zu berechnen ist, zustande kam.

Auch wurden die zukünftigen Betriebsverhäitnisse irn Bahnhof Genf-Cornavin und auf der Linie Genf-La Plaine beraten und der Entwurf einer Vereinbarung über die Mitbenützung der fraglichen Linie und des Bahnhofes Cornavin durch die P. L. M.-Bahngesellschaft im Sinne des Art. 10 des Staatsvertrages vom 18. Juni 1909 betreffend die Zufahrtslinien zum Simplon aufgestellt. Da der Vertrag über den Rückkauf und das Übereinkommen über die Einführung der P. L. M.-Züge in den Bahnhof Cornavin nach getroffener Abmachung spätestens bis Ende August 1912 von den zuständigen Instanzen sollen genehmigt werden, so werden wir in nächster Zeit in der Lage sein, Ihnen die ganze Angelegenheit mit unsern Anträgen zu unterbreiten.

Rückkauf des Jura Neuchâtelois.

Auf Wunsch des Staatsrates des Kantons Neuen bürg sind wir mit ihm von neuem in Unterhandlungen über den Rückkauf

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des Jura Neuchâtelois eingetreten, die jedoch im abgelaufenen Jahre noch nicht zum Abschluss gelangt sind.

Verwaltung der Bundesbahnen.

Verwallungsrat.

An Stelle der im Januar und September verstorbenen Herren Nationalrat Geilinger, Stadtpräsident von Winterthur, und Ingenieur Manuel, Direktor der Ingenieurschule in Lausanne, haben wir als Mitglieder des Verwaltungsrates gewählt die Herren Hans Knüsli, gewesenen Direktor der Lokomotivfabrik "Winterthur, in Winterthur, und Herrn P. Weissenbach, gewesenen Präsidenten der Generaldirektion der S. B. B.

Kreiseiseribahnrätß.

An Stelle der Herren Bundesräte Dr. Hoffmann und Dr. Motta haben wir Herrn Walter Gsell, Stadtpräsident von St. Gallen, als Mitglied des Kreiseisenbahnrates IV, und Herrn Soldini, Ständerat in Chiasso, als Mitglied des K r e i s e i s e n b a h n r a t e s V gewählt.

Die von uns gewählten Mitglieder des Verwaltungsrates und der Kreiseisenbahnräte I-V haben wir für eine neue, mit dem 1. Januar 1912 beginnende und am 31. Deeember 1914 ablaufende Amtsdauer bestätigt.

Generaldirektion.

Mit Schreiben vom 23. September 1911 hat Herr P. Weissenbach, Präsident der Generaldirektion der S. B. B. erklärt, dass er auf den Ablauf der Amtsdauer, Ende 1911, von der Stelle eines Mitgliedes der Generaldirektion zurücktrete und eine allfällige Wiederwahl nicht annehmen könne. Von dieser Erklärung haben wir unter Verdankung der geleisteten Dienste Vorrnerk genommen.

Mit tiefem Bedauern haben wir von dem am 28. November 1911 erfolgten Hinscheide des Herrn Joseph Flury, Vizepräsidenten der Generaldirektion Kenntnis genommen.

Die Herren Weissenbach und Flury haben seit Juli 1901 mit Auszeichnung die Stellen des Präsidenten und Vizepräsidenten und diejenigen von Vorstehern des Rechtsdepartements und des Betriebsdepartements bei der Generaldirektion versehen

454 und sich um die Entwicklung der schweizerischen Bundesbahnen grosse Verdienste erworben. Wir sprechen Herrn Weissenbach auch an dieser Stelle unsern Dank aus und werden dem leider allzufrüh dahingeschiedenen Herrn Flury ein treues Andenken bewahren.

Die bisherigen Mitglieder, nämlich die Herren Sand, Dinkelmann und Colomb haben wir für eine neue, mit dem 31. Dezember 1917 ablaufende Amtsdauer bestätigt und neu gewählt die Herren Dr. Robert Haab, Regierungsrat in Zürich, und Joseph Zingg, Präsident der Kreisdirektion V, von und in Luzern. Die letztere Wahl wurde jedoch erst im Januar dieses Jahres vorgenommen.

Für eine neue mit dem 31. Dezember 1914 ablaufende Amtsdauer haben wir Herrn Dinkelmann als Präsidenten und Herrn Sand als Vizepräsidenten der Generaldirektion gewählt.

EreiscKrektionen.

An Stelle des zurückgetretenen Herrn Lusser haben wir als Mitglied der Kreisdirektion V Herrn Anton Schrafl, von Bellinzona, Stellvertreter des Oberingenieurs des Kreises V in Luzern, gewählt.

Sodann haben wir sämtliche bisherigen Mitglieder der Kreisdirektionen I bis V für eine neue mit dem 31. Dezember 1917, und ihre Präsidenten und Vizepräsidenten für eine neue mit dem 31. Dezember 1914 ablaufende Amtsperiode bestätigt.

4. Internationale Verhältnisse.

Die Vorarbeiten für die Erstellung der Entwürfe zu Staatsverträgen behufs Regelung des Zoll-, Post-, Telegraphen-, Sanitätsund Viehseuchenpolizeidienstes im zukünftigen internationalen Bahnhofe V a l l o r b e sind im Berichtsjahre an Hand genommen und dem Abschlüsse nahe gebracht worden.

Die Genehmigung des neuen G o t t h a r d v e r t r a g e s seitens Italien und der Schweiz war Ende des Jahres noch nicht erfolgt.

Die internationale S i m p l o n - D e l e g a t i o n trat während des Jahres 1911 zweimal zusammen, nämlich am 26./27. April und am 20./21. September. Sie befasste sich wie gewohnt mit den Fahrplänen und Tarifen der Simploulinie.

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Die von der Delegation früher behandelten und der italienischen Regierung am 13. Juni 1910 übermittelten ersten vertragsgemässen Rechnungsausweise für die Simplonstrecke BrigIselle fanden seither die Zustimmung von italienischer Seite.

Mit Note vom 16. Juni 1911 wurde uns mitgeteilt, dass die italienische Regierung die auf Ende 1906 und 1907 abgeschlossenen Baurechnungen, mit Kostenverteilung auf die beiden Länder, genehmigt habe, in der Meinung, dass die nicht abgeklärte Frage der Verrechnung der italienischen jährlichen Subvention von Fr. 66,000 erst später, bei einer Geltendmachung des Rückkaufsrechtes durch Italien, zu entscheiden sei. Die königliche Regierung anerkannte gleichzeitig auch die gemeinsam festgesetzten Längen des Simplontunnels auf beiden Staatsgebieten.

Am 17. September wurde uns weiter angezeigt, dass die italienische Regierung auch zu den Betriebsrechnungen der Simplonlinie für 1906 und 1907 die Zustimmung erklärt habe.

Nach Erledigung dieser Rechnungen konnte die Generaldirektion der Bundesbahnen Mitte Dezember die Ausweise für die Jahre 1908, 1909 und 1910 vorlegen. Das Eisenbahndepartement nahm die übliche Prüfung vor und veranlasste im Monat Januar 1912 die Weiterleitung des Rechnungsmaterials an die Simplondelegation, die hierüber einen Bericht abzustatten hat. Nach erfolgter Behandlung durch die Delegation sind die Rechnungen den beiden Staatsregierungen zur Genehmigung zu unterbreiten.

In seiner Sitzung vom 28. September 1911 hat der Bundesrat Herrn Nationalrat C a m i l l e D é c o p p e t als Mitglied der schweizerischen Vertretung in der Delegation an Stelle des verstorbenen Herrn Ingenieur P a u l M a n u e l gewählt.

Durch Beschluss vom 20. September 1911 wählte ferner der Bundesrat zum Mitglied der schweizerischen Vertretung in der Delegation Herrn P. W e i s s e n b a c b , zurücktretenden Präsidenten der Generaldirektion der schweizerischen Bundesbahnen an Stelle des Herrn H. D i n k e l m a n n , der infolge seiner Ernennung zum Präsidenten der Generaldirektion der S. B. B.

ex o f f i c i o Präsident der Delegation wird.

Auch im Berichtsjahre fand eine Verständigung über den Bau des z w e i t e n S i m p l o n t u n n e l s zwischen der Firma Brandt, Brandau & Cie. und den schweizerischen Bundesbahnen nicht statt. Ueber die Frage, welche Verpflichtungen sich aus den Bauverträgen für die genannte Firma ergeben, ist ein Prozess vor Bnndesgericht anhängig.

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Da aber die Erstellung des zweiten Simplontunnels dringlich ist, haben die schweizerischen Bundesbahnen angesichts der Weigerung der Firma, denselben zu erstellen, im Dezember 1911 die fragliche Arbeit zur öffentlichen Konkurrenz ausgeschrieben.

Im Berichtsjahre ist Herr Gr. Farner, langjähriger Vizedirektor des Z e n t r a l a m t e s f ü r d e n i n t e r n a t i o n a l e n E i s e n b a h n t r a n s p o r t zurückgetreten. Er wurde durch den deutschen Sekretär des Zentralamtes Herrn M. von Ritter, ersetzt. Die Stelle eines deutschen Sekretärs des Zentralamtes ist vorläufig nicht besetzt worden.

Dem Zentralamte als Schiedsgericht wurde von Bahnverwaltungen ein Fati zum Entscheid unterbreitet.

Im Berichtsjahre ist Bulgarien dem internationalen Übereinkommen über den Eisenbahn-Frachtverkehr beigetreten.

Am 16. Mai 1911 traten in Bern Abgeordnete sämtlicher am internationalen Übereinkommen über den Eisenbahnfrachtverkehr beteiligten Staaten, sowie von Norwegen, zur Beratung des Entwurfs eines internationalen Übereinkommens über die Beförderung von Personen und Reisegepäck, zusammen. Die Arbeiten dieser Konferenz konnten dank dem allseitigen Entgegenkommen der Delegierten so gefördert werden, dass der Schlussakt bereits am 30. Mai 1911 unterzeichnet werden konnte.

Die Übermittlung dieses Schlussaktes und des Verhandlungsprotokolls an die Regierungen der beteiligten Staaten erfolgte schon am 11. Juli 1911 mit der Einladung, nach Prüfung der Vorlage Abgeordnete zu bezeichnen, welche in Bern zusammenzutreten und den Schlussakt in ein Übereinkommen umzuwandeln hätten. Dieses Übereinkommen wird alsdann der parlamentarischen Genehmigung unterstellt werden. Bis zum Jahresschluss sind noch nicht alle Antworten der beteiligten Staaten eingegangen.

O s t a l p e n b a h n . Wir haben Ihnen in der Dezembersession das allgemeine Gutachten und das technische Gutachten der Generaldirektion der schweizerischen Bundesbahnen über die Ostalpenbahn vom 2. November 1907 und vom 6. Juni 1908 vorgelegt. Vom Kleinen Rat des Kantons Graubünden ist Ihnen das in seinem Auftrage erstellte kommerzielle Gutachten des Herrn Würmli, Beamter der Rhätischen Bahn vom September 1911 zugestellt worden.

Die Generaldirektion ist vom Eisenbahndepartement eingeladen worden, über dieses kommerzielle Gutachten und über die uns vom Greinakomitee zur Verfügung gestellten Druck-

457 Schriften des Herrn Bernhardt, Beamter der S. B. B., über die Ostalpenbahn eine gemeinsame Vernehmlassung zu erstatten.

Sobald wir im Besitze dieser letzteren sein werden, können die Akten vorläufig als geschlossen betrachtet werden und wir werden Ihnen alsdann mit Beförderung über die ganze Angelegenheit unsere Anträge vorlegen.

Die Revision der Verzeichnisse über die im internationalen Eisenbahnverkehr zugelassenen M a x i m a l r a d s t ä n d e , Maxim a l r a d d r ü c k e und L a d e m a s s e und die Mitteilung der revidierten Verzeichnisse an die interessierten Staaten hat in gewohnter Weise stattgefunden.

Die internationale Kommission zur Bestimmung einer einh e i t l i c h e n B e g r e n z u n g s l i n i e f ü r G ü t e r w a g e n , von der wir schon im letztjährigen Bericht erwähnten, dass deren konstituierende Versammlung auf den 9. Mai 1911 angesetzt worden sei, konnte nach zweimaliger Verschiebung erst am 10. Oktober zusammentreten.

Die erste Sitzung wurde eröffnet durch den Vorsteher des Post- und Eisenbahndepartements, und es wurde an derselben zum Vorsitzenden gewählt Herr Direktor Winkler, vom Eisenbahndepartement. Vertreten waren 10 Länder durch 37 Delegierte.

Die Kommission hielt 3 Sitzungen ab und vertagte sich hierauf bis zum 22. Mai 1912, um den Delegationen Gelegenheit zu geben, die von der Kommission vorbereiteten Vorschläge im Schosse der einzelnen Verwaltungen prüfen zu können.

Mit der von der Grossherzoglich Badischen Regierung angeregten Aufstellung einheitlicher Bestimmungen über die Verleihung und Wiederentziehung der Schifferpatente für den Bodensee haben sich sämtliche Uferstaaten einverstanden erklärt.

Die Weiterbehandlung dieses Geschäfts fällt jedoch nicht mehr in das Berichtsjahr.

In Sachen der Revision der g e m e i n s a m e n S c h i f f fahrt s- und H a f e n o r d n u n g für den Untersee und den Rhein zwischen Konstanz und Schaffhausen haben wir im Berichtsjahre der Grossherzoglich Badischen Regierung unsere Gegenvorschläge, die im Benehmen mit den schweizerischen Sehiffahrtsbeteiligten und den Regierungen der Kantone Thurgau und Schaffhausen bereinigt wurden, übermittelt.

Von der italienischen Regierung sind uns im Berichtsjahre neuerdings Gegenvorschläge und Bemerkungen zum Entwurf für das s c h w e i z e r i s c h - i t a l i e n i s c h e Ü b e r e i n k o m m e n

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b e t r e f f e n d die S c h i f f a h r t auf dem L u g a n o r- und dem L a n g e n s e e zugestellt worden. Wir haben dieselben einer Prülüag unterzogen; eine Erledigung jedoch ist noch nicht erfolgt.

B. Rechtliche Verhältnisse.

  1. Rechtliche Grundlagen der Eisenbahnunternehmungen.

Zu den 73 K o n z e s s i o n s g e s u c h e n , die am 31.Dezember 1910 noch anhängig waren, sind im Berichtsjahre 22 neue Gesuche hinzugekommen. Von diesen 95 Gesuchen sind 15 durch Erteilung der nachgesuchten Konzession erledigt worden, während eines förmlich zurückgezogen wurde und 11 als gegenstandslos abgeschrieben werden konnten. Am Schlüsse des Berichtsjahres blieben somit 68 Gesuche anhängig.

Drei Gesuche um E r n e u e r u n g einer erloschenen Konzession wurden durch Zustimmung erledigt.

Einem Gesuche um A u s d e h n u n g einer Konzession haben wir, gestützt auf die im Konzessionsakte enthaltene Ermächtigung, von uns aus entsprochen.

Durch Bundesbeschluss sind I S K o n z e s s i o n s ä n d e r u n g s g e s u c h e und ein K o n z e s s i o n s ü b e r t r a g u n g s g e s u c h in zustimmendem Sinne erledigt worden. Einem weiteren Konzessionsübertragungsgesuch, in dem auch die Ausdehnung der Konzession nachgesucht worden war, wurde ebenfalls entsprochen.

Von Ihnen wurden zwei B e t r i e b s v e r t r ä g e genehmigt.

Ein weiterer Vertrag nebst Zusatzerklärung über den Betrieb auf den Grenzbahnhöfen Pfetterhausen und Bonfol konnte von uns genehmigt werden. Eine Gesellschaft, die anfänglich den Betrieb ihrer Linie dem Bauunternehmer überlassen hatte, hat im Berichtsjahre den Selbstbetrieb eingeführt.

Die eingeführte strengere Praxis in bezug auf die Fristv e r l ä n g e r u n g s g e s u c h e hat sich bestens bewährt, indem in den beiden letzten Jahren die Finanzierung verschiedener Linien von volkswirtschaftlicher Bedeutung beschleunigt worden ist, während eine ganze Anzahl anderer konzessionierter Bahnprojekte, die keine oder nur ganz geringe Aussicht auf Verwirklichung hatten, von den jeweiligen Initianten endgültig fallen gelassen wurden. Im Berichtsjahre haben wir 16 Fristverlängerungsgesuchen entsprochen, wobei in 11 Fällen erklärt wurde, der Bundesrat

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werde eine weitere Fristerstreckung nicht mehr von sich aus gewähren. Ferner sind zwei Gesuche von Ihnen in zustimmendem Sinne erledigt worden, während 4 Gesuche zurückgezogen wurden und eines infolge nachträglicher Einreichung der vorschriftsmässigen Vorlagen gegenstandslos wurde. Die Erledigung von weiteren neun Fristerstreckungsgesuchen fällt nicht mehr ins Berichtsjahr. Auf 31. Dezember 1911 waren noch 18 Gesuche hängig.

Elf K o n z e s s i o n e n sind infolge unbenutzten Ablaufes der konzessionsmässigen Fristen erloschen. Die Zahl der in Kraft stehenden Konzessionen von noch nicht eröffneten Bahnen beträgt auf Ende 1911 134. Dabei sind die Linien, die zwar in einzelnen Sektionen, aber noch nicht in ihrer gesamten Länge in Betrieb stehen, mitgerechnet und alternative Konzessionen nur einfach gezählt. Im übrigen gestatten wir uns, auf das vom Eisenbahndepartement herausgegebene Eisenbahnverzeichnis hinzuweisen, welches über diese Verhältnisse näheren Aufschluss erteilt.

2. Statuten und Finanzausweise.

Fünf Gesuchen um Genehmigung von S t a t u t e n neu gegründeter Bahngesellschaften und 11 Gesuchen um Genehmigung von revidierten Statuten oder Statutennachträgen konnte teilweise mit besonderen Vorbehalten entsprochen werden. Ferner genehmigten wir die Finanzausweise für neun neue Bahnlinien.

3. Expropriation.

Infolge eines Todesfalles und zweier Demissionen mussten drei Mitglieder von e i d g e n ö s s i s c h en Seh ä t z u n g s k om miss i o n e n ersetzt werden. Diese Ersatzwahlen konnten noch im Berichtsjahre vorgenommen werden.

Von 28 E i n s p r a c h e n g e g e n die A b t r e t u n g s p f l i c h t wurden 27 abgewiesen. Auf eine Einsprache traten wir nicht ein, da die in Frage stehende Liegenschaft von der Expropriation gar nicht berührt wurde. 18 weitere Fälle wurden auf gütlichem Wege erledigt.

Die Anwendung des a u s s e r o r d e n t l i c h e n V e r f a h r e n s wurde in zwei Fällen bewilligt.

Acht Gesuchen um B e s i t z e i n w e i s u n g im Sinne des Art. 46 des Bundesgesetzes vom 1. Mai 1850 betreffend die Ver-

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bindlichkeit zur Abtretung von Privatrechten konnte entsprochen werden, während zwei, weitere Gesuche zurückgezogen wurden.

In einem Falle musste ein Gesuch um Wiedererwägung des getroffenen Entscheides abgewiesen werden.

e. Pfandbuch.

Bewilligt wurden nach vorausgegangener Publikation 13 Verpfändungen für einen Gesamtbetrag von Fr. 57,415,000.

Vom Pfandbuchführer wurden mit dem Vermerke des Pfandbucheintrages versehen 119,542 Titel im Gesamtbetrage von Fr. 61,005,000 und mit dem Löschungszeichen 1737 Titel im Gesamtbetrag von Fr. 1.932,500.

5. Rechtliche Grundlagen anderer Transportanstalteu.

Nachdem die Verordnung vom 19. Dezember 1910 betreffend die Schiffahrt konzessionierter Unternehmungen auf schweizerischen Gewässern auf 1. Januar 1911 in Kraft getreten war, wurden zu Anfang des Jahres sämtliche konzessionierte S c h i f f a h r t s u n t e r n e h m u n g e n vom Eisenbahndepartement zur Einreichung von Gesuchen um Erneuerung der Konzession veranlasst. Zu den eingereichten 19 Konzessionserneuerungsgesuchen kamen im Laufe des Jahres noch drei neue Konzessionsgesuche hinzu. Von diesen 22 Gesuchen konnten im Berichtsjahre acht durch Erneuerung beziehungsweise Erteilung der Konzession erledigt werden. In einem Falle musste der Konzessionsbewerber an die Kantonsregierung gewiesen werden, da die Voraussetzungen zur Erteilung einer eidgenössischen Konzession nicht zutrafen und ein Konzessionsgesuch wurde abgewiesen. Auf Ende des Jahres blieben somit 12 Gesuche unerledigt.

Im Berichtsjahre wurden 6 Konzessionen für A u t o m o b i l u n t e r n e h m u n g e n , deren Dauer abgelaufen war, auf Ansuchen der betreffenden Gesellschaften erneuert und teilweise abgeändert.

Zwei Gesuchen um Erteilung einer Konzession konnte ebenfalls entsprochen werden. Auf Ende des Jahres war noch ein Konzessionserneuerungsgesuch unerledigt.

Ein Konzessionsgesuch für eine Luftseilbahn musste abgewiesen werden.

461 C. Technische Kontrolle.

Der Kontrolle des Eisenbahndepartements waren unterstellt : 1911

Eisenbahnverwaltungen Konzessionierte Schiffahrtsunternehmungen . .

Nichtkonzessionierte Schiffahrtsunternehmungen .

Aufzüge und Automobilunternehmungen . . .

Zusammen

1910

Unternehmungen 206 201 17 19 -- 134 19 15 242 369

Die nichtkonzessionierten Schiffabrtsunternehmungen. stehen seit dem auf 1. Januar 1911 erfolgten Inkrafttreten der neuen Verordnung betreffend die Schiffahrt konzessionierter Unternehmungen auf schweizerischen Gewässern, vom 19. Dezember 1910, unter der Kontrolle der Kantone.

Die Zahl der Ein- und Ausgänge der technischen Abteilung hat gleichwohl neuerdings zugenommen und es erreichen 1911

die Eingänge die Ausgänge Zusammen

1910

Nummern 17,585 16,830 10,621 10,438 28,206 27,268

Nicht inbegriffen sind dabei die zahlreichen Mitberichte, die die Sektionen unter sich und an die Abteilung erstattet haben, ferner die zahlreichen Mitberichte der Organe der technischen an die administrative Abteilung betreffend die Rechnungen der Eisenbahnen. Auch die zürn Teil umfangreiche Mitarbeit an der Revision bestehender Vorschriften und Verordnungen, sowie an internationalen Vereinbarungen und endlich die vielen Augenscheine und Konferenzen, bei denen Direktor und Inspektoren beteiligt waren, finden in diesen Zahlen keinen Ausdruck.

Bezüglich der verschiedenen Organe und Sektionen der Abteilung gestatten wir uns im übrigen, auf die nachfolgenden nähern Angaben zu verweisen.

  1. Bahnanlage und feste Einrichtungen.
  2. Bahnbau.

Planvorlagen.

Die im Berichtsjahre genehmigten Planvorlagen für neue Linien, für Ergänzungs- und Umbauten aller Art auf den im Betrieb stehenden Linien, sowie für industrielle Anschlussgeleise verteilen sich wie folgt:

FUr neue Bahnlinien

PlanYorlagen

Allgemeine Baupläne und Profile.

Situationspläne . . .

. . .

Längenprofile Sammlungen v o n Querprofilen . . . .

. .

Normal- und Spezialpläne.

Normalprofile f ü r Unterbau . . . .

Erdbauten und Mauern .

Tunnelbauten . .

Brücken und Durchlässe . .

Ufer- und Schutzbauten Wegbauten inkl. Wegübergänge . . .

. .

Oberbau inkl. Weichen, Drehscheiben und Schiebebühnen . . .

StationeD und Haltestellen .

Erweiterungen und Geleiseanlagen in Stationen StatioDshochbauten inkl. Perronanlagen und Perrondächer . . .

Stationseinrichtungen (Wasserversorgung, Beleuchtung, Kranen, Brückenwagen, Putzgrulien) Mechanische Einrichtungen für Seilbahnen, inkl. Kabel und Rollen Leitungen u n d Kraftstationen f ü r elektrische Bahnen . . . .

Wärterhäuser (inkl. Brunnen), Bahnabschluss und Bahnbewachung Signale (inkl. Telegraph und Telephon), Zentralweichenstellungen u n d RiegeluDgen . .

. . . .

Anlagen und Hochbauten für Traktionsdienst und Werkstätten .

Zusammen (1910

67 54 28

für Ergänzung! ·und Manien Freie Bahn

Industrielle Verbindungsgeleise

33 1 1

21 12 4

47 10 8

Bahnhöfe und Stationen

27 1 9 236 6 14

11

1 16

65 3 3

73 47

1

12 10

5 118 13 9 12

113

55

484

3 10 171 3

147 3 27 5

18 88

43

7

10

115

815 811

1076 851

3

168 77 41 28 28 14 422 22 26

--

97 57

--

539

--

150 13 216 96

--

125

68 51

2307 2054)

24

348 341

Anzahl

der Pläne zusammen

138

50

l

463

Neue Bahnlinien.

Während des Berichtsjahres befanden sich 35 Bahnlinien und Bahnstrecken im Bau (im Vorjahre 45); davon wurden die folgenden 16 Linien neu in Angriff genommen: Schweizerische Bundesbahnen : Sissach-Olten (Hauenstein-Basislinie) ; Brienz-Interlaken (Brienzerseebahn) ; Berner Alpenbahn-Gesellschaft : Münster-Lengnau ; Sursee-Triengen ; Meiringen-Aareschlucht ; Säntisbahn : I. Sektion : Appenzell-Wasserauen ; Bremgarten-Dietikon : Bremgarten Obertor-Bremgarten S. B, B. ; Aigle-Sépey-Ormont=dessus ; Tramways lausannois: Georgette-Port de Pully; Städtische Strassenbahn Zürich: Römerhof-Klusplatz ; Burgwies-Rehalp ; Trambahn St. Gallen: Union-Teufenerstrasse Bern-Worblaufen-Zollikofen ; Brig-Furka-Disentis : Strecke Brig-Furkatunnel ; Funicolare degli Angioli in Lugano ; Luzern-Dietschiberg.

Vollendet und dem Betrieb übergeben wurden im Berichtsjahre folgende Bahnlinien oder Bahnstrecken : Eröffnungsdatum 1. Lugano-Cadro-Dino : Lugano-Santa di Viganello 2. Januar Santa di Viganello-Dino 27. Juni 2. Schaffhauser Strassenbahn : Güterbahnhof-Ebnat Bundesblatt. 64. Jahrg. Bd. U.

31. März 31

464 Eröffnungsdatum

3. Städtische Strassenbahn Zürich : . Römerhof-Klusplatz 4. Biasca-Acquarossa-Olivone : I. Sektion: Biasca-Acquarossa

6. Juli

5. Chemins de fer électriques veveysans: Blonay-Les Pléiades

8. Juli

6. Sierre-Montana-Vermala 7. Trambahn St. Gallen : Union-Teufenerstrasse : Strecke Union-Hochwacht 8. Altstätten-Gais : Strecke Altstätten=Stadt-Gais 9. Clarens-Chailly-Blonay :.

10. Wil-Weinfelden-Emmishofen (Mittel-ThurgauBahn)

  1. Juni
  2. September
  3. Oktober 18. November 23. November 20. Dezember

Die Gesamtlänge (Baulänge) dieser neuen Linien beträgt rund 87 km.

Die Hauptverhältnisse der Baulinien ergeben sich aus der nachfolgenden Tabelle.

li

Baulinien

II m

GewöhnTunnel licher MaximalBaulänge Minimalsteigung Zahl Gesamtradius länge

m

°/00

500

10,5

"12,523

300 300

1,760

km

Brücken über 10 m Zahl Gesamtlänge

m

m

  1. Hauptbahnen.

1 Schweizerische Bundesbahnen : Sissach-Olten (Hauenstein-Basislinie) Berner Alpenbahn-Gesellschaft : 2 Frutigen-Brig 3 Münster-Lengnau . . . .

4 Frasne-Vallorbe (Französische Mittelmeerbahn) : Strecke Vallorbe-Landesgrenze .

D E D D

16,533

60,334

1

8148

3

325

27 15

34 1

25790 8560

32 2

1778 571

700

15

1

1004

240 200 250

21,3 -- -·- yj

3

161

817 324

40

-- 43663

7 8 -- 52

II. Nebenbahnen.

  1. Normalspurige Adhäsionsbahnen.

5

e 7

. .

Ebnat-Nesslau (Bodensee-Toggenburgbahn)

Sursee-Triengen Übertrag

D D D

39,^46 7,878 %795 7* "

147,269

25 15

-- 3815

Betriebs- 1 weise 1

Bauliuien

GewöhnTunnel licher MaximalBaulänge Minimalsteigung Zahl Gesamtradius lange

km Übertrag

m

Zahl Gesamtlänge

m

147 269

Brücken über 10 m

40

43663

m 52

3815

b. Schmalspurige Adhäsionsbahnen auf eigenem Bahnkörper.

8 9 10 11 12 13 14

Rhätische Bahn: Bevers-Schuls Ilanz-Disentis . . . . · . · .

Biasca-Acquarossa-Olivone : *I. Sektion: Biasca-Acquarossa * Lugano-Cadro-Dino M.ontreux-Oberland-Bahn : Zweisimmen-Lenk Lugano-Ponte Tresa Appenzellerbahn : Herisau-Gossau

E D .

Übertrag

E E

49,7oo 29,990

14,349 7.890

25 27

17 2

7937

150 40

35 40

1 2

21 161

5 5

130 126

3 6

49 218

338

E E

12,300

100 100

30 45

-- 2

-- 643

D

3,847

150

32

--

--

12,780

277,625

53 2132 38 1256

160 160

64

--

--

52763 162 7726

OT O5

GewöhnTunnel Èo licher MaximalBaulänge Minimalsteigung Zahl Gesamt11 radius länge

Banlinien

OJ

CA

Übertrag Chemins de fer électriques de la Gruyère : Bulle-Broc Schweizerische Bundesbahnen : Brienz-Interlaken (Brienzerseebahn) Meirin°ren-Aareschlucht Säntisbahn: I. Sektion: Appenzell-Wasserauen .

Bremgarten-Dietikon : Bremgarten Obertor-Bremgarten S. B. B.

Aigle-Sépey-Ormont-dessus . .

km

.

m

E D E

4,751

15,746 3*017

64

m

52763

162

7726

2

141

13 1

702 36

90

50

250 20

38,5

90

30

--

--

2

36

1 8

150 313

14

9

2075

E

6,190

E E

21,320

50 60

50 60

-- 7

-- 493

E

O,098

50

85

1

82

E

1,294

25

57

0,947

Zahl Gesamtlänge

m

°/oo

277,625

Brücken über 10 m

c. Schmalspurige Adhäsionsbahnen auf Strossen.

21 22

335,988

81

55413 189 9104

*>· O5

-a

Ji *!

n

Banliuien

Gewöhnlicher MaximalBaulänge Minimalsteigung radius km

Übertrag · 23 24

26

26

Tramways lausannois: Linie Georgette-Port de Pully . .

Städtische Strassenbahn Zürich: Römerhof-Klusplatz Burgwies-Rehalp Trambahn St. Gallen : * Union-Teufenerstrasse . . . .

Bern-Worblaufen-Zollikofen . . . .

·

E

0.641 1,232

E E

Zahl

81 23

87

18 100

51 67

2,010

17,5

77,5

6,980

35

46

E

9,345

80

160

D

53,150

80

110

Gesamtlänge

Brücken über lu m Zahl

Gesamtlänge

m

m

%o

335,988

3,233

E E

m

Tunnel

55413 189 9104

--

--

--




12

3340 19

--


d. Adhäsionsbahneri~'mü ZahnstangenStrecken.

27 28

** Altstätten-Gais Brig-Furka-Disentis : Strecke Brig-Furkatunnel . . . .

Übertrag ·

·

412,579

93

1140

58753 208 10244

4« O5 00

Gewöhn-

JS,, licher Maximal11 Baulänge Minimal- steigung S* radius

Baulinien

km

Übertrag ·

m

uîieï lòSn

Zahl

Gesamtlänge

93

58753

Zahl GesäiUtlänse 208

10244

1

3600

--

--

--

--

m

»/oo

412,579

Brücken

Tunnel

m

e. Seine Zahnradbahnen.

29 30

Jungfraubahn : Eismeer-Jungfraujoch Chemins de fer électriques veveysans: *Blonay-Les Pléiades

E

3,600

200

E

4,9oi

80

200

--

300

484

2

250 200

475 390 456 247

2

f. Seilbahnen.

429,065 Zeichenerklärung.

31 32

D E *


Dampfbetrieb: Elektrischer Betrieb.

1911 eröffnet.

1911 teilweise eröffnet.

-- 120

60,s

-- -- -- 98

--

104

73 1 265 -- -- -- -- -- -- -- 90 2 62722 211 10407

470

Wir gestatten uns, neuerdings darauf hinzuweisen, dass die?

Schwierigkeiten des Bahnbaues in unserm Lande in den Zahlen dieser Tabelle beredten Ausdruck finden, indem auf den 35 Baulinien mit einer Gesamtlänge von rund 429 km sich nicht weniger' als 62 km Tunnel und 10 km Brücken von mehr als 10 m Länge befinden.

Die noch nicht eröffneten Linien geben uns im übrigen zu-, folgenden Bemerkungen Anlass.

Das allgemeine Bauprojekt der verbesserten Hauensteinlinie S i s s a c h - O l t e n der schweizerischen Bundesbahnen wurde am 19. Juni und 4. Dezember genehmigt. Mit den Bauarbeiten konnte im Berichtsjahre nicht mehr begonnen werden.

Auf der Linie F r u t i g e n - B r i g (Lötschbergbahn) wurde der Sohlstollen des grossen Lötschbergtunnels am 31. März bei km 7,353 vom Nordportal durchgeschlagen.

Der Arbeitsfortschritt auf 31. Dezember 1911 ergibt sich aus folgender Tabelle: Südseite

Nordseite Ausgeführt im Jahr

bis Ende

Total

Ausgeführt

Ausgeführt

im Jahr

bis Ende

im Jahr

1911 m 7183.

7183

1911

1911

m

m

1911

1911

1911

m

m

m

bis Ende

Sohlstollen . .

685 7353 539 1224 14536 Firststollen 2506 Ì5191 14536 Firstschlitz .

2685 7353 Vollausbruch . 2792 7439 2329 6843 5121 14282 2465 6540 5298 13687 Mauerung .

2833 7147 Die Zahl der beim Tunnelbau beschäftigten' Arbeiter war am grössten im Januar und am kleinsten im Dezember; sie' betrug im Mittel pro Tag: Nordseite Maxim,

  1. ausserhalb des Tunnels b. im Tunnel . . . .

410

Minim,

273

(April und (Okt.)

SUdseite Maxim.

440 (Juli)

Minim.

231 (Dez.)

Total Maxim.

842 (Mai)

Minim,

518 (Dez.)

Mai) 1000 (Jan.)

604 1379 (Dez.

(Jan.)

662 2379 1266 (Dez.)

(Jan,)

(Dez.)

471 Der mittlere Tagesfortschritt der mechanischen Bohrung: erreichte folgende Höchstwerte: 8,24 m im Januar auf der Nordseite bei 5 Meyer'schen Stossbohrmaschinen und 6,55 m im Märzauf der Südseite bei 5 Ingersoll-Stossbohrmaschinen. Der Sohlstollen erschloss auf beiden Seiten durchgehends massigen Gasterngranit. Die aus dem Tunnel fliessende Wassermenge schwankteauf der Nordseite zwischen 167 und 566 Sekundenlitern und auf der Südseite zwischen 62 und 140 Sekundenlitern. Dienach dem Durchschlag vorgenommenen Kontrollmessungen ergaben für den Sohlstollen Abweichungen von 257 mm in derRichtung, 102 mm in der Höhe und -- 41 cm in der Länge.

Bis zum Durchschlag liessen die Ventilationsverhältnisse auf' der Nordseite viel zu wünschen übrig; nach erfolgtem Durchschlag wurde dann die definitive Tunnelventilation in Betrieb genommen.

Auch die Arbeiten auf den beiden Rampen Frut gen^ Kandersteg und Goppenstein-Brig haben im Laufe des Berichtsjahres bedeutende Fortschritte gemacht. Auf der Nordrampe sind ca. 60 °/o und auf der Südrampe ca. 80°/o der Gesamtarbeit geleistet; sämtliche Rampentunnel sind durchgeschlagen und dieAusweitungs- und Mauerungsarbeiten weit vorgeschritten. Auch die grössern Kunstbauten sind durchwegs in Angriff genommen, zum Teil bereits fertig erstellt worden.

Das allgemeine Bauprojekt der Linie M ü n s t e r - L e n g n a u wurde am 28. Februar genehmigt. Der Bau des 8560 m langen Grenchenbergtunnels begann auf der Nordseite am 7. und auf der Südseite am 6. November, und bis zum Ende des Berichtsjahres wurden auf der Nordseite 8 m und auf der Südseite 10 m Sohlstollen vorgetrieben. Die Zahl der beim Tunnelbau beschäftigten Arbeiter betrug bis zum 31. Dezember 1911 im Mittel pro Tag 89 auf der Nordseite und 56 auf der Südseite.

Auf der Teilstrecke V a l l o r b e - L a n d e s g r e n z e der Lini& Frasne-Vallörbe der französischen Mittelmeerbahn ist der auf Schweizergebiet liegende Teil des Mont d'Or-Tunnels fertig ausgemauert. Im Tunnel waren durchschnittlich pro Tag 900 Arbeiter und auf der anschliessenden offenen Strecke 210 Arbeiter beschäftigt. Die aus dem Tunnel fliessende Wassermenge betrug im Mittel 30 Sekundenliter.

Die Bauarbeiten der normalspurigen Nebenbahn E b n a tN e s s l a u (Bodensee-Toggenburgbahn) sind im Berichtsjahrederart gefördert worden, dass auf Ende desselben ca. 3/i der

472 Èrdarbeiten und ca. Vs der Tunnelarbeiten durchgeführt waren; ·ebenso sind die Brücken und Durchlässe in der Hauptsache vollendet und die Hochbauten unter Dach. Die Inbetriebsetzung der neuen Linie wird voraussichtlich im kommenden Herbst ·erfolgen können.

Das allgemeine Bauprojekt der normalspurigen Nebenbahn ' S u r s e e - T r i e n g e n wurde am 25. April genehmigt. Im Laufe des Berichtsjahres konnten die sämtlichen Unterbauarbeiten ·vollendet werden, ebenso sind die Hochbauten bereits in Angriff genommen worden.

Auf der neuen Linie B e v e r s - S c h u l s der Rhätischen Bahn haben die Bauarbeiten im verflossenen Jahre bedeutende -Fortschritte gemacht. Auf der Strecke Bevers-Cinuskel ist die Linie im Rohbau fertig und der Oberbau von Bevers bis unterhalb der Station Zuoz verlegt; ebenso gehen die Unterbauarbeiten -auf dem untern Teil der Linie ihrer Vollendung entgegen; von den beiden längeren Tunneln zwischen Griarsun und Fetan sind insgesamt noch ca. 700 m zu bohren.

Die Unterbauarbeiten der neuen Linie I l a n z - D i s e n t i s der Rhätischen Bahn sind, mit Ausnahme der Teilstrecke TrunsRabius, wo dieselben infolge geänderter Linienführung erst später in Angriff genommen werden konnten, ebenfalls im Rohen vollendet. Der Oberbau ist auf einer Strecke von ca. 15 km verlegt; auch die Hochbauten befinden sich bereits unter Dach.

Es ist beabsichtigt, die neue Linie im kommenden Sommer dem Betrieb zu übergeben.

Die Arbeiten für den Bau der elektrischen Schmalspurbahn . Z w e i s i m m e n - L e n k (Montreux-Oberland-Bahn) sind im Berichtsjahre derart gefördert worden, dass die Betriebseröffnung auf den kommenden Sommer zu gewärtigen ist.

Auch auf der elektrischen Schmalspurbahn L u g a n o - P o n t e T r e s a sind die Unterbauarbeiten vollendet und die Hochbauten unter Dach. Mit dem Verlegen des Oberbaues ist begonnen worden, so dass die neue Bahn voraussichtlich im Sommer dem Betrieb übergeben werden kann.

Der Bau der neuen Linie H e r i s a u - G r o s s a u der Appenxeller-Bahn ist im Oktober in Angriff genommen worden.

Mit den Arbeiten für den Bau der Linie B u l l e - B r o c der Chemins de fer électriques de la Gruyère wurde am Anfang des Berichtsjahres begonnen; dieselben sind mit Ausnahme des grossen Viaduktes über die Saane vollendet, so dass die Betriebseröffnung in diesem Jahr wird erfolgen können.

473

Das am 25. Oktober 1910 vorgelegte allgemeine Bauprojekt <der schmalspurigen Nebenbahn B r i e n z - I n t e r l a k e n der ·schweizerischen Bundesbahnen (Brienzerseebahn) wurde mit Ausnahme der Anfangs- und Endstrecken in Brienz und Interlaken, für welche die Verhandlungen zurzeit noch nicht abgeschlossen sind, unterm 19. September genehmigt. Durch dieses Projekt findet das Postulat Nr. 709: Rollschemeleinrichtung auf der Brienzerseebahn seine Erledigung, indem die zur Ausführung des Normalbahnwagentransportes notwendigen Anlagen vorgesehen sind. Die Bauarbeiten sind noch nicht in Angriff genommen worden.

Das allgemeino Bauprojekt der elektrischen Schmalspurbahn M e i r i n g e n - A a r e s c h l u c h t ist am 2. Oktober genehmigt "worden-; die Inangriffnahme des Baues ist noch nicht erfolgt.

Für die I. Sektion A p p e n a e l l - W a s s e r a u e n der Säntisbahn wurde das allgemeine Bauprojekt am 2. Juni genehmigt, worauf die Bauarbeiten sofort in Angriff genommen wurden.

Die Unterbauarbeiten wurden im Berichtsjahre annährend vollendet; ebenso befinden sich die Kochbauten in Ausführung.

Dagegen ist die Frage der Einmündung der neuen Linie in die Station Appeuzell noch nicht erledigt.

Das allgemeine Bauprojekt für die Verlängerung der elektrischen Strassenbahn Bremgarten-Dietikon von B r e m g a r t e n O b e r t o r z u r S t a t i o n B r e m g a r t e n S.B.B, i s t a m 3. März genehmigt worden. Gleichzeitig mit der Erstellung dieser Linie wurde die Strecke Bremgarten-Wohlen der Bundesbahnen durch Einlegen einer dritten Schiene auch für schmalspurigen Betrieb eingerichtet. Den Betrieb dieser Strecke übernimmt die Strassenbahn Bremgarten-Dietikon, an welche die Linie pachtweise abgetreten worden ist. Den bezüglichen Vertrag haben Sie mit Beschluss vom 23. Dezember 1910 genehmigt.

Am 11. Mai und 21. Juli wurde das allgemeine Bauprojekt der elektrischen Schmalspurbahn A i g l e - S é p e y - O r m o n t d e s s u s genehmigt, wogegen das Projekt für die Einführung ·dieser Bahn in die Ortschaft Aigle bis zur Station der Bundesbahnen noch nicht erledigt werden konnte. Auf der Strecke Aigle-Sépey sind die Unterbauarbeiten bereits ziemlich gefördert worden, während sie auf dem übrigen Teil der Linie erst im Laufe dieses Frühjahrs begonnen werden sollen.

Die im Berichtsjahre ausgeführten oder genehmigten S t r a s s e n b a h n l i n i e n sind ausschliesslich meterspurige elek-

474

irische Bahnen mit oberirdischer Stromzufilhrung. Wir glauben» uns hinsichtlich dieser Linien auf die Angaben beschränken zu dürfen, die in der Tabelle der Baulinien, sowie im Verzeichnis; der Betriebseröffnungen enthalten sind.

Von der elektrischen Schmalspurbahn (teilweise Zahnradbahn) A l t s t ä t t e n - G a i s wurde am 18. November die-StreckeAltstätten Stadt-Gais dem Betrieb übergeben. Auf der Strecke Altstätten S. B. B. - Altstätten Stadt sind die Bauarbeiten nahezu vollendet, so dass der Betrieb auf derselben im Frühjahr aufgenommen werden kann.

Das in verschiedenen Teilstücken vorgelegte allgemeine Bauprojekt der Strecke B r i g - F u r k a t u n n e l der schmalspurigen Linie Brig-Furka-Disentis wurde am 25. April, 27. Juni und 26. August genehmigt. Mit den Bauarbeiten wurde im Mai begonnen.

Mittelst Eingabe vom 11. Mai 1910 hatten die Konzessionär» der Linien Brig-Gletsch und Gletsch-Disentis um einen grundsätzlichen Entscheid über verschiedene Punkte ersucht, die erledigt sein sollten, bevor die Konstituierung der Gesellschaft vollzogen werden könne. Es handelte sich hierbei unter anderm um die Ermächtigung, die Linie statt elektrisch, wie in der Konzession vorgesehen, mit Dampf zu betreiben und Steigungen von 90 °/oo zu verwenden, unter Einführung einer dritten, adhäsionsvermehrenden Schiene (System Hanscotte). Wir haben diesen?

Begehren im Einverständnis mit den beteiligten Kantonsregierungen durch Beschluss vom 31. Mai 1910 stattgegeben, nachdem, die beiden Konzessionsbeschlüsse hinsichtlich der Festsetzung der Maximalsteigung keinerlei einschränkende Bestimmungen, enthielten. Dabei haben wir ausdrücklich unsere Stellung hinsichtlich der Erfüllung der konzessionsmässigen Verpflichtungen?

mit Rücksicht auf die Möglichkeit des Winterbetriebs vorbehaltenNachdem es sich dann in der Folge herausgestellt hatte, dass die vorgesehene Adhäsionsschiene den vom Militärdepartement verlangten Übergang des Rollmaterials der Rhätischen Baha auf die neue Linie verhindert .hätte, entschloss sich die Bahnverwaltung, auf den Steilrampen an Stelle der Mittelschiene eine Zahnstange, System Abt, zur Anwendung zu bringen. Wir haben dieser Änderung mit unsern Beschlüssen betreffend Genehmigung des allgemeinen Bauprojektes prinzipiell zugestimmt. Die in dea bezüglichen Projekten vorgesehene Maximalsteigung der Zahnstangenstrecken betrug 90 °/oo.

475

Mit Schreibon vom 14. September 1911 legte dann die Furkabahn-Gesellschaft zwei Varianten der Sektion OberwaldFurka zur Genehmigung vor, in welchen die Maximalsteigung ·der Zahnstangenrampen von 90°/oo auf 110°/oo erhöht worden war. Die vom Eisenbahndepartement vorgenommenen Untersuchungen haben ergeben, dass diese Erhöhung der Maximalsteigung gegenüber dem unserm Beschluss vom 31. Mai 1910 zugrunde liegenden System Hanscotte mit 90°/00 eine Verminderung der Leistungsfähigkeit der neuen Linie nicht zur Folge hat. Die ·vorgesehenen Zahnradlokomotiven werden auf den Steilrampen -von 110 °/00 dasselbe Zugsgewicht von 60 Tonnen befördern können, wie es seinerzeit für die Anlage mit Mittelschiene und 90 °/00 vorgesehen war. Ebensowenig verhindert die grössere Steigung die vom Militärdepartement geforderte Fuhrung von Zügen von mindestens 100 Tonnen, indem ohne Schwierigkeit mittelst Doppeltraktion 120 Tonnen befördert werden können.

Auch der vom Militärdepartement verlangte Vorkehr der Wagen 4er Rhätischen Bahn auf der neuen Linie ist bei der Erhöhung der Maximalsteigerung gesichert. Hinsichtlich der Möglichkeit der Durchführung des Winterbetriebs besteht in technischer Beziehung kein Unterschied, ob die Bahn mit 90°/00 oder 110°/00 Maximalsteigung angelegt wird; anderseits wird aber durch die Erhöhung ·der Steigung die Möglichkeit geboten, die Linie aus dem Bereiche gefährlicher Lawinenzüge zu verlegen, was bei Anwendung einer Steigung von 90 °/oo nur mit bedeutenden Mehrkosten erreicht werden könnte. Auch der Einfluss der Steigungsvermehrung auf die Gesamtfahrzeit zwischen Brig und Disentis ist infolge Verkürzung der Linie derart gering, dass er praktisch vernachlässigt werden kann.

Anderseits machte die Bahngesellschaft eingehende Angaben über die. finanzielle Tragweite der Angelegenheit, welche darlegten, dass sie im Falle der Zurückweisung der nachgesuchten Steigungsvergrösserung genötigt worden wäre, eine entsprechende Erhöhung ihres Anlagekapitals vornehmen zu müssen. Der Durchführung einer solchen Erhöhung wären aber wohl grosse Schwierigkeiten entgegengestanden, die unter Umständen sogar das ganze Unternehmen hätten in Frage stellen können. Wir haben daher mit Besehluss vom 9. Januar dieses Jahres dem Ansuchen der Furkabahn-Gesellschaft entsprochen und dieselbe zur Anwendung einer Maxiinalsteigung von 110 %0 ermächtigt.

Die Arbeiten für die Fortsetzung der J u n g f r a u b a h n von der Station Eismeer nach dem Jungfraujoch sind im Be-

476

richtsjahre derart gefördert worden, dass die Inbetriebnahme?

dieser Strecke voraussichtlich im Laufe des Sommers wird erfolgen können.

Auf den im Vorjahre begonnenen Drahtseilbahnen S u v i gl i a n a - M o n t e B r è (II. Sektion der Bahn Cassarate-MonteBrè) und L i g e r z - T e s s e n b e r g sind die Arbeiten derart vorgeschritten, dass die Betriebseröffnung derselben im Laufedes Jahres 1912 erfolgen kann. Gegen Ende des Berichtsjahres, wurde mit dem Bau der Seilbahn L u z e r n - D i e t s c h i b e r g begonnen, während d i e F u n i c o l a r e d e g l i A n g i o l i i n Lugano, deren Bauprojekt am 10. Februar genehmigt wurde, noch nicht zur Ausführung gelangt ist.

Im Stadium der Projektprüfung befanden sich am Ende des.

Berichtsjahres folgende Linien und Bahnstrecken: Göschenen-Andermatt (Schöllenenbahn), Treib-Seelisberg, Solothurn-Schönbühl (Normalspurbahn), Zollikofen-Schönbühl-Utzenstorf (Schmalspurbahn), Tramways électriques de Genève: Raccordement Ceinture-Gare Cornavin, Rehalp-Esslingen (Forchbahn), Tramelan-Breuleux-Noirmont, Schwyz-Brunnen.

Bahnhöfe und Stationen.

B a h n h o f Z ü r i c h . Die neue Werkstättenanlage zwischen; Zürich und Altstetten wurde im Berichtsjahre vollendet und dem Betrieb übergeben.

In der Frage des Umbaues der linksufrigen Zürichseebahn im Stadtgebiet ist zurzeit eine Einigung über das auszuführende Projekt immer noch nicht erfolgt. Es sind neue Studien im Gange auf Grund der Projekte I (Tieflegung der Bahn auf dem bisherigen Tracé) und VI (Tiefbahn mit Station an der Grütlistrasse), die jedoch bis Ende des Berichtsjahres noch nicht abgeschlossen waren.

B a d i s c h e r B a h n h o f B a s e l . Die Unterbauarbeiten für den neuen hochliegenden Personenbahnhof sind im Berichtsjahrenahezu vollendet worden. Das neue Aufnahmsgebäude konnte, unter Dach gebracht werden, obschon die Arbeiten infolge eines am 12. August vorgekommenen Brandfalles, durch den die Dachverschalung der Hauptschalterhalle und die Fassade des Mittel-

47T

baues zerstört wurden, eine wesentliche Verzögerung erlitten hatten. Der nördlich des Aufnahmsgebäudes gelegene Bau für das Fernheizwerk und die Umformerstation hat bereits die Höhe, des Bahnplanums erreicht.

Hinsichtlich der definitiven Gestaltung der Zufahrten zu dem nördlich der Wiese gelegenen Verschubbahnhof ist nach langen Unterhandlungen zwischen der Basler Regierung und der Badischen Bahnverwaltung ein Vertrag abgeschlossen worden, den wir am 11. Mai genehmigt haben. Die Genehmigung des dementsprechend bereinigten Gesamtprojektes der Bahnhofanlagen erfolgte durch das Eisenbahndepartement am 18. gleichen Monats,, so dass auch der Bau der Geleiseschleifen durch die langen Erlen aufgenommen und bereits bedeutend gefördert werden konnte..

B a h n h o f B e r n . Die Arbeiten für die Erstellung des Güter- und Rangierbahnhofes Weyermannshaus sind im Berichtsjahre im allgemeinen vollendet worden, so dass die Anlage für den Verladedienst am 15. September provisorisch eröffnet werdenkonnte. Die Stellwerksanlage befindet sich gegenwärtig im Bau; die definitive Inbetriebnahme des gesamten Güter- und Rangierbahnhofes dürfte gegen Ende 1912 in Aussicht stehen. Die Unterbauarbeiten für die Anlage des neuen Lokomotivdepots im Aebigut sind ausgeführt; dagegen sind die Hochbauten noch nicht in.

Angriff genommen worden. Die bereits in den frühern Berichten erwähnten, im Genehmigungsbeschluss vom 17. Dezember 1907' verlangten neuen Projekte für die Umgestaltung des Personenbahnhofes, die beidseitig anschliessenden Abstellbahnhöfe und den Ausbau oder die Vergrösserung des jetzigen Loko-Güterbahnhofes sind immer noch ausstehend; die bezüglichen Projektierungsarbeiten sind jedoch im Gange.

B a h n h o f Thun. Nachdem sich die Berner Regierungunterm 18. September und 3. Oktober grundsätzlich mit dem von den Bundesbahnen ausgearbeiteten neuen Projekt des Zentralbahnhofes mit Aufnahmsgebäude oberhalb der Frutigenstrasse einverstanden erklärt hat, ist dieses Projekt dem Eisenbahndepartement am 13. Januar 1912 zur Genehmigung eingereicht worden.

B a h n h o f Biel. Die in den letzten Berichten erwähnten Unterhandlungen über die Änderung des Umbauprojektes Nr. 8 (Hochbahnhof im Sinne des Projektes des Gemeinderates von Biel) in bezug auf die Linienführung in der Gemeinde Madretsch gelangten am Anfange des Berichtsjahres zum Ab-

478 Schlüsse, so dass das Umbauprojekt durch die Generaldirektion der Bundesbahnen dem Eisenbahndepartement am 4. Mai vorgelegt werden konnte. Die Genehmigung desselben konnte jedoch infolge neuer Begehren der kantonalen und lokalen Behörden bisher noch nicht erfolgen.

B a h n h o f L o d e . Abgesehen von einigen Vollendungsarbeiten sind die Um- und Neubauten in dem als Personenbahnhof beibehaltenen Bahnhof Locle durchgeführt.

B a h n h o f L a u s a n n e . (Umbauarbeiten im mittleren Teil des Bahnhofes.} Die Arbeiten für den Bau des neuen Aufnahms.gebäudes sind im Berichtsjahre begonnen und bedeutend gefördert worden; die grosse Mittelhalle über den Bahnsteigen II-IV befindet sich ebenfalls in Ausführung. Die neuen Lokomotivremisen und ihre Zufahrtsgeleise sind vollendet worden.

B a h n h o f St. G a l l e n . Sämtliche Änderungen an den Geleiseanlagen sind fertiggestellt ; ebenso wurden die Arbeiten an der westlichen Personenunterführung so weit gefördert, dass ·die Perronzugänge von der Bahnhofseite nunmehr benützt werden können. Nachdem auch die Verhandlungen über die Umgestaltung des neuen Aufnahmsgebäudes zum Abschlüsse gebracht "worden sind, konnte dieser Bau bis Ende des Berichtsjahres noch bis auf Terrainhöhe ausgeführt werden. Im bestehenden Aufnahmsgebäude wurden verschiedene Verbesserungen vorgenommen, auch wurde die Lokomotivremise erweitert.

Von ändern grössern Bahnhof- und Stationsu m bauten, die m Berichtsjahre begonnen oder fortgesetzt wurden, oder im Stadium der Projektgenehmigung sich befanden, erwähnen wir folgende: Renens, Villeneuve, Payerne, Vallorbe, Brig, Pratteln, Ostermundigen (Verlegung der Station), Konolfingen-Stalden, Aarburg, .Zofingen, Sursee, Ziegelbrücke, St. Fiden, Gossau (Verlegung der ·Station), Wil, Weinfelden, Emmishofen-Kreuzlingen, Melide, Samaden, Pontresina, Interlaken-Ost.

Ausbau auf zweite Spur.

Im Berichtsjahre wurde der zweispurige Betrieb am 1. Mai auf den Strecken V a u d e r c n s - S i v i r i e z und A a r b u r g - Z o f i n g e n eröffnet.

Fortgesetzt oder neu in Angriff genommen wurde der Ausbau auf zweite Spur der Strecken R u c h f e l d ( B a s e l ) - A e s c h ,

479 W i l e r f e l d ( B e r n ) - G ü m l i g e > , S t . G a l l e n - S t . Fid.en, St. G a l l e n - B r u g g e n , W i l - A a d o r f und M e n d r i s i o Chiasso.

Auf der Strecke Basel-Aesch sind die Arbeiten derart, vorgeschritten, dass der doppelspurige Betrieb zwischen Münchenstein und Aesch voraussichtlich auf Beginn der Sommerfahrplanperiode aufgenommen werden kann. Die Inbetriebsetzung des zweiten Geleises auf der Strecke Basel-Münchenstein wird dagegen infolge der umfangreichen Bauten für die neue Einführung der Linie in den Bahnhof Basel erst später erfolgen können.

Die Arbeiten auf der Strecke Wilerfold-Gümligen gehen ihrer Vollendung entgegen ; die Eröffnung des doppelspurigen Betriebs auf dieser, zwischen Wilerfeld und Ostermundigen verlegten Linie ist auf den 1. Mai 1912 in Aussicht genommen.

Auf der doppelspurigen Tunnelstrecke St. Gallen-St. Fiden haben die Arbeiten durch den Umstand einige Verzögerung erfahren, dass in der Mergelpartie auf 592 m, das heisst annähernd auf die halbe Tunnellänge, ein Sohlengewölbe erstellt werden inusste. Es ist beabsichtigt, die Tunnelstrecke in den nächsten Monaten vorläufig einspurig dem Betrieb zu übergeben, da mit der Aufnahme des zweispurigen Betriebs-bis nach Erstellung des Verbindungsgeleises zum städtischen Schlachthof zugewartet werden muss.

Nach der am 5. Mai erfolgten Genehmigung des Projektes für den doppelspurigen Ausbau der Strecke St. Gallen-Bruggen sind die Bauarbeiten im August in Angriff genommen worden.

Die Aufnahme des zweispurigen Betriebs wird im kommenden Sommer erfolgen können.

Auf der Strecke Wil-Aadorf sind die Arbeiten bereits derart gefördert worden, dass der Betrieb der Doppelspur im Laufe des Jahres 1912 wird aufgenommen werden können.

Ebenso hat der Ausbau der Strecke Mendrisio-Chiasso auf Doppelspur derartige Fortschritte gemacht, dass das zweite Geleise auf den 1. Mai 1912 in Betrieb genommen werden kann.

Mit der Ausführung der am 30. Juli 1911 genehmigten Doppelspur A a d o r f - R ä t e r s c h e n ist im Jahre 1911 nicht mehr begonnen worden.

In Behandlung standen am Ende des Berichtsjahres die Bauprojekte der Doppelspuranlagen B r i g - I s e l l e (zweiter Simplontunnel), St. B l a i s e - N e u v e v i l l e , S u r s e e - R o t h e n b u r g und R ä t e r s c h e n - W i n t e r t h u r .

Bundesblatt. 64. Jahrg. Bd. II.

82

480

Terrainaufnahmen und Projektierungsarbeiten sind im Grange für den Bau der Doppelspur auf den Strecken M a r t i g n y R i d d e s , B a s e l S. B. B . - B a s e l B a d . B a h n (Basler Verbindungsbahn) , G ü m l i g e n - T h u n , T h a l w i l - R i c h t e r s w i l , G i u b i a s c o - M e n d r i s i o und S c h e r z l i g e n - S p i e z .

Grenz- und Katasterpläne

sind im Berichtsjahre für 17 Linien mit einer Länge von zusammen 150.5 km eingereicht und geprüft worden.

Einführung des elektrischen Betriebes.

Die schweizerische Studienkommission für elektrischen Bahnbetrieb hat für das Berichtsjahr keine Änderung in ihrem Mitgliederbestande zu verzeichnen.

Dagegen hat sie leider in ihrem Vorstande einen schweren Vorlust zu beklagen, indem Herr J. F l u r y, Vizepräsident der Generaldirektion der S. B. B., der seit der Gründung der Kommission als deren Präsident gewirkt hat, am 29. November 1911 nach längerer Krankheit dahingeschieden ist.

Herr Fluiy hat sich um die Leitung der Geschäfte der Kommission grosse Verdienste erworben und sein Name wird mit den Vorarbeiten für die Elektrifizierung der Bundesbahnen für immer aufs engste verbunden bleiben.

Die Arbeiten selbst sind im Berichtsjahre dem Ende nahe gebracht worden.

Die Subkommission III hat die Wasserkraftprojekte für den S. B. B.-Kreis II fertig bearbeitet uud die Subkommission IV hat die vergleichenden Elektrifiziemngsprojekte für die Kreise V und II der S. B. B. zur Vorlage an die Gesamtkommission bereinigt.

Auch für 1911 wurden nur die ordentlichen Mitgliederbeiträge erhoben.

Auf der Strecke S p i e z - F r u t i g en der B e r n - L ö t s c h b e r g - B a h n wurden die im Vorjahre begonnenen Versuche mit schweren elektrischen Lokomotiven fortgesetzt. Im März konnte eine von der Maschinenfabrik Oerlikon und der Lokomotivfabrik Winterthur gebaute 2000pferdige Lokomotive dem Betriebe übergeben werden, während eine von ausländischen Firmen gelieferte Lokomotive den Anforderungen nicht entsprach.

Für die Elektrifizierung der Engadinerlinien hat uns die Rhätische Bahn Vorlagen eingereicht sowohl bezüglich der zu

481

beschaffenden Lokomotiven als auch bezüglich der Ausrüstung der Strecken. Mit dem Bau der Umfbrmerstation iu Bevers ist bereits begonnen worden, ebenso mit demjenigen der Hochspannungsleitung über die Bernina.

b. Bahnunterhalt.

Linien im Betrieb.

Auf Ende 1911.

I. Hauptbahnen.

Betriebslänge km km

  1. Schweizerische b. Ausländische auf Schweizergebiet .

.

.

2410,065 68,794 2478,859

II. Nebenbahnen.

  1. Normalspurige Adhäsionsbahnen b. Schmalspurige Adhäsionsbahnen c . Zahnradbahnen . . .

. . .

d. Tramways e. Drahtseilbahnen

.

.

1130,021

.

.

1100,805

.

.

102,279

.

.

443,989

.

.

42,383 2819,587

" 5298,396 Hiervon gehen ab: Die für die Zweiglinien doppelt gerechneten Betriebslängen Die im Ausland gelegenen Strecken . . .

116,aoi 50,656 166,857

Einfache Länge sämtlicher dem öffentlichen Verkehr dienenden Eisenbahnen i n d e r Schweiz . . . . 5131,589 Davon werden zweispurig betrieben (normalspurige Adhäsionsbahnen) 745,49+ Für weitere Angaben über die baulichen Verhältnisse der einzelnen Betriebslinien gestatten wir uns, auf die vom Eisenbahndepartement herausgegebene Eisenbahnstatistik zu verweisen.

Inspektionen und Kontrolle der Bahnen.

Die Kontrolle über den Unterhalt der Bahnen ist in der bisherigen Weise ausgeführt worden. Die durchgehenden Inspektions-

482

reisen zu FUSS über Haupt- und Nebenbahnen, ausser Zahnradund Seilbahnen, erstreckten sich auf 4976 km, wozu noch zahlreiche SpezialUntersuchungen und Augenscheine kommen.

Auf die Kontrolle der Zahnrad- und Drahtseilbahnen entfallen : Allgemeine Inspektionen 132 Besuche bei besonderen Anlässen (Untersuchungen von neuem Rollmaterial, Bremsproben, Augenscheine etc.) . . . 204 Anlässlich der Inspektionen wurden 387 km Streckenbegehungen ausgeführt.

Auf den elektrisch betriebenen Adhäsionsbahnen wurden 287 Inspektionen vorgenommen, die sich auf die elektrischen Einrichtungen und das Rollmaterial erstreckten.

Zustand der Bahnen.

Unterbau.

Grössere Störungen des Bahnbetriebes durch Naturereignisse sind im Berichtsjahre nur folgende zu erwähnen : Auf der Linie Glarus-Linthal wurde am 19. Mai die Linth durch einen Wuhrgang der Rufiruns gestaut und der Bahnkörper oberhalb der Linthbrücke zwischen den Stationen Luchsingen und Diesbach unterbrochen. Der durchgehende Verkehr konnte am 3. Juni, nachdem inzwischen Umstieg und Umlad angeordnet worden waren, wieder aufgenommen werden.

Infolge ausserordentlicher Niederschläge ist die Linie Bellinzona-Mesocco am 21./22. August an zahlreichen Stellen unterbrochen worden. Grössere Zerstörungen des Bahnkörpers sind bei der Calancascabrücke zwischen den Stationen Roveredo und Grono, bei der Buffalorabrücke zwischen den Stationen Cabbiolo und Soassa und beim Sägebachviadukt zwischen den Stationen Soassa und Mesocco verursacht worden. Die Rekonstruktionsarbeiten konnten mit Rücksicht auf die Finanzlage der Bahn nur langsam durchgeführt werden. Der Verkehr blieb bis am 28. August auf der ganzen Linie eingestellt. Die Beförderung der Reisenden und des Gepäcks ist während dieser Zeit durch regelmassige Postkurse bewerkstelligt worden. Am 28. August konnte die Strecke Bellinzona-Roveredo, am 7. September die Strecke RoveredoLostallo, am 2. Oktober die Strecke Lostallo-Soassa und am 16. November die ganze Linie wieder in Betrieb gesetzt werden.

Bei der Montreux-Glion-Bahn fand am 6. März ein ziemlich grosser Erdrutsch statt, der das obere Portal des Tunnels bei

483

km 1,38 gefährdete. Der Betrieb der Bahn wurde jedoch nicht gestört.

In bezug auf die Unterhaltungsarbeiten ist zu bemerken, dass mit der Vollendung der im Gange befindlichen Verstärkungen der Brücken im Kreis III die Verstärkungsarbeiten auf dem Netze der Bundesbahnen für die durch die bestehende Verordnung festgesetzten Achsbelastungen in der Hauptsache zum Abschluss gebracht werden.

Die Revision der Brückenverordnung ist soweit gediehen, dass der Entwurf den Interessenten zugestellt werden konnte.

Die Vernehmlassungen der letzteren waren auf Ende des Berichtsjahres teilweise noch ausstehend.

Oberbau.

Die diesjährigen Umbauten durchgehender Liniengeleise in neuem Material, wobei auf den Hauptbahnen starke Schienenund Seh w eilen typen zur Verwendung kamen, betragen : auf Hauptbahnen : Stahlschienen -94,soo km Eisenschwellen 45,ioo ,, Holzschwellen 45,coo ,, Schottererneuerung 153,6oo ,, auf Nebenbahnen : Stahlschienen 24,7oo km Eisen- und Holzschwellen . . .

22,2oo ,, Schottererneuerung 42,ooo ,, Verstärkungen der Geleise durch Vermehrung der Schwellen und Verbesserung des Schienenstosses wurden ausgeführt: auf Hauptbahnen 7 7,500 km auf Nebenbahnen 51,ioo ,, Mechanische Einrichtungen der Zahnrad- und Drahtseilbahnen.

Die Kontrolle dieser Einrichtungen fand in gewohnter Weise statt.

Bei 8 Drahtseilbahnen gelangten die Drahtseile zur Auswechslung.

Festigkeitsproben wurden vorgenommen mit : 6 Ersatzseilen bestehender Bahnen, 3 Seilen für neue Bahnen, 4 ausrangierten Seilen.

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Bei 2 Ersatzsei l en gaben, die Proben zu Vorbehalten Anlass ; dio neuen Seile ergaben befriedigende Resultate. Zum erstenmal kamen 2 neue Seile schweizerischer Fabrikation zur Verwendung.

Im allgemeinen waren die mechanischen Einrichtungen in befriedigendem Zustand ; 2 Seile mussten allerdings in erhöhtem Masse beaufsichtigt werden und in einem ändern Falle musste das defekte Ende eines Seiles auf zirka 110 m Länge abgeschnitten werden. Der Betrieb dieser Bahn konnte durch Unisteigen aufrechterhalten werden. Die Festigkeitsproben, die mit dem abgeschnittenen Ende vorgenommen wurden, zeigten nachträglich, wie notwendig die getroffenen Anordnungen waren.

Nach vollständigem Umbau und Vergrösserung der Anlagen konnte die Drahtseilbahn Biel-Leubringen den Betrieb wieder aufnehmen. In das Berichtsjahr fällt auch der Umbau der Seilbahn Thünersee-Beatenberg für elektrischen Betrieb. Bei der Bürgenstockbahn wurde die Antriebstation vollständig umgebaut.

Die Drahtseilstatistik wurde neu herausgegeben.

Elektrische Maschinen, Apparate und Leitungsanlagen der elektrischen Bahnen.

Dieselben sind im allgemeinen in einem befriedigenden Zustand befunden worden.

Kontaktleitungsbrüche sind verschiedene vorgekommen, es wurden uns aber nur einige wenige zur Kenntnis gebracht. Bei der Berninabahn haben einige Brüche der Hochspannungsleitungen vorübergehende Verkehrsstörungen verursacht. In einem ändern Fall wurden durch Brechen von Aufhängungsdrähten und tiefes Herabhängen des Kontaktleitungsdrahtes 2 Pferde getötet.

Stationen und Hochbauten.

Im Berichtsjahre sind auf 5 Stationen die Aufnahmsgebäude neu erstellt und auf 7 Stationen vergrüssert worden.

Neue Perrondächer sind auf 9 Stationen angebracht worden.

Die elektrische Beleuchtung ist auf 39 Stationen neu eingerichtet und auf 16 Stationen verbessert worden.

Signale und Biegelungen.

Ergänzungen von Signalanlagen fanden statt durch Anbringung von 35 Einfahrtvorsignalen, 23 Ausfahrtsignalen, 22 Durchfahrtsignalen und 11 Rangiersignalen.

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Neue Riegelungen sind auf 10 Stationen erstellt und ältere auf 11 Stationen ergänzt worden.

Die Strecke Spiez-Frutigen ist mit neuen Glockensignalen ausgerüstet worden.

Niveauübergänge und Bahnabschluss.

35 Niveauübergänge sind durch Erstellung von Parallelwegen, Unter- oder Überführungen ersetzt worden, wobei die Änderungen, die sich beim Bau zweiter Geleise ergeben, nicht berücksichtigt sind.

Eine grössere Zahl von Niveauübergängen ist mit neuen, verbesserten Barrieren versehen worden.

Bahnbewachung.

Die Prüfung der für jede neue Fahrplanperiode einzureichenden Vorlagen über den Dienst der Streckenwärter ist in der gewohnten Weise vorgenommen worden und hat zu besondern Bemerkungen nicht Anlass gegeben.

c. Elektrische Leitungsanlagen längs und quer zu Eisenbahnen.

Die Kontvolle des Eisenbahndepavtements erstreckt sich auf die Bahnkreuzungen durch elektrische Starkstromleitungen und die Längsführung solcher neben Bahnen, sowie auf die Kreuzungen elektrischer Bahnen mit Schwachstromleitungen.

Starkstromleitungen längs und quer zu Eisenbahnen.

309 36 20 40 18 423

Im Jahre 1911 wurden Planvorlagen behandelt für: Starkstromüberführungen gegen 281 im Vorjahre, Starkstromunterführungen ,.

51 ,, ,, Starkstromlängsführungen .0 28 ,, ,, neue Stations-Beleuchtungsanlagen ., 37 ., ,, Änderungen und Erweiterungen bestehender Anlagen ,, 22 ,, ., e en gS 419 im Vorjahre.

486

Unter Ausschluss der Starkstromleitungen längs und quer zu reinen Strassenbahnen und solcher Leitungen, die den Bahnverwaltungen selbst gehören, ergibt sich auf Ende 1911 folgender Bestand : 2233 Starkstromüberführungen (1968) 488 Starkstromunterführungen (462) 161 Starkstromlängsführungen (144).

Kreuzungen elektrischer Bahnkontaktleitungen mit Schwachstromleitungen.

Nach den monatlichen Ausweisen der Obertelegraphendirektion sind 16 neue Überführungen von Schwachstrom- über Bahnkontaktleitungen durch die Telegraphenverwaltung erstellt worden. Hierzu kommen 3 Überführungen privater Schwachstromleitungen. Die im Laufe des Jahres eröffneten elektrischen Bahnen, beziehungsweise Bahnstrecken, weisen im ganzen 38 Überführungen von Schwachstromleitungen auf. Die Gesamtzunahme beträgt somit 57.

Ausserdem sind durch Linienausbau und Umbauten viele Kreuzungen geändert worden.

Im Laufe des Jahres hat an zwei Stellen der Blitz in Hochspannungsüberführungsmasten geschlagen. An einem Ort wurde dadurch ein Draht geschmolzen, der auf das Geleise fiel. Am ändern Orte trat kein Drahtbruch ein, dagegen wurde der hölzerne Mastaufsatz verkohlt. Ferner wurde im Berichtsjahr ein schon im Dezembar 1910 erfolgter Hochspannungsdrahtbruch gemeldet, der bei heftigem Wind infolge eines defekten Drahtbundes entstand.

Beide Drahtbrüche hatten keine weiteren Beschädigungen zur Folge. Der Verbesserung der Drahtbefestigung an den Isolatoren wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Weitere Defekte dieser Leitungen und dadurch verursachte Störungen des Bahnbetriebes sind dem Departement nicht zur Kenntnis gelangt.

Die Leitungen werden von den Kontrollbeamten, soweit möglich, jährlich einmal besichtigt und die festgestellten Mängel den in Frage kommenden Bahnverwaltungen behufs Abhülfe zur Kenntnis gebracht.

487

2. Rollmaterial.

Die Kontrolle bestund wie bisher in der Prüfung der Planvorlagen für Neuanschaffungen und Umbauten, ferner in der Untersuchung neuer oder umgebauter Fahrzeuge vor deren Inbetriebsetzung, sowie in der Beobachtung des Rollmaterials im Betrieb und des Traktionsdienstes.

Im Berichtsjahre wurden 442 Vorlagen für Rollmaterial behandelt (62 für neue und 380 für bestehende Bahnen) gegen 381 im Vorjahre, dementsprechend fanden auch wieder Rollmaterialvermehrungen statt.

Über den Bestand am Ende des Jahres geben die nachfolgenden Zusammenstellungen Aufschluss: a, Lokomotiven.

Normalspurige Bahnen Schmalspurige Bahnen Zahnradbahnen Tramways

1347 Lokomotiven 174 ,, 87 ,, 6 ,,

Total wovon mit elektrischem Antrieb

1614 Lokomotiven 61 ,,

b. Personenwagen.

Normalspurige Bahnen Schmalspurige Bahnen Zahnradbahnen Tramways Seilbahnen Total wovon mit elektrischem Antrieb c. Bahnpostwagen.

135 179 16 4 Total

334

zweiachsige normalspurige dreiachsige ,, zweiachsige schmalspurige dreiachsige ,,

Wagen

Plätze

3,775 · 882 149 1,083 103

188,551 34,023 7,195 37,751 4,104

5,992 1,031

271,624

488 d. Gepäckwagen.

Hauptbahnen und normalspurige Nebenbahnen .

Sonstige Nebenbahnen

. 823 Wagen 158 .,

Total wovon mit elektrischem Antrieb

981 Wagen 33

e. Güienvac/en.

Normalspurbahnen (übergangsfähiges Material) . 16,143 Wagen Sonstige Bahnen 1,668 ,, Total

17,811 Wageu

Die angeschafften Lokomotiven sind meist schwerer Bauart.

Als neuen Typus sind zu erwähnen die Eb. 8/s Lokomotiven der Bundesbahnen.

Im übrigen sei bezüglich des Bestandes des Fahrparkes der schweizerischen Bahnen auf die Angaben der vom Post- und Eisonbahndepartement jedes Jahr herausgegebenen Rollmaterialstatistik verwiesen.

Zurzeit sind mit Rauchverminderungseinricbtungen ausgerüstet: 617 Lokomotiven = 38,2 °/o sämtlicher Dampflokomotiven gegenüber 37,o % im Vorjahre.

Immer mehr kommt die Dampfüberhitzung zur Anwendung.

Auf Ende des Berichtsjahres waren 153 Heissdampflokomotiven im Betriebe, die sich wie folgt verteilen : Bundesbahnen . . . .

113 Stück (1910: 90) Bodensee - Toggenburgbahn 9 ,, ( ,.

9) Jura Neuchâtelois . . .

l ., ( .,, -) Solothurn-Münster Bahn .

l ., ( ., - -) Thunerseebahn . . . .

5 .. ( ..

4) Südostbahn 2 ., ( .^ 2) Appenzellerbahti . . . .

2 f l ( ,, 2) Rhätische Bahn . . . .

11 ,, ( '.,, 11) Berner Oberland Bahnen .

l ,, ( ..

--) Yverdon Ste-Croix . . .

l ., ( ^ --) Pont-Sagne-Chaux-de-Fonds l .. ( -,-> --) Pilatusbahn 3 ,,' ( ,, 2) Glion-Naye l ., ( ,, --) Rigibahn l ,, ( ,, --) Schynigc Platte-Bahn . .

l ,, ( .n -)

489

Über den Stand der Personenwagen-Beleuchtung bei den normalspurigen Bahnen gibt nachfolgende Zusammenstellung Auskunft : Wagen % % i m "Vorjahr Vetvolbeleuchtung . . . .

3 7 5 9,9 ll,o Gasbeleuchtung 527 14,o 14,2 Elektrische Beleuchtung . . 2873 76,i 74,8 Zur Verbesserung der Heizung wird nun allgemein zur Dampfleitung mit grösserer Lichtweite übergegangen (l 3/<i " statt l1/-!""); in der Verbesserung der Ventilation sind bemerkenswerte Fortschritte nicht zu verzeichnen.

Zu den bereits vorhandenen Dampf- und Bezinmotorwagen kam im Berichtsjahre ein weiterer Dampfmotorwagen hinzu. Es besitzen heute je einen Dampfmotorwagen : die Uerikon-Bauma-Bahn, die Saignelégier-Glovelier-Bahn und die Rorschach-Heiden-Bahn und je einen Benzinmotorwagen die Bundesbahnen und die Verbindungsbahn Rheineck. Die Ramsei-Sumiswald-Huttwil-Bahn beabsichtigt ebenfalls, Dampfmotorwagen anzuschaffen, und hat uns eine Vorlage bereits eingereicht.

Die Sensetalbahn hat, gestutzt auf die guten Erfahrungen mit der im Vorjahre in Dienst gesetzten Dampflokomotive mit halbautomatischer Feuerung, eine zweite Lokomotive dieser Bauart in Betrieb genommen.

Im Berichtsjahre hat die Schaffhauser-Strassenbahn 2 Rollwagen beschafft zum Transport normalspuriger Güterwagen.

Es sind zurzeit an solchen Fahrzeugen im Betriebe bei der: ~ ,, ,,, , , /17 Paar Rollböcke Genfer Strassenbahnen ; D 0 ,, \ 6 Rollwagen Aarau-Schöftland-Bahn 6 Paar Rollböcke Wynentalbahn 10 ., ,, Bern-Worb-Bahn 3 ,, ,, Langenthal-Jurabahn 2 Rollwagen Schmalspurbahn Bözingen-Mett 4 ,, Schaffhauser-Strassenbahn 2 ,, L o k o m o t i v d e f e k t e sind dem Departemente 289 zur Kenntnis gebracht worden; dieselben verteilen sich wie folgt-.

Schweizerische Bundesbahnen 167 Übrige Bahnen 122 Total

289

490

Eingelangt sind ferner: 269 Fälle von Kupplungsbrüche; 48 ., ,;1 Radreifenbrüche; 50 ,, ,, Achsenbrüche.

Die wirkliche Zahl wird aber höher anzunehmen sein, da uns nicht alle Fälle gemeldet werden. Schwere Unfälle sind infolge dieser Brüche nicht entstanden.

Bei Dampf-Zahnradbahnen sind zwei Unregelmässigkeiten gemeldet worden. Der eine Fall betraf eine Ölexplosion im Zylinder, der andere das Reissen eines Verbindungsrohres der Repressionsbremse. In beiden Fällen erfolgten Zugstrennungen, die Lokomotiven eilten vor, und als sie gestellt wurden, fuhren die nachlaufenden Personenwagen auf sie auf. Mittelst Kreisschreiben wurden sämtliche Verwaltungen dieser Bahngattuug auf die Ursachen und Gefahren solcher Vorkommnisse aufmerksam gemacht und eingeladen, die nötigen Gegenmassnahmen zu treffen.

Weiter sind 3 Fälle vorgekommen, wo bergwarts fahrende Strassenbahnzüge infolge ungenügender Adhäsion, veranlasst durch auf die Schienen gefallenes Laub, in Rückwärtsbewegung gerieten und längere Strecken mit grosser Geschwindigkeit talwärts zurücklegten, bis sie schliesslich entgleisten.

Auch hier wurden die beteiligten Verwaltungen auf Ursachen und Mängel aufmerksam gemacht und veranlasst, Schutzvorkehrungen zu ergreifen. Wir haben bei dieser Gelegenheit die elektrischen Strassenbahnen besonders auch auf die Vorzüge der elektromagnetischen Schienenbremse hingewiesen, deren Einführungraschere Fortschritte machen dürfte. Zurzeit sind erst 254 Wagen, d . h . 23,8°/o mit dieser Bremse ausgerüstet.

Infolge Versagens der elektrischen Bremse rannte in einem ändern Falle ein Strassenbahnwagen eine Steilrampe hinunter und entgleiste am Ende derselben. Auch in diesem Falle wurden die nötigen Schritte unternommen, um einer Wiederholung vorzubeugen.

Unter Mitwirkung unserer Kontrollingenieure fanden statt : Innere Kesseluntersuchungen: 65.

Periodische Druckproben: 103.

Druckproben neuer Kessel : 30 (wovon 3 Ersatzkessel).

K o h l e n v o r r ä t e waren im Betriebsjahre meistenteils genügend vorhanden. Vorstellungen mussten nur in vereinzelten Fällen erhoben werden.

491

3. Bahnbetrieb.

a, Fahrplanwesen.

Die Zahl der zu den Fahrplanentwürfen eingegangenen Abänderungsbegehren ist, verglichen mit dem Vorjahre, von 985 auf '1031 gestiegen.

Hiervon 286 232 156 283

bezweckten : eine Vermehrung der Fahrleistungen, die Verlegung von Zügen oder Schiffskursen, die Erstellung neuer oder verbesserter Anschlüsse, neue Halte von Zügen oder Schiffskursen.

Die übrigen Begehren bezogen sich zumeist auf verschiedene Änderungen im Interesse der Reisenden, wie z. B. Vermehrung der Wagenklassen und pünktlichere Einhaltung der Fahrpläne.

Über 263 Begehren hatte das Eisenbahndepartement zu entscheiden, und 36 der Entscheide dieses Departements sind auf dem Rekurswege an den Bundesrat gezogen worden. Die übrigen Begehren haben durch Zugeständnisse der Bahn- und Dampfschitfverwaltungen oder durch Verzicht seitens der Begehrensteiler in den Fahrplankonferenzen ihre Erledigung gefunden.

An die europäische Fahrplankonferenz für den Sommer 1912, welche am 29. und 30. November in Triest abgehalten wurde, haben wir in üblicher Weise eine Vertretung abgeordnet. In dieser Konferenz sind einige wesentliche Verbesserungen internationaler Schnellzugsverbindungen durch unser Land, sowie neue Schnellzugsverbindungen zwischen schweizerischen und ausländischen Verkehrszentren vereinbart worden.

Bei diesem Anlasse hat unser Delegierter bei den Herren Vertretern der französischen Regierung und der P. L. M.-Bahn angeregt, dass letztere Bahngesellschaft ihre Sommer- und Winterfahrpläne auf den gleichen Zeitpunkt wie in der Schweiz, Deutschland, Österreich und Italien, nämlich am 1. Mai beziehungsweise 1. Oktober in Kraft setzen möchte. Ein Zugeständnis war indessen nicht erhältlich, weil der Beginn des Sommerf'ahrplans der P. L. M.-Bahn nach den Verkehrsbedürfnissen der Riviera und der Beginn des Winterfahrplans nach den Schulen sich richten müsse.

492

b. Kontrolle der Dienstvorschriften.

Nachdem die Verwaltungen des ehemaligen Verbandes schweizerischer Bisenbahnen ein neues Reglement über die Anstellung, die dienstliche Ausbildung und die Prüfung des Betriebspersonals eingeführt haben, ist der Vorstand der Sekundärbahnen vom Eisenbahndepartement zum Bericht darüber eingeladen worden, ob die diesem Verbände angehörenden Verwaltungen das erwähnte neue Reglement für ihr Personal ebenfalls gültig zu er klären gedenken oder ob sie der Aufstellung besonderer, etwas einfacher gehaltener Vorschriften den Vorzug geben. Vom Sekundärbahnverband wurde hierauf die Erklärung abgegeben, dass eine Kommission für Aufstellung vereinfachter Vorschriften bezeichnet sei.

Das im letztjährigen Berichte erwähnte neue Reglement über den Fahrdienst auf elektrischen Schmalspurbahnen konnte im Berichtsjahre durch das Departement genehmigt werden.

Den Reglementen von 7 im Laufe des Jahres eröffneten neuen Bahnen ist nach längeren Verhandlungen die Genehmigung erteilt worden. Nebstdem ist der Abänderung einer Reihe von Reglementen bestehender Bahnen zugestimmt worden.

c. Vollziehung des Arbeitsgesetzes.

Wie alljährlich sind einer grössern Zahl von Verwaltungen mit Rücksicht auf besondere Verhältnisse ausnahmsweise Anordnungen hinsichtlich der Dauer der Arbeitszeit, der Ruhezeiten und der Dienstbereitschaft der Angestellten bewilligt worden.

Mit Bezug auf die Unterdrückung des Güterdienstes an den Sonntagen haben wir nachstehende Ausnahmen zugestanden : Der Rhätischen Bahn die Beförderung von gewöhnlichen Frachtgütern an den Sonn- und Festtagen, den Pfingstsonntag ausgenommen, in der Zeit vom 28. Mai bis 9. Juli ; der Wynentalbahn und der Aarau-Schöftland-Bahn die Ausführung je eines Güterzuges in beiden Richtungen an den Sonntagen, den Bettag ausgenommen, in der Zeit vom 15. September bis Ende November; den Verwaltungen des schweizerischen Wagenverbandes für die Sonn- und Festtage, den Bettag ausgenommen, in der Zeit vom 3. September bis 12. November:

493

  1. Am Vormittage in den Güterschuppen arbeiten zu lassen, 6. den hierzu geeigneten Personenzügen, soweit nötig, Güterwagen mitzugeben, a. Güterzüge auszuführen, soweit dies zur Bewältigung des starken Herbstverkehrs notwendig erschien ; der Frauenfeld-Wil-ßahn für die Zeit vom 10. September bis 12. November die gleichen Ausnahmen wie dem schweizerischen Wagcnverband : den Bundesbahnen und den Bayerischen Staatsbahnen für die Sonntage in der Zeit vom 3. September bis 17. Dezember, den Bettag ausgenommen : a. Trajektierung von Frachtgütern auf der Seeroute Romanshorn-Lindau, b. Arbeit in den Güterschuppen in Romanshorn am Vormittage, c. Ausführung eines Güterzuges Romanshorn-Genf-Romanshorn ; den Reichseisenbahnen in Elsass-Lothringen für die Sonntage vom 8. Oktober bis 12. November die Führung von je 2 Güterzügen in beiden Richtungen auf der Grenzstrecke BaselSt. Ludwig; der Paris-Lyon-Mittelmeer-Bahn für die Sonn- und Feiertage vom 19. November bis 15. Januar den Bin- und Auslad von Gütern am Vormittage in Genf, bei wirklichem Bedarf.

Ferner ist behufs Vermeidung von Güterstauungen für die meisten Sonntage des Jahres die Besorgung des Güterdienstes in beschränktem Urnfange im Bahnhofe Chiasso gestattet worden.

Die Kontrollorgane des Eisenbahndepartements haben in üblicher Weise eine grosse Zahl der im Art. 11 des Gesetzes vorgesehenen Tagebucher des Personals der Transportanstalten geprüft, und es sind die dabei erhobenen Unregelmässigkeiteu behufs deren Abstellung den betreffenden Verwaltungen zur Kenntnis gebracht worden.

Es ist neuerdings zu rügen, dass viele Angestellte die Tagebücher unrichtiü' oder car nicht führen, was nicht selten zu unO

ö

J

494 liebsamen Erörterungen mit den Verwaltungen führt. Solange die Verwaltungen selbst einer richtigen Führung der Tagebücher nicht das nötige Interesse entgegenbringen, wird die Kontrol e immer eine schwierige und undankbare Aufgabe sein und kann dieselbe nicht die von ihr erhofften Früchte zeitigen.

Der Zentralvorstand des schweizerischen Zugspersonal-Vereins ist mit dem Gesuche an das Eisenbahndepartement gelangt, es möchte den Bahnverwaltungen strikte Weisung erteilt werden, den in den Art. 3 und 4 des Gesetzes zwecks Ausgleich der Ruhezeit und der Dienstbereitschaft vorgesehenen dreitägigen Turnus nicht mehr in die ordentlichen Diensteinteilungen aufzunehmen, sondern diesen Fall den tatsächlich ,,besondern Verhältnissen" vorzubehalten, unter denen niemals die ordentliche Dienstleistung verstanden sein könne.

Das Departement hat das Gesuch ablehnend beschieden mit der Begründung, dass der Gesetzgeber mit den in den Art. 3 und 4 enthaltenen Bestimmungen tatsächlich die Erstellung der ordentlichen Diensteinteilungen habe erleichtern wollen, wie dieses auch bereits am Schlüsse der bundesrätlichen Botschaft vom 11. März 1898 betreffend die Revision des Gesetzes zum Ausdruck gelangt sei.

Einige dem Departement zugegangene Beschwerden .über ungesetzliche Beanspruchung von Angestellten sind untersucht worden, und soweit dieselben begründet waren, haben die betreffenden Verwaltungen auf die Vorstellungen des Departements Abhülfe angeordnet.

d. Fahrleistungen und Zugsverspätungen.

.Gemäss der beiliegenden Tabelle ist die Zahl der ausgeführten Züge mit Personenbeförderung wie auch diejenige der reinen Güterzüge beträchtlich gestiegen und dementsprechend ist auch eine starke Zunahme der gefahrenen Zugs- und Achskilometer zu verzeichnen.

Wir wollen gerne hervorheben, dass trotz der eingetretenen Verkehrszunahme der Prozentsatz der verspäteten eigenen Züge um ein geringes zurückgegangen ist, während die Zahl der von den anschliessenden Unternehmungen übernommenen Verspätungen eine erhebliche Steigerung erfahren hat.

Zusammenstellung der im Jahre 1911 auf den wichtigern schweizerischen Normalspurbahnen beförderten Züge und deren Verspätungen.

Zu Seite 494.

Tableau des fraias ayant circulé pendant l'année 1911 sur les plus importants chemins de fer suisses à voie normale et des retards qu'ils ont subis.

1

I

1

2

1

3

4

1

1

Durch- 1 schDittlicb Länge der j| Davon im Betrieb i doppel 3efindlichei! spurig Linieu Bezeichnung der Eisenbahnen Longueur Dont à doubl moyenne voie des lignes Ì en exploitation 1

»

|

6

[|

7

|

8

10

9

i

Total der beförderten -- Total des trains expédiés fm Fahrplan vorgesehenen regelmäßigen Trains prévus à l'horaire comme réguliers

Fakultativ- und ExtraTrains facultatifs et extraordinaires

Güterzüge Gaterzuge reinen mit Permit PerPersonen- sonenbe- Gûterzûge Personen- sonenbezüge förderung Trains de förderung zoge Trams Trains de marchan- Trains Trains de marchan- dises sans marchande de avec dises avec voyageurs dises service de service de voyageurs service de

voyageurs

Kilometer -- Kilomètres

reinen Gütcrzüge Trains de marchandises sans service de voyageurs voyageurs

voyageurs

1

»

12

Auf die regelmässigen Personenzöge Total der zurückgelegten und Güterzuge Nombre total parcouru de mit Personenbeförderung entfallen : Zugsküometer Kilomètres de trains correspondant aux trains Zugskilometer Âchskilometer réguliers de voya Kilomètres Kilomètres de geurs et aux d'essieux trains trains réguliers de marchandises avec service de voyageurs

13

14

1

15

! '6 il "

18

,9

An den Endpunkten der Fahrt trafen ein : Retards à l'arrivée à la gare destinataire:

Von den GQtenflge mit PersonenAchsPersonenzüge mit 10 und beförderung mit 15 und mehr kilometern mehr Minuten Verspätung Minuten Verspätung kommen Trains de marchandises de voyageurs avec auf 1 Kilo- 10Traina avec service de voyageurs minutes ei plue de retard avec 16 min. et plus de retard meter Bahnlänge DurchDurch- Grossie A un schnitt- Grossie schnitt- VerVerkilomètre liche liche spätung exploité Ver- spätung VerAnsah!

Anzahl spätung Setard corresspätung Betard pondent Nombre Nombre Betard maxiRetard maxikilomètres mum moyen moyen mum d'essieux

20

|

21

|

22

j

23 i

!

»

27

der gemäss Kolonnen 23 Qnd 24 verspäteten Züge f m Verhältnis zur Gesamtzahl Total der Zage im des tratn« Vorjahre réguliers ayant eubi Total des retards suivant l'année colonne« pre'céSS et g<, compare dentt au nombre total des traine

Auf der eigenen Linie -- Sur la propre ligne Durch Verspätung der Aoschlussanstalten Betard provenant d'autres entreprises

Infolge

infolge

durch

von den infolge atmovon Roll- StaLioiismaterial- und von sphärischen FahrUnfällen Ein- defekteo dienst Total flüssen ensuite par le ensuite ensuite d'ava- service Total d'acci- d'in- ries au des gares fluences et du dents atmos- matériel phériques roulant

'=·

28

29

30

Prozente Nombre pour cent

Ursache der Verspätungen -- Cause îles retards

Hinuten -- Minutes

Minuten -- Minutes

24 26

Anzahl der versäumten Anschlüsse im Vorjahre Nombre des l'année correspon~ précédente dances manquées

Désignation des lignei

1

  1. Hauptbahnen.

Schweizerische Bundesbahnen : Kreis I » H « ) » III _ IV .

V .

Totale und Durchschnittszahlen Bodonsee-Toggenburg Bern-Neuenburg-Bahn Jura Neuchâtelois

. . . .

. . . .

  1. Chemins de fer principaux.

2686

53 43 38

696 1 705* 458 261

1

13490 6265 15006

47059

1544

172 580

1 598 690 2447

29924

3721

33 679 409

364 46 795

121 68 84

462 378 302 347 439 340

1 093 568 337 24 767 719

7 305 469 4375569 5 602 873

419560 269 395 373 418

2681 6557 407 136 4741 3826 1720 19525

18 18 15 17 18 17

189 152 363 109 131 363

35 48 34 127 111 355

20 21 22 22 21 21

105 73 54 55 48 105

1699 5027 3707 2634 912 13979

13 59 23 22 8 125

137 839 101 757 147 444

15 15 18

47 88 107

10

28

48

234 338 275

5

282 483 396

7

16 19 2 4 36 77

63 46 77 28 62 276

925 1454 966 1265 813 5 423

1017 1578 1068 1319 919 5901

3 2

50 143 105

58 145 121

2

1548 1938 1 450 1527 879 7342 86 182 151

,,,,

1,»

0,35

2,11

2,S,

3j05

0,74

0,80

1622 1927 1603 1067 357 6576 122 148 20

Chemins de fer fédéraux: Arrondissement I.

« ')·

m.

IVv.

Totaux et chiffres moyens.

Bodenseé-Toggenburg.

Berne-Neuchâtel.

Jura Neuchâtelois.

2. Chemins de fer secondaires à voie normale.

2. Nebenbahnen.

Thunerseebahn ä) Seetalbahn . .

.

. .

Südostbahn 3 Tösstalbahn ) Emmentalbahn Mittel-Thurgaubahn § Burgdorf-Thun-Bahn (elektrisch) .

Langenthal-Huttwil-Wolhusen-Bahn Freiburg-Murten-Ins (elektrisch) .

Uerikon-Bauma Saignelegier-Glovelier . . . .

Ramsei-Sumiswald-Huttwil .

Solothurn-Münster Martigny-Orsières Sihltalbahn Bulle-Romont Val de Travers Pont-Brassus Sensetalbahn Pruntrut-Bonfol Vevey-Puidoux Nyon-Crassier Totale und Durchschnüiszaklen

136 55 50 46 43 42 41 40 33 26 25 25 23 20 19 18 14 14 12 14 8 6 3490

Im Jahre 1910

3488

707

36264 1041 10585 730 18845 8305 921 12753 192 7028 9215 1356 5226 616 5541 3410 730 105S9 461 4140 3530 7062 3522 621 12999 1348 2920 5J965 3'160 1710 5^018 822 4140 673 501 58959

196317

4910

124

698

635 489

191 671

5440

94

') Inkl. Basier Verbindungsbahn.

') Inkl. Spiez-Erlenbach, Erlenbach-i iweisimmeo SpiezFrutigen, Gttrbctalbahu und Bern- Schwarzeob urg-Bahn.

*) Inkl. Wald-Rttti.

59592

6110 1 234 971 1S93 1833 27 1541 101

1 321

1842 1854 275

292 33 239 22 38 81 22 19 16 2 37 13 10 62 9 4 3 11 2 1

23 13 9 25 42 12

903 719 1911 176 83893 68034 189 72514 169 99961 833 1669 18 81 427 386 73736 179 49979 311 23746 34 23588 66 33006 96 61612 195 22268 116 66688 24 64082 20 98450 271 25600 51 22 43 373 28849 70 48412 66 36682 53 331 342 25942

14 14 15 22 14 16 13 13 15 20 26 14 14 20 18 14 13 14 16

36527

12 290 566 714763 822 689 4614137 336 723 378 710 296 890 3 401 711 328 014 3 335 622 274 249 304 30o 264 335 4 298 308 302 963 7092 70 114 7839 3 338 488 277 202 333 410 2 949 476 201 564 206 106 1 649 322 186 950 188 166 617 392 121 023 121 354 589 689 103 500 104 700 825 159 102 858 103 229 88148 1 417 078 124 333 68473 445 368 69018 115038 1 267 080 126916 74574 1 153473 75 960 95178 1 378 293 110194 358 403 37 960 37999 520478 60984 61611 58 426 403-887 58448 387 294 46720 46728 24840 220 094 24840 38 821 807 1 156 383 680 29 387 582

31 110

37 495 (559

1 098 261 872

314 869 23897

486 836 846 80 711 186 188 20 37 4 2 415 26 104 68 1310 79

Y aHupris le ra ccordemcnt de Bile, Y c< mprig les li ;nes de Spìe sa Erlenbac a, d'Erlenba ~b à Zweisini U1CI1, 0

e Spiez à 1 rutigeu, Gu rbetalbahu c t Berue-Sch warzeuburg.

Y c< nipris Walc1-Ruti.

28 470 370

13 16 16

88 87 35 90 139 29 60 28 121 54 87 34 45 81 67 53 46 25 26 67 22 52 363

^ 439

22

16

445

609

24

§ Betriebseroffnu ig der Mittel-Tbu ·gaubahn au» 20. Dez eniber 19 11.

3

12 4 24 2

1 27

26

21 21 27 20

20 16

105

1 510 104 172 111 761 8 355 122 244 8 27 82 171 28 12 11 131 33 19 55 61 52 18 903

153

154

15428

165

38

29 25 95 24

20 23 25

4 2

2 6

6 3 ~6

15 --

9

2 3

2 1

1

2

137

1 336

6852

401 72 17 61 72 10 31 69 71 26 63 16 24 88 12 10 167 18 3 16 5 1 7 478

1 247 Ì 333

7 333

9078

5

1 1

3 9 1 12 3 1

1 5 3 9

2

1

!

Ouvert in e ù Pexp loitation du chemin le fer de la Thurgovie ceotr aie, le 2<ï décembi e 1911.

389 61 17 50 72 7 21 67 54 19 53 16 22 64 12 10 163 14 3 12 5

366 96 82 60 87

0,9S

7471

Lac de Thoune 2J.

Seetal.

Sud-Est.

Toesstal ·).

Emmental.

Thurgovie central §.

Berthoud-Thoune (électrique).

Langenthal-Huttwil-Wolhusen.

Fribourg-Morat-Anet (électrique).

Uerikon-Bauma.

Saignelégier-Glovelier.

Ramsei-Sumiswald-Huttwil.

Soleure-Moutier.

Martigny-Orsières.

Sihltal.

Bulle-Romont.

Val-de-Travers.

Pont-Brassus.

Sensé tal.

Porrei) truy-Bonfol.

Vevey-Chexbres.

Nyon-Crassier.

Totaux et chiffres moyens.

1,10

8133

En 1910.

l,0ó

1,05

0,56

0,,«

0,09 0,60

0,22

0,56

0,5,

0,54

3,64

43 49 94 21 54 19 23 15 3 25 213 17

0,31

0,30

0,6»

0,10

1,00

1,23

0,39

0,81

1,«

1,10

0,u

0,16

0,53

0,5,

2,06

0,92

0,!6

0,04

0,24

0,63

1,15

1,43

0,5!

0,10

0,05

30 9 11

o,»

0,79

0,08

0,,3

0,0,

0,30

t Bis 30 April.

140 50 42 10 94 2 71 4 76 62 16 1 17 2 3 2 8 2 3

Di s le 1" uia Jusqu'au 30 a ml.

495

e. Unfälle, Im Berichtsjahre wurden die folgenden Unfälle im Bisenbahnbetrieb zur Anzeige gebracht, wobei wir zur Vergleichung die entsprechenden Ziffern des Vorjahres beisetzen: Entgleisungen in Stationen ^ auf offener Bahn Zusammenstösse in Stationen auf offener Bahn fl Sonstige Unfälle: Unfälle, von welchen Menschen betroffen wurden Andere Unfälle Gesamtzahl der Unfälle

1911

1910

48 21 43 3

40 33 23 3

1909 80 2104

1805 52 1956

Von den 69 (73) E n t g l e i s u n g e n fanden 45 (59) bei Personen- und Güterzügen, 19 (11) im Rangierdienst und 5 (3) bei Tramwagen statt.

Nach den Ursachen rubrizieren sich die Wie

fol t:

S

Defekte Bahnanlage Hindernisse auf der Bahn Befahren unrichtig bedienter Weichen . . .

Defekte an Fahrzeugen Andere u n d unermittelte Ursachen . . . .

Entgleisungen 1911

1910

4 l 24 3 37

4 10 25 6 28

Von den 46 (26) Z u s a m m e n s t ö s s e n ereigneten sich 21 (16) bei fahrenden Zügen, sei es, dass solche mit ändern Zügen oder mit einzelnen Wagen in Kollision gerieten; 15 (8) Fälle beziehen sich auf Vorkommnisse im Rangierdienst und 10 (2) betreffen Kollisionen von Tramwagen.

Nach den Ursachen rubrizieren sich die Zusammenstösse wie folgt : Unrichtige Anordnungen des Personals, mangelhafte Verständigung Unrichtige Weichen- oder Signalstellung . .

Vorschriftswidriges Manöver und Unachtsamkeit des Zug- und Fahrpersonals Unrichtige Aufstellung von Fahrzeugen . . .

Andere Ursachen Bundesblatt. 64. Jahrg. Bd. II.

1911

1910

8 9

3 10

24 2 3

9 3 l 33

496

Nach Bahnen zusammengestellt entfallen von den Entgleisungen und Zusamtnenstössen : Entgleisungen

1911

Auf die Schweiz. Bundesbahnen, inklusive mitbetriebene normalspurige Linien . 34 ,, ,, Bern-Neuenburg-Bahn, . -- ,, ,., Neuenburger Jura-Bahn . -- .(, ,, ausländischen Bahnen auf Schweizergebiet . . .

4 ., ,, übrigen normalspurigen Adhäsionsbahnen . . .

9 ,, ,, schmalspurigen Adhäsionsbahnenauf eigenem Bahnkörper 6 ,, ,, schmalspurigen Adhäsionsbahnen auf Strassen . 1 3 ,, ,, Adhäsionsbahnen mit Zahnstangenstrecken . . .

2 ,, ,, reinen Zahnradbahnen . .

l ,, ,, Seilhahnen --

Zusammenstösse

1910

1911 1910

41 -- --

22 l --

14 -- --

2

3

l

7

4

2

10

3

4

11

10

4

-- 2 --

3 -- --

-- l --

Die sämtlichen Unfälle hatten 87 Tötungen (im Vorjahre 86) und 1864 Verletzungen (gegen 1782) von Personen zur Folge, und zwar wurden 0 ' getötet Reisende

1911

bei Entgleisungen und Zusammenstössen . . .

infolge sonstiger Ereignisse

-- 12

Bahnbedienstete

Drittpersonen

1910 1911 1910 1911 1910

-- 8

-- 33

l 34

-- 42

--43

verletzt Reisende Bahnbedienstete Drittpersonen 1911 1910 1911 1910 1911 1910 l>ei Entgleisungen und Zu-

sammenstössen . . .

infolge sonstiger Ereignisse

9 90

28 16 12 -- l 90 1619 1534 130 117

497 Nach Bahnen zusammengestellt entfallen hiervon: Tötungen 1911 1910 Auf die Schweiz. Bundesbahnen, inklusive mitbetriebene normalspurige Linien . .

,, ,, Bern-Neuenburg-Bahn . .

,, ,, Neuenburger Jura-Bahn .

,, ,, ausländischen Bahnen auf Schweizergebiet . . .

,, ,, übrigen normalspurigen Adhäsionsbahnen . . . .

,, ,, schmalspurigen Adhäsionsbahnen auf eigenem Bahnkörper ,, ,, schmalspurigen Adhäsionsbahnen auf Strassen. .

,, ,, Adhäsionsbahnen mit Zahnstangenstrecken . . .

,, ,, reinen Zahnradbahnen .

,, ,, Seilbahnen

Verletzungen 1911 1910

62 -- --

58 2 --

1339 5 28

1187 7 24

2

l

32

50

7

7

70

86

l

3

66

62

15

14

281

320


-- -- l

30 6 7

29 7 10

Die Tötungen und Verletzungen, welche nicht auf Entgleisungen und Zusammenstösse zurückzuführen sind, gruppieren sich den Ursachen nach wie folgt:

Reisende Bahnbedienstete Drittpersonen , , · , ^ " , Tötung Verletzung Tötung Verletzung Tötung Verletzung 1911 1910 1911 1910 1911 1910 191Î 1910 1911 1910 1911 1910 Überfahren von Fuhrwerken, Boll wagen und Draisinen -- -- Scheuwerden von Tieren bei der Fahrt von Zügen _ _ _ Ausgleiten auf Fahrzeugen, Fehltreten beim Auf- und Absteigen l l Fehltreten heim Begehen der Geleise . . . . -- -- Springen auf und von im Gang befindlichen Fahrzeugen 5 7 Unvorsichtiges Überschreiten der Geleise und Gehen in denselben 3 -- Unvorsichtiges Benehmen im fahrenden Zug und b e i Manöverbewegungen 2-- Mitwirkung von Drittpersonen beim Manöver . -- -- Unglücklicher Zufall bei Manövern -- -- An- und Abkuppeln von Fahrzeugen . . . . -- -- Verbotene oder unrichtig ausgeführte Manöver -- -- Ein-, Aus- und Umlad von Gütern -- -- Öffnen oder Schliessen von Wagentüren . . . -- -- Fremdkörper in die Augen -- -- Einfeuern auf der Lokomotive und Zerkleinern von Kohlen -- -- Starkströme -- -- Andere Ursachen l --

l

l

l--

6

4

4 __

l

33 32

_

_

...

_

_

i

12 2

10 3

4 --

2 --

250 120

226 122





29

20

4

l

67

58

--

--

--

2

2

l

16

14

24

26

36

40

75

66

5 -- l -- 11 -- 29 --

6 -- -- --

2 -- l l -- l -- --

2 2 9 -- -- 4 185 4 164 2 23 -- 349 -- 50 -- 69

2 8 -- 170 162 16 324 53 69

-- -- l -- -- -- -- --


-- 3 l --

-- 3 l -- 53 -- -- --

48 42 -- 13 14 l 222 219 --

-- l l

-- 32 --

-- -- l-- 7 16

-- -- l -- 2 5

3

l -- -- --

6

-- __ 9 4

>g oo

499

In selbstmörderischer Absicht haben sich 27 Personen ge(im Vorjahr 17 getötet und 2 verletzt).

Bei den H ü l f s a r b e i t e n des B a h n b e t r i e b e s (innerer Betriebs-, Bahnunterhaltungs- und Werkstättedienst) wurden

tötet

Tötungen Verletzungen

. .

1911

1910

2 . 3626

6 3458

gemeldet.

4. Dampfschiffe.

In der Kontrolle der Schiffe ist im Berichtsjahre insoweit eine Änderung eingetreten, als zufolge der Bestimmungen des neuen Bundesgesetzes betreffend das schweizerische Postwesen vom 5. April 1910 und derjenigen der neuen Schiffahrtsverordnung vom 19. Dezember 1910 ab 1. Januar 1911 nur noch die Schiffe der konzessionierten Unternehmungen der Kontrolle des Bundes unterlagen, während die Kontrolle über alle übrigen Schiffe den Kantonen überbunden war. Diese Änderung hat aber im Berichtsjahre keine wesentliche Entlastung unserer Kontrollbeamten zur Folge gehabt, da sie auf Ansuchen hin für einige Kantone die Kontrolle über die in deren Aufsicht übergebenen Schiffe weiter besorgen mussten. Nachstehende Zahlen geben Aufschluss über die daraus entstandenen Arbeitsleistungen unserer Kontrollbeamten : Kanton Bern 9 Schiffe 10 Untersuchungen ,, Genf 3 ,, '3 ,, Neuenburg . . .

8 ,, 8 ,, ,, Obwalden . . . .

4 ,, 4 ,, ,, Schwyz . . . . 2 0 ,, 26 ,, ., St. Gallen . . . . ! . , 2 ,, ,, U r i 8 ,, 11 v Waadt 14 ,, 16 ,, Total 80 Untersuchungen Ausserdem haben unsere Kontrollbeamten bei der durch die Bestimmungen der neuen schweizerischen Verordnung notwendig gewordenen Ausarbeitung der verschiedenen interkantonalen Schifffahrtsreglemente und Übereinkommen mitgewirkt.

Die interkantonalen Übereinkommen betreffend die Schifffahrtspolizei auf dem Genfersee, sowie betreffend diejenige auf

500 dem Neuenburger-, dem Bieler- und dem Murtensee sind vom Bundesrat bereits genehmigt worden. Einige der bezüglichen Réglemente werden dem Eisenbahndepartemente in nächster Zeit zur Genehmigung vorgelegt werden.

Was die Kontrolle der konzessionierten Schiffahrtsunternehmungen anbetrifft, die uns künftig allein noch beschäftigen wird, so verweisen wir auf die nachfolgenden Zahlen: a. Betriebsbewilligungen.

Erneuert . .

N e u erstellt .

Entzogen . .

Dampfschifte

Motorboole

Motorschiffe

2 3 2

-- -- l

-- 4 --

Schleppkähne

-- 2 --

_ . .

lotal

2 9 3

,,-.-.

'

1 S1UJ

(32) (22) (20)

ö. Änderungen im Schiff sparii.

Dampfschiffe neu erstellt, bezw. neu unter Kon(1910) trolle getreten 3 (4) Motorboote neu erstellt, bezw. neu unter Kontrolle getreten l (30) Motorschiffe neu erstellt, bezw. neu unter Kontrolle getreten 3 (9) Schleppkähne neu erstellt, bezw. neu unter Kontrolle getreten 2 (--) Dampfschiffe ausrangiert oder aus der Kontrolle gestrichen 2 (3) Motorboote ausrangiert oder aus der Kontrolle gestrichen l (11) Motorschiffe ausrangiert oder aus der Kontrolle gestrichen -- (3) Schleppkähne ausrangiert oder aus der Kontrolle gestrichen -- (--) Dampfschiffe umgebaut 2 ( 1) Motorboote ,, l (1) Motorschiffe ,, -- (5) Schleppkähne ,, -- (--) Dampfschiffe m i t neuen Kesseln versehen . . . .

2 (1) ,, ,, ,, Maschinen versehen . . . -- (--) Motorboote m i t neuen Motoren versehen . . . . -- (5) Motorschiffe m i t neuen Motoren versehen . . . . -- (1)

501 c. Bestand des

ScMffspar'kes.

(1910)

Dampfschiffe für den Personen- und Gütertransport 100 (102) ,, n u r f ü r d e n Gütertransport . . .

6 ( 6 ) ,, f ü r d e n Schleppdienst 2 ( 7 ) Motorboote ausschliesslich für den Personentransport 22 (127) Motorschiffe auch für den Personentransport . .

6 · C 9) ,, n u r f ü r d e n Gütertransport . . . .

5 ( 74) Schleppkahne , .

2 ( --) Total 143 C325) Im Bau oder angemeldet und voruntersucht sind 5 und zurzeit ohne Betriebsbewilligung , 3 An die kantonale Kontrolle übergegangen sind insgesamt 188 Schiffe.

An S c h i f f s u n t e r s u c h u n g e n wurden vorgenommen: (1910) Äussere Untersuchungen von Dampfschiffen . . 112 (116) Untersuchungen von Motorbooten 29 (100) ,, ,, Motorschiffen 8 (164) ,, ,, Schleppkähnen 5 ( --) Innere Untersuchungen von Dampfschiffen . . . 123 (116) wovon auf Stapel 34 ( 39) Belastungsproben und Krängungsversuche . . .

12 ( 44) Die K e s s e l r e v i s i o n e n und D r u c k p r o b e n wurden in bisheriger Weise durch die Inspektoren des schweizerischen Vereins von Dampfkesselbesitzern vorgenommen, deren Berichte uns jeweilen in Kopie zugesandt wurden. Unsere Beamten nahen 3 Revisionen und 2 Druckproben bestehender, sowie 3 Druekproben neuer Kessel beigewohnt.

Die Anzahl der im Betriebe befindlichen Schiffskctsel beträgtlGö.

d. Bestand der regelmässig befahrenen Landungseinriclitungen.

Neu erstellt wurden Umgebaut wurden Aufgehoben oder nicht mehr befahren

16 10 8 Totaler Bestand ~29Ï Untersuchungen solcher Einrichtungen wurden im Berichts jähre 201 vorgenommen.

Die schon im vorjährigen Berichte erwähnten Sicherungen für die 2 elektrischen HochspannungsUberfiihrungen über den

502 Rhein zwischen Stein und Sehaffhausen sind zu Beginn des Sommers beendigt worden.

Es sind auch Schritte unternommen worden zur Sicherung der Schiffahrt auf dem Rhein von Basel bis Äugst, wo einige Fährseile zu tief herabhängen. Eine Erledigung dieser Angelegenheit ist aber noch nicht erfolgt.

Von ausserordentlichen Vorkommnissen sind zu erwähnen r der Zusammenstoss von Schleppkurs ,,Prinzregent" (bayr.) mit Kursschiff ); Rhein" (schweiz.) im Januar, sowie derjenige zwischen den Schleppzügen ,,Ludwig" (bayr.) und ,,Zürich" (schweiz.) im Oktober. Beide, sind auf Nichtbeachtung der schiffahrtspolizeilichen Vorschriften zurückzuführen ; sie hatten Beschädigungen der Schleppkahn e zur Folge.

Im Juni prallte Schiff ,,Arenaberg" der Dampfbootgesellschaft für den Untersee und Rhein auf der Talfahrt infolge unrichtiger Führung an der Brücke in Diessenhofen an, wobei Schiff und Brücke beschädigt wurden.

Infolge Anpralles und Beschädigung durch ein Kohlenschiff sank im September in der Werfte der Dampfschiffgesellschaft des Vierwaldstättersees das Schiff ,,Germania".

Im Dezember stiessen auf dem Vierwaldstättersee bei dichtem Nebel infolge Nichtbeachtung der schiffahrtspolizeilichen Vorschriften Motorschiff ,,Schiller" und Dampfschiff ,,Gotthard" zusammen, wobei beide beschädigt wurden und ebenfalls im Dezember prallte der Bundesbahnkahn ,,A" bei Sturm und infolge falschen Manövrierens am Hafendamm in Lindau an.

An Maschinendefekten sind uns im Berichtsjahre ein Kurbelwellenbruch, sowie ein Bruch eines Steuersupportes bekannt geworden.

Beim Betrieb wurden nach den eingegangenen Mitteilungen 58 Schiffsbedienstete verletzt (im Vorjahre 56 Schiffsbedienstete und l Reisender verletzt, sowie 2 Schiffsbedienstete getötet). Bei den Hülfsarbeiten des Betriebes wurden 56 Personen verletzt (im Vorjahre 96) ; l Schiffsbediensteter ertrank.

5. Sonstige Transportanstalten mit Motorbetrieb.

Über die gemäss Verordnung vom 18. September 1906 betreffend die Konzessionierung und die Kontrolle der Automobilunternehmungen, Aufzüge und Luftseilbahnen dem Eisenbahndepartement übertragene Kontrolle geben folgende Zahlen Auskunft:

503

  1. Automobilunternehmungen, Zahl der konzessionierten Unternehmungen pro 1. Januar 1911 Neu erteilte Konzessionen Entzogene Konzessionen Erloschene Konzessionen Stand auf Ende 1911

13 (im Vorjahre 9) 3(,, ,, 4) --(,, ,, --) l (w ,, --) 15 ( ,, ,, 13)

Von diesen Unternehmungen standen auf 1. Januar 1911 in regelmässigem · Betriebe 12 Neu eröffnete Betriebe 4 Betriebseinstellungen l Stand auf Jahresende 15 (im Vorjahre 12) Zu erwähnen ist, dass sich unter den 4 neu eröffneten Betrieben die erste sogenannte ,,Geleislose Bahna, ein elektrischer Automobilbetrieb mit oberirdischer Stromzuführung befindet. Es ist die Compagnie des Omnibus Electriques Fri bourg-Far vagny.

Die Kollaudation diesej Transportanstalt fand im Dezember statt; der Betrieb wurde am 3. Januar 1912 aufgenommen.

Die Gesamtlänge der von obigen 15 Unternehmungen befahrenen Strecken beträgt 171,9 km; 40 Personenwagen mit 521 Sitz- und 118 Stehplätzen versehen den Dienst.

Ausserordentliche Vorkommnisse im Betriebe sind dem Departemente nicht zur Kenntnis gekommen.

Von den Kontrollbeamten wurden 20 Inspektionen, 5 Kollaudationen und 4 Besuche bei besonderen Anlässen ausgeführt.

Die Zahl der geprüften Vorlagen beträgt 28.

b. Luftseilbahneu und Aufzüge.

Unter eidgenössischer Kontrolle standen die gleichen 3 Unternehmungen wie im Vorjahre.

Der Betrieb derselben gab zu keinen Bemerkungen Anlass.

Auswechslungen von Drahtseilen fanden nicht statt.

Von dea Kontrollingenieuren wurden 5 Inspektionen und 2 Besuche vorgenommen.

Die Zahl der über diese Unternehmungen behandelten Vorlagen beträgt 2.

504

D. Administrative Kontrolle.

l. Tarif- und Transportwesen.

  1. Tarifwesen.

Infolge der neuen Vollziehungsverordnung vom 21. März 1911 zum Bundesgesetz über den Transport auf Eisenbahnen und Dampfschiffen, über welche an anderer Stelle berichtet wurde, ist die Zahl der T a r i f g e n e h m i g u n g e n von 671 auf 385 zurückgegangen.

Im Berichtsjahre sind der k o m m e r z i e l l e n K o n f e r e n z der s c h w e i z e r i s c h e n T r a n s p o r t a n s t a l t e n zwei Normalspurbahnen und eine Schmalspurbahn beigetreten. Die Betriebslänge der der Konferenz angehörenden Normalspurbahnen ist damit auf 3606 km gestiegen und diejenige der Schmalspurbahnen auf 845 km.

Einem Wunsche der Verkehrsinteressenten entsprechend, wurde die Zahl der Vertreter des Handels und der Industrie in der Konferenz von 4 auf 5 erhöht, in der Meinung, dass das neue Mitglied dem Verbände reisender Kaufleute der Schweiz zu entnehmen sei. Damit ist die Zahl der Vertreter der Verkehrsinteressenten auf 11 angestiegen.

Im Berichtsjahre fanden zwei Sitzungen der kommerziellen Konferenz statt. In der ersten vom 26. Juni 1911 wurden neben Änderungen und Ergänzungen der Bestimmungen des schweizerischen Generalabonnementstarifes über Rückvergütungen, Ergänzungen der Anlage V zum Transportreglement sowie Änderungen und Ergänzungen der allgemeinen Tarifvorschriften nebst Güterklassifikation behandelt. Die zweite am 11. November 1911 abgehaltene Konferenz war vorwiegend der Beratung von Massnahmen zur Linderung der Lebensmittelteuerung und der landwirtschaftlichen Futternot gewidmet.

Die Verhandlungen über die V e r e i n h e i t l i c h u n g d e r T a r i f g r u n d l a g e n der Normalspurbahnen wurden fortgesetzt, ohne aber im Berichtsjahre ganz zum Abschluss gebracht werden zu können. Da die Notwendigkeit einer direkten Tarif bildung im Güterverkehr zwischen den Normalspurbahnen und den Schmalspurbahnen sich immer mehr fühlbar macht, haben wir uns veranlasst gesehen, auch mit den Verwaltungen der wichtigeren Schmalspurbahnen Verhandlungen anzuknüpfen, um auch diese zur Annahme des Gütertarifschemas der schweizerischen Bundes-

505

bahnen zu bewegen. Wir waren uns dabei bewusst, dass diese Frage, namentlich mit Rücksicht auf den Umstand, dass die meisten Schmalspurbahnen zurzeit keine Taxen für Wagenladungen von 10,000 kg vorgesehen haben, grossen Schwierigkeiten begegnen wird. Doch hoffen wir zuversichtlich, dass diese sich überwinden lassen werden und dass es möglich sein wird, das Bundesbahnschema auf alle am direkten schweizerischen Güterverkehr beteiligten Bahnen auszudehnen.

Personentarifwesen. T a x e r h ö h u n g e n f ü r d e n P e r s o n e n - und G e p ä c k t r a n s p o r t wurden, zum Teil nach vorhergegangener Änderung der Konzession, von folgenden Verwaltungen eingeführt : Erlenbach-Zweisimmen-Bahn, Appenzellerbahn, Appenzeller Strassenbahn, Aigle - Ollon - Monthey - Bahn, Langenthaï-Jura-Bahn, Eisenbahn Lugano-Tesserete, Eisenbahn Monthey-Champéry und Drahtseilbahn Muottas-Muraigl. Hierdurch, sowie durch die neu eröffneten Linien, wurde die Umarbeitung und Erweiterung zahlreicher Tarife notwendig.

Auf der Montreux - Berner Oberland - Bahn, der ErlenbachZweisimmen-Bahn und der Spiez-Eri enhaeh-Bahn wurde im Frühjahr die erste W a g e n k l a s s e eingeführt.

Das R e g l e m e n t b e t r e f f e n d F a h r b e g ü n s t i g u n g e n zum Z w e c k e der A r b e i t s v e r m i t t l u n g wurde seinerzeit infolge eines Gesuches des Verbandes schweizerischer Arbeitsämter geschaffen, um die letztern in ihren Bestrebungen, der Arbeitslosigkeit und deren Folgen nach Möglichkeit vorzubeugen, zu unterstützen und den erforderlichen Ausgleich der einheimischen Arbeitskräfte zwischen Stadt und Land zu erleichtern. Die Vorschriften des Reglements konnten auch für direkt aus dem Ausland zureisende Ausländer zur Anwendung gebracht werden.

Da dieses von den Transportunternehmungen nicht beabsichtigt gewesen war, haben sie eine entsprechende Einschränkung eingeführt, so dass die Begünstigung nur noch Anwendung finden kann für in der Schweiz heimatberechtigte Personen und solche in der Schweiz wohnhafte Ausländer, welche sich durch Vorlage einer Aufenthalts- oder Niederlassungsbewilligung legitimieren können. Gegen diese Einschränkung hat der Verband schweizerischer Arbeitsämter Stellung genommen und hat das Begehren gestellt, es möchte die ursprüngliche weitergehendere Vorschrift wieder hergestellt werden. Wir haben das Begehren der kommerziellen Konferenz zur Beratung zugewiesen. Die Erledigung fällt nicht mehr in das Berichtsjahr.

506

Für den T r a n s p o r t von a u s g e w i e s e n e n P e r s o n e n auf dem B o d e n s e e wurden im Benehmen mit den beteiligten Nachbarstaaten besondere Vorschriften erlassen unter Vereinbarung einer reduzierten Taxe. Die neuen Vorschriften traten am 1. Oktober 1911 gleichzeitig mit dem neuen deutschschweizerischen Niederlassungsvertrag in Kraft.

Ein Nachtrag V zum T a r i f für die B e f ö r d e r u n g von G e s e l l s c h a f t e n und S c h u l e n wurde am 1. Mai 1911 und ein Nachtrag VI am 1. November 1911 ausgegeben. Beide bezweckten hauptsächlich die Richtigstellung und Ergänzung der besondern Vorschriften für einzelne Verwaltungen.

Die schon im letzten Geschäftsbericht erwähnte Umarbeitung des Reglements und Tarifs für die B e f ö r d e r u n g von L e i c h e n wurde vollendet, und es konnten die neuen Vorschriften am 1. Mai J911 in Kraft treten.

Gütertarifwesen. Zu den allgemeinen Tarifvorschriften nebst Güterklassifikation der s c h w e i z e r i s c h e n E i s e n b a h n e n sind im Berichtsjahr drei Nachträge ausgegeben worden. Durch die beiden ersten, die am 1. April 1911 und 1. November 1911 in Kraft getreten sind, wurden die in Deutschland vorgenommenen Änderungen auf die schweizerischen Tarifvorschriften und Güterklassifikation übertragen, soweit deren Übernahme tunlich erschien. Der dritte, am 1. Januar 1912 in Kraft getretene Nachtrag enthält in der Hauptsache die infolge Versetzung einer Anzahl Futtermittel in den Spezialtarif III notwendigen Änderungen. Zur I n s t r u k t i o n zu den allgem e i n e n T a r i f v o r s c h r i f t e n sind im Berichtsjahre zwei Nachträge ausgegeben worden.

Neuausgaben oder Änderungen an den bestehenden Ausgaben der T a r i f v o r s c h r i f t e n n e b s t G ü t e r k l a s s i f i k a t i o n für den i n t e r n a t i o n a l e n V e r k e h r sind im Berichtsjahr 27 genehmigt worden, gegenüber 21 im Jahre 1910.

Dem R e f o r m t a r i f s y s t e m sind im Jahre 1911 neu beigetreten : die Mittelthurgau-Bahn unter Annahme dea Taxschemas der schweizerischen Bundesbahnen und die Altstätten-Gais-Bahn unter Aufstellung eines besondern Taxschemas. Die ErlenbachZweisimmen-Bahn ist zum Taxschema der Bundesbahnen übergegangen. Die Appenzellerbahn hat an Stelle des ehemaligen Taxschemas der V SB und die Bremgarten-Dietikon-Bahn an Stelle des reduzierten Taxschemas der Bundesbahnen (mit Ausschluss der Taxen für 10 t) das vollständige Taxschema dor schweizerischen Bundesbahnen angenommen.

507

Auch rücksichtlich des Güterverkehrs sind im Berichtsjahr bei verschiedenen Verwaltungen T axe r h ö h u n g en eingetreten, und zwar zum Teil nach vorheriger Änderung der Konzession.

Wir führen hier folgende Verwaltungen an : Erlenbach - Zweisimmen-Bahn, Gürbetal-Bahn, Appenzellerbahn, Eisenbahn LuganoTesserete und Eisenbahn Saignelégier - La Chaux-de-Fonds.

Die schweizerischen Bundesbahnen haben auch im Jahre 1911 mit der Einrichtung des C a m i o n n a g e d i e n s t e s auf grössern Stationen fortgefahren. Für einzelne Camionnagetarife mussten im Berichtsjahre erhöhte Taxen bewilligt werden, da die Übernehmer des Dienstes erklärten, mit den alten Taxen ihr Auskommen nicht mehr zu finden. Die Zahl der Stationen der schweizerischen Bundesbahnen, für die ein auf den neuen Grundlagen beruhender Camionnagedienst eingerichtet ist, beträgt Ende 1911 88 gegenüber 81 auf Ende 1910.

Zur Erleichterung der Beschaffung von S a a t k a r t o f f e l n haben die schweizerischen Bundesbahnen im Frühjahr 1911 auf Ansuchen des Staatsrates des Kantons Genf eine Frachtermässigung von 25 °/0 eintreten lassen.

Zu vielfachen Verhandlungen gab die Frage der L e b e n s m i t t e l t e u e r u n g und der l a n d w i r t s c h a f t l i c h e n F u t t e r not Veranlassung. Nachdem die tnassgebenden landwirtschaftlichen Kreise übereinstimmend erklärt hatten, eine eigentliche Notlage bestehe betreffend der Futtermittel nicht, wurde von temporären Taxreduktionen für den Transport von Futtermitteln abgesehen. Dagegen erklärten sich die Verwaltungen der kommerziellen Konferenz mit der Versetzung einer Anzahl von Futtermitteln aus dem Spezialtarif II in den Spezialtarif III des Reformtarifs einverstanden. Damit hat ein langjähriges Postulat seine Erledigung gefunden.

Bezüglich der Lebensmittelteuerung einigten sich die Verwaltungen der kommerziellen Konferenz auf einen temporären Ausnahmetarif für die Beförderung von frischen Kartoffeln, gelben Rüben, Kohl (Kraut, auch Kabis), Bohnen, Erbsen und Linsen, sämtlich zu Speisezwecken, als Stückgut, sowie als Wagenladungen von 5000 und 10,000 kg pro verwendeten Wagen oder dafür zahlend. Dieser Ausnahmetarif findet Anwendung auf die vom 1. Oktober 1911 bis einschliesslich 31. Mai 1912 zur Ausführung gebrachten Sendungen, und zwar auf dem Rückvergütungsweg.

Die Ermässigung beträgt 50 % der tarifmässigen Taxe. Die

508 Sendung muss dem Empfanger zur Frachtzalüung Überwiesen sein, und es hat dieser die Erklärung abzugeben, dass die betreffenden Artikel nur zu Nahrungszwecken und zum eigenen Gebrauch bestimmt sind, oder dass sie zu oder unter dem Selbstkostenpreis verkauft werden. Diese letztere Massnahme wurde getroffen, um den Genuss der Frachtermässigung den Konsumenten zu sichern.

Die Untersuchungen über die Massnahmen zur Beseitigung der ungünstigen Wirkungen der d e u t s c h e n M e h l a u s f u h r p r ä m i e auf die schweizerische Mühlenindustrie sind im Berichtsjahre fortgesetzt worden. Vor allem wurde die Herabsetzung der Frachtsätze für Weizen in Betracht gezogen und den Bundesbahnen möglichstes Entgegenkommen in dieser Hinsicht anempfohlen. Die Generaldirektion hat sich hierzu bereit erklärt; sie stellte aber mit Rücksicht auf den sich möglicherweise ergebenden Einnahtnenausfall verschiedene Bedingungen, die zu erfüllen sich der schweizerische Müllerverband bis jetzt nicht entschliessen konnte.

Der folgenden Zusammenstellung ist übrigens zu entnehmen, dass sich im abgelaufenen Jahr die deutsche Mehleinfuhr gegenüber 1910 etwas vermindert hat.

1906 1907 1908 1909 1910 1911

Weizenimport im ganzen.

Mehlimport im ganzen.

Aus Deutschland.

q. n.

q. n.

q. n.

4,407,883 4,684,166 3,303,971 4,000,529 4,024,053 4,393,720

358,247 388,568 584,732 471,163 509,644 458,132

83,669 241,250 457,705 368,734 427,755 388,010

Der Vorstand der Zürcher Getreidebörse hat mit Eingabe vom 10. Oktober 1911 das seinerzeit vom schweizerischen Müllerverband gestellte Gesuch um Herabsetzung der Weizenfrachten unterstützt und gleichzeitig die Abschaffung der Lagergebühren für Weizen in den Lagerhäusern der Bundesbahnen angeregt.

Er hält dafür, dass durch diese beiden Massnahmen die inländischen Weizenlager eine erhebliche Zunahme erfahren würden, was sehr im Interesse einer genügenden Brotversorgung der Schweiz im Kriegsfalle läge. Was die Lagergebühren betrifft, so

509 haben seinerzeit die Privatbahnen aus Konkurrenzrücksichten für Getreide überseeischer Herkunft in Brunnen und Romanshorn Lagerfreiheit gewährt, während in Morges das Getreide stets einer Gebühr unterlag. Die Bundesbahnen haben nun letztes Jahr diese Verhältnisse für alle ihre Lagerhäuser in der Weise einheitlich geordnet, dass Getreide, das auf ihren Strecken mindestens 200 km zurücklegt, frei gelagert wird, während für das übrige Getreide eine Gebühr zu entrichten ist. Die gänzliche Abschaffung der Gebühr hätte für sie ein Opfer von über Fr. 100,000 bedeutet. Die mit dieser Vereinheitlichung verbundene Verteurung der Getreidelagerung in Romanshorn für Transporte bis zu einer Distanz von 200 km hat aber zu Beschwerden der ostschweizerischen Müller Anlass gegeben, denen sich die erwähnte Eingabe anschliesst. Wir werden nicht ermangeln, letzterer unsere volle Aufmerksamkeit zuzuwenden.

Ausser dem bereits im letzten Bericht erwähnten Nachtrag zum T a r i f für den T r a n s p o r t l e b e n d e r T i e r e ist im Berichtsjahr noch ein weiterer Nachtrag eingeführt worden, durch den aber keine grundsätzlichen Änderungen am genannten Tarif vorgenommen wurden.

Zur Z u s a m m e n s t e l l u n g d e r R ü c k v e r g ü t u n g e n und Ausnahmefrachtsätze der schweizerischen B i s e n b a h n e n ist auf I.Januar 1912 ein Berichtigungs- und Ergänzungsblatt veröffentlicht worden.

b. Transportwesen.

Ein NachtragII zum T r a n s p o r t r e g l e m e n t der schweizerischen Eisenbahn- und Dampfschiffunternehm u n g e n wurde am 17. März 1911 genehmigt (Publikationsorgan 141/11). Seine Inkraftsetzung erfolgte am 15. April 1911.

Zur A n l a g e V zum Transportreglement wurde am 16. Mai 1911 ein Ergänzungsblatt I (Publikationsorgan 243/11) und am 21. Juli 1911 ein Ergänzungsblatt II (Publikationsorgan 349/11) genehmigt.

Ausnahmen von den Vorschriften des Transp o r t r e g l e m e n t s hinsichtlich der Zeit, während der die Stationen dem Publikum geöffnet sein müssen, wurden der Eisenbahn Biasca-Acquarossa am 11. Juli 1911 (Publikationsorgan 334/11),

510

den elektrischen Greyerzerbahnen am 18. Juli 1911 (Publikationsorgan 349/11), der Eisenbahn Bellinzona-Mesocco am 7. August 1911 (Publikationsorgan 374/11) und der Bern-SchwarzenburgBahn am 31. Oktober 1911 (Publikationsorgan 503/11) bewilligt.

Eine Änderung der provisorischen Bewilligungen, welche der Rorschach-Heiden-Bahn und der Regionalbahn Saignelégier-Glovelier bezüglich der Einschränkung der Transportpflicht der mit Motorwagen ausgeführten Zügen erteilt worden waren, fand im Berichtsahr nicht statt.

Zum Transportreglement wurde ein neuer A n h a n g n am 23. Dezember 1911 (Publikationsorgan 9/12) genehmigt. Er enthält das Transportreglement der städtischen Strassenbahnen und Bahnen mit ähnlichem Betrieb, soweit diese Unternehmungen mit ändern Unternehmungen in keinem direkten Verkehr stehen. Der Anhang umfasst nur Vorschriften für den Personen- und Handgepäckverkehr. Für zahlendes Gepäck, für Expressgut, sowie für Traglasten gelten auch für diese Unternehmungen die Vorschriften des Transportreglements vom 1. Januar 1894. Die Inkraftsetzung des Anhanges erfolgt auf 1. Februar 1912.

Der rhätischen Bahn haben wir ausnahmsweise die Ermächtigung zur K ü r z u n g der E n t l a d e f r i s t e n auf 8 Tagesstunden für die Zeit vom 31. Mai bis 9. Juli 1911 wegen durch verspätete Ablieferung der bestellten Wagen verschuldeten Wagenmangels erteilt (Publikationsorgan 255/11).

Für den H e r b s t v e r k e h r wurden von den Verwaltungen des schweizerischen Wagenverbandes wiederum die üblichen Massnahmen getroffen, und es wurde ihnen wie in frühern Jahren eine Kürzung der Entladefrist auf acht Tagesstunden unter den bisherigen Bedingungen bewilligt (Publikationsorgan 375/11).

Eine ähnliche Bewilligung wurde auch der Aarau-Sehöf'tlandBahn und der Wynentalbahn (Publikationsorgan 377/11), der rhätischen Bahn und der Appenzellerbahn (Publikationsorgan 396/11), sowie der Frauenfeld-Wy l-Bahn (Publikationsorgan 406/11) erteilt.

Z u s c h l a g s f r i s t e n zu den r e g l e m e n t ar i s c h e n L i e f e r f r i s t e n für den Güterverkehr wurden den Verwaltungen der rhätischen Bahn und der Berninabahn für direkte Gütersendungen für so lange bewilligt, als ein Übergang der Wagen von einer Bahn auf die andere nicht möglich ist (Publikationsorgan 327/11).

511 Ferner wurde der Berninabahn eine Zuschlagsfrist zu den reglementarisciien Lieferfristen bei Unterbrechung des durchgehenden Verkehrs auf der Gebirgsstrecke durch Witterungsverhältnisse im Spätherbst, Winter und Frühjahr bewilligt (Publikationsorgan 547/11).

Temporäre Zuschlagsfristen zu den reglementarischen Lieferfristen lür den Güterverkehr wurden bewilligt anlässlich des Rücktransportes der Truppen der 8. Division nach den Entlassungsplätzen (Publikationsorgan 417/11) und anlässlich der Inspektion der 4. Division (Publikationsorgan 453/11).

Die im letzten Bericht erwähnten Verhandlungen betreffend die Revision der A u s f ü h r u n g s - und Z u s a t z b e s t i m m u n g e n zu d e n V o r s c h r i f t e n ü b e r M i l i t ä r t r a n s p o r t e wurden im Berichtsjahre abgeschlossen. Der Entwurf konnte am 2. Oktober 1911 genehmigt werden. Die neuen Vorschriften traten am 1. Januar 1912 in Kraft (Publikationsorgan 466/11).

Auch im Berichtsjahr gab die Handhabung der Vorschriften des neuen schweizerischen L e b e n s m i t t e l g e s e t z e s durch die Organe der Transportuuternehmungen Anlass zum Hinweis auf die Notwendigkeit einer sorgfältigenBeachtung dieser Bestimmungen, Das Auftreten der C h o l e r a in Itatien nötigte zur Inkraftsetzung weiterer Vorschriften der Verordnung über die Massnahmen zum Schütze gegen die Cholera und die Pest, soweit sie die Verkehrsanstalten, den Personen-, den Gepäck- und den Warenverkehr betreffen. Diese konnten erst nach Schluss des Berichtsjahres wieder ausser Kraft gesetzt werden.

Die A n l a g e l d e s i n t e r n a t i o n a l e n Ü b e r e i n k o m m e n s ü b e r d e n E i s e n b a h n f r a c h t v e r k e h r h a t sich als revisionsbedürftig erwiesen. Auf Antrag des Zentralamtes für den internationalen Eisenbahntransport haben wir die Vertragsstaaten eingeladen, eine für das Jahr 1912 in Aussicht genommene fachmännische Konferenz zur Aufstellung einer neuen Anlage l zu beschicken. Diese Konferenz wird in Bern abgehalten werden.

Im Jahre 1911 sind folgende schweizerische Unternehmungen d e m i n t e r n a t i o n a l e n Ü b e r e i n k o m m e n ü b e r d e n Eisenb a h n f r a c h t v o r k e h r neu unterstellt worden : die Sernftalbahn, die Bremgarten-üietikon-Bahn, die Regionalbahn Saignelégier - La Chaux-de-Fonds und die Mittelthurgau - Bahn. Die Länge der schweizerischen Linien, welche dem Übereinkommen unterstellt sind, ist infolgedessen von 4015 km (Ende 1910) auf 4111 km (Ende 1911) gestiegen.

BumlesMatt. 64. Jahrg. Bd. II.

34

512 Am 29. Dezember 1911 ist das Königreich Bulgarien mit einem Eisenbahnnetz von 1897 km Länge dem internationalen Übereinkommen über den Eisenbahnfrachtverkehr beigetreten.

Dieses Übereinkommen hat nunmehr für folgende Staaten Gültigkeit: Deutschland, Österreich und Ungarn, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Rumänien, Russland, Serbien, Schweden und die Schweiz.

Über d i e V e r k e h r s q u a n t i t ä t e n u n d T r a n s p o r t e i n n a h m e n der schweizerischen Eisenbahnen enthält die beiliegende Tabelle die üblichen Angaben..

2. Rechnungswesen und Statistik, a. Vollziehung des Rechnungsgesetzes.

A l l g e m e i n e s . Die schon früher erwähnte, im Entwurf vorliegende neue Verordnung zum Rechnungsgesetz samt den zugehörigen ergänzten Formularen für die Rechnungen wurde nicht weiter behandelt, weil vorerst die Ergebnisse der irn Jahr 1908 den europäischen Staatsregieruugen vorgeschlagenen Konferenz über die Erstellung einer internationalen Eisenbahnstatistik abgewartet werden wollten. Das neue Rechnungsschema wäre dieser Statistik soweit als möglich anzupassen. Die bisherigen Vorschriften sind mittlerweile nach Bedürfnis provisorisch ergänzt worden.

Im Jahre 1911 waren die Geschäftsberichte der Bahnunternehmungen für 1910 zu prüfen und dem Bundesrate zur Genehmigung vorzulegen. Es betraf die Rechnungen von 36 Normalspurbahnen, 48 Schmalspurbahnen, 12 Zahnradbahnen, 32 Tramway unternehmunngen und von 36 Seilbahnen, im ganzen von 164 Bahnen gegen 156 im Vorjahr.

Soweit man sich über die gemachten Beanstandungen mit den Bahnen nicht einigen konnte, entschied der Bundesrat durch Verfügung. Eine gerichtliche Erledigung von Anständen war nicht nötig.

Ein G e s u c h der D i r e k t i o n der S e e t h a l b a h n vom 10. September 1910 betreffend die Verrechnung der Kosten der ·Verstärkung des Oberbaues führte zu einer grundsätzlichen Prüfung und Erörterung der bezüglichen einschränkenden Bestimmungen in Art. 5 und 6 des Eisenbahnrechnungsgesetzes.

X.ii Sdito 512.

Transport-Einnahmen der schweizerischen Eisenbahnen. -- Recettes de transport des chemins de fer suisses.

(Die

Betriebslängen Longueur!

exploitées Ende -- fi» 1 1910 1911 II

km; 2752 54 19 6

II 1 1 II

II 1

3 4

II 1

10

li 1

12 7

12 10

11

25 20 32 10 32 61 U

1

30 17 11 5 18 li 1

m

1

6 4 44 15 24 17 28 8 22 13 63 197 7 11 27 10 19 14 4 23 9 11 9 17 36 14 23 23 25

1

Bezeichnung der Eisenbahnen Désignation des chemins de fer

|

1911

Marchandises, bagages et animaux

1910

1911

-- 3 4 10 12 7 12 10 8 25 20 32 10 32 61 14 14 30 17 11 5 18 128 6 4 44 15 24 17 28 8 8 22 13 63 197 1 11 27

io

19 H 4 23 c 11 c 21 36 14 23 23 25

Schweiz. Bundesbahnen -- Ch.de fer fédéraux

1

Val-de-Travers Wald-Ruti Bero-Neuchfttel Buredorf-Thun

.

Huttwil-Wolhusen 8

Martigûv-Orsières ?

Sihltalbahn

.

. . .

Erlenbach-Zweisimmen . . . . . .

Gurbetalbahn Tosstalbahn .

Uerikon-Bauma

.

. . . .

Total

Vormehrung ( absolute -- abioluc Augmentation \ °/° Trambahn Luzern (Kriens-Luzern) °

Birsigtalbahn l° Frauenfeld -Wil Tramways électriques Genève ll . . . .

Chemins de fer de la Oruyère . . . .

Les Ponts --La Sagne -- La Chaux-de-Fonds

. . . .

Saignelégier--La Chaux-de-Fonds Sernftalbahn

. .

. . . .

Uster-Oetwil

Val-de-Ruz

Chemins de fer électriques veveysans u .

WetzikOD-Meilen

94,855,033

--

6,062,566 6,1 (4,.)

110,909 |82,718

120,990 90,556

345,716 74,995 190,967 122,586

361,801 85,588 196,134 137,262 9,469 526,308 477,611 268,351 433,286 550,530 331,821 204,665 30,886 141,629 1,689,901 158,793 171,281 278,740 20,060,743 821,111 89,572 339,246 349,177 169,532 146,640 170,768 169,052 153,969 257,665 73,562 506,431 1,558,131 10,735 61,175 277,407 301,240 315,127 90,734 177,658 332,569 110,461 82,049 367,380 303,634 97,332 167,050 424,176 536,597 94,243

656,091 459,576 280,392 362,270 396,823 282,517 173,862

Bex-Gryon-Villars-Cbesières

Rolle-Gimel

440,912 192,770 77,947 846,444 770,508 94,092 718,841 953,527 242,895 256,369 208,417 743,073 255,236 727,882 173,718

137,564 1,509,643 157,458 153,985 272,894 18,829,592 779,700 81,469 364,677 312,309 174,086 134,487 186,434 155,171 234,460 70,275 461,690 1,413,718 7,953 52,588 268,856 277,726 303,522 81,148 174,216 292,303 110,494 90,379 340,247 283,530 87,83 162,16 434,50 522,56 90,33

C urchschnittlichcr Ertrag

Güter, Gepäck und Tiere Personen -- Voyageurs

1910

|

Fr.

1911

|

Fr.

Fr.

pro Kilometer i'1 Recettes moyennes par kilomètre

Total

Marchandises, bagages et animaux

1910

|

1911

1910

Fr.

Fr.

|

1911

1910

1911

Fr.

Fr.

Fr.

4,107,698 13,142,120 13,856,853 75,598,155 77,855,305 04,263,597 1 10,613,312 179,861,752 88,468,617 2,410,898 127,817 43,705 1,243,624 234,188 273,472 667,941 1,911,565 401,289 148,766 06,903 99,767 272,698 392,606 100,688 373,386 61,583 292,839 108,945 24,867 28,906 61,032 32,232 23,401 31,003 59,909 28,800 84,057 662,448 151,329 116,737 117,875 268,066 274,160 88,384 156,285 225,044 41,249 124,196 25,258 68,843 76,180 110,092 48,016 29,047 790,078 418,940 1,112,512 136,668 649,211 668,837 1,068,151 147,202 443,675 1,274,121 424,821 588,821 388,515 1,031,384 416,493 606,563 1,005,314 386,892 354,003 649,552 692,641 112,632 255,512 277,628 371,924 609,515 113,437 272,216 312,936 444,782 147,005 137,260 450,196 136,078 308,704 147,318 291,326 151,782 308,877 72,176 148,019 299,801 155,690 153,187 68,868 548,318 1,740,350 1,504,187 180,845 861,903 1,410,221 920,972 583,215 194,742 335,543 182,362 301,315 106,931 129,399 110,387 190,928 289,293 137,081 176,759 295,660 230,685 98,702 104,439 80,799 191,221 275,461 88,058 81,772 170,692 248,172 168,810 87,044 87,337 83,355 44,402 44,096 38,243 93,287 95,924 44,029 86,157 47,914 51,895 10,901 13,948 10,110 86,816 144,968 23,599 101,954 43,014 33,709 1,651 6,851 12,645 20,500 2,445 10,200 1,234 133,037 84,430 491,404 39,941 93,096 120,700 36,270 72,557 81,646 32,507 192,336 105,135 45,277 80,314 47,807 59,858 23,583 24,442 60,950 114,868 76,107 113,964 53,660 61,208 53,014 21,420 18,328 423,250 892,652 850,479 813,212 389,962 408,770 441,709 148,155 143,953 323,773 1,070,005 820,749 917,025 593,252 714,646 355,359 117,977 127,072 68,624 119,653 95,494 86,403 33,521 33,250 102,145 49,720 60,243 191,701 391,236 763,823 166,311 348,938 157,237 224,925 195,197 216,320 565,730 1,346,622 1,032,942 760,991 585,631 713,959 1,279,689 198,705 201,925 142,395 320,754 268,799 165,817 154,937 289,926 147,531 55,827 58,992 81,919 231,235 260,705 129,329 131,254 99,981 211,248 39,884 46,389 145,090 485,824 371,366 222,089 160,149 226,276 325,675 34,715 34,498 236,881 261,875 565,648 782,671 303,773 525,438 288,557 183,044 204,540 90,852 260,014 238,497 293,898 167,025 92,989 147,645 44,559 45,161 258,398 552,870 535,524 797,072 287,822 265,048 277,126 102,225 107,713 60,607 124,114 63,638 60,476 123,059 187,323 62,452 35,937 36,981 00,917,598 16,006,010 17,050,784 82,325,434 86,157,653 110,516,749 117,818,516 192,843,173 203,976,1681

. .

Aiglô-Ollon-Monthey

Rhätische Bahn . .

.

Rigi Kaltbad-Rigi Scheidegg

80,625,397 589,251 149,098 101,376 653,236 205,118 764,773 1,264,187 670,941 270,985 278,356 1,688,739 315,970 215,300 250,191 87,694 21,790

approximatifs.)

Transport-Einnahmen -- Recettes île transport

Güter, Gepäck und Tiere Personen -- Voyageurs

nzahl -- Nombre z»hl -- Nombre oniun -- Tonnes onnen -- Tonnes

km

II | 3557 3600 -

Verkehrsmeugen -- Quantités transportées

1910

2752 54 19 6 n 14 7 7 43 43 43 43 41 41 23 23 33 33 40 40 15 15 26 26 25 25 14 14 20 20 43 5 5 14 14 25 25 55 M 50 50 12 12 19 19 31 31 14 14 21 21 24 24 34 34 12 12 40 40 26 2fi

1

Ergebnisse pro 1911 sind approximativ. -- Les résultats pour 1911 sont

--

1,044,774 6,5 (5,0

47,007 51,016 781

52,345 57,530 2,080

20,205 10,759 4,824 2,829

23,982 11,266 3,334 3,258 26 38,982 39,869 11,483 10,060 24,537 13,561 12,572 2,658 16,257 5,918 5,675 1,094 33,784 119,559 377 1,923 56,402 6,094 27,599 7,056 20,171 128 2,927 3,786 8,028 41,573 296,238 453 2,387 17,284 7,547 7,738 7,594 1,512 13,298 7,390 4,906 4,574 20,490 6,886 . 9,812 ' 6,611 25,722 63,397

55,061 27,364 9,270 11,331 27,759 18,227 12,515 15,963 5,254 4,539 948 28,814 106,479 343 1,706 47,151 6,260 25,026 6,347 15,177

2,431 3,694 8,539 38,646 240,880 298 2,735 17,605 9,062 7,110 7,782 1,466 12,369 6,845 4,563 4,110 19,375 6,640 9,494 6,098 24,105 51,394

3,832,228 1 --

4,7

(8,5)

28,988 88,558

31,112 99,750

82,679 136,013 61,029 38,693

88,532 160,829 68,657 40,804 8,087 261,596 311,065 85,428 101,794 921,424 874,529 152,365 30,115 97,490 341,135 69,845 43,471 115,791 2,661,553 162,372 22,962 216,210 70,052 93,090 60,002 100,493 36,345 68,758 498,137 114,397 1,114,620 3,217,863 16,947 27,877 121,148 149,889 93,229 46,862 33,995 356,052 49,406 26,574 60,570 159,141 624,341 84,906 88,331 161,418 116,554

315,474 293,713 91,525 88,040 766,496 737,618 111,124 92,574 306,111 67,238 39,587 1U,360 2,521,100 157,088 20,808 222,802 64,676 99,145 54,971 98,325 64,694 439,560 103,867 996,022 2,816,258 12,418 24,353 116,814 142,556 89,834 43,199 34,124 295,997 47,574 31,050 56,294 143,83 541,39 83,82 94,54 151,37 109,19

7,80O"67" 6,. (7,0 '

--

11,133,995 8,s (7,,)

65,622 30,586 19,652 9,985 19,148 15,727 24,841 23,379 14,866 19,574 9,085 35,255 19,286 10,595 6,753 6,154 5,215 24,140 7,082 4,559 14,786 18,340 8,512 18,365 41,280 20,709 10,059 15,474 15,454 19,875 13,388 4,733

--

68,484 35,399 20,663 10,172 19,583 17,742 25,872 23,986 15,843 19,338 9,360 37,605 20,088 11,372 6,S28 6,852 7,248 9,150 2G,fi07 7,510 4,505 15,463 21,400 9,971 20,591 43,439 22,911 11,011 20,243 16,637 21,668 13,822 4,774

i ' !

|

--

45,197 58,435 24,776

39,883 79,494 104,984

45,197 89,547 124,626

13,294 19,873 10,493

15,066 22,387 12,453

36,639 153,591 17,504 11,711

51,939 159,253 16,252 13,543 391 132,080 140,287 50,459 23,004 139,516 198,034 97,859 12,918 57,089 27,446 22,059 3,953 83,835 206.477 3,325 5,968 200,455 19,604 105,060 23,007 53,525 2,543 9,230 81,791 46,816 309,287 4,039,727 5,870 12,558 70,999 28,584 35,945 30,327 6,182 110,964 29,838 19,232 17,250 82,990 103,746 38,059 20,491 86,314 161,297

119,318 289,604 78,533 50,404

140,471 320,082 84,909 54,347 8,478 393,676 451,352 135,887 124,798 1,060,940 1,072,563 250,224 43,033 154,579 368,581 91,904 47,424 190,626 2,868,030 165,697 28,930 416,665 89,656 198,150 83,009 154,018 38,888 77,988 579,928 161,213 1,423,907 7,257,590 22,817 40,435 192,147 178,473 129,174 77,18'J 40,177 467,01 C 79,244 45,806 77,820 242,131 728,081 122.96E 108,825 247,732 277,851

9,943 41,372 6,544 5,040

8,962 23,264 11,364 20,493 30,308 2,375 3,260 7,011 17,575 6,404 5,448 10,179 17,101 8,790 4,231 8,223 12,949 17,650 8,556 4,915 9,970

11,706 45,726 7,076 5,435 9,019 15,747 22,568 4,246 12,480 33,154 17,583 17,873 6,355 5,153 21,681 8,355 9,485 11,090 22,406 27,616 7,232 9,470 5,977 8,256 4,883 5,501 7,731 9,748 26,300 12,401 22.002 30,841 3,200 3,676 7,117 17,847 0,799 5,514 10,044 20,305 8,805 4,164 8,647 13,104 20,225 8,783 4,731 10,771

10,404

11,114

55,660 23,659 19,370 4,181 75,383 189,419 2,969 8,548 182,159 19,535 93,440 20,233 44,913 7,005 72,255 43,871 295,059 3,154,385 4,210 11,502 72,474 33,195 31,850 33,080 6,594 97,337 31,634 15,492 17,717 76,287 93,996 35,956 18,509 77,931 152,914

483,431 421,383 139,428 111,681 902,355 915,881 203,226 148,234 329,770 86,608 43,768 189,743 2,710,519 160,057 29,356 404,961 84,211 197,585 75,204 143,238 71,699 511,815 147,738 1,291,081 5,970,643 16,628 35,855 189,288 175,751 121,684 76,279 40,718 393,334 79,108 46,542 74,011 220,126 635,393 119,784 113,054 229,302 262,104

-- Remarqwi«.

A-nme rìi^injfonBetriebserOffnunf der Linie Wa twil-Uzoach den 1. Oktober 19] 0. -- Ouvertur de l'exploitation de la ligne T Pattimi- Uznach 1e 1" octobre 1»10.

Betriebseroffnun ; den S. Oktobei 1910. -- Ouverture de l'explot 'ation le 3 octo bre 1910.

Betriebaeroffnun ; den 1. Septem ber 1910. -- Ouverture de Fexp loitation le 1" s eptembre 1910.

Betriebseröffnuni ; den 20. Dezenber 1911. -- 0 tverture de l'exjiloitatian le 20 décembre 1911.

Betriebaeroffnun, der Strecke B anfol-Qrenze den 1. November 1 910. -- Ouvcrtu re de l'exploitât ion du tronçon Bonfol-frontière le 1" novembri 1910.

Die normalapuri je Linie Kriens-Luzern Guterba inhof dient nur dem Guterverkc hr. -- La lign e à voie normale Kriens-Lueem Qüterbahnhof ne sert qu'au service dei mare handises.

Betriebseroffnunj : der Strecke Al (statten Stadt-Gais den 18. Noveinber 1911. -- 0 uvtrture de l'exf loitation du trottçon Altstätten S tadt-Gais le 18 «lovembre 1911.

Betriebseroffnunj der Strecke B erninahospiz-Pos cbiavo den 5. J ali 1910. -- Ouverture de Vexp oitation du trotiçon Berninahospiz-Poichiavo le 5 juillet 1910.

Betriebseroffouoi den 6. Juli 19 11. -- Ouvertur e de l'exploitatic n le S juillet 1an.

1 Betriebseroffnun ; der Strecke F uh-Rodersdorf t en 1. Mai 1910 -- Ouverture ile l'exploitation du tronçon FI th-Soderadorf II 1" mai 1910.

1 Betrlebserôffnuni der Strecke in der Rue du St lud den 25. Au ;ust 1910 und d er Strecken Rue d'Arve-Place d' innés à Carouge und Rue Caroli ie-Pont d'Arve den 13. Oktober 1910. -- Omar ture de l'exploi ation de la sect on dans la Bue du Stand le 25 août 1910 et dei tronçons Sue d'Aroe-Plctee d'Armes à Carouge et Bue Caroline-Pont cV Arve le 18 oct ibre 1910" BetriebseroffnnnÏ der Strecke Lugano-La Santa den 2. Januar 911 und der EStrecke La Santa-Diüo den 27. Juni 1911. --Ouverture de l'taploitation du tronçon Lugano·La Santa le i janvier 191Ì et du tronçon La Santo-Dina le 27 juin 1911.

" BetriebserôffnuoI der Strecke Blonay-Les Pléiac es den 8. Juli 1911. -- Ouvert tre de l'exploitalion du tronçon Blonay-Les Pli iodes le 8 juillet 1911.

19,157 21,069 4,357 11,168 28,199 18,362 14,516

4,941 24,447 7,873 8,754 10,541 21,383 26,676 7,339 9,204 5,614 8,233 4,424 5,116

I !

1 ' !

!

--

--

39,883 50,506 16,426

167,957 127,670 47,903 23,641 135,859 178,263 92,102

!

i

Verset

!

1

!

1 i

I 1

Yerkehrsmengen -- Quantités transportées

Betriebslängen Longueurs exploitées

Ende -- Fin

1910

1911

km.

km.

12 8 3 9 8 10 6 3 5 7 7 20 3,08

3,08

Altdorf-Fluelen

33,39

34,6i

6,28 12,91

6,28

5,02

5,02

4,77

4,77

11,86

I4

Kant. Strassenbahoen Basel

11

. . . .

I8

. . . .

7,85 12,9,

11,86

Personen -- Voyageurs

Birseckbahn* Stadt. Strasseabahüon Bern Tramway Biel *

Chiasso-- Cìipolago-- rii va-Sun- Vitale

19

. .

2,90

3,10 62,oe 12,01

3,10 62,08 12,oi

4,03

4,03

6,70

6,78

10,63

10,68

26,62

26,62

2,68 10,04

2,68 11,71

1,64

1,64

3,99

5,24

1,73

1,78

1,2e

1,25

10,88

10,88

2,66 1,80

3,00 34,01,

Tramways L a Cbaux-de-Fonds* . . . .

Tramvie elettriche 28luganesi 2 1 Trambahn Luzern *

. . . .

2

Neuchâtel-La Coudre * Trambahn St Galleu 3 6 Strassenbahn Schaffhausen

8fl

. . . .

2,58 1,80

3,00 35,18

i, 10

1,10

3,03

3,08

9,73

9,73

1,00

1,60

0,89

0,80

1,68

1,63

0,88

0,88

0,17

0,17

1,21

1,2,

0,64

0,64

1,44

1,44

0,88

0,38

0,13

0,13

1,03

1,02

0,15

0,16

1,84

1,04

0,10

0,10

0,00

0,80

2,01

2,01

1,30

1,80

0,46

0,40

5,63

5,68

0,48

0,48

1,16

1,16

0,19

0,79

1,61

1,6,

0,24

0,24

0,10

0,10

2,05

2,05

0,11

0,11

3,07

3,07

0,76

0.76

0,66

0,60

1,88

1,88

0,28

0,38

0,30

0,80

0,04

0,0«

3,00

4,11 3,60

0,66

0,86

0,88

0,88

1,51

1,61

1,21

1,»1

0.16

O.ifl

Zuger Berg- u. Strassenb. (Tramwaystrecke) Zünch-Höngg*

Biel-Evilard

Cossonay gare C. F. F. -- ville Dolderbahn Zürich

28

Eogelberg-Graod Hotel Terrasse

La Coudre-Chauinoot 2Ö

. . .

.

Lugano-San Salvatore Marzi libahn * Neuveville-St. Pierre (Fribourg) . . . .

Niesenbahn aa Ragaz- Wartenstein Rigiviertel Zürich 8 t Gallen-Mühleck . . .

St Imier-- Mont-Soleil Territet-Grlion Territet-Mont Fleury 84 Vevey-Chardonne-Pclerin . . . .

Zuger Berg- u. Straasenbahn (Seilbahnstrecke) KUrichbergbalm*

Personen -- Voyageurs

marchandises, bagages et animaux

1911

1910

Jurchschnittlicher Ertrag pro Kilometer Recottes moyennes par kilomètre

Güter, Gepäck und Tiere

1910

|

1911

Total

Marchandises, bagages et animaux

1910

|

1910

1911

1910

|

1911

mm -- Tonnes

nnsn -- Tonnes

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

199,005 1 5,499 70,078 21,507 131,599 42,878 86,067 126,167 56,980 142,139 167,323 176,253

4>403 lOfi 591 688 2,860 355 805 4,620 283 28,935 2,195 10,204

4,494 190 897 349 3,542 319 717 5,475 · 258 24,033 4,525 8,954

138,375 27,973 57,957 62,772 291,652 278,575 380,680 76,459 271,743 108,097 524,924 741,997

184,012 45,844 62,155 62,872 309,922 323,388 517,186 87,598 320,583 116,903 609,646 926,336

26,915 1,791 7,538 14,308 23,338 9,568 1,271 27,810 5,319 93,629 29,837 152,715

34,949 3,383 10,174 7,880 26,759 8,515 1,512 33,305 5,053 86,249 49,484 109,881

165,290 29,764 05,495 77,140 314,990 288,143 381,951 104,269 277,062 201,726 554,761 894,712

218,961 49,227 72,32'.)

70,752 336,681 331,903 518,098 120,903 325,636 203,152 659,130 1,036,217

13,774 3,720 2 1 ,832 8,571 39,374 28,814 63,r,5R 34,756 55,412 28,818 79,252 48,222

18,247 6,153 24,110 7,801 42,035 33,1 UO 86,450 40,301 65,127 29,022 94,161 51,811

222,459 nr,9,437 20,107,421 561,775 1,538,803 12,345,974 1,232,756 168,409 291,515

235,301 690,594 21,363,737 595,131 1,618,946 12,454,824 1,301,577 177,491 465,092 13,843 1,169,450 865,434 9,182,802 920,264 263,232 1,676,196 3,824,620 4,633,790 i? 213,269 5,255,100 182,067 1,101,454 217,827.

79,467 2,483,440 111,790 790,330 158,991 35,015,691 114,534 439,294 3,039,322

43

37

46,863 93,964 2,127,956 69,574 168,587 1,178,305 133,713 48,317 70,828

49,314 98,846 2,326,716 73,225 173,379 1,160,133 140,988 50,578 105,569 3,191 93,475 77,309 1,282,083 114,775 28,946 145,681 496,520 586,223 22,056 655,346 30,810 144,354 33,310 13,318 352,582 14,406 70,884 23,584 4,133,537 21,739 57,672 369,221

228 5,873

202 5,364

47,091 99,837 2,127,956 69,574 168,887 1,178,305 143,517 49,048 70,828

49,516 104,210 2,326,716 73,225 173,379 1,160,133 150,792 61.375 105,569 3,198 93,475 77,309 1,352,326 125,244 33,227 145,855 490,520 599,823 24,656 655,346 30,810 144,354 38,021 13,751 352,591 14,406 70,884 26,331 4,133,537 21,739 07,672 369,221

15,289 8,882 69,320 8,863 26,893 93,702 28,589 10,283 9,202

16,077 9,271 08,152 9,328 27,008 89,863 30,038 10,770 8,909 5,773

1,198,651 850,044 8,744,615 926,031 245,000 1,282,995 3,580,465 4,357,773 42,276 4,926,700 133,645 957,713 216,555 61,928 2,395,760 110,718 787,589 162,492 32,437,481 54,287 425,728 2,998,414 51,433 247,209 38,918 81,293 68,139 90,371 109,795 256,800 234,875 28,927 57,220 96,812 39,753 30,381 43,123 12,364 1,817,141 126,737 47,280 7,317 18,139 151,421 68,252 936,342 164,487 32,543 180,650 19,551 50,378 27,261 87,320 173,764 360,084 83,279 14,582 205,111 23,924 138,558 33,791 506.658

59,395 272,425 47,320 84,960 75,172 94,567 121,040 266,288 257,061 44,059 59,891 118,258 45,397 38,188 49,140 55,446 2,049,997 163,179 67,276 38,265 25,212 160,976 61,789 834,840 201,018 41,003 176,655 26,205 56,743 32,267 88,842 222,188 386,460 107,112 6,143 25,118 201,399 55,822 140,418 39,461 505.053

74

85

Fv.

1 34,389 3,668 5,940

27,452 5,649 11,071 36

358 11

1,131 166

89

89 2

1,074

888

1,232 311 176 1,050 23 1,050 1,524 406 22 193 203 32 20 74 53 19 149,407 64 2,085 5 224 280

1,762 409 197 711 18 1,064 2,397 373 51 253 206 39 21 29 86 383 131,445 90 4,205 894 260 265

417

308

2

2

36 23 3 394

312 36 3 548

485 335

470 435 1,621 57 993 300 1,964 244

39 985 53 1,987 668

92,040 76,227 1,203,741 116,198 27,070 112,211 458,351 564,325 4,139 600,303 22,309 127,258 33,205 10,274 344,629 14,554 70,104 26,703 3,853,940 10,039 54,815 364,801 57,244 49,315 20,632 71,269 15,230 15,538 59,374 48,822 31,302 2,872 30,965 26,628 63,282 11,723 34,819 11,691 202,668 26,111 129,231 3,694 23,498 41,660 90,491 65,278 10,265 84,208 14,256 59,103 17,294 19,982 49,332 19,789 37,547 19,081 45,474 118,514 12,179 82,607 21,743 32,821

Fr.

66,416 54,786 24,425 75,770 16,609 15,699 68,308 53,263 33,227 4,170 34,194 32,777 73,375 14,636 38,317 48,804 225,128 32,596 181,879 20,870 31,874 41,852 81,547 56,398 12,636 108,674 14,223 84,065 19,760 24,016 50.584 25,088 40,338 24,188 15,755 68,527 117,323 24,677 89,004 30,094 32,743

Fr.

1911

219,473 0,140 61,477 19,321 122,205 36,753 65,291 107,131 46,161 132,860 142,213 140,067

5,18 2,96

1911

zahl -- Noìiibre ahi -- Nombre

Arth-Rigi-Bahn

11,24

ìllter, Gepäck und Tiere

1910

12 8 3 9 8 10 6 3 5 7 7 20

11,24

7,85

Bezeichnung der Eisenbahnen Désignation des chemins de fer

Transport-Einnahmen -- Recettes de transport

300 9,804 731

9,804 797

7 6,600 73,546 7,670 3,061

973 7,072 294

70,243 10,469 4,281 174 13,600 2,600

3,047 349

4,711 433 9

2,760

2,747

1,241 17,732 3,421 2,628 4,884 202 4,384 15,684 1,919 36 395 1,117 130 388 103 913 884 167,759 329 47,199 579 3,887 1,715

22,665 4,078 2,887 4,900 166 4,423 20,917 1,488 293 539 1,132 159 408 62 1,200 8,968 152,026 455 94,663 5,757 3,271 1,587

3,313 184 113 395 1,084 197 14 5,822

1,996 240 155

1,212 3,382

1,176 3,675 17,239 2,069 7,006 1,150 16,927 2,302 223

1,636 7,952 348 19,086 5,063 250

1,780 318 13 3,342

92,040 82,827 1,277,287 123,868 30,131 112,211 459,324 571,397 4,433 600,303 22,309 127,258 36,252 10,623 344,629 14,554 70,104 29,463 3,853,940 10,039 56,056 364,801 74,976 52,736 23,260 76,153 15,432 19,922 75,058 50,741 31,338 3,267 32,082 26,758 63,670 11,826 35,732 12,575 370,427 26,440 176,430 4,273 27,385 43,375 90,491 68,591 10,449 84,321 14,651 60,187 17,491 19,996 55,154 19,789 38,759 22,463 47,110 126,466 12,527 101,693 26,80fa 33,071

A.nmerliimsren. -- Remarques.

's Ansschliesslich des Anteils am Ertrag der Strecke Staffelhöhe--Rigi-Kulm. -- A l'exclusion des parts afférentes du produit du tronçon Staffelhähe--Bigi-Kulm.

Einsdilicsslich des Anteils der Arth-Rigi-Bahn an der Strecke Staffelhöhe--Rigi-Kulm. -- T compris les parts afférentes au chemin de fer Arth-Éiyi pour le tronçon Staffelhöhe--Rigi-Kulm.

a Betriebseröffnung der neuen Linie Lauterbrunnen-Wengen den 7. Juli 1910. -- Ouverture de l'exploitation de la nouvelle ligne Lauterbrunnen-Wengen le 7 juillet 1910.

' Betriebseröffming der Strecke Lysbuchel-Hüningen den 17. Dezember 1910 und der Linienverlängerung in St. Ludwig den 1. Mai 1911. -- Ouverture de l'exploitation du tronçon Lysbuchel-Hüningen le 17 décembre 1910 et du prolongement- à St. Ludwig le 1" mai 1511.

e , BetriebseröBhung der Strecke Breitenrainplatz-Papiermühlestrasse den 1. Juli 1910. -- Ouverture de l'exploitation du tronçon Breitenrainpiata-Papiermühle"strasse le l" juillet 1910.

' Betriebseröffnung den 9. Mai 1910. -- Ouverture de. l'exploitation 'le 9 mai 1910.

"1 Betriebseröffnung den 23. November 1911. -- Ouverture de l'exploitation le 23 novembre 1911.

Betriebseröftbung der Strecke Dampfschifflände-Babnhof S. ß. B. und der Verlängerung der Strecke Molino Nuovo-Vignola Cimeticro den 5. September 1910, der Verlängerungsatrecke in Cassarate den I.Dezember 1911. -- Ouverture de l'exploitation du tronçon Embarcadère-Gare C. F. F. et du prolongement du tronçon Molino Nuovo-Vignola Cimetiero le 6 septembre 1910, du prolongement à Cassarate le 1" décembre 1911.

' Angaben betreffend Güterlinie Kricns-Luzern siebe Vorderseite. -- Indications concernant la voie à marchandises Kriens-Luaern voir au recto.

·3 Bctriebseroffuung der Neiibaustrcckcn der Tour de Ville den 27. Juni 1910. -- Ouverture de l'exploitation des nouveaux tronçons du Tour de Ville le 27 juin HtlO.

'' Betriebseröffnung den 15. Oktober 1910. -- Ouverture de l'exploitation le 15 octobre 1910.

' Hetricbseröllnuiig der Strecke Krontal-Murtinsbrilckstrasso den 27. November 1910 und der Strecke Union-Nest den 30. Oktober 1911. -- Ouverture de l'exploitation du tronçon Kroiital-Marl.inf<brüdzslra.<sc le 27 novembre 1Û10 et du tronçon Union-Nest le 30 octobre 1911.

10 Betriebseröfihung der Strecke Güterbahnbof-Ebnat den 1. April 1911. -- Ouverture de l'exploitation du tronçon Güterbahnhof-JSbnat le 1°' avril 1911.

" BetriebserSffnung der Linie Werdstrasse-Feldstrasse-Kasernenstrasse den 1. Januar 1910, der Linie Werdstrasse-Bleiclierwcgplatz den 1. Mai 1910 und der Linie Römcrhof-Klnsplatz den 1. Juni 1911. -- Ouvertüre de l'exploitation de la ligne Werdslrasse-Feldstrasse-Kasernenstrasse le t" janvier 1910, de la ligne Werdstrasse-Bleichervjegplatz le l" mai 1910 et de la ligne liömerhof-Klusplatz le 1" juin 1911.

18 Inklusive elektrische Strassenbabn Waldhaus-Hotel Dolder. -- Y compris le tramway électrique Waldhaus-Hôtel Solder.

"0 Betriebseröffnung den 17. September 1910. -- Ouverture de l'exploitation le 17 septembre 1910.

Betriebseröffnung der Verlängerungsstrecke in Lauterbrunnen den 29. Mai 1910. -- Ouverture de l'exploitation du prolongement à Lauterbrunnen le âfl moi 1910.

1 Betriebseröffoung den 14. Dezember 1910. -- Ouverture de l'exploitation le 14 décembre 1910.

" Betriebseröffnung den 30. Juli 1910. -- Ouverture de l'exploitation le 30 juillet 1910.

Fr.

89,081 58,864 27,312 80,670 16,775 20,122 89,225 54,751 33,520 4,709 35,326 32,936 73,783 14,098 39,517 57,772 377,154 33,051 276,542 26,627 35,145 43,439 81,547 58,394 12,776 108,829 14,223 85,845 20,078 24,029 53,926 25,088 41,514 27,863 32,994 70,596 124,329 25,827 105,931 32,396 32,966

31,094 26,718 ' 20,581 10,314 7,476 19,899 4S,^10 21,507 7,737 64,114 13,603 31,894 20,955 8,498 31,675 5,641 38,947 9,821 112,363 8,654 18,500 37,492

18^786 29,287 21,977 11,001 32,407 6,584 89,380 8,777 118,358 18,740 19,097 37,947

i

513 Diese Bahnverwaltung ist genötigt, die Geleise infolge der Einführung des elektrischen Betriebes umzubauen und bedeutend zu verstärken. Die Werte der alten Anlage stehen nur mit einem Drittel der ursprünglichen Erstellungskosten auf Baukonto, weil die Bahn im Jahre 1894 zu einem herabgesetzten Preise von einer englischen Unternehmung an die Gesellschaft der Seethalbahn verkauft worden ist. So sind beispielsweise die alten Schienen nur noch mit etwa Fr. 50 per Tonne gewertet, während heute das Ersatzmaterial auf Fr. 165 per Tonne veranschlagt wird.

Die Bahndirektion hat das Gesuch gestellt, es möchte ihr gestattet werden, nach vollzogener Verstärkung der Geleise, die alten, herabgesetzten Werte vom Baukonto abzuschreiben und dafür die höhern Ersatzkosten zu verrechnen.

Dieses Verfahren würde mit den allgemeinen, auch in Art. 5 und 6 des Rechnungsgesetzes für den Ersatz von Bahnanlagen und Betriebsmaterial vorgesehenen Verrechnungsgrundsätzen übereinstimmen. Die gleichen Artikel enthalten aber für den Oberbau Ausnahmsvorschriften, die bei der Verstärkung der Geleiseanlago die Berücksichtigung von Mehrwerten nicht zulassen.

Für diese ausnahmsweise Behandlung fiel bei Erlass des Rechnungsgesetzes in Betracht, dass infolge Sinkens der Schienonpreise die ursprünglichen leichteren Geleise der früheren Hauptbahnen mehr gekostet hatten, als die späteren Ersatzschienen.

Die Richtigstellung des Baukontos durch Aufnahme des Wertes der neuen Geleise an Stelle der ursprünglichen Geleisekosten hätte die Bahnen zu Wertabschreibungen von ungefähr 20 Millionen Franken genötigt, was vermieden werden wollte. Gernäss der Ausnahmebestimmung bleibt der Baukonto stets mit den ursprünglichen Geleisekosten belastet, während fiir die Verstärkung des Oberbaues des Erneuerungsfonds oder, soweit dieser nicht genügt, der Betrieb aufzukommen hat.

Seither hat sich gezeigt, dass die für die ersten Bahnen eingeräumte Begünstigung zu einer starken Benachteiligung derjenigen Bahnen führt, die genötigt sind, einen billigen und leichten Oberbau zu verstärken. Der Seethalbahngesellschaft darf z. B. nicht wohl zugemutet werden, die zirka Fr. 500,000 betragenden Kosten für die Geleiseverstärkung ganz aus dem '·'trieb zu decken.

' Die erwähnte Ausnahmevorschrift des Rechnungsgesetzes passt somit nicht für die beschriebenen ändern Verhältnisse, und man wird sie bei Gelegenheit abändern müssen. Diesem Umstand Rechnung tragend, haben wir auf Antrag des Eisen-

514

bahndepartements am 7. März beschlossen, der erwähnten Gesellschaft, in Abweichung von Art. 5 und 6 des R. G., zu gestatten, die bei der streckenweisen Erneuerung ursprünglicher Geleise erforderlichen Mehraufwendungen an Kapital auf Baukonto zu belasten, unter dem Vorbehalt, dass die Bundesversammlung, der im Geschäftsbericht von 1911 von der Angelegenheit Kenntnis zu geben sei, keine Einwendung erhebe.

Die Stellung des Bundes als Rückkäufer wird durch die zu bewilligende Erhöhung der Baukonto nicht beeinflusst, weil der Seethalbahn das Anlagekapital nicht mehr garantiert ist und weil der Mehrwert im verstärkten Geleise zu finden sein wird. Für den Rückkauf bleibt allein die Ertragsrechnung massgebend. Diese wird im vorliegenden Fall insoweit berührt, als die Kosten des Unterhalts des Oberbaues und die Einlagen in den Erneuerungsfonds zu den Ausgaben zählen. Bei Belastung des Baukontos durch die Mehrkosten für Geleiseverstärküngen ändern sich die Ausgaben der Bahn in der Beziehung, dass sich die regelmässigen Einlagen in den Erneuerungsfonds verhältnismässig höher stellen, während die direkte Belastung der Betriebsrechnung mit solchen Kosten nicht vorkommen wird.

Wir empfehlen Ihnen, unsere Anordnung gut zu heissen.

B a u r e c h n u n g en. In üblicher Weise wurde geprüft, ob die stattgefundene Belastung der Baukonti mit den für Neu- und Ergänzungsbauten verwendeten Beträgen den gesetzlichen Vorschriften entspreche und ob für entfernte Anlagen und ausgemusterte Ausrüstungsgegenstände die erforderlichen Abschreibungen erfolgt seien. Zu Beanstandungen bot sich mehrmals Anlass. Bei 61 Unternehmungen wurde die Berichtigung der Baurechnung verlangt. Im ganzen waren Fr. 919,713 abzuschreiben.

Davon sind Fr. 547,390 in den Rechnungen für 1910 schon berücksichtigt und Fr. 372,323 zum Ausgleich im folgenden Jahr vorgemerkt.

Nach der amtlichen Zusammenstellung der Baukosten ergab sich pro 1910 ein Gesamtzuwaehs von Fr. 101,100,776 gegenüber Fr. 60,581,170 im Vorjahre. Zu dem Mehr trugen die neu hinzugerechneten Anlagekosten der Bodensee-Toggenburgbahn, der Linie Martigny - Orsières und anderer bei. Die Anlagekosten der Bundesbahnen erfuhren durch Ausschaltung der Fr. 119,000,000 Subventionskapital der Gotthardbahn eine Verminderung. Die nachfolgende Zusammenstellung erzeigt daher für 1910 eine Abnahme der Anlagekosten aller Bahnen.

515

Bauausgaben: Normalspur-, Schmalspur- und Zahnradbahnen : auf Baukonto auf Konto unvollendete Objekte

Totalausgaben bis Ende 1910 Fr.

Zuwachs im Jahr 1910 Fr.

1,613,418,500 137,566,904 1,750,985,404-29,011,102

Tramways : auf Baukonto auf Konto unvollendete Objekte

68,081,192 809,370 68,890,562

Drahtseilbahnen : auf Baukonto auf Konto unvollendete Objekte

6,609,485

24,644,268 706,872 25,351,140

4,502,396

Zusammen 1910 1,845,227,106-17,899,224 1909 1,863,126,330 60,581,170 1908 1,802,545,160 84,928,820 Bei den Zuwachsposten von 1910 sind Inbegriffen : a. Ergänzungen und E r w e i t e r u n g e n stehenden Linien: l. Bundesbahnen : Anschaffung von Rollmaterial Fr.

Vermehrung der Mobilien und Gerätschaften .

.n Erwerbung von Wasserkräften am Etzel . .

..

Lausanne, Bahnhofumbau und Erweiterung .

.A Vauderens-Siviriez, II. Geleise ,, Liegenschaftenerwerbung im I. Kreis . . .

.,, Basel, Neueinfiihrung d e r Juralinie . . . .

,, Bern, Bahnhoferweiterung (Güterbahnhof) .

,, Basel-Delsberg, IL. Geleise ,, Aarburg-Luzern, II. Geleise ,, Wilerfeld-Ostermundigen, Verlegung der Linie ,, Zürich, neue Werkstätte ,, Winterthur, Unterführung der Zürcherstrasse ,, St. Gallen, Bahnhofumbau ,,

auf

be-

7,123,975 289,149 220,000 414,058 292,526 1,204,206 213,594 1,578,622 442,802 362,614 496,605 1,872,595 235,195 210,886

516

St. Fiden, umbau und Erweiterung . . . Fr. 879,935 Romanshorn, Umbau und Erweiterung . . ,, 243,445 St. Gallen-St. Fiden, Erstellung eines Tunnels ,, 1,606,052 2. Andere Bahnen : Jura Neuchâtelois, Umbau des Bahnhofes Locle Seethalbahn, Umbau für den elektrischen Betrieb Südostbahn, Brückenverstärkung und Rollmaterial Spiez - Frutigen, Umbau für den elektrischen Betrieb Bern-Worb, Umbau für den elektrischen Betrieb Berninabahn, Nachtragsausgaben Wengernalpbahn, Linieuverlegung und Elektrifizierung Basler Strassenbahnen, Erweiterung des Netzes und zweites G-eleise Berner Strassenbahnen, Erweiterung des Netzes und Rollmaterial Lugano, Tramway, Erweiterung des Netzes und neues Rollmaterial Zürcher Strassenbahn, Erweiterung des Netzes und neues Rollmaterial Davos-Schatzalp, Gleichstromzentrale, Restaurant und Schatzalpstrasse; Übertrag auf Baukonto · .

Lauterbrunnen - Grütschalp, Verlängerung der Bahn b. Baukosten neuer Bahnen: Bodensee-Toggen burgbahn Martigny-Orsieres Mendrisio, Tramways Neuchâtel-La Coudre La Coudre-Chaumont Les Avants-Sonloup Niesenbahn Territet-Mont Fleuri Davos-Filisur (Rhätische Bahn) . . . . .

Birsigthalbahn : Flühen-Rodersdorf . . . .

,, ,,

408,020 742,002

,,

196,821.

,, 1,217,501 ,, 349,143 ,, 1,013,630 ,,

235,000

,,

316,026

,,

278,301

,,

556,1.48

,,

788,837

,,

327,886

,,

241,275

,, ,, ,, ,, ,, ,, ,, ., ,, ,,

24,421,490 5,331,943 878,874 183,868 557,403 396,828 1,674,719 445,696 6,410,271 500,368

517

c. A u s g a b e n f ü r L i n i e n , d i e E n d e 1910 n o c h i m Bau standen oder d e r e n Kosten noch nicht auf den Baukonto getragen waren: Bundesbahnen, Rickenbahn Fr. 1,164,292 Pruntrut-Bonfol, Bonfol-Grenze ,, 292,382 Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn, Frutigen-Brig '.n 22,980,787 Montreux-Berner Oberland-Bahn, ZweisimmenLenk ,, 549,926 Rhätische Bahn, llanss-Disentis ., 1,293,584 Bevers-Schuls ,, 2,299,878 Veveysans, Ch. d. fer, Blonay-Les Pléiades . ., 380,513 ·Jungfraubahn, Eismeer -Jungfraujoch . . .

,, 1,158,903 E r n e u e r u n g s f o n ds. Nachdem der Bundesrat am 10. Januar 1911 die auf dem Wege der Verständigung vereinbarten Einlageansätze für die Normalspurbahnen genehmigt hatte, konnte er am 24. Januar auch die Dotierungsnormen für 17 Schmalspur- und Zahnradbahnen gutheissen. Die gruppenweise konferenzielle Erörterung über die für die Berechnung der Einlagen massgebenden Faktoren (Erstellungskosten, Altwerte, Arbeitslöhne und Gebrauchszeiten) wurde weitergeführt. Am 21. April «rfolgten Verhandlungen mit den Vertretern der Tramways-Verwaltungen und am 27. Oktober mit denen der elektrischen Schmalspurbahnen, die jeweils zu einer Verständigung führten.

Auf Grund der vereinbarten Normen hatten die beiden Verwaltungsgruppen bis Ende des Jahres die vollständigen Berechnungen dem Eiscnbahndepartemente zur Nachprüfung einzureichen.

Die Vorlage dieser Einlagenberechnungen an den Bundesrat steht bevor.

Seitens der Vertreter des Bundes wurde bei den Verhandlungen den Bahnen, namentlich in den Fällen, wo über die mutmassliche Gebrauchsdauer einzelner Einrichtungen noch nicht genügende Erfahrungen vorlagen, möglichstes Entgegenkommen gezeigt. Es durfte dies um so eher geschehen, als vorbehalten wurde, die Berechnungsgrundlagen nach Ablauf von 10 Jahren wieder auf ihre Richtigkeit zu prüfen.

Den Verwaltungen der Dampfbahnen wurde Ende Oktober die weitere Aufgabe gestellt, auf Grund der festgesetzten Einlageansätze den gesetzmässigen Sollbestand ihres Erneuerungsfonds zu berechnen. Die bezüglichen Aufstellungen liegen von der Mehrzahl der Verwaltungen vor und bedürfen nun ebenfalls noch der Prüfung und Gutheissung.

518

Zu a m o r t i s i e r e n d e V e r w e n d u n g e n . Unter diesem Titel weisen die Aktiven der Bahnbilanzen Ausgabenbeträgenach, die nicht auf Baukonto getragen werden dürfen oder von ihm abgeschrieben werden mussten. Der Ersatz der Posten geschieht in der Regel ratenweise aus den Jahreserträgnissen.

Im Jahre 1910 ergaben sich auf dem Amortisationskonto für alle Bahnen folgende Veränderungen und Schlussbestände ·,, Neubelastungen pro 1910

Abschreibungen pro 1910

Bestand Ende 1910

Fr.

Fr.

Fr.

Normal-, Schmalspur- und Zahnradbahnen . .

1,561,795 5,438,050 33,651,98a Tramways 252,509 7,230,759 546,954 Drahtseilbahnen . . .

312,447 63,982 806,307 Zusammen 1910 2,126,751 12,732.791 35^005,244 1909 9,620,473 1,674^188 45,611,284 1908 1,804,411 1,678,606 37,664,99» Bei den Zuwachsposten sind als Hauptbeträge inbegriffen :.

Fr. 355,123 für untergegangene Anlagewerte bei den Bundesbahnen und Fr. 275,605 als Auslagen der Bahn Martigny-Orsières für den Erwerb der Konzession, die Geldbeschaffung etc.

Bedeutende Abschreibungen haben die Bundesbahnen mit Fr. 1,229,521 und die Gesellschaft der Tramways électriques in Genf mit Fr. 6,728,694 vorgenommen. Der letztgenannte Betrag hängt mit einer Bereinigung der Bilanz zusammen, die infolge der Abschreibung von Fr. 8,000,000 auf dem Aktienkapital möglich geworden ist. Bei der Gotthardbahn bestanden noch Verluste im Betrage von Fr. 3,554,691, die in der Abschreibung für 1910 inbegriffen sind.

b. Reingewinn der Privatbahnen.

Auf unsere Berichte zu den Postulaten der Bundesversammlung bereffend die Berechnung des Reingewinns der Privatbahnen hatte der Ständerat am 4. November 1910 Beschluss gefasst. Die nationalrätliche Kommission hielt über den Gegenstand erstmala am 20./21. Februar 1911 Beratung und gelangte dabei zu vorläufigen Schlüssen. Sie wünschte über einzelne Punkte noch nähere Untersuchung durch die Bundesbehörde und erhielt im Monat Mai einen Nachtragsbericht des Bundesrates. Eine zweite Kommissionssitzung fand am 21./22. November statt. Sie gab zu weiteren Anfragen an das Eisenbahndepartement Anlass.

519 c. KonzessionsgebUhren.

Die auf Grund der Rechnungsergebnisse angesetzten Gebühren belaufen sich: für 36 Bahnunternehmungen auf für 16 Schiffahrtsanstalten auf

des Jahres 1910 Fr. 52,750 ., 13,605

Zusammen pro 1910 Fr. 66,355 1909 ,, 83,358 1908 ,, 88,812 Von den 11 Automobilunternehmungen wurde eine einzige mit Fr. 214 besteuert. Bei den übrigen und bei 3 Gesellschaften für Aufzüge rechtfertigten die Rechnungsabschlüsse die Erhebung einer Gebühr nicht.

d. Vollziehung des Hülfskassengesetzes.

O r g a n i s a t i o n der H ü l f s k a s s e n . Der in den früheren Berichten wiederholt erwähnte Rekurs der Gotthardbahn gegen die bundesrätliche Festsetzung des Fehlbetrages der Hülfskasse ist mit dem Rückkaufsprozess erledigt worden. Das von der Expertenkommission festgesetzte Defizit von Fr. 4,004,203 wurde von der Rückkaufssurnme abgezogen und der Hülfskasse zugewiesen.

Im Sinne des Hülfskassengesetzes wurden geprüft und endgültig behandelt: Die Statuten von sieben für das Personal neu gegründeten Hülfsinstituten, die revidierten Statuten von zwei bereits vorhandenen Anstalten und acht versicherungstechnische Bilanzen von Pensionskassen.

Um der Vorschrift der Konzession zu genügen, haben sechs neue Eisenbahnunternehmungen, zwei Dampfschiff- und zwei Automobilgesellschaften das Personal bei öffentlichen Krankenkassen gegen Krankheit versichert und zu seinen Gunsten einen Teil der statutenmässigen Beiträge übernommen. Einige andere Unternehmungen, die für das Personal eigene Krankenkassen einrichten wollen, unterstützen es vorläufig aus der Betriebskasse.

J a h r e s r e c h n u n g e n . Im Berichtsjahre sind die Jahresrechnungen und Bilanzen pro 1910 von 130 Hülfsinstituten der Eisenbahn- und Dampfschiffunternehmungen vorgelegt, nach Gesetz und Statuten geprüft und genehmigt worden. Über den Verkehr und die Bestände sämtlicher Hülfsinstitute pro 1910 machen wir folgende summarische Angaben :

520

Beiträge d e r Mitglieder . . . .

Beiträge der Verwaltungen . . .

Sonstige Einnahmen

F r . 3,940,551 ,, 5,755,254 ,, 4,316,376

Summe der Einnahmen Fr. 14,012,181 Unterstützungen Fr.

Rückerstattungen an die Mitglieder v/ Sonstige Ausgaben .,

5,516,411 388,212 97,649

Summe der Ausgaben Fr.

6,002,272

Einnahmen-Überschuss . . . . F r . 8,009,909 Wertbestände auf Ende 1909 . . .,, 95,569,597 Wertbestände auf Ende 1910 . . Fr. 103,579,506 Von den Verwaltungen zu ersetzende Fehlbeträge der Pensions- und Hülfskassen ,, 29,046,306 Gesamtbestände auf Ende 1910

. Fr. 132,625,812

Die nachstehende Tabelle gibt auf Ende 1910 die übliche Übersicht der Bilanzen für die Hülfskassen, die der Invaliditätsoder Alters- und Todesversicherung dienen.

Bilanzen der Hülfskassen auf Ende 1910.

Letzte Deckungskapitalberechnung auf Ende

Bezeichnung der Hülfskassen

1 i

  1. Bundesbahnen: a. Pensions- und Hülfskasse für die Beamten und Angestellten b. Hülfskasse für die Beamten und Angestellten der ehemaligen Gotthardbahn c. Kranken- und Hülfskasse für die ständigen Arbeiter 2. Emmentalbahn : Hülfskasse für die Beamten und Angestellten 3. Jura Neuchâtelois : Pensions- und Hülfskasse der An4. Langenthal-Huttwil und Huttwil-Wolhusen: Hülfs- und Pensionskasse der Beamten und Angestellten . . . .
  2. Seetalbahn: Hülfskasse für die Beamten und Angestellten 6. Thunerseebahn und Bero-Neuenburg-Bahu : Pensionsund Hülfskasse der Angestellten und Arbeiter . . .
  3. Martigny-Chatelard : Pensions- und Hülfskasse der AnTransport

Wertbestände

Defizite

Deckungskapital

Fr.

Fr.

Fr.

1910

78,272,570

24,271,093

102,543,663

1908 1910

13 085,044 1,059,919

4,310.150

17,395,194 1,059,919

1907

628,040

1907

734 119

116,993

851,112

1910

211,390

12,320

223,710

1908

271,057

1906

881,155

36,972

918,127

1909

32,741

5,822

38,563

95,176,035

28,753,350

123,929,385

628,040

271,057

Cn to to

Bilanzen der Hülfskassen auf Ende 1910.

Letzte Deckungskapitalberechnung auf Ende

Bezeichnung: der Hülfskassen

Transport 8. Montreux-Oberland bernois: Pensions- und Hülfskasse der Angestellten uud Arbeiter .

. . .

9. Rhätische Bahn: Pensions- und Hülfskasse der Angestellten 10. Yverdon-S*e Croix: Pensions- und Hülfskasse der Angestellten und Arbeiter 11. Eigibahn: Hülfskasse für die Beamten und Angestellten 12. Berner städtische Strassenbahnen : Pensionskasse der städtischen Beamten und Angestellten 13 Lausanne, Tramways : Hülfskasse für die Angestellten 14. St. Gallen städtische Trambahn: Hülfskasse der städtischen Beamten u n d Angestellten . . .

15. Vlerwaldstättersee : Unterstützungs- und Pensionskasse d e r Angestellten . . .

. . . .

16. Thuner- und Brienzersee: Hülfskasse für die Beamten und Angestellten , Total

Wertbestände

Defizite

Deckungskapital

Fr.

95,176,035

Fr.

28,753,350

Fr.

123,929,385

1909

90,363

10044

100 407

1907

1,461,490

1910 1910

75,626 283,373

38,676

75,626 322,049

1909 1907

358,606 335,870

--

358,606 335,870

1908

371,720

1907

1,022,192

96888

1,119,080

1910

427,088

147,348

574,436

99,602,363

29,046,306

128,648,669

. . . .

1,461,490

371,720

523 "Weitere Einzelheiten über die Rechnungsergebnisse enthält die schweizerische Eisenbahnstatistik für das Jahr 1910.

e. Sicherstellung des Hilfsfonds und der Barkautionen des Eisenbahnpersonals.

Die Eisenbahnen allein besassen auf Ende 1910 120 Hülfsinstitute mit einem Wertbestand von Fr. 101,218,478; davon ·waren Fr. 512,440 oder 0,si °/0 nocht nicht im Sinne des Gesetzes vom Vermögen der Bahneigentümer ausgeschieden.

An Barkautionen hatte das Eisenbahnpersonal auf Ende des Jahres Fr. 600,245 hinterlegt; davon fanden sich noch .Fr. 7430 oder l,is % 'n den Passiven der Bahngesellschaften eingeschlossen. Bei 30 Gesellschaften hat das Personal nur Bürgschaften zu leisten, und bei 86 Verwaltungen wird vom Personal gar keine Kaution verlangt.

f. Versicherungsverträge gegen Unfall.

Die Drahtseilbahngesellschaften haben in gleicher Weise, -wie früher die Sekundärbahnen, einen Unfallversicherungsverband gegründet, der auf Gegenseitigkeit beruht und die Versicherung gegen die finanziellen Folgen der Unfälle zu günstigen Bedingungen ·ermöglicht. Ausserdem ist vom Verbände eine Rückversicherung abgeschlossen worden. Diese Anordnungen werden als ausreichend angesehen.

Im Jahre 1910 haben ferner 40 Unternehmungen 76 Unfallversicherungsverträge im Sinne der Konzessionsvorschriften vorgelegt. Hiervon bezogen sich acht Policen auf die Erneuerung der Versicherung der Reisenden und des Personals von fünf Bahngesellschaften, zwölf Verträge auf die Versicherung der Reisenden ·und des Personals von sechs neu eröffneten Bahnen, 34 Policen .auf die Haftpflichtversicherung von 17 Dampfschiffunternehmungen, neun Verträge auf die Versicherung der Reisenden und des Personals bei vier Automobilgesellschaften und 13 Policen auf die Baupersonalversicherung bei acht noch nicht eröffneten Bahnen.

g. Eisenbahnstatistik.

Im Januar 191Ì erschien der 37. Band mit den statistischen Angaben für 1909. Der Band für das Jahr 1910 wird bis Mitte Februar 1912 fertiggestellt sein.

524

Die vor einigen Jahren auf Antrag des Zentralamtes für internationalen Eisenbahntransport bei den europäischen Staaten angeregte Konferenz zur Beratung der Erstellung einer i n t e r n a t i o n a l e n E i s e n b a h n s t a t i s t i k ist noch nicht zustande gekommen, da einer der Staaten sich zu dem Vorschlage immer noch nicht ausgesprochen hat.

E. Starkstromkontrolle.

Die Gesamtzahl der dem Starkstrominspektorate im Jahre 1911 eingereichten Vorlagen beträgt 2070 (im Vorjahre 2127).

Von diesen beziehen sich 1491 (1473) auf Leitungsaalagen und 579 (654) auf Maschinen, Transformatoren oder Schaltanlagen.

Von den V o r l a g e n für L e i t u n g e n entfallen 476 (460) auf Hochspannungsanlagen und 904 (990) auf Niederspannungsnetze oder Erweiterungen solcher. 25 (23) Eingaben beziehen sich auf Tragwerke besonderer Art.

Die V o r l a g e n für M a s c h i u e n a n l a g e n haben bei 23 (23) Eingaben neue Zentralen für Stromerzeugung oder Umbauten und Erweiterungen solcher zum Gegenstand. Unter diesen befinden sich 15 (16) Anlagen für eine Leistung von mehr als 200 Kilowatt, worunter 4 (4) auf Neuanlagen und 11 (12) auf Erweiterungen von bestehenden Anlagen entfallen. 469 (560} Vorlagen beziehen sich auf Transformatorenstationen mit zusammen 548 (687) Transformatoren. Diese dienen in 478 Fällen zur Speisung von Ortsnetzen und in 70 Fällen zum Betriebe industrieller Etablissemente oder zu internen Zwecken der Elektrizitätsunternehmungen.

Für die I n s p e k t i o n d e r f e r t i g e n A n l a g e n an Ort und Stelle waren insgesamt 590 (690) Tage erforderlich und für die Augenscheine vor Erstellung der Anlagen mussten 152 (140) Tage autgewendet werden.

Die Kontrolltätigkeit wickelte sich im allgemeinen glatt ab.

Es mussten weder Bussenanträge vom Starkstrominspektorat gestellt werden, noch sind Rekurse gegen Verfügungen desselben beim Eisenbahndepartement anhängig gemacht worden.

Die Bearbeitung der Statistik der Starkstromanlagen in der Schweiz wurde wie bisher durch das Generalsekretariat des Schweizerischen elektrotechnischen Vereins unter Mitwirkung des Starkstrominspektorates durchgeführt. Die Ergebnisse werden

525

in einem demnächst als Beilage des Bulletins des Schweizerischen elektrotechnischen Vereins erscheinenden umfangreichen Bande zusammengestellt.

Von den 18 E x p r o p r i a t i o n s g e s u c h e n , die im Berichtsjahre eingelaufen sind, wurden 10 durch Erteilung des Expropriationsrechtes vom Bundesrat erledigt. 4 Gesuche wurden zurückgezogen, 2 konnten wegen Unvollständigkeit der Akten nicht behandelt werden und bei 2 weitern Gesuchen steht der Entscheid des Bundesrates noch aus. Ausserdem fanden die 6 aus dem Vorjahre noch rückständigen Expropriationsgesuche im Berichtsjahre ihre Erledigung.

Es sind im abgelaufenen Jahre dem Starkstrominspektorat 46 (54) d u r c h e l e k t r i s c h e n S t r o m v e r u r s a c h t e Unfälle zur Kenntnis gelangt, von denen insgesamt 51 (57) Personen betroffen wurden. Die Betroffenen gehören in 18 (22) Fällen dem eigentlichen Betriebspersonal, in 12 (25) Fällen dem übrigen Personal der Starkstromunternehmungen an. In 16 (10) Fällen wurden Drittpersonen betroffen. Die Zahl der betroffenen Drittpersonen beläuft sich anf 21 (10), worunter 5 einem einzigen Unfälle beim Aufrichten eines Zirkuszeltes unter einer Hochspannungsleitung zum Opfer fielen, weil man es dabei an der nötigen Vorsicht hatte fehlen lassen. Von den übrigen Unfällen bei Drittpersonen sind 4 durch grobes Selbstverschulden verursacht worden, indem Unbefugte Leitungsmasten erkletterten und die Drähte berührten. Die Mehrzahl der Unfälle beim Personal der elektrischen Unternehmungen ist auch im Berichtsjahre wieder auf momentane Unvorsichtigkeit, zum Teil in Verbindung mit mangelhafter Instruktion oder Beaufsichtigung des Personales, zurückzuführen.

35 (34) Unfälle entstanden durch Berührung von Hochspannungsanlagen, von diesen verliefen 21 (15) tödlich. In 11 (19) Fällen erfolgten Unfälle durch Beruhren von Niederspannungsanlagen, worunter 4 (11) den Tod der Verunglückten zur Folge hatten. Von den 16 Fällen, in denen Wiederbelebungsversuche angestellt wurden, waren drei von Erfolg begleitet.

Die eidgenössische Kommission für elektrische A n l a g e n hat im Berichtsjahre acht Sitzungen behufs Prüfung der ihr gemäss Art. 19 des Buadesgesetees vom 24. Juni 1902 überwiesenen Geschäfte abgehalten.

526

II. Postverwaltung.

I. Allgemeines.

Im Jahre 1911 ist das finanzielle Ergebnis der schweizerischen Postverwaltung folgendes : Einnahmen Fr. 60,439,767. 01 Ausgaben ,, 56,688,392. 89 Reinertrag

Fr.

3,751,374. 12

Der Reinertrag für das Jahr 1910 betrug Fr. 2,568,078. 82.

Es ergibt sich somit für 1911 gegenüber 1910 eine Vermehrung des Reinertrages um Fr. 1,183,295. 30.

Der Voranschlag, mit Inbegriff eines Nachkredits von Fr. 437,000, sah einen Reinertrag von Fr. 527,860 vor. Das JRechnungsergebnis stellt sich demgemäss um Fr. 3,223,514. 12 günstiger als der Voranschlag. Dieser Mehrertrag setzt sich aus ·den nachstehenden Abweichungen vom Voranschlag zusammen : Mehreinnahmen Fr. 1,688,767. 01 Minderausgaben 1,534,747. 11 fl Total

Fr. 3,223,514. 12

Für das Nähere erlauben wir uns, uns auf die Beilage l, Übersicht der finanziellen Ergebnisse der Postverwaltung im Jahre 1911, zu beziehen. Das genannte erfreuliche Ergebnis ist, wie hiernach weiter ausgeführt wird, mit Bezug auf die Vermehrung der Einnahmen durch den im allgemeinen guten Geschäfts-

527 gang, die günstige Witterung während des Sommers und den dadurch beeinflussten Fremdenverkehr, sowie auch durch den immer mehr zunehmenden Wintersport und in gewissem Masse durch die im neuen Postgesetz festgelegte Einschränkung der Portofreiheit verursacht worden. Es ergibt sich dies aus der nachstehend erwähnten grossen Zunahme in der Zahl der beförderten Sendungen gegenüber dem Vorjahre. Die Ersparnisse in den Ausgaben sind zurückzuführen auf die zusehends zur Geltung kommenden, seit einiger Zeit durchgeführten Vereinfachungen im Betrieb und durch ·entsprechendes Masshalten in den Ausgaben.

Die Stückzahl der hauptsächlichsten Postgegenstände hat sich gegenüber dem Vorjahre für den In- und Auslandverkehr bei -einer Gesamtstückzahl Ton 191,726,529 Briefen vermehrt um 13,663,494 ,, 109,549,996 Postkarten ,, ., 7,251,719 .n 82,470,916 Drucksachen ., ,, 8,377,973 -, 184,731,927 Zeitungen (nur Inlandverkehr) ,, ,, 1,039,722 .,, 3,062,301 internationale Postanweisungen ,, ,, 174,425 ,, 6,550,107 Postcheckeinzahlungen ,, ,, 1,226,388 T, 3,045,470 Einzugsmandaten ,, ,, 196,435 ,, 37,751,984 Paketen ,, ,, 2,022,281 Eine Verminderung hat sich dagegen bei einer Gesamtstück.zahl von 5,991,885 bei den internen Postanweisungen um 357,422 «ergeben.

Eine grosse Vermehrung weisen die Briefe, Postkarten und Drucksachen auf. Die Zunahme der Briefe ist erheblich grösser, als sie im Jahre 1910 gegenüber 1909 gewesen ist, wo sie 5,841,731 Stück betragen hat. Diese Erscheinung dürfte, insoweit sie nicht durch Zufälligkeiten während der Zählungsperiode ver.ursacht ist, namentlich auf einen regeren Geschäftsverkehr als im Vorjahre zurückzuführen sein. Die Vermehrung der Postkarten, 'die gegenüber dem Vorjahre ebenfalls wesentlich stärker ist (1910 gegenüber 1909 4,403,497), ist in der Hauptsache unzweifelhaft dem durch die günstige Witterung während des ·Sommers gesteigerten Fremdenverkehr und dem in steter Entwicklung sich befindenden Wintersport verbunden mit dem dadurch entstandenen Mehrversand von Karten mit Bilderschmuck anzuschreiben. Die Drucksachen haben eine Vermehrung dadurch Bunde3blaü. 64. Jahrg. Bd. II.

35

Beilage 1.

Zu Scito 527.

Schweizerische IPostverwaltung.

Übersicht der

finanziellen Ergebnisse der Postverwaltung im Jahre 1911 und Vergleichung mit dem Vorjahr und dem Voranschlag.

1911.

Bechnnngsrubriken.

  1. Einnahmen.

3 Zeitschriften 5. Abrechnungen mit andern Transportanstalten

. . .

12 Erlös aus verkauftem Material 15. Verschiedenes

1910.

Voranschlag 1911,

Das Ergebnis ist t*olgemlüs: gegenüber dem Voranschlag für 1911, dem Vorjahre.

einschliesslich Nachkredite.

Mehr,

"Weniger.

Melir.

"Weniger.

Fr.

Fr.

Fr.

einsohliesslich Nachkredite.

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

2,392,276.45 50,071,168.24 1,780,851.75 325,085. 46 2,222,698. 03 1,133,994. 10 997. 90 1,779. 60 117,574.37 492,401. 15 243,282. 61 104,688. 78 1,309. 77 1,514,510. 94 37,147.86 60,439,767. 01

2,267,766. 90 47,032,344. 39 2,091,760.21 343,823. 17 2,255,448. 11 1,038,301. 75 783. 55 1,878. 30 87,012. 56 430,396. 45 234,390. 85 89,766. 10 16,260.55 1,155,720. 32 30,851.92 57,076,505. 13

2,288,000. -- 49,570,000. -- 1,550,000. -- 300,000. -- 1,900,000. -- 1,033,500.-- 800.-- 1,500.-- 120,000.-- 435,000. -- 240,000. -- 74,500. -- 10,000. -- 1,200,000. -- 27.700. -- 58,751,000. --

124,509. 55 3,038,823. 85 310,908. 46 18,737. 71 32,750. 08 95,692. 35 214. 35 98.70 30,561. 81 62,004. 70 8,891. 76 14,922. 68

2,425. 63

14,950. 78 358,790. 62 6,295. 94 3,740,707. 61 377,445. 73

104,276. 45 501,168.24 230,851.75 25,085. 46 322,698. 03 100,494. 10 197. 90 279. 60

377,445. 73

57,401.15 3,282. 61 30,188. 78 8,690. 23 314,510.94 9,447. 86 1,699,882. 87 11,115.86

11,115.86

3,363,261. 88

Mehreinnahmen 1911 gegenüber 1910

1,688,767. 01 B. Ausgaben.

I. Besoldungen und Vergütungen II Inspektionen und Dienstreisen IV V VI VII VIII

Dienstkleidun0' Lokale Mobiliar und Bureaugerätschaften Fuhrwesen- und Rollmaterial Transportkosten

36,464,202. 05 82,439. 85 1,409,365. 86 860,862. 46 2,706,095. 01 345,199.79 1,341,215.12 10,464,996. 55 306,186. 15

35,457,673. 52 74,663. 75 1,432,828. 82 845,432. 33 2,632,031.44 299,353. 60 1,320,491. 17 9,660,724. 55 320,412.90

37,304,000. -- 80,000. -- 1,585,000. -- 926,500. -- 2,770,000. -- 350,000. -- 1,613,000. -- 10,519,000.-* 350,000. --

100,000. -- 19,214. 70 39,919.07 2,098,297. 22 151,104. 20 255,927. 20

100,000. -- 17,741.45 30,850. 20 2,305. 12 1,899,756. 51 117,667. 98 255,276.80

100,000. -- 40,000. -- 40,000. -- 15,000. -- 2,060,000. -- 160,000. -- 261,440. --

27,185. 33 4,162. 50 12,019. 83 56,688,392. 89

25,113.43 3,314. 08 12,788. 66 54,508,426. 31

28,000. -- 5,000. -- 16,200. -- 58,223,140. --

1,006,528. 53 7,776. 10

2,439. 85 23,462. 96

14,226. 75

175,634. 14 65,637.54 63,904. 99 4,800. 21 271,784.88 54,003. 45 43,813. 85

2,305. 12

20,785. 30 80.93 15,000.--

15,430. 13 74,063. 57 45,846. 19 20,723. 95 804,272. --

X. Einlage in den Unfallversicherungsfonds der Post-* XI XII.

XIII XIV XV XVI XVII XVm XIX XX.

Entschädigungen für Verluste etc Kursdifferenzen und Zinsen Briefposttransit Saldozahlungen und Rückvergütungen Postcheck- u n d Giroverkehr, Zinsen . . . .

Verzinsung des Betriebsmaterials Verminderung des Betriebsmaterials Porti und Provisionen Prozesse und Expertisen Verschiedenes

Mehrausgabe 1911 gegenüber 1910 Minderausgabe 1911 gegenüber dem Voranschlag

1,473. 25 9,068. 87 38,297. 22

198,540.71 33,436. 27 650. 40

8,895. 80 5,512.80

2,071.90 848. 42 2,220,730. 24 40,763. 66 2,179,966. 58

839,797. 95

768. 83 40,763. 66

40,737. 07

814. 67 837. 50 4,180. 17 1,575,484. 18 40,737. 07

1,534,747.11

C. Abschluss.

Einnahmen Ausgäben Reinertrag

.

60,439,767. 01 56,688,392. 89 3,751,374. 12

57,076,505. 13 54,508,426. 31 2,568,078. 82

58,751,000. 58,223,140. -- 527,860. --

Mehr- Reinertrag 1911 gegenüber 1910 1,183,295. 30 Mehr-Reinertrag 1911 gegenüber dem Voran schlag, einschlies älich Nachkredite 3,223,514. 12

*) Nachkredit

Fr. 487,000.--

528 erfahren, dass auf Grund von Art. 31 des auf Anfang des Berichtsjahres in Kraft getretenen neuen Postgesetzes die Veröffentlichungen, die bloss Geschäfts- und Reklamezwecken dienen, nicht mehr zur Zeitungstaxe befördert werden können. Deren Versand musste deshalb zur Drucksachentaxe erfolgen. Ein grosser Teil der Vermehrung, die die des Vorjahres wesentlich übersteigt (1910 gegenüber 1909 2,198,829), dürfte indessen auf Rechnung des guten Geschäftsganges zu setzen sein. Sie würde offenbar noch grosser gewesen sein, wenn nicht durch die Bestimmungen des neuen Postgesetzes (Art. 15) der Versand von Lotterieanzeigen wesentlich erschwert worden wäre.

Die Zahl der Zeitungen hat in erheblich geringerem Masso als im Vorjahre (1910 gegen 1909 9,377,226) zugenommen.

Diese Minderzunahme ist hauptsächlich dem bei den Drucksachen erwähnten Umstände zuzuschreiben. Die Zunahme war im Vorjahre übrigens ausserordentlich gross und es ist zu vermuten,, dass infolgedessen im Berichtsjahre ein gewisser Stillstand in der Gründung von neuen Zeitungen oder in der Vermehrung der Abonnentenzahl eingetreten ist. Der Paketverkehr weist wieder eine erfreuliche, wenn auch etwas weniger grosse Zunahme al* im Vorjahre auf (1910 gegenüber 1909 2,271,783).

Die Zahl der inländischen Postanweisungen hat sich gegenüber dem Vorjahre um 357,422 vermindert, was auf die Entwicklung des Checkverkehrs zurückzuführen ist; die der Checkeinzablungen weist dagegen gegenüber dem Vorjahre eine Vermehrung von 1,226,388 auf.

Besonders zu erwähnen ist noch, dass durch das Inkrafttreten der im Postgesetze enthaltenen neuen Bestimmungen betreffend' die Portofreiheit, die deren Einschränkung bezwecken, eine merkliche Verminderung der portofreien uneingeschriebenen Briefpostsendungen eingetreten ist. Gegenüber dem Jahre 1910 ergibt sich bei einer Gesamtzahl von 13,935,746, eine Verminderung von 4,349,431 Sendungen. Dagegen wurden 642,465 mit Postfreimark enfrankierte Gegenstände der Wohltätigkeitsanstalten versandt. Bei Berücksichtigung dieser letzten Sendungen ist immerhin noch eine Verminderung von 3,706,966 portofreien Sendungen zu verzeichnen, während die Vermehrung der portofreien Briefpostsendungen unter der Herrschaft des alten Postgesetzes im Jahre 1910 gegenüber dem Vorjahr 228,945 Stück betrug.

Der in den Beilagen II und III enthaltene Auszug aus der Statistik der Postverwaltung gibt näheren Aufschluss über dea

529

Verkehr der einzelnen Dienstzweige im Jahre 1911 dem Vorjahre.

gegenüber

II. Vorlagen an die Bundesversammlung und Erlasse derselben.

  1. Die A u s f ü h r u n g des auf 1. Januar 1911 in Kraft getretenen B u n d e s g e s e t z e s b e t r e f f e n d d a s s c h w e i z e r i s c h e P o s t w e s e n , vom 5. April 1910 (A. S. n. F. XXVI, 1015), hat im allgemeinen ohne erhebliche Anstände vollzogen werden können. Einige Schwierigkeiten hat einzig die Durchführung der neuen Bestimmungen über die Portofreiheit, wodurch eine Beschränkung in deren Inanspruchnahme eintrat, bereitet.

Die meisten Anstände haben sich ergeben : hinsichtlich der kantonalen und Gemeindeunternehmungen mit wirtschaftlichem oder Erwerbszweck, d. h. die Feststellung, welche Unternehmungen unter diesen Begriff zu fallen haben und in welchem Umfange ihnen allenfalls die Portofreiheit noch zustehe ; in bezug auf Schulangelegenheiten, wobei hauptsächlich das Verbot der Abtretung der Portofreiheit an untergeordnete durch das Gesetz nicht bezeichnete Organe in Frage kam; in bezug auf die Anwendung des Begriffes einer Amtsstelle oder Gemeindebehörde. Hier handelte es sich u. a. hauptsächlich um die von Kommissionen, Sachverständigen und Kommissären der Eidgenossenschaft, der Kantons-, Bezirks-, Kreis- und Gemeindebehörden in Anspruch zu nehmende Portofreiheit und a. m.

Alle diese Verhältnisse konnten in zufriedenstellender Weise durch weitherzige Auslegung der Gesetzesbestimmungen geordnet werden, so dass nunmehr auch in dieser Richtung die Ausführung der gesetzlichen Bestimmungen gesichert ist (s. Näheres unter Abschnitt III, Ziff. l hiernach).

2. Die Frage der Einführung der P o s t s p a r k a s s e n in der Schweiz (s. Geschäftsbericht von 1910, Abschnitt II, Ziffer 3) ist im Jahre 1911 dadurch weiter gefördert worden, dass Entwürfe zu einem Gesetz und zu einer Vollziehungsverordnung betreffend die Postsparkassen ausgearbeitet und diese einer Anzahl Amts- und Dienststellen zur Prüfung und Begutachtung unterbreitet worden sind.

Zur weitern Prüfung der Frage ist beabsichtigt, demnächst eine Expertenkommission, zusammengesetzt aus den verschiedenen Interessentenkreisen einzuberufen.

Beilage II.

.

Zu Seite 529.

Auszug aus der Statistik der Postverwaltung.

.A- n z alii

1910

1911 1,957

1,953

1,600

1,563

416

422

14

14

Beamte (fest angestellte)

5,278

5,037

GehUlfen. Aspiranten u n d Lehrlinge . . . .

Angestellte (Ablagehalter, Briefträger, Kondukteure etc.), ohne Aushelfer . . .

Angestelltenaushelfer, ständig verwendete .

Z&hl der beförderten Reisenden Brief post: Interner Verkehr: Briefe Postkarten Drucksachen Warenmuster . . . .

. . .

Zeitungen Rekommandierte Briefpostsendungen Zahlungsbefehle und Konkursandrohungen Gerichtliche Akten Verkehr mit dem Auslande: Briefe Versand Postkarten ,,

1,066

1,160

8,540 598 1,877,497

8,246 693 1,862,014

164,090,066 88,288,456 67,062,703 1,477,836 184,731,927 5,906,039

152,241,866 81,987,886 59,220,802 1,463,725 183,692,205 5,449,710

352,222 73,832

348,138 69,816

,, ,, ,,

27,636,473 21,261,540 15,408,213 1,572,565 2,096,652 236,560

25,821,169 20,310,391 14,872,141 1,605,597 2,094,183 221,679

,,

2,156,442

2,054,219

Postablagen, rechnungspflichtige . . . .

,, nicht rechnungspflichtige . .

Agenturen Im Auslande

Warenmuster Zeitungen Geschäftspapiere Bekommandierte gegenstände

. . . .

. . . .

Briefpost. . . .

19 10

14»11

Anzahl

Paketpost: Interner Verkehr

. . . .

.

.

. .

Verkehr mit dem Auslande (einschl. Poatstücke -- colis Dostauxl F ' , Nachnahmen : Interner Verkehr Verkehr mit dem Auslande

Versand

{ · · l Empfang .

. .

Postcheck- und Giroverkehr f Vorläufiger Abschluss.

Fr,

5 991 885 1,935,184t 1,127,117

646 292 330 88,580,127t 69,559,042

6 349 307 1,810,703 1,077,238

1 u f i ~ .

[ Transit . .

< l Empfang

12 610785 359,395 466,425

.

1 Versand · · l Empfang .

! Gutschriften l Lastschriften

95 049 720 7,521,330 9,557,538

2 868 286 218 483 015 60,476 116,708 5,479,138 7,451,965 2,048,496,632 1,815,149 2,042,298,876

12 537,956 360,864 444,786

£l

<Q Ct.

N

617 279746 81,019,328 65,123,364

29 995 588 1 430 736 603 28 296 166 1,477,195,003 97,718,334 2,342,597 2,193,790 106,975,991 3,859,378 57,443,624 3,709,889 57,083,756 33,710,390 1,554,421 30,005,478 1,529,858

Einzugsmandate : Interner Verkehr Verkehr mit dem Auslande

Anzahl

Fr.

Postanweisungin : Interner Verkehr . . . .

Verkehr mit dem Auslande . .

Wert oder Betrag

Wert oder Betrag

90,206,200 7,024,531 9,478,508

187 116,310 2 725,719 25,218 5,047,589 98,098 5,979,011 1,651,122,281 1,421,129 1,646,479,975

N co CD

sr «nco CO

530 3. Mit Nachtragsbotschaft vom 29. November 1910 (Bundesblatt 1910, V, 601) hat der Bundesrat den eidgenössischen Bäten ein neues Projekt für die Erstellung eines P o s t - und T e l e g r a p h e n g e b ä u d e s in A a r a u vorgelegt im Kostenvoranschlag von Fr. 1,180,000 (s. Geschäftsbericht 1910, II, 7).

Mit Bundesbeschluss vom 15. Dezember 1911 ist dieser Kredit bewilligt worden, sowie ein solcher von Fr. 60,000 filidie Bodenkäufe und -Verkäufe, die für die neuprojektierte Plazierung des Gebäudes noch notwendig werden (A. S. n. F.

XXVir, 985).

Wir erlauben uns, was die übrigen Postbauten anbetrifft, auf Abschnitt VI ,,Bauten und Umbauten a zu verweisen.

4. Der Berichterstatter des Nationalrates hat bei der Beratung über den Geschäftsbericht der Postverwaltung für das Jahr 1910 im Namen der Geschäftsprüfungskommission die Bemerkung gemacht, ob nicht durch bessere Kontrolle den häufigen D e f r a u d a t i o n e n des Postpersonals entgegengetreten werden könnte.

Es ist allerdings zuzugeben, dass gegenüber früheren Jahren die Zahl der Veruntreuungsfälle bedauerlicherweise etwas zugenommen hat, obwohl mit grösserer Strenge als früher dagegen eingeschritten wird. In allen Fällen von Unterschlagung, Diebstahl, Fälschung von Bundesakten usw. sind die Fehlbaren den Gerichten zur Beurteilung überwiesen und durch diese in der Regel mit empfindlichen Strafen belegt worden Die Vermehrung der Fälle steht natürlich im Zusammenhange mit der Vermehrung des Personals, die gegenüber früher infolge der grössern Verkehrszunahme, der Wirkungen des Arbcitsgesetzes und aus ändern Ursachen in bedeutend stärkerm Masse eingetreten ist. Seit dem Jahre 1900 hat z. B. die Kopfzahl des Postpersonals um etwa 5000 zugenommen. Der Bestand stellt sich auf Ende 1911 auf 15,477 Mann. Angesichts dieses Umstandes kann nicht gesagt werden, dass sich die Defraudationsfälle in beunruhigender Weise vermehrt hätten. Unterschlagungen, die sich auf bedeutendere Beträge erstreckten, sind im Berichtsjahre übrigens nicht zu verzeichnen. Bei einem so zahlreichen Personal sind immerhin solche bedauerliche Vorkommnisse aucli bei der besten Kontrolle leider nicht zu vermeiden.

Was namentlich den Bargeldverkehr betrifft, bei dem Veruntreuungen am meisten vorkommen, wird eine in jeder Beziehung eingehende Kontrolle ausgeübt. Die Postverwaltung ist zudem auf Grund der gemachten Erfahrungen bestrebt, diese

531

weiter auszubilden und zu verbessern. In gleichem Masse besteht selbstverständlich die nötige Kontrolle in bezug auf die der Post anvertrauten Sendungen überhaupt. Abgesehen von der notwendigen Kontrolle, auf deren fortwährende sorgfältige Ausübung stets hingewirkt wird, legt die Postverwaltung das Hauptgewicht auf die Rekrutierung des Personals, von der Auffassung geleitet, dass ein gewissenhaftes Personal das beste Schutzmittel gegen Veruntreuungen sei.

Im allgemeinen darf wohl gesagt werden, dass die Postverwaltung über ein zuverlässiges Personal verfügt.

5. Das infolge der Botschaft an die Bundesversammlung betreffend die Aufhebung der A m t s k a u t i o n e n der Beamten und Angestellten der schweizerischen Bundesverwaltuiig, vom 31. Oktober 1910 (Bundesbl. 1910, V, 203) erlassene Bundesgesetz, vom 5. Oktober 1911 (Bundesbl. 1911, IV, 336) ist mit der Referendumsfrist bis zum 16. Januar 1912 veröffentlicht worden.

Innert dieser Frist ist das Referendum nicht ergriffen worden.

Das Gesetz wird somit in Kraft erwachsen und dadurch Art. 90 des Bundesgesetzes betreffend das schweizerische Postwesen (A. S. n. F. XXVI, 1015) aufgehoben werden (s. Geschäftsbericht 1910, II, 2). Die Vollziehung des vorgenannten Gesetzes wird ins Jahr 1912 fallen.

6. Infolge der Errichtung einer Fachkommission (Postkommission) durch die Oberpostdirektion (s. Abschnitt III, Ziffer 4, hiernach), sind mehrere Vorschläge für im Interesse des Publikums einzuführende V e r b e s s e r u n g e n d e s P o s i d i e n s t e s gemacht worden. Die Postkommission hat diese Vorschlüge eingehend geprüft und der Oburpostdirektion /.ur Einführung empfohlen.

Es handelt sich im wesentlichen um die Einführung folgender Einrichtungen : a. Abholung von Postpaketen in der Wohnung des Absenders ; b. Aufgabe dringender Pakete und eingeschriebener Briefpostsendungen ausserhalb der ordentlichen Schalterstunden ; c. Einführung von Postlagerkarten zur Vermeidung der Auslieferung von postlagernd adressierten Sendungen an Unbe. rechtigte.

Die Postverwaltung wird voraussichtlich nach weiterem Studium dieser Vorschläge im Falle sein.1 sie.7 soweit ein Bedürfnis O vorhanden ist, der Verwirklichung entgegenzuführen. Obwohl es

532

sich hier nicht um eigentliche weitere Dienstzweige im Sinne von Art. 3 des ßundesgesetzes betreffend das schweizerische Postwesen, vom 5. April 1910 (A. S. n. F. XXVI, 1015), sondern vielmehr um neue Taxansätze handelt, so glauben wir doch vor Einführung dieser Neuerungen der h. Bundesversammlung hiervon Kenntnis geben zu sollen.

Die für diese Dienstverrichtungen festzusetzenden Gebühren würden analog den in den Art. 53, 54 und 55 des gleichen Gesetzes genannten Fach-, Bestell- und Lagergebühren vom Bundesrat bestimmt.

III. Wichtigere Erlasse, Abschlags wichtiger Verträge.

Inland.

  1. Durch Beschluss vom 30. März 1911 hat der Bundesrat die Art. 146, 152 und 153 der P o s t o r d n u n g , vom 15. November 1910 (A. S. n. F. XXVI, 1125), abgeändert und ergänzt. Diese Artikel betreffen die P o r t o f r e i h ei t und zwar Art. 146: die Portofreiheit der Mitglieder von Behörden und Kommissionen, Art. 152 : die kantonalen und Gemeindeunternehmungen mit wirtschaftlichen oder Erwerbszwecken, und Art. 153 : portopflichtige amtliche Sendungen. Die Änderungen und Ergänzungen beziehen sich im wesentlichen auf die von den Milgliedern der Kommissionen der eidgenössischen, kantonalen, Bezirks-, Kreis- und Gemeindebehörden zu beanspruchenden Portofreiheit, den Ausschluss der Verwaltungen des Salzmonopols der Kantone von der Portofreiheit, sowie auf eine bessere Abfassung der Vorschriften über die portopflichtigen amtlichen Sendungen (A. S. n. F. XXVII, 180; siehe auch Abschnitt II, Ziffer l hiervor).

Der Bundesrat hat sodann mit Beschluss vom 23. Juni 1911 (A. S. n. F. XXVII, 284) die nacbgenannten Bestimmungen der P o s t o r d n u n g (A. S. n. F! XXVI, 1125) abgeändert und ergänzt: Art. 61, Ziff. 2, Art. 112, Ziff. 3, Art. 144, Art. 146, neue Ziffer 4, Art. 147, Ziff. 2, neuer Art. 149bU, Art. 152, Ziff. l, Art. 153, Ziff. 3, Art. 155, Ziff?l und Art. 223, Ziff. 2. Diese Änderungen und Ergänzungen betreffen : a. Die Frist für die Berechnung der Lagergebühr für Reisegepäck, die in dem Sinne erweitert worden ist, dass die Gebühr erst zu beziehen ist, wenn die Abholung am Ankunftstage oder innert den darauffolgenden 24 Stunden nicht stattfindet, statt innert den nächsten 24 Stunden (Art. 61, Ziff. 2).

533

6. Die Verlängerung der Einlösungsfrist von 7 auf 14 Tage ist auf sämtliche Nachnahmen, statt nur auf Briefpostnachnahmen, anwendbar bezeichnet worden (Art. 112, Zif'f. 3).

c. Durch eine neue Bestimmung ist das Postdepartement er.mächtigt worden, im Sinne einer Ausnahme Behörden und Amtsstellen zu gestatten, an Privatpersonen besondere Briefumschläge .abzugeben zur Ermöglichung der portofreien Beförderung von Mitteilungen im Dienste der amtlichen Statistik an diese Behörden und Amtsstellen. Daran ist die Bedingung geknüpft, dass die Briefumschläge mit der gedruckten Aufschrift ,,Amtlich"1 und der Angabe des Inhalts, z. B. ,,Volkszählung", ,,Morbiditätsstatistika, ,,Handelsstatistik" versehen seien und ferner, dass auf dem Umschlag die Bezeichnung der empfangenden Behörde oder Amtsstelle mit Vordruck anzubringen sei, z. B. : ,,Eidgenössisches Statistisches Bureau, Bern11 (Art. 144, neuer Absatz).

d. Durch eine neue Bestimmung ist den von Bundes-, KantonsBezirks-, Kreis- und Gemeindebehörden eingesetzten ständigen Sachverständigen und Kommissären die Portofreiheit im gleichen Umfange wie diesen Behörden selbst eingeräumt worden. Den nur vorübergehend von Behörden eingesetzten Sachverständigen und Kommissären ist dagegen die Portofreiheit nur zugestanden im Verkehr mit den Behörden, denen sie Rechenschaft schuldig sind (Art. 146, neue Ziffer 4).

e. Eine neue Bestimmung sieht vor, dass Korrespondenzen portofrei befördert werden können, die in Sachen des gesetzlich organisierten Schiesswesens zwischen den Schiessvereinsvorständen einerseits und den den Schiessvereinen direkt vorgesetzten Mitgliedern der Schiesskommissionen, sowie den Schiessoffizieren und den kantonalen und eidgenössischen Behörden anderseits ausgewechselt werden (Art. 147, Ziffer 2, neuer Absatz).

f. Durch einen neuen Artikel (149bis) ist bestimmt worden, dass die Konkursämter im gleichen Sinne wie die Betreibungsämter Portofreiheit geniessen für die Korrespondenz, die sie in Amtssachen mit den Oberbehörden auswechseln.

g. Unter die Unternehmungen und Anstalten öffentlichen Charakters, deren Hauptzweck ökonomischer Natur ist, oder die einen Gewinn anstreben und die die Portofreiheit nicht beanspruchen können, sind neu eingereiht worden, die ,,Zeichnungsämter für die Einsetzung der Metallmarken bei Zuchtkälberntt (Art. 152, Ziffer 1).

534

li. Unter Art. 153, Ziffer 3, sind die als portopflichtig bezeichneten Postsendungen betreffend ,,Brandversicherungen" gestrichenworden, weil diese nach Art. 152, Ziff. l, der Postordnung überhaupt vom Genüsse der Portofreiheit ausgeschlossen sind.

i. Durch neue lit. f und g zu Art. 155, Ziffer l, ist das Gewicht der portofreien Sendungen für Mappen mit statistischem Material, die von Zollämtern mit der Abteilung Handelsstatistik der Oberzolldirektion ausgewechselt werden, sowie für Sendungen der genannten Abteilung der Oberzolldirektion, enthaltend handelsstatistische Publikationen (Jahresbände) an amtliche Adressen auf 5 kg und für leere Geldkisten von der eidgenössischen Staatskasse an die Kreispostkassen auf 20 kg ausgedehnt worden.

Je. Art. 223, Ziff. 2, ist dahin geändert worden, dass die Wahlbehörde, statt der Bundesrat auf Antrag des Departementsvorstehers, in bezug auf Übernahme von Verwaltungsstellen durch eidgenössische Beamte oder Angestellte Ausnahmen in solchen Fällen gestatten kann, wo es sich um lokale Bestrebungen von vorwiegend gemeinnütziger Art handelt.

  1. Mit-Beschluss vom 10. November 1911. hat der Bundesrat ferner bewilligt, dass die p o r t o f r e i e n S e n d u n g e n der k a n t o n a l e n B e h ö r d e n , enthaltend die an die Zivilstandsämter abzugebenden Register und Formulare bis 20 kg wiegen können und dementsprechend Art. 155, Ziffer l, der Postordnung (A. S. n. F. XXVJ, 1125) durch Beifügung einer neuen lit. h ergänzt (A. S. n. F. XXVII, 973).
  2. Seit dem Inkrafttreten des neuen Postgesetzes und der neuen Postordnung (1. Januar 1911) und den dadurch eingetretenen Verschiebungen in den Wahlkompetenzen des Bundesrates, des Postdepartementes und der Oberpostdirektion (siehe Geschäftsbericht von 1910, Abschnitt III, Inland, Ziffer l, Geschäftsentlastung des Bundesrates) ist angeordnet worden, dass die W a h l e n ?

betreffend die Beamten des Postverwaltungsdienstes und der Postbureaux I. und II. Klasse, sowie der Posthalter und der Postablagehalter durch die postamtlichen Verfügungen zur Kenntnis des Postpersonals gebracht werden. Die vom Bundesrat gewählten Beamten werden wie bis anhin im schweizerischen Bundesblatte veröffentlicht.

3. Wie im Geschäftsbericht von 1910 (Abschnitt III, Inland, Ziffer 14) mitgeteilt worden ist, ist die Postverwaltung in der Frage der V e r t r a u e n s ä r z t e mit der schweizerischen Ärztekommission in Verbindung getreten.

535 Die Verhandlungen haben zur Feststellung eines einheitlichen Anstellungsvertrages für Vertrauensärzte der Post Verwaltung, sowie der Entschädigungssätze an diese Ärzte geführt, wodurch eine allseitig befriedigende Lösung dieser Angelegenheit ermöglicht wurde.

4. Zum Zwecke tunlichster Vereinfachung und Verbesserung des Betriebsdienstes der Post Verwaltung und um dem Postpersonal seine Mitwirkung hierzu in ausgedehntem Masse zu ermöglichen, hat die Oberpostdirektion im Einverständnis mit dem Postdepartement die Schaffung einer F a c h k o m m i s s i o n ( P o s t k o m m i s s i o n ) (s. auch Abschnitt II, Ziff. 6 hiervor) beschlossen. Diese Kommission ist ausser dem Oberpostdirektor als Vorsitzenden bestellt worden aus: 4 Beamten der Oberpostdirektion, 3 gradierten Beamten des Betriebsdienstes, l Posthalter, l Betriebsbeamten vorn Verbände schweizerischer Postbeamter und l Postangestellten vom Verbände eidgenössischer Post-, Telegraphenund Zollangestellter.

Die Aufgabe der Kommission besteht darin, sowohl vo» sich aus Verbesserungen oder Vereinfachungen im Betriebsdienst in Vorschlag zu bringen, als auch die nach dieser Richtung aus den Kreisen des Publikums oder des Postpersonals eingehenden Anregungen und Vorschläge zu prüfen und der Oberpostdirektion darüber Bericht und Antrag einzureichen. Im Berichtsjahr ist die Kommission zu zwei Sitzungen einberufen worden. Die erste Sitzung hat am 30. Mai und die zweite Sitzung am 19.--22. September stattgefunden. Für die erste Sitzung lagen 23 und für die zweite 37 Verhandlungsgegenstände vor. Ausser den im Abschnitt II, Ziff. 6, bereits erwähnten Geschäften heben wir die nachstehenden für die Allgemeinheit Interesse bietendon Geschäfte hervor : a. Aufhebung der Abstempelung der gewöhnlichen Briefe durch die Ankunftspoststellen ; b. Ergänzung des Postanweisungsformulars durch einen Quit-tungsabschnitt.

Die Postkommission hat diesfalls Anträge an die Oberpostdirektion gestellt. Diese wird in der Sache die weiter geeigneten Anordnungen treffen.

5. Auf Grund von Art. 7 des Bundesgesetzes betreffend dasschweizerische Postwesen (A. S. n. F. XXVI, 1015) hat der Bundesrat mit Beschluss vom 13. Januar 1911 den p r i v a t e n

:536 ' E i l b o t e n - I n s t i t u t e n und den D i e n s t m ä n n e r n ausnahmsweise gestattet, sich mit der Vertragung von verschlossenen Briefen, Postkarten und verschlossenen Sendungen bis zum Gewicht von 5 kg im Ortsverkehr zu befassen, sofern diese Beschäftigung nicht ihr Hauptgewerbe, sondern nur einen untergeordneten Bestandteil ihres Geschäftskreises bildet. Dabei hat sich der Bundesrat jedoch ausdrücklich das Recht vorbehalten, diese Ausnahmebestimmung jederzeit aufzuheben, falls die Postverwaltung sich später veranlasst sehen sollte, ihren Expressdienst .zu erweitern.

6. In weiterer Ausführung der Verordnung betreffend die Beziehungen der schweizerischen Post- und Telegraphenverwaltung zur eidgenössischen F i n a n z ver w a l t u n g und zur schweiz e r i s c h e n N a t i o n a l b a n k , vom 10. April 1909 (siehe Geschäftsbericht 1910, Abschnitt III, Inland, Ziffer 15), und um ein höheres Zinserträgnis herbeizuführen, ist. auf Ende 1911 angeordnet worden, eine Anzahl Poststellen für die Ablieferung von verfügbaren Geldern und für Geldbezüge, statt mit der Kreispostkasse, mit solchen näher gelegenen Poststellen in Verbindung zu ·setzen, die unmittelbar mit Nationalbankstellen im Verkehr stehen.

7. Die auf 1. Januar 1911 eingeführte s a m t h a f t e F r a n k a t u r der Drucksachen und Warenmuster, die nach dorn Innern der Schweiz bestimmt sind (siehe Geschäftsbericht 1910, III, Inland, 4), hat beim Publikum guten Anklang gefunden und wird .namentlich von den Geschäftsleuten sehr geschätzt.

Dementsprechend ist von dieser Einrichtung ein ausgedehnter -Gebrauch gemacht worden. Im Berichtsjahr erfolgte die Frankatur von 25,773,189 Sendungen auf diese Weise, deren Taxen einen Gesamtbetrag von Fr. 614,854. 44 erreichten.

8. Auf den 1. Juli 1911 ist eine neue T a x m a r k e zum Taxwerte von 30 Ct. herausgegeben worden, deren Bild das nämliche ist, wie das der auf 1. September 1910 erstellten Neuausgabe der Taxmarken (siehe Geschäftsbericht von 1910, Abschnitt III, Inland, Ziffer 8). Diese neue Taxmarke ist namentlich für die grössern Poststellen mit bedeutenderem Briefverkehr nach dem Ausland bestimmt.

9. Bei der samthaften Frankatur von Drucksachen (siehe Geschäftsbericht von 1910, III, Inland, 4 und Ziffer 7 hiervor), werden eine grosse Zahl von Marken, namentlich der höhern Taxwerte, verwendet und verbleiben, auf Formulare aufgeklebt,

E37 im Besitze der Postverwaltung. Das gleiche ist der Fall in bezug auf die politischen Zeitungen vom Ausland, die auf andere Weise als mit der Briefpost in die Schweiz eingeführt werden und der schweizerischen Drucksachentaxe unterliegen (siehe Postgesetz Art. 25, letzter Absatz). Es erschien geboten, diese a b g e s t e m p e l t e n M a r k e n , anstatt sie zerstören zu lassen, wie dies bisher geschah, zu verwerten d u r c h V e r k a u f an M a r k e n s a m m l e r . Damit liess sich zugleich der Zweck verbinden, das -dadurch zu erzielende ganz zufällige Erträgnis dem gemeinnützigen Unternehmen des freiwilligen Hillfskassenfonds des eidgenössischen -Personales für Errichtung einer Alters-, Invaliden-, Witwen- und Waisenkasse als Beitrag zuzuwenden.

Der Bundesrat erteilte in diesem Sinne der Oberpostdirektion entsprechende Ermächtigung. Der seit dem Monat Juni 1911 begonnene Verkauf dieser Marken hat bis Ende des Jahre einen Betrag von Fr. 2072. 55 ergeben. Das Erträgnis wird auf eine besondere Postcheckrechnung angelegt und zu gegebener Zeit dem genannten Hillfskassenfonds zur Verfügung gestellt werden.

10. Im Auftrage des Bundesfeierkomitees sind auch im Berichtsjahr auf den 1. August B u n d e s f e i e r p o s t k a r t e n herausgegeben worden, deren Verkauf zum Preise von 20 Ct. das Stück von den schweizerischen Poststellen während der Zeit vom 1.--31. August besorgt wurde. Von diesen Karten sind 271,924 Stück abgesetzt worden, d. h. 35,384 Stück weniger als im Vorjahr. Der damit erzielte Reinertrag von zirka Fr. 21,000 wurde dieses Jahr zu gleichen Teilen den beiden schweizerischen Vereinen für Versorgung von schwachsinnigen Blinden und für Krüppelfürsorge zugewendet. Ferner fiel dem Verband schweizerischer Postbeamter entsprechend dem Vertrag mit dem Bundesfeierkomitee für einen im Einverständnis mit der Oberpostdirektion zu bestimmenden gemeinnützigen Zweck 10 °/o vom Bruttoertrag, d. h. ein Betrag von Fr. 5438. 48 zu.

11. Die Postverwaltung hat im Berichtsjahr einen Vertrag -abgeschlossen betreffend die V e r m i e t u n g der P u l t p l ä t z e in den Schalterhallen der Poststellen und der Innenseiten der Schutzdecke der nächstens herauszugebenden Postkartenblocks zu .Reklamezwecken.

Die genannten Postkartenblocks sind so gedacht, dass je 10 IPostkarten zusammengeheftet und mit einem Umschlag versehen ·werden. Die Karten werden seitlich zum einzelnen Lostrennen aus dem Block perforiert werden. Vorderhand ist beabsichtigt,

538 nur Postkarten zu 5 Ct. in Blocks herauszugeben. Der Verkauf eines Blockes von 10 Karten wird zu 50 Ct., also zum Nennwert der Karten erfolgen.

12. Zur Bequemlichkeit des Publikums und auch zum Zwecke den Schalterdienst der Poststellen bei grossem Andränge einigermassen zu entlasten, beabsichtigt die Postverwaltung in den Schalterhallen der Postgebäude der grössern Städte A u t o m a t e n für den W e r t z e i c h e n v e r k a u f aufstellen zu lassen. Im Laufe des Berichtsjahres sind mit solchen Automaten Versuche vorgenommen worden und diese werden zurzeit noch fortgesetzt.

Voraussichtlich wird das Ergebnis der Versuche nächster Zeit dio Anschaffung solcher Automaten gestatten. Im Voranschlag filr 1912 ist ein entsprechender Kredit hierfür vorgesehen.

13. Die Zahl der bei den grössern Poststellen in den Städten aufgegebenen ßriefpostgcgenstände nimmt fortwährend zu und ist derart, dass es wünschbar erscheint, die für deren Abstempelung erforderliche Zeit nach Möglichkeit beschränken und dadurch eine Beschleunigung in der Abfertigung erreichen zu können. Dieses Mittel ist damit geboten, dass anstatt der Abstempelung mit Handstempeln, S t e r n pe l m a s c h i n e n verwendet würden. Die Postverwaltung hat deshalb im Berichtsjahre Versuche mit Stempelmaschinen gemacht und setzt diese, da verschiedene Angebote vorliegen, dermalen noch fort. Wahrscheinlich wird sie in nächster Zeit in der Lage sein, einige der wichtigsten Bureaux mit solchen Stempelmaschinen ausrüsten zu können.

14. Die gemäss den neuen Vorschriften über die P o s t s ä c k e (siehe Geschäftsbericht von 1910, Abschnitt III, Inland, Ziffer 3, lit. /".) vorgesehene veränderte und bedeutend vereinfachte Führung des Sackinventars ist auf 1. Januar 1911 durchgeführt worden.

Ferner ist im Berichtsjahre bei sämtlichen Bahnpostkursen das System der Sackflaggen (Herkunfts- und Bestimmungsbezeichnung der Säcke auf abnehmbaren Lederflaggen, statt auf den Säcken selbst) eingeführt worden. Die damit gemachten Erfahrungen haben befriedigt. Die Durchführung dieser Neuerung beim Verkehr der Poststellen unter sich wird im Jahr 1912 erfolgen.

15. Im Laufe des Berichtsjahies sind die erforderlichen Anordnungen zur B e r e i n i g u n g der G r u n d bii e h e r , die wegen des Inkrafttretens des neuen Zivilgesetzbuches nötig ist, für die der Postverwaltung gehörenden Liegenschaften getroffen worden.

Insoweit dies möglich war, sind diese Bereinigungen durchgeführt

539

worden. In der grössern Zahl der Fälle wird dies erst im Verlaufe des Jahres 1912 geschehen können.

Die geeigneten Vorkehren zur Wahrung der Interessen des Bundes sind allseitig eingeleitet.

16. Im Jahre 1910 hat der Zentralvorstand des Verbandes schweizerischer Postbeamter um die periodische Auslieferung der Arztzeugnisse zur Erstellung einer K r a n k h e i t s - und Sterbl i c h k e i t s s t a t i s t i k des P o s t p e r s o n a l s ersucht. Die Nützlichkeit einer solchen Statistik ist im Hinblick auf die in Aussicht stehende Schaffung einer Alters-, Invaliden-, Witwen- und Waisenkasse für das eidgenössische Personal unbestritten. Da sich die Arztzeugnisse aber häufig über die intimsten körperlichen und geistigen Zustände der mit Namen genannten Kranken verbreiten, so konnte sich die Postverwaltung nicht zur Auslieferung der Arztzeugnisse verstehen. Sie hat daher, nach Rücksprache mit dem eidgenössischen Versicherungsamt, die Erstellung einer solchen Statistik selbst an die Hand genommen.

Die Statistik erstreckt sich auf das fest angestellte Personal ·der Oberpostdirektion, der Kreisverwaltungen, der Postbureaux I. und II. Klasse, ferner auf die Postkondukteure, Postaspiranten und Postlehrlinge, sowie auf die Beamten und Angestellten der wichtigern schweizerischen Postagenturen im Ausland.

Im Berichtsjahre entfielen auf 9716 männliche Beamte und Angestellte 5513 Krankheitsfälle mit 102,213 Krankheitstagen, auf 109 weibliche Beamte und Angestellte 72 Krankheitsfälle mit 3373l/a Krankheitstagen. Im Durchschnitt trifft es auf 100 Beamte und Angestellte 56,84 Krankheitsfälle, worunter allerdings viele leichte Erkrankungen, die jeweilen nur eine Dienstabwesenheit von l--2 Tagen verursachten. Die Beilage V gibt Aufschluss über die Krankheitsformen und das Alter der Erkrankten.

Gestorben sind von 9716 männlichen Beamten und Angestellten 71 oder 0,7s°/o, von 109 weiblichen Beamten und Angestellten 3 oder 2,75 °/oDie T o d e s u r s a c h e n und das Alter der Gestorbenen sind .aus der Beilage VI ersichtlich.

17. Am I.Januar des Berichtsjahres ist die neue bundesrätliche ,,Verordnung betreffend die S c h i f f a h r t konzessionierter Unternehmungen auf schweizerischen Gewässern"1 in Kraft getreten.

Die den Postdienst betreffenden Bestimmungen der neuen Verordnung haben für die Postverwaltung nicht unwesentliche Mehr-

Beilage V.

Zu Seite 539.

Zahl der Erkranlixing-en nach Kranklieitsformeii und dem .AJLter der Erkrankten.

(Beobachtet wurden 9716 männliche und 109 vreibliche Beamte und Angestellte.)

Im Jahre L911 entfielen auf das Personal Erkrankungen

Krankheiten

; und zwar auf die Altersstufen von Jahren i

Insgesamt

über 17--20 über 20--25 über 25--30 über 30-35 über 35--40 über 40--45 über 45--50 über 50--55 über 55--60 über 60--65

männlieb veltlM nUleb weiblich männlleh »tollet mtallet »tollet männlich veltlleh männlisli d e r Lunge u n d Atmungsorgane . . . . 1241 d e s Herzens u n d d e r Blutgefässe . . . . 114 106 des Gehirns 799 71 d e r Geschlechts- u n d Harnorgane . . . .

639 139 Blutkrankheiten -IQ Altersschwäche 514 Unglücksfälle .

Übriffe Krankheiten . · · 1877

18 2 7 3 1 7 3

44 2 6 44 4 27 10


227 16 26 144 9 105 26


205 12 12 176 10 127 24


206 7 9 143 16 118 22

159 16 15 1 96 9 -- 88 -- 13

104 324

249 967 Zahl der Krankheitsfälle beim männl. Personal 5513 -- -- 72 Zahl der Krankheitsfälle beim weibl. Personal 249 967 5585 Total d e r Krankheitsfälle . . .

. . .

3004 14,03672 105,586 V« Total der Krankheitstage

994

3 26

16 96


1006 1006

91 323

1 77 -- 237

2 -- 1 -- --

130 11 11 64 3

--

63

1679

-- 4

15

4 -- 1 -- 1 1

7

916 14,73372

717 13,34l1/«

1485

1107 4

1489

il 1^7

-- 3

535

710 2

4

3

1883

88 305 914

-- 994 14,222

1675

1880 --


über 70 --75

über 75--80

über 80

weiblieb ülieli veltllet männlich veitliet mfmnlieb veibliet ffilinolleh sciglieli ciilnolieli ffeidlieli männlich wiblieli niännlifh niblieh Diinnlitli veiblleli männlich eiblieli 89 7 11 39 6 37 12

2 1 2 -- i 2

61 10 7 32 3 23 4

5 1 2 2 -- 3 1

0


Beobachtetes männliches Personal . . . .

Beobachtetes 'weibliches Personal . . . .

Total des beobachteten Personals . . . .


über 65--70

15 1122

1 5

377

10 545 10,360Ys 822 !

32 144

843

1 7

260

14 391 10,123 619

21

25 95

4 -- -- -- -- 1 -- 4

215

22 282 7636 409

17 636

53 15 2 33 1 24 3 l 19 64

1 -- 1 _..

-- 1

-- -- --· 1

3 4 27

11 3

--

3 2


,,

0

2

2 9

2 -- 1 -- 1

--

--

--


1 -- 1

-- --.




12

32 90

4

--

--

12 601

2 36 1

10 --

32


2

--

2

7

1

33 1468

88

196

Q

33

81 3811

172 6673

203

2

5

3

8 394

_

76

169

224 5540V2

17 6 1 7 5 6

1

9

386

28 437

37 9 6 16 3 19 9 4 14 52

--

10

-- 1

Beilage VI.

Zu Seite 539.

Za.nl der Rsteroefalle nacli 'JL'odesw.räsaelieii und c.em .A-lter der Oestorbenen.

(Beobachtet wurden 9716 männliche und 109 weibliche Beante und Angestellte.)

,

Todesursachen

Im Jahre i.911 sind gestorben und zwar in einem Alter von Jahren

insgesamt über 1 7--20 über 2 0--25 über 2 5--30 über iÎO-- 35 über £ 5--40 über *10--45 über t-15--50 über «)0-- 55 über ,55-- 60 übel- 50--65 über 35--70 über 'ro-- 75 über 'Î6--80

übe r 80

männlich weiblich männlich weiblich männlich weiblich männlich weiblich männlich weiblich männlich weihlich männlich weitlich männlich weihlich männlich weiblich männlich weihlich männlich weihlich männlich weiblich lännlioh weihlich männlich weihlich männlich weihlich Krankheiten der Lunge und Atroungsorgane des Herzens u n d d e r Blutgefässe . . . .

des Gehirns .

der Verdauungsorgane d e r Geschlechts- u n d Harnorgane . . . .

TTn o-l iì olrafö 1 1 P

Zahl der Todesfälle beim männlichen Personal Zahl der Todesfälle beim weiblichen Personal Total der Todesfälle Beobachtetes männliches Personal . . . .

Beobachtetes weibliches Personal . . . .

Total d e s beobachteten Personals . . . .

25 14 7 10 2 1 1 1 3 4 3

1 2

2

4 1

-- 1 1

1

3

--

--

--

1

1 1 1 1

--

4 2

2

--

1

1 1

--

2 4 3

1

1

1

1 1

1

3 5 1 2 -i

--

--

--

-- 2


1

--

1

--

--

--

--

--

--

1

--

--

--

1 --

--

4

8

5

--

1

9

4

4i i t- ' '

--

--

1

1

4

1006

1880

8 1675 3

1006

1883

1122

Ç19

21 843

1 636

409 437

--

--

-- 1

6

2

6

2

196

88 7

203

--

--

--

1 --

--

32

10

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32

10

1

2

90

--

--

1

1

8 394

-i -i i 1 1

13

386

28

17

--

12

11

3

;7

822

15

4

1489

9

1107

1485 4

1679

4

5


--

1

--

1

1

10

1

2

-- 1

3

6

3

--

2

1

t

71 74

1

540

ausgaben im Gefolge, weil den Schiffahrtsunternehmungen für die Einrichtung, Beleuchtung, Reinigung, Heizung und den Unterhalt der Schiffpostbureaux, sowie für die Beförderung der Postangestellten und der Postsendungen unter gewissen Voraussetzungen höhere Entschädigungen vergütet werden müssen, als bisanhin.

18. Neue Verträge betreffend die Beziehungen zum Postdienstesind im Berichtsjahre mit den N e b e n b a h n e n LauterbrunnenMürren, Blonay-Pléiades, Lugano-Dino, Lugano-Sari Salvatore, Bodensee-Toggenburg, Jungfraubahn, Greyerzerbahnen, MartignyOrsières und Sierre-Montana abgeschlossen worden. Mit 15 anderen Nebenbahnen mussten Nachtrüge zu den bestehenden Verträgen vereinbart werden. Weitere Vertragsunterhandlungen sind, im Gange mit den Nebenbahnen Wil-Konstanz, Lugano-Pontetresa, Sursee-Triengen, Yverdon-Ste-Croix, Stansstad Engelberg, Traverstalbahn, Tramelan-Ta vannes, Waldenburgerbahn, AppenzellerStrassenbahnen, Ramsei-Huttwil, Greyerzerbahnen, MontreuxBerneroberland, Lenk-Zweisimmen und Locarno-Bignasco.

19. Im Laufe des Monats Juli 1911 ist von der Oberpostdirektion ein O r t s l e x i k o n der E r d e herausgegeben worden,, das den Poststellen als Hülfsmittel zu dienen hat. Die Erstellung dieses Lexikons war notwendig, weil im Buchhandel kein derartiges, für den Dienstgebrauch geeignetes Werk erhältlich war.

Das Lexikon enthält zirka 150,000 Ortsnamen mit den für die Bestimmung von deren Lage erforderlichen nähern Bezeichnungen über die geographische und politische Zugehörigkeit. Das Werk wird den Poststellen nützliche Dienste leisten. Soweit der Vorrat hierzu ausreicht, wird das Lexikon auch dem Publikum zum Erstellungskostenpreise von Fr. 7 abgegeben.

20. Im Berichtsjahre sind ferner u. a. folgende Erlasse veröffentlicht worden : a. die G e s c h ä f t s o r d n u n g für die P o s t k o m m i s s i o n ; .

b. die Verordnung betreffend die S c h i f f a h r t k o n z e s s i o n i e r t e r U n t e r n e h m u n g e n auf schweizerischen Gewässern, insoweit diese sich auf den Postdienst bezieht, (siehe auch Ziffer 17 hiervor); c. eine Neuausgabe des Abschnittes ,, P o r t o f r e i h e i t " der Betriebsanleitung, enthaltend eine systematische Darstellung der ganzen Portofreiheitsfrage, mit Berücksichtigung der wichtigsten Spezialentscheide allgemeiner Natur;

54t d. eine Neuausgabe der Anleitung für die Erstellung der Ver k e h r s s t a t i s t i k der schweizerischen Postverwaltung; e. eine Neuausgabe der I n s t r u k t i o n für die P o s t p f e r d h a l t e r (siebe auch Abschnitt VII, Ziffer 2 hiernach) ; f. eine Neuausgabe der I n s t r u k t i o n für die im schweizerischen Postdienst verwendeten P o s t i l l o n e (siehe auch Abschnitt VII, Ziiìer 2 hiernach); g. A u s f ü h r u n g s b e s t i m m u n g e n zu den Instruktionenfür die P o s t p f e r d h a l t e r und die P o s t i l l o n e .

Ausland.

\. Unterm 4./ll. Dezember 1911 ist zwischen den schweizerischen Post- und Telegraphenverwaltungen und der deutschatlantischen Telcgraphengesellschaft in Cöln ein Übereinkommen abgeschlossen worden betreffend den Austausch telegraphischer A n w e i s u n g e n zwischen der Schweiz und den Ver e i n i g t e n S t a a t e n von A m e r i k a und K a n a d a , mit Inkrafttreten auf 1. Januar 1912. Der Höchstbetrag einer Anweisung ist auf 200 Dollars angesetzt. Der Austausch wird auf schweizerischer Seite durch die Post und auf amerikanischer Seite durch diedeutsch-atlantisehe Telcgraphengesellschaft, unter Mitwirkung von amerikanischen Telegraphengesellschaften vermittelt.

2. Unterm 9. Dezember 1910 hat die britische Gesandtschaft den Beitritt auf 1. März 1911 der Kolonien von BritischO s t - A f r i k a und U g a n d a zum internationalen Übereinkommen betreffend den Austausch von Briefen und Schachteln mit Wertangabe erklärt, mit dem Beifügen, dass die Beteiligung sich auf den Austausch von Wertbriefen beschränken werde.

3. Mit Noten vom 21. Juli und 28. August britische Gesandtschaft den Beitritt der britischen der Gilbert- und Ellice-Inseln und der I n s e l n zum Weltpustvertrag auf 1. Oktober 1911

1911 hat die Schutzgebiete Salomonserklärt.

4. Infolge eines zwischen Deutschland und Brasilien abgechlossenen Postpaket-Abkommens, dessen Mitbenützung auch der Schweiz eingeräumt wurde, können vom 1. Dezember 1911 an.

Poststücke nach den bedeutendsten Städten B r a s i l i e n s bis zum.

Gewichte von 5 kg, statt wie bisher nur bis 3 kg, zur Beförderung angenommen werden.

-542 5. Mit Noten vom 8. Mai und 8. Juli 1911 hat das Staatssekretariat der R e p u b l i k K u b a im Namen seiner Regierung den Beitritt dieses Landes zum internationalen Vertrag betreffend die Auswechslung von Poststilcken erklärt. Hiervon ist den Regierungen der an diesem Vertrag teilnehmenden Länder Mitteilung gemacht worden.

6. Der italienisch-türkische Krieg hat im Berichtsjahre die zeitweise Einstellung des P o s t s t ü c k v e r k e h r s nach T r i p o l i s (Afrika) und die gänzliche Einstellung dieses Verkehrs nach der T ü r k e i mit der Leitung über Italien zur Folge gehabt.

7. Um eine Rücksendung nach Basel von zur Verzollung zu stellenden P a k e t e n aus D e u t s c h l a n d , die dort infolge des neuen Ü b e r g a b s v e r f a h r e n s (siehe Geschäftsberichte von 1909, Abschnitt III, Ausland, Ziffer 5, und von 1910, Abschnitt III, Ausland, Ziffer 1) durchgelassen werden, zu vermeiden, ist mit der Zollverwaltung vereinbart worden, dass diese Pakete vom 1. November 1911 an zum gedachten Zwecke mit Transitschein an das dem Bestimmungsorte zunächst gelegene Zollamt zur Zollabfertigung zuzuweisen seien. Dadurch wird eine grössere Ver.zügerung in der Auslieferung dieser Pakete aa die Empfänger vermieden.

8. Zwischen der griechischen Postverwaltung und der schweizerischen Oberpostdirektion bestehen wegen der an die Schweiz ·zu leistenden Vergütung der auf Grund der transitstatistischen Ermittlungen vom Monat November 1907 zu bezahlenden Transitkosten Meinungsverschiedenheiten, die auf Verlangen Griechenlands, gemäss Art. 23 des Weltpostvertrags (A. S. n. F. XXIII, 409) durch ein S c h i e d s g e r i c h t ausgetragen werden sollen.

Die Vertretung der Schweiz in dieser Streitfrage hat in verdankenswerter Weise die österreichische Postverwaltung übernommen. Griechenland hat dazu Grossbritannien gewählt.

9. Der Bericht des i n t e r n a t i o n a l e n B u r e a u s des W e l t p o s t v e r e i n s für 1911 liegt bei der Oberpostdirektion zur Einsichtnahme durch die Mitglieder der Bundesversammlung bereit. Wir entnehmen ihm folgendes : Die ordentlichen Verwaltungsausgaben betragen: Fr. 113,065. 46 gegenüber Fr. 120,436. 54 im Jahre 1910.

Der Beitrag der Schweiz an die Kosten des internationalen Postbureaus beläuft sich für 1911 auf Fr. 2430.

543

IT. Personal und Besoldungen.

Poststellen.

  1. Die Gesamtzahl der Postbureaux belief sich Ende 1911 auf 1957.

Die Zahl der Bureaux I. Klasse ist von 11 auf 24 gestiegen. Diese umfasst ausser den am Sitze der Kreispostdirektionen befindlichen Hauptpostbureaux, die Bureaux Biel, La Chaux-de-Fonds, Chiasso, Freiburg, Locle, Lugano, Ölten, Pruntrut, Romanshorn, Schaffhausen, Solothurn, Vevey und Winterthur. Durch Versetzung dieser Bureaux in die I. Klasse ist die Zahl der Bureaux II. Klasse um 13 vermindert worden.

Im Berichtsjahre wurde ein neues Filialbureaux geschaffen.

Die Zahl der Postbureaux HI. Klasse wurde um 3 vermehrt.

Die Zahl der Postagenturen im Ausland ist unverändert .geblieben.

Die Gesamtzahl der Poststellen, einschliesslich von 14 Agenturen im Auslande, beträgt 3987, was einer Vermehrung im Berichtsjahre um 35 Stellen entspricht.

2. Die Zahl der Postbureaux, auf die einzelnen Klassen verteilt, beträgt: I. Klasse 24 Filialen 86 I I . Klasse (Bureaux m i t mehreren Beamten) . . . . 2 1 1 III. Klasse (übrige Bureaux) 1636

1957 Von diesen 1957 Postbureaux entfallen 1340 auf die deutsche, 505 auf die französische und 112 auf die italienische Schweiz.

3. Die 2016 Postablagen zerfallen in 1600 rechnungspflichtige und 416 nicht rechnungspflichtige. Alle rechnungspflichtigen Ablagen sind mit dem gesamten inländischen Postanweisungs- und Einzugsmandatdienst, sowie mit dem Checkdienst betraut. Von diesen Ablagen sind überdies 265 auch zum direkten Postanweisungsund Einzugsmandatverkehr mit dem Auslande ermächtigt ; ferner können Einzahlungen nach dem Auslande bei allen rechnungs- und nicht rechnungspflichtigen Ablagen gemacht werden.

Von der Gesamtzahl der 2016 Postablagen befinden sich 1234 in der deutschen, 537 in der französischen und 245 in der italienischen Schweiz.

Bundesblatt 64. Jahrg. Bd. II.

36

544 Personal.

Fest angestelltes Personal.

  1. Die Gesamtzahl des festangestellten Postpersonals belief sich Ende 1911 auf 13,813 Beamte und Angestellte, gegenüber 13,283 im Vorjahre. D,,ieses Personal setzte sich wie folgt zusammen : a. Zentralverwaltung.

Oberpostdirektor l Abteilungschefs, Sektionschefs und Adjunkte 17 Traininspektoren, Materialverwalter und Wertzeichenkontrolleur 5 Sekretäre, Kanzlisten und Gehulfen 37 Revisoren und Gehülfen 56 Angestellte 20 Total 1Ü6 (Ende 1910: 130.)

b. Kreisverwaltungen.

Direktionsbeamte (Kreispostdirektoren, Adjunkte, Kassiere und Kontrolleure) 44 Bureau-, Dienst- und Unterbureauchefs 68 Gehülfen I. Klasse 81 Kommis 173 Angestellte 75 Den Kreisverwaltungen zugeteilte Vorstände der Bureaux I. Klasse 16 Total 457 (Ende 1910: 423.)

c. Betriebsdienst.

Bureaux I. Klasse.

Hauptbureaux (am Sitze der Kreispostdirektionen).

Bureau-, Dienst- und Unterbureauchefs 250 Kommis 1558 Angestellte 2471 Total 4279 (Ende 1910: 4056.)

545

Ü b r i g e B u r e a u x I. Klasse.

Bureau-, Dienst- und Unterbureauchefs Kommis Angestellte Total Bureaux II. Elasse.

Postverwalter, Bureau-, Dienst- und Unterbureauchefs .

Kommis Angestellte Total

51 368 613 1032 239 649 1649 2537

(Ende 1910: 3393.)

Bureaux III. Klasse und Ablagen.

Posthalter Postablagehalter Landbriefträger und Landboten Total

1636 2015 1539 5190

(Ende 1910: 5102.)

Agenturen.

Beamte Angestellte Total

24 15 39

(Ende 1910:

35.)

(Ende 1910:

143 144.)

Kondukteure

2. Bei der Zentralverwaltung sind in Ausführung von Art. 75 des Bundesgesetzes betreffend das schweizerische Postwesen (A. S.

n. F. XXVI, 1015) 7 Sektionschefs- und 6 Adjunktenstellen in Ersetzung der bisherigen 4 Adjunkten-, l Traininspektoren- und von Sekretär- und Revisorenstellen errichtet worden. Die bei der Abteilung Postcheckinspektorat bestandenen Sekretärstellen sind als Revisorenstellen bezeichnet worden. Ferner ist die Zahl der Sekretäre, Revisoren, Kanzlisten und G-ehülfen um 6 vermehrt worden.

Bei den Kreisverwaltungen ist eine Vermehrung um 5 Chefbeamte und l Angestellten und eine Verminderung um 69 Kommis

540

eingetreten; dafür sind 81 Gehülfen I. Klasse hinzugetreten.

Ferner sind 16 Vorstände von Bureaux I. Klasse den Kreisverwaltungen zugeteilt worden.

Im Betriebsdienst hat bei den Hauptbureaux, den übrigen Bureaux I. Klasse und den Bureaux II. Klasse eine PersonalVermehrung um 16 Chef beamte, 183 Kommis und 200 Angestellte stattgefunden. Die Vermehrung der Posthalterstellen beträgt 3.

Die Zahl der Ablagehalterstellen (rechnungspflichtige Postablagen) hat sich um 33 vermehrt. Die Landbriefträger- und Landbotenstellen sind um 52 vermehrt worden. Der Personalbestand der Agenturen im Auslande ist um 4 Angestellte vermehrt worden.

Beim Kondukteurpersonal hat im Berichtsjahre eine Verminderung um l Mann stattgefunden.

Die Gesamtvermehrung des festangestellten Postpersonals beträgt somit 530, gegenüber 262 im Vorjahre.

Die Personalvermehrnng im Berichtsjahre ist eine Folge der Verkehrszunahme, der Dienstverbesserungen aller Art, sowie der Entwicklung des Postcheck- und Girodienstes.

3. Vom gesamten festangestellten Personal der Postverwaltung sind weiblichen Geschlechts: von den 136 Beamten und Angestellten der Oberpostdirektion 0 = 0,oo % ., 382 Beamten der Kreisverwaltungen . 24 = 6,28 % ,, ,, 75 Angestellten der Kreisverwaltungen 0 = 0,oo % ,, ,, 1808 Beamten der Hauptpostbureaux . 25 = l,sd % ,, ,, 2471 Angestellten l ^ 0,0* °/° ., .,, 419 Beamten der übrigen Bureaux I. Klasse .

10 -- 2,30 % .,, .. 613 Angestellten der übrigen Bureaux I. Klasse 0 = 0,0o % ,, ., 888 Beamten der Bureaux II. Klasse . 20 -- 2,26 % ,, ,, 1649 Angestellten der Bureaux II. Klasse 4 = 0,2*% .,, ,, 1636 Beamten der Bureaux 111. Klasse . 573 = 35,02 % ,, ,, 2015 Ablagehaltern 522 = 25,« % ,, ,, 1539 Landbriefträgern und Landboten . 41 = 2,66 % .(, ,, 39 Beamten und Angestellten der Agenturen l = 2,56 % ,, ,, 143 Kondukteuren 0 = 0,oo % 13,813

Total 1221 =

8,8* u/o

im Durchschnitt.

547 4. Nach den drei Nationalsprachen ausgeschieden, ergibt folgendes: Diui- Franstsiher sisiher von den 136 Beamten und Angestellten der Ober- tast taie postdirektion 106 24 .n 382 Beamten der Kreisverwaltungen . 266 91 Tl ., ,, 75 Angestellten derKreisverwaltungen 48 24 ,, ., 1808 Beamten der Hauptpostbureaux . 1285 472 ,, '.n 2471 Angestellten der Hauptpostbureaux 1798 634 ,, 419 Beamten der übrigen Bureaux I.Klasse 186 170 ., ., 613 Angestellten der übrigen Bureaux I. Klasse 302 235 ,, ,, 888 Beamten der Bureaux II. Klasse . 643 218 ., ,, 1649 Angestellten der Bureaux II. Klasse 1224 383 ,, 1636 Beamten der Bureaux III. Klasse .1140 399 fl ,, ,, 2015 Ablagehaltern . . . . . . . 1252 523 '.n '., 1539 Landbriefträgern und Landboten . 1159 351 ,, ,, 39 Beamten und Angestellten der Agenturen 8 13 ,, ,, 1 4 3 Kondukteuren . : . . . . . 1 1 3 27 13,813

sich luiiinlseher im " 6 25 3 51 39 63 76 27 42 «7 240 29 18 B

Total 9530 3564 719

5. Im Bestand des festangestellten Personals kamen im Berichtsjahre folgende Mutationen vor: Beamte Angestellte Total Versetzungen (freiwillige) 222 36 258 Todesfälle 55 82 137*) Freiwillige Rücktritte 67 87 154 Abberufungen (einschliesslich Entlassungen auf Einladung der Verwaltung hin) .

14 42 56 Total

358

247

605

Provisorisches Personal.

  1. Aspiranten und Lehrlinge.

Im Berichtsjahre wurden 253 Lehrlinge aufgenommen, gegenüber 268 im Vorjahre.

*) Die im Abschnitt III, Inland, Ziffer 16, und in Tabelle VI angegebene Zahl der Todesfälle stimmt mit dieser Zahl nicht überein, weil die Krankheits- und Sterblichkeitsstatistik nicht das gesamte Personal umfasst

548

255 Lehrlinge legten die Patentprüfung ab. Davon erhielten 72 die Note l (vorzüglich); 100 die Note 2 (gut); 72 die Note 3 (genügend); 11 konnten nicht patentiert werden.

Total 255 Ende 1911 standen in Verwendung: 707 patentierte Aspiranten (l weiblicher) 258 Lehrlinge (0 weibliche).

Total 965 Aspiranten und Lehrlinge, wovon l weiblicher.

Zur Ausbildung der Postlehrlinge und auch der Postaspiranten hat die Postverwaltung Anordnung getroffen, dass überall da, wo vom Bunde subventionierte Fortbildungsschulen bestehen, diese von den P o s t l e h r l i n g e n und P o s t a s p i r a n t e n , namentlich zum Zwecke der Erweiterung ihrer Sprachkenntnisse, besucht werden. An ändern Orten ist nach Möglichkeit gesucht worden, den Postlehrlingen in anderer Weise und unter Vergütung der Kosten Gelegenheit für Sprachstudien zu verschaffen.

Zur Vorbereitung der Postlehrlinge auf das Fach-(Patent-) examen sind Schlusskurse von je 14tägiger Dauer, womit die Lehrlinge Anleitung über sämtliche Dienstvorschriften erhalten haben, abgehalten worden (siehe auch Geschäftsbericht von 1910, III, Inland, Ziff. 1).

2. GreMlfen und Auslielfer.

Im Jahre 1911 wurden während des ganzen oder eines Teiles des Tages ständig 101 Beamtenaushelfer (Gehülfen) und 598 Angestelltenaushelfer verwendet. Die Zahl des gesamten provisorischen Personals betrug demnach 1664 (965 -f- 101 -f598).

Die Gesamtzahl des festangestellten und des provisorischen Personals betragt 15,477 (13,813 -f 1,664).

Besoldungen und andere Bezüge.

  1. Unterm 6. Oktober 1911 hat der Bundesrat beschlossen, es sei den K o n d u k t e u r e n und den M a n d a t t r ä g e r n , die um eine Erhöhung ihrer Besoldungsmaxima nachgesucht haben, über di«

549

festgesetzten Besoldungsmaxima hinaus vom 1. April 1912 an eine besondere jährliche Zulage zu bewilligen, die für die Kondukteure auf Fr. 100 und für die Mandatträger auf Fr. 150 festgesetzt worden ist. Diese Zulagen sind in der Meinung bewilligt worden, dass sie nicht als bleibende Erhöhungen der Maximalbesoldungen dieser Angestellten zu betrachten seien, und dass sie bei den Kondukteuren eine Ausgleichung gegenüber dem Einkommen der Oberpaket-, Obermandat- und Oberbriefträger und bei den Mandatträgern eine solche gegenüber dem Einkommen der Briefträger bezwecke.

2. Die K o n d u k t e u r e und F a h r b u r e a u d i e n e r haben an die Oberpostdirektion eine Eingabe gerichtet, die bezweckte, dass die Postverwaltung auf ihre Massnahme vom Jahr 1899, wonach für den P o s t d i e n s t auf E i s e n b a h n e n nicht mehr Kondukteure, sondern Bureaudiener verwendet werden, zurückkomme (siehe Geschäftsbericht von 1899, Abschnitt III, Ziffer 4).

Die gedachte Massnahme, die von den eidgenössischen Räten genehmigt worden war, hatte vorwiegend die Fürsorge für das Personal zum Beweggrund. Es war durch die Erfahrung nachgewiesen worden, dass sich die physischen Kräfte eines Mannes ·durch fortwährenden Fahrpostdienst auf Eisenbahnen zu schnell abnutzen und Krankheit und frühzeitige Invalidität zur Folge haben.

Um die Wohltat der Bestimmung, darin bestellend, dass die Beamten ·während eines Kalenderjahres nicht mehr als 180 Tage im Fahrdienst verwendet werden dürfen, auch dem Fahrpersonal der Angestellten zukommen zu lassen, war die vorgenannte Massnahme, die sich seither bewährt hat, getroffen worden. Eine eingehende Prüfung der Angelegenheit hat dargetan, dass ein Zurückkommen auf den frühern Zustand für das Personal weder vom gesundheitlichen, noch vom pekuniären Standpunkt aus von Vorteil und zu empfehlen ist und auch nicht im Interesse der Verwaltung liegt. Die Eingabe wurde deshalb im ablehnenden Sinne beschieden.

3. Die A n g e s t e l l t e n b e i den P o s t b u r e a u x III. Klasse (Landbriefträger) haben an das Postdepartemcnt und an die Oberpostdirektion eine Eingabe um E r h ö h u n g der mit Wirksamkeit vom 1. April 1912 an in der Vollziehungsverordnung zum neuen Postgesetz (Postordnung) festgesetzten neuen B e s o l d u n g s a n satze gerichtet (siehe Geschäftsbericht von 1910, Abschnitt III, Inland, Ziffer l, Besoldungen und andere Bezüge). Das Begehren zielte auf eine Erhöhung der Entschädigung für die Jahresdienststunde im Bestell- und Botendienst um 10 bis 30 Franken und

Beilage IV.

Zu Seite 549.

Gehaltsvergleichungen.

Dezember 1909, 1910 und 1911.

2 i1 «<

È g> = III O CO S S fc U! .0 "O

Durchschnitt | der Jahres- i besoldung 1

Diese Tabelle hat, well sie sich nur auf die Rechnung des Monats Dezember stutzt nur Wert für die Darstellung der prozentualen Zu- oder Abnahme der durchschnittlichen Besoldungen. Die wirklichen Besoldungsausgaben weisen andere Zahlen auf, die der eidgenossischen Staatsrechnung zu entnehmen sind.

126 142 148 350 349 412

Fr.

509,520 567,936 597,372 1,287,788 1,354,288 1,542,360

Fr.

4044 3999 4036 3679 3880 3744

225 933,128 232 4 1,001,996 314 1,335,744

4147 4319 4254

8,64 4,14

4148 4383 4306 2432 2600 2498 2585 2763 2664 1982' 2156 ' 2188' 1144 1251 1311 1972 2150 2094 2677 2841 2870

1,9, 5,66

co e .g « &. ^3 «f

Oberpostdirektion

, . 1909 1910 1911 Kreispostdirektionen . 1909 1910 1911 Postverwalter und Chefs bei den Bureaux I. Klasse 1909 1910 1911 Postverwalter und Chefs bei den Bureaux u. Klasse 1909 1910 1911 Commis bei den Bureaux 1. Klasse 1909 1910 1911 Commis bei den Bureaux II, Klasse 1909 1910 1911

Bureaux III. Klasse

. 1909 1910 1911 Ablagen 1909 1910 1911 Briefträger, Boten etc. 1909 1910 1911 Kondukteure . . . . 1909 1910 1911 1

284 2914 239 1412 1444 4 1962 917 943 653 1651 1658 1640 1965 1982 1904 5967 6099 6378 150 147 133

1,178,028 1,275,388 1,029,144 3,433,844 3,755,460 4,901,196 2,370,372 2,605,428 1,739,400 3,271,836 3,575,136 3,588,156 2,248,848 2,479,056 2,496,984 11,769,480 13,113,408 13,354,092 401,568 417,720 381,660

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e

I ÜJ

II c

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gegenli er dem vorherg< henden Jalue % -- --

% 2,48 1,11

0,92 2,42 5,46 .

--

3,50

1,50

1,76 1,16 6,90

--

3,93

6,47 6,88

3,58 12,61

8,7, 1,48 3,68 9,35 4,79 4,6, 9,02

-- 9,22 6,12 1,02

2,60


--

Dazu kommen noch die Entschädigungen für das Lokal, für Heizung, Beleuchtung, Sonntagsdienst und eventuell das Telegraphen- und Telephoneinkommen.

1 Nicht Inbegriffen die Poststellen, welche nur im Sommer geöffnet sind.

8 Fahrtentschädigungen nicht Inbegriffen.

550 auf eine, allfällige Gleichstellung dieser Angestellten in Orten mit teureren Lebensverhältnissen mit denen der Postbureaux IL Klasse ab. Die in der Postordnung vorgesehenen Verbesserungen der Besoldungsansätze der Angestellten der Postbureaux III. Klasse werden eine jährliche Mehrausgabe von ca. Fr. 350,000 zur Folge haben, wodurch eine wesentliche Besserstellung dieser Angestellten ermöglicht wird. Das neue Begehren würde bei Entsprechung, überschlagsweise eine Mehrausgabe von über einer halben Million Franken verursachen. Es konnte deshalb mit Rücksicht auf die Budgetlage und weil es sonst nicht begründet erschien, nicht berücksichtigt werden.

Bürgschaften.

  1. Im abgelaufenen Jahre hatte das Postpersonal, mit Einschluss der Postpferdhalter, wie folgt Bürgschaft geleistet:

Personalkaution Realkaution Amtsbürgschaftsverein Total

Anzahl

Betrag

253 l 17,886

Fr.

940,000 20,000 53,216,000

18,140

54,176,000

2. Der schweizerische Amtsbürgschaftsverein hatte im Berichtsjahre Verluste im Betrage von Fr. 5727. 18 zu vergüten (1910: Fr. 6408. 11).

3. Der Bestand war folgender:

des Vereins und der Bürgschaftssummen Zahl der Mitglieder auf 1. Januar 1911

1912

BUrgschaftssummen auf 1. Januar 1911

Fr.

Postverwaltung. . .

Telegraphenverwaltung Zollverwaltung . . .

Andere eidgenössische Verwaltungen . .

Schweizerische Nationalbank . . . .

1912

Fr.

17,25817,88651,505,00053,216,000 2,154 2,215 3,736,000 3,839,000 1,460 1,454 3,145,100 3,141,900 100

106

881,500

898,000

137

137

.769,000

743,000

Total . 21,109 21,798 60,036,600 61,837,900

551 4. Gemäss den Statuten vom Jahr 1908 wird von jedem neueintretenden Mitglied eine Eintrittsgebühr von 2 pro mille der auf dasselbe entfallenden Bürgschaftssumme erhoben. Zur Deckung der übernommenen Verbindlichkeiten verfugt der Verein über die Zinsen des Genossenschaftsvermögens und der vorstehend erwähnten Eintrittsgebühr. Im Bedürfnisfalle wird von den Mitgliedern ein proportionaler ausserordentlicher Beitrag erhoben, dessen Höhe die Generalversammlung bestimmt.

Auf Ende 1911 besass der Verein nach dem vorläufigen Rechnungsabschluss ein reines Vermögen von Fr. 276,852. 25 (Ende 1910: Fr. 277,021. 60).

5. Wegen Aufhebung der Bürgschaften der Beamten und Angestellten der schweizerischen Bundesverwaltung siehe Abschnitt II, Ziffer 5 hiervor.

V. Inspektionen.

l. Es wurden folgende Inspektionen vorgenommen : 1911

  1. bei Ortspoststellen: 1. Über die Geschäfts- und Kassenführung 4531 2. Über die Besorgung des Trainmaterials 604 3. Über die Inventarführung 60 b. bei fahrenden Postbureaux (Bahn- und Schiffsposten) 994 c. bei den Kreispostkassen und Kreispostkontrollen 48 Total

6237

1910

4434 531 74 97« jl5 6060

Die Inspektionen wurden vorgenommen: bei den Ortspoststellen, 193 durch Beamte der Oberpostdirektion, 4386 durch Beamte der Kreispostdirektionen; bei den fahrenden Bureaux, 94 durch Beamte der Oberpostdirektion, 900 durch Beamte der Kreispostdirektionen.

2. Die Inspektionen über die Besorgung des Trainmaterials fallen in die Tätigkeit der vier Traininspektoren der Oberpostdirektion.

552

Die Inventarrevisionen (über das Fuhrwesenmaterial und das Mobiliar) werden durch Beamte (Revisoren) der Oberpostdirektion besorgt.

3. Die Inspektionen bei den Ortspoststellen haben folgende Differenzen im Kassaabschluss zu Tage gefördert: 1911 1910 Zahl der Differenzen über Fr. 50 bis 100 . . 250 2B4 ,, ,, ,, ,, ,, 100 ,, 200 . . 126 114 or»n snn v.± 4.1 ., v ^ 500 .'.' 1000 ..

19 8 ,', ., ., .', 1000 ,,' 2000 .

.

2 3 ,, ., -, .; 2000 ., 5000 . . 1 1 f>

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5

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Total

_^ _~

452

401

Schwerere Strafen als welche wir Bussen von Fr. 5 oder darüber, Versetzung in provisorische Anstellung oder Entlassung betrachten, wurden infolge von Wahrnehmungen bei Inspektionen, wegen Ungehörigkeiten, sei es in der Kassafilhrung oder in den übrigen Dienstverrichtungen, verfügt: 1911

1910

Bussen in 32 37 Fällen Versetzung in provisorische Anstellung in . . 2 4 Entlassung in 11 10 ,, Bei 1054 Inspektionen ergab sich eine tadellose Dienstbesorgung. Die Zahl der Inspektionen, deren Befund tadellos war, hat sich gegenüber dem Vorjahre um 50 vermehrt.

Tl. Bauten und Umbauten.

  1. Der Umbau der zum T e l e p h o n g e b ä u d e G e n f ge^ hörenden Bourritschen Liegenschaft (siehe Geschäftsbericht von 1910, Abschnitt VI, Ziffer 1) ist im Berichtsjahr vollendet und die Paketexpedition des Postbureaus 11, Filiale rue du Stand, vom 15. Juni an darin untergebracht worden.

Damit haben sämtliche Abteilungen des genannten Postbureaus in den neuen Lokalen Unterkunft gefunden.

2. Das T r a n s i t p o s t g e b ä u d e i m B a h n h o f L a u s a n n e (siehe Geschäftsbericht 1910, Abschnitt VI, Ziffer 2) hat, nachdem die noch erforderlichen Arbeiten an den elektrischen Auf-

53

äugen, sowie andere kleinere Ergän/ungsarbeiten ausgeführt worden sind, anfangs September des Berichtsjahres vollständig übernommen werden können. Der Mietzins konnte noch nicht endgültig festgesetzt werden, weil die Baurechnungen und ändern Ausgabenbelege noch ausstehen.

3. Die P o s t w a g e n r e m i s e in B e r n , für deren Erstellung der Kredit mit Bundesbeschluss vom 24. Juni 1910 bewilligt worden ist (siehe Geschäftsbericht von 1910, Abschnitt II, Ziffer 6) ist im Berichtsjahr, mit Ausnahme von einigen kleinern Arbeiten, beendigt worden. Deren Bezug musste schon vor der gänzlichen Fertigstellung auf Anfang September erfolgen, weil der Mietvertrag der bisherigen Remise abgelaufen und über diese verfügt worden war.

4. Das neue P o s t - und T e l e g r a p h e n g e b ä u d e in La C b a u x - d e - F o n d s , das von den darin untergebrachten Dienstabteilungen auf Ende des Jahres 1910 bezogen worden ist (siehe Geschäftsbericht von 1910, Abschnitt VI, Ziffer 50 und in dem im Berichtsjahre noch zur Benutzung zu Ausstellungszwecken für die Société des Amis des Arts in La Chaux-de-Fonds ein grosser Saal, sowie die nötigen Nebenräume eingerichtet und gegen billigen Zins zur Verfügung gestellt wurden, ist am 23. September des Berichtsjahrs kollaudiert worden. Über die Verwertung der dermalen in diesem Gebäude weiter verfügbaren Lokale im ersten Stockwerke werden nähere Mitteilungen finden Bericht vom Jahr 1912 vorbehalten.

5. Die Umbauarbeiten im Post-, T e l e g r a p h e n - und T e l e p h o n g e b ä u d e an der F r e i e n Strasse in Basel (siehe Geschäftsbericht von 1910, Abschnitt VI, Ziffer 3) haben, insoweit es den Postdienst betrifft, im Berichtsjahre vollendet werden können.

Die Kollaudation dieser Arbeiten wird im Jahr 1912 erfolgen.

6. Die weitere Verfolgung der Angelegenheit betreffend die Erstellung eines T r a n s i t p o s t g e b ä u d e s im B u n d e s b a h n hof in Basel (siehe Geschäftsbericht von 1910, Abschnitt III, Ausland, Ziffer 1) hat zu einem unterm 26. August 1911 vom Bundesrat auf Antrag des Postdepartementes gefassten Beschlüsse geführt, wonach die Postverwaltung unter Ratifikationsvorbehalt ermächtigt worden ist, mit der Generaldirektion der Bundesbahnen eine Übereinkunft für die Erstellung des genannten Gebäudes zu treffen, für dessen Miete ein jährlicher Zins von Fr. 158,600 zu

554

entrichten sei. Weitere Berechnungen der schweizerischen Bundesbahnen haben nachträglich zur Erhöhung des genannten Mietzinses auf Fr. 193,000 geführt, worin, ausser der Erstellung und Benutzung des Gebäudes, auch Rampen und Geleise für die Beladung und Entladung der Bahnpostwagen Inbegriffen sind. Eine auf dieser Grundlage abgeschlossene Vereinbarung, die ähnlichen, früher mit den Bundesbahnen abgeschlossenen Vereinbarungen entspricht, ist auf Ende des Berichtsjahres vom Postdepartemeate dem Bundesrate zur Ratifikation vorgelegt und von diesem am 5. Januar 1912 genehmigt worden.

7. Die Verhandlungen mit den schweizerischen Bundesbahnen für einen für Postlokale bestimmten Anbau an das Aufnahmsgebäude des B a h n h o f e s L u z e r n (siehe Geschäftsbericht von 1910, VJ, 4) haben noch nicht einem Abschluss entgegengeführt werden können, und zwar weil unvorhergesehenerweise mit den Stadtbehörden von Luzern Schwierigkeiten wegen des für den genannten Zweck ausersehenen ßauterrains aufgetaucht sind, die vorher beigelegt werden müssen.

8. Die vom Transitpostbureau in Zürich im dortigen ßahnhof gegenwärtig benutzten Räumlichkeiten werden in naher Zeit geräumt werden müssen, weil die Bundesbahnen das dadurcli beanspruchte Areal zur Erweiterung der Geleiseanlagen bedürfen.

Ferner erscheint es geboten, den Bestelldienst der Stadt Zürich im Interesse von dessen Beschleunigung vom Hauptpostgebäude nach dem Bahnhofe zu verlegen und damit auch für die übrigen Dienstzweige im Hauptpostgebäude den weiter nötigen Platz zu gewinnen.

Aus diesen Gründen wird es notwendig, im oder beim B a h n h o f in Z ü r i c h ein neues P o s t d i e n s t g e b ä u d e zu erstellen. Durch einen im Berichtsjahre vom Departementsvorsteher veranstalteten Augenschein hat sich die Möglichkeit ergeben, ein solches Gebäude, das auch noch Räume für das Bahnpostbureau, für eine Postaufgabestelle, sowie für den Telegraphen und den Zoll enthalten müsste, an geeigneter Stelle im Bahnhofe Zürich zu errichten. Die Verhandlungen sind diesfalls im Gange.

Sie werden voraussichtlich im Jahre 1912 zu einem Abschlüsse geführt werden können.

9. Das dem P o s t b u r e a u Z ü r i c h s , Filiale Bahnhof, zur Verfügung stehende Lokal im Bahnhof Zürich ist infolge starker Verkehrszunahme zu klein geworden. Es ist deshalb mit den schweizerischen Bundesbahnen dessen Vergrösserang durch

555 Umbau und Hinzunahme von anstossenden, ändern Zwecken dienenden Lokalen vereinbart worden. Der Umbau wird anfangs 1912 erfolgen und der Bezug des erweiterten Teiles des Lokals im Frühjahr 1912 geschehen können.

10. Im Hauptpostgebäude in Z ü r i c h ist zum Zwecke, die bedeutenden B e l e u c h t u n g s k o s t e n zu vermindern, eine Umformerstation mit Akkumulatorenbatterie eingerichtet worden.

Dadurch kann für die Beleuchtung die wesentlich billigere elektrische Kraft für Starkstrom bezogen und in für diesen Zweck entsprechende Energie transformiert werden. Diese Anlage ist auf Anfang 1912 fertig erstellt worden.

11. Mit dem Bau eines neuen P o s t - , T e l e g r a p h e n und T e l e p h o n g e b ä u d e s in St. G a l l e n , für den der erforderliche Kredit durch Bundesbeschluss vom 5. November 1910 (siehe Geschäftsbericht von 1910, Abschnitt II, 8) bewilligt worden ist, ist im Berichtsjahre begonnen worden. Der Bau wird voraussichtlich 2--3 Jahre in Anspruch nehmen.

12. Das n e u e P o s t g e b ä u d e in L u g a n o (siehe Geschäftsbericht von 1909, Abschnitt VI, Ziffer 10) ist im Berichtsjahr nahezu vollendet und auf Ende Januar 1912 bezogen worden.

Vorübergehend war es wegen Raummangels im alten Lokale über die Weihnachts- und Neujahrszeit 1911/12 schon für den Paketbestelldienst benutzt worden.

VII. Kursdienst.

Postwagenkurse.

i. Der P o s t k u r s - und Fuhrwerkdienst hat im Jahre 1911 folgende Änderungen erfahren. Es sind 29 neue Postkurse errichtet worden, wovon 23 auf Strecken entfallen, die bisher von Postfuhrwerken nicht befahren wurden. Neu zur Einführung kamen im weiteren noch sieben Fahrbotenkurse.

Ausser der Einführung von neuen Postwagen- und Fahrbotenkursen sind zahlreiche Verbesserungen des Kursbetriebs durch Vermehrung der Fahrten, Verwendung grösserer Fuhrwerke, Ausdehnung der Kursdauer, Vermehrung der Beiwagenführung etc. getroffen worden.

Die steigende Zunahme des Paketverkehrs erforderte auch im Berichtsjahre die Vermehrung der Bestell- und Bahnhoffourgonfahrten und die Einstellung neuer Bestellfourgons in verschiedenen Städten und grösseren Ortschaften.

556

Infolge Eröffnung des Eisenbahnbetriebs auf bisher durch Postfuhrwerke bedienten Strecken sind 10 Postkurse in Wegfall gekommen. Auf einer Poststrecke wurde die Besorgung des Postdienstes einer Automobilunternehmung übertragen. Drei subventionierte Kurse sind in gewöhnliche Jahreskurse und zwei Fahrbotenkurse in Kurse mit Personenbeförderung umgewandelt worden, Die zunehmende Teuerung der Lebenshaltung, die bei verschiedenen wesentlichen Bedarfsartikeln eingetretene Preissteigerung, sowie die allgemeine Erhöhung der Arbeitslöhne, der Mietzinse und der Futtermittelpreise haben schon seit Jahren eine Anzahl Postpferdhalter in eine wirtschaftlich schwierige Lage gebracht. Einzelne Postkursunternehmer suchen eine Besserstellung dadurch zu erreichen, dass sie den Weg der Vertragskündigung betreten und das mit der öffentlichen Ausschreibung der Fuhrleistung verbundene Risiko der Konkurrenz übernehmen.

Solcher Vertragskündigungen sind im Berichtsjahre 69 erfolgt und die meisten der ausgeschriebenen Fuhrleistungen rnussten mit erhöhten Kurszahlungen vergeben werden.

2. Die Instruktion für die Postpferdhalter und die Instruktion für die Postillone (s. auch Abschnitt III, Inland, Ziff. 20 hiervor), sowie die Ausführungsbestimmungen zu diesen beiden Instruktionen, welche nach Massgabe des Bundesbeschlusses vom 31. März/l. Juli 1905, betreffend die Lage der Postillone, am 1. Januar 1906 in Wirksamkeit getreten sind, mussten im Berichtsjahre erneuert werden, unter Berücksichtigung der inzwischen eingetretenen vielfachen Neuerungen und Änderungen, insbesondere in bezug auf die Haftpflicht der Postpferdhalter, Versicherung der Postillone gegen Unfälle, Lohnzahlung im Krankheitsfall und bei der Einberufung in den Militärdienst, Erhöhung der Löhnung und der Löhnungszulagen, Verablblgung der Dienstkleidung u. a. m.

Im Nachstehenden sind die hauptsächlichsten Bestimmungen betreffend die P o s t i l l o n e erwähnt, welche auf Grund der gemachten Erfahrungen und bei tunlichster Berücksichtigung der aus den beteiligten Kreisen des Personals und der Verbände eingegangenen Begehren gegenüber der bisher gültigen Instruktion neu eingeführt worden sind : a. verheiratete Postillone dürfen nicht mehr angehalten werden, Verköstigung und Unterkunft beim Postpferdhalter zu nehmen ;

557

b. das Lohnminimum soll nach einem Dienstjahr wenigstens Fr. 2 monatlich, nach vier Jahren wenigstens Fr. 5 monatlich, nach sieben Jahren wenigstens Fr. 10 monatlich und nach zehn ·lahren wenigsten Fr. 15 monatlich mehr als der ursprüngliche Monatslohn betragen. Den Postpferdhaltern wird der Betrag der Lohnerhöhung, insofern es sich um den wirklichen Unterschied zwischen den früheren und den neuen Bestimmungen handelt, durch die Postkasse vergütet. Den Postillonen soll dabei ihre ganze Dienstzeit als solche in Anrechnung gebracht werden, ohne Rücksicht darauf, ob sie nur bei einem und demselben Dienstherr in Arbeit gestanden sind, oder aber bei mehreren Postpferdhaltern Postillonsdienst versehen haben ; ·c. im Krankheitsfall, bei der Einberufung in den Militärdienst und bei sonstiger unverschuldeter Verhinderung haben die Postillone Anspruch auf unverkürzte Lohnzahlung während drei Monaten jährlich. Die Stellvertretungskosten für vom Dienste abwesende Postillone werden den Postpferdhaltern durch die Verwaltung mit Fr. 4 per Tag zurückvergütet. Die Kosten für die Verpflegung und ärztliche Behandlung von Postillonen in Krankheitsfällen bezahlt ebenfalls die Postkasse ; d. auf Wunsch der Postillone kann ihnen ein zusammenhängender Urlaub bis zu sieben Tagen bewilligt werden. Sie haben Anspruch auf mindestens 17 Ruhetage jährlich, womöglich an Sonntagen, und jedem Postillon mit sechs und mehr Dienstjahren sind jährlich 26 Ruhetage auf Rechnung der Postverwaltung zu gewähren; sodann soll jeder Postillon in den Genuss einer ununterbrochenen Ruhezeit von je wenigstens 8 Stunden innerhalb 24 Stunden gelangen ; e. das Maximum der Löhnungszulage ist in Berücksichtigung der allgemeinen Teuerung von Fr. 300 auf Fr. 450 per Jahr erhöht worden ; f. statt wie bisher nur Jacke und Mantel wird den Postillonen nunmehr die ganze Uniform unentgeltlich verabfolgt.

3. Es kommt hin und wieder vor, dass für alte Postillone, die als solche viele Jahre lang im schweizerischen Postdienste gestanden haben, bei deren Austritt aus dem Dienste Gratifikationen nachgesucht und auch bewilligt werden. Ohne Anerkennung einer gesetzlichen Verpflichtung wurde aus Gründen der Humanität und auf Zusehen hin, sowie unter Vorbehalt des Widerrufs, verfügt, dass austretenden i n v a l i d e n P o s t i l l o n e n , wenn sie 40--49 Dienstjahre hinter sich haben, Fr. 400 und solchen mit 50 oder mehr Dienstjahren Fr. 500 als einmalige Gratifi-

558

kation auszurichten sei. An die Bewilligung einer Gratifikation ist die Voraussetzung geknüpft, dass die Dienstbesorgung des betreffenden Postillons im allgemeinen eine befriedigende gewesen sei: 4. Um den Postkursunternehmern die Haftpflicht-Versicherung bezüglich ihrer Regresspflicht bei P o s t u n f ä l l e n g e m ä s s A r t . 96 des P o s t g e s e t z e s zu erleichtern und einen geregelten Versicherungsverkehr zu ermöglichen, ist unterm 1. Juni des Berichtsjahres zwischen dem Post- und Eisenbahndepartement einerseits, der schweizerischen UnfallversicherungsAktiengesellschaft in Winterthur und der ,,Zürich", Allgemeine Unfall- und Haftpflicht-Versicherungs-Aktiengesellschaft in Zürich anderseits, eine Vereinbarung über die Behandlung von regresspflichtigen Postunfällen getroffen worden.

5. Infolge der ausserordentlich günstigen Witterung stellte der überaus grosse Sommerverkehr ungewöhnliche Anforderungen an den P o s t b e t r i e b auf E i s e n b a h n e n und auf den A l p e n k u r s e n . Es findet sich eine Tabelle (Nr. VII) hier beigefügt, aus welcher die Anzahl der Reisenden und der Ertrag der Passagier- und Gepäcktaxen bei den wichtigeren Alpenund Touristenkursen ersichtlich sind und zwar sowohl für das Berichtsjahr als auch für das Vorjahr. Dieser Vergleichung ist zu entnehmen, dass mit den besagten Kursen im Jahre 1911 bedeutend mehr Reisende befördert worden sind, als im Jahre 1910, obschon die Berninakurse infolge der Bahneröffnung einen beträchtlichen Rückgang der Frequenz aufweisen.

6. Die Ö f f n u n g der A l p e n p ä s s e für den Wagenverkehr erfolgte: 1911

Maloja Ofen . . .

Julier . . .

Bernina .

Flüela . .

Simplen .

Splügen .

St. Bernhardin Oberalp . .

Furka . . .

Klausen .

Lukmanier Ootthard . .

Umbrail .

Grimsel .

am 21. April . 11 22. ·n .

11. Mai V) 15. 11 T) . "n 1». 11 23. ;l 11 n 24. ·n . ;i 27. ;i 1. Juni . ·n 9. TI . V) ·n 14. ·n ·f> 14.

.

·n 15. ·n ·n 15.

·fi 17. ;î

1910

am 2. Mai ·i 25. April ·i 30. Mai 7. Juni i 2. 11 i 1. 11 11 14. 11 15. ;i V; 11. n f> n 12. T) n 15. 11 ·n 15. 11 ·n 20. n ·n 19. n n 22. ;i

Beilage VII.

'/M Seite 558.

Vergleichende Übersicht der

Anzahl der Reisenden und des Ertrages der Reisenden- und Gepäcktaxen bei den hauptsächlichsten Alpen- und Touristenkursen im Jahre 1911 gegenüber 1910.

191O
1911

Täglich befahrene Kilometer Sommer

Täglich befahrene Kilometer

Alpenpässe Reisende

Ertrag

Winter

Sommer

Winter

94,2 148,4

94,2

240,o 321,o 438,4 184,2 215,8 l,027,2 18,a 460,4 346,o 126,o 157,8 34,3 198,8

103,4 240,6 354,6 184,2 -- 818,o 52,4 310,o 154,4

Reisende

Fr.

94,2 148,i 240,6

321,o 438,4 184,2 215,8 1,027,2 36,4 460,4 346,o 51,o 157,6 34,2 198,8 51,2

4,005,4

94,2 103,4 240,6 354,6 184,2 -- 818,o 72,8 310,o 154,4 157,6 -- 27,8

1,890 6,048 5,909 17,290 27,209 17,951 8,941 92,340 4,651 31,523 16,958 381 4,598 1,181 4,090 1,088

9,305. 55 51,247. 40 21,100. 70 64,080. 55 60,074. 90 98,277. 85 71,556. 00 384,388. 75 12,602. 65 103,935. 70 117,096. 32 1,399. 35 24,722. 00 5,305. 85 22,319. 45 4,565. 75

2,517,6 242,048 1,051,978. 77

Ertrag

Fr.

Simplon (Brig-Iselle) .

Grimsel (Meiringen-Gletsch) Bernhardin (Mesocco-Splügen) Splügen (Thusis-Chiavenna) Julier (Chur-Tiefencastel und Tiefencastel-Silvaplana) Schanfigg (Chur-Innerarosa) Fittela (Davos-Platz-Schuls) . . .

. .

Maloja und Engadin (Chiavenna-Nauders) Bernina (Berninahospiz-La Rösa-Poschiavo) l) . .

Oberalp (Reichenau-Flims-Cröschenen) Furka (Brig-Göschenen) Lukmanier (Disentis-Acquacalda) 2) Ofen (Zernez-Münster) . .

. .

Umbrail (Sta. Maria i m Münstertal-Stilfserjoch) . . . .

Klausen (Altdorf-Linthal) . . .

. . .

Gotthard (Andermatt-Airolo) Total

Total

51,2

4,062,s

5,174 5,674 16,686 24,156 18,1.03 7,924 83,115 6,569 27,886 14,782 1,704 4,320 94(i 3,058 834

7,845. 05 42,899. 90 20,480. 85 62,554. 05 53,107. 80 84,733. 60 55,404. 25 358,468. 60 23,803. 55 88,112. 50 100,989. 10 2,347. 35 22,373. 70 4,289. 20 15,735. 75 3,214. 45

2,497,2 222,459

946,359. 70

157,6 -- 27,8

1,528

') Die Berninabahn verkehrte das ganze Jahr 1911 zwischen Ponti-esina und Berninahospiz.

) Der Postkurs ist auf Disentis-Acquacalda beschränkt, indem auf 1. Juni 1911 die elektrische Bahn Biasea-Olivone in Betrieb gesetzt wurde und zwischen Olivone-Acquarossa und Acquacalda eine Automobilunternehmung den Verkehr Übernahm.

2

559 7. Auf 1. Juni 1911 ist der A u t o m o b i l Unternehmung Olivone-Acquarossa-Acquacalda die Besorgung des Postdienstes übertragen worden, wodurch die Zahl der konzessionierten Automobilunternehmungen, welche den Postdienst besorgen, auf 10 angestiegen ist, nämlich: Liestal-Reigoldswil, Zofingen-Brittnau, Zug-Oberägeri-Baar-Menzingen, Zürich-Esslingen, Zürich-Stadt, Automobilfourgondienst, Flawil-Degersheim, Rheineck-Heiden, Locarno-Brissago, Lugano-Pontecremenaga, Olivone-Acquarossa-Acquacalda.

Der Dienst dieser Unternehmungen war im allgemeinen ein befriedigender.

Die Versuche mit der Verwendung von Automobilomnibuswagen zur Beförderung von Personen und Postsachen auf Rechnung der Postverwaltung sind im Berichtsjahre auf der bisherigen Strecke Bern-Detligen fortgesetzt worden. Im Hinblick auf den namhaften Kostenaufwand, den diese Beförderungsweise erfordert, hat sich die Postverwaltung noch nicht entschliessen können, den eigenen Automobilbetrieb weiter auszudehnen.

8. An Fuhrwerken sind angeschafft worden : 35 Wagen und 35 Schlitten. Von den neuen Wagen sind 14 zweiplätzig, 7 sechsplätzig, 11 sind Fourgons B, sodann 2 Gepäckwagen und l Automobilomnibuswagen. Von den Schlitten sind 2 zweiplätzig, 30 vierplätzig, 2 sechsplätzig und l Fourgon. In Abgang kamen 56 Wagen, darunter l Automobilomnibuswagen, und 21 Schlitten.

18 Bahnpostwagen älterer Konstruktion sind umgebaut worden.

Bahnposten. Leitung der Postsendungen.

  1. Der Postbeförderungsdienst auf Eisenbahnen ist auch im Berichtsjahre nach Möglichkeit weiterentwickelt und verbessert worden. Zur Erleichterung des Sendungsaustausches ist die Ausfertigung von L a d k a r t e n auf gewisse Fälle beschränkt und die regelmässige Abgabe einer Ladkarte zu jeder Sendung ganz aufgehoben worden, wodurch eine bedeutende Arbeitsverminderung und ein Minderbedarf von rund 10 Millionen Exemplaren LadBundesblatt. 64. Jahrg. Bd. II.

37

560 kartenformulare jährlich erreicht wurden. Nach längern Unterhandlungen mit den beteiligten Bahnverwaltungen gelang es im Berichtsjahre, die B a h n p o s t d i e n s t e i n r i c h t u n g e n auf der Strecke B a s e l - M a i l a n d vorläufig in zwei Zügen dadurch bedeutend zu verbessern, dass an Stelle der den Bedürfnissen des Postdienstes nicht mehr genügenden kombinierten Eisenbahnund Postgepäckwagen, eigene geräumigere Bahnpostwagen in Dienst gestellt werden konnten.

2. Mit den meisten europäischen Verwaltungen ist für den gegenseitigen Kartenscblusswechsel eine vereinfachte und abg e k ü r z t e E i n t r a g u n g der E i n s c h r e i b b r i e f e auf der Briefkarte vereinbart worden.

3. Auf der S i m p l o n l i n i e nimmt der Briefposttransitverkehr immer mehr zu. Um die unaufgehaltene Weiterbeförderung der wichtigeren Posten nach überseeischen Gebieten regelmässig zu sichern, verkehren neben den kursmässigen Bahnpostwagen zweimal in der Woche noch besondere Postbeiwagen zwischen Pontarlier und Domodossola.

Mit den Postverwaltungen von Frankreich und Grossbritannien sind im Berichtsjahre neuerdings Unterhandlungen gepflogen worden zum Zwecke der Herbeiführung eines regelmässigen Austausches von P o s t p a k e t s e a d u n g e n im Verkehr mit Italien und den Transitländern auf dem Wege über die Simplonlinie.

Die Beförderung der Paketpost hat bisher ausschliesslich über die Montcenislinie stattgefunden. Durch die Benutzung des Leitweges über die Schweiz könnte die Vermittlung der Pakete zwischen den genannten Gebieten wesentlich beschleunigt werden.

Die Unterhandlungen konnten im Berichtsjahre nicht zu Ende geführt werden ; es ist aber nicht ausgeschlossen, dass es den Bemühungen der Oberpostdirektion gelingen wird, diesen wichtigen Transitverkehr über die Schweiz leiten zu lassen.

4. Auf der G o t t h a r d l i n i e sind mit Beginn vom i. Mai 1911 an die Postverbindungen bedeutend verbessert worden durch die Einführung eines neuen Nachtschnellzugspaares mit guten Anschlüssen nach Süden und Norden. Beide Züge führen Bahnposten mit grossem Paket- und Briefvevkehr. Überdies verkehren ebenfalls auf der Gotthardlinie neue Eilgüterzüge, welche die umfangreiche Paketpost in beiden Richtungen über Nacht durch den Gotthard befördern.

Die Oberpostdirektion hat gemeinsam mit der Generaldirektion der schweizerischen Bundesbahnen im Jahre 1911 wiederum An-

561 strengungen gemacht, um den Verkehr frisch abgeschnittener B l u m e n aus Italien nach Deutschland und weiterhin, der in den Wintermonaten einen sehr bedeutenden Umfang anzunehmen pflegt, der Gotthardlinie zuzuwenden. Bisher haben diese Blumensendungen meistenteils den Weg über den Brenner oder über Ventimiglia - Marseille genommen, zum Nachteil der kürzeren Strecke über die Schweiz. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die bei den deutschen und italienischen Bahnverwaltungen unternommenen Schritte dazu führen werden, die seit langer Zeit angestrebte Verbindung herzustellen.

5. Mit Beginn vom 1. Oktober 1911 an wurde auf dem B o d e n s e e mit der Trajektfähre Lindau-Romanshorn versuchsweise die Beförderung von Postpaketwagen angeordnet. Die mit dieser Trajektierung gemachten Erfahrungen haben indessen nicht befriedigt. Dieses Beförderungsmittel hat den Nachteil, dass es an Sonn- und Festtagen nicht benutzt werden kann, und dass bei Betriebsstörungen an der Fähre und bei starkem Sturm auch an Werktagen der Dienst eingestellt werden muss, was Unregelmässigkeiten und Verzögerungen in der Post- und Zollabfertigung zur Folge hat. Überdies ist die Zu- und Abfuhr der Bahnpostwagen in Lindau und Romanshorn ausserordentlich zeitraubend und umständlich. Die Beibehaltung dieser Beförderungsweise scheint sich auch wegen den bedeutenden Kosten nicht zu empfehlen. Die Postverwaltung wird deshalb diese Einrichtungwahrscheinlich wieder fallen lassen und auf andere Weise die Unzukömmlichkeiten zu beseitigen suchen, welche zurzeit beim Pakettransport über den Bodensee bestehen.

6. In fünf Bahnpostwagen der R h ä t i s c h e n B a h n wurde die Dampfheizung durch gewöhnliche Öfen ersetzt und die Bureaueinrichtung verbessert.

Die Bahnpostwagen haben im Jahre 1911 täglich 67,878 km durchlaufen, gegen 64,239 km im Vorjahre. Es ergibt sich somit eine Mehrleistung von 3639 km per Tag gegenüber dem Jahre 1910.

VIII. Postcheckdienst.

  1. Auf den 1. Januar 1911 wurde ein neues Postcheckbureau eröffnet in V e v e y.

Im übrigen muss in der Errichtung neuer Bureaux namentlich auch aus finanziellen Gründen Zurückhaltung beobachtet werden.

562

2. Auf den Anfang des Berichtsjahres bestanden 9509 Postcheckrechnungen und auf Ende des Jahres waren deren 11,541; die Zunahme betrug mithin im Berichtsjahr 2032 Rechnungen.

Dieses Ergebnis ist befriedigend. Überhaupt werden die Vorteile des Postcheck- und Giroverkehrs von der Geschäftswelt immer mehr gewürdigt, so zwar dass verschiedentlich wirtschaftliche Verbände und Vereine ihren Mitgliedern den Beitritt empfohlen haben.

3. Die hiernach folgende Tabelle zeigt die Zunahme der Zahl der Rechnungsinhaber bei den einzelnen Postcheckbureaux und ihre Verteilung auf die letztern an.

563 Zahl der Rechnungsinhaber.

Stand auf Postcheckbnreau 1. Januar 1. Januar 1. Januar 1. Januar 31. Dez. 31. Dez. 31. Dez.

1911 1906 1907 1908 1909 1909 1910 Genf . . .

38 144 193 235 Lausanne .

92 313 377 461 Freiburg . .

-- >) Vevey .

Bern . . .

141 382 465 567 Burgdorf . .

-2) Langenthal -2) Neuenburg 55 229 165 205 Biel . . .

110 181 -- 102 158 Chaux-de-Fonds .

-- Basel . . . 194 381 504 602 Ölten . . . -- -- -- -2D 121 Solothurn .

Aarau .

81 193 237 288 Luzern .

89 186 243 308 487 810 1023 1118 Zürich . . .

Frauenfeld -- -- -- 155 Schaffhausen .

133 Winterthur .

-- -- -- St. Gallen . . 243 369 440 515 Glarus .

Chur . . .

54 112 121 140 71 86 114 Bellinzona 5 Total 1479 3190 4066 5301 Vermehrung im Jahre 1911 . -- -- -- -- ') Eröffnet Eröffnet ) Eröffnet *) Eröffnet 2 ) 3

328 524 121

445 642 127

545 701

143 1524 964 153 135 333 344

623 797 137 147 108 129 258 300 217 288 183 210 275 737 1035 1287 117 130 148 140 166 194 360 458 509 382 468 560 1631 2089 2614 250 -3) 219 213 249 289 183 214 249 924 688 767 192 -8) 160 189 256 328 156 213 252 7295 9509 11,541 --

--

2032

  1. Februar 1909.
  2. Januar 1909.
  3. Januar 1910.
  4. Januar 1911.
  5. Im Berichtsjahr sind Einzahlungen gemacht worden

5,914,541 Stück

564

Ausserdem wurden auf den Checkrechnungen gutgeschrieben: Postanweisungen . .

635,566 Stück Postchecks wurden eingereicht . . . .

835,260 ,, Diese Checks gaben Veranlassung: zu 215,211 baren Auszahlungen durch die Checkbureaux, zu 1,080,996 Anweisungen auf Poststellen und zu 894,162 Übertragungen im internen Giroverkehr.

Der durchschnittliche Betrag einer Einzahlung belief sich auf Fr. 119. 85, der Durchschnittsbetrag der Auszahlungen durch die Checkbureaux auf Fr. 2448. 35, der Durchschnittsbetrag der Anweisungen auf Fr. 227. 40 und der Durchschnittsbetrag der internen Übertragungen (Giro) auf Fr. 1408. 35. Am 31. Dezember 1911 erreichte das durchschnittliche Guthaben eines Rechnungsinhabers den Betrag von Fr. 2430.

5. Was den Jahresabschluss anbetrifft, so wird auf Abschnitt IX, Ziffer l hiernach verwiesen.

IX. Rechnungswesen.

  1. Der Jahresabschluss über den P o s t c h e c k - und - G i r o v e r k e h r stellt sich wie folgt: Übersicht des Umsatzes im Jahre

1911.

Aktiven.

  1. Bare Auszahlungen: 1. durch die Postcheckbureaux . ! Fr. 526,908,404. 75 2. durch die Poststellen ,, 245,818,306. 32 b. Lastschriften im Giroverkehr (Inland) ,, 1,259,312,786. 84 e.

,, ,, ,, (Ausland) ,, 10,259,377. 98 d. Zunahme der E i n l a g e n s a l d i . . . . ,, 6,197,755. 40 Total

Fr. 2,048,496,631. 29

Passiven.

«. Bare Einzahlungen Fr. 785,006,270. 85 b. Gutschriften im Giroverkehr (Inland) ,, 1,259,312,786. 84 c.

,, ,, ,, (Ausland) ,, 4,177,573. 60 Total

Fr. 2,048,496,631. 29

565 Der Verkehr betrug mithin in doppelter Aufrechnung Fr. 4,090,795,507. 18 im Vorjahre erreichte er die Summe von ,, 3,297,602,257. 83 somit Mehrumsatz Fr. 793,193,249. 35 Durch den internen Übertragungsverkehr (Giro) wurden abgewickelt 61,57 % des Umsatzes oder . Fr. 2,518,625,573. 68 im Vorjahre 58,ei % des Umsatzes oder ,, 1,932,873,024. 80 Der Giroverkehr erzeigt somit eine absolute Zunahme von Fr. 585,752,548. 88 Die Zunahme des internen Giroverkehrs beruht zum Teil auf dem Verkehr mit der schweizerischen Nationalbank. Wird dieser Verkehr ausser Betracht gelassen, so beträgt der Giroverkehr noch 55,25 °/o des Umsatzes, was gegenüber dem Vorjahre eine Vermehrung von 5,os % bedeutet und immerhin als ein befriedigendes Ergebnis angesehen werden kann.

Die Beilage VIII gibt Auskunft über den Verkehr der einzelnen Postcheckbureaux, sowie darüber, welche Summen bei den einzelnen Bureaux im ganzen, sowie in Prozenten durch Übertragung (Giro) ausgeglichen worden sind.

Der Überweisungsverkehr mit dem Auslande hatte nachstehendes Ergebnis.

Überweisungen aus der Schweiz nach: Anzahl

Reichspost . . . . 34,766 Bayern 5,273 Württemberg . . . 5,010 Österreich . . . .

1,613 Ungarn 46 Belgien 18 46,726

Betrag

F r . 6,980,844. 7 9 ,, 1,487,075. 13 ,, 952,567. 31 ,, 816,391. 9 4 ,, 10,823. 53 ,, 11,675. 28 Fr. 10,259,377. 98

Überweisungen nach der Schweiz von: Anzahl

Reichspost . . . . 4,527 Bayern 1,003 Württemberg . . .

561 Österreich . . . . 1,294 Ungarn 294 Belgien 17 7,696

Betrag

F r . 1,909,267. 9ô ,, 906,622. 34 ,, 341,778. 10 ,, 817,629. 56 ,, 185,726. -- ,, 16,549. 65 Fr. 4,177,573. 60

Zu Seite £65.

Beilage Vili.

Postcheck- und -Giroverkehr pro 191

·

Zusammenstellung nach. 3?ostcheckbui eaux.

|i

Postcheckbureaux

zur Barzahlung Gutschriften

1 astschriften

38,384

15,573,429. 02

44,735

15,801,950. 30

42,270,309. 03

8,323

2,160,798. 08

8,556

3,636,549. 08

8,409,054. 13

11,307

9,804,843. 49

9,945

636,068 102,253,647. 74

164,040

33,122,255. 10

404,038

Freiburg . . . .

Vevey

28,385

F, 4,124,065. --

44,696,393. 64

57,079

89,932

9,465,387. 79

99,044

Totalnmsatz

mit dem Auslande Gutschriften

Lastschriften

Fr.

Fr.

Prozentsatz des internen Giroverkehrs vom Totalipsatz

Fr.

128,583,997. 58

62,59

55,083,735. 37

173,425,817. 36

56,14

3,479,486. 86

7,090,924. 13

25,833,145. 94

40,92

3,551,762. 66

10,310,678. 12

5,122,873. 92

37,199,212. 32

41,49

75,456 313,628,763. 42

483,652,172. 94

237,838,000. 22

1,171,331,640. 12

61,60

176,002. 31

660,798. 39

Langenthal .

75,640

10,354,230. 62

9,200

1,793,037, 44

11,579

1,317,063.17

10,025,289. 64

17,293,492. 13

40,783,113. --

66,99

Burgdorf

. . .

82,133

11,222,871. 14

8,092

2,460,147. 57

11,695

2,383,010. 97

6,897,503. 54

13,262,819. 98

36,226,353. 20

55,65

Neuenburg . . . .

172,084

18,389,535. 20

28,369

5,912,851. 88

24,480

4,501,587. 71

12,070,671.03

19,931,411. 31

60,806,057. 13

52,63

139,623

14,623,367. 46

27,737

2,979,032. 56

22,356

3,911,180. 94

10,210,171. 54

17,881,661. 35

49,605,413. 85

56,63

.

97,550

8,115,310. 07

18,537

2,324,475. 67

13,113

2,776,016. 15

5,393,876. 26

8,311,203. 63

26,920,881. 78

50,9i

. . . .

755,109

93,809,402. 46

85,872

21,632,617. 04

99,951

38,072,975. 21

129,863,029. 27

161,638,663. 32

449,666,131. 29

64,83

86,005

10,513,656. 81

15,264

2,567,724. 28

13,173

5,303,440. 09

8,070,336. 83

10,624,102. 48

37,079,260. 49

50,42

87,415

8,449,589. 06

8,748

2,023,018. 94

11,542

2,156,827. 98

4,556,716. 70

8,815,073. 27

26,001,225. 95

51,43

367,992

48,592,781. 21

68,224

26,570,941. 30

39,521

14,489,497. 92

41,893,588. 26

49,236,053. 18

180,782,861. 87

326,963

38,195,014. 68

51,954

11,267,144. 82

42,721

10,475,629.16

32,729,765. 06

48,909,700. 40

141,577,254. 12

50,4i 57>e

. . . . 1,599,199

171,573,213. 16

256,844

49,544,534. 20

199,911

59,845,225. 73

262,764,174. 02

319,276,160. 13

871,754,469. 74

60,77

Biel Chaux-de-Fonds 1 Basel2) Solothurn

|

im Innern der Seh *eiz Anzahl

Fr.

4",504,014. 69

. . . .

Bern *)

Giroverkehr

Fr.

32,975,176. 43

334,823

. . . .

Beirag

Eingelangte Checks

Fr.

12,641,875. 15

Fr.

31,338,866. 31

Genf

II

Anzahl

Betrag

Anzahl

Lausanne

Ausgestellte Zahlungsanweisungen

Eingelangte Einzahlungsscheine und Postanweisungen

Ölten

|l Aarau

.

II Luzern 3

Zürich )

3,084,604. 83

1,564,839.16

2,326,780. 11

6,424,382. 39

||

Schaffhausen

126,627

14,762,422. 74

19,036

3,769,817. 42

20,502

4,712,255. 60

16,151,299. 18

22,396,604. 14

61,792,399. 08

63,38

||

Winterthur .

190,629

28,224,400. 28

27,978

5,631,251. 65

26,248

7,296,355. 25

35,016,102. 21

50,227,227. 07

126,395,336. 46

67,44

||

Frauenfeld .

78,036

12,459,754. 37

18,997

3,648,586. 97

15,313

1,081,981. 99

11,163,099. 29

18,713,366. 53

47,066,789. 15

63,48

. . .

484,298

61,578,568. 87

107,376

22,845,093. 16

62,833

10,495,287. 89

75,470,210. 14

103,171,334. 52

273,760,038. 97

. . . .

60,620

7,311,428. 37

13,183

2,993,257. 52

11,423

2,054,503. 97

5,479,206. 58

7,656,698. 54

25,495,094. 98

60,25 1 51|,02

Chur

136,037

18,936,736. 71

29,610

6,246,939. 25

16,727

3,678,134. 06

15,016,078. 49

23,768,588. 50

67,646,477. 01

5Ï,33

1 Beilenz

120,242

11,730,638. 03

16,841

6,822,443. 96

15,096

3,096,530. 35

3,853,845. 42

5,559,078. 03

31,062,535. 79

30,30

10,259,377. 98

£,090,795,507. 18

61,57

5,183,448. 31

3,297,602,257. 83

5$,6i

5,075,929.67

793,193,249.35

^,90

4

8t. Gallen ) Glarus

Total

6,550,107 785,006,270. 85

1,080,996 245,818,306. 32 835,260

526,908,404. 75 1,259,312,786. 84 1,259,312,786. 84

89,592. 37

109,952.02

4,177,573. 60

1

Total 1910 Vermehrung

682,377,812. 94

5,323,719

1,226,388 102,628,457. 91

875,857 195,514,777. 75 697,137 479,345,237. 59

966,436,512. 40

966,436,512. 40

2,307,956. 44

205,139

292,876,274. 44

292,876,274. 44

1,869,617.16 '

50,303,528. 57 138,123

47,563,167. 16

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*) Auswechslungsbureau für den ) n n 3 ) n r

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n

3

Giroverkehr mit der Reichspost.

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71

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,,

ÖSt<«reich.

, Bayern, Österreich, Uiigarn und I elgien.

, .,, Württemherg, Osterreich und Ungarn.

i

566

Gegenüber dem Vorjahre zeigen die Überweisungen im Verkehr mit dem Auslande folgendes Bild : a. Überweisungen aus der Schweiz nach dem Auslande: 1911 Anzahl 46,726 Betrag Fr. 10,259,377. 98 1910 ,, 22,372 ,, ,, 5,183,448.31 Vermehrung 24,354 Betrag Fr. 5,075,929.67 Der durchschnittliche Betrag einer Überweisung belief sich 1911 auf Fr. 219. 50, 1910 auf Fr. 231. 69.

b. Überweisungen aus dem Ausland nach der Schweiz: 1911 Anzahl 7,696 Betrag Fr. 4,177,573.60 1910 ,, 4,901 ,, _,, 2,307,956.44 Vermehrung 2,795 Betrag Fr. 1,869,617.16 Der durchschnittliche Betrag einer Überweisung belief sich 1911 auf Fr. 542. 82, 1910 auf Fr. 470. 91.

Die Überweisungskurse passten sich möglichst den Börsenkursen an. Sie waren im Berichtsjahr entsprechend den Devisenkursen, mit Ausnahme der Periode von Ende Juli bis Mitte November, verhältnismässig hoch.

Das G u t h a b e n der Rechnungsinhaber auf ihren Postcheckrechnungen betrug auf den 31. Dezember 1910 . . . Fr. 21,847,640. 22 im Berichtsjahr nahm dasselbe zu um (Differenz zwischen den Gut- und Lastschriften) ,, 6,197,755. 40 so dass am 31. Dezember 1911 ein Guthaben vorhanden war von Fr. 28,045,390. 62 Soweit das Guthaben der Rechnungsinhaber denjenigen Betrag, welcher für die tägliche Zahlungsbereitschaft notwendig ist, übersteigt, kann es zinstragend angelegt werden, um dadurch zur teilweisen Deckung der Verwaltungs- und Betriebskosten beizutragen. Das auf Ende des Berichtsjahres vorhandene Guthaben war wie folgt verwendet: Anlagen in Obligationen Fr. 23,660,851. 65 Guthaben im internationalen Überweisungsverkehr ,, 210,139. 16 Kassabestand und Zuschuss an das Betriebskapital der Postverwaltung . . ,, 4,174,404. 81 Total

Fr. 28,045,395. 62

567

Die Obligationen sind in Verwahrung der schweizerischen Nationalbank und die Depotscheine hierfür liegen bei der Oberpostdirektion.

2. Der i n t e r n e P o s t a n w e i s u n g s v e r k e h r ergibt an Einnahmen Fr. 646,326,880.39 (1910 Fr. 617,309,340.61), an Ausgaben Fr. 646,302,696. 73 (1910 Fr. 617,274,790. 74), somit einen Jahresumsatz von Fr. 1,292,629,577.12 (1910 Fr. 1,234,584,131.35).

Die Vermehrung rührt zum Teil daber, dass, im Sinne einer Vereinfachung und Beschleunigung des Geldverkehrs, eine grössere Zahl von Poststellen in direkte Verbindung mit benachbarten Postbureaux, statt mit der Kreispostkasse, gesetzt wurden. Der rechnerische Ausgleich findet durch Postanweisungen statt.

3. Der i n t e r n a t i o n a l e P o s t a n w e i s u n g s v e r k e h r ergibt auf Grund der Abrechnungen der Oberpostkontrolle mit dem Ausland Fr. 35,298,606.63 an b e z a h l t e n Abrechnungssaldi und Fr. 15,494,214. 35 an e i n g e g a n g e n e n Abrechnungssaldi. Der Jahresumsatz des daherigen Verkehrs bei den Poststellen erreicht Fr. 158,718,215.78 (1910 Fr. 146,134,453), von welchem Betrag Fr. 69,814,847. 06 auf die vom Ausland einlangenden und Fr. 88,903,368. 72 auf die in der Schweiz aufgegebenen Postanweisungen entfallen. Dabei stehen die in Italien ausbezahlten Postanweisungen aus der Schweiz mit Fr. 22,885,105. 05 (1910 Fr. 24,272,047. 60) an erster Stelle.

4. Die I n v e n t a r r e c h n u n g ergibt auf Ende 1911 einen Inventarbestand von Fr. 6,399,489. 48 und gegenüber dem Vorjahr eine Vermehrung um Fr. 1309. 77.

5. Der Geld verkehr der Kreispostkassen Lausanne, Bern, Aarau, Zürich, St. Gallen und Chur für die T e l e g r a p h e n v e r w a l t u n g weist an Einnahmen und Ausgaben je Fr. 22,739,515. 69 also einen Jahresumsatz von Fr. 45,479,031. 38 auf, gegen Fr. 42,337,736. 56 im Vorjahr.

6. Im Berichtsjahr sind weitere 15 Poststellen zu direkten B e z i e h u n g e n i m K o n t o k o r r en t - V e r k e h r m i t d e r N a t i o n a l b a n k ermächtigt worden, womit deren Gesamtzahl auf 167 ansteigt. 1911 lieferten diese Poststellen Fr. 179,024,200 ab, wogegen sie Fr. 22,832,950 von der Bank bezogen haben.

7. Im Jahre 1911 betrug der g e s a m t e G e l d u m s a t z der Postverwaltung im Bankverkehr Fr. 847,273,382.95 und bei den Kreispostkassen Fr. 2,139,175,416. 06. Dabei verzeigten die

568 letztern einen durchschnittlichen täglichen Barbestand von zusammen Fr. 534,044. 02 gegen Fr. 619,036. 98 im Vorjahr.

8. Neben der als Anhang zur eidgenössischen Staatsrechnung erscheinenden Betriebsrechnung erstellt die Postverwaltung jedes Jahr eine G e n e r a l a b r e c h n u n g mit dem e i d g e n ö s s i s c h e n F i n a n z d e p a r t e m e n t . Für das Jahr 1911 ergibt sich aus ihr folgende G eneralbilanz: 1.

2.

3.

4.

5.

6.

  1. Aktiven.

Postcheckdienst Unfallfonds Inventarbestände Betriebskonto bei der Bank . . .

Kreispostkassen, Aktivsaldo-Vor träge .

Betriebseinnahmen Total

1.

2.

3.

4.

5.

Fr. 23,870,990. 81 ,, 256,235.31 ,, 6,399,489.48 . ,, 3,295,516.60 . ,, 3,810,804.13 ,, 60,439,767. 01 Fr. 98,072,803.34

B. Passiven.

Postanweisungsdienst Fr. 2,198,376. 5l Postcheckdienst . . ,, 28,045,395. 62 Guthaben des Bundes ,, 6,655,724. 79 Betriebskonto bei der Bank . . . . ,, 733,539.41 Betriebsausgaben u. Reinertragsablieferung ,, 60,439,767. 01 Total

Fr. 98,072,803.34

Infolge des Bundesratsbeschlusses vom 19. Januar 1912 über das Rechnungswesen des Bundes, hat die Postverwaltung, rückwirkend auf 1. Januar 1910, in ihrem Rechnungswesen nach den Grundsätzen der kaufmännischen doppelten Buchführung ein H a u p t b u c h eingefügt.

X. Gesetzesübertretungen.

Wegen Übertretung des Bundesgesetzes betreffend das schweizerische Postwesen musaten im Berichtsjahre folgende Verfehlungen geahndet werden :

569 1. Besorgung des nach Art. 4 des Bundesgesetzes be· treffend das schweizerische Postwesen der Postanstalt allein vorbehaltenen Transports von Personen und Sachen 2. vorschriftswidriges Zusammenpacken von Sendungen an verschiedene Adressaten 3. Verwendung bereits benutzter Wertzeichen, Beifügung von brieflichen Mitteilungen in Drucksachen und absichtliche Umgehung von Posttaxen . . .

4. unbefugte Benutzung der Portofreiheit . . . .

5. unbefugtes Mitfahren in Postwagen 6. Aufgabe von Sendungen verbotenen Inhalts . . .

1500 19 4 3

Total

1575

6 43

XI. Unfälle im Postbetrieb.

  1. Im Betriebsjahre sind in 499. Fällen Fr. 55,835. 52 als Entschädigungen für Unfälle im Postbetrieb ausgerichtet worden.

485 Fälle mit einer Entschädigungssumme von Fr. 50,566. 15 betreffen Unfälle des Postpersonals und der Postinone. Für Unfälle anderer Personen sind in 14 Fällen Fr. 5269. 37 bezahlt worden.

Die Zahl der Unfälle hat gegenüber dem Vorjahr um 41 zugenommen, dagegen haben sich die Ausgaben um Fr. 3258. 57 vermindert.

Die Vermehrung der Fälle ist auf die Unfälle des Postpersonals und der Postillone zurückzuführen. Die Ausgabenverminderung ist durch eine weniger grosse Aufwendung für Unfälle anderer Personen entstanden.

2. Das Nettovermögen des Versicherungsfonds der Postverwaltung betrug auf Ende des Jahres 1911 . Fr. 256,235. 31 während es sich auf Ende 1910 belaufen hat auf ,, 200,675. 48 Es ergibt sich somit auf Ende des Berichtsjahres eine Vermögensvermehrung von . . . Fr. 55,559. 83

570

XII. Verschiedenes.

  1. Die Zahl der Besucher des P o s t m u s e u m s betrug im abgelaufenen Jahre 1736 gegen 1906 im Vorjahr. Grössere Erwerbungen wurden im Berichtsjahr nicht gemacht. Dagegen sind dem Postmuseum von privater Seite verschiedene Geschenke zugegangen. Die Zahl der Postwagenmodelle ist · um l vermehrt worden und beträgt nun 9, worunter 2 Modelle von Feldpostfuhrwerken.

Die Oberpostdirektion wird fortfahren, die verschiedenen Sammlungen nach Massgabe der vorhandenen Mittel zu vervollständigen. Das Museum ist täglich (also auch an Sonn- und Feiertagen) von 10--12 Uhr vormittags zur unentgeltlichen Besichtigung geöffnet.

2. Die im Berichtsjahr von Ende August bis Mitte Oktober abgehaltenen Feldübungen der schweizerischen Armee haben an die F e l d p o s t grosse Anforderungen gestellt. Insbesondere hatten die Feld postbureaux des I. Armeekorps einen grossen Postverkehr zu bewältigen. Für die Wiederholungskurse des I. Armeekorps, der 4. und 8. Division und der Gotthardbesatzung, waren das Armeekorpsfeldpostbureau I, die Divisionsfeldposten l, 2, 4, 8 und das Gotthardfeldpostbureau in Tätigkeit. Ein militärisch organisiertes Feldpostbureau funktionierte ferner während 4 Tagen beim Wiederholungskurse der 3. und 4. Kavalleriebrigaden, die mit dem zugeteilten 19. Infanterieregiment und der Artillerieabteilung 12/1 gegen die 4. Division operierten.

Für die Wiederholungskurse der 11., 12., 13. und 14. Infanteriebrigaden, der 9., 10., 11. und 17. Infanterieregimenter waren Hülfsfeldposten im Betrieb.

Die Feldpost konnte der ihr gestellten Aufgabe allseitig gerecht werden.

3. Im Berichtsjahre sind bei einer Zahl von 939 Aufträgen 3,219,644 d i r e k t e A u f d r u c k e von Postwertzeichen auf Briefumschläge, Karten usw. durch die Postverwaltung ausgeführt worden, gegenüber 958 Aufträgen mit 3,350,957 Aufdrucken im Vorjahre. Der kleine Rückgang ist auf die seit Anfang 1911 eingeführte samthafte Frankatur für in grösserer Zahl aufgegebene Drucksachen und Warenmuster zurückzuführen. Die Aufdrucke zu 2 Ct. haben sich aus diesem Grunde gegenüber dem Vorjahre um 463,448 Stück vermindert, während die der ändern Taxwerte um 332,135 Stück zugenommen haben.

571 Der Gesamtwertbetrag der Aufdrucke beläuft sich im Jahr 1911 auf Fr. 234,456. 50, gegen Fr. 212,280. 74 im Jahre 1910.

4. Der Verbrauch an F r a n k o m a r k e n h e f t c h e n (Taxwerte zu 2, 5, 10 und 25 Ct. betrug im Jahre 1911 1,721,000 Stück mit 49,308,000 Marken gegenüber 1,692,000 Heftchen mit 48,276,000 Marken im Vorjahre.

5. Im Jahre 1911 sind in der Schweiz 91,000 Antworts c h e i n e verkauft worden, gegen 90,000 im Vorjahre. Vom Ausland sind zur Einlösung 49,096 dieser Antwortscheine eingelangt. Im Vorjahre waren es 40,468.

Diese Scheine dienen bekanntlich dazu, dem Versender eines Briefes nach dem Ausland zu ermöglichen, die Frankatur der Antwort dem Empfänger zum Voraus zu bezahlen.

6. Auf Ende 1911 bestanden 316 P r i v a t w e r t z e i c t i e n v e r k a u f s t e l l e n . Der Bestand hat sich gegenüber dem Vorjahr um 11 Stellen vermehrt. Die Privatwertzeichenverkäufer haben an Provisionen Fr. 8627. 22 bezogen (1910 Fr. 8904. 29).

7. Die Zahl der S c h l o s s f ä c h e r hat auf Ende 1911 14,997 Stück betragen, gegenüber 14,062 auf Ende 1910. Die Vermehrung beträgt somit im Berichtsjahre 935 Stück.

8. Identitätsbücher sind im Jahre 1911 844 Stück verkauft worden, gegenüber 846 im Vorjahre.

9. In den Briefkasten, also unter den gewöhnlichen, uneingeschriebenen Sendungen sind im Berichtsjahre durch das mit der Leerung betraute Personal 1188 Wertgegenstände (Plis, Groups etc.) im Gesamtbetrage von Fr. 22,072. 98 aufgefunden und zur richtigen Behandlung (Einschreibung) abgeliefert worden.

572

III. Telegraphen- und Telephonverwaltung.

  1. Allgemeines.

Anhaltend günstige Witterungsverhältnisse, die ganz besonders den Fremdenverkehr vorteilhaft beeinflussten, die bessere Geschäftslage im allgemeinen und der Umstand, dass die Verwaltung von nennenswerten Betriebsstörungen verschont blieb, hatten zur Folge, dass in beiden Betrieben, Telegraph und Telephon, sich eine unerwartet grosse Verkehrszunahme ergab. Dementsprechend war auch das finanzielle Resultat ein über Erwarten günstiges. Es ergaben sich an 1910

1911

Einnahmen . . . Fr. 16,340,137.27 Ausgaben . . . . ,, 15,820,916.79

Fr. 17,476,868.23 ,, 16,254,494.58

Aktivsaldo.

F r . 1,222,373.65

. . . Fr,

519,220.48

Das Rechnungsergebnis pro 1911 ist somit um Fr. 703,153. 17 günstiger als dasjenige des Vorjahres.

Im Ursprungsbudget war ein Aktivsaldo vorgesehen von Fr.

An Nachtragskrediten zulasten derBetriebsrechnung sind bewilligt worden Fr. 103,900 Übertrag Fr. 103,900 Fr.

5,385. --

5,385. --

573

Übertrag Fr. 103,900 Fr.

5,385. -- Dazu eine Kreditübertragung von ,, 85,000 ,, 188,900.-- so dass sich nach Voranschlag ein Passivsaldo von . . ° Fr. 183,515.-- hätte einstellen sollen.

Statt eines ursprünglich vorgesehenen Aktivsaldos von Fr. 5385 ergab sich aber ein solcher von ,, 1,222,373. 65 und es stellt sich somit die Rechnung um . Fr. 1,405,888. 65 g ü n s t i g e r als der V o r a n s c h l a g , ink l u s i v e Nachtragskredite u n d Kreditü b e r t r a g u n g von im ganzen ,, 188,900.-- und um Fr. 1,216,988. 65 b e s s e r als das u r s p r ü n g l i c h e Budget.

Der Aktivsaldo von Fr. 1,222,373. 65 wird, gestützt auf die Zustimmung der eidgenössischen Räte, zu den Anträgen des Bundesrates in der Budgetbotschaft für 1897 (Ausgabenrubrik X der Telegraphenverwaltung), als ausserordentliche Amortisation zur Abschreibung auf Baukontoschuld verwendet, deren Bestand auf 1. Januar 1912 die Summe von Fr. 19,096,849. 15 erreicht, mit einer Verminderung um Fr. 225,744. 45 gegenüber der vorjährigen.

Pro Ende 1911 betrug der Schätzungswert: a. des v e r z i n s l i c h e n I n v e n t a r s (Bureaugerätschaften, Linienbau vorratsmaterial und Apparate) Fr. 17,932,983. 30 b. des u n v e r z i n s l i c h e n I n v e n t a r s (im Betrieb stehende ober- und unterirdische Telegraphen- und Telephonlinien) ,, 30,157,309.50 Total Schatzungssumme des g e s a m t e n Inventars der Telegraphen- und Telephonverwaltung somit Fr. 48,090,292.80 Es übersteigt den Wert des vorjährigen Bestandes (Franken 45,511,913. 70) mithin um Fr. 2,578,379. 10.

Auf Rechnung des B a u k o n t o s wurden im Jahre 1911 für Neuanlagen Fr. 3,895,018. 25 verausgabt (budgetiert waren

574

Fr. 4,575,200), die Amortisation aber betrug Fr. 4,120,762. 70 (ordentliche, 15 % = Fr. 2,898,389. 05 und ausserordentliche Fr. 1,222,373. 65), so dass der Baukonto auf Ende 1911 eine Verminderung erfahren hat, und zwar von Fr. 225,744. 45. Der Gegenwert des Baukontos liegt im Inventarwert der Linien im Betrieb (unverzinsliches Inventar).

Was die V e r k e h r s V e r h ä l t n i s s e anbetrifft, so erzeigt der G e s a m t t e l e g r a p h e n v e r k e h r mit 6,021,792 Telegrammen gegenüber dem Vorjahre (5,608,540) eine Vermehrung um 413,252 oder 7,868% und stellt sich somit nicht ganz so günstig wie 1910, das eine Vermehrung von 7,79 % gegenüber 1909 auf wies.

Im i n t e r n e n T e l e g r a m m v e r k e h r , inklusive die Phonogramme, ergibt sich pro 1911, bei einer Gesamtzahl von 1,721,439, eine Vermehrung von 88,346 oder 5,4i% gegenüber dem Vorjahre (1910: Vermehrung 4,86%). Die budgetierte Zahl wurde um 51,439 oder 3,o8°/0, überschritten.

Der i n t e r n a t i o n a l e V e r k e h r weist mit 2,995,397 Telegrammen eine Vermehrung auf von 232,020 (8,396%) gegenüber dem Vorjahre und von 95,397 (3,29%) gegenüber der im Budget veranschlagten.

Der T r a n s i t v e r k e h r mit 1,304,956 Telegrammen ergab 92,886 (7,663 %) mehr als im Vorjahre und übersteigt die im Voranschlag angenommene Ziffer um 27,956 (2,ig °/0).

Die d r i n g e n d e n T e l e g r a m m e , in der Schweiz zulässig seit dem 1. August 1908 (A. S., Bd. XXIV, 8. 715), weisen eine stetige Zunahme auf. Deren Zahl ist von 35,751 (interne 2287, internationale 33,464) im Vorjahre, auf 39,147 (interne 2774, internationale 36,373) angestiegen.

Den Verkehrsverhältnissen entsprechend, überstieg der Ges a m t e r t r a g der T e l e g r a m m e den v o r j ä h r i g e n um Fr. 324,967. 39, den b u d g e t i e r t e n um Fr. 72,201. 54.

Im t e l e p h o n i s c h e n G e s p r ä c h s v e r k e h r ergaben sich statt der im B u d g e t vorgesehenen 45,890,000 t a x p f l i c h t i gen L o k a l g e s p r ä c h e und 10,237,000 i n t e r u r b a n e n Gespräche (inbegriffen die internationalen) 50,571,334 der ersteren und 11,598,961 der letzteren Gesprächskategorie (351,249 ausgehende und 360,817 eingehende, zusammen 712,066 internationale inbegriffen). Es kommt dies gegenüber dem Vorjahre einem Zuwachs von 4,569,738 lokalen und 1,220,448 interurbanen Gesprächen

575

«(inklusive die internationalen. Eingang und Ausgang) gleich und bedeutet ein Mehr gegenüber den budgetierten Verkehrszahlen von 4,681,334 bei den taxierten lokalen und von 1,001,144 bei den interurbanen inklusive ausgehenden internationalen Gesprächen.

Auch im Berichtsjahre erfuhren die interurbanen Nachtgespräche .zu reduzierten Taxen wieder einen starken Zuwachs. Deren Zahl betrug 1911 im ganzen 193,323, mit einer Vermehrung von 48,949 gegenüber dem Vorjahre. Von, dieser Zunahme entfallen 28,962 auf Gespräche zwischen Netzen im Innern der Schweiz und 19,987 auf den internationalen Nachtverkehr.

Der Gesamtertrag der l o k a l e n und i n t e r u r b a n e n Gespräche (inbegriffen die internationalen) sowie der G e s p r ä c h s a b o n n e m e n t e stellt sich mit Fr. 7,001,279.67 um Fr. 719,834.27 höher als im Vorjahre und übersteigt den budgetierten Ansatz um Fr. 714,279. 67.

Die Zahl der T e l e p h o n a b o n n e m e n t e belief sich am Ende des Berichtsjahres auf 71,622 mit einer Vermehrung von 3982 gegenüber dem Vorjahre und 1022 gegenüber dem Voranschlag. Entsprechend dem stärkern Zuwachs und dem Mehrertrag per Abonnement (Fr. 1. 70) hat der Gesamtertrag der Abonnementsgebühren im Jahre 1911 (Fr. 4,634,518. 47) den Budgetposten um Fr. 186,718. 47 überschritten. Ebenso stellt sich derselbe um Fr. 323,608. 23 höher als im Vorjahre.

Die Betriebseinnahmen (Ertrag der Telegramme, der Telephongespräche und der Telephonabonnementsgebühren) stellen sich um Fr. 973,199. 68 günstiger, die übrigen Einnahmen (Gemeindebeiträge, Inventarvermehrung undVerschiedenes) um Fr. 196,331.45 geringer als der Voranschlag. Dieser Ausfall in den ,,übrigen Einnahmen" rührt daher, dass die Inventarvermehrung um Fr. 303,267. 70 unter dem ins Budget eingestellten Betrage blieb.

Die Gesamteinnahmen ergeben ein Mehr von Fr. 776,868. 23.

Anderseits blieben die Totalausgaben (exklusive die ausserordentliche Amortisation) um Fr. 629,020. 42 unter der budgetierten Ausgabensumme (inbegriffen Fr. 103,900 Nachtragskredite und Fr. 85,000 Kreditübertragung vom Vorjahre, zusammen Fr. 188,900), so dass die Betriebsrechnuag, wie schon eingangs erwähnt, ganz bedeutend günstiger abschliesst, als erwartet werden durfte.

Im Berichtsjahre wurden wiederum verschiedene private Linienbauunternehmungen mit Arbeiten im staatlichen Leitungsnetz betraut. Zu den wichtigsten dieser Aufträge gehören die neuen Telephonleitungsanlagen Zürich-Lausanne II, Bern-WinterBundesblatt, 64. Jahrg. Bd. II.

38

576

thur, Lausanne-Brig, Zürich-Wallenstadt, Zürich-Wil II streckenweise, Zürich-Reinach streckenweise, Zürich-Winterthur VII und Zürich-Arth.

Die Versuche werden im laufenden Jahre noch fortgesetzt und voraussichtlich auf Ende desselben abgeschlossen werden.

Wie in den beiden Vorjahren, so wurde die Privatindustrie auch im Jahre 1911 versuchsweise mit dem Anstrich der Bisenkonstruktionen in einem grossen Teil des staatlichen Telegraphenund Telephonnetzes betraut. Da zur Beurteilung der Zweckmässigkeit dieses Verfahrens neben der Kostenfrage namentlich auch die Dauerhaftigkeit des Anstrichs in Betracht fällt, muss hier mit einem definitiven Entscheid ebenfalls noch zugewartet werden > ; Die Versuche dauern inzwischen fort.

Den orkanartigen Stürmen vom 21., 22. und 23. Dezember 1911 hat das schweizerische Telegraphen- und Telephonnetz gut standgehalten. Wenn damals in einigen Gegenden Linienbeschädigungen dennoch vorgekommen sind, so haben sie in der Grosszahl nicht die direkte Wirkung des Winddruckes, sondern durch den Sturm herbeigeführte Baumstür/e zur Ursache.

Wie schon im Jahre 1910 wurde auch im Berichtsjahr durch Verwendung leistungsfähigerer Systeme von Telegraphenapparaten auf rationellere Ausnützung der bestehenden internationalen Leitungen hingearbeitet.

Am 1. Juli ist der bisherige Hughes-Betrieb Zürich-Wien in Zweifach-Baudot-Betrieb umgewandelt worden.

Die Verbindung Berlin-Basel wurde bis nach Zürich verlängert und statt des Hughes-Systems der Vierfach-Baudot-Betrieb mittelst Staffelschaltung eingeführt, der den beiden Bureaux Zürich und Basel gestattet, gleichzeitig über die nämliche Leitung mit Berlin und unter sich selbst zu verkehren.

Aber auch das Telegraphennetz im Innern der Schweiz ist im Berichtsjahre besser ausgebaut worden. So wurden z. B. die in Samaden endigenden Leitungen nach St. Moritz, ferner die in Morges und Nyon ausmündenden Leitungen nach Lausanne und Genf und die von Montreux und Vevey bedienten Leitungen nach Lausanne verlängert, wodurch eine direktere und daher auch raschere und sicherere Telegrammübermittlung erzielt werden konnte.

Der elektrische Ferndrucker (vergleiche Geschäftsbericht von 1910, Seite 6, unten) wurde im Berichtsjahre zum ersten Male

577

auf dem Abonnementsweg an Private abgegeben. Auf Jahresende waren vier Geschäftsfirmen in Zürich auf den Ferndrucker abonniert.

Das Zentralumschaltsystem für Telegraphenbetrieb, dessen Vorteile bereits im Geschäftsbericht pro 1910 (Seite 6) hervorgehoben wurden, ist in den Telegraphenbureaux Luzern und Lausanne, sowie in mehreren kleineren Bureaux eingeführt worden.

In Winterthur und Lugano wurden zwei neue nach dem Zentralbatterie-System gebaute und mit Gesprächszählern ausgerüstete Telephonzentralen dem Betriebe übergeben.

Als sehr bemerkenswerte Neuerung darf die im Berichtsjahr erfolgte Einführung eines neuen Systems der Duplextelephonie bezeichnet werden, welche gestattet, auf zwei parallel verlaufenden Telephonleitungen gleichzeitig drei Gespräche zu führen. Dieses System ist nunmehr im Betrieb zwischen Lausanne-Genf, LausanneMontreux, Lausanne-Yverdon, Bern-Genf und Zürich-Winterthur.

Die Frage der E r h ö h u n g der T e l e p h o n g e b ü h r e n (siehe Botschaft des Bundesrates vom 20. Dezember 1909, Bundesbl.

1909, VI, S. 5673 ist i m Berichtsjahre nicht viel weiter gediehen.

Die von der nationalrätlichen Kommission im Jahre 1910 verlangte Umrechnung der Betriebsergebnisse der Telephon Verwaltung, sowie die Begutachtung der von Seiten verschiedener Interessenverbände gemachten Eingaben erschienen als ergänzender Bericht des Bundesrates zur obgenannten Botschaft (siehe Bundesbl. 1911, II, S. 137). In ihrer Sitzung vom 10. Juli 1911 ist dann die Kommission auf die Vorlage eingetreten. Beschlüsse wurden jedoch nicht gefasst, sondern die Telephonverwaltung zur Ausführung von Berechnungen über die finanzielle Tragweite verschiedener Abänderungsanträge eingeladen. Der Vollzug dieses Auftrages fällt nicht mehr in das Berichtsjahr.

Von den im Jahre 1911 in Kraft getretenen Gesetzen, Bundes- und Bundesratsbeschlüssen, haben für die Telegraphenund Telephonverwaltung mehr oder weniger Bedeutung: Bundesratsbeschluss betreffend einen Zusatz zu Art. 4 der Verordnung über das Telephonwesen (Umschreibegebühr für Übertragung von Abonnementen), vom 24. Januar 1911 (A. S. n. F.

Bd. XXVII, S* 104).

Vollziehungsverordnung für die Telegraphen- und Telephonverwaltung zum Bundesgesetz vom 2. Juli 1897, betreffend die Besoldungen der eidgenössischen Beamten und Angestellten, modi-

578

fi/iert durch die Bundesgesetze vom 16. Dezember 1907 über die Organisation der Telegraphen- und Telephonverwaltung und vom 24. Juni 1909 über die Besoldungen der eidgenössischen Beamten und Angestellten, vom 6. Oktober 1911 (A. 8. n. F.

Bd. XXVH, S. 803).

Bundesbeschluss betreffend die Erstellung eines Post- und Telegraphengebäudes in Aarau, vom 15. Dezember 1911 (A. S. n. F.

Bd. XKVH, S. 985).

Bundesgesetz betreffend die Aufhebung der Amtskautionen der Beamten und Angestellten der schweizerischen Bundesverwaltung, vom 5. Oktober 1911 (A. S. n. F. Bd. XXVIII, S. 95).

2. Linien.

  1. Bestand der Linien (Trassen).

Die Linienbestände ergeben folgende Zahlen : Linien der Telegraphen- und Telephonverwaltung.

Linienlänge (Trassenlänge) in km

oberirdisch Telegraphenlinien . . . .

3,477,3 Telephonlinien 16,910,i Gemischte Linien . . . .

3,308,3

unterirdisch 97,9 757,7 359,4

Total 3,575,2 17,667,8 3,667,,

Bestand Ende 1911 . . .

Bestand Ende 1910 . . .

23,695,7 23,386,9

1215,o 1140,4

24,910,7 24,527,8

Vermehrung

308,8

74,6

383,4

Die gemischten Linien sind solche, an denen sowohl Drähte des Telegraphen-, als auch solche des Telephonnetzes geführt sind.

Konzedierte Privatlinien.

Linienlänge (Trassenlänge) In km

Bestand Ende 1911 Bestand Ende 1910

2781,i 2161,6 Vermehrung

619,6

579

b. Telegraphennetz.

Der Leitungsbestand des Telegraphennetzes weist die folgenden Zahlen auf: oberirdisch

Bestand Ende 1911 Bestand Ende 1910

Drahtlänge in km unterirdisch

. . 21,797,6 . . 21,735,4

Vermehrung

4508,e 4286,t

62,a

Total

26,306,2!

26,021,6

222,5

284,7

c. Telephonnetz.

Der Bestand des Telephonnetzes ist aus folgenden Zahlen ersichtlich : Zahl der Telephonnetze

Zahl der UmschalteStationen

427 423

350 353

4

--3

Bestand Ende 1911 Bestand Ende 1910 Vermehrung

Bestand Ende 1911 Bestand Ende 1910

Zahl der Abonnemente

Zahl der Abonnentenstationen

71,622 67,640

84,058 78,736

3,982

5,322

Vermehrung

Lokale Telephonnetze Drahtlänge in km oberirdisch unterirdisch Total

Bestand Ende 1911 . . . 70,757,2 Bestand Ende 1910 . . . 66,330,4 Vermehrung

4,426,8

232,253,4 216,081,3

303,010,68 282,411,7

16,172,i

20,598,9

Von den 71,187 Abonnentenleitungen sind vollständig o b e r i r d i s c h geführt . . . 16,426 -- 23,i % ganz oder teilweise u n t e r i r d i s c h . . . 54,761'= 76,9 %· 1 3

Inbegriffen 1665,i km (1910: 1517,3 km) Resevveleitungen.

Inbegriffen 106,032,6 km (1910: 103,316,2 km) Reserveleitungeu.

580 Von diesen Abonnentenleitungen sind doppeldrähtig 62,359 = 87,8 % e i n d r ä h t i g , mit Erde als Rückleitung . 8,765 = 12,8 % e i n d r ä h t i g , mit gemeinschaftlicher metallischer Rückleitung 63 = 0,i %.

Über diese Ausscheidung der Abonnentenleitungen liegt bei der Obertelegraphendirektion eine Tabelle zur Einsicht auf, in welcher die betreffenden Zahlen nach Netzgruppen zusammengestellt sind.

Tabelle I, am Schlüsse des Abschnittes 2, gibt eine nach Kantonen geordnete Übersicht über die Telephoneinrichtungen.

Es folgen nachstehend die Abonnentenzahlen der Ortschaften mit 300 und mehr Telephonabonnenten, d. h. derjenigen Zentralstationen, in denen der volle Nachtdienst eingeführt ist. Die in Klammern angegebenen Zahlen bedeuten die Vermehrungen gegenüber dem Vorjahre.

Abonnsmento

Aarau Baden Basel . . .

Bern . . .

Biel . . .

Chaux-de-Fonds, Chur . . .

Davos-Platz .

Frauenfeld .

Freiburg .

Genf . . .

Herisau . .

Interlaken Lausanne

.

.

.

La .

.

.

558 405 5208 3931 964 1435 457 475 329 572 6589 330 475 3139

( 21) ( 30) (200) (248) ( 51) ( 82) ( 34) ( 34) ( 13) ( 36) (329) ( 9) ( 30) (189) !

Abonnemente

Lode, Le Lugano .

Luzern Montreux Neuenburg .

Rorschach 8t. Gallen .

Schaffhausen Solothurn Thun . . .

Vevey Winterthur .

Zürich . .

326 752 1838 839 1034 406 2685

848 545 444 694 1046 9620

( 17) ( 71) ( 91) ( 30) ( 42) ( 16) (204) ( 55) ( 21) ( 26) ( 25) ( 52) (519)

Die Bestände der Abonnemente und Abonnentenstationen der einzelnen Netze und Umschaltestationen und die Längen der Lokaldrähte der einzelnen Netze (die dazu gehörenden Umschaltestationen inbegriffen) sind aus einer bei der Obertelegraphendirektion aufgelegten Tabelle ersichtlich.

Das interurbane Telephonnetz stände auf:

weist

die folgenden Be-

581 Iiiterurbanes Telephonnetz Länge der Verbindungen in km

oberirdisch 25,126,5 24,258,9

Bestand Ende 1911 .

Bestand Ende 1910 .

Vermehrung

unterirdisch 3592,9 3683,5

867,6

--90,9

Total 28,719,il 27,942,4 776,7

Länge der Drähte in km oberirdisch . unterirdisch Total 50,229,i 7185,5 57,414,0 s 48,447,8 7359,i 55,806,9

Bestand Ende 1911 .

Bestand Ende 1910 .

Vermehrung

1,781,3

--173,

1,607,7

Über die Zahl der interurbanen Leitungen am 31. Dezember 1911 und die Vermehrung im Berichtsjahr gibt die folgende Zusammenstellung Aufschluss : Bestand Ende 1911 1910

Interne Leitungen Internationale Leitungen . . . .

Total

923 68 991

902.

68 970

Vermehrung Im Jahr 1911

21 --- 21

d. Kabelanlagen.

Im Berichtsjahr wurden in folgenden weiteren Ortschaften Kabelanlagen erstellt: Aarburg, Altstätten, Ariesheim, Aubonne, Auvernier, Balsthal, Balterswil, Bischofszell, Ermatingen, Illnau, Ins, Landqnart, Leysin, Lyss, Märstetten, Martigny-Ville, Mendrisio, Renens, Romont, Stein am Rhein, Sulgen, Tavannes.

Die Zahl der mit Kabelanlagen versehenen Ortschaften beträgt nun 182.

Die Kabelnetze ergaben pro 31. Dezember 1911 die nachstehenden Gesamtbestände. Die in Klammern angegebenen Zahlen bedeuten die Vermehrungen im Berichtsjahre.

1 2

Inbegriffen 1588,5 km Reservedoppelleitungen (1910: 1556,5 km).

Inbegriffen 3177,o km Reserveleitungen (1910: 3113,o km).

582

Länge der unterirdischen Linien (Trossen) 1,214,3 km (79,o> Aderlänge der Telegraphenkabel. . . 3,731,7 ,, (108,9> Aderlänge der interurbanen Telephonkabel 6,942,0 ,, (--39,s) Aderlänge der Abonnenten-Telephonkabel 233,060,3 ,, (15,643,4> Länge der Rohrleitungen . 119,2 ,, (4,a> Länge der Zoreskanäle 956,7 ,, (78,2> Zahl der Einsteigschächte 1,648 (38) Zahl der Erdkabelüberführungen. . . 4,239 (268) Eine bei der Obertelegraphendirektion zur Einsicht aufliegende Tabelle enthält die obigen Angaben nach Netzgruppen ausgeschieden.

e. Beteiligung an der Kontrolle der elektrischen Anlagen.

(Gemäss Art. 15 und 21 des Bundesgesetzes vom 24. Juni 1902.)

Die seit Inkrafttreten des Bundesgesetzes vom 24. Juni 1902 konstatierte, stetige Zunahme der eingereichten Vorlagen für elektrische Starkstromanlagen, wurde auch im Berichtsjahr 1911 wahrgenommen.

Es wurden eingereicht und sind zum Teil noch in Behandlung : 1. Allgemeine Vorlagen für Starkstromanlagen.

Im Jahre 1902 . · ,, ,, 1910 ,, « 1911

202 Vorlagen, 1357 ., 1574 ,,

Die 1574 Vorlagen des Berichtsjahres beziehen sich auf: 427 neue Hochspannungsleitungen und Abzweigungen, 361 neue Niederspannungsnetze und 786 Erweiterungen und Umbauten bestehender Anlagen.

2. Spezielle Vorlagen für Parallélfiïhnmgen wid Ereueimgen von Starlcstromleitimgen mit Eisenbahnen.

Im Jahre 1902 ,, ,, 1910 ,, » «u

174 Vorlagen, 357 347 ,,

583 3. Vorlagen für elektrische Sahnen.

Im Jahre 1902

,,

*

«U*

,,

,,

1911

11 Vorlagen,

43 · ' ,, .

.

.

.

.

.

.

49

,,

Die 49 Vorlagen des Jahres 1911 betreffen : 5 neue elektrische Bahnen und Tramlinien, l Projekt für die elektrische Ausrüstung einer bestehenden Bahn und 43 Erweiterungen und Änderungen bestehender elektrischer Bahnen und Tramlinien.

Kontroll-Inspektionen.

Die Behandlung der sub l, 2 und 3 erwähnten 1970 eingereichten Vorlagen bedingte in der Regel je einen Augenschein vor Ausführung der Arbeiten, zwecks Verständigung über die nötig werdenden Sicherungsmassnahmen zum- Schütze der Schwachstromanlagen, sowie je eine Kontroll-Inspektion nach Fertigstellung der Starkstromleitungen.

Ausserdem wurden Kontroll-Inspektionen über die Kreuzungen und Parallelführungen älterer Starkstromleitungen ausgeführt und zwar: Im Jahre 1902 . . . . an 144 Anlagen, ,, ,, 1910 . . . . ,, 32 ,, ,, ,, 1911 . . . . ,, 30 ,, Die 30 Inspektionen des Berichtsjahres verteilen sich auf: 11 Hochspannungsleitungen, welche durch die Obertelegraphendirektion kontrolliert wurden und auf 19 von den Kreisdirektionen inspizierte Niederspannungsnetze.

Der Rückgang der Kontroll-Inspektionen an altern Anlagen ist eine Folge der vermehrten Inanspruchnahme des Personals durch die Behandlung der ausserordentlich grossen Zahl der Vorlagen für neue Projekte.

f. Bahndienstliche Leitungen.

Die an den Linien der Telegraphen- und Telephonverwaltung geführten Schwachstromleitungen der Eisenbahnverwaltungen (Telegraphen-, Telephon- und Signalleitungen) haben den folgenden Bestand :

584 Drahtlänge in km

Ende 1911 1910 n

13,464,9 13,361,0

VermehruDg

103,9

g. Konzedierte Privatleitungen.

Die nachstehenden Zahlen zeigen den Bestand der konzedierten Privatleitungen (für den Betrieb ron Telegraphen- und Telephonapparaten, Läuteeinrichtungen, elektrischen Uhren, Wasserstandsanzeigern etc.).

Drahtlänge in km

Privatleitungen an selbständigen Linien Privatleitungen an Staatslinien

. .

5519,3 428,7

Bestand Ende 1911 ,, ,, 1910

5948,0 4503,5

Vermehrung

1444,5

585 Tabelle I.

Übersicht der Telephoneinrichtungen nach Kantonen, e

·gl'I-

Kantone

*1 "~ 0

Zürich . . .

Bern Luzern . . .

Uri . .

.

Schwyz . . .

Obwalden . .

Nidwaiden .

Glarus . . .

Zug Freiburg Solothurn Baselstadt .

Baselland . .

Schaffhausen Appenzell A.-Rh.

Appenzell I.-Rh.

St. Gallen . .

Graubünden Aargau . . .

Thurgau . . .

Tessin . . .

Waadt . . .

Wallis . . .

Neuenburg . .

Genf

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

518 916 173 27 74 20 19 34 42 294 158 6 88 39 44 16 340 219 258 336 248 477 180 119 114

Total 4,759 l

e

.fc o

AI 39 61 23 7 12 4 4 7 3 9 8 1 7 4 6 1 40 35 24 17 32 38 28 16 1 427

«S ·5.2 » -ÎE.2 3«

29 96 13 2 2 2 1 4 3 23 11 1 6 6 7 2 21 10 18 21 1 38 11 10 12 350

^^, *S eg 1<»·§

C

1 £ g .a <

80 13,595 128 10,225 10 2,742 4 -- 4 7 3 114 63 1 41 25 1 -- 39 13 77 44 19 212 10 10 16

228 568 170 130 523 433

1,181 1,262 5,131 720

1,001 863 115 5,523

2,120 2,542 2,062

1,820 7,221 858 3,583 7,006

921 71,622

·EO

«r w

111 1 1 LU

LU

37 63 61 97 103 101 106 64 65 118 93 26 106 46 67 127 55 55 91 65 86 44 150 37 22

52,4

) Nicht Inbegriffen di s mit Tel îgraphe nbureaux verbu adenen G îineindeStationen (17), we ehe ausschliessl eh dea Telegr ammverm ittlungsdienst besorgen.

*) Auf Grundlage der Volkszählung vom Jahr 1910.

586

3. Stationseinrichtungen.

Die Bestände auf Ende 1911 der wichtigern Apparate der Telegraphen- und Telephonstationen und die Vermehrung im Betriebsjahre sind aus nachstehender Aufstellung ersichtlich:

  1. Apparate der Telegraphenbureaux.

Farbschreiber für Arbeitsstrombetrieb Farbschreiber für Ruhestrombetrieb Relais Klopferrelais Hughesapparate Baudotapparate b. Apparate der Telephon-, Zentralund Umschaltstationen.

  1. Für Lokalbatteriebetrieb : Umschaltschränke für Lokalleitungen Umschaltkasten für Lokalleitungen .

Umschaltschränke für interurbane Leitungen 2. Für Zentralbatteriebetrieb : Umschaltschränke für Lokalleitungen Umschaltschränke für interurbane Leitungen

Vermehrung oder Verminderung'

Bestand Ende 1911

Bestand Ende 1910

1,054 814 487 113 110 7

1,011 924 291 98 111 5

793 348

797 357


49?

105

114

--

9=

71

62 +

9'

32

24

&

+ +

+

-f

43: 110 1961£ l 2:

c. Apparate der Abonnentenstationen.

  1. Für Lokalbatteriebetrieb: Wandtelephonstationen Tischtelephonstationen Umschaltkästchen

61,998 61,676 7,017 5,955 6,064 5,776

2. Für Zentralbatteriebetrieb: Wandtelephonstationen . . . . . 12,784 Tischtelephonstationen 2,261 Umschaltkästchen 727

10,007 1,122 371

+ 322 -f-1)062 -}- 288.

-f 2,777 -j-1*139 -f- 356

587

4. Bureaux.

Im Jahr 1911

wurden neu eröffnet:

1 Filial- (I. Klasse) ·2 Filial- (IH. Klasse) Telegraphenbureaux, 2 Staats1 Privatim Gemeindetelephonstationen mit Telegraphendienst, 1 Telephonzentralstation III. Klasse, 4 Telephonumschaltstationen.

'2 l 6 l -4

Aufgehoben wurden: Privattelegraphenbureaux, Eisenbahntelegraphenbureau, Gemeindetelephonstationen mit Telegraphendienst, Aufgabebureau, Telephonumschaltstationen.

Umgewandelt wurden: l Telegraphenbureau III. Klasse in ein solches II. Klasse, '3 Gemeindetelephonstationen in Staatsbureaux, l Aufgabe- in ein Filialbureau, 1 Aufgabe- in ein Eisenbahnbureau, 2 Privat- in Staatstelegraphenbureaux, ·3 Telephonumschaltstationen in Zentralstationen III. Klasse.

Im Vergleich zum Vorjahr ergeben sich folgende Zahlen: Telegraph

Bestand Ende 1910

Vermehrung

n. ,, .

,, ni.

,, ·.

Eisenbahnbureaux .

30 48 1201 66

1 1 9 l

GemeindetelephonStationen mit Telegraphendienst

941

Bureaux

I. Klasse

Aufgab ebur eaux

VerBestand miuderung Ende 1911

-- -- 3 l

31 49 1207 66

6

9

938

2286 75

18

13 3

2291 72

2361

18

16

2363

588 Taionhnn Aeiepuon

Bureaux I. Klasse ,, II. ,, ,, III. ,, ümschaltstationen

Bestand Ende 1910

.

.

.

.

.

.

.

.

Ver-

mehru:ng

.

8 .

56 . 359 . 353 776

VerBestand Minderung Ende 1911

-- l 4 4 9

-- -- l 7 8

8 57 362 350 777

Nach ihrer Dienstart verteilen sich die Bureaux wie folgt:.

Telegraph

Telephon

Mit ununterbrochenem Dienst 7 Mit verlängertem Dienst (6/? m. bis 10 a.)

16 Mit vollem Tagdienst (7/8 m. bis 9 a.) . 341 Mit erweitertem Tagdienst (7/s bis 12 m., 1 bis 8Ys a.)

78 Mit beschränktem Tagdienst (7/s bis 12 m., 2 bis 6, 8 bis S1^ a.)

_1921 2363

27 2 320 60 368 777

5. Personal.

Im Laufe des Berichtsjahres sind im Personalbestand der Telegraphen- und Telephonverwaltung folgende Änderungen eingetreten : Freiwillige Rücktritte

Zentralverwaltung . . .

l Bureaux I . u n df i .Elasse . 3 Bureaux m. Klasse . . . 25 Gremcindetelephonstationen . 6 7 Telephonzentralen I. u. II. Kl. 67 Bedienstete l Arbeiter 3 1 6 7

Abberufungen

-- 4 l -- l l -- 7

Todesfälle

l

2

5 15 2 -- 3 -- 6

Auf 31. Dezember 1911 standen im Dienst der Verwaltung:.

an definitivem Personal 4537 an provisorischem Personal 1193 Total 5730 Personen,

589

Dieses Personal setzt sich folgendermassen zusammen : Obertelegraphendirektion.

Beamte Angestellte

94 29

, , " ' ' .

Total 1 2 3 Kreisverwaltungen.

  1. EreistelegraphendireMionen.

Beamte Angestellte

61 T Total

68

b. Tekgraphenbureaux L und II, Klasse.

Bureauchefs Dienstchefs _ , ,.

( männlich Telegraphisten^ weiblich Ausläufer und Bureaudiener

-.

. . .

Total

65 35 383 37 202 722

c. Telegraphenbwecvux III. Klasse.

Bedient durch : ( männlich männlich Telegraphisten mit Postdienst j weibiich / männlich r, <>nne -r, \ weiblich Eisenbahnbeamte

621 621 268 105 212 66 Total

1272

Von den Inhabern der Bureaux III. Klasse amteten 212 Telegraphisten ohne Postdienst und 339 Telegraphisten mit Postdienst gleichzeitig als Telephonisten von Zentralstationen III. Klasse und Umschaltstationen.

590 d. G-ememdetelephonstationen.

(Mit Telegraphendienst.)

Bedient durch: ,, , , ., .. ,, .,. , / männlich Telephonisten mit Postdienst < weihlich ( männlich ohne ·n r> \ weiblich

163 70 555 150 Total

938

Von den Inhabern der Gemeindetelephonstationen amteten 40 Telephonisten ohne Postdienst und 29 Telephonisten mit Postdienst gleichzeitig als Telephonisten von Zentralstationen III. Klasse .und Umschaltstationen.

e. Aufgabebiweaux.

Bedient durch: Postbeamte Eisenbahnbeamte Übrige Beamte

4 67 l Total

72

f. Telephonbureaux I. und II. Klasse.

Telephonchefs Chefstellvertreter Elektrotechniker und Gehülfen Aufseherinnen "Telephonistinnen Bureaudiener Monteure und Linienarbeiter

17 7 99 60 693 5 370 Total

1251

Die Zahl der Telegraphenbeamten, welche gleichzeitig Telephonnetze II. Klasse verwalten, beläuft sich auf 49 ; dieselben ·sind in ihrer Eigenschaft als Telegraphenbureauchefs oder Sektionschefs aufgeführt und erscheinen somit nicht unter dem Telephonpersonal.

591 g. Zentralstationen III. Klasse.

(Ohne Telegraphendienst.)

Bedient durch: Postbeamte Übrige Beamte

9 l Total ~TÖ

In,. Umschaltstationen.

(Ohne Telegraphendienst.)

Bedient durch : Postbeamte Übrige Beamte

40 41 Total

81

Provisorisches Personal.

5 9 5 2 129 81 3 94 269 596 1193

Die Verwaltung verfügte über folgendes provisorische Personal : technische Gehülfen, patentierte männliche Gehülfen, ,, weibliche ,, unpatentierte männliche ,, ,, weibliche ,, Telegraphenlehrlinge, Telegraphenlehrtöchter, Hülfsausläufer, ßeservetelephonistinnen, Taglohnarbeiter.

Im Berichtsjahr wurden 51 neue Lehrlinge aufgenommen, und sämtliche 43 Teilnehmer am Telegraphistenkurs vom 6. März bis 29. April 1911 sind patentiert worden.

Bussen und Beschwerden.

Die den Beamten und Angestellten im Laufe des Berichtsjahres erteilten Ordnungsbussen haben die Zahl von 619 erreicht, somit gegenüber dem Vorjahre um 21 Fälle zugenommen. Der daherige Gesamtbetrag von Fr. 1191. 50, gegenüber Fr. 1097 pro 1910, wurde vorschriftsgemäss dem Zentralkomitee des schweizerischen Lebensversicherungsvereins eidgenössischer Beamten und Angestellten zugestellt.

Bundesblatt. 64. Jahrg. Bd. II.

39

592

Schwerere Strafen, als welche angesehen werden Bussen von Fr. 5 und mehr, Diensteinstellung gegen Gehaltsentzug, Versetzung in provisorische Anstellung oder Entlassung, waren im ganzen 30 zu verzeichnen. In zwei Fällen wurde vom Bundesrate je eine Busse, von Fr. 30 und Fr. 50, verhängt und es sind die beiden Fehlbaren überdies ins Provisorium versetzt worden.

6. Internationales Bureau der Telegraphenunion.

Dem Berichte des i n t e r n a t i o n a l e n B u r e a u s d e r T e l e g r a p h e n u n i o n über seine Geschäftsführung im Jahre 1911, welcher zur Verfügung der Bundesversammlung steht, sind folgende Angaben zu entnehmen : Die Ausgaben des Bureaus beliefen sich auf Fr. 187,613. 57, die Einnahmen auf Fr. 63,071. 57, so dass von den Verwaltungen eine Mehrausgabe von Fr. 124,542 zu decken war, woran die Schweiz Fr. 1980 beizutragen hatte.

Infolge Vereinigung von Kapland, Natal, Oranje und Transvaal unter der gemeinsamen Bezeichnung ,,Südafrikanische Union"1 beträgt die Zahl der Vertragsstaaten 47 gegenüber 50 im Vorjahre. Die Gesamtheit aller Staaten umfasst einen Flächenraum von 68,340,287 Quadratkilometern mit einer Bevölkerung von 1,020,119,346 Einwohnern.

Von den Privattelegraphengesellschaften gehören 20 dem Verein an, 14 andere halten sich, ohne den Beitritt erklärt zu haben, im allgemeinen an die Bestimmungen des Dienstreglements und stehen mit dem internationalen Bureau in regelmässigem Geschäftsverkehr. Eine weitere Gruppe von 5 Gesellschaften verkehrt mit dem internationalen Bureau nur durch Vermittlung einer der genannten Gesellschaften.

Das im Jahre 1909 für die Errichtung eines Welttelegraphendenkmals ernannte internationale Preisgericht versammelte sich, nachdem der erste Wettbewerb von 1910 ohne Erfolg geblieben war, nochmals am 4. und 5. September 1911 in Bern zur Prüfung der auf die zweite Konkurrenzausschreibung hin eingelangten 106 Entwürfe. Von diesen empfahl die Jury denjenigen des Bildhauers Guiseppe Romagnoli, von Bologna, zur Ausführung, welchen Antrag der Bundesrat in seiner Sitzung vom 2. Oktober zum Beschluss erhob.

593

7. Telegraphischer und telephonischer Verkehr.

Wie in frühem Jahren folgen hiernach: 1. eine vergleichende Übersicht der Telegrammzahlen in den beiden letzten Jahren (Tabelle II); 2. eine vergleichende Übersicht der in den beiden letzten Jahren nach den verschiedenen auswärtigen Staaten beförderten und von dort eingegangenen Telegramme (Tabelle III).

Tabelle H.

Vergleichende Übersicht der Telegrammzahlen pro 1910 und 1911.

Monat

Beförderte interne Tele&rramnie 1910

Januar Februar .

März . .

April .

Mai . . .

Juni .

Juli . . .

August . .

September .

Oktober .

November Dezember Total Vermehrung .

107,212 92,442 109,825 120,749 128,777 146,953 179,879 202,255 169,111 151,531 113,461 110,898 1,633,093

1911

1910

1911

105,271 198,222 212,107 98,757 181,027 195,569 114,497 204,769 213,969 122,686 209,208 212,585 228,632 135,346 207,777 233,193 141,838 226,420 306,952 192,507 278,464 236,393 338,704 394,535 185,369 275,253 306,492 153,242 241,891 253,142 115,846 199,775 217,766 119,687 201,867 220,455 1,721,439 2,763,377 2,995,397 88,346 232,020 5,4097 %

Verminderung

Beförderte und empfangene interna- Transittelegramuie tionale Telegramme

8,3962%

1910

81,346 86,772 113,510 109,412 97,470 96,561 93,765 99,726 111,219 112,992 107,031 102,266 1,212,070

1911

Total 1910

1911

103,672 386,780 421,050 397,334 360,241 103,008 122,664 428,104 ·451,130 110,131 439,369 445,402 107,194 434,024 471,172 99,032 469,934 i 474,063 104,918 604,377 552,108 734,305 103,377 640,685 114,007 605,868 ; 555,583 506,414 527,664 121,280 420,267 447,760 114,148 441,667 101,525 415,031 1,304,956 5,608,540 6,021,792 413,252 92,886 7,6684 °/0

7,3682 °/0

w

CD rf-

595 Tabelle HL Telegramm-Verkehr mit dem Auslande in den Jahren 1910 und 1911.

Ausgang

Länder

Total der Telegramme

Eingang

1910

1911

1910

1911

455,434 345,326 150,087 95,736 102,857 45,719 34,874 21,002 13,702

483,614 364,752 158,681 101,429 114,032 48,108 37,747 22,778 Ì7,079

465,662 372,290 146,828 117,474 108,888 49,422 36,402 20,285 12,346

515,577 397,935 161,486 131,714 118,704 56,418 37,901 22,838 15,634

921,096 717,616 296,915 213,210 211,745 95,141 71,276 41,287 26,048

999,191 762,687 320,167 233,143 232,736 104,526 75,648 45,616 32,713

7,384 3,114 2,995 2,415 2,668 2,047 2,031 1,585

11,559 3,567 2,832 2,686 2,760 3,043 2,583 1,578

8,993 3,378 2,924 3,106 2,226 2,390 2,174 1,947

12,063 3,888 3,051 3,332 2,855 2,929 2,579 1,748

16,377 6,492 5,919 5,521 4,894 4,437 4,205 3,532 1,725

23,622 7,455 5,883 6,018 5,615 5,972 5,162 3,326 1,753

58,455 6,231

823

61,104 7,976 1,107 10,033 4,485 4,287 3,006

1910

1911

Europa.

Deutschland . . .

Frankreich . . . .

Italien Grossbritannien . .

Österreich-Ungarn .

Rassland . . . .

Belgien Niederlande . . .

Spanien Rumänien , Serbien , Bosnien, Herzegowina, Montenegro Schweden . . . .

Portugal . . . .

Europäische Türkei Dänemark . . . .

Griechenland . . .

Bulgarien . . . .

Norwegen . . . .

Luxemburg . . .

Gibraltar und Malta Amerika.

Nordamerika . . .

Südamerika . . .

Zentralamerika . .

Asien.

Britisch Indien . .

Japan Asiatische Türkei .

China . . .

Philippinen . . .

Nieder!. Indien . .

Andere Länder . .

Afrika.

Ägypten . . . .

Algier und Tunis .

Andere Länder . .

Australien.

Australien, Neu-Caledonien, Neuseeland und Tasmanien Total

883 250

27,249 2,867

367

4,324 1,860 1,807 1,314

293 282

939 352

842 373

28,229 3,883

31,206 3,364

814 366

32,875 4,093

623

718

563

456

544

4,349 2,046 1,898 1,223

5,382 2,439 2,331 1,761 c362

5,684 2,439 2,389 1,783

9,706 4,299 4,138 3,075

408 334

655 597

754 620

346 286

315

1,291

1,516

1,778

1,828

3,069

3,344

5,530 3,248

929

6,404 3,949 1,120

7,991 4,388 1,164

8,392 4,631 1,024

18,521 7,636 2,093

14,796 8,580 2,144

481

573

539

637

1,020

1,210

1,341,951 1,436,504

1,421,426 1,558,893 2,763,377 2,995,397

596

Die Zahl der beförderten und empfangenen Telegramme (Transit und übertelegraphierte Telegramme nicht Inbegriffen) stellt sich für die bedeutenderen Ortschaften wie folgt: Total der Telegramme im Jahre 1911.

Zürich Basel Genf Bern Lausanne Luzern St. Gallen Winterthur St. Moritz, Graubünden Montreux Lugano Davos Interlaken Neuenburg Chur La Chaux-de-Fonds Vevey Biel Schaffhausen Freiburg Baden Chiasso Thun Pontresina Rorschach Beilenz Aarau Locamo Ölten Solothurn Territet Leysin Engelberg Brig

984,408 574,722 454,844 275,348 236,823 219,888 171,218 130,171 119,112 98,040 88,306 86,531 60,607 57,664 54,703 54,561 47,933 43,775 42,482 39,361 37,703 28,763 28,242 28,231 27,858 ^. . . . 27,785 27,662 27,034 26,236 26,128 24,026 22,876 22,021 , . . . .

18,381

Durchschnitt per Tag.

2697 1575 1246 754 649 602 469 357 326 268 242 237 166 158 150 149 131 120 116 108 103 79 77 77 76 76 76 74 72 72 66 63 60 50

597

Überdies finden sich : 10 Ortschaften mit 41--50 Telegrammen per Tag.

13 ,, ,, 31--40 ,, ,, ,, 36

v)

n

21

--30

-n

-n

v,

65 ,, ,, 11--20 ,, ,, y, 858 ,, ,, 1-10 ,, ,, ,, 1139 ,, ,, weniger als l Telegramm ,, ,, Die Statistik der T e l e g r a m m e ergibt mit Bezug auf den I n h a l t folgende Prozentsätze: Interne.

Internationale.

1910

Staatstelegramme .

Börsennachrichten .

Handelstelegramme .

Privatangelegenheiten Zeitungsnachrichten .

1911

1910

1911

.

2,02 .

2,75 .

36,86 . · 57,os .

I,a9

I,TS 2,si 86,29 58,27 l,sa

0,ig 8,9« SO.si 39,28 l,as

0,26 7,8g SO,« 40,99 O,TM

100,00

100,00

100,00

100,0o

Die in dieser Ausscheidung nicht inbegriffenen D i e n s t t e l e g r a m m e erreichen die Zahl von 186,792, wovon 48,oa % auf den Post- und 51,os °/o auf den Telegraphendienst fallen.

Nachstehend folgt eine Zusammenstellung der verschiedenen Telegrammgattungen, wobei die internen und internationalen übertelegraphierten und die Transittelegramme doppelt berechnet sind.

Interne abgehende Telegramme . . 1,721,439 ., ankommende Telegramme . . 1,727,735 3,449,174 International abgehendeTelegramme 1,436,504 .,, ankommende Telegramme 1,558,893 2,995,397 Amtliche abgehende Telegramme .

186,792 ., ankommende Telegramme .

171,756 358,548 Interne übertelegraphierte Internationale Transittelegramme (Auswechslungsverkehr)

6,803,119 5,486,194 7,124,546

Total der Telegramme 19,413,859

598

Die der Verwaltung wegen Verlust, Verspätung oder Verstümmlung von Telegrammen zugegangenen Reklamationen erreichen die Zahl von 1546, wovon 980 durch die Zentral Verwaltung und 566 durch die Kreisdirektionen erledigt wurden.

Davon fallen auf den i n t e r n e n Verkehr 433, von denen 300 zu Taxrückerstattungen und Strafverfügungen Anlass gaben, während 131 als unbegründet abgelehnt wurden. 2 Fälle blieben auf Jahresende noch unerledigt. Die Summe der Rückerstattungen im internen Verkehr beläuft sich in 202 Fällen zusammen auf Fr. 164. 70.

Auf den i n t e r n a t i o n a l e n Verkehr fallen 921 Reklamationen, wovon sich 576 als begründet erwiesen, während 252 abgelehnt wurden. 93 Fälle blieben auf Ende des Jahres unerledigt.

Im T r a n s i t v e r k e h r betrug die Zahl der Reklamationen 192, wovon 151 anerkannt und 19 abgelehnt wurden, während 22 auf Jahresende unerledigt blieben.

Dabei ist jedoch zu bemerken, dass nur ein kleiner Teil der als begründet anerkannten Reklamationen im internationalen und Transitverkehr auf Unregelmässigkeiten im schweizerischen Betriebe zurückzuführen ist.

In 622 den internationalen und den Transitverkehr betreffenden Fällen fanden Taxrückerstattungen im Betrage von Fr. 2265. 30 statt, an welchen sich die Schweiz mit Fr. 748. 05 zu beteiligen hatte.

Die gegenüber 1910 sich ergebende erhebliche Verminderung der Taxrückerstattungssumme (Fr. 19,128) rührt davon her, dass die Rückvergütungen für internationale Wiederholungsbegehren und B e r i c h t i g u n g s t e l e g r a m m e (,,ST") hier nicht inbegriffen sind. Sie wurden deshalb nicht mehr aufgenommen, weil die für solche Telegramme nur im Sinne einer Hinterlage erhobenen Taxen mit wenigen Ausnahmen den Adressaten der berichtigten Telegramme wieder zurückerstattet werden mussten.

Die Verminderung der Reklamationen pro 1911 (2702 Fälle) rührt von der Weglassung der Berichtigungs- und Wiederholungs-Telegramme her, die früher mitgezählt wurden.

Bei 1027 erledigten und als begründet befundenen Reklamationen und einer Gesamttelegrammzahl von 6,021,792 entfällt e i n e begründete Reklamation auf durchschnittlich 5863 Telegramme, gegenüber 5677 im Vorjahre.

599

Reklamationen betreffend den internationalen Telephonv e r k e h r sind im Berichtsjahre 48 eingelangt, wovon 18 anerkannt und 30 als unbegründet abgelehnt wurden. Daherige Taxrückerstattungen fanden statt im Betrage von Fr. 58, an welchen die Schweiz mit Fr. 17. 50 beteiligt war.

Der t e l e p h o n i s c h e V e r k e h r erzeigt im Vergleich zum Vorjahre folgende Zahlen: 1910

Taxierte Lokalgespräche Taxfreie ,,

1911

Ver ~ mehrung

Ver " ng mindern

46,001,596 667,420

50,571,334 4,569,738 734,106 66,686


46,669,016

51,305,440 4,636,424

--

8,209,959 771,000 1,992,371 236,378 684,565 97,862 10,886,895 1,105,240


Interurbane Gespräche , . . _ , ( 1.1-50 km. . . 7,438,959 '7*° II. über 50-100 km. 1,755,993 Interne llll.über100km. .

586,703

9,781,655 296,743 300,115

351,249 360,817

54,506 66,702


596,858

712,066

115,208

--

167,423

174,779

7,356

--

11,773,740 1,227,804

--

Total aller Gespräche . 57,214,952 63,079,180 5,864,228 Phonogramme . .

28,793 34,542 5,749 Telephonisch vermittelte Telegramme . .

397,327 425,420 28,093 Total aller Vermitthingen. . . . 57,641,072 63,539,142 5,898,070

-- -

taxierte t Ausgang internationale \ Eingang

taxfreie . . . .

Total der interurbanen Gespräche .

10,545,936


Die Vermehrung beträgt bei den taxierten Lokalgesprächen 9,93 °/<b böi den taxierten interurbanen internen Gesprächen 11,30 % und bei den taxierten internationalen Gesprächen 19,ao °/o.

Bei den Phonogrammen zeigt sich eine Vermehrung von 19,97% und beiden telephonischen Telegrammvermittlungen eine Vermehrung von 7,07 %.

600

Von den taxierten interurbanen internen Gesprächen fallen 75,41% m ^e erste, 18,30% in die zweite und 6,2-,% in die dritte Zone. Gegenüber dem Vorjahre haben die Gespräche in der ersten Zone um 10,86 %) in der zweiten um 13,46 % un d in der dritten um 16,68% zugenommen.

Der in obigen Zahlen inbegriffene Gesprächsverkehr der ausschliesslich für den öffentlichen Dienst errichteten 377 Sprechs t a t i o n e n betrug im Jahre 1911: Lokalgespräche 1,103,008 Interurbane Gespräche . . . .

547,358 (interne und internationale)

Total 1,650,366

Der t e l e p h o n i s c h e V e r k e h r zur N a c h t z e i t , welcher ebenfalls in vorstehenden Zahlen Inbegriffen ist, weist auf: 1910

1911

V er

."

menrimg

.,er~

minderung

Taxierte Lokalgespräche 654,368 Interurbane Gespräche : ( 1,1-- 50km . . 56,673 .·MI. über 50--100km 41,123 ' \III. über 100 km . . 23,209

801,419

147,051 --

68,721 52,120 29,126

12,048 -- 10,997 -- 5,917 --

121,005

149,967

28,962 --

10,106 13,263 23,369

15,253 28,103 43,356

5,147 -- 14,840 -- 19,987

Total der interurbanen Gespräche . . . 144,374 Total aller Gespräche 798,742

193,323 994,742

48,949 196,000 --

taxierte f Ausgang internationale! Eingang

Von den internationalen Gesprächen zur Nachtzeit fallen auf den Verkehr: a. mit D e u t s c h l a n d 1800 ausgehende und 4500 eingehende Abonnementsgespräche und zwar je l Abonnement auf die Verbindung Basel-Berlin (720 Gespräche) und Zürich-Mülhausen (1080 Gespräche), ferner 3 Abonnemente auf die Verbindung Berlin-Zürich, mit zusammen 1620 Gesprächen und 2 Abonnemente auf die Verbindung Berlin-Basel mit zusammen 2880 Gesprächen. Die Einzelnachtgespräche sind nicht berück-

601

sichtigt, weil im Verkehr mit Deutschland keine Taxreduktiori auf solchen Gesprächen eintritt.

b. mit F r a n k r e i c h 2721 ausgehende und 4429 eingehende Einzelgespräche, sowie 4006 ausgehende und 720 eingehende Abonnementsgespräche und zwar ie l Abonnement auf die Verbindung Genf-Lyon (720 Gespräche), Genf-Paris (694 Gespräche) und Vallorbe-Paris (432 Gespräche), ferner l Abonnement auf die Verbindung Paris-Genf (720 Gespräche) und 2 Abonnemente auf die Verbindung Zürich-Paris (mit zusammen 2160 Gesprächen).

c. mit I t a l i e n 4746 ausgehende und 3314 eingehende Einzelgespräche, sowie 900 ausgehende und 13,760 eingehende Abonnementsgespräche und zwar 2 Abonnemente mit zusammen 900 Gesprächen aut die Verbindung Zürich-Mailand, 5 Abonnemente mit zusammen 5120 Gesprächen auf die Verbindung MailandZürich, 3 Abonnemente mit zusammen 2,880 Gesprächen auf die Verbindung Mailand-Basel und 4 Abonnemente auf die Verbindung Turin-Basel mit zusammen 5760 Gesprächen.

d. mit Ö s t e r r e i c h (ab 1. August 1911) 1080 ausgehende und 1380 eingehende Abonnementsgespräche und zwar 2 Abonnemente auf die Verbindung Zürich-Wien mit zusammen 1080 Gesprächen und 3 Abonnemente auf die Verbindung Wien-Basel mit zusammen 1380 Gesprächen. Eine Taxreduktion auf EinzelNachtgespräehen ist seitens der österreichischen Verwaltung abgelehnt worden.

Die durchschnittliche Zahl der Lokalgespräche, nach der Gesamtzahl der mit einer Zentral- oder Umschaltestation verbundenen 71,488 Abonnenten berechnet (die 134 unabhängigen fallen nicht in Betracht), beträgt 717,es gegenüber 691,33 im Vorjahre, diejenige der interurbanen abgehenden Gespräche (inklusive die internationalen) 157,ao gegenüber 149,Bo im Jahre 1910.

Die durchschnittliche Gesprächszahl überhaupt (lokale, interurbane interne und internationale) stellt sich per Abonnent auf 874,88 (1910: 840,63).

602

Im Verkehr mit dem Auslande ergaben sich in den Jahren 1910 und 1911 folgende Gesprächszahlen:

Nach und von

Ausgang

1910 Deutschland Frankreich Italien . .

Österreich Luxemburg

.

.

.

.

.

1911

Eingang

1910

JL911

Total Ausgang und Eingang

1910

1911

. 178,755 208,940 170,267 195,232 349,022 404,172 . 63,330 79,702 80,106 98,244 143,436 177,946 . 44,389 48,362 38,367 51,544 82,756 99,906 . 10,251 14,236 11,371 15,793 21,622 30,029 .

4 4 18 22 13 9

Total 296,743 351,249 300,115 360,817 596,858 712,066

Die nachfolgende Zusammenstellung (Tabelle IV) zeigt für die wichtigeren Netze die höchste, niedrigste und die durchschnittliche Zahl der von einzelnen Abonnenten während des ganzen Jahres geführten lokalen und interurbanen Gespräche (inklusive die internationalen), sowie den Tagesdurchschnitt aller taxierten Gespräche :

Tabelle IV.

Jährlicher Gesprächsverkehr einzelner Abonnenten Maximalzahl

Basel. . . . 67,735 Zürich . . . 56,191 Winterthur . . 48,111 Lausanne . . 35,268 Montreux . . 32,968 Baden . . . 28,189 Genf . . . . 21,834 Bern . . . . 17,957 Aarau . . . 17,495 Schafihausen . 17,439 Chaux-de-Fonds, La 16,194 St.Moritz(Graub.) 14,848 Neuenburg . . 14,216 St. Gallen . . 14,111 Biel . . . . 13,364 Davos . . . 12,905 Ölten. . . . 11,852 Thun. . . . 11,790 Luzern . . . 10,432 Vevey . . . 9,835 Solothurn . . 8,942

Minimalzahl

Lugano . . .

St.Moritz (G raub,) Solothurn . .

Brig . . . .

Chaux-de-Fonds, La Ölten . . .

Locamo . . .

Rorschach . .

Genf . . . .

Interlaken . .

Romanshoi'n .

Vevey . . .

Wohlen (Aarg.)

Basel . . . .

Bern . . . .

Nyon . . . .

Luzern . . .

Bagaz . . .

Chiasso . . .

Glarus . . .

Schaff hausen .

Durchschnittszahl

0 Zürich . . .1207 0 Genf . . . .1122 0 Davos . . .1119 2 St. Gallen . . 1104 2 Lausanne . . 1100 2 Basel . . . . 1097 3 St.Moritz (Graub.) 1055 3 Montreux . . 1036 4 Chaux-de-Fonds, La 1024 5 Bern . . . .1018 5 Luzern . . . 985 5 Schaffhausen . 881 5 Winterthur . . 841 6 Baden . . . 8 2 0 7 Solothurn . . 806 8 Interlaken . . 7 7 7 10 Zug . . . . 761 1 1 Biel . . . . 7 5 4 1 2 Lugano . . . 754 1 2 Neuenburg . . 752 13 Ölten . . . . 7 3 8

Tagesdurchschnitt aller taxierten Gespräche

Zürich . . .

Genf . . . .

Basel . . . .

Bern . . . .

Lausanne . .

St. Gallen . .

Luzern . . .

Chaux-de-Fonds, La Winterthur . .

Montreux . .

Neuenburg . .

Schaffhausen .

Biel . . . .

Lugano . . .

Davos . . .

Vevey . . .

Solothurn . .

Aarau . . .

Freiburg. . .

St.Moritz (Graub.)

Interlaken . .

32,396 21,286 16,456 11,774 9,640 9,049 5,079 4,027 2,583 2,455 2,449 2,168 2,101 1,509 1,459 1,416 1,310 1,291 1,250 1,109 1,020

01

O3 O

Jährlicher Gesprächsverkehr einzelner Abonnenten Maximalzahl Arbon . . .

Interlaken . .

Wädenswil . .

Zofingen. . .

St. Immer . .

Chur . . . .

Freiburg . .

Zug . . . .

Delsberg. . .

Burgdorf . .

Brig . . . .

Lugano . . .

Chiasso . . .

Liestal . . .

Glarus . . .

Rorsehach . .

Wil (St. Gallen) Langenthal . .

Herisau . . .

Pruntrut. . .

Kreuzungen .

Frauenfeld . .

Durchschnittszahl

Minimalzahl

8,559 8,072 7,935 7,890 7,556 7,330 7,189 7,082 6,760 6,706 6,614 6,609 6,473 6,152 5,805 5,573 5,365 5,307 5,271 4,987 4,902 4,816

Burgdorf . .

8t. Gallen . .

Zürich . . .

Herisau . . .

Rapperswil(St.«all.)

Zofingen . .

Zug . . . .

Bulle . . . .

Lode, Le Schwyz . . .

Freiburg . .

St. Immer . .

Winterthur . .

Liestal . . .

Aigle. . . .

Frauenfeld . .

Yverdon . . .

Biel . . . .

Beilenz . . .

Weinfelden . .

Brugg . . .

Lausanne . .

15 16 16 18 18 18 18 19 19 19 21 21 21 22 23 23 24 26 27 28 29 29

Chur . . . . 7 2 6 Aarau . . . 712 Freiburg . . 711 Thun. . . . 7 1 0 Herisau . . . 706 Vevey . . . 706 Chiasso . . . 6 9 5 Liestal . . . 6 8 7 Arbon . . . 6 7 8 Delsberg. . . 677 Altdorf . . . 6 5 9 Rorsehach . . 647 Kreuzungen . . 645 Wohlen (Aarg.) 638 Romanshorn . 623 Wil (St. Gallen) 621 Schwyz . . . 6 1 9 Wädenswil . . 6 1 8 Vallorbe. . . 612 Langenthal . . 609 Lode, Le . . 609 Burgdorf . . 607

Tagesdurchschnitt aller taxierten Gespräche Baden . . .

Thun . . . .

Chur . . . .

Zug . . . .

Rorschach . .

Herisau . . .

Burgdorf . .

Frauenfeld . .

Glarus . . .

Lode, Le . .

Wil (St. Gallen) Ölten. . . .

Weinfelden . .

Langenthal . .

Kreuzungen .

Yverdon . . .

Liestal . . .

Morges . . .

Nyon. . . .

Pruntrut. . .

St. Immer . .

Arbon . . .

1,007 981 840 768 714 646 619 617 554 550 539 514 479 467 463 394 373 371 365 356 330 326

Jährlicher Gesprächsverkehr einzelner Abonnenten Maximalzahl

Yverdon . . .

Aigle. . . .

Bulle . . . .

Brugg . . .

Uster. . . .

Vallorbe . . .

Lode, Le . .

Morges . . .

Weinfelden . .

Schwyz . . .

Beilenz . . .

W ohlen (Aargau) Ragaz . . .

Romanshorn .

Rapperswil(St.Oal).)

Payerne . . .

Locamo . . .

Martigny . .

Altdorf . . .

Nyon. . . .

Langnau (Bern) Sitten . . .

4,796 4,133 4,010 3,993 3,942 3,887 3,843 3,778 3,555 3,504 3,428 3,335 3,325 2,997 2,762 2,683 2,559 2,523 2,483 2,414 2,242 1,148

Minimalzahl

Durchschnittszahl

Tagesdurchschnitt aller taxierten Gespräche

Montreux . . 30 Wil (St. Gallen) 36 Davos . . . 3 8 Pruntrut . . . 3 8 Baden . . . 4 1 Arbon . . . 4 2 Martigny . . 42 Chur . . . . 4 3 Langenthal . . 43 Delsberg . . 45 Morges . . . 4 9 Aarau . . . 5 1 Payerne . . . 5 9 Neuenburg . . 60 Thun . . . . 6 0 Kreuzungen . 65 Wädenswil . . 65 Uster . . . 67 Altdorf . . . 6 8 Langnau (Bern) 76 Sitten . . . 1 0 9 Vallorbe . . . 1 2 9

Ragaz . . . 602 St. Immer . . 598 Bellenz . . . 586 Pruntrut . . 583 Rapperswil(St.6all.) 581 Uster. . . . 5 7 5 Yverdon . . . 567 Weinfelden . . 559 Nyon . . . . 5 5 6 Frauenfeld . . 554 Glarus . . . 554 Morges . . . 5 5 3 Zofingen . . . 5 5 2 Brugg . . . 549 Sitten . . . 5 4 9 Aigle . . . . 5 3 8 Bulle . . . . 5 2 0 Brig . . . . 5 1 7 Payerne . . . 501 Langnau (Bern) 467 Martigny . . 452 Locamo . . . 430

Delsberg . .

318 Brugg . . . 3 1 6 Romanshorn .

307 Locamo . . .

274 Uster . . . . 2 6 8 Zofingen . . .

265 Chiasso . . .

263 Wädenswil . .

259 Bulle . . . . 2 5 4 Langnau (Bern) 252 RapperswiKSt.Gall.)

246 Altdorf . . . 2 2 6 Wohlen (Aarg.)

220 Bellenz . . .

208 Aigle. . . . 2 0 1 Sitten . . .

196 Vallorbe. . .

174 Ragaz . . .

164 Payerne . . . 1 5 8 Schwyz . . . 154 Martigny . .

152 Brig . . . . 1 1 4

P >

600

Die Klassifikation sämtlicher Netze nach dem Tagesdurchschnitt aller taxierten Gespräche erzeigt: 7 Netze mit über 5000 taxierten Gesprächen per Tag 2 ,, ,, 2501-5000 ,, ,, ,, ,, 13 ,, ,, 1001-2500 ,, , ,, ,, ,, 11 ,, ,, 501-1000 ,, ,, ,, fl 24 ,, ,, 251- 500 ,, ,, ,, fl 69 ,, ,, 101- 250 ,, ,, ,, fl 32 ,, ., 76- 100 ,, ,, ,, .,, 47 -,, ,, 51 75 ,, ,, ,, ,, 90 ,, ,, 2650 ,, ,, ,, ,, ^^2 ,, l 25 ,, ,, ,, ,, fl Eine Gruppierung der Telephonabonnenten nach dem Gesprächsverkehr, wobei nur diejenigen Abonnemente berücksichtigt sind, welche das ganze Jahr hindurch bestanden haben, ergibt folgende Ziffern:

607 Tabelle V.

Interurbaner Verkehr (interner)

Lokalverkehr

Internationaler Verkehr

Zahl Zahl der Zahl Zahl der Zahl Zahl der der Gespräche Abon- der Gespräche Abon- der Gespräche Abonper Jahr per Jahr nenten per Jahr nenten nenten

0 1-- 100 101-- 200 201-- 300 301-- 400 401-- 500 501-- 600 601-- 700 701-- 800 801-- 900 901--1000 1001--1100 1101--1200 1201--1300 1301--1400 1401--1500 1501--1600 1601--1700 1701--1800 1801--1900 1901--2000 2001--2500 2501--3000 3001--3500 3501--4000 4001--5000 über 5000

54 5,695 8,407 7,889 7,077 5,894 4,880 3,980 3,313 2,740 2,222 1,917 1,507 1,312 1,085 888 778 609 585 452 408 1,495 833 531 358 438 546

0 1-- 50 51-- 100 101-- 150 151-- 200 201-- 250 251-- 300 301-- 350 851-- 400 401-- 450 451-- 500 501-- 550 551-- 600 601-- 650 651-- 700 701-- 750 751-- 800 801-- 850 851-- 900 901-- 950 951--1000 1001--1250 1251--1500 1501--1750 1751--2000 2001--2500 über 2500

1,519 26,623 11,424 7,101 4,654 3,267 2,378 1,802 1,311 987 771 613 455 406 340 240 223 210 159 140 95 402 274 144 103 91 161

0 1--

25

26-- 50 51-- 75 76-- 100 101-- 125 126-- 150 151-- 175 176-- 200 201-- 225 226-- 250 251-- 275 276-- 300 301-- 325 326-- 350 351-- 375 376-- 400 401-- 425 426-- 450 451-- 476 476-- 500 501-- 625 626-- 750 751-- 875 876--1000 1001--1250 über 1250

48,806 15,060 914 375 184 109 76 48 46 28 21 28 27 17 20 10 14 11 9 15 6 22 17 8 4 6 13

Über den Gesprächsverkehr der einzelnen schweizerischen Telephonnetze im Berichtsjahre gibt eine Tabelle Aufschluss, welche bei der Obertelegraphendirektion zur Einsicht aufliegt. Aus derselben seien hier nur die Ergebnisse einiger der wichtigsten Netze hervorgehoben. Dabei ist zu bemerken, dass die Kategorie der interurbanen Gespräche auch die internationalen Gespräche umfasst.

Bundesblatt. 64. Jahrg. Bd. II.

40

608

labélle VI.

Netze

Lokalgespräche

Aarau 346,030 Baden 247,656 Basel 5,525,783 Bern 3,864,601 616,678 Biel Burgdorf 156,712 1,327,191 Chaux-de-Fonds, La Chur 234,410 Davos-Platz . . . .

496,489 159,648 Frauenfeld . . . .

Freiburg 382,067 Genf 7,558,574 Herisau 161,775 Interlaken . . . .

278,209 Lausanne 3,186,650 156,952 Locle, Le Lugano 492,389 Luzern 1,580,671 Montreux 728,053 Neuenburg . . . .

763,264 Rorschach . . . .

170,212 St. Gallen 2,851,715 St. Moritz (Graubünden) 347,827 Schaffhausen . . . .

672,010 Solothurn 370,271 Thun 252,683 393,604 Vevey Wil (St. Gallen) . . .

125,261 Winterthur . . . .

741,567 Zug 208,961 10,772,332 Zürich

Interurbane Gespräche (Ausgang und Eingang) 240,463 207,477 959,992 924,368 315,558 142,128 283,904 181,120 69,757 123,702 153,416 548,791 137,830 174,361 702,598 94,390 127,081 541,374 301,074 259,381 157,616 783,005 129,404 218,016 203,168 192,684 266,489 138,494 399,037 145,095 2,136,504

Total sämtlicher Gespräche

586,493 455,133 6,485,775 4,788,969 932,236 298,840 1,611,095 415,530 566,246 283,350 535,483 8,107,365 299,605 452,570 3,889,248 251,342 619,470 2,122,045 1,029,127 1,022,645 327,828 3,634,720 477,231 890,026 573,439 445,367 660,093 263,755 1,140,604 354,056 12,908,836

609

Genehmigen Sie, Tit., die Versicherung unserer vollkommenen Hochachtung.

B e r n , den 2. April 1912.

Im Namen des Schweiz. Bundesrates, Der Bundespräsident:

L. Forrer.

Der Kanzler der Eidgenossenschaft: Schatzmann.

--

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Bericht des Bundesrates an die Bundesversammlung über seine Geschäftsführung im Jahre 1911.

In

Bundesblatt

Dans

Feuille fédérale

In

Foglio federale

Jahr

1912

Année Anno Band

2

Volume Volume Heft

15

Cahier Numero Geschäftsnummer

---

Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

10.04.1912

Date Data Seite

447-609

Page Pagina Ref. No

10 024 571

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