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Schweizerisches Bundesblatt.

«4. Jahrgang.

11. Dezember 1912.

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Band V.

Botschaft des

Bundesrates an die Bundesversammlung betreffend die Gewährleistung des Verfassungsgesetzes des Kantons Genf vom 16. Oktober 1912.

(Vom

5. Dezember 1912.)

Tit.

Mit Schreiben vom 12. und 19. November 1912 teilt uns <der Staatsrat des Kantons Genf mit, dass in der Volksabstimmung vom 9. und 10. November 1912 der Entwurf zu einem Verfassungsgesetz vom 16. Oktober 1912 mit 10 584 gegen 2641 Stimmen angenommen worden sei. Dieses Verfassungsgesetz ändert den Artikel l des am 6. Juli 1892 zum Ersatz für die Artikel 37 nnd 38 der Kantonsverfassung vom 24. Mai 1847 erlassenen Verfassungsgesetzes, betreffend die Wahl der Mit.glieder des Grossen Rates, ab. Der Staatsrat ersucht um die Erteilung der eidgenössischen Gewährleistung für das Verfassungs.gesetz vom 16. Oktober 1912.

Artikel l des Verfassungsgesetzes vom 6. Juli 1892 lautete bisher : ,,L'élection des membres du Grand Conseil a lieu au scrutin de liste d'après le principe de la représentation proportionnelle."'

Der einzige Artikel des Verfassungsgesetzes vom 16. Oktober 1912 hat folgenden Wortlaut: Bundesblatt. 64. Jahrg. Bd. V.

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378

,,L'élection des membres du Grand Conseil a lieu damy chaque collège, au scrutin · de liste, d'après le principe proportionnel tempéré par un quorum de 7°/o.u Der zur Genehmigung vorgelegte Artikel des genferiscoeE Verfassungsgesetzes schliesst die Parteien, welche das Quorum von 7°/o nicht erreichen, von einer Vertretung im Grossen Kate aus.

Eine ähnliche prinzipielle Einschränkung der Verhältniswahl besteht im Kanton Genf bereits für die Wahl der Mitglieder der Gemeinderäte und hat am 22. Juni 1912 die eidgenössische Gewährleistung erlangt. (Amtl. Sammlung 1912, pag. 551.) Wir erlauben uns daher, auf die Ausführungen unserer Botschaft vom 15. Juni 1912 (B. Bl. 1912, Bd. 3, pag. 783) zu verweisen, worin wir des nähern erörtert haben, dass von Bundesrechtswegen gegen die Festsetzung eines Quorums bei der Verhältniswahl nichts einzuwenden ist. Die eidgenössische Gewährleistung wäre gewiss dann zu verweigern, wenn sich die in Frage stehende Lösung als ein blosses parteipolitisches Manöver darstellt; alleinim vorliegenden Fall sind keine Anhaltspunkte für eine solche Annahme gegeben.

Wir beantragen Ihnen daher, dem Verfassungsgesetz des Kantons Genf vom 16. Oktober 1912 durch Annahme des hier beigefügten Entwurfes die eidgenössische Gewährleistung am erteilen.

Genehmigen Sie, Tit., die Versicherung unserer vollkommenen Hochachtung.

B e r n , den 5. Dezember 1912.

Im Namen des Schweiz. Bundesrates,.

Der B u n d e s p r ä s i d e n t : L. Forrer.

Der Kanzler der Eidgenossenschaft; Schatzmann.

379 (Entwurf.)

Bundesbeschluss betreffend

die Gewährleistung des Verfassungsgesetzes des Kantons Genf vom 16. Oktober 1912.

Die Bundesversammlung der schweizerischen Eidgenossenschaft, nach Einsicht einer Botschaft des Bundesrates vom 5. Dezember 1912, betreffend das in der Volksabstimmung vom 9. und 10. November 1912 angenommene Verfassungsgesetz des Kantons Genf vom 16. Oktober 1912; in Erwägung: dass dieses Verfassungsgesetz nichts enthält, was den Vorschriften der Bundesverfassung widerspräche ; in Anwendung von Art. 6 der Bundesverfassung, beschliesst : 1. Dem in der Volksabstimmung vom 9. und 10. November 1912 angenommenen Verfassungsgesetz des Kantons Genf vom 16. Oktober 1912 wird die eidgenössische Gewährleistung erteilt.

2. Der Bundesrat wird mit "der Vollziehung dieses jBeschlusses beauftragt.

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Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung betreffend die Gewährleistung des Verfassungsgesetzes des Kantons Genf vom 16. Oktober 1912. (Vom 5. Dezember 1912.)

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Jahr

1912

Année Anno Band

5

Volume Volume Heft

50

Cahier Numero Geschäftsnummer

387

Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

11.12.1912

Date Data Seite

377-379

Page Pagina Ref. No

10 024 828

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