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Bundesversammlung.

Die gesetzgebenden Räte sind Montag, den 1. März 1937, um 18 Uhr, zur siebenten Tagung der 30. Legislaturperiode zusammengetreten.

In den N a t i o n a l r a t igt neu eingetreten: Herr Hans Trümpy, Dr. jur., Chefredaktor, von und in Ennenda, an Stelle des verstorbenen Herrn R. Tschudy.

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Bekanntmachungen von Departementen

nnd andern Verwaltungsstellen des Bundes.

Reglement über

die Lehrlingsausbildung im Wagnergewerbe.

Das eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement, nach Massgabe von Art. 5, Abs. 1 Art. 13, Abs. l, und Art. 19, Abs. l, des Bundesgesetzes vom 26. Juni 1980 über die berufliche Ausbildung (in der Folge Bundesgesetz genannt) und von Art. 4, 5 und 7 der zugehörigen Verordnung I vom 23, Dezember 1932, erlasst nachstehendes

Reglement über die Lehrlingsausbildung im Wagnergewerbe.

  1. Berufsbezeichnung und Lehrzeitdauer.

Die Lehrlingsausbildung im Wagnergewerbe erstreckt sich ausschliesslich auf den Beruf dos Wagners.

Die Dauer dor Lehrzeit betragt drei Jahre.

Die Spezialbetriebe des Wagnergewerbes sind verpflichtet, ihren Lehrlingen die Fertigkeiten des Grundberufes nach Massgabe des nachstehenden Lehrprogrammes zu vermitteln.

Die zuständige kantonale Behörde kann im Einzelfalle unter den Voraussetzungen von Art. 19, Abs. 2, des Bundesgesetzes eine Änderung der normalen Lehrzeitdauer bewilligen.

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2. Beschränkung der Zahl der Lehrlinge.

Ein Betrieb, in dem der Meister allein oder mit einem gelernten Wagner tätig ist, kann jeweils einen Lehrling zur Ausbildung annehmen. In Betrieben, die ständig 2 bis 4 gelernte Wagner beschäftigen, darf ein zweiter Lehrling angenommen werden, wenn der erste die Hälfte seiner vertraglichen Lehrzeit bestanden hat.

Betriebe mit 5 bis 9 ständig beschäftigten gelernten Wagnern dürfen bis 8, Betriebe mit 10 bis 14 ständig beschäftigten gelernten Wagnern dürfen bis 4 und auf je ein bis fünf weitere gelernte Wagner je einen weitem Lehrling ausbilden. Die Aufnahme von drei und mehr Lehrlingen hat zeitlich so zu erfolgen, dass sich diese möglichst gleichmässig auf die einzelnen Lehrjahre verteilen.

Die Bestimmung des Art. 5, Abs. 2, des Bundesgesetzes, über die Beschränkung der Lehrlingszahl durch die zuständige kantonale Behörde im Einzelfalle, bleibt vorbehalten.

Beim Vorliegen besonderer Verhältnisse, wie Mangel einer geeigneten Lehrstelle oder Mangel an gelernten Arbeitskräften, kann die zuständige kantonale Behörde im Einzelfalle die vorübergehende Erhöhung der hievor festgesetzten Lehrlingszahl bewilligen.

Anmerkung. Um Störungen im Unterricht der Berufsschule zu vermeiden, wird empfohlen, den Lehrantritt möglichst auf Beginn des Schuljahres anzusetzen.

3. Lehrprogramm.

Allgemeines, Der Lehrling soll vor allem an genaues, sauberes und mit zunehmender Fertigkeit auch an rasches Arbeiten gewöhnt werden. Er ist im Rahmen des Lehrprogrammes von Anfang an möglichst zu allen beruflichen Arbeiten heranzuziehen sowie zur Führung eines Arbeitsbuches, zum Ordnen der Materialvorräte und zum Eeinigen der Werkstatt und der Maschinen anzuhalten. Dem Lehrling sind Werkplatz und Werkzeuge zuzuweisen.

In Verbindung mit den praktischen Arbeiten sind dem Lehrling folgende Berufskenntnisse zu vermitteln: Eigenschaften, Lagerung und Verwendung der im Berufe verwendeten Holzarten. Holzfehler und Holzkrankheiten, Auswahl, Einteilung und Ausnützung des Holzes. Aufstellen von Holzlisten. Verhältnis von Zapfenstärken und Schlitzen. Anwendung der verschiedenen Holzverbindungen. Zubereitung und Verwendung der verschiedenen Leimsorten. Halb- und Fertigfabrikate.

Lesen von Zeichnungen. Handhaben, Behandeln und Instandhalten der Werkzeuge, Maschinen und Einrichtungen. Massnahmen zur Verhütung von Unfällen.

Ausserdem sind dem Lehrling noch folgende besondere Berufskenntnisse zu vermitteln: Das Wichtigste über Wagenkonstruktionen, Beanspruchung von Einzelteilen und ihre Stärkeverhältnisse zueinander. Bestimmung der Achsenstocklängen sowie der Massverhältnisse der Eadteile (Badsturz und Unterachse).

541 Die nachstehend aufgeführten Arbeiten dienen als Wegleitung für die planmassige Ausbildung des Lehrlings. Die Arbeiten der einzelnen Lehrjahre sind, soweit notwendig, in den folgenden Lehrjahren zu wiederholen.

Erstes Lehrjahr.

Bankarbeit. Schleifen und Einstellen von Hobeleisen; Schleifen und Abziehen von Stechbeuteln und Stemmeisen. Sägen, Hobeln, Arbeiten mit dem Ziehmesser, Bohren, Stemmen, Schlitzen, Verputzen mit Ziehklinge und Peile. Anfertigen von Stielen, Waagscheit, Speichen, einfachen Holzverbindungen. Einpassen und Einsetzen von Schwingen und Speichen. Herstellen einfacher Anschiftungen. Mithilfe beim Verleimen. Abbrechen von Beschlägen und Eeparaturtoilen.

Maschinenarbeit. Mithilfe beim Ausschneiden des Holzes auf der Bandsäge und Kreissäge, beim Abrichten und Fügen auf der Hobelmaschine, bei Arbeiten an der Kehlmaschine. Bohren auf der Drehbank, Bohr- odor Radmaschine.

Ziceites Lehrjahr.

Bankarbeit. Schleifen und Abziehen von Ziehmessern und Ziehklingen.

Bohrer schärfen. Einfuhren in das Anfertigen einfacher Modelle. Anleitung im Erstellen der verschiedenen HoLavorbindungen, wie Schiften, Zinken und Zapfen. Einfuhren in das Eugen und Verleimen. Ausführen von Radarbeiten, wie Nabenbohren, Stemmen und Bespeicheu (Sticken); Felgen fügen, abreissen, bohren und aufmachen; Bad über Bücken schneiden; Büchsen einsetzen.

Ausarbeiten von Wagenunter- und -oberbauteilen, Deichseln und Landen, Karrenteilen, Einfache Beparaturarbeiton.

Maschinenarbeit. Ausschneiden des Holzes auf der Bandsäge. Bearbeiten von Holzteilen auf der Hobelmaschine und Badmaschine oder Drehbank. Ausbohren von Naben mit der Badbüchsenbohrmaschine.

Drittes Lehrjahr.

Bankarbeit. Eichten und Feilen von Sägen. Anfertigen von Modellen und Lehren. Zurichten, Abstechen und Beissen der Arbeitsstücke. Zusammenpassen, Verleimen und Verputzen. Anfertigen von Gestellen (Gestössen), Brücken, Brückenaufsätzen, Vorstützen, Bennen, Wagenleitorn, Karren, Schubkarren (Bähren), landwirtschaftlichen Geräten. Ausführen der vorkommenden Beparaturarbeiten.

Maschinenarbeit. Arbeiten an der Kreissäge und Kehlmaschine. Einführen in das Eichten, Schärfen und Einstellen von Maschinen Werkzeugen.

Arbeiten an der Drehbank.

Bundesblatt. 89. Jahrg. Bd. I.

38

542 4. Übergangsbestimmung.

Die Bestimmungen über die Dauer der Lehrzeit und die Beschränkung der Zahl der Lehrlinge fallen für Lehrverhältnisse, die vor Inkrafttreten dieses.

Eeglementes vertraglich vereinbart worden sind, ausser Betracht.

5. Inkrafttreten.

Dieses Reglement tritt am 1. April 1987 in Kraft.

Bern, den 23. Dezember 1936.

Eidgenössisches

Volkswirtschaftsdepartement Obrecht,

Reglement über

die Mindestanforderungen der Lehrabschlussprüfung im Wagnergewerbe.

Das eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement, nach Massgabe des Art. 39, Abs. 2, des Bundesgesetzes vom 26. Juni 1980 Über die berufliche Ausbildung und dos Art. 29 der zugehörigen Verordnung I vom 23. Dezember 1982, erlasst nachstehendes

Reglement über die Mindestanforderungen der Lehrabschlussprüfung im Wagnergewerbe.

  1. Allgemeine Bestimmungen.

Dio Lehrabschlussprüfung zerfällt in zwei Teile: a. Prüfung in den berufskundlichen Fächern (Arbeitsprüfung, Berufskenntnisse und Fachzeichnen); b. Prüfung in den geschäftskundlichen Fächern (Rechnen, Buchführung,.

Muttersprache, Staats- und Wirtschaftskunde).

Die nachstehenden Bestimmungen über die Mindestanforderungen beziehen sich ausschliesslich auf die unter lit. a aufgeführten Prüfungsfächer.

Z. Durchführung der Lehrabscblussprüfung in den berufskundlichen Fächern.

Durch die Prüfung soll festgestellt werden, ob der Prüfung die zur Ausführung seines Berufes als Wagner nötigen Fertigkeiten und Kenntnisse besitzt.

543

Sie kann in einem geeigneten Betrieb, in einer Berufsschule oder Lehrwerkstätte durchgeführt werden.

Für jede Prüfung ist die nötige Anzahl Experten zu bestimmen, wobei in erster Linie Fachleute in Frage kommen, die einen Expertenkurs mit Erfolg bestanden haben. Für die Prüfung im Fachzeichnen sind nach Möglichkeit Fachlehrer der Berufsschulen beizuziehen. Die Arbeitsprüfung und das Fachzeichnen sind von einem Experten gewissenhaft zu überwachen. Die Prüfung in den Berufskenntnissen sowie die Beurteilung der ausgeführten Arbeiten haben dagegen in Anwesenheit von zwei Experten zu erfolgen.

Die Prüfung ist von den Experten sorgfältig vorzubereiten. Dem Prüfling ist sein Arbeitsplatz mit den nötigen Werkzeugen anzuweisen ; ferner sind ihm die Unterlagen zu den Prüfungsarbeiten auszuhändigen und wenn nötig zu erklären.

Der Experte hat die Prüflinge in ruhiger und wohlwollender Weise zu.

behandeln. Allfällige Bemerkungen seien sachlich.

3. Prüfongsdaner.

Die Prüfung dauert zweieinhalb Tage.

  1. Arbeitsprüfung 16 bis 17 Stunden, b. Berufskenntnisse ca. l Stunde, e. Fachzeichnen 2 bis 8 Stunden.

Dazu kommt die Prüfung in den geschäftskundh'chen Fächern nach besondern Anordnungen der zuständigen kantonalen Behörde.

4, Prüfungsstoff.

  1. Arbeitsprüfung.

Die Wahl der Prüfungsarbeiten hat aus allen nachstehenden Arbeitsgebieten unter Berücksichtigung der Art des Lehrbetriebes in der Weise zu erfolgen, dass jeder Lehrling im Einteilen, Aufreissen und Ausschaffen des Holzes auf Maschinen, Eeissen und Ausarbeiten einer Schmiege, Zusammenfugen (Holzverbindung), Verhobein und Verleimen geprüft wird. Badarbeiten mit Einschluss einer Felgenlehre hat jeder Prüfling zu machen.

Werkzeuge richten, wie Sägefeilen und -richten; Schleifen von Hobeleisen, Stechbeutel, Ziehklinge.

Anfertigen von Wagenteilen, wie Ead; Gestell- (Gestöss-)teile : Achsenstock, Deichselarm, Grättelarm, Pfulmen; Postgestellteile : Schere, Sprengwaage, Seitenarm; Brückenteile: Schemel, Traverse, Träger; Bennenteile : Kipfenarm, Schieber ; Wagenleitern und Vorstützentoile ; Lande ; Waagscheit; Sitzrahme; Spriegel; Fourgontüre; gestemmter Seitenladen.

Anfertigen von Stielen und Geräten, wie Gabelstiel, Schaufelstiel, Axthalm, Ski.

Eeparaturarbeiten, wie Deichsel oder Randleiste anschiften, Schwinge einsetzen. Skispitze ansetzen.

544 b. Beruf «Kenntnisse.

Die Prüiung ist möglichst anhand von Anschauungsmaterial vorzunehmen.

Sie erstreckt sich auf folgende Gebiete: Matorialkunde. Eigenschaften, Lagerung und Verwendung der wichtigsten im Wagnergewerbe vorkommenden Holzarten. Die Holzkrankheiten und Holzfehlcr (Merkmale, Wirkungen, Ursachen und Schutzmassnahmen).

Handelsübliche Holzdimensionen, Halb- und Fertigfabrikate. Benennung, Behandlung und Anwendung der Leimsorten.

Werkzeuge, Maschinen und Einrichtungen. Verwendung, Behandlung und Unterhalt.

A r b e i t s v o r g ä n g e und allgemeine Fachkenntnisse. Die Arbeitsvorgänge der wichtigsten Berufsarbeiten, wie Holz biegen, verleimen und zusammenbauen, Eeparaturen. Wagenarten und Wagenaufbau. Wagenteile, ihre Beanspruchung und ihr Stärkeverhältnis zueinander. Holzverbindungon.

Auswahl, Einteilung und Ausnützung des Holzes. Holzberechnung. Losen von Zeichnungen. Verhütung und Meldung von Unfällen.

c. Fachzeichnen.

Als Prüfungsarbeiten kommen in Betracht: Zeichmingen oder Massskizzen von Vor- oder Hinterwagengostellen (G-estöss), Postgestell, Obergestell.

Die Zeichnungen sollen in den erforderlichen Bissen dargestellt, mit den nötigen Querschnitten und Massen versehen sein und die wesentlichsten Holzverbindungen enthalten.

5. Beurteilung und Notengebung.

Allgemeines.

Massgebend für die Bewertung der Berufsarbeiten sind Zweckmässigkeit, saubere und genaue Arbeit, Detailausführung, Arbeitseinteilung, Handfertigkeit und verwendete Arbeitszeit. Für jede Arbeit hat der Prüfling die benötigte Arbeitszeit aufzuschreiben.

Auf Erklärungen des Prüflings, er sei in gewisse Arbeiten nicht eingeführt worden, darf keine Bucksicht genommen werden. Die Experten haben die für die einzelnen Prüfungspositionen einzutragenden Noten nach einer Skala zu erteilen, in der l die beste, 5 die schlechteste Note bilden. Halbe Noten sind von l bis 3 zulässig.

1 = sehr gut: für qualitativ und quantitativ vorzügliche Leistung; 2 = gut : für saubere, mit geringen Fehlern behaftete Arbeit ; 3 = genügend : für noch brauchbare Arbeit ; 4 = ungenügend : für eine Arbeit, die den Mindestanforderungen, die an einen angehenden Wagner zu stellen sind, nicht entspricht; 6 = unbrauchbare Arbeit.

545 Die Noten in der Arbeitsprufung, den ßerufskeimtnissen und im Fachzeichnen bilden das Mittel aus den nachstehenden Positionen der einzelnen Prüfungsfächer und sind auf eine Dezimalstelle zu berechnen. Das entsprechende Prüfungsformular kann vom Schweizerischen Schmiede- und Wagnermeisterverband unentgeltlich bezogen werden.

Arbeitsprufung (16 bis 17 Stunden).

Bei der Beurteilung dieser Arbeiten sind bei jeder Position Arbeitsweise und Arbeitsleistung zu berücksichtigen.

Pos. 1: Eichten von Werkzeugen. Schleifen, Abziehen, Feilen.

» 2: Ausarbeiten des Holzes. Fasson, Sauberkeit.

» 3: Eoisscn. Ausnützung und Einteilung des Materials (Holzfaserrichtung).

» 4: Zusammensetzen. Bohren, Stemmen, Schlitzen, Fugen, Zusammenpassen.

» 5: Verleimen und Verhobein. Festigkeit, Sauberkeit.

Berufskenntnisse (ca. l Stunde).

Pos. l : Materialkunde.

» 2: Werkzeuge, Maschinen und Einrichtungen.

» 8: Arbeitsvorgänge und allgemeine Fachkenntnisse.

Fachzeichnen (ca. 2 bis 8 Stunden).

Pos. l : Anordnung der Eisse und Schnitte.

» 2: Beurteilung der Masseintragung.

» 3: Beurteilung der Ausführung im allgemeinen, Prüfungsergebnis.

Das Ergebnis der Lehrabschlussprüfung wird durch eine Gesamtnote festgesetzt, die aus folgenden vier Noten, von denen die Note der Arbeitsprüfung doppelt zu rechnen ist, ermittelt wird: Note der Arbeitsprüfung; Note in den Berufskenntnissen; Note im Fachzeichnen; Mittelnote aus der Prüfung in den geschäftskundlichen Fächern (Eechnen, Buchführung, Muttersprache, Staats- und Wirtschaftskunde).

Die Gesamtnote ist das Mittel aus diesen Noten (l/5 der Notensumme) : sie ist auf eine Dezimalstelle zu berechnen.

Die Prüfung ist bestanden, wenn sowohl die Note der Arbeitsprüfung als auch die Gesamtnote je den Wert 8 nicht überschreitet.

546 Wo sich bei der Prüfung Mängel in der berufliehen Ausbildung zeigen, haben die Experten genaue Angaben über ihre Beobachtungen in das Prüfungsformular einzutragen. Dieses ist unverzüglich der zuständigen kantonalen Behörde zuzustellen, 6. Inkrafttreten.

Dieses Eeglement tritt am 1. April 1937 in Kraft.

Bern, den 28. Dezember 1986.

Eidgenössisches 285

Volkswirtschaftsdepartement: Obrecht.

Reglement über

die Lehrlingsausbildung im Karosseriewagnergewerbe.

Das eidgenössische V o l k s w i r t s c h a f t s d e p a r t e m e n t , nach Massgabe von Art. 5, Abs. l, Art. 13, Abs. l, und Art. 19, Abs. l, des Bundesgesetzes vom 26. Juni 1980 über die berufliche Ausbildung (in der Folge Bundesgesetz genannt) und von Art. 4, 5 und 7 der zugehörigen Verordnung I vom 23. Dezember 1982, erlässt nachstehendes

Reglement über die Lehrlingsausbildung im KarosseriewagnerGewerbe.

  1. Bernfsbezeichnung und Lehrzeitdauer.

Die Lehrlingsausbildung im Karosseriewagner-Gewerbe erstreckt sich ausschliesslich auf den Beruf des Karosseriewagners.

Die Dauer der Lehrzeit beträgt vier Jahre.

Die Spezialbetriebe des Karosseriewagner-Gewerbes sind verpflichtet, ihren Lehrlingen die Fertigkeiten des Grundberufes nach Massgabe des nachstehenden Lehrprogrammes zu vermitteln.

Die zuständige kantonale Behörde kann im Einzelfalle unter den Voraussetzungen von Art. 19, Abs. 2, des Bundesgesetzes eine Änderung-der normalen Lehrzeitdauer bewilligen.

547 2, Beschränkung der Zahl der Lehrlinge.

Ein Betrieb, in dem der Meister allein oder mit einem gelernten Karosserie-wagner tätig ist, kann jeweils einen Lehrling zur Ausbildung annehmen. In Betrieben, die ständig 2 bis 4 gelernte Karosseriewagner beschäftigen, darf ein zweiter Lehrling angenommen werden, wenn der erste die Hälfte seiner vertraglichen Lehrzeit bestanden hat.

Betriebe mit 5 bis 9 ständig beschäftigten gelernten Karosseriewagnern dürfen bis 8, Betriebe mit 10 bis.14 ständig beschäftigten gelernten Karosseriewagnern dürfen bis 4, und auf je ein bis fünf weitere gelernte Karosseriewagner je einen weitern Lehrling ausbilden. Die Aufnahme von drei und mehr Lehrlingen hat zeitlich so zn erfolgen, dass sich diese möglichst gleichmässig auf die einzelnen Lehrjahre verteilen.

Die Bestimmung des Art. 5, Abs. 2, des Bundesgesetzes, über die Beschränkung der Lehrlingszahl durch die zuständige kantonale Behörde im Einzelfalle, bleibt vorbehalten.

Beim Vorliegen besonderer Verhältnisse, wie Mangel einer geeigneten Lehrstelle oder Mangel an gelernten Arbeitskräften, kann die zuständige kantonale Behörde im Einzelfalle die vorübergehende Erhöhung der hievor festgesetzten Lehrlingszahl bewilligen.

Anmerkung, Um Störungen im Unterricht der Berufsschule zu vermeiden, wird empfohlen, den Lehrantritt möglichst auf Beginn des Schuljahres anzusetzen.

3. Lehrprogramm.

Allgemeines. Der Lehrling soll vor allem an genaues, sauberes und mit zunehmender Fertigkeit auch an rasches Arbeiten gewöhnt werden. Er ist im Hahinen des Lehrprogrammes von Anfang an möglichst zu allen beruflichen Arbeiten heranzuziehen sowie zur Führung eines Arbeitsbuches, zum Ordnen der Materialvorräte und zum Eeinigen der Werkstatt und der Maschinen anzuhalten. Dem Lehrling sind Werkplatz und Werkzeuge zuzuweisen.

In Verbindung mit den praktischen Arbeiten sind dem Lehrling folgende Berufskenntnisse zu vermitteln: Eigenschaften, Lagerung und Verwendung der im Berufe verwendeten Holzarten. Holzfehler und Holzkrankheiten. Auswahl, Einteilung und Ausnützung des Holzes. Aufstellen von Holzlisten. Verhältnis von Zapfenstärken und Schlitzen. Anwendung der verschiedenen Holz Verbindungen. Zubereitung and Verwendung der verschiedenen Leimsorten. Halb- und Fertigfabrikate.

Lesen von Zeichnungen. Handhaben, Behandeln und Instandhalten der Werkzeuge, Maschinen und Einrichtungen. Massnahmen zur Verhütung von Unfällen.

Ausserdem sind dem Lehrling noch folgende besondere Berufskenntnisse zu vermitteln: Die hauptsächlichsten im Karosseriebau verwendeten Messing- und Leichtmetallprofile. Klebstoffe und Abdichtongsmittel. Die wichtigsten Karosserie-

548 masse und die gesetzlichen Bauvorschriften. Benennung der verschiedenen Karosserien. Kenntnis des Werdeganges einer Karosserie, der Karosseriebeschläge, Einbauapparate und Zubehör.

Die nachstehend aufgeführten Arbeiten dienen als Wegleitung für die plannlässige Ausbildung des Lehrlings. Die Arbeiten der einzelnen Lehrjahre sind, soweit notwendig, in den folgenden Lehrjahren zu wiederholen.

Erstes Lehrjahr.

Bankarbeit. Schleifen und Einstellen von Hobeleisen. Schleifen und Abziehen von Stechbeuteln und Stemmeisen. Sägen, Hobeln, Bohren, Stemmen, Schlitzen, Verputzen mit Ziehklinge und Peile. Anfertigen einfacher Holzvorbindungen. Einpassen von Bodenbrettern, Mithilfe beim Verleimen, Abbrechen von Beschlägen und Eeparaturteilen.

Maschinenarbeit. Mithilfe beim Ausschneiden des Holzes auf der Bandsäge und Kreissäge, beim Abrichten und Fügen auf der Hobelmaschine, bei Arbeiten an der Kehlmaschine, Bohren und Stemmen auf der Bohr- oder Kettenfräsmaschine.

Zweites Lehrjahr.

Bankarbeit, Schleifen und Abziehen von Ziehklingen und Fassonhobeleisen. Einführen in das Anfertigen einfacher Modelle. Anleitung im Erstellen der verschiedenen Holzverbindungen, wie Schiften, Zinken und Zapfen.

Einfachere Beschläge in Holz einlassen und anschrauben. Einführen in das Fügen und Verleimen. Ausarbeiten von Kastenhölzern, wie Schweller, Türenund Kastensäulen, Badeinbaubügel, Spriegel. Einpassen von Querschwellernr Boden- und Futterbrettern. Anfertigen von Brückenteilen, Werkzeugkisten, Sitz- und Kissenrahmen. Mithilfe beim Zusammenbau von Lastwagenbrucken, Führerkabinen und ganzen Karosserien, Einfache Reparaturarbeiten. Einführen in die Metallbearbeitung, wie Bohren, Versenken, Sägen, Feilen. Mithilfe beim Zusammenbau von Metallgerippen.

Maschinenarbeit. Ausschneiden des Holzes auf der Bandsäge. Bearbeiten von Holzteilen auf der Hobelmaschine.

Drittes und viertes Lehrjahr.

Bankarbeit. Eichten und Feilen von Sagen. Anfertigen von Modellen und Lehren. Zurichten, Abstechen und Beissen der Arbeitsstücke nach Zeichnung. Zusammenpassen, Verleimen und Verputzen. Erstellen von Karosserieteilen, wie gestemmter Seitenladen, Fourgontüre, Türe mit Einlaufschmiege für geschlossene und offene Wagen, Vorder- und Hinterwand eines Führersitzes, hintere Kastenwand mit Dachrundung und Bückwandfenster, hintere Eckspriegel für Cabriolets, geschlossener Führersitz. Abstechen eines Radeinbaubügels nach Zeichnung. Anfertigen und Verputzen von Garnierstäben.

Beparaturarbeit. Anschiften von Dachrahmen und Schwellern. Einsetzen von Säulen. Türen und Fenster gangbar machen und Klappern beheben.

549 Maschinenarbeit. Arbeiten an der Kreissäge und Kehlmaschine. An* leitung im Eichten, Schärfen und Einstellen von Maschinen-Werkzeugen.

Anschlag- und Einbauarbeit. Anschlagen von Türen. Einbau von Apparaten und Beschlägen, wie Fensterheber, Scharniere, Türschlösser. Einschrauben von Garnierstäben. Anbringen von Ausstattungsbeschlägen. Einsetzen von Glas.

4. Übergangsbestimmung.

Die Bestimmungen über die Dauer der Lehrzeit und die Beschränkung der Zahl der Lehrlinge fallen für Lehrverhältnisse, die vor Inkrafttreten dieses Eeglementes vertraglich vereinbart worden sind, ausser Betracht.

5. Inkrafttreten.

Dieses Eeglement tritt am 1. April 1937 in Kraft.

Bern, den 28. Dezember 1936.

Eidgenössisches

Volkswirtschaftsdepartement: Obrecht.

Reglement über

die Mindestanforderungen der Lehrabschlussprüfung im Karosseriewagner-Gewerbe.

Das eidgenössische V o l k s w i r t s c h a f t s d e p a r t e m e n t , nach Massgabo des Art. 39, Abs. 2, des Bundesgesetzes vom 26. Juni 1980 über die berufliche Ausbildung und des Art. 29 der zugehörigen Verordnung I vom 23. Dezember 1932, erlässt nachstehendes

Reglement über die Mindestanforderungen der Lehrabschlussprüfung im Karosseriewagner-Gewerbe.

  1. Allgemeine Bestimmungen.

Die Lehrabschlussprüfung zerfällt in zwei Teile: o. Prüfung in den berufskundlichen Fächern (Arbeitsprüfung, Berufskenntnisse und Fachzeichnen); b. Prüfung in den geschäftskundlichen Fächern (Eechnen, Buchführung, Muttersprache, Staats- und Wirtschaftskunde),

S50 Die nachstellenden Bestimmungen über die Mindestanforderungen beziehen sich ausschliesslich auf die unter lit. a aufgeführten Prüfungsfächer.

2. Durchführung der Lehrabschlußprüfung in den berufskundlichen Fächern.

Durch die Prüfung soll festgestellt -werden, ob der Prüfling die zur Ausführung seines Berufes als Karosseriewagner nötigen Fertigkeiten und Kenntnisse besitzt. Sie kann in einem geeigneten Karosseriewagnereibetrieb, in einer Berufsschule oder Lehrwerkstätte durchgeführt werden.

Für jede Prüfung ist die nötige Anzahl Experten zu bestimmen, wobei in erster Linie Fachleute in Frage kommen, die einen Expertenkurs mit Erfolg bestanden haben. Für die Prüfung im Fachzeichnen sind nach Möglichkeit Fachlehrer der Berufsschulen beizuziehen. Die Arbeitsprüfung und das Fachzeichnen sind von einem Experten gewissenhaft zu überwachen. Die Prüfung in den Berufskenntnisson sowie die Beurteilung der ausgeführten Arbeiten haben dagegen in Anwesenheit von zwei Experten zu erfolgen.

Die Prüfung ist von den Experten sorgfältig vorzubereiten. Dem Prüfung ist sein Arbeitsplatz mit den nötigen Werkzeugen anzuweisen ; ferner sind ihm die Unterlagen zu den Prüfungsarbeiten auszuhändigen und wenn nötig zu erklären.

Der Experte hat die Prüflinge in ruhiger und wohlwollender Weise zu behandeln. Allfällige Bemerkungen seien sachlich.

3. Prüfungsdauer.

Die Prüfung dauert zweieinhalb Tage, a. Arbeitsprüfung ca. 16 Stunden; 6. Berufskenntnisse ca. l Stunde; o. Fachzeichnen ca. 3 Stunden.

Dazu kommt die Prüfung in den geschäftskundlichen Fächern nach besondern Anordnungen der zuständigen kantonalen Behörde.

4. Prüfungsstoff.

  1. Arbeitsprüfung.

Die Wahl der Prüfungsarbeiten hat aus allen nachstehenden Arbeitsgebieten unter Berücksichtigung der Art des Lehrbetriebes in der Weise zu erfolgen, dass jeder Lehrling im Einteilen, Aufreissen und Ausschaffen des Holzes auf Maschinen, Eeissen nach Zeichnung und Ausarbeiten einer Schmiege, Zusammenfugen (HolzVerbindung), Verhobein und Verleimen geprüft wird.

Eichton von Werkzeugen, wie Sägefeilen und-richten; Schleifen von Hobeleisen, Stechbeutel, Ziehklinge.

A n f e r t i g e n eines Modells, A n f e r t i g e n von Karosserieteilen. Türe mit versenkbarer Scheibe oder für offenen Wagen, verdreht. Vorderteil einer Kabine, beide Säulen mit

551 Traversen verleimt, mit Scheibenfalz, Kadeinbaubugel. Mittlere Kastenpartie. Hintere Kastenwand mit Dachrundung und Lunette. Torpedobügel für offenen Wagen. Hinterer Eckspriegel für Cabriolet. Sitzrahmen für vorderen Sitz.

Anschlagen, Einbauen und Montieren. Ture anschlagen. Apparate und Beschläge einbauen. Fensterheber, Sehloss, Scharnier. Garnierstäbe und andere Fournituren einschrauben. Ausstattungsbeschläge montieren. Glas einsetzen. Garnierhölzer verputzen.

Reparaturarbeiten. Anschiften eines Dachrahmens oder eines Schwellers. Einsetzen einer Säule.

6. Berufskenntnisse.

Die Prüfung ist möglichst anhand von Anschauungsmaterial vorzunehmen. Sie erstreckt sich auf folgende Gebiete : Materialkunde. Eigenschaften, Behandlung und Verwendung der wichtigsten im Karosseriebau vorkommenden Holzarten. Die Holzkrankheiten und Holzfehler (Merkmale, Wirkungen, Ursachen und Schutzmassnahmen). Handelsübliche Holzdimensionen, Halb- und Fertigfabrikate. Benennung, Behandlung und Verwendung der Kitte, Leimsorten und Abdichtungsmittel. Kenntnis der im Karosseriebau verwendeten Leichtmetalle.

Werkzeuge, Maschinen und Einrichtungen. Verwendung, Behandlung und Unterhalt.

Arbeitsvorgänge und allgemeine Fachkenntnisse. Die Arbeitsvorgänge der wichtigsten Berufsarbeiten, wie Holz biegen, verleimen, zusammenbauen und ansehlagen, Eeparaturen. Werdegang der Karosserie von Grund auf. Wagenarten. Holz Verbindungen. Auswahl, Einteilung und Ausnützung des Holzes. Holzberechnung. Lesen von Zeichnungen. Karosserieabmessungen und allgemeine Bauvorschriften, Verhütung und Meldung von Unfällen.

c. Faclieeichnen.

Als Prüfungsarbeiten kommen in Betracht: Erstellen einer Massskizze (Karosserievorder- oder -hinterwand, Ture etc.); Modellverlängerungen und Austragungen; Eundungskonstruktionen.

Die Zeichnungen sollen in den erforderlichen Bissen dargestellt, mit den nötigen Querschnitten und Massen versehen sein und die wesentlichsten Holzverbindungen enthalten.

5. Beurteilung und Notengebung.

Massgebend für die Bewertung der Berufsarbeiten sind Zweckmässigkeit, saubere und genaue Arbeit, Detailausführung, Arbeitseinteilung, Handfertig-

552 keit und verwendete Arbeitszeit. Für jede Arbeit hat der Prüfling die benötigte Arbeitszeit aufzuschreiben.

Auf Erklärungen des Prüflings, er aei in gewisse Arbeiten nicht eingeführt worden, darf keine Bücksicht genommen werden. Die Experten haben die für die einzelnen Prüfungspositionen einzutragenden Noten nach einer Skala zu erteilen, in der l die beste, 5 die schlechteste Note bilden. Halbe Noten sind von l bis 3 zulässig.

1 =sehr gut: für qualitativ und quantitativ vorzügliche Leistung; 2 = gut ; für saubere, mit geringen Fehlern behaftete Arbeit ; 3= genügend: für noch brauchbare Arbeit; 4 = ungenügend : für eine Arbeit, die den Mindestanforderungen, die an einen angehenden Karosseriewagner zu stellen sind, nicht entspricht ; 5 = unbrauchbare Arbeit.

Die Noten in der Arbeitsprüfung, den Berufskenntnissen und im Fachzoichnen bilden das Mittel aus den nachstehenden Positionen der einzelnen Prüfungsfächer und sind auf eine Dezimalstelle zu berechnen. Das entsprechende Prüfungsformular kann vom Verband der schweizerischen Karosserieindustrie unentgeltlich bezogen werden.

Arbeitsprüfung (ca. 16 Stunden).

Bei der Beurteilung dieser Arbeiten sind bei jeder Position Arbeitsweise und Arbeitsleistung zu berücksichtigen.

Pos. 1: Eichten von Werkzeugen. Schleifen, Abziehen, Feilen.

» 2: A u s a r b e i t e n des Holzes. Fasson, Sauberkeit.

» 3: Eeissen. Ausnützung und Einteilung des Materials (Holzfaserrichtung).

» 4: Zusammensetzen. Bohren, Stemmen, Schlitzen, Fugen, Zusammenpassen.

» 5: Verleimen und Verhobein. Festigkeit, Sauberkeit.

» 6: Anschlagen und Einbauen.

Berufskenntnisse (ca. l Stunde).

Pos.l: Materialkunde.

» 2: Werkzeuge, Maschinen und Einrichtungen.

» 8: Arbeitsvorgänge und allgemeine Fachkenntnisse.

Fachzeichnen (ca. 3 Stunden).

Pos. 1: Anordnung der Eisse und Schnitte.

» 2: Beurteilung der Masseintragung.

» 3: Beurteilung der Ausführung im allgemeinen.

553 Prüfungsergebnis.

Das Ergebnis der Lehrabschlussprüfung wird durch eine Gesamtnote festgesetzt, die aus folgenden vier Noten, von denen die Note der Arbeitsprüfung doppelt zu rechnen ist, ermittelt wird: Note der Arbeitsprüfung; Note in den Berufskenntnissen; Note im Fachzeichnen; Mittelnote aus der Prüfung in den geschäftskundlichen Fächern (Beatmen, Buchführung, Muttersprache, Staats- und Wirtschaftskunde).

Die Gesamtnote ist das Mittel aus diesen Noten (Vs der Notensumme); sie ist auf eine Dezimalstelle zu berechnen.

Die Prüfung ist bestanden, wenn sowohl die Note der Arbeitsprüfung als auch die Gesamtnote je den Wert 3 nicht überschreitet.

Wo sich bei der Prüfung Mängel in der beruflichen Ausbildung zeigen, haben die Experten genaue Angaben über ihre Beobachtungen in das Prüfungsformular einzutragen. Dieses ist unverzüglich der zuständigen kantonalen Behörde zuzustellen.

6. Inkrafttreten.

Dieses Eeglement tritt am 1. April 1987 in Kraft.

Bern, den 23. Dezember 1936.

Eidgenössisches 284

Volkswirtschaftsdepartement: Obrecht,

Krisenhilfe an notleidende Transportanstalten.

Die Berninabahn (AG.) in Poschiavo, hat, zum Zwecke der Deckung eines mutmasslichen Betriebsdefizits der Jahre 1936 und 1937, gestützt auf den Bundesbeschluss vom 13. April 1933 über Krisenhilfe zur Aufrechterhaltung des Betriebes privater Eisenbahnen (hiernach "Bundesbeschluss"' genannt), um Gewährung eines zu 2% verzinslichen Darlehens von 200 000 Fr. durch den Bund und Kanton Graubünden nachgesucht.

Dieses Darlehen soll gemäss Art. 7 des Bundesbeschlusses aus allfälligen Betriebsüberschüssen vorgängig jeder andern Verwendung derselben zurückbezahlt und durch Konkursprivileg im Sinne des Art. 8 des Bundesbeschlusses sichergestellt werden.

Den Pfandgläubigern und den bevorrechtigten Gläubigern im Sinne des Art. 7 des Bundesgesetzes vom 25. September 1917 über Verpfändung und Zwangsliquidation der Eisenbahnen und Schiffsunternehmungen wird

554

hiermit eine bis und mit 84. März 1937 laufende Verwirkungsfrist angesetzt, binnen der sie bei der unterzeichneten Amtsstelle schriftliche Einsprache erheben können (Art. 4 des Bundesbeschlusses).

B e r n , den 24. Februar 1937.

300

Eidg. Post- und Eisenbahndepartement, Abteilung Rechtswegen und Sekretariat.

Verzeichnis der von der Abteilung für passiven Luftschutz geprüften Stoffe und Spezial-Verdunkelungspapiere.

Firma: J Briner . . .

  1. G. Weberei .
  2. & W. Wyler .

Th. Spoerri .

Hausammann & C 0.

H. Zweifel A. G.

Gebr. Abegg A. G. Baumwollweberei Schwarz & Co. . .

Beck & Cie. . . .

Zeichen : - LS DA 364 365 366 367 368 369, 370 371, 372, 373, 374 375 376, 379, 382, 385, 388,

377, 378, 380, 381, 383, 384, 386, 387, 389, 390

Artikel
Adresse

Lederstoff Stoff Stoff Stoff Stoff Stoffe Stoffe

Zürich Wetzikon Aarati Zürich Winterthur Siesach Borgen

Stoff Dachpappen

Solothurn Pieterlen

Diese Stoffe müssen am Rand mindestens von Meter zu Meter den amtlichen Prüfstempel tragen:

LS+DA(Nr.)

B e r n , den 1. März 1937.

300

Abteilung für passiven Luftschutz.

# S T #

Wettbewerb- und Stellenausschreibungen, sowie Anzeigen.

Neue Ausgabe der Bundesverfassung.

Die unterzeichnete Verwaltung hat eine neue Ausgabe der Bundesverfassung mit den bis zum 1.Februar 1936 erfolgten Abänderungen herausgegeben. Sie enthält Überdies einen geschichtlichen Überblick über die

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Bekanntmachungen von Departementen und andern Verwaltungsstellen des Bundes.

In

Bundesblatt

Dans

Feuille fédérale

In

Foglio federale

Jahr

1937

Année Anno Band

1

Volume Volume Heft

09

Cahier Numero Geschäftsnummer

---

Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

03.03.1937

Date Data Seite

539-554

Page Pagina Ref. No

10 033 213

Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv digitalisiert.

Le document a été digitalisé par les. Archives Fédérales Suisses.

Il documento è stato digitalizzato dell'Archivio federale svizzero.