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Botschaft des

Bundesrates an die Bundesversammlung, betreffend die eidgenössische Volksabstimmung vom 23. November 1902.

(Vom 11. Dezember 1902.)

Tit.

Durch Beschluß vom 9. Oktober abhin (Bundesbl. 1902, IV, 587 ff.) haben M'ir die Volksabstimmung über den Bundesbeschluß vom 4. Oktober 1902 betreifend die Unterstützung der öffentlichen Primarschule durch den Bund (am gleichen Orte, Seite 585) auf den 23. November angesetzt.

Die Abstimmung hatte laut den von den Kantonsregierungen gemachten Zusammenstellungen der Wahlprotokolle das folgende Ergebnis :

Eidgenössische Volksabstimmung vom 23. November 1902.

Stimmberechtigte.

Kantone.

Zürich Bern . .

Liuzem Uri . .

Schwyz . . . .

Obwalden .

Nidwalden Glarus Zus . .

Freiburg Solothurn Baselstadt . .

Bas eil and Schaft'hausen . .

Appenzell A.-Rh.

Appenzell I.-Rh. .

St. Gallen . .

Graubünden . .

Aargau . . .

Tburgau Tessin . . . .

Waadt Wallis Neuenburg Genf . .

97,096 128,653 36,020 4,715

13,249 3,933 3,070 8,231

. .

. .

. .

. .

. .

. .

757,320

Ja.

Gültig.

Leer.

52,075 52,059 8,368 2,629 4,030 1,313 1,442 ' 4,346 2,994 13,241 9,708 4,926 4,444 6,901 9,460 2,355 41,424 13,325 35,540 15,668 11,890 16,890 11,925 5,277 6,766

6273

338,996

36 4 39 72 53

9 13 3

5 1 1 74 2 29

110 87

50 93 8 5

56 110 207 47 3619 301 1374 41 84 32 62 37 94

Standesstimme.

Nein.

Ungültig.

8 22 54 329 37 13 41 3 49

41,336 43,043 6,737 1,644 3,088 822 846 3,154 2,226 11,354 6,972 4,420 3,158 6,311 6,141 842 27,239 9,097 23,812 11,024 11,180 14,796 8,434 4,621 6,270 258,567

10,739 9,016 1,631 985 942 491 596 1,192 768 1,887 2,736 506 1,286 590 3,319 1,513 14,185 · 4,228 11,728 4,644 710 2,094 3,491 656 496 80,429

Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja

Nein

Jai 19 ganze und 5 halbe Stände, Nein: 1 halber Stand.

807

6,398 30,591 23,466 18,819 14,058 8,595 13,272 2,898 57,999 24,628 45,745 25,876 39,401 67,640 27,808 * 29,915 24,644

Abgegebene Stimmzettel.

808

Hiernach hat sich die Mehrheit des Volkes, wie auch der Stände für die Annahme der Vorlage ausgesprochen. Beschwerden betreffend die Abstimmung sind keine eingelangt.

Indem wir uns beehren, Ihnen beigeschlossen nebst den Abstimmungsakten den Entwurf zu einem Bundesbeschlusse betreffend die Erwahrung des Abstimmungsresultates zu unterbreiten, benutzen wir diesen Anlaß, Sie, Tit., unserer vollkommenen Hochachtung zu versichern.

B e r n , den 11. Dezember 1902.

Im Namen des Schweiz. Bundesrates, Der Bundespräsident: Zemp.

Der Kanzler der Eidgenossenschaft: Ringier.

809

(Entwurf.)

Buiidesbeschluß betreffend

die Erwähnung der Volksabstimmung vom 23. November 1902 über Aufnahme eines Art. 27bis in die Bundesverfassung.

Di e B u n d e s v e r s a m m l u n g der schweizerischen Eidgenossenschaft, nach Einsicht der Protokolle betreffend die Sonntags den 23. November 1902 stattgefundene Volksabstimmung über den durch Bundesbeschluß vom 4. Oktober als Art. 27bis vorgelegten Zusatz zur Bundesverfassung vom 29. Mai 1874, einer Botschaft des Bundesrates vom 11. Dezember 1902, aus welchen Aktenstücken es sich ergibt, daß I. in B e z i e h u n g auf die A b s t i m m u n g d e s V o l k e s in den Kantonen 258,567 Stimmberechtigte für die Annahme der Vorlage mit Ja, und 80,429 Stimmberechtigte für die Verwerfung derselben mit Nein, und II. in B e z i e h u n g auf die S t a n d e s s t i m m e m 19 ganze und 5 halbe Stände für die Annahme und l halber Stand für die Verwerfung sich ausgesprochen haben, erklärt:

810

I. Die mit dem vorerwähnten Bundesbeschluß von) 4. Oktober 1902 vorgelegte teilweise Änderung der Bundesverfassung vom 29. Mai 1874 ist sowohl von der Mehrheit der stimmenden Schweizerbürger als von der Mehrheit der Kantone angenommen und tritt sofort in Kraft.

II. Demgemäß erhält die Bundesverfassung vom 29. Mai 1874 den folgenden Zusatz : ,,Art. 27bi'.

,,Den Kantonen werden zur Unterstützung in der Erfüllung der ihnen auf dem Gebiete des Primarunterrichtes obliegenden Pflichten ßaiträge geleistet.

,,Das Nähere bestimmt das Gesetz.

,,Die Organisation, Leitung und Beaufsichtigung des Primarschulwesens bleibt Sache der Kantone, vorbehalten die Bestimmungen des Art. 27.tt III. Der Bundesrat ist mit der Veröffentlichung und weitern Vollziehung dieses Beschlusses beauftragt.

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Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung, betreffend die eidgenössische Volksabstimmung vom 23. November 1902. (Vom 11. Dezember 1902.)

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1902

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17.12.1902

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