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Bundesbeschluss über

das Volksbegehren für die Erweiterung der Verfassungsgerichtsbarkeit (Revision des Artikels 113 der Bundesverfassung).

(Vom 30. März 1988.)

Die Bundesversammlung der schweizerischen Eidgenossenschaft, nach Einsicht des Volksbegehrens für die Erweiterung der Verfassungsgerichtsbarkeit (Revision des Artikels 118 der Bundesverfassung) und eines Berichtes des Bundesrates vom 17. September 1987, gestützt auf Art. 121 ff. der Bundesverfassung und Art. 8 ff. des Bundesgesetzes vom 27. Januar 1892 über das Verfahren bei Volksbegehren und Abstimmungen betreffend die Eevision der Bundesverfassung, beschliesst :

Art. 1.

Das Volksbegehren für die Erweiterung der Verfassungsgerichtsbarkeit (Eevision des Artikels 118 der Bundesverfassung) wird der Abstimmung des Volkes und der Stände unterbreitet. Dieses Volksbegehren lautet wie folgt: «Da in den letzten Jahren immer häufiger die verfassungsmässigen Rechte der Bürger auf rechtswidrige Weise durch sogenannte dringliche Bundesbeschlüsse, bundesrätliche Verordnungen und Verfügungen offensichtlich verletzt werden, stellen hiermit die unterzeichneten stimmberechtigten Schweizerbürger, gestützt auf Art. 121 der Bundesverfassung und gemäss Bundesgesetz über das Verfahren bei Volksbegehren und Abstimmungen betreff Eevision der Bundesverfassung vom 27. Januar 1892, das Begehren, dass der Art. 118 der Bundesverfassung wie folgt lauten soll: Art. 113 Bundesverfassung.

Das Bundesgericht urteilt ferner: 1. über Kompetenzkonflikte zwischen Bundesbehörden einerseits und Kantonalbehörden anderseits ; 2. über Streitigkeiten staatsrechtlicher Natur zwischen Kantonen ;

562 3. über Beschwerden von Privaten wegen Verletzung von Konkordaten und Staatsverträgen durch kantonale Erlasse und Verfügungen; 4. über Beschwerden betreffend Verletzung verfassungsmässiger Rechte der Bürger durch die Bundesgesetzgebung und Bundesverordnungen, sowie durch kantonale Erlasse und Verfügungen. Die Beschwerde kann unter Vorbehalt der Verwaltungsgerichtsbarkeit des Bundesgerichtes auch gegen eidgenössische Verfügungen gerichtet werden.

In allen diesen Fällen sind jedoch die von der Bundesversammlung genehmigten Staatsverträge, sowie die in einer Volksabstimmung angenommenen Bundesgesetze und Bundesbeschlüsse für das Bundesgericht massgebend.

In seiner Zivil- und Strafrechtspflege ist das Bundesgericht auch an die übrige Bundesgesetzgebung gebunden.»

Art. 2.

Dem Volke und den Ständen wird die Verwerfung des Volksbegehrens beantragt.

Art. 3.

Der Bundesrat ist mit der Vollziehung dieses Bundesbeschlusses beauftragt.

Also beschlossen vom Ständerat, B e r n , den 7. Dezember 1937.

Der Präsident: B. Weck.

Der Protokollführer: Leimgrnber.

Also beschlossen vom Nationalrat, B e r n , den 30. März 1938.

Der Präsident: F. Hauser.

609 Der Protokollführer: G. Bovet.

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Bundesbeschluss über das Volksbegehren für die Erweiterung der Verfassungsgerichtsbarkeit (Revision des Artikels 113 der Bundesverfassung). (Vom 30.

März 1988.)

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06.04.1938

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