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Schweizerisches Bundesblatt

^ll. Jahrgang ll^

ST

Nr. ^.

17. August .^1.

Bericht und Anträge der

Mehrheit der ständeräthlichen Kommission betreffend .die Erstellung von Verbindung-ftraßen Bischen den Kantonen Graubünden und Wallis und dein Jnnern der Schweiz

(Vom 15. Juli 1861.)

Tit..

.^ Nachdem kurz vor dem Schluss .der lezten Sizung der Räthe der Beschluß des Nationalrathes, betreffend die Erstellung militärischer Verbindnngsstxassen in den Alpen, vom 21. Dezember, Jhrer kommission zugekommen war, mangelte die nöthige Zeit, nm den Bericht des Bundesrathes vom 29. Rovember 1860 und den . Veschlussesentwurf noch während jener Sizung einer einlasslichen Vrüfung zu unterwerfen und Jhnen, Tit., Anträge zn hinterbringen. .Es wurde daher in der Schlusssizung des Ständerathes vom 23. Dezember beschlossen, die Behandlung

dieses Gegenstandes aus die künftige, wahrscheinlich ini März stattfindende Sizung zu verschieben.

Mittlerweile liess der Bundesrath nach dem Beschluß des Nationalrathes die angehobenen militärischen und technischen Expertisen vervollständigen, ferner sich Vläne und Kostenberechnungen für die Erstellung der fraglichen Strasse vorlegen, und trat sodann mit den betheiligten Kantonen über den Bau derselben und über die Beiträge des Bundes, so wie über die Art und Weise der Ausführung in Unterhandlungen ein.

Bundesblatt.

Jahrg.

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Bd.

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464 Ausser den . erwähnten Vorlagen sn.d der kommission znr Vrüfnng überwacht worden : 1) die Botschaft des Bundesrathes, betreffend die Beiträge des Bun-

des an die untone Uri , ^chw^ und Wallis für die Erstellung der Furka-, Oberalp- und A^.enstrasse, vom 26. Juni 1861;

2) die Botschaft des Bundesrathes, betreffend den Beitrag des Bundes an den Kanton Graubünden für das projektirte bundnerifehe Strassennez, vom gleichen Datum; 3) der Besehlussesentwurs des Bundesrathes, betreffend die Beiträge des Bundes an die Kautone für Erstellung der genannten Strassen, so wie sür das projektirte bündnerische .^trassennez ; 4) der Berieht des Bundesrathes, als Beilage zu den vorstehenden Botschaften, die finanziellen Verhältnisse der Eidgenossenschaft be-

treffend, vom 26. Juni 1861, gemäss der in Art. 2 des nationalräthliehen Besehlusses vom 2l. Dezember 1860 an ihn erlassenen Einladung.

Die Kommission fand, nach der stattgesundeuen Vervollständigung der Akten, es fei die Frage, betreffend die Erstellung von Verbindung^ strassen in den Alpen, von ihr nicht nur im .Allgemeine.. ^n prüfen, foudern es liege ihr nunmehr aueh ob, die seit der Dezembersi.^nng eingelangten Vorlagen zu untersuchen und Jhnen . Tit. , uber das ..^..anze, so wie über die finanzielle Betheilignng ^es Bundes, Berieht und Anträge zu hinterbringen.

Ueber die Zwekmässi^keit der Erstellung von Verbindungsstrassen in den Alpen, namentlich über die militärische Bedeutung einer fahrbaren Strasse, welche das Rhonethal mit dem Vorderrheinthal verbinden soll, sind die Ansichten und Meinungen der Mitglieder der Kommission verschieden, und hinwieder tann die Mehrheit dem Vorschlag der Minderheit nicht beistimmen, der nur die ^enstrasse erstellen und für das bündnerisehe Strassennez einen Bundesbeitrag von einer Million Franken bewilli-

gen will.

l. .^..othmendi^eit ...er ..^erbin^nl^ftra^en in den ..^en.

^ Dem Vorsehlag der Mehrheit der Kommission

über die . Erstellung

von Verbindungsstrassen in der südliehen Alpenregion liegt die prinzipielle

^igur des K r e u z e s zu Grunde, dessen .^tau.m vom ^entrum der Sehw.^i^ aus über den Goti.hard uaeh der südlieheu Grande si.h erstrekt und die Befestigungen bei Bellin^oua zum ^eheitel hat, und dessen leitenarme vom Ursernthal, als dem Knotenpunkt dieser Gebirg^vertheidigungsliuieu, ostlieh über die .^beralp nach dem Vorderrheinthal, westlich über die ^uri.a nach dem Rl..onethal reichen sollen.

Die Erstellung ei..er gedekten Verbindung zwischen dem .^...berwallis un.^ der ^entralschw^iz dürste unter gegenwärtigen Umstän.^.n in ^olge

465 der stattgefunden^ Besiznahme der laut Wienervertrag neutral erklärten Provinzen Ehablais und Faueign... durch Frankreich gleichsam geboten sein,

besonders da die militärischen Hülfsmittel der Schweiz nicht erlauben,

von vornherein unsere Granzen im Westen und Süden mit hinreichenden Streitkrästen zu versehen, um den Eintritt in die Schweiz den Armeen unserer mächtigen .Nachbarn mit Erfolg zu verwehren. Die Verbesserung der Kommunikationen ^um Zwek der Ermoglichung oder Erleichterung von Truppenbewegungen, welche dazu dienen, die Schweiz gegen allsällige Angriffe von Aussen wirksam vertheidtgen zu können, scheint uns dessnahen grundsazlich vollkommen gerechtfertigt zu sein, denn je geringer die .fräste eines .Landes sind , um so notwendiger wird die Erstellung solcher Ver-

^ bindungsstrassen , um mit Schnelligkeit einem bedrohten Bunkt zu Hülse^

zu kommen, beziehungsweise die erforderlichen Streitkräfte daselbst zu kon^entriren.

..

^ Aus diesem Grunde bestehen in allen Staaten zusammenhängend^ Barallelstrassen mit den Landesgränzen zu wechselseitiger Unterstüzuug bedrohter Vunkte, welche auch in der ...Schweiz zur Erzielung einer wirksamen Verteidigung der Grenzen besonders darum nothwendig erseheinen, ^als die Leitern verhältmssmässig sehr ausgedehnt, zum Theil offen und wenig gesehüzt sind. Ein solches Jntravall..tionsnez ist bereits schon zum graten Theil erstellt. Parallel mit der westlichen Grenze haben wir die .^trasse.r dem Jura entlang. Rordlieh diejenigen, welche Basel mit Brugg, Baden, Eglisau, ^chasfhausen und Konstanz verbinden. festlich ^ die Strasse

längs dem Bodensee und den. Rhein bis nach Ehur. Südlich besizen

wir im oftliehen Theil die ^trasse von Ehur durch das Vorderrheinthal nach Disfentis, und in der romanischen .Schweiz die Strasse von Genf nach Villeneuve, deren Verlängerung, die sogenannte .^implonstrasse, bis nach Brieg reicht, und endlich von da eine fahrbare Strasse nach Niederwald. Die Fortsezung demselben bis ^berwald (134.^ Meter über Meer) hat laut Uel.ereinkunst des Bundesrathes mit der Regierung von Wallis

.^is 1. Juli 1861 erstellt werden sollen. Es besteht folglich nur noch eine .^üke in dem zur Forderung^ der. Verteidigungsfähigkeit der Schweiz notwendigen Strassennez , nämlich die .^treke von Dissentis über ' die Oberalp nach ^ndermatt, und von da über die Furka naeh Oberwald, aus deren Erstellung wir antragen.

Rach diesen allgemeinen Betrachtungen über die Bedeutung und die Rothwendigkeit der Erstellung einer durchgehenden Strassenverbindung in der südlichen Alpenregion gehen wir zur nähern Brüfung .^eder einzelnen Verbindungsstrasse über.

...'. .^er..n^ul.g.^lte^ ..ier ^ott^ar^liaie. ^enftra^e.

^ie hat zunächst in militärischer Beziehung für die Schweiz die hochste Bedeutung. Ohne sie sind die zwei südlich gelegenen Kantone Uri und Tessin aufschnitten und die Gotthardlinie erhält erst ihren

466 wahren Wert.h^, wenn die A^enstrasse, dieses Verbindungsglied der Gotthardlinie, erstellt sein wird, n.nd. einen ununterbrochenen Strasse..zug vom Zentrum der Sehwe^ nach der südlichen kränze bildet, auf welchem puppen und Kriegsmaterial jederzeit und ungehindert fortgesehasst werden Tonnen.

.

Vielleicht wird mau hie und da die Rothwendigl^it der Erstellung der ^eustra^e tn ^weifel ziehen nnd einwenden , dass mit der ..^ampssehifssahrt ^wischen Brunnen und Flüele.n der gleiche ^w.e.k erreicht werden konue. Allerdings dienen die. ..^ampfboote gegenwärtig als Auskunft mittel , und .insofern hat sich der ^tand dex ^ache bedeutend verbessert im Vergleich ^nm srühern , wo nur die gewohnlichen Schisse als Transe

portm.ttel zu Gebote. stunden. Allein selbst die Dampfschiffe sind. en^ ^ prekäres ...luskunstsmi.tt^l, und mancher^ ^.all kann eintreten, wo sie zum Transport von Gruppen und besonders von Artilleriematerial unzureichend ..^ären. Bisweilen darf der Urnersee der heftigen Winde wegen ^ar nicht befahlen werden , dieses konnte gerade in einem Moment eintreffen , wo es am uothigsten wäre,^ ihn ...nr Hülsleistung schnell ^u passtren. Mit Recht. betrachtet man daher die ..^ampssehisssahrt nur als ein sekundäres Mittel, oft nüzlich, aber nicht unter allen Umständen sieher. Jn sehwierigen und wichtigen fällen konnen die ^ampsschisse nieht anders, als ein aeeessorisehes Transportmittel betrachtet werden.

Eine gute Strasse wird jederzeit ausreichen, un.^ zum Transport von ..Gruppen und Kriegsmaterial am sichersten sein. Es ist übrigens allge.mein angenommen, sagt General ^ufour in seinem Gutachten über Er..

stellung der A^enstrasse, dass e i n e s d e r b e s t e n M i t te l, um der n a t i o n a l e n V e r t h e i ^ i g u n g den g r . ^ s s t m o g l i e h e u .^a..hdruk zu g^ebe.u, in der Erstellung g u t e r ^ t r a s s e n b e s t e h t , di.e vom ^entrum nach den .^r.^n^linien a u f l a u f e n , indem me.n aus^ de^n selben schnell und mit .^rast aus die bedrohten^ V unkte^ sich w e r se n kann, während man aus schlecht an^ legten, schlecht unterhaltenen, ^u schmalen und namentlich auf un t e vb r o e h e n e n und ^u Umwegen nothigenden Strassen leicht ^u spät daselbst anlangen würde. ^...as Beispiel aus der Kriegsgeschichte ist hi.er am geeigneten Vla^ . der Mangel einer Strasse ^wischen ^luelen und Brunnen hat im Jahr 179..) die Armee Suwarow^s gezwungen, den Rükzng an^treten und sieh in die Gebirgssehluehten zu werfen.

Jn kommerzieller Begehung ist die Bedeutung der ^enstrasse eben so gross, indem nach Erstellung derselben e i n e u nun t e rbr o ..h en e ^ a n d st r ...sse drei Viertheile der Eidgenossenschaft aus dem kürzesten We^e mit JtaIien verbindet. Es ist einleuchtend, dass eine gute ^trasse ohne ^Unterbrechuu^ ein.^ ^..trasse, welche den Transport der Wahren vom Versendung bis ^um. Bestimmungsort ermöglicht, ohne dass sie umgeladen werden ^..üssen, vom ökonomischen Standpunkt ans vortheilhast .st, selbst wenn sie^ länger sein^. Rollte als die Wasserstrasse, welche Umladungen

467 nothig macht. Es liegt daher ..nch in dieser Hinsicht int Jnteresse der ...^chw^z, die beiden getrennten^ Theile de.^ ^otthardpafses, die Berg-. und die Thalstrasse, mit einander zu verbinden,^ da ^ener Bass einer ^der ^wichtigsten für .unsern Handel .ist.

Rach der Botschaft d^ Bundesrathes fanden gleichzeitig mit den Untersuchungen über die .^enftrasse auch diejenigen über die Seelisbergstrasse statt. Bereits besteht seit Erbauung der Achereggbrüke eine sahrbare Strasse von Luzern nach Bekenried. Von da über Emmaten bis an die Urnische Grenze hat ^idwalden eine Strasse von 12 ^nss Fahrbahnbr^ite erstellt, die aber stellenweise 1 ^ ^bis 17 .^ Steigung haben foli.

Wenn nun bloss die .militärischen Jnterefsen berüksiehtigt werden, fo konnte die .^eelisbergstrasse ungeachtet ihrer starken Steigungen zur Roth genügen und die Ax^enstrasse ersezen ; auch wäre sie dem Zentrum der Schweif etwas näher gerükt, und stünde ü.^er Stanz mit der Brünigstxasse in unmittelbarer Verbindung.

Allein die kommerziellen Jnteressen sind in diesem Fall überwiegend, und für Reisende und Waaren würde die ^eelisbergstrasse in der beze.chneten Richtung und Beschaffenheit nicht dienen konnen. .^er Uebergang über den ...^eelisberg erfordert zu grosse Steigungen, und wenn man die Strasse dem See entlang erstellen wollte, so kämen die Kosten nach dem Bericht der Experten viel ^oher zustehen, als diejenigen für eine horiContale Strasse am Fusse des Ax^enbergs. ^lueh würde die Seelisbergstrasse den Verkehr mit der östliehen Schweiz viel weniger befriedigen, und endlieh ist die Entfernung von .Luzern über Brunnen und den ^en nach Flüelen eben so kurz als von dort über Acheregg und den Seelisberg.

.^lus allen diesen Gründen beantragt die Mehrheit der Kommission die Erstellung der .^enstrasse.

..^ Scheitelpunkt. Be.liuzoua.

Am südlichen Ende der .^tammlinie unseres ^trassenkreuzes bilden die Befestigungen bei Bellinzona den Scheitelpunkt eines Vertheidigungsdreieks, dessen rükwärts liegende Vunkte ostlich der ..^t. Bernhardin, westlich der Rusenen (Oberwald) sind, und demnach die ^trassenverbindung zwischen dem Vorderrheinthal und dem Rhonethal zur Basis hat.

Mit der natürlichen Ausdehnung der Basis im Rhonethal z. B. bis Brieg und der sesten Stellung bei .Bierre,. und im Vorderrheinthal über

Ehur bis in das Vrättigau, mit der ganzen Engadinlinie und ihren Seitenarme.. , würde sich bald eine Reihe natürlich ineinandergreif fender Figuren bilden, deren Hauptlinien kon^.t.^iseh nach dem untern Theile des .^augensees und nach der südlichen Spize des Eomersees zusammenlansen und das ganze schweizeris..he Gebiet in sich fassen. Um

jedoch für dieses Vertheidigungsdreiek die nothigen ..^istenzmittel ^u ge-

winnen, genügt .es nicht, in ^dem Gottha.^dpass allein einen Uebergang ^

468 .

besten, sondern ausser dem St. Bernhaxdiu oder Lukmanier ans der linken Flanke bedarf es auch eines Ueberganges auf der rechten, dem Rusenen.^ pass (2441 Meter über Meer), der um so eher sieh empfiehlt, als die Regierung des Kantons .Hessin bereits steh erklärt haben soll, die Ver.^ Bindung von Airolo nach dem Bedrettothale herzustellen. Die Furka führt ^war au^.h ^in die ..^otthardstrasse ; allein angenommen, ^ein Korps im oberu Wallis sollte schnell ins Tessin geworfen werden , so wi..^ es über die ^urka erst am nordlichen ^usse des Gotthard ankommen konnen und diesen noch überschreiten müssen, währenddem es über den ^nfenen^fast eben so raseh in ^lirolo sein würde, als es über die ^urka in Hospenthal ankommt. Es hat also gerade die Streke Hospenthal naeh Airolo ^ vor, und diess ist bei den Vertheidigungsbedingungen des Tessins von sehr

grosser ..Dichtigkeit.

Die Befestigungen von Bellin^ona, als Vorwerk der natürlichen ^este des Gotthards, werden erst dann ihre hohe Bedeutung erlangen, wenn der Uebergang in westlicher Richtung (Rufenen^berwald) erstellt fein wird, und dieses Vertheidigungsdreiek, mit seinen Befestigungen im aussprin^enden Winkel^ die Verbindungsstrasse des Vorderrheinthals mit dem Rhoüethal ^ur Basis hat.

4. .^otel^u.^t. llrseruthal.

Das Ursernthal , ^als Knotenpunkt der Gotthardlinie und den ..u erstellenden Verbindungsstrassen über die Furl.a und die Oberalp , ist ungesähr eine halbe Stunde lang und eiue Viertelstunde breit, nimmt also einen Flächenraum von ^irka ^ ^uadratftnnde ein.

Die vom Vorderrheinthal über die Oberalp führende Strasse soll naeh den vorliegenden planen bei ^lndermatt in die Gotthardstrasse einmünden, und ^ie ^trasse über die ^urka nach dem Rhonethal bei Hospenthal ihren Ursprung nehmen.

Dieses in der Richtung von Süd-W..st nach Rord-.^st gelegene .^oehthal ist von ^er Renss durchschnitten, uud bietet eine vollkommen gesehü^te Stellung dar, voransgese^, ^dass die ^beralp- und ^urkastrasse erstellt und aus dem Kamm des Gotthardpasses die uolhigen Befestigungen erbaut werden.

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^^. festlicher Arm. ^ur^astra^e.

Die ^^..r^astrasse erstellt die Verbiudung des Rhonethals mit der ^enl.ralsehweiz und ergänzt mit der Oberalpstrasse das. Jntravallationsne^.

Der Kautou Wallis ist mit der übrigen ^ehwei^ nur dnreh ^ie Strasse über Vevev und Cli^lel .^t. Denis verbunden. Zwisten Veve.^ und ^em Rhonegletseher besteheu blosse ^aumwege ü^er den Billou, Ra^ w^l.. ^anetseh, Gemmi, Grimsel uud Furka, die ...u militäriseheu Bewe-

469 gungen bei Weitem nicht genügen, nur für Jnfanterie zuganglich sind, und selbst für diese nicht ohne Gefahr und nur während einiger Sommermonate bennzt werden tonnen. Verstärkungen aus der Zentralschweiz auf diesen .^aumwegen nach dem Wallis zu senden , wäre folglich entweder unmöglich , oder hochst ungewiss, und ebenso würde es sieh auch mit der Verproviantirnng der Truppen aus die Dauer verhalten.

Die Verteidigung des Wallis gegen ein feindliches Truppenkorps, das beabsichtigen würde, im Rhonethal flußaufwärts zu oper.iren, wäre mit ausserordentlichen Schwierigkeiten verbunden, in Ermanglung hinlängSicher Verbindungen mit der ostlichen und der Zentralsehweiz.

Gesezt, ein französisches Truppenkorps beabsichtigte das Wallis zu erobern. oder auch nur zu gewissen Zweken zu besezen, so würde natürlich Frankreich zunächst dahin trachten, die Verbindung zwischen diesem Danton und der Schweiz abzuschneiden, was von St. ^ingolph aus ohne

grosse Schwierigkeit bei Ehillon zu bewerkstelligen wäre. Dadurch eutstünde die Unmöglichkeit, einem in Wallis stehenden Korps zu Hülse zu kommen und Truppen und .Kriegsmaterial dahin zu befördern.

Man wird nun freilieh einwenden , noeh seien wir im Besi^ der Festungswerke von St. Moriz , und dieser Vlaz werde im Stande sein,

sich längere Zeit zu halten. Dieses ist aber leider unrichtig. ...^t. Moriz

war früher eine vorzügliche Stellung gegen einen Feind, der von Frankreich her die Simplonstrasse foreixen wollte. Seit der Vereinigung Savo^ens mit Frankreich haben sieh aber die Umstände geändert ; ^t. Moriz kann ie^t umgangen werden, zum ^heil durch das Dransethal, vollständig .aber vom Ehamouni^.thal her über den Col de B.ilme und die Tete noire.

Ueberhaupt waltet darüber kein Zweifel mehr, dass die srühere Bedeutung

und Vertheidigungssähigkeit dieses Planes aus Rnll herabgesunken sei,

im Fall er einem Angriff von der Provinz Ehablais aus zu widerstehen haltte.

St. M o r i z vom Feinde genommen, will so viel heissen,

als das Wallis verlieren, weil Brieg und die feste Stellung bei

Sierre sich nur dann auf die Dauer halten können, wenn Verbindung^ strassen vom Oberwal.lis mit der Zentralschweiz erstellt sind, um Truppenverstärkungen, Kriegsmaterial und Proviant nachsenden zu konnen.

Sind keine Verbindungen vorhanden, wie zur Zeit noch, so ist das Oberwallis eine Sakgasse ; die daselbst besindliehen Truppen sind gleichsam von der übrigen S..hweiz abgeschnitten und dem Feinde preisgegeben, besonders dann, wenn die nothigen Subsistenzmittel fehlen, da Wallis nieht im Stande sein wird, ein grösseres Truppenkorps aus längere Zeit zu verpflegen.

Sollte endlich das schweizerische Korps durch Uebermacht auch aus

der lezten Stellung geschlagen werden, so würde es in die bedenklichste Lage gerathen; Gesehüze und Kriegsfuhrwerke müssten unter allen Um-

4^0 standen im ^t^ gelassen werden , und moglicherw^se w..irde selbst den Truppen kein Ausweg mehr ...ff^n stehen, da die Sa....nwe^e uber d.^.

^im^l .....der die Fnxka nicht immer ^..m^bar sind.

Wie n.....chtheili^ eine solche ....^ge auf die moralische Haltung d.ex Truppen wirken mü^te, und wie druckend das ...^ewusstsein ....us den G.^ müthern lasten würde, dass k.^ne Untersti^ung mehr möglich sei , ergibt sich von selbst, und begründet um so mehr den Antrag der Mehrheit der Kommission, das Ob^Wal.lis tnit der ^entralschwe^ mittelst einer Strasse übe.. die Fuxka ^u verbinden.

Wir knüpfen daran den Wunsch . es mochte der ....^nde^rath darauf Bedacht .nehmen, di^ Regierungen der Kantone ^exn und Wallis für Er^ stel.lung .des ^netsehpasse.... iind Jnstandstellun^ .dex Bässe uber die ^emmt und Grimsel ^u veranlassen, um auf die Opexation^slmie ..m Wall^ senk^.

...eehte und praktikable Verbindungen mit dem ...^ernex..Obe..land ^u ^erhalten.

^ur ^ie Vertheidigung des Unte.^Wallis erscheint dann noch die Exst^llung einer Strasse über den Billon unerlässlich , um so mehr , als St. Moriz ^nr Zeit keine Bedeutung ...ehr hat und das ^..^le von Sillon und Villeneuve die einige Strassenvexbindung dex Schwe^ mit dem untern Thetl von Walli^ ist, die von dem gegenüberliegenden sapor^ i^chen ^biet her schnell bese^ oder sonst unterbrochen werden kann. Dieser Strassensperxe ist einzig durch die Erstellung einer Verbindung aus dem ^ obersten Theile des Saanenthales über. den Billon nach Aigle und Be^ ^u begegnen , so dass von Thun dureh das Simmenthal .oder von ^ulle dureh ^as Greierzerland Truppen über den Billon in das Thal von A^le dirigirt werden konnen , und das Schiksal des untexn Wallis wenigstens nicht mehr ein^i^ von dem .sehr au^gese^ten Defiie von Villeneuve ab-

hängig ist.

^. Oestlicher ^rm. .^beralpstra^e.

Die ....^beralpstxasse verbindet da^ Rheinthal mit der Zentralschwei., und ist im Zusammenhang mit der Furkastrasse , um hr's Rhonethal zu gelangen.

Der Kanton Graubünden bandet sieh mit Bezug auf dessen Vertheidigung in ganz ähnlichen Verhältnissen wie der Kanton Wallis. Ex hat auch ein Desile, duxeh welches .^ine fremde Macht den Durehpass erzwingen kann, imd Dieses Defile R a^^- Eh n r ^ die em^ge fahrbare ^trasse, ^wel^.he Gxaubünden ^.nit der ^xigen ^ehweiz verbindet.

Lu^iensteig ist die Vertheidi^ungsstel.lung gegen einen .^emd, der von Deuts...hlan^ in den Kanton ^xaubünden einbrechen will. Wenn Lucien-

steig in die Hände des Feindes gefallen, so ist Graubünden

von ....^ ü b r i^ e n .Sch.w e i z abgeschnitten und füx sie verloren.

Truppenv.^st^ungen dorthin .^u senden, wäxe .hochst schwierig, wenn nicht unmöglich. Die doxt befindliche... ......xuppen hätten keinen oder ....men ho..hst

471 schwierigen Rükzug, und es .bli^ ihnen nichts anders ^ri^, ..ls sich bi^ zum .l...^.......^ Mann zu halten, und z^ar .^h..e .alle Aussicht auf Et..tsaz.

Diese.... äusserst bedenklichen Uebelftan^e soll durch di^ Strasse .^m ..........^derx^einthal über die ^beratp abgeholfen nnd damit die Vexbind.mg mit der ^entr^chweiz herstellt wenden.

Da von Reiehenan naeh Dissentis bereits eine gute Fahrstrasse ^führt, so .handelt es sich nur noch um angemessene Fahrbarmachung des Wea^ über den Oberalpsattel nach Andermatt, um einen zweiten Zugang nach Bünden zn erhalten. Die Erstellung dieser Verbindungsstrasse zwischen der .Südwest- und der Südostsehweiz hat aber nicht bloss den einseitigen Werth der Verteidigung Graubünden.... Sie kommt auch dem südlichen und dem westlichen Theil der Schweiz zu statten. Rach geschehener Konzentrirung von Truppen in Bünden gegen eine Bedrohung der ostlichen Hälfte der Südgrenze, könnte sich mehr oder minder eine noch grössere

Gesahr sur die westliche Hälfte derselben zeigen. Mittelst dieser Verbin-

dungsstrasse können die im nordwestlichen und westlichen Theile Bündens stehenden Truppen in zwei Tagmärschen nach dem Wallis dirigirt werden, was für dessen Vextheidigung von unberechenbarem Vortheil ist.

7. ^nn^erische.^ ^traßellne^.

Bei näherer Betrachtung dieses Theils der Schweiz wird man sogleich erkennen, dass im Verhältniss zum Flächenraum des Kantons Graubünden nur eine geringe Zahl von ^trassen vorhanden ist, dass unter denselben wenig Zwischenverbindungen bestehen, und endlich, dass ihre Riehtungen fast aussehliesslieh von Rord naeh Süd gehen, während nur wenige isoliate Verbindungen die Richtung von West nach Ost verfolgen.

Dieser unnatürliche und abnorme Zustand erklärt steh nach dem Urtheil ^der eidgenössischen Experten folgendermassen : 1. Der grosse Flächenraum des Kantons Graubünden (304 Quadratstunden) ist ausser allem Verhältniss mit der Zahl seiner Einwohner, die kaum ..)0,000 Seelen erreicht.

2. Hierin liegt der Grund, wesshalb der innere lokale Verkehr gering ist, viel geringer als der internationale, und daher auch die Strassen mehr den Kanton durchziehen., als sieh über denselben verbreiten. Damit nun die bündnerisehen Strassen dem zwischen Deutschland und Italien stattfindenden Transithandel dienen könne.n, müssen gerade die wichtigsten derselben .vorzugsweise von .^.ord nach Süd laufen.

3. Eine weitere Ursache bildet die geologische Gestaltung .des Bodens und die allgemeine .Lage der Berge und der Thäler. Jn der Th^t zeigt sich das rhätische .L.m.^ in .ostwestlicher Richtung von tiesen und unebenen Thälern vielfach durchschnitten, die grösstentheils .durch s.^ hohe Joche gesehlossen sind, dass die zux U^bersehreit.....ng derselben erforderlichen Bauten ..lIzut^euer er^st werden m^ssten., wenn damit bloss .lokale ^nte^essen b^-

472 friedigt werden sollten. Selbst die Beschaffenheit des Badens ist ein ^rosses Hinderniss für den Bau von^ Strassen. Jn der mittleren Hohen.region ^ besteht nämlich der Boden aus Gesehiebsablagerun^en, und alle Einschnitte und Aufdämmungen sind sehr kostbar, weil dabei v^le Stit^- und Wandmauern nothig werden ^und auch die Wasserableitungen eine besondere Sorgfalt verlangen. Jn den hohern Regionen dag.^en hat man Felsen ^u bewältigen und hohe Arbeitslöhne zu ^ahlen , wodurch die Strafen sehr theuer zu stehen kommen. Die in Graubünden vorhandenen Strassen verfallen in zwei Klassen, nämlieh : 1. sogenannte Handelsstrassen, süns an der .^ahl, die zusammen eine

Länge von

256,181 Meter oder 53,36 Sehw. St. haben.

2. kantonale oder Verbin^ dungsstrassen, deren ebenfalls fünf Zusammen eine Länge von 193,165

Gesammtlänge

,,

449,346 ,,

.,

40,29

,,

,,

., 93,65 ,,

,,

.,

Die nun von der Regierung des Kantons Graubünden projektirten Strassen, für deren Erstellung ein Beitrag des Bundes nachgesucht wird, haben zusammen eine Länge von 46,70 Stunden, und ^erfallen in zwei .Kategorien. Jn die erste gehoren diejenigen Strassen, welche theile einer Hauptlinie aus dem Westen nach dem Osten der Schweiz sein werden und mogliehst nahe an der südliehen Grenze liegen. Dieses stnd die Seh^nstrasse, ,, Landwasserstrasse , der Flüeiapass, die Unterengadinstrasse und ,, Albulastrasse , aus deren Erstellung die Kommission ebenfalls anträgt. Bei dieser leztern wird angenommen, dass steh die betreffenden Gemeinden bei den Kosten für die Erstellung dieser Strasse betheiligen und mit der Regierung des Kantons verständigen werden.

Die zweite Kategorie begreift diejenigen ..^.trassen ausserhalb dieser Hauptlinie, welche internationale Verkehrsmittel fordern kounen, nämlich : die Berninastrasse und ,, Münsterthalstrasse.

Die Bedentung dieser .^..trassen in nationalokonomischer, postalischer und insbesondere militärischer Begehung ist nieht ^u verkenuen. Einige derselben haben sür die Eidgenossenschaft eine geringere, andere hinwieder eine grossere Bedeutung. Das ganze Unternehmen aber hat einen uuverkennbar hohen Werth.

Wenn anerkannt werden muss , dass der innere Verkehr der Schweiz mittelst vermehrter Dampf- und Boststrassen gehoben worden ist, so darf man auch der Hoffnung Raum geben , dass Graubünden , das alle nothigen Elemente besizt, ebenfalls zu einer grossen Entwiklung des Verkehrs mit dem Jnnern der Sehweiz sowohl als mit dem ^luslande und hn. Kanton

473 selbst gelangen wird. . Es genügt diessfalls, aus die Ansmündung der Oberalpstxasse mit den dortigen Abzweigungen, auf die Verbindung des .Lnkmanier mit dem Kanton Tessin, auf die nicht minder wichtige Kom^ m^mikation des Kantons und der ganzen Ostschweiz über den Fluela in da^ Unterengadin mit seinen mel besuchten .Heilquellen. und aus die Verbindung über Martinsbruk mit .^esterreieh und durch das .......beren^din.

über den Bernina.mit Veltlin hinzuweisen.

Auch in nationalökonomischer ^ und merkantilischer Beziehung bote ein rationelles ...^trassenn^ an der südöstlichen Grenze der Schweiz bei ihren mannigsachen Verbindungen mit den sie umgebenden .Ländern nicht nur für Graubünden, sondern auch sür alle benachbarten Kantone nicht zu verkennend.. Vortheile und ^u.ürde durch ermöglichten leichten Absaz und Anstausch der Produkte und n.nter denselben Handel und Verkehr emporbringen.

^ .

^Von besonderer Wichtigkeit für

die Schweiz ^ist aber die Erstellung

des fraglichen ..^trassennezes in militärischer Beziehung. Es . ist bekannt,

dass der Kanton Graubünden zwischen Jtalien und Deutschland mit seinen Vässen und Grenzen die wichtigste militärische Stellung zur Verteidigung der Schweiz einnimmt.

Sowohl die vielseitigen Berührungspunkte an den Grenzen, . als die dahin führenden Vässe beweisen dies^ beim ersten Blik auf die Karte.

Namentlich ist Ehnr der strategische ..l^nnkt, von wo aus nach allen Richtungen die Landesverteidigung angeordnet werden kann. . ^ie Vertheidigungssahigk...it beruht aber iu ^sedem ^ande daraus. dass die Bewegung von. Jnuern nach den Grenzen gegen das Ausland nicht gehemmt sei, damit in mögliehst kurzer ^eit .^ruppenmassen nach verschiedenen Rich-.

tnngen konuen^ vorgeschoben werden. Dieser Vortheil würde nun offenbar erreicht durch Erstellung einer .Strass^ über ^ den ^lüela zur ...^eknng des Engadins, über den ^sen zur Verteidigung^ des Mnnsterthales, durch eine ^trasse über den Bernina zum ^chu^e von Busehlav. Die Kommission hat noch den Bau der .^llbulastrasse . von Bergün n^ach Vonte im Oberengadin. in ihren Antrag aufgenommen, die ebenfalls ihre militärische Bedeutung hat.

^. .^iuanzie.ler Theil.

Laut Besehl..ssesentw...rs beantragt der Bundesrath für die Erstellung der Verbindungsstrasseu folgende Beiträge von Seite des Bundes : Für Erstellung der ^urkastrasse Fr. 1,200,000

,,

.,

,, Oberalpstrasse ^Urnerseite^ ,, Ax^enftrasse

Für das bündnerische Strasse..uez

,, ,,

125,000 600,000

^,

1,000,000

zusanunen Fr.

2,925,000

474 D^n Anf^en fi.... die .^urka-, .^beralp- und ^enstrasse .sind nachstehende Fahrb^hnbreit.^ und Steigungsverhältnisse ^n Grunde ^ele^t w^d..^..

^.chrbahnbreite.

........uerprofil.

14^ bis 1.^

^urt^t^sse

A^enstrass^

^ .

^

.

^teiguug.

Jm Allgemeinen nach den von eidg.

Genieoffizieren ausgenommenen n. von den eidg. Experten revidirten Blanen.

.l 8^ 3.^

^

^

^ ^

Die Mehrheil der .^ommissrou beantragt nun aber die Fahrbahnbreite für die Fnrka- und Oberalpstrasse aus 12 ^uss zu redu^ren, da diese^ Breite für eine einfache Fuhrwerkskolonne (Aehsenlänge - 5^78 Geleisweite ...^ 4^,35 Maximum) genügend scheint, und dennoeh Blaz genug bleibt,. dass einzelne Reiter oder ^usstruppen, in der flanke marsehirend, neben der ^lonne passiren konnen. .^iese Verminderung der Bahnbreite^ wird die kosten der Erstellung der Fnrka, und Oberalpstrasse bedeutend ermässigen.^ Dann hat ste das Ste.gungsverhältniss für die A.^enstrasse auf das Maximum von 5 ^ vermehrt.

Endlieh saud sie, dass der Theil der Oberalpstrasse auf bünduerisehem Gebiet nicht in das bündnerische Strassenne^ gehore, sondern die Oberalpstrasse gleich, wie die ^urka^. und A^enstrasse, jede ein für st.h bestehendes Ganzes ausmachen und den gleichen Bedingungen unterliegen soll.

Die kosten der Oberalpstrasse von Dissentis bis Andermatt ^,13 Stunden^ belaufen sich auf Fr. 519,550.

Der Bund hätte nun nach unfern Anträgen folgende Beiträge ^u leisten :

^ür Erstellung der Furkastrasse .

. . . ^r. 800,000 ,, ,, ^ .^beralpstrasse .

.

,, 350,000 ,, ,, A^enftrasse .

600,000 ,, das b.mdnerifche Strassenne^ ,, l ,000,000 zusammen ^r. 2,750,000

Die Mehrheit der .kommission hat nun die Ehre, Jhnen, Tit., solgende Anträge zu hinterbringen.

Die Bundesversammlung der s c h w e i z e r i s c h e n E i d g e n o s s e n s c h a f t , naeh Einsteht einer Bot^ehast des schweizerischen Bundesrathes, betreffend die Er^ ste..lun^ von .....^rbindungsftrassen in den ^llpen und die Vervollständigung des bündnerisehen ^trassennezes ;

475 in Anwendung des Art. 21 der Bundesverfassung,

.

^

beschließt.

l. ^astr.^e.

Art. 1. Den Kantonen Uri und Wallis wird für die. Erstellung der Furkastrasse von Oberwald bis Hospenthal ein Bundesl.eitra^ von ^ der Erstellnngskoften in dem Sinne bewilligt, dass^ dieser Beitrag die

Summe von Fr. 800,000 nicht übersteigen darf.

Der Zins, welchen der Bundesrath für das D^.rleih^. an de.^ Kanton Wallis zur Erbauung der Strasse von Niederwald bis Oberwald ausbedungen hat, wird diesem Danton erlassei..

Art. 2. Der .^usführu^ der Strasse sollen im Allgemeinen die von den eidg. Genieoffizieren aufgenommenen Vla^ne zu Grunde gelegt werden. Den Antonen bleibt jedoch vorbehalten, vor oder während der Bauausführung Modifikationen vorzuschlagen, die der Genehmigung des Bundesrathes. unterlagen.. .

^ Die Fahrbreite soll ^12 Fuss betragen , wo es thunliel^ erscheint, sollen Ausweichpläze angebracht werden.

Di.^ ^lu.sführungspläne für.^ s^mmtliche Bauten sind dem Bundesrathe jeweilen vor dem Beginne der Arbeiten zur Genehmigung mitzutheilen; eben so di^e sur allsällige Unternehmer aufzustellenden Lastenheste.

Art. 3. Der Bundesrath wird die ^lusführung der Bauten überwachen itnd,^ wo den Vorschriften nicht nachgelebt würde, auf Abhülfe dringen.

Art. 4. Der Bau der Strass^ soll bis Ende 18^4 vollendet sein.

Die Feststellung des Bundesbeitrages ersolgt auf Grundlage der von dem Bundesrath zu genehmigenden Bautenreehnung ; die Ausbezahlung im Verhältniss des Vorrükens der Arbeiten.

Art. 5. Die Kantone haben für den s.^tern^ Unterhalt der Strasse unter .Aussicht des Bundes (.^rt. 35 der Bundesverfassung) zu^ so.^e.i.

Darunter ist jedoch die Offenhaltung der Strasse im Winter nicht begriffen ; hiefür übernimmt auch der Bund keinerlei Verpflichtung.

Art. 6. Die Zusicherung des Bundesbeitrages für die Furkastrasse tritt erst in Kraft, nachdem durch Besehluss der betreffenden Kantone die Ausführung der ....^beralpstrasse gestiert sein wird.

ll. .^l.eral.nstraße.

Art. 7. Den Kantonen Uri und Granbünden ...urd sür die^stellung einer Strasse von ^lndermatt bis Dissentis über die .^beralp e^.

Bundesbeitrag. von ^ der Erstellungskosten in dem ^inne bewilligt, das^ dieser Beitrag di^ Summe von Fr. 350,^000 nicht übersteigen darf.

47^ Art. 8. Die Strasse sou eine Breite von mindestens l 2 ^uss er..

halten. Wo es n^lich erseheint und ohne erhebliche Mehrkosten geschehen kann, sollen Ausstellpläze angebracht werden.

. Die Steigung soll nirgends 10 .^.übersteigen.

Jm Uebrigen gelten die in den Art. 2, 3, 4 und 5 ausgestellten

Bedingungen.

Art, 9. Die Zusicherung des Bundesbeitrages tritt erst in Kraft, nachdem dureh Besehluss des betreffenden Kantons .die Ausführung der Furtastrasse gesichert sein wird.

llI. ^eust.^e.

Art. 10. Den Kantonen Uri und Sehw..^ wird für die Erstellung der .^enftrasse ein Bundesbeitrag von ^ der Erstellungskosten in dem ^

Sinne bewilligt, dass dieser Beitrag die Summe von Fr. 600,000 nicht übersteigen darf.

Art. 11. Die Fahrbahnbreite soll mindestens 18 ^uss, in allfälligen Gallerien l.6^ ^.ss betragen und die Steigung 5 .^ nirgends übersteigen.

Jm Uebrigen gelten die in den Art. 2 , . 3 und 4 ausgestellten Bedingungen.

Art. 12.

Die Kantone haben für den spätern Unterhalt der Strasse unter Aussieht des Bundes (Art. 35 der Bnndesverfassnng) zu Borgen.

Art. 13. Die Zusicherung des Bundesbei.trages für die A^enstrasse tritt erst in .^rast, naehdem durch Besehluss der betreffenden Kantone die Ausführung der ^urka- und Oberalpstrasse gesichert sein wird.

l^. B...n.^erische^ ^tra^ennez.

Art. 14.

Dem Kanton Graubünden wird für die Ausführung solgender weiteren ...^trassen, nämlieh : der Schvnstrasse, ,, Landwasserstrasse von Vazerol oder ^ilisurbrüke nach Davospla^, ^, Flüelastrasse, ,, Unterengadinstrasse von Ardez naeh Martinsbruk, ^, Berninastrasse von Eelerina bis ^um schwarten See und von Vnsehlav bis naeh Eampo Eologno, ,. Münsterhalstrasse, ,, Albulastxasse, ein Bundesbeitrag bewilligt von einer Million ^ranken, unter nachfolgenden Bedingungen : Art. 15.

Die definitiven Aussührungspläne sind vor dem Beginne der Arbeiten der Genehmigung des Bundesrathes zu unterstellen.

477 Art. 16. Für die auf die schweizerische Grenze auslaufenden Strassen wird die Befugniss vorbehalten, an geeigneten Stellen bauliche Vorkehrungen zu verlangen, t.amit ste im Kriegsfall rasch und wirksam unterbrochen werden können.

Art. 17. Sämmtliche Strassen sollen bis Ende 1873 vollendet sein.

Art. 18. Die Auszahlung des Bündesbeitrages erfolgt im Ve^ hältniss des Vorrükens der Arbeiten.

.

Dem Bundesrath steht das Recht zu, die planmäßige Ausführung der Bauten zu überwachen.

^ Art. 19. Der Danton Graubünden hat unter Oberaussieht des Bundes (Art. 35 der Bundesverfassung) für den spätern Unterhalt der bezeichneten Strassen zu sorgen. Ebenso liegt ihm, so weit er die Off.enhaltung der Strassen im Winter für nöthig erachtet, die Besorgung des Sehneebruehes ob.

Art. 20. Die Zusicherung des im .^lrt. 14 bestimmten .Bundesbeitrages tritt in Kraft, sobald der Bau der .^beralpstrasse aus Urnerseit^ durch entsprechenden Besehluss des Kantons Uri gesichert sein wird.

^. gemeine Bestimmten.

Art. 21.

Den betheiligten Kantonen wird eine Frist gesezt bis Ende 1861, um den sie betreffende^ Bestimmungen .^s vorstehenen BeSchlusses beizutreten.

..lrt. 22. Der Bundesrath ist mit der Vollziehung dieses Besehlusses beaustragt. ^)

Bern, den 15. Juli 1861.

Die Mehrheit der Kommission :

L. .^euzler, Berichterstatter.

.^ill,. .^ier.

.^. Venger.

.^elti.

....ote. ^ln Mltgl^d der.^ehxheit der .^ommisston^ ^err Dnb.^, behält sieh ^or, seine abweichende ^oti^irung in der Di.^uff^n selbst gebend zu machen.

^) Die vorstehenden Anträge sind ^on den .^äth^n^ mit wenigen Abänderungen, zum .^esehlusfe erhoben worden.

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Bericht und Anträge der Mehrheit der ständeräthlichen Kommission betreffend die Erstellung von Verbindungsstraßen zwischen den Kantonen Graubünden und Wallis und dem Innern der Schweiz (Vom 15. Juli 1861.)

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Bundesblatt

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Jahr

1861

Année Anno Band

2

Volume Volume Heft

38

Cahier Numero Geschäftsnummer

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17.08.1861

Date Data Seite

463-477

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10 003 445

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