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Aus den Verhaftungen des schweiz. Bundesrathe.

(Vom 30. März 1861.)

Die k. sardi.nsehe Gesandtschaft hat unterm 29. März d. J. dem Herrn Bundespräsidenten bezüglich des in der Turiner Militärzeitung (Gazetta Militare) erschienenen Artikel über die Theilung der Schweiz folgende Zuschrift eingereicht:

"Tit.!

,,Da bei der legten Zusammenkunft, welche ich mit Ew. Exzellenz zu haben die Ehre hatte, von einem Artikel die Rede war, der in einem Turiner Militärsour..al erschienen ist, so glaube ich Ihnen mittheilen zu sollen, was mir darüber so eben vom Herrn trafen Eavour geschrieben wird: ,,,,Jch beeile nuch, Sie zu benachrichtigen, dass die Galena Militare ,,,,ans freiem Willen die Ansdrüke berichtigt hat, welche einen so unan....genehmen Eindruk in der Schweiz hervorgebracht hatten.

.,,,Sie werden der schweiz. Bundesregierung bemerken, dass das ge"dachte Blatt durchaus keinen ossiziellen Eharakter hat, und dass es ""desseu Redaktor unbenommen ist, auf seine Gesahr hin a l b e r n zu sein (d'ètre absurde"").

. Diesen Anlass benuze ich gerne, Sr. Exzellenz dem Herrn Buudesprästdenten die Versicherung meiner ausgezeichneten Hoehaehtnng zu erneuern. ".

Jocteau.

Die k. sardinische Gesandtschaft machte dem Bundesrathe unterm 23. März d. J. im Auftrage ihrer Regierung die nachstehende Rotifikation : ,,

Tit.l

"Das Rationalparlameut hat ein , auch von Sr. Majestät dem König von Sardinien sauktiouirtes Gesez erlassen. kraft dessen V i k t o r E m m a n u e l l l. für sich und seine Raehsolger den Titel "König von Jtalien" annimmt. Dadurch wird feierlich und nach den konstitutionellen Rechtsformen die Neugestaltung einer Ration ausgesprochen (consacré) die als solche von nun an von Europa anerkannt werden wird.

402 ,,Der Sympathien der aufgeklärtesten Volker sich erfreuend, nimmt Jtalien nunmehr einen Blaz unter den Mächten ein, in der Zuversicht, ein Element mehr für die allgemeine Ordnung und Sicherheit ^u werden.

,,Jndem der unterzeichnete außerordentliche Gesandte und bevollmächtigte Minister Sr. Majestät im Austrage seiner Regiernug der angenehmen Bflicht stch entledigt, Sr. Er^elleu^ dem Herrn Bundespräsidenten

.^ n use l dieses wichtige Ereigniss zu notieren, schält er sich glüklich,

die Zuversicht aussprechen zu kennen, dass beim fchwe^. Bundesrathe die gleichen guten Gesinnungen walten werden, wie bei der Regierung des ^omgs. Hiefür bürgen ihm anch, ansser den vielen gemeinschaftlichen Jnteressen, welche die beiden Länder in der Gegenwart und für die Zukunst mit einander verbinden, die hochherzigen Gesinnungen des Schweizer-

volkes, das so sest am Brin^pe der Unabhängigkeit festhalt, diesem Brinzipe, auf welches die Regierung des Konigs ebenfalls sieh gründet.

,,Der Unterzeichnete benuzt den Anlass dieser Mittheilung, ^r. E^zellenz dem Herrn Bundespräsidenten die Versicherung ausgezeichneter .Hochachtung zu erneuern.^

^oetet.u.

Diese Notifikation erwiderte der Bundesrath durch nachstehende Rote au den ausserordentlichen Gesandten der fchwe^. Eidgenossensehast, Hrn.

T o u r t e , in Turin.

,,Tit.^ ^,Mit Rote vom 23. diess hat Herr Eommaudeur Joeteau uns in .^enntmss .^efezt, dass ^a^ Rationalparlament ein, anch von S. M. dem .^onig von Sardinien sanktionirtes Gesez erlassen hat, krast dessen V i e t o r Emu.anuel ll. für sich und seine Rachsolger den Titel ,,Konig pon Jtalien^ auuimmt.

,,Jndem wir Jhnen hiemit diese Rote in Absehrist übermaehen, ertheilen wir Jhnen den Auftrag , unsererseits der Regierung des Kouigs Vietor Emmauuel diese gefällige Mittheilung zu verdanken, so wie auch die Besriedigung aus^usprecheu für die freundschaftlichen Gesinnungen ,

welche die Regierung Sr. Majestät bei diesem Anlasse gegen die Sch.weiz

geäussert hat. Diese werde nicht ermangeln, von ihrer Seite mit loyaler Gesinnuug das Jhrige beizutragen, um die alten freundschaftlichen BeZiehungen beider Rachbarländer auch bei veränderten staatlichen ^erhältnissen ^u erhalten uud immer mehr zu befestigen.^ ^

,, Genehmigen Sie ..e.^

^

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(Vom 1. April 1861.)

Zwischen dem Bundesrathe und der kais. französischen Regierung ist unterm 25. März abhin eine Uebereinknnst in Betreff des Seetransports durch die Kantone W a a d t und G e n f nach O b e r s a v o ^ e n abgeschlossen worden.

Zum Bosthalter in ^Aarberg ferriste , von dort, gewählt.

wurde Hr.

Rudolf

Schwander,

(Vom 5. April 1861.) ^ .^er Bundesrath hat den bisherigen Juspektor des ...^ränzwachte...^ korps im Danton Tessiu, Hrn. Eostantino Trenini, in seiner Stelle .für die Amtsperiode 1861,^64 wieder bestätigt, und gewählt zum Bost-.

halter im Hospiz aus dem grossen ^t. Bernhard den dortigen Brior, Hrn.

Louis Gaillard.

Von den unterm 14. vorigen Monats in den eidgenössischen Stab neu ausgenommenen Offizieren (siehe Seite 2.)0 hievor) haben folgende die aus sie gefallene Wahl abgelehnt:.

^ ^Gll^^ ^^^ ^ ernannt zu Masoren im ,,

^efe^, von Basel,

^

Arti^estabe.

Herr ^ie.^, Johannes, von Küssnacht, in Meilen ^ eruauut zu Hau^,, Boillat, Edouard, von Reeouvillier (Bern^, ^ ^^^ Herr ,, ., ,, .,

Zeiger, Fero..nand Alo.s Albert, von Stanz, Massip, Vhll^e, ^ou Genf, Heusser, Robert, von Hombrechtikon, ^ B erro eh e t, Gustav, von Ehau^-de-^onds, Schwarzenbach, August, von Thalweil.

ernannt zu .^berlieutenants im

...lrtilleriestabe.

Um diese Lüken zu ergänzen und zugleich eine weitere Kompletirung des Stabes zu erzielen , hat der Bundesrath die nachstehenden Besorderungen und neuen Ernennungen vorgenommen :

.^. ^ef^r^ernn^en.

A.

.

.

^ m

^ e n e r .

.

.

t ^ .

.

b .

.^um ....^berstlieutenant: Herr Merian, Rudolf, von und in Basel, bisheriger Masor im gleichen Stabe.

B.

^m ^rtilterie^....

^u ....^oren.

Herr ,, ,, .,

Bleuler, Heinrich, von Riesbaeh (Zürich), L e e m a n n , Johannes, von Meilen ., de balliere, Theodore, vo.. Lausaune, Reiuert, Otto, von Solothuru, C.

.^ ^ bisherige Hauptleute l im Artilleriestabe.

.l

^m ^enie^tab.

.^nm l. llluerlieutenant .

Herr v. May, Eduard, von Bern, bisheriger ll. Unterlieutenant im

gleichen Stabe.

D.

.^m ..^nim^ar.at^at.e.

^um .^ommissarialsbeamten ll. klaffe mit ..^^orsralt^ Herr Boy et, Alphonse, aus dem Danton Waadt, in Reuenburg, bisheriger .^ommissariatsbeamter mit Hauptmannsraug.

^.

^ene Ernennungen.

A.

..^m .^rtitte^est...^

^um ..^anptmaun: Herr ^elger, Ferdinand Alois Albert, von^tan^, bisheriger Artillerieoberlieutenant.

B.

.^m ^enerat^...^.

.^nm ^..nptmann: Herr Roule t, Henri, von Reuenburg, gewesener ....^berlieutenant.

C.

.^m ^.^mmi^ariat^^a^

.^nm ^ommissariatsbeamtelt III. klaffe mit ^anptmanlt^an^.

Herr Dürr, Rudolf, von Altstetten (Zürich).

^nm .^ommifsariats^eamten IV. .^la^e mit ^erlientenant.^an^ .

Herr Baader, Joh. Jakob, von Hongg (Zürich).

405 Zu Kommissariatsbeamten V. Classe mit Unterlieutenantsrang: .Herr Martin, Louis, von Neuenburg, Neff, Joh. Jakob, von Herisau, Canotti, Giovanni, pon Aqua rossa (Tessin), Ehenevard, Vaul, von Genf, Meusel, Mare, ,, ,,

de Stoutz, Jules, ,,

,,

bisherige Commissariats-Aspiranten.

Ernst, Fritz, von .Lausanne, Alder, Eduard, von Küssnacht (Zürich), Munzinger, Theodor, von Olten, Arthaud, Vierre, von Gens.

Das Bulververkauserpatent ist entzogen worden : dem Hrn. .L. Calame-Gilabert, in Loele.

,, ,, August Zürcher, in Brieg.

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e.

Zur Beachtung.

Nachdem in. neuerer Zeit wiederholt Klage darüber geführt worden ist , daß häufig Briefe an schweizerische Agenten im Auslande unfrankirt versendet werden , macht dle unterzeichnete Bundeskanzlei neuerdings darauf aufmerksam daß nach dem Beschlusfe vom 22. Februar 1849 alle Zusendungen an die Gesandtschaften oder dle Konsulate der Eidgenossenschaft im Auslande, es mogen dieselben von Behörden, Körperschaften oder Privatpersonen ausgehen, ohne Ausnahme fr an kl r t versendet werden müssen. Wer diese Vorschrift nicht beobachtet, sezt sich der Gefahr aus , daß seine Briefe nicht angenommen oder überhaupt nicht berüksichtigt werden , und es hat stch jedermann die von daher entstehenden Rechtsnachtheile durchaus selbst zuzumessen.

B e r n , den 3. April 1861.

Die schweiz. Bundeskanzlei.

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Aus den Verhandlungen des schweiz. Bundesrathes.

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06.04.1861

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