ST

SChweizerisches Bundesblatt.

XIII. Jahrgang. l.

Nr. 22.

ST

schweiz. Bundesrathes

B

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r

i

ch

21. Mai 1861.

t

des an die h. Bundesversammlung über

seine Geschäftsführung im Jahr 1860.

Geschäftskreis des Departements des Innern.

Bundeskanzlei.

Da die Bundesversammlung im Jahre 1860 viermal zusammenkam.

und die bewegte Savoyerfrage in das gleiche Jahr fiel, so musste die Bundeskanzlei während demselben alle ihre Kräfte zusammennehmen, ihre Obliegenheiten zu erfüllen. Solche bestehen bekanntlich zunächst in der Führung der Protokolle und Misstven der gesezgebenden Räthe und des Bundesrathes, sammt den dazu gehörigen Registern, Kontrolen und Druksaehen, so wie in Legalisationen. Was die Protokolle des Nationalrathes, des Ständerathes und der Bundesversammlung des Berichtsjahres betrifft,

so sind dieselben vollständig in Reinsehxist gebracht, kollationirt und mit einem

Register versehen. Eben so die 183 bundesräthlichen Sizungen, welche 5548 Geschäftsnummern (18 weniger als im Jahre zuvor) nachweisen.

Die verschiedenen Kontxolen sind ebenfalls vollständig nachgeführt. Unter denselben verdient die Legalisationskontrole hervorgehoben zu werden, deren Hummern auf 10,738 gestiegen sind, während das Jahr 1859 deren bloss 6491 erforderte. Die erwähnte Vermehrung wurde hauptsächlich durch die Entlassung der Schweizertruppen in Reapel herbeigesührt, die zudem für die Bundeskanzlei eine weitsichtige .Korrespondenz zur Erzielung von Militärpensionen zur Folge hatte, bis endlich lezten Herbst das MilitärBundesblatt.

Jahrg. X I I I .

Bd. I.

57

686 Departement dieser Aufgabe steh unterzog. 3502 Legalisationen wurden unentgeldlieh ertheilt, und zwar 3246 zu Gunsten ehemaliger Unterosfiziere und Soldaten zur Erhebung von neapolitanischen Pensionen. Rach Abreehnung derartiger Ausweissehristen zeigt es sich, dass mehr als die ^älste der übrigen Beglaubigungen Bässe zux Reise nach Frankreich zum Gegenstand hatten.

Jm Bersonalbestand der Bundeskanzlei sind keine erhebliehen Aendexungen eingetreten.

Bnnde....l^.a^ und ^esezsan.^llnn^.

Die Auflage des Bundesblattes in deutscher und französischer Sprache und die der Gesezsammlung in den drei Rationalspxachen hat keine Veränderung erlitten. Jm Allgemeinen ist auch die Abonnentenzahl des

Bundesblattes sich ziemlich gleich geblieben : 1859 betrug sie bekanntlieh 84..), wovon 475 für die deutsche und 374 für die franzosische Ausgabe ;

18^0 hingegen 846, wovon 432 für deutsehe und 414 für franzosisehe Exemplare. Diese Anzahl vertheilte sich folgendermassen auf die einzelnen Kantone und das Ausland:

Zürich . . . . . . . .

Deutsche Ausgabe.

^ran^stsch..

Ausgabe.

81

Zusammen.

1

82

Bern

.

.

.

.

.

.

.

.

45

32

.Luzern

.

.

.

.

.

.

.

.

20

---

Uri

.

.

.

.

.

.

.

.

.

1

--

t

Sehw^z

.

.

.

.

.

.

.

.

5

.-.-

5

Unterwalden (nid dem Wald)

2

Glarus . . . . . . . .

6

Zug

.

.

Freiburg

-

.

.

.

.

.

.

3

--

.

.

.

.

.

.

.

1

28

11

Sehasshausen

14

St.

Gallen

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Thurgau Hessin

.

.

.

.

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-

Gens

Ausland

.

.

. . . . . . .

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

1

31

10

2^3 1

2.)5 1

26 18

29 18

--

432

31

10

3

14

47

24 65

-

-

-

1^

2 1

Waadt . . . . . . . . 2 Wallis . . . . . . . . - - Reuen.^urg

11

50 5 6

.

.

.

.

.

.

.

22 64 -

3 29

-.--

46

Graubünden . . ^ . . . .

Aargau . . . . . . . .

2

7

-^-

Basel-Stadt . . . . . . 50 Basel-Laudschaft . . . . . 5 ^lppenzell (A. Rh.) . . . . 6 .

20

1

.

Solothurn . . . . . . .

77

14

414

.^46

687 Die aargauische Regierung hat ihre früh re Bestellung von 97 Ex^em-

plaren aus 40 beschränkt, die fxeiburgisehe hingegen 22 bestellt, welchen

Umständen grosstentheils die Abnahme der Abonnentenzahl der deutschen Ausgabe einerseits und die Zunahme der Abonnentenzahl der srauzosischen Ausgabe andererseits zuzuschreiben ist.

Von Amtes wegen find 472 Exemplare des Bundesblattes ausgetheilt worden (317 deutsche und 155 frauzosische), also einige mehr als srüher.

Die Zahl der Abonnenten , welche lediglich die Gesezsammlnug bestellt haben, ist von 30 auf 40 gestiegen. Außerdem wurden ^8 ältere Bände ^er Gesezsammlung und eine Anzahl ältere Jahrgänge des Bundesblattes verkauft.

Die im Druk erschienenen 238 Ergänzungsblätter der deutschen .^lusgabe der Gesezsammlung finden guten Absaz. die zur französischen Ausgabe gehörigen sind unter der Bresse. Wenn dadurch die Kosten einer neuen Auflage der Gesezsammluug noch vermieden werden konneu , so tragt auch das für dereu erste sechs Bände erschienene Gesammlreg.ster ^as Seinige dazu bei.

Die von der Bundeskanzlei leztes Jahr ausser dem ^Buudesblatt und der Gesezsammlung zu..^ Druk beorderten Gegenstände belaufen sich auf

158,625 Exemplare, nämlich aus 99,300 deutsche, 49,475 franzostsche

und 9.850 italienische. Von solchen Druksaehen gesezen, Beschlüssen, Budgets u. dgl.) wurden 765 ins eidg. Ar.^v ^niedergelegt, 49,4^5 an die Departement^ und andere Bundesbehorden , 74,404 an die KantonsRegierungen und 2058 an schweizerische ^ und freunde diplomat.sche ^g.^ntschaften vertheilt, und 11,700 dem Bundesblatte beigelegt.

Die Druk^ und Speditionskosten dafür beliefen sich auf 33.l)8^ Fr.

.97 Rp., und zwar für die G^sezsammlung und das Bu^esblatt , dessen lezter Jahrgau.^ auf d r e i Bände angewachsen ist, aus 14,9.^ Fr. 82 R....; für Bestellungen der Devarte^nente (Zollüberstcht...n u. dg^. ans 21.^4 ^r^

35^Rp., und für die übrigen Arbeiten ans 16,887 Fr. 80 Rp. Daran sind durch Verkauf wieder eingegangen 3722 Fr. 2.^ Rp., wovon 3264 Fr. Abonnementsgelder.

^ch^e.

Die amtliehe Sammlung der a l t e r n e i d g e n ö s s i s c h e n A b s c h i e d e wird stetsfort als ein wesentliches u..d ungemein forderliches H .s.^... ttel zur Benu^ung der vaterländischen Akten aus den Zeiträumen vor .1798 anerkannt. ......achtem si.h den b^ts erschienenen .^btheilungen die^.s grossen, über ein halbes Jahrtausend umfassenden Werkes, n.^nlich deu^

l. Baude (129l -^420), des lll. Ba.^es I. Abthei.ung (14^8 l 499) und dem Vlll. Bande (1778 1798) auch noeh dle von Hrn. Brof. Dr.

Fechter bearbeitete 1. Abtheilung (1712. 1743) des Vll. Bandes an-

geschlossen hat und zur Verkeilung gelangt^ ist, bleibt die Bearbeitung,

^88 beziehungsweise Herausgabe von 4 ..bänden und zwei ...^..nzungsabtheilungen übrig.

Der ll. Band (1421 -.-t 477), für den die eigentlichen, bis 1470 aber sehr spärlich vorhandenen Abschiedsammlungen im .Lause des Jahres 1859 vollständig benuzt worden waren, beschaffte seinen Redaktor, Hrn.

Ant. Philipp v. S eg e s s e r , auch das lezte Jahr, indem zu seiner Ergän^ung die Urkunden und Aktenvorxäthe, die alten Stadt- und Rathsbücher in den Vlll alten ^..rten durchforscht werden mussten. Der Redaktor unterzog sich dieser weitläufigen und mühsamen Ausgabe mit unverdrossenem Fleisse. Zuerst durchging er zur Erhebung der zwekdienliehen Aus^ge das Staatsarchiv in Luzern Aktenband sür Aktenband, mit Jnbegrifs der Rathsbücher , dann bennate er wählend der Rationalrathssession das bernisehe Staatsarchiv, wo er nebst den Urkunden auch die Rathsmanuale, Missivenl..ücher , Sprnchbüch..r n. a. m. für den betreffenden Zeitraum in Anspruch nahm. Ansser den zahlreichen Ulkten im Staatsarchiv Zürich durehgieng er die dortigen Stadtbücher. Ferner besuchte er die Archive in Stans , Zng , Sehw^ , Einsiedeln , St. Gallen (Stift und Stadt,, .Konstanz nnd Schasshansen. Allenthalben fand er mehr oder weniger Stoss sur d..s Repertorium. Von Basel erhielt ^r die sogen. Offnungsbüeher, worin sich ebenfalls Angaben über gehaltene Tage vorfinden. Da die Auszüge zur Ausfüllung der Luken sämmtli..h in der zum Druk geeigneten ^.orm gemacht wurden un^ die ^undorte erschopsend durchforscht sind, so bedarf das Manuskrift ^u seiner Vollendung nur noch der Rummer.rung der Stüke und einiger äusserer Anordnung.

Des lll. Bandes 2. Abtheilung (1500-1520), dem gleichen Redaklor übertragen, ^ist noch nicht begonnen.

Des lV. Bandes 1. Abtheilung (1521 1555) ist auf dem früher gemeldeten Standpunkte geblieben , da ihr Redaktor , Hr. Archivar Jos.

.^arl .^rütli, von der 2. Abtheilung ^1556-^1586) in Anspruch genommen ward, die, leztes Jahr bereits bis zum 120. Bogen gedrukt, im Lause dieses Jahres zuverlässig erseheinen wird.

Während Hr. .^rütli mit der Herausgabe dieser Abtheilung beschästigt war, konnte er seine Arbeiten für des V. Bandes 1. Abtheilung

(1587-1617) nicht fortsein. Dagegen ist dessen 2. Abtheilung (1618--1648) von Hr. Brivatdozent Dr. Jakob Vogel, der dafür früher 76 Abschiede aus den Jahren 1618^1624 redigirt hatte, durch weitere Bear-

beituug von 110 Abschieden aus den Jahren 1624-^1634 bedeutendgefordert .vorden.

Des VI. Bandes 1. Abtheilung (1649^-1680) hat von Seite des noch immer rüstigen Herrn Dekan J. A. B u pi k o s e r eine wesentliche Bereiehernng durch 195 Abschiede erhalten , wovon die meisten bei einer Rachlese ^um Vorsehein kamen. Diese ist nun beinahe vollendet, so dass das Man^skr.pt int .^aufe ....es Jahres zum Druke bereit wird. Da die

^ 2. Abtheilung (1681-^1712) dem gleichen Redaktor übertragen ist, so konnte sie noch nicht begonnen werden.

Des Vll. Bandes 2. Abtheiluna (.1744-^-1778) will der Redaktor, Hr. Fechter, nächstens in Angriff nehmen.

Die Thätigkeit des Hauptredaktors Hrn. Krütli wurde vielfach durch die erforderliehe Korrespondenz mit seinen 4 Mitarbeitern, durch die .^orrektur der lezthin im Druk erschienenen und der noch unter der Bresse befindliehen Abtheilung , durch Berichterstattungen u. s. w. in .Anspruch genommen.

Die h e l v e t i s c h e Urkundensammlung konnte wegen überhäufte...

Gesehäste der Kanzlei , die sich da^u anheischig gemacht hat , noch nicht

herausgegeben werden , das 1 . Heft^soli jedoch im Laufe dieses Jahres erscheinen.

Die für das neue eidg. A r c h i v erforderlichen Arbeiten sind in doppelter Beziehung weiter vorgerükt. Erstens wurde die Umarbeitung des Jnventariums über die Aktenbände von 1803- .848 zu Ende geführt, so dass dasselbe nunmehr in erweiterter und verbesserter Gestalt vorliegt.

Zweitens wurde das Register der vorörtlichen Brot.okoll... von l 846 --1848 vollendet, mit Ausnahme der Reinsehrist, die indessen bereits begonnen ist.

Was das neueste oder B u n d e s a r c h i v betrifft, so wurden die Register über die Akten der l. Amtsdauer (1848--^ 851) volligzu Ende ge-

führt, die Akten der ll. Amtsdauer (1852 - 1854^ geordnet und hinsichtlich

der Hl. Amtsdauer (1855.--.57) mit der gleichen Arbeit der Anfang gemacht , so dass bald auch zur Registrirung dieser beiden Zeiträume gesehritten werben kann. Bei diesem Anlass wird jedoeh mit Rüksicht auf die gemachten Erfahrungen die ^rage einer nähern Brüfung unterliegen,

ob die Register in ihrer bisherigen Weitläufigkeit, welche die augestrengteste ......hätigkeit des gegenwärtigen Archivpersonals in Anspruch nimmt,

fortgesezt oder aber mit Rüksicht aus die genau geführten Register der bundesräthliehen und Departementsverhandlungen vereinsacht werden sollen.

Je nachdem der Entscheid darüber aussällt, hätten wir auch unser Arehivreglemeut ^u vereinfachen.

Außerdem hatte das Archivariat die Aushingabe der Akten und ihrer Kontroliruug , so wie die lausenden Korrespondenzen ^u besorgen und die nothigen Berichte zu erstatten. Laut der Kontrolle belaufen sich die im Berichtsjahre aushingegebenen Akten auf 11 .)3 Stüke. Mit Befriedigung macht man die Wahrnehmung , dass solche im Allgemeinen schneller als früher ins Arehiv znrükgelangen.

Jm Gesundheitszuftande des Herrn Archivar J. J. Me.^er ist leider keine Besserung eingetreten. Wir werden Jhnen über diese Angelegenheit, so wie über die erforderliche Reorganisation des eidgen. Archivariates besondere Berichte erstatten. Jnzwisehen haben wir nicht ermangelt , vom Rachtragskredite für das Axchivpersonal durch provisorische Anstellung eines geeigneten Gehilfen Gebrauch zu machen. Hinsichtlich des Bostulates über

690 die Archivräumlichkeiten verweisen wir auf den Beriet über das Bauwesen.

Bi..^^.

Unter Vorbehalt des Rukforderungsrechtes sind leztes Jahr aus der eidg. Zentralbibliothek in Bern an^s eidgen. Bol^teehn^um in Zürich abgetreten worden: 1271 Werke, bestehend aus 2381 Bänden, dieser in 11 Kisten bewerkstelligten Sendung folgte später eine Rachlese von 95 Werken , bestehend ans 195 Bänden.

zusammen

.

.

.

1366 Werke, bestehend aus

2576

,,

Es verbleiben der Zentralbibliothek .

.

. 3657 Bände.

Ausserdem befinden sieh als Handbibliothek beim politischen Departement .

.

.

.

.

.

beim Departement des Jnnern (Kanzleiabtheilung) .

, , statistischen Bureau .

.

.

.

.

, , Baubüreau .

.

.

.

.

.

,, Justiz- uud Volizeidepartement

.

.

.

,, Militärdepartement .

.

,, ^inanzdepartement .

.

b e i d e r Münzstätte .

.

.

beim Handels- und Zolldepartement , , .^ostdepartement^ .

.

.

.

.

.

.

.

bei der Bundeskanzlei

.

.

.

.

.

.

^iese Bände bilden 3285 Werke, die

,, ,, ,, ,,

236 ,,

l 650 , , 70 ,, .

70 ,, .

361 ,, .

204 ,,

.

.

.

.

2l 179 l 093 420

.

116 ,, 8077 ,,

sich folgenderu.assen auf die

im Katalog alphabetisch ein-

verschiedenen ^.ieher vertheilen und demgemäß gereiht worden sind,

Wer^e.

50 . 275

^. philologie und Belletristik b. Gesuchte, Geographie und Biographie

.^. Statistik, Handel, Technologie, ^nswanderungswesen , Ausstellungen u n d Eisenbahnen .

.

.

.

d . Mathematik u n d Astronomie .

.

.

.

.

e.

Bh^sik

u n d

Chemie

k. Militärwesen

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

1032 8 3 8

362

^. Philosophie , philanthropie , Vädagogik , Bibliographie und Vermischtes .

.

.

.

.

.128 h . Theo.ogie u n d Kirehenreeht .

.

.

.

i. Architektur, schone Künste und Jngeuieurwissenschast j. ....^t^.atswifsenschaften und Jurisprudenz .

.

l .

.

.

.

l.

Medizin

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

26 23 8l 3

1 4 9

Karten, Zeichnungen, Lithographien, Reliefe u. dgl.

^^.^

3285

691 Die Abnahme des Bestandes der Zentralbibliothek rührt nicht bloß ...on der Sendung ans Polytechnikum, sondern auch daher, dass aus derselben eine grosse Anzahl hauptsächlich statistischer Werke dem entstandenen statistischen Bureau und die Handbücher , deren die Bundeskanzlei am meisten bedarf, dieser zugeschieden wurden, zumal die ^entralbibliothek des nothigen Raumes ermangelte. Hätte die Ausscheidung zu Gunsten des Polytechnikums nicht stattgesunden, so wäre der Bestand der BundesBibliothek in Bern, der vor 2 Jahren sieh aus 9064 Bände belief, auf

10,653 solche gestiegen, indem in lester Zeit der jährliche Zuwachs durch-

schnittlich nahezu 800 Bände betrug.

......^.....zsa.^n^nn^.

Der Abgang, den die Münz- und Medaillensammlung erlitten hat,

be.läust sich auf 74 Stüke, im Werthe von 338 Fr. 37 Rp., Doppel, aus deren Erlos die Sammlung der einfachen Exemplare bereichert wurde.

Hiezu wurden dann noch 100 Fr. aus dem Departementskredit für Unvorhergesehenes verwendet. Dadurch erhielt die Sammlung einen Zuwachs von 126 Stüken, im Werthe von 438 Fr. 39 Rp. Vom Konservator find nunmehr auch die als Doppel vorhandenen ^..renusmedail.len. im Werthe von 118 Fr. 8 Rp., in sein Jnventar ausgenommen worden, wodurch sich eine Werthvermehrung von zusammen 218 Fr. 10 Rp. ergibt. Die ganze Sammlung erreichte am Ende des Iezten Jahres die Zahl von

3509 Stülpen, mit einem Metallwerth von 9022 Fr. 52 Rp.

^anz.. nnd ^e^ie^e.^a^nisse d...... .^an.^ne nnte.^ sich.

Ausser dem Gränzstreite der beiden Landestheile des Cantons Appenzell sind leztes Jahr keine interkantonalen Gränz- oder Gebietsanstän de vorgekommen; übrigens ist jener noch nicht erledigt. Das Ansuchen Jnnerrhodens um Aufhebung des ..^ns quo d.^.s Gutes zur Linde haben wir

abschlägig beschieden, und Ausserrhoden ist wiederholt zur Beschleunigung

der Antwort eingeladen worden, die sich dieser Kantonstheil auf die lezte Rechtssehrist Jnnerrhodens vorbehalten hat^ Seit der Gegenstand von den Barteien in die Hände besonderer Rechtsanwälte gelegt wurde und die Beweise für die entgegengesehen Behauptungen und Ansprüche in staubigen .Archiven und in den Akten mehrerer Jahrhunderte gesucht werden,

ist die Erledigung .^es Gebietsstreites nicht mehr zu erwarten, bis die

Beweismittel. beider Barteien in Replik und Duplik erschopst sind.

...ot...^ n nd ^ewich.t.

Unsere nächste Sorge im Mass- und Gewichtswesen war darauf gerichtet, die Muttermasse und Urmasse (Gewiehte inbegriffen) in ihrer Jntegrität unversehrt zu erhalten.

Wir haben daher dieselben im eidg.

Archiv, wo sie niedergelegt sind, durch einen Sachverständigen untersuchen, die ganze Sammlung in bessern Zustand bringen und sie durch Ansehaf-

^ fang ^nauer U^.terabtheilun.^n des Kilogramms, des Mnttergewichtes, .^pollst..nd.^en lassen. ^udem wurd.. ühe... Aufbewahrung, jährliche Rach^

schau und Behandlung dieser Sammlung ein Regulativ aufgestellt. (Amt^ l^ S....nm..an^, Band VI. Seite 598^-600.)

Den Kantonen, deren Mass- und Gewichtsgesezgebung den BundesForschriften entsprießt, haben sich leztes Jahr au^.h Un ter wal.de n ob dem Wald und Zug angeschlossen. Gegen Basel-Landschaft sahen wir uns v^ranlässt, darauf zu bestehen, dass die dortige sachbezügiiche Verordnung

vom Jahr 1856 mit der Bund^sgesezgebung in völlige Uebereinstimmung

gebracht werde. Von andern Kantonen find entsprechende Zusicherungen über erforderliche Revision oder Erlangungen eingegangen. J.. wie weit denselben, so wie überhaupt derartigen Anforderungen nachgekommen

wird, muss sich bei der Rachschau de.^ eidg. Mass ^ und Gewiehtsinspektors

herausstellen. Zu einem suchen ist Herr Di.. Heinrich Wild, Professor der Bh^sik und Astronomie in Bern, ernannt, die Wahl sämmtlichen Ständen ^ur Kenntniss gebracht und der Jnspektor selbst mit der n.^thigen Jnstxuktion (Bunde^blatt v. 1860, IlI. 19) und der Vollmacht zur Anschaffung der Untersnchun^swerkzeuge und zur Begehung eines Gehilseu versehen worden. Jn den Herbstserien konnte der Jnspektor seine Rundreise antreten. Die ....achschau wurde zuerst im Kanton Zürich durchgeführt, dann in den Kantonen Graubünden und Hessin fortgebt, bis Unwohlsein des Jnspektors dessen Arbeiten Einhalt that und ihn seine Lehramtsverpflichtungen nach Bern znrükriefen. Derselbe ist nun bereits wieder auf der

Jnspektionsreise begriffen. Das bisherige Ergebniss ist der .^lrt, dass die

angeordnete Massregel al.... gere.^t^rtigt erscheint 1tnd man sich von der im laufenden Jahr zu gewärtigenden .Beendigung der gedachten Rachsehau eine erhebliche Verbesserung des Zustandes des schweizerischen Mass - und Gewichtswesens versprechen darf. Bisher hat man sieh, wo die Jnspektion Uebelstände oder Mängel entdekte, über deren Abhilfe mit den betreffenden .Kantonsbehorden ins Einvernehmen zu se^en und zu verständigen g.^cht. .l.lebrigens gelangten wir noeh aus anderm Wege zur Keuntniss .^on Unzukommlichkeiten. So fanden wir uns durch die Beschwerde eines die Märkte mehrerer Kantone besuchenden Krämers veranlasst, sämmtlichen Kant.^nsregierungen zu eröffnen, dass der Ausschluss der in irgend einem .Kanton gehörig geeichten Masse, Gewichte und Wagen unstatthaft sei.

Jn eine Beschwerde .^s dem Kanton Schafshausen gegen einen Eichmeister des Kantons St. Gallen wurde nicht eingetreten, weil bei Straffällen dem Bunde bloss das Oberaufsiehtsrecht zusteht und der Bundesbeschlus.. vom 18. Jnli 1856 den ^lrt. 10 der eidg. Mass- und Gewiehtsordnung aufgehoben und die nöthigen Verfügungen, betreffend das Versahren bei Beurtheilung von Uebertretungen^ den Kantonen übertragen hat. (Eidg.

Versammlung, .Band V, Seite 345.)

Einem ^..suchen von Seite d^ Standes Sol.^thurn um Erfeznn^ .^ine^ schadhaft gewordenen Mt.st.^fundes, s^ wi^ auch demjenigen des

693 Standes Ludern um Vervollständigung der dortigen Brobemasse durch di.^ Untexabtheilungen des .Lothes ist aus kosten der betreffenden Kantonskasfen entsprochen worden..

...^esun.^ei.tswese.....

Die Bemühungen zur Er^ielung eines Konkordates über Frei-

^ügigkeit de^s schweizerischen Medizinalpexsonals sind fortgese^t worden. Jn Folge dessen fanden zwei Konferenz- und mehrere K.^mmissionssizungen statt. Dex erste Kommisfionalentwurf ^s. Bundesblatt von 1861, l. 25) wurde nämlieh, nachdem er sämmtlichen Stauden zur Jnstruktionsertheilung zugestellt worden war, am 30. Juni einer .Konferenz vorgelegt, an welcher Abgeordnete aller Kantone, ausgenommen Schw^z, Obwalden, Zug Waadt, Wallis und Genf, Theil nahmen. Allein der vorgelegte Entwurf wurde bei der über den Gegenstand erfolgten Diskussion nur durch ^tichentscheid al.^. Grundlage weiterer Verhandlungen erklärt uud daher der Minderheit gestattet, einen Entwurf nach ihrem

System zur Vergleiehung einzubringen, welches hauptsächlich dahin gieng,

sich bloss über eine gemeinschaftliche Prüfungsordnung zu perständigen, di^ kantonalen Brüfungsbehorden hingegen mit der einzigen Ausnahme, dass jeweilen der Reihe nach ein Mitglied aus einem andern Kanton zugezogen werde, nach wie vor fortbestehen zu lassen. Dieses, von Hrn. .Landammann Aepli vorgeschlagene und in einen Konkordatsentwurf gebrachte System wurde in der Konferenz vom 1^. Juli, die auch von Schw^z.

hingegen von Freiburg und Reuenburg nicht mehr besucht ward, durch Stichentscheid neuerdings verworfen, jedoeh in soweit berüksichtiget , dass, statt einer einzigen Prüfungskommission, deren mehrere, je nach sprachlichen Bedürfnissen, angenommen wurden. Jm Weitern erlitt der Kommissionsentwurs die Abänderung , dass im Konkordatsgebiet die bisherigen kantonalen Prüfungskommissionen bloss noch vorübergehend, für die gegenwärtig Stndirenden beibehalten und den bereits patentirten Medi^iua.personen zur Erlangung der Freizügigkeit Erleichterungen eingeräumt werden sollen.

Dafür hatte sich namentlich der ärztliche Verein der St. Gallischen Bezirke Unter- und Alttoggenburg, Wpl und Gossau und der ärztliche Verein des obern und mittlern Thurgaus , der sogenannte Wertbühlernverein, bittsehriftlich verwendet, während eine Eingabe aus Würzburg die lebhafte Befriedigung der dortigen schweizerischen Medizinstudirenden über Foxderung des Gegenstandes ausdrükte. Raeh den festgestellten Grundsä^en sollte von einer Konferen^kommisston ein neuer Konkordatsentwurf bearbeitet und zugleich eine, auch die Maturität der Vorstudien und die Akzessbedingungen umfassende Brüsuugsordnung vorgelegt werden. Für diese le^te.:e Arbeit sezte die Konferenzkommisston, in die ausser dem Präsidenten, Hrn. Bundesrath V i oda als Vorsteher des Departements des Jnnern, die Herren Rationalrath Beuz, Dr. Lehmann, Dr. Heer, Ständerath Aepli, .Nationalrath ...^ulzberger und Dr. Zürcher gewählt wurden, ihrer Vollmacht gemäss eine Expertenkommission nieder, bestehend aus fünf Aerzten,

694 als : ..^H. Jakob Robert Steiger in .Ludern, Dr. K. Aug. Ed. Eornaz in Reuenburg. Dr. Ureeh in Konigsselden, Dr. Ackermann in ....... olothurn und Dr. Locher^Balb..^ in Zürich. Diese Kommission entledigte sich ihrer Aufgabe in ^wei, zu Solothurn abgehaltenen Sizungen. (S. ihren ,,Vorschlag zu einem Vrüsm^sregiement für Merzte, Apotheker und .......hierär^te der tonkordirenden Kantone der Schweif sammt Bericht im Bundesblatt v. 1860, III. 38l--401.) Von Seite des Berichterstatters der Konferenzkommission liegt der neue Konkordatsentwurf ebenfalls vor. Das Weitere ist Sache der Kommisstonalberathnng, der instruirenden KantonalBehörden und einer neuen ^Konferenz.

Die schweizerische V h a r m a k o p o e , welche der schweizerische Apothekerverein an die .^and genommen hat, um die in der Schweiz herrsehenden 6 verschiedenen Vharmakopoen in eine zu verschmelzen und für alle Kantone, wie für den Bnnd brauchbar zu machen, ist in ihren Vorarbeiten noch nicht so ....eit gediehen, dass wir unsere Geneigtheit, ein solches Werk zu untersten, hätten betätigen konnen. Die mit der Umarbeitm.g des ersten Entwurfes betraute Kommission des genannten Vereins hat z.var lentes Jahr mehrere Si^..gen gehalten, ist aber darin mit ihrer .Arbeit noch nicht zum ^bschlusse gelangt.

Der Gesundheitszustand der Bevölkerung ist von verheerenden Krankheiten verschont geblieben.

Das Vieh hat von Senden .^enig gelitten. Jn einigen benachbarten Landern sind ^..ar solche ausgebroch m, so im Faneign^ die Langenseuehe und d^.r Milzbrand, in Frankreich .^i^ Lungeuseu.he uno im Badischen die Maul- und Klauenseuche; allein die Gegenmassregeln der Kantone Wallis, R^uenbur^, B^.rn, .^la^au, Schafsh^usen u. s. w.^waren so wirksam und d^n Umst^n.^en angemessen, dass die betretenden keuchen ni.^t ^e^t.r vordrangen oder da, ^o sie dennoch eingeschleppt wurden, in kurzer ^eit erloschen un^ kein weiteres Einschreiten erforderlich ward.

Der Stand S t. Gallen ist dem von 1..) Kantonen ausgegangenen Konkordat über Bestimmung und gewähr der Viehhanptmängel beigetreten.

Bnndes^eit^a^e sn.... schweizerische ..^eseuscha^en ..e. i..n .^n.. und ^tu^Iande.

Die h. Bundesversammlung hat uns in ihrem Voranschlage für

1860 im Ganzen 22,000 Fr. ^ur Unterstüznng schweizerischer Gesells.haften znr Verfügung gestellt und uus dabei eingeladen, diejenigen Vereine, denen ein Theil davon verabreicht wird, ^ur Berichterstattung über die Verwendung des Beitrages anzuhalten und daraus jeweilen im Ge-

schästs.^eriehte Bezug zu nahmen. (Eidg. Gesetzsammlung, Bd. VI, S. 296.) Mit Rüksicht darauf haben wir nachstehende Gesellschaften zu erwähnen.

^95 A. J m J n l a n d e.

Von den 6000 Franken für landwirths.hastliche Gesellschaften hat der V e r e i n s c h w e i z e r i s c h e r . L a n d w i r t h e einen Dritttheil erhalten. Von dieser Summe wurden verwendet: 1) für Verbreitung des 1. Heftes der Scha^ma...^sehen Schrift

ül.^er die Alpe..wirths.haft .

. .

. .

. Fx. 150 2^ für eine Ausstellung landwirthschaftlicher Erzeugnisse in Sursee bei Anlass der Hauptversammlung des Vereins .

,, 800 3) für eine derartige Ausstellung in Ehur .

. ,, 300 4) für Verbreitung Dzier^oniseher Bienenwohnungen und für belehrende Vortrage über Bienenzucht .

.

5) für Herstellung und Verbreitung holzersparender Kochherde

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

,

,,

300

,4 5 0

Fr. 2000 Die Verwendungen für Bienenzucht und Kochherde haben sich in ^olge der da^u erforderlichen Bestellungen und günstigen Bedingungen zwar etwas verzogst, der ^wek wird aber nur um so vollständiger erreicht werden. Die Schrift von ^chat^mann wurde in 1000 Exemplaren in den 12 Kantonen der deutschen Schweiz verbreitet, welche am meisten Alpenwirths.haft treiben. Für die Ausstellung in Sursee waren im Ganzen 1700 ^r. Beitrage gesammelt, an derselben wurden 2^0 Lieserungen ans acht Kantonen (meistens aus dem Kauton Luzern^ ausgestellt und dafür 1460 ^r. Vramien ausbezahlt. Die Ausstellung in Ehur war nur von graubüudnerischen Ausstellern besucht. ^ür Lieferung von Bienenwohnungen nach der D^ier^on^s.hen Einrichtung hat der Verein schweizerischer .Landwirthe naeh dem Ergelmiss e..uer Aussehreibung einen Vertrag mit den Schreiuermeis^rn ^^u.^ere^ger und Veter in Ehur abgeschlossen, welche

ihm 100 ^willingsstoke zu ^ ^.r. und ^100 Einbauten zu 5 ^r. liesern.

Davon erh.ilt ^e^e mit dem genannten Verein in Verbindung stehende ortliehe oder kantonale landwirthschastliehe Gesellschaft 1^2 Exemplare unentgeldlich als Muster, und ^ie übrigen Exemplare werden den Mitgliederu des Verein^ zu ermäßigtem preise erlassen. Bis jezt hat der landwirthschastliche Verein von Graubünden, der des Kantons S..haffhausen, der vo^ ^bwalden , der von Ridwaldeu uud der oberaargauisehe solehe Muster be^og^u. Hr. Märki, Bienenzüchter in Len^burg, hielt, vom Verein schweizerischer Landwirthe bei seinen Reisen unterster, Vorträge über Bienenzucht in .^b^alden , Graubuuoen und Sehaffhausen, und wird auch serner derartigen Einladungen aus andern Kantonen Folge leisten, da er vom erwähnten Verein schadlos gehalten wird. Dieser leztere verwendete sich ferner für Einführung italienischer Bienenschwärme, deren bereits etwa

20 bei ihm bestellt sind. Um den^ Erfolg seiner Ausschreibung ^ur Er^ielung hol^erspareuder Kochherde ^n stehern , hat er sich mit der okonomischen Gesellschaft des Kantons Bern, den landwirthschastlichen Gesell.^

6^ ichaften der Kantone Solothurn und Aargau und dem ökonomischen und gemeinnuzigen Vereine des Oberaargau^s , die sammtlieh Beiträge zu den zu erteilenden Breisen liefern, verständigt, wurde aber dadurch genothigt, die Frist seiner Ausschreibung bis Ende April 1.^61 auszudehnen, ^o dass

das Ergebniss noch zu gewärtigen ist.

Den zweiten Dritttheil der Bundesbeiträge für landwirtschaftliche Gesellschasten erhielt der s c h w e i z e r i s c h e l a n d w i r t s c h a f t l i c h e Z e n tra . . v e r e i n , der denselben für die schweizerische Gerätheausstellung verwendete^ die bei .^lnlass der Säkularseier der bernischen ökonomischen Gesellschaft und der Eröffnung der bernischen landwirthschastlichen Kantonsschule lezten Herbst in Bern statt hatte. Fr. 120..) nahm dabei die Ertheilung von Brämien für die zwekmässigsten ...lkergeräthe, ungefähr Fr. 300

die Entschädigung der Experten und Breisrichter und ungefähr Fr. 500 der Betrag der übrigen Ansstellungskosten und der Druk des Berichtes in Anspruch. Diese Geräthschastenausstellung enthielt 114 Gegenstände.

Den lezten Dritttheil erhielt die i a n dwirt h sch astlich e Gesells c h a f t der V C a n t o n e der r o m a n i s c h e n S c h w e i z (Freiburg, Waadt, Wal.lis, Reuenburg und Gens), und zwar für ihre, vom .l0. bis.

13. September abhin zu Bulle abgehaltene Ausstellung von Rind- und

Borstvieh, landwirtschaftlichen Geräthen und Erzeugnissen. Diese Ausstellung ist aus Fr. 20,069. 01 zu stehen gekommen, zu deren Be-

streitung die Regierungen von Freiburg, Waadt und Wallis Fr. 2800,

.Lokall.ehörden, Gesellschasten und Brivaten aus den.. Wege der Subskription Fr. 10,441 beigetragen, und Fr. 2,08l. 44 an Eintrittsgeldern, Fr. 854. 76 durch Verkauf des Katalogs und Wiederverkauf von Heu eingenommen wurden. Die Brämien, mit Jnbegriff von 75 verloosten ausgezeichneten Geräthschasten , im Werthe von Fr. 3,734, erforderten eine Ausgabe von Fr. 10,^75. 40, die Bauten und Einrichtung^ kosten Fr. 5,^5. 83, die Drukkoften und der Bedarf an Streue, Futter u. dgl. Fr. 3,6.^. ^8, so dass der Gesellsehast ein Defizit von

Fr. 1,8.)1. 8l nach ^lb^ug des Bundesbeitrages zu deken übrig blieb.

Es waren 510 Haupt Rindvieh, 42 Schweine, 1^4 Werkzeuge, 133 Käse und mehrere ...lrten von Fetscherin (Käse) und Butter ausgestellt, und ausser deu Ausstellern, troz des schlechten Wetters, viele Zuschauer zngegen.

Der allgemeinen gesehichtsorschenden Gesellsehast der Schweiz ist der für sie bestimmte Beitrag von Fr. 3000 ^ur Erstellung und Herausgabe ihres U r k u n d e n r e g i s t e r s verabfolgt worden. An diesem Register, das bekanntlieh die ältesten Urkunden der Schwei^ergeschiehte bis zum Jahr

1353 (Bund der ^lli alten Orte) umfasst, haben leztes Jahr über dreissig

Geschichtsforscher gearbeitet. Die bisher, mitunter mit bedeutenden Kopiatur-, Borto- und Reisekosten erlangten Urknndenauszüge beziehen sich auf das Gebiet sämmtlieher Kantone, als :

^97 Stüke.

....uf Zürich aus dem Archiv der Fraumünsterabtei, aus dem Staatsarchiv, aus den Stadtarchiven Zürich und Winterthnr und dem Klosterarehiv Rheinau .

.

.

.

,, Ber n aus dem Staatsarchiv, ans dem des Jnfelspitals, Burgerspitals , des Klosters Fxaubrunnen, und aus den ..Stadtarchiven Bern, ...^hun, Burgdorf, Biel, Vruntrut

(Bisthum ^asel) und Delsberg

.

.

.

902

.2,153

,, L u z e r n aus dem Staatsarchiv , aus dem Stadtarchiv und dem Franziskanerarchiv in .Ludern, und aus den Archiven der Stifte und Klöster St. Urbau, Reuenkirch, Rathhausen, Ebersegg, Hizkirch, Heidegg und Hohenrain

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.,093

,, Uri aus dem Staatsarchiv, den .Kirchenladen zu Spi^ ringen und Erstfeld, dem Kloster Seedorf, der Thallade Ursern u n d a u s auswärtigen Archiven .

.

.

63 ., .^chw^z aus dem Kantonsarehiv und dem Archiv des Klosters Einfiedetn .

.

.

.

.

.

451 ,, U n t e r w e l t e n aus den Kantonsarchiven Ob- und

Ridwalden und aus dem Kloster Engelberg

.

.

305

,, Zug aus dem städtischen und Kantonsaxehiv und Kloster ^raueuthai .

.

.

.

.

.

.

. 2 0 2 ,, .^ lar n s aus dem Archiv der Familie .^eer .

^ 18 ,, Basel aus dem Kirehenarchiv in Basel, den Klosterarchiven ..^t. Alban und ^t. Veter und aus dem basellandschaftliehen Staatsarchive .

.

.

.

.

.

817 ,, Freibuxg aus den Archiven der Kloster ^rt-Dien, Magerau und Altenr.^f, und des Johanniterhauses in Freiburg

.,

.

.

^

.

.

.

.

.

.

.

779

S o l o t h . u r n aus^ dem Stist.^archiv Solothurn, Kloster Mariastein und den Archiven der ^amilien v. Roll und

v . Wallier .

.

.

.

.

.

.

.

261

., S c h a f f h au s en ans dem Staatsarchiv .

102 ,, A p p e n z e l l aus verschiedenen Archiven .

.

.

91 ,. St. Gallen aus dem Stifts-, Stadt- und Spitalarehiv St. Gallen, aus dem des Klosters ^fäfers und der .Landschaft Sargans, und durch diplomatische Verwendung aus der Stadtbibliothek von Bremen .

.

443 ,, G r a u b ü n d e n aus dem Archiv des Domstiftes Ehur und andern Archiven .

.

.

.

.

. 332 ,. A a r g au aus den Archiven des Klosters Olsberg, von

Klinguau und dessen Umgebung, der Stadt und des

Stiftes Rheinselden, von Baden, Laufenburg, der Kommanderà Leugnern und der Schlosser Wildegg und Rued

575

Uebertrag 8,587

6.)8 Stül....

Uebertrag 8,587 auf Thuxgau aus den Archiven der Kloster Fischingen, Mün.^ sterlingen, St. Katharinatha... Paradies und Tandon, und

des Stiftes Bischosszell .

,, ,, ,, ,, ,,

.

.

.

.

.

45..)

W a a d t aus Turin und verschiedenen andern Archiven .

100 T e ss i n aus dem ..^hiv.o di .^an fedele in Mailand .

45 W a l l i s a..s verschiedenen Archiven .

.

.

.

29..)

Reuenburg aus verschiedenen Archiven .

.

.

641 Genf aus dem Staatsarchiv .

.

.

.

.

186

10,317 Diesen Stüken wurden aus verschiedenen ^uellenwerken, die sieh über die ganze Schweiz oder über einzelne Theile derselben verbreiten,

2,453

Stüke beigefügt. Unter sämmtlichen . . . . . 12,770 Auszügen findet sich indessen eine beträchtliche Zahl Doppel, die vom Hauptredaktor, Hrn. .Lehrer Dr. ........ H i db ex, ausgeschieden werden, bevor man znm Druk schreitet. Dieser ist durch eine Konkurxenzausschrei-

bnng eingeleitet, und es lässt sieh vom Ergebniss, welches dadurch erhielt

wurde, eine solide und billige Ausführung in nächster Zeit erwarten.

Uebrigens ist, während aus die erwähnte Art der Stoss zu einem Bande von ungefähr 50 Drukbogen gesammelt wurde, von Seite der genannten Gesellschaft aussex ihrem ,,Anzeiger für schweizerische Geschichte und Alter-

thumsk^nde^ und dem 13. Band des ,, Archives^ für schweizerische Ge-

sehiehte die Ehronik von Mathias von Reuenburg erschienen und eine verbesserte Ausgabe von Justin^... Bernerehrouik vorbereitet worden.

Die s c h w e i ^ e r i f e h e n a t n r f o r s c h e n d e G e f e l l s c h a f t hat den ihr zuerkanuten Buudesbeitrag von ^r. 30l.)0 mit Dauk angenommen, behufs bestimmungsgemasser Verwendung desselben eine geologische ..kommission uiedergese^t und solche mit besouderu Statuten versehe.. Uuter Leitung dieser Kommission, an deren Spize Herr Vrof. Dr. Bernhard S tu der steht, haben l.e^tes Jahr 4 Geologen ihr.. Arbeiten für Aufnahme einer g r o s s e n g e o l o g i s c h e n K a r t e der S e h w e i ^ begonnen. Herr Brof.

Theobald, dem die geologische Aufnahme des ^rättigaues, von der Grande gegen Vorarlberg bis an die ..^lessur übertragen ist, erhielt ^u deu.

Ende Abschriften von .. Blättern der in doppeltem Massstabe des eidg.

Atlasses stattgefundenen topographischen Ausnahmen a^s d^n Bürean zu Gens. Er hat ^u seiner Aufnahme bloss 21 Tage verwenden konuen, sieh jedoch durch die meistens ungünstige Witterung derselben nicht abhalten lassen, die wildesten Gebirge des Rl^tikons wiederholt und mit grosser Ausdauer ^u durchforschen. ...^eiu.. ..) Blätter sind nun kolorirt u..d mit einem erläuternden Te^te von 144 Reiten und vielen Vrofilzei.hnungen versehen. Herr M o s ch aus Brugg , der srüher die in 4 Blättern ersehienene Karte des Aargau^ geologisch kolorirt hat, übernahm die Revision

699 dieser seiner Arbeit und die mehr ins Einzelne gehende Koloriru..^ der in doppeltem Massstab vorhandenen Originalaufnahmen, wovon ihm die aargauische Regierung Abschriften bewilligte. Jn 79 Tagen hat er 7 Blätter solcher Kopien kolor.rt, und zur Erläuterung 3 Blätter Brosilzeichnungen und 25 Seiten Ter^t beigefügt. Herr Bros. K a u f m a n n in .Luzern hat das Molassegebiet von Zug und St. Gallen, in Fortsezung seiner frühern Arbeit über die Molasse von .Luzern, während 39 Tagen durchforscht, die Ergebnisse aus 4 grossern Karten aufgetragen und mit 3 Blättern Brosilen und einem Te^t von 144 Seiten eingereicht. Herr S.tu^ aus Zürich übernahm die Untersuchung des ostlichen Jura, von Zürich .tnd Schaffhausen und legte .seine Beobachtungen , die das Ergebniss von 35 Reisetagen sind, in 2 grossern Karten, in 6 Blättern Brostlzei..hnungen und 8 Seiten Te^t nieder. Die Kommission hat alle diese Eingaben, nach einer nähern Brüfung derselben, als sehr werthvolle , die genauere geologische Erforschung der Schweig wesentlich fordernde Beitrage zur Losung der vorgesehen Ausgabe anerkannt und den genannten Versassern für deren aufopfernde Bemühungen den wärmsten Dank ausgesprochen. Sie findet bei Vergleichung der erhielten Ergebnisse, dass in der kurzen Zeit, welche den im legten Frühjahr ans Werk gerufenen Forschern zu Gebote stand, viel geleistet worden und das Geleistete bei dem gewählten grossern Massstab genauer als frühere derartige Arbeiteu sei. Die Besorgniss, im ersten Jahre mit den. gewährten Kredit n.cht auszureichen und die durch die ungünstige Witterung des Versuchsjahres herbeigeführte Beschränkung der Reisetage hatte einen Saldo von Fr. 23^ ^ur Folge, welchen die Kommission auf das laufende Jahr übertrug. Jhre Ausgaben für Kopiatux der erforderlichen Karten beliefen sieh auf Fr. 626, für die 174 Reisetage zu Fr. l 2 per Tag aus Fr. 2088, und für auderweitige Vergütungen auf Fr. 49, zusammen auf Fr.^ 2763. Da von den eingelangten 4 Arbeiten noch keine ein Ganzes bildet , sondern mehrere Buukte der untersuchten Gebiete . einer genauern Durchsieht bedürfen, so musste die Veröffentlichung schon desshalb verschoben werden. Sobald die Aufnahme eines Gebietes zum vollständigen Abschluß gediehen ist, soll durch den damit beantragten Geologen eine genaue Beschreibung mit Karte und Bezeichnungen ausgearbeitet werden . und die Kommission ist bereits mit einem Regulativ beschäftigt, wonach jeder Geolog die Beschreibungen zu liefern hat und dieselben an einander zu reihen sind , damit das ganze Werk nach einem einheitlichen Blaue erscheine.

Die

lentes Jahr der gleichen Gesellschaft ^ur Uuterstü^ung einer wissen-

schastlichen Reise des Hrn. W e r n e r M u n z i n g e r bewilligten 5l)00

Franken werden erst in der 186l er Jahresrechnuug erscheinen.. es wird daher die nähere Mittheilung über ihre Verwendung dem nächsten Jahresberichte vorbehalten, ^umal die Reise des ^nannten Erforschers vou Mittelafrika in Gemeinschast mit Herrn Th. v. Heuglin und 3 andern Gelehrten erst vor Kurzem angetreten wurde.

700 Der s c h w e i z e r i s c h e K u n st v e r e i n erklärte gegen Ende de^ ^sten Halbjahres, er habe den .Bundesbeitrag zum Ankauf und zur Ve..^ loosung eines vaterländischen Kunstgegenstandes, wo möglich aus der Historienmalerei , und zu dessen Aufbewahrung bei derjenigen schweizerischen

Kunstgesellsehaft bestimmt, die vom Glük begünstigt werden wird. Auf fein

..begehren wurden ihm zu dem ^weke die bewilligten Fr. 2000 verabfolgt; fte gelangten aber im gleichen Jahre nicht mehr zur Verwendung , weil die Veranstaltung d^.r damaligen schweizerischen Kunstausstellung, die dazu benu^t werden sollte, schon zu weit vorgerükt war. Uebrigens ist vom genannten Verein eine Commission zur Auswahl des a^ukausenden Kunstwerket niedergeht ; sie besteht au.s den Herren J. M e ^ e x - B i e l ..n a n n , Präsident des schweizerischen Kunstvereius , Kunstmaler F. .... i d ..^ in Genf , Kunstmaler K o l l e r in Zür.ch , Brof. B u r c k h a r d t in Basel

und Ständerath A e p l i in St. Gallen , nebst Hrn. v. E f f i n g e r von Wild-

egg in Bern, als Suppleant. Diese Kommisston wird an der bevorstehenden schweizerischen Kunstausstellung eine um so bessere Auswahl treffen konnen, als .ihr nunmehr Fr. 4000 zur Verfügung stehen, was für ein gediegenes, den Geber wie den Künstler ehrendes Werk der Musen nicht zu viel ist.

Einem Unterstüzungsbegehren des ^heaterunternehmers in Bern und des historischen Vereins von Graubünden waren wir hingegen nicht im Falle zu entsprechen.

Jm lezten Geschäftsberichte haben wir nähere Mittheilungen über Verwendung des 1 85.)er .Bundesbeitrages von Fr. 25,000 sür den .Bau einer r e f o r m i x t e n Kirche in Lu z ex n zugesichert. Demgem.iss bleibt noch zu melden übrig, dass die erwähnte Kirche im Oktober abhin unter Dach gebracht wurde , der Bausond derselben bereits auf Fr. 147,000 Bestiegen ist und davon Fr. 107,000 verausgabt sind. Die Kirche und der ^hurm sollen noeh im Lause des Jahres ausgebaut, wosür die übrigen Fx. 40,000 bestimmt sind, und für allfällige Mehrkosten, so wie für Gloken und eine Orgel weitere Beiträge gesammelt werden.

B. ^l u s l a n d.

Zur Unterstüzung schweizerischer Hilssgesellschasten im Zustande ist

im Voranschlag sür 1860 ein Kredit von Fr. 8000 ausgesät. Unter

den zu unserer Kenntniss gelangten derartigen Vereinen haben wir bloss diejenigen, welche sieh nicht darauf beschränken, ihren eigenen Mitgliedern bei^ustehen, sondern aueh andere, namentlich durchreisende dürftige Landsleute uuterstüzen, mit einem Beitrage bedacht, und diese Voraussetzung und Zwekbestimmung bei der Verabreichung, um keinen Zweifel. darüber übrig ^u lassen, jeweils ausdrükiich bemerkt. Behuss der Wahl des Beitrages innerhalb der Grande des geringsten von Fr. 100 und des hasten von Fr. 1400 wurde der Betrag der .Leistungen der betretenden Gesellschaft

für mildthäti^e Unterstüzung der La.^dsleute in Anschlag gebracht. Rach

701 obigen ^rnndsazen und diesem Massstabe, dex jedoch eine angemessene Ab...undung und Berechtigung besonderer Verhältnisse nicht ausschließen sollte,

fand folgende Vextheilung statt :

.

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^ .

^ .

.

^ ^ .

^ ^.^t^na..^.

^ .

^ .

.

^ .

^ .

^ .

I. Bhilhelpetifche ^efells^aft in Brüssel .

2.. Schw^ergesellfchast in Leipzig . . .

... Schweizerische W^lthatigkeitsgesellschaft in Berlin . . . . . . . . .

4. Armenkasse des schweizerischen Konsulats in Marseille . .^ . . . . . .

5. Schweizerische Wohlthatigke.t^esellschaft in Baris . . . . . . . . .

6. Schweizerische Filmgesellschaft in Baris 7. Armenanstalt der schweizerischen reformieren Kirche in London . . . . . . .

.8. Schweizerischer Hilfsverein in Mailand 9. Schweizerische Wohlthatigkeitsgesellschaft in Rom . . . . . . . . .

10. Schweizerische Wohlth..tigkeitsgesellschaft II. Hilfsgesellschaft für bedürftige Schweizer in Amsterdam . . . . . . . .

12. Hilfsgesellschaft für bedürftige Schweizer in Triest . . . . . . . . .

13. schweizerische Wohlthatigkeitsgesellsehaft in

Turin

.

.

.

.

.

.

.

.

.

in Barcelona . . . . . . . .

14. Sehwei^rische Wohlthätigkeitsgesellschaft in Moskau . . . . . . . .

15. Schweizerische Wohlthätigkeitsgesellschaft in Odessa . . . . . . . . .

16. Schweizerische Wohlthätigkeitsgesellschaft in St. Betersburg . . . . . .

17. Schweizerische Wohlthatigke.tsgesellschaft in Rew-^ork . . . . . . . .

18. Schweizerische Wohlthätigkeitsgesellsehaft in Rew-Orleans^ . . . . . .

19. Grütliverein in Philadelphia^) . .^ 20. Schweizerische Wohlthätigkeitsgesellschaft in

Bahia

.

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^^^^^^

.

.

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.

.

.

.

^ n ^ .

.

^ ^ .

.

.

^ .

650. -100. -^ 3.00. --^ 100. 470. - 100. 1,658. --^ 322. 85 14,790..-- 1,400. -4,740. -.600. --2,802. 400. -1,^04. -..500. ^ 1,056. -200. ^ ^.

^.

834.

.^

500. --1,034. --4^8. -

^...

150.

.

^ .

--

100. --200. -100. -

1,744. -

250. ^-

1,840. -

300. -

6,971. -

850. ---

12,370. -^

1,200. -

2,421. ^ 3,052. --

300. --.

400. ---

1 , 1 9 1 .

--

^0,844. -

200.

-

7,772. 85

^) ^at au^ges.hlagen, lhr wurde a^dann der GrütIivereln ln Wa^hingt^n substltu^.

^^) .^at aufgeschlagen, ihm wurde die dortige schweizerische UnterstüzungsgeselI^ schaff substitulrt.

Bund^blatt. Jahrg. ^...l. Bd. I.

58

702 Der Verein in Mailand wurde wegen der in übergrosser Zahl dort weilenden oder durchreisenden Schweizer etwas mehr als nach dem aewohnlichen Massstabe berechtiget. Ans dem gleichen Grunde durfte die Armenkasse in Marseille nicht vollig übergangen werden, zumal ihre 1860er Jahresrechnung mit einem Defizit von 6^)6 Fr. 85 Rp. schloss, das ursprünglich von einer Unters^la^mg des frühern Konsuls B r e n n e r herrührt.

^ur gänzlichen Dekung desselben wurde zunächst der vom Kredit für Unvorhergesehenes übrig gebliebene Betrag von 374 Fr. und sodann der oben erwähnte Beitrag verwendet. Die Empfänger nahmen die Bundesbeitrage mit Dank an, nur die schweizerische Wohlthätigkeitsgesellschaft in Rew-Orleans und der Grütliverein in Philadelphia schlugen die angebotene Summe aus, dieser, weil er seinen ausschliesslichen Eharakter eines Vereins gegenseitiger Unterstüzung seiner Mitglieder für Krankheits- und Sterbe fälle beibehalten will, jene theils aus einem ähnlichen Grunde, theils wegen eines nicht zu ihren Gunsten erledigten Anstandes mit dem Konsul.

Diess hatte zur Folge, dass in Philadelphia ein anderer, unserer Absieht entsprechender Verein unter dem Ramen ^schweizerische Unterstüzungsgesellschaff, welcher bereits 33, jährlich 1-10 Dollars beisteuernde MitGlieder zählt, entstanden ist, dem wir alsdann auf sein Begehren und auf Empfehlung des Konsulates die vom dortigen Grütliverein ausgeschlagenen 400 Fr. verabfolgt haben, während die nach Rew-Orleans bestimmt ge^ wesenen 300 Fr. vom schweizerischen Generalkonsulate in Washington, in dessen Hände sie. zurükgelangten, mit unserer Zustimmung dem dortigen Grütliverein zu dem bezeichneten Zweke verabfolgt wurden. Wie gering aneh die Bundesbeiträge waren, so haben sie doch sehr anregend und aufmunternd gewirkt, indem die Schweizer im Auslande darin ein Zeichen erblikten, dass aueh sie vom Vaterlande nicht vergessen seien, und das Ge-

fühl der Zusammengehörigkeit und der Sinn für Mildthätigkeit in ihnen gestärkt wurde.

^e.^wendung nach^eIa^ene^ ^ie^sschnIden d..^ ^..e.^a.Ii^en ^nde.^ .l..nndes.

Rach der Reihe von Jahren, welche seit unserer Rükerstattung von 653,06.) Fr. 54 Rp. an die ^ur Zahlung von Sonderbunds-Kriegsfehulden angehaltenen Kantone Uri, Unterwalden, Zug, Freiburg und Wal.lis verflossen sind, hielten wir es an der Zeit, uns darüber zu erkundigen , ob und in wie weit den, in Uebereinstimmung mit dem Bundesbeschluss vom 13. August 1852^) an die Rük^ahlung geknüpften Bedingungen naehgekommen worden sei. Die genannten Stände wurden daher zu den erforderliehen Berichten und Rachweisen eingeladen , aus denen sieh ergab, dass die erstern 5^ Kantone ihre übernommenen Verpflichtungen vollständig

erfüllt haben, während Wallis einigermassen im Rükstand geblieben ist, wie sich aus nachstehender Uebersieht ergibt.

.^) S. eidg. Gesezsammlung, Band IlI, Seite 229.

703 Fx. Rp.

. 11,995. 48

. 1) Uri hat sein Betreffniss von .

Fr. Rp.

für Bildung eines Kantonalsehulfondes von

12,000 Fr. verwendet, sein Betreff^ von 23,990. 96

für Kanalbauten und Armenwesen durch Verabfolgung von

.^ 10,800 Fr. an den Bezirk Uri, der seit 4. April 1854 bis 15. Mai 1859 über 152,662 Fr. 97 auf die obere Fortsezung seines Reusskanals verwendete;

^ 10,791 Fr. 81 Rp. an den Bezirk

Uri, der daraus jeder Gemeinde ihr Betreffniss für Armensonde zustellte;

c) 1,199 Fr. 54 Rp. an den Bezirk

Ursern für Kanalbanten, der die Summe zum Ausbau des obern Kanals verwendete;

.^ 1,199 Fr. 54 Rp. an den Bezirk Armengute zuschied . . . . -..35,986. 44 2) Unterwalden ob dem Wald hat . 2,372. 49

Ursern fürs Armenwesen, der den Betrag dem

für einen Landesschulsond und . . . .

für den Bau seiner Kranken-, Armen- und

Strafanstalt verwendet .

.

.

4,000.

.

-

^

3) Unterwalden nid dem^ Wald hat die . . . .

für seinen Zentralschulfond verwendet, der dadurch auf 50,556 Fr. gebracht wurde. Die Zinse davon werden jährlieh im Verhältnis^.

6,372. 49 5,509. 55

von 20 Rp. per Kopf den Bezirksgemeinden für deren Schulen verabfolgt.

4) Zu.^ ^at .^n Betreffniss von .

. . . . . 49,346. 50 durch Aushingabe von 50,000 Fr. an die Gemeinden behufs Bildung von Sehulfonden erschopft. Diese sind dadurch allmählig auf den Gesamtbetrag von 287,855 Fr. 86 Rp.

gebracht worden.

5,. Freiburg hatte die zurükempfangenen 249,569. 96 in erster .^inie zur Tilgung der behuss Dekung seiner Kriegsschuld einzelnen Angehorigen auferlegten Zwangsanleihen nach den bestehenden Konventionen und den allfälligen Ueberschuss sodann zur Bestreitung der Kosten der Glanebrüke ^u verwenden. Die frühere Regierung berief sieh aus . die bestandenen

Uebertrag

.

346,784. 94

704 Fr.

Rp.

Uebertrag

Fr. Rp.

346,784. 94

.Konventionen. um die ^wangsanleihen nicht sofort zurük ^u bezahlen. Um so früher kam die grosse ^lanebrüke zu Stande , die den Kanton über eine halbe Million ^ranken ^ekostet hat, und die gegenwärtige Regierung liess auch in Be^ug aus die Zwangsanleihen nichts mehr ^u wünschen übrig, indem sie die vorgefundene ^ imposition lorcee ^' von

2,146,376 ^r. 81 Rp. durch Erhebung

eines freiwilligen .^lnleihens von 5 Millionen

vollständig ^urük bezahlte.

6) Wallis hat folgende Betreffnisse ersehopsend verwendet: .^) ^ür das erforderliche Kapital zur Er.^

theilung offentliehen Unterrichts für .praktische Industrie . . . . . . 41,284. 6 0 Aus den Zinsen dieses Kapitals wird an der vom Staate errichteten Mittelschule in Sitten der eingeführte Kurs der praktischen Jndustrie bestritten.

^, ^ür die St. Bernhardstrasse . . 75,000. Es sind dafür seit dem Jahre 1854 sogar

114,379 ^.r. ..) Rp. verwendet worden.

c) Für die Strasse von Brieg an die Kantonsgrän^e .

.

.

. . . 25,000. .^) Für die Strasse von Visp nach Zer^ matt u n d ^aas .

.

.

.

. 20,000. .^) ^ür Erweiterung des nordlichen Ein^

^an.^s von St. Moxiz .

.

.

. 10,000. -.-

^) Für Erbauung und Korrektion von

Gebirpspässen

.^

.

.

. 20,000. ..^

Dagegen haben sieh bei Wallis als ohne entsprechende Verwendung geblieben heraus-

gestellt d i e . . . . . . 15,000. -für die Herensstrasse und als unerschopft die 100,000. -sur Eisenbahnbauten, die dort bekanntlich noch nicht volleudet find, indessen nächstens von Sitten nach Brieg sortgesezt werden

sollen .

.

.

.

.

.

Wir haben den Ausweis über diese

. .-..^-.....^.... 306,284. 60 .

653,069. 54

705 als genügend anerkannt, mit Ausnahme der ^wei für den Bau der Herensstrasse u^d für Eisenbahnbauten bestimmten Summen, über deren Verwen-

dung Wallis sich später Auszuweisen hat. (Vergl. Bundesbl..tt^o... 1853, H. 146-152.)

^ ^swande^nn^swesen.

Bei Anlass d^r ^xüfung unserer Geschäftsführung vom Jahre 1859 hat die damit beauftragte kommission des h. Ständerathes in ihrem Be-

xicht über die Mangelhaftigkeit unserer statistischen Angaben über das Aus-

wanderungswesen, namentlich dass sieh dieselben aus die Auswauderu..g nach überseeischen .Ländern zu beschränken pflegen, sich aufgehalten. Es muss daher von vornherein daraus aufmerksam gemacht werden, dass die bisherige Einrichtung des Departements des Jnnern nicht geeignet war, dem kund gegebenen Wunsche grosserer Vollständigkeit entsprechen zu konnen.

Dasselbe ist ^war seither in dieser Richtung durch Einsührung eines statistisehen Bureau erweitert, dessen erste Thätigkeit aber durch die Aufgabe der Volkszählung vollauf in Anspruch genommen worden. Sobald die dazu erforderlichen Arbeiten beendigt find, werden wir nicht ermangeln, die Frage in Erwägung zu Riehen, was von Seite des statistischen Büxeau zu jenem Zweke Erklekliches gethan werdeu ^ kann. Jmmerhin ist aus den zu Gebote stehenden Angaben der schweizerischen Konsulate , insbesondere desjenigen in Havre, wo sich die meisten Auswanderer ans der Schweig einschiffen, ^u ersehen, ob die Auswanderung nach den überseeifchen Ländern, welche hauptsächlich die nicht mehr nach dem Vaterlande zurükkehrenden in sich begreift, in der Zu- oder Abuahme begrisfen ist.

Zu dem Ende lassen wir auch diessmal eine kantonsweise Uebersicht über die im Jahre 1860 in Havre eingeschifften Schweizer nach den Mittheilungen des dortigen Konsulates folgen, wobei wir hinsichtlich der ersten Jahreshälfte auf unsere frühere Veröffentlichung (s. Bundesblatt von 1860, l.... 620) verweisen.

706

Jm Jahx 1860

Erw achsene.

in Havre eingeschifft^ aus dem Danton

M^nne.x.

^ürieh

.

.

.

.

.

Bern

.

.

.

.

.

.Lnzern . . . . .

Uri

.

.

.

.

Sehw^

.

.

.

.

Unterwalden Glarns ^ua ^ ...^

.

. .

. . . .

.

.

^.reiburg

.

.

.

. . . .

Solothurn . . . .

Basel

. . . . .

Schasshausen .

. .

Appenzell . . . .

^t.

Gallen

.

.

.

Graubünden Aargau

. . . .

.^hurgau

. . . .

.^esstn

.

.

.

.

.

Waadt

.

.

.

.

.

Walli...

.

.

.

. . .

Reuenl.mrg . . . .

Genf

. . . . .

Jm Ganzen

.

. .

Jm Jahre 185..) .

Binder.

.

Znuahme i. J. 1860

100 155 ^ 10 ^ 1^ 26 26 25

^ 11 52 55 46 11 57 38 162 27 .

.

.

.

5

Zusammen.

Weiber.

36 111 .-

14 79 .

^

^

6 12 17

l 50 335 18 1 32 40 45 .^

.

.

.

.

.

.

2 3

.^

3 16 18 20 1 22 9 65 9 ^^ ^^

3 5 8 10 1 6 20 20 .

.

.

.

-

.....^

1l^ ..^i. ^^

^

18 121 36 3

^^

5 5

14

1082 766 316

3.)7 321 76

248 247

.^4

17 73 81 76 13 85 67 247 36 ..^.....^

^^

.^6 ^^

-^

1

^-l .

l .

^^ ^

55 8 1727 1334 393

^

707 Jm Allgemeinen hat man leztes Jahr in Hamburg ebenfalls eine.

Zunahme der Auswanderung wahrgenommen; dagegen waren von den 898 vom schweizerischen .Consul in Genua seinen .Landsleuten visirten oder ausgestellten Reisepässen bloss 212 (115 weniger als im Jahr 1859) für Auswanderungen nach überseeischen Ländern bestimmt, und zwar 126 für die Auswanderung nach Buenos-Ayres, 86 für die nach Afrika (Algerien, Aegypten u. s. w.).

Unter den in Antwerpen eingeschifften 2568 Auswanderern besanden sieh 171 aus der Schweiz, von denen sich die meisten (144) nach Buenos-Am.es begaben.

klagen über die Art und Weise der Weiterbeförderung sind wenige eingegangen, übrigens die geeigneten Sehritte, ihnen abzuhelfen, gethan worden. Am meisten scheint der Hasen in Antwerpen in dieser Beziehung noch zu wünschen übrig zu lassen, namentlich das dortige Haus Steinmann undEomp., gegen dessen Versahren selbst der schweizerische ausserordentliche Gesandte in Brasilien bei Belgien zu beschweren sich veranlasst fand. Gegen den Ankauf nordamerikanischer Jnlandfahrbillets in Europa hat nun auch das schweizerische Konsulat in Rew-^ork eine Warnung für nöthig erachtet, indem durch denselben 39 Tesstnex sich der Gefahr ausgesezt sahen, nach der Ausschiffung ihre Reife nach dem Bestimmungsort im Jnnern des .Landes nicht foxtsezen zu konnen.

Das Ziel der schweizerischen Auswanderung nach überseeischen Ländern ist stetssort hauptsächlich Amerika, besonders Rord- und Südamerika.

Daxaus bezügliche Räthe zu ertheilen oder Anpreisungen zu vexofsentlichen, haben wir uns enthalten. Jn den Vereinigten Staaten von Nordamerika wird bereits geklagt, dass wenigstens für den Stand der Handels- und Gesehästsleute die Berussarten, namentlich die der Kommis, überseht und demnach sur Einwanderer solcher Berufe wenige .Aussichten mehr vorhanden seien. Einer gesicherten Stellung erfreuen sieh dort die Einwanderer, die sich der Landwirthschast und den Handwerken widmen. Doch dauert daneben die Auswanderung derartiger Berussleute nach Südamerika in ziemlich starkem Grade fort, und z.^.ar seheint diejenige nach dem Gebiete des argentinischen Bundes, dem in lezter Zeit Buenos.^res wieder einverleibt worden ist, zuzunehmen. Jn den legten süus Jahren sind näm-.

lich in den argentinischen Brovinzen Santa Fé und Entre Rios nicht weniger als 4, meistens oder doch grosstentheils von Schweizern bewohnte Kolonien entstanden, als: 18.^6 die in der Vrovinz ..^anta Fé von den Herreu Beck und H e r z o g in Basel gegründete Kolonie Esperanza, die unter ungesähr 190 Kolonistenfamilien etwa ^0 schweizerische ^ählt^ hierauf in der gleichen Brovinz die von A r o n Eastellanos gegründete, aus Schweizern, Franzosen, ^iemontesen und Deutschen bestehende Kolonie; 1857 in der Brovinz Entxe Rios am Uruguay die von General Ur^uiza gegründete und von Alexis Beeret verwaltete Kolonie Sau Jose, in der sich leztes Jahr bereits ^5 Schweizersamilien neben 103 piemontesischen, deutschen, savoyischen , sranzostschen , belgischen, italienischen und ameri-

70^ konischen befanden, und 1858 die von der ^schweizerischen ColonisationsGesellschaft Santa F...^ in Basel gegründete Kolonie San Carlos. an...

60 schweizerischen und 17 andern Familien, zusammen aus 475 Bersonen bestehend. Wenn auch diese, gegen tausend Schweizer umfassenden Kolonien noeh viel mit den ersten Schwierigkeiten der Ansiedlung zu kämpfen haben, so sind uns doch aus denselben bisher keine Klagen zugekommen. Die ua.h^

theilige Klausel, wornach jedes Mitglied einer Familie sür die derselben

gemachten Vorschüsse solidarisch haftet, kommt indessen auch in den Kolonistenverträgen von San Carlos vor.

Unser Hauptaugenmerk im Auswanderungswesen war bekanntlich in lezter Zeit aus Untersuchung und V e r b e s s e r u n g der Lage der schweizerischen Kolonisten in Brasilien gerichtet. Der zu diesem Zwek dorthin abgeordnete Herr Joh. Jakob v^ Tschudi langte in Rio Janeiro kurz vor Ablauf der ersten Jahreshälfte an und wurde sehr gut ausgenommen, wozu die gefällige Mitwirkung der brasilianischen Gesandtschast in Bern nicht wenig beitrug. Die kaiserliehe Regierung hatte seiner Ankunft eine nochmalige Untersuchung des Zustandes der Kolonien in der Brovinz San Baulo vorangehen Iassen, und zwar diessmal durch den Fiskal derRepart.^o ^.d d^s terr.^ ^nblic.^, .^rn. Sebastao Machado Runes. Das Ergeb.nss davon ist den schweizerischen Halbpächtern nicht günstig. Herr Runes fand, dass dieselben den an Kolonisten zu stellenden Ansorderungen am wenigsten entsprechen. Die kaiserliche Regierung zeigte

sich daher wenig geneigt, die Schulden der schweizerischen Halbpächter zu

übernehmen, zumal sie besorgte, andere Staaten konnten ihr sonst für ihre Angehörigen eine ähnliche Zumuthung machen, und sie durch Ver^ sezung der Schweizerkolonisten von Uban.ba nach ihren Ländereien in der Vrovinz Espiriti. Santo in die Lage verseht ist, solchen Kolonisten nach mehreren Jahren immer noch materielle Unterstützungen verabfolgen zu müssen. Sie war, obschon beim Halbpachtshstem unbeteiligt , der An^ ficht, die in dasselbe eingetretenen arbeitsfähigen Schweizer konnen die empfangenen Vorschüsse mit eben so gutem Erfolge wie die .Halbpächter aus andern ^ändern abperdienen, und hinsichtlich der übrigen Angehörigen haben die betreffenden Gemeinden, denen die physische und moralifehe Leistungsfähigkeit ihrer Mitbürger von vornherein bekannt sein musste, die Folgen ihrer Handlungsweise selbst zu tragen. Bei den ihr ^uzu^ muthenden finanziellen Opfern ist nicht zu übersehen, dass sie in ihren

Hilfsquellen fast ausschließlich auf den Ertrag der Ein- und Ausfuhr-

^olle angewiesen und darin im Voranschlag sür 18.^1 ein Aussall von 18 Millionen ^ranken vorgesehen ist, so dass z...r Herstellung des Gleich^ gewiehtes zwischen Einnahmen und Ausgaben der Staat sieh endlich ver^ anlasst fand, eine durchsehnittliehe Erhohung der Eingangszolle um 5 ^ und der Ansgangszölle um 2 .^ vorzunehmen, worunter zunächst die Konsumtion und Vroduktiou dieses, grossentheils aus den Handel ange.^ wiesenen Landes zu leiden hat. Jn den mit d.^.m Ministerium abgehal^ tenen Konferenzen unsers ausserordentlichen Gesandten liess sich dasselbe

709 endlich unter der Voraussezung eines entsprechenden Entgegenkommend ^on Seite der Schweiz, namentlich der betreffenden Gemeinden, herbei, die Aussicht ^u eröffnen, es werde sich da.^u perstehen, den am meisten Roth leidenden schweizerischen Kolonisten in so weit zu helfen, dass dieselben auf Staatsl.ändereien versezt und ihre Schulden, nach Abzug der Gemeindsgnthaben, von der Regierung übernommen würden gegen die Verpfliehtung der .Kolonisten, selbige nach und nach abzubezahlen. Ju ^ortfezung der Unterhandlungen zur Erledigung des finanziellen Vunktes sezte sich der schweizerische gesandte mit Hrn. J o s e V e r g u e i r o ^ Ehef des Hauses Vergueiro und Eomp. in Santos, ins Hernehmen. Derselbe erklärte, er werde eine Einmischung in seine Privatangelegenheiten keinem kaiser^ liehen Kommissär mehr gestatten und habe bereits Herrn Runes j..de Auskuuft über seine Kolonien verweigert . eben so wenig habe er mit schweizerischen Gemeinden zu verkehren, indem stch diese an seinen Agenten Dr. Fr. Schmidt in Hamburg zu halten haben. Lezterer hingegen erklärte, keine Rukzahlungen für schweizerische Gemeinden empfangen zu haben, und dass er seit 1856 der Agentur des Hauses Vergueiro und Eomp. enthoben sei, übrigens habe er seiner Zeit nur von einer geringen Anzahl Gemeinden ^Vollmacht zum Bezug der zu leistenden Rük^ahlungen.

empfangen und nachher seinem ^rin^pal selbst den ...lustrag ertheilt, den Gemeinden des Kantons Graubünden ungesähr 5000 Franken vorzueut-

halten, bis ihm die von der dortigen Regierung zurükbehaltene dingliche

Bürgschaft von 4000 Franken, die seiuer Zeit für den Unteragenten Emil v. V a r a v i e i n i geleistet wurde, sam.ut Zinsen verabfolgt sei. Um solchen Anständen und Verwiklungen so rasch als möglich ein Ende zu machen, wurde der schweizerische Abgeordnete dur.^ unsere und der Kantonsregierungen Verwendung mit 54 unbegrenzten, von eben so vielen schweizerischen Gemeinds- und Staatsbehörden ausgestellten Vollmachten zu endgültiger Erledigung der schweizerischen Guthaben an ^...ergueiro und Eomp. oder an die, an deren Stelle getretenen Fazendeiros, beziehungsweise an die denselben überlassenen Kolonisten versehen und dab^i die Herrn ^. Schmidt ertheilte Ermächtigung als erloschen erklärt. Bei diesem .Anlasse stellte sich heraus, dass ausser ungefähr 4l) Gemeinden ^der Kantone Zürich, Bern, Obwalden, Gla.rus, Schafshausen, Graubünden, Aar^au und .......hurgau auch 11 sreiburgische Gemeinden ihren Angehörigen behufs der Auswanderung nach Brasilien Vorschüsse mit der Verpflichtung, dieselben abzuverdienen, gemacht haben. ledere belausen sich aus 25,472 Franken 21 Rappen , es würden demnach die Forderungen an Vergueiro und Eomp. über 280,000 Franken ausmachen, in so weit sie nicht durch Nachlässe zu Gunsten der betreffenden Kolonisten ermäßigt werden. Seit dem Be.richte des schweizerischen Abgeordneten über die von ihm besuchten Kolonien in der ^roviu^ San Vaulo hat eine beträchtliche Anzahl schweizerischer Gemeinden nebst der aargauischen Staatskasse zu Gunsten

der bedürftigsten Angehörigen ausdrüklich aus Rükerhebuug der geleisteten

710 -.Darleihen gänzlich oder theilweise verzichtet, und von andern Gemeinden sind noch ähnliehe Erklärungen zu gewärtigen.

Der gedachte Besuch der Kolonien der Brovinz San Vaulo von Seite des Herrn J. J. v. Tschudi fand in den ersten Monaten der zweiten Jahreshälfte statt. Das Haus Vergueiro hatte dem Abgeordneten den Zutritt zu seinen beiden Kolonien verweigert; derselbe liess daher, um sich über deren Znstand zu unterrichten, eine Anzahl schweizerische...

Halbpächter au- der Kolonie Jbikaba nach S. Joao do Rio Elaro kommen. Ueber diese und 22 andere Halbpaehtkolonien , auf denen sich Schweizer befinden, so wie über die Verhältnisse derartiger Kolonien überhaupt hat er im Oktober abhin einen umsassenden und einlässlichen Bexieht erstattet, und sowol die kaiserliche Regierung, als die betreffenden .Kantone und Gemeinden auf die zu ergreifenden Massnahmen aufmerksam

gemacht. (S. Bundesblatt von 1860, lll, 25..) -.-308.) Aus seinem Berichte ergibt sich, dass der Zustand der schweizerischen Halbpächter in der

Brovinz San Vaulo im Allgemeinen nicht so trostlos ist, wie früher von mancher Seite behauptet wurde; dass dabei weder die schweizerischen Gemeinden, noch die Halbpächter von aller Schuld freizusprechen sind, und dass den bedeutendsten Klagen abgeholfen werden kann, wenn die kaiserliche Regierung - wozu Aussicht vorhanden ist ^- sich dazu versteht, in besagter Vrovmz in günstiger Lae^e einen kolonialen Mittelpunkt zu gründen, in dem die hilfsbedürftigsten Familien Ausnahme finden nnd Grundeigentum erwerben konnen. Zu dem Ende ist aber ein vorheriges Abfinden mit den betreffenden Fazendeiros unerlässlich. Zur Beschleunigung der Unterhandlungen mit Herrn v. Ts.^udi ist von Seite der kaiserlichen Regierung ein Kommissär in der ^erson des Herrn Appellationsrechter Sebaftao Machado Runes ernannt worden, der die Augelegenheit der Halbpaehtkolonien ins Reine zu bringen hat.

Jnzwischen bereiste der Abgeordnete von Rio de Janeiro ans auch die nordwärts gelegenen schweizerischen Kolonien .^...anta Jsabel, Santa Leopoldina und diejenigen in Rio n o v o in der Brovinz Espiritn Santo, . wobei er aus dem Rükwege Eantagallo und Rensreiburg berührte, um sich über die .Lage der vielen dort lebenden Schweizer zu erkundigen.

Es waren ihm schon vor dem Antritt dieser, in den Monaten Oktober und Rovember unternommenen Reise Klagen von Kolonisten aus jenen Gegenden zugekommen, und zwar über gesezwidriges Benehmen des Vizepräfideuten der Provinz. Sobald die Regierung davon Kenntniss erhielt, beeilte sie sich, denselben abzuberufen und die ^rovinz unter die ......erwaltuug eines tüchtigen Vrästdente.. ^u stellen. Das Ergebniss feiner Reife hat Herr v. Tschudi in einem Berichte niedergelegt, der alte zum Vorschein gekommenen Uebelstände berührt, über jede schweizerische Familie Aussehluss gibt und auf die geeigneten Mittel ^ur Verbesserung der Lage

der Hilfsbedürftigen aufmerksam macht. (S. Bundesblatt von 1861, I,

711 151--176.) Aus diesem Berichte geht hervor, dass die Regierungskolonie Santa Jsabel in leidlichem Zustande sieh befindet und einem bessern Schiksal entgegengeht, dass der Boden der Regierungskolonie Santa .Leopoldina (ehemals Santa Maria) zu unfruchtbar ist, und die .Kolonien von Rio novo unter der schlechten ...Verwaltung einer Aktiengesellschaft, der sie gehoren, viel zu leiden haben, während stch die schweizerischen Ansiedler in der hegend von Reufreiburg meistens in einer glüklichen Lage befinden. Die kaiserliche Regierung hat die von unserm Abgeordneten gemachten Verbesserungsvorschläge, welche hauptsächlich die Vers.^ung der ..Kolonisten von Santa Leopoldina und die Umwandlung der .Kolonien von Rio novo in Regierungskolonien bezweken , günstig aufgenommen und sogleich Befehl ertheilt, keine .Kolonisten mehr nach Santa .Leopoldina zu besordern.

Jm Februar abhin hat der schweizerische Abgeordnete die Reise nach der Vrovinz Santa K a t h a r i n a behuss Besuches der dortigen Kolonien Dona Fran^iska u. s. w. angetreten. Er wird auch über die schweizexischen Kolonisten am Mnkur... Auskunft zu ertheilen haben. ^lus seinen Reisen in den Kolonien hat er sich na.h Kräften bemüht, den gesunkenen Muth seiner Landsleute wieder aufzurichten, deren Vorurtheile zu zerstreuen, dieselben über ihre Stellung auszuklären und ihnen hilfreich an die Hand zu gehen. Bei diesem Anlasse wurden zwei Kolonisten aus dem Kanton Freiburg aus ihrer Gesaugenschast befreit und den verwaisten Minderjährigen Vormünder bestellt. und was den weitern Schuz der schweiArischen Kolonisten betrifft, so sind nun ebenfalls Vorkehren getroffen, indem in der Provinz .^.an Paulo zu Eampinas ein Vizekousulat errichtet, .^.r.

v. Tschudi mit Vollmachten zur Abschliessung eines Staatsvertrages über Bereinigung von Erbschaften versehen und von der kaiserlichen Regierung die Zusicherung ertheilt worden ist, dass zur Schlichtung der Streitigkeiten zwischen Kolonisten und Kolouieuuternehmern in jeder Kolonialprovinz ein Richter mit summarischem Verfahren eingesät werden soll, falls die Kammern den dazu erforderliehen Kredit bewilligen. Jm Uebrigen ist das Ergebniss der Unterhandlungen unsers Abgeordneten mit dem kaiserlichen Spezialkommissar, Herrn Machado Runes, mit einzelnen Ministerien und mit dem H.^use Vergueiro und Eomp. zu gewärtigen.

.....

^ .^ ^ .t echni sch e ^chn^e.

Die Leistungen des eidgenossischeu Bol.^technikums im Schuljahre 1^.^...... ergeben fich zunächst ans den während demselben abgehaltenen V o r l e s u n g e n und U e b u n g s k u r s e u . Deren Zahl belief sich im Wintersemester 18^ aus 9..), im Sommersemester 1860 auf 101. Man bestrebte stch dabei, sich über das Verständniss und die Verarbeitung des Stoffes dnrch die S.^üler Gewissheit ^u verschaffen und die Garantien hiesür zu verstärken, und wird diese Unterrichtsmittel hiefür nicht nur beibehalten, sondern wo moglich noch vermehren. Mit den Vorlesungen

712 gehen xe^ementsgemäss auch die E x k u r s i o n e n der Lehrer mit den Schülern Hand in Hand. Jhre Bedeutung als eme fruchtbare Ergänzung des theoretischen Unterrichtes ist schon wiederholt hervorgehoben und durch die Erfahrung bestätigt worden. Es konnte jedoch den mit der Ueberwachung zunächst Betrauten, namentlich dem Direktor der Schule und dem Präsidenten des Schulrathes nicht entgehen , dass dieselben grosse Störungen des theoretischen Unterrichtes hervorrufen..

Um diese Uebelstände ans ein mogliehst geringes Mass zu rednziren, hat der Bräsident des Schnlrathes nach eingeholtem Gutachten der betheiligten Lehrer, des Herrn Direktors und der Fachschulvorstände versuchsweise folgendes Regulativ erlassen : 1. Die mehrtägigen Exkursionen sind in die erste .Woche Juli zu verlegen.

2. Der obligatorische Unterricht sür die an den Exkursionen theilnehmenden Kurse ist, so weit er in Vorträgen besteht, für die Dauer der Abwesenheit der Schüler einzustellen , dagegen aller nicht obligatorische Unterricht, so wie die Arbeiten in den Zeichunugssälen, Laboratorien und Werkstätten ohne Unterbrach fortgehen zu lassen.

3. Die Lehrer, welche Exkursionen machen wollen, haben die Wochentage , die sie dazu verwenden werden , allen Lehrern , die obligatorischen Unterricht au der betreffenden Klasse ertheilen, durch den Fachschulvorstand anzeigen zu lassen.

4. Es ist daraus zu halten , dass sich der Exkursion einer Klasse nicht andere Schüler der Eintheilung, oder anderer Abtheilungen anschlössen, namentlich nicht solche unterer Klassen, die den Unterricht, zu dessen Veranschaulichung die Exkursion dient, noch nicht genossen haben.

Auf den im Berichtsjahre nach den Vorschriften vorstehenden Regulativs ausgeführten Exkursionen wnrden besucht und besichtigt : Von der Bauschule in Schafshausen . Stein am Rhein , Reiehenau, Heiligeuberg, Morsburg, Lindau, Bregenz, St. Gallen : Brüken, Villen, alte Befestigungswerke , Schlosser , Kirchen , Rathhäuser , alte berühmte

Raths - und Rittersäle und Holzbauten im t^rolischen St..l.

Von der Jngenieurschule : die Bauten der Oronbahu, der .^raiico^ ..^..i.^e-Bahn und des .tura ^..hist....^.

Von der mechanischen Abtheilung mit ^.rn. Vrosessor Z e u n e r Lokomotivbetrieb aus der Rordostbahn und Dampfschifsmaschinenbetrieb auf dem Bodensee; mit den Herren ..^rosessoren R e u l e a u x ^ und K r o n a u e r die Werkstätten im Bahnhos .^lten, Spinnereien, Dampsmaschinen und^.urbinen im Wiesenthal, Webereien, Maschinenfabrik, Bandfabrik, Papier-

fa^rik in Hollstein, Maulburg, Sehopsheim und Basel, Drathseilsabrik

von Herrn Stein und Maschinenfabriken von Huguenin, Koehlin und Komp. in Mühlhausen, ferner die Etablissement von Es cher, W ^ s s

713 und .^omp. in Zürich, Kunstmühlen, Sagemühlen, Bar^ueteriefabrik , Flachs - und Baumwollenspinnereien in Zürich und Umgebung.

. Von derchemischenAbtheilung : in Jslikon , Frauenfeld , Herdern, St. Gallen, Ehur, Sargans, Mels, ..^larus Färbereien, Drukereien, Branntweinbrennereien , Leim - und Theerproduktenfabrik , Eisenwerke, Hochofen u. s. f.

Von der Forstschule: die Waldungen in der Rahe von Zürich, am Albis, Bfannenstiel, in Bülach, Eglisau, Rasz, Luzern, am Rigi, in Brun-

nen, Altdorf, ^chächenthal, Klausen, Lintthal, Klönthal u. s. w.

Die Herren Vrosess.^ren Heer und Escher unternahmen im Jnteresse ihrer Wissenschaften ansser den regelmässigen kleinern Ausflügen zusammen eine grossere Exkursion nach Einsie^eln, Schw.^, Brunnen, Schächenthal, Altdors, Klausen, Linththal, Glarus, Klonthal und Mollis.

Die Tabellen dieses Berichtsjahres weisen folgende FrequenzV e r h ä l t n i s s e aus : Schüler am Anfang, Ende, während des ...^ehüljahres : 1. Jn dem mathematischen Vorberei-

2.

3.

4.

5.

6.

7.

tungskurse . . . . . .

Jn der Bauschule . . . . .

Jn der Jngenieurschul.e . . .

Meehaniseh-technische Schule . .

Ehemisch-technische Schule . .

Forstschule . . . . . . .

Jn der VI. Abtheilung . . .

22 19 4^ 34 13 10 19 1..^

27 14 44 47 14 10 13 169

30 19 49 51 14 11 21 195

.Auditoren im Wintersemester 82, im Sommersemester

86

Gesammtfre.^uen^ der .Anstalt . . . . . . . .

281

während des Schuljahres 1859,^60.

Es kommen demnach aus einen Jahreskurs der fünf Fachschulen : in der Bauschule, 3jährig . . . . . .

6-7 Schüler,

..

,, ^, ,, Von

,, Jngenienrsch^le, 3jährig . . . . 16-17 ,, ,, meehaniseh-technisehen Schule. 3jährig 17 ,.

,, ehemisch-teehnischen Schule, 2jährig .

7 . ,, ,, Forstschule, 2jährig . . . . . 5-6 ,, den 1^5 Schülern der 6 Abtheilungen des Vol^technikums sind

aus dem porigen Jahre zurükgeblieben : . . . . .

64.

Zu Anfang und während des laufenden Schuljahres eingetreten . . . . . . . . . . . . . 1 0 1 Schüler.

Die Gesammtsre^uen^ im vorigen Jahre war . . 109 ,.

Die Zunahme in den ^ Abtheilungen beträgt 56 oder 51 .^.

714 Wird die Vorbereitungsklasse hinzugerechnet, so betragt die Zunahme

86 oder 80 ^.

Unter den 195 Schülern ergeben sich 58 Ausländer, nahe bei 30.^.

Die Schwerer vertheilen sich nach den Kantonen, wie folgt :

Aus dem Danton Zürich ,,

,,

Bern

,, ,,

,, ,,

,, ,,

,, ,, ,, ,, ,, ,,

,, ,, ,, ,, ,, ,,

,,

,,

,,

,, St. Gallen .

,, ,,

.

.

22

.

.

.

14

Aargau Tessin .

.

.

.

.

.

.

11 11

,, ,, ,, ,, ., ,,

Reuenburg Schafshausen Thurgau Genf .

Graubünden Lnzern

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

10 ^ 6 6 6 5

,,

Solothurn

.

,,

,, ,,

,,

,, ,,

,,

Wailis Schw^

Appenzell

.

.

,,

,,

,,

,,

,,

,,

,,

,,

,,

,,

,,

,,

,,

Waadt

.

.

,,

.

.

.

Basel (Stadt 5) .

.

.

.

10

5

.

4

.

.

.

.

2 2

Unterwalden .

.

.

1

^

^

^

.

.

.

.

11

.

.

2 ^

137 Unter den 58 Ausländern befinden sich : 35 aus den deutsehen Bundesstaaten, 7 ., Norwegen, ^ ,, Russland, 2 je aus Boleu und Ungarn, 1 ,, ,, Belgien, Spanien, Donaufürftenthümern und Holland.

Zu den schon im legten Jahresberichte bei Anlass der Organisation und Erosfnung des V o r k u r s e s gegebenen statistischen und sachlichen Erläuterungen fügen wir ergänzend hin^u : Die Schüler der Vorbereitungsklasse waren durchschnittlich um 2 - 3 Jahre älter, als die Schüler der ersten Klassen in den Sektionen. 20 waren beim Eintritte über 18 (bis auf 26) Jahre alt; nur 7 zählten bloss 17 Jahre.

Es waren Ausländer .

.

.

.

.

.

10 Aus praktischen Berussstellungen kamen .

.

.

5 Von hohern ausländischen Bildungsanstalten .

.

1 A u s Brivatanstalten .

.

.

.

.

.

4 Frühere Auditoren a m Polytechnikum .

.

.

2 Aus kantonalen Real- und Mittelsehulen, aewohnlieh durch Rachhilfe^ einzelner .Lehrer in .^rivatstunden befähigt .

8

715 ^ur zwei der lezteren kamen aus solchen kantonalen Anstalten , welche unmittelbar für eine unserer Fachschulen vorbereitete Schüler ans ihren obersten Klassen abgehen lassen konnen. Bei ihnen walteten besondere Verhältnisse ob, und sie waren mit ausdrüklicher Empfehlung der Lehrerschaft dieser Anstalten dieser Alasse zugewiesen worden. ...Schüler welscher Zunge waren im Vorkurs 9. Um die Vorklasse , welche allerdings für die Sektionen mit mathematischer Grundrichtung (Jngenieur- und mechanisch-teehnische Schnle) angelegt ist, auch für die chemische und Forstschule nuzbar zu machen, wurde denjenigen Schülern, welche in die erwähnten Sektionen eintreten zu wollen erklärt hatten, Gelegenheit gegeben, unorganische Ehemie und ein elementares .Kolleg über Mineralogie anzuhoren, welche Fächer für jene Sektionen Er^amensächer sind. Dagegen werden sie durch Erlass anderer Fächer, z. B. darstellende Geometrie, praktische Geometrie oder Mechanik, von .denen ^ das eine oder andere ihrem angestrebten Berufszweke ferner steht, erleichtert. Die Schlussex^amen dieser .Blasse, zugleich Eintrittser.amen in die Sektionen, sind mit aller Einlässliehkeit und Strenge. abgehalten worden. Die Behorden halten sehr daraus, dass das im Schlusse^amen geforderte Mass von .Kenntnissen bei dieser Blasse keineswegs geringer fei, als das Aufnahmsreglement fordert und als von Aspiranten in die Sektionen aus jeder andern Vorbereitungsschul^ verlangt wird. Die Lehrer der Klasse bilden, wie die Lehrer jeder der .. Abtheilungen (Fachschulen,. eine Konferenz. An ihrer Spize steht der Vorstand der Klasse ^ur Zeit Herr Bros. Or e l li). Es wird auf unausgesehen Besuch der Vorträge und. Examinatoren und auf pünktliche Abgabe der Arbeiten strenge gehalten. Dass in ein^r auf wenige Fächer konzentrirten Jahresklasse und mit Schülern von reiserem Alter sehr befriedigende Resultate erhielt werden, hat der erste Jahrgang zuverlässig nachgewiesen. 24 Schüler konnten in die Fachschulen aufgenommen werden , und zwar m o.e .^au^chule .

^, in die Jnaenieurschule ,, ,, meehanisch-technische Schule ^, ^^^^^^^^^^^^ .

.

.

.

.

.

^

.

.

.

^

^

^

^

^

.

^

.

.

^

,, Forstschule ....

,,

^

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^ ^ l ^ ^

sechste Abtheilung

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^ 1,

^,

2.

Bei Allen, die mit dieser Klasse während des Kurses in vielfache Berührung gekommen sind, und welche die Resultate der Repetitorien und Schlussex^ameu genauer kennen, hat si.h die übereinstimmende Ueberzeugung festgestellt, dass der Vorkurs eine für die ganze Schule sehr nü^liche und wohlthätige , so wie zum Anschluss unserer Anstalt an die Vorbereitungsanstalten und namentlich an praktische Thätigkeit, vollig ausreichende

Zweiganstalt bildet. Dieselbe trägt auch indirekt ^ur Herstellung besserer

Ordnung an den 6 Eintheilungen , namentlich zur guten Regulirung des Auditorenwesens wesentlich bei. Denn es konnen die Anforderungen bei den Aufnahmsex^amen strikte eingehalten werden, während früher immer,

716 namentlich bei etwas älteren Aspiranten sich die Frage aufdrängte: Wo findet der Zurükgewiesene ein Jnstitut, das ihm direkt und ohne zu viele Rebenzumuthun^en den Weg zu den technischen Studien bahnt ^ Da nmr.de denn das Jnstitut der Auditoren öfters als Vorschule benuzt,. was den Uebelstand mit sieh brachte^ dass gerade diejenigen Studirenden, die der Aufsicht und .Leitung am meisten benothigt waren, fast ganz ohne Kontrole gelassen werden mussten. Besonders ^ute Dienste leistet der Kurs auch Lehramtskandidaten, die zum Zweke des Vorrükens ans der Stufe der Elementarlehrer zu .Lehrern mittlerer technischer Lehranstalten unsere Schule benuzen wollen. Diese treten nun mit weit grösserem gewinne als Schüler dieser Klasse ein, als^ sie früher als Auditoren a.. den Fachschulen gefunden hatten. Auch für bald austretende .Lehramtskandidaten im dritten Jahreskurse wird in Zukunft diese Klasse in Be.^ug auf erste Anleitung zur praktischen .Lehrtätigkeit in geeigneter Weise benu^t werden Donnen. Wir haben hier Alles, was sich aus den Vorkurs begeht, welcher im Berichtsjahre das erste Vrobejahr an unserer Anstalt zu bestehen hatte, zusammengesasst und werden nicht nöthig haben, später unter dem Titel ,,Thätigkeit der Schulbehorden,^ abermals daraus znrükzukommen.

Jn unserm lezten Jahresberichte haben wir angedeutet, dass manche Schüler, ohne Lehrer werden zu wollen, in die s e c h s t e Abtheilung eintreten, weil ihre Bildungszwete mit keiner der süns Fachschulen zufammensallen und von denselben ein elektip aus den Kursen mehrerer Fachschulen kombinirter Stundenplan angestrebt wird. Es ist daxaus hingewiesen, welche Berechtigung einerseits solchem Streben zuerkannt werden mnss, und welche Gefährde andererseits damit verbunden ist. Wo nun vor-

herrschend eine Fachschule beim Bildungszweke des Schülers dominât,

mnss das Bestreben der leitenden Vorstände und Beamten dahin gerichtet fein, den Schüler der bestimmten Fachschule und nieht der sechsten Abtheilung zuzuweisen, ^umal auch innerhalb jeder Fachschule motivirte Abweichungen vom Stundenplan und Austausch gegen Fäeher anderer Sektionen gestattet ist. Es ist diese Richtung namentlich auch einzuschlagen, weil das lebendige Jnteresse der Studienausstcht eben da liegt, wo die .^.auptriehtung des Unterriehtsstosses vom Schüler hergeholt wird und der Vorstand und die Lehrer dieser Abtheiiung also regelmässig den Schüler und sein Thun vor Augen haben. Jn Uebereinstimmung mit dieser Auffassung ist während dieses Schuljahres gehandelt worden und sol.. auch in Zukunft naehdruksamst gehandelt werden. Znm Schluffe der Bemerkungen über die Schüler der sechsten Abtheilung geben wir noch folgende

statistische Rotizen: Von den 21 L e h r a m t s k a n d i d a t e n ... aus dem praktischen Schuldienste

kommen

.

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.

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7,

(nämlich 2 Sekundarlehrer, 4 Vrimarlehrer und 1 Leiter einer V.ivatanstalt), h. aus dem aargauischen Lehrerseminar .

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. 1, c. aus Kantonssehulen .

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.

.

.

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.10, d. v o n auswärtigen Schulen .

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. 3.

717 Jhre Studienrichtung l.^sst sich in Würdigung sämmtlicher Stundenplane der . Einzelnen folgendermaßen ^klassifiziren : a. Vorherrschend mathematische Grundrichtung, wohin wir namentlich ^ höhere Mathematik, Mechanik, deskriptive Geometrie, mathema^ tische Vh^ftk und alle Jngenieurfächer zahlen, verfolgten 16, . b. vorherrschend naturwissenschaftliche Richtung .

.

2, c. ^sast gleich stark hervortretende. Mischung beider Richtungen 3.

Diese Schüler wollen sich grösstentheils wirklich zn .Lehrern ausbilden, und zwar vorzugsweise zu Lehrern technischer Mittelschulen für reine und angewandte Mathematik und. für die Naturwissenschaften. (Jn lezterer Richtung treten besonders hervor: Ehemie, Mineralogie, Botanik.) So ziemlich ohne Ausnahme horte ^ jeder Schüler der sechsten Abtheilung das eine oder andere literarische Kollegium.

Anknüpfend an unsere, auf einen Wunsch der nationalräthlichen Vrüsungskommission im legten Jahresberichte gegebene einlässliche Auskunst über die sechste Abtheilung unserer Schule ^ L e h r a m t s k a n d i d a t e n ) , fügen wir dem oben gegebenen statistischen Material noch folgende Bemerkungen bei : Die Erfahrungen an der Anstalt erwiesen als einen grossen Uebelstand, dass für die Feststellung der Lehrplane der Schüler der sechsten Abtheilung keine ^genügende Kontrole .bestand. Der Präsident des Schulrathes hatte in einer Zuschrist an den ^lbtheilungsvorstand die genauer zu regulirenden Vuukte bezeichnet, und der Direktor die herrschende Unordnung statistisch dargelegt. Es kam vor, dass einzelne Schüler dieser Abheilung über 44 Unterrichtsstunden per Woche besuchten, und

^udem gleichzeitig ^äeher aus den entgegengeseztesten Richtungen. Es ist

nun durch Weisung des Präsidenten verfügt, dass jeder ...Schüler der sechsten Abtheilung seinen Stundenplan unter Berathung und Mitwirkung des Vorstandes derselben seststellt, und die Einschreibung erfolgt erst nach

beigebrachter Bewilligung des Stundenplanes durch den Vorstand. Die dem Vorstande der sechsten ^lbtheilung ^ für diese kontrolirende ^ Thätigkeit

dur^ die erwähnte Vr..sidialweisu..g gegebenen leitenden Gesichtspunkte resumiren sich in folgenden Säzen : 1. Es soll nicht eine grossere Zahl von Unterrichtsstunden genommen und ^gegeben werden, als vernünstiger Weise die Kraft des Ein-

zelnen für tüchtige Verarbeitung des ..^tofses zulässt.

2. ..^s soll irgend eine Hauptrichtung der Studien festgehalten und nicht oberflächlicher Allerleiwisserei schrankenlos gedient werden.

3. Ju den einzelnen Komplexen zusammenhängender Fächer muss ein richtiger, stnfenmässig...r Gang eingehalten werden.

Von deu 82, resp. .... Auditoren. 82 im Winter- und 8^ im Sommersemester, waren 40, resp. 42 immatriknlirte Studenten der Zürcher rischen Hochschule. Diese horten vorzugsweise einerseits uatnrwisseuschaftliehe, andererseits literarische und .geschichtliche Kurse. Jn ersterer Richtung B..nde..^lal....

Jahrg.

^.1^.

^d.I.

5.)

71^ waren e^ meisten... Studixende der. Medien , in lezte..ex Theologen , Bhilol.ogen und Juristen. betrachtet man die übrigen Auditoren unserer A.nst^t, so ^ibt ^ zachst F^end^: Jm Wintersemester waren 1.3, im Sommer 8^ Betonen eingeschrieben, die je nur ein einiges Kollegium horten, meist ältere Manner in Berufsstellungen, die hiemit w.^l kein... Fachbildungszweke perbanden. Es bleiben für beide Semester je 33 , deren Studien sich annähernd in folgender .Weise charakteris.xen lassen: Jm hinter. ^.m Sommer.

Es sehlofsen sich der chemischen Abtheilung an (Fünf der lezteren meldeten sieh zu Anfang

13

15

4

3

6

2

des laufenden Schuljahres in die chemisch-teehnische Schule).

Der Bauschule sind zuzutheilen .

(Einer trat als Schüler ein.)

Der mechanisch-technisehen Schule

.

(Einer^ meldete. sieh^ früher als Schüler.)

Der Forstschule (einer ist jezt Schüler) D e r Jngenieurschule .

.

(Einer ist seither Schüler geworden.)

Der sechste Abtheilung .

Auszeichnende Fächer besuchten

(Einer ist jezt Schüler.)

.

.

.

2

3

.

.

3

3

.

.

1

3

4

4

^33

^33

Bezüglich der Einhaltung guter Ordnung in den Auditorenverhälrnissen sind im Uebrigen dieselben Grundsäze eingehalten worden , wie unser lezter Jahresbericht auseinander gesezt hat.

Was Fleiss und. Fortsehritte der Studirenden und Dis^iplin betrifft,. so ist im Anfang dieses Schuljahres im Einverständniss mit dem Präsidenten des Schulrathes durch den neuernannt.en Direktor, ^errn ...^olle^, eine Buchführung erstellt worden, welche in genauer und

übersichtlicher Darstellung detaillirten .^lufsehl.uss ertheilt:

  1. welche Roten in jedem einzelnen Fach jeder Schüler bei der Aufnahme in die Schule , so wie bei der Bromotion in eine hohere Blasse erhielt; 2. welche Roten ihm bei den .^uartalzensuren ertheilt wurden ; 3. wie seine .^onkursarbeiten beurtheilt wurden^; 4. welche Roten die Diplomprüfungen ergaben, und 5. wie sein disziplinarisches Verhalten während der ganzen Zeit seines Aufenthaltes war.

Jn dieser Weise ist die genaue Durchführung der in unsern zwei lezten Jahresberichten des Genauern dargelegten Mittel der Aussicht und ..^ontrole gesichert worden. Dieses Buch, aus den Ergebnissen der Re-

719 petitorienprüfung.m und den Berichten der sämmtliehen Lehrerkonferenzen zusammengetragen , sichert zugleich den Aufsichtsbehörden eme regelmäßige

Einsicht in die Thätigkeit und Bflichterfüllung der gesammten .Lehrerschaft nach dieser Richtung, und bietet zur Durchführung eines gleichmäßigen und einheitlichen Verfahrens die nöthigen Mittel und Anhaltspunkte. Eltern und Vormündern ist dadurch eine Quelle sicherer Auskunft geboten.

Direktor und Präsident halten es nicht für überflüssig, in ihren Berichten zu betonen, dass sie diese stätia. und regelmäßig eintretende .^ontrole

der Schüler über Alles , wodurch die ledern mit der Schule direkt zu-

sammenhäng.m, um so mehr für höchst wichtig und heilsam erachten, als die sich immer steigernde Zahl der Schüler, so wie ihr .^llter und wol zu achtendes Selbstftändigkeitsgesühl es nicht zulassen , in das häusliche und gefellsehaftliehe Leben der Zoglinge Eingriffe zu thun, die der reisern Jugend stets verhasst sind, oder sich auch nur einen hinreichenden Einblik

zu verschaffen. Jn dieser Richtung ist diejenige Linie der Thätigkeit ab

Seite des Direktors und der Schulbehörde fortwährend eingehalten worden, wie sie unsere ^wei legten Jahresberichte eharakterifirt haben. Von dem Fleisse und dem durchschnittlich recht befriedigenden Betragen der Sehuler während des Schuljahres gibt nun allervorderst das erwähnte .^ontrolbueh , so wie auch die während der Ex^amenzeit ausgestellte grosse Zahl von Zeichnungen und Arbeiten erfreuliches Zeugniss.

Betreffend die B r o m o t i o n e n aus den untern .^lassen in die obern, ergibt sich folgendes Resultat: Rieht promovirt wurden, abgesehen pon einigen, die wol aus Grund bestehender Besürchtungen nach dieser Seite die ^ehule vor dem Examen verl.iessen , (selbstverständlich liegen jedoch auch öfter ganz andere , sehr ehrenwerthe Motive einem solehen früheren Austritte zu Grunde, z. .B.

Familienverhältnisse, das Antreten einer praktischen barriere, Krankheit u. s. f.)

..... a.ns dem mathematischen Vorkurs .

.

5 Schüler, h. aus de... Jngenieurabtheilung 4 ., c. ,, ,, mechanischen Abheilung . .

2 ,, Alle Uebrigen konnten promovirt werden.

Von 41 Schülern der obersten Jahreskurse der 5 Fachschulen haben 28 die Diplomex^amen mitgemacht und davon 25 durch ....^ehlnssnahme des Schulrathes Diplome erhalten, und zwar: mit der Rote ,,vor^üglieh^ .

.

.

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7 ,,

....

,,

,,^ut^

.

.

,, ,, ,, ,,befriedigend^ .

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11

7

Von den Lehramtskandidaten hat nur einer, und zwar in den mathematischen Fächern eine Diplomprüfung bestanden und dabei das Diplom mit der Rote ,,porzüglieh^ erhalten.

Die B r e i s a u f g a b e der Bauschule: ..Entwurf einer Börse nach Brogramm und Situationsplan ^ wurde von Herrn Adolf Brunner in

720 Zürich gelost und dafür demselben vom Schulrathe, aus Grundlage der Berichterstattung und Kritik der Lehrerkonserenz der Bauschule, der erste Breis zuerkannt.

Von härteren Massregeln fanden fünf Androhungen der Wegweisung statt, namentlich wegen Unsleiss. Eine nicht gar grosse Zahl weniger ^ravirender Disziplinarfälle wurden durch Verweis von den Vorständen der Abtheilungen oder dem Direktor abgewandelt.

Von den Schülern der Abtheilungen wurden während des Bericht^ jahres andere, sür sie nicht o b l i g a t o r i s c h e , theils in anderen ^.achschulen , theils in der sechsten Abtheilung liegende Kurse ziemlich eifrig benu^t. Jm Wintersemester haben 127 Schüler 1.^3 Kurse besucht . zu denen sie ni.ht verpflichtet waren, worunter 74 Vorträge literarischen und historischen Juha.ltes und artistische Uebungen. Jm .^ommersemester be-

suchten 134 Schüler 194 Vorlesungen , die für fie nicht obligatorisch stische Uebungen.

^ .

waren, darunter sind 126 literarische und historische Vorträge und arti-

Was die S a m m l u n g e n betrifft, so haben sich die a r c h i t e k t o nischen V o r l a g e n im ^ause des Berichtsjahres theils durch Ansehas^ fungen , theils ourch Geschenke beträchtlich vermehrt. Sie sind von den Schülern mit vielem Fleisse benuzt worden und gut erhalten. Von den

Anschauungen ver^ien..n namentlich .^rw.^nu..g . ^00 lithograph^t.. Ab-

drüke interessanter Konstruktionen, so wie werthvolle Kopien nach den von Herrn Vrosessor ^emper gemachten Origiualzei.hnungen. ferner von den Geschenken : zwei Mappen Zeichnungen aus dem Nachlasse d^.s sel. Herrn Architekt und Brosessor ^eorg Müller von St. fallen, in Wien , lithogra-

phirte Mnsterblätt^r vom Gewerbsinstitute in .Berlin und 20 lithographirte

Bläue vom Bosthause zu Basel. Ueber^iess haben auch wieder i^tes Jahr einzelne Sehüler konstruktiv wichtige Vorlagen sür die Schule ausgearbeitet, wogegen ihnen einzelne lithographierte ^lbdrüke überlassen wurden.

^ur eine Vermehruug der ingenieurwissenschaftlich e n Vorl a ^ e n s a m m l u n g , wie sie durch die von Jahr zu Jahr sich Steigernde ^ehüler^ahl nothwendig wäre, fehlten inner den Schranken des Budget

zur Zeit die Mittel. Der Kredit von Fr. 240 wird vollständig aufge.^

braucht durch di.. Vervielfältigung einzelner , von den besseren Schülern gefertigter Zeichnungen. Es ist dieses Verfahren a^.ch im verflossenen Jahre wieder angewendet und dadurch der Bedarf wenigstens so gnt als moglieh gedekt worden. Der Zustand der Vorlegeblätter ist zwar bei dem s^hr starken Gebrauche theilweise nicht mehr gerade glän^nd , aber verhältnis.m.issig doch immer no.^ ordentlich.

Die m e e h a n i s ch-technisehe V o r l a g e n s ä m m l u u g erhielt ihre Aeufnung wieder in der Hauptsache durch neue Wandtafelu, angefertigt u^r Leitung der Herreu Brof^sso.r^ Re u le a u^ und ^ e u u e r , von eiuem hiefür eigens Angestellten. Ueber di^ ^wekmassi^eit und den .^u^... solcher

721 Wandtafeln haben ^ wir un^ bereits im legten. Berichte emlassltche... ausgesprochen. ..^ls Beweis für das Besagte diene hier, .dass .die Schüler der dritten ^.lbtheilung zusammengetreten find, um einen Theil dieser Tafeln autographisch vervielfältigen zu lassen.

Für Figurenzeichnen wurde sehr wenig, etwas mehr für Lands c h a s t z e i c h n e n angeschasst., namentlich eine schöne Vartie OriginalZeichnungen in ^narell für vorgerüktere Schüler. Obscho.. nicht obligatorisch, ^wurden beide Fächer doch zahlreich besucht^ und würden es wahrscheinlich noch mehr, .wenn die .Lokalitäten sich ^ hiefür, sowol was Licht als was Ranm anbetrifft, besser ebneten.

Die B a u m a t e r i ^ a l i e n s a m m l u n a ^ hat sieh einzig durch .ein Gescheut des Herrn ^ Baurath M i t h o f s in Hannover, ^bestehend aus l1 verschienen Bausteinmustern vermehrt.^ Der Bestand^ der B a u k o u s t r u k -

ti on s modelle ist derselbe geblieben.

Jn die M a s eh i n e n m o d e l l s a m m l u n g wurden mehrere wichtige Stük..., vorwiegend Rachahmungsmodell... von Maschinentheilen .erworben.

.^lusserdem lieferten die .beiden Werkstätten eine schone Anzahl Modelle und Theile .derselben, die steh durch Genauigkeit und Güte besonders auszeichnen. Eine in der Metallwerkstätte der Anstalt in Arbeit befindliche Versuchslokomotive naht ^ ihrer Vollendung,. und es wird ihrer im nächsten Berichtsjahre erwähnt werden können. Betreffend die Benuzung dieser Sammlungen konnen wir noch bemerken , dass . die Rachahmuug^modelle der Maschiueutheile im ersten .^nrse zum Aufnehmen . im ^weiten ^nrse zum Vorweiseu , Raehsehen und Erklären beim Vortrag und beim .^onstruktionsunterrichte benu^t werden.

Die M a s c h i n e n b e t r i e b modelle sind vorwiegend für den dritten ^urs bestimmt, und ^es werden in jeder Vorlesung oft 20^25 .^tüke verwendet , um die sehwierigern vorkommenden. Probleme leichter zugänglich und verständlich ^. machen. . ^n Folge Umwandlung des bisher für ^lufstelluug der Mas^inenmodelle verwendeten Raumes in einen Zeichnung^faal musste diese Samu.lung dislozirt werden, und sie ist jezt in Glasschränken auf dem Estrich uutergebracht.

Die g e o m e t r i s c h e n Messinstrumente find lezten Sommer sehr

stark gebraucht worden, theils für die Diplomarbeiten, theils sür die regelmäßigen ^eldmessübungen der Schüler der Jugenieurabtheilung und des Vor^arses. Es musste daher eine etwas stärkere ^lbnuzuug und daherige Reparaturkofteu erfolgen. Bei diese^n blasse hat es stch wiederholt gezeigt , dass die Zahl der Messtische, der Rivellirmstrumente , der Messketten und Messlatten für die grosse Schüler^ahl zu klein ist ^ und desshalb eine M^nge Schüler bei den betreffenden Arbeiten nicht, oder nur hochft ungenügend beschäftigt werden kann. Da^ aber auf dem ordentlichen Jahreskredite der ^lnsaz fur Jnstrumente mit deren Kost-

722 spieligkeit in keinem Verhältnisse steht, so ist eine Kompletirung dieser Sammlung unter diesen Umständen unmöglich, und daher wird auf diese oder jene Art das vo.. dem Direktor dieser Sammlung gestellte Gesuch um Erhohnng dieses Kredites für die Zukunft nicht unberükstehtigt bleiben können.

Die mechanisch -technologische W ........ re n- und W e r k z e u g sammlung hat im Vergleich mit früheren Jahren den stärksten nmnerischen Zuwachs erhalten, und zwar ausser mehreren sehr werthvollen Ge^ schenken von Mustern, namentlich durch Anschaffung von Zwischensabrikaten einzelner Metallfabrikationen und von Werkzeugen für die Verarbeitung des Holzes als Bestandtheile einer Kollektion, welche im lausenden Jahre vervollständigt werden soll. Die Sammlung befindet sieh in ^utem Zustande.^ Behufs Gewinnung einer sichern Basis zur Einriß tung der technologischen Waaren- und Werkzeugsammlung hat der Direktor derselben, Herr Brofessor Kronauer, eine mehrmonatliehe Reise wesentlich ^u dem Zweke unternommen, die bessern derartigen Sammlungen deutscher polytechnischer Schulen kennen zu lernen. Er besuchte dieselben na.mentlieh in Hannover, in Dresden, in Ehemn^ u. s. w., und die äusserst zuvorkommende W..ise, mit welcher die Direktoren der erwähnten Sammlungen ihm entgegenkamen , veranlasste denselben zn einem gegenseitigen Übereinkommen, betretend Austausch von Donbletten und Vermittlung der Anschaffung von Gegenständen, die in den betreffenden .Ländern speziell ^u Hause oder leichter als anderswo erhältlich sind. Verschiedener, zum Theil werthvoller Geschenke, wird bei dem Titel ^ Geschenke^ Erwähnung geschehen.

Die Sammlung von W a a r e n für den pharmazeutischen Unterricht vermehrte sich durch Anschassung der im Handel vorkommenden Rhabaxberarten und durch verschiedene neu importirte Droguen.

Ferner wurde statt des kleinen Oberhänserschen Mikroskopes, da.^ sich für den Unterricht als nnzureieheud herausstellte, ein grosseres Jnstrument von demselben .Optiker angekauft.

Die z o o l o g i s c h e Sammlung wurde in ihrem gewohnten guten Zustande erhalten und beim Unterrichte in gewohnter Weise benuzt. Bei Erwerbung neuer Thiere wurde, wie bisher, der Grundsaz beobachtet, insbesondere dasjenige zu erwerben, was dem zürcherischen kantonalen Museum abgieug. Jn dieser Beziehung hat die ...Sammlung namentlich fische und wirbellose Thiere (mit Ausnahme von Jnsekten) a.nnrirt.

Der Bestand der Sammlung an ausgestellten Objekten betrug Ende 1860 laut .Katalog 15^2 Rumn.ern. Zum Gebrauche beiu. Unterrichte sind für diese Sammluug zwei Mikroskope von Oberhäuser angeschafft worden.

Durch Aukauf und Austausch wurde die b o t a n i s c h e Sammlung bedeutend vermehrt; die Luken füllen sich allmählig. Von Kr.^ptogamen erhielt man die Brpotheka von Rabenhorst und die Fortsezung der Lvchenen

72^ .^..n D.r. Hepp, die Algen von Hoh^ker und die Pil^ von ^abenhotst, von Phan.^rogamen die mteressante Sam.nlung pon Pfl.u.zen ..n.^ .....urdist^n ...on Dr. ......otsch^, .und .darunter namentlich zahlreiche neu... Wichenarten, welche auch für den Forstmann von vielseitigem Jnter^sfe ^.nd.

Da der Sammlung noch pflanzen vom ^.p gefehlt ^hab^n, so ^..urde ein sehr artenreiches Herbarium süd.^ikanischer Bilanzen von Eelon und und Ze.^sex erworben. Für d^ Geschichte der Pflanzenkultux und der Pflan^enwelt überhaupt sind die in unfern alten Pfahlbauten neuerdings entdekten Samen und Früchte von gr.ossex Bedeutung , daher eine möglichst vollständige Sammlung derselben angelegt wurde. Mit dem Ordnen der Herbarien beschäftigt sieh, wie bisher, ein ^Herr Brügger aus Bünden

in täglich vier Stunden. Wie im lezten Berichte bereits mitgetheilt ist, werden zwei grosse Herbarien gebildet, ein schweizerisches für die Pflanzen der Schweiz und ein allgemeines für die Flora aller Welttheile. Herr Brügger arbeitet zur Zeit noch an ersterem.

Grosse Anschaffungen für die mineralogische Sammlung hatten nicht nur den vorjährigen, sondern auch den grössten Theil des diessjährigen Kredites in Anspruch genommen, so dass die diesjährigen ^lnsehassungen s.^on aus dem Grunde nur wenig Bedeutung haben, sich überhaupt nur aus 175 Stüke m einem Gesammtwerthe von Fr. 201. 30 belaufen.

.Herr Professor Dr. Kenngott perwendete auch dieses Jahr wieder einen ^rossen Theil seiner freien Zeit auf die Ordnung und Einrichtung der verschiedenen Sammlungen, namentlich in Ausführung des ihm früher ertheilten Auftrages auf Ausscheidung und Einreihung der geeigneten ...^tüke in die Kennzeichen-, Hand- oder ...^ehausammlung.

Der Zuwachs der geologischen Sammlung besteht aus 100 Stüken sächsiseher Gebirgsarten, welehe der ehemalige Schüler ^orner.^d in Freiberg ankaufte und nebst hübschen Geschenken einsandte; ferner aus den Stüken, welehe d..e Lehrer der .Anstalt einzusammeln Gelegenheit hatten, und aus verschiedenen andern Geschenken.

Für die paläontologische Sammlung wurde erworben: eine Sammlung pon Petrefakten au.^ Frankreich, eine Sammlung, zum Theil sehr schöner, auch neue Arten enthaltender Petrefakten aus den Kre.ideund Juragebilden des Veve^thales in Waadt, eine Menge interessanter und schöner Versteinerungen aus Oberitalien, die Herr Brivatdozent M a ...er auf seiner Reise dahm unter sorgfaltiger Berüksichtigung ihrer .Lagerungsverhältni^e grösstentheils selbst gesammelt hat. Es gewähren namentlich diese Gegenstände werthvolle .Anhaltspunkte zur Bestimmung des Alters verschiedener tertiärer Formationen. Weiteren Zuwachs erhielt endlich die Sammlung durch Versteinerungen, welche theils durch die .Lehrer aus Reisen gesammelt, theils durch Sehüier geschenkt wurden, ferner durch Abgüsse von Versteinerungen aus einer merkwürdigen marinen Ablagerung , welehe die Bernstein enthaltenden Schichten der Ostsee

^bedekt.

^724 Die lithurgische Sammlung blieb, mit Ausnahme einiger Ge.^ schenke und einiger Muster von Mühlsteinen, Feuerherdsteinen, Wetterund hydraulischen kalken, Dachschieser, Töpserthon ...e., welehe Herr Bxofessor Escher von der .Linth auf seinen Reisen zu sammeln ....^elegenheit hatte, im bisherigen Zustande.

Was endlich die Benuzung der Mineralogischen, geologischen ^e. Sammlungen betrifft, so haben wir nur ^u bemerken, dass dieselben auch ausser den Vorlesungen v...n den Schülern in ^erfreulichem Masse, serner von zahlreichen Fremden und einheimischen Freunden und Lehrern der Ratnr^ geschiehte, von denen mehrere gewisse Theile der geologischen Sammlung speziell studirten, besucht und benuzt wurden.

Die Sammlung von Forstinsekten besteht in unverändertem Zustande, ist in der Universität untergebracht, und dient für die Vortrage des Herrn Brofessor Fre^ über Forstinsektenkunde.

Jm e n t o m o l o g i s c h e n Museum hat Herr Eustos Dietrich im Berichtsjahre die Lepidoptern bearbeitet, und die Rhopaloeereü für die allgemeine und schweizerische Sammlung zu Ende gebracht. Der Direktor dieses Museums, Herr Professor Heer, hat, wie bei der botanischen Sammlung, eine allgemeine Sammlung für Jnsekten aller Lander und ^ine speziell schweizerische Sammlung angelegt, welch^ ledere mit der Zeit

ein möglichst vollständiges Bild der Jnsekten-Fauna unsers Landes geben

und das Studium derselben fördern soll. Es wurden alle .^lrten in einen .Katalog eingetragen, welcher, nachdem einmal das ganze Mnsenm geordnet sein wird, ein vollständiges und genaues Jnventar geben wird.

Um indessen schon jezt, wenn auch nur ein hochst provisorisches Jnventar geben zu konnen, wurde eine Zählung aller Stüke vorgenommen, und es ergab dieselbe, nach Ab^ug gewisser Brozente für defekte Stüke, für die Escher^Zollikofersche Sammlung . . . . . . 67,665 Bremische Sammlung . . . . . . . . . 16,100 somit eine Gesammtzahl von . . . . . . . 83,765 ^tüken, deren Werth, ohne das Mobiliar, ans zirka Fr. 36,0l 8 ....u schien ist.

Die Anschaffungen beschränkten sieh auf eine Anzahl seltener Schmetterlinge von Herrn Dr.. Schaffe r, welehe als Gattungst^pen für die Sammlung, der sie bisher gefehlt hatten, von Wichtigkeit waren. Jeden Mittwoch Rachmittag ist die Sammlung dem Vubiikum geoffnet, und wird vielfach besucht. Jn der Zwischenzeit arbeiten oft Entomologen in derselben und, wie im vorigen Berichte schon bemerkt, versammelt sich monatlich je zwei Mal die entomologische Gesellschaft, auch unter Theilnahme von Schülern des Bol.^techniku.^s , ^u wisseuschaftliehen Bespreehuugen.

Ueber die arehäologisehe Sammlung werden wir erst nächstes Jahr, nachdem der für Archäologie angestellte Professor einige Zeit an .unserer Anstalt gewirkt und der Sammlung seine Aufmerksamkeit geschenkt

725 haben wird, Reues berichten konnen.. Es wurden daher auch noch keine Anschaffungen gemacht. Den grossen Zuwachs der Schüler verspürt namentlich auch die Bibliothek. Während früher jeden Monat im Durchschnitt zirka 100 Onittnngen für Bücher ausgegeben wurden, hat sich ihre Zahl zur Zeit verdoppelt. Die Bibliothek selbst besizt zirka 6400 Bände, und es werden auf derselben 64 Zeitschriften, meistens techni-

schen Jnhaltes, aufgelegt. Die der Bibliothek fortwährend reichlich zu-

^fließenden Geschenke werden, wie früher, in ein ebenes Donatenbuch eingetragen. Unter dem Titel ,,Geschenke^ finden Sie die Ramen der Geber speziell aufgeführt. Wenn wir auf ein einlässliches Ver^eichniss der geschenkten Bücher selbst verzichten zu müssen glaubten , so geschah diess weniger aus ^mangelhaftem Juteresse für die Geschenke, als um den Bericht selbst uieht zu voluminos ^werden zu lassen.

Die Werkstätte für Modelliren in Thon und G.^ps wurde

im . Wintersemester 185.^0 von 18 Schülern und drei Zuhorern, im Sommersemester 1860 von vier Schülern und zwei Zuhörern, meistens .Bauschülern und Baufächer horenden Auditoren besucht. Bei den höchst mangelhaften und unregelmäßigen Räumlichkeiten sind grossere Anschasfungen, wie das Bedürfniss solche erfordert, einstweilen unmöglich, und es ist desshalb der diessjährige Kredit nur zum Theil verwendet worden, und zwar für kleinere Anschaffungen (Material, Werkzeuge, Reparaturen

u. s. f.).

^Die M e t a l l w e r k s t ä t t e wurde besucht im Wintersemester 185.^60 von neun, im Sommer 1860 von sechs Schülern und Zuhörern, mit durchschnittlich zwölf wöchentlichen Stunden, welche Frequenz mit Rük-

ficht daraus, dass der Unterrieht nicht mehr obligatorisch ist, befriedigend

genannt werden kann. Die Hauptarbeit des Lehrers verteilte sieh auf eine grosse Anzahl Reparaturen und andere kleinere Arbeiten, so wie auf die schon bei den Maschineumodellen erwähnte Versuchslokomotive.

Jn der W e r k s t ä t t e für .Arbeiten in Holz wurde eine Anzahl Modelle jeder Art gefertigt, die sich namentlich durch schone und gute Arbeit auszeichnen. Besucht wurde ^ dieselbe im Winter 185.^60 von fünf, im Sommer 1860 von zwei Schülern in zirka sechs Stunden per Woche.

^ ^ Das früher erwähnte Arbeitenbuch ist im verflossenen Schuljahre fortgesezt worden und liesert eine ganz gute Uebersicht der Leistungen in den Werkstätten.

Was den Besuch des analytischen Laboratoriums betrifft, so wurde dasselbe im Winter 185..)^..) von eils ^uhorern und ^ehn Schülern, im Sommer 1860 von zwolf Schülern und sieben Zuhörern benuzt.

Von den ausführten Untersuchungen wurden sechs veröffentlicht, und zwar 2 von Herrn Brofessor Städeler, 1 ,, ,, Assistent Radler, 1 ,, ,, Städeler und Wächter, 1 ,, ,.

Dr. Reukomm und

1 .,

,, Dr. Ruge.

72^ Jm abgelaufenen Jahre wurden auf da... Laboratorium verwendet: 2500 Franken nebst den Gebühren der Praktikanten, die fleh auf die Summe von 884 Franken belaufen. ferner 64 Franken Entschädigung für die ...wn den Praktikanten zerbrochenen pesasse. Das Jnventar wird Herr Professor Städeler bei dem nächstens stattfindend Bezuge des Reubaues einer gründliehen Revision unterwerfen und hat au- diesem Grunde dasselbe zur Zeit nicht vervollständigt.

Das technische .Laboratorium wurde im Berichtsjahre besucht: Jm Winter von Jm Sommer von 8 Schulern, 14 Schülern, 9 Zuhörern.

7 Zuhörern.

Es wurden aus dasselbe im Ganzen perwendet : 3353 Franken, wovon 1649 Franken für Anschaffungen, hauptsächlich von Glas^, Borzellanund Thonwaaren, von Blatten^eräthen, Präparaten, Büchern und Jllust^tionen zum Unterrichte, der Rest für Materialien zum Verarbeiten, ^u Brennstoff, Dxoguen ^.

Seit dem Beginne des Schuljahres 1860^61 befindet sich das technisehe Laboratorium im Rebengebäude für das neue Polytechnikum im Schinhut. Es ist in Folge dieser Uebersiedelung auf verschiedene grössere Anschauungen aus dem noch ausstehenden Reste des Spezialkredites sür die erste Einrichtung Bedacht genommen worden, die theils schon ^gemacht,

theils bestellt sind, und bezüglich welcher sich unser nächster Bericht detail-

lirter aussprechen wird.

Die Anschasfungen für die physikalische Sammlung umfassen im daherigen Jnventar ^eine Anzahl von 3.) Rnmmern, von denen als bedeutendere .Apparate folgende spezieller Erwähnung verdienen : grosse Grove^sche Säule,

Apparat für d^n Rotati ons-Magnetismus,

grosse optische Wellenmaschine.

Apparat für die Wärmeausdehnung , bewegliche Eondensationsplatten.

Ausserdem wurden eine Reihe von vorhandenen .Luken ausgefüllt.

Die grossen Modelle des Auges, des Ohres und des Kehlkopfes, angeschasft aus einem e^tra bewill.gten Spezialkredite, find für ihren Zwek ausgezeichnete Apparate. Durch Anfchaffung eiues Systems grosser Ge-

wichte ist einem längst gesühlten Bedürsnisse endlieh abgeholsen. Für

alle diese Anschaffungen , in Verbindung mit den anderweitigen Bedürfnissen der Werkstätte ..e., wurde der ordentliche Jahreskredit, im Betrage von .^r. 1^)10 nebst einem Theile des Spezialkredites für die erste Einrichtung (^r. 643 Rp. 45) verwendet. Der Zustand der Sammlung ist, tro^ mancher ungünstigen Umstände, worunter der allzubeschränkte, theilweise mit der kantonalen Sammlung gemeinsame Aufstellungsraum namentlich genannt werden darf, befriedigend zu nennen.

727 Sowol wegen des beschenkten Kredites, als .wegen des hier überaus mangelhasten Vlazes können die jährlichen Anschaffungen für die a s t r o .nomische Sammlung nicht den Umfang exreichen, wie der Unterricht .in der Astronomie solches erforderte. Doch zeigt sieh troz dieser ungünstigen Verhältnisse nach und nach eine schöne Vermehrung dex Jnstrumente, Tafeln, harten und der von Herrn Brofessor W o l f angelegten Sammlung astronomischer Abbildungen. Die Sammlung erhielt überdiess ein sehr wertvolles Geschenk, bestehend in mehreren Büchern, welche der sel. Herr Hofrath H orner mit sich führte, um je die Lage des Schiffes bestimmen zu können, und einem Regenmesser nach seiner ^on-

ftxuktion. Die gehörige .Aufstellung sämmtlicher Gegenstände muss bis

nach Vollendung der Sternwarte verschoben bleiben, und es kann demzufolge die Benuzung zur Zeit auch nur eine sehr beschränkte sein.

Der für die f o r s t w i s s e n s e h a f t l i c h e Sammlung ausgesezte .Kredit wurde mit Ausnahme eines kleinen, für Reparaturen verwendeten Theiles ausschließlich der Sammlung von Kultur- und Holzhauerwerkzeugen zugewandt , und daraus wurde angeschafft: 6 Baumreisser, ferner Sägen, 1 Baumzixkel, Holzteeren, 1 Winde, Ae.^te, Bikel, Hauen.

Die übrigen Unterabteilungen (Samensammlung, .Sammlung von .Längen- und Querschnitten einheimischer und naturalisirter Holzarten ^e.)

erlitten keine Veränderungen. Von den schon früher erwähnten lithographirten Blanen ^um Gebrauche bei den Tax^ationsübungen sind ^ehn Stüke ....n Schüler abgegeben worden; zur Zeit bestzt die^ Sammlung noch 180 Exemplare.

Es gereicht uns zum besonderen Vergnügen , auch dieses Jahx wieder von einer schonen Anzahl Geschenke berichten zu können, die den Sammlungen von Einheimischen und Fremden in liberalster Weise gemacht worden sind. Wir lassen hier ein Verzelchniss derselben solgen : Sammlung v o n a r c h i t e k t o n i s c h e n Vorlagen.

Geber.

Hr. ..Nationalrath Müller, in St. Gallen, für sieh und Samens sämmtlicher

übrigen Geschwister des

G e s eh e n k.

.

^ ...Die von Hrn. J. G. Müller hinterlassend, sehr werthvollen architektonischen Blane und

Ski^en.

sel. Hrn. J. G. Müller, gewesenen Architekten und k. k. Vrosessorin Wien.

königliche Bauakademie in Berlin . . . . .

Eiu Exemplar der von Hrn. Ziegler herausgegebenen Sammlung aus dem künstlerischeu Nachlasse des sel. Hrn. J. G. Müller, k. k. Professor in Wien.

17 .^tük Lithographien von architektonischen Zeichnungen.

I

728 V ^ r t a g e n f a m m l u n g für die Jngenieu.^schule.

Geber.

Geschenk.

Eine grosse Anzahl .Längen- und Ouerprofile, Ueberstchts-, Situations- und BahnDirektion der schweizerischen hofplane, ferner mehrere ..^lane von KunstRordostbahu . . .

bauten, betreffend die verschiedenen Linien der Rordostbahn.

Sammlung von Vorlagen für den mechanischen Unterricht.

.königliche Bauakademie in Berlin . . . . . 5 Lithographien von Maschinenzeiehnunge.t.

S ammlung v o n V o r l a g e n f ü r L a n d s e h a f t z e i c h n e n .

König liehe Bauakademie in .

Berlin . . . . . l Lithographie einer Landschaft^eiehnung.

Sammlung v o n B a u m a t e r i a l i e n u n d Modellen.

-) Hr. Juliu- Stadler in 20 lithographirte Vlane vo.u neuen Bost^ Zürich.

hause in Bas^.

2) Hr. Baurath Mitthof 11 verschiedene Bausteinmuster aus dem Koin Hannover.

nigreieh Hannover.

Mechanisch-technologisehe W a a r e n - und W e x k ^ e u g s a m m l u n g .

  1. Hr. Assistent Hormann in Hannover Ein Heft Zeichnungen von Werkzeugmas.hmen.
  2. Hohl, .Lehrer an der Originalzeiehnungen von ..^pinn- und WebeWeberschule in Ehemni^.

masehinen.

3) Hr. Joseph Asbach in Eine sehr reichhaltige Sammlung aller Arten Ehemni^.

von Drathgeweben.

4) Hr. Münich und Eomp.

.n Ehemui^ . . . . Eine Sammlung feiner Drathgewebe.

5) Hr. Hecker und Sohne in Ehemuit^ . . . . Schläuche für .^trumpffabrikation.

6) Hr. Emil Stanb in Männedors . . . . Muster von Seidenstossen . . . . .

7) Hr. Escher, W..^ und Eine Drosselspindel neuester Konstruktion.

Eomp. in Zürich .

8) Hr. Karps, Schreiuer in Zürich . . . . Muster von Fournüren.

Ehemisch-technologisehe Waarensammlung und t e c h n i s c h e s Laboratorium.

  1. Hr. Uhden, Glasfabrik 2 Stüke Eisen mit ausgezeichnet schönem

in .Buchholz bei Vadervorn.

2) Hr. Dr. GastellinZürieh

. . . . . .

kristallinischem Bruch.

EinechemischeWage mit Glasgehäuse.

729 Mineralogische, geologische u. paläontologische Sammlungen.

Geber.

.

Geschenk.

I) Hr. H. Goundie, Konmit

Sand

v.

^

bei der nordamerikanischen Meeresgrunde. . .

. Küstenvermefsung.

.

.

2) Hr. Quiquerez , ingé- Plan des travaux de l'exploitation de mmes meni. des mines a Delede ker à Delémoiit.

mont.

3) Hr. Fornerod vou Lau- Sammlung von Gebirgsarten und Erzgangsanne in Freiberg. .

stüken aus Freiberg.

4) Hr. Dr. Stizenberger in Konstanz . . .

Thon aus der Sohle von Torf.

5) HH. Gebrüder Sulzer .

in Winterthur . . . 2 Stüke Boghead-Kohle.

6) Hr. Oberst Weiss .m .

. . ^

Zürich . . . . . Tors-Eoaks von St. Jean bei .Landexon.

7) Hr. Konsul Wanner in Sehr schone Stüke von Malachit, Lapis laHavre.

...nh und Kupferkies.

8) Hr. Bachmann, Polytechniker . . . . . . . . Molasse und Jura-Petrefakten. ^

..)) Hr. Ryniker, Polytech-

niker . . . . . .

10) Hr. Wessel, Polytechniker.

II) Hr. Forstinspektor in Freiburg . . . .

12)Hr.Rollier,Kreissorster in Moutiers . .

13)Hr. Privatdozent Mayer

14) Hr. Eckel, Ehemiker in

Masendors . . . .

. ..

.

Eisenglanz von Vifste im Wallis.

Meerkonchilien und Makrekorsteine aus Thelemarken.

Gyps des Berra ..e.

Ammoniten.

Tertiäre und Jnra-Betrefakten. ^ Kohleuvorkommnisse bei Buxweiler.

Bibliothek.

. Die .Bibliothek hat Geseheuke von Büchern, Broschüren u. s. s.

von. grosserem oder geringerem Werthe erhalten von den Herren Professoren Regnitz in Eldena, Kohler in Vxunl.rut, Dufour in Morges, Brändlin in Schasfhausen, Spider in Wien, Gallenkamp in Müllheim, Elaparede, de.Saussure und Thury in Gens ; ferner von den Herren Wild, Bolley Kenngott, Escher von der .Linth, Semper, Seherr, Zeuner und Wolf . v o n den Schülern Focksschauer und Ledergerber; von der k. k. geologischen Reichsanstatt. in Wien , von. der Société jurassienne d'émulation , von der Smithsonian Institution; von der U. S. Patent Office; von den Bu.h-

730 handlun^en Me.^er und Zeller und Friedrich Sehulthess in Zürich; von der Kantonsschule St. Gallen ; von der naturforschenden Gesellschaft in Basel; von der technischen Gesellschaft in Zürich , und endlich von dem Bundesxathe und den Kantonsreg.erungen von Sehwi^, Luzern, Zürich, Bern, Basei-Stadt und Aar^au.

A s t r o n o m i s c h e Sammlung.

Von Hrn. Bibliothekar Dr. H orner, Samens der Hofrath Hornerschen Erben mehrere Bücher. welche der selige Hr. Hofrath Horner von Zürich auf seiner Reise^ um die Welt mit steh führte, um je die .Lage des Schiffes bestimmen zu können, und ein Regenmesser nach seiner K.^nstrukti^n.

Was die Amtstätigkeit der S chulbeho.rde n betrifft, so ist zu bemerken, dass der Sehulrath in ^ Sizungen 85 Gesehästsgegenstände e..-

ledigte. Dieselben wurden sämmtlich durch schriftliche oder mündliche Referate seines Präsidenten begutachtet. Die Mitglieder des ^..hulrathes wohnten aueh den Sehlusse^amen bei.

Das Brästdialprotokoll zeigt in der Zwischenzeit die Abwandlung

von 352 Geschäftsgegenständen.

Wir übersehen die jährlieh wiederkehrenden, sowol durch Gesez und Reglement, als durch die ersten Jahresberichte hinreichend bekannten Gesehäste und wollen auch nicht auf die Gegenstände ^..rükkommen, die zwar theilweise hieher gehören, über welche aber in den vorangegangenen Abschnitten dieses Berichtes bereits .^luskunst gegeben worden ist. Dagegen heben wir noch nachfolgende Bunkte speziell heraus :

Während des Berichtsjahres ist Hr. Marchand von Ehereena^ (Bern), Professor an der ^orstabtheilung, gestorben.

Hr. Ehallemel^.Laeour, Brofessor für französische Literatur, hat feine Entlassung genommen.

Hr. Dr. A. Schmidt. Prosessor der allgemeinen Geschichte, ist einem Ruse nach Jena gefolgt.

Außerdem smd die Lehrstellen für Archäologie und Kunstgeschichte, für höhere Mathematik (in sranzostseher Sprache), eine ^weite .Lehrstelle für Botanik, so wie eine Hilsslehrerstelle für technisches Zeichnen ausgeschrieben worden. Manigsaehe, aus diesen Verhältnissen herrührende und durch längere Krankheit des Brofess.^s für deseriptive Geometrie noch vermehrte Lüken im Unterrichte sind stellvextretungsweise durch das anerkennenswerthe und bereitwillige Eintreten anderer Lehrer unserer Anstalt, wie durch Herbeiziehen außerordentlicher Aushilfe, so weit immer möglieh, ausgefüllt worden.

731 J..n Laufe vorigen Jahres haben wir dann auf die Vorschläge des ^...hulx..thes folade Ernennungen neu. getroffen : 1) Zum Brofessor der ..Kunstgeschichte und Archäologie wurde He.^.

Dr.. W. Lübke, Professor an de... Bauakademie in Berlin, gewählt.

2) Z.^m ^...ofessor für Forstwissenschaften: Hr. J. ^opp von .^tek...

boxn, Forstinfpektox des ^anton.^ Thurgau.

3) Zum Brofessox für allgemeine Beschichte, Hr. Dr. Johannes Schere von Hohenreehberg ^Württemberg).

4) Zum Vrofessor für französische .Literatur : Hr. R am ber t, bisheriger Professor an der Akademie in Lausanne.

5) Zum Vrofessor für höhere Mathematik (in französischer Sprach^:.

H^. Menuet von Versailles (auf eine Zeitdauer von 2 Jahren).

Endlich ist auch die provisorische Anstellung des Hrn. BrofefsorDedekind für höhere Mathematik (in deutscher Sprache) in eine ordentliche, zehnIhrige verwandelt worden.

Die zweite Brofessur für Botanik ist noch nicht beseht.

Der Schulrath hat als B x i v a t d o z e n t e n an der Anstalt habilitirt :

Hrn. Dr. Wislieeuus von Klein-Eichstädt (Vreussen), fü....Ehemie.

Hrn. Stut^ von Bfässtkon (Zürich), für Geologie.

Jn steter V e r b e s s e r u n g der den einzelnen Fachschulen dienenden Kurse ist dieses Jahr Manches geschehen. Jn der Bauschule wurden über höhere Mathematik und über Mechanik besondere. Kurse gegeben. beider wird es für die nächsten Jahre aus Mangel an Lehrkräften kaum möglich sein, diesen Kurs einer speziellen Baumechanik fortgeben zu lassen. Für die Mechaniker und Chemiker wurde ein kürzeres Kollegium über Eivilbau mit Konstruktionszeichnen eingeführt, ein Unterriehtszweig, der von diesen beiden Abtheilungen im Gesammtumfang der Bauschule nicht angehört werden kann. in dieser. Weise aber für beide Abtheilungen

sehr nüzlich sein dürfte. Ein kurzes Kolleg über chemische Technologie dex Baumaterialien wird mit der Bau- und chemischen ^lbtheilung ebenfalls von der H. und lH. Abtheilung angehört. Die höheren politech-

nisehen Schulen zeigen in ihrer O.r ga.n i sati on so mancherlei Abweichungen, daß. den Schülern der Ueberg.an.g von einer in die andere oft änsserst erschwert wird; überdiess sind alle nicht semestral, sondern nach Jahreskursen eingerichtet, wahrend die einen im Herbst, die andern im Frühling beginnen. Sehr lästige reglementarische Bestimmungen des früheren A.usnahmsreglements , welche einen Uebergang fast unmöglich machten, sind im neuen Regulativ gemildert worden; aber es bedarf auch der Einrichtung eigener vermittelnder Spezialkurse, um den Uebergang ohne Schaden zu bewerkstelligen. Wir glauben, dass die Schule auch solchen Verhältnissen im Jnteresse ihres Rufes^ und im Jnteresse einheimischer und fremder Studirendex Aufmerksamkeit zu schenken hat und felbft .^e-

732 kuniäre Opfer nicht scheuen darf. . Aus diesem Grunde hat dieses Jahr ein besonderer Kurs übe.. Differential- und Jntegralrechnung eingerichtet werden müssen, der einer ansehnlichen Zahl Schüler. die oben bezeichnete Vermittlung gab, und namentlich den Zusammenhang mit den Vorträgen in der theoretischen Maschinenlehre erstellte. Der Schulrath verdankte dem Direktor der Anstalt, den Vorständen der Abtheilungen und der .Lehrerschaft überhaupt mit Vergnügen .ihre entgegenkommende Mitwirkung bei der Vorberathung und Durchführung solcher Maßregeln.

Eine allgemeine , viele Facher berührende Schlussnahme ist diejenige des Schulrathes vom 16. Juli 1860. Schon vor geraumer ^eit hatte der Schulrath eine kommission niedergeht, die die Frag.. der Aud i t o r e n ^ V e r h ä l t n i s s e . ^u prüfen hatte.

Eine bei uns eingelegte Besehwerde der Tit. zürcherischen Regierung wegen angeblich verzögerter B e s e ^ u n g e i n z e l n e r L e h r s t e l l e n der VI. .^lbtheilung wurde mitverbunden.

Der Schulrath pruste die Rechtsansprüche , die von kantonaler Seite erhoben wurden , und glaubte , dieselben entschieden verneinen ^u müssen. .gleichzeitig wurde vorzugsweise die Stellung der n a t u r w i s s e n s c h a f t l i c h e n Fächer sür allgemeine Bildungszweke , wie in ihrer Verbindung mit den Faehschnlen und als Hilfswissens.hasten an denselben einlässlicher .Prüfung unterworfen und versucht, beiden Richtungen so weit moglich Genüge ^u thun.

Dem Unterrichte derchemischenSchule soll durch Spezialkollegien , welche wesentlich aus den wissenschaftlichen Standpunkt uud aus die^ praktischen Bildungszweke der ^chü.er .Bedacht zu nehmen haben, grossere Jutensität gegeben werden. Eine bedeutende Veränderung ist dem Unterrichte in der Vh.^sik gegeben .Borden. Statt nur e.m.s Kollegiums über Esperimenti ph.^sik und nur eines Kurses über technische .^h.^ik, sollen in jeder diefer Begehungen 2 .^urse gehalten werden, namlich Experimentalphysik auf elementarem Standpunkte ^ uud ein Kollegium über E^perime..t....pl..^sik auf hoherem wisseuschastlichem Standpunkte für Vorgeschrittene^ ^Aus dem Standpunkte des .^lus..ahmsprogrammes stehend und von da weiter bauend, sollen die J..g^ieure und Mechaniker eiueu Kurs über technische ^h....^ und die Chemiker ebenfalls einen besoudern erhalten. Diese ledern Knrse haben selbstverständlich die Berufszweke der bezeichneten .^lbtheilungen ganz besonders ins ^luge ^u fassen. ^n der Bh^sik si^.d neben schon bestehenden weiteren Kursen (mathematische Bh^sik), sobald die Lokalitäten es moglich machen werden, auch praktis.he Uebungeu und Beobachtungen vorgesehen. Sehnlich werden die Kurse in der Zoologie, Botanik, Geologie, Mineralogie nach doppelter Richtung vorgesehen und 4 neue Kurse organisirt, ^ie je im ^aufe eines Schuljahres meistens semestral gehalten werden sollen. Die ...ou einer Kommission des Schulrathes vorbereitete Schlussnahme ist reglen.entsgemäss ^ von der Generalkonseren^ der .Lehrer b^utachtet und vom ...^chn.rathe^ut einigen Modifikationen gefasst worden.

733 Wir haben auch hier der eifrigen Mitwirkung des .Lehrerpersonals anerkennend zu erwähnen. .Diese Schlussnahme hat den ^Fachschulen und Bexufszweken, gegenüber den bisherigen Kurseinrichtungen, größere Anerkennung verschafft, ohne dass die rem wissenschaftlichen Kurfe, so weit es immer die Unterrichtskräfte zulassen, desswegen Abbruch erlitten haben. Die Durchführung aller dieser Kurse wird hie .und da auch das Budget mit einigen

Entschädigungen belasten.

Die Regierung von ^ürich hat ihre Beschwerde seither zurukgezogen.

Die Behörden der eidgenöfsts.hen Unterrichtsaustalt behalten sich auch für die Zukunft vor, im Jnteresse der . Selbständigkeit der Anstalt jeweilen die als zwekmässig erkannten Aenderungen in der Organisation zu bese^liessen.

.Mit dieser Schlnssnahme ist eine andere verbunden worden, die geeignet sein sollte, die Erreichung der Vortheile, die für eine zwekentfprechende Kurs E i n r i c h t u n g der Fachschulen angestrebt wird, zu sichern. Es sollen nämlich über alle in den Fachschulen obligatorischen Kurse von den Svezialkonferenzen Detailprogramme der vorzutragenden Materien ausgearbeitet werden, welche selbstverständlich steter Revision und Verbesserung nach den Fortschritten der Wissenschaft zu unterwerfen sind. Die Vor^ theile solcher programme für einen tüchtigen und zwekentspreehenden Unterrieht in den obligatorischen Kursen sind einleuchtend. Sie geben eine kiare Ueberficht über die Masse des zu perarbeitenden Stoffes, welcher der Kraft des einzelnen Schülers zugemuthet wird (ein Bnnkt, der der allersorgfältigsten Erwägung bedarf), befördern und sichern das richtige Jneinandergreifen der verschiedenen Unterrichtsfächer, bieten jedem einzelnen Lehrer und namentlich den Fachsehulvorständen Gelegenheit, aus den.

Kreise ihrer Spezialfächer ^herauszutreten und den Gesammtstoff für die ganze Sektion in elektive Erdauerung zu ziehen. Endlich bieten solche programme den Schulbehörden einzig und allein das Mittel einer zuverlässigen Kontrole ü^er den Gang und jeweiligen Stand des Unterrichtes an allen Fachschulen. wobei selbstverständlich nicht ein pedantisches , die Stunde vorschreibendes System beabsichtigt werden kann. .^luch für die Durchführung dieser .Arbeit bauen wir^ zuversichtlich auf ^ die Einsicht und den guten Willen unseres .Lehrerpersonals. Allerdings war man auch bis jezt nicht ohne alles und jedes Material nach dieser Richtung ; aber das-

selbe war doch äusserst lükenhast und dürftig.

Jm .Lause des lezten Schuljahres. hat uns der ^chulrath wiederholt sein Gutachten über das Anfügen einer landwirtschaftlichen Unterabtheilung zur Forstschule abgegeben.

Unsere Anstalt muss an die anzustellenden Lehrkräfte nach der Rieh-

tung wissenschaftlicher Tüchtigkeit, wie der .Lehrbegabung hohe Ansprüche stellen, und die Gehalte sind, obfchon durch die Freigebigkeit der Räthe gesteigert, im Vergleiche zu den verlangten Leistungen und den gesteigerten B ^ .

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. .^g .

^l I 1 .

^.^.

60

7^4 preisen aller .Lebensbedürfnisse doch immer noch bescheiden zu nennen.

Außerdem stehen diejenigen ^erso.ien, welche die Schulbehörden zunächst für die Anstalt zu gewinnen suchen messen.. meistens in sehon gewonnenen, durch .Lebenslängliehkeit der Stelle und ^esezli.^e ^enstonsrechte gesicherten Stellungen.. Es wird deshalb v^n Jahr zu Jahr schwieriger, die rechten Männer zu finden. Diese Betrachtung, die stch bei jeder^ Erledi^u.^ emer ^rofefsux immer in erho^htem Masse ^en Behorden ausdrängt, hat zu dem Gedanken geleitet, durch Eingehung von Vertragsverhältnissen mit einer soliden Rentenanstatt ^ko.nom.tfehe lauteten für dl^ Lehrer und deren Familien zu suchen, welche ..nmahernd die Vortheile des dem offentliehen Geist.. in einer Republik wi.^derstrel.^de.... Bens^nirungss^stemes aus anderem We^e bteten wurden. ^.ine genaue Untersuchung dieser etwas

komplizirten Frage berechtigt zu der Hoffnung, dass bei perhältnißmässig

bescheidenen. ökonomischen Opfern bedeutende Resultate erhältlieh wären.

Der Schulrath wäre sehr geneigt, diese Angelegenheit ernsthast an die Hand zu nehmen, sobald er dabei auf dl^ Bereitwilligkeit der obersten Behörden rechnen kann.

Aus dem Eh.^l^in^chen L e g a t e konnten an .. sleissige und

t.^ehtig.^ .^..hüler Stipendien im Gesammtbetrage von Fr. 1412. 50 al^

gegeben werden. Das Legat reicht indessen lange nicht aus, um den An-

sprüchen allex der Uuterstüzung würdigen Schüler ^u genügen. Möchten Andere d.em B.^isp.i^ des edlen Stifters nachfolgen . Wenn das Sehiksal dem Einen ^ei dex Geburt Reichthum und angenehme soziale Stellung gibt, so gibt es dem .^rmen als Ersaz dafür oft eine desto reichere Gabe von. Talent, nachhaltiger Willenskraft und ^lrbeitstüchtigkei^ um sich damit aufzuschwingen. Dieses erfahren wir in wohl.thu.^der Weise au unserer Anstalt. Gerne würden wir Aspiranten mit so würdigen Ansprüchen größere okonomische Nachhilfe bieten, als es bis je^t geschehen konnte.

Die sich zusehends steigernde Fr.^nenz unserer .Anstalt stellt an den am meisten besu..hte.. ^lbtheiiun^en die Vermehrung pon Uuter.^ieht.^u.itteln u...d Unterriehtskräften in nahe Aussieht. Jn dieser Begehung stellt sieh in erste Linie die Erstellung einer S t e r n w a r t e und die polle Bethäti^ guna^ einer ganzen Lehrkraft für diesen Unterrichts^weig. Der Unterricht in der Astronomie, nach dem Reglement nur mit einer Dritttheils^Lehrkrast bedacht^, hat sich bald in erfreulicher Weife gehoben. Die Sehülex der Jngenieur-Abtheilung sind ^um Besuche verpflichtet . d..r grössere Theil der Lehramtskandidaten, nämlich alle, welche die mathematische Studienrichtung verfolgen, werden daraus als aus ein wesentliches ^aeh gelltet.

So war ^on im Jahr^ 1858^59 die Zahl der ..^heilnehmer an diesen Vorträgen auf 40 gestiegen. Mit der erhohten Fr.^uenz ist eine weitere, in starker Vroportion ^nehmende Steigerung gewiss. Die praktischen Uebungen und Beobachtungen fallen bei diesem Unterrichte ganz besonders in wesentliche Betrachtung, und da .^ei^t sich das ganz Ungenügende der jezigen Verhältnisse.

735 Jn einem ärmlichen .^üttchen, das nicht mehr als 3 Schüler zug^ich ^ufneh^n kann, in welchem die mit erheblichen kosten angefch...fsten grösse...en J.^nmente .nicht einmal aufgestellt werden können, muss.en zur ^eit n.och di... Beobachtungen gemacht werden. Diese Sachlage ist in bemühendem Kontraste mit der zunehmenden Bedeutung der Anstalt

im Allgemeinen und dieses Unterrichtszweiges im Speziellen. Der Schul-

rath hatte sow..^ bei den V..rtragsverhandlungen mit Zürich über die Sammlungen,. als in Berichten ..n uns diesen Gegenstand angeregt. Ein .Legat der .^un^fchen Erben an Zürich, zu diesem ^weke bestimmt. hat nu^ in neunter Zeit die .^ch.e gefordert, und entgegenkommende Antrage von Seite der zürcherisehen Regierung haben unsererseits entsprechenden

Anklang gefunden. Zürich will das .^gat (25,000 Fr.) dazu hergeben,

de.n. nothigen ..^laz abtreten und die Servitut für Freihaltung der Beobachtungssphäre übernehmen; die Eidgenossenschaft hätte dagegen den Bau der Sternwarte zu übernehmen. ....^aeh angestellten Berechnungen würde eine Zufchusssumme der Eidgenossensehast von zirk... 85,000 Fr. annähernd

genügen. Die durch Ausdehnung dieses Unterrichtszweiges nothige jähr-

liehe Mehrbelastung des Budget denken wir noch aus den bereits angewiesenen Mitteln bestxeiten zu können. Die auf ertheilt... Ermächtigung eingeleiteten Unterhandlungen de.s ..^chulrathes sind dem Abschlösse so nahe, dass darüber nächstens ausführlicher Bericht erstattet werden kann.

Jm Berichtsjahre sind endlieh zwischen dem Kanton und de^ Stadt Zürich einer-, und den Bündesbehorden andererseits seit geraumer Zeit schwebende V e r t r a g s u n t e r h a n d l u n g e n über Benuzung, Aeufnung u n d . C o n s e r v a t i o n v e r s c h i e d e n e r n a t u r w i s f e n sch a f t Iicher Sammlungen, i^b.er den botanischen G a r t e n , die Benuzung der Stadtbiblioth^k und die Erstellung des Mobiliars im Neubau zum Abschluß gekommen ^).

Die sehr verwikelten Verhältnisse, die hiebei erst zu entwirren und zu. ordnen wa.^n, machen es geradezu unmöglich, in einer kürzeren Berichterstattung ein klares Bild der gesammten Angelegenheit zu geben. Wir verweisen auf die einlasslichen Botschaften des ..^chulrathes^ und Schulraths.präsidenten vom 27. Dezember 1858, 28. Mai 1859 und ..). Januar 186l). Jm Folgenden geben ^ir etue gedrängte Ueberstcht der vereinbarten Vertragsbestimmungen selbst : Die naturwissenschaftlichen Sammlungen , uämlieh das zoologische Museum , die Mineralien - und .^o^chiliensammlungen, die geologischen und paläontologischen Sammlungen kommen unter .^ie einheitliche Direktion des ^chul.rathes , und zunächst unter eine von der Regierung von Zürich, dem Stadtx.athe von Zürich und dem schweizerischen Schnlrathe gewählte Ausfichtskommission. Danton

und Stadt ^ürich befahlen jährlich diejenige ..^umme , die sie früher durchschnittlich perwendet zu haben erklärten, nämlich 3500 Fr. per Jahr

^2500 Fr. der Staat und 1000 Fr. die Stadt). Was zu einer wür^) S. eldg. G^sezsammlung, Band VI, Selte 4....... u. 51.^.

736 digen Obsorge und Mehrung weiter nothig ist, schiesst .die Schulkasse des Polytechnikums zu, doch nicht mehr, als sie^ schon bis anhin dafür ausgelegt hat, wenn es auch der grossere .^heil der Auslagen ist. Für die separaten Eigenthnmsrechte , so wie für das ..^emeineigenthum , welches

bezüglich der zukünftigen Aeusnung eintritt, sind genaue, die Rechte Aller

sichernde .Bestimmungen getroffen. Die Aeufnung .wird pro Rata der künftigen Verwendungen Eigenthum der einzelnen ..Kontrahenten. Hoch^ schule und ^ol..teehniknm haben gleiehmässi^ das .Recht der Benuzung im Ganzen. Diese Bestimmungen treten keineswegs der vollständigen gelbstständigkeit beider Anstalten irgendwie entgegen. Für vollig getrennte Unterriehtsknrse konnen nothigensalls an der einen, wie an der andern Anstalt leicht ^kleine Handsammlungen angelegt werden . aber das ^usammenwersen mehrsaeher okononüscher Beiträge sichert diesen Sammlungen eine würdige Ausstattung und Vermehrung, und wird in nicht serner Zeit auch für die in den betreffenden Wissenschaften hochstehenden Lehrkräfte eine ni.ht gering aufschlagende Anziehungskraft im Jnteresse der eidgenossi.schen, .wie der kantonalen .Anstalt bieten.

Bezüglich des botanischen Gartens übernimmt Zürich die würdige bauliche Ausstattung und Erweiterung, so wie die Unterhaltung und Hei^ung des Wartens. Zürich hat mindestens alljährlich die gleichen okonomischen Mittel, wie bisher, ans den Harten zu verwenden. .Die sehwei^erisehe ^chulkasse legt jährlich ^r. 300l) ^u, und ^r. 1200 werden aus die botanischen Sammlungen (Ordnung , Unterhaltung und ^leusnung) verwendet, die aber dann eidgeuossisehes Eigenthum .werden. Der Harten .

muss dem Boli..techuikum uud der Hochschule dienen. ^luch hier ist dabei

keinerlei .^emeinschastlichkeit der Lehrkräfte bedingt.

Was endlich die Erstellung des Mobiliars für den Reubau betrifft, so hat die Eidgeuossens.^aft ^di.^ Moblirung der dem Pol^tech.^ikmu aussehliesslieh zugewiesenen Lokalitäten, so wie die spätere Unterhaltung dieses Mobiliars ^u übernehmen. Die ^lula ist aus gemeinschaftliche kosten zu

.mobliren. Während .^^s L.okalität^nprovisoriums hat Zürich die Bestnh-

lung der .Lehr^immer zu übernehmen, mit einer kleinen Ausnahme. Ueb^r die zukünftige Moblirung und Mobiliarunterhaltung in den vereinigten Sammlungen sind besondere Verfügungen getrofsen.

Werden diese Verträge nach genommener Kennt.iiss aller thatsäehlichen

Verhältnisse geprüft, die Rechte und Leistungen gegenseitig abgewogen und die der Eidgenossenschaft dnreh ^. 40 des .^es.^es über die Erri^tnng einer polytechnischen Schule gegebenen Rechte erwogen , so dürfen wir gleichwol hoffen, dass ein unbefangenes Urtheil, in billiger Berükfichtigung der vou dem Kanton Zürich zu tragenden grossen okonomisehen .^pfer sur den Bau des neuen Sehulhauses, die gegenseitige Abkurung als deu Umständen angemessen und sur alle theile annehmbar erachten wird.

Schon mehrere unserer Jahresberichte haben die Roth des laugen Provisoriums in den L o k a l i t ä t e n geschildert. Bei der steigenden

737 Frequenz der Anstalt wird diese Roth selbstverständlich immer großer. Zwar

hat es Zürich moglich gemacht, dass m.t dem Schlösse diesem Berichts-

jahres, resp. mit dem Anfange des Schuljahres 1860^61 wenigsten.^ das neue technische Laboratorium im Nebengebäude eröffnet werden konnte.

Hiedurch ist das bisher zu einem grossen Theil für die Unterriehtszweke der chemischen Schule benuzte Stiftsgebäude ausschliesslieh für die Bauschule uud die Verwaltung und, in Folge des .Umzuges der ledern, das Koruamt gäu^lieh für die Jngenieürsehule verweudbar geworden. Aber die ^ahl der ^Stndirenden ist nun bereits über 400 angewachsen und die ge^onueuen Lokalitäten reichen für eiue solche Vermehrung ^nieht aus. Es werden den zürcherischen Behoxden gegenüber nene Anforderungen gestellt Werden müssen, aus deren Gewahrung wir .müssen hoffen können, soll nicht ^er erfreuliche Aufschwung des Jnstitut..s für die nächsten paar Jahre ge^ ^ährdet werden. Die eidgenössischen Behorden . haben die für die Moblirung des Rebengebäudes erforderlichen Kredite bewilligt Einige Anstände über die ^ränze , aus der die .Zahlungspslicht der .Kontrahenten anfange oder aushore, werden ohne ^weifel ihre friedliche Erledigung finden.

Die Jahresrechnuug hat in. ihrer formellen Anordnung, gemäss der von unserem Finanzdepartement an den Kassier der. Anstalt gegebenen Weisung, einige Veränderung erlitten. Das Ergebniss ist immer noch günstig , indem dem .... eh u t f .. n d ^ein Ueberschuss der Einnahmen über die Ausgaben einverleibt werden konnte. Der ^ehulsond betrug

Ende l.^0 .

,, 185.) . ^

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. F r . 323,026. 71 . ^ 255,4.)^. 98

D^.e Zunahme von .

. ^ .

.

. ^r. 6^,529. 73 rührt theils von der Vermehrung des J n v e n t a r s der Sammlungen und Mobilen, theils von einer solchen des Sehulfondes her. Erfteres

belief sich nämlich Ende 18^0 auf . Fr. 197,032. 99 ,, I859 ,. . ,, l 48,088. 70 Daheri^e ^unahu.e . ^ . . ^ . . Fr. 48,944. 29 Der übrige ^chulfoud, aus Kapitalien, Marel^.nsguthaben und Baarschast bestehend, belies sich .:

Ende 18.^0 auf . Fr. 125,993. 72 ,, ^ 1859 ,, . ,, 107,408. 28

Daherige Zunahme

. . . . . . ,, 18,585. 44

^^^^^^ Fr. 67,529. 73 A^.rdem hat sich in Folge der fortschreitenden Liquidation die E h a t e l a i usti s t u n g vermehrt. Sie betrug nämlich :

Ende 1860 .

,, 1859 .

Zunahme . .

.

.

.

.

.

.

. . . .

.

. .

. . .

. Fr. 59,4l)6. 01 . ,, 43,575. 18 . Fr. 15,830. 8 3

738 ^.aut^sen.

A.

^tra^nbanten.

I. St. B e r n h a r d s t r a s s e .

Wir haben im leztjährigen Geschäftsberichte bemerkt, dass wir uns bei der sardinisehen Regie...ung über den Stand .der .Angelegenheit betreffend die Erstellung des Tunnels durch den Col de Menons erkundigt hatten

und die bezüglichen Ausschlüsse gewärtigen. Die seither eingegangene Ant-

wort lautete dahin: die Bedeutung des Col de Menouve sei durch die veränderte Situation in Jtalien eine wesentlich andere geworden. die sar.^ ....mische Regierung sei daher der Ansicht, es sei auf der weitern Versola gung der Sache nicht zu bestehen , um so weniger, als sieh ergeben , dass der angenommene Kostendevis als unzuverlässig erseheine und für fragliehe Stxas.e unverhältnissmässig grosse Auslagen entstünden.

Wir sezten die betheiligten Regierungen pon Freiburg , Waadt und Wallis von diesem Beseheide in .^enntniss, mit dem Bemerken, dass wir mit der Anficht der sardinischen Regierung einverstanden seien, und dass somit unter den obwaltenden Verhältnissen die Sache werde auf sich be.euhen bleiben müssen. Da die genannten Kantone sich hierüber nicht weiter vornehmen liessen , so nehmen wir an , dieselben seien mit dem Fallenlassen des fraglichen Projektes ebenfalls einverstanden, und wir betrachten demzufolge diese Angelegenheit als erledigt. Das Aufgeben dieses Brojektes scheint uns, abgesehen von dem sardinischerseits angeführten Motive aueh dadurch gerechtfertigt . dass die St. Bernhardstrasse ihre Bedeutung zum grossten Theil verloren .hat durch die Erstellung der Walliser Eisenbahn bis Sitten und die in Aussicht stehende Fortse^ung der-

selben bis Brieg.

II. Bruni g strasse.

Die .^trassenstreke .^ergis.^^l-Lu^ernergräu^e , von der wir schon im lezten Gesch.istsberichte meldeten, dass sie vollendet und zur Uebergabe bereit sei, ist unterm 24. ^uli 18^l) durch die .^erren Jugenieurs Hartmanu undStuder untersucht und kollaudirt worden. Da der Bericht der Herren Experten über die Ausführung dieser Sektion im Ganzen durchaus günstig ausgefallen war . so wurde dieselbe , mit Vorbehalt einiger Raeh.vesseruugen . welche .^b^alden dem E^pertenbesunde gemäss noch ^u besorgen hatte, der Regierung von ^idwalden definitiv übergeben.

Wir hatten die genannten Experten beauftragt, nach Besichtigung der oben erwähnten Strassenstreke auch die übrigen, srüher kollaudirt^n Staken, namentlich aber die Arbeiten an der eigentlichen Bergstrasse von Lnngern .aufwärts bis zur Bernergränze zu inspiziren und darüber Berieht ^n er-

73^ Jn Bezug auf die früher kollaudirte.. Sektionen Landmarche-Gftaad^lpnach und Gisw^l bis B.^gl...... (.^aif.exstuhl) melden die Experten, dass dieselben fich in ^.-n^ .^utem ^..tst..nd... .befinden.

.l^bex die seit den l.^ten ^llaudati.^neü ganz neu erstellte Streke von de... Vfarrkirch... bei Lungern l^ zum Schi^enhaüfe lautet der Bericht eben.falls günstig. Dieselbe fei plangemass ausgeführt und bereits den. Ver-

..ehr übergeben. Dessen unge....cht^t konnte di.^lb.^ nicht kollandirt werden,

weil sie durch den im Juni ^ich..^ Jahre.^ stattgehabten Bergrutsch vi^l-

fach^ beschädigt werden ^..ax.

Was nun die Arbeiten an der eigentlichen Bergstraße anbetrifft, so ........men wir vorläufig mittheilen, dass dieselbe^ namentlich auf der Unter-

^..dnerseite thätig betrieben werden , so dass ve...müthlh.h ^bis Juni 18.^1 dies^ Streke vollendet s^in wird. Auf Bernergebiet ist ebenfalls gearbeitet Worden; jedoch wird die Vollendung dieser Streke, d^ spatern Jna^griffnahme und anderer ungünstiger Umstände wegen, wahrscheinlich nicht gleich-

^itig mit der Obwaldnexstreke zur Eröffnung ......^it sein^.

Uebxige.1.^ werden wir, e.nspre^end d^x durch ^lrt. 15 de... Bun.^e.^Beschlusses vom 20. .^eumonat 1860^ an un.^ gerichteten Einladung, i^ .^inem besondern Beziehte nähere Aufschlüsse üb^r den Stand dieser Strassenbaüte ertheilen, wesshalb wir uns hier auf obige vorl..ufi^e Bemerkungen beschranken.

Jn. Folge der oben erwähnten Expertise ist dann der Regierung von Obwalden aus dem eidg. Beitrag^ unterm 15. August 1860 wieder eine Absehlagszahlung von ^r. 50,000 ^uf Rechnung der Beitrags^uote für die Streke .Lungern-Bernergränze verabfolgt worden. Der Saldo des

Betreffnisses für die Streke Eiskel.ler-.^uzernergränze (Fr. 5000^ ist mit

Rükfi.^t auf den gemachten Vorbehalt, betreffend die laut dem EiertenGutachten auszuführenden Nachbesserungen, bis ....uf Weiteres zurükbeh.^lte^ worden.

An den der Regierung von Obwalden ausgefezten Bunde^beitrag .

^

.

.

.

.

.

.

find nunmehr im Ganzen befahlt bleiben mithin noch zur Verfügung

.

.

.

. ^

Fr.

390,000.

-

,, 340,000. -..-.

. . . Fr. 50,000. -

Auf dem Gebiete des Kantons Lüzern waren gegen das Ende des

Jahres 1860 zirka ^ der ganzen, 17,000^ langen ^treke vollendet, so dass gegenwärtig Diese ^treke ist durchaus tadellos Zeit die Strasse

die neue Strasse bi.s ^um Dorfe Horw befahren wird.

laut dem Gutachten unsers Experten in allen Theilen ausgeführt, und ^s steht ^u ...xwarten, dass binnen kurzer bis ^ern voll..md..t ^ein wird.

^) S. eldg. ^esezsammlung^ Band ^I, Sel.e 5^3.

740

III. Achereggbrüke.

Wir haben bereits in unserem legten ..Geschäftsberichte erwähnt , dass die Regierung von ..^idwalden, in Abänderung des ursprünglichen Projektes, den Plan zu einer e i s e r n e n Brüke über die ...^eeenge bei Acheregg vorgelegt habe, welchem dann auch mit Ausnahme einiger Details, die naehträglieh ebenfalls regulirt wurden, die .Genehmigung ertheilt worden sei.

Rachdem die Vlane genehmigt und die Arbeiten bereits ln Angriff genommen waren, erhob sich unerwarteterweis.. ein .Konflikt in Bezug aus die Bfeilergründung und die Breite und Hohe des Aufzugsbrüken.^

feldes.

Jm Expertenberichte vom 29. Dezember 1859 hat Herr Oberingenieur Hartmann angedeutet, dass die Bseilergründung aus Bsahlen nach feiner Ansicht zwekmässiger sein dürste, als die von Ridwalden projel.tirte Steinkrattenfundamentirung ; indessen sah er sich doch nicht veranlagt, gegen leztere Einsprache zu erheben.

Jn Folge dessen wurde dem ..^lane, wie schon bemerkt, die Genehmigung ertheilt, mit der Bemerkung jedoch, dass Ridwalden noch näher untersuchen lassen mochte , ob es nicht im Juteresse der Solidität der

Baute liege , die Brükenpseiler aus Bfähle zu erstellen. Die Regierung

von Ridwalden persprach, die Sache der Strassenkommission zur Brüfung zu überweisen und den Bedenken gegen die Krattensundamentirung, wenn sich dieselben als begründet herausstellen sollten , Rechnung zu tragen.

Bei einer Konserenz, welche behufs definitiver Regulirung einiger Anstände, bel.refsend die Benuzung und Besorgung der Auszugbrüke, unterm 27. und 28. Februar 1860 in .Luzern stattfand, wurde von Seite der Regierung von Obwalden, so wie von der Abordnung der Dampfschiffgesellsehaften der Wunsch geäussert, es möchte wenigstens bei dem Bseiler, auf welchem die ^allbrüke zu ruhen komme, zur Fondirung desselben nicht das .Tratten-, sondern das Pfahls^stem angewendet werden. Die Regierung zeigte sich bereit, mit dem Bauunternehmer eine Verständigung über die gewünschte Abänderung zu versuchen. Lezterer wollte aber v.on dem Kratteus^stem nicht abgehen, indem er behauptete, dass diese Konstruktion alle wünschbare Garantie für die Solidität des Baues darbiete. Um jedoch zu beweisen, dass fraglicher Wunsch wirklich in Erwäguug gezogen worden sei , stellte die Regierung von Ridwalden das Ansuchen, dass Herr Ob..ri..g..nienr Hartmann beauftragt wenden mochte , der Legung der .^teiukratteu bei^uwohnen, dau.it derselbe sich von der Zwekmässigkeit dieser Konstruktion selbst überzeugen und durch sein Befinden über die diesssalls waltenden Bedenken beruhigen konne.

Jnzwiseh.m übermittelte die Regierung von Obwalden einen B..sehlnss des Landrathe.^ vom 24. März 1860, womit derselbe dem Protokolle der Konferenz vom 27^28 Februar (auf welches wir unten zurükkommen werden^ die Genehmigung ertheilte und im Weitern perla.ngte , dass die

741 lichte Höhe der Brüke nicht unter 10^ des bisherigen höchsten Wasserstandes betragen dürfe und dass bei Ausführung der Brüke bei der Haüptdurchfahrt die Steinkrattenuntersäze wegbleiben sollen, und endlich dass ^die

laut ^lan sich ergebende lichte Weite nicht beeinträchtiget, die Strömung nicht nachtheilig vermehrt und allsällig sich ergebenden Uebeistanden durch Anbringung von Fluthöffnungen im Strassendamm Abhilfe verschafft werde.

Der Einladung Ridwaldens ..entsprechend, ordneten wir den Herrn Oberingenieur Hartmann an^ Ort und Stelle ab, um die Angelegenheit zu untersuchen und auf Beilegung der waltenden Anstände hinzuwirken.

Allein auch diese Expertise .führte zu keinem. Resultate. Die Tratten wurden versenkt, und da nach der Ansicht unsers Experten kein genügender Grund vorhanden war, auf der Erstellung eines Bfahlfnndamentes zu beharren, so wurde dieser Anstand als erledigt betrachtet, obwol Obwalden noch verschiedene Versuche machte , um ^ie perlangte Aenderung durchzusehen.

Jn Bezug auf die lichte. Höhe der Brükenselder wurden der Regierung von Obwalde.n beruhigende Aufschlüsse ertheilt, ^mit denen sie. sich

in der Folge befriedigte.

Um einer allfälligen Stauung des Wassers vorzubeugen , hatte die Regierung pou Ridwaiden, im Einperstandniss mit unserm Experten, die anfänglich projektirte Bfeilerzahl von 5 auf 3 reduzirt , und überdiess im Damm, zunächst am Brükenkopfe einen Durchlass von 16 Fuss Länge erstellt, so dass auch in diesem Bunkte der Beschwerde Obwaldens keine weitere Folge zu geben war.

Kaum waren diese Austande, welche verschiedene Expertisen und eine Menge von Korrespondenzen veranlasst hatten, beigelegt, als Obwalden mit einer neuen Reklamation an uns gelangte. Dieselbe betras die lichte Weite der Dnrehsahrtosfnun^ . Die .Dampfschiffverwaltun^ in Ludern ^ hatte sich nämlich bei der Regierung von ^bwalden darüber beschwert,

dass durch den Steinkrattenpseiler bei der Hau.ptdurehfahrt die lichte Weite

auf 46 Fuss reduzirt werde , während sie gemäss den Konferenzbeschlüssen 50 Fnss betragen sollte. Kur^Zeit nach Eingabe dieser neuen Beschwerde meldete ^bwalden, dass wirklich ein Dampfschiff aus der Fahrt von Alpnaeht nach Luzern wegen der zu schmalen Durchfahrt an den .^feiler gestossen sei und denselben aus der Richtung gebracht habe. Hieraus wurde abermals eine Expertise veranstaltet, um zu .konstatiren, ob die Beschwerde begründet sei. Herr Oberingenieur Hartmann, mit Beiziehung des Herrn Dampfsehifsverwalter Spengler in Romanshorn, untersuchte neuerdings die fragliche Stelle und gab dann sein Gutachten dahin ab , .dass na^h genauer Messung die Lichtweite der Durchfahrtösfnung .unten beim niedrigsten Wasserstande vollkommen 5.^ Fuss betrage, und dass sonach, wie auch Herr Spengler in einem besondern Berichte bestätigte, die Dampfboote vollkommen Raum genug haben, um die Brüke m.t Sicherheit in beiden

742 ..^tungen ^u passen. Dageg^ wurde ^r ^i^run^ de^ ..l^ler dle Anbringung einer Schuzwehr von Bfählen empfohlen, welcher Vorschlag ^on .^idwalden ohne Anstand angenommen wurde.

Wir haben dieser ^wisehenfälle hier namentlich desswegen erwähnt, um anzudeuten, ^ass bei ähnlichen Unternehmungen, wo die J.^teressen verfehiedener Kantone im Spiele liegen, die Dazwi^chenkunst der Bundes....ehorde oft eben s.... sehr g..ei^net ^ft, das ^ust..nd.^k.^mmen eines Werkes ^ fordern, als die finanzielle Untexstüzu.^ selbst.

Tr.^ d^. angeführten Hindernisse, durch welche der ^ortgang der Arbelten mehrere Male aufgehalten wurde, war die Bruke nach Verlauf von weniger als 8 Monaten vollendet.

Die. Kollandation , welehe im Beisein unsers Experten am 8. und ^. Oktober vorigen Jahres stattfand, ergab, dass ^e Brüke im ...lllgemeinen tren nach den vom Bundesrathe genehmsten Vlanen und Modifikationen ausgeführt sei, und dass dieselbe sowol in Bezug anf Tragsahigkeit, als ^aus leiste und sichere Funktion der Aufzu^svorriehtung die ^robe gut bestanden habe^ Einige Aussezungen von untergeordneter .Bedeutung wnr^ den der Regierung von .....idwalden zur Kenntniss g.^br.tcht und von derselben berüksichtiget.

Der Bnndesbeitrag von ^r. 20,000 wurde sodann unterm 19. .^ovember abhin ..n ^idwalden verabfolgt.

Einen besondern Gegenstand der in dieser Angelegenheit stattgehabten .^onferen^verhandlungen bildeten die Bestimmungen über die Benu^lng der Aufzugbrüke. Bei der Konferenz. welche am 24. ..September 18.^..)

unter ^itung der Herren Nationalrath V e ^ e r im H.^f und Obexin^enienr H a r t m a n n ^ stattfand, wurden m Bezug auf das^effn.^n und Schössen derselben folgende Bestimn.ungen ausgestellt : ,,a. Die Dau.psschisfahrtgesellschast in ....uzern übernin.mt die Kosten ,,für das ...^esfnen und ..^ehliessen der Brüke behnf.^ des Dienstes

,,der Dampfsehisse.^

,,b.

Die Abordnungen von Obwalden und .Ludern erklären , dass für ,,den Durchpass von Rudersehiffen die .Brüke nicht geoffnet, oder .,,aber das Oessnen und Schlössen der Brüke ^oni Sehiffsinhaber ^besonders entfehädiget werden müsse. ^

Gegen die Bestimmungen des oben ermähnten Brot^kolis , welches sämtlichen Betheiligten ^ur Ratifikation mitgetheilt wurde , ward von mehreren Selten Einsprache erhoben. Der Landr.^th von Ridwalden war mit den Bestimmungen übe^ den .Bau der Brüke .Unverstanden, nicht aber mit denjenigen über das Oeffnen und Schliessen der ..^us^ugbrüke. Statt der oben zitirten Artikel wünschte derselbe folgende Raffung .

,,Mit der Bestellung eines behufs .^effnen und Schließen der Brülle ^aufzustellenden Dienstpersonals hat sieh die Regierung von .^idwalden

7^ ,,nicht ^u befasse^. Es hab^n d^her die beiden Regungen .^n Lu^r.t ,,und Obwalden mit den beiden D.^mpsschisfverwaltu^en ...der die dah^,,xigen Schisssinhaber diese Kosten zu bestreiten, immerhin aber ist die ,,Wahl des gedachten Personals der Genehmigung der ^egiexun^ von ,,Ridwalden unterworfen , zumal derselben nicht gleichgültig ^n kann, ,,wer die Bedienung der Brüke zu besorgen habe.^ ,,Sollte durch strafbare Rachlässigkeit von. ....^eite besäten Dienstperso-

..,n.^ls di^ Auf^gbrüke beschädigt wenden, so ist der Schaden der R.^ie-

xung von Ridwalden zu beguten.^ Um diese und andere Modifik...tionsvorschläge , Welche die .^e^ierung ^ Obwalden i... ^Bezug ans den Brükenbau gemacht hatte, beforderlichst ^ erledigen, theilten wir dieselben den übrigen Jnteressenten mit, mit der Einladung , sich über die waltenden Differenzen zu einigen und uns ihre bezüglichen Erklärungen einzureichen. Es zeigte sich aber bald , dass auf dem Wege der Korrespondenz ein entsprechendes Resultat nicht zu erzielen .se.. , desshalb wurde eine neue Konferenz .angeordnet , welche , wie oben

^..geführt, am 27.^8 Februar 1860 stattfand.

Bei den diessfältigen Verhandlungen wurden statt der Anträge Rid......aldens in Bezug aus das .^esfnen und Schliessen der Bxüke folgende Bestimmungen beschlossen .

,,^ie Regierung von Ridwalden bestellt das nothige personal für

^,das Oessnen und Schliessen der .Brüke.^

,,.^ie Oessnung der Brüke findet statt : ,,a. für jeden Durchgang der Dampfboote; ,,b. für die Durchfahrt von Ruderschisfeu oder ^lossen , wenn solches ,,von betreffender ^ähr^nannschast mittels Ruf oder mittet wahr,, nehmbarer verabredeter Zeigen verlangt wird.^ ,,Die Reg^eruug hat zu sorgen, dass die Bedienung der Brüke ,. stets so geregelt sei, dass die .^ampfboote in ihr.^m Kurse gar ,,nicht ausgehalten und auch der Durchgang andrer Schiffe nicht ,,wesentlieh verzogert werde. ^ ^

,,Die Regieruug wird dem bestellten Bxüke..personale behufs

,,sieheren D^nste.^ und zu möglichstem Schuz ge^en Schädigungen ,,des Brükenaus^uges dessen obhabende ^fliehten und V^r^ntwort,,lichkeit gegenüber der Kantonsregierung als Eigentümerin der ,,Brüke mittels eines R..g....lat....s näl^er aus einander sezen.

,,Um die Kosten des Oeffnens und .^chliessens der Brüke zu .,d^en, mag die Regierung von Ridwalden von betreffenden Floss,,oder Sehiffsinhabern für jede Durchfahrt bei geofsneter Brüke.

,,eine massige Entschädigung beziehen lassen, die jedoch ein vom ,,h. Bundesrathe (vorläufig aus 2 Jahre und nachher definitiv) ,,fest.zuse..endes Maximum nicht überschreiten dars.^ Um d.eses Ma^immn zu bestimmen, ^og^n wir Erkundigungen ein über die an andern Orten z. B. in Rapperschw^ St.^in ^m Rhein und Diesen-

^

744

^

hofen , wo ebenfalls solche Auf^ugbrüken vorhanden sind , bestehenden Tax^en, nach welchen wir dann die gebühren für das Oeffnen der Achereggbrüke folgendermaßen feststen :

Für die Dampfschisse . .

.

. ..

.

80 Rp.

,, Flosse und Segelschisse Fr. 1 bei .^ag und Fr. 1. 20 ., ^..r Raeht^eit.

Wir behielten uns jedoch vor, die Bewilligung zum Bezug dieser Gebühren nach Umständen ohne Entschädigung sofort wieder zurükziehen zu konneu.

Entsprechend dem Beschlusse der Konferenz von. 27.^28. Februar legte uns die. Regierung von Ridwalden ein Reglement über die Benuzung und die Bedienung der Auszugbrüke vor, welches wir mit einem kleinen Zusage genehmigten.

IV. B ü n d n e r i s c h e s S t r a s s e n n e z .

Mit Eingabe vom 27. Juni t 860 wandte sich der Kleine Rath des Kantons Graubünden an den Bundesrath ^uhanden der Bundesversammluüg mit dem Gesuche um .Bewilligung eines Bundesbeitrages an die Erstellung, resp. ......oilendung des bünduerischen Strassennezes , wie solches durch Grossrathsbesehluss vom Juni 1860 projektirt worden war.

Wir erachten e.^ vorderhand nicht sur noth.vendig, aus die Details dieses Memorials und die demselben beigefügten Aktenstüke näher einzutreten, da wir hierüber einen einlässlichen Bericht an die BundesversammIung, welche über das Gesuch zu entscheiden haben wird, bereits vorbereitet haben. Wie in allen ähnlichen Fällen haben wir die Angelegenheit durch. Experten untersuchen und begutachten lassen ; es w^rde überdiess aneh das Gutachten militärischer Experten eingeholt, und mit der Regierung von Graubünden fanden noch spezielle Unterhandlungen statt.

Ueber einige Bunkte, deren genauere Brüsung uns unerlässlich seh.en, mussteu nachträglieh noch besondere Erhebungen gemacht werden, und es kann nun, nachdem^ uns dieselben eingegangen sind, die Angelegenheit, wie wir nicht zweifeln, der Bundesversammlung in der bevorstehenden Julifi^ung .vorgelegt werden.

V. St. G o t t h a r ^ d s t r a s s e .

Unterm 6. Juli 1860 hat die Regierung des Kantons Ludern im Austrage einer unterm 8. Juni gleichen Jahres in der Angelegenheit betreffend die .^t. Gotthardstrasse stattgehabten Konferenz der bei der ...^aehe zunächst betheiligten Kantone und Eisenbahnverwaltungen in einem Memorial an den Bundesrath das^ Ansuchen gestellt, es mochte derselbe dahin wirken , dass von Bundes wegen der Verbesserung des St. Gotthardpasses, als de^ wichtigsten schweizerischen Alpenpasses, alle Sorge zugeweudet werden; der Bundesrath mochte die vorhandenen Blaue und Kostendevise

745 prüfen lassen, und zum Zweke der Realisir^mg des Unternehmens den Gegenstand zur weiteren Verhandlung an die Hand nehmen.

Mit Rüksicht auf die bedeutende allgemeine schweizerische Wichtigkeit der St. Gotthardstxasse nahmen wir keinen Anstand, auf das Ansuchen einzutreten ; wir ordneten daher eine Untersuchung der vorgelegten Broiekte und Kosl.endevise an. Bei vorläufiger Prüfung des Berichtes der mit der Angelegenheit betrauten Experten fanden wir, d^ss ledere in perschiedenen wichtigen Bnnkten nicht mit den dem Memoriale zu .Grunde gelegten Projekten der Herren .Locher und Eomp. einig gehen.

Wir hielten daher für ^wekmässig, vor der weitern Behandlung dieser Augelegenheit der Regierung von L^ern Bericht und Blaue .unserer Eierten zur Einsicht mittheilen , um .ihr Gelegenheiten ge.^en,^ dieselben prüfen zu lassen und nach dem Er^ebniss der diesssälligen Untersuchung ihre be^üglichen Bemerkungen und etwaigen Modisikationsvorschläge aubriugeu zu können.

^ .

^ Wir hoffen, auch die.e Angelegenheit in der nächsten Bundesversammlung^ zur Behandlung ^ringen zu konnen.

^ .

Vl. O b e r a u s s i c h t der S t r a s s e n.

Jn Be^ng anf die durch den Fleken Altdorf sührende Boststrasse, deren wir bereits im legten Geschastsberichte erwahnt haben. hat uns die Regierung von Uri auf unsere wiederholten Reklamationen mitgetheilt, dass sie für ..Verbesserung der Hauptstrasse Fr.. 20, 000 verausgabt und für die Schächenthalergasse , welche ebenfalls von der Boft. befahren wird, ^r. 30l)0 dekretirt haoe. ^lus einem Berichte, welchen da^ Departement des Jnnern von der Kreispostdirektion .^uzern über diesen Gegenstand eingeholt hat, geht hervor, däss die .^auptftrasse wirklich lezten Sommer in gehörigen Stand gestellt . worden ist und somit weiter nichts ^u. wünschen übrig lässt. Die Verbesserung der ^chächenthalergasse hingegen ist erst kürzlich begonnen worden, und es steht ^u hosfen, dass auch dieses Strassenstük baldigst in einen befriedigenden Zustand gebracht werde.

Jm Uebrigen find uns im .Lause des Berichtsjahres keine weitern Reklamationen in Betreff der Boststrassen zugekommen.

B.

..^ewa^rl.^rrel.ti^n^n.

t.

.^in^^e.^wa^nn^.

Da bei der Abgabe des leztjahrigen Geschäftsberichtes der Jahres..

bericht der .Linthpolizeikommisfion wegen des dazwischen gefallenen Hinscheides ihres Sekretärs noch im Rükstande .var, und wir somit über diese Administration nur einige allgemeine Bemerkuugeu mittheilen konnten, so haben wir vor. Allem noch Einiges über die Geschaflssührung wahrend des Jahres 185.) nachzutragen.

746 .^ .^e.^al^m^echn....^ p.^m Jahre 1859 liefert nachstehende ^ gebnisse : Di.... Einnahmen betr.tge.t1 .

.

.

.

. ^r. 86,052. 23

Die. Ausüben

,,

.

.

.

. . ,, 30,143. 22 Vorschlag Fr. 55,909. 0t

Das Vermögen des Linthunternehmens betrug auf

31. Dezember 1859 .

es ergibt sich daher gegenüber mogensstatus von . .

.

.

.

.

.

.

. F r . 400,055. 13 . ,.344,146.12

dem vorjährigen Ver-

übereinstimmend mit dem obigen V.^rschuss der Einnahmen übex die Ausgaben eine Vermogensvermeh-

xung .^

.^ .

.

.

.

.

. Fr. 55,909. 01

Der Verm^gensbestand auf 31. Dezember 1859 wird nachgewiesen

wie folgt:

Mob.liax-Jnpentar .

Jmmobilien-Jnventar Angelegte Kapitalien Ausstehende guthaben

.

.

.

.

Barschaft .

Fr.

. ^,4..^. ^

,, 121,690. 53 ,, 29,942. 54 ,, 1.2,902. 86 ,,

2 2 .

.

.

.

, ^ .

o.-

Fr. 400,0.55. 13 Die ^sten der Linth..rbeiten betrugen. im Jahr

1859 . . . . . . . . F.^. 2.3^,387. 9.für die Arbeiten am Eseherkanal Fr. 5,773. 0.^ ,,,,,, ,, Linthka.nal ,, 13,198. 98 ,, ,, ...llgememen Auslagen . ,, 4,415. 92 ^^^^^ ,, 23,387. 9^

namli^ :

Ueber die mit dem obigen ...^elde ausgeführten Arbeiten ...n^ehmen wir dem Geschäftsberichte folgende Aufschlüsse: 1. Am Escher kanale wurde das linkseitige Steinwuhr vollendet, wozu 112 zweispännige und 128 einspännige Fuder Steine ans eine ziemliche Entfernung herbeigeführt werden mussten. ferner wurden für die Regulirnng der beidseitigen Linthwuhre von der Räfelserbrüke abwärts ^irka 224 Schachtruthen Wuhrsteine gerüstet. An der Fortse^ung des Kanales wurde ebensalls gearbeitet; sür das an dieser Stelle angefangene Steinwuhr wurden 208 zweispäunige Fuder Steine herbeigesührt.

Eine sehr gliche Arbeit, welche im Jahre 1859 ausgeführt wurde, ist der Linthableitungskanal. Schon in den Dreissigerjahren hatte sieh zur leichteren Ausführung der im Linthbette nothigen Arbeiten das .^edürfniss herausgestellt, die Linth unterhalb der Räfelserbrüke in einen recht..

seitigen ..^ebenkanal ableiten zu können. wegen Mangel an ^eld blieb

747 die^ Vorrichtung ^doch fehr ungenügend, so das.. die Ableitung ^xosse^en Rachtheil. al.^ Vortheil pachte, daher seit einer Reihe v.on Jahren gan^ .^avon a.bstrahirt würd^ ..^lls da.^n .^or einigen Jahren die ^abxikb.esi^

Jenn. und E.om^ l^i d^ Linth^li.^mmission das ^esn..h stellte^

Linthwasser .etw.... ^ Stunde ob der .....äfelserbxüke in ein.en ^anaf si^ ein^ neu ^u errichtend^ Spinnerei ableite^ ^ dürfen, wurde ihnen die.

Erlaubniss dazu^ ^rth^lt, .^nter der Bedingung^ dass sie den .^anal. für d^s Linthwasser und^ den darin aus^ündeude^, .^on Mollis herkommend^ .

Rütelibach unter de^ ..^t.^sse durch. bis unterhalb den ans festem ^els be^ stehende^ Tschin^elko^ foxt^hre^ und erst d^rt wieder ins eigentliche ^nthbett ausmünden ..a^en. .^ie Herren Jen.ni und Eomp. gien^en auf die Bedingung ein , und di^ ^inthpolizeikomm^sion hatte nun die sehr er^ freuliehe Aussicht, dass^ in ^ukünft d^ bisher sta.ttgesundenen Aufstauungen d.es Rütelibaehes ausbleiben und d.^ss alle Reparaturen und Reub.auten im Escherk..inal bei trokener Linthsohl^ werden stattfinden konnen. Die Herren Jenni und Eomp. werden nämlich Winterszeit gewohnlich die ganze Linth für ihr Etablissement nothig haben, und n.^n braucht nur eine ^chleusse .

gegen di.^ .Linth am .^uslauf des Fa^r^kanales und eine a..lerdings etn^ ^emliehe Summe erfordernde Verbindung ^wisehen diesem ^anal und dem abwärts folgenden Hintergr^b^ ^u ^stellen. um Winterszeit die gan^ Linth durch den lezt^rn bis zum W..lle.nsee hinab ^u führen. D^ der lange Zeit vergeblich angestrebte Vortheil, .^ nothigen Arbeiten im tro.-.

kenen. Lmthbettte vorne^hme.n ^ konn.en, jedenfalls fehr bedeutend ist, so ward den Herren Jenni u^.d E.^mp.. etwelche Hilfe in ^usstcht gestellt, die dann durch einen .^eitra.g an die Erstelluugskoste^n der Schleuse und

durch die unentgeltliche Abtretung des unterhalb der Räfelserbrüke nothi-

gen .Bodens, der durch eine Expropriation erworben^ werden musste, reali-^ sirt wurde.

Jn Folge anderer ^ünftiger^ Umstande ist d.ann der gan^e .^anal bis

zur Ausmündung unter ^dem Tschingelkop.f im Winter 185.^^1860 unter Aufsicht und Leitung des Linthingenieurs fertig erstel.lt worden. Die Verbindungsstreke mit dem alten untern Ableitungskanal ist laut dem Verw^tu.^gsbericht p...^ 1...^ im W.^ter 1860^1861 n.^he^ .^mdet worden.

2. Linth^an^l.

Der Wasserstand für die V e r t i e s u n g s a r b e i t e n im Weesener^an^l war während des Jahres 185.) sehr ungünstig, und es konnten nur ^irka 11^0^ch.^truthen .^ies u.nd Bergsehutt aus der Sohle gestossen werden.

Di^ ^osten^ hiefür und für die Aussch^.ungen im ^lussbette^ l..etruaen

^. 6,^01. 76.

3.. Am Benknerkanal wurde die linkseitige Dammerhohung und Verbreiterung des Kanales 1^.) Fuss aufwärts fortgesezt.

Be^uglich der untere Linthgegend ist zu bemerken, dass im Laufe des Jahres^ 1859 das Nivellement der ^lä.^ ^.^isehen Tuggen und dem

748 Linthkanale ausgeführt worden ist.. Aus demselben ergibt fi.ch , dass durch die Fällung der ^uggenerbinnengewässex um 1^ bis 2 ^uss 357 Jucharten Boden gegen Ueberschwemmungen, die sieh zwar seltener mehr einstellen,

vollig sicher gestellt und dass 412 andere, ^bisher häufig unter Wasser stehende Jueharten dem gewöhnlichen Ueberschwemmungsbezirke entzogen wür-

den. Die ^inthpolizeikommisston hat eines ihrer Mitglieder mit der Ausmittlung des Mehrwertes, welchen dieses Land durch die ^rokenlegnng erhalten würde, b.^austragt, deren Resultat nach der Ansicht der Kommisfion voraussichtlich dahin gehen wird, dass die Fällung der Tuggeneriinth jedensalls nationalokonomisch als wünschbar erscheint, und es dürste vielleicht bei Behandlung der Frage, betretend die Fortsezung der Linthkorrektion von Gr^nau abwärts, der geeignete Moment sein, zu untersuchen, ob im Hmblik auf die grossen Unterstü^ungen , welche ^ur Trokenlegung der Gegend rechts der Lin.h geleistet wurden, nicht auch so weit mogli.l.

zur Entsumpsung der linksseitigen Fläche Hand geboten werden sollte.

Ausser den oben angeführten Ausgaben für .Arbeiten an den .Linthkauälen ^wurde in diesem Jahre (1859) ein Beitrag von Fr. 2000 an die Erstellung einer eisernen Biäschebrüke bezahlt. Derselbe wurde geleistet, weil durch Erweiterung des dortigen Abflussprofiles von 131 Fuss anf 135 Fnss lichte Oessnung und Wegsall der 2 alten Joche der Stromlauf wesentlich verbessert und die Schisffahrt erleichtert wird.

Wie oben gezeigt worden ist, ergiebt sich ans der 1859er Verwaltungsrechnung ein Vermogensvorschlag von Fr. 55,90.). 01, ein^ Resultat, welches um so erfreulicher ist, als die Linthverwaltung bis vor wenigen Jahren gegen eine Verminderung des Vermögens zu kämpfen hatte. Jndessen ist nicht zu übersehen , dass die ausserordentlichen , von Bodenverkäusen an die ^uion^^uisse herrühreuden Einnahmen dieses Jahres sich von nun an weseutlieh reduzixen werden, indem die Eisenbahn jezt gebaut ist und die zahlreichen, zwischen der Eisenbahn und dem Wallensee liegenden Streifen von Strandboden nicht leicht verkäuflich sein werden.

Uebergehend zum Geschäftsberichte des Jahres 1860 entheben wir der Verwaltungsrechnung folgende Ergebnisse : Die E i n n a h m e n der Linthverwalt.mg im Jahre 18.^0 waren folgende :

  1. Pachtzinse 2) .^apitalzinse

.

.

. .

.

.

. . . . .

3) Beiträge an den Unterhalt des Escherkanals

. F r . 10,240. 77 , , 8,739. 7..

.

,,

2,316. 84

4) Beitrag an den Gehalt des Linthingenieurs . ,, 875. 82 5) Lin^ollauslosung . . . . . , , 15,142. 86 6) Verschiedenes .

.

.

.

.

. ,, 10,^43. 9l) zusammen

Fr. 48,059. 90

749 Ausgaben.

^

  1. ^au- und Unterhaltungskosten Fr. 36,446. 60 2) Verwaltungskosten .^ ... ,, 3,130. 94 3) Abschreibungen und Werthverminderung . . . . . , 840. 88 zusammen Fr. 40,418. 42 Es ergibtstehsomit^em Vorschlag von

.

.

Fr.

7,641. 48

Der Vermögensbestand des .Linthunternehmens betagt auf 31. De-

zember 1860 . .

nämlich : a. Immobilien ^ h. Kapitalien c. Ausstände d. Mobilien e. .^afse

.

.

.

.^

. Fr. 407,696.. 61

Fr. 109,977. 48 ,, 232,179. 52 ,. 43,924. 92 ,, ^ 6,456. 25 ,, 15,158. 44 Summa gleich oben

Fr. 407,696. 61

Die Bau- und Unterhaltungskosten vertheilen sich wie folgt : a. Arbeiten am Escherkanal .

.

.

. Fr. 7,602. 82

b. ,, ,, Linthkanal c. Allgemeine Auslagen .

d. Unvorhergesehenes

. . .

.

.

^ . ^

.

.

.

.

. ,, 22,94^. 0...

. ,, 6,744. 79 ,,

531^ 3^

Fr. 37,825. --Ueber die Verwendung dieser Summe gibt der ...Bericht der .Linthpolizeikommission folgende Aufschlüsse :

Am Tsehingelkopfe unterhalb der Molliser-^inthbrüke wurden 224 ^omp. , über welchen im Berichte pro 1859 de.s Röthige gesagt worden

Schachtruthen Steine gesprengt, um dem Fabrikkanal der Herren Jenn.^ und ist, einen Ablauf in den weiter unten bestehenden reehtseitigen Hintergraben ^u verschaffen. Der durch diese Sprengung gewonnene .^teinporrath wird im Jahre l 86 1,^1 862 zwekmäs^g verwendet werden zur Aufnahme der nächstgelegenen zerfallenen .Linthwuhre.

Jn der Kanalfortsezung wurde Iinkseitig auf 1000 Fuss Länge das zerfallene alte Fafchinenwuhr neu umgebaut und eine Anzahl anderer Reparaturen ausgeführt.

Die Vertiefung des Weesener-Kanales hatte im 1. Quartal und im Dezember sehr günstigen Fortgang, und es wurden dabei etwa 3300 Schachtruthen Material herausgehoben. Von der Entschädigung von Fr. 50,000, welche die l^nion^.nsse für diese, durch die Erstellung der Eisenbahnbrüke nothig gewordenen Arbeiten bezahlt hat, sind bis jezt verwendet : .

Bundesblatt. Jahrg. XlII. Bd. I.

6t

7.5.0 im Jahre 1858 ,, ,, 1859 ,, ,, 1860

. . Fr. 9,85^. ^ . . ,, ^6,.)01. 76 . . .., 16,119. 84

Es bleiben s.^.mit noeh zu perwenden

.

Fr. 32,875. 36 . Fr. 17,124. 64

^Dle^inkseitige Benkner-Dammerhohung und Verbreiterung wurde in ^ew.^hnter Weife um weitere ^900 Fuss ...uswärts fortgesezt.

Unter Gr^au wurde der linkseitige Damm un. 1000 Fnss. abwärts verlängert^ durch ein Faschinenstreichwuhr, hinter welchen. in der Folge der Erddamm ebenfalls verlängert und über den hochsten Stand des Wassers erhoben werden soll. ^Diese Dammvexlangerung bezwekt, dem Linthbett auch in dieser untern Gegend .ein regelmässiges Brosil ^u perschaffen.

Die bereits im Geschäftsberichte pro 1858 erwähnte Petition der pereinigten .Linthgenosssameu, betreffend die Vollendung der .^inthkorxektion, konnte auch im verflossenen Jahre ^ nicht zur Behandlung kommen. Die Verschiebung dieser Angelegenheit wurde zunächst durch die inzwischen in den Vordergrund getretene Frage der Reorganisation der Linthperwaltung peranlasst, über welchen Gegenstand wir unten nähern Bericht erstatten werden.

Die Ratur dieser beiden fragen und^ deren Zusammenhang sind der Art, dass. uns unumgänglich notwendig schien, vor Allem die Reorganisation der Verwaltung an .die Hand zu nehmen. Sobald diese von der BundesVersammlung festgestellt und ins Werk gesezt sein wird, werden wir nicht ^ermangeln, auch der untern .Linthkorrektion unsere volle Aufmerksamkeit zu schenken.

Unterm ^14. Rovember 1859 erstattete uns das Vost- und BauDepartement einen Berieht über . die den Unterhalt der Linthwerke betrefsenden Verhältnisse, aus welchem wir entnehmen, dass die ^inthgenosssamen die ihnen naeh der .^inthpolizeiverordnung ^vom 6. Juli 18l2 obliegende

^flicht des Linthunterh..ltes nicht in genügendem Masse erfüllen.

Das

Departement war der Ansieht, dass unter diesen Umständen die Fortbe^ahlung der durch Anslosnugsvertrag vom 24,^29. Dezember 1849 aus uu-

bestimmte Zeit stipulirten jäl,rliehen Linthzollentsehädigung von 10,600 alten Schweizerfranken eingestellt, resp. von der gehörigen Ersüllung der Unter-

haltungspslicht durch die Genosssameu und betheiligten privaten abhängig gemacht werden sollte.

Beim gleichen Anlasse wies das Departement im Fernern darauf hin, dass die neben der .Linthpoli^eikommisston bestehende Linthsehifffahrtskommission unter den dermaligen Verhältnissen keinen Zwek mehr habe, und da.^ es somit ganz am Blaze wäre, wenn der Linthschiffsahrtsfond mit dem .Linthdotatienssond vereinigt uno unter die gleiche Verwaltung gestellt würde, ^indem ersterer (der Linthschifsfahrtssond), seiner Entstehung

751 und seinem Eharakter nach,. gleich wieder Dotationsfond keine andere ^estimmuug ^abe, als für die Erhaltung ^der Linthwerke zu dienen.

Den an diesen Berieht steh knüpfenden Anträgen entsprechend fassten ..wir. unterm 2t. Ropembex gleichen Jahres den Beschluss : ,,Es sei die fernexe Bezahlung der Linthzollentschädigung nur unter .,.der Bedingung zu leisten, ^dass. die unterhaltspflichtigen Genosssamen oder ,,Vrivatbetheiligten ihre Verbindlichkeiten gehorig erfüllen.

,, .^ls ^weite Bedingung für di^ fernere Bezahlung der .Linthzoll.,,tationssond vereinigt und beide unter die gleiche Verwaltung gestellt

.^entschädigung^ sei ^u fordern, dass der^ Linthsehisfsahrtsfond mit dem Do..werden.^ Diese Sehlussnahme wurde den Regierungen der ^vier ^inthkantone mitgetheilt und dieselben eingeladen, mit dem Bundesrathe hierüber in Unterhandlang zu treten, wobei im Weitern angedeutet wurde, dass, wenn die^ Betheiligten mit dem Bundesrathe über obige Grundsäze im Ganzen einig.

giengen , das Rähere dann in einer Konferenz einlässlieher berathen und festgestellt. werden .kon.ne.

Jn den aus obige Erofsnung eingegangenen Antworten sprachen sich

die Regierungen entschieden gegen die Sistirung der Linthzollentschädigung aus, erklärten sieh jedoch bereit, über eine zwekmässige Organisation der .Linthverwaltung und Vereinigung der bisher getrennt verwalteten Fonds in Unterhandlung zu treten.

Jn Folge dieser Erklärung und der darauf durch das Departement ^des .Jnnern geführten weiteren schriftlichen Verhandlungen fand dann unterm 20. und 21. Oktober vorigen Jahres n. ^urich^ die verabredete Konferenz statt, bei welcher nebst dem Bundesrathe (vertreten durch den Vorsteher des Departements des Jnnern) die Regierungen der vier Linthkantone und die Linthpolizeikommission repräfentirt waren.

Wie sehon aus den Antworten, welche die Linthkantone auf den Bundesrathsbeschluss vom 21. Rovembex 185..) erlassen hatten, voraus. ^ufehen war , stellten die Abgeordneten ^der Kantone als unerlassliehe Bedingung für das .Eintreten aus nahere Unterhandlungen die Forderung aus, dass die .Liuth^ollentsehädigung , deren Fortbezahlung dureh den erwähnten .Beschluss s.stirt worden war, auch fexner dem Linthun.ernehmen zukommen ^solle.

Es wurde desshalb . über sämmtliehe in Berathung fallende Fragen nur eventuell verhandelt.

Bei den Verhandlungen selbst zeigte sich im Ganzen allseitige Bereitwilligkeit, ^u den vom Bundesrathe angeregten Reformen Hand zu bieten , uud man verständigte sieh daher in .den Hauptpunkten im ^inne der bundesräth^chen Vorsehläge.

752 Dem von sämmtlichen Kantousregierungen unter dem schon ermähnten Vorbehalte genehmigten Konferen^protokolle entheben wir als Exgebniss der Verhandlungen folgende Bunkte :

  1. Vereinigung der Linthsehissfahrts ^ und der Linthpolizeikomm^sion in eine Linthkommission.

Vereinigung des Linthschisssahrts .^ und des Dotationssonds in einen Linthsond.

c. Bezeichnung dieses Linthsond^s als einen Verm^gensbestand, welcher b.

ausschließlich für Unterhaltung, Fortführung .und Beendigung des

d.

e.

k.

^.

Linthwerkes, so wie für das Lh.thschisssahrt..^ und Rekerwesen in Anspruch genommen werden darf.

Bestellung der .....inthkommisston aus einem vom Bundesrathe ansser den vier Kantonen und vier von den Regierungen der betheiligten Kantone zu bezeichnenden Mitgliedern. Der Bundesrath wählt den Präsidenten. Der Kommission steht die Wahl eines .Linthingenienrs und der übrigen Angestellten zu.

Uebergang sämmtlicher Besugnisse und Beichten der Linthschisfsahrts- und der Linthpoli^eikommission an die Linthkommission, welche über ihre Verrichtungen und die Verwaltung des .^inthfonds alljährlich dem Bundesrath.. Bericht zu erstatten und Rechnung abzulegen, auch von Bericht und Rechnung den beteiligten Kantonen Mittheilung zu machen hat.

Ermächtigung der Linthkommission , alle ini Jnteresse des .Linthwesens erforderlichen Anordnungen von sich aus zu treffen , mit den. Vorbehalte der Einholung der Bewilligung des Bundesrathes, .vosern solche Anordnungen Eingriffe in das Kapitalvermögen des .....inthfonds zur Folge hätten.

Auftrag an die ^iuthkommissiou ^. sofortiger Bearbeitung einer Geschäftsordnung sür dieselbe und emes Reglements , betreffend das ^inthschifsfahrts^ und Rekerwesen, welche beiden Arbeiten der Genehmigung des Bundesrathes unterliegeu.

.Hinsichtlich der im bundesräthlichen Beschlusse vom 2l.

Rovember

^1859 in erste .-in^e gestellten Regnlirung der Unterhaltungspflicht der

^ .^inthgenossamen waren die Abgeordueten der .^inthstände der Ansicht, dass es ^aehe der Linthverwaltnng fei, die Genosssamen zur gehörigen Erfüllung ihrer Verpflichtungen anzuhalten , und nothigen salls den daherigen Forderungen mit den zu Gebote stehenden Mitteln Rachachtang ^n verschassen , welcher Ansicht wir uns unter den obwaltenden Verhältnissen um so eher auschliessen konnen, als gerade bei Anlass der Reorganisation der ^inthverwaltung und der ^amit in Verbindung stehenden Revision der bisherigen linthpol^eilichen Vorsch.riften anch die Frage der Unterhaltnngspflicht leicht auf eine befriedigende Weise wird bereiniget werden konuen.

753 Da die frühere Organisation der .Linthverwaltung seiner Zeit durch die eidgenossische Tagsa^ung aufgestellt worden ist , so haben wir nach Massgabe obiger Konseren^beschlüsse bereits den Entwurf einer neuen Organisation der Linthverwaltung behandelt und beschlossen , denselben der nächsten Bundesversammlung vorzulegen, auch haben wir in unserer Sizung vom 13. März 186l ^) in Berüksichtigung des befriedigenden Ergebnisses.

der Konserenzverhandlungen .den Besehluss vom .21. November l 85..), wodurch die Bezahlung der jährlichen Linthzollentschädigung von Fr. 15,142. 86 sistirt wurde, ausgehoben, jedoch in dem Sinne, dass aus dieser Aushebung keine Bräjudiz der Rechtsfrage entstehen ^olle.

^. .^eink.^e.^n.

Unsere Verwendungen bei Oesterreich haben auch im verflossenen Jahre uoch nicht zu den. gewünschten Ziele geführt. Rachdem wir, gleich wie im Jahre 1859 , unseren Geschäftsträger in ..... i .m wiederholt beauftragt halten, auf eine baldige Wiederaufnahme der Konferen^verhandlungen hinzuwirken, wandten wir uns mit Rote vom^ l1. Dezember noch direkt an das Ministerium des Jnnern, indem wir demselben nochmals die Abhaltung einer Konferenz vorschlugen. Zwar ist auch auf diesen Vorschlag noch keine Antwort erfolgt ; wir haben jedoch in Folge eingegangener indirekter Mittheilungen gegründete Hoffnung, dass .^efterreich in kurzer Zeit einen günstigen Bescheid ertheilen und Anstalten zur beforderlichen Fortsezung der im Jahre 1858 unterbrochenen Konferenzverhandlungen treffen werde.

inzwischen hat sieh die Regierung von ^t. Gallen neuerdings mit einem Gesuche um Auswirkung eines Bundesbeitxages an die Erstellung der erforderliehen Korrektionsbauten au uns gewendet. Das gleiche Ansuchen hat dieselbe seither mit Denkschrift vom 12. Februar 1861 auch an die h. Bundesversammlung gestellt. Beide Gesuche gehen im Wesentlichen dahin, dass die Unterhandlungen mit Oesterreieh über die ^rage .der ^lnsleitung des Rheiues in den Bodensee ( Brngg^ussacher Durchstichprojet) zu einem besor^erlichen .^lbschlusse geführt werden, dass aber, vorbehalten die . dies.falls ^u erwartenden Stipulatiouen , je^t schon für die Korrektionsbanteu von Monstein bis an die St. Gallisch^Graubündnerisch...

Gräuze hinauf ^ei.. der Wichtigkeit des Unternehmens und der Grosse des erforderlichen Kostenaufwandes entsprechender Beitrag aus der Bundeskasse erkennt werden mochte.

Da wir im ^alle sein werden, diesen Gegenstand in einer Botsehaft^ an die h. Bundesversammlung ausführlich zu behandeln , so beschränken wir uns für jezt daraus, von den eingelangten Petitionen hier Vormer.^ kung zu machen.

l.l. .^n.ra^ew.^^^^e^i.^n.

Da sich von Seite der bei diesem Unternehmen interessirten Kantone noch immer keine Geneigtheit zu einer Verständigung über den in der^ ^)

^on Schw^ ist die Ratifikation d^ .^ro^o^lls der Konferenz 20^21. Oktober 18.^ erst am 2.^. Jänner 1.^1 eingelangt

..^om.

754 .Konferenz vom 2. .November 1857 aufgestellten Vertragsentwurf gezeigt hat und mithin für eine Wiedereröffnung der bezüglichen Unterhandlungen kein geeigneter Anlass vorhanden war, so hat diese Angelegenheit auch im lezten Berichtsjahre keinerlei Fortschritte gemacht. Allem Anscheine nach Ziehen mehrere dieser Kantone, im Hinblik auf die Schwierigkeiten, welche sich bisher der Verständigung über eine rationelle. Korrektion entgegengestellt haben , vor , ihre Zuflucht zu Vartialkorrektionen zu nehmen. .^o hat in diesem Jahre auch Bern, dem Beispiele der Kantone Waadt und ^reiburg folgend , die Vorarbeiten für theilweise Korrektionen der Aare, Zihl und der Leugenen bis ^ur Solothnrnergränze in Angriff nehmen lassen.

Es kann wol keinem Zweifel unterliegen , dass bei einer derartigen Zersplitterung der Kräfte bei Weitem nicht diejenigen Resultate erzielt werden konnen, als bei einem gemeinsame.. Vorgehen zu erwarten gewesen wäre; indessen wird die Folge zeigen, ob sich nicht schon dnreh diese vereinölten Arbeiten eine merkliche Verbesserung der bisherigen Zustände herbeiführen lasse.

.Die Vegelbeobaehtnngen aus dem Gebiete der Juragewässerkorrektion, welche im Jahre l 858 wieder eingesührt wurden , nehmen ihren regelmassigen Fortgang; dieselben bieten jedoch keinen Anlass zu besonderen Bemerkungen.

.v. ..^iese.rl.e^nn^ des ..^ie^walld^atte^see^.

Jm Vertrage betreffend die Verbesserung des Seeabflusses in Luzern, vom ..). Oktober 1858^) ist der Vollendungstermin für den Bau des Reuss^ wehres aus l. Mai 1861 sestgesezt worden. Die Arbeiten wurden aber

s.. t h . t i g betrieben, dass das Werk schon im April 1860 in seinen Haupt^ bestandtheilen vollendet war. Wir luden daher die sür diese Baute anfgestellte Expertenkommission ein, die Kollaudationsex^pertise vorzunehmen,.

in der Meinung , dass über die noch zu erstellenden Arbeiten nach deren Vollendung noch eine besondere Untersuchung vorzunehmen sei.

Die ^pertise fand am 28. April im Beisein von Abgeordneten sämmtlieher Betheiligten statt. Das Gutachten , welches die Herren Er.perten darüber erstatteten, lautete dahin, dass das Hauptwerk in allen theilen den gegebenen Vorschriften entsprechend ausgeführt sei, und dass dasselbe somit gemäss Art. 6 des oben erwähnten Vertrages der Gemeinde ^uzern übergeben werden konne.

Bei den diessfälligen .Verhandlungen verständigten sich die Abgeordneten über verschiedene , die Vollendung und ^iehern..g der Baute betreffende Bunkte, so wie über die Organisation des im Vertrage vorgesehenen Begels..stems und endlich über die Einzahlung der Beitrage.

...) Siehe auuli.he Sammlung , Band ^I, Seite 142.

7.^ Das Protokoll dieser Verhandlungen wurde samtntlichen Jnteress.^nten^ zur Ratifikation mitgetheilt. Die Regierungen ^..on Uri und Luzexn, da.^ Direktorium der schweizerischen Zentralbahn und^ der Stadtrath von ^uzern ertheilten demselben unbedingt ihre Genehmigung. Di.. Regierungen.

von Schw.^ und Unterwalden ob^und nid dem Wald h^nge^en verwahrten^ sich gegen die von den .^onferenzabgeordneten angenommene Beteiligung an verschiedenen, im Vertrage nicht vorgesehenen Nacharbeiten, nämlich: Arbeiten zur Sicherung der^ linken Ouaimauer, Sicherung des Seitendammes des^ Wehres, Vorkehren zum S.chuz der Mühle^baude^ und des.

Spreuerbrükenpseilers und endlich Reinigung der^ Mühlekanäle.

Ohne die Bereinigung dieser Anstände abzuwarten , liessen wir der Regierung von .Ludern auf Rechnung der ausgeführten Arbeiten aus^ dem Bundesbeitrage von Fr. 24,250 eine Abschlagszahlung von Fr. 10,400

^Fr. 9000 sind bereits im März 1859 bezahlt worden) ausrichten , so dass für die Vollendungsarbeiten noch übrig bleiben Fr. 4850.

Um die Angelegenheit definitiv zu erledigen, luden wir unsere Ex^ pertenkommisfion ein, eine .Konferenz . sammtlieher Betheiligten anzuordnen.

und die waltenden Anstände wo ^ immer mo^l.ieh auf^ dem We^e gütlicher^ Uebereinkunst zu reguliren.

Verschiedener Umstände wegen konnte diese Konferenz erst am ..... Januar dieses Jahres stattfinden. Dieselbe hatte den befriedigenden Erfolg dass man sich über alle noch in Frage gestandenen Bunkte verständigte, welcher Verständigung sodann von den betheiligten .^ommittenten noch im .^aufe des gleichen Monates die Ratifikation ertheilt wurde.

Jn Folge lezterer Verhandlungen hat dann schliesslich. die Regierung von Luzern, auf spezielles Verlangen unseres Departements des Jnnern,.

durch Schlussnahme vom 13. März 18^0 die Erklärung abgegeben, dass^ ,,das neue Reusswehr sammt Dependenzen zu Lasten der Gemeinde über,,nommen und daher in ............... Theilen der Gemeinde Luzern zum Unter,,hait übertragen werde.^ Wir werden demnächst, sobald noch einige pendente Vunkte von untergeordneter Bedeutung (Kost^nnote. der Expertenkommission^ und dergleichen) geordnet sein werden, die Restzahlung von Fr. 4850 an Luzern verabfolgen. und betr^chten^ damit die .Angelegenheit der Reusswehrbaute,

als dem Verträge vom^ ..). ^tober 1858 und dem darauf bezüglichen Bundesbeschluße vom 2.^. Januar 1859^) vollkommen entsprechend erle-

diget.

Während das Reusswehr^ im . Baue begriffen war, erhielten wir von der Regierung von Uri die Anzeige, dass^ die Regierung des Cantons .Luzern dem Herrn Dr. S u idter in Luzern eine Konzession zur Errichtung einer Badea.^lt beim W..sferthurnt ertheilt^ ha.^e, gegen ^deren^ Erstellung ^ Siehe amtliche Sammlung, Band^ ^I, Se^e 147.

756 sie, die Regierung von Uri, protestiren müsse, weil dadurch dem Zweke, welcher durch die Reusswehrbaute angestrebt werde , geradezu entgegen gehandelt würde. Dieser Reklamation schlossen sich später auch die Regie^ rungen von Sehw.^ und Ridwalden an, welche ebenfalls, a.estüzt auf Art. ...

des mehrerwähnten Vertrages über die Tieferlegung des Vierwaldftättersee^s verlangten, dass die Errichtung fraglicher Baute nicht gestattet werde.

Jn jenem Vertragsartikel ist nämlich bestimmt worden , ,. die Regierung ,,von Luzern solle darüber wachen , dass an dem Seeansflusse und dem .,Reussbette in Luzern keine Bauten oder sonstige Veränderungen vor^e,,nommen werden , welche einen Einfluss von bemerkenswertem ....achtheil ,,aus den Seeabfluss üben.^ ,,Wenn den Vorstellungen der übrigen Userkantone gegen solche ,,Banten nicht Rechnung getragen wird, so entscheiden darüber die kompetenten Bundesbehorden.^ D.. der Stadtrath von Luzern und Herr Dr. Suidter auf die .^onzesston nicht verzichten und die Regierung von Luzern dieselbe von sich ans nicht zurül^iehen wollte, so musste der Anstand durch den Bundesrath entschieden werden. Die Regierung von Luzern hatte in Folge der ersten, von Uri direkt an sie gerichteten Einsprache über die Rachtheile , welche der Bau der projektirten Badanstalt aus den Abfluss der Renss ausüben konnte , das Gutachten dortiger Techniker eingeholt , welche der Ansicht waren, dass fragliehe Baute ,,den Wasserabfluss aus keine erhebliche Weise ^beeinträchtigen konne.^ Rachdem wir von diesem^ Gutachten .^enntniss genommen, liessen wir die Sache dnreh einen gänzlich unparteiischen Sachkundigen, Herrn Oberingenieur H a r t m a n n untersuchen; gleichzeitig luden wir auch das ^irektorium der ^entralbahn ein , uns die Ansichten seiner Techniker über den Fall mitzutheiien. Beide Gutachten stimmten darin überein, ,,es sei die Ausführung der Badeanstalt beim Wasserthurm zu Ln,,zern als dem Zweke der Regulirung des Seeabslusses naehtheilig und ^widersprechend zu untersagen.^ Die Regierung von .Luzern konnte sich, auch nachdem ihr das Gutachten unsers . Experten mitgetheilt worden war, noch nicht entschlossen, die .Konzession zu annuliren ; vielmehr suchte sie durch Gegenbemerkungen ihrer Experten den Bericht des Herrn Hartmann zu entkrästen. Ra.^dem auch Lezterer nochmals replizirt hatte, fassten wir, geftüzt ans die stattgehabte Expertise und die mit dem Ergebniss derselben übereinstimmende Vernehmlassnng des Direktoriums der Zeniralbahn den Beschluss , es sei

die Erstellung fraglicher Badeanstalt nicht zu gestatten.

v.

^n.te.^snchun^ ^e.t^e^end die ^i.l.^che nnd .^.^ch^e^i^swa^dun^en.

Die Expertise betreffend die Wildbäehe und Hochgebirgswaldungen ..ist im Laufe des verflossenen Spätsommers, ^o weit es die Untersuchung

757 auf dem Terrain betrifst, ^u Ende geführt worden. Die diessjährige Untersuchung erstrekte stch auf die Kantone Wallis , Waadt , Freiburg, .^euenburg, Solothurn, Basel^andschaft und den bernischen Jura. Was die Abgabe des Sehlussberichtes anbetrifft, so dürfte dieselbe voraussichtlich noch einige Zeit anstehen, weil die Verarbeitung des gesammelten Materials und die einlässliche Behandlung der daraus zu entwikelnden Sehlussfolgerungen und Anträge jedenfalls bedeutend mehr Zeit in Anspruch nehmen wird, als die früheren Berichterstattungen.

Jnzwischeu haben wir den Berieht der forstwirthschaftlichen Abtheilung über die Expertise vom Jahre 1858, umfassend die Kantone Tessin, Graubünden, St. Gallen und Appenzell, so wie denjenigen von 1859 betreffend die .Kantone Glarus, Zug, Schwr^, Uri, ^Unterwalden, Luzern.

und Bern im Druke herausgegeben und den Kantonen mitgetheilt. Die^ franzosische Ausgabe des erstern Berichtes (derjenige von 1859 ist bereits ausgetheilt) hat, wegen eingetretener Verzögerung der Uebersezung bis jezt noch nicht erscheinen konnen ; ebenso die italienische Uebersezung der den Kanton Tessin und einen Theil von Graubünden betreffenden Abtheilung des Berichtes von 1858; wir haben jedoch Anordnung getroffen, um den Druk thunlichst zu beschleunigen.

vI. ^...^^........^...n.

Mit Eingabe vom 12. Oktober 1860 erstattete uns die Regierung des Kantons Wallis einen umständlichen Bericht über die Wasserverheerungen, durch welche das Rhonethal in den Tagen vom 1. bis 3. September.1860 heimgesucht worden. .^ie knupfte daran das dringende Ansuchen, dass der Bund durch Bewilligung einer Unterftü^ung zur .Linderung der in den betreffenden Gegenden eingetretenen grossen Roth etwas beitragen ^möchte. Wir konnten diesem Gesuche, theils mit Rüksicht darauf, dass derartige Unterstützungen in der Bundesverfassung nicht vorgesehen sind, theils der Konsequenzen wegen keine ^olge geben.

Jn Folge unsers ablehnenden Beseheides und der zur Begründung desselben angeführten Motive wandte sieh sodann die Regierung nochmals an uns mit dem Ansuchen um Auswirkung eines Bundesbeitrages an die Kosten der zur Verhütung ähnlicher Katastrophen nohigen Korrektionen der Rhone und ihrer Zuflüsse.

Dem Gesuche war ein vorläufiges Korrektionsprojekt, so wie eine Kostenberechnung und ein Bericht der mit Brüfung der Angelegenheit von

der Regierung aufgestellten Rhonekommisston beigelegt. Gleichzeitig ver^ wendete sieh auch das Hilsskomite in Gens (Hilsskomite für die schwei-

zerischen Wasserbeschädigten von 1860) aufs wärmste für das Unternehmen einer durchgreifenden Rhonekorrektion, wobei dasselbe sur diesen Zu.ek einen

Beitrag von Fr. 20,000 in Aussicht stellte.

Auf Grund dieser Vorlagen, für deren Berüksichtigung die Regierung den Art. 21 der Bundesverfassung in Anspruch nimmt, beschlossen wir,

758 die Angelegenheit durch fachkundige Experten untersuchen ^u lassen. Wir gewärtigen nun das Ergebniss der angeordneten Expertise, um dann seiner ^eit unsere bezüglichen Anträge der h. Bundesversammlung vorzulegen.

vl.^

^..^.......^...ti^n i.... .^n^n nri.

Ein ähnliches Gesuch, wie das oben erahnte, ist uns unterm 3.

Oktober von Seite der Regierung von Uri eingegangen. Wir beantworteten dasselbe im gleichen Sinne , wie dasjenige von Willis , indem wir nämlich darauf hindeuteten , dass das Gesuch nur in dem Falle in Erwägung gezogen werden könnte, wenn demselben ein eigentliches Korrektionsprojekt mit Dianen und Kostenberechnungen zu Grunde gelegt würde.

Sobald uns die weiteren hieraus bezüglichen Vorlagen von Uri eingegangen sind, ^werden wir auch für diese Angelegenheit eine. Expertise anordnen.

v.lt. .^n^au.l.en in. ..^n^n .^es.^n.

Unterm 13. März 1857 stellte das eidg. Hilfskomite, weiches steh digteu von 1834, 1836 und^1839 gebildet hatte, das Ansuchen, der in den Dreissigerjahren zur Unterstüzung de..^ schweizerischen Wasserbeschä-

.Bundesrath mochte, nachdem die Aufgabe des Komite nun im Allgemeinen beendigt sei, an dessen Stelle treten und die fernere Verwaltung der speziell sür die tessinisehen Uferbauten bestimmten Hilssgelder übernehmen.

Der Bundesrath glaubte diesem Ansuchen um so eher entsprechen zu sollen, als die erste Auregung zu diesem gemeinnüzigen Werke seiner Zeit von ^dem eidgenossischen Vororte Zürich ausgegangen war.

Unterm l 7. April 1857 wurde das Bost-und Baudepartement mit der Ueberwachung der betreffenden Userbauten und alljährlichen Bericht^ Erstattung darüber beauftragt.

Seit dem Uebergang .^er Bargeschäfte an das Departement des Jnnern hat das ledere dieser Angelegenheit seine besondere .^lusmerksamkeit gewidmet und über den Stand der Angelegenheit wie über die .^er^ wendnng der Gelder Berieht erstattet. Wir behalten uns indessen vor, hierüber im nächsten Geschäftsberichte ausführlichere Angaben mittheilen, da aus unsere Anordnung erst kürzlich wieder eine Expertise. über den ^tand fraglicher Wuhrbauten stattgefunden hat. deren Ergebniss wesentlich zur Beleuchtung fraglicher Verhältnisse beitragen wird.

C. .^.^l.anten.

Bnndes^a^^ans.

Entsprechend den Beschlüssen des Bundesrathes vom 21. Januar und des ...Nationalrathes vom 2. Februar 1860 haben wir im Ständerathssaale einige Anordnungen ^ur .Abhaltung des grellen Fensterliehtes

759 treffen lassen und im Rationalrathssaale für eine zweimaligere Blaeixung der Konzipienten gesorgt, indem^ wir in den beiden Eouloirs die nöthigen Räumlichkeiten hiezu einrichten liessen.

Die Kosten dieser Einrichtungen belaufen sich auf Fr. 4,2.^2. 56.

Was die Einrichtung eines geräumigern Vorzimmers ^um Standerahsfaale anbetrifft, so konnte dieser Forderung nicht entsprochen w.rden, weil eine^ solche Aenderung auf ganz bedeutende bauliche Schwierigkeiten stossen würde und mit unverhaltnissmässig grossen Kosten verbunden wäre.

......^.naIe^.eien i^n ^.inde.^a^ssaa^e.

. Durch die Regierung des Kantons Zürich ist der Gedanke angeregt worden, es mochte von Seite der Kantone der Stadt Bern dadurch ein Zeichen der Anerkennung für ihre grossartigen Leistungen beim Bau des Bnndesrathhauses gegeben werden, dass ihr^ die Standeswappen in Glas gemalt, behufs deren Anbringung im Bundesrathhause zum Geschenk gemacht würden.

^ämmtliche Regierungen gingen bereitwillig aus den Vorsehlag ein und erklärten sich bereit, die daherigen Kosten ^u tragen. Zur Vollendung des Ganzen sollten nach dem Antrage der Regierung von Zürich die drei grossen Rosetten mit dem eidgenossischen Kreuz und passenden Emblemen versehen werden, und zwar aus Kosten des Bundes.

Bei der über diesen Gegenstand unterm 13. Juli in Bern stattgehabten Konserenz wurde der von der Regierung von Zürich vorgelegte Entwurf eines Vertrages mit dem Unternehmer, ^.rn. Dr. ...^tan^, genehmigt. Dabei wurde von den Konferenzabgeordneten der Wunsch ausgesprochen, es mo.hte der Bund ausser den Kosten für Ansschmüknng der drei F^.sterxosetten auch noch die Anschaffung der Eisenbeftandtheile, welche behnfs Anbringung der Wappen und Befestigung der Fensterrahmen uothwendig sind, bestreiten. Wir glaubten diesem Wunsche entsprechen ^u sollen, und haben daher,.. nachdem durch Vermittlung der Regierung von Zürich noch ein besonderer Vertrag über die Aussehmükung der Fensterxosetten abgeschlossen worden war, bereits in der lezten De^embersi^ung

bei der h. Bundesversammlung die nothige.. Kredite, nämlich ^r. 3000 für die Glasmalereien und Fr. 1000 für die Eisenrahmeu verlangt, welche dann auch bewilliget wurden.

^.chi.^an^.ichkei.ten Durch Bundesbeschluß vom 20. Heumonat vorigen Jahres wurden wir eingeladen, ,,zu untersuchen, wie den in den Archivräumlichkeiten sich geigenden , die Gesundheit der dort arbeitenden Beamten bedrohenden ,,Uebelständen begegnet werden konne.^ Jn Vollziehung dieses Auftrages haben wir durch Sachkundige die betreffenden .Lokalitäten untersucheu lassen, und sodann ans Grundlage

760 der darüber erhaltenen Gutachten über die als zwekmässig empfohlenen baulichen Aenderungen mit dem Gemein.^rath der Stadt Bern ins Einvernehmen gesezt.

Obwol die vorgeschlagenen Aenderungen durchaus nicht erheblicher Ratur sind, und sich der Bundesrath nach den Bestimmungen der Uebergabsakte des Bundesrathhauses von vornherein zur Tragnng der kosten bereit erklärt hat, sind von Seite des Einwohnergemeinderathes gegen die Ausführung verschiedene Einwendungen gemacht worden, über welche eine gütliche Verständigung bis je^t noch nicht erzielt werden konnte.

D.

^i^nl.al.nen.

...^nzesf^nen nnd .^..stlik.te.

Jm Laufe des Jahres 1860 ist eine einige Konzession, nämlich für die sogenannte badische Wiesenthalbahn (Basel-badische Gränze) genehmigt worden.

Konzessionsab.indernngen wurden genehmigt : l. ^....i^e.^an^erun^n im K a n t o n Z ü r ich.

.^ für die Eisenbahn von Wallisellen nach Weiach oder Riederweningen.

Der Termin für .den Beginn der Erdarbeiten und den Fman^aus-

weis wurde verlängert bis 2l. Ehristmonat 18^1;

.^ für die Eisenbahn von Zürich über Urdorf an die Zürich^Znger^sche Kantonsgränze bei Knonau (sogenannte Reppischlinie), Termin bis

5. Angust 1863, c,. süx die Eisenbahn von Zürich längs des linken .^.eeusers bis zur Kantonsgränze bei Richtersehw.^l, Termin bis 3. August 1863.

Jm Kan t o n Bern :

für die Eisenbahn Bern^Biel, Termin bis 2. Juni 1860.

Jm K a n t o n L u z e r n .

für die Eisenbahn Kros..henbrünnen-.Lu^ern, Termin bis 23. Ehristmonat 18^1.

J m K a n t o n A a r gau .

für eine Eisenbahn von Brngg oder .^oblen.^ nach Kaiserangst ^Bo^bergbahn), Tern.in bis 24. ..^eumonat 1861.

J m K a n t o n G r a u bü n d e n : sur die Eisenbahn von Ehnr bis zur Tessiuergr.in^e manier, Termin bis 1. Brachmonat 186l.

aus dem Luk-

7.^1 Jm C a n t o n T e f s i n : .^ sur die Eisenbahn von Brissago bis zur Grande von Gra.ubüuden

aus dem Lukmanier, Termin bis 1. Mai 1861 ;

.^) für die Eisenbahn von Ehiasso nach Bellinzona, Termin bis 30. Herbstmonat 1861.

J m K a nt o n Fx e i b ur g : für die Eisenbahn von Lausanne nach Fxeiburg, Termin bis 31. Mai

1861, durch Bundesbeschluß vom 22. Ehristmonat 1860 nochmals perlängert bis 1. Mai 1862.

^. .^n^i^e ..^nzes^nsa^ande.^nn^en. .

.^lbanderu..gen der Konzession für die Eisenbahn Freiburg^Lausanne.

nämlich : ^ .

.^) Abänderung der Statuten durch Bundesbesehluss vom 13. Januar

1860, ..^ Aufhebung des^ Art. 54 der Konzession vom 4. Angnst 1857.

...^e^all^nfllik.t.

Durch Bundesbeschluss vom 2. Hornung 1860 ist der Bundesrath ermächtigt worden, Samens der schweizerischen Bundesversammlung die Konzession sür die Eisenbahn Freibür^Lausanne, vom 4. Augstmonat 1857, durch Aushebung und .^usserkrastsezung des Art. 54 abzuändern , sobald

sich die Regierung des Kantons Waadt und die Verwaltung der Eisenbahngesellschast von Lausanne nach ^reiburg über die Beseitigung des

fraglichen Artikels verständigt haben.

dieser Beschluss wurde den genannten Barteien mitgetheilt, mit der Einladung, uns ihre bezüglichen Erklärungen Ankommen zu lassen. ^ie Regierung von Waadt zeigte sich bereit, die ihr gesezlich ^kommenden Befugnisse zu übernehmen ; die Bahngesellsehast hingegen hat sieh aus unsere diesssälligen Erinnerungen bis sezt geweigert, aus die Beseitigung fraglichen Artkels einzugehen.

Unterm 3. Mai 1860 stellte die Direktion der Eisenbahn ^reibnrg..

Lausanne das .Ansuchen, es mochte ihr, mit Rüksicht darauf. dass bereits ^ der Eisenbahnstreke Freiburger^Waadtländergränze^ausanne erstellt seien, entsprechend dem Art. 4..) der Kon^essto.. vom 4. August 1857, welcher

bestimmt, dass die von der Gesellschast geleistete Bürgschast, je sünftheils-

weise nach dem Masse, in welchem die Arbeiten vorrüken, zurüi.gestellt werden sollen, ^ der für besagte Streke bei der Bundeskasse deponirten Summe ^urükvergütet werden.

Wir gaben der Regierung von Waadt von diesem Gesuche Kenntniss und luden sie ein, sich darüber zu erklären, ob sie mit der Rükgabe fraglichen Kautionsbetrefsnisses einverstanden sei. Der Staatsrath von Waa.^t erwiderte hieraus, dass er aus die Rükgabe der Kaution nicht einwilligen

762 konne, weil jene Streke noch nieht vollendet und die .Kaution dazu bestimmt .fei, die Ausführung derselben ^u sichern.

Da wir angesichts der eben zitirten .^on^essionsbestimmung den ...^e.scheid der.Waadlände Rregierun^ nicht als maßgebend betrachten konnten, so liessen wir durch einen Sachkundigen untersuchen. in welchem Verhältmsse die Arbeiten aus dem Gebiete des Kantons Waadt ausgeführt seien. Diese Untersuchung stellte heraus, dass die Kosten der ausgeführten Arbeiten nahe an vier Fünftheile des Kostenvoransehlages betragen und wirklich der grosste Theil der Gesammtarbeiten erstellt sei.

Wir theilten der Regierung von Waadt dieses Ergebniss mit, und machten dieselbe^ daraus aufmerksam, ^dass unter Diesen Umständen nach dem Wortlaute der Konzession der Ge^ells^ast das ^..rükverlangte Kau^ tionsbetresfniss nicht vorenthalten werden konne. Hierauf erklärte die Regierung, dass sie gegen die Rükgabe der Kaution weiter keine Einsprache erheben wolle, um so weniger, als der Art. 54 der Konzession noch immer nicht ausgehoben sei und somit die gesezlichen Befugnisse in Bezug auf die Verantwortlichkeit und Garantie für die vom Konzessionär eingegangenen Verbindlichkeiten der ^undesbehord.... .und nicht der Regierung ^ustehen.

Ju. Folge diesem Verhandlungen verfügten wir dann unterm 12. Februar 1860 .die Rükgabe von ^ der erwähnten Kaution.

^inie Bie.^enens.^d.t.

Hinsichtlich der .Linie Biel..Reuenstadt, deren Vollendung aus 1. Oktober 1860 wir gemäss dem Beschlusse des schweizerischen Nationalraths vom 27. Jannar 1860 zu überwachen hatten, verweisen wir auf den mit

Botschaft vom 10. Juli 1860 erstatteten Spezialbericht, aus welchem sieh

ergiebt, dass die Bahn zwar nicht auf den 1. Oktober, sondern erst auf 30. Rovember betriebsfähig erstellt war, dass aber diese Verzogerung in den mannigsaltigen Schwierigkeiten , mit welchen die Unternehmung zu

kämpfen hatte, einigermassen ihre Entschuldigung findet.^)

Mit der ^treke Biel-Reuenstadt ist nun die grosse Verbindungslinie ^wischen dem Osten und dem Westen der Schweiz vollständig hergestellt.

Welche Vortheile diese ununterbrochene Verbindung gewährt, mag aus dem Beispiele entnommen werden , dass die Streke von Genf nach .^t. Gallen und Romanshorn nunmehr bequem in 16 Stunden znritkge-

legt .wird, und die Kosten dieser Reise H. Klasse nur Fr. 27 a Fr. 33

betragen, während hie^u per Bost bei direkter ^ahrt mit Bennzung der Tag.. und ....achtkurse 40 Stunden erforderlich waren, wobei einzig für das Boftgeld Fr. 47 verausgabt werden mussten.

^) S. Bund.^bla.^ ^n 18.^0^ Band 1I^ Sei^e 592.

763 ...^^r^t^uen.

^chaznn^^^^ne......

Da mit 31. Dezember 1859 die ^lmtsdauerfast sämmtlicher Schwungskommissionen abgelaufen n.ar, so ^erliess.^das Departement^ des Jnnern im Februar 1860 ein Eirkular an alle ^schweizerischen Eisenbahndirektionen, in welchem denselben angezeigt wurde, dass diejenigen Schä^nngskommisfionen, deren Amtsdauer auf^Ende 1859 festgefezt worden, als aufgelost zu betrachten seien, und dass, f^lls die Erneuerung einzelner derselben als nothwendig erachtet werden sollte , hiefür die ^ Bezüglichen Besuche . beim .Bundesrathe angebracht werden müssten.

Jn F ol^e dieser Kundmachung waren wir dann im Falle, auf Ansuchen der betreffenden ^ Eisenbahndirektionen die Erneuerung folgender Schäzungskomunssionen anzuordnen : Amtsdauer bis Für die .^ordostbahn, Danton Zürich, .

.

. Ende 1865

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,, ,, Zentralbahn, ,,

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,, Thurgau, . .

,, Aargau, . .

,, .^el.^n^ft, .

,, ^asel-Stadt, ^ .

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. Beru,

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Vereinigte Schweizerbahnen : ^ Für die Linie Rorschach-Sargans, ..^.nton St. Gallen,

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,, Ragaz-Mühlehorn ^

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,,1865 ,,1865 ,, 1865 ,, 1861

Weesen-Rapperschw.^ll ^ Weesen^Glarus, ,,

^ Glarus,

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^1861

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^ ., 1861

,, .,, Streke Watlisellen-Rüti,^

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Zürich,

,,

Für die Franco^ui.^e Eisenbahn, ,, ,, Linie Freiburg-Lausanne,

,, ,,

Reuenburg, Freiburg,

,, 1865 ^, 1862

Westbahn : Lausanne^Villeneuve und ^ Ber^-Waadtländergränze ^ ^ür den^nra Industriel,

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....^ ......

^aadt, ^euenburg,

,, ,,

,, die Li^ie d'ltalie,

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Wallis,

,,

1861

.^^^^ 1^1 ^1862

1865

^eue ..^chazungskommiss^nen ^wurden bestellt :

.^) Für die Anschlusslinie. zwischen der^Weftbahn und der Li^ae d'ItaI.ie, Amtsdauer bis. Ende ^1865.

..^ Für die. badische .Eisenbahn .durch den. Danton Schafshausen, ...lmtsdauer bis Ende 1865.

.^e^sn^nn^en.

Jm Laufe des Jahres 1860 sind im Ganzen 25 E^priationssälle behandelt .worden.

764 Befand .l..e^ schweizerischen ^isen.^nen.

Laut der beiliegenden Uebersicht betrug die Gesammtl..nge der konzedirten Linien auf 3l. .Dezember 1860 Schweizerstunden 350^.^ Davon find : noch nicht in Angriff genommen ,, ^5^.....

im Bau begriffen . . . .

,, 44.^...

im betrieb . . . . . .

,, 220^ Die Betriebserossnung der schweizerischen Eisenbahnen erfolgte in nachstehendem Verhältnisse : Vor dem Jahre 1854 wurden dem Betriebe übergeben 5^ Schw. St.

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1854

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^in^nziel.-es nn.l.. ...^e^neille.^.

Durch Bundesbeschluss vom 26. Januar ..860 sind die Gesehäste

des Bauwesens, welche laut Art. 29, Lut. .^ des Bundesgesezes über die Organisation und den Geschäftsgang des Bundesrathes dem schweizerischen Vost.^ und Baudepartement zugetheilt waren, dem schweizerischen Departement des Jnnern übertragen worden. Die Uebergabe der Geschäfte fand am 10. Februar statt. Das Sekretariat sür diesen ....ldministrationszweig wurde provisorisch dem damaligen ersten Sekretär der Telegraphendirektion übertragen, welcher als solcher bereits seit 1858 einen Theil der Bausekretariatsgeschäste besorgt hatte. Rebstdem wurde auch die fernere Ver..

weudung des Telegrapheudirekt^rs, welchem hiesür im Besoldungsgeseze

vom 30. Heumouat 1858 eine Gehaltszulage von Fr. 400 dekretirt worden ist, vorbehalten. ^ür die Expeditionen und andere Büreauarbeiten wurde dem Bureau des Bauwesens ein Kopist, ebenfalls aus dem Personal der

Telegraphendirektion beigegebeu.

Diese Anordnungen, welche bei Ausstellung des Budget sür 1860 nieht vorgesehen werden konnten, hatten zur Folge, dass für die Besoldung des Sekretärs und des Kopisten ein Raehtragskredit von Fr. 2475 verlangt werden mnsste, welcher auch bewilligt wurde.

Ueber die Verwendung der Kredite im Allgemeinen gibt die beiliegende Zusammenstellung der Ausgaben für das Bauwesen im Jahre 1860 nähere Ausschlüsse, denen wir noch folgende besondere Bemerkungen beizufügen haben.

  1. Rubrik c. Verschiedene Ausgaben : ...^...t der Zusammenstellung der Ausgaben ergibt sich auf dieser Rubrik eine Minderausgabe von ^r. 7. 62. Wir werden jedoch , da nach-

Zur Seite 764.

.^nsan^nens^nn.^ der Ansga^en fnr das ^anwes^n tut Ja^r -t ^6^.

.^us^aben.

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Rachtragskredite.

Budget.

Total.

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400

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4,475

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-

82

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c. Verschiedene Ausgaben: Mobiliar u n d Bücher Expertisen :

Brünigstrasse

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.

Juxagewässerkoxxektion

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1,074 75

.

480 15 ^ 6,063 40 741

.

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Hochgebixgswaldungen und Wildbache Achereggbxüke .

.

.

Reusswehrbaute .

.

.

Eisenbahn Biel-Reuenstadt Eisenbahnen und Verschiedenes Bildnerisches Strassennez

.

.

^

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-

418 10 1,280 08 1,934 90

10,917 63

11,992 38

^. Beitrag an die Dosten der St. Bernhardstrasse e.

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,,

,,

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k. Kredit für die Juragewässexkorrektion

.

.

.

.

^. Exgan^ungsbauten in den Sizungssalen ,, i m Warmhaus .

.

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h. Beitrag an die Reusswehrbaute .

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.. Achereaabr.üke ..^.,..^.^^...^...

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Brunisse

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1,461 95 4,262 56 1,056 25

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19,400

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20,000

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12,000

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90,000

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24,250

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3,000 4,500 1,400 ---

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188,650 ^

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12,000 60,000 90,000 3,000 4,500 1,400 24,250 20,000 220,025

7. 62

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60,000 35,000

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1,538 05 237 44 343 75 4,850

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7^ täglich noch verschiedene Er^pertenrechnungen eingegangen smd, welehe auf die Rechnung pro 1860 hätten genommen werden sollen, in den Fall kommen, pro 1861 einen ziemlich geblichen .^achtxagskredit ^ für dief.^ Rubrik verlangen zu müssen.

^ ^ d. Beitrag an die kosten der St. . Bernhardstrasse.

dieser Kredit wird, da das Projekt einer Strasse über den St. Bernhard aufgegeben ist, künftig aus dem .Budget des Bauwesens wegfallen.

e. Brünigstrasse.

Ueber diesen Kredit ist bereits das Rothige gesagt worden.

.k. Juragewässerkorrektion.

^ .Laut d..m leztjährigen Geschäftsberichte betrug der aus das Jahr 1860 übertragene Kredit Fr. 23,792. 38. Wir fanden jedoch ^wekmassiger, statt diese Uebertragung fortzusein, alljährlich eine bestimmte, dem voraussichtlichen Bedürfniss entsprechende Summe zu bestimmen. Es wurde daher für das Jahr 1860 ein ^aehtragskredit von Fr. 3000 ver-

langt, welcher bewilligt wurde.

^. Für Ergänzungsbauten im Bundesrathhause und an dem zur Ueberwinterung der pflanzen erbauten Warmhause sind zwei .Nachtragskredite bewilligt worden, nämlieh Fr. 4500 .für bauliche Änderungen in den ...^izungssälen und Fx. 1400 für Verbesserungsarbeiten am Warmhaus ; es ergab sich jedoch auf diesen beiden Krediten eine Minderausgab.^ von Fr. 581. 1..).

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Ueber die Verwendung der Kredite für die Reusswehrbaute in Luzern und die Aehereggbrüke geben die betreffenden Artikel nähern Aufschluss.

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Wir sind im leztjährigen Bericht über die Organisation der Statistik,

wie ste^fieh im Jahr 1859 entwikelte und unterm 20.^21. Jänner 1860 mit der Kreirung eines statistisehen Büreau ihren .^lbschluss fand, näher eingetreten, und dürfen daher unterlassen, hier nochmals speziell auf diesen Gegenstand zurükzukommen. Gleichzeitig mit Ausarbeitung der Botschaft über die Errichtung eines statistisehen Büreau musste ein ^ Gesezentwurf vorbereitet werden über Vornahme einer neuen Volkszählung , weil seit der legten eidgenossischen Volkszählung (März 1850^ zehn Jahre verflossen waren, und nach dem vom ersten statistischen Kongresse in Brüssel gefassten Beschlusse die .Volkszählungen je von zehn zu zehn Jahren, jeweilen im Monat Dezember, stattfinden sollen.

Der Ständerath hatte schon m der Diskussion über die Kreirung

eines statistischen Büreau aus die Wichtigkeit einer neuen .Volkszählung im .Allgemeine.. und sur das neu errichtete Büreau im Besondern aufBund^b....^.

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62

..^ks^.n. ^n^, und dal^r den ^nd.^ath eing^den, noch im L...uf.^ ^r ...^.intersesston d^er ^u^espe^.^m^n^ eine V^la.^ übe... .^^...nahm^ ^n^ ^en^^ens.^^u^inte^in^n. Unt^m 2^. J.^utar 1860 wurd.^ ein diesmaliger Bericht nebst Gesezentwurf ^vor^l.^ .....). , ^aeh welehe^ i^ Dezember des Berichtsjahres und später je naeh zehnjährigen Berioden eme eidgenossische^ Volkszählung stattfinden sollte., und unterm 3. ^ebruar wurden ^die^ bundesräthl.chen Vorschläge von der ^ Bundesversammlung w^klich. zum ^es^e erhoben ^.

Da bei der ^reirung des statistischen Büreau die eigentliche .^.xg...nisation dem Bund^ath übertragen wurde, so schritt derselbe den .). Fe-

bruar 1860 zur Ausschreibung der Stelle eines D.i^kto..^ des .statistischen ..^ea^, un^ unterm 27. Apxil gl. ^.. ^ux.^e h^ü erwählt .^err G.

^.^g.t ^on Erlaeh^ damals ^ezirksprokur..^^ m Bern^ w.e^e.: un.^er^n 1. Juni darauf seine Stelle an^t.^ Mit ^ei^sehreiben ^om 8. Jum darauf wurde den ^antonsregierungen die .^nstituixung des statistischen Büxeau angezeigt , und damit das .Ansuchen verbunden , demselben eme kantonale .^lmtsstelle als statistische ^er^ttlungs^ehorde .^ be^i..hne.n; alle. Antone entsprachen diesem Ansuchen, ein^ O.bwaiden ...u^enomm^, welche in seiner Erwiderung den Wunsch ..iusdxükte , es. mo^t^ zu dem angegebenen Zweke ein... Briva.^

persan belehnet werden. Es k^nn.t^ di^m .^unsche d.essh.^lb nicht ....t..

^o^.en w.erd^n, weil ma.n ^rad... ...inex amtlich. en Vermittlung, deren Autorität vom statistischen Bureau in Anspruch genommen werden kannte, be^ur^; praktische Rachtheile. hat jene p.on. Obwalden eingenommene Sonderstellung nicht nach sich ^e^en., mde^ da^ stat^ft^f^ Bureau ohu^ Hindernisse mit l^er dortigen Standeskanzlei verkehrt.

Das Bürea...personal bestand vorläufig aus drei Bersouen, dem Direktor, einem Angestellten, welcher schon in den ^ei vorangegangenen Jahren auf dem Departement des Jnn^ de^. statistischen Arbeiten oblag, und einem Kopisten. Während der Volkszählungsarbeit musste das personal ^orü^er^ehend vermehrt werden.

Die ^nächstlie^ende Arbeit Bildeten di... Vorarbeiten für die Vol^.

z..h^ung., und ^wax vorerst eine Begut^chtung^ de.: Eingaben de.: Reg^ rungen von Lu^ern^ und St. ^all^n^,^ weI^.he eine Dispensation von oem 1^0er Zensus .^vünsehten, indem ^beiden Kantonen schon im Januar 1.860 kantonale ^Votks^hlungen vorgenommen woxden waren. Der Bundesrath be.^ntra^e., in da^s Beehren de^ genannten ^t.^nde nicht einzutreten, und di^ B.^despersammlung ^erhob mit Sehlussnahme vo^ 20.. Juli (amtliche Samml. V^I , S. 5^.^) diesen Antrag zum Beschluß. Dagegen wurde einer Eingabe der Kantone Basel ^t.^dt und St. Gallen Rechnung ge^^ S. B^nde^blat.. v. ^. 1^0, Band I, Seite 2.^.

^^, S. an^t^e Sam^l^ng, .^d. VI. Seite 4o2.

767 trageu. und die auf den 24.

10. Dezember verlegt.

Dezember angesezte Zahlung auf den

Der Zählung wurd.^ diejenige Methode zu Grunde gelegt , wie sie seit dem ersten statistischen ..^ongress in Brüssel fast in allen vorgestrigenen Staaten Europi angewendet worden ist. .^n dem bis dahin in der Schweiz üblichen Verfahren. unterscheidet sich dieselbe wesentlich darin, dass^ 1) sämmtliche Jnskriptionen sich auf den einen und nämlichen Ta^ beziehen; 2) die Aufnahme der Zahlung ...n diesem gleichen Tage stattfindet , ^ und ..^ die^ Verzeichnung durch die Haushaltungsvorstände selbst auf besonderen, je für eine Haushaltung bestimmten Formularien (Haushaltungszetteln) geschieht.

Die Vorzüge dieses Verfahrens por dem früher üblichen haben wir der h. Bundesversammlung bereits in dem in .^r. 7 des Bundesblattes vom 18. Februar 1860 (Band l, ^eite 293 des Jahrgangs 1860) .eingerükten Berieht in .^ürze aus einander gefezt:. wiederholt und einlässlieh geschah es in einer vom Bundes...ath unterm 21. September erlassenen Antwort auf verschiedene .^on leiten der Regierung von St. Gallen vorgebrachte Bedenken gegen die neue ^..hlungsmethode, welche Antwort durch Zirkular des statistischen Bureau vom 27. September sämmtlichen .^antonalen Vermittlungsbehorden zur Kenntnis^ gebracht wurde.

Ein Sehreiben der Standeskomnnsfion von Gl^rus vom 9. Rov. 1860, welche in ihrem .^a.nton das Austheilen der ^ormularien an die Hanshaltungsvorstände ^än^lich zu unterlassen wünschte, wurde in ablehnendem Sinne beantwortet (14. Rovember) und überhaupt grunds..zlieh darauf gehalten, dass das vorgeschriebene Verfahren überall und gleiehmässig be.^ folgt und so ein massgebendes Urtheil über dessen Werth gewonnen werde.

Auf das Formular für die Haushaltungsvo.rstände folgten die Vollziehung.^verordnung des Bundesrathes vom 31. Oktober ^amtliche S..mmlung Band VI, Seite 613 ff.), und die der Kompetenz des Departements überlassenden ferneren ^ormnlarien und Instruktionen^. Das Formular für

die Zählungsbeamten , . zun.aehst zur Abschrift der Haushaltungszettel be-

stimmt, war in der Weise eingerichtet, dass zwar die .Additionen auf j.^der Blattseite gezogen, aber, damit ein fehler sieh nicht fortpflanze, nicht auf die folgende ^eite übertragen wurden ; erst in den ,, Gemeiudezusammenzügen^ wurden die Summationen ausgesezt. Eine Erweiterung über di^ Anfangs gestekten Gränzen erhielt dieses Formular dadurch, dass auf d.^ speziellen Wunsch des Militärdepartements vier Rubriken betreffend die Anzahl der vorhandenen Gewehre aufgenommen wurden ; der Erfolg dürfte indess gerade in Begehung auf diese Rubrik kaum ein sehr befriedigender fein. Jn der ,, Jnstruktion fi^r die Zählun^sbeamten , ^ welche das De-

^) S. Bunde^latt v. J. ^0, Band III, Seite ^.^.^.

768 partement am 8. Rovember erliess , nmsste eine Begriffsbestimmung des Wortes ..Räumlichkeiten^ (aus dem Formular für die Hanshaltungsporstände war nämlich die ,,Anzahl der bewohnten Räumlichkeiten^ anzugeben) nachgeholt werden. Es hat dieser Ausdruk eine grosse Menge von Zweifeln und Bedenken hervorgerufen , und es ist der in der genannten Jnstruktion angebrachten Definition nicht gelungen, alle diese Bedenken zu heben, so dass die in dieser Beziehung eingelangten Angaben, weil sie nicht allseit^ auf den nämlichen Begriff bezogen wurden, kaum als vollkommen genau angesehen werden dürfen. Bemerkenswerth ist , dass das bei der legten ^ählung befolgte Verfahren, wenn es aueh noch zu wünschen übrig lässt, doch eben so .ven.g als ein nur theoretisch richtiges verurtheilt werden dars. es bleibt immerhin Thatsaehe, dass gerade in diesen beiden Punkten , bei welchen wesentlich die ^ählungsbeamten betheiligt waren, und die Thatigkeit der Haushaltungsvorstände in den Hintergrund trat, die Resultate weniger zuverlässig sind, als da, wo die Haushaltungs^ettel die Grundlage der .Ausnahme gebildet haben.

Eine eigenthümliehe Schwierigkeit bei jeder schweizerischen Volkszählung besteht in der Verschiedenheit der Sprachen ; namentlich für Graubünden, wo neben der deutschen und italienischen noeh die romanische Sprache herrseht, welch^ ledere sieh wieder in mehrere stark verschiedene Mundarten .abzweigt, wo die einzelnen Sprachgebiet^ äußerst par^ellirt sind, und überdiess bei den Ortschaften romanischer ^unge daraus Rükstcht zu nehmen ist, dass neben der romanischen Sprache den einen die deutsche , den andern die italienische Sprache näher liegt , was die richtige Vertheilung der Formularien außerordentlich ersehwert. Rur ^er Haushaltungszettel wurde in die romanische Sprache überseht. bei den übrigen .^ormularien so wie bei der Vollziehungsverordnung und der Jnstruktion unterblieb es, weil bei den Zählungsbeamten vorausgeht werden dars, dass sie entweder des Jtalienisehen oder des Deutschen mächtig seien.

Je näher der Termin der Volkszählung heranrükte , um so mehr hausten sich die Arbeiten des Büreau. Wie es zu gehen pflegt, langten .oie meisten Anfragen und Verlangen meist erst in der ersten Stunde ein, und während man im Ansang die Versendungen dnreh die Eisenbahn besorgte , musste man sich bal.^ ausseh liess lieh der Vost bedienen , um der

moglichsten Schnelligkeit und Sicherheit des Transportes gewiss zu sein.

Das statistische Büreau war bemüht, durch ostere Zirkulare an die .^antonalbehorden .Anweisungen über den Mechanismus der Zählung und Entseheidungen über ausgetauchte Bedenken ^u ertheilen. Durch ein im spegellen Auftrag des Departements des Jnnern unterm 23. Rovember an die Kantone gerichtetes Kreissehreiben wurde überdies^ Berieht eingezogen über den ^tand der Vorbereitnngsarbeiten in den Kantone^ , und die Antworten sielen befriedigend aus. Ueb..rhaupt kann im .Allgemeinen die

Volkszählung des Jahres 1860 als eine gelungene Operation bezeichnet

werden, deren Werth um so hoher anzuschlagen ist, je sorgfältiger bei den

769 im Jahr 1861 auszuführenden Kontrolirungsarbeiten des statistischen Büreau verfahren wird. Bei diesen leztern wird in erster Linie der nächste p r a k t i s c h e Zwek einer Volkszählung, nämlich ihr Einflns.. auf die politische Repräsentation im ....ationalxathe , ins Auge gefasst. Die bei der Zählung ermittelte Gesammtzahl der Bevölkerung umfasst ^wei Kategorien, welche in einem Gegensa^e stehen: sowol die v o r ü b e r g e h e n d Abw e s e n d e n , welche, weil sie immerhin einen Bestandtheil der re.chtl i e h e n Bevölkerung bilden, ebenfalls gezählt werden mussten, .als aneh die D u r c h r e i s e n d e n , welche nur ^ur tatsächlichen Bepolkerung gehören. So sicher es ist, dass zu .allen statistischen Zusammenstellungen und Berechnungen die thatsächliche Bevölkerung die Grundlage bildet, also die vorübergehend .Abwesenden abgezogen, die Durchreisenden dagegen eingerechnet werden müssen , so wenig seheint es gerechtfertigt , dasselbe Verfahren bei Bestimmung des politischen Repräseutationsverhältnisses einzuschlagen; denn man würde dabei .eine Anzahl von solchen , welche das aktive Wahlrecht besten und ausüben, bei Berechnung der Seelenzahl , auf welche laut der Bundesverfassung ein Mitglied des Nationalrathes kommt, gar nieht in Ausaz bringen. Bei Bearbeitung der Volkszählung werden daher Euerseits d.e Eintragungen im Einzelnen nachgesehen und, wenn nothig, berichtigt oder vervollständigt ; andererseits werden die Durchreisenden, und zwar unter Unterscheidnug der Schweizer und Ausländer , nicht nur an der Gesammtzahl, sondern auch durch sämmtliche Rubriken des Formulars (Alter und Berus ausgeuommen^ hindurch in Abzug gebracht. Auf diese

Weise wird zunächst diejenige Volkszahl ermittelt , welche bei der bevor-

stehenden Revision des .^idgeuossischen Wahlges.^es als maßgebend für die Verkeilung der Repräsentanten aus die Kantone und für die Eintheilung der Wahlkreise angenommen werden muss . um nicht minder auch den Anfoxderungeu der wissenschaftlichen Statistik zu genügen , n..ird eine ebenso durch alle Rubriken durchgeführte Ausscheidung der ,, vorübergehend Abwesenden^ vorgenommen und hiermit namentlieh auch eiue Zusammenstellung der iu der Rubrik ,, Geburtsjahr ^ euthaltenen Altersangaben verbunden werden. Der Werth einer solchen Alters^Zusammenstelluug besteht hauptsächlich in der Benuzung ^derselben ^ur Gewiunung einer schweizerischen Mortalitätstafel , so wie auch in der genauen Ermittlung der im militarpflichtigen Alter stehenden Versonen.

Das Vapier für die Formularien bezog das Büreau direkt ans der Fabrike B. Ziegler in Kriegstetten und derjenigen an der Sihl bei Zürich.

Der Bedarf an Vapier war 811 Ries 11^.... Buch, welche eine Gesammtausübe von Fr. 14,466. .)0 erforderten. J... ^an^en belaufen sieh für den Bund die Kosten der Volkszähluug auf Fr. 21,832. 48.

Die Volkszählung von 1.^50 hat die Eidgenossenschaft Fr. 16,563. 33 gekostet.

^ie Volkszählungsarbeiten nahmen das Büreau so vorwiegend in Anspruch, dass neben denselben von anderen Unternehmungen nur in be-

770 schrankterem Massstab die Rede sein konnte. ^n den Vordergrund trat .hier die zu Ende des Jahres 1858 begonnene S t a t i s t i k der V e r e i n e , ^t deren Vervollständigung das Departement im März 18^ neuerdings ein Kreissehreiben an die Kantone erliess. Diese Mahnung hatte erwünschten .Erfolg und bewirkte, dass bis zum Ende des Jahres im Ganzen Eingaben ^von nahezu 4000 Vereinen vorhanden waren. Für drei Kantone (BaselStadt , Schaffhausen und Gens) sind die Ergebnisse dieser Erhebung in .besonderen Verossentlichungen erschienen ^) . nur aus zwei Kantonen (Ap-

p.mzell J. Rh. und Wallis) ist kein^ einzige Eingabe eingelangt. Das

Material dieser Vereinsstatistik lag beim Amtsantritt des Direktors des statistischen Bureau sehr umfangreich vor, musste aber por allem aus geordnet werden. Diese Statistik der Vereine trägt die gleichen Mängel ^n sich wie j e d e statistische Erhebung, die e i n z i g aus das bereitwillige Entgegenkommen des Bnblikums berechnet ist ; sie bietet nicht etwas Vollständiges für alle Kantone dar, .md ihre Angaben sind, weil keiner Kontroie unterworfen , nicht vollkommen zuverlässig. Einer Veröffentlichung dieser Vereinsstatistik wird eine nochmalige genaue Brüfung des Materials .und eine Zusammenstellung desselben nach anderen, als den ini Formular angenommenen Kategorien, so mie eine bestimmtere Ausscheidung mancher Arten von Gesellschaften, namentlich derjenigen, die bloss privatreehtlichen Eharakter haben, vorausgehen müssen ; eben so wenig dars man sieh lediglich mit den vorhandenen Eingaben begnügen, sondern muss auch sonstige Materialien, aus dene^ dieselben ergänzt oder berichtigt werden Tonnen, namentlich amtliche Aufnahmen in den einzeln^ Kantone. heranziehen und benuzen. Was die s c h w e i z e r i s c h e n V e r e i n e im A u s l a n d ..nbelangt, so war das Departement dnreh die von ihnen eingelaufenen Be^ richte in den Stand gesezt, der Bundesversammlung in ihrer ordentlichen Sizung eine Uebersicht über Einnahmen und Aufgaben und Wirksamkeit von 41 solcher G^sells..hasten vorlegen zu können, was hanptsäehlieh da^u beitrug, den Kredit ...on ^r. 8l)l)l) ^u Unterstüzung der wichtigsten dieser Vereine auszuwirken.

Ein Zweig der Statistik, der mit den Volkszählungen in nächster Beziehung steht, nämlich die Sammlung der Angaben über die B e w e ^ g u n g der B e v ö l k e r u n g ^Gebnrten, Heirathen, Todesfälle, wo mogli^h aueh Ein- und Auswanderung) ist seit dem Jahre 1854 ni.l^ mehr gepflegt worden. Die lezte im 4. Ba..d der vom eidg. Departement

^) Die fxelwilligen vereine de^ ^anton^ B a s e l ^ S t a d ^ im ^.ahr 18^9 zu^ sammenge^ll^ a.^ den in ^olge der Aufforderung des s.hweizerlschen Departement des ^nnern eingegangenen Beitragen und ^roffen^icht m^ ^.r..

mä.htigung des .^. kleinen .^alhes. Basel ^ Bahnmaiers Buchhandlung (.^.

Detlo^f) 1859. 8^. Bericht des Referenten der Polizei über dle im Danton Schaffhausen bestehenden Vereine. .^on J. C. Stamm . .^. .^alh. Schaff^ hausen^ gedrukt bei ^urbach und Gelzer 1859. 8^. ^o^ie^ genevoise d^u^ ^ili.^ publique, ^uIle^in ^r. 10 (^e volume^ III. ^nnée^ ^^ne t^unes^e ^^^ .^^^^^^.^ ^^.^^^^^^) Geueve, i^ri^erie .lule^ G. ^iel^, 18.^0. 8^.

^ ^es J..nexn ..^rau^e^i.......^ ,, B^t...a^e zur Statistik der fchwe^f^ Eidgenossenschaft^ publizirte ^erficht b^ht sieh nur ..uf di... Jahre 1.^1 ...^ und mit 1..^, it^d da.^ ftätist^e B^reetu be^ht^ ^^iese. U^ f.ch^n fortzuführen u.td ..tus .^rossere Gl^ehm^ssigkeit m der ^fn.^hme ^der dahe^en Angaben hinwirken. ^itt^l.^ Antone, für welche seit 1.^5 keine ^edruktel. B^riehl.e üb.^ .^ Bewegü.^ vorlägt, wurden eingeladen, dieselben einzuliefern , .^der , w.^nn ül.^rha.tp.. keine Zusam..tenstell.tngen vorlagen , dieselben nachtraglich zu Stande ^ bringen ; an andere wurden Anfragen über ein^eln.^ V.^nkte,^ ^ wi.^ Ansuchen um V^ollfti.ndi^un^ der veröffentlichten Berichte gerichtet. Fast überall fanden diese Anfragen und Anforderungen geneigte Aufnahme, so das.. bis zum Jahresschluß die Zusammenstellungen, mogl.iehst nach gleichförmigem System eingerichtet, ...us 13 Kantonen beendigt waren.^ Man^ Begnügte sich bei diesen Zusammenstellungen mit der ...ln^ahl der geschlossenen Ehen , der ehelich und unehelich, der lebend und todt, der männlichen und weiblichen Gebornen, so wie der männlichen und weiblichen gestorbenen . ultter Ausscheidung der Zahlen na.h Be.^ir.^en und unter .Hervorhebung der auf .^ie Bevolkerung der S t ä d t e be^ügliehen Angaben. Weiter zu gehen und aueh noch die an^ ein^eln^en ^eint^nen vorliegenden tabe^iseheii A^ten uber .^esonde.^e Details, wi^ z. B. ...^r di.^ m.^n.ttliehe ^ebürts- uüd^ Sterbe-

ordnuug, über da.^ .^llt^ und die ..^od^s^sachen der G^st^benen u. dgl.

mit in den Bereich dieser Zusämmenste^un^eü zu ziehen , ers.^ien einstweilen um so weniger gerathen, als schon jener, niii. .^ie. einfachsten Verhäl.tnisse beri.kstehtigender Ania^e.^la^ nicht eine ^l.^iehmassi^ Dürchsühxung in Bezug auf alle Kantone gestattet und ..^ll.^ds darüber hiltau^ehende Erhebungen nur ^oxadiseh da ünd^dort (und auch dann noeh, ^le z. B.

der Benennung ün^ Classification de^ ^^de.^uxs..chen, keineswegs in übereinstimmender Weis..) a.^etrossen ^erde.^, .^o ste dnreh ein hoch ausgebildete^ Jnt^resse ^n der Statistik ins ^eu geruf^.^ worden sind. Einzig i^n Bezug aus Reüe.tbnrg konnte da^ stätistisehe Büteau der ^suchung nieht widerstehen , das ganz besonders interessante Me.teti^l , welches aus diesem Kanton theils im Druk vorhanden ....ar, theile von der neuenbur-

gisehen Dire^ti.^n des Jnnern ntit gr.^sst^r Bereitwilligkeit eingeliefert wurde,

zu weiter führenden B^ehnungen ausbeuten. Die ^keuergesezgebun^ dieses Kautous hat daselbst die treffliche Einrichtung jährlicher VolksZahlungen ins ....^eben. gerufen, welche eine. f.^ genaue Buchführung über die Bewegung der .^evo..kerung ,. namentlich über den Betrag der Einund Auswanderung erlaubt, wie si^ in kemem andern Lande der Welt besteht. Es ist ^ hoffe.. , dass auch in denjenigen Kantonen , wo bisdahin die Erhebungen über Ehen, Geburten und Sterbefälle unvollständig w^ren o.^ex an Fehlern litten, welche sie statistisch wexthlos machen (dahin gehort namentlich das Mitzählen. de... auf auswärts wohnende Gew.eindsbürger bezüglichen Zivilstandsangabe^) ,^ die Wichtigkeit dieser Arbeiten, namentlich ihre Bedeutung für die Verbesserung des Gesundheitszustandes der Bevölkerung , mehr und mehr gewürdigt werden ^

772 ebenso darf man wol erwarten , dass die Bemühungen , um die noch in hohem Grade bestehende Ungleichheit in den Grundsäzen ..md im Umfang der Aufzeichnungen über die Bevölkerungsbewegung zu beseitigen und den Aufnahmen ein für die ganze Schweiz gleichmässiges Schema zu Grunde zu legen, bei allen Kantonen geneigte Handbietung finden werden.

Die Arbeiten über Bevölkerungsbewegung sollen, sobald die Revision der.

Volkszählung einige Zeit übrig lässt, fortgesezt werden.

Von andern Geschäften , welche während des Berichtsjahres dem statistischen Bureau oblagen, erwähnen wir folgende : 1) Sammlung von Rotizen über Produktion und Verbrauch der Gerberrinde zum Zweke der Beantwortung einer von der franzöfischen Gesandtschaft gestellten Anfrage an den Bundesrath. Mit Ausnahme e i n e s Kantons haben alle Kantone die daherige Anfrage beantwortet.

2) Sammlung der in der Schweiz bestehenden Geseze über Verkauf von Gas und Mittheilung derselben an die grossbritannische Gesandtschaft.

3) Sammlung von Angaben über die Fabriken der Schweiz, znr Beantwortung einer von der grossbritannischen Gesandtschaft Bestellten Anfrage an den Bundesrath. .Antworten auf die über diesen Punkt gestellte Anfrage waren bis Ende des Jahres eingelangt aus 12 Kantonen.

4) Einleitende Schritte, um eine die ganze Schweiz umfassende Organisation der meteorologischen Beobachtungen zu erzielen. Herr Brofefsor Mousson in Zürich hatte, gleichzeitig mit Herrn Professor .^opp in Reuenburg, diesen Gedanken angeregt. und ein in Folge dessen von Seiten des statistischen Bureau an das Präsidium der schweizerischen natursorschenden Gesellschaft gerichtetes Schreiben hatte den Erfolg, dass diese bei ihrer Versammlung in Lugano am 11. September eine eigene .kommission, bestehend aus den beiden genannten Herren, so wie aus Herrn Prosessor Wild in Bern, ernannte und dieser den Austrag ertheilte, ein Projekt über Errichtnng gleicharmiger meteorologischer Beobachtungen auszuarbeiten.

5) Das eidgenossische topographische Bürean in Gens wurde um Mittheilung von, dem dermaligen ...^..tand der Vermessungen entsprechenden Angaben über den Flächeninhalt der Schweiz angegangen, im Verlauf der .Korrespondenz erzeigte es sich, dass, um möglichste Genauigkeit in dieser Hinficht zu erlangen, eine theilweise Raehmessung mit dem Plauimeter erforderlich sei, welche Arbeit einer der Angestellten des eidgenossischen topographischen Büreau, Herr Jngenieur Kündig in Genf, übernahm und in vollkommen befriedigender Weise ausführte.

773 Der v i e r t e internationale statistische .^ongress wurde im Bexichtsjahr in London abgehalten. Jn Einhaltung des schon bei den frühern statistischen Kongressen befolgten Verfahrens beschloß der Bundesx..th schon am 13. Februar, die Schweiz auch an dem diessiährigen Kongxess durch eine Abordnung vertreten zu lassen. Als Abgeordnete wurden sodann am 13. Juni gewählt: Der Direktor des statistischen Bureau, Herr G. Vogt und Herr G. F. Kolb in Zürich , welcher sich durch seine anerkannt tüchtigen Leistungen im Fache der Statistik überhaupt und speziell über die Schweiz einen Ramen erworben hat. Ueber die VerHandlungen des in London versammelten Kongresses in Einzelheiten einzutreten, würde die Schranken unserer Berichterstattung überschreiten,^ und wir müssen in dieser Beziehung auf den seither im Druk erschienenen amtlichen Rapport perweisen. .Abgesehen pon dem Austausch und der gegenseitigen Aufklarung der Ansichten in Beziehung auf die Zweke, Gegenstände und Hilfsmittel statistischer Erhebungen besteht ein wesentlicher Ruzen solcher Kongresse darin, dass die B ersonen , welchen in den einzelnen .Ländern die .Leitung der offiziellen Statistik übertragen ist , in nähere Berührung kommen, und so pon Staat zu Staat gleichsam eine Kette gebildet wird, deren Glieder durch Gemeinsamkeit der Bestrebungen und durch persönliche Bekanntschaft unter einander verbunden sind. Schon für die Statistik eines einzelnen Landes ist der Mangel an Gleichförmig-

keit in den Erhebungen das grösste Hinderniss, welches der Ableitung

allgemeiner Resultate entgegensteht, weit empfindlicher ist dieser Mangel bei der pergleichenden Statistik, obwol gerade diese die praktisch werth-

vollsten Ergebnisse und Gesichtspunkte liesern sollte. War es bis iezt

wesentlich die Aufgabe der statistischen Kongresse, die Voraussezungen einer solchen Vergleiehung durch Vereinbarung über die Grundsä.^e statistischer Aufnahmen in den verschiedenen Zweigen zu sichern, so sind am Kongreß in London nicht nur diese .Arbeiten fortgeführt, sondern es ist aueh, auf Veranlassung des verdienstvollen Präsidenten der belgischen Zentralkommission für Statistik, Hrn. ....^uetelet, der Grundstein ^u einer vergleichenden Darstellung der bis jezt wirklieh gewonnenen allgemeinen Resultate gelegt und seither ein Vrogramm für die unter Leitung der belgischen Statistiker auszuarbeitende internationale Statistik ausgegeben worden, zu welcher aueh die Schweiz ihre Beiträge liesern wird. Die Gesammtkosten der schweizerischen Abgeordneten nach London blieben um Fr. 655. 47 hinter dem budgetirten Ansaz zurük, nnd beliefen sich auf

Fr. 1744. 53.

Ziemlid.. beträchtlich waren die Ausgaben. welche die Vervollständi-

gung der Bibliothek des statistischen Büreau verursachte. Die Statistik

greift in so viele Zweige der politischen und historischen Wissensehasten ein, und steht namentlich mit der Nationalökonomie in so engem Zusammenhang, dass es sur ein statistisches Bureau eine unerläßliche Be-

dingung des Gedeihens ist, die wissensehastliehen Hilfsmittel in einer ge-

774 wissen Breite und Vielseitigkeit zu ^estzen. .^....ht minder nothwe.^ig ist es, dass der Vorsteher eines statistischen Bureau in der Lage fei, von den Leistungen anderer Staaten in ihren ^..^einheiten .^enntniss zu neh^ men. Di.. darüber erseheinenden amtlichen Publikationen dienen theils zum

steten Andorn für die eigene .....h^tigkeit, theils al^ .Anleitung für die Ausführung. in positivem wie in negativem Sinne. Sowol in Be^ ..n.f die wissens^ftli^e Literatur, al^ hinstehtli.^ dieser amtlichen Veri..ssentl.iehu.^en auswärtiger Staaten zeigte der Bü.^ervorrath der ^entr..^ Bibliothek bedeutende Luken und Blassen, welche nach Kräften ausgefüllt wurden, ^..obei die bei Gelegenheit des .Kongresses in London angeknüpft ten Verbindungen dem Bureau besonders ^u Statten kalnen. Ebenso wa...

man bemüht, aus den Antonen von vornherein eine moglichst ...ollständige Sammlung alter derjenigen Druksachen anzulegen , welche bei der Anhandnahme des einen oder anderen ^weige... der s..hweizerisehen Statistik d.ts Bureau ...inzuverla^gen in den ^...ll kommen mochte. Das dahe^ige Zirkular de^ statistii..hen Bureau vom 1. September fa..d indessen sehr verschiedenartige Ausnahme. Während es ^ie einen ^ant.^ne stch angelegen sein lasse.., alles, was irgendwie von statistischem Jnteresfe s^in kann,

mitzutheiien. hält es gegenüber anderen schwer, nur die regelmässige Ein.^

sendung der wichtigsten Druksch.^iften, z. ^. der .^erwaltungsberiehte, zlt erlangen. Jndessen sind hier. so wenig, wie in den übrigen Gebieten, mit denen sieh bis j^t das ..^üreau zu befassen hatte, die Anfänge so, dass ste irgend Veranlagung gäben, an einer Ueberwindung dessen, was jezt noch mangelhaft oder schwierig laust, zu verzweifeln.

Eine unangenehme Eroberung mit dem Gemeinderath v o n Bern wurde hervorgerufen durch die Frage, wie die sür das statistische ..^üreau nothigen L o k a l i t ä t e n zu beschafsen seien. Der Bundesrath hatte in einem Schreiben an den ..^emeinderath vom 2.). Juni die Absicht ans^.

gesprochen, dem statistischen Bureau das sogenannte Bibliothek^immer ein^uräumen und neben .^e.nselben ^in .^tük vom Gang abzusehneiden zur Herstellung eines ^immers für den Vorsteher des Bureau; es geschah diess unter Hervorhebung des Umstandes, dass nach Art^ 4 des Ueber-

gabeaktes, betreffend das Bundesrathhaus, vom 11,^13. Mai 1857 (^.

folge welchem ,, bauliche fender u n gen, welehe der Bundesrath im Jnteresse des Geschäftsverkehrs nothwendig erachtet^, aus Re.hnung d.^s Bundes, ^mit Berathung des Gemeinderathes und unter Leitung seiner Baubeamten^, ^,nothwendige Erweiterungen oder Vermehrungen der Räumlichkeiten im Jnnern des Gebäudes^ dagegen auf Rechnung der Gemeinde Bern auszuführen sind) die Dosten der Herstellung dieses neuen Zimmers der Gemeinde ..uf^llen müssen. Erst am 6. August erliess der Ge^leiltderalh eine Beantwortung dieses ^chr^ibens, in welcher er, oh.^ auf ein^ ^vorternng des vom Bundesrath vorgeschlagenen Bauprojekte.^ einzugehen, unter Ansührung nichtiger Gründe bestritt, dass für d..s statistische Bureau die Herstellul.g eines nenen Zimme.^ überhaupt noth-

775 wendig sei, oder dass der Gemeinde eine Verpflichtung, die kosten der Herstellung ^u tragen. aussalle. Der Bundesrath hielt in seiner Antwort vom 10. August seinen anfänglichen Standpunkt fest und lud deu Gemeinderath ein, dafür zu sorgen, dass die für das statistische Bureau nothwendigen Räumlichkeiten beschafft werden, widrigenfalls der Bundesrath von sich aus das Erforderliche anordnen werde, unter Vorbehalt der Rüksorderung der Dosten. Jndessen zeigte sieh auch jezt noch der ^emeinderath nicht geneigt, Hand ^u bieten; er beharrte bei feinen früheren Behauptungen und beftritt überdiess, gestüzt auf das Gutachten von Sachverständigen, die Ausführbarkeit des vom Bundesrath empfohlenen Bauprojettes. Mit dieser Erwiderung des Gemeinderathes blieben vorläufig die Akten geschlossen; die Einwendungen, welche in technischer Beziehung gegen das ..Projekt erhoben wurden. scheinen begründet zu sein, und ein weiteres Ausspinnen der uner.^uklichen Korrespondenz durste daher um so eher unterbleiben, als ein anderes, dem Bedürfnisse entsprechendes Vrojekt nicht vorlag. Unterdessen dauerte das Missverhältniss fort, dass die Angestellten des statistischen Bureau das nämliche Zimmer benu^en mussten, welches schon von der Zentralbibliothek beseht war; der Bundesrath besehloss daher am 29. August, dem statistischen Bureau den sogenannten Konferenzsaal neben dem Vorzimmer des Ständerathssaales auf s^ lange einzuräumen, bis ihm das bisherige Bibl^othekzimmer wieder zur ausschliessli..hen Benu^ung angewiesen werden könne. Zugleich war aus diese W^.ise Gelegenheit gegeben. dem Direktor des statistischen .Bureau wenigstens für die Zeit, während deren weder die Bundesversammlung, uoeh kommissionen des Ständerathes versammelt sind, das eine Vorzimmer des Ständerath^saale.^ al^ Arbeitslokal ^u überlassen.

Was die Veroffentliehungen des statistischen Bureau anbetrifft, sür welche eiue Menge theils gan^, thel^ bald vollendetes Manuseript vorliegt, so glaubte. man, damit noch im Jahr 1860 beginnen zu können; allein die Verhandlungen, welche vorausgehen mussten, nahmen mehr ^eit in Anspruch, als man geglaubt hatte, und in den lezten Monaten des

Jahres mussten die Kräfte de.^ Bür^u so vollständig auf die Volks-

zählung konzentrirt werden, dass erst nach Ablauf des Jahres 1860 der Druk beginnen konnte.

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Bericht des schweiz. Bundesrathes an die h. Bundesversammlung über seine Geschäftsführung im Jahr 1860.

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1861

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685-775

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