ST

Schweizerisches Bundesblatt

^l. Jahrgang. l.

Nr. 17.

ST

B

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i

ch

1^. April 1864.

t

des

schweiz. Bundesrathes an die h. Bundesversammlung über feine Geschäftsführnng im Jahr

Geschäftskreis

1863.

des Handels- nnd Zolldepartements.

  1. Handelsverhältnisse im Allgemeinen.

Die unter Umständen für nnsern Handel und unsere Jndnftr.e verhält-

nissmäßig günstigen Aussichten, .unter welchen sich das Geschäftsjahr 1863 erossnete, verwandelten sich in Folge der eingetretenen politis.he.. sowol als finanziellen Spannung, die sieh auf den grossteu Tl,eil von Europa erstreckte, leider sehon gegen Mitte des Jahres in einen Anstand des Misstrauens, der ans unfern Handelsstand seine entsprechend drükende Rükwirkuug nicht verfehlen konnte.

.Nichts desto weniger liefert der Umfang der Ein- und Ausfuhr dieses Jahres ein sehr erfreuliches Resultat, und wenn auch in einzelnen. Zweigen manches Verlorue noch nicht ganz eingeholt ist, so hat sieh doch auf der andern Seite so manches Missverhaltniss von srühern Jahren her dermalen

geebnet, dass das diesjährige Ergebniss ein im Allgemeinen günstiges ge-

nannt werden darf. Einer Zusammenstellung in Quartalen der Einsuhr entnehmen wir, dass während der ersten Hälfte des Jahres eine fast durchgehend steigende Bewegung stattfand, und dass dieselbe ani 3l). Jnni

Bundesblatt Jahrg. X^l. Bd. l.

41

478 diejenige ^des früheru Ja.hre^ un. .^ein^edeutendes überstiegen hatte. .^agegen erzeigte sieh von da an, bis Ende November, eine beständige Abnahme. un^ es gelang erst dem bedeutenden Waarenandrang des Monats Dezember, einen Theil des in den fünf unmittelbar vorangehenden Mo..

naten ersolgten .^ükschlages wieder zu deken.

Was die .Aussuhr anbelangt, so war Dieselbe im Allgemeinen .^ine Ziemlich ^ belebte nnd überstieg das Ergebniss derjenigen des frühern Jahres, namentlich .bei Uhren, .Sei^euwaareu, Baumwolleu^arn und Zwirn, um .^eiu Wesentliches.

.

.

^ .. .^ ^ ^ . .^ Wenn unter den obwaltenden Umständen die schwierige Stellung der Schwe^ in Hiusi^t auf die ^ollverhältnisse der meisten ihrer Raehbar^ staaten, einerseits, und die politischen Unruhen im Rorden und die Gäl^ ruug im Süden Europas, gleich wie der amerikanische .^rieg, andererseits, so wie auch der ^iskontosnss, welcher legten November nnd ^..e.nber

Einfnbr und

1^.

^iufnhr.

(

Rindvieh . . . . . . .

Sehmalvieb

.

.

.

^^^ ^ ^ehweine über ....0 .^ ^ Bferde, Maulthiere ...e.

.

.

.

. . .

. . .

Stüke.

81,38^ 107,753 20,468 5,724 We..^.

Mühlsteine, ..^ergeräthe und Fuhrwerke Gefährte aller .^lrt und Eiseubahnwagous

^ranken.

5.^4,778

^ ^^.

66,285 123,565 17,825 4,644 Stü.....

Werth.

.^xan.^en.

488,232

^^ ^ ^ ^ .

.

.

^ ^ ^

^ugthierlasten. Z^^.l^i^lasten.

Brenn^, Vau- und gemeines Rnzholz .

Koke, Torf, ..^rau..^, Steiu^u. Holzkohlen Kall^ und G^ps, gebrannt und gemahlen Kalk, hydraulisch, gemahlen . Zentner Kartoffeln . . . . . .

,,

87,577 244,6.^5 17,422 6,737 t 7,804 Zentner.

Baumwolle, rohe und Abfalle . . .

Baumwolleugaru und ^wirn aller .^irt .

200,560 6,362

^ 87,851 243,540 l 8,866 7,433 l6.,2.)l^

Rentner.

18^,807 5,358..

47..)

eine seit der Krisis von 1857 nie mehr dagewesene Hohe erreichte, in Betracht gezogen werden, so können wir uns zu einem Resultat, wie ^dasjenige unsers vergangenen Geschäftsjahres , .Glük ^wünschen. Rieht nur ist die gefahrdrohende Geldnoth ohne bemerkenswerthen Unfall an uns vorübergegangen, sondern wir haben noch überdiess eine gewisse ^ermehrnng nnsers Absazes in mehrern Haupterzeugnissen unserer Jndnstrie in. Auslaude aufzuweisen. Ohne nun bei unserm diessjährigen Bericht uns in Ein^lnheiten über die ..^erkehrsbewegungen der verschiedenen Artikel einzulassen, .begnügeu wir uns, auf die fahlen der nachstehenden Tabelle zu verweisen. Dieselbe ist mit besonderer Rüksieht aus das kommerzielle Jnteresse zusammengestellt^ und zeigt deutlicher als Worte den Zustand unserer Handels- und Jndustrieverhältnisse. Weitere Einzelnheiten zeigt die bereits im ^ruk erschiene..^ Uebersichtstabelle der Ein-,

Ans- und Durchfuhr des Jahres 1863.

Ausfuhr.

1^.

^nsfuhr.

Rindvieh

^. .

..

^^^

.

Schmalvieb

S..üke.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Schweine über 80 .^ Bferde, Maulthiere ^e.

. . .

. . .

54,319 ^ 42,504

l ,746 2,961

I^.

^ Stu^e.

68,500 38,256 1,726 3,068

^ .

^ .

^ ^ .

.

.

.

.

^ .

.

^ .

.

Wer^.

^rank..n.

Holz, gesägt oder geschnitten und Ru^holz ^,

roh

oder beschlagen und ^lössholz

Holzkohlen

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Eisener^

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Wer^.

^ranken.

2,836,436 2,722,360 4,146,105 2,596,509 5l l ,786 520,380 ..^ugthierlasten. ^ugthierlasten.

G^ps, roh, gebrannt oder gemahlen

Kalk, Ziegel, Baksteine u. dgl. . . .

^.teiu- u n d Braunkohlen . .

Kartoffeln. Gemüse und Obst

.

.

. .

. .

6,684 8,958 17,125 8,791 12,370 Rentner.

Baumwolle, rohe, und .Abfälle . . .

Baumwollengarn und Zwirn aller Art .

29,409 53,836

5,946 6,908 16,962 8,622 19,098

Rentner.

15,0l0 33,2^7

480

Einfuhr und ^iu^r.

1 .

^ .

Rentner.

Baumwollenwaaren aller Art . . .

Seide und ^.loretfeide, roh u. gesponnen Seideneoeons u n d Abfälle . . . .

Seidene und halbseidene Stoffe und Fabrikate

Wolle,

.

rohe

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Wollengarn . ...

Wollenwaaren aller A r t . . . . .

Flachs, Hans und Wer^ . . . .

Leinengarn , Flachsgarn , Faden , Strike u n d Schnüre . . . . . . .

Leinenband, Leinwand und Zwilch .

Lumpen, Makulatur ^e., zur Bapiersabrikation

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Bapier und Bappendekel aller Art . .

Bücher und ^i.usikalien Felle und .^äute, rohe, ungegerbte . .

Leder, roh und gebeizt . . . . .

Lederwaareu, grobe und feine . . .

Holzwaaren und Mobeln aller Art . .

Uhren aller Art (ausser den holzernen) .

Uhrenbestandtheile . . . . . . .

Bijouteriewaaren . . . . . . .

Eisen,. gezogenes, gewalztes, Eisenblech u n d ^.rath

.

.

.

.

.

.

.

.

Eisen, rohes, und Eiseu ^um Maschinen^ u n d Sehifsbau . . . . . . .

Eisenguss, grober und unverarbeiteter Eisen- und ^tahlwaaren und ^uineaillerie Maschinen und Maschinenbestandtheile .

Metalle, rohe (ausser dem Eisen) als Blei, Erz, Kupser, Stahl, Zink und Zinn Glaswaaren aller A r t . . . . .

Topserwaaren, seine und gemeine . .

Ehemische Produkte und Apothekerwaaren Soda u n d ^otasehe . . . . . .

Sehwesel, roher und gereinigter .

Droguerien, Gewürze und ^arbwaaren ^arberde, ungereiui^te, Bolus und rohe Kreide

.

.

.

.

.

.

.

.

.

22, t 20 25,3^4 20,681 2,748 10,335 7,911 41,408 17,654

20,164 13,586

6,1^9 11,662 9 955 7,601 19,834 7,222 27,393 909 615 633

1^.

28,482 29,599 18,242 2 561 9,671 6,984 ^ 38,418 13,927 17 850 12,355 4 831

Zentner.

11,033 .^ 1 6l^ 6,672 18,486 6,683 24,263 990^ 524 483

254,597

239 442

226,810 47,712 76,029 80,928

259 630 59,903 70,413 59,206

27,631 40,458 28,579 87,704 69,691 15,09l) 53,222

27,037 40 243 26,765 84,962 67 040 13,498 45,636

9 060

7,712

48t

Ansfnbr.

1^.

^^r.

Rentner.

Baumwollenwaaren aller Art . . .

Seide u n d Floretseide . . . . .

Seidenabsälle . . . . . . . .

Seidene und halbseidene Waaren . .

Wolle

rohe

Wollengarn

.

.

.

. . . . .

.

.

.

.

.

.

Wollene und halbwollene Waaren . .

flachs, Hanf u n d Werg . . . .

Leinengarn, Flaehsgarn, ^...akleinen und Seilerwaaren . . . . .

Leinenband, Leinwand und .Leinenwaaren Lumpen und Makulatur .

Rapier und Vappendekel aller Art .

Bücher und Musikalien .

....

^elle und Häute, rohe ungegerbte Leder, roh und gebeizt . . .^ Lederwaaren . . . . . . .

Holzwaaren und^Mobeln aller .^lrt

. .

.

. .

. .

Uhren aller .^lrt

.

.

.

.

.

.

.

Metalle, edle, verarbeitete und Bijouterie Eisen, gezogenes und gewalztes, Eisenbleeh und Drath . . . . .

Eisen und Stahl, roh

.

.

Eisener^siehe Zugthierlasten). . .. .

Eisen- und ^tahlwaaren und Eisenguss Maschinen und Maschinenbestandtheile ..

Tupfer u. Kupserwaaren, Messing u. Messingwaaren u. Metalle, nicht benannte Glas und Glaswaaren . . . . . . .

Steingut

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

^roguerien,chemischeVrodukte und .^lpothekerwaaren . . . . . . .

159,294 14,764 6,586 40,854 6,479 172 2,539 726

1^.

167,227 14,290 5,206 35,411 5,539 ^ 224 1,848 448

Zentner.

t 2,783 37,177

532 2,150 3,999 3,737 4,658 40,647 4,946 203 16,936 2,036 532 7,616 32,505

12,401 56,461

10,857 65,031

2,027 2,331 2,894

2,126 2,388 3,045

10,75

8,263

1,6l0 2,795 5,474 5,056 4,844 40,827 6,548 332 14,557 ^ 2,702 149

482

Einfuhr und

^i.^r.

^ Farbholzer in ganzen. oder verkleinertem ^

Zustand

.

.

.

.

.

.

.

Krapp u n d Krappwurzeln . . . . .

Bettsedern u n d Flanm . . . . .

1^.

.

^ .

Zentner.

Zentner.

47,508 35,138 6,066

71,790 45, l 00 5,579

^ Korn . . 2,276,260 . Roggen . 54,367 Haser . . 209,199 Getraide und Gerste . .

147,106 Hülsenfrüchte Mais . . 170,204 2,9l 5,875 2,666,155 ^ Bohnen . 23,874 Erbsen . 4,891 nicht benannt 29,974 48,347 50,737 Gerstenmalz

Reis

.

.

Mehl

.

^

.

.

^lmlung

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Wein in Fassern

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

. . . . . . .

Branntwein und Weingeist in Fässern .

Weine, Ligueurs .e. in Flaschen Bier und Bierhefe in Fässern . . .

Mineralwasser .

.

. . .

Käse

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Butter und Schweineschmalz, geniessbares ^el, genießbares . .

Oel, gemeines . . . . .

Talg, ^ettwaaren und Thran . . .

Seife

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Tabak in Blättern und Karotten

.

.

Tabak, fabrizirter . . . . . . .

.

Eiehorienkaffe . . . . . . . .

Kaffee u n d Kafseesurrogate . . . .

Salz

^ul^

.

.

.

.

Südfrüchte

.

.

.

.

.

.

.

.

.

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.

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.

.

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.

.

.

.

.

.

83,273 61,755 312,301 38,472 773,726 102,001 7,058 31,499 9,453 6,226 59,555 16,077 2ll,8l4 30,52l 35,992 68,029 l7,910 60,039 146,679 230,845 236,455 16,292

76,434 59,8l4 198,859 34,200 83 l ,772 l 02,956 6,248 33,038 8,488 5,323 52,217 12,496 ^ 172,751 22,69l 36,96t 74,902 l7,607 57,504 144,450 23 l ,724 235,56l l6,9l6

483

Ausfuhr.

^ .

.

^ r .

Jndigo, Krapp, Kreide und Farberde, Farben alle.. .^lrt, ^arbkrauter und Wurzeln

.

.

.

.

.^

..

.

.

Strohhüte und Strohgeslechte . . .

Manufakturwaaren, nicht benannte . .

Abfälle von Thieren und Knochen . .

Waareu, verschiedene, nicht benannte Baumrinde und Gerberloh . . . .

Getraide und .^.ülsensrüchte

.

.

.

.

Kleie..

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Reis

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Sämereien . . . . .

Mebl

.

.

.

.

.

.

.

I.^3. 18^.

^ Wein aller s Zentner .

Art

.^2^

Branntwein und Weingeist .

..Wermuthgeist und Kirschwasser Bier

.^8^^

.^Zugthierlasten 282

.

.

.

.

Käfe

.

.

.

.

.

.

.

.

Bnt.er

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Tabakblätter .^ .

Tabak, sabrizirter .

.

.

. .

. .

.

Kaffee

.

.

^lrt

.^

. ^.

.

.

^

^ ^

.

.

aller

.

.

Obstwein

^el

.

258

.

^

.

.

.

.

.

Zuker und Milel^uker . . . .

Obst, aedorrtes . . . . .

.

1^.

1^.

Rentner.

Rentner.

21,538

24,211

2,349 17,824 43,596 19,300

5,13l

3,727 1,01.9 13,3.^1 39,932 15,401

27,820

38,888

23,985

26,898 1 ,878 5,075 23,637

1,845

4,394 12,071

1l ,357 t ,439 7,763 2,410 234

167,217 9,268

10,745 . 1,562 5,202 1,555 203 172,042 5,931

4,526

4,327

2,020 ^ 6,045

^ 3.)..)

^ 5,295

t l 84

1 410

1,859

1,906 1,157

^

.

^ ^^

2,436

^ ..^^ .^ ^

484 W a a r e n v e r k e h r .... i t d e n R a eh b a r st a a t e n.

Der unmittelbare ..Verkehr mit den angrenzenden Staate.. ist für da.^

Rechnungsjahr 1863 noch nicht vollständig ermittelt, weil ein Theil des hiezu erforderlichen Materials noch hu Rükstande ist. Jm Jahr l 862 stellte sich derselbe wie folgt.

....^t ^a n^.e ich.

^ngthler tasten.

Werth.

Stül^..

^ranken.

254,990 3,600,084 403,167 l 7,689 162,225 7,939 4,165,476 270,6 l 8

43,017 4l,351 4,358,827 4,10.)

88,477 ^ 4,358,827

Einfuhr . . . . .

Aussuhr . . . .

Durchfuhr . . .

^-^

--

Total in der Richtung von u. nach Frankreich.

Zentner.

^it d...^ ^llll.^ein.

Stül^.

Einfuhr

.

.

.

.

Ausfuhr

.

.

.

.

Durchfuhr

.

Werth.

^ranken.

67,379 20,290 23,627 1tl,296

Total in der Richtung von u. nachdem Zollverein.

^

^^

l 72,495 ^172,495 ^

^.l .

.

.

.

.

.

.

von u. nach Oesterreich

Werth.

Franken.

..

-^.-

7,724 -^-

7,724

^ i .

.

W^.

77,986 44,845 . l ,300,203 Durchfuhr . . .

63,863 Total in der Richtung l 86,^94 1,300,203 .

.

.

.

.

.

.

.

l^,095 3,596 . 874 20,565

Rentner.

l 24,980 46,182 21,383 192,545

.^allien.

^ranl^en.

Einfuhr

Zugthierlasten.

.

^üke.

Ausfuhr

152,4 l 3 3,336,277 325,005 35,252 205,302 27,3 l 6 214,98l 3,866,584

.

^ e ^ .

.

.

.

^ i c h .

24,225 5,064 Durchfuhr . . .

6,089 Total in der Richtung 35,378 .

Ausfuhr

Rentner.

^

S.^e.

Einfuhr.

^ugthlerlasten.

^.^

^ugl^erlasten.

47,649 .17,6ll . 6,315 7l ,575

.^..nlner.

7l9,96t 167,600 303,834 ^91,395

vouu. nachJtalien.

^ Jn diesen, nach den Richtungen zusammengestellten Totalitäten sind somit auch diejenigen Quantitäten inbegrissen, die von weiter herkommen, oder nach entserntern Gegenden gingen.

485 ^i^un^en mit ^em ..^.....an.^ Handels- und V e r k e h r s v e r h a l t n i s s e zu den einzelnen Staaten.

^ank.reich.

Wie aus unserm leztsährigen Geschäftsberichte hervorgeht, wurde ani 6. Januar 1863 eine Konferenz von Delegirten der Kantone nach Bern berufen, welche, unter dem Vorstz des Vorstehers unsers Handels- und Zolldepartements und in Anwesenheit des schweizerischen Ministers in Frankreich, Dr. Kern, die verschiedenen Fragen behandelten, die bei den hie.^ seitigen Jnstruktionen an unsern Bevollmächtigten zu den Unterhandlungen mit Frankreich, für einen Handelsvertrag, in Betracht zu ziehen waren.

Gestüzt aus die Ansichten der Konferenz wurden dann die daherigen Jnstruktionen entworfen und sodann einige Sachverständige bezeichnet, welche unserm Bevollmächtigten in Baris, .^errn Minister Kern, bei der Behandlung gewisser Fragen in den Konferen^ungen .^ur Seite zu stehen hatten.

Diese Sachverständigen waren folgende.

Die Herren Nationalrath Heinrich Fierz von ^üriehl ^.. ^. ^......^ Herr eidg. Oberst G o n z e n b achvon ^t. Gallen ^ ^.^ ,, Ständerath S u t t er von Appenzell ^ wolIen^ultr^.

Herr Rathsherr Koch lin.^Geig... von Basel, für die Reifenindustrie.

Herr V a eh er o n von Genf l ,, J^f. Jean not von ^haux^e^onds für die Uhrenindustrie.

,, ^ e e ou l tre von Lausanne ^ Herr ^. B l o s c h von Biel, für die Metallurgie.

Herr ..Ständerath ^oh. Ulrich Lehmann von Langnau, Kautons Bern i fürdieBroduktederVieh^ ^, ..Nationalrath H u n k e l e r vom Kauton l zueht un.^ des .^lkerbaues.

Ludern ^

^

^^ ^^^^^

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.^ ^ ^ ^ ^ ^^ ^ ^.^ .

^

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^ .

^ .

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^ .

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^ ^ ,

^ .

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^.^^^^

^.ln. 26. Jaunar l 863 begannen die Konseren^sizungen zwischen den.

kais. Minister des ...lenssern, HerrnDrour^n de lHu^s und Herrn R ou her, dem Minister des Handels nnd bes Akerbanes, einerseits, und unserm Bevollmächtigen, Herrn Dr. K e r n , andererseits. Dieselben nahmen theilweise, unter Zuziehung unserer Experten, ihren ungestorten Gang bis und mit dem 2.). Juni, bis zu welcher Zeit neunzehn Konferenzsizungen stattsanden. Anfangs Juli wurden die Unterhandlungen dur.h die ubliehen Sommervakanzen leider unterbrochen, und nachher stellten sich der Biederansnahme derselben nene verschiedene Hindernisse entgegen, worunter, neben der Erneuerung der sranzosisehen Kammern und der darauf gefolgten

.^

486

^

^

^

.

Erossnung derselben, vorzüglich der Umstand einwirke, .das.. die Zeit des einen der sranzosisehen .bevollmächtigten nach anderer Richtung ungemein in Anspruch genommen war. So kam es, dass die Konferenzen erst am 2. Januar l864 wieder aufgenommen werden konnten, an welchem Tage dann,^ zwischen den bisherigen^ Bevollmächtigten, ^die zwanzigste Sizm.g stattfand.

^leber die Ergebnisse der Verhandlungen kann natürlich noch nichts ..bestimmtes gesagt werben. Bisher bemühte man sich vorzüglich, über die ^rundbestimmnngen sich ^u verständigen , welche der Vertrag enthalten soll. Jst man einmal über. diese eiuie., so dürfte dann die Redaktion des Vertrags selber nich^ mel..r lange ^eit in Anspruch nehmen.

.

^

Transit

^er nun seit manchem Jahr beständig sich steigernde Transit dnrch Frankreich, von haaren nach und aus der Schweiz, hat auch im Berieht^ahr im gleichen Verhältnis,. mit der Zunahme unsers Verkehrs mit über^ seeisehen Ländern Angenommen , und unser Handelsstand seheint nun einmal für seinen Transitverkehr den sranzosisehen Linien, als dem kürzesten Wege zum atlantischen ^zean, vor allen andern den Vorzng gegeben zu haben. Unannehmlichkeiten mit transitirenden Waaren, wie Musikdosen, aus welche voriges Jahr franzosische Jndustrielle ihr .gesezlich geschüz^

tes, industrielles, künstlerisches und literarisches Eigentumsrecht geltend gemacht hatten, kamen dieses Jahr keine zu .unserer Kenntuiss, und^es dars gehofft werden, .^ass Frankreich schon in seinem eigenen wohlverstaudenen Jnteresse alles vermeide , .vas den gebrauch seiner ^trasse stores und den Transit anderswohin drängen u.ürde. Bei den Verhandlungen über den Vertrag wurde übrigens unsererseits aus Unantastbarkeit des Trau^ sites besonderes Gewieht gelegt, und wir hosseu, dass dieses Vrin^ip aneh von ^eile Frankreichs anerkannt werde.

^n^nd.

^a uns leider immer noch der notl^ge Anhaltspunkt fehlt, un..,.

.aus Zahlen gestü^t , nns genaue Rechenschaft über die Bedeutung uusers Verkehrs mit diesem Laude geben ^ ko^neu , so mnssen ^oir uns ^damit begnügen, . auf den übrigens sel.^r einlässlicheu Berieht unsers Generalkonsuls, Hr. ^. Rapp in London, zu verweisen. Aus diesem ergibt sieh, dass in ^olge uusers Vertrags mit Großbritannien, vom 6. ...^ep^ tember l 8.^, lant welchen. der Schweiz dieselben Zollermässignngen zu ^ute ^kommen, ^elehe dnrch den auglo^fran^osisehen Vertrag seit 18l^1 an^ Frankreich Angestanden wnrden, der Absaz einiger unserer Jndustrieerzeugnisse um et.vas ^.genommen hat. Immerhin durste es für manchen Artikel .schwer halten, mit den dortigen Fabrikanten in die Schranken zu treten, da denn doch England, vermittelst seiner geographischen Lage, sür^ den Be^ ^ug von Rohmaterial, sowie durch seinen mineralischen Reichthum und seine ausgebildete Maschineneinriehtnng, uns überlegen ist. Seitdem wegen

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des amerikanischen Kriegs die direkte Dampfsehisfsahrt zwischen Frankreich und dem amerikanischen Kontinent ausgehort hat, müssen nun die meisten unserer Waaren, deren Spedition nach Amerika per Dampf besorgt werden muß. durch England transitiren , ....o sie entweder in Liverpool verseifst oder durch Umschisfimg in Southampton nach ihrer ..Bestimmung besordert werden. Auch von unsern Waaren sür Ehina, Ostindien, Australien, sowie für Weftindien und Südamerika muss ein grosser Theil uaeh England zur Verschissnng gesandt werden.

Laut unserm Vertrag mit Großbritannien vom Jahr 1855 kommen .auch diesem Lande die Tarifbeftuumungen unsers Vertrags mit Belgien zu gut, es müssen aber alle Warensendungen aus England, sür welche die betreffenden Zollermässignngen beansprucht werden, mit beglaubigten Ursprungszeugnissen begleitet sein.

^e^ien.

Der in.. Laufe des Geschäftsjahres 1863 in Kraft getretene Vertrag mit .Belgien hat, so viel uns bekannt, seine wohltätigen Folgen für.

unsere Jnduftrie nicht verfehlt ; denn obschon uns, wie für England und alle andern nicht angranzenden Lander, die amtlichen Angaben fehlen, um das richtig Verhältniss unsers Verkehrs mit Belgien berechnen zu tonnen. so erl^llt doch aus dem Bericht unsers Konsulates in Brüssel, anf ^en wir uns im Uebrigen beziehen, dass uns die in Folge des Vertrags^ abschlusses in Kraft getretenen neuen Tarisbestimmungen zu der Hoffnung berechtigen, auch dort fur. .die Er^enguisse einiger unserer. Jnduftrie^w...ige einen vermehrten Absa^ ^. finden.

Bei Anlass dieses Vertragsabschlusses wurde dann den dreizehn Kantonen und einem Halbkanton, welche Ende 1856 ..^as Konkordat über den ...^ehnz des künstlerischen und. literarischen Eigenthums unterzeichnet hatten, mitgetheilt, ...ass unn auch Belgien, nach Massgabe des Art. 8 desselben, als beigetreten befrachtet zu werden begehre. Da aber diese Angelegenheit bei einzelnen Kantonen anf einige Schwierigkeiten stiess, so konnte dieselbe ini

Berichtsjahr nicht vollständig erledigt werden. Wir hosfen ab.^r, dass die

Beistimmung dieser Kantone im Geschäftsjahr l 864 erfolgen werde.

^iede.^ande.

Dem von uns im Wintermonat 1862 mit der k. niederländischen Regi.^ rung abgeschlossenen ^iederlasfnngs- und Handelsvertrag wurde^im Juni 1863 von der dortigen ^weiten Kammer die Ratifikation mit 33 gegen 17 Stimmen versagt. Als Grund wurde angegeben, dass in der Schweiz die

Jsraeliten nicht der gleichen Geseze the.lhaftig seien, wie die Christen,

die Niederlande aber nicht durch Ratifikation eines Riederlassungsvertrages implicite eiu solches Verfahren sanktiouiren konuen.

488 Jsraeliten anderer Länder , namentlich die Kongregation in ^trass^ burg, verdankten der Kammer in offenen Adressen diesen Beschluß.

^ Der Niederlassung..^ und Handelsvertrag kam iomit nicht zu Stande.

Glüklich.er waren wir mit dem von der Bundesversammlung schon im Februar 1862 grundsäzlich ratisizirten Vertrag über die Errichtung schweizerischer .Konsulate in Riederländisch-Jndien. Dieser Vertrag wnrde am 20. März 1863 von ^. M. den. Konig der Niederlande ratifiât, und sand sofort durch Erneunuug eines schweizerischen Konsuls in Batavia seine Anwendung.

Jm Uebrigen waren unsere Beziehungen mit dieser Regierung änsserst sreundsehastlicher Ratur, und es sind die holländischen Behorden, namentlieh bei Anlass der Reise unserer Gesandtschaft nach Japan, derselben in so zuvorkommender Weise entgegengekommen, dass wir gerne an.h diese Gelegenheit noeh beuuzeu. um unserer .Anerkennung dieses Verfahrens Ansdruk zu geben.

Deutscher ^..l^e.^ein.

Unser Verkehr mit dem deutschen Zollverein war ein lebhafter, und es lasst^sich daraus schliessen, wie viel wichtiger sur beide Länder derselbe noch werden konnte, wenn ein aus gerechten Grundlagen sieh stüzender Handelsvertrag abgeschlossen würde. Wir haben die Erossnung von Verhandlungen dafür stets angestrebt und uns namentlich auch gegen Mitte des Jahres, bei Anlass der in München stattgehabten ^ollkonserenzen, über das Ergebniss derselben erkundigt und deren Tragweite in Bezug ans unseru projektirteu Vertrag geprüst, um je nach Umständen dann aus Anhandnahme der bezüglichen Unterhandlungen dringen zu konneu.

Wir brachten aber in Ersahruug, dass man sieh in München lediglieh damit begnügt habe, betreffs Beitritt zu den Bestimmungen des sranko-preussi^ schen Haudelsvertrages einige weitere Modifikationen von Seite Franko reiehs zu beantragen, und Breussen sowohl , als den ihm in Beziehung auf den sranzosisehen Vertrag beistimmenden ^ollvereiusstaateu zu erklären, dass vor Absolus. dieses Vertrages eine Vereinbarung mit Oesterreich über Erweiterung der Verträge von 1853 müsse getrossen werden.

Am 4. Rovember ersolgte dann in Berlin ein Zusammentritt von Abgeordneten sämu.tlieher Zollvereinsstaaten, über deren Verhandlungen aber bis anhiu noch nichts verlautet hat. immerhin seheint die ^ortdauer des Zollvereins sehr wahrscheinlich, und ist einmal diese erklärt, so fällt der Vorwand weg, unter welchem man bisher die Anhandnahme der Verhandlungen mit der ....Schweiz hinausgeschoben hat. Man erklärte nämlich, nicht im Ramen eines Vereines und für denselben verhandeln zu konnen, wenn dessen eigene ^ortdauer selbst in ^rage steh.^ Der Zollverein wird auch, nach seiner Erklärung der ^ortdauer, sich ohne Zweisel bald mit Frankreich einigen, und nach wiederholten, freilieh nur mündlichen Eroffnnngen , wird Deutschland so verfahren . dass die

4..^) Frankreich zu gewährenden Vortheile anch gleichzeitig der Schweiz gewährt werden konnen. Es steht somit die Erossnnng der Verhandlungen mit uns in ziemlich sicherer Aussieht.

Baden.

Einem Gesuche der Gemeinden Buch und Ramse.., fautons Schafshausen, entsprechend, verwendeten wir uns lezten Frühling bei den grossherzoglich badischen Behorden für Einsührnng gewisser Erleichterungen zu Gunsten des Verkehrs des enklavirten Bezirkes Stein über badisehes Gebiet, mit dem Haupttheile des Kantons Schasfhause.., woraus dann auch die badische Regierung in teilweise entsprechendem ^inne und mit der Zusieherung antwortete, es werde dieselbe bei Einrichtung des Zolldienstes, nach Erosfnung der Waldshnt^Konsta.^erbahu , ans die Bedürsnisse der Gemeinden Buch und Ramsen sede thunliehe Rüksieht nehmen. Da nnn aber, was von der dortigen Regierung bereits gethan, oder doch zuge^ sichert ist, zum Zwek der verlangten Verkehrserlei..hteruug noch nicht ge^ nügt, so werden wir nicht ermangeln, diese Angelegenheit zur geeigneten Zeit weiter zu verfolgen.

^n^e.^an.^nu^en ^e.t.^e^end die ..^chi^sal^t ..^f den.. B^densee.

Durch Rote vom 18. April 1860 verlangte die grossher^oglich badische Regierung die Aufhebung der Absahrtgebühren von badischen Schissen iu Rorschach. Ju der saehbe^üglichen Rütäusserung erklärte sedoeh St. Galleu, so lange an dem bisherigen Standpunkte sesthalten zu müssen, bis Baden, durch ^reigebung des Verkehrs auf dem gau^.n Bodeusee, ihr Anlass geben werde, daraus ^u verziehten. Rachde^.. seit jener ^eit diese Angelegenheit unerledigt geblieben, wurde di.^ Frage der Erstellung einer gemeinsehaftliel.en Hasen- und Schisffahrtsorduung der Bodenseeuserftaateu iu. Berichtjahr durch die k. k. österreichische Regierung neuerdings ^. Anregung gebracht und ihr, nachdem ^ sich die betrefseuden Kantone ^chaffhausen, Thurgau und .^t. Gallen zu Gunsten der Wiederausnahme der Unterhandlungen ausgesprochen hatten , erwidert , das,. wir im Einverständnis nut den betreffenden Kautonen bereit seien, die fragliehe Angelegenheit wieder aufznnehmeu und zur Abhaltung einer Konferenz Hand zu bieten, iu der Vorausse^uug jedoeh, dass in Hiusicht auf die zwischen^ Baden und ..^t. Galleu noch unerledigten Schwierigkeiten , die auf dem Ueberlingersee noch bestehenden Verkehrshemmnisse beseitigt werden.

Wir gewärtigen daher seitens der k. k. Regiernng fernere sachbe^ügliche Mittheilungeu und Vorsehl.äge.

.^t^ie^.

Schon srüher waren wir mit der k. italienischen Regierung iu Verhandlungen eingetreten über die Auslegung des Art. .) des Handelsvertrages ^vom 8. Brachmonat 1851, ohne das. es uns gelang, unserer

490 Ansicht Geltung zu verschaffen. Jm Beriehtjahr fand über den Reichen Gegenstand eine neue Verhandlung statt.

Jener. Artikel lautet.

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^ . ^ ^. ... ^ . .

..Dii.^ beiden Regierungen verpflichten sich gegenseitig, ih.^e Ge..werbser^eugnisse mit keinen weiter.. o.^er hoheru Gebühren ^u be^legen als denjenigen, welche die am meisten begünstigte Ration ..für ihre Waagen und gleichartigen Produkte bei deren Einsuhr zu ^bezahlen hat..^ ^ Wir boten u...., bei Anlass der Vollziehung unsers Vertrags mit Belgien, der italienischen Regierung die Gewährung der in demselben an Belgien gewährten besondern Vortheile au. wenn Jtalien auch gegenüber uns diesen andern .Staaten gewährten Vortheile sosort ^.Anwendung bringen wolle. Es .vurde uns aber geantwortet, jene Vertragsbestimmung wer.^e dort nicht in diesem Sinne, sondern einfach so aufgefasst, dass nur die ^ur ^...it des ......ertragsabschlusses (Brachmonat 1851) den meistbegünstigten Rationen gewährten Vortheile auch der Sehweiz zu gnte kommen, nicht aber diejenigen, welche Jtalien später gewähre. Die Besti...muuge.. .^es sranko-italienischen Vertrages von l8l^3 konnen somit von^ der ^eh.veiz einstweilen nicht beansprucht werden. Uebrigens stellt uns die italienische Regierung die baldige .^lnhandnahme von Unterhandlungen ^un.. Zwek eines Vertragsabschlusses aus breiteren und vortheilhasteren Grundlagen in Aussicht, zu deren Veitritt wir dann auch um so eher unsere Bereitwilligkeit erklärten, als uns während des Verlaufes des Geschäftsjahres von verschiedenen Seiten über die dortigen ^ollansä^e sowohl, als über .die Art und Weise, .oie aus der italienischen Grande die ^olle erhoben werden, ..Beschwerden eingelaufen waren, deren Berichtigung auf dem .^ertrags.vege uns eine baldig Vereinbarung als sehr wünschbar erscheinen lä^sst.

.Raeh den weiter hinten angeführten Auszügen aus den Konsulatsberichten von Livorno, Genna u..d Mailand seheinen die Vesürehtungen von demnächst einzutretenden politischen Wirren drükend auf das Geschäft ....ingewirkt zu haben, wobei auch die Erzeugnisse der schweizerischen Jndustrie u.ehr oder weniger in Betracht sielen. Das Gegentheil sand^ in den südlichen Vrovin^.en statt, wo steh mehrere unserer Exportartikel währeud dieses Geschäftsjahres eines schonen Absa^s .erfreuten.

^n.^i.

Die ^rage .^es Abschlusses eiues Riederlassungs- und Konsumtivertrag s saud in ^olge der noch immer nicht erfolgten Ansage der Bereit-

wiltigkeit^der türkischen Regierung, mit der Schweiz i... bezügliche Uuter-

handlungen zu treten , aueh in diesen. Jahre seine Erledigung nicht. Die früher erhaltenen Winke gingen dahin , dass wenn die Sehwei^ UnterHandlungen soleher Art wolle, vor Allem ein diplomatischer Vertreter bei

^ der hohen ^sorte ^u beglaubigen s^..i, tonne.

worauf

dann

das Weitere folgen

Wir werden nicht ermangel.^., dieser ^Gelegenheit au.h ferner Unsere Aufmerksamkeit zu schenken, um dieselbe zur geeigneten ^eit ..n einem be^ friedigenden Absehlnsse zu bringen.

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.Bisher. war durch die Verwendung Frankreie^s, was ^llansaze anbetrifft, .^ie. ^ehwei^ .^ort auf gleichem ^n^e mit .diesem ledern ^taat^ gehalten, wie uns übrigens im Jahr 1861.^ bei .^nlass des franko..türkisehen Vertragsabschlusses, durch den französischen Botschafter in Konstau^ tinopel angezeigt wurde. Aus einer Anfangs 1.^64 eingelangten.^Besehwerde erzeigt sich jedoch, dass in Folge ....es geri..gern Werthes unserer Seiden- und Banmwolle..stoffe dieselben in der Wirklichkeit nicht ^ so günstig wie die französischen gestellt sind, da der ^ollansa^ ans eine.. Mi.ttelwerth aller Seidenstoffe sich stüzt nnd nicht aus den reellen Werth jeder einzelnen Sendung.

Es werden nämlich 8 ^ von jenem Mittelwert^ nach dem Gewichte erhoben, wodurch e^iü für uns sehr unvortl^eilhaftes Verhältniss entsteht. ^iese. Beschwerde sällt aber erst in einen spatern Gesehästsber.icht , und es wird dieselbe seiner ^eit einläßlichere Behandlung finden.

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Laut eingelaufenen Berichten erfreuten sich die Erzeugnisse. ..ameullich . unserer Baumwolle..iud..strie eines^verhältni^naßig starken ..^lbsa^es ; über^ haupt soll in ^olge der politischen und finanziellen Regeneration diesel .Landes, welche daselbst immer tiefere Wurzeln zu fassen seheint, gnte Ans^ sieht sür die .Gessaste vorhanden sein. .

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Il e b e r s e e i s ch e L a n d e r.

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^^^d.^.^er^a.

^ach Entdeknn^ von grossartigen Betrügereien bei Verzollung oon^ Waaren an .^en Zollstätteu von Re^o^^ork und andern fläzen, wozu überhaupt alle nael^dem Werthe zu zahlenden Zollansäze leicht ^lnlass geben, wurde in den dortigen^ ^a.^nmeru beschlossen , es müssen von nun an alle Warensendungen nach den Vereinigten .Staaten von einer dreisach ausgefertigten und durch einen amerikanischen Konsul beglaubigten Faktur begleitet sein. Dnrch Vergleiehnng dieser ^aktnr mit der ^eklaration des Eu.pfäugers bei der dortigen ^oll^ir.^tio.^ sollte eine genaue Kontrolle gebildet werden.

^iese Anordnung s.^t Konsuln in Basel, Genf diesem ^ande aus^un.itteln, Es stellt steh diese seit der

uns in ^tand, durch die nordamerikanischen und Zürich den Betrag unserer Aussnhr nach was wir denn auch nicht ermangelten ^u thun.

Zeit des Jnkraf^tretens dieser Massregel (An-

fangs April) bis Ende Dezember auf Fr. ^....,500,000.

Bei

dieser Ausfuhr

sollen

namentlich Uhren

iu Betracht fallen,

4.^2 welehe dieses Jahr in no.h nie vorher Dagewesener Menge hingesan^r wurden.

B^isch^indien.

Einige Modifikationen in den Ein- und ...lussnhrzollen dieser Bro^inz wurden uns Ansangs ^uni durch unsern Generalkonsul in London angezeigt und durch das .^nndesblatt verofsentlicht, ebenso gelangte uns durch die Aufmerksamkeit desselben eine Tabelle der Ein- und Ausfuhrzolle der . .

R e p u b l i k V e n e z u e l a ^n, deren Einsicht Jedermann, der sich dafür interessirt, ans der Kanzlei m.sers Handels- und ^olldepartements freisteht.

Gesandtschaft nach .^a^an.

..^evor wir uns, in Fortse^ung unserer leztjährigen Mittheilungen über unsere Gesandtschaft nach J.tpan, in weitere Details einlassen, dürste es am Vla^e sein . durch eine kurze Zusammenstellung der Umstände, welche einen Vertrag mit diesen. Lande nothwendig mache.., den ^wek dieser Mission a^s einander zu .ezen.

Rachdem aus besondern Rüksichteu die hollandische Nation während zwei Jahrhunderten das Monopol eines direkten Verkehrs mit Japan genossen hatte, wobei sie immerhin von der dortigen Regierung anf den unbedeutenden Seehasen D e s i m a beschränkt war, gelang es vor ungefähr zehn Jahren den Vereinigten Staaten von Nordamerika, . s o wie aneh England, dann später Frankreich und Portugal und andern seefahrenden Rationen, mit der sapanesiseheu Regierung, nach langwierigen Unterhandlungeu, Riederlassungs- und Handelsverträge ab^uschliessen. Stets blieb .^ber der Aufenthalt und die Niederlassung von Europäern aus einige .venige, dem Taiknn gel..orige .^eeplä^e bes.chräukt, und. fremden, mit deren Regierung Japan keinen Vertrag abgeschlossen hatte , war felbst dort jeder Ausenthalt untersagt.

...

^ Jn .^olge der neuern Verträge sollten mehrere Häfen geossnet und der Verkehr überl^anpt erleichtert werden, wodurch dann auch in kurzer Zeit der Handel mit diesem Lande sowohl snr den Bezng japanesischer Produkte, als sür den Absaz europäischer Jndustrieer^engnisse von ^en.lieh grosser Bedeutung wurde.

Für die ^ehwei^ war es wichti^, von diesem Handel nicht ansgeschlossen ^.. bleiben, und so entstand querst der Gedanke, aneh sür die S.hwei^ die Vorteile zu erwirken, welche andere Staaten bereits erworben halten. .^.lls uns Warans in^ Jahr 1861 dnrch den holländischen Generalkousnl angezeigt wurde, dass die japauesische Regierung mit der Schwei^ ^um Abschluß eines Vertrages in Unterhandlungen zu treten geneigt sei, so fanden wir uns um so eher veranlagt, von diesem Aner-

4^ bieten Gebrauch zu mache.., als es nach eingelaufenen Erkundigungen unmoglich schien, ans andere Weise unsern Zwek zu erreichen. .....^.hon hatte, umn..r in Japan sieh niederlassen zu dürfen, ein Schweizer sich in England natnralisiren lassen, einem ändern, der von einem Franzosen einen Banplaz gekaust hatte., wur^e sein Geld zurükerstattet und der .^.anf rükgängig gemacht , weil die Regierung den Verkauf von Var^ellen an Angehörige einer Ration , die mit Japan in keinem Vertrage steht, ..icht gestattete, später ^eigte es sieh, dass sogar unsere Waarenmnster nicht ohne Schwierigkeiten von ^eite der japanesisehen Zollbeamten gelandet norden konnten.

Unter solchen Umständen war ein Vorwärtsgehen der Schweiz vollig gerechtfertigt; und da Unterhandlungen durch Vermittlung einer dritten Macht, zu Gunsten der Schweiz, ni.cht Vlaz greisen konnten, musste mau sich zu einer eigenen Abordnung entschlossen. Die h. Bundesversamm^ lung besehloss dann an.l. wirklich eine solche. Die Vollziehung wurde leider durch verschiedene Umstände bis Ende 1862 verzogert.

Diese Sendung ist jedensalls gereehtsertigt. denn abgesehen von den..

Vortheile.. , welche d..rch Absd.lnss eines solchen Vertrages unserer Ju^ dustrie zufallen, muss es uns auch stets daran gelegen sein, derselben neue Absa^uellen zu offnen. Ferner erforderte die Rationalehre , dass ein solch^ ausnahmsweise^ Verhältnis unserer Angehörigen zu denjenigen anderer .Lander so bald .me moglich beseitigt und die Schweizer in Japan, wie in allen übrigen Ländern, mit andern Rationen auf gleichen Fus.

gestellt werden. .

..

Jn unserm legten Geschäftsbericht konstatirten wir die Abreise unserer Gesandtschaft, wovon dereine Theil, bestehend ans den Herren H u m b e r t , Bringols und K a i s e r , sieh am 20. Rovember, und der andere, bestehend aus den Herren B r e n n w a l d , Favre und B a v i e r , am 20. Dezember 1862 in Marseille einschiffte. Die seither eingegangenen Berichte lassen sich aus folgendes zusammenziehen: Die erste Abtheilnng, unter Herrn H u m b e r t , traf, nach^ einem Ansenthalte von einigen Tagen in Bombay, wo ihr der englische Gouverneur so.vol als dortige privaten , alle möglichen Artigkeiten erwiesen , am 18. Jannar in Batavia ein, wo sie von de^n niederländischen Behorden wieder auss gastfreundlichste ausgenommen und mit Empfehlungen aus^ gestattet wurde. Rach einen. Aufenthalt von zehn Tagen daselbst verliess sie Java, um fi^h ^uit der zweiten Abtheilnng, in Singapore, ^u vereinigen.

Nachdem die beiden Abteilungen ^ am 17. ^ebr^ar dort zusammen getroffen waren, verreiste die Abordnung am 24. desselben Monats nach Hongkong, von dort nach einigen Tagen nach Shanghai, und von da.

nach Ragasal^, das sie am 9. April erreichte.

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n d e .

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. h r g.

^ I .

Bd.

I.

42

494 ^on da begaben sieh die Herren ^reunwald, ^avre und Kaiser aus dem Steamer .,Swatow^ sosort nach Yokohama , während die Herren Humbert und ^Bru.golf, sich die Empfehlungen des holländischen Gouver^uenrs in Batavia zu Ruzeu machend, ihr nach einigen Tagen auf dem ..Koopmau^ nachfolgten. Herr Bavier trat von der Abordnung z..rük^ und nahm eiue Stelle in^ einem amerikanischen ^Handelsl^ause an , Herr Briugolf verliess die Gesandtschaft, um über Kalifornien nach Hause zurükzukehreu. Von Yokohama aus wurde Ende Mai die Gesandtschaft wieder iu zuvorkommendster Weise an Bord der k. niederländischen Korvette ,,Medusa^ naeh .^eddo gebracht, wo die Unterhandlungen beginnen sollten.

Die japauesiseheu Behörden iu ^eddo erklärten aber, dass sie ohne Instruktion iu solche Unterhandlungen nicht eintreten können , der Tai..tun aber. der allein die Instruktion geben könne, nach Kioto zum Mikado gereist sei. Die Rükkehr desselben müsse abgewartet werden, und schon die Sicherheit der schweizerischen Gesandtschaft mache es wüuschbar, ^ dass sie nicht iu ^eddo bleibe, sondern uach Yokohama zurükkehre. Diess geschah, sie fand Unterkunft beim k. niederländischen Repräsentanten, der ihr stets iu freundlichster und dienstfertigster Weise zur Seile stand.

Dort studirte Herr Brennwald so viel möglich die kommerziellen

und industriellen Verhältnisse Japans und beschäftigte sieh mit Ausarbeitnng verschiedener Berichte über den Seidenhandel und die .^eidenkultur, so^wie auch über den Jmport- und Exporthandel Japans ....., welche Berichte sogleich uach deren Ankunft hier .^ureh das Bundesblatt veröffentlicht wurdeu. Für deren einlässlichen und interessanten Jnhalt beziehen wir uns auf die gedrukten E^eu.plare selbst. ^^ Später kamen dann die für Japan bestimmten und durch .^egelsehisfe versandten Geschenke alle in gutem Zustanze daselbst an, von welchen einige sofort nach ^eddo gesandt wurden.

Die ^euersprize aus der ^abrik des .^rn. S c h e n k aus Worblanfen, ^ts.

Bern, soll grosses Aussehen erregt haben.

Die sapanesische Regierung erwiderte diese erste Gabe durch eiuige Gegengeschenke von Bronze- und Lakarbeiten, welche indessen noch nicht in Europa eingetroffen sind, mit Ausnahme eiuer Sammlung verschiedener ^eidenwurmeoeons, von denen wir Exemplare au diejenigen Regierungen ^gesandt haben, die sich sur die ^eideukultur iuteressiren. Dem Wunsche um Zusendung gesunder ...^eiden.^urmeier snehte mau mogliehst zu entspreeheu, und es darf geglaubt werden, dass die Abordnung iu dieser Beziehuug wesentliche Dienste geleistet habe.

Die uach Japan gesandten groben unserer Judustrie langten erst im Herbst 1.^63. dort an; ste wurden iu einem passenden ^ol^al iu Yokohama öffeutlieh ausgestellt. Die lezten Berichte unserer Abordnung zeigen aber erst

^) Siehe Bund^bla^ ^ ^ 18^^ B^^d ^^ S^^ 77.^^ ^17 ^^ 1o^^

495 die bevorstehende Erössnung der Ausstellung für das Bnbliknm an ; über das Urtheil dieses Vubliknms wird wohl der nächste Bericht etwas enthalten.

Unser Vertrag mit Japan kam erst Ende Januar 1864 zu Stande, und es fällt die Berichterstattung darüber somit in das folgende Jahr.

Behufs der Ratifikation desselben haben wir übrigens der hohen Versammlung speziellen Bericht und A.ntrag zu hinterbringen. Es war ^ur Erlangung des Eintretens in die Unterhandlungen grosse Geduld von Seite unsers Abgeordneten nothwendig, und es bedurfte ferner der krästigen Unterstüzung der Repräsentanten anderer europäischen Mächte in Japan. Es wurde ihm auch diese leztere in hohem Masse gewährt, und besonders stund die k. niederländische Gesandtschaft unserm Repräsentanten kräftig und entschiede^ zur Seite.

Als die Berichte des Herrn Humbert immer von neuen Zogerungen der japanesischen Regierung sprachen, in Unterhandlungen einzutreten, als Woche um Woche und Monat um Monat verrannen, ohne dass wir ein Ende der Mission absehen konnten , so entschlossen wir ..ms gegen Mitte Wintermonat, Herrn .^umbert zurükzurusen. Dabei hielten wir aber doch die angestrebte Sache durch ihn gehorig angebahnt , und den Abschluß eines Vertrages nur sur eine Frage derzeit, welche bei allen Bemühungen unsers stets aus die Regierung von Japan dringenden .Abgeordneten ^war nicht sofort gelöst werden könne , deren Losung aber in mehr oder weniger naher Zuknnft stehe.

Wir haben darum, als wir vernahmen, dass der aus den frühern Verhaudlungen mit Japan vorteilhaft bekannte Hr. Dr. Rudolf Lindau dorthin zurükkehren und mehrere Jahre dort bleiben werde, diesen Herrn zu unserm Konsul in Japan ernannt. Herr Dr. Lindau verreist mit der Zuversichtlichen Hoffnung, dass, wenn es uoch nicht geschehen sei, es ihm denn doch gelingen dürste, den Vertrag ^um Abschluss ^u bringen.

Es musste uns indessen um so angenehmer sein zu ersahren , dass dieser Absehluss uoeh unserer Gesandtschast^ selbst gelungen ist, und dadurch eine Ausgabe gelost wurde, deren Schwierigkeit von ..^iemaudem verkannt werden kann.

V e r k e h r s v e r h ä l t n i s s e mit einzelnen Handelshäfen.

De^tsch.^......

^.ambuxg.

Durch den amerikanischen Bürgerkrieg scheint Hamburg, so wie übrigeus auch die andern deutsehen Seehafenstädte, in einem^ viel arossern Verhältniss mitgenommen worden zu sein, als die meisten andern Bläze.

Den daherigen Befürchtungen gibt Hr. Konsul Ruch in sollenden Worten^.

Ausdruk : ,,Und sollte aneh in diesem Kriege, sei es durch Unterwerfung de ,,eiueu Vartei, oder durch gegenseitige Ermattung, Gränzen gese^t werden,.

496 ..so ist doch der Süden, der eigentliche Siz der Wohlhabenheit, ans viele ,,Jahre hinaus in seinen Verhältnissen .rnmirt, und von dem srühern ,,vortheilh^.sten Verkehr dahin wird noch in langer Zeit nieht, wenn ,,überhaupt jemals wieder, die Rede sein tonnen. Baumwolle, die frühere ,,Gold^uelle des Südens, wird schwerlich ^wieder die ehemalige Gonnelle ,,werden, um so weniger, als England nun Stiles daran zu sezen scheint, ..um den Baumwollenbau in andern .Ländern , namentlich in seinen ost,.indisehen Bedungen, zu beleben und zu verbessern. Amerika erhielt für ,,seine Baumwolle europäische Manufakturen und andere Produkte in ,,jährlich steigend.en Quantitäten. Jndien verlangt aber Silber und Gold, ,,und bei den dortigen Lebensverhältnissen konnen Jahre dahin gehen, ,,bevor sich mit diesem Land ein Verhältniss, wie das srüher mit Amerika ^bestandene, herausstellt. ^ Der empfangene Berieht über die dortigen Verkehrsbewegungen ini Jahr 1863 berührt hauptsächlich nur das Verhältniss der Ein- und Ausführ von Kolonialwaaren. Der hochste Diskontosuss erreichte in Hamburg

bloss 7 ^.

Bremen.

Bremens merkantile Bedeutung wurzelt vorzugsweise in dessen bedeutenden Verbindungen mit Nordamerika , dieselben sind aber seit dem Ausbrnch des Krieges so vielfach verhindert worden, dass der dortige Handelsstand getrieben wurde, sein Kapital und seine Thätigkeit nach andern Riehtungen zu lenken und uüzlich zu verwerthen, was sieh denn auch zur Stunde schon als geschehen bemerklich macht. ..^ou 34,000 im Jahr 1863 in Bremen eingeführten Ballen Baumwolle waren 32, l 97 von ostindis.her Herkunft.

Die dortige Baumwolleneinsuhr ist von 157,000 Ballen in 1860 anf

^34,000, in 1863, also, in einem Zeitraum von drei Jahren, um 78^ ^ gefallen. Für den Tabaksmarkt daselbst ist das Jahr 1863 ein sehr unersreulu.hes gewesen , indem die Preise fast bis zu Ende des Jahres beständig zurükgingeu. Jn Vetrolenm sanden bedeutende Geschäfte statt , die Einsuhr wird für das Jahr 1863 auf t 6,289 ^ässer rohes ..nd

16,897 rasfinirtes angegeben.

Das Versieherungsges.häst hat sich au.h in diesem Jahre nicht besonders günstig gestaltet, indem mehrere dortige Gesellschasten n.it Verlust und nur wenige mit neuuenswerthem Gewinn gearbeitet habeu. Dasselbe ist au^.h von dem dortigen Bankgeschäft zu sagen. ..^.o soll z. B. die Bremerbank ihren Aktionären nicht mehr als 5^^ bezahlen.

Der hvchste Diskontosuss war 5 ^.

^n^Iand.

London.

Der englischen Jndustrie, welche vermittelst ihres Reiehthums an Betriebsmaterial ohnehin unserer kontinentalen Jndustrie überall, wo es sich um massenhafte Erzeuguug von Waaren handelt, weit überlegen ist,

4.)7 tan. im verflossenen Jahre überdies. noch eine Ernte ^u Hülfe, wie sie durch ihre ^ülle beinahe ohne parallele dasteht. Diesem Umstand, verbunden mit einer Baumwoltenzufuhr, deren Werthbetrag an die Zahlen der srühern amerikanischen Zufuhr erinnert, ist denn auch zuzuschreiben, dass stch die arbeitende Klasse von Laneashire, troz der ^u Ende des Jahres eingetretenen Geldklemme, so ziemlich erholt hat. Diese Geldklemme, die sieh dann auch mehr oder weniger über ganz Europa erstrekte, wurde grösstentheils dadurch hervorgebracht, dass die eingeführte Baumwolle aus Jndien, Eg^pten, Brasilien und Ehina in baarem Gelde bezahlt werdet muss, währenddem Amerika früher für seine Baumwolle durch Gegensendungen von Manufakturen entschädigt wurde. Diese Behauptung wird durch den Umstand nnterstüzt, dass die steigende Belegung des Diskontofusses zuerst ans England selbst, als dem Hauptempsänger dieser Baumwolle, ausgegangen ist und die Banken des Kontinents erst später nach-

folgten.

^um Beweis, wie sehr, ungeachtet der erwähnten Hemmnisse, die Aussuhr von britischen Produkten und Mannsakturen zugenommen hat, wird hier nur angeführt, dass dieselbe i.n legten Rovember die Summe

von L. St. 12,758,223 betrug,

gegen

^ und

,,

,,

9,76l,5l0 im Rovember 1862,

.^,874,762 ,,

,,

1861.

Unter den Artikeln, deren E in su h r in England im verflosseneu Jahre Zugenommen hat, bemerken^ wir, nebst Rohstoffen und .^ebensmitteln, auch verschiedene Mauufaktureu, wie Seidenbänder, Uhren und einige Porten Baumwollenwaaren. Bei der A u s s u h r erzeigt sich eine Vermehrung auf Seidenstosfen und ..^trikgarnen, sowie aueh auf Leinwand, verarbeiteter Baumwolle und Metallwaaren; eine Verminderung hingegen ans .Beidenbändern, Wollenstossen und Lederwaaren. Für weitere statistische Details beziehen wir uns auf den Bericht unsers Generalkonsuls, welcher durch das Bundesblatt veröffentlicht werden wird.

Wenn je in einem Lande das Vrinzip der Assoziation Wurzel gefasst hat, so st...ht Englaud in dieser ..Beziehung aus der ersten Linie . denn nicht weniger als 263 neue Gesellschaften sollen .vährend des Jahres 1863

das Tageslicht erblikt haben, deren Geschästskreis sieh mit einem Grün-

dungskapital von uugefähr zwei Milliarden Franken aus alle möglichen Gewerbszweige erstrekt, worunter hauptsächlich Diskonto-, Versicherungs-, ^.abrikations- und ^andelsetablissemente vertreten sind.

Der Diskonto der englischen Bank sehwankte zwischen 3 .^ Ende

Aprils und 9 ^ Ansangs Dezember 1863. Die Geträidepreise von ^r. 11. 30 für Weizen bis Fr. 13. 75 per Zentner. Baumwolle

1^^r snr^te zwischen 1^^^ ^ und 24^ ^ per englisch .^. Unsere Beidenstosfe ^Tatlet^s) haben ini Lause des Jahres kaum ihre Bedeutung in srühern ^ Jahren aufrecht erhalten, was einestheils der geringen ....Qualität der ge-

498 lieferten Waaren und anderntheils auch der Herabsezung im preise der L^onerwaaren zuzuschreiben ist.

Die Totaleinsnhr von Seidenstoffen aus allen Ländern

betrug L. St. 3,308,750 in 1863, gegen ,, 3,299,827 ,, 1862, und ,, 2,482,0l5 ,, 1861.

Jn^der Einsuhrzunahme an Seidenbändern waren B a s l e r b ä n d e r nicht verhältnissmässig vertreten.

Die Totaleinsuhr von Seidenbändern aus allen ^ändern

betrug L. St. 1,460,556 im Jahr 1863.

gegen ., 1,353,400 ,, ,, 1862.

und ,, 1,676,819 ,, ,, 1861.

Ebenso ungünstig stellen sieh im Jahr 1863 die meisten St. Gal-

ler.. und Appenzeller-Artikel, so wie auch bedrukte und unbedrukte B a n m w o l l e n w a a r e n . Jn S t r o h w a a r e n mag der Umsaz wie

voriges Jahr aus zirka L. St. 80,000 geschäht werden. Die Einfuhr an S c h w e i z e r u h r e n , deren während der eils ersten Monate nicht weniger als 145,000 ins britische Reieh eingesührt worden sein sollen,

sowie die Einsuhr von Sehweizerkäse, Absinth und Kirsehwasser erfreuten steh ebenfalls einer steigenden Zunahme. Diese .Artikel werden aber dort eher als Lu^usgegenstände betrachtet, deren Verbrauch sieh nnr aus gewisse .Klassen der Bevölkerung erftrekt.

Mit dem 1. Januar 1864 soll ein für den Handel und die Jndnstrie wichtiges Gesez in Bezug aus Handels- und Fabrikzeichen und Jnhaltsangaben von Gesässen in Krast treten. Dieses Ges^ bestraft sede Rachahm.n.g von Handelszeichen, ohne Unterschied der Artikel, sei es an ^a ssern, ^laschen, ..^..topseln, Ueber^ügen, Bändern, Zetteln und Auss^risteu, überhaupt Alles, was eine zum Verkauf bestimmte Waare betrisst.

Die Strafe für dieses Vergehen ist die Konfiskation der Waare und eine Geldbusse von L. ...^t. ^ bis 10. Rach diesem sogenannten Merch^ndise act ist jeder Verkäufer gehalten , dem Käufer für die Aeehtheit der Waare und, bei Flüssigkeiten, fnr das an dem Gesäss bezeichnete Mass zu garantiren.

Bedien.

Brüssel.

Da der Betrag unsers Verkehrs mit Belgien auf den dortigen Ueberfichtstabellen nur unter der Rubrik ,, verschiedene Länder^ fignrirt, so konnen keine Zahlen angegeben werden, wodurch derselbe berechnet werden konnte. Zu den Artikeln, welche vor dem Vertragsabschlüsse mit

Belgien Absaz fanden, nämlich .^t. Galler^Artikel, Basler^eidenbän^er,

Uhren und Käse kommen je^t auch uoeh die ^üreher^eidenstoffe und einige bedrukte Baumwollentücher. Hossen wir, dass es den Bemühungen unserer

^

49.)

Fabrikanten bald gelinge, die dortige Konfumation, welche besonders für Seidenwaaxen von ziemlicher Bedeutung werden dürste, an unsere Erzeugnisse zu gewöhnen. Belgien sandte uns, wie früher, Lüttieher Waffen, flandrische Leinwand, Tücher und Spizen, sowie auch die Erzeugnisse der Ehemie und der Metallurgie.

Gallien.

Mailand.

Der diesjährige Konsulatsbericht beginnt, wie voriges Jahr, wieder mit Klagen über Gesehästsstoknng in den meisten Branchen, über mangelhaste Ernten und , in ^olge dessen , Entwertung des Grundeigenthums und Abnahme des allgemeinen Wohlstandes.

Seide. Obsehon die diessjährige Seidenernte uni etwas besser als die vorjährige ausgefallen ist, so darf daraus nicht geschlossen werden, dass eine Abnahme der Krankheit der Seidenwürmer eingetreten sei. - Die Gesammternte Jtaliens wurde vor dem Jahr 1856 aus jährlich 50-..-60 Millionen Kilogramme geschäht, diejenige von 1863, mit Ausnahme von Venetien und dem T.^rol, soll dagegen nicht mehr als 6 Millionen Kilogramme betragen , welche , obwohl um 25 .^ hoher im Breis , dennoch nnr ..^ des ehemaligen Ertrages ab.versen. Dasselbe Verhältniss besteht in Bezug aus Seidenwurmsaamen, durch deren Minderertrag auch wieder viele Millionen wegsallen.

Unter diesen Umständen hatten da..n die Seidenspinnerei, Zwirnerei und Weberei aneh in diesem Jahr wieder einen harten ..^tand , um so mehr, als durch die betresfenden ^ollermässigungen in Oesterreich den L^onersabrikaten , welche ohnehin den. italienischen weit überlegen sind, die Thore geosfnet wurden.

Die Seidenausfuhr über ^plüge.. und den Gotthard betrug zusammen 1l ,358 Ballen, gegen 12,156 in 1862, wovon ^ italienische, ^ asia-

tische, in Jtalie.. gezwirnte Seide.

B a u m w o l l e . Der Knlt..r dieses Artikels wird sowohl in Unter^ als in Mittelitalien und Sardinien grosse Ausmerksamkeit geschenkt. Die Spinnereien der Lombardie, deren Anzahl auf 35 mit 163,875 Spindeln angegeben ist, werden nun meistens mit einheimischer Baumwolle alimentirt..

Die Baumwollweberei ^ählt annähernd 7200 mechanische und Handstühle.

Jn ^...in bestehen nur ^wei Spinnereien u^it ^usau^neu 9,280

Spindeln.

^enna.

Aus einer Vergleiehnngstabelie der Ein^ und Aussuhr dieses Hafens.

erzeigt sieh eine erhebliehe Verminderung in der Einsuhr von Käse, Baumwollengarnen und Geweben aus der ^chwei... Jn Garnen fand ausnahmsweise in den Monaten Juni, Juli und August ein lebhastes Geschäft statte Was Baumwollengewebe anbetrifft, so soll dort sür einige Sorten ein

500 guter Absaz ehielt worden sein, hauptsächlieh werden unsere Madapolam^ gerühmt, deren Appretur derjenigen von Mülhausen ziemlieh nahe kommt.

^Jn bedrukten Banmwollentüchern haben die Jndiennen aus den Fabriken von Bondr..., und Winterthur vorzüglich Gnnft gesunden. St. Galler Mousselmen und Broderien waren verhältnissmässig vernachlässigt, so auch halbwollene Stosse und Leinwand. Dasselbe war mit Seidenbändern und Uhren der Fall. Ueberhaupt soll das Genua-Er^portgeschäft wahrend des Jahres 1863 sehr sehwach gewesen sein und sich der Verkehr in vielen Seh.veizerartikefn aus die Lokalkonsumation beschrankt haben. Aneh beklagt. man sieh über die Donaneformalitäten , welche auf verschiedene Artikel, wie ^. B. Eigarreu, sehr lästig fallen.

Was die Ausfuhr Genuas von Waaren nach der ..^.hwe^ betrifft, so bleibt sich dieselbe ziemlich gleich. Die .Kantone Granbünden und .Hessin fallen dabei am meisten in Betracht.

Eine baldige Eisenbahnverbindung der Schweiz mit diesem mittelläudischeu Hafen wird von dem dortigen Handelsstand sehnlich gewünscht, indem schon jezt viele Waaren sür Süditalien über Marseille versandt werden, und der Transitverkehr Gennas dadurch bedeutend gelitten habe.

Der Diskontosnss in Genua schwankte zwischen .^ und 9 ^.

^i.^orno.

Jmmer noch in seiner Uebergangsperiode begriffen, tonnte sich anch im verflossenen Jahre Toskana nieht ans seinen., leider schon lange an^.

haltenden abnormalen Znstande herauswinken , dazn kon^nt noch die Besürehtung einer baldigst bevorstehenden Umwandlung des gegenwärtigen.

^reihasens.^stems ^ivornos, wodnreh niehrere Industrien und besonders das Grundeigentum sehr bedeutend benaehtheiligt würden.

Die Wein^ , Getra^de^ und ..^eidenernte. war in. verflossenen Jahre nur mittelmässig, während dagegen die .^.el- und Maisernte, sowie anch die Hornvieh- und ...^ehaf^u..ht sehr erfreuliche Resultate lieferten.

Die ^trohsabrikation, uebst mehrern andern kleinern Judustrien, hatten in Folge der ^tokung des überseeischen Handels viel zu leiden.

Dagegen soll die Ausbeute in den dortigen Kupfer-, Blei.^, Eisen^ und Marmorgruben sehr ergiebig gewesen sein und die Ausbeute von Bora^säure ein schoues Resultat geliefert habeu.

Der Absaz von schweizerischen Exportartikeln während l 863 ...war im Allgemeinen wesentlich unbedeutender als in srühern fahren. Wie Genua, so beklagt sieh auch Livorno über die ^toknng seines Exportgeschäftes nach der afrikanischen Küste, wobei ^ehwei^.rwaaren in einem ziemlichen Ver^ hältniss in Betracht fallen.

Unter den baumwollenen ..^tosfeu seheinen sich die ..^ a r s e n e t s allein eines stärkern Absazes erfreut zu haben, während die meisten andern Artikel, so wie aneh Leinwand, Seidenstofse und Bänder eher ab.. als ^..genommen

50t haben. (Was diese ^tosse und Länder anbetrifft , so stimmen versehiedene der eingelaufenen Konsulatsberi.hte daxin überein, man scheine sich in der Schweiz nicht genug Mühe geben zu wollen, um sowohl im ...^eschmak. als in der Farbe und den Mustern den französischen Fabrikaten so viel wie moglu.h gleichzukommen.) Uhren fanden in den billigern Sorten guten Absaz. Käse und Leder wie früher.

Die Ausfuhr von Waaren von Livorno uaeh der Schweiz wandte sich auch dieses Jahr grosstentheils wieder über Marseille, beschränkte sich übrigens auf ^,ele, Farb- und Medizinalwaaren und Südfrüchte.

Da Talg. und Fettwaaren tm Neapolitanischen dieses Jahr einen. voxtheilhasten Absaz fanden, so horten die srüher nicht unbedeutenden Sendungen in diesen Artikeln beinahe ganz auf.

Für einige interessante ausführliche Auskünfte über die Entwiklung des italienischen E i s e n b a h n w e s e n s müssen wir uns auf den Bericht unsers Konsuls, Hrn. Fehr^Sehmohle, beziehen, welcher s. Z. im Bundesblatt verofsentlicht wurde.

^ Die Bank von Livorno wurde im verflossenen Jahre der italieniseheu Staatsbank einverleibt, ihr aber von der Direktion in Turin ansnahmsweise und nur für einige Jahre die Beibehaltung mehrerer der frühern Reglementsbestimmungen gestattet. Die Dividende für l 863 soll wenigstens 10 .^, betragen. Der Diskontosuss schwankte zwischen 5 und 8^, blieb mithiu meisten.... hinter dem .^a^e der italienischen Rational^ bank ^urük.

.^a.^ell.

Die Einsnl..r von .......ehweizerartikeln in das Neapolitanische hat in diesem Jahre eine steigende Bewegung erzeigt, und zwar haupsäehlich aus bedrukten Baumwollen- und Glarnerkopftüehern.

Einige dort etablirte Schwei^ergeschäste sollen im Jahr 1863 ihre Einsuhr in diesen Artikeln mehr als verdoppelt haben. so hatten sich anch rohe Baumwolltü^her, Madapolam^ und rothe Adriauopels von schweizerischer Manufaktur eines schonen Absa^es zu ersreuen, und zwar ungeachtet der sonst allgemeinen ....^tokung der Ges.häste in Manufakturwaaren. .^t. Galler^Mousseline, Bettüberzüge, Vorhänge und brodirte .^.hawls waren ^ei dieser EiusuhrZunahme ebenfalls vertreten, wahrend leichte .^ha.^ls, Bar^ges und earolirte Mousseline und Broderien eher ab- als Angenommen hatten.

Da.gegen klagt man, wie an manchen andern Vlä^en, uber die immer mehr und mehr abnehmende Einsuhr von Leinwand, die, wie es scheint, mit den italienischen Artikeln dieser .^lrt nicht mehr konkurriren kann.

Die ^.eidenbandinduftrie, nachdem sich dieselbe während langer Zeit enthalten hatte, mit dieser Vrovin^ in Verbindung zu treten , sängt nnn an, dort einen schonen Absaz zu finden , besonders seit sieh die Baslerfabriken mehr daran gelegen sein lassen, dem dortigen Gesehmak entsprechende Waaren zu liefern , dagen leiden Zürchertaffetas unter der Konkurrenz von

502 Ober^Jtalien und Frankreich. Jn Uhren und Bijouterie soll ein Umfaz von annähernd zwei Millionen Franken erhielt worden sein , ein etwas geringerer als in srühern Jahren, und zwar aus Gründen der Konkurrent deutscher Fabrikate, welche eine gewisse Art Bijouterie billiger liefert, als die Schweig

Ein Gegenstand von Wichtigkeit für die . Baumwollindustrie im .Allgemeinen ist die grosse Ausdehnung, welche in lezter Zeit die Knltnr der Banmwollpflanze in Unter-Jtalien und Sizilien erlangt hat , und deren Ertrag für das Jahr 1863 bereits auf vierzehn. Millionen Kilogramm gefchä^t wird. Der schnelle nnd vortheilhafte. Absaz, welchen diese verhältnissmässig reichliche Ernte gesunden, wird demnach ^.r Folge haben, dass bis nächstes Jahr noch viel bedeutendere Streken Landes mit Baumwolle bepflanzt werden, deren Bedeutung sieh in einzelnen Brovinzen sogar verdoppeln würde. Jn einigen Theilen soll sieh der Ertrag dieses Artikels ans 16, ja 18 Rentner per Hektare ....... 2,78 Jncharten belaufen, der Mittelertrag jedoeh nur bis auf 600 Kilogramm, Fr. 6 per Kilog.

^ Fr. 3600 per Hektare, oder ungefähr ^r. 1300 per Jnchart.

Die Kultur dieser Bflanze erfordert jedoch eine gut eingerichtete Wässerung (in Amerika wird berechnet, dass von der Zeit der Bfla^znu^ bis zur Ernte ungefähr 20 Zoll Regen fallen), und es würde in e.uem tr^kenen Jahre , wo keine andern Wäsfernugsmittel bei der Hand sind , die daherige Ernte sowohl in ^e^ug aus .^..antität als Qualität nicht re^ lieh aussallen. Was die Qualität betrisst, so solleu einige Sorten dem

Renorleans^Middling gleichkommen.

Wie die Banmwollkultnr , so scheut au eh die Krappkultnr mit grossem Erfolg betrieben ^u werdeu . der Ertrag von 1863 wird auf eirea

12,500,000 Kilogramm g^ehä^t, von welchen ungefähr 4,800,000 naeh^

Marseille und 2,400,l)00 nach England ausgeführt wurden. ..Dieser Artil.el soll seiner g^teu Qualität wegen sogar in ^rankrei.h selbst theurer als der franzosis^e befahlt werden.

..^es.^a.

Der nns von Messina eingegangene Handelsbericht sür das Jahr 1863 enthält eine Besehreibung der dortigen Zustände, welche steh, was die offentliehe Ordnung und die Handhabung der Geseze betrifft, seit einiger ^eit um Vieles gebessert haben soll.

Der Ertrag der L e i d e n e r n t e war im Ganzen uieht gross, einige Laudestheile waren verhältnissmässig begünstigt, während in andern Theilen der Ertrag änsserst gering war, was grosstentheils dem Ursprung des Seidenwurm^amens zuzuschreiben ist. Derjenige aus Smr^rna und Kleinasien lieserte sehr schlechte Resnltate. während solcher aus Makedonien. der

Wallaehei und den Gebirgsgegenden Siziliens im Allgemeinen gut rentirte.

503

-^

-.^and.

Petersburg.

Die grosse Ausdehnung dieses Landes , sowie der Umstand , dass ...n den russischen Grenzzollämtern der Ursprung der impoxtirten Waareu nicht berüksiehtigt wird, machen die Ermittlung unserer gegenseitigen Verkehrsbewegnng zur Unmo^iehkeit. Dessen ungeachtet gab sieh Herr .Konsul B o n e n b l u s t die Mühe, einige Erkundigungen zu sammeln, von denen hier ein knrzer Auszug folgt.

S e i d e n w a a r e n , wie Floxenee, Mareelinen , Lustrinen und Gros du Rhin werden aus Zürich und Basel in einem ziemlich beträchtlichen Verhältnisse bezogen. Was die schwerern Artikel betrisst, so wird den.

Lhouerartikel der Vorzng gegeben ; fa^.onnirte und gewürfelte Zeuge werden

im Lande selbst sabrizirt.

Seidenbänder wurden im verflossenen Jahre weniger verbraucht ; übrigens beklagt man sieh über langsame Ausführung der Bestellungen, welche hinter der ^hnelligkeit von ..^t. Etienne weit zurükbleibt.

Weisse und leichte Baumwollenwaaren , Mousselinen und ..^tikereien werdeu aus ^t. Gallen und Appeseli ziemlich viel bezogen. Jn gestikteu Tulles ist wegen des hohen Eingangszolles nichts^. machen, so auch mit bedrukten^ Mousselinen, Organdi, Jaeonats und Ealieots. Jm Ganzen war der Absaz von Baum.vollenwaaren verhältnissmässig sehr gering, um so mehr, als dieses Fabrikat in vielen fällen durch leinenes und wollenes erseht wird, welches aus der Schweiz nicht zu beziehen ist.

Aargauer elastische Gewebe werden dort immer mehr und mehr vou englischen Fabrikaten, und die Aargauerstrohgeflechte von den toskaniseheu verdrängt.

Der Uhrenhandel und die Bijouterie, obwohl unter dem Drnk der allgemeinen Geldverhältnisse leidend, ist besonders in den^billigern Porten eines ...lnssehwunges fähig, da das gemeiue Volt ein grosses Gefallen^ au diesen Artikeln ^u finden seheint.

Sch.vei^erkäse wurden ungefähr ^6000 Zentner naeh Russlaud geführt.

Der Markt wird aber häusig durch .Konsignation geringerer Qualität

überfüllt und bringt daher oft Verlust. Die ^ollansäze sind in Russ-

land aus einer .Menge von Artikeln so hoch, dass ein grosses Geschäft in unsern Exportwaren beinahe unmöglich ist. ..^o befahlen Seidenwaaren und seidene Tücher, dichte, gewobeue und bedrukte, Fr. 20 per .^chwei^erpfund. Seidene Bänder aller Art ^r. t0 per Vsund u. s. w.

Der direkte Exporthandel von Russland naeh der Schweiz ist vou geringer Bedeutung. Die Exportartikel dieses Landes, wie Metalle, flachs und Hanf, ^ettwaaren, Getraide, Wolle, Bserdhaare, .^elle und Velze kommen meistens über Hamburg nach der Schweig. Die Ausfuhrzölle aller dieser Waaren sind unbedeutend. ^) ^in. ^exzelchnlß der .Einfuhrzoll.. findet sieh im .^onsul...^berieht , der s. Z.

durch das BundesbIa.^ veroffentli..ht werden wird.

504

Odessa.

Die Bedeutung dieses früher so viel versprechenden ^eehafens vermindert sieh von Jahr zu J..hr, und es hat unter Andern. in. verflossenen Jahre dessen Export allein um beinahe 2^ Millionen Rnbel abgenommen. Dasselbe Verhältniss besteht auch in Bezug aus die Einfuhr, welche t ,663,782 Rubel weniger betrug, als im leztver.viehenen Jahre.

Jm Jahr 1862 betrng die Einfuhr von Maschinen R. 1,3l5,3l4 ,, ,, 1863 nur noch . ,, 278,..)10 Unterschied R. 1,036,404 Jn dieser Maschineneinsuhr signrirt eine Dampfmaschine aus der Fabrik der Herren Eseher, W^.ss nnd Eomp. in Zürich, welche ein dortiger Rheder für einen Flussdampser bestellt hatte, und welcher von allen Kennern vielfach gerühmt wird.

Ueberseeisehe Länder.

^e^eini^e Maaten ..^n ^..^da.ne^a.

Obwohl uns bis zur Stunde noch kein umständlicher Handelsbericht aus diesem durch Bürgerkrieg heimgesuchten ^ande eingegangen ist, so konuen wir nicht umhin, dasselbe mit Be^ug ans unser.. früher so wichtigen Verkehr mit einigen Worten zu berühren.

Angesichts der dortigen politischen Störungen und des nun bereits seit drei Jahren ununterbrochen wüthenden Bürgerkrieges müssen wir uns wnndern, wie wenig in gewissen ^weigen die Gesehäste unter diesem Zustand der Dinge litten, sa wie eben dieser Umstand eigentlich dazu beigetragen ..u haben scheint, die dortige einheimische Jndustrie ^zu entwikeln, währenddem noch daneben die Einsuhr beständig im Zunehmen blieb. So soll ^. B. im Berichtsjahr die Einsnhr von Schweizeruhren in dieses Land eine nie zu...or gekannte .^ohe erreicht haben. Der Grund davon mag wohl darin ^u suchen sein, dass die mit den wirklichen Bedürfnissen der Bevölkerung in keinem Verhältniss stehende ungeheure Zirknlation von Werthpapieren, ^chazscheinen, Banknoten ^e., einen allgeuieineu, obwohl nur fiktiven Wohlstand erzeugt hat, ^dessen Bedürfnisse den Produkten der einheimischen sowohl, als der europäischen Jndustrie zu gnt kommen. Rebstdem muss dnrch diesen Ueberfluss von Papiergeld dort eine Art Misstranen entstehen, .velehes den Einzelnen veranlagt, sich in Erwartung kommender Ereignisse durch Ansehassnng von Gegenständen bleibenden Werthes (Uhren, Bijouterie ^e.) sur den ^all einer Ent.verthung seiner Vapiere theil^eise schadlos ^u halten.

.

.

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^ e .

r i ^ .

Unter den jezigen Verhältnissen dieses Landes wird es bereits zur Unmöglichkeit, genaue Angaben über den dortigen Verkehr zu erhalten.

5 .

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^

Die Verbindung zwischen der Hauptstadt und dem Meere (Vera Ernz) war beinahe das ganze le^te Jahr unterbrochen , worunter der Waarenhandel nicht wenig zu leiden hatte, da der Transport von Gütern nur durch grosse Umwege bewerkstelligt werden konnte. Agrikultur und Minen litten in demselben Verhältnisse . viele unmittelbar von Truppen besehe Distrikte wurden gar nicht bepflanzt. Was den Landbau betrisst, so hat die Baumwollkultur bedeutend zugenommen^ dasselbe ist mit Kasfee der Fall. Eine Aussuhr wird ^war nur dann stattfinden l.ounen, wenn einmal durch Anlagen von Eisenbahnen die Trausportunkosten ver.^ ringert werden.

Von einer Einwanderung dorthin kaun uuter den Ie^gen Umständen einstweilen noch keine Rede sein, da zu besür.hten ist, dass die Ruhe noeh für einige Zeit nicht wird hergestellt sein. Sollte aber Mexiko einst eine stabile Regierung erhalten, welehe die Geseze zu handhaben vermochte, so steht zu erwarten , dass dort in kurzer ^eit ein Verkehr entstehen würde.

welcher, genährt von den ungeheuren Hilfsmitteln dieses von der Ratur so begünstigten Landes, eine Ausdehnung erreichen konnte, deren hohe Bedeutung sur einzelne unserer Gewerbszweige nicht zu berechnen ist.

^erl,..n.^lunaen^ l.etretfend ..^e ^hu.e^eri^.e.. ^nsnlate.

.^. K o n s u l a t e in Europa.

Der seit 1847 als Generalkonsul in .^.t. P e t e r s b u r g snngirende Herr ^ran^ Loubier von Reuenburg starb bei. einem vorübergehenden Besuch in Geuf und wurde durch Herrn ^ran... Bonenblust ans Aarburg erseht. . Als Vize^Kousul wurde ihm .beigegeben Herr Adolf .Glin^ aus St. Gallen. Beide sind als Handelsleute in ^t. Betersburg niedergelassen.

Aus das Begehreu um Errichtung eines schweizerischen Konsulates in München traten wir nicht ein, weil das Bedürfuiss da^u sieh^ bisher in keiner Weise fühlbar gemacht hatte. Ebenso .lehnten wir die Aufstellung eines Konsulates in An e on a ab, da eine Untersuchung der ^aehe dargethan hatte, dass keine Rothwendigkeit dasür vorhanden sei.

An die Stelle des demisfionirenden Herrn Emanuel Z w i l e h e n b a r t aus Basel haben wir den Hrn. Eharles B o r g e t aus Geuf zu unserm Konsul in L i v e r p o o l ernannt, wo derselbe als Kaufmann etablirt ist.

Den ebenfalls sich ^urükzieheuden dortigen Vi^ekousul, Herrn Rudolf Z w ^ i l e h e n b a r t , ersehen wir dureh^ Herrn Eduard B i e t e t aus Geus.

Ein Begehren um Erri.htuug eines sehweizerischeu Konsulates in W a r s c h a u , zum S eh uze der dort sich aufhaltenden ^chwei^er, konnte im Berichtsahre seine Erledigung nieht finden, kann daher ^erst im nächsten Geschäftsbericht behandelt werden.

Das Entlassuugsbegehreu des Herrn J. Beter Ruch vou seiner

Stelle als Konsul in Hamburg konnte seine Erledigung ebenfalls nicht

.^06

erhalten, weil die Ernennung seines Rachsolgers sich bis ins Jahr 1864 verzogerte. Sehnlich verhält es. sich mit einem Gesuch um Errichtung eines Konsulates in E a d i x ^ , wo ein solches allerdings wünsehbax zu sein scheint, bis zum Jahressehluss war es aber nicht moglich, zur Erledigung dieser Angelegenheit zu gelangen.

h. A u ß e r h a l b E u r o p a .

Jm Berichtjahr verstarb in H ig h la nd H. konstant R il ti et aus Genf, Konsul sür den Vll. Bezirk. bestehend aus den nordamerikanischen Freistaaten Missouri , Jlliuois, Kausas und Rebraska. derselbe wurde erseht in der Verson des Herrn J. L a u e aus Wildegg (Aargau), als Kaufmann in .^t. Louis angesessen. Dadurch wurde die längst gewünschte Verlegung des Eonsulatssi^es uaeh dem viel zwekmässiger gelegenen St. Lonis ermoglieht.

Der bisherige Vizekonsul in .^ighland, Herr Dr. Med. Abr. ^ e l d e r von Ebnat, erhielt aus sein Begehren seine Entlassung in allen Ehren und wurde durch Herrn B. Gu^e aus Verrieres erfezt, der in St. Louis uiedergelassen. ist.

Für das erledigte Konsulat in L oui sville hatte sich keine passende schweizerische ^ersonlichkeit gesunden, welche sich zur Uebernahme desselben bereit erklärt hätte. Wir haben deshalb einen ^uns sehr empfohlenen Herrn Theodor ..^ehwar^ aus Hannover ^um Konsulatsverweser bezeichnet, welcher auch seither die vorkommenden Geschäfte besorgt. Die verlangte Begutachtung des Generalkonsulates in Washington über die ausgetauchte ^rage der Verlegung des Konsulatssizes fur dieseu Bezirk nach Eineiunati steht noch aus. Ju ^ E h i e a g o wurde die Errichtung eines ^izekonsulates verlaugt. Da die Ausstellung eiues solehen eine Modifikation der Konsulatsbe^irke erfordert, so musste vorerst bei der Regierung der Vereinigten ...Staaten Erkundigung eingezogen werden, ob ihrerseits einer solchen Abänderung keiue Hindernisse entgegenständen. Da die daherige Autwort einige Zeit ausstand , so .kounte dieses Geschäft ini Berichtsahre seine Erledigung nicht mehr finden.

Aus den Vorschlag der Errichtung eines Konsulates in Dubue.ue traten wir nicht ein, da uur uns ^...n der Notwendigkeit eines solchen noch nicht überzeugen konnten und die Ersahrnug lehrt, dass bei Aufstellung neuer Konsulate je länger je mehr. Vorsicht noth thut, weil es

häufig sehr schwierig ist, geeignete Bersonlichkeiten sür solche stellen ^u

finden und die Uebertraguug von solchen au Leute, die sieh nicht da^u eignen, oft mit großen Uebelständen , ja osters sogar mit direkten Rachtheileu verbunden ist, indem sehr oft die Ausstellung vou Konsulaten aus rein persouli.hen Gründen verlangt wird. Aus denselben Gründen lehuten wir die Kreation Deines Konsulates in B a n a m a ab.

Dem .^izekonsnl in Rio^Jaueiro, Herrn Gottlieb Keller von Weinfelden, ertheilten wir die .^on ihm verlangte Entlasfuug von dieser

507 Stelle, welche bisher noch nicht wieder beseht worden ist. ...^...ithe... langte auch das Entlassungsgesuch des dortigen Generalkonsuls, Herrn E. Rasf a r d , ein. Ein an ihn gerichtetes Ansuchen, aus seiner Demission nicht verharren ^u ^vollen . blieb ohne Ersolg. Da es schwierig ist, daselbst geeignete Bersonliehkeiten zu finden, die sich ^u solchen Chargen gebrauchen lassen, so konnte die Ersezung des Herrn Raffard im Berichtsahre nicht mehr stattfinden. Dieselbe ^ird deshalb un folgenden Geschäftsberichte ihre weitere Behandlung finden. Einem Begehren um Ausstellung eines .Konsulates in M o h o b a m b a (Veru) wurde nicht entsprochen, weil das Bedürsniss eines solchen in ^ keiner Weise ^argethan war. Die Wiederbese^ung des durch die Entlassung des Herrn Heinrich D i e t r i c h von Greisensee erledigten Konsulates in E a n t a G a l l o .^Brasilien) konnte im Berichtsjahre nicht ersolgen , indem die zu diesem Ende eingezogenen Erkundigungen noch ausstehen.

Aus den gleichen Motiven n.usste die Erse^ung des den.issionirenden Herrn G. Galli, von Rovio (.Dessin), als Konsul in M o n t e v i d e o pendent bleiben.

Den bisherigen Konsul in A l g i e r , Herrn Rndols B i e l e r .von Basel, mnssten wir abberufen, weil dessen Verhältnisse sich so gestaltet hatten, dass ein längeres Verbleiben desselben im Amte der Schweiz keineswegs zu... Ehre gereicht hätte. Ueberdiess war derselbe nicht im Stande, sich über mehrere gegen ihn eingereichte Klagen zu rechtfertigen , indem verschiedene Brivateu Gelder ^von ihm reklamh.ten. welche er für ihre Rechnnng erhoben hatte, ohne sich über deren Ablieferung ausweisen zu konnen.

Die Wiederbese^ung Dieses Konsulates gehort in deu kunstigen Geschästsberieht, da solche im legten ^ahr nicht mehr u.oglieh war.

Ein Gesuch uni Errichtung eines Konsulates in A l e ^ a n d r i e n (Eg.^pten) haben wir abgelehnt .^egen mangelnder vertragsmassiger Eompetenz ^ur Errichtung von Konsulaten im türkischen Reiche, so wie auch wegen mangelnden Nachweises des ..Bedürfnisses sür eine solche.

Rachdem die Uebereinkunst mit den N i e d e r l a n d e n , betrefsend die Errichtung von schweizerischen Konsulaten in Niederländisch .. Jndien in Wirksamkeit getreten war, glanbten wir, das schon längst als Bedürsniss anerkannte Konsulat in B a t a v i a ins .^eben treten lassen zu sollen. Aus verschiedenen Richtungen eiuge^ogene Erkundigungen bestimmten uns, den Hrn. Kourad ^ouderegger von Trogen, Ehes eines der ersten Haudelshäuser in Batavia, znm Konsul sür dieseu Pla^ ^u wählen. Damit dürste wohl endlieh eine fühlbare Lnke in unsern überseeischen KonsulatsVerhältnissen ausgefüllt sein.

.

Die ostern Abwesenheiten des in. vorigen Jahre zum Konsul in Manilla ernannten .Hrn. ^eter Jenni von Schwanden liessen die Ernennung eines .^izekonsuls sür diesen Vlaz um so wünschbarer erscheinen, und wir hoffen, iu Kurzem zu einer Wahl sehreiten zu konue...

^08 Verschiedene Reklamationen und plagen, die gegen den schweizerischen Konsul in M e l b o u r n e , Hrn. Rentsch , einlangten. wurden demselben zur Rechtfertigung zugesandt. Bis jezt hat derselbe, wiederholter Reehargen ungeachtet, noch nicht geantwortet, so dass ihm endlich eine lezte Frist bestimmt werden musste. Verstreicht diese wieder unberüksiehtigt, so werden wir die angemessenen weitern Massregeln treffen.

^er Bundesrath wird stets den Kon s u l a t s v e r h ä l t n i s s e n eine besondere Aufmerksamkeit schenken, um einerseits unsern Konsulaten eine grossere Rüzlichkeit zu verschassen und andererseits, wo moglich, die bisheri^eu osteru Uebelftände in den Versonalverhältnissen zu verhindern, so wie ans denjenigen fläzen, deren Konsulate in ihrer Wirksamkeit zn .vünschen übrig lassen, die erforderlichen Veränderungen anzubahnen, indem eine Ziemliche Anzahl derselben weder die periodisch vorgeschriebenen Beriete, noch überhaupt sonst gegenüber nns, e.n Lebenszeichen von sich geben, aus dem sich ein Jnteresse für unsere allgemeine Wohlsahrt schlössen liesse, während dagegen viele Konsulate durch eine rege Thätigkeit und viel Eisex, ja selbst durch erhebliche Opser ihre Anhänglichkeit an unser Vaterland rühmlich beurkunden. Bei diesem Anlasse dürste dann aueh die bereits hängende .^rage ihre Erledigung sindeu, ob und welche Konsulate angemessen zu subventioniren wären.

^erh..ndlnnaeu mit den ^...nt.^nen.

Regulirung des P e r s o n e n v e r k e h r s zwischen Basel und R i e h e n , ans d e r b a d i s c h e n W i e s e u t h a l b a h n .

Kurze ^Zeit nach Erossnung der badisehen Wiesenthalbahn (Basel..

Sehopsheim) gab nns die Regierung von Basel^tadt Kenntniss von Klagen , die im Publikum laut geworden sind über di.^ Kontrolmassregeln, welche die badische Zollverwaltung gegenüber denjenigen Reisenden ^ur Anwendung brachte, welche bloss von Basel nach Riehen und umgekehrt die ^fragliche Bahn benuzten. Auf eine desshall. von Basel-^tadt an uns gelangte Reklamation. welche wir begründet fanden, richteten wir an die Grossherzoglieh badische Regierung das Verlangen um Abhilfe.

^iese Leztere zeigte sich sogleich bereit und fchlng die Abhaltung einer Konferenz vor, welche in Basel stattfand und am 2^. März in eiuer seither beidseitig ratisizirten Konvention - vide off.z. ..^amml., Bd. Vll,

Seite 532 -- ihren Absehluss saud. ^ureh dieselbe wurden dann auch die lant gewordenen Beschwerden beseitigt, wenigstens laugten seitdem keine Klagen^ mehr ein.

Eine von Hrn. ...Samuel Uhlmaun in Herdern, Kts. Thurgau, eingereichte Besehwerde, gegen die ^orm der von den .Behorden des K a n t o n s W a a d t bei der dortigen Einsuhr vou geistigen Getrauten schweizerische^ Ursprungs verlangten Ursprungszeugnisse, wnrde der Regierung von Waadt zur Vernehmlassnng mitgetheilt und dieselbe eingeladen, die daheriaen Be-

509 stimmungen, nach Vorschrift des Art. 32 d.er Bundesverfassung, dem Bundesrath zur Brüsung und Genehmigung vorzulegen. Aus den von W.^dt gemachten Vorlagen ergab es sich, dass .die Reklamation des Hrn. Uhlmann gegründet war und folglieh die waadtländischen Bestimmungen über die Form der Ursprungsscheine den Forschriften der Bundesverfassung nicht entsprechen. Aus unsere daherige Einladung änderte Waadt dieselben in der gewünschten Weise ab, worauf wir seine daherige Verordnung genehmigten. Der Reklamation des Hrn. Uhlmann .^urde somit Rechnung getragen.

Die von einem Hrn. Samuel Tschamper, Kappenmaeher in Aarburg, gegen die Regierung von L u z e r n wegen Bezug von Marktpatentgebühren eingereichte Beschwerde mnsste abgewiesen werden, da dieselbe auf unrichtigen Anschauungen beruhte, indem ^etent die Marktgebühren mit den Vatentta^.en der Handelsreisenden verwechselt hatte, die durch einen Bm.desbesehluss von 1.^59 abgeschafft worden sind.

Balz Frun^, J. M. Dnrrer und Mithaste aus Sachseln beschwerteu sich in einer an uns gerichteten Eingabe gegen die von der Regierung von O b w a l d e n ausgestellte Verordnung über die Ausübung des Mezger..

berufes in Obwalden, und verlangten, dass dieselbe, als im Widerspruche mit dem Art. 29 der Bundesversassnng und Art. 20 der .^....tonsversassung stehend, ausgehoben und der Verkehr mit Fleisch, so wie das Fleischergewerbe frei gegeben werde. Mit ihrer Vernehmlassung legte die.

Regierung von Obwalden die daherige Verordnung gleichzeitig zur Genehmigung vor.

Wir haben bei Prüfung dieser Verordnung bloss im Art. 8 derselben eine Bestimmung gefnnden, die dem Art. 29 der Bundesverfassung widerstritt, indem nämlich dort die Einsuhr von Fleisch aus einem andern Danton verboten war. Jn den übrigen Vorschristen der betretenden Verordnnng konnten wir nichts finden, das den^Grundsäzen der Bundesverfassnng widerstreitet. Aus hierseitiges Ansuchen hin hat Obwalden den ^tirten Art. 8 dahin modifiât, dass fleisch nunmehr ans andern ^antonen unter poizeilicher Aussicht eiugesührt werden darf.

. Da durch diese Modisikation des Art. 8 alles, was Anlass .^u eiu^ Einmischung unsererseits hätte Veranlassung geben können, beseitigt .r.or^ den ist, so mussten wir die Beschwerde des Balz Frunz und Mithaften abweisen und die fragliche Verordnung von ^bwalden genehmigen^ Eiuem Begehren des Gemeinderathes der . ^ t a d t .^t. G a l l e n , der, in Verbindung mit der dortigen Handelsgesellsehast, die Gestattung eines eidgeu. R i e d e r l a g s h a u s e s daselbst verlangte, haben wir ent..

sprochen , nachdem wir uns vorher überzeugt hatten , dass die dortigen Verkehrsbedürsnisse eiue solche Massnahme als wünsehbar ers.^heinen lassen.

Wir konnten übrigens einem solchen Verlangen um so leichter entgegenkommen, als für den Bund daraus keinerlei Kosten erwachsen konuen,.

B..n.^la^. Jahxg.^I. Bd.I.

43

510 weil die^ Gesuehsteller sich^ zum .Korans zur Deknng sämmtlieher Anslagen sormlich verpflichtet haben. Das Etablissement konnte im Berichtjahre. nicht eröffnet werden, weil die da^u bestimmten Gebäulichkeiten nicht vollendet sind. Sobald dieses^ der Fall sein wird, kann die Erossnung ersolgen.

Die Stadtgemeinde E hur bezieht seit vielen Jahren eine Eonsumo.^ ^ steuer aus Bier, und zwar sowol aus fremdem wie auf inländischem, d. h.

auf dem in Ehnr selbst gebrauten. Einige dortige Bierwirthe besehwerten sich bei uns gegen die Erhebung dieser Steuer, weil die Bundesverfassung bloss den Kantonen den Be^ug von Eonsnmogebühren gestatte und keineswegs auch den .Gemeinden. Die in Frage liegende ^tener sei keine altherkömmliche, weil sie erst l855 provisorisch in den Stenerplan von Ehnr aufgenommen nn.^ erst 1863 definitiv für die Zuknuft festgesezt worden sei, nach Art. 32 der Bundesverfassung hätte aber vorerst die eutsprechende Genehmigung des Bundesrathes eingeholt werden sollen , was nicht geschehen sei, und da in diesem Falle der fragliche Erlass nicht vollziehbar sei, so konne man sie, die Reklamanten, nicht znr Bezahlung jener Stener ^wiugen.

Rach eingeholtem Berieht der Regierung von Bünden, resp. der Stadtgemeinde Ehur, und nach Untersuchung .^er Sache, haben wir die Detenten mit ihrem Begehren abgewiesen, weil konstatirt war, dass jene Verbranehstener ans Bier lange vor dem Jnkrasttreten der Bundesversassung bestanden hatte, also unserer besondern Genehmigung nicht bedurfte, und im Weitern nachgewiesen war, dass jene Steuer seit der Einführung der Bundesverfassung nicht erhöht worden ist. Einen Entscheid über die Frage, ob die fragliche Bestimmung der Art. 29 und 32 der Bnndesversassnng sich bloss ans Eonsumostenern beziehe, die vom Staat, oder auch auf solche, die von Gemeinden erhoben werden, glaubten wir um so eher uuterlasse.. zu sollen, als es den Betenten srei stand, sich sür die Anshebung jener ^tener bei den kompetenten bildnerischen Behorden selbst zu verwenden.

Jm Berichtjahre legte die Regierung von F r e i b u r g ein von ihrem Grossen Rathe erlassenes Ohmgeldsgese^ , nebst dazu gehörender Vollziehungsverordnnng, nach Mitgabe des Art. 3^2 der Bundesversassung zur Genehmigung vor. Raehdem einige Mängel, welche wir an jenen beiden Erlassen gesnnden hatten, beseitigt worden waren, ertheilten wir denselben unsere Genehmigung. Das Gesez trat mit dem 1. Januar l 864

in Wirksamkeit.

Einem .von der Regierung von ^ n ^ e r n vorgelegten Reglement, betresfend den Reisenden-Transport über Weggis nach dem Rigi, ertheilten wir die Genehmigung, da solche nichts den Bnndesvorschristen Widersprechendes enthielt.

Einige Jndustrielle des Kantons ^ehw^z beschwerten sich über eine Versü^nng der Regierung von O s w a l d e n , nach weleher die Gültigkeit

511 eines patentes für Aufnahme von Wagenbestellungen aus Muster dnreh Handelsreisende auf jährlieh zehn Tage beschränkt worden sei , eine Verfügnng, die sich gegen den Bundesbesehluss vom Jahr 1859 verstosse, laut welchem jede Beschränkung der Ausnahme von Wagenbestellungen durch Handelsreisende ausgehoben worden sei. Ferne... langte eine ahnliehe Beschwerde eines Hrn. A n d r e a s aus Ragaz ein, dem die Aufnahme von Wagenbestellungen in Obwalden unter Strafandrohung untersagt worden war. Rach wiederholtem Ansuchen zeigte Obwalden dem Bundesrath an, dass diese Beschränkung schon seit einiger Zeit faktisch ausgehoben sei und dass, wenn die faktische Aufhebung nicht genüge, die Behorde von Obwalden geneigt fei, die entsprechenden Modifikationen vorzunehmen. Durch diese Erklärung betrachteten wir die fraglichen Befehwerden als erledigt.

^chnee^nch a^.n ^t. .^t.tl^.^.d.

Dieser Gegenstand gibt uns ^u keiner besondern Bemerkung Anlass.

Derselbe ging seinen ordentlichen Gang. Ausserordentliches fiel nichts vor.

Die daherigen Auslagen steigen auf ^r. 37,571. 24.

Details verweisen wir aus die allgemeine Rechnung.

Für weitere

Jn Gemässheit einer Anregung im Ständerath^ betreffend die Frage einer allfälligen Übertragung des Schneebruches an Uri , Tessin oder an einen andern Unternehmer, haben wir untersucht, ob sich Jemand zur Uebernahme desselben unter annehmbaren Bedingungen bereit zeige. Die desshalb angesagten Regierungen von Uri und Tessin haben ihre Antworten über die Frage selbst noch nicht abgegeben. Diese

Angelegenheit wird desshalb erst im nächsten Berichtjahre ihre Erledigung finden.

^,..n.^l^el.ret..ri..t.

Jn Würdigung der in unserer Botschaft vom 5. Juni 1863 (vide

Buudesblatt, Band Ill, Seite 145) entwikelten Gründe habeu .^ie, Tit.,

die von uns beantragte Errichtung einer eigenen Sekretärsstelle für die Handelsabtheilung beschlossen. Dieser Beamte hat, unter direkter Leitung des Departementsvorstehers, die Handels- und Konsulatsgeschäste, dasjenige, was ans die Verkehrsverhältnisse im Jnnern Bezug hat und gleichzeitig auch die saehbezüglichen Kanzleiarbeiten des Departements zu besorgen .

Durch diese Modifikation der bisherigen Organisation des Handelsund ^olldepartements, wodurch Handel und Zoll getrennt werden, muss der Geschäftsgang gewinnen. Jnfolge dessen ist dem von der Bnndesversammlung unterm 15.^19. Juli 1861 angenommenen Postulat, betresfend Veränderung in der Organisation des Handels^ und Zolldepartements Rechnung getragen. Es wird in Znknnft in Handelssachen mehr Jnitiative vorherrschen und auf diesem Gebiet ein regerer Verkehr Vlaz

^12 greifen. Die in Aussicht stehenden Verhandlungen mit andern Staaten zum Absehtuss von Handelsverträgen werden es auch an Anlässen ^u ausgedehnterer Thätigkeit auf diesem Gebiet nicht fehlen lassen, und ebenso dürste eine etwas genauere Ueberwaehung der innern Verkehrsverhältmsfe der allmäligen Beseitigung von Hemmnissen, welche, mit der Bundesverfassung im Widerspruch stehend, als Ueberbleibsel entschwundener Zeiten zu betrachten sind, wesentlich Vorschub leisten.

Die Besezung dieser Stelle fand im Beriehtjahre nicht mehr statt.

Verschiedene Umstände verwerten dieselbe bis ins laufende Jahr. Jm nächsten Berieht dürste uns bereits Gelegenheit geboten sein , etwas ein^ lässlieher darüber zu berichten.

^inan^ell.^.

Einnahmen hat^ das Handels- und Zolldepartement als solches keme.

Die Ausgaben werden mittelst Mandaten aus d.e Bundeskasse aus den

hiefür bewilligten Krediten bestritten und, laut Reglement über das eidge-

noffifche Rechnungswesen, wird darüber vom Finanzbüreau Rechnung geführt. Es wurden demselben die sachbezüglichen .Ausweise und Belege zugestellt und im Ganzen Fr. 26,594. 33 verausgabt, wovon.

für Reisen des Departementsvorstehers, für eine Mission nach Basel u .

a . m .

.

.

.

.

.

.

für nachträgliehe Kosten der nach Japan abgegangenen Mission, Frachten, Assekuranzprämien u. s. w.

für Entschädigungen an die Experten in Sachen der Unterhandlungen mit Frankreich, d. h. Reisekosten und .^lusenthalt in Baris, Kopiaturen, Druksachen u. a. m.

.

.

.

.

Fr.

,.

1,337.

85

307. 18

,, 24,94^. 30

wie oben Fr. 26,594. 33 . Der hiefür eingeräumte Kredit von Fr. 30,000 wurde somit im Beriehtjahre nicht ganz verausgabt.

.^. Zollverwaltung.

.^lt^emeine^.

Durch die Ausstellung eines Handelssekretärs werden dem B.^rsonal der Ober^olldirektion die bisher unter direkter Leitung des Departementsvorstehers besorgten Geschäftsbranehen , welche dem Handelsdepartement obliegen, abgenommen. Jnsolge dessen kann sieh dieses Personal in Zukunft ansschliesslieh nur mit den Geschäften der Zollverwaltung befassen, wodurch

deren Gang, Ordnung und Pünktlichkeit, namentlich mit Rüksicht auf

513 eine vermehrte Aussicht und Jnspektion an der. Grenze und bei den Gebietsdirektionen , noch mehr gehoben werden kann..

^Illt.itten.

Veränderte Verkehrsverhältnisse machten die Aufstellung verschiedener neuer Zollstätten noth.vendig. So mussten, infolge der Erofsnung der Bahnstreke Waldshnt^onstanz , auf den Bahnstationen in Erzingen, Schaff hausen und T h a ^ n g e n neue Zollstätten errichtet werden. Dieselben haben ihre Thätigkeit im Monat Juni begonnen. Die bisher in Trasadingen bestandene Zollstätte wurde aufgehoben, weil die in Erzingen errichtete auch dem gewohnlichen Verkehr genügt. Die bisherige Rebenzollstätte Fornasette im Hessin wurde vom 1. Januar 1864 an zur Hauptzollstätte erhoben und derselben ein Theil der Rebenzollstätten, welche bisher Ha nptz ollstatte Lugano unterstellt waren, ^ugetheilt.

.^er^nelle.....

Die neu kreirten Zollstätten.. so wie die Zunahme der Verkehrsverhaltniss.. bei bisherigen Zollstätten , bedingten natürlicherweise eine.

Vermehrung des Beamtenpersonals, wogegen, da wo es sieh thun liess,..

Reduktionen angeordnet wurden, so dass nach Abzug dieser leztern die wirkliehe Vermehrung sich auf zwei Einnehmer, einen ^ontroleur und zwei Gehilsen beschränkte.

.^lcht Beamte gingen mit Tod ab; darunter der Direktor des III..

Zollgebiets, Hr. J. J. Jeklin, ein treuer, thätiger Beamter, der, auf einer Jnspektionsreise begrifsen, vom .Schlage getroffen wurde. Ersezt wurde derselbe dureh Hrn. .L. Hunger, bisherigen Einnehmer am Riederlagshause in Ehur. Auch die übrigen, von denen die meisten seit dem Beginn des Zollwesens der Verwaltung treue^ Dienste geleistet hatten, .wurden wieder ersezt. Den Hinterlassenen der verstorbenen Beamten haben wir jeweilen den Raehgenuss der Besoldung während eines Vierteljahres zukommen lassen. Bei einem einzigen, der sieh entleibte, machten wir hievon eine Ausnahme.

Drei Beamte mussten entlassen und zwei davon wegen Veruntreuung den Gerichten überwiesen werden.

Jm Bureau der Oberzolldirektion trat durch Demission des Registrators, Hrn. A. Bertschinger von Lenzburg, eines pflichttreuen , tüchtigen Beamten, welcher in ein Vrivatgeschäst übertrat, eine Mutation ein.

Derselbe wurde ersezt in der Verson des Hrn. ^..l. Me.^ex von Kloten, bisherigen Sekretär. Durch das seither erlassene Besoldungsgesez wurde aber die Registratorftelle in eine Sekretärstelle umgewandelt, was auch den Verhältnissen besser entspricht.

Die Thätigkeit des Beamtenpersonals war im Allgemeinen eine besriedigende, wovon sich theils der Departementsvorskeher selbst, theils der

514 Oberzollsekretär durch persönliche Jnspektionen überzeugten. Da wo es . nöthig war, fehlte es nicht an angemessenen Ermahnungen, Rügen und Disziplinarversügungen.

Die von den gesezgebenden Räthen in der lezten Sommersession bewilligten Besoldungsausbesserungen haben ihren guten Einfluss auf die Beamten nicht versehlt, und hossen wir, dass der dadurch erhohte Eiser und Thätigkeit von Dauer sein werden.

Zollhäuser.

Das aus dem T ä g e r m o o s erstellte Zollgebäude konnte im Berichtsjahre nicht vollendet werden. ^ Bis im Frühjahr 1864 soll dasselbe zum Bezug fertig sein.

Die im legten Geschäftsbericht erwähnten Hauptreparatnren am Zollhause in G o u m o i s wurden im Jahr 1863 gemacht, wodurch das Gebände an Werth und Solidität viel zugenommen hat.

Das

von einem Brivaten erbaute Zollaebäude in Roggenburg

wurde im Jahre 1863 endlich fertig. so dass es im Spätjahr bezogen werden konnte.

als bisher.

Das

Bureau ist infolge dessen in weit besserer .Lage

Jn Brusio, resp. Eampoeologno , gelegenen Zollgebäudes hochst wünsehbar nommen werden, weil das Traeé für die immer noch nicht bestimmt war und

davon abhängig ist.

wo ist, dort eine

die Erstellung eines besser konnte noch nichts vorgebeabsichtigte Strassenanlage Reübaute natürlicherweise

Das ^Riederlagshaus in Zürich konnte, nachdem die dafür erstellten Gebäulichkeiten im äussern Bahnhos der ^ordostbahn vollendet waren, ans dem alten Kaufhause dorthin verlegt werden. Die.Free.uen^ der ^ .Anstalt ^hat infolge dessen zugenommen , allein noch keineswegs in dem Masse, wie man erwarten ^u dürfen glaubte.

Gxänzfchuz.

Die Anzahl der hiezu verwendeten Landjäger und Gränzwäehter hat sich .im Beriehtjahre nicht verändert. Mit den Kantonsregiernngen von Bern und Aar g au wurden die Verträge erneuert, und es musste auch die daherige Entschädigung erhoht werden, weil diese beiden Kantone die Besoldung ihrer Landjäger erhoht hatten und desshalb das entsprechende Betressniss von der Zollverwaltung reklamirten, ein Begehren, dessen Billigkeit wir nicht bestreiten konnten. Auch mit dem Kanton W a a d t musste der bezügliche Vertrag abgeändert werden, weil in Bezng auf die ^r-

gauisation des Dienstes sieh Uebelstände gezeigt hatten, deren Beseitigung geboten war.

Mehranslage entstand dadurch sur die Bundeskasse keine,

515 da Waadt durch eine 1862 abgeschlossene Uebereinkunst bereits eine Erhohung seiner Entschädigung um Fr. 10,00l) zugesichert erhalten hatte.

Jm Kanton R e u e n b u r g hat der Jnspektor der dortigen Gränzwächter, J. Rolli, mit Hinterlassung eines Defizits in dem Masfagut-

haben, sich entleibt.

Wir beabsichtigen,^ diese Stelle nicht wieder zu be-

sezen, sondern die daherigen Dienftverrichtungen durch einen Untergeordneten besorgen und dessen Amtstätigkeit desto genauer überwachen zn lassen.

Schmuggel.^ Die Zahl der entdekten Strasfälle, so wie der betrag der umgangenen Zollgebühren, übersteigen die entsprechenden Ziffern des vorhergehenden Jahres, was wir, theilweise wenigstens, einer vermehrten Tätigkeit des Gränzwaehepersonals zusehreiben dürfen.

Die Zahl der Zollumgehungen be-

. laust sich ans . . . .

Der Betrag der umgangenen Ge-

bühren auf . . . . .

Der

Betrag

18^3.

I8^.

798

658

^r. 4,283. 96 Fr. 2,775. 97

der eingegangenen

Bussen auf . . . . . . . 21,418. 37 ,, 15,954. 66 Unerledigte ....^traffälle blieben Ende Jahres

.

.

.

.

.

.

.

30

.

27

Die weitaus grosse Mehrzahl der ...^trasfälle wurde auch dieses Jahr wieder durch freiwillige Unterwerfung unter den Entscheid der Administrativbehorde und nur vier durch gerichtlichen Spruch erledigt.

Die Zunahme der .^trafsälle sällt aus die Zollgebiet l, V uud Vl.

Sie beruht hauptsächlich auf unrichtigen Deklarationen von Waaren, die von franzosischer Richtung her eingesührt worden sind.

Leichtere Verstosse wurden mit sehr massigen Bussen belegt.

Eine überraschende Entdekung mussteu wir zu Anfang des Beriehtjahres machen. Durch ein allzustarkes Vertrauen in die Redlichkeit des sogenannten Güterbestäters und seiner Angestellten im badischen Bahnhof zu B a s e l (einer Filiale des dortigen Kaufhauses) wurde unsere dortige Haupl^ollstätte auf eine freche und rasfiuirte Handlungsweise getäuscht und das Zollaerar um eine bedeutende Summe betrogen, welche in die Tasche des Vorstehers der genannten Bestäterei . (Schilling) fiel.

Derselbe wurde nebst zwei seiner Gehilsen durch die Basler-Gerichte mit

Zuchthausstrase belegt und zum Ersaz des Schadens verfällt. Die desinitive Erledigung dieser Sache fällt nicht mehr in das Berichtjahr;

516 sie wird, wenn nöthig, ihre weitere Behandlung im nächsten ^Geschäftsbe.richt finden.

Dieser Verfall beweist, wie sehr eine fortgesezte Ueberwaehnng der ^ollstätten, namentlich derjenigen von Bedeutung, nöthig ist. Wir werden dafür sorgen, dass in dieser Beziehung künftighin scharfe Aufsicht geübt

wird.

^iederlagshans.^erkehr.

derselbe ist nicht sehr abweichend von demjenigen des vorhergehenden Jahres.

Eingelagert wurden . . . . .

18^3.

.l..^.

^ntr. 105,015

Zntr. 104,845

Ausgegangen sind . . . . . ., 107,079 Auf .Lager bleiben . . . . . , , 8,854

,, 109,665 ,, 11,719

Die weiteren Angaben über die Frequenz der einzelnen .).iederlags^ hänser sind in der beiliegenden grossen Ueberstehtstabelle enthalten. ^ Z o l l a b f e r t i g u n g e n fanden statt.

l^3.

676,255

I8^.

647,908

18^1.

636,207

Mit dem Beginn des laufenden Jahres wurden neue Ab f e r tig u n g s k a r t e n von kleinerm Format eingeführt, was eine namhafte Ersparniss an Bapier und Drukkosten ermöglicht.

^) Diese Tabelle findet stch nur im ^annserlpt vor.

finanzielle Ergebnisse.

Die Einnahmen der Zollverwaltung haben betragen : I.......^.

Einfuhrzölle . . . . . . .

Ausfuhrzölle . . . . .

Durchfuhrzölle . . . . .

Riederlagsgebühren . . . .

Zollbussenantheile . . . .

Ordnungsbussen . . . .

Waggebühren . . . . .

Verschiedenes . . . . .

Total

18^3.

Vermehrung.

Verminderung.

Fr. 7,641,^78. 14 Fr. 7,942,169. 36 Fr. 300,491. 22 - .^ ^ 415,406. 42 ,, 496,760. 33 ., 81,353. 91 - ^ 45,158. 21 ,, 44,455. 35 . . . . . .

Fr. 702^ ^6 ^ 14,759.24 ,, 14,101. 94 . . . . . .

,, 657. 30 ^ 5,257. 8^ ^ ^48. 3^ ^ 1,790. 5l) -.- ^ 710. 72 ,, 807. 60 ^, 96. 88 .... .^ ^, 14,022. 31 ,, 14,246. 87 ,, 224. 56 - ,, 19,464. 30 ,, 20,893. 86 ,, 1,429. 56 - .--..

Fr. 8,156,457. 21 Fr. 8,540,483. 68 Fr. 385,336. 63 Fr. 1.360. 16

Mithin erzeigt sich eine Mehremnahme gegenüber 1862 von Fr. 3.^4,0..^. 47 und im Vergleich zu 1852, in welchem Jahr der jezige Zolltarif in Anwendung kam, eine solche von Fr. .^,8^....,.^.......^. 83.

.

^ ^^

..^

Die Ausgaben der Zollverwaltung betragen :

Für ,, ,, ,, ,, ,, ,, ., ,,

18^. .

I8^3.

Vermehrung.

Verminderung.

Gehalte . . . . .^ . Fr. 468,724. 98 Fr. 5062l)7 37 Fr. 37,482. 39 Reifen und Expertisen . . ,, 7,375. 35 ,, 6,450. 5l.) . . . . . .Fr. 924.85 Büreaukosten . . . . ,, 113,057 48 , 110999 88 . . . . , , 2,057. 60 Bauten . . . . . . ,, 58,889. 23 36 ^^. .^ . . . . . ^ ..)l)^ 16 . . . . . .. 1800.

70 Mobiliar und Geräthschasteu ,, 7,835. 03 ,.

6 .^.4. 33 Gränzschuz . .

. . ,. 278,986. 78 , 294 767 ..3 15,780. 75 - -Zollauslosung . . . . ,. 2,433,195. 91 ,, 2,473,195. 91 ,, 40,000. --.

-- Schneebruch am St. Gotthard ^ 23,342. 11 ,, 37,571. 24 ^ 14,229. 13 Verschiedenes . . . . ,.

28,697. 45 ,, 32^,719. 76 ,, 4,022. 31 Total Fr. 3,420,104. 32 Fr. 3,^04 ,935. 59 Fr. 111,514. 58 Fr. 26,683. 31 ^llso erzeigt sieh im Vergleich zu 1862 eine Mehrausgabe von Fr. 84,83t. ...7.

-

^ur Ausmittlung der wirkliehen Verwaltungskoften stnd jedoch von den Total-Ausgaben von

Fr. 3,504,935. 59

abzuziehen, die Auslagen für: Neubauten und Mobilienauschasfuugen mit . . . . . .

Zollauslosung u n d Sehneebruch . . . . . . . . .

Zollrükveraütungen . . . .

. . .

...

Fr. 43,023. 40 ,, 2,510,767. 15 ,, 11 917 61 ^

...^

.

^ .

^ .

^ ^ ^ .

^ ^ ^ ^ ^ ^ ^ .

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^ .

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2,.^o.^,^^8.

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.

^

.

l ^

Es bleiben also wirkliche Verwaltunaskosteu . . . . .

.^r. 939.227. 43 oder 10,.,^.^^ der Rohemnahmen, gegenüber 10,^^, ^ im Jahr 1862. Diese Erhohung rührt von den erhohten Gehalten und Gränzschuzkosten her. Jm Ganzen genommen hat sich das Verhältniss zwischen Einnahmen und Ausgaben nicht verändert; denn bereits im Jahre 1852 betrugen solche 10,^.^e der Roheinnahmen, trozdem seither die Zahl der Zollstätten und Beamten bedeutend vermehrt und die Gehalte wesentlich erhoht worden sind.

519 Gegenüber dem Budget finden wir folgende Resultate : Die Einnahmen waren veranschlagt zu . Fr. 7,000,000. Rach der Rechnung betrugen dieselben. . .

., 8,540,483. 68

Also mehr als budgetirt . . . . . . Fr. 1,540,483. 68 Die .Ausgaben waren, inklusive Rachtragskredite,

angeschlagen zu . . . .

Fr. 3,525,650. --während sie in Wirklichkeit nur den Betrag erreichten von . ,,. 3,504,935. 59 Also weniger als bewilligt . . . . . . ,. 20,714. 41 Der Vorschuss, im Vergleich zum Budget, be^ laust sich also auf . . . . . . . . . ^r. 1,561,I98. 09 Wir legen diesem Bericht eine detaillirte Uebersieht der wirklichen Einnahmen und Ausgaben im Vergleich zu den Budgetanfäzen bei, auf welche wir hier, der Kürze wegen, verweisen.

Zur Erklärung der Abweichungen gegenüber dem Resultate von 1862 fügen wir hier noch bei, dass die Gehalte im Jahre 1863 dnrch das neue Besoldnngsgesez wesentlich erhoht worden sind und dass der Gränzschn^ mehr kostete, weil mehrern Kantonen die daherige Entschädigung verstärkt werden musste. Ferner kommt der Loskauf des Brükengeldes von Genf

mit einer einmaligen Entschädigung von Fr. 40,000 in Betracht.

Die

vorjährige Schneebxucheampagne war eine auffallend milde und die Rubrik ,,Bauten.^ pro 1862 so seh.^.ach, weil mehrere Bauten wegen ^iehtvollendung ins Jahr 1863 hinübergezogen werden mussten.

Die Bilanz ergibt bei . . . Fr. 8,540,483. 68 Einnahmen und . . . . . . . . . . ,, 3,504,935. 59 Ausgaben einen Reinertrag für die Bundeskasse von .^r. 5,035,548. 09 ausser dem Zuwachs an Mobilien uud Jmobilien, dereu Anschaffung in obigen Aus-

gaben begriffen ist.

Das System der monatliehen Rechuungsablage an das Finanzdepartement bewährt sieh je länger je besser, indem allfällige ^orm- oder Rechnungssehler viel leichter redrefsirt werden können. Den übermaehten Monatsrechnungen wurden jeweilen die entsprechenden Originacele^ (9657 ^tük für die Ausgaben) beigelegt, die, durch die ^wei Revisions-

stellen geprüft, als richtig zu betrachten sind. Der Eingang der Gelder

wurde vierteljährlich durch die Staatskasse anerkannt.

Die Generalrech-

nung für das Jahr 1863 wurde ebenfalls richtig befunden.

520 Diesem Bericht legen wir noch. folgende Beilagen im Manuskripte bei : Tabellarische Znsammenstellung der Einnahmen .und Ausgaben.

Ueberstcht der Einnahmen, mit Angabe der einzelnen .Warenmengen und des Zollbezuges, nebst Bezeichnung der verschiedenen andern Einnahmen der Zollverwaltung. .

Vergleichende Ueberstcht der wirkliehen Einnahmen und Ausgaben, gegenüber den Ansäen im Voranschlag und den R^chtragskrediten

für das Jahr 1863.

Zusammenstellung der im Rechnungsjahre in den sechs Zollgebieten vorgekommenen Strafalle und deren Erledigung.

Ein Exemplar der im Druk veröffentlichten Uebersichtstabelle der im Jahr 1863 ein-, ans- und durchgeführten Waaren.

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Bericht des schweiz. Bundesrathes an die h. Bundesversammlung über seine Geschäftsführung im Jahr 1863.

In

Bundesblatt

Dans

Feuille fédérale

In

Foglio federale

Jahr

1864

Année Anno Band

1

Volume Volume Heft

17

Cahier Numero Geschäftsnummer

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Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

16.04.1864

Date Data Seite

477-520

Page Pagina Ref. No

10 004 389

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