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10275 Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung über die Bewilligung von Verpflichtungskrediten für Bauten und Liegenschaften der PTT-Betriebe (Vom 14. Mai 1969)

Herr Präsident!

Hochgeehrte Herren !

Wir haben die Ehre, Ihnen eine Sammelbotschaft vorzulegen über die Bewilligung von Verpflichtungskrediten für: PTT-Gebäude: Postgebäude: Postgebäude mit Postautostation: PTT-Garagen: Fernmeldegebäude: den Erwerb einer Liegenschaft:

Genf Grand-Pré (Erweiterung) Kirchberg (BE) St. Moritz l (Erweiterung) Muri (AG) Saas Fee Brig St. Moritz (Erweiterung) Mont-Pèlerin Rüschlikon Etzliberg

Wiederholt wurde in früheren Sammelbotschaften darauf hingewiesen, die PTT-Betriebe müssten ihre Anlagen laufend erneuern und ausbauen, wenn sie der ihnen obliegenden gesetzlichen Leistungspflicht nachkommen und die grösstmögliche Rationalisierung erzielen wollten. Mit einem Blick auf die starke Zunahme des PTT-Verkehrs in den vorangegangenen Jahren wurde jeweils erklärt, weshalb die vorhandenen Betriebsgebäude zu klein geworden seien und entweder erweitert oder durch neue ergänzt werden sollten. Dabei setzte man voraus, der Verkehr werde sich auch weiterhin in gleichem Ausmass oder sogar verstärkt entwickeln.

Da nun aber der Verkehr bei einzelnen Postdienstleistungen wegen der 1967 erhöhten Taxen nicht mehr zunimmt oder sogar zurückgeht, drängt sich die Frage auf, ob die früheren Verkehrsprognosen für die Betriebsbauten, insbesondere für neue Postgebäude, nach wie vor richtig seien.

1244 Grundsätzlich ist mit ja zu antworten : Wohl verschob sich wegen der Taxerhöhungen bei einzelnen Post-Dienstleistungen die Ausgangslage für die Verkehrsprognose etwas nach unten; aber nach menschlichem Ermessen wird die Nachfrage nach den gegenwärtig rückläufigen Leistungen wieder anziehen, denn erfahrungsgemäss folgt der Postverkehr langfristig mit auffallender Regelmässigkeit der demographischen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes.

Entscheidend für den Raumbedarf ist vor allem, dass auch in Zukunft jährlich 40 000-50 000 Haushaltungen neu zu bedienen sein werden, was mehr Zustellpersonal und vor allem mehr Raum erfordert. - Im übrigen sind die Postgebäude, die gemäss dieser Sammelbotschaft erweitert oder ersetzt werden sollen, erwiesenermassen zu klein.

Die für die Planung neuer Postbauten erwähnten Tatsachen verlieren naturgemäss erheblich an Bedeutung bei PTT-Bauten, die nicht nur die Post, sondern auch die Fernmeldedienste aufnehmen werden, denn hier sollen ja neben gegenwärtig stagnierenden Postleistungen die immer mehr gefragten Leistungen der Fernmeldedienste erbracht werden.

Beim Bau von neuen Postautohöfen und Garagen schliesslich ist zu berücksichtigen, dass der Reiseverkehr und vor allem auch die Motorisierung des Betriebes in den letzten Jahren ungebrochen angestiegen sind.

  1. Brig,PTT"Garage

Die PTT-Garage Brig, die ausser dem Service- und Reparaturdienst an Reisewagen auch die Wartung der übrigen in Brig eingesetzten PTT-Fahrzeuge besorgt, wurde 1951 erstellt. Die Kursgruppe Brig umfasste damals nur die Saisonlinien über den Simplon nachlselle sowie diejenige nach Blatten ob Naters.

Seither sind noch die Linien nach Rosswald und Brigerbad sowie die Verlängerung des Postkurses Saas Fee-Stalden bis Brig hinzugekommen. Ferner wird nun die Strecke nach Blatten ganzjährig befahren. Die Anzahl der eingesetzten Cars ist von 7 im Jahre 1951 auf 19 im Jahre 1968 angewachsen. Insgesamt sind heute der Garage in Brig 38 PTT-Fahrzeuge zugeteilt.

Postamt Brig

Fahrzeuge: Reisewagen! Sommer . . , . . . , , . , . .

Winter Anhänger ; Sommer Winter ....

Ortstransportdienst : Brig andere Stellen Pernmeldedienst : Brig

andere Stellen

.

Kurslinien . .

.........

Reisendenverkehr auf den Kurslinien Gefahrene km/Jahr

Index 1968 1950 = 100

1950

I960

1968

6

11 7 6 6 2

19 14 12 12 10 5 11

1100

4 428000 461200

200 664 739

6 2

1 2 64500 62400

4 1 2 174700 167100

317

200 500

1245 Dieser Entwicklung ist die bestehende Garage nicht mehr gewachsen. Wegen Platzmangels müssen verschiedene Fahrzeuge und ferner die Gepäckanhänger im Freien abgestellt werden. Die Werkstätte mit nur einem Reparaturplatz ist vollständig ungenügend und gestattet keinen rationellen Arbeitsablauf. Wegen der prekären Platzverhältnisse müssen die meisten Fahrzeuge der Fernmeldedienste in der Garage von Sitten repariert werden, was zusätzliche Umtriebe und Zeitverluste verursacht. Ferner ist auch die Tankstelle zu verlegen, da die Benützung der bestehenden Anlage am Bahnhofplatz wegen der ungünstigen Verkehrsverhältnisse und des damit verbundenen Unfallrisikos untragbar geworden ist. Ein Ausbau der Garageanlagen ist deshalb unumgänglich.

Direkt angrenzend an die bisherige Garagehegenschaft haben die PTT verschiedene Grundstücke erworben, auf denen ein teilweise unterkellertes eingeschossiges Garage- und Werkstattgebäude mit angebautem Büro- und Wohntrakt erstellt werden soll. Das bestehende Gebäude muss abgebrochen werden.

Das Bauprojekt sieht folgende Raumeinteilung vor: Untergeschoss:

Erdgeschoss

Zwischengeschoss : 1. Obergeschoss : 2. Obergeschoss: 3. Obergeschoss : Dachgeschoss:

Einstellhalle Ersatzteillager Pneulager Schutzraum Sanitätsraum Heizung Einstellhalle Werkstätte 2 Unterhaltsräume Büro Garderoben und Toilettenanlagen 3 Einzelzimmer Aufenthalts- und Ruheraum 4i/2-Zimmer-Wohnung l Einzelzimmer 5 !/2-Zimmer-Wohnung Raum für Ventilationsmaschinen

Die Einstellhalle im Untergeschoss bietet Platz für 20 Fahrzeuge der Fernmeldedienste, d.h. für ungefähr das Doppelte des heutigen Bestandes. Ferner soll dort ein Regionallager für Karrenmatrial eingerichtet werden. Die Halle im Erdgeschoss dient zur Garagierung von 22 Alpenwagen und 15 Anhängern sowie von Fahrzeugen des Transportdienstes. Da vorgesehen ist, nach der Fertigstellung der geplanten PostautostationcninSaas FCC und Visp einige Fahrzeuge an diesen Orten zu stationieren, werden die Einstellmöglichkeiten auf lange Sicht genügen. Als Reserve stehen zudem noch die Unterhaltsräume zur Verfügung.

In der Werkstätte können gleichzeitig drei Grossfahrzeuge repariert werden.

1246 Mit der Neuanlage lässt sich der Reparatur- und Unterhaltsdienst wesentlich rationalisieren. Später wird es sogar möglich sein, die Werkstätte in Stalden aufzuheben, so dass der Garage in Brig die Stellung einer Zentralwerkstätte für das Oberwallis zukommen wird.

Für das Bauvorhaben ist ein Verpflichtungskredit von 3 650 000 Franken erforderlich.

2. Genf Grand-Pré, PTT-Gebäude (Erweiterung)

Im PTT-Gebäude Genf Grand-Pré sind neben dem Postamt Genf 16 zwei Quartierzentralen mit je 10 000 Teilnehmeranschlüssen untergebracht. Seit dem Bezug des Gebäudes im Jahre 1951 hat die Wohnbevölkerung im Quartier Grand-Pré von 5000 auf über 17 000 zugenommen, was auch in der Entwicklung des Postverkehrs zum Ausdruck kommt: Index 1968 1952 = 100

Postamt Genf 16 Grand-Pré

1952

I960

Wertzeichenverkauf, in Franken , , .

uneingeschriebene Briefpost, Aufgabe Paketpost, Aufgabe Einzahlungen .. .

uneingeschriebene Briefpost, Zustellung ..

...

Paketpost, Zustellung . .

Auszahlungen ....

101000 161 300 38400 158400

252100 377300 48300 337600

414700 430800 50 800 1) 358000

410 267 132 226

79700 69100 33200

194000 120800 73000

168300 198 400 1) 89500

211 287 269

1968

1

> Die Änderung des Paketbegriffs (1963) erschvvert den V Vergleich mi t früheren Jahren.

Die Postlokale sind den Anforderungen des Betriebes seit längerer Zeit nicht mehr gewachsen. Um der schlimmsten Raumnot zu begegnen, musste bereits 1957 für die Paketverteilung im Posthof eine Baracke errichtet werden.

Auch die Räume des Annahmeamtes mit nur drei Schaltern genügen nicht mehr.

Um lange Wartezeiten zu vermeiden, ziehen es zahlreiche Postkunden vor, andere besser eingerichtete Postfilialen aufzusuchen, auch wenn diese weiter entfernt sind. Eine Gebäudeerweiterung ist auch nötig, um weitere Pafcetzustellbezirke, welche heute noch verschiedenen benachbarten Postämtern zugeordnet sind, rationell in der Filiale Grand-Pré zusammenzufassen.

Der geplante Ausbau des Gebäudes wird es ermöglichen, auch für die Fernmeldedienste dringend benötigte Lokale bereitzustellen. Wie aus der nachstehenden Zusammenstellung hervorgeht, hat sich in der Netzgruppe Genf die Zahl der Hauptanschlüsse seit 1950 mehr als verdreifacht, und die Gesprächseinnahmen sind sogar um 400 Prozent gestiegen.

1247 Netzgruppe Genf

1950

I960

1968

Index 196« 1950 = 100

Hauptanschlüsse . . .

Sprechstellen Ortsgespräche, in Millionen Ferngespräche, Ausgang in Millionen Gesprächseinnahmen, in Millionen Franken

39864 63 196 41,2 9,3

81 327 125 774 71,4 22,6

133 505 217 254 95 8 50,6

335 343 232

12,5

28,8

623

500

541

Als Folge des Teilnehmer- und Verkehrszuwachses müssen nicht nur die Anschlussmöglichkeiten und die Fernbetriebsausrüstungen laufend vermehrt werden, sondern auch das Störungsdienstamt ist den steigenden Anforderungen entsprechendauszubauen. Da die Anlagenam bisherigen Standort imFernmeldegebäudeGenf Stand nicht erweitert werden können, ist geplant, den Störungsdienst in das Gebäude Grand-Pré zu verlegen.

Das Erweiterungsprojekt auf dem 1947 erworbenen Grundstück von 2163 m* sieht einen unterkellerten fünfgeschossigen Anbau an das bestehende Gebäude längs der Rue du Grand-Pré und einen zweigeschossigen Posttrakt auf der Hofseite vor, der zudem zwei Untergeschosse aufweist (das zweite bloss auf einem Teil der Fläche). Für den ganzen Baukomplex wird sich künftig folgende Raumeinteilung ergeben: Bestehendes Gebäude mit neuem Anbau: Untergeschoss: Erdgeschoss: 1. Obergeschoss : 2. Obergeschoss: 3. Obergeschoss: 4. Obergeschoss :

Posttrakt (neu) : 2. Untergeschoss : 1. Untergeschoss: Erdgeschoss:

Kabelkeller Batterien- und Stromlieferung Hauptverteiler Raum für Spezialausrüstungen Zentrale Grand-Pré I Zentrale Grand-Pré n Störungsdienstamt Büroräume Instruktionszimmer Garderoben Dienstwohnung Schutzräume Heizung Einstellhalle Paketraum Postbüro Schalterhalle mit 7 Schaltern gedeckter Hof

1248 1. Obergeschoss:

Instruktionsräume Ruheräume und Garderobe Erfrischungsraum Konferenzraum Magazin Die neuen PostJokale werden auf lange Sicht eine rationelle Betriebsabwicklung sicherstellen, um so mehr als später die Paketzustellung dem geplanten Postzentrum in Cornavin übertragen werden soll. Die dann im 1. Untergeschoss freiwerdenden Räume können vermietet oder für andere PTT-Zwecke verwendet werden.

Die Lokale des Störungsdienstamtes im 3. Obergeschoss enthalten genügend Reserven, um einen weitern Ausbau zu ermöglichen. Die neuen Wählerräume im 1. und 2. Obergeschoss gestatten es, die Kapazität der Zentralen Grand-Pré I und II zu vergrössern und Einrichtungen für den Anschluss weiterer Quartierzentralen bereitzustellen. In den freiwerdenden Posträumen im Erdgeschoss sollen Spezialausrüstungen für Kassierstationen, Gemeinschaftsanschlüsse, Telephonrundspruch sowie Leitungsdurchschalter untergebracht werden.

Für das Bauvorhaben ist ein Verpflichtungskredit von 3 625 000 Franken erforderlich.

3. Kirchberg (BE),PTT-Gebäude Das Postamt Kirchberg (BE), zu dessen Einzugsgebiet auch die Gemeinde Alchenflüh gehört, befindet sich seit 1914 in einem Mietgebäude an der Hauptstrasse, Es weist folgenden Verkehr auf: Postamt Kirchberg

1950

Wertzeichenverkauf, in Franken . . .

uneingeschriebene Briefpost, Aufgabe Paketpost, Aufgabe .

...

Einzahlungen ....

uneingeschriebene Briefpost, Zustellung Paketpost, Zustellung Auszahlungen

88200 320 500 39700 71 500

Kinwormer

874400 48100 11 200 2776

I960

125800 425 300 46900 128200

1968

Index 1968 1950 -= 100

197300 454600 52 300 1) 169900

224 142 130 238

1 306 600 1 574 900 68300 89 700« 24200 19000

180 186 216

3304

3626

131

*) Die Änderung des Paketbegriffcs (1963) erschwert den Vergleich mit früheren Jahren.

Abgesehen von einer kleinen Erweiterung im Jahre 1949 sind die Betriebsräume praktisch unverändert geblieben, so dass der stark gestiegene Postverkehr nur noch mühsam bewältigt werden kann. Die Schalterhalle sowie der Boten- und Paketraum, wo den acht Zustellboten lediglich eine Fläche von 22 m2 zur Verfügung steht, sind viel zu klein ; für die Paketverarbeitung musste deshalb ein provisorischer Holzbau erstellt werden. Ein Ausbau der Postlokale am

1249 bisherigen Standort ist wegen der ungenügenden Grundstückgrösse nicht möglich.

Die Telephonzentrale Kirchberg, die auch die Nachbargemeinden Aefligen, Alchenflüh, Ersigen, Lyssach und OberÖsch bedient, ist seit 1949 in einemZweckbau bei der Emmenbrücke eingerichtet. Seither haben sich die Zahl der Hauptanschlüsse und der Gesprächsverkehr mehr als verdreifacht.

Endamt Kirchberg (BE)

Hauptanschlüsse Sprechstellen Ortsgespräche Ferngespräche, Ausgang Gesprächseinnahmen, Franken

1950

I960

1%8

Index 1968 1950 - 100

507 694 139900 312400 126400

1 009 1 335 262500 546200 264000

1 800 2400 446900 1 199 100 464800

358

345 319 383 368

Die 2000 Anschlüsse der Zentrale sind heute fast vollständig belegt. Um auch in der nächsten Zeit neue Teilnehmer anschliessen zu können, werden gegenwärtig im Erdgeschoss der Zentrale zusätzlich 800 Anschlusseinheiten installiert. Ein weiterer Ausbau der Anlage oder ein Ersatz der alten Ausrüstungen ist im heutigen Gebäude wegen Raumknappheit nicht möglich.

Angrenzend an die heutige Telephonliegenschaft konnten die Pi'i-Betriebe in den Jahren 1964/65 zwei Parzellen von rund 1800 ma für die Erstellung eines PTT-Gebäudes erwerben. Wegen der Parzellenform sowie der einzuhaltenden Bauhöhen und Grenzabstände sind getrennte Baukörper für Post und Telephon geplant, die jedoch durch eine gemeinsame Heizung versorgt und durch einen gedeckten Weg miteinander verbunden werden. Im einzelnen ergibt sich folgende Raumeinteilung: Untergeschoss :

Erdgeschoss

l, Obergeschoss:

2. Obergeschoss :

Posttrakt Archiv Garderoben Keller Schutzraum Schalterraum Postbüro Remise

Aufenthaltsraum Wohnung Estrich Dachraum

Telephontrakt Kabelkeller Batterien und Stromlieferung Heizung Tankraum Hauptverteiler Raum für Leitungs- und Diversausrüstungen Prüf- und Messraum Garagen Automatenraum Werk- und Putzraum

Reserve-Automatenraum Garderobe

1250 Die Grosse der Postbetriebsräume trägt der Entwicklung der Ortschaft Rechnung; die Remise dient als Erweiterungsreserve.

Der Automatenraum im ersten Obergeschoss ist für die Aufnahme von 6000 Anschlüssen bemessen, von denen im Erstausbau 4000 installiert werden.

Mit dem vorläufig vermietbaren Reserveraum im zweiten Obergeschoss kann die Kapazität der Anlage verdoppelt werden.

Das bestehende Telephongebäude muss nach Inbetriebnahme der neuen Zentrale aus baupolizeilichen Gründen abgebrochen werden.

Für das gesamte Bauvorhaben ist ein Verpflichtungskredit von 2 180000 Franken erforderlich, wovon 994 500 Franken auf den Post- und l 185 500 Franken auf den Telephontrakt entfallen.

4. Mont-Pèlerin, Fernmeldegebäude

Die Höhenstationen für die drahtlose Übermittlung bilden in unserem Land bereits ein dichtes Netz. Über ihre Richtstrahlverbindungen wird ein bedeutender Teil des nationalen und internationalen Telephonieverkehrs abgewickelt, sowie alle Verbindungen für das Fernsehen. Mehrere dieser Stationen sind Basissender für Fernsehen und UKW.

Die bestehende provisorische Station Mont-Pèlerin ist ein wichtiges Glied in der Kette der Relaisstationen für Richtstrahltelephonje und Fernsehen.

Auf der West-Ost-Achse bildet sie, mit Abzweigung nach dem Wallis, einen bedeutenden Knotenpunkt. Der Standort wurde auch bestimmt durch die Sichtverbindung mit der Station von Ravoire über Martigny, was für die Richtstrahlverbindung mit dem Wallis die wirtschaftlichste Überquerung des unteren Rhonetals erlaubte.

Ergänzende Messungen erbrachten den Nachweis, dass sich der Mont-Pèlerin auch vorzüglich eignet zur Fernsehversorgung der unteren Rhoneebene, der Gegend am obem Ende des Genfersees, des Waadtländer Hochplateaus und eines Teils des Greyerzerlandes. Deshalb sind dort im Rahmen von Budgetkrediten seit 1960 in provisorischen Bauten und an einem Stahl-Fachwerkturm folgende Einrichtungen installiert worden: - Fernsehsender für das welschschweizerische Programm; - Fernseh-Richtstrahlanlagen für die Verteilung der nationalen Sendungen und für den internationalen Programmaustausch; - Richtstrahl-Telephonieverbindungen nach Sitten und Yverdon; - Relaissender im Autorufnetz; - Basissender von mobilen Teilnehmeranlagen im nationalen Autotelephonnetz.

Der beschlossene Ausbau des Fernsehens auf insgesamt drei Programmketten bedingt die Errichtung neuer Sender und eine Vermehrung der Richtstrahlkanäle für die Bild- und Tonzuführung zu verschiedenen Sendern der welschschweizerischen Programmregion.

1251 Ferner müssen im Zuge der Ergänzung und Sicherung der wichtigsten Verkehrsadern des Telephonnetzes die über den Mont-Pèlerin führenden TelephonRichtstrahlverbindungen ausgebaut werden.

Schliesslich sind für das geplante europäische Autorufnetz und das nationale Autotelephonnetz neue Sender bereitzustellen.

Die bestehenden Gebäude und der Antennenturm sind voll belegt. Nur ein Neubau kann deshalb die verschiedenen Raumbedürfnisse decken, da neue Provisorien den Betrieb erschweren und unnötige Kosten verursachen würden.

Das Bauprojekt sieht - ähnlich der Richtstrahl-Relaisstation Albis-Felsenegg - eine Turmkonstruktion in Massivbauweise vor, mit drei Untergeschossen und 18 Obergeschossen sowie einem Dachaufbau für die mobilen Dienste. Die Grundfläche beträgt rund 120 ma, somit ungefähr das Doppelte der Anlage auf dem Albis.

Diese Bauart weist den grossen technischen Vorteil auf, dass die Sende- und Empfangsanlagen in nächster Nähe der Richtstrahlantennen aufgestellt werden können. Verluste durch lange Hochfrequenz-übertragungsleitungen lassen sich dadurch vermeiden. Die Parabolantennen sind auf Terrassen der Stockwerke 10, 12, 14 und 16 aufgebaut, während die Antennen für die Fernseh-, Autorufund Autotelephonsender in einem 65 m hohen Mast auf dem Gebäude zusammengefasst sind. Zum Aufziehen von Lasten auf die verschiedenen Terrassen wird auf der Decke des obersten Geschosses ein Drehkran montiert.

Gemäss einer beim Kauf des Baulandes eingegangenen Verpflichtung haben die PTT eine allgemein zugängliche Aussichtsterrasse zu errichten.

Im einzelnen ist folgende Raumeinteimng geplant : 3. Untergeschoss : 2. Untergeschoss : 1. Untergeschoss: l.Geschoss: 2. Geschoss 3. Geschoss: 4. Geschoss: 5. Geschoss: 6. Geschoss ; 7. Geschoss: 8. Geschoss : 9. Geschoss : 10. Geschoss: 11. Geschoss: 12. Geschoss :

Reserveraum und Kabelaufstieg Hochspannungsschaltraum, Schutzraum Dieselraum, Reserveräume, Ventilation, Öltanks, Wasserreservoir Niederspannungsschaltraum, Magazin, Essraum, Garage Schaltraum Umformerraum Batterieraum Dienstwohnung Büro, Werkstatt, Garderobe Aussichtsterrasse Fernsehsender l. Programm Installationen für Ventilation und Klimatisierung Fernsehsender 2, Programm, Parabolantennen Installationen für Ventilation und Klimatisierung Richtstrahlraum für Téléphonie, Parabolantennen

1252 13. Geschoss: 14. Geschoss: 15. Geschoss: 16. Geschoss: 17. Geschoss: 18. Geschoss: Aufbau:

Installationen für Ventilation und Klimatisierung Richtstrahlraum für Fernsehen, Parabolantennen Installationen für Ventilation und Klimatisierung Fernsehsender 3, Programm Installationen für Ventilation und Klimatisierung Messraum, Reserveraum Raum für mobile Verbindungen

Das Projekt passt sich der Gegend gut an und bietet übertragungsmässig beinahe ideale Verhältnisse, Da der Mehrzweckanlage Mont-Pèlerin im Rahmen des westschweizerischen drahtlosen Verbindungsnetzes in Zukunft eine immer grössere Bedeutung zukommen wird, sind genügend Raumreserven eingeplant. Im übrigen sind die Fassaden so konstruiert, dass an beliebigen Punkten neue Antennen installiert werden können. Die bestehenden Anlagen können nach dem Abbruch zu einem grossen Teil an ändern Orten weiterverwendet werden.

Für das Bauvorhaben ist ein Verpflichtungskredit von 7 095 000 Franken erforderlich.

5. Muri (AG), Postgebäude Der Bezirkshauptort Muri hat sich als Folge der Ansiedlung sowie der Erweiterung von Industrie- und Gewerbebetrieben vor allem seit 1960 rasch vergrössert. Wegen der vorhandenen Reserven an Bau- und Industrieland und der günstigen Verkehrslage dürfte diese Entwicklung andauern. Entsprechend dem Wachstum der Gemeinde hat auch der Postverkehr in den letzten Jahren zugenommen : Postamt Muri

1950

Wertzeichenverkauf, in Franken . . .

uneingeschriebene Briefpost, Aufgabe Paketpost Aufgabe . . . . . . , . , . . , . , Einzahlungen ,..,.., uneingeschriebene Briefpost, Zustellung Paketpost Zustellung Auszahlungen

88800 421 500 33600 65800

Einwohner

990 100 59500 10900

3679

1%0

105 300 593300 36600 108 000

1968

Index 1968 1950 = 100

200 700 649400 39200 1) 145700

226 154 116 221

1 249 700 1 697 800 72300 97 500 1) 21 100 18000

171 164 194

3939

4828

131

J

) Die Änderung des Paketbegriffs (1963) erschwert den Vergleich mit früheren Jahren,

Das Postamt Muri ist seit 1909 in einem der ältesten Häuser der Gemeinde eingemietet. Die Lokale sind zu klein, veraltet und unzweckmässig eingerichtet

1253 und hemmen einen rationellen Betriebsablauf. Für die Bedienung der Postkunden sind nur zwei Schalter vorhanden, und das Zustellpersonal behindert sich in den viel zu engen Räumen bei der Arbeit. Ferner müssen alle Karren im Freien abgestellt werden. Im letzten Dezember hess sich die Betriebsfläche durch den Raum der alten Telephonzentrale behelfsmässig etwas vergrössem.

Eine Erweiterung der Mietlokale kommt aus baulichen, betrieblichen und liegenschaftlichen Gründen nicht in Frage. Die PTT-Betriebe planen deshalb, auf einem 1958 vorsorglich erworbenen Grundstück von 3476 m2, auf dem bereits die neue Telephonzentrale steht, ein Postgebäude zu errichten. Der neue Standort des Postamtes neben dem Gemeindehaus und in geringer Entfernung vom Bahnhof ist für das Publikum wie für den Postbetrieb günstig.

Das geplante viergeschossige Gebäude mit angebautem zweigeschossigen Zwischentrakt, der an das Nachbargebäude anschliesst, wird folgende Raumeinteilung auf weisen : Untergeschoss :

Erdgeschoss
  1. Obergeschoss : 2. Obergeschoss :

Aufenthaltsraum Garderobe Archiv Abstellraum Schutzraum Heizung Reserveraum (vermietbar) Schalterhalle Postbüro Remise Laden, Werkstatt (vermietbar) Garage (vermietbar) Ladenlokale Praxis- und Büroräume Wohnungen

Der grosszügig geplante Neubau wird es ermöglichen, den Postbetrieb zweckmässig zu organisieren und unterzubringen. Als Reserve dienen die vermietbaren Räume im Erd- und Untergeschoss. Für die Postkunden und die Mieter stehen genügend Parkplätze zur Verfügung.

Der beantragte Verpflichtungskredit beläuft sich auf 2 475 000 Franken.

6. Rüschlikon E tzliberg, Liegenschaftserwerb

In den Gemeinden des linken Zürichseeufers hat die Bevölkerung in den letzten 20 Jahren infolge des Wachstumsdi ucks der Stadt Zürich auss&erordeutlich stark zugenommen. Die Bautätigkeit, die sich während einiger Jahre hauptsächlich auf den Uferstreifen konzentriert hatte, dehnte sich nach der Eröffnung der Nationalstrasse 3 dank der günstigen Verbindung zur Stadt auch auf das

1254 Berggebiet aus. Eine ähnliche Entwicklung wie in den Seegemeinden ist im Sihltal festzustellen; in Adliswil hat sich z.B. die Einwohnerzahl seit 1950 verdoppelt.

Bei verschiedenen Poststellen dieses Gebiets genügen die vorhandenen Betriebsräume den Anforderungen des stark angewachsenen Postverkehrs nicht mehr. Da sich diese Postämter in den dicht überbauten Ortszentren befinden, ist jedoch eine Erweiterung mit ausserordentlichen Schwierigkeiten und hohen Kosten verbunden.

Die PTT-Betriebe planen deshalb, den Paketzustelldienst am linken Zürichseeufer wie in ändern dicht besiedelten Gebieten zu zentralisieren. Es ist vorgesehen, im Raum Thalwil-Rüschlikon und Horgen-Wadenswil zwei Paketämter zu errichten, welche die Paketzustellung für das ganze Gebiet zu besorgen haben. Ferner sollen ihnen auch die Massenannahme und der Transportdienst zu den Poststellen im Zustellbereich und zum geplanten Stammzentrum in ZürichMülligen übertragen werden.

Mit dieser neuen Betriebsorganisation können die Ortspostämter wirksam entlastet und ihre ungenügenden Platzverhältnisse verbessert werden. In Kilchberg wird es dank dem reduzierten Raumprogramm möglich sein, den Postneubau auf dem bisherigen PTT-Grundstück zu errichten.

Für das geplante Paketamt im untern Teil des Ufergebietes konnten die PTT-Betriebe im Raum Etzliberg zwischen Thalwil und Rüschlikon ein Grundstück von 13 187 m" durch ein bis Ende 1969 befristetes Kaufsrecht sicherstellen.

Die Parzelle liegt direkt beim Autobahnanschluss der Nationalstrasse 3 und eignet sich läge- und verkehrsmässig in einzigartiger Weise für den vorgesehenen Zweck.

Franken

Der Kaufpreis beträgt 163.50 Franken je m2; dies ergibt für die Kaufsfläche von 13 187 m2 zuzüglich Nebenkosten von 7925 Franken total Dieser Preis entspricht den ausgewiesenen Selbstkosten der Verkäuferin.

Für die Erschliessung der Kaufsparzellen mit Strasse, Kanalisation und Wasser ergeben sich gemäss dem bereits in Ausführung begriffenen Projekt der Gemeinde Rüschlikon Kosten von 32.30 Franken je m2 oder total rund (Baukostenabrechnung der Gemeinde vorbehalten) Der gesamte Verpflichtungskredit beträgt demnach

2 164 000.-

426 000.2 590 000.-

7. St. Moritz, PTT-Garage (Erweiterung)

Die im Jahre 1936 erstellte PTT-Garage in St. Moritz Bad besorgt den Unterhalt und die Reparaturen der Reisepostwagen der Kursgruppe St. Moritz sowie der übrigen im Oberengadin eingesetzten PTT-Fahrzeuge. Die Zahl der

1255 in St. Moritz stationierten Motorwagen erhöhte sich seit dem Bezug des Gebäudes von 18 auf insgesamt 65. In diesem Bestand sind 3 3 Reisepostwagen und Transportfourgons für die Postautolinien nach Castasegna, Lugano-Locamo, Pontresina, Silvaplana-Surlej und Chur inbegriffen.

St. Moritz

Fahrzeuge: Reisewagen: Sommer Winter Anhänger: Sommer Winter Ortstransportdienst : St. Moritz andere Stellen Fernmeldedienst Fernrneldedienst : Anhänger Kurslinien Reisendenverkehr auf den Kurslinien Gefahrene km/Jahr

1950

I960

1968

Index 1968 1950 - 100

24 14 10 9 1 1 3

29 20 16 10 4 2 S 4 6 435200 695500

33 25 13 9 12 5 25 5 4 712700 674600

138 179 130 100 1 200 500 833

4 266600 544400

100 267 124

Das ständige Anwachsen des Fahrzeugbestandes hatte zur Folge, dass die Garageanlagen bereits Ende der vierziger Jahre nicht mehr genügten. Eine vorläufige Entlastung brachte 1951 das neue PTT-Gebäude St. Moritz Dorf, wo eine Einstellhalle mit Waschanlage für Reisewagen eingerichtet wurde. Seither hat sich jedoch die Zahl der Fahrzeuge wiederum fast verdoppelt, so dass in der Sommersaison regelmässig bis zu 12 Reisepostwagen während der Nacht im Freien abgestellt werden müssen. Einige Fahrzeuge müssen, insbesondere im Winter, in kostspieligen Leerfahrten zum Einstellen in die Garagen von Castasegna und Maloja verschoben werden. Doch auch die Unterhaltsräume und die Werkstätte mit nur zwei Reparaturplätzen entsprechen den Anforderungen nicht mehr. Viele Arbeiten müssen im Freien ausgeführt werden, was vor allem im Winter kaum mehr zu verantworten ist. Eine Erweiterung der Einstell- und Werkstatträume ist deshalb dringlich. Um wenigstens für den Fahrzeugunterhalt die Verhältnisse etwas zu verbessern, wurde bereits 1967 in zwei Garageboxen eine automatische Waschanlage eingerichtet.

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass die mit der gleichen Botschaft beantragte Erweiterung des PTT-Gebäudes St. Moritz Dorf vor allem für die technischen Anlagen des Telephons und für den Postzustelldienst neue Räume schaffen wird. Für Fahrzeuge der Fernmeldedienste, die heute zum Teil in privaten Garagen untergebracht sind, werden in den Reserveräumen der Post vorläufig Einstellplätze zur Verfügung stehen. Wegen der fortschreitenden Motorisierung muss jedoch für weitere Wagen in der Garage St. Moritz Bad der nötige Raum bereitgestellt werden.

Den grössten Reil des für die Erweiterung der Garage erforderlichen Terrains haben die PTT-Betriebe vorsorglich bereits 1935 und 1939 zu günstigen

1256 Bedingungen erworben. Zwei weitere Grundstücke haben sie 1958 und 1960 hinzugekauft.

Vom Altbau müssen der östliche Garagetrakt mit Büro und Garderobe sowie die Tankstelle abgebrochen werden. Das Erweiterungsprojekt sieht ein teilweise unterkellertes eingeschossiges Garage- und Werkstattgebäude vor, wobei sich in der Ostecke zufolge geringerer Stockwerkhöhen (Büroteil) zwei Geschosse ergeben. Über der Westecke des Erdgeschosses sind drei Obergeschosse mit insgesamt sechs 2-Zimmer-Wohnungen und sechs Einzelzimmern geplant. Für die gesamte Anlage wird sich folgende Raumeinteilung ergeben : Bestehender Garagetrakt: Untergeschoss : Erdgeschoss :

Zwischen geschoss : Obergeschosse Neuer Garagetrakt; Untergeschoss:

Erdgeschoss :

Obergeschoss : Auf bau Wohntrakt: 1.-3. Obergeschoss:

Kellerräume Waschräume Teil der Einstellhalle Werkstatt Keller Waschküche Pneulager 2 Einzelzimmer 3 Doppelzimmer 4-Zimmer- Wohnung Magazin Raum für Ventilationsaggregat Schutzraum Lager Heizung Tankraum Öllager Einstellhalle Werkstatt Lagerraum Büro Toiletten Aufenthaltsraum Garderoben Duschen/Toiletten je 2 Einzelzimmer und je 2 2-Ziromer-Wohnungen je Geschoss

Das Projekt wird den Anforderungen einer weitsichtigen Raum- und Betriebsplanung gerecht. Die Einstellhalle bietet Platz für je 22 Gross- und Klein-

1257 fahrzeuge. Während der Nacht können in den bereits ausgebauten Waschanlagen sowie in der Werkstätte zusätzlich neun Reisepostfahrzeuge eingestellt werden. Für weitere Wagen stehen wie bisher im PTT-Gebäude St. Moritz Dorf Einstellplätze zur Verfügung. Die neue Werkstätte vermag fünf Grossfahrzeuge oder drei Gross- und vier Kleinfahrzeuge gleichzeitig aufzunehmen. Der geplante Ausbau der Zufahrtsstrassen und die Verbreiterung der Innbrücke werden eine störungsfreie Zu- und Wegfahrt ermöglichen.

Wegen der besondern Beschaffenheit des Baugrundes wird das Bauvorhaben durch zusätzliche Kosten von 740 000 Franken für ausserordentliche Fundierungen, Spundwände, Wasserhaltung und Grundwasserisolation stark verteuert. Ferner ergeben sich Mehrkosten bei der Dachkonstruktion der Einstellhalle, die den hohen Schneelasten Rechnung tragen muss.

Für das Bauvorhaben ist ein Verpflichtungskredit von 5 285 000 Franken erforderlich.

8. St. Moritz l, PTT-Gebäude (Erweiterung)

Mit Beschluss vom 7. Juni 1949 (BEI 194911350) haben die eidgenössischen Räte für ein PTT-Gebäude in St. Moritz nach zum Teil heftigen Auseinandersetzungen in der Öffentlichkeit und im Parlament einen Objektkredit von 3,5 Millionen Franken bewilligt. Die Kritik an diesem Bauvorhaben hatte bereits 1947 eingesetzt, als die PTT-Betriebe ihre Absicht bekanntgaben, das zu sehr günstigen Bedingungen (Fr. 10.-/m2) erworbene Areal des ehemaligen Grand Hotels zu überbauen. Der geplante Neubau sollte in erster Linie die für die Automatisierung des Telephons nötigen Räume schaffen und eine rationelle Abwicklung des stark gestiegenen Postreiseverkehrs ermöglichen. Unter Beschränkung des Bauvolumens auf das unbedingt Notwendige gelang es den PTT-Betrieben, die in einem ersten Projekt ausgewiesene Kostensumme von 4,5 Millionen Franken um 700 000 Franken zu senken. Trotzdem wurde ihnen nach Erscheinen der Botschaft (BB1 1948 III 1183), mit welcher der Bundesrat einen Kredit von 3,8 Millionen Franken anforderte, in der Presse vorgeworfen, mit diesem «Millionenbau» den Sinn für die Proportionen verloren zu haben. Von dem von den eidgenössischen Räten schliesslich bewilligten Kredit konnten während des Baues nochmals 300 000 Franken eingespart werden.

Wegen der baulichen und touristischen Entwicklung des Weltkurortes - in den letzten 20 Jahren hat sich die Einwohnerzahl verdoppelt und die Zahl der Übernachtungen mehr als verdreifacht - haben sich die Befürchtungen, die PTT bauten viel zu gross, als völlig unrichtig erwiesen. Das Gebäude genügt dem stark gestiegenen PTT-Verkehr nicht mehr. In der Netzgruppe St. Moritz, die neben dem Oitsaint 11 Landzentralen umfasst, hat sich die Zahl der Telephonteilnehmer seit 1950 nahezu verdreifacht und der Ferngesprächsverkehr vervierfacht. Im Ortsnetz St. Moritz sind die durchschnittlichen Gesprächseinnahmen je Hauptanschluss mit 815 Franken um 140 Prozent höher als im Landes-

1258 durchschnitt. Der Postverkehr hat sich seit dem Bezug des Gebäudes ungefähr verdoppelt.

Netzgrappe St. Moritz

1950

1968

7226 15818 2,0 3,1 6,9 3,4 2 292 500 4511000 3799 8899

Index 1968 1950 = 100

Hauptanschlüsse Sprechstellen Ortsgespräche, in Millionen Ferngespräche, Ausgangin Millionen Gesprächseinnahmen Franken

1,5 936600

Postami St. Moritz

1950

I960

Wertzeichenverkauf, in Franken uneingeschriebene Briefpost, Aufgahe in Millionen Paketpost, Aufgabe . .

Einzahlungen uneingeschriebene Briefpost, Zustellung in Millionen Paketpost, Zustellung Auszahlungen

309900

527300

874100

282

1,2 69100 89100

2,1 92800 144400

2,7 89 100 »> 159800

221

1,4 117200 13800

2,4 199100 22400

2,6 251 2001» 25900

183 214 187

2558

3751

5300

207

Einwohner

2456 5358

i960

1,1

1968

294

295 279 454 481

Index 1968 1950 = 100

128 179

*) Die Änderung des Paketbegriffs (1963) erschwert den Vergleich mit früheren Jahren

Beim Telephon erfordert die ständige Zunahme des Gesprächsverkehrs einen Ausbau des Netzgruppenhauptamtes und der Ausrüstungen für den Fernbetrieb. Zusammen mit der Vergrösserung der Zentralen für Telephon und Telex müssen auch die Hilfsbetriebe (Batterien, Dìesel-Notstromgruppe, Klimaanlagen) erweitert und dafür neue Räume geschaffen werden.

Schliesslich sind auch die Magazine und Einstellräume für Reservekabel, Telephonmaterial und Fahrzeuge sowie die Personalräume dem Verkehrs- bzw.

Personalzuwachs anzupassen.

Bei der Post sind heute sämtliche Raumreserven belegt. Während die Platzverhältnisse im Annahme- und Briefversanddienst noch genügen, muss der Paket- und Verladeraum vor allem wegen der Motorisierung der Zustelldienste dringend erweitert werden, damit eine rationelle Dienstabwicklung gewährleistet bleibt.

Das Projekt sieht einen Erweiterungsbau mit drei Untergeschossen vor, der - unter Ausnützung des Hohlraumes unter der bestehenden Postplatte nördlich an das PTT-Gebäude anschliesst. Durch Ausnützung der Hanglage ist eine direkte Zufahrt in alle Geschosse möglich. Im einzelnen ist folgende Raumeinteilung geplant:

1259 3. Untergeschoss:

2. Untergeschoss:

  1. Untergeschoss :

Lagerraum für Kabel und Schwermaterial Fernbetriebsraum (vorläufig Magazin) Batterien und Stromlieferung Notstromanlage Magazin Kabelkeller Automatenraum Hauptverteiler Betriebsraum Verstärkerraum Telexzentrale Magazin für Materialdienst Verlade- und Einstellraum Paketzuteilung Einstellhalle Garderoben Feuerwehrgerätemagazin Archiv

Im 1. Untergeschoss wird der Paketzustell- und Eildienst untergebracht.

Der vom Postbetrieb vorläufig nicht beanspruchte Reserveraum dient zum Einstellen von Fahrzeugen der Fernmeldedienste. In den projektierten Räumen im 2. und 3. Untergeschoss stehen für das Orts- und Netzgruppenhauptamt, die Fernbetriebsausrüstungen, das Spezialdienstamt sowie das Träger- und Verstärkeramt 1200 m" oder das Dreifache der bisherigen Betriebsfläche zur Verfügung, was einen Ausbau des Ortsamtes von 4000 auf 10 000 Hauptanschlüsse und eine Vervierfachung der bisher vorhandenen 1260 Netzgruppen- und Femleitungen ermöglicht. Sollte später ein weiterer Ausbau der Fernmeldeanlagen nötig sein, könnte der Material- und Transportdienst in ein neu zu erstellendes Gebäude verlegt werden.

Für das Bauvorhaben ist ein Verpflichtungskredit von 6 212 000 Franken erforderlich.

9. Saas Fee, Postgebäude mit Postautostation Seit der Eröffnung der Strassenzufahrt im Jahre 1951 hat die bauliche und touristische Entwicklung von Saas Fee alle Erwartungen übertreffen. Betrug die Zahl der Übernachtungen 1951 72 500, so stieg sie bis 1968 auf 486 000.

Dieser wirtschaftliche Aufschwung wirkt sich auch im raschen Verkehrszuwachs bei der Post, insbesondere im Reisepostdienst, aus. Die Zahl der Reisenden hat sich seit 1951 mehr als vervierfacht. Verkehrten damals täglich 10 Autokurse von und nach Saas Fee, werden es nach dem Sommerfahrplan 1969 23 sein.

Das im Jahre 1952 bezogene, am Endpunkt der Autostrasse beim Dorfeingang gelegene Reisepostgebäude erwies sich schon bald als zu klein. Ein 1961

1260 Index 1968 1950 = 100

Saas Fee

1950

I960

Wertzeichenverkauf, in Franken uneingeschriebene Briefpost, Aufgabe Paketpost, Aufgabe Einzahlungen uneingeschriebene Briefpost, Zustellung Paketpost, Zustellung ....

Auszahlungen .

Reisende 2)

38500 196300 15400 13200

119900 385300 21000 38200

219300 549 500 22 100 1) 42400

570 280 143 322

191 300 25900 3 100 70200

422100 47800 6200 173300

615200 50 300 1) 9700 324 900

322 193 313 463

504

739

Einwohner

.

.,

....

1968

830

165

1

> Die Änderung des Paketbegriffes (1963) erschwert den Vergleich mit früheren Jahren.

*> Reisendenzahl der ganzen Linie: Visp-Stalden-Saas Fee/Saas Grund-Saas Almagell ausgearbeitetes Erweiterungsprojekt musste aufgegeben werden, weil weder genügend Einstellmöglichkeiten für die in Saas Fee stationierten Kurswagen noch die nötigen Räume zur Abfertigung der Reisenden hätten geschaffen werden können. Einzig ein provisorischer Anbau zur Garagierung von zwei Kurswagen wurde damals erstellt.

Das Postbüro Saas Fee, das mit Ausnahme der Reise- und Güterpost den gesamten Postverkehr zu bewältigen hat, befindet sich in gemieteten Lokalen Im Dorfzentrum. Mit lediglich 95 m" Nutzfläche genügen die Diensträume vor allem während der Saison den Anforderungen des Betriebes nicht mehr. DerTransport des gesamten Postgutes zwischen den beiden 500 m auseinander liegenden Poststellen verursacht zudem erhebliche Mehrkosten.

Die PTT-Betriebe planen deshalb, den gesamten Reise- und übrigen Postdienst von Saas Fee in einem Neubau beim Dorfeingang zusammenzufassen.

Auf Verlangen der Gemeindebehörden wird jedoch das Postbüro im Dorf vorläufig als Aufgabestelle weiter bestehen bleiben.

Für den geplanten Neubau haben die PTT 1955 und 1965 beim bisherigen Reisepostgebäude zwei Grundstücke von zusammen 2323 m2 erworben. Das Bauprojekt umfasst ein mehrgeschossiges Hauptgebäude im Chaletstil und eine angebaute, eingeschossige Postautostation. Im einzelnen ist folgende Raumeinteilung vorgesehen: Untergeschoss :

5 Einzelzimmer für Saisonpersonal Aufenthaltsraum Küche Ruheraum für Wagenführer Garderoben Keller Heizung

1261 Erdgeschoss:

l .-3. Obergeschoss :

Schalterhalle Postbüro gedeckte Postautostation Kiosk 8 Wohnungen

Der Bau einer gedeckten und heizbaren Postautostation mit einer Fläche von 1149 ma und 8 Abfertigungsplätzen ist wegen der Höhenlage von Saas Fee insbesondere für den Winterbetrieb notwendig. Während der Nacht dient die Halle zum Einstellen der Reisewagen. Die Postbetriebsräume sind grosszügig geplant und werden einer weitem Verkehrszunahme gewachsen sein. Wegen der von der Gemeinde vorgeschriebenen Bauweise - nach der Bauordnung sind in Saas Fee alle Häuser mit Giebeldach zu erstellen - werden in den Obergeschossen des Hauptgebäudes mehrere Wohnungen eingebaut, die zum Teil als Ferienwohnungen an das Personal vermietet werden sollen.

Für das Bauvorhaben ist ein Verpflichtungskredit von 3 100 000 Franken erforderlich.

Gestützt auf diese Ausführungen beantragen wir Ihnen, den beiliegenden Entwurf eines Bundesbeschlusses zu genehmigen.

Zur Verfassungsmässigkeit der Vorlage halten wir fest, dass sich die Zuständigkeit der Bundesversammlung aus Artikel 13 Buchstabe / des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 1960 (AS 196117) über die Organisation der Post-, Telephon-und Telegraphenbetriebe ergibt; dieses stützt sich seinerseits auf Artikel 36 der Bundesverfassung.

Genehmigen Sie, Herr Präsident, hochgeehrte Herren, die Versicherung unserer vollkommenen Hochachtung.

Bern, den 14. Mai 1969 Im Namen des Schweizerischen Bundesrates Der Bundespräsident: L. von Moos Der Bundeskanzler : Huber

1262 (Entwurf)

Bundesbeschluss über die Bewilligung von Verpflichtungskrediten für Bauten und Liegenschaften der PTT-Betriebe Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 14. Mai 1969, beschliesst:

Art. l Für PTT-Zwecke werden folgende Verpflichtungskredite bewilligt ; 1. Brig, PTT-Garage 2. Genf Grand-Pré, PTT-Gebäude (Erweiterung) 3. Kirchberg (BE), PTT-Gebäude 4. Mont-Pèlerin, Fernmeldegebäude 5. Muri (AG), Postgebäude 6. Rüschlikon Etzliberg, Liegenschaftserwerb 7. St. Moritz, PTT-Garage (Erweiterung) 8. St. Moritz l, PTT-Gebäude (Erweiterung) 9. Saas Fee, Postgebäude mit Postautostation

Franken 3 650 000 3 625 000 2 180 000 7 095 000 2 475 000 2 590 000 5 285 000 6 212 000 3 100 000

Art. 2 1 1

0798

Dieser Beschluss ist nicht allgemeinverbindlich und tritt sofort in Kraft.

Der Bundesrat wird mit dem Vollzug beauftragt.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung über die Bewilligung von Verpflichtungskrediten für Bauten und Liegenschaften der PTT-Betriebe (Vom 14. Mai 1969)

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Jahr

1969

Année Anno Band

1

Volume Volume Heft

25

Cahier Numero Geschäftsnummer

10275

Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

27.06.1969

Date Data Seite

1243-1262

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