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Schweizerisches Bundesblatt.

..^III.^^gang. I^.

Nr. 27.

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^. Juli -^7-.

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über

die Grenzbesetzung im Januar und Februar 1871.

(Vom 19. Juni 1^71.)

Tit. l Jm Laufe Novembers 1870 hatte die Einschliessung der Festung Belsoxt durch die deutschen Truppen begonnen und war somit das Kriegstheater abermals unseren .Landesgrenzen näher gerückt, wesshalb der hoh...

Bundesrath sueeessive das Pruntrut'sche Gebiet zuerst durch die 9.,

dann durch die 8. und zulegt durch die 7. Brigade dex lH. Diviston hatte besetzen lassen, deren jeder eine Dragonerkompagnie beigegeben war und welche nach ungefähr sechswöchentlichem angestrengtem Dienst abgelost wurden.

Die Reihe war an der 7. Brigade Borgeaud, als die Ere..gnisse um Belfort einen ernsthafteren Eharaktex annahmen.

Der gerade behnss Vornahme von Jnspektionen an Ort und Stelle befindliche Eommandant dex Hl. Armee-Division, Herr Oberst .Hubert, .hatte in .Anbetracht der möglicher Weise entstehenden Eomplieationen schon snb 12. Januar den hohen Bundesrath um Nachschub weiterer Truppen nachgesucht, worauf diese Behörde am 14. ein Ausgebot ergehen liess: 1. an den gesammten Stab der HI. Division, der nach Pruntrut einberufen wurde;

BnndesbIa..t. Jahrg. XXIII. Bd. II.

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^22 2. ..n den Sta^ und die 3 J^anterie-Bat^llon.... ^r. 9 Zürich, ..... 14 T h u r g .. n und Rr. 71 Sehaffhausen , der 13. .Brigar (V. Division) , welche sich in Olten zu gammeln Ratten , um von dorten nach ^..runtrut zu marschiren; 3. an den Stab und d^ beiden Batterien des Auszuges der V. A...^

tillerie-B...^^ 10^ Batterie ^r. 4 von Z^ieh, ^

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Aargau,

welche sich nach Basel zu begeben hatten, um von dort aus unter Bedeckung eines Bataillons nach Delsberg und .^runtrnt zu gelangen ; 4. die Ambulanee-Sektion der ^13. Brigade.

Während diese Truppen dem Orte ihrer Bestimmung zueilten, gestalteten sieh die Ereignisse an der Grenze immer ernster. Sehon am 10. und 13. fanden kleinexe Gefechte bei Eroir^ und Abervilliers hart ....n der Schw .. i z e r g r e n z e zwischen preussisehen Truppen und franzo^ischen Freischaaren statt, wobei französische Granaten selbst auf Schweizerge.biet e^plodirten und laut Berichten der .Kundschafter war auf den 14. Januar ein allgemeiner Angriff auf der ganzen Linie vorbereitet, welcher dann ^uch am 15., 16., 17. und 18. seine Ausführung in de.n bekannten Gefechten an der Lisaine, namentlich bei H.^rieourt und Mont.^l.iard fand.

Herr Oberst Aubert hatte daher nicht nur das bereits auf dem Marsch befindliche Halb-Bataillon ....r. 79 von Solothurn an sich g^zo^en, sondern noch von der Erlaubnis.. des eidg. Militärdeparte^nent.^ ...gebrauch gemacht, in dringenden Fällen die .^er.nerbataillone des Jura .^r. 67 und 69 aus den Distrikten ..^runtxut und Delsberg aufzubieten, und solche unter das Gommando von Herrn Oberst ..^f^ffer gestellt, welcher seiner Brigade .^r. 13 vorauseilte.

Diese Vorgänge bewogen den hohen Bundesrath, unterm 17. Januar weitere Truppenausgebote ergehen zu lassen, und zwar an den Stab der V. Division; die Stäbe der zu dieser Division gehorenden 14. und 15. Brigade und der Artillerie-Br.igad... ...^r. 3, welche sämmlich nach Basel beordert wurden ;

dann die 6 Bataillone des Auszuges der 14. und 15. Bri-

a^ade, die. Sappeureompagnie .^r.. 1, die Dragonereompagni..^ .^r. 3 und die

10^ Batterie Rr. 9 von Waadt und die .^

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^llle diese Truppen hatten bis auf weitere Verfügungen tn ihr^ Kantonen zu verbleiben.

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^ Am 1.^. Jannar schrie^ mir das Tit. eidg. Militardepartement

örtlich :

Nachdem nun Truppen zweier Divisionen einberufen sind, hat der .Bundesrath beschlossen , es Jhrem Ermessen zu überlassen , wann Si...

das Kommando über diese Truppen übernehmen wollen.^

Jnfolge dieser Zuschrift antwortete ich umgehend dem Tit. ...idg. Militardepartemente am 19. Januar, daß tch das Oberkommando der eidgenössischen Truppen wieder übernehmen werde, indem mir die ...^ fahr für die Schweiz weit größer erseheine als solche im Juli und August 1870 gewesen, weil, je nachdem die Würfel auf dem fremden .^xiegsschaupla.^e fallen, die eine oder die andere der beiden zunächststehend.m kxiegfühxenden Armeen auf schweizerisches ...gebiet gedrängt werden müsse , wenn e^ dem Gegner gelinge, die Rückzugslinie derselben abzuschneiden, oder dann auch die Eventualität eintreten könne , daß bei den Kämpfen zunächst unserer grenzen es dem einen oder andern der fremden Heerführer nothwendig erseheinen konnte, unter Beiseiteset^ung aller Rücksichten a...^ ..Neutralität die Operationen über einen Theil unseres Gebietes auszndehnen, um hierdurch Vortheile über den ..Regner zu erringen, die ...uf legalem Wege schwer erhältlich erscheinen.

Um diesen Fatalitäten zu begegnen, finde ich die. aufgebotenen Streitmittel viel zu schwach und ersuch^ daher den schweizerischen .Bundesrath : 1. um sofortige Jnstradirung aller bereits aufgebotenen Gruppen der V. Division nach Basel und Umgegend .

2. um schleuniges Aufgebot aller Truppen des Auszuges der IV. Division (V o n te m s) und Jnstradirung derselben in die fegend von Biel zur Untersti^ung der III. Diviston; 3. um Verstärkung der .Artillerie durch die beiden ^ebirgsbatterien ^r. 26 Bünden, und 27 Willis, weil solche in dem mit Sehnen .bedeckten Jura eher Verwendung fänden, als bespannte Feldgesehü^.

Sofort wurden die zur Ausstellung des Hauptquartiers unentbehr...

lichften Offiziere des Stabes nach Basel aufgeboten, wohin ich am 20. Januar ebenfalls verreiste.

Um kosten zu vermeiden, wurde von Aufstellung der Genie-, Artillerie- und Eavallerieeommandos vorerst abstrahlt, ebenso wurden mehrere. Sektionen des großen Stabes ^ax nicht aufgeboten und di..

^ahl der Adjutanten auf ein Minimum beschrankt.

Jn Basel eingetroffen, erhielt ich ein Telegramm von Bern, laut welchem der hoh.. Bundesrath sich veranlaßt sah , die IV. Division einstweilen noch nicht aufzubieten, bevor weitexe Rachrichten vom Kriegs-

^24 ^chaupla^e einträfen, wogegen das Aufgebt der beiden Gebi^sbatterien Bewilligt wurde.

Auf dieses hin schrieb ich dem Tit. eid^. Milit...xdep.....rten..ent^ örtlich : ^ gerade der Umstand, das.. das Manier Bourbaki^s nicht reüs.rt..., daß di... preußischen Verstärkungen in dessen linker Flanke noch reehtz..itie^ gewirkt haben, deuten darauf hin, auf was die deutsehe .^riegssührun^ ..^ abgesehen hat.

,,Es liegt ganz bestimmt in deren Jntention, wo möglich die franzofische Ostarmee ga..^ oder theilweise in die Schweiz zu werfen und damit unschädlich zu machen.^ Jch betonte daher nochmals die Rothwendigkeit eines grosseren Truppenausgebotes , nm der bevorstehenden Aufgabe gewachsen zu sein, und namentlich aueh im Hinblick des Umstandes , dass es stets einiger Tage bedarf, bis sieh unsere Truppen, gleichsam aus dem Schlafe ^ufgeweckt, in die neue Situation hineingelebt haben.

Mittlerweile rückten am 21. die Truppen der V. Division per Eisenbahn in Basel und Umgegend ein, und da man über den Erfolg der deutschen Waffen an der .Lisaine nun bestimmte Berichte erhalten, .n.. wurden sofort die nöthigen Anordnungen getroffen , um die V. DiVision ohne Aufenthalt links zu schieben in die Gegend von Delémont, währenddem alle Bataillone der IlI. Division im Vruntrut^schen pereinigt wurden, um der V. Bia^ einzuräumen.

Das Hauptquartier wurde am 21. nach Lausen verlegt. Jm Begriffe dahin zu reiten, erhielt ich jedoch eine Depesche vom Ehes des eidg.

Militärdepartements, deren zufolge mich nach Olten begab , um mit demselben in Betreff des Ausgebotes der IV. Division zu eonseriren.

Nach kurzer Unterredung waren wir über die Rothwendigkeit des AnsGebotes dieser Truppen einig, welches der hohe Bundesrath aus peeuniären Bedenken gerne wenn moglich zu vermeiden wünschte , ohne sich demselben jedoch serner zu widerse^en , so dass in der Racht die AufGebote noch abgehen konnten.

Mit der Eisenbahn nach Basel zurükgekehrt, traf ieh um 11 Uhr Nachts in Lausen ein und se^te den folgenden Morgen den Weg naeh^ Delémont sort, von wo am 23. in Vruntrut eintraf, nachdem zuvor noch die Organisation eines Divisionsparkes für sämmtliche ausgestellte Truppen ans der Varkeompagnie Rr. 40 von Waadt, der Barktraincompagnie Rr. 78 von Bern und dem nothigen Material theils aus dem eidg. Depot in Thnn , theils ans dem Zeughause Bern entnommen, besorgt worden, nnd auch der Raehschub des Sehül^enbataillons Rr. 5 von Waadt, sowie der Dragonereompagnie Rr. 12 von Zürich zur .^ompletirung der Divisionen 3 und 5 verlangt worden war.

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Laut in Delémont ...m 23. Januar früh eingelangten Berichten der IH. Division schickte sieh nämlich ein französisches Eorps von meh^eren tausend Mann mit 18 ^eschü.^en um Blamont versammelt an, Abervilliers , Eroix^ und Delle neuerdings anzugreifen, und nach den mißlungenen Angriffen ..uf Montbéliard und H^rieourt lag für di^ Franzosen die Versuchung naher denn je, das schweizerische Gebiet z.^ betreten, um die Stellungen der ..^reussen zu umgehen.

Herr Oberst Aubert, Kommandant der HI. Diviston, hatte daher die Truppen dex 7. .Brigade in einzelnen Bosten an den wichtigsten ^unkten der grenze aufgestellt, und die Bataillone Rr. ..), 14, 67 und 69, nebst dem Halb^ataillon .^r. 79 und den beiden Batterien nebst Dragonern in der Rahe von Bruntrut eoneentrirt , um von dort aus den allenfalls bedrohten funkten zuzueilen, was um so leichter geschehen konnte, als von Bruntrut aus die Strafen nach den Grenzpunkten radien-.

artig ausgehen und durch den vorzüglichen Ordonnanzdienst dex Dra^onereompagnie Rr. 7 von Waadt, sowie theilweise mittelst neu errichteter Telegraphenlinie nach Damvant eine rechtzeitige Benachrichtigung gesichert war.

^ Der Tag des 23. Januar verstrich jedoch, ohne dass irgend welche Engagements jenseits der Grenze stattgesunden, ....loss der Kanonendonner von Belsort tönte m die stille, von Schnee und Eis bedeckte Landschaft herüber.

Durch die Sorge des Eommandanten der HI. Division und seines Divisionskriegskommissärs waren Anstalten getrofsen , um sich vorerst durch Requisition bei den Einwohnern ein ziemliches Quantum Brod für den Fall eines Uebertritts größerer fremder Truppenkörper zu sichern; ebenso wurde für Roth.vein und Holz in genügender .Quantität für all-

fällige Bivouaks gesorgt und Befehl gegeben, Mehl aus den eidgenössischen Magazinen nach dem Bruntrut^schen zu transportiren, um solches daselbst zu verbacken, statt das Brod von Biel und Del.^mont über die fast unfahrbaren Gebirgsstxassen zuzuführen.

Den 24. Januar bennate ich zur Besichtigung der Vorposten und der in deren Ra.^on liegenden Truppen, zu welchem Zwecke in Begleitung des Divisionärs und dessen Stabes von Bruntrut nach Fah^ gegenüber .^bervilliers ritt, von dorten nach Grandfontaine , Damvant gegenüber ^Blamont , wo noch grossere Abtheilungen französischer Fxanetireurs (angeldlich 1800 Mann) unter Oberst .pourras sich vorfanden. Abends kehrte naeh Bruntrut zurük und traf daselbst eine bekannte persönlichkeit, welche in besonderer Mission von Bvurogne zurückkommend, die Behauptung aussprach, man erwarte im preußischen Hauptquartier einen.^ erneuerten Angriff Bourbakis.

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Die Anwesenheit zahlreicher ^reif^aaren in Blamont und die sonst ...in^bxachten .^achrichten ließen diesel Vorhaben nicht ganz unwahr peinlich erscheinen, was mich bew.^, ....m 25. auch die Vorpost^ste^lung .^et B.^neourt gegenüber Delle zu besuchen, wobei Gelegenheit ^and, das Bataillon Rr. 39 von Freiburg zu inspiziren, ein schöne.... ^u.. ^ führtes und diseiplinirtes Bataillon, dessen .Bewaffnung und .^lei.^un^

......enig zu wünschen übrig ließ.

Am 26. Januar erhielt ieh die Nachricht, daß die Vreussen Dol...

genommen hätten und die Armee Bourbakis in vollem Rükzuge sei, .^sshalb sofort folgende Anordnungen traf, welche an den in Delémont gebliebenen Herrn Ehef des ^eneralstabes durch einen Guidenoffiziex zur prompten Ausführung überbra..ht wurden : .Linksschiebung der ...Divisionen V und IV zur besseren Sieh...run^ der ^euenburgergrenze.

Brigade 15 (Munzinger) der V. Division aus den Eant.mnementen um Basseeourt, ...^lovelier, Eoursaivxe, Bo.^eourt marschirt nach Saul.^, St. Bxai^, Soube.^, Montsaueon, Seignel^ier, ....oirmont.

Brigade 14 ^..rändlin), welche sich in Delsberg, Laufen, .^lein-Lü^el, Eourroui; und Vie^ues befand, marschirte in die vorher ...on Brigade 15 besehen ....Quartiere.

Artillerie von .^lovelier und ^ourrour^ nach Soneeboz und Montfaueon.

^ei der. IV. Division , deren Ausmarsch in die zuerst bezeichneten ..^antonnemente, nämlich : 10. Brigade nach Seignelégier , Montsaueon und Roirmont, 11. Brigade nach .^a Ehau^de-Fonds , La Ferrière und Renan, 12. Brigade nach Eourtela.^, Villeret, St. Jmier, Sonvilliers, damals noch nicht beendigt war , theils weil mehrere Bataillone sehr grosse Strecken zu durchlausen hatten, wie Bataillon Rr. 1, Bern, aus dem Hasl.ithai, und Bataillon Rr. 35 ans dem Oberwallis, theils wegen hoehst mangelhaftem Dienst der Eisenbahnen wurden folgende Disloeationen angeordnet : 10. Brigade nach Loele, Brevine, Les Bonts, 11. Brigade blieb in La Ehau^de-Fonds , Renan und .Les

Bois, .

12. Brigade über La Sagne nach dem Val ..travers bis Verrières, Artillerie in La Ehaux,-de-Fonds und Loele.

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^27 Da die Brigade ....^e.^rz nicht schon am 26., Andern erst am ....7. die D is l. o e ir u n g ausate, gelangte die 15. .Brigade gleichzeitig tn ^hre Eantonnemente , was unangenehme Störungen verursachte. Die .nicht auf Vorposten befindlichen, oder sonst detachirten Truppen der III. Division , wie Bataillon ^r. 71 von Schaffhausen , welches bei.

Oeourt, Bellefontaine, St. Ursanne stand, um das Thal de- Doub....

zu bewachen, wurden am 26. Vormittags auf dem Felde bei Eour^ena.^ ^oneentrirt, um dort Jnspektion zu passtren. Es waren die Bataillone 9 und 14, auf dem rechten Flügel in 2 Treffen, die Batterien .^x. 4 nnd 1^, und hinter ihnen das Bedeckungsbataillon ^. 79, in der

Mitte Bataillon Rx. 67 und 69, auf dem linken Flügel aufgestellt, und nach

der kurzen Jnfpektion wurden ein^e taktische Bewegungen ausgeführt, da ziemliche Kälte bei starkem Nordwind herrschte, welche bei längerem Stillestehen die Gesundheit der Truppen beeinträchtigen musste.

Die Haltung , Bewaffnung und Ausrüstung der Truppe , sowie deren ..Gesundheitszustand waren sehr erfreulich.

Am 27. Januar ritt ieh nach Del.^mont zurück, m der Absieht, am 29. zuerst die Jnspektion der Truppen der V. Diviston zu beginnen und hierbei über St. Bxaix^, .^oirmont auch in den Eantonnem.mtsbezi.^ der IV. Division zu gelangen ; allein es sollte dieses Vorhaben ....ald durchkreuzt werden.

Jm .Laufe des 28. Januar langte ein Telegramm aus Verrières von Oberstl.ieutenant ...^ranjean an, dem zufolge Salins von den .^reussen genommen , Bourbakis Hauptquartier in Bouelans oberhalb ^Besancon sich befände und eine grosse Demoralisation bei seiner Arme^ Angerissen wäre, welche sieh noch in der Richtung aus Mouthe und ^t. Elaude nach L.^on durchzuschlagen hoffe.

Von Herrn Oberst A u b e r t ging die Meldung ein, dass die Franzosen Vont de Roide geräumt hätten und sich auf St. H^polite, Tre.milliers und Maiche zurückzogen. Es war daher anzunehmen, daß wenigstens einzelne Trupps von Versprengten über die Brücken von Soube^ und Goumois, oder aus dem rechten Doubsuser das sehweizerische Gebiet betreten konnten , und wurde daher die Aufstellung im

Doubsthale durch ein Bataillon der HI. Diviston perstärkt, gleich^iti^

die V. Division angewiesen, das sogenannte Elos du Doubs ihrerseits

hinlänglich zu besehen.

Es erhellte aus obigen Mitteilungen , dass es kaum moglich sein konnte, unsere Truppen frühzeitig genug a.. die Vässe zu bringen, welche aus dem Departement des Jura über die Jurakette in den .Danton Waadt führen , wesshalb der hohe Bundesrath auf telegraphisehem We^e ersucht wurde, die Bataillone Rr. 45, 46 und 70 aus der Waadt sofort aufzubieten und unter dem Kommando des Herrn

^ .^....^n ^ rand nach den Ba^.n .^n ...^ne, Brassé und ^t. ^.r^ ^zu^nden.^ ....^ st... .bald wogest durch Truppen der V. Divlfion ^er^ ^tär.kt ^..exden sollen.

Rachts 11 Uhr langte ein zweites Telegramm von Herrn Oberst^ lteut^ant ^randjean an, welches die Entleibung Bourbaki^s, die Ankunft von 120,000 Franzosen m Bontax.ier und Umgehend, die unbeleibliche Verwirrung und den Mangel an .Lebensmitteln, fowie dt^ deutlich ausgesprochene Absieht nach der Schweiz zu kommen, m^dete.^ tiefes Telegramm wurde bestätigt durch in den Zeitungen ver^ffent^ liehte Depesche von Versailles, Rückzug der Armee Bonrbaki^s ans dem .linken Doubsuse... ..tnter Verfolgung durch die Armee Manteuffe...^ anzeigend und durch weitere Telegramme von Verrières, wona^ die

Breussen , in südlicher Richtung vordringend, St. Vit , ^ninge^ und

Mouchard, drei, mehrexe Stunden südlieh Besancon gelegene Ortschaften fehon am 25. beseht hatten und.am 27. über Andelot nach Ehampagnole vorgedrungen wären, welches sechs Stunden südlieh von Salins an der Hauptstraße von Besancon nach L^on liegt. Es lag somit ziemlich klar am Tage, dass die französische Ostarmee als abgeschnitten betrachtet werden musste, und es konnte sieh nur darum fragen, ob nicht eiu .^rossexer Theil derselben sich in dex Festung Besancon eingeschlossen habe, und es weitexen Theilen etwa noch über Mouthe zu .entkommen gelänge ; dem Rest blieb kaum etwas anderes übrig , als sieh auf schweizerisches ..Gebiet zu flüchten, oder in preußische ..Gefangenschaft zu gerathen.

Es musste daher Allem aufgeboten werden, um die wenigen Treppen, die mir zu .^ebot stunden , an denjenigen Vunkten zusammenzugehen, wo wahrscheinlicher Weise die .^ourbaki^sche Armee unser Gebiet überfehreiten dürste. Als ein solcher wichtiger Bunkt erschien vorerst Verrières, wo die Eisenbahn und die .Landstrasse von Bontaxlier in die Schweiz führen , währenddem anzunehmen war , dass nur ein kleiner Theil der .Bourbakischen Armee, die Bässe über .Les Fonrgs nach St. Eroix,^verdon und über Les Hopitau^. und Jougne nach Ballaigues und Orbe aus dem linken , und naeh Vallorbes auf dem rechten User des Orbeflüsschens benu.^en würde. Roeh viel weniger war anzunehmen, dass bei der grossen Masse Schnee^s, die im Jura lag, und die Wege ganz ungangbar machte , Truppen, die sehon gegen Mouthe entkommen wären, über den Mont Risoux^ das Thal des Lae du Jour^ zu gewinnen trachten würden.

Die in der Racht vom Samstag ans Sonntag und am 2..). frül^ angeordneten Truppenbewegungen waren nun folgende : .Brigade 14 dex Diviston V. Marsch aus den Eantonnementen um Glovelier nach Biel, um von dorten am 30. per Eisenbahn na..^ ^vexdon und Eossonet.., .La Sarraz gebracht zu werden, zur Untersti^ung der in dex Waadt ausgestellten drei ...Bataillone unter Oberst ..^rand.

^.)

Brigade 15 der Di.^on V^, de.^ .^..upt.^uartier in ^...^nelegier stund , hatte nach La .^hau^-d^onds zu mars^^n , um ^n dorten theils per Bahn, theile zu Fui.. über Reuenbu..^, ^enfall.... ^ den Danton Waadt zu gelangen.

Jn ähnlicher Weise wurden die S p e z i a l w a f f e n der V. Div^on naeh dem Danton Waadt instradirt, indem sie ^ch der Brlg..d... 15 ...nzusehliessen hatten.

Die b e i d e n Ge.birg s b a t t e x i e n Rr. 26 und 27 konnten erst ...m 28. in Biel vereinigt werden, und maxsehirten früherer Ordre gem.^ am 29. nach Tramelan, von wo sie trot^ des sehr beschwerlichen Marsches Sofort noch .Nachts nach .Les Bois marschirten , nm sich der Bri^d...

Mnnzinger (15) anzuschließen.

Der in Bern organisirte Munitionspark mit .^...rkeompagnle.

Rr. 40 von Waadt und Barktraineompagnie .^r. 78 von Bern war am 29. über Soneeboz nach Eourtelar^ marsehirt und erhielt Befehl, am 30. nach Dombresson und Savagnier zu marsehixen, um alsdann von dort nach ....euenbuxg zu gelangen.

Die IH. D i v i s i o n konnte keinen Zweck mehr in langerex Bese^ung des Bxuntxutergebietes erreichen , da anzunehmen war , dass die Freischaaren, die noeh bei Biamont gestanden, ebenfalls im Rückzug begriffen seien, indem sie sonst durch das Vorrücken der ^reussen naeh Maiche abgeschnitten würden.

Jeh entließ daher die Bataillone Rr. 67 und 69, die aus Mann^ehaften dortiger Gegend bestehend , bei Bedarf raseh wieder aufgeboten werden konnten, und schon im Sommer 1870 längere Zeit unter den Waffen gestanden hatten, und sehob die B r i g a d e 7. am 2.^30. noch ge.^en den eventuellen Schaupla^ wichtiger Ereignisse vor , indem der Divistonsstab , sowie diese 7. Brigade, nebst Eavall.erie über Les Malettes nach Glovelier beordert wurde, um von dorten gegen Seignel^gier und am 1. Februar naeh La ^hau^de-Fonds vorzurücken, zur ^lblosung der Truppen der V. Division und Deckung dortiger Gegend gegen versprengte Banden, die über den Doubs zu entkommen txaehten.

Die B r i g a d e 13 hatte wenige Tag.. zuvor die Vorposten im ..^runtrut'sehen bezogen , sie musste daher zuerst bei Bruntrut eoneentrirt Werden, und marschirte alsdann am 2. Februar nach Biel, von wo sie per Bahn naeh .^euenburg gezogen wurde , indem beabsichtigte , die IH. Division, zu welcher diese Brigade damals noch gehorte, als Referve für die im Travexsthal stehende IV. Diviston ^u verwenden.

Die b e i d e n B a t t e r i e n dieser Division, mit dem Halb^Bataillon ...^r. 79 als Bedeckung, marsehirten am 29. in die Gegend von Dele-

..^0 mont und an den folgenden Tagen von da über Tavannes und Tramelan nach Biel.

Die ...... i v i s i o n .V musste noch mehr links geschoben werden, theils zum Anschluss an die Truppen an der grenze des .^..ntons Waadt, theils um so schnell wie moglieh eine grossere Anzahl Bataillon..

ln dem Travexsthale zu vereinigen.

^u diesem Behufs erhielt die IV. Division ..m 29. den telegraphischen ..Befehl: die 12. Brigade bei .^errieres zu eoneentriren, mit Detaschement nach St. Eroix,;

die 11. Brigade über .Les Vonts nach dem Tra^ersthal zu

dirigiren, um der ersteren als Reserve zu dienen, wahrend

die 10. Brigade La Ehaux^de-Fonds bis nach La. Brevine zu .^ese^en und die Zugänge von Morteaux^ zu beobachten habe; die Artillerie dieser Diviston sollte nach Verr^res und St.

Sulpiee (Batterie Rr. 13) und nach Les Bonts ^Batterie R... 22) kommen ; das S eh üt^ n- Bataillon Rr. 5 hatte bisher die Brücken bei Sonbe^ und Goumois bewacht , wurde dann aber nach Les Bois und

La Ehaux^d.^Fonds links gezogen.

Da es von Werth war, Genf ebenfalls zu besehen, in de^. Voraussieht, dass sranzosische Truppen sieh dorthin werfen konnte^, die bereits das Ba.^s-de-Gex^ erreicht hätten und um überhaupt diesen wichtigen Grenzposten nicht unbese^t zu wissen, wurde das dortige.

.Bataillon Rr. 84 und die 8^ Batterie Rr. 25 aufgeboten und Oberstlieutenant Bonnard des Generalstabes sofort nach Genf abgesandt, um daselbst die Ordnung ausrecht zu erhalten, weiche Massregel sich seh.: .bald als hochst erspriesslich herausstellte und wobei Oberstlie...tenant Bonnard seine schwierige Ausgabe zur vollsten Zufriedenheit loste.

Da ein Theil der Truppen der I^. Division noch nicht ganz zur Stelle war , so wurde auch die Regierung von Reuenburg ersucht , die Infanterie ihres Kantons sofort auszumieten und zur Verfügung des Kommandanten dieser Division zu halten.

Jn der Ausführung dieser Anordnung traten nun fataler Weise mancherlei Störungen ein , welche ausser Berechnung fielen oder fallen sollten. Der Dienst der Telegraphen in allen Stationen der ^..elsehen Schweiz wurde in erbärmlicher Weise besorgt, und nicht besser ....erhielt es sieh mit dem Bostdienst , besonders soweit solcher in VerBindung mit den Eisenbahntrains stattzufinden hatte , auf welchen in Folge mangelhaften und ungenügenden Materiales und Dienstpersonal^ die Fahrzeiten nie mehr eingehalten wurden ^und Verspätungen von

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Dielen Stunden schon in Folge der ersten Truppentransport... an der Tagesordnung waren.

So kam es, dass der Kommandant der V. Division das Morgens 10 Uhr von Del^mont an ihn nach Seignelégier ^gegangene Tel...gramm erst 4 Uhr ..Nachmittags erhielt. Die Truppen der in diesem Ra.^on eantonirenden 15. Brigade lagen nahezu fünf Stunden auseinander disloeirt, die Anordnungen für deren Marsch naeh ........ Ehaux^deFonds wurden nun unverzüglich getroffen, der Marsch konnte aber von einzelnen Abtheilungen erst spät in der Racht angetreten werden und war bei 18^ Reamur Kälte, bei meistens ungebahnten, oft mit mehreren Fuss Schnee bedeckten Strassen außerordentlich mühsam. Schon um 12 Uhr Raehts trasen einzelne Eorps dieser Brigade in La Ehaux^de^onds ein , die andern sueeessive bis 6 Uhr Morgens ; sie wurden dagelbst von ...er .^emeindbehorde theilweise in dem zur Kaserne eingerichteten S.hulgebäude untergebracht , theilweise von den Bürgern auf das Zuvorkommende ausgenommen und verpflegt, so dass sie sieh bald von den Anstrengungen erholten und der Gesundheitszustand der Truppen ein ganz vorzüglicher blieb.

.^ieht kleinere Anstrengungen hatten die Truppen der I4. Brigade und die Artillerie durchzumachen. 10^ Batterie Rx. 9 marschirte nach Tavannes , am 30. nach Bringen und erreichte am 31. Januar Eossonal.. per Eisenbahn, Dragonerkompagnie ^r. 12 gelangte am 31.

nach Biet, eben dahin kam der Stab der 14. Brigade schon am 29., Bataillon Rr. 17 nach Montier und Eourt, Bataillon Rr. 34 na^ ^oneebo^- .......avannes , Bataillon Rr. 49 ebenfalls nach Biel, wobei es, von Glovelier kommend, einen Marsch von neun Stunden tro^ de.^ Schnees zurükgelegt hatte.

Aehnlich verhielt es sich bei der Hl. Division. Der Eommandant derselben erhielt zwar sehon um 1 Uhr Morgens des 29. Januar das in dieser Raeht an ihn vom Hauptquartier aus adressirte Telegramm, allein einmal war dessen Jnhalt sehr eonsns übermittelt und dann .blieben bis zum 30. Abends die daraus sollenden Depeschen aus, welche diesem Divisionar zugesandt ^worden waren. (Vide Berieht de.^ Herrn Oberst Aubert, Kommandanten der IH. Division.)

Rach Erhalt der betreffenden Befehle wurden auch hier die Truppen raseh in Bewegung gefegt und dem Befehl ungesäumt Folge geleistet.

.^ Bei der IV. Diviston war die Schwierigkeit durch das verspätete Einrücken der Bataillone aus den Kantonen wesentlich vermehrt , da einzelne Bataillone erst an diesem Tage in die ^inie einrückten.

Das Hauptquartier begab sich Sonntag Vormittags nach Ex,pedition der Befehle von Delemont nach Biet und von da per Bahu nach Reuenbur^, von wo ieh in Begieit zweier Adjutanten noeh nach

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.^erriere^ reifte, um die Situation klarer ...o... mir zu haben. Jm .Lauf...

diesel Tages waren neue Telegramme eingelangt, welche die Al...Schließung eines Waffenstillstandes meldeten und die Entleibun^ .^our^....ki^ in B e sa n .^ n bestätigten, an dessen Stelle General Elinchant dal^ Kommando übernommen habe.

Um sieben Uhr Abends in Verrieres angelangt, bestätigte sich daselbst durch viel... Augenzeugen aus dem Trapersthale , wel.^e mit .Lebensmitteln nach V..mtarliex geeilt waren , um die dortige .^oth zu lindern, dass der grossere Theil der französischen Ostarmee in de.. ......ähe von Bontarlier eoneentrirt sei und ein außerordentlicher Mangel an Lebensmitteln und Fourage daselbst herrsche, dass die .^lrmee im Begriffe war, einen Versuch zu machen, sich über Ehampagnoles durehzufehlagen, als Depeschen von Jules Favre sie von einem abgeschlossenen Waffenstillstand in Kenntniss festen, in dessen Folge die Feindseligkeiten eingestellt wurden.

Am Morgen des 31. langte ein enormer Eisenbahnzug überfüllt mit eirea 400 Verwundeten und Franken in Les Verrières Suisses an.

Derselbe war ohne alle Begleitung, ohne gehörigen Ausweis über den Bestand der nach der Genfer -Konventionen über schweizerisches Gebiet ^u evaeuirenden Kranken u. s. w., und es war nicht unschwer zu erkennen, dass nebst Verwundeten und Franken aller Art auch Flüchtig dabei waren, deren Verwundungen u. s. w. schwer zu eonstatiren waren, sowie dann aber aueh viele Typhus und Vlatternkranke.

Um diesem Unfug zu steuern und um auch dem Ausreisen von Offizieren und Mannschaften der französischen Armee naeh der Schweiz, welches unter sengen Umständen vollkommen ungerechtfertigt erschien, Schranken zu se^en , sandte ich meinen I. Adjutanten, Herrn Oberstlieutenant .... i b e r , in das franzosische Hauptquartier nach Bontarlier.

Die Vorstellungen dieses gewandten Offiziers fanden bei dem franzosischen Generalstabschef geneigtes Gehor , und es wurde eine Verständigung getrossen, deren zu Folge keine mit ansteckenden Krankheiten behafteten Franzosen mehr über das schweizerische Territorium gebracht werden dursten und alle Flüchtigen von unseren Truppen abzufassen und wieder an die französischen Vorposten abzugeben seien.

Die betreffende Uebereinkunft wurde unseren Herren Div.sionärs am 31. Januar bekannt gemacht und zur Richtschnur befohlen, ebenso wurden die Regierungen der Gxenzkantone von den passenden polireilichen Massregeln unterrichtet, welche nunmehr zu handhaben waren.

Einer früher erlassenen Jnstrnktion gemäss war nämlich den Herren Divisionärs der Austrag ertheilt worden , grossere ....der kleinere fremde Truppenabtheilungen . welche unser Gebiet übertreten, zu entwaffnen

^ ^ ..^ mit W....ffen^ew...lt zurückzutreiben., falls solche d.... ..raffen nicht fo^xt ...bzule^en gewillt erscheinen , was nun mit der neuen Uebexein...unft nicht mehx stimmte.

Jch kehrte ^m 30. Mittag nach .).euenbuxg zuxück, wo ich di...

^ittheilung erhielt, dass die neuerdings aufgebotenen Waadtle.ndex Bataillone an diesem Tage von ihren Sammelplätzen an die Grenz....

.rücken, und zwar Rx. 45 von Lausanne nach Sentier, und .Les Bxassus, ..^r. 46 von Morges nach St. Vergues, Rx. 70 von ^...exdon nach Valloxbes und Ballaigues.

An diesem Tage wurde nun Brigade 14 von Biel aus per Eisenbahn in den Danton Waadt befordert, und zwar der Brigadestab und ..bataillon Rr. 34 nach .La Sarraz, Eelepens und ..^ompaples, Bataillon Rx. 49 nach Oxbe, Bataillon Rr. 17 nach Eossona^. .Bei diesem Transport entgleiste der Zug, welcher Bataillon Rr. 17 führte, bei der Station Eornaux^, und es wurden zwei Wagons eirea 300 Schritte.

weit e^uex über die Geleise fortgerissen, glücklicher Weise ohne .^exlet^ung der Jnsassen. .^aeh einer Stunde Ausenthalt konnte dex Zug seinen Weg fortseien.

Am 31 . marschige der Divisionsstab der V. Division und die 15. Brigade von .La Ehaux^de-Fonds nach Reuenburg, ...nd zwar der Divisionsstab, die Dragonereompagnie Rr. 3 und Bataillon Rr. 15 per Eisenbahn, die Bataillone Rr. 11 und 24 dagegen zu Fuss. Ba.taillon Rr. 24 wurde alsdann noch denselben ^lbend per Eisenbahn nach ^verdon besordert und marschirte noch bis Ehavorna.^, während die Bataillone Rr. 11 und 15 sammt dem Divisionsstabe am 1. ^ebrua...

ebenfalls per Bahn nach .^verdon nachfolgten.

Am 31. Januar Raehmittags erhielt ich sowohl von Herrn Oberst Bontems als von Herrn Oberst Rilliet Telegramme, laut welchen der preußische Armeebefehlshaber den Waffenstillstand der in Versailles abgeschlossen wurde , als ungültig für die erste franzosische Armee betrachtend, letztere in der Umgegend von Bontarlier angriff (Gefecht bei St. Maria am See von St. Boint), wodurch solche mehr und mehr genothigt werde, ihre Zufluchtsstätte in dex Schweiz zu suchen, da es ihr unmöglich werde, sieh nach ..^on durchzuschlagen.

Jn der That wax schon am 2..). Januar bei ^haffois und Sombaeouxt ein lebhastex Angriff erfolgt, wobei den Franzosen über fünftausend Gefangene gemaeht, und mehrexe Batterien genommen worden waren ; an einen Rückzug auf der Heerstxasse nach Ehampagnole wax somit nicht mehr zu denken, und bei dem erschöpften Zustand von Mann und Vfexd wax so viel wie keine Aussieht , dass die Armee auf dem Schwierigen Wege über Mouthe nach Moxez durchzukommen vermochte.

^4 .Der Kommandant der IV. Dwiffon hatte sich .^achmitt^s in Voraussicht eines möglichen Einxückens der französischen ^lrm^ ^on feinem Hauptquartier in Flenrier nach Verrieres begeben und die zu feiner .Disposition befindlichen Bataillone der Brigaden .....illi^t und ..^eillard nebst der ..^ Batterie Rx. 13 angemessene Stellungen beziehen lassen; allein da weitexs nichts erfolgt...., begab er sich Abende nach Fleuriex zurück, und ließ auch die Truppen wieder in ihre Eantenuemente einrücken, somit die Bataillone .....r. 35 und 53 dex Brigade Veillaxd nach Fleuxiex und Eouvet.

Da es mix passend schien, in unmittelbarer ......ähe des Schaupla^es der voraussichtlich für das Vaterland so wichtigen und drohenden Er...ignisse zu fein, entfchlvss ich mich, sofort in Begleit einiger Adjutanten nach Vexxieres zu gehen, während das grosse Hauptquartier ^och in .^euenburg blieb. Unsere Bferde wurden in eiliger Hast nach dem .Bahnhose gebracht, um frühzeitig genug eingeladen zu werden, damit wir den .Bahnzug von 3 Uhr 30 Min. benu^en könnten; allein wir mussten vier polle Stunden auf dem .Bahnhofe Reuenburg zubringen, .....evox endlich um 7 Uhx der verspätete Zug uns gegen Vexrieres führte, wo wir erst nach Mitternacht anlangten und grosse Mühe hatten, ein Unterkommen füx Mann und Vferd zu finden , was ohne die gütige Dazwifch.mkunft unseres freundlichen ........uartiexgebexs pom Sonntag nicht zu finden gewesen wäre. Es dauerte nicht lange , fo kam der fxanz^ sifehe Konsul in Reuenburg, um Fürsprache. für den Uebextxitt der Bouxbakifchen Armee auf Schwelzergebiet einzulegen, und um Zulassung eines Parlamentärs zu unterhandeln , der dann bald in dex Person des Herrn Oberst E h e w a l s pom Stabe des Herrn General E l i nch... n t eintraf , mit welchem fofort über die .Bedingungen des Uebertrittes unterhandelt wurde, die dann sofort in dreifacher Ausfertigung niedergesehrieben wurden.

Dex Wortlaut diefes Vertrages ist frei in^s Deutsche übexfe.^t folpender : 1 . Die französtfeh... Armee, welche den Uebextxitt auf fehweizerifehes gebiet verlangt, wixd beim Eintritt ihre. Waffen, Ausrüstung und Munition abgeben.

2. . Die Waffen, ^lusrüftun^ und Munition werden an Fxankreich zurückgegeben, nachdem alle kosten, welche der Aufenthalt dex franz^sifchen Armee dex Schweiz verursachen wixd, endgültig erseht sind. 3. Das dämliche geschieht mit dem Matexial dex Axtill.^xie und dexen Munition.

4. Di^ Bfexde, Waffen und das Gepäck dex Offizier werden zu d^ren Verfügung gelassen.

.^5

^. Jn Bezug auf die Txnppenpferde bleiben weitem Ve^una^ Vorbehalten.

(Jch wollte deren Sofortige Versteigerung zur Bedin^un^ machen, allein in eine solche konnte der fxanzofifche Unterhändler ohne ^Zustimmnn^ seiner Regierung nicht einwilligen, und man kam überein, hierüber blondere Unterhandlungen zwischen dem fchwelzerisehen Bundes xathe und der in Bordeau befindlichen französischen Regierung walten zu lassen.)

6. Die Wagen mit .Leben.^mitteln und Bepack, nachdem sie ihren Jnhalt abgeladen, werden unverzüglich sammt Fuhrkneehten und Werden nach Frankreich zurückkehren.

7. Die Fuhrwerke der französischen ^.lrmeekasse und der Feldpost werden mit deren gesammtem Jnhalte der Eidgenossenschaft übergeben, welche bei der Abrechnung der Gesammtkosten den Wexth des Jnhaltes

tn Abzug bringt.

8. Die Ausführung dieser Bestimmungen wird im .Beisein ...on hiezu bezeichneten Offizieren der fxanzofisehen und schweizerischen Armee stattfinden.

9. E... ist der schweizerischen Eidgenossenschaft anheimgestellt, die

Jntexnirungspunkte für Offiziere und Truppen der französischen Armee zu bezeichnen.

10. Dem Bundesrathe bleibt überlassen, die Einzelnheiten der.

Vorschriften zu bestimmen, welche obige Uebereinkunst vervollständigen sollen.

Jn dreifacher Ausfertigung geschehen den 1. Februar 1.^71.

Elinehant.

Hans H^rz^.

Herr Oberstlieutenant S i ber .begleitete Herrn Oberst Eheval.^ mit den Verträgen aus das franzofisehe Gebiet, um die Untersehrist des Herrn General Elinchant beise^en zu lassen. Der Führer des franzosischen Heeres befand sieh mit seinem Stabe an der aussersten Grenze.

und trat sofort nach geschehener Unterschrist auf unser Territorium herüber, gefolgt von seinem Heere, pon dem bereits Wagen mit der Feldpost , Ar.meekasse , Ealeschen der Generäle und Intendantur den Uebertritt noeh bei vollkommen^ Racht eixea .. Uhr Morgens begonnen hatten.

Während der .^acht mafsirte fich immer mehr und mehr die franzofische Artillerie, untermischt mit Truppen aller Waffen bei Verriet tes Francis , unsere. Vorposten vom Bataillon .....r. 5.... von Bern (Kommandant ^chärxe^, hatten die grosste Mühe, dem Drängen der Franzosen zu widerstehen, auf welche Meldung hin ich schon Morgens 4 Uhr hatte Generalmarsch schlagen lassen, um die Truppen der Brigade

.

^

....^liet bei der Hand zu haben. Das Bataillon .^r. ..^ (Commandant Hauser) von Lnzern war bereits Tags znvor nach St. Eroi.^ und ^te-au^Fees ge^angen^ um die Verbindung mit der Brigade ...^rand Herzustellen und diese wichtige passage zu bewachen.

Sofort begann an de.: grenze bei Meudon die Entwaffnung der einrückenden Franzosen, denen nicht nur Handfeuerwaffen und Seitengeweht.. , Andern auch das .Lederzeug mit der Tasehenmunition abg^ .nommen werden mussten, was keine kleine Arbeit war, besonders wenn .Essere Korper von Jnfanterie anlangten. Zuerst waren es aber n^mentlieh ..^eschü^e, Caissons und Kriegsfuhrwerke aller Art, welche eintrafen, nebst einem bunten Gemisch von Truppen aller Waffen in den sonder.barsten Eostümen und meistentheils in dem bedauerungswürdigsten Zustande , sich mühsam in dem tiefen Schnee fortschleppend , viele mit bedenklich zerrissenem Schuhwerk, mit Holzschuhen oder blos mit in Lumpen gewickelten Füssen daherkriechend. Die Bserde ganz steif von der in eisiger Kälte zugebrachten Mondscheinnacht, schon lang.. ohne .Nahrung und ohne Winterbeschiag vermochten sich kaum zu halten und hatten Mühe , die Geschü^e und Fuhrwerke trot^ der Stocksehläge der Trainsoldaten fortzubewegen , die häusig zu Fuss nebenhergingen oder zu Bserde si^end sich in mehrere Vserdedecken eingehüllt hatten, ...m sieh vor der grimmigen Kälte zu schüfen.

Rachdem ich den Uebertritt des franzosisehen Heeres an den Bundesrath telegraphisch angezeigt und nach Reuenburg und Fleurier die nötigsten Befehle, ebenfalls per Draht ertheilt, sowie die Gemeindebehorden im Traversthale ersucht hatte , Anstalten zur Aufnahme uud vorläufigen Verpflegung der franzosisehen Armee zu treffen, um unser Kriegskommissariat hierin zu unterstehen, trachtete ich, ..Ordnung ^.n das wilde Gedränge zu bringen.

Rur von drei Adjutanten begleitet , währenddem die übrigen Offiziere des Hauptquartiers sieh in Reuenburg befanden u^d die

Ossiziere des Brigadestabes Rilliet vollauf Arbeit an der Grenze hatten,

sandte ich Hauptmann Reuensehwander zu Oberst Fornaro nach ^leurier mit dem Befehl, sieh nach Travers zu begeben, daselbst die franzosisehe Eolonne anzuhalten, parkiren und absolut nicht weiter in^s Traversthal hinunter gelangen zu lassen.

Zur Erfüllung dieser schwierigen Aufgabe bedurfte es eines energifehen Offiziers, und es gelang dem Herrn OberftFornaro, unterftü^t von

den Offizieren des Artillerie -Brigadestabes, solche auf das vorzüglichste zu erfüllen.

Herrn Oberlieutenant Roth besahl ich, der französischen Kolonne nachzureiten, bis er die Armeekasse und die Feldpost ausgesunden, solche nach ^leurier zu geleiten und dorten in Sicherheit unterzubringen, was ebenfalls prompt ausgeführt wurde.

^

^

Die höheren franzosi^en Offizier... befanden fi^ in dem Wahn.., d^ diejenigen Txuppenthell^ ihres Heer.^, wel^ ^.hon auf dem Wege.

n^ch Mouth... waren , glücklich durchkommen und nicht in die ^...hw...^

Belangen werden, oder ^eberdeten sieh wenigstens so, als ob sie sol.ch....^ sicher annehmen dürften; denn auf mein dringendes Verlangen n.^ch einem Ausweis über die Art und Starke der einrückenden Eorps erhielt ich schriftlich folgenden Ausweis:

15. .^.mee-Eo...^ .

1.^.

20.

24.

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Reserve-Eorps Artillerie, Genie, Gendarmerie

5,000 Mann, 10,000 5,000 6,000 7,000 9,000

Total 42,000 Mann, .wonach ich meine ursprünglich nach Bern gemeldete Schwung von 80 .^ .^5,000 Uebertretenden bei der ersten Verkeilung derselben auf die Kantone abändern zu müssen glaubte.

Erst im Verlaufe des Tages liesen Meldungen von St. ^roix^ und aus dem Hauptquartier der V. Division ein , welche den Uebertritt grossex Massen französischer Truppen bei Les Jaques ausserhalb St. Eroi^.

und bei .Ballaigues und Vallorbe meldeten, und d... solche dorten erst nach sieben Uhr Morgens erschienen, ist anzunehmen, dass die französischen Truppen den Einmarsch dort erst bewerkstelligten , nachdem sie vom ^lbschluss der. Konvention Kenntniss erhalten hatten, so dass derselbe kein Anfälliger war.

Die Armee -Eorps ware^ übrigens vollig untereinander gemischt; ^s rückten Truppentheile von demselben Armee -Eorps theils in der Waadt, theils im Traversthale ein, was dann auch erklärlich macht, wie wenig Widerstandskraft die franzosische Armee mehr besass. Um Ordnung in das l^haos ^u schaffen , die erste Bedingung zu einer geregelten Jnternirung und zu gehörigen Distributionen , hatte ich eine Uebereinkunst mit dem französischen Genexalstabsches getroffen , wonach überall die Regimentssignale ^blasen und die Truppen gesammelt und Axmeecorpsweise in den grosseren Ortschaften Eouvet, Motiexs, Fleurier und Travers zusammengezogen werden sollten ; allein noch im Laufe des ...^ages erklärte mir .^err General Boxel, dass dieses Vorhaben unausführbar sei. ...^ei den meisten Truppentheilen herrschte keinerlei Gehorsam gegen Ostiere. .Lettere wurden ost aus offener Strasse von den Soldaten verhöhnt und kümmerten sich gar niehts um deren Loos, fondern trachteten baldmöglichst in^s Jnnexe der Schweiz zu entkommen.

Rur wenige taktische Einheiten , vorab die .Linien^Regimenter und ein Theil der Artillerie machten eine rühmliehe Ausnahme, und es war.

Bundesblatt.

.^ahrg.

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Bd.

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^ auf den ersten Bli.^ .....ner Truppe anzusehen, ^ deren Offner.. ih..^ Pflicht erfüllten oder nicht. Dies... Truppen allein zeigten noeh tak^en.

Verband und Ordnung , solche waren auch noch gehor^g mit .L.^ensmitteln ....ersehen.

Bei einem derartigen Stand der Dina^ blieb kein anderer Aus..

weg , al..'. daß die schweizerischen Offizin und Truppen Ordnung zu schaffen suchten ; deren .Bestrebungen wurde seitens der franAschen Soldaten mit einer ganz auffallenden ^utmüthigkeit entgegengekommen ; sehr selten zeigte sich einige Wiederse^liehkeit. Eolonnen von tausend Mann und mehr liessen sich von wenden Offizieren und ...iner Eseorte ^on einigen Mann viele Stunden weit führen, oh^e daß.

Unordnung einriss ., ost sah man Abtheilungen von eben so grosser Stärke.

halbe Tage lang im tiefen Schnee por dem Bahnhofe in Verres stehen . um einen Bahnzug abzuwarten , der sie in das Jnnexe der Schweiz zu führen hatte, ohne dass die .Leute davon gingen , gleich die Wachmannschaft unverhältnissmässig schwach war.

An ein Unterbringen aller Franzosen unter Dach war n^cht zu denken; die .Kirchen, Schulhäuser u. s. w. waren überall vollgepfropft ; allein die Mehrzahl musste. doch unter freiem Himmel lagern , da das ena^e Thal vexhältnissmässig sehr wenia^ Unterkunftsmittel darbietet und diese durch die schweizerischen Truppen schon in Anspruch genommen waren. Aueh in diesen mehrtägigen Bivouaks zeigte. sich de.^ gnt.^ Wille des sranzosischen Soldaten; keinerlei Unfug, Erpressungen u. f. w.

machten sieh solche schuldig , sondern nahmen das ihnen von den Einwohnern und dem Kommissariat gebotene mit Dank an und .......wiesen sich als sehr genügsam.

.....ach ^leurier sandte ich Oberstlieute..ant Ehouard , nach Eonvet Obersttieutenant Schxämli, nach Travers .^berstlieutenant Eoeatrix^, um.

daselbst als Etappeeommandanten Ordnung zu schaffen, die französischen.

Truppen aller Waffen, die bunt durcheinander gewürfelt waren, in.

Kolonnen zn eirea 1000 Mann zu ordnen und dann nach den Weifungen des Herrn Generaladjutanten , welcher die Jnternirung int.

Traversthale leitete, entweder per Bahn oder zu Fuß unter Führung von einten schweizerischen Ossizieren m^ das Jnnere der Schweiz abgehen zu lassen. ^ Diese drei Generatstabsosfiziere haben mit der grossten Aufopferun^ und Saehkenntniss diese schwere Aufgabe durchgeführt, so daß .oom 2. bis 7. Februar die Evaeuation des Traversthales durchgeführt wurde und über 32,000 Mann naeh Reuenbura. u. s. w., wovon etwa die Hälfte per Eisenbahn, befordert werden konnten.

Den ^anz anderen Verhältnissen angepaßt wurde seitens der V. Division im Waadtland ein etwas abweichendes Verfahren tnne-

.^

^

^ehalten. Zu den dort ...n der Grenze stehenden ....^...adtlander^ataill^nen .hatten steh am 1. Februar Theile der V. Division in Bewegung ^e.se^t. .Bataillon Rr. 34 marsehirte von L.... Sarraz nach Ballarne.... und .Ligneroles, wo es Nachmittags eintraf. Der Brigad...stab Rr. 14 und der Divisionsstab begaben sich nach Orbe, wo sie ..Nachmittags anlangten, fast gleichzeitig mit den französischen Eol.onnen, die sich von den Hohen des Jura in die Ebene von Orbe herabwälzten. Man hatte es hier nicht mit einem acht Stunden lang gestreckten engen Thale mit massigen Ressourcen zu thun, fondern vom Fusse des Jura bis Lausanne, ..^erne, .Freibur^ bereitet sich eine Ebene aus, die von zahlreichen Strassen durchschnitten und von einer Menge grösserer und kleiner Ortschaften bedeckt, Unterkunft und Nahrung für ein... grosse ^Menge Truppen daxboten.

Dex Commandant der V. Division, welchem noch Mitglieder der Waadtländer Regierung zur Seite stunden, und welcher auf die hoehherzte Gastfreundschaft und Opferwilligst der waadtlandischen und freiburgischen Bevölkerung zählen konnte, wie svlehe auch in ähnlichem erhebendem Maasse im Danton Reuenburg sich kund gegeben, stand daher keinen Augenblick an^, die Roth der fxanzostsch.m Armee zu lindern, indem er Eolonnen von 800 à 1000 Mann bilden und unter Eseorte schweizerischer Truppen landeinwärts führen nnd^ dann hiebei von den Bürgern verpflegen liess.

Dureh dieses strahlenförmige Verbreiten und sueeessive Vorschieben der sxanzosisehen Jnternirten wurde allerdings in kürzester Zeit deren .Loos verbessert, indem sie überall die beste Aufnahme fanden , dagegen hielt man solche weniger in der Hand.

Wie gross die Hospitalität der Einwohner gewesen, beweist ..m besten der Umstand, dass sowohl hier als im Traversthale nieht unbeträchtliche .Quantitäten von Fleisch und namentlich viel Brod, von dem Armee.^riegskommissariat geliefert, gar nicht zur Verwendung kam und später mit grossem Verlust für die Bundeskasse veräussert werden musste. Die zuerst belegten Gebenden erstreckten steh nach Lausanne und über .^ue, Romont, Freiburg, Valerne, Murten. Einige Störung wu^rde^in dief...

ersten Anordnungen des Herrn Divisionar Mev.er dadurch gebracht, dass durch die Vallee de Joux^ ebenfalls eirea 10,000 Franzosen eintraten.

wovon derselbe am 1. Februar noch keine Ahnung hatte, in Folade der Entfernung und Schwierigen Eommunieationen. Diese Truppen wurden dann vom dort eommandirenden Ehef des Bataillons .....x. 45 ....hne Vorwissen des Divisionärs in der Richtung von Eofsona^ nach Morgen .und .Lausanne instradirt, was für diese Ortschaften (Mordes ans^en.^mmen) eine starke Uebersüllung mit Jnternirten zur Folge hatte, da dieselben von Orbe aus schon belebt worden waren.

^40 Da auch von St. l.^ro^ ....us in der Riehtung nach Jferten eire.^ 18,000 Franzosen instxadirt wurden (der Rest ging in's Traversthal), ^o war .dieses Städtchen derart übersüllt , dass nur mit großer Roth die Ordnung daselbst ^ aufrecht erhalten werden konnte. Jn den ersten ^wei Tagen Februars paarten eirea 25,000 Mann die Stadt Jferten, .welche zum ^rossen Theile. dort übernachteten und genährt wurden. Um ^uft zu machen, wurden aueh alle Ortschaften von Jvonand, Steffis, .^m..^ bis Murten stark beseht, am meisten aber wurden die Gemeinden tn der fegend ^wischen Jferten , .Lausanne , Milden und Romont mitgenommen.

Auch hier wie im Traversthale leistete die Mehrzahl der freiwillig .herbeigeeilten Offiziere aus den näher gelegenen Kantonen, theils als Etappenchess , theils ^ur Eseortirung der Jnternirtenabtheilungeu ^ur Aushülfe in den Bureau^. , Jnstradirung der abgenommenen Geschü^e und Waffen die anerkennungswerthesten Dienste.

Die Jnternirung fand nun gemäss den durch den hohen Bundesrath ausgestellten Tableau^ der Verkeilung an die^ Kantone statt, nachdem eirea 40,000 Mann auf das Traversthal, der Rest aus eben so .^ele in die Waadt eingerückte Mannschaft berechnet worden war, und ^ur Evaeuation der Erstern, hauptsächlich die Ostschweiz und die. nord-

lichen cantone, für die Uebrigen das Welsehland , Wallis .^nd die

Kantone Bern und Freiburg bestimmt wurden; der sieh ergebende Ueber^.huss an Jnternirten wurde am Ende der Operation der nordliehen Schweiz und dem Danton Bern zur Ausgleichung zugetheilt.

Das Tableau der Jntexnirung zeigt, dass die Zahl der jedem emzelnen Kantone zugetheilten Jnternirten weni^ von der bundesräthliehen .Bestimmung abweicht.

^ Die Kantone .^euenburg und Genf wurden nach und naeh von Jnternirten geräumt. Jn ersterem Kantone, dessen Bevölkerung ohnehin ^erhältnissmässig am meisten vom Durehzug der L franzosisehen Armee sowohl, als^von Ein.^uartirung vieler eidgen. Truppen zu leiden gehabt hatte, blieben noch viele hundert kranker Franzosen zurück, und es war desshalb am ^laze, solchen zu schonen, für Gens aber waren die dortigen Zustände und die Rahe der sranzofisehen Grenze maßgebend , um eine Entfernung aller Jnternirten wünsehbar erseheinen zu lassen. Es war ohnehin eine Masse Versprengter und Gesindel aller Art im Lause der ersten Tage, theils vom .^a^s de Ge^, theils von St. Eergues her in Gens eingetrossen, selbst mit Wagen und Vserden, so dass Herr Oberstlieutenant Bonnard vollauf zu thun hatte, mit den wenigen ihm zu Gebot stehenden Truppen Bolizei zn halten , und ea. 1200 Mann mit 900 ^ferden anzuhalten, bis solche nach der inneru Sehwei^ entfernt werden konnten.

^

^41 Die Langfischen Offiziere wurden veranlagt, nach ihrem Uebe.rtrit.t in die Schweiz einen Revers zu unterschreiben , laut welchem sie sich verpflichteten, ohne Weiteres an die ihnen zum Verbleiben bezeichneten Orten St. fallen, Zürich , Baden, Jntexlaken oder Freiburg sich zu Gegeben und dorten ruhi^ zu verweilen. Zu diesem Behufe wurde in Verxier.es ein besonderes Bureau aufgestellt unter Herrn Stabsmajox d.^ Guunps, und an den übrigen Etappenplät^en wurden die xespeetwen Eommandanten beauftragt, die ....... sfiziere zur Unterzeichnung anzuhalten, weleh^ steh bisher dieser Verpflichtung nicht unterzogen hatten, und zwar unter Androhung des Rücktransportes an die kränze im Fall längerer Weige^ rung. Eine solche fand häufig statt, wie denn überhaupt das Benehmen eines grossen Theiles der franzosischen Subaltern ostiere zu vielen Klagen Anlass bot und solche sich unter den nichtigsten Vorwänden den erlassenen Vorschriften zu entziehen suchten. Viele hielten es selbst nicht unter ihrer Würde , die Gastfreundschaft der Schweiz zu missbrauchen, sich baldmöglichst Eivilkleider anzuschaffen und durchzubrennen , wa....

namentlich mittelst Sehifsen über den Gensexsee nach dem ehemals savo.^ischen, nunmehr franzosischen Gebiete stattfand.

Um diesem Missbrauch zu steuern, beauftragte ich, im Einverständnis mit dem eidgen. Militärdepartemente , Herrn Genie-Stabshauptmann Bietet^Mallet von Gens , ein Dampssehiss zu miethen , mit demselben aus dem Gensersee zu kreuzen, alle Schisse anzuhalten und darauf porfindliche Deserteurs abzufassen und den Hafeneommaudanten de^ schweizerischen ^.eeusers .^ur ^.blieserung an das eidgen. Militärdepa.^ tement durch die zuständigen Kantonaltruppen abzugeben. Die Regiexungen von Waadt, Wal.lis und Genf wurden hievon in Kenntniss geset^t und zur Mitwirkung xesp. Unterstützung des Herrn Hauptmann Bietet ausgesondert.

Grosse Sorge bereitete die Ernährung und Jnterniruug der Bserd..

der franzosischen .^rmee.

Die gro^e Mehrzahl dieser Thiere besand sieh in einem wahrhaft ^ehaudex erregenden Zustande der Entlastung durch Hunger und Str..^ pa^en und vermochte kaum mehr sieh fortzuschleppen. Es war vorauszusehen , dass unter solchen Thieren zahlreiche Fälle. von Ro^, T.^phu^ u. s. w. vorkommen konnten , und daher äusserste Vorsicht um s....

mehr geboten , als auch sämmtliche Bserde internirt werden mussten, bis der Entscheid übe.r deren eventuellen Verkauf von Bordeaux ein.^ treffen würde.

Da gleichzeitig das beträchtliche Artilleriematerial an passenden Orten behuss Ueberwaehung eoneentxi...t werden musste, ordnete ich an, dass sämmtliche Geschü^e , Eaissons und Wagen , die im Traversth........

zerstreut waren, in Eolombier aus dortigem Ex^irpla^e, solche die m.^

^ Waadtland gekommen, dagegen in ^verdon zusammen gefahren und alle Reit- und Zugpferde auf diesen beiden Blasen vereinigt werden fol.len.

kommissionen von Bserdäxzten wurden unter Vorsi^ des Hexxn Oberpsexdarztes Z a n ^ g e x dahin abgeordnet, um die Bferde genau zu untersuchen und die. ...obigen .e. sofort todten zu lassen.

Mit der Leitung des Gesehü^- und Bfexdeparks in Colombier wurde Herr Oberst Fox.naxo beauftragt , dex die in Travers unter Mithülfe des Herrn Oberst Ehaxles der franzosischen Artillerie gesammelten Batte.rien nach Eolombier dirigiste, mit diesem Geschäft in ^verdon da^ gegen Herr Oberstlientenant de Rham, welcher die Artillerie der V.

Division eommandirte. An beiden Blähen traten ungefähr die nämliehen Erscheinungen ein. Tro^ der unsäglichen Bemühungen der beiden Obigen und dex ihnen zugetheilten Offiziere wax es unmöglich, sofort eine geregelte Aufstellung und Fütterung der vielen tausend Bse.^de zu erwirken , besonders da ein grosser Theil der französischen Reiter und Fahrer steh dem beschwerlichen Dienst der Bsexdewartung zu entziehen trachtete , die Mehrzahl der französischen Artillerieoffiziere ohnehin in Folge dex vom hohen Bundesrathe angeordneten ^unbedingten Trennung aller Ossiziere von der Truppe abgereist war und die Unteroffiziere wenig Autorität mehr hatten.

Oft erhielten einzelne Bfer.de Futtex im Uebermass , andere ^ebenzustehende gax nichts, nagten daher nicht nur alle im Bereiche stehende Bäume, Barrieren, selbst ^esehü^rädex , Deichseln, Fussbrettex durch, sondern rissen sich buchstäblich gegenseitig Mähne. und Schweishaar^ aus, um ihren Hunger zu sättigen.

Das eidgenössische Eommissariat leistete was nur moglich w...r, an Fourage. war nie längere Zeit Mangel, allein die französischen Soldaten waren so indolent und glei.hgültig geworden, dass sie unter JnfanterieBedeckung zum Bahnhos geführt und mit .^olbenstössen ermuntert werden mussten , um die daselbst aufgestappelte Fourage zu fassen und ihren armen Thieren zuzusehleppen.

Die Kantone waren mittlerweile von dem eidgen. Militärd..partemente angewiesen worden , Ossiziere ^und Eseortemannsehast zur Abholung dex respektiven Bserdekontingente, die jedem Kanton zngetheilt wurden, abzusenden, und nachdem die Bserde santtaxisch untersucht, begann die Abgabe derselben in Eolombier Sonntags den 5. Februar und wurde daselbst am 12. beendigt, in .^vexdon dauerte die Abgabe etwas

länger.

Jm Ganzen wurden 10,649 abgeliefert, wovon 6629 von ^olom.bier. und dem Txaversthale aus ;. der Rest entfällt auf ^verdon.

Tabelle II enthält deren Vextheilun^ aus die Kantone.

^ Das ^.. oss.. Material ...n G ..schien, ..^...iegsfuhrwe.....^ und Waffen .^eru.^acht... ebenfalls viele Arbeit und kosten. Um di^ ..n der Grenze a1^genommenen Waffen, das .Lederzeug und die Munition in Sicherheit zu .bringen, wurden namentlich Detachementedex zunächst befindlichen 8,5^ BatSerien .^x. 13, 22 und 23 bestimmt, welche solche an die nächste Bahnstation zu bringen und daselbst zu verladen hatten; einige freiwillig Offiziere des Stabes und der Artillerie leisteten hiebei di^ besten Dienste, und diese gefährliche Operation ging glücklich von Statten, einzig ^in Jnfanterist vom Bataillon .^r. 15 von Aargau wurde hierbei das Opfer Deiner .Pflichterfüllung , indem ein Ehassepotge.wehr fich entlud und er .an der erhaltenen Wunde starb.

Diese Waffen wurden zum grossern Theile nach Thun und ^randson, nämlich an ersten Ort 31,000, an ledern 22,600, zum Seinern Theile nach Moxsee 9,400 geführt, und dorten ^on kommissionen fran^sis..hex und eidgenosfiseher Offiziere in Empfang genommen, elasfifi.eirt, gezählt und so weit wie moglich gereinigt, wenigstens eingefettet.

.Schweizerischerseits waren mit dieser Arbeit betraut: Jn Thun:

Oberstlieut. Falkner Major .^a.^uier des Artillerie-Stabes.

Hauptm. Schuhma.^er Jn Grandson: Hauptm. Fankhauser .Lieutenant Bassavant pon Basel. (Batterie Rr. 7.)

,, Ja^uerot von Waadt.

Jn Morges: Major Veillard, Zeughaus-Direktor.

Hauptm. Gard, vom Artillerie-Stab.

Die Zahl der von der I. franzofischen A.^mee auf Schweizer^ gebiet abgegebenen Geschüze und Waffen .^eläust sieh auf: 2....4 Feld.^eschü^e mit Laffeten, wovon: 151^ 4^ Kanonen, gezogene, 40 4.^ Gebirgskanonen, gezogene ,

28 8.^ gezogene, 42 12.^ gezogene, 19 Mitrailleusen , 4 12^ und 6.^ Axmstxonggeschü^e, 36 Boxrathslasfeten, 472 Artillexie-Eaissons ^ ..... ... .^

.. .^ ^.^

....^

110 Jnfanterie^aissons ^ ^^^^ ^ ^..m^ an^efullt, 68 Feldsehmieden, 229 Rüstwagen, Barkwagen, Sehanzzeugwagen, nebst einer .^.o^n.

.Menge. 2- und 4spänniger Fourgons und Gepäckwagen, sernex^

^4 .

^3.1........

4,475 2,195 3,630

^hass^t^.^wehr^ .^emin^ton-.^ewehre, altere ^..ewehxe, transformât nach System a tah.^r...., gallerie- und Artilleri^ra.^^^

^3,412 Stück ^ewehre in .^utem Zustande, nebst einigen hundert verdorbenen Gewehren und solchen verschiedener älterer Modele.

.^iezu nock.. ..n blanken Waffen:

53,7()0 Sabrer ^atagans,

3,030 gewohnliehe .^onette, 8,070 Eavallerie- und Artillerie..^^.

.Die in den zahllosen Vatrontaschen enthaltenen Gewehrpatronen, deren sehr viele verdorben waren und Bulver streuten, mussten entfernt, frisch gepackt und das ..^ulver und Blei gesammelt werden, um zufälligen E^lostonen beim weiteren Transport vorzubeugen.

Jn ..^randson und Thun wurde diese Arbeit glücklich vollzogen.

währenddem fatalerweise in Morges am 2. März eine Explosion stattfand , als die legten Patronen ausgeschüttet wurden, und dabei ni^.ht nur sämmtliche an der Arbeit befindliehen 22 franzosischen Jnfa^teristen ihr Leben einbüssten , sondern auch zwei Zivilisten von Morg...s beim .Lösehen den Tod fanden und in Folge unglücklicher .Lokalver^ältniss^ fueeessive der große Hangard des Arsenales mit dem darin befindliehen .^...i^smateriale verbrannte und in die Lust flog.

kehren wix zu den Vorsangen des 1. und 2. Februars zurück, um noch die Truppenbewegungen zu erwähnen, welche in diesen und den darauf folgenden Tagen stattgesunden.

Nachdem der Rückzug der französischen Armee am 1. Februar Vormittags ungestört stattgesunden , dröhnte der Geschü^donner und da.^ knattern des Gewehrfeuers. naeh Mittag zu. uns herüber, und k...m gegen Abend stets näher und näher, bis er bei einbrechender Racht verstummte.

Die Breussen hatten die hinter Bontarl.ier ausgestellte Arrie.e-Garde unter General Billot angegriffen, wurden jedoch bei der Eluse ..md dem Fort du Joux,, dessen Gesehü.^e mit in den .^ampf eingegriffen, mit .blutigen Möpsen abgewiesen, so das.. alsdann am 2. Februar kein..

Verfolgung mehr stattfand und die Arri.^re-Garde in weit besserer militärischer Ordnung am 2. Februar den schweizerischen Bode^.. betrat, als die von ihr beschütten .^riegsgesährten der sranzöfischen Armee.

Der Einzug franzofischer Truppen dauerte nieht ....los die ^an^ Raeht, sondern auch den ganzen Tag und die Raeht des 2. Februar hin.^ durch, somit volle zweimal 24 Stunden, weil namentlich ^ie grosse

Masse der zweirädri^en .Landesfuhrwerke mit Gepäck und .Lebe.^smitteln beladen, vielen Ausenthalt verursachten.

^ .^ Hierdurch und durch die Abgabe vieler kleinerer Dosten bei ^ot.^ an^ I.'ees und les Cernet... n. s. w. wurde der Dlenst der Truppen der

Brüden Rilliet und Veillaxd ein höchst angestrengter und mu^ dafür gesorgt werden, daß einige Erleichterung durch .)i.a.h^hub anderer .Bataillone erfolgte , was um so nothiger wurde , als die Beforderung der Franzosen ans dem Traversthale zahlreiche Eseorten erheischte, welche theilweis... die nämlichen Bataillone zu stellen hatten.

Brigade ......r. 7 dex III. Division rückte am 2. Februar von Seltne.l.^iers und Umgegend mit Bataillon .....r. 20 nach .La Ehan^-de^ond.^, mit .^r. 10 und 39 nach Reue.nbnrg und von da am 3. nach Verriet und Fleuxier, das Schü^enbataillon .).r. 5 von La Ehaux-de-Fonds nach Boudr.^, die Batterien Rr. 4 und 18 nach .^euenburg und .^euenst.adt , die Sappeureompagnie Rr. 1 nach Biel, wo sie dem dortigen EtappenKommandanten, Major Kuhn, vorzügliche Dienste leistete. Die Eapallerieeompagnie Rr. 7 nach .^euenbur^.

.Brigade .^r. 13 derselben Division, vom 2. bis 4. auf dem Marsche nach Biel, langte am 5. per Eisenbahn in Reuenbu..^ an, und Bataillon ...l.r. 9 wurde nach Neuenburg, Bataillon .^r. 71 ebendahin und nach St. Blaise, Bataillon Nr. 14 aber nach Colombie... und ...luvernier zur Bewachung des franzosischen Artilleriepaxkes verlegt.

Die beiden .^ebirgsbatterien wurden in La Ehaux^de-Fonds belassen, da auch in dortiger Gegend über 600 versprengte Franetireur....

den schweizerischen Boden betraten und keine Feldbatterien mehr zur.

Unterstützung der Brigade Grer^erz und der Reuenburger .Lokaltruppen unter Kommandant Berret verwendbar. waren.

Der Bark wurde von Dombresson nach ^.euenburg und von dort nach Bern dirigirt behuss Auslosung, Entlassung dex Barktraineompagnie Rx. 78 und Verwendung der Barkeompagnie Rr. 40 von Waadt zux Ordnung des franzosisehen Barkes in Eolombier.

Beim Eintreffen der Franzosen in der Waadt befand sich der Stal..

der 8. Brigade, damals der V. Division ^ugetheilt , in Vallorbes, ebendaselbst und in Ballaigues das Bataillon Rr. 70, in das Joux^.

Thal das Bataillon Rr. 45, in Trele^ und St. Eexgues Bataillon Nr. 46.

Orbe war vom Stabe der 14. Brigade mit den Bataillonen ......r. 17 und 4..) beseht, dagegen war Bataillon Rr. 34 noch bis Ballaigues und .Liguerole.^ gerückt.

Jn ^verdon befanden sieh der Stab der I5. Brigade mit den Bataillonen 11 und 15, in Ehavornar^ das Bataillon 24 und die 10^ Batterie ^r. 9., während die 8,.^ Batterie .^r. 23 noch auf dem

...barsche von .La Ehan^-de-Fonds unterwegs, Eavalleriee.^...^.. .^r. 3 tn Orbe und ...^...12 noch in Viel waren.

Auch in der Waadt dauerte der Einmarsch volle zwei .^age, eirea

26,000 kamen über Jongne, Vallorbe und Ballaigues, eirea 10,000 Mann .^m Joux^Thal und eirea 18,000 über St. Eroix^.

....lm 4,^5. Februar erfolgte eine theilweise Ablösung der 8. Brigade durch Brigade 14 , die beiden Stabe wechselten ihre Hauptquartier...

Vallorbes und Orbe. Bataillon ^r. 70 ging nach Orbe, Bataillon .....r. 45 am ...... nach Euarnens und .L^Jsl.e, durch Bataillon .^r. 49, und Bataillon .^r. 70 durch Bataillon .^r. 17 erseht.

Batterie ..^r. 23 mit dem Artillerie-Brigadestab am 2. Februar in Orbe angelangt, wurde hauptsächlich verwendet, um das in Vallorbe.^ stehen gebliebene französische Artilleriematerial mittelst der Batteriebespannung sueeesstve nach ^verdon zu bringen , da fataler Weise die französischen Artilleriepferde beim Eintritt der Sattel und Geschirre entledigt und leer nach ^verdon gesandt worden waren, woselbst die gleiche ..^oth in Betreff der Fütterung dieser Thiere entstund, wie in Eolombier, fo daß der Bark mit Wachen umstellt werden musste, um die faulen, pflichtvergessenen französischen Trainsotdaten am Davonlaufen zu hindern.

Am 8. wurde das Hauptquartier der Diviston V nach ^v^.don verlegt; das Bataillon Rr. 17 hielt nicht bloss Vallorbe, sondern auch Ballaigue^ und Ligneroles beseht, ^r. 34 kam nach ^Albergemont, Valle^res, Vuitteboeuf, Ranees, Sergej, Dragonereompagnie Rr. 12 nach Eossona^.

Ueberall wurden von unseren Truppen aus den xespeetiven Eantonnementen zahlreiche Bat^ouillen entsendet, um die in einzelnen Ortfehasten zurückgebliebenen französischen Rachzügler zu sammeln und an die Etappenorte zu bringen, ebenso wurden einzeln herumixrende Bferde^ ausgefangen und den Bserdedepots zugeführt.

Namentlich wurden sämmtliehe Dragonereompagnien benu^t, um .oon Biel bis Gens einen Batrouillengang zu organisiren, und die Polizei gehorig zu unterstehen.

Jm Vrnntrut waren auch Banden von Freisehaaren eingezogen, nachdem dieser Landestheil von Brigade 13 bereits verlassen war .^ e^ musste daher am 5. ^ebruar Bataillon ^r. 69 aus dem Bezirk ..^runtrut abermals ausgeboten werden , um dortige Gegend vor derartigen Besuchern zu schützen, und es wurde der der 13. Brigade zugetheilte Herr Oberstlieutenant ^lrmin Müller mit dem Eommando dieser im Bruntrut ausgestellten ^ruppe betraut.

Nachdem die Artillerie bei dem nunmehrigen ^tand der Ding...

wenig Verwendung mehr hatte, beantragte ich sehon sub 4. Februar die..

847 ^ntlassun^ der Feldbatterien .^r. 4, 9, 1^ und der Gebirgsbatte..^ .^r. 26 und 27, welche dann ihren Heimmarseh am 6. antraten.

Um die Bundeskasse möglichst wenig in Anspruch zu nehmen und den diessfallsi^en Wünschen des hohen ..Bundesrathes .genüge zu leisten, welche schon sub 30. Januar Ausdruck fanden , wo die Gefahr noch keineswegs beseitigt war, wurden alsdann am 9/11. Februar ferner entlassen : Der Stab der IH. Division , sammt Guideneompagnie

Rr. 7,

die Brigade .^r. 7 mit den Bataillonen Rr. 10, 20, 39 und dem Halb-Bataillon ....x. 79, die Brigade Nr. 8 mit den Bataillonen Rr. 45, 46, 70, di...

in Genf zur Verfügung des Herrn Oberftlieutenant Bonnard auf^stellten Truppen des Kantons Genf,

der Stab der IV. Division, die das die die

Brigade Rr. 11 mit den Bataillonen Rx. 26, 40 und 53, Schü^enbataillon .^r. 5, ...^ Batterie Nr. 22, beiden Sappeureompagnien Rr. 1 und 5.

Die Brigade Nr. 13 wurde am 10. Februar anfänglich wieder der V. Division zugetheilt , zu welcher ste der Armeeeintheiiung zufolge ^ehorte, dann aber am 14. Februar ebenfalls in die Heimat entlassen.

Das Rämliche fand mit Batterie .^ro. 13 statt.

Znm Ersat^ der Genfertruppen mussten nun neue Dislokationen der noch übrig bleibenden vom 16. ^ebruar an unter das Kommando des Herrn Oberst Me^er gestellten Truppen vorgenommen werden.

Das Bataillon .....ro. 34 marsehirte zu diesem Behufe am 11. Februar aus seinen Eantonnements in Vuitteboeus^Baulmes naeh Eossonar^ und Umgebung, den 12. nach R.^on und den 13. nach Genf, woselbst es nebst der Dragonerkomp. Rro. 8 von ^olothurn dem Vlatzkommandanten Oberstlieutenant Bonnard zur Versügung gestellt wurde. Die eine Hälfte des Bataillons Rro. 49 wurde aus dem ^all.^e de .Ion.^ zur Ablosung des Bataillons Rro. 46 am 13. Februar nach Trelex^, St. Eergues ^erlegt und besehe am 15. diess auch noch R^on, die andere Hälfte desselben legte am 15. den sehr strengen Marsch aus dem Vall.^ de .Ion^ nach Morges zurück, während dessen Eantonnemente in dem Vall^

de .Iou^. durch die Hälfte des Bataillons Rro. 17 beseht wurden.

Brigadestab Rro. 14 am 13. in Rolle, derjenige der 15. Brigade in Orbe. Bataillon Rro. 11 dieser Brigade (15) besehe Orbe, Mon-

chexand, Ranees und Valle^res, Bataillon Rro. 15 ^verdon und Grand^..n, Bataillon Rro. 24 wurde nach Eolombier und Auvernier verlebt.

^ Dragonerkomp. Rro. 3 in Orbe, Dra^onerkoinp. Rro. 12 in ^rdon, ^,5^ Batterie .^ro. 23 in ^..erdon.

Die Brigade von Gx.^exz Rro. 10, vormals zur IV. Divisa gehorend, wurde in nachfolgender Weise disloeirt : Brigadestab und Bataillon ....ro. 1 ...on Bern in Loele .^..d L...

^haux^defonds, Bataillon Rro. 16 von Bern in Brnntrut und Oeourt, behufs Ablesung des Bataillons 69, bataillon Rro. 35 in St. ^roix^, l.^s Verxieres, Dragonerkomp. Rro. 7 von Waadt in L... Ehaur^onds.

Der Dienst dieser Truppen .bezweckte hauptsächlich das Abhalten von Eindringlingen der kriegführenden Armeen und Verhindere des Entweichens der Jnterni...ten. Das Einbringen von französtsehen ^^erden, ..Raffen und Kriegsmaterial aller Art, welche hie und da zum Vorschein kamen, die Bewachung und Besorgung des sranzosischen Kriegsmaterials (zu welchem Behufe namentlich Barkkompagnie Rro. 40 und batterie .^ro. 23 in Eolombier und ^verdon verwendet worden waren, während nach Thun die Barkkompagnie ....ro. 35 von Zürich, später Rro. 74 von Aargau einberufen worden), endlich die Bewachung der Grenze bezüglich der in den angrenzenden sxanzosisehen Departements ausgebrochenen Rinderpest.

Nachdem so die Stärke der Truppen auf diejenige einer schwachen Division reduzirt worden, konnte auch am 16. das Hauptquartier aufgelost und sammt dem Generat entlassen werden, wogegen noch zurückblieben : a. der Herr General-Adjutant Oberst Bhilippin, von mir als .^achfolger im Eommando aller Truppen gewünscht und zugleich noch mit der Ordnung des Rapportwesens beauftragt, b. Herr Oberst Siegfried mit seinem Bureau , welcher .^s^ier die Jnternirungsangelegenheiten speziell besorgte, c. die Herren Osfiziere des Kommissariates,

d. die Sektion des Stabes für Gesundheitsdienst und so ^eit exforderlich die Ambulanzen, sowie e. die Sektion der Eisenbahnen, um den Rest der Transporte noch zu leiten.

Es bleibt mir noch übrig , eines Zwisehenfalles Erwähnung ^u thnn , welcher mit der Jntexnirnng der franzosischen Armee in gewissem

.Beziehung steht.

Am Abend des 2. Februar meldete sich bei mir in Verrières Herr Uhlanenrittme.stex Jordan von Herrn General Sehmeling mit Ueberbringung einer Depesehe an Herrn General Elinchant beauftragt, worin demselben die Zurückgabe von 2000 Ehassepotgewehren angeboten wurde, welche den Franzosen bei Ehaffois abgenommen. worden waren.

^49 Herr General ^linchant nahm dieses Anerbieten ..m, und ....^ wurde ^us^m...cht, da^ diese Waffen ^m 5. Februar am E^l des Ruches b.^ .L.^l.e ...uf sehw eize r isch es ^biet ge^cht und überleben werden sollten.

Sofort wurde das Brigadekommando in Loele und .La ^hau^edefonds hievon benachrichtigt und zur Uebernahme dieser Waffen instruit.

Nachdem die Gewehre dann abgegeben waren und das kleine preußische Detachement wieder auf französischem Geb.et sich befand, wurde solche^ in meuehelmorderisehe... Weise von Franktireurs , die sich in Hinterhalt gelegt hatten , überfallen , theilweise getodtet oder verwundet und der Rest gefangen und triumphirend auf schweizerischen Boden gebracht.

Glücklicher Weise hatte der schweizerische Osflzier am Grenzposten das Herz ans dem rechten Fleck und nahm auch die Franktireurs gefangen.

Die preußischen Gefangenen wurden wie billig wieder ausgeliefert , die Franktireurs, welche das ihnen gebotene As^l in empörendster Weise mißbraucht, den Gerichten überliefert, da man nicht annehmen konnte, dass diese der ersten Gemeinheit noch eine nene Schmach durch FreiBrechung der Meuehelmorder beifügen würden.

.^r^niiation der .^ru^en.

Die zur Grenzbesetzung im Januar und Februar zur Verwendung gekommenen Truppen waren den Armeedipistonen III , IV und V ent.^ nommen.

Mit Ausnahme der IV. konnte keine dieser Divistonen in deren normalem Stand in die ^inie rücken. -- Von Division III waren im Lause des Rovember und Dezember schon die Brigaden 8 und ..)

und die beiden Dragonerkompagnien zur Bese.^ung des Bruntruts im Dienst gewesen, ebenso s. ^. die Schüfen der IV. und V. Diviston zur Bese^ung von Basel.

Von Division V war schon .^ib 17. Januar die Brigade 1.... detachirt worden, um die Brigade 7 der HI. Diviston in Vruntrut zu unterstützen, die 5. Artillerie - Brigade war zur III. Division, die 3. zur V. Diviston ausgeboten worden.

Dieses Durcheinander konnte natürlich nicht fordernd aus den Dienstgang wirken und war in jeglicher Weise unangenehm, allein immerhm dur..h den Gang der Ereignisse geboten.

Die Zahl der mobilen Truppen, abgesehen von den nach dem Eintritt der srau^osiseheu ...lrmee ausgebotenen Eorps der verschiedenen .^antone behufs der Bewachung der Jnternirten betrug : 26 Bataillone und 1 Halbbataillon Jnsanterie.

1 Bataillon Schien.

^50 2 Kompagnien Genie.

4 .,, Dragone....

1

,,

^uiden, nebst 1 Detachement von Baselft.^t.

9 Batterien (Feld- und Gebirgsartillerie).

1 ^ .

^ .

^ .

.

^ .

.

^ .

Der Effekti.^..stand dieser Truppen war ...m 3. Februar : 16,878 Mann Jnfanterie.

418 244

,, ,,

Schüfen.

Genie.

349

,,

Dragoner und Guiden.

1,559 ,, Artillerie und Varktrain.

Total 19,439 Mann mit 797 Reit- und 1034 Zugpferden.

^llgemeiue Bemerkungen.

Der Dienst, welchen Theile der eidg. Armee im Januar und Februar dieses Jahres zu vollziehen hatten , war ein ungleich anftrengenderer und schwierigere.^ als derjenige bei der Aufstellung von 1870.

Vom Divisionäx bis zum legten Soldaten wurde. aber der Ernst der Lage erfaßt. und es wurden mit einer Opserwilligkeit und Ausdauer die zum Theil sehr anstrengenden Märsehe und Strapazen durchgeführt und ausgehalten, welche den Offizieren wie der Mannschaft zur Ehre gereichen und alle Anerkennung verdienen ^ zugleich aber zu der ergreulichen Ueberzeugung führen, dass die schweizerische ...lrmee einen Kern ...on Mannschaft umfasst , der leistungsfähig ist und zu den fehonsten Erwartungen berechtigt, wenn der militärische Geist noch dureh patriotifche Gefühle gehoben wird. Mit ganz seltenen Ausnahmen bei einzelnen Eorps war die Zahl der Kranken, im Verhältniss zu der rauhen Witterung und zu den Anstrengungen des Dienstes eine auffallend kleine.

Die eigentümliche Art des diesmaligen Dienstes hat einer gössen .Anzahl Offiziere, hoheren und niederen Grades, Gelegenheit geboten, in selbständiger Weise zu denken und zu handeln , sich in schwierige Verhältnisse rasch hineinzufinden, beweise von militärischem Tal.t und Energie zu zeigen. Die Mehrzahl derselben fand sich hierbei in er-

freulichex Weise zureeht ; einige Wenige allerdings zeigten stch dabei ihrer Stellung kaum gewachsen.

Der Bericht würde gar zu weitläufig werden, wollte ich aller derWenigen speziell Erwähnung thun, welche besondere Missionen zu erfüllen.

hatten, namentlich der vielen Freiwilligen, welche in den ersten Tagen des Februars herbeieilten und dureh ihre, meistens vortrefflichen Dienste,.

.

^

unsere schwierige Ausgabe bedeutend erleichterten. Das Bewußtsein, mehr als ihre pflichten gegen das Vaterland erfüllt zu haben, mag ihnen ihre geleisteten Dienste und gebrachten Opfer stets in angenehme...

Erinnerung lassen.

Vor Allem habe ich hier meinen innigsten Dank anzusprechen dew Herrn Ehef des Generalstabe.^, dem Herrn Generaladjutanten und den Amtlichen Offizieren des Hauptquartiers und der Adjutantur, welche, ^schon in weit kleinerer Zahl als gewöhnlich, mit so grosser Auf....pferung und Sachkenntnis ihrem Dienste oblagen, nicht weniger den Herren Dwisionärs, welche mit der graten Tätigkeit geistiger und^ körperlicher Anstrengung Allem aufboten , um ihre Truppen in erfpriessl.icher Weise zur Verwendung zu bringen, und denselben stets mit dem Beispiel treuster .Pflichterfüllung voran leuchteten, was nicht wenig.

zu dem vortrefflichen Geist der Truppen beigetragen hat.

Dem Ehef des Feldkriegskommissariates gebührt ebenfalls das un.bedingteste Lob ; denn es gelang ihm ^durch feine vortrefflichen AnOrdnungen, trot^ aller Schwierigkeiten in den Transportverhältnisse...,.

überall rechtzeitig und im vollsten Maasse Verpflegun^smittel zu beschaffen, und wenn je eine Truppenabtheilung nicht zu Fassungen gelangte, so hat sie es mehr ihren eigenen Offizieren zuzusehreiben, als mangelhafter Vorsorge des Eommissariates.

Das Kriegskommissariat hat die unzweifelhaftesten Beweise seiner .Leistungssähigkeit gegeben ; es .bedarf ...los noch einiger Sichtung und Vermehrung des Personals und eines geregelten Lebensmitteltransportfuhrwesens, um unser Eommissariat.

auf die Stufe zu erheben, wo es alten billigen Ansprüchen gerecht zu werden vermag.

Wenn das Sanitätspersonal glücklicherweise nicht in den Fall kam, an unseren Kranken und Verwundeten eine vielfache Besehästi^un^ in Ausübung seiner Wissenschaft zu finden, so gab sich hierzu.

desto mehr Gelegenheit beim Eintreffen französische... und preußischer Verwundeter im Pruntrut'sehen, dann namentlich beim Uebertritt der 1. Armee in den Spitälern und Ambulaneen zu Verrieres, Fleurier, Travers, ..^euenburg, Orbe, ^verdon .e., wo namentlich der auf-

Bernden Hülfe der Ambulaneenärzte der 7., 10., 11., 12., 13.,

14. und 15. Brigade zu erwähnen ist, währenddem die franzosisehen .Merzte, mit a^anz wenigen .Ausnahmen, die Dienstleistung bei den .^ranken ihrer eignen Armee versagten und sich in der unwürdigsten.

Weise benahmen.

Mit Uebergabe der Jnternirten an di... Kantone fiel dann der ^..italdienst dem ärztlichen Personal der betreffenden Kantone zu.

^2 ^uso.^e .de.n amtlichen .Rapporten sind bei den im Dienst befind-

li...^ kuppen 4224 Exkxankung....f...lle vorgekommen, wovon 352.^ in kurz..^ ^it^eheilt w.^en, 355 Mann jedoch in die ^.lmbulaneen, 19^ in die gehenden Spitäler gelangten, 141 nach Hause entlassen wurden

und 2 bei der Truppe starben.

^ ^.^ den in die Ambulanzen gebrachten gelangten a^dann noch

114 Mann später in die Spitäler, so daß 293 Mann in folch...

....uf^en.^mm.m wurden, wovon 15 derselben dort starben.

Die .^rankenzahl verhalt fich zur Mannschastszahl per Ta^ wi....

0,7 : 100, d^ ^ahl der Spital- und Ambulaneengänger wie 0,08 : 100^ Letztere bilden 13,..^ der Erkrankten. Von der Grenzbefe^nn.^ 1871^ her rührten bis je^t noch 36 Todesfälle und von 1870 her 47 folehe, indem viele erst bei Hanse angelangt ernstlich erkrankten.

Zu den Leistungen der einzelnen Waffengattungen übergehend, will ich mich nur kurz fassen, unter Bezugnahme auf meinen Bericht ....om porigen Sommer und der daselbst angebrachten Vorsehläge zu Verbesserungen.

Die Jnsanterle ist ihrem oft recht beschwerlichen Dienst, wie schon bemerkt, durchgehends mit Eisex und mit entsprechendem Erfolg obge^ legen, inzwischen hat sich in höherem Maasse als bisanhin der Mangel an hinlänglicher Dienstzeit zur gehörigen Erlernung des Felddienste^ .bei der Mehrzahl der Bataillone fühlbar gemacht. Hier sind noch grosse .Lücken auszufüllen, was nur dann möglich wird, wenn die Jnst^uktion der Jnsanterie eentralisirt, die Dauer des Rekrutenunterrichte^ verlängert wird und die Wiederholungskurse in grosserem. Maassstabe stattfinden, wobei auch den Brigadiers und Geueralstabsosfi^eren Gelegenheit geboten wird, mitzuwirken und fi.h praktisch auszubilden, endlieh die Zusammenfüge von Truppen aller Wasser zu grosseren taktischen Uebnngen beträchtlich vermehrt werden ; denn nur durch vielfache Erfahrungen, nicht aus Reglementen und Büchern, lässt fieh de... Felddienst in ausgedehnterem Sinne erlernen.

Hierbei wird dann auch den Führern Gelegenheit geboten, ihre Truppen kennen zu lernen, und sich praktisch in deren Führung zu üben, was je^t nur in so geringem Maasse und selten der ^all ist.

Die bitteren Ersahrungen der Franzosen haben zur Genüge gezeigt, wie nothwendig eine permanente Organisation der Armeeeor^s und Divisionen, und wie verderblieh das Zusammenwürfeln von solchen, erst im Momente, wo man ihrer vor dem feinde bedarf, ist, besonders wenn die Truppe die Führer nicht kennt und umgekehrt, lauter Zustände, wie wir sie leider je^t haben, denn mit der Armeeorganisation

^

.

^

.^s auf dem ...^ie... ist noch nicht .^l .^hol^n. D^ ^..ru^naufbot... ...^n 1.^70 und 1^71 h.^n z.-ar nun .^ St^ und Truppen einander naher gebracht, allein vorerst noch in unzureichender Weife.

Die permanente Aufstellung von Divisionärs an der Stelle der .^isheri^n Jnf^nterie-Jnfpektoren, die Ueberwaehnn^ der Jn^ant.....^ Instruktion un.... Wiederholungskurse durch Erstere, jew..il.en im Ra^n ihrer Divifionen, die vermehrten Beledenheiten zur Ausbildung de...

^eneraistabsoffizlere, die so sehr nvthige Verbesserung de... Schießunterrichte und emer Anzahl weiterer Details, die intensiver^ Instruktion

der Eomtn^ariatsoffizi.^ , .....^art^m^st^, W..ff...n.^i.^ ^. sind Momente, die nicht genug betont werden kennen, um die Wehrkraft unseres Landes zu steigern.

^ie beiden Sappeurkompagnien .^r. 1 und 5 haben ^eni^ ^e^ legenheit gehabt zu Leistungen in technischer Richtung, solche aber. stet.^ ^ur Zufriedenheit ausgeführt und sich im übrigen Dienst m Fleurie.: und Biet als ..in.^ Elitetruppe bewährt.

Die .^ier Dr....^n...reompagnien haben ihren Dienst recht befriedi^end geleistet und den Ru^en dieser Waffe aufs neue bewiesen. ..^anz ausgezeichnet und mit einer Unverdrossenheit, welche diesen braven Reitern zur Ehre gereicht, hat Dragonereompagnie Rr. 7 von Waadt den angestrengten Patrouillen- und Ordonnanzdienst im Pruntrut'sche.^ vollzogen, und trot^ dieser Leistungen bei strengster Jahreszeit ihre Vferde in fehx ^utem Stand erhalten.

Der Artillerie siel keine dankbare Rolle zu; einige der Grenze zunächst befindliche Batterien leisteten gute Dienste behufs Sammlung der französischen Waffen und Depots. Alle wussten die oft nicht unbeträchtlichen Marfchhindernisse leieht zu bewältigen, und namentlich

die Batterien ^r. 4, 13 und 18 und die Gebirgsbatterien Rr. 26 und 27, sowie der Divifionspark, welche Märsche über den Repatsch

nnd andere schwierige Gebirgstouren aussührten, und alle erhielten .bezüglich Dienstbeflissenheit und Diseiplin das .Lob ihrer Vorgesehen.

Der Eisenbahnen und Telegraphen erwähne ich hier nicht mehr; deren theilweise unbefriedigende Leistungen im Laufe diefes Winters find dem gesammten schweizerischen Bublikum zur Genüge bekannt und die Bundesbeh...rde ist schon längst damit beschäftigt, den wesentlichen

Uebelständen abzuhelfen. Moge es ihr gelingen. die Reibung, die.

hier dem Fortschritt im Wege steht, zu beseitigen, bevor es beim nächsten kriegerischen Anlass zu spät sein dürste.

Bundesbl.al.t. Jahrg. XXIII. Bd. II.

60

.

.

^

Zum Schlufse noch ein Wort ...n die Regierungen, Or^behorden und die Bevolkerung .der beim Einmarsch der franzosisehen Armee zunächst beteiligten Antone.

Wenn es gelang , die erste franzosiche Armee in dem tr .^ftlosen Zustande, in .welchem stch Mann und .I^erd .Befanden, aufzunehmen und ^..hne St^rnn^ ln d...^ Annexe der Schweiz fortzubringen, fo ^elbührt das Hauptverdienst einzig und allein der Nächstenliebe, der Opferwilligkeit, dem ausopseruden christlichen Sinne der Bevölkerung dieser Kantone , die in wahrhaft .Ehrende... Weise fast unm^lich Scheinende Leistungen hervorbrachte.

...^ie^n ..^.....nfenden edler Wohlthater, ^on denen .^e^lleh^r na.^ ..haften zur Linderung der .^oth beisteuerte, von denen eini^ ^lbst d..^ Opfer ihrer .^achstenllebe wurden, ^el hier mein .^......mste^ ^ank gezollt. ^ie. erhebenden Seenen jener Ta.^e werden meinem ^edäehtniss nn^e^e^lich eln^epragt bleiben.

..l a.: an , den 19. Juni ..^71.

^er Oberbefehlshaber der fchweizerisehen ...lrmee : ^al.^ ^erzo^.

^

^ Tavelle I.

.^ertheilun.^ der interuirten ^rauzofen auf ^ie .^n.^ne.

.^tand nach bee.^igter Angeordnete .^nstxadirung ^ulheilung.

am ^1. Februar.

Canton.

Bern . . .

Zurich . .

Luzern . .

Uri . . .

Schw^ . .

Ridwalden Obwalden Glaru^ . .

.

Zu.^

.

.

Freibu..^ . .

Solothurn Basel-Landschaft

Basel^tadt .

^chaffhaufen .

Appell A. Rh Appenzell J. ^ St. Gallen Graubünden Aargau .

Thurgau .

Waadt .

Wallis

.

.

.

.

.

. .

Reuenburg Genf

.

19,831 1^,031 5,086 383 911 359 350 823 640 4,^3 2,986 1,405 1,380 1,106 1,591 .

.

.

-

7,541 1,029 8,810 4,200 8,100 1,076 .--

.

.

--

20,000 11,000 5,000 400 1,000 300 400 ^,000 700 4,000 3,000 1,500 1,500 1,200 1,500 200 7,000 1,000.

8,800 3,900 8,000 1,000 1,000 1,500

Bemerkungen.

von Reuenburg internirt.

610 Offizl^.

^ie Angaben über die aus dem Waadtland Jnternirten scheinen noch unvollständig zu ^in.

^

83,301 Hauptquartier: .^euen.^.......^, den 11. ^ebru....: 1871.

Sie^fri.^, ^e.^.

^ .

.

.

.

.

^ l l .

.

n .

^ert^itu.^ der fr^st^en ^fer.^e ^ ......... ..^i.^.

Bern

von ^enenbu...^ instradixt ., Orbe und ^..erdon ,,

.

.

.^

. ^

^579 ^

au^ ^.eueuburg ^

,, ^

.

.

.

.

.

.

,,

Orbe und ^......don ,,

,,

...

,, ,,

,, 1,020 ,, 1,091 ,, 1,013 .

.

.

.

,, ,.

,,

,, St.

,, Renenburg

..

^

,,

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Bericht

de...

eidgenössischen Eichstätte über die Controlle und Instirung de.... neuen metrischen Probemasse.

(Vom 14. Januar 1^71.)

Hochgeehrter Herr Bundesrath l Hiemit beehre ich mich, Jhnen in Kürze meinen Bericht vorzulegen , welcher das Verfahren angibt , das bei Controllirung und Justixung von zirka 100 Exemplaren metrischer .Langenmasse, Flüssigkeitsmasse und Gewichtssäze eingeschlagen wurde, damit f...... eine spätere Zeit ein Anhaltspunkt gegeben ist.

gleichzeitig benüze ich diesen Anlass, um Jhnen, Hochgeehrter H..r-

Bundesrath, ..m Schlusse dieses Berichtes einige Anträge zu stellen, welche ich theilwelse schon im Jahresbericht pro 1^70 Jhnen mitge..hellt habe.

Die Renani gkeitsbedingungen, welche den .Lieferanten der genannten Vrobemasse einbedungen wurden , waren die im Reglement der eidgen.

Eiehstätte Art. 3, Lut. c angegebenen.

Die Abweichungen dursten für die Längenmasse nicht mehr als .^,o^, sur die Hohlmaße ^^,-^ und für die Gewichte ^,^.^ betragen.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Bericht über die Grenzbesetzung im Januar und Februar 1871. (Vom 19. Juni 1871.)

In

Bundesblatt

Dans

Feuille fédérale

In

Foglio federale

Jahr

1871

Année Anno Band

2

Volume Volume Heft

27

Cahier Numero Geschäftsnummer

---

Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

08.07.1871

Date Data Seite

821-857

Page Pagina Ref. No

10 006 919

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