ST

Schweizerisches Bundesblatt .^III. Jahrgang. III. ^ Nr. 39.

ST

30. September .l 871.

Beilagen zum

Bericht der schweizerischen Gesandtschaft in Frankreich am den .Bundesrath über die Subskription zu Gunsten der bedürftigen Schweizer in Paris und die Verwendung der diesfalls eingegangenen Liebesgaben.

(Siehe Seite 177 hievor.)

Beilage A.

Verzeichniss der direkte von der schweizerischen Gesandtschaft in Frankreich sur die bedürftigen Schweizer in Paris empfangenen Gaben,

  1. Dezember 1870-30. Juni 1871.

Geber.

Gemeinde Fluntern . . .

.

.

.

. F r . 1,51..^.^ Von einem Ungenannten pon Zürich, durch Hrn Rahn i n Paris .

.

.

.

.

,, 5 0 . -Von Hrn. Volkart, Regotiant in Winterthur ,, 1^^..-^ domite in Basel (für anonyme Gaben) .

., 10,000. .Erlos der ,,Knabenmusik^ in Basel .

.

^, 700^ ..-Komite in Basel, neue Gabe (für anonyme Unter-

stüzungen) .

.

Bundesblatt. Jahrg. XXIII. Bd. I1I.

.

.

.

.

^

7,000. -

Transport Fr. 20,2^. ^ ^2

412 .^ e b e r.

^ra^port Fr. 20,263. 7^ H^n Sch^att^er ^ .^....mp., ^.....d... der ^ubskrlpt^n in S t . Ballen .

.

.

.

.

.

, V.^n einigen Schmelzern (-....^ner in .^lin^au, .^..tnt.^n Aa^an)

.

.

.

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.

^lerung des Antons .W.^dt .

.^...wite in Lausanne .

.

Hr. Ehavannes in Lausanne

.

.

.

,

.

.

.

,

135. --

,

250.

--

. ^ ,, 1,000. -.

,, ,,

1,000. .-^ 125. -

Von Hrn. William Raymond (Erlos eines V.^rtrags)

.

.

.

.

.

.

.

.

,,

Subskription im Jougnethal.

.,

V.^n Fran Wittwe Morin in Mo.^e.....

Von Hrn. Bov.^Hollard in .Lausanne

,, ,,

Subskription i n London

.

.

.

....^..ernn^ des Kantons ^eueitbu^

H^lfskomite in Reuenbu^ .

Vom Rämlichen V.^m Rämlichen . . ^ .

.

.

.

.

-

37. 20 300.

250.

^ ,,

-

1,000. 1,000.....-

. Fr. 1,000. ^ . ^, 1,000. --. ,, 3,000. -

Saldo des genannten Komite, unter Abzug der Summen,^ die für Unterftüzungen an Schweizer, welche von Varis kamen, befahlt wurden .

.

.

.

,,

60. -

-

Hr. Je.^uier, Frau Je^ier, Fran de Pierre,

400.

durch Hrn. .^ar^ ,, ,,^ ,, . . . . . . . ,,

^,

^0^0.-

.

.

.

.

,, ,,

.^ .

. .

,,

400.--

Frau Guebhardt^Bovet .

.

.

.

.

, Hr. von Bosset, Vater, und Fraulein von Bosset .

S^do de^r Subskription in .^euen......^ : Empsan^n ...om Finanzdepartement in ^euenbi..^ .

, .,

100. 400. ---

^,

433. .^0

Hr.M^andon, Sohn, ,,

Regierung

von

Gens

.

.

,,

.

.

,,

.,,

.

.

,,

70. 250. ^0^. ^

1,000.-

..^^nsport Fr. 33,574. 45

^

.

.

^

Geber.

domite von Genf

.

.

Transport . F r . 4,000. ---

Vom Rämlichen Vom Rämlichen Vom Dämlichen

.

.

.

.

,, 1,000. -. ,, 1,600. --. ., 5,000. ^------ .-----

Fr. .....3,574. 4^

, .

1^,600...--

Vom fomite von Gens für die Kasse der anonymen Gaben .

  1. Erlos des Bazar in Gens, vom

2., 3.. und 4. März

.

^ . Fr. 16,500. ---

h. Herrührend von den Zoglingen ofsentlicher Lehranstalten und einiger Vrivatsehulen des Kantons, inbegrifsen Fr. 6,040. 45, Erlos einer von den Zoglingen der obern Toehterschule veranstalteten Sammlung nebst Ver,

7.^1......

c. Erlos der am l^. Februar in allen Drehen der protestantischen ..^ationalkirche des Kantons Gens veranstalteten Kollekte .

.

kaus

.

.

.

.

.

,

..^0

,,

4,7.^0. ---

d. Erlos einer im Monat März dureh die Dame.n des .^...uartier de Rive in Genf o^anistrten Lotterie .

.

.

.

,,

820. --.

e. Zur ^lbrundung beigefügt von

der Kasse des Komite

.

Hx. D.^vid Julien de la ^Rne

. ,, ^281. 10 ^ -----^-- ,, .^0,000. --

.

.

.

.

,

Hr. ....e.^er in Genf Subskriptionen von Dienstboten in Genf Hr. ^eeonltre in Gens .

.

.

.

.

,

200. .--

,,

100. --

^ .,

300. -.^100. ---

Tran^o...t ^. 75,^74. 4^

414 Geber.

Transport

. Fr .

.

,,

Von Hr.n. Brevoft Martin .

,, . ,, Theodor Diodati .

"

,,

,, Adolf Jullien in Varis

Frau Albert Hentsch

.

,, Hrn. Eharles Odier ,,

,,

,,

.

.

.

E. Gautier-Sarastn

.

,, E. Sarasin-Diodati

.

100. 50. -,, 500.,, 100. -.,, 500. ,, 150. ...,, 100. -

Fr. 75,874. 45

,,

Durch das Schweizerkonsnlat in^ L.,on .

Schweizer Turnverein in ^on Von den Schweizern in .London: Durch das schweizerische Generalkonsulat in London .

.

.Fr.

Von den Rämlichen .

.

. ,, Von den Rämlichen : 8 Kisten .Lebensmittel, ausgetheilt in natura durch die Legation und die Komites mit Ausnahme eines kleinen Theils, der verkaust wurde. Erlos dieses

Verkaufs

.,

. ^00

^,.^.^.^.

.--

70.

-

100. -

1,111. -3,7^0. -

270. 80

. . . . , ,

^

5 1.^1 80 ^^..^.^^..

^^

Von den Schweizern in San Frau-

^isko .^.-.-

.

.

.

. ^r.

.

.

^^..

^ .^ .

.

^ .^ ^

. ^ . ,,

2,000. --3^^. 75 185.-

Von den ...Schweizern in Algerien: Durch das schweizerische Konsulat in ^tlaier .

.

. ^r..

Von den .dämlichen .

.

. ,,

1,284. 518. 50

Von den Rämliehen ,, ,,

,, ,,

.

.

^ .

.

^ .^.^

,, ,,

...

.

.

.

.

^

.

.

.

^

. ,,

^ . . ^ . ^ ^

^^

Von den Schweizern. in Moskau: D^ch das sehweiz. Konsnl...t, Gewinn auf einem Wechselkurs .

.

.

.

.

......xansport

7,581. 75

1,802. 50

,.

F r .

.

12. 05 92,072.

55

415 eber.

Frau Rothschild in Baris .

Hr. Mollins in Roubai^ .

Hr. Gabriel in Roubaix^ .

Fräulein Woules . .

Hr. Appollinari in Grenoble

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Fr. 92,072. 55 ,, 500. -. ,, 100. . ,, 50. ,, 20. . ,, 10. -

H r . Arles Dusour .

.

.

.

.

.

Hr. Eatoire in Baris .

.

.

.

Zins bis 30. Juni von Fr. 150,000, deponirt pom

Bundesrath bei der eidg. Bank

,, "

500. 100. -

^ 466. 65 Total Fr.^ 93,819. 20

4.1^

Beilage ..^ ^echnun.^ u^er die ^er^uu.^ der ^eldmitte^ der ^er.^ichende ^..ersicht der ^nn.^hmen und ^...^a^n der

E i n n a h m e n.

Geschäftsjahr aus 1 . .^lpril l^.

l.^.

.^r.

Steueransnahme in der Generalversammlung

^p.

Fr.

24t. 90

...tp.

232. 40

Beiträge der Mitglieder . . . . . . 7,730. 3,^.70 -..Kollekte . . . . . . . . . . 9,743. 40 5,547. 80 Vermäehtniss Von Willer . . . . . .

200. .-Gabe des Bundesrathes . . . . . .

832. 25 ...-..--Gabe der Kantonsregierungen . . . .

Steuersammlung beim Banquet der Gesell schast

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

860. 880.

960. -...-

8 0

-

-

^teuersammlung bei^n Banquet der Harmonie

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

65.

5 0

4^.

Beiträge der Gemeinden . . . . . .

l 05. 30 Erstattungen . . . . . . . . .

236. Erstattungen für Abreisen . . . . . l ,322. 30 Zinse der Obligationen . . . . . . t,l.^5.Zinse in Rechnung . . . . . . .

246.20 Dividende der Stiftung Dnboehet . . .

200. - ^ Ausserordentliehe ^ubsidien

. . . . .

Defizit . . . . . . . .

^

^

20,000. -

23,838. 65 33,010. 65 998. 80 15,874. 75 24,837. 45 48,885. 40

Das Defizit von 1^71 betrat . . . . 15,874. 75 .Da die gewöhnlichen Geldmittel der helvetischen Gesellschaft stch ungefähr auf

50

30. --266. 35 173. l,l55. 2.^. 60 816. ---

Fr. 24,000 belassen, ^ beträgt ^ . 4,800. -^ ^otal . . . . 20,674.75

4t7

h^etifchen ^lt^ti^^.^f^ft in ^ri^.

häretischen ^e^ch^t m den fahren 18^0 und 18^1.

Ausgaben.

Geschäftsjahr auf 1. April l ^ .

Unterstüzungen in Geld .

,, m natura .^inderpenst...nen .^ . .^ Abreisen . . . . .

Agentur . . . . ^.

Verschiedene ^sten . .

.

.

.

.

.

.

.^r.

.^p.

l^l.

.^r.

^p.

. . . . 15,558. - 36,912. 50 . . . .

4^0. --- 4, l 33. -^ . . . . 3,381.50 3,330.30 . . . . 2,867. 75 1,951. 35 . . . . 1,500.- 1,500.. . . . 1,t00. 20 1,058.25

24,837. 45

48,885. 40

418

B e i l a g e C..

Rechnung i.^er Herstellung der Geldmittel der Gesellschaft ^r gegenseitige nnterstüzung der Schweizer in ^ari^.

I. Berechnung d^ ^sin^.

  1. W o h l t h ä t i g k e i t s k a s s e .

annahmen vom 1. September 1869 bis 30. April 1870 Fr. 5,36.). 12 ,, ,,1.

,, 1870 ,, 30. " 1871 ,, 306. 47 Defizit . . . . . Fr. 5,062. 65 B.

G e g e n s e i t i ^ k e i t s k a s s e (Caisse de l.... mut^n.^.

Die Gesellschaft bestand vor dem Kriege aus ....50 Mitgliedern, welche per Monat 2 Franken bezahlten. Heute beträgt die Zahl der Mitglieder nur 750 mehr. Die Einnahmen und die Ausgaben der

...^esellsehaft sind verhältnissmässig vermindert und, die Ziffer von 750 Mit-

federn als Grundlage genommen a Fr. 2 per Monat , hätte vom 1 .

September 1870 bis 30. April (8 Monate) ergeben sollen

^.r. 11,200. --

Effektive Einnahmen während dieser Beriode Fr. 6,715

^tntieipirte Steuerbeiträge bis Ende des Jahres zur Bestreitung ansserordent-

lieher Bedürfnisse . . . . . . , , 1,000 Abzuziehendes Total . . .^ ,, 5,715. -Defizit der Gegenseitigkeitskasse . . . . Fr. 5,485. C. Einschreibung von Kandidaten im Jahr 1869, Fr. 432, be^iehungsweise für 8 Monate ohne Ausnahme der Kandidaten 1/2

Fr.

288. --

,,

732. -

D. Aufnahme von Mitgliedern im Jahr 1869, ^r. 10.^8, beziehungsweise für 8 Monate 1/2 .

.

.

..........tal des Defizit unter Lin. C und D . . . . Fr. 1,020. --.

,, ,, ,, ,, ,, A . . . . . . , , 5,062.65 ,,

,,

,, ^

,,

,,

^

.

.

.

.

.

Gesammt^Defl^t. .

.

...

.

,,

5,^5. ^

. Fr. 11,567. 65

419 II. ^erechnnn^ ^on 1/2 mit ^..ül.^cht ^.us den ^nnde^r^t^^schln^

.^m 6. ^rz 1.8^1.

Geldmittel der Wohlthätigkeitskasse im Jahr 1869 Fr. 5400, davon1 / 2.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

^ .

.

.

.

Normale Ressourcen der Gegenseitigkeitskasse aus dem Fusse von nur 750 Mitgliedern, statt wie früher

950, Fr. 11,200 per Jahr^. davon 1/2 Total des Fünftels Total des Defizit Generaltotal . .

. . . .

. . . .

. . . .

. . . .

Fr.

,, Fr.

,, Fr.

1,080.

-

2,240.--3,320. -^ 11,567. 65 14,887. 65

. B e i l a g e D.

.^echnun^ ut.er Einnahmen und ^ln^a^en der gemischten .^ommi^ st.^n fur ltnterftuznn.^en an bedürftige Schweizer in .^ari- , ^m .^. ^arz ^i.^ ^0. .^uni 1.^71.

E i n n a h m e n.

Empfangen von der schweizerischen Gesandtschaft , vom 27. März bis

^..m 30. Juni 187l

. . . . . . . . ^r. 30,000. Total . . . . . ^.r. 30,000. A u s g a b e n.

Verabfolgt vom 27. März bis 30. Juni, in 18 Siznngen 5267

Unterstüzungen , zu Gunsten von l 286 Schweizern resp. Sehweizerfamilien :

1.

2.

3.

4.

An Geld . . . . . . . . . . . . Fr.. 23,074. 25 Miethzins in der rue de Chabrol N.^ 69 . . ^ 350. -Bons für Brod . . . . . . . . . ., 5,000. Sekretariatsdienst . . . . . . . . . ,, 560. -

5.

Verschiedenes

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

,,

200.

-

Total . . . . ^. Fr. 29,184. 25 ^aldo aus 1. Juli, in Händen der Kommission ,, 8l 5. 75 Bilanz . . . . . Fr. 30,000. -

420 .Beilage ^.

Enterst iizun^en, ^el^e direte .^n der ^^eizerii......^

Vom 15. September 1870 Gaben m natura. ^) Monate.

unterstüzungen I^on.^ Bons ln de für Geld.

tourn.....^. Brod.

^r.

l ^ .

September Oktober ....ovember Dezember l^l.

Januar Februar März

April Mai Juni

.^p.

.^r.

Fr.

Flelsehbrüh und Taploka.

.^r.

.^p.

^^ 70 40 355 900 720 3,4l 5. 50 l ,400 700 535. 65 l 4,363. 50 2,376. l 60.5,693. 40 4,6ti.

2,673.

9l9.

33,515. 90 2,725 t ,460 3,07 l .65 22l.

419. 50 290.

9l 0.

-^

.^r.

.^ p .

^eis.

Fr.

.

.

^

^ .

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.

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-

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^

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^--

-^

^

^

.....^ .

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^ .

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^^.

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^

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-

--^

.--^

Choeolade.

^--

-

-

-^

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^ .

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-

-^

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^ .

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^^

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^ ^

^---

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^

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^ .

-

.

^

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^ ^

--...

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.

244. 20 - - 86 --- --^ 926 .40 --^

.

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^

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-

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^ .

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-.----

---

---

244.20 1,012 .40

^^ .^err ^rmelI ^on Kurten schenkte der gemlsehten Unterstüzungskommlsslon ungefähr 10,0^0 Kilogramm .^artosfeln, welche während der Iezten Woch.... unsere bedürftigen .^and^leuten sehr wohl zu St.^en kamen.

421

^.ndtich^t in .^.....^ei^ au.^^eilt ^rd^.

bis 30. Juni 1871.

.^ersehl^ denes.

.^r. ^p.

Total.

.^r. .^ .. .

--.- .- -.^

221.--48.). 50 685.2,^30.-

.-- -.- 6,051. l5 .)6.75 17,080.45 -- 5,537. 40 24. -.-. 2,697. -

1 ^ ^

^

.

^

.

^

^ .

) ^

g^^

4l)

.

.

.

.

^

243. 75 42,272. .)0

Un te . st ü^u n g i n Ge ld . . Fr. 33,515. ..)0 ...lons de kourn.^u^ . . . ,, 2,725. -Bons für Vrod . . . . . . 1,460.--^ Fleis.hbrüh und Tapioka . ,, 3,071.65 Ehoeolade . . . . . ,, 244. 20 Reis . . . . . . . ,, 1,012. 40 Verschiedenes . . . . ,, 243.75 ^otal . . . Fr. 42,272. .)0 .

.

.

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^ .

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^ .

^

422 B e i l a g e I.^.

Anzahl der t^n der ichweizerifchen ^efaudtfchaft in .^ra^kreich

t.om 17. Se^tem^r 1^70 bi.^ ^. .^nni 1^1 .^er^l^ nnterstuzun.^en.

Anzahl.

..^atum.

17. September bis 30. September .

  1. Oktober bis

.

.

31. Oktober . . . .

1.

30.

1.

31.

2.

.November bis November . . .

Dezember bis Dezember . . .

Januar . . . .

3.

"

.

.

.

.

4.

.,

.

.

.

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5.

,,

.

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6.

,,

.

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.

7.

,,

.

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9.

,,

.

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.

10.

,,

.

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.

11.

,,

.

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12.

.,

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13.

,,

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14.

^

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16.

,,

.

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.

17.

.,

.

.

.

.

18.

"

.

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.

19.

,,

.

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.

20.

,,

.

21.

^

.

^

.

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23.

,,

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24.

,,

.

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.

25.

,,

.

.

.

.

26.

,,

.

.

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.

27.

,,

.

.

.

.

28.

,,

.

.

.

.

30.

,,

.

.

.

.

31.

,,

.

.

.

.

33 68 53 794 54 34 3l 32 43 58 39 35 25 40 46 53 54 44 41 36 52 56 82 66 48 54 66 74 114 92

...^tal 1369

^nza.^..

^..tum.

.

.

.

.

  1. Februar ^ 2.
  2. ,, 4. ,,

.

.

.

.

.

.

.

.

75 81

.

.

.

.

83

.

.

.

.

96

.

. . .

.^

6.

7.

8.

9.

10.

1.l.

13.

14.

15.

16.

17.

18.

20.

21.

22.

23.

24.

25.

26.

27.

28.

,., ,,

.

1 6 1

.

.

.

. . .

.

90

.

. . .

1 3 5

.

. . .

1 1 5

.

. . .

1 4 8

.

. . .

1 4 6

.

. . .

1 4 1

.

. . .

1 4 2

.

.

.

.

91

.

.

.

.

42

.

.

42

.

.

33

1 0 1

.^

,,

,, ,, ,, ,, ^, ,, ,, ^ ,, ,, ,, ,, ,, ,,

. . . . 180 . . . . 143 . ... 153 .

.

.

.

,, ,.

,,

^.

.

.

.

.

.

.

.

3l 2 2

.

.

.

.

2

.

.

.

.

2 3

.

.

.

.

2 2

.

^ .

.

^ .

.

.

.

^ ^

Total 2298

  1. bis bis 1. bis 1. bis 1.

31.

30.

31.

30.

März . . 493 April . . 378

Mai . . 218 Juni . . 88

423

^el^itulati^.

September 1870 . . . . . . . .

33

Oktober

6^

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

November

,,

. . . . . . . .

Dezember

,,

.

.

.

.

.

.

.

.

53^ 794

Januar 1871 . . . . . . . . . 1369 Februar

,,

.

Marz

,,

.

April

.,

Mai

.-

Juni

^

.

.

2298

.

493

. . . . . . . . .

378

.

.^ .

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Anzahl der Unt^zungen 5792

4 .

.

^

Beilage ^.

.^e^^ .i.^r ^e^e^rderun..^... ^.....rfti^er

^ o l l.

...^n^.

28. Fel^nar.

30.

31.

30. Jnni.

.

Empfangen von Verschiedenen , Breis des halben Blazes von Baris nach der Schweig

ld.

.id.

id.

id.

id.

id.

id.

id.

.^otal der Einn^hm.^n der Rechnung für

.^r.

l^p.

1 ,298. ....0

322. 50 446. 50 269. 20 253. -

Helmbef^derungen . . . . .

2,590. 10

^n bezahlen vom Bundesrathe oder der .^ul^ription zu entheben . . .

22,812. 95

Btl^ . . . . . 25,403. 0 5

425 ^ei^r, ^..n 1^. ^r.^r ^ ^. ^uni 1^7l.

Haben.

Anzahl der .

.

^ .

.

.

^ ^ .

n .

Harten.

175

.^ März.

7

1/2

1/2

107

1/2

4

1/2

3

1/2

^

1/2

4

1/2

141

1/2

12. A.pril.

  1. Mai.

6 1 ^. Mai.

9. Mai.

^. Juni.

^. ,,

179 I2 1062

Der Orleansbahn für von Baris nach ^..ineaize

a Fr. 8. 50 id. id. a Fr. 4. 25 Der I^. L. M. Bahn sür von Baris nach Gens über

.

^.

.

. .

1,504.. 50 29. 75

Bourbonnais ^ Fr. 20. 50

2,193. 50

von Baris nach^enf über Bourbonnais a F r . 1 0 . 2 5 von Baris nach Saineaize

41.--

a Fr. 8. 15 Der I^. L. M. Vahn sür ^ von Baris nach Genf über Bourbonnais a Fx. 20. 50

24. 45^

1,414. 50

von Baris nach Gens über

Bonrbonna^ à ^r. 10. 25 4l.von Baris nach G.^nf a Fr. 19. 25 2,714. 25 1/2 id.

id. Fr. .). ^5 57. 90

1/2

357

1

^ .

.

.

.

^ r l f .

1.^. M..rz.

von Baris nach Saineaize

.. Fr. 8. t 5

Der nämlichen Kompagnie, nach berichtigter Faktur für aus1/2

1/2 1/2

^

8. 15

gestellte Billets vom t 6. bis 28. Februar . . . . . 4,108. 25 von Baris nach Genf a Fr. 19. 25 19. 25 id^ id. ^ Fr. 19^ 25 3,445^ 7.^ id. id. a Fr. 9. 05 115. 80 Uebertra^ 15,718. 05

426 Datum.

6. Jun^.

6.

6.

23.

^ ^

^

9. März.

.26. .Ju.^ 30.

30. ,, ,,,

Anzahl der harten.

1062 3 307 13 103 5 25 3

18 49

.^r.

von

^ ^ ^ ^ ^ 1/2^ ^

1592 a.

Tarls.

Baris

id.

id.

id.

id.

id.

id.

Uebertrag nach ..^ens ...

Fr. 19. 25 id. a Fr. 19. 25 id. à Fr. 9. 65 id. à ^r. 19. 25 id. .. Fr. 9. 65 id. .^ Fr. 19. 25 id. .i Fr. 9. 65

Der Frau Talimann erstattet eine a Conto..Zahlnng aus ihre Heimbesörderung . .

Erstattet an Hrn. Gaillepand von Vari... nach Genf à

1/2.

^ von Varis Total

.).p.

15,718. 05 57. 75 5,909. 75 125. 45 1,982. 75 48. 25 481. 25 28. 95

15. .50 20.

Fr. 19. 25 346. .50 nach Belfort a Fr. 13. 65 668. 85 25,403. 05 .

.

--

.

Empfangen vom eidg. Jnst.z- und Bolizeidepartement : durch Vermittlung der pariser Sueeursal.e des

Credlt lyon^is . . . . . . . . . Fr. 14,000. b. in drei Wechseln auf Baris . . . . . . .. .^l2. 95 Zusammen . . . . Fr. 22,^12. 95

.

^ .

.

.

.

.

.

.

d e s b .

.

.

.

^ .

Betl...^...

.

.

.

I .

^ .

.

.

h r . .

X X n 1 .

Bilanz der ^ommissiou fur anoure ^al^en zu Gunsten der Schweizer in ^ar^,

l^ .^ ^uni 1.^

B^^ ^

S o l^l.

^a .b.e n.

^ .^ 2. Maxz bis ^0. Juni, empfangen von

der Dation . . . . . . 29,1.79. 90

Total . . . . 29,179. ..0

1.^31. März ^aben . . . . .

t .-30. April 1 .-31. Mai

,, . . . . ^ ,, . . . . .

1.--30. Juni

.,, . .^ . . .

Total

.^r. ^p.

.^4,790. ^9,262. 50 2,597. 50 ^2,529. 90 29,179. 90

428 B

e

^

g

e

.

I .

.^echuun.^ uber die Subskriptionen , die theile dem Bundesrathe, theile direkte der Schweizerischen ^eiandtichait in Frankreich, zu Gunsten der bedürftigen Schweizer in .^ari^ zukamen.

..^aut.^weife ...^ertheilun^ A.

^...l^n ..u... der Schweiz.

^r. ^p.

  1. Zürich : Empfangen vom Bundesrathe

.,

.^Fr. .45,005.95

von der Gesandtschaft ,,

2,563. 75

-

.....Bern .

.

. Emp fangen vom B undesrath 3. .Ludern .

.

,, ,, 4. Uri . . . .

,, ,, ,, 5. Sehw^z

6. Obwalden .

^. Zu^ .

9. ^ r e i b u r a 10. ^ o l o t h u r n

11. Basel-Stadt.

^ ^

,, ,, ,, ,, ,, ,, ^

,, ,, ,, ,, ,,

47,569.

65

29,720.82 4,364.80 200. -1,876. 90 150. 267. 1,709. 56 710. 2,482. 50 2,917. -

Empfangen vom Bundesrathe . Fr. 15,000. --,, von der Gesandtschaft ,, 17,700. ^

" ,, ,, 13. Appenzell(A.Rh.)

^, ^, ,, 14. St. G a l l e n : Empfangen vom Bundesrathe . ^.. 33,615.30 ^, von der Gesandtschaft ,, 135. ---

15. Graubünden

------. Empfangen vom Bundesrath

16. Aar g a u: Empfangen vom Buudesrathe . Fr. 17,497. 72 ,, von ^ der Gesandtschaft ,, 250.-

17. ......hurgau 18. T e s s i n

.

.

32

700

---

9,661.39 3,130. 4,000.33,750. 30 5,162.84

------- 17,747. 72 . Empfangen pom Bundesrath 2,500..-.,, ,, ,, 11,223.26 transport 211,843. 74

429 F r .

^ .

.

Uebertrag 211,843. 74

19. W a a d t :

Empfangen vom Bundesrathe . Fr. 20,138. 56 ,, . von der Gesandtschaft ,, 4.^12.20

--^------

20. W a l l i s .

. Empfangen vom Bundesrath 21 . R e u e n b u r g : .

Empfangen vom Bundesrathe . Fr. 55,911. 78 von der Gesandtschaft ,, ^ 7,813.50

-------^

22. G e n f :

Empfangen vom Bundesrathe .. Fr. 1,000.,, von der Gesandtschaft ^,, 44,800. --.

24,250. 76 500.--

63,725. 28

^-------

45,800. --

Total der aus der Schweiz empfangenen Gaben

346,119. 78

B. ^u^m..rt^ schwei^r^che ^^tio.^n und ^onsnl..te.

  1. Empfangen vom Bundesrathe . Fr. 46,364. 73 2. Empfangen von der schweizerischen

Gesandtschaft

.

C.

.

. ,, 14,698. 10 -^----^- 61,062. 83

^n Verschiedenen.

  1. Empfangen vom Bundesrath . ^r. 9,864. 60 Gesandtschaft .

. . ,, 1,280.-.

-------- 11,144. 60

2. Empfangen von der schweizerischen

D. Binsen von Blaeements bei der eidg Bank

.

466. 65

Generaltotal 418,793. 86 Vom Bundesrathe empsangene Gaben . . . 324,974. 66 Von der schweiz. Gesandtschaft empfangene Gaben . 93,819.20 Bilanz 418,793. 86

.

^

^ . . . t l a ^ e

.

^ .

Su^^rit^tion zu Gunsten der ^

. .

..

^

General-

^ll.

Fr.

^om Bundesrath b^ 1. Mai empfangene ^aben

^on ^dem^elben .^om 1. Mai bll... 30. Juni empfangene ^^ ^^en^

.

.

.

.

.

.

.

.

Von der schwer. ^..ndt^aft di^kt empfangene ^aben Total

^.

. . 31.^,218. ^3

11,755. 73 93,^19. 20 418,793. 86

431 sch^e^eriichen .Colonie in .^ari^.

R echn u n g.

Haben.

Fr.

.).p.

Verausgabt von den Abgeordneten des Bundesrathes

Fr. 50,000, unter Abzug von Fr. 10,000, die in den Ausgaben der Gesandtschaft inbegrifsen sind .

40,000. -

Den bedürftigen Schweizern in den franzofischen Departementen, mit Ausnahme des Seine-Departements .

25,000. ---

Dem schweizerischen Greisenas^l

.

.

.

. 30,000. -

Den beiden schweizerischen Gesellschaften in Barts, E...stattung ihres Defizits, dazu 1/2 ihrer normalen Resfoureen .

.

.

.

.

.

.

.

Durch die Gesellschaft für gegenseitig Unterstüzung, vom

10. ^ebruar bis 27. März .

.

.

.

Durch die gemischte Kommission, vom 27. März bis

35,562. 4 0

.

8,000. --

30. Juni . . .

.

. ^ .

Durch die Gesandtschaft, direkte Untersti^nngen .

Durch die Rämliehe, sur Heimbesorderungen .

.

.

.

30,000. --42,272. ...0^ 22,812. 95

Durch die Kommission für anonyme Gaben

.

2^.179.90

.

Total der Ausgaben 2.^,828^. 15.

Aus 30. Juni verfügbarer Saldo 1^5,^5. 71

Bilanz 41.^3...^

432

^.^.^ts^ über

die Rheil^orreetion im Danton St. fallen.

(Vom 23. August ^7l.)

Das Tit. schweizerische Departement des Jnnern hat auf Schlug nahme des h. Bundesrathes vom 30. Juni d. J. mit Schreiben vom 5. Jnli die unterzeichnete Expertenkommission beauftragt .

,,dem Bundesrathe beforderlich ein Gutachten darüber abzugeben, ^was die Ursachen der legten Katastrophe im Rheinthale und welche ,, Mittel zur Verhütung ihrer Wiederkehr zu treffen seien.

,.Zu diesem Behuse moge sie sieh von der Regieruug des Kautons ,,St. Gallen das nothige technische Material verschaffen und zugleich ^die von der Bevölkerung des Rheinthales geäusserten Ansichten mit ,,in nähere Betrachtung ziehen.^ Jn Aussührung dieses lustrages hat die Kommission am 15. Juli sich in Bern zu einer ersten Simung versammelt zum Studium der ihr mitgetheilten Aeten und Anhornng mündlicher Mitteilungen von Hrn.

Landammann Aepli, als Ehes des Baudepartements des Kantons St.

Gallen.

Zur weitern Kenntnisnahme von Aeten und Blänen verfügte sie sich am 24. Juli nach ..^t. Gallen, sodann am 25. nach Raga^ um am 26. bis 2..). inelus. gemeinschaftlich mit vorgenanntem Ehef des Baudepartements von St. Gallen und dem Oberingenieur der Rheinkorreetion die ganze Rheinlinie von der Tardisbrüke, resp. der Land.^uartmündung, bis Rheineck zu bereisen und zu untersuchen.

43.^ Dabei dehnte sie ihre Besichtigungen streckenweise auch auf di...

jenseitigen , liechtensteinischen und vorarlbergischen Ufer aus, und fand dabei Anlass, dortige Ansichten über die Rheinkorreetion kennen zu lernen , dies besonders durch die von dem liechtensteinischen Hrn.

Landestechni^... erhaltenen Mittheilungen.

Ebenso persäumte sie keinen Anlass, sich über die Ansichten der diesseitigen Bevolkerung zu insormiren.

^ach St. Gallen zurückgekehrt pflog die .kommission am 30. und 31. Juli, geftü^t auf ihre Beobachtungen und die porliegenden Materialien über die ganze ^Angelegenheit der Rheinkorrektion, einschließlich

der Durchstichssrage, Berathung.

Jndem ihr dabei aber die Ergänzung des Materials bezüglich einer übersichtlichen Darstellung des dermaligen Standes der Aussührung der Rheinkorreetion und der Hohen der Wuhre und Dämme im Verhältniss zu den hoehsten Wasserstäuden wünschbar erschien, verschob ste die definitive Beschlussfassuug bis nach Anfertigung eines dieser Anforderung entsprechenden Langenprofils durch das Rheinbaubüreau.

Daher fand erst nach Eingang dieses Brosils die Schlusssit^un^ am 8. August iu Bern statt, ^ und es wurde in derselben die Erledigung des der Kommission gewordenen Auftrages in dem hier folgenden Berichte und Gutachten beschlossen.

Bericht und ^utachten.^ Vormerkung

Die Kommission hat es ^ur Erledigung ihres Auftrages nothig befunden, die Rheinkorreetionsaugelegenheit in ihrem ganzen Umfange in den Kreis ihrer Besprechung zu ziehen. Darnach ergaben sich ein paar vorbereitende Kapitel, bevor sie an den eigentlichen Gegenstand ihre^ ^lustrages gelangte. Zu besserer Uebersicht werden hier die Titel der Abtheilungen, in welche ihre Ausarbeitung zersällt, vorangeschickt. Es

sind nämlich folgende : 1^ Die besondern Verhältnisse des Rheinthales bezüglich Eonfiguration, Riveauverhältnisse und Binnenwasser.

2) Das augewandte Eorreetionssr^stem ; Stand der Aussührung.

3) Erfolge der Eorreetion.

4) Die beim legten Hochwasser entstandenen Wuhr- und Dammbrüehe und ihre Ursachen.

5) Ansichten der Bevölkerung.

6) Folgerungen und Anträge.

4^4 .l. ....^ .^n.^rn ..^er^ltuisse de... .^eintl^l... ^zu^lich ^o^ figuration, ^eau^erhaltni^e und ..^innenw^er.

Von der Tardisbrüke bis an den Bodensee bestehen aus der linke....

Thalseite nur drei natürliche Abschüsse: am Sehollberg, an den Fel.^ ^geln bei Büchel und an dem zum Rhein vortretenden Bergabhan^e ^ei Monstein.

Entstehende Überschwemmungen finden daher erst an diesen Stellen, .a..... das ausgetretene Wasser wieder in den Rhein zurückfliessen muß, ihre Begrenzung und erstrecken sieh sonach von der Einbruchstelle über den ganzen unterhalb liegenden Theil dieser grossen .Thalbecken.

Dabei bilden die .....iveauverhältnisse einen wettern höchst günstigen Umstand. Denn indem sich das Rheinbett in Fol^e eesfiver Aussandung in sehr erhöhter Lage befindet, breitet sich das getretene Wasser über die breite Thalsohle 1..is an den gegen den Zeitigen Abhang ansteigenden Boden aus.

unsueanslink-

Jn Folge dessen haben Wuhr- und Dammbrüche im Rheintl.^le piel verhängnissvollere Folgen als an irgend einem andern ^lusse der Schweiz. Der Schaden an den Werken selbst, der sich auf einzelne.

funkte viele Stunden langer .Linien beschränkt, verschwindet gegenüber demjenigen, welchen die Ueberschwemmnng an Früchten, Boden und Gebäuden verursacht und steigt daher hier in den Folgen zu einem .^rossartigen Landesunglück an, was unter manchen andern Lokalverhältnissen die Dimensionen eines gewöhnlichen Unfalles kaum übersteigen würde.

Die Gefahr von Einbrüchen wird aber noeh in hohem Maasse gesteigert durch die Ausmündungen der Binnenwasser. Denn durch diese .Lücken in der Wnhrlinie dehnen sieh die Hochwasser des Rheins noch weit landeinwärts ans, bloss gehalten durch die wie ausgestreckte Arme ^on der Wuhrlinie zurücklausenden Binnendämme, und dabei die Wühx.^ durch ^bspülung von der Rückseite bedrohend.

Diese L..^...n bilden daher überdies eine Erschwerung der Ausführung und in gewissem Maasse ein Hinderniss für jede rationelle Eorxeetion.

Ueberhaupt dürfen die im Rheinthale bestehenden, aussexgewöhnlieh ungünstigen Umstände nicht unterschobt werden, um Unfälle, wie das letzte Hochwasser ste gebracht hat, nicht unbillig zu beurtheil.en, wie sie allerdings anderseits auch als eine Mahnung zu... Anwendung erhöhter Vorficht und im zweifelhaften Falle lieber eines Ueberflnsses^ an Sieherheit angesehen werden müssen.

4^ ^. .^ angewandte ^orr^tion^s^stem.

Stand der ^fuhrung.

Die bei der Rheinkorreetion angewandten Wuhre bestehen au....

einem Kiesdamme, der flusswärt.^ eine Bekleidung aus Bruchsteine^ und eine Vorlage oder sogenannten ..l^orgrund auch von diesem Materi^t besitzt. Der Zweck des letztern ist, bei^ eintretender Vertiefung de^ Flussbettes oder sonstiger Unterspülung vor dem Fusse de^ Wuhres hinunter zu sinken und dieses dadurch zu sichern.

Die

Dammkrone besitzt eine Breite

von 12--15 Schuhen, d^

rückseitige Böschung ist 11/2, die vordere, gegen den Fluss gekehrte, theils 1, theils 11/2 füssig.

Bezüglich der Hohe bringt es diese Eonstrnetion mit sich, das.. ste über die höchsten Wasserstande reichen muss, da der nach rückwärts nicht bekleidete Kiesdamm die Ue^berströmung und auch das Abfliessen des eingeströmten Wassers längs demselben nicht erträgt, sondern dadurch abgespült würde, wonach auch das Einsinken des daran angelehnten Weinbaues erfolgen müsste. Die. Erfahrung beim legten Hochwasser hat bewiesen, dass diese Höhe nicht überall genügend bemessen wurde, worauf später zurückgekommen werden wird.

Die Flussbettbreite ist zu 400 .^ehuh zwischen den Wehrkronen festgesetzt ohne Bestimmung der Höhe der ledern. Ebenso ist in den Einverständnissen zwischen dem Kanton St. Gallen und den gegenüber liegenden Userstaaten die Richtung der Eorreetionslinien, nicht aber das Bewuhrungss.^stem festgesetzt. ^ ^chon vor der Anhandnahme der Rheinkorreetion bestand ein ^stem von Binnendämmen.

Solche wurden als eine zweite Linie hinter den Wuhren aueh beim Rheinkorreetionsprojeete angenommen, und ^wax, wie man ^ aus^ dem Voranschlage ersieht, in der Meinung, dieselben zum Theil ^en anzulegen, zum Theil hingegen die alten mit Verstärkungen beizubehalten.

.

Diese Wuhre und Binnendäntme bilden zusammen nicht ein Doppelliniens.^stem im Sinne eines erweiterten Flussbettes. Denn dieses^ würde erfordern, dass die Hochwasser sich über erstere ausdehnen könnten, was aber, wie bemerkt, ihre Eonstruetion und die von derselben erforderte unübersteigbare Höhe nicht gestatten.

Die Binnendamme kommen daher nur bei den Flußmündungen der Binnenwafser regelmäßiger Weise in Funktion und bilden sonst bloss eine^ Reserve für den Fall der Durchbrechung der Wuhrlinie, wobei ihre

Widerstandsfähigkeit allerdings unter dermaligen Verhältnissen sehr fraglich^ erscheint.

436 Zufolge der der Kommission gewordenen Mittheilung war eventuell ins Auge gefasst, nach bewirkter Anstiesnng des Flussbettes die Hoch.^ wuhre etwas zu reduzireu, um ein eigentliches Doppelprofil herzustellen..

Der bisherige Baubetrieb hat hingegen den umgekehrten Weg ver^ folgt, iudem streckenweise zuerst nur der Vorgrund erstellt, dann da....

Wuhr auf eine gewisse unter Hochwasser stehende Höhe und erst spater auf ganze Hohe ausgeführt wurde. Mau bezweckte und erreichte damit wahrend der Zeit, wo der Bau sich in den beiden ersten Stadien der Ausführung besan..., und daher die grossern Wasser übertreten konnten, hinter der Wuhrliuie eine gewisse Erhohung des Bodens dnrch Verlaudung. Selbstverständlich muss beim Halbhochwuhr, wie der nicht auf gau^e Hohe aufgeführte Bau genannt wird, auch die hintere .... o-

schung irgendwie gegen Abspüluug gesichert werden, was meist mittelst ^aschinenbekleidung geschieht.

Der gegenwärtige Stand der Ausführung der Rheini.orreetion ist in allgemeinen Umrissen folgender : Aus der obersten Seetion pon der Graubündnergren^e bis ^ur Taminamündung oder der Ragazereisenbahnbrücke ist das Hochwuhr zu^ sammenhängend ausgeführt, wie dies auch auf dem gegenüberliegenden graubündnerischen User der ^all ist.

Aus der zweiten Seetion ^vou da bis Trübba^ ist --- ausgenommen kleine Lücken aus der untern Halste --- die .Linie ebenfalls ausgebaut, und dies bis zu einem kleinen Rest auch aus dem Gebiet der ^egen-

überliegenden Gemeinde Fläsch der Fall. Anch von Trübbach bis

Büchel sind die Hoehwuhre schon weitaus vorwaltend, so dass auf derselbeu die uoch nicht gauz ausgebauten Strecken die Ausnahme bilden.

Jndem bei Büehel der Wuhrstein Rr. 63 und bei M^nstein Rr. 105

steht, so sind auf ^/.. des ..^t. Galliseheu Ufers die ^ochwuhre grossten-

theils durehgesührt, d. h. in einer Länge von 126,000 Schuh oder 7,8 Stunden, und mit der aus 26,000 Schuh ausgebautem. Graubündnerlinie 152,000 Schuh oder 9,5 Stundeu. Von Büchel uaeh Monstein kommen auch noch Strecken vollendeter Hoehwuhre vor. jedoch sind hier diejenigen mit blossen Vorgründen oder mit Halbhochwuhren vorwaltend, wogegen die neuaugelegten Binnendämme hauptsächlich aus diese unterste Seetiou fallen.

Der anfänglich bloss niedrige Ausbau der Wuhrlinie bringt selbstverständlich die gleichzeitige Ausführung der eutsprechendeu. Strecke des Binnendammes mit sieh, wo ein solcher oder eine alte Wuhrlinie nicht schon hinter der neuen liegt. Da es einen Beschwerdepunkt gegen die

Bauleitung bildet, dass diesem Erforderniss nicht genügend Rechnung

getragen worden sei, so ist nach erhaltener Mittheilung hier anzuführen, dass die Unterhaltung der alten Wuhr- und Dammlinien und damit die Vorsorge für die nothige Sicherheit während der Bauperiode eine

437 Verpflichtung der ^emeiuden sei. Jm Weitern ist gegenüber dieser Beschwerde angeführt worden, dass an vielen Stellen die Anlage der Binnendämme erst durch Verlandung habe ermöglicht werden müssen, indem vorher der geeignete Boden für dieselben wie auch das geeignete Füllmaterial fehlten. Ebenso sei die Ausführung der Hochwuhre vielfach durch die jeweiligen ortlichen Verhaltnisse, namentlich das Vorfinden

des Kiesmaterials bedingt gewesen.

Um hieuach uoeh kurz des Wuhrs^stems auf dem rechten User Erwähnung zu thun, so finden wir auf der. grau^ündner'schen ^trecke, wie schon bemerkt, ein im Wesentlichen übereinstimmendes Hochwnhrs.^stem. Liechtenstein und Vorarlberg haben dagegen im Allgemeinen

eine überhebliche Wuhrlinie und in gewissem uicht gleichmässigem Abstande einen Hochwasserdamm ; zwischen beiden landnn^straversen.

Linien bestehen Ver-

Die Verlandung ist auch zum Theil weit vorgeschritten und ebenso die Bepflanzung des Vorlandes mit Gebüsch. Dieses Vorland bildet daher, indem eine irgend bedeutende Stromung darauf Infolge der Traversen und ^ des oft dichten .Goldbestandes nicht stattfinden kann, eine wesentliche Sicherheit für den dahinter liegenden Damm. Als ^lnssbetter.veiternng kommt es hingegen ^eben ans diesen Gründen, sowie wegen seiner theilweise sehr geringen Breite , und weil es stellenweise, namentlich bei den Brückenzusahrten , gänzlich auf Hochwasser abgebaut

ist, kaum in Anschlag.

Vielmehr

liegt auch iu

diesem ^...stem der sueeessive Ueberaang

zum Hochwuhr, indem theils durch Erhohung des Bodens, theils durch Vertiefung der Flusssohle nach und

nach di^ Uferhohe anwächts.

Jm

Effekte bezüglich des Wasserablaufes unterscheidet es sich wie gesagt

schon jet^t wenig von diesem, da es bedingt, dass die Hochwasser wenigstens stellenweise und streckenweise im eigentlichen Flussbette zwischen den

Wuhrlinien Vlatz finden müssen. Uebrigens ist nicht iu Abrede zu stellen, dass dieses System einen wesentlichen Vortheil bietet, indem der durch Verlaudung erzielte erhöhte Bodenstreifeu gewifsermassen einen Damm von grosser Breite bildet, der, zumal gut bewachsen, grossen

Schul^ gewährt.

Wo am herwärtigen User rascher zum Hochbau übergegangen wurde, wie es auf den obern Strecken der ^all ist, konnte die Verlandung nicht in gleichem Maasse erzielt werden. Ein grosses Hinderniss bilden indessen gerade in dieser Beziehung auch die Binnenwasfer, da durch deren Abführung über die Vorländer die Verlandungsmassregeln vielfach durchkreuzt werden, während aus Seite von Liechtenstein dieser Uebelstand mittelst eines durch das ganze Land hinunter geführten Binnenwasserkanals gänzlich beseitigt ist.

438

Wenn übrigens die Ansieht geändert wird, die Ungleichheit .der beidseitigen Wuhrs..steme bringe. wesentliche Rachtheile mit sich, so lassen sieh die gründe dafür kanm absehen, da die Richtung der Strömung doch auf beiden Seiten nur durch die Wuhrlinien bestimmt ^rd.

welche, wie bemerkt, übereinstimmend festgefetzt ist.

Ueberhaupt wurden Erscheiuungen dem diesseitigen Wuhrs^steme Schuld gegeben, welche abgesehen pon demselben die notwendige Folge der Eorreetion sind. Hieher gehören namentlich die hänsigen Fälle, wo mit .den buchtartigen Erweiterungen des Flussbettes auch der in diesen Ausbuchtungen liegende tiefste Thalweg abgebaut wird. Jndem damit der Fluss ^ in eine höhere Lage gehoben wird, mnss, so lange die Gesälls-

ausgleichung durch Vertiefung der Sohle nicht ersolgt ist, nothwendig

eine Stauung, also eine absolute Erhöhung des Wasserspiegels entstehen,

die sich selbstverständlich auch am jenseitigen User fühlbar macht. Dies

ist ebenso der Fall, wo alte Flnssrinuen und dazwischen liegende Kiesrücken ...ner durchbaut werden, und die daherigeu Eonsee.uen^en steigern sieh selbstverständlich, wo solche Zustände znfolge raschen Baubetriebes sich über lange Strecken ausdehnen.

Jn Folge derselben muss aber, wenn ihnen nicht durch Ueberhohung der Wuhre oder Dämme ans beiden Seiten Rechnung getragen wird, uothweudig aus der einen. oder andern Ueberfteigung und Durchbrueh eintreten. Es ist dies auch in vielen Fällen die ei^sache Erklärung dafür, dass der Flnss . gerade an gewissen Stellen die Tendenz l..at, durchzubrechen, wenn anch^ oft Enrven oder Flussbetterweiternng und daherige Gesehiebsablagerungen mitwirken.

Besonders gross sind übrigens solche im notwendigen Zusammenhange mit der Bauausführung liegende Gesahren in Jahren, wo ohne vorausgehende Mittelwasser, wie sie die Sehneeschmelze zu bringen pflegt, plötzlich ein grosses Hochwasser eintritt. Denn indem so bei den Reubauten die Austiesung des Flussbettes durch erstere, woraus man nach regelmässigem Verlause rechnen dars, unterbleibt, so findet letzteres diese gefährlichen Zustände noch ganz unverändert vor. ^ Wie bekannt ist dies aber gerade in diesem Jahre in ganz außergewöhnlicher Weise zngetroffen, indem bei ausserordentlicher Schneemenge im Gebirge dennoch bis in den Jnni hinein ein Winterwasserstand andauerte, aus dem dann plo^lieh das Hochwasser emporwuchs.

.^.

Erfolge der ^arret.ti^u.

Hienaeh zu den Erfolgen der Eorreetion übergehend, stehen wir vor einem für unsere gegenwärtige Aufgabe höchst wichtigen Abschnitte. Denn es handelt sieh dabei um die Frage, ob nach den gegenwärtigen Wahrnehmungen der Schluss gezogen werden konne, .dass d.i^ Rheinkorreetion nach bisherigem Betriebe zu dem damit angestrebten Ziele führen werde.

439

Wir haben dabei die Widerstandsfähigkeit der Werke und ihre Wirkungen ins Ange ^ zu fafsen, und die Commission hat stch angelegen fein lassen, über Beides moglichst genaue Kenntnis.. zu erlangen. Dies ^..ar in ersterer Beziehung leichter, da darüber der Augenschein unzweifelhaften Ausschluss ertheilt, während in legerer Beziehung die ErMeinungen nicht überall so auffällig und unzweifelhaft vorliegen.

Was also erstlich den Zustand der Ho.^wuhre betrifft, so hat die kommission dieselben^ auf den langen Linien, auf denen dieselben laut obiger Angabe schon bestehen, mit Ausnahme der Bruchstellen fast durchweg in vollkommen gutem Zustande gefunden. Es gilt dies sowohl ^om Steinbau als von dem aus Kies bestehenden Anlehnungsdamme, indem ersterer keine Spuren einer ungenügenden Festigkeit gegenüber der Stromung u..d legerer eben so wenig solche gegenüber dem Drucke des Wassers zeigt.

Dass an manchen Orten der Vorgrund gefunken ist, kann nieht als ein Schaden oder Mangel angesehen werden, da dies seiner Bestimmung entspricht und eine vorausgesehene und noihWendige Folge .der Wasserwirkung ist. Dass an den Stellen, wo hinter den Wuhren eine stärkere Stromung entstehen konnte, wie bei den Bruchstellen oder den in der Wuhrlinie bei Binnenwassermündungen ^der sonst noeh bestehenden Oesfnungen, .nehr oder weniger bedeutende Abspülungen an den Anlehnungsdammen^ siehtbar sind, ist nach früher gesagtem selbstverständlich und beweis^ e^en die Rothwendigkeit des Ausschlusses solcher ^tromungen durch genügende Hohe und vollkommenen Zusammenhang der^Wuhre. Gleichzeitig weist ^diese Erscheinung aber allerdings ^auch auf ^ie weitere Rothwendigkeit hin, die hintern Bo^hnngen jedenfalls da, wo sie infolge einstweiliger Uebergangszustände solchen Wirkungen ausgesetzt sind, in genügender Weise zu befestigen, .wi^. dann auch dies durchweg wenigstens mittelst Bepflanzung zu thun.

. Somit spricht der Zustand der Wuhre im Grossen und Ganzen durchaus für ihre vollständige Widerstandsfähigkeit , selbstverständlich unter den durch ihre Konstruktionsart bedingten Vorausse^ungen, namenttieh bezüglich genügender Hohe.

Was dann zweitens die Wirkungen anbetrifft, so k.^nn man auch hierüber aus der obersten Sektion von der^ardisbrücke gegen Txübbach, fo weit die beidseitige Be.^uhrung reicht, nicht zweifelhaft sein. Denn

es hat sich hier das Flussbett durch Ausräumung der Kiesbänke und ..allgemeine Vertiefung augenscheinlich entwickelt, so zwar, dass der Stromstrich viel regelmäßiger geworden und der Fluss bis aus die Höhe von Mittelwassern in den Boden eingesenkt ist.

Eine Ausnahme da diese beim legten den Rhein geschoben Verbauung manifestirt

bildet die Bartie an der Mündung der Tamina, .^oeh....asser ....ieder ungeheure Geschiebsmassen in und damit neuerdings die .^othwendigkeit ihrer hat.

440 Bezüglich der untern Strecken wird ziemlich allgemein eine sort.

fehreitende Erhöhung des Fiussbettes angenommen und dariu mit ein Hauptgrund der legten Katastrophe gesucht.

Die Ex^perteu haben sich bemüht zu ermitteln, ob die Thatsache dieser ^lussbetterhohung wirklieh bestehe. Sie haben zu diesem Behnse das ans dem Rheinbaubüreau vorhandene Material, namentlich die jährlich ausgenommenen Ouerprofile, genau durchgesehen, auch bei der .Bereisung der Rheinlinie diesem Gegenstand die grösste Ausmerksamkeit zugewendet und an beiden Usern bei ..Personen , welche ihrer Beschästigung ^ufolge diesfällige Erscheinungen wahrnehmen können, Er.^ kundignngen eingezogen.

Jene Ouerprofile weisen nur im Flussbette selbst Erhohungen und Vertiefungen aus, wie sie schon die durch die Eorreetion bewirkte Geschiebsbewegnng mit sich bringt, aber nicht einen Mehrbetrag der erstern .

daneben allerdings noch eine mit besagter Verlandung erzielte AbLagerung bedeutender Gesehiebmassen neben dem Flussbette, welche also sonst durch dieses hätten abgeschoben werden müssen.

Die Angaben der besragten Personen sind widersprechend, indem nach den einen eine wesentliche Erhöhung nicht stattgesunden hätte, nach den ^andern hingegen wohl. .Le^teres wird namentlich in Au, gestü^t aus, wie angegeben wird, sichere Beobachtungen behauptet.

Die eigenen Beobachtungen der Experten bestehen darin, dass aus den beiderseits auf Rormalbreite eingewuhrten Strecken, allerdings bei ziemlich starkem Mittelwasser, in der Regel das Flussbett rein erschien und die Stromung regelmässig war, dagegen auf den nicht eingeschränkten, also zu breiten Strecken, immer Gesehiebsablagerungen sich zeigten.

Auch tonnten sie beobachten, dass die aus Abspülung alter Bänke abzielenden Bauten guten Ersolg haben, wie diesfalls besonders der bei Wiedenmad erzielte zu erwähnen ist.

Somit sanden die Experten die Beweise sür eine so grosse nnd allgemeine ^lussbetterl^hnng, dass desshalb die Möglichkeit der Geschiebsabsührung nach erfolgter Einschränkung und Hinzukommen der Wirkungen der Verbauungen und der Durchstiche bezweifelt werden müsste, ^ nicht vor.

Ueberdies sanden sie in den besagten Wahrnehmungen den direkten Beweis dasür, dass der Rhein bei uothiger Einschränkuug noch .in den untern Bartien der dermaligen Eorreetiou eine bedeutende Stosskraft besil^e. Dass diese Geschiebe übrigens in sehr grossen Massen dahin gelangen, beweisen neben den erwähnten Ablagerungen an den erweiterten Stellen, namentlich anch diejenigen bei den ersolgten Einbrüchen, wo wegen des Wasseroerlnstes und der daher aueh verloreu gegangenen Stosskrast sosort eine grosse Erhohnng des Flussbettes eintrat.

441 4. ^ie ^iw legten ^chw.^er ^r.^ekommeneu .....^uhr.^ und .^ainml.ruche und il^re Ursachen.

^ Jndem das Austreten des Rheines zu unterst am Sargansergebiete an einer Steile stattfand, wo das neue Wuhr noch nicht gebaut ist uud dadurch auch kein wesentlicher Sehaden verursacht wurde , so kömmt demselben in keiner Weise eine grössere Bedeutung zu.

Hienach haben wir den ersten Einbruch zu unterst am Gebiete von Wartau bei Wuhrstein Rr. 30, also 3^ Stunden unterhalb der Graubündnergrenze, zu verzeichnen, und ^war ist hier das neue Wuhr, und eine Strecke uuterhalb aus Gebiet von Sevelen der in bedeutender Entsernuug von der Wuhrlinie liegende alte Binnendamm durchbrochen worden. Die Ursache liegt hier klar in Uebersteigung des Wuhres und Abspülung des Kiesdammes nach der Rückseite vor. Denn nachdem schon weiter oberhalb aus langer Strecke beobachtet werden kann, dass das Wasser an den uiederern Stellen aus die Wuhrkroue hereinspülte, zeigt sich zunächst ob dem Einbreche auch die Ueberströmung und der

Beginn der Abspülung. Die Durchbrechung des in einer ehemaligen

Bucht daher tiefer gelegenen Binneudammes war dann unvermeidlich, da hier gerade einer der oben erwähnten Fälle der Abbauung des alten .^halweges vorliegt und das Wasser daher in grosser Geschwindigkeit gegen den alten Damm anströmen musste.

Der zweite Einbruch erfolgte zunächst oberhalb der Buehserbrücke bei Rr. 42, somit 11/2 Stunde weiter unten.

Dass die Ursache hier die gleiche wie bei Wartau war, beweisen die gleichen Wahrnehmungen uud überdies die Aussagen von Augenzeugen.

Dass ein Einfluss aus diesen Wuhrbruch von der 2000 Schuh weiter unterhalb liegenden Fösernmüudung nicht ftal.tsand, beweist die Angabe der gleichen Augenzeugen, wornach im Momente des Durchbruches das von dorther eingestrou^te Wasser noch ganz tief stand.

Das Gleiche dürste sich auch ans den Riveauverhältnissen ergeben. Hingegen ist es nach den den Experten bekannten Daten, namentlich zufolge der nicht gan^ sichern Zeitangaben, unentschieden, ob der Dammbruch hinter der Fosernmünduug unabhängig vom obern Wuhrbruche durch das dnreh dieselbe eingestaute Wasser, oder erst in ^olge des Wuhrbruches ersolgt sei. Jmmerhin ist die erftere Supposition nach den lokalen Verhältnissen sehr möglieh , und es liegt darin eine dringende Mahnuug zur Beseitigung solcher besonderer Ausmündungen^ selbst für so unbedeutende Wasser wie die Fösern und überhaupt für eine gänzliche Eorreetion der Binnenwasser behufs ihrer Ausleitung erst an den von der ^atnr bezeichneten und gesicherten Stellen zu unterst an den grossen .^halbeckeu.

^

^42 Die legten Breschen in der Wuhrlinie kommen bei Rr. 70 unterhalb .^er Jllmündung und bei Rr. 71 zunächst oberhalb der Brücke von Oberriet, also 3./.. Stunden unterhalb derjenigen von Buchs vor. Diegelben sind aber von geringerer Bedeutung, sowohl weil der Schaden ...m Wuhr gering ist, als weil sie zur Uebersch^emmung zufolge ihrer ^age nichts beigetragen haben.

Jhre Ursache ist ebenfalls Ueber^trömung, wie dies der Augenschein noch jetzt lehrt, und übrigens auch .durch Augenzeugen, wenigstens bei der untern, bewiesen ist.

Aus der ganzen --- einsehliesslich der granbündnerischen -- 9^ Stunden langen Strecke von Hochwuhr sind also nur zwei gro^.e und ^wei^ kleine Durehbrüehe erfolgt, und zwar lediglich infolge zu geringer Hohe und daheriger Ueberstromung, während die ganze übrige Linie bedeutendere Beschädigungen irgend welcher Art nicht erlitten hat.

Hienach gelangen wir auf der Strecke von Oberriet bis nach .^Monstein zu den Dammbrüchen, welche an Stellen erfolgten, wo noch keine Hoehwuhre bestehen.

Der erste ist derjenige, welcher bei Eichwies in dem neuen von Schloss Viatten bis unterhalb Montlingen ausgeführten Damme entfanden ist.

Das Wasser konnte sich hier bei besagtem Abgang von Ho.hwuhren bis an den Binnendamm ausdehnen. Derselbe wurde aber weder erstiegen, noch an dieser Stelle durch die Strömung beschädigt, sondern es entstand der Bruch durch den Wasserdruck. Diefer äusserte stch schon ...n verschiedenen Stellen weiter oberhalb durch ^..sstauen des Bodens hinter dem Damme, dann, namentlich bei einer Kreuzung des neuen Dammes mit dem alten, der zufolge seiner unregelmäßigen Richtung von der neuen Dammlinie an verschiedenen Orten durchschnitten wurde, auch in der Böschung des Damme^ selbst. .^ln einer solchen Kreuzungsstelle erfolgte dann auch der Durchbruch, so dass man annehmen muss, es habe beim Ansehlusse des neuen, genügende Dimensionen besäenden Dammes an den alten, das sür einen innigen Verband nothige Verfahren niel^t stattgefunden, und es lieat dann hier einer der nicht seltenen Fälle vor, wo das Versäumen der Regeln . einer genauen Detailau...führung die Zerstörung des Werkes herbeiführte. Uebrigens wird auch

Behauptet, dass die nöthige Ueberwaehung und rechtzeitige kräftige Hülfe-

leistung gefehlt habe, dureh welche sonst der Brueh hätte verhütet werden konnen.

Beschädigungen, welche dieser Damm noch unterhalb Montlingen

...rlitt, sind durch ^lbspülungen von beiden Seiten, nämlich durch das

von dem Bruche auf der Rückseite absliessende und anderseits dur^.h direet vom Rhein an die Vorderseite angeströmtes Wasser verursacht worden.

4^ Als Wahrnehmungen, .welche die Experten in Bezug ...uf ^..efa^..dung der Dämme gerade in dieser legend noch zu machen Anl...^ hatten, sind zu erwähnen: Das vorzugsweise Vorkommen der Wirkungen des Wasserdru^l.ll an tiefen Stellen, z. B. in alten Flussrinnen und besonders ..neh ....^ zu nahe angelegten Materialgruben ; ferner das Aufgraben des Bodens bis an den Fnss des Dammes, behuss Benuzung desselben als Ackerland, ja sogar vorkommendes Abgraben des Fusses der Böschung selbst; endlich Verhinderung der Bildung einer festen Rasendecke an de^ Dämmen wegen Abtretens durch das Vieh.

Aus

diesen

Wahrnehmungen

ergibt

sich

die

Rothwendigkei.t

sorgfältiger Detailausführung, ferner das Bedürfniss polizeilicher Vor-

fristen bezüglich der Wuhre und Dämme , namentlich auch Al..marehung der letztern nebst einem genügenden Bodenstreifen längs de.......

Fusse, und der Organisation der Ueberwaehung und Hülseleistung bei Hochwassern.

Der zweite Dammbrueh erfolgte an den alten Binnendämmen von Widnau bei Rr. 95--96. Jndem dort über die niedrigen Wuhre ein.^ grosse Wassermasse einströmte, vermochten die alten ein sehr schwache^ ..^..ofil besitzenden und zudem auf schlechtem Boden stehenden Dämm.^ dem Drucke nicht zu widerstehen. Da hingegen die Wuhrlinie selb^.

nicht beschädigt wurde, so hörte das ^Einströmen beim Sinken d....^ Wassers von selbst auf, und es konnte der ...^chluss der entstandenen zwei Breschen ohne Schwierigkeit stattfinden.

Endlich wurden noch bei Au durch das von Widnau herkommende und das direet vom Rhein übertretende Wasser verschiedene DammbeSchädigungen verursacht.

Hier bildet die ^lusmünduug der Aaeh mit der von derselben herrührenden Rückftauung die grösste Schwierigkeit und daher die Ver-

legung derselben weiter abwärts behufs Beseitigung des Einflusses der

Rheinwasserstände auf die Binnenwasserstände in der fegend von Att eine höchst wichtige Spezialsrage.

Die Uebersehwemmung, welche die Gegend unterhalb Büchel ....etroffen hat, wurde also durch zwei Dammbrüche verursacht, wovon der eine nach aller Wahrscheinlichkeit einem bei genügenden Dimensionen geschehenen Versehen^ in der Anlage des Dammes nebst mangelhafter Überwachung beim Hochwasser, der andere der Mannhaftigkeit des vorhandenen alten Dammes zuzusehreiben ist.

Jndem man den Ursachen der stattgehabten Zerstörungen an Wuhren und Dämmen zum Zwecke ihrer künftigen Verhütung nachforscht, bildet es übrigens eine naheliegende Frage, wie hoch der Wasserstand gewesen, der dieselben veranlasste. ^ie Beantwortung derselben ist aber zufolar

.^unde.^lal.l.. Jahrg. XXIII. .^d. III.

34

444 der. entstandenen Einbrüche sehr schwierig.. Auch stosst man aus auf-

fallende Widersprüche bei Vergleichung des diesjährigen Wasserstandes

mit demjenigen von 1868.

^ Raeh dem Begei an der Tardisbrücke betrug ersterer 14 Schuh und legerer 21, womit auch der an den Wnhren auf der ersten FlussDrecke unterhalb der Tardisbrücke beobachtete Unterschied von ungefähr vier Sehuhen ziemlieh stimmt, wenn man die dortige bedeutend grossere

Breite und die eingetretene Ausräumung des ^lnssbettes berücksichtigt.

Jn gänzlichem Widerstehe damit werden hingegen weiter unten im Rheinthale, und zwar schon oberhalb der Jllmündung, an verschiedenen Orten die beiden Wasserstände annähernd gleich angegeben, so z. ........

....ei B ü eh e l , wo der ganze Rhein beisammen ist, der diesjährige bloß

5 Zoll niedriger.

Müsste diese Erscheinung der grössern Verzierung zugeschrieben werden, weiche das Hoehwasser von 1868 durch die Ausbrüche bei Ragaz und Fläseh nebft den damals unterhalb auch ersolgten erlitt, so würden sieh darnach sür die untern Gegenden bei numeriertem Ablaufe eines 1868ger Wassers noeh weit hohere Wasserstände ergeben, als die bisher beobachteten.

Man steht hier vor einer Frage von grosster Wichtigkeit, deren .Losung daher naeh Möglichkeit versucht und wozu das nvch sehlende Material beschafft werden sollte.

Hiezu wäre die genaue Einmessung der Hohen der ausgeführten Wuhre. sowie der an diesen und anderwärts anno 1868 und 187t beobachteten Wasserstände, ferner die mogliehst genaue, an verschiedenen .^eeignet^n Stellen vorzunehmende Ermittlung der bei diesen Hochwassern vorgekommenen Wassermengen erforderlich, um darnach die nothigen Durchslussprosiile, resp. Wuhr- und Dammhohen für die andern Stellen ^u bestimmen. Denn gegenwärtig befindet man sich über diese Punkte tn einer Ungewißheit, welche grosse Gefahren in st.^ sehliesst und eine einigermassen genaue Angabe der Mittel zur Verhütung künftiger .^.atastrophen unmoglieh macht.

Allerdings stnd, wie schon bemerkt, diese Ermittlungen wegen der erfolgten Einbrüche sehr schwierig , zumal dieselben , namentlich b.^ Wartau und .^uchs lange ---. bei .^uchs eirea 12 Stunden -- vor dem hochsten Wasserstande stattsaude.n. Aus diesem Grunde dar^ daher auch nieht zufolge der geringen Mehrhohe der nieht ganz überstie^ne^ Wuhrstrecken geschlossen werden, dass diese Mehrho^e genügt hätte, un^ die Einbrüche zu verhüten.

Vielmehr wären jene auch überstiegen worden, wenn die Einbrüche das weitere Ansteigen des Wassers im

Flussbett nieht verhindert hätten.

445 5. ^ie Ansichten der Be^kerun.^.

Diese sind in den obern nnd untern Gegenden perschieden. Dort wo man den guten Erfolg der Wuhxe in Bezug aus. Haltbarkeit und Wirkung vor Augen hat, erklärt man sich mit denselben vollkommen einverstanden, zwar zufolge srüher gemachter Erfahrungen mit Beifügen, fie müssten bloss hoch genug sein.

Weiter unten hingegen, wo man von der Ueberschwemmung ge-

litten, hat sich eine Missstimmung gebildet und find Zweifel darüber entstanden, ob man mit dem bisherigen Eorreetionss^.ftem ans Ziel gelangen werde.

überhaupt

Wie weit herunter die erstere Anficht herrsche und von wo weg sie

ins Gegentheil umschlage, lässt sieh präzis nicht sagen, zuntal man manchen Orts wohl getheilter Ansicht ist.

Die Wünsche dieses Theils der Bevölkerung und ihre mehr oder weniger ausgeprägten Ansichten über die Mittel und Wege, welehe zur Erfüllung dieser Wünsche sühren könnten, ergeben sieh so ziemlieh selbstredend aus der .Lage des Rheinthales, wie wir sie im ersten Abschnitte angedeutet haben.

Das Bewusstsein, den Rhein über sich zu haben, von seinen hoch angeschwollenen Fluthen nur düreh eine einfache Wuhrlinie getrennt zu fein, deren Bruch an einer einzigen Stelle il^rer stundenlangen Ausdehnung genüge, um die schwere Kalamität der. Ueberschwemmung über das ganze Thal zu bringen, und die Ersahrung, dass diese bisher auch bei jedem Hoehwasser eintrat, ist Grund genug, um Missbehagen und den Wunsch zu erzeugen, endlich eine unübersteigliehe Scheidewand zwischen sich und dem ^lusse zu schaffen. Bezüglich der Art und Weise, wie dies erzweckt werden könnte, sehwebt die Erhöhung eines mehr oder weniger breiten Bodenstreifens längs dem Rhein und die zu diesem Behuse nothige .Anlage eines kräftigen Binnendammes vor. Damit wird auch theilweise die Meinung verbunden, aus diesem breiten Vorlande dem Rhein gewissermaßen einen ^blagerungspla^ für seine Ge^.hiebe anznweisen und damit die weitere Erhöhung des Flussbettes zu .

verhüten.

J.. ganz bestimmter Weise wurde namentlich auf der untersten ^trecke von Büchel bis Monstein das Begehren ausgedrückt, dass beim

Baubetrieb nicht bloss die Rücksicht der Zweckmäßigkeit für diesen, sondern

besonders auch der schleunigsten Herbeiführung eines gesicherten Zu-

standes für die Gegend ins Auge gefasst und daher die Dnrehsührung

eines krästigen Binnendammes, ohne Rücksicht aus das Vorhandensein der die grösste Bauökonomie gestattenden Umstände , schleunigst betrieben werde. Dabei wurde hervorgehoben, dass der durch jede Ueber-

446 schwemmung verursachte Schaden sich weit hoher belause, als die Mehrkosten, welche die Entsprechung dieses Begehrens mit fich bringe.

Folgendes sind dann im Wesentlichen die Gründe, welche man gegen das bisherige Eorreeti...nssr,.stem vernommen hat : Der Rhein werde sein Bett zwischen den Hochwuhren immer mehr ausfüllen und damit die Notwendigkeit herbeiführen, lettere immer hoher aufzuthürmen, womit sehliessiieh ein durchaus unhaltbarer, die grossten Gefahren in sieh schließender Zustand herbeigeführt würde. Ueberdies sei die Eonstruetionsart der W.^hre, aus einem Kiesdamme mit SteinBekleidung. der wilden Ratur des Raines nicht entsprechend und daher den Angrissen und dem Drucke der Hochwasser nicht gewachsen.

Jndem die Kommission ihrem Austrage gemäss sieh über diese Ansichten äussert , kann sie erstlieh , in Uebereinslimmung mit an früherer Stelle schon geschehenen Aeusserungen , mit der Bildung eines erhohten Vorlandes sich nur vollkommen einverstanden erklären, wie aueh nicht minder mit der schleunigen Anssührung der für einen gesicherten Zustand ersorderlichen Arbeiten. Ans das diesfällige Verhältniss zwischen ....^taat und Gemeinden tritt die Kommission hiebei, als ausser ihrem Austrag liegend, nicht ein.

Rieht einverstanden kann sie sieh hingegen erklären, wenn von der Ausdehnung des Vorlandes zu einem Gesehiebsablagernngspla^e, in der Meinung, den Rl,.ein von seinen Geschieben damit wesentlich entlasten zu konnen, gesprochen wird. Vielmehr muss sie finden, dass dieser Gedanke bezüglich der technischen Ausführbarkeit und der er.warteten Wirkungen aus irrthümliehen Vorausse^ungen beruhe.

Zufolge ^er früher erwähnten Riveauverhältnisse würden in so ^rosser Entsernung vom Rhein, wie davon gesprochen wird, angelegte Dämme auf tiesern und vielerorts schlechten sumpfigen Boden zu stehen kommen. Die grosse Hohe, welche sie desshalb erhalten müssten, mit dem daraus resnltirenden aus .^o schlechtem Grunde doppelt gesährlichen ^Wasserdrucke , und auch die heftige ^tromung vom erhohten Flussbett ^egen diese tiefere Lage gestatten keinen Z.veifel über die geringe Sicherheit, welche man trot^ enomer Kosten mit diesen Bollwerken erfangen würde.

Was dann die Wirkung betrifft, so ist zn bedenken, dass die Hauptmasse der Geschiebe, und namentlich die schwersten, sieh aus der

^usssohle und in der Richtig des H..uptstromstriehs belegen, der bei Deinem so breiten Flnsse wie dem Rhein und bei regelmässiger Richtung weit vom User liegt. Wenn man daher überhaupt noch Wuhre, wenn aneh thuntiehst niedrige, beibehalten will, was wol.l u^erlässlch ist, so ^vird das durch die Ueber^vasser über dieselben herei..gesül,rte Geschiebe ^i.mmer nur einen kleinen Bruchtheil der Gesammtmasse Desselben reprä-

.

447 fentiren.

Jm Weitern scheint man übersehen zu haben, dass, wenn e....

wirklich möglich und zulässig ware, einen verhältnissmässig grossen Theil des Rheinwassers aus dem Flußbett heraustreten zu lassen, damit die notwendige Stosskraft in diesem selbst verloren ginge und daher die Versandung desselben in noch höherm Maasse stattfinden müsste, al.^ die Versandung daneben.

Statt das in dem sueeessive über die Thalsohle emporgewachsenen

Fl..ssbette bestehende grosse Uebel des Rheinthales zu beseitigen, würde man daher mit diesem Verfahren dasselbe oh.^e Zweifel nur vergrössern.

Um jede Selbsttäuschung zu vermeiden, darf man sich überhaupt nicht verhehlen, dass es hier nur ^wei Alternativen gibt. Die eine ist, den Rhein, von seinen Fesseln befreit, steh selbst zu überlassen, worauf ex Stromstrich und Geschiebe je nach den tiefsten Lagen dirigireu und so nach ureinstiger Gewohnheit ans der ganzen Thalbreite herumschweifend, dieselbe wieder nivelliren wird. Da man dies aber nicht wollen wird, so bleibt als zweite Alternative absolut nichts Anderes ubrig, als die geeigneten Mittel anzuwenden, um die Geschiebe, die^ einmal im Flussbett find, nach dem Bodensee vorwärts zu schieben und überdies, wenn immer moglich, den Rhein in den Damm, auf welchem er laust, einzusenken.

Dass aber zum Einen und Andern das Zusammenhalten und Einmengen. des Wassers das einzige und nur in so hoherm Maasse nothwendige Mittel ist, ^e mehr ein Mangel an ...^tosskrasl. gegenüber den vorhandenen Geschieben supponirt w.rd, dürste wohl Riemand bestreiten.

Wenn daher die jetzige Einwuhruug über Hochwasser dieser An^.

Forderung wirklieh nicht entspräche, so konnte daraus nur folgen, dass eine weitere Einengung nothig se., nicht aber, dass ein breiterer Ablauf ^um Ziele sühren würde. Dies Alles übrigens abgesehen von der Gesehiebsverminderung durch Verbauuug und der Beorderung der Gesehiebsabsühru..g und Flussbettvertiesung durch die projektirten Durchstiche.

Was dann die angebliche Mangelhastigkeit der angewandten WuhrInstruktion betrifft, so beweist das weiter oben nachgewiesene Verhalten derselben auf den langen Linien, wo sie schon bestehen, that-

sächlich das Gegentheil.

Denn es sind, wie oben nachgewiesen ist, keine Rachtheile in Folge ungeuügendex Festigkeit des ...Weinbaues und eben so wenig in Folge davon, dass der Anlehnungsdamm dem Wasserdrucke nieht widexstanden hätte, entstanden. und es entbehren daher alle aus gegentheiligen Voraussetzungen gemachten Folgerungen der thatsäehliehen Begründung.

Wenn man aber aus dem Erforderniss, nicht überstiegen zu werden, für die Hoehwuhre einen Tadel machen will, so würde dieser die Btnnendämme ganz gleich treffen.

448 Wo es vorgekommen ist, dass das diesseitige Wuhr brach und der gegenüber liegende Damm. stehen blieb, war die Ursache lediglich die geringere. ^ohe des erstern, und es würde bei umgekehrtem Verhält.^

nisse jenseits die Ueberströmung und damit die Abspülung des Dammes

erfolgt sein. So wird auch künstig d.e eine oder andere Seite von diesem .Loose betroffen werden, so lange die beidseitige Einfassung nicht .hoch genug ist, um die hochsten Wasser zu halten.

Was aber den Wasserdruck betrifft, so liegt absolut kein Grund zur Annahme vor, derselbe werde sich auf den an der Uferlinie stehenden Damm gefährlicher äussern als aus einen , der weiter zurücksteht, zumal ersterer bezüglich der Qualität des Füllmaterials und bezüglich der Festigkeit und Höhe des ...Standpunktes (daher auch des Bedürfnisses

eigener Höhe) sich gewöhnlich im Vortheile befindet. Es ist dies aneh

durch die ans obigen Mitteilungen über die Ursachen der entstandenen

Wuhr- und. Dammbrüche ersichtliche Thatsache bestätigt, dass dieselben

nur bei le^tern aus ^en Wasserdruck zurückzuführen sind.

6.

.^ol^erun^eu und ...lntra^e.

Wir stehen nun vor der Beantwortung der Frage, welches die Mittel zur Verhütung der Wiederkehr von Rheinkatastrophen seien.

Dieselben

werden sich aus den Ursachen der bisherigen ergeben.

Dabei werden wir uns daraus angewiesen finden, den dermaligen Stand der Ausführung des Rheinkorrektionswerkes zu berücksichtigen, und zwar so.vohl bezüglich der Mittel zu mogliehst schleuniger Ab-

wendung der augenblicklichen Gefahren, als bezüglich derjenigen zur Herbeisührung eines definitiven Znstandes, welcher den möglichst hohen Grad von Sicherheit zu gewähren verspricht.

Betreffend den dermaligen ^tand der Anssü^rung haben wir gesehen, dass das System der sogenannten Hochwuhre von der Mardisbrücke bis nach B^.ehel, entsprechend einer Länge^von 7,8 Standen, zum weitaus grössten Theile ausgeführt ist, ebenso auf der dem Kanton Graubünden angehörenden Strecke des rechten Users von 1,6 Stunden .Länge, dass dagegen von Büchel bis Mo..stein in einer ^....ge 5,8 Stunden die aus der Wnhrlinie ausgeführten Arbeiten meist bloss Vorgründe und sogenannte Halbhochwnl.^re, daneben aber aus dieser ^trecke in grosserer Ansdehnnn^ Binnendämme neu angelegt worden sind.

Als Ursache der legten Katastrophe haben wir auf der obern Strecke, abgesehen von dem kleinen durch eine Lücke im ^eubau entstandenen ^Einbru.he bei .Sargans, die zu geringe W.thrhohe mit der

desshalb ersolgten Uebersteigung und Abspülung nach rückwärts gesunden , auf der untern ^trecke Dammbrü^e, bewirkt durch

den Wasserdruck

.

44.^ einestheils an einer fehlerhaften Stelle eines Dammes von genügenden Dimensionen, anderntheils ^n alten ungenügenden Dämmen.^ Bezüglich der zux Abwendung der augenblicklichen Gefahr nöthigeu Massregeln kann man hienach die Wuhre betreffend nicht zweifelhaft ^ein. Das einige Mittel zu deren Erhaltung besteht in der nothige^ Erhöhung, und diese muss, wie die deutliehen Hochwassermarken zeigen, aus langen Strecken vorgenommen werden.

Ueber das Wieviel kann nur die oberste Strecke, wo keine Ein.bruche stattgesunden haben, nach den beim legten Hochwasser und bel dem von 1868 beobachteten Wasserständen Auskuuft geben.

Dort besten die Wuhre eine wesentlich grossere Höhe^, und die Erfahrung hat gelehrt, dass sie nothwendig ist. Man kann sich aber keinen Grund denken, warum dies weiter unterhalb bei gleicher Breite, abnehmendem Gesälle und weitern Zuflüssen weniger der Fall sein könnte.

Die unterhalb der Einbrüche beobachteten Wasserstände bieten, wie daraus schon früher aufmerksam gemacht wurde, als durch erstexe modisizirt, durchaus keine Gewähr. Die Einbrüche ersolgten aus den nach dem Rormale von 12 Schuh Höhe ausgeführten Strecken an den wegen Setzung oder andern zufälligen Ursachen niedrigsten Stellen.

Wollte man aber daraus, dass der übrige Theil dieser Strecken stehen blieb, schließen, dass eine etwas grössere Höhe genüge, so würde man sieh ohne Zweifel irren, und z. B. bei Annahme einer Rormalhöhe von 13 Schuhen ein gleicher Wasserstand auch wieder die gleichen Folgen haben. Denn die^ aus besagter oberster Strecke beobachteten Wasserstände und die Berechnung nach der Wassermasse von 186^ gestatten die Annahme nicht,.. dass ein Brofil vou 400 Schuh Breite ^wischen den Kronen und l^loss 13 Schuh Höhe zur Abführung der vorkommenden grössten Wassermassen des Rheins genüge. Letzt genanntes Hoehwasser ist unterhalb der Landa^uaxtmündung aus 100,000 Kubikschuh per Sekunde berechnet worden. nimmt man in der Voraussetzuug, dass^ bei dieser Berechnung der Einfluss der Geschiebe aus die Geschwindigkeit im untern Theil des Brosils nicht genügend berück-

fichtigt sein möchte, nur 90,000 an, so ergibt sich bei 380 Schuh mittlerer Brofilbreite und 14 Schuh mittlerer Geschwindigkeit, die damit sür die kleinern Gesälle der untern Strecken wohl genügend oder wahrscheinlicheren hoch angenommen ist, über 16 Schuh Wasserhöhe. ^) ^) A n m e r k u n g . ^ .^r. Ad^unk. Oppil^fer ,,Bei^äge zux .^heinkorrekti^n^ frage^ .^l. ..., berechnet d^.n Ouerschnit^ des ..^chwasfer... .^n 18^ für Bu^ nach dessen aufgenommenem Maaße zunächst nnterhal.b der .^ardl^brücke und na.^ bei gleichmäßigem .^asserstande gemessenen .Geschwindigkeiten. zu .^7 Ouadra^ meter. Da nun das zur ^eii. des .^...chw...ssers vom Juni d. .^. daselbst vorhandene

450 Darnach ...esultirt ....ber das Bedürfniss von mindestens 17 Schuh Wuh.^ ^he, wie sie aus genannter oberster Strecke auch vorhanden ist. Di...

Zuflüsse unter der .Land^uart find dabei überdies nieht berechnet.

Es wurde schon oben bemerkt, die Kommisston finde es nothwendig, dass diese Verhältnisse noch einer aus Messungen beruhenden genauen Untersuchung unterwersen werden, und indem sie daher mit Vorstehendem bloss eine approximative Andeutung machen will, möchte .^e davor warnen, dass man, von unsichern Anhaltspunkten ausgehend, ^..h auf ungenügende Massregeln beschränke, können doch im zweisel^aften Falle die Kosten eines allfälligen Zuviel nicht in Anschlag kommen gegenüber den schweren Folgen des Zuwenig. Dies ist, zwar ...hne zwecklose Uebertreib...ng, auch bezüglich der Dammdicke an den fuhren und Binnendämmen zu berücksichtigen, da bei vollen Dime^n^onen abfällig... Mängel des Materials oder der Ausführung oder auch

Beschädigungen nicht so leicht üble Folgen haben.

D... die Kommission sowohl aus bezüglichen Akten als bei ihrer

Anwesenheit in Vaduz aus mündlichen Mittheiiungen Kenntniss davon

.^.halten hat, dass die fürstlich liechtensteinische Regierung Einsprache ^egen den Bau von über Hochwasser reichenden Wuhren erhoben, so kann sie dies hier nicht unerwähnt lassen.

Es ist nicht zu bestreiten und auch früher schon gesagt worden, dass die herwärtige Wuhrerhöhung die entsprechende Erhöhung der jenseitigen Hochwasserdämme ebenfalls nothwendig mache. Allein dieses ...^edürsniss würde sieh in wenig geringerm Maasse herausstellen, aueh ^..enn herwärts ein ähnliches, wie wir gesehen haben, über die Vortänder einen sehr geringen Wasserabfinss gestattendes Wahrstem beStände wie dort. Man würde dann zur Verhütung von Uebersteigung ....ei höchsten Wasserftänden eben aueh genöthigt sein, die beidseitigen Hinterdämme zu erhöhen.

Wir haben schon oben bemerkt, dass Manches dem diesseitigen Wuhrs^stem schuld gegeben werde, was bei jedem System sieh analog gestalten würde, indem es aus davon unabhängigen Umständen beruhe.

Hier haben wir es wohl ohne Zweifel mit einer Unterschä^ung der Wassermasse der Rheinhochwasser und daher des nöthigen Dnreh^ussprofils nach dieser oder jener Form zu thun.

Man hatte im Rheinthale noeh gar keinen Anlass, dasselbe erfahrungsgemäss festzustellen, da bisher jedes grosse Hochwasser Ein^nr.hs.ußprofil na^ gleicher OuelIe bloß 4^4 Onadratmeter gemefsen ha^ so ergabt stch gegenüber vorstehendem .^och^asfer.^uerschnltt elne Differenz von 213 Quadratmeter und daher bei 1.20 Meter Brelte elne benothigte .^ehrhohe von Meter 1,77 oder beinahe .. Schuh, .^as mit den vorhanden gewesenen 12 Schuhen etne Gesa.nmthohe über dem kleinsten Nasser von 18 Schuhen ergiebt.

451 Brüche mit sich brachte.

So finden wir,

von 1817 und 1834

gar

nicht zu reden, auf den Flusskarten Einbrüche von 1848, 1853, 1855^

1860 und 1861 jedesmal an verschiedenen Orten verzeichnet, trotzdem diese Wasserstände weit unter dem von 1868 und wahrscheinlich auch unter dem vom Juni d. J. stunden.

Jm Uebrigen ist d^nn die Sachlage eben die, dass zur Erhaltung

der diesseitigen Wuhre ihre Erhohung unerlässlich ist und daher dem

liechtensteinischen Begehren nicht anders entsprochen werden kann, als durch Breisgeben dieser Wuhre und Ver^ichtleistung aus eine baldige Sicherung der legend vor Ueberschwemmung. Denn, nachdem die .^anze dem Fürstentum Liechtenstein gegenüber liegende .Linie, wie wir gesehen haben, grosstentheils ausgebaut ist, müsste man anstatt durch rasche Kompletirung derselben Sicherheit zu erlangen, jetzt einen kompleten Umbau derselben an die Hand nehmen.

Uebrigens ist allerdings darin ein Mangel zu erblicken, dass über die Wuhr-, resp. Dammhohe kein Einverständniss besteht, und es wäre sehr wünschenswert^, dass ein solches, gestuft auf die Untersuchung über das Bedürsniss, noch getroffen würde.

Die Kommission kann also sür die Strecken, welche schon grosstentheils mit Hoehwuhren ausgebaut sind, nur in der schleunigsten Vornahme der nothigen Erhöhung nebst dem Ausbau der noch vorhandenen .Lücken die geeigneten Massregeln zu schneller Herbeiführung eines gesicherten Zustandes erblicken. Wenn sich dies aus die ganze Strecke bis Büchel bezieht, so hätte es sich natürlich auf die noch weiter unten, wie z. V. oberhalb der Oberrieterbrücke, vorkommenden Hoehwuhren ebenfalls zu erstrecken.

Jm Allgemeinen hingegen weist der dortige Stand der Rheinbauten darauf hin, die Sicherung in einem möglichst baldigen Abfehlusse der Binnendammlinie zu suchen.

Dabei bringt die nothige Beschleunigung es von selbst mit fich^ theilweise d.ie alten Dämme, so weit sie ohne grosse Kosten verursachend^ Verstärkungen brauchbar find , vorläufig beizubehalten . hingegen wäre ^dies im entgegengesehen Falle und wo so sehlerhaste Richtungen und dazu noch schlechter Boden bestehen, wie z. B. bei Widnau, nicht zu empfehlen, sondern in solchem Falle, wo die sofortige Renanlage aus

der richtigen Linie noch nicht moglich wäre, selbst die Umgehung solcher

Stellen mit neuen provisorischen Anlagen vorzuziehen. Selbstverständlich muss das^ Augenmerk auch auf die Gefahr der Abspülung an den Stellen, wo dieselben einer starken Strömung ausgesetzt sein konnten, wie namentlich in konkaven Kurven , gerietet und diessalls die nothige Vorsorge getrofsen werden, so weit nothig durch Mässigung der Einströmung mittelst Erhöhung der Wuhre, oder sonst auch durch direkte

452 . Sicherung des Dammes.. Besonders ^ wird dieser Zweck dann a...^ erreicht ^ werden durch die in genügender Zahl anzulegenden Verlandungstraversen.

Jn wiesern aus diese Massregeln die Lösung der Durchstichsrage modifizirend einwirken werde, lässt sich jetzt nicht voraussagen, und es wird sich übrigens, auch falls der obere Durchstich zur Ausführung kommt, nicht vermeiden lassen, selbst im Bereich desselben einstweilen für größere Sicherheit zu sorgen, als sie bis je^t besteht.

Raehdem somit bisher bloss die nächsten gegenüber der angenblicklichen Gesahr zu ergreisenden Massregeln behandelt worden sind, erübriget uns nur noch, aus die definitive .Lösung der Rheinkorrektionsfrage, so weit es unsere Aufgabe mit sich bringt, einzutreten.

Es ist schon im Eingange dieses Abschnittes bemerkt worden, dass wir es auch in dieser Beziehung unthunlich erachten, von der gegenwärtigen Sachlage abzusehen. Nachdem die Aussührung so weit vorgesehritten ist, wie wir es oben gesehen haben, könnten nur absolut zwingende Gründe es xechtsextigen, das bishex Geschehene zu grossem Theile zu annulliren und die Korrektion von porne .anzufangen. Diese Gründe liegen aber, wie das Verhalten der Wnhre auf der ganzen Linie, ausgenommen wo ste überstiegen wurden, beweist, nicht vor.

So begreiflich daher auch die durch die stattgehabten Unfälle entstandene Missstimmung und das Verlangen, einmal aus diesem misslichen Zustande herauszukommen,.^ ist, so verkehrt wäre es ohne Zweisel, wenn man sich von dieser augenblicklichen Missstimmung zum Schlusse verleiten liesse, dies nun damit am besten zu erreichen, dass die Erruugensehaften so vieler Baujahre über Bord geworfen und die Lösung des Problems nach irgend einem andern System gesucht werde.

Ueber die ^..stemfrage, um daraus noch einzutreten, können wir uns übrigens, nach dem .oas darüber ....eiter oben schon gesagt ist, kurz sassen.

Aus jenem früher Angebrachten ergibt sieh, dass bei den diesfälligen in letzter Zeit vorgekommenen Aeusserungen Manches unterlausen ist, was aus mangelhaster Kenntniss der thatsäehlichen Verhältnisse und wohl auch der in Anschlag kommenden Grundsätze beruht.

Hier wollen wir bloss noch daran erinnern, dass, wenn von einer Umwandlung des angenommenen ^lussprofils im Sinne der Bildung eines

Doppelprofils einestheils sür die kleinen und mittlern und anderutheiis sür die Hochwasser die Rede ist, es sich dabei nieht nur um die Abtragung der jetzigen Wuhxe auf eine gewisse geringere Höhe und ihr^ konstruktive Einrichtung aus Ueberströmung, sowie dann die Anlage eines weiter zurückliegenden Baralleldammes nebst traversalen VerBindungen .zwischen beiden handelt, sondern um gänzliche Verlegung des Wuhres.

453 Denn bloss als engeres Brofil für die Nieder- und gewohnlichen Mittelwasser ist die jetzige Breite von 400 Schuhen ohne Zweifel zu gross. Sie müsste also aus das noch zu ermittelnde richtige Maass xeduzirt, dann aber auch das beidfeitige, erweiterte Flussbett wirklieh als solches eingerichtet werden, so dass es der darauf treffenden Wassermenge den Abfluss gestattet. Dies erfordert, dass es überall die hiezu nöthige Breite besitze und auch in vertikaler Beziehung nicht durch Einbauten über die vorgeschriebene Brofillinie verengt werde. Wie wir gesehen , entspricht aber das Vorland in Liechtenstein und Vorarlberg dieser Anforderung nicht, sondern es bringt dasselbe mit sich, dass das eigentliche Flussbett durchweg weitaus den grössten Theil auch der Hochwasser abführen und stellenweise die Kapazität für die ganze Wassermasse besten muss. Daher würde in Rede stehender S^stemwechsel bei rationeller und überhaupt zweckentsprechender Durchführung eine gänzliche Umgestaltung auch der dortseitigen Wuhrnngen und respective Hinterdämme erfordern.

Wenn man sich nun gestehen muss, dass von dem .^lllem nicht die Rede sein kann, so wäre es zwecklos, sich hier in Eroberungen über das absolut richtige System und resp. Vrosil zu ergehen, zumal aueh die Aunahme kaum berechtigt wäre, dass, falls bei Beginn der Rheinkoreetion ein anderes als vorzüglicher erkannt worden wäre, die Ver-

hältnisse damals dessen Wahl und Durchführung gestattet hätten.

Somit wird man, wie gesagt, um zu praktischen Schlüssen zu gelangen, sich nicht po... Standpunkte der heutigen Sachlage entfernen dürfen.

Dabei werden aber deren Eonse.^uezen um so bestimmter ins ^luge zu fassen und nach ganzem Umfange zu berücksichtigen sein, als ein unentschiedenes Stehenbleiben zwischen zwei Systemen, welche verschiedene Anforderungen au die Werke stellen, die verderblichsten Folgen haben müsste, wenn lettere in Folge davon Situationen ausgesetzt würden, welchen sie ihrer Eonstruetion gemäss nieht zu entsprechen vermogen.

Welches die gegenwärtige Sachlage sei, ist mit Rücksicht auf die augenblickliche Gesahr und die gegen dieselbe ..n Anwendung zu bringenden Massregeln bereits auseinander gesetzt worden. Sie ist natürlich die gleiche gegenüber der Frage der definitiven Gestaltung dex Rheinkorreetion und wird daher auch in dieser Beziehung zu analogen Schlüssen führen. Zwar wird die jetzt nothige Wuhrhohe theilweise allerdings durch Uebergangszustände bestimmt, welche die Korreetion angetroffen oder geschaffen hat und welche sie, wie man erwarten darf, im weitern Verlaufe beseitigen wird.

Aber da diese jetzt, um Schaden zu verhüten, berücksichtigt werden müssen, so kann der Hinblick auf das, künftigen Zuständen entsprechende geringere Bedürfnis.. nicht davon dispensiren.

454 Daneben ist aber zur Herbeiführung eines poilkommnern Auslandes bei den Hochwnhren noch erforderlieh, dem Mangel einer genügenden Verlandung hinter denselben abzuhelfen.

^Da dies hier durch das direkte Verlandungsversahren nicht mehr möglich ist, so muss die künstliche Kolmatirung mittelst Kanälen in möglichst energischer Weise zur .Anwendung kommen.

Aus der untern Strecke dagegen, wo die dermaligen Zustände es mit sich bringen, dass der augenblickliche Zweck am raschesten durch den Ausbau der Binnendämme erreicht wird, erseheint es hienach zweckmassiger, auch den weitern Ausbau darnach einzurichten, daher die Wuhre nur in dem Maasse auszuführen, wie die Rücksicht der Sicherheit der Binnendämme und der Beförderung der Verlanduug, daher die für Beides nothige Mässigung der Stromuug, dann besonders auch die

Rücksieht aus die Geschiebsforderuug es bedingt, und wie es sodann das

sueeessive Emporwachsen des Bodens hinter der Wuhrlinie mit bringen wird.

sieh

So wird ein ungleiches Versahren aus der obern ^uud untern Strecke doch analoge Zustände heibeiführen.

Ob man schliesslich eine vollkommene Uebereinstimmung zwischen denselben entweder durch gänzlichen Ausbau der Hoehwnhren aus der letztern oder durch .etwelche Reduktion derselben nach Erzielung einer genügenden Bodenerhöhnng und Erstellung von Binnendämmen aus der erstern herbeisühren werde, kann hier unerörtert bleiben, da diesfällige Suppositionen eben so wenig die jetzt nothigen Massregeln ^u ändern, als die künstigen Entschlüsse zu bestimmen vermögen.

Dass sieh an die Rheinkorreetion die Anlage von Binnenwasserkanälen, welche erst bei den natürlichen Thalabschlüssen in den Rhein münden, anzuschliessen haben, dars nach dem darüber Gesagten ohne weitere Motivirung als erwiesen angesehen werden, wie auch die Roth-

wendigkeit, die Ausmündung bei Au mogliehst weit abwärts zu verlegen.

Wenn bisher zwei sür die .^heinkorreetlon hochwichtige Angelegenheiten, nämlich die der Verbauung der Geschiebs^uslüsse und die der Durchstiche im untersten Lause nicht näher besprochen worden sind, so hat dies seinen Grund darin, dass die Wirkung dieser beiden Massregeln, was letztere betrisst, zunächst noeh gar nicht und bezüglich ersterer noch nicht in bedeutendem Maasse in Ansehlag gebracht werden kann.

Jm Uebrigen ^unterschätzt die Kommission die entscheidende Be-.

deutung derselben nicht. Wie oben erwähnt wurde. ist bei der ......amina das dringende Be.^ürsniss ihrer Verbaunng anlässlich des letzten Hochwassers wieder in augenscheinlichster Weise zu Tage getreten, indem dieselbe einen mächtigen Geschiebskegel in den Rhein vorgeschoben und

..

455

damit das Entstehen grosser Geschiebsbanke unterhalb des Einflusses ...eranlasst hat.

Diese Gesehiebsbänke müssen nun nach und nach wieder abgespült und durch den Rhein abgeführt werden. Analoge Vorgänge wieder^olen sich aber in hoherm oder geringerm Maasse an den Mündungen aller Seitenflüsse und Wildbäche. Dabei liegt der ..beweis, wie schnell durch Verbauungen eine wesentliche Wirkung erzielt werden kann, neuerdings namentlich an der Rolla vor, welche in Folge der im legten Winter dort ausführten Arbeiten beim legten Hochwasser sich auffallend ruhig verhalten hat.

Es kann daher nicht bezweifelt werden, dass es moglieh ist, dem Rhein eine grosse Gesehiebsmasse abzuhalten und damit die Rheinkorreetion in hohem Maasse zu befordern.

Rieht minder wichtig und sogar unerlässlieh ist die Durchstechung der Serpentinen und die damit erzielte Abkürzung des Flusslauses auf der untersten Strecke. .

Es braucht hier nicht auf das Speziellere dieser Frage eingetreten zu werden. Jhre Wirkung im Bereiche des Durchstichs oder der Durchstiehe als bedeutende Senkung des Flussbettes steht ausser Zweisel.

Diese muss sich aber sueeessive auch weiter flnssauswärts fühlbar machen, und es kann daher die Frage, wie weit in gewisser Zeit dies der Fall sein werde, hier u^erortert bleiben, indem man sieh mit dem eminenten ^ortheil begnügt, der in dem Gegensa^e zwisehen der gewissen Verbesser..ng oder sonst der gewissen Verschlimmerung des Zustandes der untersten ^trecke und der daherigen gegentheiligen Rückwirkungen auf

die obern liegt.

Denn es ist wohl selbstverständlich, dass in Folge der Verhütung

von Ausbrüchen in den obern Gegenden die Hochwasser nicht nur .grossere Geschiebsmassen, sondern auch solche vo^ schwerern Bestandtheilen den untern zuführen, und daher dureh die znr Rettung der erstern empfohlenen Massregeln eine progressive Verschlimmerung des Zustandes für lettere herbeigeführt würde, wenn man den Fluss nicht, indem man ihm ein grosseres Gesäll bis in den ^ee versehasst, befähigte, diese schwereren Geschiebe dahin abzuführen.

Das Unglück von 1868 hat den Jmpuls zu der Entwicklung der ^Verbanungsängelegenheit gegeben, welche ihren erfreulichen Absehluss in dem diesfälligen Bnndesbeschlnsse gesunden hat. Hoffen wir, das neuer-

dings über das Rl^einthal gekommene Unglück habe doeh das Gute,

den .^lnstoss zu dem endliehen Abschlusse anch der Durchstichsrage zu ^eben.

456 Wir dürften darin die Erfüllung der legten Bedingung sür das Gelingen der Rheinkorreetion begrüssen. indem unter dieser Vorausse^ung auch in den bei der lel^ten^ Katastrophe gemachte.. Erfahrungen

kein Grund zur Befürchtung liegt, dass die uns zu Gebote stehenden technischen Mittel dieses Gelingen nicht zu sichern vermöchten.

Unsere Anträge resümiren sieh hienach schließlich wie folgt:.

  1. Soweit die Hoehwuhre grosstentheils ausgesührt sind, also von der Kantonsgrenze unterhalb der Tardisbrücke bis Büchel, ist die .Linie vollends nach diesem System auszubauen und dabei schleunigst d.e Erhöhung bis über den grossten Hochwasserstand ans allen Strecken vorAnnehmen, welche diese Höhe noch nicht besten. Dabei ist der Kiesdamm, wenn ex nicht das volle normale Brofil besitzt, möglichst bald aus dieses, nämlich 12 Sehuh Kronenbreite mit vollkommen 1^2füssiger Böschung auf der Rückseite ^n ergänzen, aueh ist später kouse.^uent unter Benutzung günstiger Umstände ans weitere Verstärkung des Dammes hinzuarbeiten. Die Ergänzung der gesunkenen Steinporlagen oder sogenannten Vorgründe ist wie die andern zum Unterhalt gehörigem Arleiten jeweilen nach Bedarf vorzunehmen.
  2. Auf dieser nämlichen Strecke ist die Erhöhung des Badens hinter den Wuhren mittelst wirksamer Kolmatirungsvorrichtungen möglichst rasch zu betreiben.
  3. Aus der Strecke von Buchet bis Monstein ist der nöthige Abschluss gegen die Hochwasser in einer zusammenhängenden Binneudammlinie zu suchen, und zwar so weit möglich durch sofortigen Ausbau derselben in regelmäßiger Richtung im Ansehlusse an die schon von Sehloss Blatten bis unter Montl.ingen und weiter unten bestehenden neuen Dammstrecken . sonst durch provisorische Arbeiten mit oder ohne Benu.^ung alter Dämme, welche aber jedenfalls zu unterbleiben hat, wo letztere so unregelmässige Richtungen besten , wie z. B. bei Widnau.

Diesen Binnendämmen ist eine Krondicke von 15 ...^ehuh mit 11/2süssiger

Böschung fluss- und 2süssiger Böschung binnenwärts zu geben.

Ausführung hat mit möglichst gutem Material in

stattzufinden.

Die

sorgsältigster Weise

Uebrigens sind gleichzeitig die unter Hochwasser ge-

haltenen Wuhre auszuführen und zwischen dex Wuhr- und Dammlinie Verlandungstraversen von zweckmässiger Eonstruetion anzubringen.

4) Die aus den verschiedenen Strecken in Aussicht stehenden Wasserhöhen find nach den Beobachtungen besonders auf der obersten Strecke, wo keine Ausbrüche stattgefunden, unter Berückfichtigung einestheils der abnehmenden Gefalle und anderntheils der Znfiüfse Möglichst genau zu bestimmen und danach die Wuhr- und Dammhöhen mit einem Zuschlage von zwei Schuhen im Allgemeinen und mindestens drei Schuhen in konkaven Kurven zu bestimmen.

^

457

5)^ Bei den Wuhren und Binnendämmen sind die die Hohe der .Wassersäule vermehrenden Vertiefungen, herrührend von alten Flussxiunen, Einbrüchen, ^n nahe angelegten Materialgruben .e. aus eine ..breite von wenigstens 20 Fuss vom Fusse des Dammes bis auf das allgemeine Niveau des Bodens auszufüllen. Eine solche bankettartige

Auffüllung aus gutem kiesigten Material ist längs dem rückwärtigen

Fusse der Dammböschungen auch überall bei schlechtem, nicht den nöthigen Widerstand gegen ^den Wasserdruck bietenden Boden auszuführen.

6) Ferner ist die möglichst baldige Befestigung der hintern WuhrLöschungen mindestens durch Bepflanzung, ebenso der Binnendämme durch Beratung zu erzielen und auch das ...Vorland zwischen Wuhr und Damm mit Gebüsch zu bepflanzen. .Längs den Binnendämmen soll ein Bodenstreifen von 20 Schuh Breite berast bleiben.

7) Es ist für polizeiliche Ueberwachung der Wuhre und Dämme zu sorgen, behufs Verhütung irgend welcher Eingriffe und Beschädigungen und Veranlassung rechtzeitiger Ausbesserung, z. B. bei i.lebersahrten und Ausfahrten über die Dämme und aus die Wuhre. Ebenso ist eine .bestimmte Organisation der Uebexwachung und Hülfeleistung bei Hochwassern nothwendig.

8) Als höchst wünsehbare, grosse Gefahren und Raehtheile beZeitigende Massregel ist sodann die Beschränkung der Binnenwassermündungen auf die drei Stellen bei Trübbach, Büchel und unterhalb Monstein zu empsehlen, und endlich 9) nebst der Verdauung de.r Ge.seh.i.ebszuflüsse ganz besonders auch

die schleunigste Lösung der Durchstichsrage.

B^ern , den 23. August 1871.

Die eidgenössischen Experten: ^.

.

.

.

.

S a l i .

^ .

^. .^ridel.

Jngenieur.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Beilagen zum Bericht der schweizerischen Gesandtschaft in Frankreich am den Bundesrath über die Subskription zu Gunsten der bedürftigen Schweizer in Paris und die Verwendung der diesfalls eingegangenen Liebesgaben. (Siehe Seite 177 hievor.)

In

Bundesblatt

Dans

Feuille fédérale

In

Foglio federale

Jahr

1871

Année Anno Band

3

Volume Volume Heft

39

Cahier Numero Geschäftsnummer

---

Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

30.09.1871

Date Data Seite

411-457

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10 007 026

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