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Bekanntmachungen von Departementen und andern Verwaltungsstellen des Bundes # S T #

Änderungen im diplomatischen Korps vom 11. bis 18. Oktober 1955 Dänemark. Herr Kjeld M o r t e n s e n , Gesandtschaftssekretär, ist in Bern angekommen und hat seinen Posten angetreten.

Indien. Herr D.S.Kamtekar wurde dieser Botschaft als Dritter Sekretär zugeteilt.

Indonesien. Herr Baden Tjahjana N a t a d i n i n g r a t , Zweiter Handelssekretär, gehört dieser Mission nicht mehr an und hat die Schweiz verlassen.

Italien. Herr Tito Tuccimei, Botschaftsrat für Auswanderungsfragen, der auf einen andern Posten versetzt wurde, hat Bern verlassen. In der gleichen Eigenschaft tritt an seine Stelle Herr Luigi Ciotti.

Tschechoslowakei. Herr Jindrich Sokol, Dritter Gesandtschaftssekretär, hat die Schweiz verlassen. .

2315

Verfügung betreffend Streichung eines Seeschiffes Nach einem Bericht des Kapitäns ist das unter Nummer 32 am 9.März 1951 im Register der schweizerischen Seeschiffe und der «S.A. Cargos Maritimes» in Genf gehörende Motorfrachtschiff «Rhône» am 14. Juli 1955 vor der libyschen Küste östlich von Tobruk gesunken und muss als vollständig verloren betrachtet werden.

Das Seeschiffahrtsamt der Schweizerischen Eidgenossenschaft ordnet hierauf und gestützt auf Artikel 18, Absatz 2, des Bundesratsbeschlusses vom 9. April 1941 über die Seeschiffahrt unter der Schweizerflagge die Streichung des Schiffes im Register der Seeschiffe an. - Gleichzeitig wird der unter Nummer 116 ausgestellte Seebrief ungültig erklärt.

Gegen diese Verfügung kann innerhalb einer Frist von zehn Tagen beim Bundesrat als einziger Instanz Beschwerde geführt werden.

Basel, den 24.0ktober 1955.

2315

Seeschiffahrtsamt der Schweizerischen Eidgenossenschaft: i. A. Kinzler

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Reglement über

die Lehrlingsausbildung und die Lehrabschlussprüfung im Rohrschlosserberuf ,

·

'

.

l

'

(Vom 14. September 1955)

D a s Eidgenössische V o l k s w i r t s c h a f t s d e p a r t e m e n t , nach Massgabe von Artikel 5; Absatz l, Artikel 18, Absatz 1, Artikel 19, Absatz 1, und Artikel 39, Absatz 2, des Bundesgesetzes vom 2 6 i Juni 1930 über die berufliche Ausbildung (in der Folge Bundesgesetz genannt) und von Artikel 4.

5, 7 und 29 der zugehörigen Verordnung I vorn 23. Dezember 1932/25. April 1950, erlässt nachstehendes Beglement über die Lehrlingsausbildungundd Lehrabschlussprüfung im Bohrschlosserberuf.

I. Lehrlingsausbildung 1. Lehrverhältnis .

Art.

:

l

Berufsbezeichnung und Dauer der Lehrzeit 1

Die Lehre als Bohrschlosser dauert 4 Jahre.

Die zuständige kantonale Behörde kann im Einzelfall unter den Voraussetzungen von Artikel 19, Absatz 2, des Bundesgesetzes eine Änderung der normalen Dauer der Lehrzeit bewilligen.

3 Um Störungen im Unterricht der Berufsschule zu vermeiden, ist der Antritt der Lehre nach Möglichkeit auf den Beginn des Schuljahres anzusetzen.

2

.

:

Anforderungen 1

2

,

an den Lehrbetrieb

Rohrschlosserlehrlinge dürfen in Betrieben der Maschinenindustrie ausgebildet werden, die sich mit der Herstellung von Bohrteilen, Verbindungsrohren und Bohrsystemen, insbesondere aus Stahlund legiertem Stahl für hohe Drücke und mit hoher Massgenauigkeit für Erzeugnisse des Maschinen- und Grossapparatebaues befassen, und die über die hiefür not wendigen Werkzeuge, Maschinen und Vorrichtungen verfügen.

830 2

Vorbehalten bleiben die allgemeinen Voraussetzungen für die Annahme von Lehrlingen gemäss Artikel 3 des Bundesgesetzes.

Art. 3 Höchstzahl der Lehrlinge Auf je 3 ständig beschäftigte gelernte Eohrschlosser oder gelernte Angehörige verwandter metallverarbeitender Berufe darf in einem Betrieb jeweilen nicht mehr als l Lehrling angenommen werden. Ferner muss die Zahl der Lehrlinge in den verschiedenen Berufsarten in einem angemessenen Verhältnis zur Zahl der ständig beschäftigten gelernten Arbeiter des betreffenden Berufes stehen.

2 Die Aufnahme der Lehrlinge ist zeitlich so anzusetzen, dass sich der Lehrantritt möglichst gleichmässig auf die einzelnen Lehrjahre verteilt.

3 Beim Vorliegen besonderer Verhältnisse, insbesondere beim Fehlen einer geeigneten Lehrstelle, kann die zuständige kantonale Behörde im Einzelfalle vorübergehend eine Erhöhung der hievor festgesetzten Zahl von Lehrlingen bewilligen.

Art. 4 1

Übergangsbestimmung

Die Bestimmungen über die Dauer der Lehrzeit und die Höchstzahl der Lehrlinge finden auf Lehrverhältnisse, die vor Inkrafttreten dieses Eeglementes vertraglich vereinbart worden sind, keine Anwendung.

2. Lehrprogramm für die Ausbildung im Betrieb

Art. 5 Allgemeine Richtlinien 1 Dem Lehrling sind bei Antritt der Lehre ein geeigneter Arbeitsplatz und die notwendigen Werkzeuge zuzuweisen.

2 Der Lehrling ist von Anfang an planmässig in den Beruf einzuführen. Er ist rechtzeitig über die bei den verschiedenen Arbeiten auftretenden Unfallgefahren aufzuklären und zur Führung eines Arbeits-Tagebuches anzuhalten.

3 Der Lehrling ist zu Beinlichkeit, Ordnung, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit sowie zu genauem, sauberem und mit fortschreitender Fertigkeit auch zu raschem und selbständigem Arbeiten zu erziehen.

4 Zur Förderung der beruflichen Fertigkeiten sind alle Arbeitsverfahren abwechslungsweise zu wiederholen und die Ausbildung darin zu ergänzen, so dass der Lehrling am Ende seiner Lehrzeit die im Lehrprogramm erwähnten praktischen Arbeiten selbständig und mit angemessenem Zeitaufwand ausführen kann. Insbesondere ist das selbständige Arbeiten nach Werkstattzeichnungen und Montageplänen zu fördern.

831 5

Die Ausbildung richtet sich im einzelnen nach dem Lehrprogramm für die praktischen Arbeiten gemäss Artikel 6, das als Wegleitung dient.

Art. 6

Praktisclie Arbeiten Erstes L e h r j a h r Einführen in das Handhaben, Anwenden und Instandhalten der Handwerkzeuge für die Metallbearbeitung.

Erlernen grundlegender Fertigkeiten im Feilen, Sägen, Hämmern, Meissein und Messen mit den berufsüblichen Messwerkzeugen.

Anschrägen von Schweisskanten mit Schmirgelscheibe und Feile.

Vorbearbeiten der Eohre für das Biegen (Füllen).

Anreissen von Eohrlängen und Manschenlöchern nach Stückliste und Zeichnung.

Zuschneiden von Eohrstücken mit Säge und Bohrschneider.

Feilen und Zusammenpassen von Gehrungen an Bohrenden nach vorgeschriebenem Winkel.

Zurichten von aufgelöteten und aufgeschweissten Flanschen.

Schleifen und Schärfen der einfachen Handwerkzeuge.

Zweites Lehrjahr Bedienen und Instandhalten der einfachen Werkzeugmaschinen samt zugehörenden Vorrichtungen.

Einführen in die Wirkungsweise und Handhabung der Gas-Schweisseinrichtungen.

Erlernen der autogenen Schneid- und Schweissverfahren. Ausführen einfacher Schweissarbeiten.

Bohren und Senken von Löchern mit Hand- und ortsfester Bohrmaschine nach Biss oder Gegenstücken.

Ausreiben konischer und zylindrischer Löcher und Einpassen von zugehörenden Stiften und Zapfen.

Gewindeschneiden von Hand mit Gewindebohrer, Schneideisen und Gewindeschneidkluppe.

'Biegen von Bohren aus Buntmetall nach Muster und Zeichnung.

Hartlöten von Bohrteilen aus verschiedenen Materialien, , Eindornen und Einwalzen von kleineren Bohrenden.

Schmieden von einfachen Handwerkzeugen und Werkstücken.

Härten, Anlassen und Schärfen der einfacheren Handwerkzeuge.

832 Drittes Lehrjahr Einführen in die Wirkungsweise und Handhabung der elektrischen Schweisseinrichtungen. Ausführen von Schweissarbeiten.

Schneiden von grösseren Bohrgewinden von Hand.

Bördeln von grösseren Rohren für lose Bohrflanschen.

Aufpassen und Aufschweissen von Bohrflanschen.

Beizen und Verzinnen mit Lötlampe von Bohrteilen und Werkstücken.

Ausweiten und Einziehen von nahtlosen Bohrenden.

Aufzeichnen der Bisse für das Anfertigen von Bohrbiegearbeiten.

Biegen und Anpassen von nahtlosen Bohren nach Bohrplan oder Biss.

Wärmen der Bohre auf der Esse oder mit dem Brenner.

Viertes L e h r j a h r Biegen von Rohrteilen, wie Bögen, Abkröpfungen, Ringe und Schlangen nach Rohrplänen.

.'

Aufreissen, Ausschneiden, Biegen und Schweissen von Blechabwicklungen.

Aushalsen, Anpassen und Schweissen von seitlichen Abzweigungen an grösseren Rohren.

Ausführen von Vertikal- und Überkopfschweissüngen.

Abpressen von fertig erstellten Bohrstüoken und Bohrsystemen (Druckprüfungen) .

Selbständiges Anfertigen von Bohrteilen und Verbindungsrohren für den Maschinen- und Apparatebau. Zusammenbauen von Bohrstücken mit Armaturen zu Bohrsystemen, z. B. für Kondensator-, Kühl-, Warmwasser- und Dampferzeugungsanlagen, Fabrikationseinrichtungen der Lebensrnittel- und der Chemischen Industrien je nach Art des Lehrbetriebes.

Art. 7 Berufskenntnisse In Verbindung mit den praktischen Arbeiten sind dem Lehrling durch den Lehrmeister folgende Berufskenntnisse zu vermitteln: M a t e r i a l k e n n t n i s s e . Merkmale, Eigenschaften, Bearbeitbarkeit und Verwendungszwecke der Werk- und Betriebsstoffe, wie - Stahl- und Gussarten, Nichteisenmetalle und Legierungen; - Halb- und Fertigfabrikate (Verbindungsteile) ; - Dichtungs-, Isolier- und Hilfsmaterialien.

W e r k z e u g e , Maschinen und Vorrichtungen. Benennung, Anwendungsmöglichkeiten, Handhabung und Instandhaltung der Handwerkzeuge, Werkzeugmaschinen samt Schneidwerkzeugen, Vorrichtungen (Hilfsapparate), Wärmeöfen, Schmiede- und Schweisseinrichtungen.

;

838

Allgemeine Fachkenntnisse. Grundlegende Arbeitsverfahren für die Metallbearbeitung und ihre hauptsächlichsten Anwendungsgebiete, wie - Formgebungsarbeiten, Hand- und Maschinenarbeiten; - Warmbehandlung der-Stähle (Härten). Schweissen und Schneiden; - Arbeiten nach Zeichnung, Arbeitszeitschätzungen.

Unfallgefahren und Unfallverhütungsrnassnahmen.

II. Lehrabschlussprüfung 1. Durchführung der Prüfung Art, 8

'

;

.

Allgenieines 1

Durch die Lehrabschlussprüfung soll festgestellt werden, ob der Prüfling die zur Ausübung seines Berufes nötigen Fertigkeiten und .Kenntnisse besitzt.

2 Die Prüfung wird von den Kantonen durchgeführt. Sie zerfällt in zwei Teile: a. Prüfung in den berufskundlichen Fächern (Arbeitsprüfung, Berufskenntnisse und Fachzeichnen) ; b. Prüfung in den geschäftskundlichen Fächern (Rechnen, Buchführung, Muttersprache, Staats- und Wirtschaftskunde).

3 Die nachstehenden Bestimmungen beziehen sich, mit Ausnahme von Artikel 18, ausschliesslich auf die Prüfung in den berufskundlichen Fächern, während sich die Prüfung in den geschäftskundlichen Fächern nach den Anordnungen der zuständigen kantonalen Behörden richtet. Die Bestimmungen von Artikeln 11-16 gelten als Mindestanforderungen.

Art. 9

Organisation der Prüfung

,

1

Die Prüfung ist in einem hiezu geeigneten Betrieb durchzuführen und in allen Teilen sorgfältig vorzubereiten. Dem Prüfling sind Werkbank, Werkzeuge, die erforderlichen Maschinen und Vorrichtungen in gutem, betriebsbereitem Zustand zur Verfügung zu stellen.

2 Die Unterlagen für die Prüfungsarbeiten, wie Material, Werkstattzeichnungen oder Skizzen, sind dem Kandidaten erst beim Beginn der Prüfung auszuhändigen. Sie sind ihm, soweit notwendig, zu erklären.

1

' 1

Art. 10

Experten

:

·

Für jede Prüfung sind Experten in genügender Zahl zu ernennen, die Fachleute sein müssen. In erster Linie, sind Teilnehmer von Eixpertenkursen zu berücksichtigen.

834 2 Die Experten haben dafür zu sorgen, dass sich der Prüfling auf allen Arbeitsgebieten während einer angemessenen Zeit betätigt, damit eine vollständige Beurteilung der vorgeschriebenen Berufsarbeiten möglich ist.

3 Die Ausführung der Prüfungsarbeiten ist von einem Experten gewissenhaft zu überwachen. Er hat während der Prüfung die nötigen Aufzeichnungen über seine Beobachtungen zu machen.

4 Die Beurteilung der ausgeführten Arbeiten sowie die Abnahme der Prüfung in den Berufskenntnissen hat stets durch zwei Experten zu erfolgen. Bei der Beurteilung der Prüfungsarbeiten im Fachzeichnen hat mindestens ein Fachmann aus der Praxis, der mit der Ausführung von technischen Zeichnungen vertraut ist, mitzuwirken.

6 Die Experten haben den Prüfling in ruhiger und wohlwollender Weise zu behandeln. Allfällige -Bemerkungen sind sachlich anzubringen.

Art. 11 Prüfungsdauer Die Prüfung in den berufskundlichen Fächern dauert 3% Tage. Davon entfallen auf a. die Arbeitsprüfung 23-24 Stunden; b. die Prüfung in den Berufskenntnissen 1-2 Stunden; c. die Prüfung im Fachzeichnen ungefähr 4 Stunden.

2. Pruîungsstoîî

Art. 12 Ar'beüs'prüfung Jeder Prüfling hat an einem oder mehreren Werkstücken die nachstehenden Arbeiten entsprechend den in den Zeichnungen oder Skizzen angegebenen Formen, Massen und Genauigkeiten auszuführen1).

  1. Allgemeine B e r u f s a r b e i t e n : Anreissen, Bohren und Senken. Einfache Meissel-, Säge- und Feilarbeiten. Schneiden von grösseren Bohrgewinden von Hand nach Gegenstücken oder Lehren.
  2. Bohrbiegearbeiten nach Z e i c h n u n g : Füllen und Biegen von Stahlrohren durch Wärmen auf der Esse oder mit Brenner.
  3. E o h r t r e i b a r b e i t e n : Aufdornen, Einwalzen und Bördeln von Bohrenden, Ausweiten oder Einziehen von Bohrenden, Aushalsen von seitlichen Bohrabzweigungen.

1

) Anmerkung: Werkstattzeichnungen für geeignete Prüfungsstücke können bei der Geschäftsstelle des Arbeitgeberverbandes schweizerischer Maschinen- und Metallindustrieller in Zürich bezogen werden.

:

835

4. Schweiss- und L ö t a r b e i t e n : Schweissen und Schneiden mit Gas (autogene Schweissung), elektrisches Schweissen (Lichtbogen-Schweissung), Schweissen von senkrechten und Über köpf nähten, Hartlöten.

5. Z u s a m m e n b a u a r b e i t e n : Anpassen von Verbindungsrohren mit Flanschen an bestehende feste Anschluss-Stellen, Vorbearbeiten und Zusammen-: bauen von Einzelteilen zu Rohrsystemen nach Rohrplan.

G . S c h m i e d e n und H ä r t e n : Schmieden von Handwerkzeugen wie Meissel, Schraubenzieher, Eeissnadel, Durchschlag und von einfachen Werkstücken. Glühen, Härten, Anlassen und Schärfen von Handwerkzeugen.

Art. 13

Prüfung in den Berufskenntnissen Die Prüfung in den Berufskenntnissen ist anhand von Anschauungsmaterial vorzunehmen und erstreckt sich auf folgende Gebiete : 1. Materialkenntnisse. Herstellung, Merkmale, Eigenschaften, Bearbeitbarkeit und Verwendungszwecke der Stahl- und Gussarten: Bau- und Werkzeugstähle, Gusseisen, Temperguss, Stahl- und Metallguss ; Nichteisenmetalle und ihre Legierungen: Blei, Kupfer, Zink, Zinn, Aluminium, Messing, Bronze und Leichtmetalle ; Halb- und Fertigfabrikate : Bohre, Bleche, Stangen und Profile, Verbindungsteile wie Schrauben, Nieten, Keile und Fittings; Dichtungs- und Isoliermaterialien: Hanf, Papier, Leder, Gummi, Asbest, Kork, Glas- und Schlackenwolle, Kunststoffe; ' .

Hilfsmaterialien : Bohrfüllmaterial, Lot- und Schweissmittel, Schmier-, Beinigungs- und Rostschutzmittel, Brennstoffe.

2. W e r k z e u g e , Maschinen und V o r r i c h t u n g e n . Benennung, Anwendungsmöglichkeiten und Instandhaltung der Handwerkzeuge: Allgemeine Schlosser-, Anreiss- und Messwerkzeuge, Reibahlen, Gewindeschneid- und Rohrbearbeitungswerkzeuge ; Werkzeugmaschinen: Blechscheren. Rohrbiege-, Rohrgewinde-, Schneid-, Säge-, Schmirgel- und Trennschleifmaschinen; Bohr-, Hobel-, Fräs- und Schleifmaschinen und Drehbänke samt zugehörenden Schneidwerkzeugen; Vorrichtungen: Handbohrmaschinen, Anfas-, Biege- und Rohreinwalzapparate, Sandfüll-Vorrichtungen und Druckprüfapparate, Wärmeöfen, Schmiede-Einrichtungen; : Schweissanlagen : Einrichtungen, Apparate und Hilfswerkzeuge für Gasund elektrische Schweissverfahren, elektrische Schweissmaschinen.

836

3. Allgemeine Fachkenntnisse. Grundlegende Arbeitsmethoden und ihre Anwendungsmöglichkeiten bei den - Herstellungsverfahren (Formgebung) für Werkstücke: Giessen, Schmieden, Walzen, Ziehen, Pressen und Stanzen, Bearbeiten auf Werkzeugmaschinen; - Formänderungsarbeiten : Eichten und Biegen der Bohre von Hand, mit Vorrichtungen und Biegemaschinen, Ausweiten und Einziehen von Bohrenden, Aushalsen von seitlichen Bohrabzweigungen ; - Handarbeiten: Anreissen, Sägen, Hämmern, Meissein und Feilen, Ausreiben, Schneiden von Innen- und Aussengewinden, Weich- und Hartlöten, Kalt- und Warmnieten ; - Maschinenarbeiten: Bohren, Senken, Schmirgeln, Trennschleifen, Anfasen von Bohren, Schärfen von Handwerkzeugen; Grundbegriffe über Hobel-, Dreh-, Fräs- und Schleif arbeiten; - Warmbehandlungen der Stähle: Wärmen, Glühen (Ausglühen), Härten, Anlassen und Vergüten, Schmieden von einfachen Handwerkzeugen und Werkstücken; - Schweiss- und Schneid verf ahren : Sohweissen und Schneiden mit Gas, elektrische Lichtbogen- und Widerstandsschweissungen, Naht- und Punktschweissen, Vertikal- und pberkopfschweissen; - Zusammenbauarbeiten: Zusammensetzen von Einzelteilen, zu Bohrverbindungen und Bohrsystemen, Druckprüfungen für Bohrteile und Bohrsysteme.

Verschiedenes : Gebräuchlichste Gewindearten und Maschinenelemente, wie Wellen, Lager, Kupplungen, Biemenscheiben, Zahn- und Schneckenräder; Werkstatt- und Montagezeichnungen liste), Arbeitszeitschätzungen;

(Massangaben, Sinnbilder, Stück-

Unfallgefahren und Unfallverhütungsmassnahmen.

Art. 14 Prüfung im Fachzeichnen 1

Die Prüfung im Fachzeichnen besteht in der Lösung folgender Aufgaben :

  1. Erstellen eines Bohrplanes mit den erforderlichen Bissen und Massangaben (Bissergänzungen) ; b. Aufzeichnen der Blechabwicklung: c. Skizzieren einer einfachen Bohrverbindung.

2

Die Skizze ist von freier Hand (Kreise mit Zirkel) anzufertigen.

i

,

837

3. Beurteilung und Notengebung :

'

Art. 15

Beurteilung der Arbeitsprüfung 1

Bei der Beurteilung der Arbeiten sind Güte (Genauigkeit und fachgemässe Ausführung), Arbeitsweise (Aufbau und Handfertigkeit) und die auf die Arbeit verwendete Zeit (Arbeitsmenge) zu berücksichtigen.

2 Die Prüfungsarbeiten werden in die nachstehenden 6 Positionen aufgeteilt. Für jede Position ist nur eine Note einzusetzen. In dieser sind sämtliche vorkommenden Arbeitstechniken entsprechend ihrem Schwierigkeitsgrad zu berücksichtigen. Die Positionsnote ist somit nicht einfach als arithmetisches Mittel von verschiedenen Teilnoten zu errechnen, sondern auf Grund der Fertigkeiten in den einzelnen. Teilarbeiten unter Beachtung ihrer Wichtigkeit zu schätzen.

Pos. 1. Allgemeine B e r u f s a r b e i t e n , wie Aufreissen von Bohrsystemen, Sägen, Bohren, Meissein, Eohrgewindeschneiden : » 2. Bohrbiegearbeiten nach Zeichnung, wie Biegen von Stahlrohren auf der Esse oder mit dem Brenner; » 8. B o h r t r e i b a r b e i t e n , wie Aufdornen, Einwalzen, Bördeln, Ausweiten, Einziehen, Aushalsen; » 4. Schweiss- und L ö t a r b e i t e n , wie Gasschweissen und -Schneiden, elektrisches Schweissen, autogenes Senkrecht- und Überkopfschweissen, Hartlöten, Verzinnen mit ( der Lötlampe; » 5. Zusammenbauarbeiten, wie Anpassen von Bohrteilen mit Flanschen, Zusammenbauen von Bohrsystemen; » 6. Schmieden und H ä r t e n , von Handwerkzeugen und Werkstücken, Anlassen und Schärfen von Handwerkzeugen.

Art. 16

Beurteilung der Berufskenntnisse und des Fachzeichnens Jede einzelne der nachstehenden Positionen der Berufskenntnisse und des Fachzeichnens ist gesondert zu beurteilen.

. .

Berufskenntnisse Pos. 1. Materialkenntnisse; » 2. Werkzeuge, Maschinen und Vorrichtungen; » 3. Allgemeine Fachkenntnisse.

838 Fachzeichnen Pos. 1. Technische Bichtigkeit (Darstellung und Projektion); » 2. Mass- und Bearbeitungsangaben (richtige und vollständige Eintragung) ; » 3. Zeichnerische Ausführung (Strich, Beschriftung und Arbeitsmenge).

Art. 17 Notengebung 1

Für jede Position der Arbeitsprüfung und für jede Position in den übrigen Prüfungen ist eine Note nach folgender Abstufung zu erteilen l ).

Vorzüglich in jeder Beziehung Zwischennote Gut und zweckentsprechend Zwischennote Brauchbar, trotz gewisser Mängel . . . . . . .

Den Mindestanforderungen nicht entsprechend . .

Vollständig fehlerhaft, lückenhaft oder nicht ausgeführt 2

sehr gut gut bis sehr gut gut genügend bis gut genügend ungenügend

l 1,5 2 2,5 3 4

unbrauchbar

5

Weitere Zwischennoten sind nicht gestattet.

3

Die Note in der Arbeitsprüfung, in den Berufskenntnissen und im Fachzeichnen bildet je das Mittel aus den Noten der einzelnen Prüfungspositionen.

Sie ist auf eine Dezimalstelle ohne Berücksichtigung eines Bestes zu berechnen.

4 Auf Einwendungen des Prüflings, er sei in einzelne grundlegende Arbeitsgebiete nicht eingeführt worden, darf keine Bücksicht genommen werden.

Art. 18 Prilfuiigsergebnis 1

Das Ergebnis der Lehrabschlussprüfung wird in einer Gesamtnote ausgedrückt. Sie wird aus den folgenden vier Noten ermittelt, von denen die Note der Arbeitsprüfung doppelt zu rechnen ist: Note in der Arbeitsprüfung; Note in den Berufskenntnissen; Note im Fachzeichnen ; Mittelnote in den geschäftskundlichen Fächern.

2

Die Gesamtnote ist das Mittel aus diesen Noten (1/5 der Notensumme); sie ist auf eine Dezimalstelle ohne Berücksichtigung eines Restes zu berechnen.

*) Anmerkung: Formulare zum Eintragen der Prüfungsergebnisse können bei der Geschäftsstelle des Arbeitgeberverbandes schweizerischer Maschinen- und Metallindustrieller unentgeltlich bezogen werden.

839 3

Die Prüfung ist bestanden, wenn sowohl die Note der Arbeitsprüfling als auch die Gesamtnote je den Wert 8,0 nicht überschreitet.

4 Zeigen sich bei der Prüfung Mängel- in der beruflichen Ausbildung, so haben die Experten genaue Angaben! über ihre Feststellungen in das Notenformular einzutragen, das unverzüglich der zuständigen kantonalen Behörde : zuzustellen ist.

Art.

19

Fähigkeitszeugnis Wer die Lehrabschlussprüfung bestanden hat, erhält das eidgenössische Fähigkeitszeugnis, das seinen Inhaber berechtigt, sich als gelernten Bohrschlosser zu bezeichnen.

1

III. Inkrafttreten i

·

·

Art. 20 Dieses Reglement tritt am 1.November 1955 in Kraft.

Bern, den 14. September 1955.

Eidgenössisches 2283

Volkswirtschaftsdepartement: Holenstein

840

Reglement über

die Lehrlingsausbildung und die Lehrabschlussprüfung im Grossapparateschlosserberuf (Vom 14. September 1955)

Das Eidgenössische V o l k s w i r t s c h a f t s d e p a r t e m e n t , nach Massgahe von Artikel 5, Absatz l, Artikel 13, Absatz l, Artikel 19, Absatz l, und Artikel 39,, Absatz 2, des Bundesgesetzes vom 26. Juni 1930 über die berufliche Ausbildung (in der Folge Bundesgesetz genannt) und von Artikel 4, 5, 7 und 29 der zugehörigen Verordnung I vom 23.Dezember 1932/25. April 1950, erlässt nachstehendes Eeglement über die Lehrlingsausbildung und Lehrabschlussprüfung im Grossapparateschlosserberuf.

I. Lehrlingsausbildung 1. Lehrvei'hältnis Art. l Berufsbezeiclmung und Dauer der Lehrzeit 1 Die Lehre als Grossapparateschlosser dauert 4 Jahre.

2 . Die zuständige kantonale Behörde kann ini Einzelfall unter den Voraussetzungen von Artikel 19, Absatz 2, des Bundesgesetzes eine Änderung der normalen Dauer der Lehrzeit bewilligen.

3 Um Störungen im Unterricht der Berufsschule zu vermeiden, ist der Antritt der Lehre nach Möglichkeit auf den Beginn des Schuljahres anzusetzen.

Art. 2

Anforderungen an den Lehrbetrieb Grossapparateschlosserlehrlinge dürfen in Betrieben der' MaschinenIndustrie und in Werkstätten des Grossapparatebaues ausgebildet werden, die sich mit der Herstellung von Grossapparaten, Kesseln und Bohren aus dicken Blechen für Wasser- und Dampfanlagen befassen, und die über die hiefür notwendigen Werkzeuge, Maschinen und Vorrichtungen verfügen.

2 Vorbehalten bleiben die allgemeinen Voraussetzungen für die Annahme von Lehrlingen gemäss Artikel 3 des Bundesgesetzes.

1

841

·

.

i

Art. 8

·

.

'

·

'

·

Hödistzalil der Lehrlinge 1

Auf je 3 ständig beschäftigte gelernte Grossapparateschlosser oder gelernte Angehörige verwandter metallverarbeitender Berufe darf in einem Betrieb jeweilen, nicht mehr als l Lehrling angenommen werden. Ferner muss die Zahl der Lehrlinge in den verschiedenen Berufsarten in einem angemessenen Verhältnis zur Zahl der ständig beschäftigten gelernten Arbeiter des betreffenden Berufes stehen. : 2 Die Aufnahme der Lehrlinge ist zeitlich so anzusetzen,, dass sich der Lehrantritt möglichst gleichmässig auf die einzelnen Lehrjahre verteilt.

3 Beim Vorliegen besonderer ;Verhältnisse, insbesondere beim Fehlen einer geeigneten Lehrstelle, kann die zuständige kantonale Behörde im Einzelfalle vorübergehend eine Erhöhung der hievor festgesetzten Zahl von Lehrlingen bewilligen.

"· : ·

Art. 4 Übergangsbestimmung

'

; Die Bestimmungen über die, Dauer der Lehrzeit und die Höchstzahl der Lehrlinge finden auf Lehrverhältnisse, die vor Inkrafttreten;dieses Réglementes, vertraglich vereinbart worden sind, keine Anwendung.

-, 2. Lehrprogramm für die Ausbildung im Betrieb

,

Art. 5

Allgemeine Richtlinien 1

Dem Lehrling sind bei Antritt der Lehre ein geeigneter Arbeitsplatz und die notwendigen Werkzeuge zuzuweisen.

2 Der Lehrling ist von Anfang an planmässig in den Beruf einzuführen. Er ist rechtzeitig über die bei den verschiedenen Arbeiten auftretenden Unfallgefahren aufzuklären und zur Führung eines Arbeits-Tagebuches anzuhalten.

3 Der Lehrling ist zu Eeinlichkeit, Ordnung,Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit sowie zu genauem, sauberem und mit fortschreitender Fertigkeit auch zu raschem und selbständigem Arbeiten zu erziehen.

' · ·, 4 Zur Förderung der beruflichen Fertigkeiten sind alle Arbeitsverfahren abwechslungsweise zu wiederholen und die Ausbildung darin zu ergänzen, so dass der Lehrling am Ende seiner Lehrzeit die im Lehrprogramm erwähnten praktischen Arbeiten selbständig und mit angemessenem Zeitaufwand ausführen kann.

Insbesondere ist das selbständige Arbeiten nach Werkstattzeichnungen und Montageplänen zu fördern.

' ' '. ' 5 Die Ausbildung richtet sich im einzelnen nach dem Lehrprogramm für die!

praktischen Arbeiten gemäss Artikel 6, das als Wegleitung dient.

Bundesblatt. 107. Jahrg. Bd. II.

61

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Art. 6 Praktische Arbeiten Erstes Lehrjahr Einführen in das Handhaben, Anwenden und Instandhalten der gebräuchlichsten Handwerkzeuge für die Metallbearbeitung.

Erlernen grundlegender Fertigkeiten im Feilen, Sagen, Hämmern, Meissein und Messen mit den berufsüblichen Messwerkzeugen.

Zurichten von gegossenen, geschmiedeten und geschweissten Werkstücken.

Anschrägen von Schweisskanten. Entgraten und Abrichten maschinell bearbeiteter Werkstückflächen.

Anreissen von Löchern an einfachen Werkstücken.

Bohren, Senken und Anfräsen von Löchern mit Hand- und ortsfester Bohrmaschine.

Ausreiben konischer und zylindrischer Löcher, Einpassen von zugehörenden Stiften oder Zapfen.

Gewindeschneiden von Hand mit Gewindebohrer, Schneideisen und Gewindeschneidkluppe.

Schleifen und Schärfen der einfachen Handwerkzeuge.

Zweites Lehrjahr Bedienen und Instandhalten der einfachen Werkzeugmaschinen samt zugehörenden Vorrichtungen.

Einführen in die Wirkungsweise und Handhabung der Gas-Schweisseinrichtungen.

Erlernen der autogenen Schneid- und Schweissverfahren. Ausführen einfacher Schweissarbeiten.

Zuschneiden, Eichten und Biegen von dickeren Blechen. Ausführen einfacher Nietarbeiten.

Bearbeiten der Schweisskanten an dickeren Blechstücken durch Meissein, Schmirgeln und Hobeln.

Anfertigen von einfacheren Werkstücken aus dickeren Blechstreifen nach Muster und Zeichnung.

Ausführen einfacher Hartlötarbeiten.

Bohren, Senken und Schneiden von Innengewinden an Werkstücken auf der Bohrmaschine. Bohren mit Handbohrmaschine und Bohrknarre.

Schmieden von einfachen Handwerkzeugen und Werkstücken.

Glühen, Härten, Anlassen und Schärfen von einfachen Handwerkzeugen.

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Drittes Lehrjahr !

Einführen in die Wirkungsweise und Handhabung der elektrischen Schweisseinrichtungen und Maschinen. Anfertigen von schwierigen Schweissarbeiten.

Anpassen und Heften von Verbindungsflanschen an gewölbte Blechstücke.

Ausführen von Warmnietarbeiten.

Verstemmen der Nietköpfe und der Blechränder an genieteten Druckgefässen.

: Anbiegen, Walzen, Pressen und Zusammenpassen von Gefässmänteln aus dickeren. Blechen der gebräuchlichsten Metalle.

Aufreissen, Ausschneiden und Bearbeiten von Werkstücken aus dickeren Blechen und Stangen nach Zeichnung.

Viertes L e h r j a h r Aufreissen und Ausschneiden von Abwicklungen und Durchdringungen aus dickeren Blechen für konische und gewölbte Formstücke.

Treiben, Zusammenpassen und Heften von zugeschnittenen dickeren Abwicklungsblechen.

, Aushalsen, Anpassen und Aufschweissen, von seitlichen Kessel- und Leitungs-Abzweigungen.

Ausführen von Vertikal- und Überkopfschweissungen. i Zusammenbauen von Einzelteilen aus dickeren Blechen der gebräuchlichsten Metalle zu Grossapparaten.

Selbständiges Arbeiten an Kesseln, Behältern, Druckleitungen, Gehäusen von Wasserturbinen, Elektromaschinen, Kondensatoren und Überhitzern für Dampferzeugungsanlagen sowie Giessereimaschinen je nach Art des Lehrbetriebes.

Art. 7 Berufskenntnisse In Verbindung mit den praktischen Arbeiten sind dem Lehrling durch den Lehrmeister folgende Berufskennthisse zu vermitteln: Materialkenntnisse. Merkmale, Eigenschaften, Bearbeitbarkeit und Verwendungszwecke der Werk-und Betriebsstoffe, wie ; - Stahl- und Gussarten, Nichteisenmetalle und Legierungen; : - Halb- und Fertigfabrikate (Verbindungsteile) ; - Dichtungs-, Isolier- und Hilfsmaterialien.

Werkzeuge, Maschinen und Vorrichtungen. Benennung, Anwendungsmöglichkeiten, Handhabung und Instandhaltung der Handwerkzeuge, Werkzeugmaschinen samt Schneidwerkzeugen, Vorrichtungen (Hilfsapparate), Wärmeöfen, Schmiede- und Schweisseinrichtungen.

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Allgemeine Fachkenntnisse. Grundlegende Arbeitsverfahren für die Metallbearbeitung und ihre hauptsächlichsten Anwendungsgebiete, wie - Formgebungsarbeiten, Hand- und Maschinenarbeiten; - "Warmbehandlung der Stähle (Härten), Schweissen und Schneiden; - Arbeiten nach Zeichnung, Arbeitszeitschätzuugen.

Unfallgefahren und Unfallverhiitungsmassnahmen.

II. Lehrabschlussprüfung 1. Durchführung der Prüfung Art. 8 Allgemeines · 1 Durch die Lehrabschlussprüfung soll festgestellt werden, ob der Prüfling die zur Ausübung seines Berufes nötigen Fertigkeiten und Kenntnisse besitzt.

2 Die Prüfung wird von den Kantonen durchgeführt. Sie zerfällt in zwei Teile: a.' Prüfung in den berufskundlichen Fächern (Arbeitsprüfung, Berufskenntnisse und Fachzeichnen) ; 6. Prüfung in den geschäftskundlichen Fächern (Rechnen, Buchführung, Muttersprache, Staats- und Wirtschaftskunde).

3 Die nachstehenden Bestimmungen beziehen sich, mit Ausnahme von Artikel 18, ausschliesslich auf die Prüfung in den berufskundlichen Fächern, während sich die Prüfung in den geschäftskundlichen Fächern nach den Anordnungen der zuständigen kantonalen Behörden richtet. Die Bestimmungen von Artikel 11-16 gelten als Mindestanforderungen.

Art." 9 Organisation der Prüfung 1 Die Prüfung ist in einem hiezu geeigneten Betrieb durchzuführen und in allen Teilen sorgfältig vorzubereiten. Dem Prüfling sind Werkbank, Werkzeuge, die erforderlichen Maschinen und Vorrichtungen in gutem, betriebsbereitem Zustand zur Verfügung zu stellen.

2 Die Unterlagen für die Prüfungsarbeiten, wie Material, Werkstattzeichnungen oder Skizzen, sind dem Kandidaten erst beim Beginn der Prüfung auszuhändigen. Sie sind ihm, soweit notwendig, zii erklären.

Art. 10 , Experten 1 Für jede Prüfung sind Experten in genügender Zahl zu ernennen, die Fachleute sein müssen. In erster Linie sind Teilnehmer von Expertenkursen zu berücksichtigen.

;

;

845

2 Die Experten haben dafür zu sorgen, dass sich der Prüfling auf allen Arbeitsgebieten, während einer angemessenen Zeit betätigt, damit eine voll- ständige Beurteilung der vorgeschriebenen Berufsarbeiten möglich ist.

3 Die Ausführung der Prüfungsarbeiten ist von einem Experten gewissenhaft zu überwachen. Er hat während der Prüfung die nötigen Aufzeichnungen über seine Beobachtungen zu machen.

4 Die Beurteilung der ausgeführten Arbeiten sowie die Abnahme der Prüfung in den Berufskenntnissen hat stets durch zwei Experten zu erfolgen. Bei der Beurteilung der Prüfungsarbeiten im Fachzeichnen hat mindestens ein Fachmann aus der Praxis, der mit der Ausführung von technischen Zeichnungen vertraut ist, mitzuwirken. , 6 Die Experten haben den Prüfling in ruhiger und wohlwollender Weise zu behandeln. Allfällige Bemerkungen sind sachlich anzubringen.

Art. 11 Prüfungsdauer

'

:

·

.

:

. .

' l

Die Prüfung in den berufskundlichen Fächern dauert B /2 Tage. Davon entfallen auf , ' ' a. die Arbeitsprüfung 23-24 Stunden; b. die Prüfung in den Berufskehntnissen 1-2 Stunden; ; c. die Prüfung im Fachzeichnen, ungefähr 4 Stunden.

2. Priifungsstoü :

. Art. 12 Arbeitsprüfung

Jeder Prüfling hat an einem oder mehreren Werkstücken die nachstehenden Arbeiten entsprechend den in den Zeichnungen oder Skizzen angegebenen Formen, Massen und Genauigkeiten auszuführen *).

  1. Allgemeine B e r u f s a r b e i t e n : Feilen, Meissein und Sägen. Anreissen, Bohren und Senken. Ausreiben von Löchern und Gewindeschneiden von Hand nach Gegenstücken.

' , 2. Blechbiegearbeiten: Aufreissen von Blechabwicklungen. Biegen von Blechstücken (6-8 mm dick). , · ' 3. Blechtreib-und Ni e t arbeit en: Treiben von Blechstücken (6-8 mm dick) nach Formlehren. Aushalsen von grösseren seitlichen Abzweigungen an gebogenen Blechstücken. Nieten (Warmnietungen) und Stemmen.

l

) Anmerkung: Werkstattzeichnungen für geeignete Prüfungsstücke können bei der Geschäftsstelle des Arbeitgeberverbandes schweizerischer Maschinen- und Metallindustrieller in Zürich bezogen werden.

.;

846

4. Schweiss- lind Schneidearbeiten: Schweissen und Sohneiden mit Gas (Autogene-Schweissung), elektrisches Schweissen (Lichtbogen-Schweissung), Schweissen'von senkrechten und Überkopf-Nähten.

Art. 13 1

Stahl- und Gussarten: Bau- und Werkzeugstähle, Gusseisen, Temperguss, Stahlguss und Metallguss; Nichteisenmetalle und ihre Legierungen: Blei, Kupfer, Zink, Zinn, Aluminium, Messing, Bronze und ;Leichtmetalle; Halb- und Fertigfabrikate: Bleche, Stangen, Profile und Eohre, Verbindungsteile wie Schrauben, Nieten, Keile und Fittings ; Dichtungs- und Isoliermaterialien: Hanf, Papier, Leder, Gummi, Asbest, Kork, Glas- und Schlackenwolle, Kunststoffe; Hilfsmaterialien : Lot- und Sehweissmittel, Schmier-, Eeinigungs- und Eostschutzmittel, Brennstoffe. . ."

' 2. Werkzeuge, Maschinen und Vorrichtungen. Benennung, Anwendungsmöglichkeiten und Instandhaltung der Handwerkzeuge: Allgemeine Schlosser-, Anreiss-, Mess- und Kontrollwerkzeuge (Lehren für Blechwölbungen), Eeibahlen und Gewindeschneidwerkzeuge; Werkzeugmaschinen: Blechscheren, Blechstanzen, Walzen, Pressen, Sägeuhd Schmirgelmaschinen; ' Bohr-, Hobel-, Dreh-, Fräs- und Schleifmaschinen samt zugehörenden Schneidwerkzeugen; Vorrichtungen: Handbohrmaschinen und Bohrknarren, Presslufthämmer, Druckprüfapparate, Wärmeöfen, allgemeine Schmiede-Einrichtungen samt zur gehörenden Werkzeugen.; , Schweissanlagen: Einrichtungen, Apparate und Hilfswerkzeuge für Gasund elektrische Schweissverfahren, elektrische Schweissmaschinen.

847 3. Allgemeine Sachkenntnisse. Grundlegende Arbeitsmethoden und : ihre Anwendungsmöglichkeiten bei den .: - Herstellungsverfahren (Formgebung) für"Werkstücke: Giessen,Schmieden, Walzen, Ziehen, Pressen und Stanzen, Bearbeiten auf Werkzeugmaschinen; - Formänderungsarbeiten: Eichten, Biegen, Walzen, Pressen und Treiben von Blechen, Aufreissen' von Blechabwicklungen und Durchdringungen, Aushalsen von seitlichen Öffnungen in gewölbten Blechstücken oder Kesseln; - Handarbeiten: Anreissen, Sägen> Hämmern, Meissein, Feilen und Ausreiben, Schneiden von Innen- und Aussengewinden, Kalt- und Warmnieten; - Maschinenarbeiten: Bohren, Senken und Anfräsen, Abscheren und Stanzen, Kanten hobeln an Blechen, Schmirgeln, Schärfen von Handwerkzeugen; allgemeine Begriffe über Hobel-, Dreh-, Fräs- und Schleif arbeiten; - Warmbehandlungen,der Stähle: Wärmen, Glühen (Ausglühen), Härten, Anlassen und Vergüten, Schmieden von einfachen Handwerkzeugen und Werkstücken; - Schweiss- und Schneidverfahren: Schweissen und Schneiden mit Gas, elektrische Lichtbogen- und Widerstandsschweissungen, Vertikal- und Überkopfschweissen, Schweissarbeiten auf der Schweissmaschine; . . .· · - Zusammenbauarbeiten: Zusammensetzen von vorgeformten Einzelteilen aus dicken Blechen, Zusammenbauen von Grossapparaten, Druckprüfungen für Kessel und grosse Druckleitungen.

Verschiedenes: Gebräuchlichste Gewindearten und Maschinenelemente, wie Wellen, Lager, Kupplungen, Kiemenscheiben, Zahn- und Schneckenräder; Werkstatt- und:Montagezeichnungen (Mass- und Bearbeitungsangaben, Sinnbilder, Stückliste), Arbeitszeitschätzungen, Unfallgefahren und Unfallverhütungsmassnahmen.

Art. 14 Prüfung im Fachzeichnen ,

:

;

.

1

Die Prüfung im Fachzeichnen besteht in der Lösung folgender Aufgaben : a. Erstellen einer Werkstattskizze eines einfacheren Grossapparateteiles nach Vorlage mit den erforderlichen Eissen, Schnitten Und Massangaben; b. Aufzeichnen einer einfachen Durchdringung mit zugehöriger Abwicklung.

2 Die Skizze ist von freier Hand (Kreise mit. Zirkel) anzufertigen.

3. Beurteilung und Notengebung : Art. 1 5 .

. . . . . .

Beurteilung der Arbeitsprüfung ...

: 1 Bei der Beurteilung der Arbeiten sind Güte (Genauigkeit und fachgemässe Ausführung), Arbeitsweise (Aufbau und Handfertigkeit) und die auf dieArbeit verwendete Zeit (Arbeitsmenge) zu berücksichtigen.

. ;

848 2 Die Prüfungsarbeiten werden in die nachstehenden 6 Positionen aufgeteilt.

Für jede Position ist nur eine Note einzusetzen. In dieser sind sämtliche vorkommenden Arbeitstechniken entsprechend ihrem Schwierigkeitsgrad zu berücksichtigen. Die Positionsnote ist somit nicht einfach als arithmetisches Mittel von verschiedenen Teilnoten zu errechnen, sondern auf Grund der Fertig- ' keiten in den einzelnen Teilarbeiten unter B e a c h t u n g ihrer Wichtigkeit zu schätzen., Pos. 1. Allgemeine Berufsarbeiten, wie Feilen, Meissein, Sägen, Anreissen, Bohren, Senken, Ausreiben, Gewindeschneiden von Hand; Pos. 2. Blechbiegearbeiten, wie Aufreissen von Blechabwicklungen, Biegen von dickeren Blechen; Pos. 3. Blecht reib- und Nie t arbeit en, wie Treiben von dickeren Blechen nach Lehren, Aushalsen von seitlichen Abzweigungen, Warmnieten, Stemmen; Pos. 4. Schweiss- und Schneidarbeiten, wie Gasschweissen und -schneiden, elektrisches Schweissen, elektrisches Senkrecht- und Überkopf schweissen; Pos. 5. Zusammenbauarbeiten, wie Anpassen der vorgeformten Blechstücke, Zusammenbauen und Heften der Einzelteile ; Pos. 6. Schmieden und Härten von Handwerkzeugen und Werkstücken, Anlassen und Schärf en, von Handwerkzeugen.

Art. 16 Beurteilung der Berufskenntnisse und des Fachzeichnens Jede einzelne der nachstehenden Positionen der Berufskenntnisse und des Fachzeichnens ist gesondert zu beurteilen.

Berufskenntnisse Pos. 1. Materialkenntnisse; Pos. 2. Werkzeuge, Maschinen und Vorrichtungen; Pos. 8. Allgemeine Fachkenntnisse.

Fachzeichnen Pos. 1. Technische Eichtigkeit (Darstellung und Projektion); Pos. 2. Mass- und Bearbeitungsangaben (richtige und vollständige Eintragung) ; Pos. 8. Zeichnerische Ausführung (Strich, Beschriftung und Arbeitsmenge).

Art. 17 Notengebung 1

Für jede Position der Arbeitsprüfung und für jede Position in den übrigen Prüfungen ist eine Note nach folgender Abstufung zu erteilen1).

1 ) Anmerkung: Formulare zum Eintragen der Prüfungsergebnisse können bei der Geschäftsstelle des Arbeitgeberverbandes schweizerischer Maschinen- und Metallindustrieller unentgeltlich bezogen werden.

849 Eigenschaft der Arbeit:

Beurteilung

Vorzüglich in jeder Beziehung Zwischennote:.

Gut und zweckentsprechend. .

Zwischennote .

Brauchbar, trotz gewisser Mängel Den Mindestanforderungen nicht e n t s p r e c h e n d . . .

Vollständig fehlerhaft, lückenhaft oder nicht ausgeführt 2

Note

sehr;gut gut bis sehr gut gut;.

": : genügend bis gut genügend ungenügend

l 1,5 2 2,5 8 4

unbrauchbar

5

Weitere Zwischennoten sind nicht gestattet.

3

Die Note in der Arbeitsprüfung, in den Berufskenntnissen und im Fachzeichnen bildet je das Mittel aus den Noten der einzelnen Prüfungspositionen.

Sie ist auf eine Dezimalstelle ohne Berücksichtigung eines Bestes zu berechnen.

4

Auf Einwendungen des Prüflings, er sei in einzelne gründlegende Arbeitsgebiete nicht eingeführt worden, darf keine Bücksicht genommen werden.

Art. 18 Prüfungsergebnis 1

Das Ergebnis der Lehrabschlussprüfung wird in einer Gesamtnote ausgedrückt. Sie wird aus den folgenden vier Noten ermittelt, von denen die Note der Arbeitsprüfung doppelt zu rechnen ist : Note in der Arbeitsprüfung; Note in den Berufskenntnissen; ' Note im Fachzeichnen; Mittelnote in den geschäftskundlichen Fächern.

: 2

Die Gesamtnote ist das Mittel aus diesen Noten (1/5 der Notensumme); sie ist auf eine Dezimalstelle ohne Berücksichtigung eines Bestes zu berechnen.

3

Die Prüfung ist bestanden, wenn sowohl die Note der Arbeitsprüfung als auch die Gesamtnote je den Wert3,0 nicht überschreitet.

4

Zeigen sich bei der Prüfung Mängel in der beruflichen Ausbildung, so haben die Experten genaue Angaben über ihre Feststellungen in das Notenformular einzutragen, das unverzüglich der zuständigen kantonalen Behörde zuzustellen ist. : .

.

' ' Art. 19 Fähigkeitszeugnis Wer die Lehrabschlussprüfung bestanden hat, erhält das eidgenössische Fähigkeitszeugnis, das seinen"Inhaber berechtigt, sich als gelernten Grossa p p a r a t e s c h l o s s e r zu bezeichnen.

850

III. Inkrafttreten Art. 20 Dieses Reglement tritt am 1.November 1955 in Kraft.

B ern, den 14. September 1955.

Eidgenössisches 2284

# S T #

Volkswirtschaftsdepartement Holenstein

Wettbewerb- undStellenausschreibungen, sowie Anzeigen Stellenausschreibungen

Die nachgenannten Besoldungen entsprechen den in Artikel 37 des Bundesgesetzes vom 24. Juni 1949 über das Dienstverhältnis der Bundesbeamten festgesetzten Ansätzen. Gemäss Beschluss der Bundesversammlung vom 22. Dezember 1954 kommen dazu zur Zeit 5,5 % Teuerungszulagen und die gesetzlichen Familienzulagen sowie der Ortszuschlag von Fr. 75.-- bis Fr. 800.-- pro Jahr je nach Zivilstand und Wohnort Anmeldestelle

Vakante Stelle

Erfordernisse

Besoldung Fr.

Eidgenössisches statistisches Amt, Hallwylstr. 15, Bern

Statistiker II

Abgeschlossenes versicherungsmathematisches Hochschulstudium.

Kenntnisse auf dem Gebiete der theoretischen und angewandten Statistik

10300 bis 14800

Statistiker II bzw. Abgeschlossenes Hochschulwissenschaftlicher studium; vollständige AusAssistent bildung in angewandter und mathematischer Statistik. Grundlegende Kenntnisse der Versicherungs- mathematik erwünscht.

Befähigung zu schriftlichen Abhandlungen. Muttersprache Deutsch; gute Kenntnisse der französischen Sprache notwendig

10300 bis 14800 bzw.

8500 bis 13000

Bundesamt für Sozialversicherung Bern

Anmeldungstermin

15. Nov.

1955

(2.).

12. Nov.

1955

(2..)

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Bekanntmachungen von Departementen und andern Verwaltungsstellen des Bundes

In

Bundesblatt

Dans

Feuille fédérale

In

Foglio federale

Jahr

1955

Année Anno Band

2

Volume Volume Heft

43

Cahier Numero Geschäftsnummer

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Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

27.10.1955

Date Data Seite

828-850

Page Pagina Ref. No

10 039 193

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