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2676

Botschaft des

Bundesrates an die Bundesversammlung betreifend die Genehmigung der Rechnungen und der Geschäftsführung der schweizerischen Bundesbahnen für das Jahr 1930.

(Vom 9. Mai 1931.)

Herr Präsident!

Hochgeehrte Herren!

Wir beehren uns, Ihnen den Geschäftsbericht und die Rechnungen der schweizerischen Bundesbahnen für das Jahr 1980 samt dem Bericht und Antrag des Verwaltungsrates zur Genehmigung vorzulegen.

Umfang des Bahnnetzes.

Die Gesamtlänge der von den Bundesbahnen betriebenen eigenen und fremden Linien beträgt 8040,110 km gegenüber 3041,324 km auf Ende 1929.

Die unbedeutende Veränderung ist auf den Übergang der Betriebsbesorgung der Drahtseilbahn Cossonay gare-ville an eine Privatgesellschaft zurückzuführen.

Elektrifikation, Nach einem Jahre des Stillstandes ist auf Grund neubewilligter Kredite im Berichtsjahr die Elektrifizierung der beiden Linien Neuenburg-Le LocleCol-des-Roches und Delsberg-Basel samt der Erstellung der zugehörenden Übertragungsleitungen in Angriff genommen worden, Bauausgaben.

Nach den Angaben auf Seite 58 des Geschäftsberichtes erreichten die Bauverwendunge im Jahre 1930 den Betrag von 79,6 Millionen Pranken gegen 87,3 Millionen im Vorjahr,

536 Die nachfolgende Darstellung gibt eine Übersicht der hauptsächlichste Ausgabesammen im Vergleich mit dem Voranschlag und den Aufwendungen des Vorjahres.

Ausgaben Voranschlag 1930 Ausgaben im Jahr 1930 inbegr. Nachtrag im Jahr 1929

Fr.

  1. Bau neuer Linien.

Genfer Verbindungsbahn. . . . . .

Surbtalbahn B, Neu- und Ergänzungsbauten.

  1. Einführung der elektrischen Zugförderung (Inbegriffen Kraft- und Unterwerke, Leitungen und Nebenarbeiten) Bundesbeitrag 2. Übrige Bauten (allgemeine Kosten, Bahnanlage und feste Einrichtungen): Generaldirektion Kreis l Kreis II .

Kreis III 3. Kollmaterial, mit Inbegriff der elektrischen Fahrzeuge . . ,, . . . .

4. Mobiliar und Gerätschaften . . .

5. Hilfsbetriebe (Materialverwaltung und Werkstätten) Total Bahnbauten A und B . . . .

5,888 5,398

Fr.


Fr.

-- 7,284-

6,117,585 --

10,474,000 3,719,487" ----10,000,000

16,274 11,196,619 11,582,142 18,755,552

19,000 19,082 13,063,200 7,432,282 18,835,500 .10,030,241 18,270,500 7,675,768

33,780,251 2,113,627

40,196,000 1,952,000

16,118,017 1,389,435

924,374 79,447,710

978,800 93,789,000

713,208 37,090,181

C. Verwendungen auî Nebengeschäfte.

129,373 182,000 ·212,654 Die gesamten Bauausgaben von 79,6 Millionen Franken sind je nach der Natur oder dem Stand der Arbeiten dem Baukonto, dem Konto unvollendeter Objekte, dem Konto zu tilgender Verwendungen oder der Betriebsrechnung belastet.

.

Aus der Vergleichung mit dem Voranschlag ergeben sich Minderausgaben namentlich bei den Elektrifikationskosten 4,3 Millionen, bei der Bahnanlage und den festen Einrichtungen 3,6 Millionen, bei der Beschaffung von Bollmaterial 6,5 Millionen; nur beim Mobiliar entstanden 0,2 Millionen Franken Mehrausgaben, so dass die Bauverwendungen insgesamt um 14,3 Millionen Franken unter den veranschlagten Ausgaben geblieben sind.

Unter den im Jahre 1930 vollendeten Bauten sind ausser den Kosten der Neuanschaffung von Rollmaterial folgende Arbeiten hervorzuheben: Die

537 .zweiten Geleise Flamatt-Thörishaus und Delsberg-Courrendlin, der Umbau des Viaduktes bei St. Ursanne, sowie eine Reihe von Ergänzungs- und Erweiterungsbauten, so auf den Stationen Lenzburg, Horgen-Oberdorf, Wädens"wil, Zürich-Wollisbofen, Ziegelbrücke, Heerbrugg, Wallisellen und Sehwanden.

Für die Fortsetzung der Elektrifikation wurden im Berichtsjahre 8,8 Millionen und für die Beschaffung von Lokomotiven und Wagen 15,8 Millionen Franken verausgabt. Im weiteren beliefen sich die Aufwendungen für die im Bau befindlichen wichtigsten Objekte auf: 2,8 Millionen Franken für Umbau und Erweiterung des Bahnhofes Genf, 1,3 Millionen für den Bahnhof Neuenburg, 1,3 Millionen für Chiasso, 4,3 Millionen für den Hauptbahnhof Zürich, 0,9 Millionen für Wädenswil und 0,6 Millionen für Schaffhausen, ferner 0,5 Millionen für die Verlegung des Stückgüterbahnhofes Bern nach Weiermannshaus, 2,9 Millionen für den Rangierbahnhof Basel, 1,3 Millionen für die Auskleidung und Verbesserung von Tunneln auf der Linie Neuenburg-La Chaux-de-Fonds, 0,4 Millionen für die Verbauung des St. Barthélemybaches, sowie schliesslich für die Erstellung zweiter Geleise auf den Strecken Riddes-Sitten 0,4 Millionen, Giubiasco-Chiasso 0,8 Millionen, Lenzburg-Wohlen 1,1 Millionen, RichterswilPfäffikon 2,2 Millionen und Uzwil-Flawil 0,7 Millionen Franken.

Der Anlagekonto der Bundesbahnen beziffert sich mit Inbegriff der unvollendeten Bauten und der zum Schiffahrtsbetrieb auf dem Bodensee gehörenden Anlagen bis Ende 1930 auf 2671,9 Millionen Franken. ' Finanzielle Ergebnisse.

Im Anhang zur vorhegenden Botschaft findet sich ein Auszug aus den Rechnungen und der Bilanz, aus dem die Ergebnisse des Betriebes und der Finanzverwaltung ersichtlich sind. Wir ergänzen diese Nachweise durch die nachfolgenden Erläuterungen und Vergleichszahlen.

Betriebsrechnung.

Die Betriebseinnahmen haben betragen: 1930

1929

1928

in Millionen Franken

von » » » »

159,1 12,4 6,3 204,3 9,

156,2151,44 12,8 12,6 6,2 6,3 217,6 212,7 9,1 8,7

Total Transporteinnahmen von Verschiedenem

891,2 29,3

401,9 29,4

891,7 28,5

Zusammen

420,5

431,3

420,2

413,8 142,946

407,9 146,620

896,2 142,817

Reisenden Gepäck . .

Tieren Gütern Poststücken

Voranschlagssummen Einnahmen auf l km Betriebslänge. .

538 Demgegenüber beliefen sich die Betriebsausgaben, mit Einschluss der Erneuerungskosten, auf : allgemeine Verwaltung 8,1 7,9 7,7 Unterhalt, und Bewachung 50,7 47,9 42.9 Stationsdienst und Zugsbegleitung . .

102,6 99,6 96,5 Fahr- und Werkstättedienst 97,4 93,8 92,5 verschiedene Ausgaben 32,6 31,1 29,0 Zusammen 291,4 280,3 268,6 Voranschlagssummen .

Ausgaben auf l km Betriebslänge . .

288,9 99,055

Als B e t r i e b s ü b e r s c h ü s s e verblieben: im ganzen 129,1 Voranschlagssummen 129,9 Überschuss auf 1.km Betriebslänge. . 43,891 Der B e t r i e b s k o e f f i z i e n t -- das Verhältnis der Ausgaben zu den Einnahmen -- stellt sich auf . . . . . . .

69,3 %

277,6 95,303

268,6 91,285

151;o 180,3 51,317

151,6 127,6 51..532'

65,0 %

63,9 %.

Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Grundlagen für die Berechnung des Koeffizienten mit dem Fortschreiten der Elektrifizierung ändern, weil jeweils die Kapitalzinse und die Erneuerungsrücklagen für das Leitungsnetz neu hinzukommen.

Die oben ermittelten Überschüsse stellen die rohen Betriebsergebnisse dar, indem die Betriebsausgaben auch die aus dem Erneuerungsfonds und andern Spezialfonds gedeckten Kosten enthalten, Der Ausgleich dieser Überlastung der Betriebsrechnung geschieht in der Gewinn- und Verlustrechnung durch einen entsprechenden Zuschuss aus den betreffenden Fonds. Der reine Überschuss ergibt sich damit wie folgt: 1930

Eohe Überschüsse wie oben . . . .

Dazu: Zuschüsse aus den Fonds . . .

Keine Betriebsüberschüsse Unterschied zum Vorjahr

1929 1928 iii Millionen Franken

129,1 18,1

151,0 16,3

151,6 14,8

147,2 --20,1

167,3 +0,9

166,4 +22,0

Die gesamten Betriebseinnahmen weisen gegenüber dem ausnahmsweise günstigen Vorjahr einen Bückgang von 10,8 Millionen Franken oder 2,5% auf.

Bei einer trotz der schlechten Witterungsverhältnisse eingetretenen Vermehrung der Beisendenzahl um 1,7 Millionen auf 128,3 Millionen sind die Einnahmen aus dem Personen verkehr noch um 2,9 Millionen Franken gestiegen -.

53» dagegen ergab der Güterverkehr einen Ausfall von 748,000 Tonnen und 13,6 Millionen Franken in den Einnahmen. Als hauptsächlichste Ursache für die Verminderung der Transportmengen ist die allgemeine Wirtschaftskrise zu nennen, die im Verein mit verschiedenen Tarifermässigungen den empfindlichen Rückschlag bewirkte.

Die Summe der Betriebsausgaben von 291,4 Millionen Pranken übersteigt diejenige von 1929 um 11,1 Millionen oder um rund 4 %. An den Mehrausgaben sind sämtliche Dienstzweige beteiligt, und zwar: die allgemeine Verwaltung mit 0,2, der Unterhalt und die Bewachung der Bahn mit 2,8, der Stationsdienst und die Zugsbegleitung mit 3,0, der Fahr- und Werkstättedienst mit 3,6, die sonstigen Ausgaben mit 1,5 Millionen Pranken. Die Zunahme ist auf die im Berichtsjahre weiterhin vermehrten Fahrleistungen zurückzuführen, die notwendigerweise eine Erhöhung des Personalbestandes sowie der Kosten der Verbrauchsmaterialien und des Unterhalts der Bahnanlagen und des Eollmaterials mit sich brachten.

Aus den angeführten Mindereinnahmen und Mehrausgaben ergab sich ein gegen 1929 um 21,9 Millionen Franken oder 14,5 % geringerer Betriebsüberschuss, der von der im Voranschlag vorgesehenen Zahl jedoch nur um 0,8 Millionen Franken abweicht.

Der Personalbestand im Jahresdurchschnitt nahm um 791 Mann zu; er betrug 1930: 34,198, 1929: 38,402 und 1928: 83,234 Mann.

Die Ausgaben für Löhne, Zulagen, Dienstkleider, Nebenbezüge etc.

an das Personal haben folgende Beträge erreicht: 1930

1929

in Millionen Kranken

für das Personal der vier Dienstzweige . . .

Eücklage mit Rücksicht auf die Änderungen in der Ämterklassifikation für das nichtrubriziert Personal « n Personal der Depotwerkstätten . . .

» » Personal der Hilfsbetriebe und Nebengeschäfte für das Personal der Bauleitungsbureaux und die Arbeiter der Elektrifizierung für Dienstaltersgeschenke und dergleichen. .

.Summe der Bar- und Naturalleistungen Hierzu kommen die Leistungen an die Fürsorgeanstalten : ordentliche Beiträge und Ergänzungseinlagen in die Pensions-, Hilfs- und Krankenkassen Prämien und Zuschüsse für die Unfallversicherung Gesamtaufwendungen für das Personal

1928

150,8

148,8

144,9

-- 18,5 3,1

--· 18,1 3,0

1,5.

19,3 3,2

18,6

17,8

17,»,

0,7 . 0,7 192,4

0,8 0,8 189,3

lu 0,7r 188,6

26,9

27,9

27,4

3,6 222,9

3,6 220,8

3,3 219,3

540

Der Mehraufwand von 2,1 Millionen setzt sich zusammen aus3,1a Millionen Mehrausgaben für direkte Leistungen an das Personal und l Million Minderleistungen der Verwaltung für die Pensions- und Hilfskasse und die Unfallversicherung. Weitere Zuschüsse a n Wohlfahrtseinrichtungen, w i e in den verschiedenen Kapiteln der Betriebsrechnung rubriziert und in den obigen Zahlen nicht Inbegriffen.

Die Mehrkosten für Besoldungen und Löhne ergeben sich aus der Vermehrung des Personalbestandes und den gesetzlichen Gehaltserhöhungen.

Die Totalaufwendungen für das Personal betragen rund 74% der gesamten "Betriebsausgaben.

Einen wichtigen Bestandteil der Betriebskosten bilden auch die Verbrauchsmaterialien der Verwaltung und des Betriebes, wie Bureau- und Druckkosten, Beleuchtungs-, Heizungs und Reinigungsmaterial, sowie namentlich das Brennmaterial der Lokomotiven und Motorwagen und die elektrische .Energie.

Die bezüglichen Ausgaben betrugen 1930: 34,1 Millionen, 1929: 38,0 Millionen und 1928: 32,1 Millionen Franken. Auf die Betriebskraft entfielen hiervon : für das Brennmaterial fUr die elektrische Energie Fr.

Fr.

1980 8,782,338 19,089,584 1929 8,677,801 18,182,860 1928 . . . . . . . 9,302,464 17,198,228 Die Mehrausgabe beim Dampfbetrieb ist auf die erhöhten Kohlenpreise, die durchschnittlich auf Fr. 84. 28 pro Tonne franko verzollt Basel, gegen Fr. 82. 58 im Jahr 1929, zu stehen kamen, diejenige für den Verbrauch von elektrischer Energie auf die vermehrten Fahrleistungen zurückzuführen.

Als weiterer wesentlicher Posten im Materialverbrauch ist im weiteren das Oberbaumaterial für den Unterhalt und die Erneuerung der Geleiseanlagen zu erwähnen, für das im Jahr 1930: 8,7 Millionen, 1929: 8,4 Millionen und 1928: 6,5 Millionen Franken aufgewendet wurden.

An Fahrleistungen sind zu verzeichnen: DampflokomSSESS1" -i -- Lok.-km Lok.-km Lok.-km 1930 16,209,631 34,380,121 50,589,752 1929 16,312,077 32,885,886 -49,197,413 1928 17,108,419 29,290,502 46,898,921 Die im Voranschlag vorgesehenen 50,300,000 Lok.-km wurden somit nur unwesentlich überschritten. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die effektiven Fahrleistungen um 2,83 %. An der Gesamtleistung sind die elektrisch angetriebenen Fahrzeuge zu 68 % beteiligt.

541 Gewinn- und Verlustrechnung.

"Wie aus der beigedruckten Bechnung ersichtlich ist, sind die Gesamteinnahmen von 154,8 Millionen gegen das Jahr 1929 um volle 58,g Millionen Franken zurückgegangen. In erster Linie ist die Einnahmen Verminderung auf den Umstand zurückzuführen, dass in der Eechnung des Vorjahres die Vergütung des Bundes für die außerordentlichen Leistungen der Staatsbahn in den Kriegs- und Nachkriegsjahren von 85 Millionen Franken eingestellt war ; dazu kommt im weiteren der um 21,9 Millionen Franken geringere Uberschuss der Betriebsrechnung. Mehreinnahmen ergaben sich aus dem um 2,0 Millionen höheren Ertrag der "Wertbestände und Guthaben und aus dem grösseren Zuschuss des Erneuerungsfonds von 1,B Millionen Franken.

In den Ausgaben sind Mehrbeträge festzustellen für die Verzinsung der festen Anleihen und der schwebenden Schulden von 0,9 Millionen und für die Tilgung der Werte untergegangener Bahnanlagen von 2,4 Millionen Franken.

Minderbeträge erzeigen, unter "Weglassung der vorerwähnten, zu einer ausserordenthchen Abschreibung auf dem Kriegsdefizit benützten Bundesvergütung, namentlich die Tilgung von Anleihenskosten mit 8a Millionen, die Einlagen der Verwaltung in die Pensions- und Hilfskasse mit 8,0 Millionen und die Speisung des Erneuerungsfonds mit 2,7 Millionen, bei welchem im Vorjahr infolge des günstigen Abschlusses eine Extraeinlage von 8 Millionen Franken gemacht werden konnte.

Gegenüber dem Jahr 1929, das nach ausserordentlichen Tilgungen und Rücklagen von 5,8 Millionen immer noch einen Saldo von 15,o Millionen aufwies, beträgt der Einnahmenüberschuss des Berichtsjahres nur noch 1,6 Millionen Franken. . Dieser wurde, wie die früheren Überschüsse, vom Konto «Zu tilgende Verwendungen, Kriegsdefizit» abgeschrieben.

Bilanz.

Die Bilanzsumme erhöhte sich im Jahre 1930 um 4,4 Millionen auf 3023,3 Millionen Franken.

Bei den Aktiven sind der Baukonto und der Konto der unvollendeten Bauobjekte zusammen um 65,7 Millionen gestiegen, während die zu tilgenden Verwendungen sich einschliesslich der vorgenannten Abschreibung am Kriegsdefizit um 5,8 Millionen und die Wertbestände und Guthaben um 55,ä Millionen Franken verminderten.

In den Passiven zeigen die festen Anleihen eine Abnahme um netto 8,2 Millionen, das getilgte Schuldkapital und die schwebenden Schulden dagegen einen Zuwachs von je 4,9 Millionen und die Spezialfonds einen solchen von 2,8 Millionen Franken.

Kapitalbeschaffung.

Laut Nachweis der Veränderungen im Anlagokapital auf Seiten 120/121 des Geschäftsberichtes erfolgte nur die Ausgabe von Depotscheinen zugunsten der Hilfskasse im Betrage von Fr. 18,7 Millionen und die Eückzahlung von Bundesblatt. 83. Jahrg. Bd. I.

42

542 21,3 Millionen Franken an Obligationenkapital nach Massgabe der Tilgungspläne der betreffenden Anleihen.

Dank des im Yorjahr verfügbar gebliebenen Kapitalüberschusses konnte der Bedarf des Jahres 1930 ohne Beanspruchung des Geldmarktes gedeckt werden.

Pensions-, Hilîs- und Krankenkassen.

In der Pensions- und Hilf skasse hat die Zahl der versicherten Aktiven durch Neuanstellungen um 255 Personen und, infolge der gesetzlichen Besoldungserhöhungen, der Betrag des anrechenbaren Jahresverdienstes um 2,g Millionen Franken zugenommen. Die im Laufe des Jahres eingetretenen Pensionierungen von Invaliden betreffen zirka 100 Bedienstete weniger als im Vorjahr.

Die aus der Sanierungsaktion erforderliche Eeservestellung hat sich im Bechnungsjahr um 5,3 Millionen vermindert, was eine Abnahme des versicherungstechnischen Fehlbetrages auf 822,4 Millionen Franken bewirkte.

Der Krankenkasse waren auf Ende 1980 insgesamt 24,701 Männer und Frauen zugeteilt gegen 22,353 im Jahre 1929. Die Zunahme der Versicherten ist auf den Eintritt von bereits im Dienste gestandenem Personal gemäss Art. 59 der neuen Statuten zurückzuführen. Auf einen Versicherten der "Werkstättenkrankenkassen entfielen durchschnittlich 12,42 (1929 = 14,92) und auf einen Versicherten der Kreiskrankenkassen 12,74 (1929 = 18,43) Krankheitstage; die Verhältnisse haben sich somit etwas gebessert.

Laut Bechnung betrugen die Einnahmen der Kasse Fr, 1,126,849, die Ausgaben Fr. 1,136,178, Die um Fr. 9824 verminderten ^Reserven beziffern sich auf Fr. 474,088.

Schlussbemerkungen und Antrag.

Wir haben bereits unter dem Titel «Finanzielle Ergebnisse» auf die unerfreuliche Tatsache des Bückganges des Betriebsüberschusses um 21,9 Millionen Franken hingewiesen, der sich im Vergleich mit dem ausserordentlich erfolgreichen Jahr 1929 doppelt fühlbar macht.

Die Verschlechterung der Finanzlage, die Ungunst der allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse und die zunehmende Konkurrenz der gtrassenf ahrzeuge, bei denen im Berichtsjahre eine erneute, wenn auch geringere Vermehrung festzustellen war, gebieten der Verwaltung mehr als je ein sparsames Haushalten, dies um so mehr, als die Einnahmenausfälle der ersten drei Monate des laufenden Jahres wiederum ein ungünstiges Ergebnis befürchten lassen.

Der Verwaltung und dem Personal gebührt für ihre dem Unternehmen geleistete Arbeit Anerkennung.

543

Wir empfehlen Ihnen den nachstehenden Beschlussesentwurf des Verwaltungsrates, dem wir beistimmen, zur Annahme und benutzen den Anlass, Sie, Herr Präsident, hochgeehrte Herren, unserer vollkommenen Hochachtung zu versichern.

Bern, den 9. Mai 1980.

Im Namen des schweig, Bundesrates, Der B u n d e s p r ä s i d e n t : Häberlin.

Der Bundeskanzler: Kaeslin.

Beilagen: Beschlussesentwurf.

Auszug aus den Rechnungen und der Bilanz für 1930.

(Entwurf.)

Bundes boschi UNS über

die Genehmigung der Rechnungen und des Geschäftsberichtes der schweizerischen Bundesbahnen für das Jahr 1930.

Die Bundesversammlung der schweizerischen Eidgenossenschaft, nach Einsicht des Geschäftsberichtes und der Rechnungen der Generaldirektion der Bundesbahnen vom 7. April 1931, des Berichtes und Antrages des Verwaltungsrates vom 28. April 1931 an den Bundesrat zuhanden der Bundesversammlung und der Botschaft des Bundesrates vom 9. Mai 1931, beschliesst : Art. 1.

Die Rechnungen des Jahres 1980 und die Bilanz auf 81. Dezember 1980 der Verwaltung der schweizerischen Bundesbahnen werden genehmigt.

Art. 2.

Die Geschäftsführung der Verwaltung der schweizerischen Bmidesbahnen im Jahre 1930 wird genehmigt.

Art. 8.

Der Übertrag des Einnahmenüberschusses der Gewinn- und Verlustrechnung des Jahres 1930 von Fr. 1,594,837. 94 auf das Konto «Zu tilgende Verwendungen» als Abschreibung auf dem Kriegsdefizit wird genehmigt.

544

Auszug aus den

Rechnungen und der Bilanz der schweizerischen Bundesbahnen für das Jahr 1930.

Baurechnung.

Bestand auf 31. Dezember 1929

Bau der Bahn.

I. Allgemeine Kosten . .

II, Bahnanlage und feste Einrichtungen: a. Erwerb von Grund und Rechten . . .

6. Unterbau , . . .

c Oberbau d. Hochbau und mechanische Einrichtungen e, Einrichtungen für die elektrische Zugfördef. Telegrapch, Signale und Sicherungsanlagen .

III. Kollmaterial . . . .

IV. Mobiliar und Gerätschaften V. Hilfsbetriebe (Materialverwaltung, Werkstätten, Kraftwerke) . . . .

Total Baukonto

Fr.

Cts.

Bestand auf

Vermehrung pro 1930

31. Dezember 1930 Cts.

Fr.

Fr.

Cts.

195,679,317 95 -- 4,425,274 42

191,254,043 53

218,422,669 34 659,947,926 90 198,296,279 42

188,285 98 4,456,211 44 1,656,053 50

218,610,956 32 664,404,138 34 199,952,332 92

198,179,220 78

3,114,132 --

201,293,352 78

;

103,846,072 57

1,311,377 82

105,157,450 39

101,384,720 42 509,652,535 31

3,108,497 85 18,183,747 50

104,488,218 27 527,836,282 81

25,475,116 15

1 ,960,923 92

27,436,040 07

264,439,859 61

6,975,313 16

271,415,172 77

2,475,323,718 45

36,624,268 75 2,511,847,987 20

Verwendungen auf Nebengeschäfte.

(Dampfschiffe etc.) . . , .

Gesamttotal

1,408,719 06 2,476,732,437 51

. 88,258 74

1,496,977 80

36,612,527 49 2,513,344,965

545

Betriebsrechnung für das Jahr 1930.

Rechnung 1929

Voranschlag

Fr.

Fr.

Rechnung 1930

1930

Fr.

Cts.

Betriebseinnahmen.

I. Aus dem Personenverkehr , . . 159,120,835 II. Aus dem Gepäck-, Tier- und Güterverkehr . . . .

222 976 382 8,600,000 III. Aus dem Postverkehr 9,080,093 Total der Transporteinnahmen 391,177,311 385,400,000 29,369,062 28,370,000 IV. Verschiedene Einnahmen , , . .

413,770,000 Total der Betriebseinnahmen 420,546,374

156,241,518 151,200,000 236,592,537 225,600,000 9,111,198 401,945,253 29,412,619 431,357,872

96 46

40 82 90

72

Betriebsausgaben.

7,162,206 881,229

I. Aligemeine Verwaltung.

A.

Personalkosten 7,254,600 718,200 B Nebenkosten

8,043,435

7,972,800

9,561,128 1,070,841 35,012,716

.

7255 117 25 945231 12

Total I

8,100,348 37

II. Unterhalt und Bewachung der Bahn, 9,564 000 A Personalkosten 916,200 B. Nebenkosten 36,427,600 C. Unterhalt und Erneuerung der Bahnanlagen . .

9 722 121 43 1,115,907 72

Total II

36 143 457 44 46,981,486 59

III. Stationsdienst und Zugsbegleitung.

98,869,661 97,866,800 A. Personalkosten .

7,164,421 6,422,900 B. Nebenkosten

100 514 653 OS 6,605,831 49

45,644,685

46,907,800

106,084,082 104,289,700

Total III

107,120,484 57

IV. Fahr- und Werkstättedienst.

39,399,421 33,216 100 A. Personalkosten 1,235,983 1,123,000 B Nebenkosten 27,760,296 28,503,000 C. Material- und Kraftverbrauch des Rollmaterials 2,036,414 2,168,000 D. Unterhalt und Erneuerung der mechanische und elektr. Einrichtungen 31,885,819 31,765,000 E. Unterhalt und Erneuerung des Rollmaterials

28,766,060

96,317,933

99,139,960 38

96,775,100

Total IV

33 281 814 92 1 107 190 61

m

2,522,788 13 33,462,106 70

546 Rechnung 1929

Voranschlag 1930

Fr.

Fr.

Rechnung 1930

V. Verschiedene Ausgaben, 2,795,270 2,522,400 A. Pacht- und Mietzinse B , Verlust a u f Hilfsbetrieben . . . .

27,202,667 27,887,400 0. Sonstige Ausgaben Total V 29,997,937 30,409,800

Fr.

Cts.

2,514,119 24 28,745,904 94 31,260,024 18

Zusammenzug der Ausgaben.

8 043,435 7,972,800 I. Allgemeine Verwaltung .

45,644,685 46,907,800 I I . Unterhalt u n d Bewachung d e r 106,034,082 104,289,700 96,317,933 96,775,100 IV. Fahr- und Werkstättedienst . . .

29,997,937 30,409,800 V. Verschiedene Ausgaben . . . .

Total 286,038,072 286,355,200 + 3,705,501 +4,815,300') Bauausgaben zu Lasten der Betriebsrechnung ..

--9,361,542 --7,297,000 Mehreinnahmen für Gemeinschaftsbahnhöfe und Betrieb anderer Bahnen usw.

Total der Betriebsausgaben 280,382,031 283,873,500

8,200,348 46,981,486 107,120,484 99,139,960 31,260,024 292,702,304

37 59 57 38 18 09

+5,194,946 16 --6,477,299 86 291,419,950 39

Rechnungsabschluss.

431,357,872 413,770,000 Total d e r Betriebseinnahmen . . . . 420,546,374 72 Total der Betriebsausgaben: 280,382,031 283,873,500 mit den Kosten zu Lasten der Spezialfonds8) 291,419,950 39 2 ,, ,, ) 273,314,524 07 264,106,332 265,028,600 ohne die Kosten ,, ,, Überschuss der Einnahmen.

150,975,841 129,896,500 mit den Kosten zu Lasten der Spezialfonds2) a ,, ,, ) 167,251,540 148,741,500 ohne die Kosten ,, ,,

') Einschliesslich dea Nachtrages zum Bauvoranschlag pro 1930.

') Ziffer 5 der Einnahmen der Gewinn-

und Verlustrechnung.

129,126,424 33 147,231,850 65

547

Gewinn- und Verlustrechnung für das Jahr 1930.

Rechnung 1929

Voranschlag 1930

Fr.

Fr.

Rechnung 1930

Einnahmen.

Fr.

Cts.

150,975,841 129,896,500 1. Überschuss der Betriebseinnahmen 918,956 600,000 2. Zinsen für die zu Neubauten verwendeten Kapitalien 4,319,156 2,535,000 3. Ertrag der Wertbestände und Guthaben, . . .

. .

52,810 122,300 4. Rohertrag der Nebengeschäfte . .

5. Zuschüsse aus den Spezialfonds : 15,902,394 18 572,000 a . Erneuerung fonds .

. . .

120,721 20,000 6. Feuer- und Unfallversicherungfonds 600,000 c. Fonds zur Deckung von Unfall639,135 renten .

.

6. Betriebssubventionen . . . .

35,683,345 4,400 7 . Sonstige Einnahmen

129,126,424 33

208,612,358 152,350,200

154,831,535 90

Total der Einnahmen des Jahres

Ausgaben.

47,000 47,000 1. Entschädigung für Pachtstrecken .

114,134,985 113,966,000 2. Verzinsung der festen Anleihen, .

931,847 766,000 3. Verzinsung der schwebenden Schulden 569,994 300,000 4. Finanzunkosten Kursverluste etc. .

5. Verluste auf dem Betrieb von Nebengeschäften 47,361,563 9,948,000 6. Tilgungen und Abschreibungen . .

7. Einlagen in die Spezialfonds: 23,409,093 20,813,000 a. Erneuerungsfonds 214,332 b. Feuer- und Unfallversicherungs-215,000 fonds .

. .

831,458 c. Fonds zur Deckung von Unfall776,000 renten . . .

8. Sonstige Ausgaben: a. Subventionen 138,319 139,500 b. Für Verzinsung und Tilgung des 5,722,256 3,235,000 Defizits der Pensions und Hilfs217,346 15,034,165

158,500

c. Verschiedenes .

9. Abschreibung vom Konto ,,zu tilgende Verwendungen, Kriegsdefizit" . .

1,988,200 10. Aktivsaldo auf neue Rechnung . .

208,612,358 162,350,200 Total der Ausgaben des Jahres

646 525 05 6 293 472 14 2,888 78

17,772,760 49 10,078 15 638,085 14 341,311 89

47,000 114,825,942 51 1,129,827 28 664,804 23 11,929,869 11 20,671,015 60 917 608 70

639,513 45 136584 55 2,703,248 80 271,283 73 1,594,837 94 154,831,536 90

548

Bilanz auf 31. Dezember 1930.

Rechnung 1930

Rechnung

1929 Fr.

Fr.

Aktiven.

I. Anlagekonto: CL- Baukonto der Bahn 2,511 847 987 1), Überschuss des Rückkaufpreises über die Anlagekosten . . .

. . .

. .

113,917,355 44 637 312 15 436 562 II Unvollendete Bauobjekte 1,408,719 III. Verwendungen auf Nebengeschäfte . . . .

1,496,977 .

176 999 804 182 835 467 IV Z u tilgende Verwendungen . . .

229,946,141 V. Wertbestände und Guthaben . . . . . .

174,404,705

2 475 323 718 113,917,356

3,018,867,963

I I I 66 457 284 115 807 660 I I I IV.

111 636 240 6,217,391 5,37.7,770

2 713 371 618

3,018,867,963

Total der Aktiven

20

77 24 80 42

23

3,023,304,142 66

Passiven.

Feste Anleihen . . . . . . .

.

2 705 194 264 Getilgtes Schuldkapital . . .

71 369 337 Schwebende Schulden . . . . .

, .

120 705 423 · Spezialfonda : a Erneuerungsfonds .

. . .

.

114230997 ?>, Feuer- und Unfallversicherungsfonds . .

6,424,921 c. Fonds zur Deckung von Unfallrenten. .

5,379,198 Total der Passiven

Cts.

54 89 05 33 32 53

3,023,304,142 66

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung betreffend die Genehmigung der Rechnungen und der Geschäftsführung der schweizerischen Bundesbahnen für das Jahr 1930. (Vom 9. Mai 1931.)

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Bundesblatt

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Jahr

1931

Année Anno Band

1

Volume Volume Heft

19

Cahier Numero Geschäftsnummer

2676

Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

13.05.1931

Date Data Seite

535-548

Page Pagina Ref. No

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