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Schweizerisches Bundesblatt

55. Jahrgang. I.

Nr. 10.

11. März 1903.

Jahresabonnement (portofrei in der ganzen Schweiz): 5 Franken.

Einrückungsgebühr per Zeile oder deren Raum 15 Bp -- Inserate franko an die Expedition.

Druck und Expedition der Buchdruckerei Stämpfli & de,, in Bern,

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Bericht des

Bundesrates an die Bundesversammlung über

seine Geschäftsführung im Jahre

1902

Département des Innern.

I. Zentralverwaltung.

  1. Organisation und Geschäftsgang.

Im Frühling erkrankte ein Kanzlist der Abteilung Inneres so schwer, daß er Unterkunft in einer Heilanstalt suchen mußte.

Da nach ärztlichem Urteil eine baldige Genesung nicht in Aussicht stand, wurde bis auf weiteres ein Ersatzmann eingestellt.

2. Archive und Münzsammlung.

  1. Über die H e l v e t i s c h e A k t e n s a m m l u n g läßt der Jahresbericht sich immer kürzer fassen. Nachdem auf Ende März der Druck des VIII. Bandes zum Abschluß gekommen, ging im Mai das erste .Manuskript für den IX. in die Presse, die bis Ende des Jahres reichlich 90 Bogen erledigen konnte. Einen Teil der Arbeitszeit des Redaktors nahm demgemäß die abschließende Bundesblatt.
  2. Jahrg. Bd. I.

43

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Zurichtung des Materials in Anspruch; der größere Teil konnte jedoch der Registerarbeit gewidmet werden, die nun bis zum VI. Bande vorgerückt ist.

2. Die Arbeiten in den P a r i s e r A r c h i v e n hatten ihren regelmäßigen Fortgang und ergaben quantitativ ein fast gleiches Resultat wie im Vorjahre, indem von drei während der' ganzen Zeit beschäftigten Kopisten 9115 Folioseiten Abschriften geliefert worden sind aus den Jahren 1714 und 1715, und 1730, letztere ausschließlich den Kanton Graubünden betreffend. Am III. Bande der Histoire etc. wurde die Redaktionsarbeit unausgesetzt betrieben.

Sie erweist sich aber so schwierig und zeitraubend, daß die Drucklegung, entgegen der gehegten Erwartung, nicht vor nächstem Herbst in Aussicht steht.

3. Über die historischen A r b e i t e n in I t a l i e n ist folgendes zu berichten: Im Staatsarchiv T u r i n wurden zunächst zu Ende geführt aus der Serie Ville de Genève die ganzen Kategorien 6, 7, 12 und 19; ferner die Parallelen aus den Gesandtschaftsberichten von Spanien. Von den Biïefen schweizerischer Tagsatzungen und Regierungen an das Haus Savoyen wurden 767 aus den Jahren 1561--1830 kopiert, 92 von geistlichen und weltlichen Personen aus der Schweiz, sowie eine Anzahl Gegenbriefe an solche, 234 größere und kleinere Aktenstücke über die diplomatischen Verhandlungen betreffend Genf im 18. Jahrhundert; die Originalbriefe des Gesandten della Monta 1637--1642, des Comte de Vibert 1703, Fielet von Genf 1766--1770, Desjaques von 1767 ; die Gegenbriefe an Vibert für 1703 und an Greisy für 1649/1650 ; endlich 245 Briefe Verschiedener an den Intendanten Mellarède in der Schweiz aus den Jahren 1703--1705.

Im Staatsarchiv M a i l a n d wurden folgende Serien ganz erschöpft: Autografi, Militari, Guerre, Potenze Sovrane, Dispacci Reali, Carteggio diplomatico bis 1476 inklusive, und die Korrespondenz des Bischofs Olgiati von Como, im ganzen zirka 1200 Nummern. In der A m b r o s i a n a sind etwas über 100 Nummern meist aus der Korrespondenz Friedrich Borromeos kopiert worden.

Eine Reise des Direktors unserer historischen Unternehmungen in Italien, des Herrn Kaspar Wirz, nach R o m im Frühjahr unternommen, hatte zunächst den Zweck, die Nunziatura Bologna, und Ferrara auf Akten über die Schweizergarden zu prüfen, doch war das Resultat erfolglos. Bei dieser Gelegenheit wurden auch noch eine größere Anzahl Registerbände des

627

15. Jahrhunderts in den Bereich der Untersuchung gezogen und die betreifenden schweizerischen Stücke kopiert.

Noch mag erwähnt werden, dalS auf Ende des Berichtsjahres als literarische Frucht aus unserm Italiener Unternehmen durch Herrn Wirz ein Band Aktenstücke zu unserer Landesgeschichte veröffentlicht worden ist. Er erschien mit Bundesunterstützung als 22. Band der Quellen zur Schweizergeschichte, welche die allgemeine geschichtsforschende Gesellschaft herausgibt, und trägt den Titel: ,, B u l l e n und B r e v e n aus i t a l i e n i s c h e n Arc h i v e n 1116--1623."· In einer orientierenden Einleitung wird unter anderm eine vollständige Übersicht über die Archivbestände gegeben, soweit sie für unsere Zwecke in Betracht kommen.

Schon früher, im Jahr 1895, hat Herr Wirz als Folge seiner Stellung bei unserer Arbeit in denselben Quellen (1(>. Band), ,,Akten über die diplomatischen B e z i e h u n g e n der r ö m i s c h en E u r i e K u der S c h w e i z 1512--1552a, publiziert.

4. Aus L o n d o n sind an das Bundesarchiv als Ergebnis der Jahresarbeit 12 Faszikel mit Aktenabschriften aus der Zeit von 1720--1736 eingeliefert worden. Es sind zumeist in französischer Sprache abgefaßte Schriftstücke (Briefe, Memoriale etc.), die entweder als Beilagen zu Gesandtschaftsberichten, oder auf direktem Wege an die Regierung nach London gelangten. Die Originale befinden sieh im Archiv des auswärtigen Amtes, das unserm Unternehmen in liberalster Weise geöffnet worden ist. Herr Minister Dr. Bourcart, der seit Beginn der Arbeit im Jahr 1894 dieselbe in ebenso uneigennütziger wie sachverständiger Betätigung leitete, hat sich dadurch um die schweizerische Geschichtsforschung bleibende Verdienste und den besondern Dank des Archivs erworben.

5. Die im B u n d e s a r c h i v ausgeführten Arbeiten betrafen der Hauptsache nach die Weiterführung der im Vorjahre an die Hand genommenen Bearbeitung und Einordnung der Gesandtschafts- und Konsulatsarchive, und es ist deren Abschluß bis auf den größern Rest der Pariser Akten möglich geworden. Inzwischen langte gegen Ende des Jahres ein weiterer Teil des Gosandtschaftsarchivs aus Washington nach Bern, der einstweilen provisorisch zur Aufstellung gelangte. Da die Akten sich in vernachlässigtem Zustande befinden und umfänglich sind, wird deren Bearbeitung ziemlich viel Zeit in Anspruch nehmen. -- Sodann ist auf Jahresschluß mit der periodischen Aktenablieferung der Anfang gemacht worden, indem die Bundeskanzlei und das Industriedopartement ihre Aktenbestände der 16. Amtsperiode, d. h. der Jahre 1894--1896 dem Archiv übergaben, während die übrigen

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Verwaltungen nunmehr sukzessive das gleiche tun werden. Laut Reglement sollen nämlich immer dann, wenn die Akten von drei Amtsperioden oder 9 Jahren auf den Departementsregistraturen sich angesammelt haben, die ältesten 3 Jahrgänge, nach Ausscheidung alles Wertlosen, an das Staatsarchiv abgeliefert werden, und ein solcher Zeitpunkt ist gegenwärtig eingetreten. -- Was an urkundlichem Material und Drucksachen im Laufe des Jahres einlangte, ist jeweilen sofort verzeichnet und an zukommender Stelle eingereiht worden. -- - Die Zahl der Archivbenutzer in loco, d. h. im Lesesaal des Archivs, hat gegenüber dem Vorjahr etwas zugenommen, wogegen die Ausleihekontrolle eine Abnahme aufweist, indem gegen 5403 Stücke des vorigen Jahres nur 3736 zur Aushingabe gelangten, von denen am Schlüsse des Jahres 1317 noch ausstunden.

6. In die M ü n z - und M e d a i l l e n s a m m l u n g sind durch Kauf 5 und durch Schenkung 2 Stücke erworben worden, worunter 'J in Bronze, alle andern in Gold, deren Metallwert Fr. 412 beträgt. Die Geschenke bestehen in der großen bronzenen Krönungsmedaille König Alfons XIII. von Spanien, und in der goldenen 91 Gramm schweren Krönungsmedaille König Eduard VII. von England. Erstere verdankt die Sammlung freundlicher Vermittlung unseres Generalkonsuls Lardet in Madrid, während letzteres eine direkte Gabe der englischen Regierung an den Bundesrat ist.

Diesem Zuwachs gegenüber ist der Abgang einer Goldmedaille aus der Sammlung an das Landesmuseum in Zürich im innern Werte von Fr. 725 zu verzeichnen, so daß sich als Jahresbilanz bei einem effektiven Zuwachs von 6 Stücken eine Wertverminderung von Fr. 313 ergibt. Damit weist der Stand der Sammlung am Jahresende eine Gesamtzahl von 4639 Stücken im ungefähren Metallwerte von Fr. 7919 auf.

3. Bibliothek.

Im Hinblick auf die bevorstehende Übersiedlung der eidgenössischen Zentralbibliothek in die neuen, zurzeit im Umbau begriffenen Räume erschien es notwendig, eine gründliche Revision der Bücherbestände vorzunehmen. Angesichts der bedeutenden Ausdehnung, welche die Bibliothek dermal erreicht hat und die den Einblick in dieselbe immer schwieriger macht, erachteten wir es ferner als geraten, mit den Arbeiten für die Drucklegung eines handlichen Fachkatalogs zu beginnen. Sodann sollte diese Ge-

629 legenheit dazu benützt werden, um auch ein Katalogsupplement herauszugeben, das den Bibliothekzuwachs seit 1899 enthält.

In Anbetracht dieser Arbeiten und, da die Tätigkeit des Bibliothekars durch den regen Bücherverkehr beständig in Anspruch genommen ist, haben wir das Departement ermächtigt, vorn 1. August an bis auf weiteres Herrn Dr. H. Brunnhofer, aus Aarau, Privatdozenten in Bern, in Mitwirkung zu ziehen.

Der letztjährige Bibliothekzuwachs beziffert sich auf ungefähr 900 Bände oder Lieferungen.

Die Bücherausgabe verzeigt gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme von 1440 Bänden. Es sind im ganzen 13,440 Bände oder Stücke aus- und \vieder eingegangen.

Ebenso zeigt der auf Grund der internationalen Übereinkunft vom 15. März 1886 der Bibliothek obliegende Schriftenaustausch mit auswärtigen Staaten eine erhebliche Zunahme. Von den im ganzen zur Umspedition gelangten 18,500 Sendungen entfielen 12,618 auf die Schweiz und 5982 auf das Ausland.

Es waren somit rund 3500 Pakete mehr zu bewältigen als im Vorjahre. Seit dem Jahr 1899 hat sich dieser Tauschverkehr verdoppelt.

Nebstdem sind, wie bisher, die eidgenössischen Publikationen jeweilen an ungefähr 90 bezugsberechtigte, öffentliche Bibliotheken der Schweiz verschickt worden.

II. Vollziehung der Bundesverfassung und eidgenössischer Gesetze.

  1. Ausführung des Art. 27.

Auf den Beschluß des Nationalisâtes vom 19. Dezember 1901 (Bundesbl. 1902, II, 5) dorn der Ständerat in seiner Sitzung vom 19. April des Berichtsjahres beistimmte.; unterbreiteten wir Ihnen unter dem 17. Mai eine Botschaft mit dem Entwurf eines Bundesbeschlusses für Aufstellung eines Zusatzartikels der Bundesverfassung vom 29. Mai 1874. (Bundesbl. 1902, III, 351.)

Der letztere wurde in etwas veränderter Fassung am 1. Oktober vom Ständerat und am 4. desselben Monats vom Nationalrat angenommen.

Hierauf ordneten wir durch Beschluß vom 9. Oktober die Abstimmung des Volkes und der Stände auf 23. November an.

(Zu vergleichen Bundesbl. 1902, IV, 585 bis 590.)

630 Das Ergebnis dieser Abstimmung war ein entschieden zustimmendes und ist näher dargestellt in der Botschaft vom 11. Dezember 1902. (Bundesbl. 1902, V, 806.)

Als Folge dieser Abstimmung unterbreiteten wir Ihnen am nämlichen Tage eine weitere Botschaft mit einem modifizierten Entwurf Bundesgesetz betreffend die Unterstützung der öffentlichen Primarschule durch den Bund. (Bundesbl. 1902, V, 811.)

Die Behandlung dieser Vorlage fällt außerhalb der Grenze des Berichtjahres.

2. Medizinalprüfungen.

Im Personalbestand des leitenden Ausschusses seiner Suppleanten und der Präsidenten der Prüfungssitze von Freiburg und Neuenburg ist keine Veränderung eingetreten.

Das Personal der Prüfungskommissionen ist wesentlich ebenfalls dasselbe geblieben und nur wo Rücktritte oder der Tod Lücken brachten, ergänzt worden. (Zu vergleichen Bundesbl.

1902, I, 713, und IV, 640.)

Sitzungen hielt der leitende Ausschuß am 30. Mai und 13. November in Bern ab. Dieselben waren laufenden Geschäften gewidmet, die nicht wohl auf dem Zirkulationswege erledigt werden konnten. Im ganzen und großen ist, wie der Bericht des Ausschusses sagt, das eidgenössische Medizinalprüfungswesen nach der letzten Revision der Verordnung in eine ruhige Periode getreten.

Dagegen ist die Maturitätsfrage noch hängig. In unserm letzten Berichte ist erwähnt, daß der schweizerische Ärztestand bei unserm Departement des Innern den Wunsch kundgegeben habe, sich auch über die Frage der Gestaltung der Maturitätsordnung aussprechen zu dürfen, bevor dieselbe entschieden werde.

Das genannte Departement erteilte hierauf eine zustimmende Antwort und erhielt dann unter dem 10. April des Berichtjahres eine Eingabe der schweizerischen Ärztekommission, aus der zu entnehmen war, daß bei der Urabstimmung, die unter den in der Schweiz niedergelassenen Ärzten veranstaltet wurde, sich 1302 Stimmen für Beibehaltung des bisherigen Systems und 93 zu gunsten des Vorschlages der eidgenössischen Maturitätskommission ausgesprochen hatten. Von diesen 93 zu gunsten des

631 neuen Systems gefallenen Stimmen sind 38 für die reine Realmaturität und 55 für Herstellung der reinen Gymnasialmaturität mit beiden alten Sprachen als obligatorische Fächer.

Später langte auch noch ein Gesuch der Konferenz schweizerischer Erziehungsdirektoren ein, die ebenfalls den Wunsch kundgaben, es möchte ihnen vor dem Erlaß des neuen Maturitätsreglements Gelegenheit gegeben werden, sich auszusprechen. Sie erhielten die Antwort, daß das Departement bereit sei, die Ansieht der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren über die der neuen Maturitätsordnung zu gebende Grundlage entgegenzunehmen. Am Schluß des Jahres stand diese Ansichtsäußerung indessen noch aus.

Über die während des Jahres stattgefundenen Maturitätsprüfungen für die Medizinalkandidaten und die medizinischen Prüfungen selbst gehen nachstehende Tabellen Auskunft.

Eidg. Maturitäts-Prüfungen 1902.

.


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Ort und 7eit.

Kandidaten.

2 ^5

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J .So

J>s K

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ß=2 -gs

"-S « S, 1f 5*

Zürich 17.-- 20. März:

Einheimische Fremde

19 11

14 7

5 2

2

Lausanne 17.-- 20. März:

Einheimische Fremde

5 2

4 i

1 1

-- .._

Bern 22 -- 24. Sept. :

Einheimische Fremde .

11 9

9 6

2 --

Neuenburg 22.-- 25. Sept.:

Einheimische Fremde

4 6

3 4

1 2

67

48

14

Total

3 .-- -- 5

632

Eidgenössische Medizinalprüfungen 1902.

Basel

1

0

Freiburg

Bern

0

1

1

Prüfungen total .

.

.

Zahnärztl. anatom.-physiolog. .

,, Fachprüfungen .

,,

Prüfungen total

Pharmazeut. Gehülfenprüfgen .

,, Fachprüfungen .

,,

Prüfungen total .

Tierärztl. natunvissenschaftl. .

,, anatom.-physiolog. .

,, Fachprüfungen .

,,

Prüfungen total

Alle Prüfungen total

.

1

0

4 16 5 7 -- 19 5 22 5 1 15 3 8 24 5 63 5 55 13 7 -- 49 10 1 3 1 -- 1 2 1 3 3 1 1 1-- -- 4 2 2 --- 2 4 3 5 6 3 7 -- -- -- -- -- 4 4 5 3 -- -- -- -- 9 1 .--. 18 8 -- -- -- 53 Ì2 ~T2 9 81 22 7 · ..r- '·" 'un-- i ., i "^ ~~6/ "--" t 5 K)3 l 81

Ärztl. naturwissenschaftliche . 30 anatomisch-physiolog. . 12 fl ,, Fachprüfungen .

21 ,,

0

Genf

E

s

J

Lausanne

1 0

Neuenburg

1

0

Zürich

1

0

4 3 3 33 4 7 4 39 1 10 40 3 28 8 3 3 112 8 2 -- -- -- 8 3 4 -- -- 12 3 2 1 -- -- 1 1 4 1 4 4 4 -- -- 5 2 5 12 3 -- -- -- 6 4 6 -- -- -- -- 24 7 35 12 3 J 3 153 20 .^ ··--' ·v~ 6 47 17 11

Total

1

0

119 25 95 14 103 8 317 47 14 7 8 22 7 6 1 17 8 23 9 16 7 11 7 15 1 42 15 404 78 ' v 48 2

144 109 111 364

21 8 29 7 25 32 23 18 16 57 482

633

Die G e s a m t z a h l der im J a h r 1902 v e r s u c h t e n P r ü f u n g e n beträgt 482. Dieselben verteilen sich auf die verschiedenen Prüfungsorte und Berufsarten so, wie es die beiliegende Tabelle zeigt.

Die Zahl von 482 Prüfungen ist die zweitkleinste der letzten 10 Jahre. Es stehen darunter die ärztlichen und die tierärztlichen auf der niedrigsten Stufe der letzten Jahreszahlen, die pharmazeutischen entsprechen ungefähr dem zehnjährigen Durchschnitt; nur die zahnärztlichen haben eine unerhörte Höhe erreicht.

Von den 482 Prüfungen waren erfolglos: 78 -- 16,a %.

Darunter waren : 412 erste Prüfungen mit 60 Durchfällen -- 14,5 °/o 56 zweite ,, = 28,« % n 16 ·n A , n 2 14 dritte ,, "i v> 364 ärztliche ,, 47 = 12,o °/o V) ··) 29 zahnärztliche ,, 7 -- 24,2 % ·n n 32 pharmazeutische ,, 9 = 28,o % V) ·n 57 tierärztliche 15 =-26,3 TI V) ·n in Basel 9 81 = I1,i n ·n ·n 22 Bern 103 = 21,3 V) ·n ·n ·n Fr ei bürg 7 -- n ~n ·n 66 = 18,2 % V) ·n Genf ·n 12 'n Lausanne 47 = 27,7 T) ·n ·n 12 ·n 6 3 = 3:6 ri 11 Neuenburg ·n ·f> 173 20 = 11,6 ·i Zürich V) ·n T) oder mit Abzug der nur in Bern und Zürich stattfindenden tierärztlichen Prüfungen: in Basel 81 Prüfungen mit 9 Durchfällen = 'l 'l 11,1 % Bern 77 -- 18,2 n V) ·o 14 ·n % 7 Freiburg TI n ·n -- 7l 66 = 18,2 % n Genf v> 'n 12 n Lausanne 47 = 27,7 % n ·n ·n 12 n 6 3 = 3:6 11 Neuenburg V) V) ·n 142 Zürich 13 n V) = 9,! % V) 11 Die zwei erfolglosen dritten Prüfungen, welche Exclusio in perpetuum zur Folge hatten, waren ärztlich-naturwissenschaftliche.

% % % % %

634

Nach der H e i m a t waren die Geprüften: A. Schweizer, und zwar aus den Kantonen : Zürich 45 Schaffhausen . .

Bern 60 Appenzell A.-Rh.

Luzern 29 Appenzell l.-Rh.

Uri 2 St. Gallen Schwy/ 12 Graubünden . .

Obwalden 2 Aargau Nidwaiden . . . .

3 Thurgau Glarus 2 Tessin Zug 3 Waadt Freiburg 4 Wallis Solothurn 8 Neuenburg . .

BaseJstadt 41 Genf BaS6lland

3

. .

. .

. .

. .

. .

3 2 2 30 25 31 26 14 34 7 31 30

Total 149

B. Ausländer, und zwar aus den Ländern : Baden 2 Italien Württemberg . . . 3 Rußland Sachsen l Rumänien Reuß j. L l Bulgarien Preußen 6 Kroatien Deutschland -- 13 Österreich l Nordamerika . .

Ungarn 3 Brasilien Holland l England 3 Von den Geprüften waren 16 Damen, und zwar zerinnen und 8 Ausländerinnen.

2 2 l l l . .

4 l ^ , ~ Total _33 8 Schwei-

3. Mass und Gewicht.

Bei Anlaß der Beratung über die Errichtung eines Gebäudes für Landestopographie, im Dezember 1901, haben Sie uns eingeladen, Ihnen eine Vorlage für R e o r g a n i s a t i o n und U n t e r b r i n g u n g der e i d g e n ö s s i s c h e n E i c h s t ä t t e zu unterbreiten, wobei auch auf die Bedürfnisse der Elektrotechnik Rücksicht zu nehmen sei. Unser Departement des Innern ernannte daher zum Studium dieser Frage eine Kommission, bestehend aus den Herren Oberst Bleuler, Präsident, des schweizerischen Schulrates in Zürich, Professor Dr. von Wild in Zürich,

G35

Professor Dr. H. Dufour in Lausanne, Nationalrat Professor Zschokke, Ingenieur in Aarau und Professor Dr. R. Gautier, Direktor der Stornwarte in Genf. Das Eisenbahndepartement delegierte, auf Einladung des Departements des Innern, zu den Verhandlungen der Kommission Herrn Ingenieur Winkler, Direktor der technischen Abteilung des Eisenbahndepartements.

Die Kommission versammelte sich erstmals am 22. Februar und stellte das Gesuch, es möchte der Kommission ein Sekretär mit beratender Stimme beigegeben werden, in der Person des Direktors der eidgenössischen Eichstätte. Auf Wunsch der Kommission wurde ferner zu einem weitern Mitgliede derselben ernannt Herr Dr. P. Chappuis in Basel, welcher lange Jahre Adjunkt im internationalen Bureau für Maß und Gewicht gewesen war.

Leider verstarb am 5. September Herr Professor Dr. von Wild, welcher der Kommission wesentliche Dienste geleistet hatte.

Die Kommission versammelte sich im ganzen dreimal, besprach zunächst die verschiedenen Arbeiten, welche der reorganisierten Eichstätte zufallen sollen, bestimmte die Anzahl und Größe der für die in Aussicht genommenen Arbeiten benötigten Räume und ließ Pläne für das zu errichtende Gebäude ausarbeiten. Sie ernannte eine Subkommission, welche einen Entwurf zu den nötigen gesetzlichen Bestimmungen und zu einem Reglement für die Eiohstätte ausarbeiten solle. Die Krankheit und der Hinscheid des Herrn von Wild, welcher zum Mitglied dieser Kommission bestimmt worden war, sowie anderweitige Umstände, worunter die Wahl des Herrn Zschokke zum Präsidenten des Nationalrates, verzögerten in etwas die Arbeiten, welche aber im laufenden Jahr gefördert werden sollen.

Das Militärdepartement hatte darauf aufmerksam gemacht, daß in einzelnen Kantonen die W a g e n , G e w i c h t e und M a ß e , welche sich in K a s e r n e n und F e s t u n g e n befinden, durch die Eichmeister nicht regelmäßig kontrolliert werden. Da aber durch den Gebrauch unrichtiger Wagen, Gewichte oder Maße leicht Konflikte mit den Lieferanten entstehen könnten, so erließ unser Departement des Innern am 15. April ein Kreisschreiben an die Kantonsregierungen, worin dieselben ersucht wurden, ihre Eichmeister anzuweisen, auch die Wagen, Gewichte und Maße, welche sich in den Kasernen und Festungen befinden, bei Anlaß der periodischen Nachschau, ebenfalls zu prüfen, und im Falle vorgefundener Unrichtigkeiten, der betreffenden Verwaltung Mitteilung zu machen.

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Eine Kantonsregierung hatte bei unserm Departement des Innern die Anfrage gestellt, ob sie nicht, gestützt auf Art. 21 des Bundesgesetzes über Maß und Gewicht, vom 3. Juli 1875, welcher spezielle Vorschriften über den Verkauf von Lebensmitteln und Brennmaterialien den Kantonen überläßt, verlangen könne, daß B i e r f l a s c h e n , welche ungefähr l 1. halten und den Schein erwecken, als ob es Literflaschen seien, geeicht sein sollen, obschon Art. 14 der Vollziehungsverordnung über Maß und Gewicht vom 24. November 1899 .bestimme, daß die Bierflaschen nicht eichpflichtig seien. Nachdem unserm Departement noch eine Flasche eingesandt worden war, auf welcher die Bezeichnung ,,l Liter01 in die Flasche selbst, und zwar mit großen Buchstaben eingepreßt war, und welche um nahezu 0,5 dl. zu klein gefunden wurde, mußte das Departement anerkennen, daß eine solche Bezeichnung sehr leicht zu Mißbräuchen führen könnte. Das Departement entschied daher, daß die betreffende Regierung, gemäß dem ersten Alinea des zit. Artikels 14, berechtigt sei, zu verlangen, daß wenn Bier per Liter verkauft, aber in Flaschen abgegeben werde, diese Flaschen geeicht sein sollen.

Im Jahr 1902 hatte sich unser Departement mit 16 Fällen von E i n f u h r g e e i c h t e r G l a s g e f ä ß e zu beschäftigen. In 3 Fällen hatte der Adressat die Annahme der Gefäße verweigert.

In 3 Fällen wurden alle Gefäße richtig gefunden und mit den vollständigen Eichzeichen versehen. Bei 9 Sendungen waren eine Anzahl von Gefäßen zu klein ; während die richtigen vollständig bezeichnet wurden, wurden die zu kleinen Gefäße konfisziert.

Die Anzahl der zu kleinen Gefäße war sehr verschieden, sie varierte zwischen 2 und 86 °/o der eingesandten Gefäße. Im letztern Fall wurden alle Gefäße dem Absender zurückgesandt.

Eine Sendung konnte dem Adressaten nicht ausgehändigt werden, da derselbe inzwischen abgereist war.

I n s p e k t i o n e n über Maß und Gewicht fanden statt in den Kantonen Luzern, Uri, Schwyz, Ob- und Nidwaiden. Während im ganzen die Ordnung im Maß- und Gewichtswesen in den Kantonen Luzern und Unterwaiden eine befriedigende war, mußte in den Kantonen Uri und Schwyz namentlich gerügt werden, daß die Vorschrift des Bundesgesetzes über Maß und Gewicht, wonach mindestens alle drei Jahre eine allgemeine Nachschau abgehalten werden soll, zu wenig beachtet wird. Im Kanton Uri hatte allerdings die Nachschau kurz vor der Inspektion noch stattgefunden, so daß auch dort die Verkehrsmaße, Gewichte

637

und Wagen in einem ordentlichen Zustand waren, wogegen im Kanton Schwyz sehr viele Mängel in den Verkehrsmaßen gefunden wurden. Mehrere etwas gleichgültige Eichmeister mußten den Behörden verzeigt worden, damit dieselben angehalten werden sollten, ihre Pflichten gewinsenhafter zu erfüllen.

Die neuen einheitlichen S t e m p e l sind nun, soweit es wenigstens die eigentlichen Eichstätten betrifft, vollständig eingeführt. In einzelnen Kantonon sind dagegen die Faß-Sinner noch nicht mit neuen Stempeln versehen worden, was aber hoffentlich in Bälde geschehen wird. In 85 Sendungen wurden 230 Pakete (von 1000 Stück) Eichnügel abgesandt.

E i c h m e i s t e r k u r s e an neu gewählte Eichmeister wurden zwei abgehalten, am ersten Kurs im Frühjahr beteiligte sich ein Eichmeister aus dem Kanton Waadt, ein Landwirt. Im Kerbst nahmen 4 Eichmeister teil, je einer aus den Kantonen Zürich, Nidwaiden, Freiburg und Waadt, worunter l Mechaniker, l Spengler, l Küfer und l Kanzleibeamter.

Während des Jahres 1902 wurden 13 F a b r i k m a r k e n , welche auf Wagen angebracht werden sollen, auf der eidgenössischen Eichstätte nach Vorschrift deponiert, während eine Marke, infolge Aufgeben des Geschäfts, gelöscht wurde. Von den neuen Eintragungen gehören 7 der Schweiz, (> dem Ausland an. Die Gesamtzahl der eingetragenen Marken beträgt auf 31. Dezember 1902 73, wovon 42 schweizerischen, 31 ausländischen Fabrikanten angehören.

in. Gesetzgeberische Arbeiten.

  1. Mit Botschaft vom 2cS. Februar unterbreiteten wir Ihnen einen Entwurf, Bundesbeschluß, betreffend die Erweiterung desjenigen vom 27. Juni 1890 über die Errichtung eines schweizerischen Landesmuseums (Bundesbl. 1902, I, 900).

Derselbe wurde von Ihnen in der Sommersession in Behandlung gezogen und unter dorn 5. und 21. Juni angenommen. Die Referendumsfrist, der er unterstellt wurde, blieb unbenutzt, worauf wir ihn unter dem 3. Oktober auf 1. Januar 1903 in Kraft erklärten (A. S. n. F., XIX, 246).

2. In betroff der Ihnen über die Unterstützung der Volksschule durch den Bund O gemachten Vorlagen erlauben wir uns O ani' Seite 629 hiervor zu verweisen.

638 3. Unter dem 4. Dezember erstatteten wir Ihnen den durch das Postulat Nr. 555, vom 13./29. Juni 1898, verlangten Bericht, betreffend die Ausdehnung der Bundesunterstützung auf die andern Kunstzweige als die bildenden Künste (Bundesbl. 1902, V, 738). Die Behandlung dieser Vorlage fällt nicht mehr in das Berichtsjahr.

Ebenso harrt noch Ihrer Behandlung unsere Vorlage vom 15. März 1901 über das Postulat Nr. 516 betreffend Abänderung des Art. 32bis der Bundesverfassung (Hinaufsetzung des steuerfreien Verkaufsminimums nicht gebrannter geistiger Getränke, (Bundesbl. 1901, II, 205).

Von uns wurden erlassen : Am 10. Januar ein Reglement betreffend die Kassen- und Rechnungsführung der Berset-Müllerstiftung (A. S. n. F. XIX, 24).

Am 17. März ein Reglement für die schweizerische Pharmakopökommission (A. S. n. F. XIX, 65).

IV. Ausstellungen und Kongresse des In- und Auslandes.

Auf offizielle Einladungen hin beteiligten wir uns an folgenden auswärtigen wissenschaftlichen Zusammenkünften : 1. An der II. vom 1.--6. März in Brüssel stattgefundenen internationalen Konferenz für die Verhütung der Syphilis und der venerischen Krankheiten ; durch Delegation der Herren Professoren Dr. Jadassohn in Bern und Dr. Oltramare in Genf.

2. An einer fernem internationalen Konferenz ebenfalls in Brüssel (vom 15.--20. September) zur Vereinbarung einheitlicher Vorschriften für die Bereitung der stark wirkenden Arzneimittel.

An diese ordneten wir ab drei Mitglieder der schweizerischen Pharmakopökommission ; nämlich Herrn Direktor Dr. Schmid, Präsident derselben, sowie die Herren Professor Dr. Tschireh in Bern und Apotheker C. Bührer in Ciarens. Es nahmen indessen nur die zwei letztgenannten Herren an der Konferenz teil.

3. An der dritten, am 25. und 26. September in Düsseldorf stattgefundenen ,,Deutschen Tagung für Denkmalpflege"1 durch Abordnung des Herrn Professor Dr. Zemp, Präsidenten

639

der schweizerischen Gesellschaft für Erhaltung historischer Kunstdenkmäler.

Die Berichte oben bezeichneter Delegierten werden Ihren Kommissionen zur Verfügung gehalten.

An diese Mitteilungen erlauben wir uns, eine weitere anzuschließen, die mit der Teilnahme an auswärtigen Kongressen in Verbindung steht. Sie betrifft die Veröffentlichung der Studien, welche die Herren Serainardirektor Guex in Lausanne und Erziehungssekretär Zollinger in Zürich in ihrer Eigenschaft als unsere Abgeordneten an einige pädagogische Kongresse und an die Weltausstellung in Paris 1900 im verflossenen Jahre nun veröffentlicht und für deren Druck wir in der Botschaft vom 25. 31ärz 1902 (Bundesbl. 1902, II, 413) einen Extrakredit bei Ihnen nachgesucht haben. Von diesen Berichten ist derjenige des Herrn Seminardirektors Guex in französischer Sprache verfaßt und umfaßt unter dem Titel ,,Erziehung und Unterricht1'22 Bogen großoktav mit zahlreichen Illustrationen; derjenige des Herrn Erziehungssekretärs Zollinger in deutscher Sprache (einschließlich der Illustrationen 25 Bogen oktav umfassend), behandelt die ,,Bestrebungen auf dem Gebiete der Schulgesundheitspflege und des Kinderschutzes"1. Beide Arbeiten sind durch unser Departement des Innern in einer angemessenen Anzahl Exemplare an die kantonalen Erziehungsdepartemente verteilt worden.

Ferner sehen wir uns mit bezug auf die im Geschäftsberichte von 1892 (Bundesbl. 1893, I, 451) enthaltenen Mitteilungen über die Einführung einer vereinfachten Orthographie bewegen, hier ergänzungsweise noch der Vorkehren zu gedenken, zu denen wir durch eine im Jahre 1901 in Berlin stattgefundene Orthographiekonferenz, die von den deutschen Staaten und Österreich beschickt war und deren Verhandlungsprotokoll uns offiziell zugestellt wurde, veranlaßt worden sind.

Nach jener Konferenz richtete der Verband der schweizerischen Presse, der Verein schweizerischer Buchdruckereibesitzer, der schweizerische Typographenbund und der schweizerische Buchhändlerverein eine Eingabe an unser Departement des Innern, worin ausgeführt wurde, daß die Konferenz in der Vereinfachung der deutschen Rechtsschreibung einen Schritt weiter gegangen sei als seinerzeit die schweizerische. Sie habe nämlich beschlossen :

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  1. Das Dehaungs-,,ha nach ,,ta im Anlaut bei allen ursprünglich deutschen Wörtern gänzlich fallen zu lassen.
  2. Die deutsche Schreibung in eingebürgerten Fremdwörtern, besonders wo es sich um Ersetzung des ,,c"1 durch ,,ka und ^ handelt, zu begünstigen.

An diese Mitteilung knüpfte die Eingabe das Gesuch, es möchten diese weitergehenden Punkte von der Bundesverwaltung adoptiert, und es möchten auch die Regierungen der beteiligten Kantone eingeladen werden, sie anzunehmen. Die Petenten selbst erklärten, daß alle ihre Mitglieder in den von ihnen ausgehenden Publikationen diese revidierte und konsequentere Orthographie sogleich zur Grundlage nehmen werden.

Das Departement des Innern entsprach dem Begehren soweit es die Anfrage der Kantone betraf, und es zeigte sich hierauf eine allgemeine Zustimmung der letztern.

Nach Kenntnisnahme hiervon faßten wir entsprechend einem Antrage unseres Departements des Innern am 18. Juli folgenden Beschluß : y,Die von der deutschen Orthographiekonferenz in Berlin vom 17.--19. Juni 1901 angenommenen Vereinfachungen der deutschen Rechtsschreibung, nämlich : ,,1. Abschaffung des Dehnungs-^h11 nach ^ im Anlaut aller ursprünglich deutschen Wörter, und ,,2. Begünstigung der deutschen Schreibung eingebürgerter Fremdwörter, besonders wo es sich um Ersetzung des ,,c"1 durch ,,k a und ,,za handelt, werden auch für die Orthographie der schweizerischen Bundes Verwaltung angenommen und sollen forthin in den Publikationen und sonstigen Schriften angewendet werden.

,,Gestützt hierauf und die allseitig zustimmenden Erklärungen der Regierungen der Kantone wird erklärt, daß die Schweiz der durch die genannte Konferenz aufgestellten deutschen Rechtsschreibung, wie solche in der in diesem Jahre erschienenen 7. Auflage des orthographischen Wörterbuches der deutschen Sprache von Dr. Konrad Duden enthalten ist, beitrete."

Damit dürfte nunmehr eine Einheit in der Rechtschreibung für das ganze deutsche Sprachgebiet erzielt sein.

Endlich haben wir mit bezug auf die im Geschäftsbericht des Vorjahres (Bundesbl. 1902, II, 37) erwähnte Beteiligung an

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der Versammlung der internationalen seismologischen Gesellschaft in Straßburg noch zu bemerken, daß wir auf eine Anfrage der K. deutschen Gesandtschaft, ob wir geneigt wären, uns an der Einrichtung einer internationalen Erdbebenforschung zu beteiligen und die voraussichtlich im Frühjahr 1903 abzuhaltende konstituierende Versammlung fachmännisch zu beschicken, unter dem 26. September eine zustimmende Antwort erteilt und am 29. Dezember auf den Vorschlag der meteorologischen Kommission dann die Herren Professoren Dr. F. A. Forel in Morges und Dr. A.

Riggenbach in Basel als Delegierte an die angedeutete Versammlung erwählt haben.

V. Werke der öffentlichen Gemeinnützigkeit.

  1. Schweizerische naturforsckende Gesellschaft.
  2. Geodätische Kommission.
  3. Der Personalbestand dieser Kommission hat im Berichtjahre keino Änderung erlitten. Die Kommission hielt ihre ordentliche Jahressitzung am 19. April in Bern ab; außer dieser hat sie im Verlaufe des Jahres eine gewisse Anzahl Geschäfte auf dem Wege der Zirkulation der Akten erledigt. Nebst anderm wurde ein Programm für ihre gesamten Arbeiten der nächsten Zukunft studiert. Unter gefälliger Zustimmung des Direktors des Zentralbureaus der internationalen geodätischen Vereinigung, wurde der Ingenieur der Kommission letzten Frühling auf 6 Wochen an das preußische geodätische Institut nach Potsdam geschickt, um daselbst neue Apparate zu studieren und sich mit neuen Methoden für die Pendelbeobachtungen vertraut zu machen. Diese Ausbildung in Potsdam war Herrn Niethammer für seine weitern Arbeiten sehr förderlich.

II. Geodätische Arbeiten. Nach dem Aufenthalt in Potsdam wurden diese vom genannten Ingenieur entsprechend dem von der Kommission in der Sitzung im April aufgestellten Programm durchgeführt. Indessen mußten einige Punkte desselben wegen Militärdienst, den Herr Niethammer im Herbst zu machen hatte, beiseite gelassen werden. Er hat folgende Operationen ausgeführt : 1. Pendelmessungen auf den Stationen Zermatt, Riffelberg, Gornergrat, Betemps-Hiitte, Schwarzsee., Randa, St. Nikiaus und Bundesblatt. 55. Jahrg. Bd. I.

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6-12 Visp. 2. Breitenbestimmung auf dem Riffelberg. 3. Anschlußmessungen in Basel und Zürich für die Schwerebestimmung.

III. Die Präzisions-Nivellements, welche bis 1893 unter Leitung der Kommission ausgeführt wurden, sind von diesem Zeitpunkte an vom eidgenössischen topographischen Bureau aufgenommen und gemäß Übereinkommen mit der geodätischen Kommission, gegen Ausrichtung eines jährlichen Beitrages fortgeführt worden.

Das nähere über diese Arbeiten ist daher in dein Berichte des genannten Bureaus zu finden 5 es sei nur bemerkt, daß im Berichtjahre auf einer Länge von 250 km. die Versicherung schon unter der Kommission nivellierter Linien durchgeführt wurde.

Auch wurden 124 km. fortlaufende und Anschlußnivellements ausgeführt.

Das topographische Bureau hat ebenfalls seine Publikation ,,Die Fixpunkte des schweizerischen Präzisionsnivellements" fortgesetzt, welche eine Ergänzung der frühern Veröffentlichungen der geodätischen Kommission sind. Es wurden die Lieferungen 13 und 14 herausgegeben.

Endlich hat das genannte Bureau eine bedeutende geodätische Arbeit des Herrn Dr. Hilfiker über ,,Untersuchung der Höhenverhältnisse der Schweiz im Anschluß an den Meereshorizontct veröffentlicht. In der 9. Lieferung der ,,Fixpunkte des schweizerischen Präzisionsnivellements"1, von 1891 hat die geodätische Kommission die absolute Höhe von Pierre du Niton auf 373,54 m.

angenommen. Herr Dr. Hilfiker gibt sie nun auf 373,e ni. an.

Diese Ermittlung wird voraussichtlieh neuen schweizerischen Kartenwerken zu Grunde gelegt werden, und zwar in Ersetzung derjenigen von 376,86 m., die schon seit langem als ungenau erkannt worden war.

b. Geologische Kommission.

Auch diese ist in ihrem Personalbestand während des Berichtsjahres unverändert geblieben. Sie hielt zwei Sitzungen, den 10. Mai und 6. Dezember in Zürich ; neben denselben wurde eine Anzahl Geschäfte durch Präsidialentscheid erledigt.

An wissenschaftlichen Publikationen gelangten zur Herausgabe:

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  1. Rollier: Carte géologique des environs de Montier; 1 : 25,000, umfassend die Siegfriedblätter 106--109.
  2. Rollier : Carte géologique des environs de Bellelay ; 1 : 25,000, umfassend die Siegfriedblätter 102--105.
  3. Mühlberg: Geologische Karte der Lägern; l : 25,000, umfassend die Siegfriedblätter 37, 39, 40 und 42. Hierzu gehört ein Heft ,,Erläuterungen" vorf 28 Seiten 8°.
  4. Buxdorf: Geologie von Gelterkinden und Umgebung.

Diese Arbeit bildet die Lieferung XI oder neuen Folge der Beiträge und enthält IX, 106 S., l geologische Karte (Blatt 31 des Siegfriedatlas) in l : 25,000 und zwei Profiltafeln.

5. Ritteuer : Etude géologique de la Côte-aux-Fées et des environs de Ste. Croix; als Lieferung XIII der neuen Folge der Beiträge, VI und 116 S., l große geologische Karte in l : 25,000, welche die Siegfriedblätter 282 und 283 ganz und von 290 die nördliche Hälfte umfaßt, dazu vier Tafeln Profile und Ansichten.

Eine bedeutende Anzahl weiterer Arbeiten sind in Vorbereitung.

c. Denkschrifienkommission und andere mit deren Aufgabe in Beziehung stehende Arbeiten.

Die Denkschriftenkommission hat zu Anfang des Jahres als zweite vermehrte und verbesserte Auflage des B a n d e s X X X V der D e n k s c h r i f t e n veröffentlicht eine zweite Auflage der Monographie dos Dr. Niesch und Mitarbeiter über ,,das Schweizersbilda.

Ferner hat sie zur Veröffentlichung von denselben Autoren übernommen eine umfangreiche Arbeit über die ,,Höhle im Dachsenbüel".

D a r s t e l l u n g d e r K r y p t o g a m e n f l o r a d e r Schweiz.

Der Bundesbeitrag an dieses Unternehmen pro 1902 (Fr. 1200) wird zusammen mit demjenigen für 1903 vollständig aufgebraucht werden für die Herausgabe einer größern Arbeit des Herrn Professor Dr. Martin in Genf, über den ,,Boletus subtomentosus (Röhrenschwamm Ziegenlippe) de la Région Genevoise'1' mit 18 kolorierten Tafeln. Die Kosten dieser Publikation sind auf Fr. 2250 veranschlagt.

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Die R e v u e suisse de Z o o l o g i e (Herausgeber Herr Professor Dr. Bédót in Genf), das Publikationsorgan der zoologischen Gesellschaft, veröffentlichte im Berichtsjahre acht Arbeiten über die schweizerische Fauna (Bundesbeitrag Fr. 1500). Für das Nähere verweisen wir auf die Zeitschrift selbst.

Untersuchungen über das V o r k o m m e n und die Eigenschaften der mineralogischen Rohstoffe der S c h w e i z . Die geotechnische Kommission versammelte sich anfangs Dezember zu einer Sitzung in Zürich, zur Entgegennahme des üblichen Jahresberichtes, zur Beratung und Budgetierung des nächstjährigen Arbeitsprogramms und der Rechnung über das Berichtsjahr. Die Kommission erfuhr nach ihrem Wunsche eine Erweiterung durch die Wahl des Herrn Professor Dr. F. Schule, Direktor der eidgenössischen Materialprüfungsanstalt in Zürich.

Die Arbeiten der Kommission bestehen in folgendem : a. Rohmaterialkarte der Schweiz. Entsprechend dem früher genehmigten Programm haben Herr Professor Schmidt und Konsorten in Basel die Kartierung der schweizerischen Erzlagerstätten und der bündnerischen Mineralquellen in l : 50,000, beziehungsweise l : 100,000 abgeschlossen und damit ein annähernd vollständiges Verzeichnis der einschlägigen Literatur hergestellt.

Die Eintragung der alpinen Kohlenlager, 85 an der Zahl, konnte beendigt werden. Herr Professor Schmidt wurde beauftragt, im Laufe 1903 auf einem Kartenblatte in l : 100,000 zu vereinigen die Vorkommnisse an Kohlen, Asphalt, Torf, Erze, Salz und Mineralquellen, unter Beigabe eines kurzen erläuternden Textes.

b. Monographische Bearbeitung der schweizerischen Tonlager. Durch die 6 Geologen der Gesellschaft wurden 86 Tonlager untersucht und beschrieben, die sich auf 49 Betriebe verteilen, wobei 98 Tonproben zur Ablieferung gelangten. Im Jahre 1903 sollen diese Untersuchungen abgeschlossen werden.

Um wo möglich kein Tonlager unberücksichtigt zu lassen, sollen alle 3174 Gemeinden der Schweiz durch- Zirkular um Auskunft über die in ihnen etwa vorhandenen Tonlager angegangen werden. Von den bis Ende des Jahres eingelangten Tonproben sind chemisch und technologisch durchgeprüft 122; 77 stehn in Untersuchung und 15 sind erst noch in Angriff zu nehmen.

c. Publikationen. Der Band über die Molassekohlen der Westschweiz von Dr. Kißling (Bern), hergestellt auf Kosten der Kohlenkommission, mußte im Drucke bis zur Rückkehr des Verfassers von Sumatra sistiert werden und wird nun erst 1903 erscheinen.

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Concilium bibliographicum des Herrn Dr. Fild in Z ü r i c h . Aus dem gedruckten Bericht über das Unternehmen geht hervor, daß, obwohl das verflossene Jahr in mancher Beziehung für die normale Tätigkeit des Instituts nicht gerade ein günstiges war, doch das Ergebnis ein sehr befriedigendes ist.

Die Zahl der ausgegebenen Primärzettel ist folgende : Paläontologie 1436, allgemeine Biologie 93, Mikroskopie, Technik 107, Zoologie 11,059, Anatomie 1224, Autorenkatalog 6727; total 22,548 (1901:21,946). Diese Zettel enthalten vollständige bibliographische Auskünfte über alle Publikationen, die der Aufnahme in die Bibliographie wert befunden wurden. Daneben gelangen noch sogenannte Supplementärzettel zur Herausgabe, und zwar in zwei Kategorien: 1. kleine Notizen, wie sie beispielsweise in vielen entomologischen Zeitschriften gefunden werden und gelegentliche Funde, Notizen über Lebensweise, Variation und ähnliche Beobachtungen betreffen. 2. Aufzeichnungen aller der seit Januar 1901 aufgestellten neuen Spezies, Genera, Namen etc.

Alle diese Karten verfolgen den Zweck, den Fachmann auf die schnellste und müheloseste Weise über alle Publikation in den angedeuteten Fächern zu orientieren. Für das Nähere über die Tätigkeit dieses scharfsinnig angelegten und sorgfältig geleiteten Unternehmens verweisen -wir auf den gedruckten Bericht selbst.

d. Arbeitstisch am internationalen zoologischen Institut des Herrn Professor Dr. Dohrn in Neapel.

Derselbe wurde im Berichtsjahre von drei Studierenden besucht; außerdem benutzte ihn auch Herr Professor Dr. Bédot von Genf um seine Arbeiten über die Hydroiden des Golfes von Neapel fortzusetzen.

Vom 25. Februar bis'. 25. April arbeitete Herr Dr. Ernst, Assistent am botanischen Institut der Universität Zürich über Siphoiieen und Meeresalgen überhaupt.

Vom 14. Juli bis 25. August war Herr Dr. Stingelin, Gymnasiallehrer in Ölten, am Institut, um einen allgemeinen Einblick in die Meeresfauna zu erhalten, die große Zahl der verschiedensten Tierformen, die zur Verfügung gestellt wurden, lebend zu beobachten, zu zeichnen und an Hand der einschlägigen Literatur zu studieren und zu präparieren ; speziell wurden von ihm einige pelagische Tierformen, deren Kenntnis zur Abfassung einer größern Arbeit notwendig war, untersucht. Neben Herrn Dr. Stingelin

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war zeitweise, d. h. vom 1. August bis 1. Oktober, Herr Cand.

phil. Spillmann aus Zürich noch in der Station mit Studien über das spezielle Thema der Kreislaufsorgane niederer Mollusken beschäftigt.

2. Die übrigen mit Subventionen unterstiizten Gesellschaften.

  1. Allgemeine geschichtsforschende Gesellschaft der Schweiz.

Von der Publikation ,,Quellen zur Schweizergeschichte" ist der umfangreiche Band XXI, enthaltend Quellen und Breven aus italienischen Archiven, besorgt von Kaspar Wirz, vollendet und ausgegeben worden.

Nebstdem wurde die Arbeit am Band XV, von dem die erste Hälfte 1899 erschien, ,,Das Habsburgische Urbarü weiter gefördert und ebenso am letzten (3.) Bande der mit einem Extrabeitrage unterstützten Herausgabe der ,,Urkunden zur Schweizergeschichte aus österreichischen Archiven".

b. Schweizerisch-deutsches Idiotikon.

Im Bestände des geschäftsleitenden Ausschusses hat das Berichtsjahr keine Änderung gebracht. Dagegen schied aus der Redaktion zu Ende des Berichtsjahres Herr Dr. R. Schoch, Professor an der Kantonsschule, jedoch nicht um damit sein Verhältnis zum Idiotikon ganz zu lösen, indem er als Hülfsarbeiter auch fernerhin mit ihm verbunden bleiben wird.

Der Druck des Wörterbuchs ist im Berichtsjahr um 24 Bogen fortgeschritten (Bogen 12--35 des V. Bandes). Ausgegeben wurden die 'Hefte XLV und XLVI, die den Schluß der mit blund einen Teil der mit br- anlautenden Stämme enthalten.

Wenn nicht unvorhergesehene Hindernisse eintreten, wird 1903 dem Abschluß des Buchstabens b (p) nahekommen.

Fürs laufende Jahr in Aussicht genommen und im Berichtsjahr zum Teil vorbereitet, ist die Herausgabe eines Verzeichnisses der

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bis jetzt fürs Wörterbuch ausgezogenen literarischen Quellen samt den dafür gebrauchten Abkürzungen.

Auch im abgelaufenen Jahre hat der Zufluß neuen, teils handschriftlichen, teils gedruckten Materials für die Sammlungen fortgedauert, worüber der Ausschuß den Einsendern seinen Dank ausspricht.

c. Wörterbuch der Mundarten der französischen Schweiz.

Im abgelaufenen Jahre haben sich die Materialien bedeutend vermehrt. Mit Hülfe von ungefähr 80 Mitarbeitern aus allen Teilen der Westschweiz, welche regelmäßig auf Fragebogen antworten, wurden folgende Begriffsgruppen untersucht: die Säugetiere, das Wetter, die Wäsche, die Saat, Garten, Wiese und Feld, Butter- und Käsebereitung, das Terrain. Durch die Redaktoren und einige Hülfskräfte wurden Sammlungen von Wörtern angelegt für den, Westen des Kantons Waadt, das Val-de-Ruz, das Val-de-Travers, den mittleren Teil des Kantons Freiburg, in Leysin (Waadt), in Liddes und Charrat (Wallis) und Develier (Bern). Diese Arbeiten sind teilweise Portsetzungen von früher unternommenen Untersuchungen. Von 20 handschriftlichen Texten oder Wörtersammlungen, die im Laufe des Jahres im Bureau deponiert wurden, sind als besonders wertvoll hervorzuheben : 400 Redensarten und Sprichwörter aus Bpauvillers (Bern), ein vollständiges Verzeichnis der botanischen Namen des Kantons Freiburg (über 2000 Zettel), 2000 Redensarten im GreyerzerDialekt, vermischte Aufzeichnungen über das Patois von Lena (Wallis). Im Bureau fuhr man fort, Handschriften und gedruckte Texte zu exzerpieren. Unter anderm wurde die lange Serie der Jahrgänge des ,,Conteur Vaudoisa in Angriff genommen. Die Gesamtbereicherung des Materials beträgt im Jahre 1902 ungefähr 75,000 Zettel. Mit besonderer Genugtuung ist zu erwähnen, daß die Zahl der Mitarbeiter nunmehr eine konstante geworden ist, und daß dieselben ihre Arbeit gerne und pünktlich verrichten.

Gleichzeitig wurden die Vorarbeiten für den linguistischen Atlas der französischen Schweiz durch vergleichende Aufnahmen in den anstoßenden französischen Departementen Doubs, Jura und Ain, sowie durch nachträgliche Erhebungen auf Schweizergebiet gefördert. Es ist eine möglichst baldige Herausgabe dieses Werkes in Aussicht genommen.

In den konstituierenden Sitzungen des Jahres 1899 war beschlossen worden, daß auch alle geographischen Namen, bis

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zu den Flurnamen hinunter, in den Rahmen der Untersuchunghineingezogen werden sollten. Demgemäß wurde im Berichtsjahre eine Durchforschung auf großer Basis begonnen, deren Resultat vorläufig in der Notierung aller Namen der meisten Gemeinden des Berner Jura und einiger Genfer und Walliser Gemeinden besteht. An der Spitze dieser SpezialUntersuchung steht Herr Professor Dr. E. Muret in Genf. Die Hoffnung, es werden sich diese Materialien zu einem großen wissenschaftlichen Namenwörterbuch der Westschweiz auswachsen, wurde im Hinblick auf die allzugroßen Kosten vorläufig fallen gelassen, und man beschloß, die genannten Arbeiten nur in dem Umfange auszuführen, welche das Glossaire erfordert.

Um Versuche in der für das Glossaire in Aussicht genorn-0 menen Lauttranskription anzustellen, um ferner einige vorläufige Resultate zu veröffentlichen, und den Kreis derjenigen, welche sich für das geplante Werk interessieren, allmählich zu erweitern, begann die Redaktion die Publikation einer kleinen Zeitschrift unter dem Titel ,,Bulletin du Glossaire des patois de la Suisse romande11, von welcher nun der erste Jahrgang vorliegt. Sie enthält in populärer Form Artikel allgemeineren Inhalts über das Wesen und die Geschichte unserer Mundarten, Textproben, sowie Einzeluntersnchungen wissenschaftlichen Charakters.

Das Bureau wurde nach Bern verlegt. Für alles Nähere verweisen wir auf die Jahresberichte der Redaktion des "Wörterbuches.

d. Schweizerische statistische Gesellschaft.

Diese hat im Berichtsjahre nach verschiedenen Richtungen hin eine rege Tätigkeit entfaltet. Auf ihre Veranlassung beschloß die Jahresversammlung der schweizerischen Statistiker die Anhandnahme einer neuen Bearbeitung der Statistik der g e g e n s e i t i g e n H ü l f s g e s e l l s c h a f t e n der S c h w e i z . Das Frageformular wurde, nachdem wir eine Unterstützung in Aussicht gestellt hatten, entworfen, und die Vprarbeiten waren am Jahresschluß soweit gediehen, daß die Versendung der Fragebogen bald erfolgen kann.

Die im Monat September in Luzern tagende statistische Gesellschaft besprach im Verein mit den amtlichen Statistikern und einer Anzahl Ärzte, im ganzen 86 Teilnehmern, die Notwendigkeit einer Enquete zur Erforschung der Ursachen der T u b e r k u l o s e n s t e r b l i c h k e i t in der Schweiz und ihrer Bek ä m p f u n g . Es ist zu hoffen, daß die in dieser Versammlung

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stattgefundene Diskussion und die anläßlich derselben gemachten Vorschläge günstige Resultate erzielen werden. Das Verhandlungsprotokoll der Versammlung befindet sich itn zweiten Heft der statistischen Zeitschrift des Jahres 1903.

Das Organ der Gesellschaft die Z e i t s c h r i f t f ü r s c h w e i z ' e r i s c h e S t a t i s t i k ist im Berichtsjahre regelmäßig erschienen und umfaßt 660 Quartseiten, in 4 Heften. Außerdem wurde ein Inhaltsverzeichnis sämtlicher 37 Jahrgänge der Zeitschrift (1865--1901) ausgearbeitet, das als besonderes Heft, 109 Quartseiten umfassend, im Monat September im Druck erschienen ist.

e. Bibliographie der schweizerischen Landeskunde.

Dieses Unternehmen veröffentlichte im Berichtsjahre : 1. Faszikel V, 9, h: Eisenbahnwesen, bearbeitet von Albert Sichler in Bern, ein stattlicher Band bestehend aus 2 Teilen, enthaltend a. schweizerische Eisenbahnliteratur (1830--1901) 390 Seiten 8° und b. Verzeichnis- der in der Eisenbahnaktensammlung abgedruckten Aktenstücke, 130 Seiten.

2. Faszikel IV, 6: 8. Heft Fauna helvetica, parasitische Würmer, von Professor Dr. F. Zschokke in Basel, 39 Seiten 8°.

Drei andere Faszikel über Gesundheitswesen, Industrie und Gewerbe und allgemeine geistige Kultur sind im Druck.

f. Schweizerischer Turnlehrerverein.

Ermöglicht durch die Bundesunterstützung fand vom 6. bis 25. Oktober ein Kurs für Mädchenturnlehrer und -lehrerinnen in Wintertliur statt, geleitet durch den dort wohnenden Präsidenten des Vereins, Herrn Turnlehrer Michel, und Herrn J. Spühler in Zürich. Zu demselben hatten sich 43 Teilnehmer und Teilnehmerinnen angemeldet, von denen sich dann 37 am Kurse einfanden, und zwar aus folgenden Kantonen : aus Zürich . . 14 Lehrer und 8 Lehrerinnen, zusammen 22 ., Bern . .

l .n ., l Lehrerin ., ·2 ,, St. Gallen .

2 ,, '.n -- ,, ., 2 .. Aargau . .

6 ,, '.n l '.n '.n l ,, Thurgau .

2 ., ., -- ,, ,, 2 .,, Schaffhausen l ...

., -- ., ,, l nebst einem Lehrer aus Dornbirn (Österreich) l 37

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Eine Anzahl dieser Kursteilnehmer waren von den Kantonen oder den Gemeinden, in denen sie wirken, unterstützt, ferner wurde einigen von ihnen aus dem Bundesbeitrage selbst eine kleine Unterstützung zu teil. Die Kosten des Kurses beliefen sich für den Verein auf Fr. 1361. 60. Der Inspektor desselben, Herr Turnlehrer J. Müller in Glarus, sprach sich in seinem Bericht sehr befriedigt über die erzielte Instruktion aus.

Die .,,Monatsblätter für das Schulturnen"1, deren Herausgabe ebenfalls durch den Bundesbeitrag unterstützt wird, erscheinen als Beilage der ^Schweizerischen Lehrerzeitung" und wurden dadurch in einer Auflage von über 5000 Exemplaren verbreitet, während sie früher bloß in einer solchen von 400--450 erschienen.

Sie verfolgen alle Bestrebungen der körperlichen Erziehung, besprechen die neuesten Erscheinungen der Turn- und Spielliteratur und bieten Belehrungen, sowie praktische Beispiele über die methodische Behandlung des Turnstoffes, sowohl für das Knabenais ganz besonders auch für das Mädchenturnen.

3. Hebung der Kunst. Erhaltung vaterländischer Altertümer.

  1. Hebung und Förderung der Kunst. Gottfried Keller-Stiftung.

Museum Vela in Ligornetto.

Gemäß den Bestimmungen der Vollziehungsverordnung zum Bundesbeschluß über Förderung und Hebung der Kunst traten auf Ende des Jahres 1901 aus der Kunstkommission aus: die Herren Hans Bachmann in Zürich, Léon Gaud und Fr. Raisin, beide in Genf. Wir ersetzten sie auf 1. Januar 1902 durch Wahl der Herren Louis Dunki, Maler von und in Genf, Emil Bonjour, Konservator des Kunstmuseums in Lausanne und H. Gattiker, Maler und Radierer in Zürich.

Die Kommission hielt zwei Sitzungen : den 21. und 22. Januar und den 4. und 5. August, beide Male in Bern. Haupsächlichste Gegenstände der Verhandlungen bildeten die Vollendung der Ausschmückung der Außenseite des schweizerischen Landesmuseums mit Mosaikbildern, die Verteilung zur Aufbewahrung der an der nationalen Kunstausstellung in Vivis und an einigen kleinen Privatausstellungen angekauften Kunstwerke, ein aus dem Schöße der Kommission gestellter Antrag, auf Errichtung einer schweizerischen Kunstschule, eine Eingabe des Präsidenten der Gesell-

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schaft schweizerischer Maler und Bildhauer um Erhöhung des Kunstkredites und Einführung einer Änderung in der Bestellung der schweizerischen Kunstkommission, Begutachtung der Stipendiengesuche und Gesuche um Beiträge an die Kosten nationaler Kunstdenkmäler ; endlich eine Anzahl Eingaben von untergeordneter Wichtigkeit.

Diese Verhandlungen führten zu folgenden Vorgängen der Pflege und Förderung der bildenden Künste: 1. Zum Abschluß eines Vertrages mit Herrn Maler Paul Robert für Übernahme der künstlerischen Ausschmückung des großen Treppenhauses im Bundesgerichtsgebäude in Lausanne.

Dieselbe besteht einerseits in der Anbringung zweier y roßer Wandgemälde allegorischen Inhaltes und anderseits in der diesem künstlerischen Schmuck entsprechenden Färbung und Ausstattung der Decke, der Türen und Wände des Treppenhauses, soweit die Flächen der letztern nicht durch die Gemälde ausgefüllt werden, sie soll bis Ende 1904 vollendet sein. Dem Künstler ist für die ganze Arbeit eine Entschädigung von Fr. 75,000 zugesichert, ausbezahlbar in mehreren Raten.

2. Zur Eröffnung eines neuen Wettbewerbes für die Ausführung der noch fehlenden 5 Mosaikbilder im Hof des Landesmuseums in Zürich (ausgeschrieben vermittelst Programm vom 2. April, auf dessen Inhalt verwiesen wird). Als Zeitpunkt für die Einreichung der Entwürfe wurde der 1. Januar 1903 festgesetzt. Über das Ergebnis des Ausschreibens wird mithin nächstes Jahr zu berichten sein.

3. Unterstützungen (Stipendien) an angehende Künstler wurden durch unser Departement des Innern auf den Vorschlag der Kunstkommission an 8 Bewerber für ein Jahr verliehen im Gesamtbeträge von Fr. 11,500, d. h. an 7 je Fr. 1500 und an einen Fr. 1000.

4. In betreff der Unterstützung der Errichtung nationaler Kunstdenkmäler sind zwei Beschlüsse zu verzeichnen; nämlich die Zuerkennung einer Nachsubventioa von Fr. 1000 an die Kosten des Zwyssig-Denkmals in Bauen (vom 11. März 1902), welche Summe sogleich ausgerichtet wurde und die Zusicherung eines Bundesbeitrages von Fr 25,000 an die auf Fr. 102,000 veranschlagten Kosten des in 8t. Gallen auszuführenden Denkmals zu Ehren des einstigen berühmten Stadtarztes und Bürgermeisters der genannten Stadt, Joachim Vadian (1484--1551).

652 5. Zusicherung eines Bundesbeitrages von Fr. 6000 au den schweizerischen Kunstverein für das Jahr 1903 und die Ausrichtung eines solchen von gleicher Höhe für das Berichtsjahr. Die aus diesem Beitrage angekauften Kunstwerke sind in bezug auf die Auswahl von der Kunstkommission gutgeheißen worden.

Schließlich haben wir noch anzubringen, daß die Kunstkommission durch Eingabe vom 6. August uns den Antrag unterbreitete, es sei für 1903 wieder eine nationale Kunstausstellung zu veranstalten und durchzuführen. Wir sahen uns jedoch im Hinblick auf die bedeutenden Kosten, welche die letzten dieser Ausstellungen verursacht haben, und die ungenügenden Mittel, die durch den reduziertem Kunstkredit uns für die Hebung und Förderung der Kunst zu Gebote gestellt sind, bewogen, diesen Antrag abzulehnen; d. h. die Veranstaltung der bezeichneten Ausstellung auf das Jahr 1904 hinauszuschieben. Anläßlich dieses von den Künstlern unangenehm empfundenen Schrittes können wir nicht umhin, auf das Unhaltbare der dermaligen finanziellen Grundlage der schweizerischen Kunstpflege hinzuweisen. Eine jährliche Kreditsumme von Fr. 50,000 ist gegenüber der zahlreichen schweizerischen Künstlerschaft und der Kunstaufgaben die dem modernen Staat sich aufdrängen, absolut ungenügend, sogar eine solche von Fr. 100,000 ist im Vergleich zu dem was die Nachbarstaaten verhältnismäßig für die bildenden Künste ausgeben, eine sehr bescheidene Summe. Um aus diesem unhaltbaren Zustande herauszukommen werden wir uns erlauben, demnächst bei Ihnen um die Aufhebung des Bundesbeschlusses vom Oktober 1899 betreffend die Herstellung des Gleichgewichtes in den Bundesflnanzen,f'soweit dieser Beschluß die Reduktion des Kunstkredites betrifft, nachzusuchen.

Gottfried Keller-Stiftung.

Das Personal der Kommission ist im Berichtsjahre unverändert geblieben. Die Behörde hielt vier Sitzungen; am 12. Mai und 31. Oktober in Basel, am 27. Juni in Schwyz und am 19. Dezember in Zürich.

Aus dem Stiftungsertrage hat die Kommission im Verlaufe des Jahres folgende Kunstwerke erworben: 1. Zwei Ölgemälde aus dem Nachlasse Sandreuters, ,,Kastanienwald bei Bignascoa und ^Morgenstimmung an der Maggia" beide 1896 entstanden. Aufbewahrung: ersteres Werk in der öffent-

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liehen Kunstsammlung in Basel und letzteres im Künstlergut in Zürich.

2. Zwei Ölgemälde aus dem Nachlaß Stäblis, ,,An der Arnpera und ,,Abendlandschaft". Aufbewahrung durch den Kunstverein von St. Gallen.

3. Selbstporträt des Fritz Stirnimann. Aufbewahrung durch die Kunstgesellschaft in Luzern.

4. Böcklin, kleine Landschaft und 2 Handzeichnungen; ferner aus dem Nachlaß dieses Künstlers: das Gemälde ,,Der Krieg" samt dazu gehörender Skizze. Aufbewahrung: die kleine Landschaft und zwei Handzeiehnungen in der öffentlichen Kunstsammlung in Basel.

5. Zwei Gemälde von Benjamin Vautier, ,,Die Versteigerung" und ,,In der Gemäldegalerie10.

6. Landschaftsbild von Otto- Fröhlicher, ,,Aufziehendes Gewitter an der Ammer bei Polling".

7. Gemälde von Simon Kick, ,,Wachtstube".

8. Porträts des Medailleurs J. C. Hedlinger, sowie seiner Schwägerin geb. Schorno, gemalt von dem Porträtmaler J. H.

Melchior Wyrsch (2. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts).

9. Fünf Studien, Landschaftsbilder des Malers Castan.

10. Aus dem Nachlasse des Malers Castres : Bild ,,Der Übertritt der Bourbakiarmee bei Verrières"1 und 27 Studien zu dem vom Künstler in Luzern ausgeführten Panorama, das den gleichen Gegenstand behandelt.

11. Auf Holz gemaltes Bild, ,,Die Grablegung Christi" von Octavius van Veen (niederländischer Meister).

Über die Aufbewahrung des Gemäldes von Böcklin, ,,Der Krieg" und der unter Ziffer 5--11 aufgeführten Kunstwerke stand der Entscheid zur Zeit des Abschlusses des Berichtes noch aus. In betreff des Nähern über die Ankäufe, in kunsthistorischer Richtung, erlauben wir uns, auf den einläßlichen gedruckten Bericht der Kommission zu verweisen.

Museum Vela in Ligornetto.

Diese Anstalt ist, wie wir schon im letzten Berichte bemerken konnten, nun vollständig geordnet und dem Publikum alle Tage

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zum Besuche geöffnet. Eintrittsbillette wurden verkauft 1379 für Erwachsene zu 50 Cts. und 118 für Kinder zu 25 Cts. und 196 Exemplare des illustrierten Kataloges. Gemeinnützige Vereine und Gesellschaften haben, wenn sie sich zum voraus anmelden, freien Eintritt.

Im Berichtsjahre wurde die Versicherung der Sammlungen vorgenommen. Die Aufsicht über die Anstalt ist Herrn Nationalrat Borella in Mendrisio übertragen.

b. Schweizerisches Landesmuseum.

Erhaltung vaterländischer Altertümer.

Im Personalbestande der eidgenössischen Landesmuseumskommission trat während des Berichtsjahres keine Veränderung ein, ebensowenig wie im Beamtenpersonal. Doch erfuhr dieses infolge des Zusatzgesetzes zum Landesmuseumsgesetz von 1890 insofern eine Veränderung, als nun nach einem Provisorium von verschiedenen Jahren die Anstellungsverhältnisse gesetzliche Regelung fanden. Nach diesem Gesetz besteht das von uns zu wählende Beamtenpersonal mit Beginn des Jahres 1903 aus einem Direktor, einem Vizedirektor, zwei Assistenten und einem Buchhalter und Kassier. An die neu geschaffene Stelle eines Vizedirektors wählten wir am 23. Dezember auf Vorschlag der eidgenössischen Landesmuseumskommission Herrn Dr. H. Lehmann, bisher I. Assistent, und an dessen Stelle Herrn E. Hahn, zurzeit Hülfsarbeiter am Landesmuseum und früher langjähriger Kxistos des historischen Museums in St. Gallen. Gleichzeitig erteilten wir Herrn R. UlrichSchoch auf 31. Dezember die nachgesuchte Entlassung aus seiner Stelle als Kustos des Landesmuseums.

Die laufenden Geschäfte erledigte die Landesmuseumskommission in fünf Sitzungen in Zürich, woran sich zwei Expertisen nach auswärts zur Besichtigung von angebotenen Altertümern schlössen. Daneben nahmen mehrere wichtige Ankäufe im Inund Auslande die Kommission in weitgehender Weise in Anspruch. Ferner brachte die Einrichtung der beiden obern Stockwerke in Bauabteilung VII zu Ausstellungszwecken mancherlei Anlaß zur Betätigung.

Außer den Installationsarbeiten in Bauabteilung VTI, wo die bürgerlichen Kostüme und ländlichen Trachten zur Ausstellung gelangen sollen und wovon die Aufstellung der letztern noch auf Jahresschluß beendigt werden konnte, fand auch eine Neu-

655

aufstellung der Uniformen in den Räumen, welche die große Waffenhalle einschließen, statt, und ganz besonders eingreifend waren die Arbeiten in der prähistorischen Abteilung, wo für die letzte große Erwerbung an Funden aus dem Kanton Tessin die ganze dritte Abteilung des ersten Saales reserviert und das notwendige Vitrinenmaterial angeschafft wurde. Aber auch in andern Sammlungsräumen des Museums fanden bedeutende Veränderungen statt. Für die damit verbundenen Auslagen wurde von Ihnen ein Nachtragskredit von Fr. 2200 bewilligt.

Unter den wertvollen Erwerbungen, durch welche die Sammlungen des eidgenössischen Institutes auf willkommene Weise bereichert werden konnten, stehen ein Trinkgeschirr in Form eines silbervergoldeten Schützen, eine kunstvolle Kanne aus Winterthurer Majolika und eine ganze Kollektion künstlerisch und historisch hervorragender Glasgemälde aus dem 15. bis 17. Jahrhundert obenan. Auch an wertvollen Geschenken, durch welche weite Kreise und namentlich die Bevölkerung von Zürich ihre Sympathien für die Anstalt bekundeten, fehlte es im Berichtsjahre nicht.

Die publizistische Tätigkeit des Museums blieb innerhalb der gewöhnlichen Schranken, doch wurde insofern für das nächste Jahr eine Vermehrung vorgesehen, als, gestützt auf mehrfache dahin zielende Wünsche aus der Westschweiz, für die Zukunft die Herausgabe des Jahresberichtes auch in französischer Sprache in Aussicht genommen ist.

Auch an den' künftig zu veröffentlichenden Fachkatalogen wurde gearbeitet.

Im Münzkabinett wurde die Katalogisierung der Münzen bis und mit denjenigen aus dem Kanton Graubünden fortgesetzt, sie soll im Verlaufe des nächsten Jahres zum Abschlüsse gelangen.

Die Vermehrung der Sammlung beläuft sich auf zirka 350 Stticke, worbei namentlich darauf Bedacht genommen wurde, die Serien zu ergänzen.

Der Besuch des Museums von Seiten des Publikums erhielt sich im allgemeinen auf der Höhe der frühern Jahre, was wohl als bester Beweis dafür gelten darf, daß die Anstalt einem wirklichen Bedürfnisse entgegenkommt. Dies bezeugt auch der fleißige Besuch von wissenschaftlichen und technischen Fachleuten, denen das Museum eine Quelle der Anregung und Belehrung geworden ist.

656

Im allgemeinen bedeutete das Berichtsjahr für die Anstalt eine Periode der ruhigen Entwicklung. Für die Einzelheiten verweisen wir auf den ausführlichen Jahresbericht des Landesmuseums an das Departement des Innern.

In bezug auf die übrigen im Bundesbeschluß vom 30. Juni 1886 vorgesehenen Richtungen der Beteiligung des Bundes an der Erhaltung vaterländischer Altertümer sind folgende Vorgänge zu verzeichnen : a. Beiträge an die Erhaltung historisch oder künstlerisch bedeutsamer Baudenkmäler.

  1. An den Stadtrat von Luzern für Herstellung des dortigen Rathauses: zweite Rate eines Beitrages von 50°/o an die Gesamtkostensumme von Fr. 80,000 (vergleiche Bundesblatt 1902, II, 411) Fr.
  2. An das Komitee für Herstellung der Kirche in St. Sulpice (Waadt) für den zuletzt angedeuteten Zweck: vierte Rate eines Beitrages von 50 °/o der Gresamtkostensumme von Fr. 34,000 ,, 3. An die Kirchen pflege von Zurzach für Restauration der dortigen Stiftskirche : dritte Rate eines Beitrages von 50% der auf Fr. 27,750 veranschlagten Herstellungskosten ,, 4. An den Ortsverwaltungsrat von Sargans für Restauration des Schlosses Sargans : zweite Rate eines Beitrages von 60% an die Gesamtkosten von Fr. 21,241 . . ,, 5. An den Stadtrat von Schaffhausen für Restauration des Munot in Schaff hausen: erste Rate eines Beitrages von 50% an die auf Fr. 30,000 berechneten Vollendungsarbeiten ,, 6. An das Pfarramt Wolhusen für Restauration der Todesbilder und Dekorationen im dortigen Beinhaus ; 50 °/o an die auf Fr. 3000 veranschlagten Kosten ,, Übertrag

4,000. --

1,838. 25

2,600. --

2,000. --

3,000. --

1,500. --

Fr. 14,938. 25

657 Übertrag Fr. 14,938. 25 7. Au den Stadtrat von Luzern für Herstellung des dortigen Rathausos : dritte Rate eines Beitrages von 50% an die Gesamtkostensumme von Fr. 80,000 . . . . ,, 2,500. -- S. An den Stadtrat von Luzern für Schutzmaßregeln zur Erhaltung des Löwendenkmals in Luzern: zweite Rate eines Beitrags von 40°/o an die Kosten von Fr. 23,116. 10 ,, 2,500. -- 9. An das Komitee für Frhaltung der Burg Wildenswil : erste Rate eines Beitrages von 50% an die auf Fr. 9000 berechneten Kosten ,, 1,000. -- 10. An die ,,Société Locloise d'intérêt public et d'embellissement"1, für Restauration des Kirchturms von Locle : zweite Rate eines Beitrages von 50% an die auf Fr. 12,000 veranschlagten Kosten ,, 2,000. -- 11. An den Stadtrat von Luzern für Herstellung des Weinmarktbrunnens in Luzern : erste Rate eines Beitrages von 60 °/o an die üesamtkosten von Fr. 21,241 . . . ,, 1,000. -- 12. AndieDiensttagsgasellschaftvonBalsthalfür Herstellung der Burgruine Neufalkenstein : restanzlicher Beitrag infolge bloß teilweiser Verwendung der frühern R a t e n . . . . ,, 778. 90 13. An den Gemeinderat von Wattwil für Restauration der Burgruine Iberg bei Wattwil: erste Kate eines Beitrages von 50% an die auf rund Fr. 10,000 veranschlagten Kosten ,, 2,000. -- 14. An den Vorstand der schweizerischen Gesellschaft für die Erhaltung historischer Kunstdenkmäler für graphische Aufnahmen alter Bau- und sonstiger Kunstdenk m al er ,, 5,000. -- 15. An die Kirchgemeinde von Kerns (Obwalden) für Restauration des Steinhelmes auf dem Turm von St. Nikiaus bei Kerns : 50% der Kosten von Fr. 1000 . . . ,, 500.-- Übertrag Buadesblatt.

55. Jahrg. Bd. I.

Fr. 32,217. 15 45

658 Übertrag 16. An den Staatsrat des Kantons Wallis für Restauration der Kirche Notre-Dame auf Valeria bei Sitten : zweite Rate eines Beitrages von 50 % an die auf Fr. 9000 veranschlagten Kosten der Restauration des Mauerwerkes am Äußern 17. An das Komitee für Restauration der Kirche zu Lutry : erste Rate eines Beitrages von 50% an die auf Fr. 14,000 veranschlagten Kosten

Fr. 32,217. l»

Zusammen

Fr. 35,217. 15

.n

1,000. --

,,

2,000. --

Aus der unter Ziffer 14 aufgeführten Summe wurden dieKosten folgender graphischer und phbtographischer Aufnahmen gedeckt : Schloß in Zieers (Graubünden); Schloßturm zu Maienfeld; Schloßkapelle zu Wörsburg (Zürich) ; Wandgemälde zu Hildisrieden (Luzern); Burgruine Niedergösgen bei Schönenwerd; Schloßgebäude von Valeria bei Sitten (photographisch) ; Wandgemäldein der Kirche von Montcherand (Waadt) ; schweizerische Glasgemälde und Handzeichnungen im Auslande; Stadtturm in Aarau; Burgruine Schenkon (Luzern) ; Wandgemälde in der Kapelle zu Riederthal bei Bilrglen ; Säulenhof im Schlosse Locamo ; Glasgemälde in Münchenbuchsee ; Holzdecke im Hause Corraggioni in Luzern ; Bilder in der Friedhofkapelle zu Wolhusen ; Wandgemälde in der Friedhofkapelle zu Luzern ; Stadttiirme von Biel.

Es handelte sich in mehreren Fällen um die rasche Aufnahme von Bau- und Kunstdenkmälern, die seither der unabwendbaren Zerstörung oder starker Veränderung anheimgefallen sind.

Die Aufnahmen, über welche im Jahresbericht der schweizerischen Gesellschaft für Erhaltung historischer Kunstdonkrnäler jeweilen ein Katalog veröffentlicht wird, worden im Landesmuseum in Zürich aufbewahrt und sind den Interessenten dort zugänglich.

b. Ausgrabungen.

Für solche wurden folgende Beiträge ausbezahlt: 1. Für Konservierung des im Frühling 1898 durch die Eidgenossenschaft erworbenen römischen Amphitheaters zu Vindonissa (vergleiche Bundesbl. 1898, II, 701) . . Fr. 4,000. -- Übertrag Fr. 4,000. --

659 Übertrag

Fr.

4,000. --

2. An die Gemeinde Avenehes, Beitrag an die Kosten der Ausgrabung der dortigen Porte de l'Est (vergleiche Bundesbl. 1902, II, 411)

.,

323. --

.,

600. --

,,

500. --

,,

600. --

,,

1,000. --

.n

1,500. --

,,

2,000. --

.

737. 70

3. An die Gemeinde Avenehes, Beitrag an die Kosten der Ausgrabung der dortigen Porte de l'Est .

4. An die antiquarische Gesellschaft in Zürich für Ausgrabung und Restauration des römischen Kastells Irgenhausen bei Pfäffikon ; vierter Beitrag 5. An die Regierung des Kantons Aargau und die antiquarische Gesellschaft in Brugg und Umgebung, Beitrag an die Kosten von Ausgrabungen zu Windisch, 3. Rate . .

6. An die Gesellschaft ,,Pro Petinescaa in Biel für Bloßlegung der römischen Militärstation Petinesca, vierter Beitrag . . .

7. An die historisch-antiquarische Gesellschaft in Basel für Ausgrabungen des römischen Theaters in Kaisoraugst 8. An den Vorstand der Gesellschaft für Erhaltung historischer Kunstdenkmäler zur Vornahme v o n Ausgrabungen . . . .

9. Jahresbeitrag an die Gesellschaft pro Aventico zur Freilegung und Erhaltung des römischen Theaters in Avenehes . . . .

Zusammen

Fr. 11,200. 70

Die unter Ziffer 8 aufgeführte Summe wurde verwendet für Unterstützung der vom Staatsrate des Kantons Wallis unternommenen Ausgrabungen der römischen Ansiedelung bei Martigny; ferner der vom antiquarischen Verein zu Stein a. Rh. begonnenen Ausgrabung und Sicherung des römischen Kastells am genannten Orte ; für einen Zuschuß an die Arbeiten der Gesellschaft pro Petinesca und endlich für Ausgrabung eines Raumes im Schloß Sürji'ans.

660

e. Unterstützungen an kantonale Altertumssammlungen wurden auf das empfehlende Gutachten der Landesmuseumskommission gewährt: 1. dem historischen Verein des Kantons St. Gallen für den Ankauf einer Kollektion von Glasgemälden aus der Kirche von Goldach, 331/3°/o des Ankaufspreises von Fr. 3000 Fr. 1000 2. dem Verein für Geschichte und Altertümer des Kantons Uri für den Ankauf verschiedener kantonaler historischer Altertümer, 50°/o des Ankaufspreises von Fr. 710 ,, 355 Fr. 1355

4. Schweizerischer Lebensyersicherungsverein.

Aus dem Berichte desselben ist folgendes herauszuheben: I. Aufnahme neuer Versicherungen.

Policen. Mitglieder.

  1. Nach Tab. I A (Ableben) . bis Fr. 5000 35 ,, ,, I B, B II, B IV auf eigenes Risiko 316 (gemischt) . .

2 2. Nach Tab. II A I (Ableben) bis Fr. 1000 auf eigenes ,, I I B I , B i n , B V . Risiko }hne ärztliche (gemischt) . . Untersuchung 6 7 3. Nach Tab. IIID (Ableben) . über Fr. 5000 10,000 ,, ,, IU E, E I, E II bis mit Rück(gemischt) versicherung 6 Total 372 gegenüber 1901 von 469 ferner 4. Nach Tab. V O I (Altersrenten mit Prämienrückgewähr) 2 gegen 1901 l

Fr.

30 für

140,200

301 2

,, ,,

1,229,700 2,000

4 --

,, ,,

6,000 25,000

--

,,

30,000

337 für 1,432,900 391 ,, 1,734,500

l für Rente 1,700 -- ,, 900

Der Zuwachs an neuen Versicherungen ist gegenüber dem Vorjahre neuerdings zurückgeblieben, und zwar diesmal in sämtlichen Versicherungsarten, ausgenommen in den Rentenversicherungen.

661 II. Abgänge haben stattgefunden: Policen. Mitglieder.

a.

b.

c.

d.

e.

f.

g.

Durch Tod Durch Ablauf Durch Rückkauf Durch Austritt Durch Umwandlung Durch Ausschluß Reduktion

Fr.

118 19 24 11 13 l --

91 16 20 11 13 l --

für ,, ,, ,, ,, ,, ,,

309,225 36,981 69,839 89,000 52,500 5,000 1,000

186 188

152 152

für ,,

513,545 510,187

ferner ist abgegangen durcii Tod l Rentenpolice

l

Total gegenüber 1901

für Rente 200

Die Todesfälle im Jahre 1902 übersteigen diejenigen von 1901 um 7 Policen, dagegen ist die Mitgliederzahl mit 91 die nämliche wie 1901. 2 Policen für Fr. 10,000 sind rückversichert, so daß zu Lasten der Vereinskasse Fr. 299,225 verbleiben (1901 Fr. 280,702).

Unter den 97 Todesfallen (inklusive 6 reduzierte Versicherungen) rubrizieren diesmal nicht weniger als 8 Selbstmorde mit Total Fr. 34,000 Versicherung, die statutengemäß ohne Abzug ausbezahlt werden mußten; dieses Vorkommnis ist bis jet/t einzigartig, da wir sonst nie mehr als l---2 solcher Todesfälle per Jahr zu verzeichnen hatten.

Nach Abzug der Abgänge ergibt sich für das abgelaufene Jahr eine Totalvermehrung des Versicherungsbestandes um 186 Policen (185 Mitglieder) für Fr. 919,355 Todesversicherung und um l Rentenpolice fUr Fr. 1500 Rente.

Zur Auszahlung gelangten 4 Renten für total Fr. 2300. wovon 2 mit Fr. 2000 rückversichert sind.

Der gesamte Versicherungsbestand ist auf Ende 1902: a. T o d e s v e r s i c h e r u n g e n : 5510 Mitglieder mit 6674 Policen für Fr. 21,21:3,404.

l>. R e n t e n v e r s i o h e r u n g e n : 12 Mitglieder mit 24 Policen für Fr. 13,367 Rente.

Da das Deckungskapital auf Ende 1902 im Zeitpunkt der Abfassung des gegenwärtigen Berichtes noch nicht berechnet war, so konnten über das finanzielle Resultat noch keine Angaben gemacht wei'den, und es muß in betreff desselben auf den später erscheinenden gedruckten Bericht verwiesen werden.

Nach vorläufiger approximativer Berechnung dürfte sich eine Uutersterblichkeit von airka Fr. 40,000 ergeben wie für 1901.

662 III. Bundessubvention.

Der auf 1. Januar 1902 zur Verfügung stehende Bundessubventionsfonds von Fr. 205,"273. 29 wurde wieder dazu verwendet, die statutarischen Prämien der Vereinsmitglieder um 25 % zu reduzieren in der Weise, daß letztere nur 3/4 ihrer vollen Prämien zu entrichten hatten. Welche Summe diese Prämienanteile erreichen werden, kann erst aus dem gedruckten Bericht ersehen werden.

Im weitern erhielten 373 anderwärts versicherte eidgenössische Beamte und Angestellte einen Totalbeitrag von Fr. 9930 zur Ermäßigung ihrer Prämien bis zum Maximalbetrag von Fr. 5000 Versicherung.

Sparkasseneinlagen wurden 2 im Trftalbetrage von Fr. 120 gemacht, wofür die Einleger einen Beitrag aus der Bundessubvention von total Fr. 27 gutgeschrieben erhalten.

IV. Kassavorschüsse.

Im Berichtsjahre wurden an Vereinsmitglieder gegen Hinterlage ihrer Policen in 84 Posten total Fr. 43,070 als Vorschüsse ausbezahlt, und es fanden Rückzahlungen solcher statt im Gesamtbetrage von Fr. 31,649. 45 (1901 Fr. 32,005 bezw.Fr. 31,065.90).

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

9.

10.

11.

12.

13.

14.

15.

16.

V. Kassarechnung, a. E i n n a h m e n .

Kassasaldo von 1901 Fr.

2,929. 68 Prämienertrag ,, 506.906. 80 Zinsen (effektiv bezogen) ,, 163.616. 15 Bundessubvention ,, 125,000. -- Bußongelder (Dezember approximativ) . ,, 12,702. 87 Geschenke ,, 21. 40 Kapitalrückzahlungen ,, 19,000. -- Vorschußrückzahlungen ,, 31,649. 45 Rückversicherte Todes Versicherungen . . ,, 10,000. -- ,, Renten ,, 2,000. -- ,, Rückkäufe ,, 387. -- Provision für Rückversicherungen . . . ,, 1,872. 35 Sparkassaeinlagen ,, 120. -- Prämienrückzahhmgen von Rückversicherungen ,, 78. 60 Gewinnanteile ,, 3. 30 Kursdifferenzen ,, 1,425. -- Fr. 877,712. 60

663

b. A u s g a b e n .

  1. Bezahlte Versicherungen (Ableben, Ablauf, Rückkäufe und Renten) Fr. 360,729. -- 2. Kapitalanlagen ,, 390,000. -- 3. Vorschüsse an Mitglieder ,, 43,070. -- 4. Prämien für Rückversicherungen . . . ,, 32,655. 10 5. Arzthonorare ,, 3,875. 35 6. Bundessubvention an fremde Versicherungen ,, 9,874. 40 7. Gewinnanteile au Rückversicherungen (I) und E) ,, 39. -- 8. Marchzinse ,, 3. 75 9. Kursdifferenzen '.n 712. 50 ÌO. Kommission f. Hülfskasseni'rage (Vorschuß) ,.
  2. 30 11. Verwaltungskosten ,.

22,554. 90 12. Kassasaldo ,, 13,383. 30 Fr. 877,712. 60

1.

2.

3.

4.

c. V e r m ö g e n s - S t a t u s.

Kapitalanlagen (inklusive Vorschüsse) . Fr. 4,698,704. 30 Marohzinsen auf 31. Dezember 1902 . ,, 72,017. 03 Zinsausstände von 1901 ,, 645. 65 Kassasaldo laut Rechnung . . . . . ,, 18,383. 30

Total Fr. 4,784,750. 28 Ende 1901 ,, 4,357,147. 28 somit Vermehrung in 1902 um Fr.

427,<>03. --

Im abgelaufenen Jahre hat statutengemäß keine Generalversammlung stattgefunden, dagegen ist die seiner Zeit bestellte Kommission für die Hülfskassenfrage am 24. März 1902 in Bern zusammengetreten.

Es handelte sich vorerst um eine Besprechung und Beschlußfassung über das weitere Vorgehen an Hand des inzwischen erschienenen Gutachtens des Herrn Professor Dr. Mosci1.

Gestützt auf dieses Gutachten wurde im Hinblick auf die hohen Prämien darauf verzichtet, eine Kasse für Rücktritt nach einer bestimmten Anzahl Dienstjahre zu gründen und eine solche für Invalidität, Witwen und Waisen in Aussicht zu nehmen.

664 Zu weiterem Studium der Frage, namentlich zur Erbebung statistischen Materials, wurde eine kleinere Kommission von 7 Mitgliedern bestellt, welche seinerzeit ihre Anträge an die große Kommission zu stellen hat. Indessen steht schon jetzt fest, daß das Personal der eidgenössischen Beamten und Angestellten der großen Opfer wegen von sich aus allein zu einer leistungsfähigen Hülfskasse nicht gelangen kann, daß eine solche nur unter finanzieller Mithülfe des Bundes zu stände zu bringen ist.

5. Schweizerische permanente Schulausstellungen. Jahrbuch für das schweizerische Unterrichtswesen, Beper torio di Giurisprudenza patria federale e cantonale.

Schulwandkarte der Schweiz. Schweizerhaus von Dr» Hunziker.

Das Statistische der Schulausstellungen ist folgendes:

1902.

'is,

·co

l

£

S E<' ·*± flï

Zürich .

Bern . .

Freibnrg .

Henenbnrg Lausanne

Fr.

Fr.

1,930 7,800 4,174 2,100 --

3,000 3,000 2,500 2,500 582

Fr.

Fr.

Fr.

16,200 16,250 -- 50 12,415 12,829 -- 414 6,656 6,096 + 560 4,600 5,228 -- 628 -- 1,165 --

Fr.

77,500 77,600 51,248 28,842 --

4,815 5,737 4,259 16,080 1,890 2,475 469 314 750 160

Die S c h u l a u s s t e l l u n g in Z ü r i c h hat, wie schon in frühern Jahren, eine Weihnachtsausstellung von Jugendschriften veranstaltet, ferner eine Ausstellung von Kartenwerken anläßlich der Versammlung des schweizerischen Lehrervereins in Zürich, im November, und mehrere kleinere Spezialausstellungen von Arbeiten an Zeichenkursen; ebenso hat sie die bisherigen Publikationen fortgesetzt. Die Durchführung weiterer Unternehmungen hinderte leider der schwankende Gesundheitszustand des Direktors.

Aus dem Verwaltungspersonal schied hochbetagt der um das Unternehmen verdiente Sekretär Herr Konrad Schläfli und wurde ersetzt durch Herrn Jakob Engsten, gewesener Erziehet-, von Teufen (Appenzell). Ferner schied aus der Verwaltungskommission und Direktion Herr Lehrer Ed. Billeter, dem die Anstalt sehr

665 große Förderung verdankt. Abgesehen von diesen Veränderungeu war der Gang des Pestalozzianums ein normaler.

B e r n . Außer einer Zunahme des Besuches und der Ausleihungen, welche das stetige Wachstum und Gedeihen der Anstalt bezeugen, ist zu erwähnen, daß der wissenschaftliche Versuch, den Unterricht in der Schweizergeschichte auf einer realistischen Grundlage aufzubauen und für die Schuljugend dadurch verständlicher und fruchtbarer zu gestalten, im Berichtsjahre einen guten Fortschritt gemacht hat. Diese Arbeit nimmt aber viel Zeit in Anspruch.

Fr ei b ü r g . Die Sammlung der Dokumente betreffend den P. Girard wurde fortgesetzt, und die Direktion hofft, im Verlaufe des Jahres 1903 den diesem Pädagogen ausschließlich geweihten Teil der Ausstellung zu eröffnen. An dei Förderung des Zeichnungsunterrichts, dem man dermal überdl das größte Interesse zuwendet, kann die Schulausstellung in sehr wirksamer Weise teilnehmen, indem sie sich im Besitze der besten hierzu dienenden Hülfsmittel befindet und diese bereitwillig zur Verfügung hält.

Von der Stadt Birmingham (England) wurde ihr eine vollständige Sammlung Schülerzeichnungen aller Stufen zum Geschenk gemacht.

Die Bibliothek hat bedeutenden neuen Zuwachs erhalten. Bndlich ist zu erwähnen, daß die Schulausstcllung mehr und mehr zur Vermittlungsstelle zwischen Fabrikanten, Buchhandlungen und Schulbehörden für die Lieferung von Schulmohiliar und Lehrmitteln wird.

N eu en b ü r g . Das geschäftsleitende Komitee hat im Berichtsjahre sechs Sitzungen gehalten, in denen es sich nebst den andern Aufgaben der Ausstellung namentlich mit der Anlage eines Kataloges und mit Ankäufen beschäftigte. Entsprechend einer neuen Einrichtung wbd die Schulausstellung nun wöchentlich zweimal (Freitag und Samstag) dem Publikum unentgeltlich geöffnet. Während dieser Zeit hält sieh stets ein Mitglied des Komitees den Besuchern i'ilr Auskunft zur Verfügung. Vou den Sammlungen erfreut a'.ali namentlich die Bibliothek eines lebhaften Zuspruches von Seiten der Lehrerschaft, und es wird der Vermehrung derselben große Aufmerksamkeit zugewendet.

L a u s a n n e . Infolge zufälliger Umstünde sind eine Anzahl Ankäufe, die für das Berichtsjahr gophint waren, nicht zur Ausführung gelangt, sondern werden es eist irn laufenden Jahre.

666 Infolgedessen bleiben die Ausgaben für die Anstalt und der Bundesbeitrag an dieselbe auf der oben durch die statistische Tabelle angegebenen geringen Höhe. In bezug auf den Gang der Anstalt ist zu erwähnen, daß im Verlauf Januars und Februars eine Ausstellung von Zeichnungsarbeiten aus der Realschule St. Gallen veranstaltet wurde. Diese Arbeiten waren der Schulausstellung von Herrn Professor Diem, dem Verfasser des an der Lehrerversammlung in Vivis (1901) vorgetragenen und sehr gewürdigten Berichtes über den Zeichnungsunterricht, in entgegenkommender Weise zur Verfügung gestellt worden. Ferner fand im Dezember eine Ausstellung von 300 Nummern der Jugend und den Volksbibliotheken empfohlener Schriften statt. Die Einrichtung der Anstalt soll nach den getroffenen Vorkehren im laufenden Jahre vollendet werden, so daß das Institut dann seinen regelmäßigen Gang antreten wird.

Jahrbuch für das schweizerische Unterrichtsw e s e n von Dr. A. Huber. Hiervon ist im März der 14. Jahrgang, enthaltend die Ergebnisse des Jahres 1900 herausgekommen und von unserm Departement des Innern vermittelst Ankauf von 600 Exemplaren unterstützt worden. Von letzteren wurden wie früher eine bedeutende Anzahl an die Erziehungsdepartemente der Kantone verteilt.

R e p e r t o r i o di G i u r i s p r u d e n z a patria f e d e r a l e e cantonale. Diese Zeitschrift erschien regelmäßig in monatlichen Lieferungen, enthaltend die wichtigeren bundesgerichtlichen Urteile in Sachen des öffentlichen Rechts, ebenso die wichtigeren bundesgerichtlichen und kantonsgerichtlichen Entscheide in Sachen des Betreibungs- und Konkursrechts und die wichtigern Administrativentscheide des Bundesrates. Mit bezug auf das eidgenössische Zivilrecht brachte das Repertorio auch eine Studie des Herrn Dr. Fr. Cathaneo über das Grundbuch, eine Arbeit, die speziell für das tessinische Publikum berechnet ist. Neben diesem Inhalt allgemeiner Natur widmet die Redaktion der Zeitschrift ihre Aufmerksamkeit ganz besonders der tessinischen Jurisprudenz.

S c h u l W a n d k a r t e der Seh M'ei z. Am 22. April war die II. Auflage gedruckt und abgeliefert und am 7. August war die Gratisabgabe an die schweizerischen Schulen gemäß unserer Verordnung vom 9. Dezember 1901 beendigt. Über den Gesamtverkehr bis zum Schlüsse des Berichtsjahres gibt folgende Tabelle Auskunft:

667 Verkehr der Scìiultvandìcarte bis 31. Dezember Offene Exemplare.

Von der Druckerei übernommen . .

Davon wurden aufgezogen . . .

1902.

Aufgezogene Exemplare.

12,867 --

-- 9,550

Verwendung :

t ì r a t i s a b g a b e an d i e Schulen . . .

Freiexemplare 44 Rezensions- und Aushängeexemplare 19 Verkauf in der Schweiz . . . .

67 Verkauf im Ausland 337 Rebutierte Exemplare infolge Beschädigung beim Aufziehen und Transport (l auf 240) -- Total Ausgang 468 Am L Januar 1903 auf Lager . .

2,849 3,317 9,550 Total gleich Eingang . . . . ' .

_12,867

l

8,754 124 22 474 -- 40 9,414 136_ 9,550

,,Das S c h w e i z e r h a u s n a c h s e i n e n l a n d s c h a f t lichen Formen und seiner geschichtlichen Entwickl u n g v o n Dr. J. H u n z i k e r " . Von diesem Werke sind im Berichtsjahre erschienen: der 2. Abschnitt, das Tessin, in deutscher Sprache und der 1. Abschnitt, Le Valais, in französischer Sprache ; der 2. Abschnitt in gleicher Sprache ist zum Teil gedruckt. Endlich isL der 3. Abschnitt, deutsch, enthaltend Graubunden nebst Sargans, Gaster und Glarus in Arbeit und wird im Sommer 1903 zur Ausgabe gelangen.

VI. Polytechnische Schule.

Besuch der Schule.

A n m e r k u n g : Die jeweilen in Klammern beigesetzten Zahlen beziehen sich auf das vorangegangene Schuljahr 1900/1901 und sind zur Vergleichung beigefügt.

Vom 46. Schuljahre 1900/1901 traten in das Berichtsjahr über: Reguläre Studierende 678 f(>G2) Neue Anmeldungen um Aufnahme als reguläre Studierende wurden angenommen :

668

Auf Beginn des Schuljahres (Oktober 1901) . .

,, ' ,, ,, Sommersemesters (April 1902) .

431 (373) 10 ( 9)

Zusammen

441 (382)

Von den Bewerbern um Aufnahme wurden aufgenommen : Ohne Prüfung, auf Grund genügender Maturitätszeugnisse oder auf Grund von zuverlässigen Ausweisen über bereits betriebene Hochschulstudien. 291 (243) Nach bestandener ganzer oder teilweiser Aufnahmeprüfung 95 ( 99) Zusammen während ihre Anmeldungen wieder zurückgezogen hatten oder abgewiesen wurden wegen ungenügend bestandener Prüfung Zusammen

386 (342) 20 (19) 35 (21) 55 (40)

Von den zur Prüfung gekommenen 129 (120) Bewerbern um Aufnahme waren 39% (29%) Schweizer, 61% (77%) Ausländer; von denen, welche die Prüfung nicht bestanden, 33°/o (29%) Schweizer und 67% (71%) Ausländer.

Im ganzen wurden als reguläre Studierende neu aufgenommen : Auf Beginn des Schuljahres (Wintersemester 1901/02) 376 (333) ,, ^ Sommersemesters 1902 10 ( 9) n Zusammen 386 (342) die sich auf die einzelnen Abteilungen der Schule verteilen wie folgt: I. Abteilung, Architektenschule 18 ( 20) II.

,, Ingenieurschule 88 ( 80} III.

,, Mech.-technische Schule . . . . 157 (120) IV.

,, Chem.-technische Schule, einschließlich Pharmazeuten 70 ( 81) V.

,, u. Forstschule 9 ( 10) b. Landwirtschaftliche S c h u l e . . .

21 ( 15) c . Kulturingenieurschule . . . .

8(5) VI.

.,, Fachlehrerschule : a . Mathematische Sektion . . . .

9 ( 5 ) b. Naturwissenschaftliche Sektion .

6 ( 6 ) Zusammen 386 (342)

669 Davon entfallen auf den I. Kurs 350 (306), auf höhere Kurse 36 (36) und waren 250 oder 65% Schweizer (203 oder 59%) und 136 oder 35% Ausländer (139 oder 41%).

Im ganzen zählte die Schule auf Beginn des Schuljahres an regulären Studierenden : Neu aufgenommene 386 ( 342) Aus dem Vorjahre übergetreten 679 ( 662) Zusammen 1065 (1004) Zu der Zahl der regulären Studierenden kamen noch 571 (507) Zuhörer hinzu, /.um weitaus größten Teile für Freifächer der VJI. Abteilung, womit sich die Summe der Besucher der Schule auf 1636 (1511) erhöhte.

Auf die einzelnen Fachschulen verteilt sich die Gesamtzahl der regulären Studierenden wie folgt: 1901/1902

1900/1901 N

Fachschulen.

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L Architektenschule .

II. Ingenieurschule .

III. Mechanisch - technische Schule IV. Chemisch-technische Schule mit pharmazeutischer Sektion .

  1. Forstschule .
  2. LandwirtschaftV.

liehe Schule . .

c. Kulturingenieurschule . . . .

VI. Fachlehrerschule . Total Gleich in °,'o

49 181

10 59 58 53 234 135

7 8 66 69 , 204 -f-30 [

230 186 416 212 168 380 + 36

99 212 l i l 35

+4 -[

50

+5

1 15 12 3 15 6 36 35 7 i| 42 707 358 1005 642 362 1004 34 36 66 34 --

-- --6

124 33

46 14 30

92 216 113 1 34 34

9;j 55

43

7

+«r -

Die angesichts der derzeitigen bedrängten Lage der Industrie gehegte Erwartung, daß der übermäßige Zudrang zur Schule etwas nachlassen werde, hat sich nicht erfüllt ; es hat im Gegenteil die Zahl der Studierenden noch weiter zugenommen. Dies sieht, zwar nach außen schön aus, nach inaen aber bringt dieser

670

große Zudrang schwere Übelstände mit sich. Das Unterrichtssystern unserer Schule paßt nicht für eine so große Zahl Studierender mit den überzahlreichen Kursen, die sich dabei ergeben.

Dazu reichen auch die der Schule zurzeit zu Gebote stehenden Räumlichkeiten nicht aus, die große Zahl Studierender ordentlich in Hör- und Zeichensälen unterzubringen. Unter diesen Verhältnissen hat der Unterricht in Vorlesungen und Übungen vielfach bedenklich zu leiden, zum Schaden besonders der bessern Studierenden.

Über die Verteilung der schweizerischen Studierenden nach Kantonen und der ausländischen nach den Staaten ihrer Herkunft gibt die im Schulprogramme für 1902/1903 enthaltene bezügliche Tabelle nähere Auskunft.

Abgang der Studierenden.

Von der Gesamtzahl der 1065 regulären Studierenden habeu im Verlaufe des Schuljahres oder mit Schluß desselben die Schule verlassen : Vor Beendigung ihrer Fachschulen 84 (104) Mit Abgangszeugnis nach Beendigung ihrer Fachschulen 200 (213) Studierende, die nach Beendigung ihrer Fachschulen ihre Studien weiter fortgesetzt haben . . . .

17 ( 14) Total 301 (331) Verhalten und Leistungen der Studierenden.

Das Verhalten der Studierenden blieb sich gleich wie im Vorjahre. Wieder war es vor allem Studienvernachlässigung, die zu Disziplinarstrafen und in 7 Fällen bis zur Streichung von der Liste der Studierenden führte.

Leider machte sich auch in diesem Jahre wieder die alte Erscheinung recht bemühend bemerkbar, wie leicht viele Studierende, wenn sich die einen oder andern durch einen Professor gekränkt glauben, durch einige Rädelsführer verleiten lassen, gleich mit einer ,,Katzenmusik"1 über den betreffenden Professor herzufallen, der dann gewöhnlich noch ein arges, das Ansehen der Studierenden und der Schule schwer schädigendes Herumpöbeln in den Straßen der Stadt Zürich folgt.

Krankenkasse und Unfallversicherung der Studierenden wurden durch Erkrankungen und Unfälle nicht mehr als gewöhnlich iu Anspruch genommen.

Über die Studienerfolge der Studierenden gibt nachfolgende Zusammenstellung der Ergebnisse der Promotionen aus den untern in die obern Kurse und der Diplomprüfungen Auskunft.

Ergebnis der Promotionen und Diplomprüfungen.

Architektenschule . . . .

. . 45 10 34 1 164 Ingenieurschule 8 142 14 , Mechanisch-technische Schule 318 18 277 23 Chem.-techn. ( technische Abteilung .

7 156 17 132 1 2 Schule l pharmazeutische Abteilung 3 1 1!)

Forstschule 18 Landwirtschaftliche Schule . . . . 34 1 30 3 11 11 Kulturingenieurschule 17 17 T, , i , , , 1 Abteilung A . .

l'achlehrerschule \ .. ., " , \ Abteilung B . .

9 9

!!

n

2

9

40 84 44

u 34 6

28 50 38

9 11 2 6 4

1 4

8 7 2 2 3

211 11J9

"î 64 61

147 138

12 38 68 41

8 26 38 37

13 15 3

12 12 3 2 2

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4

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Diplomiert.

Zurückgetreten oder abgewiesen

Die Studien mit Abgangszeugnis absolviert.

Uiplombewerber von den vorjährig, tibergangsprüfg.

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Zur Schlussprüfung für nächstes Schuljahr zugelassen,

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200 '140 21 119 ; 213 ; 147 24 123 ;

67t

1901/1902 776 54 671 51 1900/1901 762 67 634 61

SchlussdiplomÜbergangsdiplomPrüfungen im Oktober 1901 prllfungen und April 1902.

im März und Juli 1902.

Angemeldet.

Nicht promoviert.

Promoviert.

Ausgetreten.

«

Zahl der der Promotion unterliegenden Studierenden.

Promotionen von untern Kursen in obere.

672 Die verhältnismäßige Zahl der im Laufe des Schuljahres vor Abschluß ihrer Studien ausgetretenen Studierenden wie der nicht promovierten ist erheblich zurückgegangen, obgleich bei der großen Zahl Studierender gegen Studienvernachlässigung strenger eingeschritten wird. Es ist diese Erscheinung eine Folge der größeren Strenge, mit der schon bei Aufnahme neuer Studierender im letzten Jahre verfahren wurde.

Indem bei den Diplomprüfungen, wenigstens denjenigen an den Fachschulen mit zahlreichen Bewerbern, fortgefahren wurde, die Anforderungen allmählich noch weiter zu steigern, hat sich, trotz größerer Zahl Studierender, die Zahl der erteilten Diplome etwas vermindert. Es hält schwer, bei allen Fachschulen einen gleichmäßigen Grad von Anforderungen für die Erteilung des Diplomes festzuhalten; nur zu leicht geht bei Fachschulen mit kleinerer Zahl Diplombewerber, wo der Wettbewerb weniger stark ist, der richtige Maßstab etwas verloren.

Obgleich es nun allgemeiner bekannt sein dürfte, daß die Diplomprüfungen öffentlich sind, so hat doch von außer der Schule her, abgesehen von der üblichen Delegation des eidgenössischen Oberforstinspektors zu den Prüfungen der Forstschule, niemand sich zu denselben eingefunden. Um so mehr sah sich daher der Schulrat, dessen Mitglieder selbst so viel als möglich den Prüfungen beiwohnten, veranlaßt, nach seit einigen Jahren befolgtem Verfahren, auch die nicht prüfenden Dozenten einzuladen, den Prüfungen zu folgen, damit doch bei jeder einzelnen Prüfung neben dem Examinator noch ein Zeuge da sei.

Die Durchführung der durch das neue, letztes Jahr eingeführte Diplomprüfungsreglement vorgesehene Neuerung der Hinausschiebung der Schluiidiplomprüfung und der Ausführung der mit dieser verbundenen Arbeit, aus dem letzten Studiensemester in ein folgendes Semester, bei der L, II. und III. Abteilung und der Abteilung V 6, mußte auf das Frühjahr 1903 verschoben werden.

Preiserteilungen.

Für die von den Abteilungen I, HI, VI« und b der Schule am Schlüsse des Studienjahres 1899/1900 mit Schlußtermin für Ablieferung Ende Mai 1902 ausgeschriebenen Preisaufgaben fanden sich nur zwei Bewerber. Es waren die Herren D u m e r m u t h , Markus, von Bern, und E r dös, Aurei, von Ödenburg, Ungarn.

Beide losten die Preisaufgabe der mechanisch-technischen, bezw.

III. Abteilung und erhielten hierfür je einen Preis zuerkannt.

673

Stipendien und Schulgelderlasse.

Von 28 Studierenden des 2. und der folgenden Kurse, die sich um ein Stipendium aus der Chatelainstiffcung bewarben, erhielten für das Schuljahr 1901/1902 22 (27) Stipendien von je Fr. 200--450 im Gesamtbeträge von Fr. 5950 zuerkannt, darunter 14 die schon im Vorjahre ein Stipendium bezogen hatten. Außerdem wurden aus der Kernstiftung 2 Stipendien verabfolgt, ferner aus der Huberatiftung Fr. 1105 zur Unterstützung bedürftiger Studierender auf Exkursionen verausgabt und schließlich noch die Escher von der Linth-Stiftung mit Fr. 204 und die Zeunerstiftung mit Fr. 270 für Stipendien an Studierende in Anspruch genommen. Daneben erhielten noch 3 Studierende der landwirtschaftlichen Abteilung Stipendien von ihren Kantonen und vom Bund. Die Zahl der Studierenden, welclien Schulgelderlaß gewährt wurde auf Grund von Dürftigkeitszeugnissen und befriedigenden Leistungen, stieg auf 50, darunter 39 Schweizer und 11 Ausländer.

Lehrerschaft.

Der Lehrkörper der Schule schloß bei Eröffnung des Schuljahres in sich: Angestellte Professoren 64 einschließlieh Professoren der militärwissenschaftlichen Abteilung (2) und nur mit Lehrauftrag auf 5 Jahre beigezogene Dozenten (2).

Hülfslehrer 5 wovon t nur mit Lehrauftrag auf 5 Jahre beigezogener Dozent.

Assistenten (inklusive Privatassistenten 3, und bloße Hülfsassistenten 6, und 3 zugleich Privatdozenten) 59 Privatdozenten (ohne Assistenten) 27 davon 4 mit dein Titel ,,Professor" bedacht.

Außer diesem Personale nahmen am Unterrichte noch teil im Wintersemester und im Sommersemester je 3 von außer der Schule her, mil; besonderm Lehrauftrago beigezogene Dozenten.

Von den E'rivatdozenten waren im Wintersemester 4 und im Sommersemester 6 beurlaubt und im Wintersemester 12, im Sommersemester 3 mit besonderm Unterrichte in einzelnen Fächern, meistens der Fachschulen, beauftragt.

Von den angestellten Professoren ging im Laufe des Jahres ab Prof. Dr. Minkowski, der mit Schluß des Schuljahres einem Buntlesblatt. 55. Jahrg. Bd. l.

46

674 Rufe an die Universität Göttingen folgte. Prof. Dr. Minkowski hatte als Professor der höhern Mathematik an der Abteilung VIA der Schule seit 1896 vorzügliche Dienste geleistet und als Mathematiker ersten Ranges zur Erhöhung des Ansehens der Schule beigetragen.

Weiter erlitt die Schule schweren Verlust durch den Hinschied der beiden Professoren Dr. P e r n e t und Oberstdivisionär A. S c h w e i z e r .

Prof. Dr. Pernet, der am 15. Februar starb, war seit 1890 an der Schule als Professor der Physik und Vorstand der allgemeinen Übungslaboratorien des physikalischen Institutes mit unermüdlichem Eifer und Hingebung tätig gewesen ; er hat sich dabei nicht nur um die Schule, sondern auch durch sein gemeinnütziges Wirken in weiterm Kreise, um das Land überhaupt, verdient gemacht.

Prof. Oberstdivisionär A. Schweizer, der am 18. September starb, war seit 1898 als Professor der Militärwissenschaften an der Schule tätig gewesen, nachdem er vorher schon mehrere Jahre hindurch als Stellvertreter seines erkrankten Vorgängers in dieser Professur, Oberst Rothpletz, an der militärwissensehaftlichen Abteilung gewirkt hatte. Auch Prof. Schweizer schuldet die Schule für sein eifriges, hingebendes und erfolgreiches Wirken, in dankbarer Anerkennung seiner Verdienste, ein ehrendes Andenken.

Neu kamen mit Beginn des Sommersemesters zu den angestellten Professoren hinzu: 1. Der schon im Wintersernester ernannte und im letzten Jahresberichte erwähnte neue Professor für Forstwissenschaften, Forstmeister D e c o p p e t in Aigle.

2. Der zu Anfang des Jahres 1902 zur Besetzung der für Physik geschaffenen dritten Professur von der Universität Lyon her berufene Prof. Dr. P. W e i ß von Mülhausen im Elsaß.

Prof. Dr. Weiß hatte von 1882 bis 1885 die mech.-teehn.

Abteilung des Eidgen. Polytechnikums durchgemacht und war von dieser mit Diplom ersten Ranges abgegangen ; nachher wandte er sich der akademischen Laufbahn zu und trat 1888 in die Ecole normale supérieure in Paris ein, an welcher er bis 1891 zur Erlangung der licence es sciences physiques studierte, dann noch bis 1894 in den mit dieser Schule verbundenen physikalischen Laboratorien für höhere Studien arbeitete; 1895 kam er als

675

maître de conférence für Physik an die Universität Rennes und von da 1899 in gleicher Eigenschaft an die Universität Lyon, wo er 1900 als Auszeichnung den Titel eines Offiziers der Akademie zuerkannt erhielt.

Nach dem Tode von Prof. Dr. Fernet wurde dessen erster Assistent mit Fortführung des Unterrichtes bis zum Schlüsse des Wintersemesters beauftragt. Mit Beginn des Sorrmiersemesters übernahm der neu eintretende Prof. Dr. Weiß den Unterricht, der Prof. Pernet zugewiesen gewesen, nebst der Leitung der allgemeinen Übungslaboratorien und einer Vorlesung über ausgewählte Kapitel der Physik in franzosischer Sprache. Von Ernennung eines dritten Professors der Physik, glaubte der Schulrat einstweilen absehen zu sollen, bis der neue Professor sich gehörig eingelebt haben wird.

Ebenso blieb die tlurch den im Vorjahre erfolgten Hinschied von Prof. Dr. C r a m e r frei gewordene Professur für allgemeine Botanik, Pflanzenphysiologie und Pathologie noch unbesetzt. Nachdem über das Wintersemester 1901/1902 die vorhandenen Lehrkräfte die Lücke so gut als möglich ausgefüllt hatten, kam über das Sommersemester Prof. Dr. M ü l l e r - T h u r g a u von der Weinund Obstbauschule in Wädenswil, der Schule zu Hülfe. Leider gelang es dem Polytechnikum nicht, diesen Lehrer, der ihm vorzüglich gepaßt hätte, dauernd für sich zu gewinnen.

Die Professoren Dr. F l i e g n e r (theoretische Maschinenlehre), G e r l i c h (Ingenieurwissenschaften ), Dr. H a r t w i c h (Pharmacie), P i z z o (italienische Literatur und Sprache) und Dr. Studier (Philosophie), deren Amtsdauer im Berichtsjahre ablief, wurden auf eine neue zehnjährige Amtsdauer wiedergewählt.

Heimsuchung durch Krankheit entzog wiederum einzelne Professoren mehr oder weniger lange Zeit dem Unterrichte, so daß Ersatz durch anderò Lehrkräfte nötig wurde.

Prof. Dr. H e i m erhielt üher das Wintersemester 1901/1902 Urlanb zu einer Studienreise nach Neuseeland ; er wurde inzwischen im Unterrichte durch den Professor der Geographie, Dr. F r ü li, ersetzt.

Neben ihrer Lehrtätigkeit fanden sich manche Professoren noch durch Expertisen im In- und Auslande in Anspruch genommen, die ihnen für die Schule wertvollen Anlaß boten, sich in Fühlung mit der Praxis und mit Kollegen anderer Hochschulen zu halten. Andere Professoren \varen literarisch be-

676

schäftigt durch Herausgabe größerer Werke oder Beteiligung an solchen, wodurch sie Gelegenheit fanden, sich zur Mehrung des Ansehens der Schule auch literarisch hervorzutun.

Neben der Abordnung von Professoren an Maturitätsprüfungen kantonaler Mittelschulen, deren 19 besucht wurden, beschränkten sich die Entsendungen von Professoren auf die des Professors der Ingenieurwissenschaften, H i l g a r d , an den internationalen Schiffahrtskongreß in Düsseldorf. -- Daneben erhielten mehrere Professoren und Assistenten Gelegenheit, bei Führung von Exkursionen der Studierenden der mechanisch-technischen Schule, der landwirtschaftlichen und der Forstschule, die Ausstellung in Düsseldorf, die jährliche Wanderausstellung des Deutschen landwirtschaftlichen Vereins in Mannheim zu besuchen und an einer Exkursion der Forstschule in Nancy in die Waldungen der französischen Vogesen teilzunehmen.

Zu den nach Beförderung des Hülfslehrers Prof. B e c k e r zum ordentlichen Professor noch vorhandenen fünf Hülfslehrern kam neu hinzu der bisherige Assistent für höhere Mathematik, Prof. hon. Dr. H i r s c h , der in Anerkennung seiner Leistungen und um ihn der Schule länger zu erhalten, zum Hülfslehrer ernannt wurde.

Ferner wurde den beiden Hülfslehrern Dr. W i n t e r s t e i n C Agrikulturchemie) und Ingenieur F a r n y (Elektrotechnik) der Titel ,,Professor" verliehen, in Anerkennung ihrer Leistungen und mit Rücksicht auf den ihnen übertragenen Unterricht.

An P r i v a t d o z e n t e n gingen 2 ab, 3 kamen neu hinzu; l Gesuch um Habilitation wurde wieder zurückgezogen ; 3 Gesuche harren noch der Erledigung. Angesichts von Schwierigkeiten, in welche der Schulrat mit einem Privatdozenten geraten, sah er sich veranlaßt, auf nähere, feste Regelung des Verfahrens bei Behandlung von Habilitationsgesuchen Bedacht zu nehmen \ die bezüglichen Beratungen harren noch des Abschlusses.

Mit der Zunahme der Zahl der Studierenden stieg auch der Bedarf an A s s i s t e n t e n. Zu den vom Vorjahre hergekommenen 42 Assistenten kamen im Verlauf des Berichtsjahres neu hinzu 47 und gingen dagegen ab 30, so daß für das neue Schuljahr 1902/1903 noch 59 verblieben. Indem die Nachfrage in der Praxis nach Technikern aller Art etwas nachgelassen hat, ist es auch leichter geworden, vorhandene Assistenten länger zu behalten oder neue zu gewinnen.

677

Dagegen ruft die Zunahme der Zahl der Studierenden, bei welcher der Professor in den Übungen weniger sich mit dem einzelnen beschäftigen kann, dem Bedürfnisse nach höher stehenden Assistenten, die selbständiger walten gelassen werden können, einer Art Hüli'slehrer, wenigstens für Hauptfächer. Um für Konstruktionsübungen über Assistenten von größerer praktischer Erfahrung verfügen zu können, ist bei der Ingenieurschule augefangen worden, Ingenieure von städtischen oder kantonalen Verwaltungen beizuziehen, ein Verfahren, das bei den deutschen technischen Hochschulen in starkem Maße angewendet wird. Die Stadtverwaltung Winterthur und die Regierung des Kantons Zug, sind in dieser Beziehung der Schule in verdankenswerter Weise entgegengekommen, indem sie Ingenieuren ihrer Verwaltung gestattet haben, je für einen Nachmittag in der Woche, bei Konstruktionsübungen an der Ingenieurschule zu assistieren.

Unterricht.

Die für jedes Semester ausgegebenen Unterrichtsprogramme kündigten an Unterricht aller Art an, für das Wintersemester 380 (383) einzelne Vorlesungen und Übungen Sommersemester 332 (333) ,, .,, ,, ,, wovon im Wintersemester 6, im Somrnersemester 7 nicht zur Abhaltung gelangten, die wie immer zürn größten Teile Vorlesungen der Freifächerabteilung betrafen, die keine Zuhörer fanden oder deren Dozenten sieh beurlauben ließen.

Der Unterricht ging auf Grundlage des Schulprogrammes und der reglementarischen Bestimmung ziemlich normal vor sich.

Störungen erlitt er, außer etwa durch Erkrankung einzelner Professoren, in stärkerem Maße durch den Militärdienst vieler Studierender.

Große Neuerungen oder Änderungen in den Unterrichtsprogrammen traten nicht ein ; die erwähnenswertesten beschränken sich auf folgende : A r c h i t e k t e n s c h u l e . Das Unterrichtsprogramm wurde etwas erweitert durch Einfügung von Formenlehre mit Skizzierübungen im 1. Kurse, 2 Stunden, Vermehrung der Stundenzahl in Stillehre 2. Kurs und Architektur der Renaissance im 3. Kurse, 2 auf 3 Stunden, wovon 2 Skizzierübungen und Aufnahme von .^Architektur des Mittelalters'1 mit l Stande Vorlesung und 2 Stunden Skizzierübungen im 3. Kurse:, ferner wurden dio

678 Kompositionsiibungen ini 3. Kurse von .6 auf 8 Stunden vermehrt und den Studierenden Kompositionsübungen bei den beiden Vertretern der verschiedenen Stilrichtungen, bei Prof. Bluntschli für Renaissance, bei Prof. Gulls für Mittelalter eröffnet.

I n g e n i e u r s c h u l e . Für den über das ganze Sommersemester wegen andauernden Leidens beurlaubten Prof. Dr. R i t t e r , übernahm dessen Assistent, Ingenieur Thurnherr, den Unterricht in graphischer Statik und im Brückenbau (steinerne und hölzerne Brücken), für welchen die Zahl der Übungsstunden von 4 auf (i erhöht wurde.

M e c h a n i s c h - t e c h n i s c h e Schule. Die Vorlesung ,,Fabrikanlagen II. Teil1' irn 7. Semester wurde fallen gelassen und mit dem Sommersemester die bisher vierstündige Vorlesung von Prof. Dr. Wyßling im fi. und 7. Semester, über Bau von Dynamomaschinen und elektrischen Zentralanlagen, zerlegt nach beiden Teilen in gesonderte zweistündige Vorlesungen, von deuen die über elektrische Zentralanlagen Prof. Dr. Wyßling fortführte, während die Vorlesung über Bau von Dynamomaschinen Hülfslehrer Prof. hon. F a r n y übertragen erhielt. Die neben den Konstruktionsübungen einhergehenden gruppenweisen Übungen im Maschinenlaboratorium gelangten im Berichtsjahre mit gutem Erfolge zu volici1 Entwicklung.

C h e m i s c h - t e c h n i s c h e S c h u l e . An der technischen Sektion wurde die besondere Vorlesung über Pyridinderivate fallen gelassen nach Weggang des Privatdozenten, der bisher mit dieser Vorlesung beauftragt gewesen.

Bei der pharmazeutischen Sektion bleibt eine irrtümliche Angabe zu berichtigen, die sich in den letzten Jahresbericht eingeschlichen, dahin gehend, daß das ,,physikalische Praktikum für Anfänger" fallen gelassen worden, was nicht der Fall war.

Das den Unterrichtsprogrammen der beiden Sektionen angehängte Programm besonderer Kurse für Studierende, die sich als Nahrungsmittelchemiker ausbilden wollen, wurde erweitert durch Einfügung einer Vorlesung über Bau und Funktion der Ernährungsorgane, bakteriologische Übungen, hygienische Übungen und Exkursionen im Wintersemester.

Forstschule. Nachdem über das Wintersemester die beiden anderen Professoren der Forstwissenschaften, den durch den Hinschied von Prof. Bourgeois verwaisten Unterricht besorgt hatten, übernahm der mit dem Sommersemester neu eintretende

679 Prof. Decoppet auf Grund einer neuen Verteilung des Unterrichtes zwischen den drei Professoren, zunächst die Vorlesung ,,Waldwertbereclmung". ifaoh Abgang des bisherigen Dozenten für Alpwirtschaft wurde dieser Unterricht in dem über Landwirtschaft überhaupt aufgehen gelassen.

An dein praktischen Vermessungskurse für Forstkandidaten nahmen 9 teil, sämtlich Studierende des 3. Kurses der Forstschule.

L a n d w i r t s c h a f t l i c h e S c h u l e . Der Unterricht über Alpwirtschaft wurde nach Abgang des bisherigen Dozenten, Privatdozent Dr. Stebler Prof. M o o s übertragen.

Die Kulturingenieiirschule, die beiden Abteilungen der Fachlehrerschule und die Freifächerabteilung gaben zu besonderen Bemerkungen keinen Anlaß.

Über die militärwissenschaftliche Abteilung ist dem Militärdepartement besonderer Bericht erstattet worden.

An den Unterricht in der Schule selbst schlössen sich wieder zahlreiche Exkursionen aller Art an. Von größeren weitergehenden Exkursionen sind zu erwähnen: Eine Exkursion des 3. Kurses der Architektenschule nach der Lombardei ; eine Exkursion des 3. Kurses der mechanisch-technischen Schule zum Besuche der Ausstellung in Düsseldorf; eine Exkursion des 3. Kurses der Forstschule in die französischen Vogesen, zusammen mit der Forstschule in Nancy, welche unsere Schule dazu eingeladen hatte ; eine Exkursion der landwirtschaftlichen Schule zum Besuche der Wanderausstellung des Deutschen landwirtschaftlichen Vereins in Mannheim. -- Wieder ist die Schule Behörden und Privaten, an welche sich die Exkursionen zu wenden hatten und bei denen sie wie gewohnt entgegenkommende Aufnahme fandeji, dafür besten Dank schuldig geworden.

Der Huberfonds für Unterstützung bedürftiger Studierender auf Exkursionen wurde ziemlich stark in Anspruch genommen ; weniger der speziell für Unterstützung auf geologischen Exkursionen bestimmte Escher von der Linth-Fonds.

Unterrichtsmittel, Anstalten und Laboratorien für Übungen, wissen» schaftliche Arbeiten und Untersuchungen.

Trotz etvvelcher Erhöhung im Budget für 1901 des allgemeinen Kredites für Unterrichtsmittel solcher Lehrfächer, welche nicht unmittelbar an Laboratorien oder Sammlungen sich an-

680

schließen, erwies sich dieser Kredit gegenüber den stets sich steigernden Ansprüchen des Unterrichtes, immer noch nicht als ausreichend.

Der Besuch der verschiedenen Laboratorien und Institute gestaltete sich wie folgt: Zahl der Praktikanten: WinterSommersemester : Semester :

Allgemeine Übungslaboratorien des physikalischen Institutes Elektrotechnische Laboratorien des physikalischen Institutes Wissenschaftliche Laboratorien des physikalischen Institutes .

Analytisch-chemisches Laboratorium : Chemiker Analytisch-chemisches Laboratorium : Studierende des I. Kurses der Ingenieur- und mechanisch - technischen Schule (nur im Sommersemester) Technisch - chemische Laboratorien der chemisch-technischen Schule . . . .

Elektrochemische und physikalisch - chemische Laboratorien der chemisch-technischen Schule .

Pharmazeutisches Laboratorium . . . .

Agrikulturchemisches Laboratorium der landwirtschaftlichen Schule . . . .

Photographisches Laboratorium . . . .

Bakteriologisehe Laboratorien : a. Hygienisches Laboratorium . .

b. Landwirtschaftliches Laboratorium Modellierwerkstätte (nur im Wintersemester betrieben) Maschinenlaboratorium der mechanischtechnischen Schule Werkstätte der mechanisch - technischen Schule

66 (59)

106 (100)

88 (74)

77

(61)

29 (15)

16

(11)

126 (132)

--

--

104 (102)

41

(35)

94 (83)

74 (67)

15 (13) 8 (6)

27 6

19 (20) 30 (30)

22 (32) 30 (30)

(32) (8)

4 (4) 15 (18)

6 5

24 (26)

--

--

123 (124)

69

(71)

4

(2)

4

(5)

(5) (13)

68J Zahl der Praktikanten : WinterSommerSemester : Semester :

Technologisches Praktikum (bei der Materialprüfungsanstalt) 76 (75) 31 (35) Mineralogisch-petrographisches Praktikum 21 (23) 9 (6) Botanisches Praktikum 9 (6) 7 (4) Zoologisches Praktikum 29 (16) 2 (1) Sternwarte, astronomische Übungen (nur im Sommersemester) -- --14 (14) Die Frequenz gestaltete sich im ganzen der größeren Zahl Studierender entsprechend etwas größer als im Vorjahre.

Die Arbeiten und Übungen in den verschiedenen Anstalten und Laboratorien, gingen in gewohnter Weise vor sich. Dabei steigerten sich die im letzten Jahresberichte schon hervorgehobenen, mit der herrschenden Raumnot verbundenen Übelstände, mit der Zunahme der Zahl der Studierenden, da und dort, besonders bei den Laboratorien der chemisch-technischen Schule, bis zu einem länger nicht mehr erträglichen Grade. Leider läßt sich momentan gründliche Abhülfe nicht schaffen ; solche erfordert Zeit und große Ausgaben für bedeutende Erweiterung«- oder Neubauten.

Bloß bei der Physik und der Astronomie vermögen die vorhandenen Räume noch auszureichen. Einzig die Architektenschule konnte sich im Berichtsjahre einer Verbesserung ihrer Lage in räumlicher Beziehung erfreuen, indem sie dazu kam, den ihr im letztjährigen Berichte erwähnten, neu eingerichteten Modelliersaal nebst Modellierwerkstätte zu beziehen ; es haben sich diese neuen Einrichtungen recht gut bewährt.

Wie immer, gingen aus den Arbeiten und Untersuchungen von Dozenten, Assistenten und vorgerückteren Studierenden, in den verschiedenen Laboratorien und Instituten, besonders den chemischen, physikaliwchen und naturwissenschaftlichen (botanischen, mineralogischen und geologischen, sowie der bakteriologischen), sowio aus den abgehaltenen Seminarien, zahlreiche gediegene wissenschaftliche Veröffentlichungen in den verschiedenen Fachzeitschriften hervor. Dazu kamen manche Doktorarbeiten von diplomierten, ehemaligen Studierenden, die sieh mit solchen an der Universität Zürich den Doktortitel holten, im ganzen 26 an der Zahl.

Sammlungen.

Bei manchen Sammlungen, besonders den mit der Universität Zürich gemeinsamen mineralogischen, geologischen und zoolo-

682 gischen Sammlungen, ist die längst herrschende Raumnot nachgerade ganz unerträglich geworden und es darf mit nachhaltigen Vorkehren zur Abhülfe dieses Übelstandes nicht gezögert werden.

Die Sammlungen erfreuten sich wieder zahlreicher Geschenke aller Art, für die auch hier den großmütigen Gebern nochmals gedankt sei. Leider gestattete der angedeutete Platzmangel nicht immer, die erhaltenen Geschenke gehörig auf- und auszustellen ; so z.B.

die wertvolle Schmetterlins-Sammlung von paleearktischen PyraloCrambiden (Zünslerfaltern), die Professor Dr. Huguenin in Zürich, der schon früher der entomologischen Sammlung geschenkten Sammlung von paloearktischen Geometriden (Spannerfalter) im Berichtsjahre nachfolgen ließ.

Auch die Bibliothek wurde mit Geschenken reichlich bedacht; so daß sie im Berichtsjahre den stärksten Zuwachs erfuhr seit ihrem Bestehen, nämlich 2766 Bände, womit sich ihr Bestand auf 51,419 Bände erhöhte. Glücklicherweise ist die Bibliothek seit ihrer neuen Einrichtung räumlich gut bestellt, so daß sie noch auf Jahre hinaus Raum genug hat für so starken Zuwachs.

Immerhin brachte dieser unvorhergesehene starke Zuwachs dem Personale vermehrte Arbeit; auch verursuchte er der Bibliothek außerordentliche Buchbinderkosten.

Die Architektenschule verlangt schon ilange [nach Erweiterung ihrer Sammlung für den Unterricht in Baukonstruktionslehre, wozu sich der nötige Raum in den Gängen der Bauschule und in den durch Ausquartierung der Modellierwerkstätte im Kellergeschoße frei gewordenen Räumen rinden ließe. Der Schulrat gedenkt mit dem neuen Jahre mit dieser gewünschten Erweiterung anzufangen und sie allmählich auszuführen, soweit sich die Kosten aus den Mitteln des gewöhnlichen Budgets der Schule bestreiten lassen.

Allgemeines.

Sehulbehörden.

Der Schulrat hielt im Berichtsjahre 7 Sitzungen ab. Daneben fanden sich die Mitglieder wie gewohnt noch durch Kommissionssitzungen, Schulbesuche, Besuch der Prüfungen und Besuche von Maturitätsprüfungen in Anspruch genommen.

Wenn auch der Schulrat weniger Sitzungen abhielt als im Vorjahre, so hat deswegen weder die Geschäftslast des Schulrates, noch die des Direktors und der Direktionskanzlei abgenommen. Im Gegenteil, sie hat sich besonders für letztere mit

683 der Zunahme der Studierenden noch weiter vermehrt. Auf beiden Kanzleien mußte oft über Zeit gearbeitet und Aushülfe beigezogen werden ; nicht bosser erging es dem Kassier und dem Inventarkontrolleur.

Neben den laufenden Geschäften aller Art beschäftigte den Schulrat besonders die Sorge für Abhülfe der die Schule bedrängenden Raumnot, hauptsächlich an den filr sie zunächst und am meisten in Betracht fallenden Stellen, wie bei der chemischtechnischen Schule. Die hierüber gemachten Studien und Untersuchungen führten zur Aufstellung von Projekten für Erweiterung des Chemiegehä,udes durch Auf- oder Anbauten. Der Schulrat empfahl nach gründlicher Erwägung dieser Projekte, die weitere Verfolgung eines Projektes der Professoren Bluntschli und Lasius, das Erweiterung des Chemiegebäudes durch einen Neubau an der Hinterseite des Oheiniegebäudes innerhalb des jetzigen Areals desselben vorsieht.

Neue M a t u r i t a l s v e r t r a g e gelangten im Berichtsjahre keine zum Abschluß. Wohl wurde mit der Pürziehungsdirektion von Waadt, zwischen beidseitigen Delegierten ein Vertrag für das Gymnase mathématique vereinbart, der die Genehmigung des Schulrates erhielt; allein von Seiten der Erziehungsdirektion dos Kautons Waadt ist dor Vertrag immer noch nicht ratifiziert worden.

Das V er w u l t un A s p e r s o n a l aller Art dor Schule zählte, einschließlich 5 Konservatoren und Kustoden von Sammlungen, im Wintersemester 65, im Sommersemester, wo 2 nur über Winter angestellte Heizer abgingen, 63 Mann. Eine Vermehrung gegenüber dem Vorjahre trat ein dadurch, daß für Besorgung der elektrischen Beleuchtung im Hauptgebäude ein besonderer Beleuchtungswart eingestellt werden mußte, der über Soinmor als Mechaniker im Maschinenlaboratorium aushilft; ferner machte die Reinhaltung des Hauptgebäudes die Anstellung einer ständigen Putzfrau notwendig. -- Je umfänglicher und komplizierter die Verwaltung der Schule nachgerade wird, urn so mehr wird es nötig, selbst auf die Gefahr hin, des Bureaukratisinus beschuldigt zu werden, die Pflichten und Befugnisse der Angestellten aller Art fester zu regeln. Zu diesem Zwecke wurden auf Grund der im Vorjahre erlassenen allgemeinen Verordnung betreifend din Stellung und Pflichten der Angestellten zunächst neue Verordnungen für die Angestellten im Chemiegebäude erlassen.

Dank vermehrter Einnahmen infolge gesteigerter Zahl Studierender und Zuhörer und Ersparnissen, die sich auf einigen

684

Ausgabeposten machen ließen, gelang es, die Jahresrechnung mit einem nicht unbedeutenden Aktivsaldo abzuschließen, wenn auch auf verschiedenen Ausgabeposten das Budget mehr oder weniger überschritten wurde. Neben den durch das Budget der Schule gewährten Mitteln und außer dem Châtelain-Stipendienfonds wurden auch noch die meisten der übrigen der Schule zur Verfügung stehenden Fonds mehr oder weniger in Anspruch genommen.

Auch die neu gegründete Witwen- und Waisenkasse wurde infolge der unter ihren Mitgliedern eingetretenen Todesfälle bereits in Anspruch genommen.

Die Annexanstalten.

  1. Die e i d g e n ö s s i s c h e M a t e r i a l p r ü f u n'g sans ta 11.

Der Betrieb der Anstalt gestaltete sich ziemlich gleich wie im Vorjahre. Wieder trat eine etwelche Steigerung der Inanspruchnahme der Anstalt durch in- und ausländische Auftraggeber, sowie durch eigene wissenschaftliche Untersuchungen ein.

Die Zahl der gestellten Prüfungsanträge stieg auf 1217 (1116 im Vorjahre) und die Zahl der ausgeführten Einzelversuche auf 41,552 (41,033 im Vorjahre). Von den Einzelversuchen entfielen 4996 auf Tonuntersuchungen, 1504 auf das in der Anstalt für die Studierenden des Polytechnikums abgehaltene technologische Praktikum, 1550 auf von der Anstalt ausgeführte wissenschaftliche Untersuchungen, die hauptsächlich don armierten Beton betrafen. TransportHaschen für komprimierte Gase wurden 5835 kontrolliert, teils in der Anstalt selbst, teils in den verschiedenen Fabriken für komprimierte Gase.

Unter den verschiedenen Materialien, deren Prüfung die Anstalt beschäftigte, standen wie immmer die hydraulischen Bindemittel in erster Linie. Auffallend wenig wird die Anstalt für Papierprüfung in Anspruch genommen, für die sich die Anstalt schon seit 6 Jahren vollständig eingerichtet hat; es wäre sehr zu wünschen, wenn, wie in den Nachbarländern, die größern Verwaltungen anfangen wollten, bei bedeutenden Papierbestellungen die Papiere technologisch untersuchen zu lassen.

An wissenschaftlichen Untersuchungen wurden teils im Vorjahre begonnene fortgeführt, teils verschiedene neue unternommen, ·besonders im Gebiete des Beton, armiert und nicht armiert, hauptsächlich infolgedessen, daß der Vorstand der Anstalt, als Mitglied der schweizerischen Kommission für armierten Beton, einleitende Studien vorzunehmen hatte zur Aufstellung eines Programmes für Untersuchungen auf diesem Gebiete.

68r> Im ßetriebsjahre wurde ein für die Anstalt neuer Zweig der Untersuchung von Metallen eingeführt, die M e t a l l o g r a p h i e , die in den letzten Jahren besonders in Frankreich ausgebildet worden ist und nachgerade größere Bedeutung erlangt hat. Die bisherigen höchst spärlichen Einrichtungen der Anstalt wurden durch eine den neuesten Anforderungen entsprechende Installation für Metallmikroskopie vervollständigt und diese zu voller Zufriedenheit geliefert von einer inländischen Anstalt. Mit diesen neuen Untersuchungen wurde der Adjunkt der Anstalt nebst einem in der Mikroskopie und Photographie geübten Assistenten beauftragt, nachdem er vorher noch nach Paris abgeordnet worden war, um bei dortigen Gelehrten sich in Sachen näher zu erkundigen und sich von ihnen darüber belehren zu lassen.

Die Veröffentlichungen der Anstalt beschränkten sich auf einige vorläufige Mitteilungen des Vorstandes über die Ergebnisse der Untersuchungen über armierten Beton, welche als Separatabdruck aus Fachzeitschriften unter dem Titel ,,Résistance et Déformation du béton arméa erschienen sind. In gleicher Weise erschien ein von dem Adjunkten der Anstalt an der Jahresversammlung des Schweizerischen Ziegler-Vereins gehaltener Vortrag ,,Die Untersuchung der Tonlager des schweizerischen Zieglervereins in der eidgenössischen Materialprüfungsanstalt a , und weiter ebenfalls eine vom Adjunkten im ,,Bulletin de la Société d'encouragement.''" in Paris veröffentlichte Arbeit ,,Recherches sur hi plasticité des argiles''-.

Behufs ihrer weiteren Ausbildung waren irn Laufe des Jtihrcs 6 angehende Ingenieure in der Anstalt als Volontärs mehr oder weniger lange Zeit tätig. Daneben war an der Anstalt wieder an einein Nachmittag wöchentlich ein fakultatives technologisches Praktikum eröffnet, im Wintersemester für die Studierenden des 2. Kurses der mechanisch-technischen Schule unter Leitung von Prof. Escher, unterstützt von seinem Assistenten und einem Assistenten der Anstalt; im Sommersemester für die Studierenden der Ingenieurschule 3. Kurs; das orstere war in der 2. Hälfte des Wintersemesters 1901/1902 von 74, in der 1. Hälfte des Wintersemesters 1902/1903 von 41 Studierenden, das zweite im Sommersemester von 31 Studierenden besucht.

Auch in diesem Jahre fehlte es der Anstalt nicht an Besuchern von verschiedenen Seiten her. Als Vorstandsmitglied des internationalen Verbandes für Materialprüfungen der Technik hatte der Direktor der Anstalt; im März einer Sitzung dieses Vorstandes in Wien beizuwohnen.

686 Der Raumnot, welche die Anstalt bedrängte, ist im Laufe des Berichtsjahres einigermaßen abgeholfen worden, durch den Bau eines Schuppens für Aufbewahrung von Material aller Art, nebst einem Räume für die Prüfung von Transportflaschen verdichteter Gase und einem Räume für Sammlungen, so daß der große Maschinensaal von der die übrigen Arbeiten sehr störenden Prüfung von Transportflaschen frei gemacht werden konnte.

Das von 1895 datierende Reglement der Anstalt ist nachgerade revisionsbedürftig und daher gegen Schluß des Berichtsjahres vom Direktor dem Schulrate der Entwurf eines revidierten Réglementes vorgelegt worden, der nun der Erledigung harrt.

Trotz erheblicher Überschreitung des Budgets in einzelnen Ausgabeposten, besonders auf Posten ,,Unterhalt des Inventars und Neuanschaffungen", gelang es doch, Dank noch stärkerer Vermehrung der Einnahmen, die Jahresrechnung mit einem bescheidenen Aktivsaldo abzuschließen.

b. Eidgenössische Z e n t r a l a n s t a l t f ü r das forstliehe Versuchswesen.

Nach Ablauf der dreijährigen Amtsdauer schied aus der Aufsichtskommission der Anstalt als nicht wieder wählbares Mitglied aus Kantonsförster K a t h r i n e r in Sarneri; er wurde ersetzt durch Kantonsoberförster S e h e dl e r in Schwyz.

Mit Beginn des Jahres übernahm an Stelle des im September des Vorjahres verstorbenen Prof. Bourgeois, der neu ernannte Prof. E n g l e r die Leitung der Anstalt. Bis dahin hatte in Stellvertretung der I. Assistent F l u r y die Leitung der Anstalt besorgt.

Die Aufsichtskommission hielt am 26. Juli in Zürich ihre ordentliche Sitzung ab, in welcher der Geschäftsbericht des Vorstandes entgegengenommen, das Arbeitsprogramm und der Entwurf des Budgets der Anstalt für 1903 beraten und festgestellt wurden. An die Sitzung schloß sich noch ein Besuch des Versuchsgartens im Adlisberg an.

Im Personale der Anstalt traten keine Veränderungen ein.

Zur Aushülfe bei den auswärtigen Arbeiten mußte im Sommer über zwei Monate noch ein Arbeiter angestellt werden.

Zur Mithülfe bei den Arbeiten und Untersuchungen der Anstalt wurden in Anspruch genommen : Für Samenuntersuchungen die eidgenössische Samenkontrollstation ; für gründliche Analyse von 9 Bodenarten, die im Versuchsgarten Adlisberg zu Versuchen dienen - und für Untersuchung von Gründüngungspflanzen auf

687

Stickstoff, die eidgenössische agrikulturchemische Untersuchungsstation ; für Herstellung von Photographien Prof. Dr. Barbieri und für forstentomologische Untersuchungen im Hochgebirge Prof. Dr. C. Keller.

Die Arbeiten der Anstalt nahmen ihren gewohnten Verlauf in Fortführung und teilweiser Erweiterung der schon früher begonnenen Untersuchungen und Versuche aller Art im Versuchsgarten Adlisberg, in verschiedenen Forstgärten und in den in den Waldungen des Landes angelegten Versuchsflächen. Versuchsflächen wurden im Berichtsjahre 46 neue, wovon 16 Fichten und 30 Buchenflächen, größtenteils im Jura, wo bis jetzt solche last ganz gefehlt hatten, angelegt.

Dagegen gingen von den vom Vorjahre her vorhandenen 442 Versuchsflächen 11 ah, infolge Abtrieb, Sturm und Schneeschaden, so daß auf Ende des Berichtsjahres noch 477 Versuchsflächen bestanden.

Wenn in den nächsten zwei Jahren die Neuanlage von Versuchsflächen in gleichem Maße gefördert werden kann wie im Berichtsjahre, so wird dann das nötige Material für die Ausarbeitung der Fichten- und Buchenertragstafeln für Mittelland und Jura beisammen sein und endlich einmal diese schon vor 14 Jahren begonnene Arbeit zum Abschluß gebracht werden können.

Ein großer Teil der Arbeitszeit auf dem Bureau wurde durch die Verarbeitung von Untersuchungen beansprucht, die in dem bereits im Druck befindlichen, nächstens zur Herausgabo gelangenden VII. Bande der Mitteilungen der Anstalt veröffentlicht werden sollen.

Die Anstalt vermochte ihre Jahresrechnung ohne Defizit abzuschließen, allerdings nicht, ohne ziemlich starke Übertragungen in den einzelnen Ausgabeposten des Budgets.

VII. Gesundheitsamt.

  1. Verhütung und Bekämpfung ansteckender Krankheiten.
  2. Pocken.

Die Zahl der Pockenerkrankungen ist von 353 mit 38 Todesfällen im Vorjahre auf 55 mit nur 2 Todesfällen herabgesunken.

Über die Verteilung nach Kantonen und Monaten gibt die nachfolgende Tabelle Auskunft.

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Zahl der im Jahre 1902 vorgekommenen Pockenfälle nach Monaten und Kantonen.

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689

Hinsichtlich A l t e r und I m p f z u s t a n d verhalten sich die 55 Fälle wie folgt: Gestorbene.

Erkrankte.

Altersklasse.

Gè- i Un geimpft, impft.

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Ge- UngeTotal. impft. impft.

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Über die Ätiologie der im Jahre 1902 vorgekommenen Pockenfälle haben wir folgendes in Erfahrung bringen können : Sämtliche in G e n f erkrankten Personen sind während des Inkubationsstadiums aus dem Ausland zugereist, haben sich somit im Ausland infiziert: 2 in Nizza, l in Österreich und 3 wahrscheinlich in England.

In C h u r ist eine aus dem Pockenspital in Nizza entlassene Person eingetroffen, die sich noch im Abschuppungsstadium befand und infolgedessen noch längere Zeit im Absonderungshaus isoliert werden mußte.

Beim Fall in C a s t a g n o l a (Tessin) handelte es sich um einen Herrn, der kurz vor seiner Erkrankung London verlassen hatte, wo dannzurnal eine weitverbreitete Epidemie herrschte.

Die verschiedenen im K a n t o n W a l l i s vorgekommenen Fälle scheinen unter sich im Zusammenhang zu stehen und die Ausläufer der vorjährigen Epidemien zu sein. Der erste Patient in Eisten, wo 10 Personen erkrankt sind, soll sich in einer verlassenen Hütte auf dem Brigerberg (Ried), in welcher Pockenkranke verpflegt worden waren, infiziert haben. Von hier Bundesblatt. 55. Jahrg. Bd. I.

47

690 aus verbreitete sich die Krankheit nach Staldenried, wo vom 31. Januar bis 22. April 7 Fälle konstatiert wurden. Die Erkrankungen in Riddes (l Fall), Isérables (14 Fälle), MartignyCombe (l Fall) und Saxon (10 Fälle) bilden eine ununterbrochene Reihe von Infektionen. Einzig über die 2 Fälle in Sitten war nichts bestimmtes zu eruieren ; da aber der Vater der beiden erkrankten Kinder herumfahrender Musikant ist, so darf als ziemlieh sicher angenommen werden, daß er den Keim der Krankheit irgendwo auf seinen Touren im Lande herum aufgelesen und bei seiner Rückkunft nach Hause auf seine Kinder übertragen hat, ohne selbst zu erkranken.

Bei den Fällen in B i e l und B r e m g a r t e n (Aargau) ist; die Ansteckungsquelle unbekannt.

Die Zahl der im Berichtsjahre eingereichten E n t s c h ä d i g u n g s g e s u c h e für Auslagen, welche Gemeinden und Kantonen aus der Bekämpfung von Pockenepidemien erwachsen sind (Art. 8 des Bundesgesetzes vom 2. Juli 1886 betreffend Maßnahmen gegen gemeingefährliche Epidemien), beläuft sich auf 13 und die Summe der ausgerichteten Bundesbeiträge auf Fr. 2455. 65, wie aus folgender Tabelle ersichtlich ist: a Auslagen 2 nach Art. 8 Kanton.

Gemeinde.

Bauer der Epidemie.

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des Epidemiengesetzes.

2

667. 25

333. 65

11 1 1 1

90.65 482. 50 120. 30 510. 85 236. 90 566. 25 36.--

45.35 241. 25 60. 15 255. 45 118. 45 283. 15 18.--

10 725. 30 14 224. -- 7 1014. 15 10 102. 80

362. 65 112.-- 507. 10 51.40

£

Fr.

Bern . . Zweisimmen 9.Märzbisl5.Aprill901 Thun . . . 22.Märzb.l5.Junil901.

n Nachsubvention . .

Biel . . . 19. April bis 8. Mai 1902 n Graubiinden Chur . . . 2. bis 12. Mai 1902 .

Aargau . Bremgarten . 11. bis 29. Mai 1902 .

Wallis . Brainois . . 25. März bis 29.Mai 1901 Sitten . . . 28. April bis 4. Juni 1902 n Riddes . . 10.AprilbislO.Mail902 n Eisten . . 20. Dezember 1901 bis n 25. März 1902 . .

Iserables . . I.Juli bis 30. Aug. 1902 n Staldenried . 31.Jan.bis22.Aprill902 n Saxon . . 1. Aug. bis 15. Dez. 1902 » Genf . . Genf . . . Desinfektionen im Verlauf des Jahres 1902 Total

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beitrag.

Fr.

67.05 6 134. 10 71 4911.05 2455. 65

«91

b. Pest.

A s i e n . Die jetzt schon über 6 Jahre (seit September 1896) dauernde Festepidemie in B r i t i s c h I n d i e n ist noch immer im Zunehmen begriffen. Die Zahl der offiziell konstatierten Pesttodesfälle des Berichtsjahres beträgt 559,947 (Stadt Bombay 14,088, Karachi 1867, übriger Teil der Präsidentschaft Bombay 201,557, Kalkutta 7:199, übriger Teil Indiens 335,038) und übertrifft damit diejenige des Vorjahres (274,326) um mehr als das Doppelte. Der Verlauf der Epidemie war ganz analog demjenigen der frühern Jahre; das Maximum der Mortalität fiel ins Frühjahr, in die Monate März und April (Präsidentschaft Bombay im März 21,201 Todesfälle, übriger Teil von Indien in den 4 Wochen vom 20. März bis 17. April 81,414 Todesfalle), das Minimum in die heiße Jahreszeit (Präsidentschaft Bombay im Juni 1563, übriger Teil Indiens in den 4 Wochen vom 9. Juli bis 6. Augast 1549 Pesttodesfâlle), von da an stieg die Zahl der Sterbefälle wieder und erreichte bereits im Dezember eine beträchtliche Höhe (Präsidentschaft Bombay 33,013, übriger Teil Indiens vom 27. November bis 24. Dezember 25,899). Die Gesamtzahl der Opfer seit dem Beginn der Epidemie beträgt nach den offiziellen Angaben : Präsidentschaft Bombay.

1896/97 1898 1899 1900 1901 1902

Übriger Teil von Britisch-Indien.

,n , , lt>tal

'

57,943 -57,943 104,881 13,206 118,087 117,176 16,912 134,088 38,343 53,272 91,615 156,658 117,668 274,326 217,512 342,437 _ _559,94i» 692,513 543,495 1,236,008 In epidemischer \7"erbreitung trat die Pest im Jahre 1902 ferner auf in H o n g k o n g (572 Erkrankungen, 559 Todesfälle), auf der Iiisel F o r m o s a (1210 Erkrankungen, 1020 Todesfälle), in S w a t o u und A m o y (China) und in A k v a b (Bii'ina), mehr sporadisch in P e n a n g (Straits Settlements), R a n g o o n (Birnia), M a n i l l a (Philippinen), H a n o i (Cochinchina), K o b è und Y o k o h a m a (Japan), A d e n (Fälle auf 2 Schiffen, die von Indien kamen), M o k a l l a und J e m e n (Arabien), B a g d a d (Januar und Februar: 14 Erkrankungen, 10 Todesfälle), B e i r u t (l Fall im Januar) und S m y r n a (je l Fall im Januar und Oktober).

A u s t r a l i e n . Pestepideniien in H o n o l u l u (Sandwichinseln), S y d n e y (Januar bis April: 100 Erkrankungen, 20

692 Todesfälle) und B r i s b a ne (Januar bis Anfang Juli: 79 Erkrankungen und 25 Todesfälle); zerstreute Fälle in N e w c a s t l e , M e l b o u r n e . F r e e m a n t l e , R o s e e w o o d , T o w n s v i l l eu n d Gladstone.

A m e r i k a . Epidemisches Auftreten der Pest wurde gemeldet aus folgenden Städten Brasiliens-. R i o de J a n e i r o (Anfang des Jahres bis 17. März und vom August bis Mitte Dezember zirka 200 Todesfälle), C a m p o s (vom September an), P o r t o A l e g r e (bis Ende Februar : 40 Erkrankungen und 10 Todesfälle) und F e r n a m b u c o (vom 28. März bis 30. April: 108 Erkrankungen, 71 Todesfälle), und aus der mexikanischen Hafenstadt M a z a t l a n (im Dezember). Vereinzelte Pestfälle wurden beobachtet in San F r a n z i s k o (Kalifornien) während des ganzen Jahres, in New Y o r k im Dezember (3 Fälle an Bord eines von Durban kommenden Schiffes), in B u e n o s A i r e s (Argentinien) im April und in A s u n c i o n (Paraguay) im November.

A f r i k a . Im K a p l a n d dauerte die vorjährige Epidemie fort, in Mossel Bai bis Ende Februar, in Kapstadt, wo sie neuerdings ausgebrochen, bis März und in Port Elisabeth fast das ganze Jahr (zuletzt allerdings nur noch sporadische Fälle). Im ganzen gelangten in den Jahren 1891 und 1892 daselbst zur amtlichen Kenntnis 907 Erkrankungen und 437 Todesfälle, wovon 745 Fälle (362 Todesfälle) in Kapstadt, 135 (65) in Port Elisabeth, 13 (4) in Mossel Bai und 14 (6) in acht andern Ortschaften. Etwa der vierte Teil der Erkrankungen betraf Europäer. Auf der I n s e l M a u r i t i u s dauerte die im letzten Bericht erwähnte Epidemie das ganze Jahr fort (vom 27. Dezember 1901 bis 25. Dezember 1902: 515 Erkrankungen und 331 Todesfälle). Neu brach die Seuche aus in M a j u n g a auf Madagaskar im Mai (Dauer der Epidemie bis Mitte Juli, 85 Todesfälle), in N a i r o b i (englisches Schutzgebiet in Ost-Afrika) im März (Dauer bis Ende Mai, 65 Erkrankungen und 20 Todesfälle), in M a g u d e (Mozambique) im September und in D u r b a n (Natal) im Dezember.

Die Ende Dezember 1901 in Ä g y p t e n (Tanta, Mit-Gamr und Zifte) neu aufgetretene Pestepidemie verbreitete sich über das ganze N i l d e l t a , erschien im Februar in A l o x a n d r i e n und dauerte bis zum 10. November (im ganzen 478 Erkrankungen und 282 Todesfälle, davon 101 beziehungsweise 50 in- Alexandrien).

E u r o p a . Vereinzelte Pestfalle wurden konstatiert in K o n s t a n t i n o p e l (einige gegen das Frühjahr, 4, wovon 2 tödlich

693 verlaufende, im Juni, l am 15. September und l am 25. Oktober), in H a t u m (l im Januar), in U t - K u das ((> Todesfälle im Juni) und A k s a i (16 verdächtige Todesfälle im Juli), zwei Dörfern des Gouvernements Astrachan, in G e n u a (am 23. Juni 2 Falle an Bord des von Buenos Aires kommenden Dampfers ,,Duca de Galliera") und in D ü n k i r c h e n (am 11. Juni 2 Fälle auf einem von Kalkutta kommenden Dampfer ; l dritter tödlich endigender Fall ereignete sich auf dem nämlichen Schiffe nacli seiner Ankunft in der Themse). In O d e s s a gelang es der Pest, etwas festem Fuß zu fassen ; vom 18. Juli bis 22. Oktober wurden daselbst zirka 44 Pestorkrankungen mit 15 Todesfällen konstatiert.

Unsere M a ß n a h m e n /, u r A b w e h r der P e s t heschränkten sich wie im Vorjahre auf die Anwendung der in der V e r o r d n u n g üb er S c h u t z m a ß r e g e l n gegen F est und C h o l e r a , vorn 30. Dezember 1899, enthaltenen Vorschriften betreffend die Überwachung verdächtiger Reisenden am Ankunftsorte (Art. 33--35 der Verordnung) und betreuend die sanitäre Beaufsichtigung des Waren- und Gepäckverkehrs (Art. 37--48) gegenüber den pestverseuchten Ländern und Bezirken (siehe die Bundesratsbeschliisse vom 12. Juni, 12. September, 28. Oktober und 20. Dezember 1902, Bundesbl. 1902, III, 8:)7, IV, 347 und 823, V, 934).

Die Kosten der sanitären Revision der aus pestvcrseuchten Gegenden stammenden persönlichen Effekten und Übersiedlungbgegenständen, die Desinfektion der bei der Revision als uestverdüehtig bezeichneten Objekte und der ärztlichen Überwachung von F'ersonen, welche vor weniger als 10 Tagen sich an einem pestvorseuchtcn Orte aufgehalten hatten, betrugen im Berichtsjahre Fr. 1404. 90 (Stadt Zürich Fr. 651. 90, Buchs, Rorschach und Stadt St. Gallen Fr. 577, Chiasso Fr. 95, Verrières und Locle Fr. 81). Gestützt auf Art. 8 des Epidemiegesety.es, haben wir den betret'feaden Kiiritoncn die Hälfte dieser Auslagen (Fr. 702. 45) rückvergütet.

Außerdem wurden die im Vorjahre für den Fall der Annäherung oder gar des Ausbruches der Pest im Lande getroffenen vorsorglichen Anordnungen (Bundesbl. 1902,11, 24) aufrecht erhalten und vervollständigt. Im Berichtsjahre wurde mit unserer Subvention (Fr. 2750) auch im pathologisch-anatomischen Institut der Universität B a s e l ein besonderes Pe.sllaboratorium erstellt, so daß nun alle o f f i z i e l l e n b a k t e r i o l o g i s c h e n U n t e r s u c h u n g s s t e l l e n für p e s t v o r d ä c h ti ges Material, mit einziger Ausnahme derjenigen in Lausanne, vollständig für ihre verantwortliche Aufgabe ausgerüstet sind.

694 P e s t v a c c i n s und P e s t s e r u m zu prophylaktischen und therapeutischen Zwecken sind in dem schweizerischen Serumund Impfinstitut in Bern stets in genügender Quantität und in guter, wirksamer Qualität vorhanden.

c. Cholera.

Die Cholera, welche seit einer Reihe von Jahren auf ihr Mutterland lokalisiert war, hat sich im vergangenen Jahre zu einem neuen Seuchenzuge aufgerafft und ist bereits bis an die Grenzen Europas vorgerückt. Abgesehen von Britisch-Indien, wo einzig in der Präsidentschaft M a d r a s von Beginn des Jahres bis Ende November 40,493 Personen erkrankten und 24,916 starben, faßte die Cholera festen Fuß in den H a f e n s t ä ' d t e n C h i n a s , in der M a n d s c h u r e i , in J a p a n , auf den P h i l i p p i n e n (vom März bis Ende Dezember 125,624 Erkrankungen und 80,240 Todesfälle), J a v a , S u m a t r a , B o r n é o und Cel e b e s (Makassar), in A r a b i e n (Medina, Mekka, Djedda, Yarnbo, El Tor, Salif, Abou-Arich, Hodeida, etc.), Ä g y p t e n , P a l ä s t i n a und S y r i e n .

In Ä g y p t e n begann die Epidemie am 15. Juli in dem Dorfe Moucha und verbreitete sich von dort auf Kairo, Alexandrien, Damiette, Port-Saïd, etc.; vom 15. Juli 1902 bis 6. Januar 1903 erkrankten daselbst 39,892 Personen, wovon 33,986 starben und 5902 geheilt wurden. Am 6. Januar blieben noch 4 in Behandlung.

Die Zahl der Choleratodesfalle in P a l ä s t i n a (Gaza, Joppe, Lvdda, Jerusalem, Jericho, Tiberias, etc.) betrug vom Oktober, wo die ersten Fälle konstatiert wurden, bis zum Ende des Jahres 3464.

Selbstverständlich verfolgten wir das Auftreten der Seuche mit größter Aufmerksamkeit, zur Anordnung besonderer Maßnahmen sahen wir uns aber (namentlich mit Rücksicht auf die kurze Tnkubationsdauer dieser Krankheit) nicht veranlaßt.

d. Diphtherie.

Mit Ausnahme von Uri, Obwalden, Solothurn und Appenzell I.-Rh. sind uns die Meldungen über das Auftreten der Diphtherie von sämtlichen Kantonen regelmäßig zugegangen; an der Durchführung der unentgeltlichen bakteriologischen DiphtherieUntersuchungen haben sich dagegen wie im vorigen Jahre nur 14 Kautone beteiligt. Die Zahl dieser Untersuchungen ist entsprechend der Zahl der Diphtherieerkrankungen etwas zurück-

695 gegangen, von 3741 im Vorjahre auf 3098, so daß die von uns an die daherigen Kosten ausgerichteten Subventionen, Fr. 2 per Untersuchung, auch einen geringeren Betrag erreichten (Fr. 6196) als im Jahre 1901 (Fr. 7482). Im übrigen sei, was das Detail anbelangt, auf nachfolgende Tabelle verwiesen.

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Zahl der angezeigten Diphtheriefdlle im -- qj -Je .c <o

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3

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Zürich .

Bern . . . .

Lu/ern .

Uri . . . .

Schwyz .

Obwalden . .

Nidwaiden . .

Glarus .

Zug . . . .

Freiburg Solothurn .

Baselstadt .

Baselland .

Seh äff h auso a .

AppenzellA.-R.

Appenzell I.-R.

St. Gallen . .

Graubünden .

Aargau .

Thurgau Tessin .

Waadt . . .

Wallis . . .

Neuenburg .

Genf. . . .

205 586 84 -- 52 -- -- 12 19 52 -- 75 48 43 55 -- 307 38 191 155 16 289 27 42 39

4 56 -- 44 21 41 40 -- 130 23 76 44 9 177 13 75 26

Schweiz

2335

1420

162 349 94 -- 35 -- __ 1

a 3 o-

«a o

·!ïil =

si_

1 i-

U«f in-" N «--

^

1027 427 32 -- 5

--42 13 15 24 -- 90 42 21 31 5 190 7 23 18

7 134 --.

55 20 38 46 -- 195 35 83 46 4 182 12 32 38

627 1387 331 -- 124 -- 2 15 35 271 -- 216 102 137 165 -- 722 . 138 371 276 34 838 59 172 121

956

1432

6143

3098

87 235 50 -- 25 -- 1 3 5 29

173 217 103 --12 -- -- --

-- -- 7 .__ -- -- 177 --7 90 -- 625 -- --48 39 383 --.

82 149

696

Die Zusammenstellung der aus der ganzen Schweiz (ohne Uri, Obwalden, Solothurn und Appenzell I.-Rh.) gemeldeten Diphtherieerkrankungen nach Monaten ergibt folgendes Bild: Januar . .

Februar . .

März . . .

April . . .

Mai . . .

Juni . . .

Juli . . .

August . .

September .

Oktober . .

November .

Dezember .

Total

1897

1898

1899

1900

1901

1902

(992 (966 ( 952 ( 841 ( 759 (541 ( 573 (556 ( 607 (649 ( 668 ( 879 (8983

1157 807 829 594 556 419 276 347 391 398 664 841 7279

990 1072 1207 864 919 662 572 606 552 553 758 956 97ÏÏ

1163 705 670 592 631 488 361 364 376 528 566 765 7209

1342) 956) 890) 850) 771) 574) 486) 374) 424) 589) 608) 789) 8653)

883 752 700 562 384 474 341 311 304 331 424 677 6Ï43

Bisheriger Übung gemäß wurden die Sanitätsbehörden und Ärzte durch regelmäßige Mitteilungen im s a n i t a r i s c h - d e m o g r a p h i s c h e n W o c h e n b u l l e t i n über das Auftreten der kontagiös-epidemischen Krankheiten sowohl im Inlande als auch, wenigstens was Pest und Cholera anbelangt, im Auslande auf dem Laufenden erhalten.

e. Absonderungshäuser und Desinfektionsanstalten.

Gestützt auf Art. 8 des B u n d e s g e s e t z e s b e t r e f f e n d Maßnahmen gegen gemeingefährliche Epidemie nr vom 2. Juli 1886, beziehungsweise Art. 5, 7 und 11 des zugehörigen R é g l e m e n t e s vom 4. November 1887, sind im Jahre 1902 folgende Beiträge an die Kosten der Errichtung von Absonderungskäusern und Desinfektionsanstalten beziehungsweise an die Anschaffung von Desinfektionsapparaten ausgerichtet worden: Bundesbeitrag 1. Örlikon (Kt.Zürich). Desinfektionsanstalt (mit Leichenhaus kombiniert). Budgetierte Kosten Fr. 12,400 Fr. 4,100. -- 2. M e i l e n (Kt. Zürich). Ein Breslauer Apparat für die Desinfektion mit Formaldehyd nebst Utensilien, Hüllen und 2 Anzügen (Kosten Fr. 265) ,, 132. 50 Übertrag Fr. 4,232.50

697

Übertrag 3. T h un und u m l i e g e n d e G e m e i n den (Kt. Bern). Absonderungshaus mit Desinfektionsanstalt (Baukosten mit Weganlage Fr.

47,746, Mobiliareinrichtung Fr. 17,021.35, Desinfektionsapparat Fr. 3920. 65, Transportwagen Fr. 2561, Total Fr. 61,249) 4. W a t t e n w i l (Kt. Bern). Absonderungshaus mit Desinfektionsanstalt (Baukosten Fr.

20,551.90, Mobiliar. Desinfektionsanlage und Transportwagen Fr. 6679, Total Fr. 27,230. 90) 5. B u r g d o r i ' (Kt. Bern). Desinfektionsanstalt (Baukosten Fr. 4066. 75, Desinfektionsapparat Fr. 3520, Wagen Fr. 880, Total Fr.

8466.75) 6. C h a m (Kt. Zug). Bin Formaldehydappurat mit Zubehör (Kosten Fr. 205) . . .

7. H e i d e n (Kt. Appenzell A.-Rh.). Desinfektionsanstalt (Baukosten Fr. 8896. 86, Desinfektionsapparat Fr. 4137.70, 2 Transportwagen Fr. 2819.10, Verschiedenes Fr. 297. 30, Total Fr. 16,150. 96) 8. R o r s c h a c h (Kt. St. Gallen). Absonderungshaus mit Desinfektionsanstalt (Devisierte Baukosten Fr. 45,374. 70; der Devis wurde überschritten, aber die definitive Abrechnung steht noch aus. Effektive Kosten des Mobiliars Fr. 3215, der Desinfektionseinrichtung Fr. 4005. 50 und des Trausportwagens Fr. 7154, Total der innern Einrichtung Fr. 7954. 50) 9. L o c a m o (Kl. Tessin). Fahrbarer Desinfektionsapparat und kleines Aufnahmsgebäude für denselben (Kosten : Apparat Fr. 3283, Gebäude Fr. 3239. 40, Total Fr. 6522. 40) 10. L u g a n o (Kt. Tessin). Transportwageu und Formaldehydapparat mit Zubehör (Kosten : Wagen Fr. 700, Apparat Fr. 241, Total Fr. 941) 11. P a y e r n e (Kt. Waadt). Formaldehydapparat mit Zubehör (Kosten Fr. 206) . . .

Total

Fr.

4,232. 50

,, 17,795.--

,,

8,284.--

,,

3,500.

,,

102.50

,,

6,296.--

,, 14,977. 25

,,

2,«40. - -

,,

470.50

,, 103.-- Fr. 56,400. 75

698

Ferner haben wir folgende Projekte genehmigt und an die Ausführungskosten Subventionen zugesichert: Maximaler Buudesbeitvag

  1. F l a w i l (Kt. St. Gallen). Desinfektionsanstalt beim Absonderungshaus (Kostenvoranschlag : Bau Fr. 7400, Desinfektionsapparat Fr. 4000, Total Fr. 11,400) Fr. 3,850. -- 2. C h u r (Kt. Graubünden). Absonderungshaus mit Desinfektionsanstalt (Devis: Bau Fr.

37,600, Mobiliar Fr. 5000, Desinfektionsapparat, 2 Transportwagen und l Krankenwagen Fr.

6(500, Total Fr. 49,200) ,, 15,000. -- 3. R U t i (Kt. Zürich). Absonderungshaus (Kostenvoranschlag: Bau Fr. 26,000, Mobiliar Fr.-3600, Total Fr. 29,600) ,, 6,800.-- 4. H u t t w i l (Kt. Bern). Absonderungshaus mit Desinfektionsanstalt (devisierte Kosten : Bau Fr. 26,382, Mobiliar und Desinfektionsapparat Fr. 8477, Total Fr. 34,859) ,, 12,238. 50 5. Biichs (Kt. St. Gallen). Sanitäts- und Desinfektionsanstalt auf dem Bahnhof (Devis Fr..24,000) ,, 7,500.-- 6. Rom a u s h o r n (Kt. Thurgau). Absonderungshaus mit Desinfektionsanstalt (Kostenvoranschlag: Bau Fr. 62,300, Mobiliar Fr. 7955, Desinfektionsapparat Fr. 4245, Total Fr. 74,500) ,, 26,100. -- 7. I n t e r l a k e n (Kt.Bern"). Absonderungshaus für den Bezirk (devisierte Kosten : Bau Fr. 92,000, innere Einrichtung Fr. 15,000, Total Fr. 107,000) ,, 17,500.-8. V e v e y (Kt. Waadt). Zwei Transportwagen und 2 Formaldehydapparate mit Zubehör (Devis: 2 Wagen Fr. 1593.70, Apparate mit Zubehör Fr. 300. 50, Total Fr. 1894. 20) . . ,, 947.10 Total

Fr. 89,935.60

Ferner wurden Verhandlungen gepflogen über die Errichtung von Absonderungshäusern und Desinfektionsanstalten in Sitten, Meiringen, Burgdorf, Pruntrut, Zug, Einsiedeln, Menziken, Baden, Wohlen (Aargau), Schaffhausen, Gais und 8t. Moritz (Graubünden).

699

f. Pasteursches Institut in Bern.

In dieser vorn Bunde subventionierten Abteilung des Instituts zur Erforschung der Infektionskrankheiten in Bern (Direktor : Professor Dr. Tavel, Abteilungschef: Dr. Otto Keller) haben sich im Berichtsjahre 31 Personen einer antirabischen Kur unterzogen.

Davon stammten 28 aus dem Kanton Waadt, je 2 aus den Kantonen Bern und Neuen bürg und J aus dem Kanton Tessin.

20 dieser Personen waren von Tieren gebissen worden, bei denen das Vorhandensein der Wutkrankheit im Institut experimentell festgestellt wurde, 15 von Tieren, bei denen die Wut durch tierärztliche Untersuchung konstatiert werden konnte, und 7 von Tieren, bei denen bloß Verdacht auf Wut bestand. Bei l Person wurde eine präinfektionelle Schutzimpfung vorgenommen.

Bei keiner der behandelten Personen kam eine Erkrankung oder ein Todesfall vor.

Zur eventuellen Feststellung der Lyssa wurden 1 H verdächtige Tiere (15 Hunde, 3 Katzen) eingeliefert. Bei 12 Hunden fiel die Untersuchung positiv aus, bei l negativ und bei 2 war sie auf Jahresende noch nicht abgeschlossen; bei sämtlichen 3 Katzen war das Untersuchungsresultat ein negatives.

Die wissenschaftlichen Arbeiten der Anstalt erstreckten sich auf Versuche über verschiedene Immunisierungsmothoden bei Wutkrankhcit.

g. Massnahmen gegen die Verbreitung der Tuberkulose.

Auf verschiedene Eingaben hin wurde bei den Verbandsverwaltungen der schweizerischen Eisenbahnen eine Reihe von Maßnahmen angeregt zur Verhütung der Verbreitung der Lungentuberkulose auf den Eisenbahnen (Anbringen von Spuckverboten in den Wagen, Wartsälen etc., Aufstellen rationeller, leicht zu reinigender Spucknäpfe in den Wartsälen, Bureaux etc. und wenn tunlich auch in den Personenwagen, tägliche feuchte Reinigung der in Frage stehenden Räume und Rücksichtnahme auf die Tuberkulosenverhütung bei der Erstellung neuer Personenwagen). Der Eisenbalmverband hat sich bereit erklärt, den Anregungen Folge zu geben.

2. Lebeusmittelpolizeigesetzgebnng.

Auf die im letztjährigen Berieht erwähnte Ruckweisung des Lebensmittelgesetzentwurfs seitens der nationalrätlichen Köm-

700

mission an die Departements des Innern und der Justiz zur Prüfung der Frage, welche Gegenstände der in Art. 20 und 21 des Entwurfes vorgesehenen Verordnungen ausschließlich in die Kompetenz des Bundesrates gelegt und welche der Gesetzgebung oder der Genehmigung, eventuell dem Veto der Bundesversammlung vorzubehalten seien, gelangten die Gutachten der beiden Departemente übereinstimmend zu dem Schlüsse, eine Genehmigung von Ausführungsverordnungen des Bundesrates durch die Bundesversammlung oder ein Vetorecht sei nicht zu befürworten, eventuell aber könne die Verordnungsbefugnis des Bundesrates durch Aufnahme leitender Grundsätze eingeschränkt werden. Für den Fall, daß die Aufstellung solcher Grundsätze belieben sollte, wird eine Ruckweisung des Entwurfes an den Bundesrat als wünschenswert bezeichnet. In der Tat hat uns denn die Kommission in der Sitzung vom 5. Februar in Basel den Abschnitt ,.,Vollziehungsverordnungen"1 (Art. 20--21bis) des Entwurfes zur nochmaligen Prüfung überwiesen. Unsere neuen Anträge, die sich in der Hauptsache auf die Aufstellung von leitenden Grundsätzen für den Erlaß der vorgesehenen Verordnungen beschränkten (Art. 21bis), wurden am 13. Mai der nationalrätlichen Kommission übermittelt.

3. Schweizerische Landespharmakopöe.

Nachdem Sie durch Annahme eines daherigen Kreditpostens im letztjährigen Budget Ihre Zustimmung zur Vorbereitung einer neuen, vierten Ausgabe der Pharmakopoea helvetica gegeben hatten, haben wir zu diesem Zwecke am 17. März eine aus einer · pharmazeutischen (17 Mitglieder, 13 Suppleanten) und einer medizinischen Abteilung (10 Mitglieder und 9 Suppleanten) bestehende Pharrnakopöekornmission bestellt (Bundesbl.1902,11,956) und unterm gleichen Datum ein Reglement für dieselbe erlassen (A. S. n. F. XIX, 65). Zur Leitung der Geschäfte wurde ein Vorstand, bestehend aus den Herren Dr. F. Schmid, Direktor des Gesundheitsamts, Präsident, Professor Dr. A. Tschirch, Vizepräsident, und Apotheker B. Studer-Steinhäuslin, Sekretär, ernannt.

Arn 6. und 7. Juni fand' die erste konstituierende PlenarVersammlung der Pharmakopüekommission in Bern statt, in welcher namentlich folgende, vom Vorstand vorbereitete Traktanden behandelt und erledigt wurden :

701 l. Geschäftsordnung; 2. leitende Grundsätze für die Bearbeitung der neuen Auflage des Arzneimittelbuches; 3. vorläufige Feststellung der Séries medicaminum ; 4. Erlaß einer Zirkulareinladung an die interessierten Kreise (Sanitätsbehörden, Ärzte, Apotheker) zur Einreichung ihrer Wünsche für die Neuausgabe (Séries, Bereitungs- und Priifungsvorschriften etc.): 5. Wahlen von S Subkornniissionen : I. Rohstoffe (Obmann : Prof. Dr. A. Tschirch), II. Anorganische Präparate (Obmann: Professor Dr. K. Hartwich, Zürich). III. Organische Präparate (Obmann : Professor Dr. H. Bruuner, Lausanne), IV. Galenische Präparate (Obmann: Apotheker C. Biihrer, Ciarens), V. Wein (Obmann : Dr. A. Bertschinger, Zürich), VI. Sera etc. (Obmann : Direktor Dr. F. Schmid, Bern), VII. Tabellen der Maximaldosen, Separanden und Venena (Obmann : Professor Dr. Blassini, Basel), VIII. Chemisch-pharmazeutische Tabellen (Obmann : Professor Dr.

F. P. Treadwell, Zürich); 6. Wahl der Redaktionskommission (die Mitglieder des Vorstands und Apotheker Biihrer).

Am 4. und 5. Juli versammelten sich die Subkommissiorien l--IV in Bern zur Verteilung der Arbeiten unter die einzelnen Mitglieder und Festsetzung des Modus procedendi. Die Verteilung der Arbeiten der Subkornmissiou V fand auf dem Korrespondenzwege statt.

Für alles Nähere verweisen wir auf den Jahresbericht der Pharmakopöekom mission, der uns von dem Vorstand eingereicht worden ist und der Ihren Kommissionen zur Verfügung steht.

Vom 15. bis 20. September fand in Brüssel eine i n t e r n a t i o n a l e K o n f e r e n z z u r V e r e i n h e i t l i c h u n g d e r lier e i t u n g s V o r s c h r i f t e n für die s t a r k w i r k e n d e n Arzneim i t t e l s t a t t , an die wir, namentlich in Rücksicht auf die Neubearbeitung unserer Landesphannakopöe, drei olh'zielle Delegierte, die Herren Direktor Dr. Fr. Schmid in Bern, Professor Dr. A. Tschirch in Bern und Apotheker C. Bührer in Ciarens, alle drei Mitglieder der schweizerischen Pharmakopöekommission, abordneten. Die Verhandlungen der von 1(5 Staaten beschickten Konferenz führten zu einer Einigung in allen wesentlichen Punkten und zur Annahme eines V o r p r o j e k t s zu e i n e r V e r e i n -

702

b a r u n g (Avant-projet d'arrangement), welches dem Schlußprotokoll einverleibt wurde. Die Delegierten von 15 Staaten (Schweiz, Österreich - Ungarn, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Spanien, Vereinigte Staaten Amerikas, Frankreich, Großbritannien und Britisch-Indien, Italien, Luxemburg, Norwegen, Niederlande, Rußland und Schweden) unterzeichneten dieses Protokoll und verpflichteten sich, ihren respektiven Regierungen die möglichst baldige Annahme des Projektes zu empfehlen.

VIII. Statistisches Bureau.

Im Berichtsjahre hat sich das statistische Bureau mit folgenden Arbeiten befaßt: 1. B e a r b e i t u n g der Ergebnisse der eidgenössischen Volkszählung vom 1. Dezember 1900, erster Band.

Bereits in den letzten Monaten des Vorjahres hatte man mit der Ü b e r t r a g u n g des Berufs des Haushaltungsvorstandes oder sonstigen Ernährers auf die Karten der erwerbslosen Familienglieder begonnen. Diese Arbeit, welche sich auf ifber l'/a Millionen Karten erstreckt und deshalb notwendig ist, um neben der Zahl der in einem Berufe beschäftigten Personen auch diejenige der von diesem Berufe ernährten Personen zu ermitteln, wurde bis ungefähr Mitte des Jahres beendigt. Gleichzeitig wurde eine eingehende K o n t r o l l i e r u n g der Angaben betreffend den H e i matsort vorgenommen. Wie notwendig solche war, geht aus der Tatsache hervor, daß für mindestens den 10. Teil der Karten der verheirateten (oder verwitweten) Frauen irrtümlicherweise deren früherer Heimatsort, statt desjenigen des Mannes, eingeschrieben war. Im fernem wurden alle Karten, auf denen irgendwelche Angabe fehlte und welche nicht aus dem Formular 4 (Zählliste) ergänzt werden konnten, behufs Anfrage an die Gemeindebehörden herausgelegt. Diese Anfragen wurden so gehalten, daß gleichzeitig auch auf die fehlenden Angaben betreffend Geburtsjahr und Zivilstand (Band II) und Beruf und Stellung im B^ruf (Band Iti) Bezug genommen und alles Unvollständige in e i n e n Fragebogen für die anzufragende Gemeinde zusammengefaßt wurde. Es wird dies für den raschen und ungehemmten Fortgang der späteren Arbeiten von großem Vorteil sein.

Auf Ende des Jahres waren die gemeindeweisen Ergebnisse für den Band I (Zahl der Häuser, der Haushaltungen,

703

der ortsanwesenden und der Wohn-ßevölkerung -- letztere unter schieden nach Heimatsort, Geburtsort, Konfession und Muttersprache) für die Kantone Zürich, Bern, Luzern und Baselstadt abgeschlossen und diejenigen der Kantone Zürich und Bern bereits im Drucke.

Diese tabellarischen Volkszählungsergebnisse werden sämtlichen Kantonen im Laufe des Jahres 1903 nacheinander zur Verfügung gestellt.

Gleich wie bei der Zählung von 1888 geschieht die Feststellung der Heimatsverhältnisse in der Weise, daß die Bevölkerung jeder Gemeinde in die 4 Klassen unterschieden wird : Gemeindebürger, Bürger anderer Gemeinden des Zählkantons, Bürger anderer Kantone, Ausländer : daneben wird auch für jede einzelne Gemeinde festgestellt, wie viele Bürger dieselbe in der Schweiz zählt, mit der Unterscheidung danach, wie viele derselben in der Heimatsgemeinde selbst, wie viele in andern Gemeinden des Heimatkantons und wie viele endlich in andern Kantonen wohnen.

Diese Ermittlung der Zahl der Bürger jeder der über 3000 Gemeinden der Schweiz gehört zu den zeitraubendsten Arbeiten der Volkszählung und kann erst abgeschlossen werden, wenn der letzte Bezirk und die letzte Gemeinde bearbeitet sein wird.

Eine Erweiterung in der Darstellung der gemeindewoisen Zählergebnisse gegen jene von 1888 ist die, daß untersucht wird, wo speziell diejenige Bevölkerung heimutberechtigt ist, die am Zählorte geboren wurde. Dadurch läßt sich unter anderem feststellen, wie viele Personen in der Schweiz waren, wo Wohnort, Geburtsort und Heimatsort zusammenfallen. Diese neuen Resultate dürften nicht ohne Nutzen sein für die Frage der Einbürgerung in den verschiedenen Kantonen und Gemeinden. Finden nämlichen Zweck wurden auch noch die Karten der Ausländer nach dem Geburtsorte ausgeschieden, um zu ermitteln, wie viele derselben im Auslande geboren sind, wie viele dagegen in der Schweiz und wo.

Für die im Frühling 1902 vorzunehmenden Wahlen in die protestantische Kirchensynode bedurfte der Kanton Zürich die Zahl der protestantischen Schweizerbürger nach einzelnen Gemeinden. Diese besondere Arbeit gab Anlaß, auch für die übrigen Kantone die Klasse der Ausländer jeweilen noch für sich nacli der Konfession auszuscheiden, um dadurch auch die Zahl der Schweizerbürger protestantischer oder katholischer Konfession ermitteln xu können.

D e n zahlreichen A n f r a g e n v o n K a n t o n s - , B e z i r k s - , (i e m ei n d e - , und K i r c h e - n - B e h ö r d e n über Angaben der

704

Volkszählung wurde immer möglichst rasch entsprachen, ebeuso auch denjenigen von Privaten, soweit dies statthaft und mit dem amtlichen Charakter der Volkszählungspapiere verträglich erschien.

Die Neu-Bearbeitung des schweizerischen Ortschat'tenverzeichnisses konnte letztes Jahr nur so weit gefördert werden, als dies ohne Beeinträchtigung der übrigen Volkszählungsarbeiten tunlich war.

2. Bearbeitung der Ergebnisse der V i e h z ä h l u n g vom 19. A p r i l 1901.

Die im letzten Bericht erwähnten .,,Besitzerkarten"1 sind in diesem Jahre nach jeweilen vorausgegangener Berufsergänzung fertig erstellt worden und sämtliche 285,000 Karten wurden sodann auf ihre Richtigkeit geprüft. Von zirka 600 Gemeinden mußten betreffend den Beruf noch Informationen eingezogen werden.

An Hand der Karten wurden die Rubriken betreffend Tierbesitz in der gemeindeweise durchgeführten Tabelle bearbeitet, so daß nun die Druckbogen 3--24 deutsch und französisch definitiv für die Auflage abgezogen werden konnten. Bogen l und 2, welche den .,,Tierbestand nach Stärke- und Besitzesverhältnissen"' kantonsweise und den ,,Tierbestand im Verhältnis zur Bevölkerung und zum alp- und landwirtschaftlich benutzten Bodenu bezirksweise enthalten, sind abgeschlossen worden und die auf den Berechnungen dieser beiden Tabellen basierenden kartographischen und graphischen Darstellungen sind bereits einer Lithographie zur Vervielfältigung übertragen worden. Im fernem wurde die Tabelle .,,Der Tierbesitz in seinen Beziehungen zum landwirtschaftlichen Betrieb01, welche bezirksweise in die Publikation aufgenommen wird, durchgeführt und die übrigen Tabellen betreffend den Beruf sind in Bearbeitung. Von der gemeindeweise durchgeführten Tabelle haben bereits alle kantonalen Regierungen bezüglich der Resultate ihrer Kantone Separatabzüge verlangt.

Erwähnt sei an dieser Stelle ebenfalls, daß im Verlaufe der Verarbeitung der Viehzählungsresultate in den einzelnen Kantonen Erhebungen über die Arealverhältnisse der Bezirke und deren ertragfähigen Boden veranstaltet wurden, ebenso Ermittlungen über die durchschnittlichen Viehpreise.

«i. B e w e g u n g d e r B e v ö l k e r u n g i n d e r S c h w e i z i m J a h r e 1902.

Diese Publikation ist in gewohntem Umfang und Inhalt in deutscher und französischer Ausgabe getrennt am 20. Dezember zur Austeilung gelangt.

705

4. F e r t i g s t e l l u n g der v e r g l e i c h e n d e n Zusammenstellung der B e v ü l k e r i i n g s b e w e g i i n g i m Z e i t r a u m e 1871--1890 (Die Sterbefälle nach den Todesursachen).

Diese Arbeit bildet den vierten und letzten Band der 20jährigen vergleichenden Statistik über Ehe, Geburt und Tod.

Der tabellarische Teil, 20 YS Bogen stark, ist bereits gedruckt, ebenso fünf graphische Beilagen. Von der Einleitung, die acht Bogen umfassen wird, sind zwei Bogen ebenfalls gedruckt; die andern sechs Bogen befinden sich im Satze. Dieser abschließende Band wird im Verlaufe des Frühlings zum Versand kommen.

5. S a n i t a r i s c h - d e m o g r a p h i s c h e s W o c h c n b u l l e t i n 1902.

Das im Vereine mit dem schweizerischen Gesundheitsamt herausgegebene Wocbenbulletin, das den Ärzten gratis zugestellt wird, erschien regelmäßig und bildet einen stattlichen Jahresband von 788 Seiten mit reichhaltigem Material.

für

6. M o ii als b u l l e t i n ü b e r den B e s t a n d und die Bew e g u n g d e r G e f ä n g n i s b e v ü l k e r u n g f ü r 1902.

Aus Gründen der Sparsamkeit ist dieses Monatsbulletin im Berichtsjahre bloß im Manuskript erstellt und der Druck desselben auf die Jahreszusammenstcllung beschränkt worden. Die Jahrespublikiition, acht Seiten 8°, wird demnächst erscheinen.

7. Q u a r t a l b u l l e t i n über den B e s t a n d und die Bewegung der Bevölkerung der Irrenanstalten für 1902.

Aus ähnlichen Gründen wie bei der vorangehenden Publikation beschränkte sich diese Arbeit auf eine Jahres-Übersicht, welche irn Jahrbuch zur Veröffentlichung gelangt ist.

8. Pädagogische P r ü f u n g bei der R e k r u t i e r u n g i m H e r b s t e 1901.

9. Sanitarischo U n t e r s u c h u n g der R e k r u t e n im Jahre 1901.

Diese /jusammenstellungen mußten, wegen Inanspruchnahme des gesamten Arbeitspersonals für andere Arbeiten, zurückgelegt werden. Einzig die Abschrift der über die 38,000 Untersuchten benötigten Zählkarten nach dem ärztlichen Befund bedingt nicht bloß einen großen Zeitaufwand, sondern auch bestimmte Kenntnisse. Ohne Vermehrung des Personals des statistischen Hureaus wird diese Arbeit kaum an die Hand genommen werden können.

Btmdesbktt. 55. Jahrg. J5d. I.

..18

706

10. S t a t i s t i s c h e s J a h r b u c h pro 1902.

In gewohnter Weise ist auch diese 341 Seiten zählende Publikation am Ende des Jahres erschienen. Neben den meisten schon früher gebrachten und mit den Angaben eines weitern Jahres ergänzten Tabellen befindet sich immerhin in diesem Bande auch eine stattliche Anzahl neuer Darstellungen, so daß auch diese Publikation eine Bereicherung erfahren hat.

11. Z e i t u n g s a u s s c h n i t t e für 1902.

Mehr und mehr werden diese aus 83 schweizerischen Zeitungen gesammelten Ausschnitte bei verschiedenen Anlässen zu Rate gezogen. .Die für die Ausschnitte gewählten Artikel werden je nach ihrem Inhalte in 37 verschiedene Faszikel gelegt, über die spezielle Register geführt werden, um spätere Nachforschungen zu erleichtern. Am Schlüsse jedes Jahres werden die Ausschnitte der Landesbibliothek abgetreten.

12. B e a r b e i t u n g der ä r z t l i c h e n U n t e r s u c h u n g e n der mit körperlichen und geistigen Gebrechen behafteten Kinder.

Die Untersuchung der neu in die Schule getretenen Kinder wurde im Schuljahre 1901--1902 in 15 Kantonen durchgeführt.

Das dem statistischen Bureau eingesandte Material wurde in gewohnter Weise verarbeitet. Der von der schweizerischen gemeinnützigen Gesellschaft niedergesetzten Kommission zur Beförderung der Taubstummenbildung werden von diesem Jahre an die diesem Materiale entnommenen Verzeichnisse der taubstummen oder schwerhörigen Kinder zugestellt.

13. S t a t i s t i k ü b e r die A r m e n p f l e g e in der Schweiz.

  1. A m t l i c h e A r m e n p f l e g e : Wie bereits im letzten Berichte erwähnt, mußten die beiden Bearbeiter der Armenstatistik mit der Leitung der Viehzählung beauftragt und die Bearbeitung des Textteils deshalb hinausgeschoben werden. Immerhin konnten die Bearbeiter auch in diesem Jahre nach Kräften Material für den Text sammeln.
  2. F r e i w i l l i g e A r m e n p f l e g e : Das Erhebungsmaterial, welches Anfang des Berichtsjahres bei dem von der statistischen Gesellschaft seinerzeit bestellten Bearbeiter, Herrn Pfr. W. Niedermann in Oberuzwil, abgeholt worden ist, wurde einer gründlichen Sichtung, Ordnung und Prüfung seitens der beiden Bearbeiter der amtlichen Armenstatistik unterworfen. Im Laufe des

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Jahres 1903 wird ein Bericht über das vorhandene Material mit Vorschlägen den zuständigen Behörden unterbreitet werden.

Über die Programmarbeiten hinaus wurde dem Bureau im Verlaufe des Jahres eine bedeutende Arbeitslast durch mancherlei weitere Arbeiten und speziolle Anfragen von außen zugemutet.

Bndlich seien noch erwähnt die im Berichtsjahre vom Bureau vorgenommenen Prüfungen der Unterschriften zweier Volksbegehren (Initiative Hochstraßer-Fonjallaz-Bopp im Monat März und Referendum gegen das Nationalratswahlkreisgesetz vom 4. Juni 1902 im Monat September).

IX. Meteorologische Zentralanstalt.

Die eidgenössische meteorologische Kommission hielt ihre reglementarische Sitzung im November ab. Sie beschloß gestützt auf das Gutachten einer von ihr bestellten Subkommission der Anregung zur Beteiligung unseres Landes an der internationalen Erforschung der atmosphärischen Zustände in den hohem Regionen zunächst versuchsweise in der Weise Folge zu leisten, daß sie die meteorologische Zentralanstalt ermächtigt, Aufstiege von sogenannten Ballons-sondes an den international festgesetzten Tagen zu veranstalten. Im ferneren beriet sie auf Einladung unseres Departements des Innern einen Entwurf zu dem im Bundesgesetz betreffend die schweizerische meteorologische Zentralanstalt vom 27. Juni 1901 vorgesehenen neuen Reglement für diese Anstalt. Der Erlaß dieses letztern erfolgte jedoch erst zu Beginn des laufenden Jahres.

Im Bestände des Netzes der meteorologischen Stationen ist zunächst die Bereicherung zu erwähnen, welche dasselbe durch die Errichtung der vielfach gewünschten Station auf dem G o t t h a r d p a ß erfahren hat. Diese erfolgte zu Beginn des Sommers.

Von der Etablierung derselben im dortigen Festungswerk mußte ganz abgesehen werden, da dasselbe, im Winter häufig-ganz von Schnee überschüttet, sich durchaus nicht dazu eignete und die Wachtmannschaft aus früher angeführten Gründen ohnehin nicht mit den Beobachtungen betraut werden könnte. Die Station wurde daher im alten Hospiz untergebracht, wo schon früher eine einfache Station zweiter Ordnung bestand und in welchem der jetzige Besitzer, Herr G. Lombardi, zu sehr billigen Bedingungen passende Räumlichkeiten zur Verfügung stellte. Die meteorologische Zentralanstalt war in der glücklichen Lage für

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den einsamen Posten des Beobachters einen ganz geeigneten Bewerber zu finden. Für Einrichtung der Station, die mit Registrierapparaten versehen wurde, sowie für den Betrieb im Berichtsjahre wurde ein Nachtragskredit bewilligt und es soll künftig für die Erhaltung der Station ein spezieller Posten in das Budget eingestellt werden.

Eine andere neue Station wurde im Sanatorium Beauregard bei M o n t a n a ob S i d e r s zum größten Teil aus privaten Mitteln etabliert und der Zentralanstalt unterstellt. Dieselbe dient zur Ermittlung der klimatischen Verhältnisse in den mittleru Höhenlagen (zirka 1500 Meter über Meer) des Wallis, welche sich für Luftkurorte vortrefflich zu eignen scheinen.

Das in den Jahren 1898--1900 bedeutend erweiterte Netz der Regenmeßstationen wurde im Berichtsjahre um zwei neue Stationen: Y v er don und B o u r g St. P i e r r e (Wallis) vermehrt, während die früher bestandenen, in den letzten Jahren aber eingegangenen Posten in Gryon, Andelflngen und Schöfflisdori neu etabliert wurden. Die Publikation der ,,Resultate der täglichen Niederschlagsmessungena auf sämtlichen Stationen erfolgt vom Jahrgang 1901 an auf Wunsch der meteorologischen Kommission, statt wie bisher in autographischer Vervielfältigung, durch Letterndruck. Bei der Bedeutung, welche diese Daten angesichts der immer größere Dimensionen annehmenden Verwertung der Wasserkräfte unseres Landes haben, lassen sich die daraus erwachsenden Mehrkosten sehr wohl rechtfertigen. · ;j" Die Statistik über die G e w i t t e r und die Verfolgung ihrer Züge innerhalb unseres Landes wurde in der bisherigen Weise fortgesetzt. Die im Laufe des Berichtsjahres eingegangenen 1046 Rapportkarten verteilen sich auf 83 Tage. Vom k. k.

österreichischen Aekerbauministerium wurde eine Expertenkonferenz über die Wirksamkeit des H a g e l s c h i e ß e n s einberufen.

Dieselbe fand im Juli in Graz statt. Leider konnte der Direktor der Anstalt der an ihn ergangenen Einladung zur Teilnahme an derselben wegen Erkrankung nicht Folge leisten. Aus dem seither erschienenen Bericht über die Konferenz ergibt sich, daß infolge der mehrfach konstatierten Mißerfolge selbst in gut eingerichteten und geleiteten Wetterschießgebieten nun auch bei den früher entschiedenen Anhängern des Wetterschießens, zu welchen freilich die wenigsten Meteorologen gehörten, die Hoffnungbedeutend herabgestimmt ist und daß von den Regierungen nicht erwartet werden darf, daß sie .außer den bereits bestehenden

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noch weitere Wetterschießgebiete subventionieren werden. Zur definitiven Entscheidung der Frage genügen die vorhandenen.

Das tägliche W i t t e r u n g s b u l l e t i n wurde abgesehen von der Aufnahme der Daten der neuen Station auf dem Gotthard in unverändertem Umfang herausgegeben.

Die Kontrolle über die von der Zentralanstalt ausgegebenen W i t t e r u n g s p r o g n o s e n ergibt an den 3 Orten, wo dieselben genau kontrolliert wurden, folgende Resultate, wobei unter I die Prozentzabl der Treffer, unter II diejenigen der Halbtreffer und unter III die der Fehlprognosen figurieren : I

Zürich 70

Neuenburg 84

Luzern 66

II 26 11 30 III 4 5 4 Die allgemein gewünschte Herabsetzung der Taxen für die telegraphische Verbreitung der Wetterprognosen ist nun mit Anfang Juni erfolgt. Die Telegraphenverwaltung stellte das Abonnement für die tägliche telegraphische Wetterprognose allein auf Fr. 5 pro Monat, für den großen Wetterbericht (die Darstellung der allgemeinen tatsächlichen Wetterlage und die Prognose enthaltend) auf Fr. 20 pro Monat fest.

Von den ,,Annalen der Meteorologischen Zentralanstalt11 gelangte der Jahrgang 1900 zur Ausgabe. Die oben schon erwähnte Publikation der ,,täglichen Niederschlagsmessungena erstreckt sich dagegen auf Jahrgang 1901.

Die Anstalt wurde im weitern wieder vielfach von Behörden und Privaten um Auskunft oder um gutachtliche Äußerungen, namentlich auch im Interesse der Rechtspflege angegangen.

X. Schweizerische Landesbibliothek.

Im Bestände der Bibliothekkommission ist im Berichtsjahre keine Veränderung eingetreten ; ihre Geschäfte hat sie in 14 Sitzungen erledigt.

Im Laufe des Jahres erhielt sie den Auftrag, den Entwurf zu einer revidierten Verordnung vom 15. Januar 1895 über die Leitung und Verwaltung der Bibliothek auszuarbeiten. Diesem folgte am 3. November der weitere Auftrag, den Erlaß eines Organisationsgesetzes für die Landesbibliothek vorzubereiten ; die Beratungen über diese Gegenstände sind im Gange.

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Die Bibliothekordnung vom 19. März 1900 erfuhr eine kleine Änderung, indem der Ausleihedienst von l/2% bis 2 Uhr nachmittags und die Öffnungszeit des Lesesaales an 4 Abenden von 7 bis 9 Uhr aufgehoben wurde; dafür ist nun an allen Wochentagen (außer Samstags) der Lesesaal bis 7 Uhr abends geöffnet. Den Änderungen lagen genaue Erhebungen zu Grunde, welche die sehr schwache Frequenz in jenen Stunden und eine damit nicht im Verhältnis stehende Inanspruchnahme des Bibliothekpersonals ergeben hatten; die neuen Bestimmungen haben Tsich bis jetzt gut bewährt und wir wünschen daher, sie einstweilen bestehen zu lassen.

Die Benutzung hat im Jahre 1902 wiederum erheblich zugenommen und ist noch immer im Steigen begriffen. Am geringsten ist die Zunahme der Besucher des Lesesaales: 5558 in 1902 gegen 4529 in 1901. Es wurden ausgegeben 1902 : an Büchern der Landesbibliothek 8303 Werke mit 11,618 Bänden (1901: 3933 Werke mit 6742 Bänden), außerdem aus andern Archiven und Bibliotheken an Benutzer vermittelt 4 Nummern mit 71 Stücken (meist Handschriften). Total 8307 Werke mit 11,689 Bänden. Davon waren am 31. Dezember 1902 in Benützung 1159 Werke mit 1514 Bänden.

Bei dieser erfreulichen Entwicklung der Benützung verdient die Tatsache Erwähnung, daß das Publikum außerhalb Berns daran einen starken und rasch steigenden Anteil hat.

Die Zunahme der Bibliothek bewegt sich stetsfort in den gewohnten ansehnlichen Ziffern, 1902 von rund 13,500 Nummern und 26,500 Stücken. Daran haben freilich stets die Geschenke den größeren Anteil. Von Käufen ist die rätoromanische Sammlung des Herrn Professor Hörrmann in Chur hervorzuheben, die, nachdem Sie im Budget die nötigen Mittel bewilligt hatten, im Berichtsjahre erworben und in die Landesbibliothek übergeführt werden konnte. Es besteht Aussicht, durch Unterhandlungen mit der Kantonsbibliothek in Chur, sei es kaufoder tauschweise, insbesondere die periodischen Schriften romanischer Sprache noch weiterhin ergänzen und damit die nunmehr in der Landesbibliothek befindliche reiche Sammlung romanischer Literatur in erwünschter Weise abrunden zu können.

Das ,,Bibliographische Bulletin01 der Landesbibliothek ist 1902 fast regelmäßig alle Monate erschienen ; dadurch ist die Bearbeitung des Materials wesentlich erleichtert, und es wird insbesondere damit auch dem Publikum und dem Buchhandel besser gedient.

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Von dem internationalen Katalog der naturwissenschaftlichen Literatur, don die Royal Society in London herausgibt und für den die Landesbibliothek die Bearbeitung des schweizerischen Materials übernommen hat, sind eine Anzahl Erstlingsbände erschienen.

Im übrigen haben verschiedene interne Arbeiten der Bibliothek in diesem Jahre unter Erkrankungen einzelner Beamter und unter einem erheblichen Wechsel des Personals zu leiden gehabt. Auf Ende Februar nahm Herr André Langie, Assistent seit der Gründung der Bibliothek, seine Entlassung; die Bibliothek hat damit sehr ungern einen vielseitig gebildeten, tüchtigen Mitarbeiter verloren. An seine Stelle wählten wir Herrn Felix Gianini von Mosogno (Tessin), der sein Amt am l, Mai 1902 antrat. Ende September verließen zwei Hülfsangestellte die Bibliothek ; für die eine konnte provisorischer Ersatz sofort eintreten, ein wissenschaftlicher Gehülfe aber wird erst 1903 neu angestellt werden.

Die Bezieh ungon zu den andern schweizerischen Bibliotheken blieben stets sehr freundliche, und Doubletten der Landesbibliothek konnten im Berichtsjahre wiederum an verschiedene, auch populäre und kleinere Bibliotheken abgegeben werden.

Es sind bei der Behandlung des Geschäftsberichts für 1901 im Nationalrate mehrere die Verwaltung der Bibliothek betreffende Wünsche laut geworden. Wir werden nicht ermangeln, dieselben anläßlich der angeordneten Revision des Bundesbeschlusses vom 28. Juni 1894 über die Errichtung einer schweizerischen Landesbibliothek in Prüfung zu ziehen.

XI. Berset-Müllerstiftung.

Die Organisation des Lehrer-Asyls dieser Stiftung weiterverfolgend schritten wir unter dem 4. Februar zur Wahl des Vorstehers der Anstalt und wählten auf den Vorschlag der Verwal tungskommission für diese Aufgabe Frau Witwe Elise ScheideggerFriedli, gewesene Vorsteherin des Waisenhauses und (im Zeitpunkt der Wahl) Pensionshalterin in Burgdorf, welche ihr Amt auf 15. März antrat.

Mit Anfang des Jahres waren ferner die Plätze der Pfleglinge zur Bewerbung ausgeschrieben worden, wobei man auf die Aufnahme von 12 Pensionären rechnete. Die Verhandlungen, die sich hieran knüpften, führten zur Aufnahme von 8 solchen (5 Männern und 3 Frauen), die dann im Verlaufe des April einrückten, so daß auf

712 1. Mai die Anstalt im Betriebe war. Das zur Unterstützung der Vorsteherin angestellte Dienstpersonal besteht aus einer Köchin, einem Kammermädchen und einem Gärtner, der zugleich die Dienste als Hausknecht zu verrichten kat.

Seit dem Zeitpunkt der Eröffnung hat die Anstalt einen ruhigen Gang angetreten. Im November wurde ein betagter Lehrer aus dem Kanton Tessin als neunter Pflegling aufgenommen und gegen den Schluß des Jahres konnte auf Grundlage der seit 1. Mai gewonnen Verwaltungsergebnisse ein sicheres Budget für 1903 aufgestellt werden, welches für die definitive Aufnahme von 12 Pfleglingen berechnet ist. Verfügbarer Reinertrag des Stiftungsvermögens Fr. 18,000. Budgetierte Verwaltungsausgaben bei einem Bestände von 12 Pfleglingen Fr. 16,500.

Der Aufstellung des Budgets folgte dann die Ausschreibung der noch offenen drei Pfleglingsstellen, über deren Besetzung nächstes Jahr zu berichten sein wird.

Das Personal der Verwaltungskommission ist unverändert geblieben und hat seine Aufgabe in 4 Generalsitzungen und 13 Sitzungen des engern Ausschusses sowie durch fleißige Besuche der Anstalt von seiten der Mitglieder des engern Ausschusses in anerkennenswerter Weise erfüllt.

XII. Oberbauinspektorat.

  1. Allgemeines.

Korrektion der Aire. .

Der Oberingenieur des französischen Departementes HochSavoyen hat die technischen Behörden der Eidgenossenschaft und des Kantons Genf zu einer Besichtigung der beinahe beendigten Arbeiten eingeladen ; das Ergebnis dieses Augenscheines war ein befriedigendes.

B. Strassen und Brücken.

  1. Strassen.

Die Eröffnung der subventionierten Alpenstraßen konnte nicht überall nach Vorschrift stattfinden, weil die Schneeverhältnisse zu ungünstig waren. So wurde die Grimsel erst am 23. Juni und die Purka am 28. desselben Monats für die großen Postwagen fahrbar.

713 Auf Verlangen der eidgenössischen Postverwaltuiig ist eine Besichtigung der Straße von Glarus nach Richisau im Klöntal angeordnet worden ; ferner wurde Wallis eingeladen den Schneebruchdienst auf der Südseite des Simplons so zu organisieren, daß die Unterbrechungen des Verkehrs zwischen Simpeln und Gondo möglichst verringert werden.

Klausenstrasse.

Die Abrechnung mit Uri ist am Ende des7:Berichtsjahres endgültig abgeschlossen worden.

Der Zustaud der Fahrbahn auf der Urnerseite hat Anlaß zu Klagen gegeben ; indes scheint in letzter Zeit der Unterhalt etwas besser besorgt zu werden.

Prageistrasse.

Der Regierung des Kantons Schwyss ist mitgeteilt worden, daß die Kosten betreffend Studien und Ausarbeitung eines Projektes für eine Verbindungsstraße vom Wäggital zur Pragelstraße als integrierender Bestandteil einer hierfür eventuell zu bewilligenden Bundessubvention angesehen werden sollen, immerhin mit dem Vorbehalt, daß, bezüglich des den eidgenössischen Räten zu beantragenden Beitrages, ein definitiver Beschluß erst zu fassen sei, wenn ein bestimmtes Projekt vorliege, das die genauere Beurteilung über die wirtschaftliche und militärische Bedeutung dieses Straßenstückes ermögliche.

Furkastrasse/ Auf Gebiet des Kantons Uri, zwischen den Kilometern 50,070 und 50,8üo hat ein großer Erdrutsch stattgefunden. Es werden im Frühjahr 1903, nach der Schneeschmelze, Maßnahmen zu treffen sein, um den Verkehr an dieser Stelle zu sichern.

Simplonstrasse.

Die vom letztjiihrigen Gletschersturz überdeckte Straßenstrecke, oberhalb des Dorfes Simpeln, hat noch nicht freigelegt werden können, was zum großen Teil der ungünstigen Witterung im Vorsommer zuzuschreiben ist. Man hofft, die Abräumungsarbeiten im Jahr 1903 tüchtig fördern zu können.

Strassenanschluss zwischen Bmsino-Arsizio (Tessin) und Porto Ceresio (Italien).

Nach einer Mitteilung der italienischen Regierung sind die Schwierigkeiten, die der Ausführung dieses Straßenanschlusses

714 hindernd entgegenstanden, endlich behoben, indem die Gemeinde Porto Ceresio beschlossen hat, die Ausführung mit Hülfe der Provinz Como und der kgl. Regierung zu übernehmen.

Automobil- und Fahrrad-Verkehr.

Infolge einer Eingabe des schweizerischen Touring-CIubs und des schweizerischen Automobil-Clubs für Aufstellung einer einheitlichen Verordnung betreffend den Motorwagen- und FahrradVerkehr auf schweizerischem Gebiet, haben auf Einladung des eidgenössischen Departements des Innern zwei Konferenzen mit den Delegierten der Kantone stattgefunden, in welchen der Entwurf einer Vereinbarung beraten und der Wortlaut der einheitlichen Verordnung festgestellt worden ist. Die Übermittlung dieser letztern an die Kantone und die Rückäußerungen derselben fallen ins nächste Jahr.

Stand der durch Bundesbeschlüsse für Strassen- und Brückenbauten bewilligten Subventionen.

Kanton T e s s i n : Maggiabrücke bei Ascona, Nachsubvention, Bundesbeschluß vom 28. September 1899. Kostenvoranschlag: Fr. 46,694.83. Maximum der bewilligten Subvention : Fr. 23,347.42.

Ausbezahlter Bundesbeitrag: Fr. 18,000. Subventionsrest auf 1. Januar 1903: Fr. 5347. 42.

Dem Kanton U r i ist für die Klausenstraße die Restzahlung im Betrage von Fr. 19,217. 07 ausgerichtet worden.

C. Allgemeines Wasserbauwesen.

  1. Allgemeiner Bericht.

Die naßkalte Witterung in den Monaten Mai und Juni und die darauffolgende kurze, aber intensive Sommerhitze haben auf das Vorhalten verschiedener Gewässer einen ungünstigen Einfluß ausgeübt. Im Gebirge fiel noch während des Vorsommers eine Menge Schnee, der dann rasch zum Abschmelzen kam und starke Hochwasser brachte, die an einzelnen Orten beträchtlichen Schaden angerichtet haben.

Im R h e i n g e b i e t ist am 17./18. Mai die Murg außerordentlich angeschwollen. Die Korrektion zwischen Jakobstal und der Einmündung in die Thur hat an vielen Stellen sehr gelitten ; zwei Fabrikwehre wurden zerstört, und auch ein Stück der Militär-

715 Straße nach der Frauenfelder Alhnend ist von den Fluten weggerissen worden. Glücklicherweise war an diesem Tage die Thur nicht sehr groß, so daß dort kein Schaden entstanden ist.

Auch am Rhein war kein abnormer Wasserstand zu verzeichnen.

Im A a r e g e b i e t hat der Regen an der Broye am nämlichen Tage wie an der Murg ein Hochwasser erzeugt, das seit dem Jahr 1895 als das größte angegeben wird. Die beendigten Korrektionsbauten haben sich vortrefflich bewährt ; nur an den in Ausführung begriffenen Erdarbeiten haben Auswaschungen stattgefunden, wie dies in einem solchen Falle nicht anders zu erwarten ist.

Im R e u ß g e b i e t sind die kleine Emme und ihre Zuflüsse bei Flühli (Luzern) und auch der Lauibach und Rothmoosgraben bei' Giswil (Obwaldeu) ausgebrochen, wobei viele Bauten zu Grunde gegangen siud. Die Gescbiebsbewegung in diesen Wildwassern war eine ganz gewaltige, hervorgerufen durch ein starkes Gewitter, welches sich am 8. August über beide Einzugsgebiete ergossen hat.

Im L i n t h g e b i e t sind im Berichtsjahr keine außergewöhnlichen Anschwellungen zu verzeichnen.

Im R h o n e g e b i e t fand infolge der rasch ansteigenden Lufttemperatur im Anfang des Monats Juli eine starke Abschmelzung der im Gebirge angehäuften Schneemenge statt. Der Wasserstand der Rhone stieg auf eine schreckenorregende Höhe und reichte in der Nacht vom 10./11. Juli an vielen Stellen bis an die Dammkrone heran. Zudem hatte sich im Mittelwallis ein starker Landregen eingestellt, der in der Zeit vom 9.--11. Juli fast ununterbrochen während 24 Stunden niederfiel und ein Anschwellen sämtlicher Zuflüsse dieser Region verursachte.

Trotz aller Wachsamkeit und aller Anstrengungen, die sich immer mehrenden Durchsickerungen zu verstopfen, brach der Damm an 3 Stellen ; am rechten Ufer bei Sitten und Chamoson, am linken Ufer weiter unten bei Illarsaz, gegenüber Aigle, wo das ganze Tal links der Rhone bis hinunter zum See unter Wasser gesetzt wurde und einen einzigen See bildete.

Der Straßen- und Eisenbahnverkehr zwischen Monthey und Bouveret wurde unterbrochen, das Schloß bei der Porte da Scex stürzte ein und an den Uammbauten auf der Walliserseite entstand großer Schaden, während das waadtländische Ufer fast gar nicht zu leiden hatte.

716

Im Mittelwallis war die Situation eine ähnliche, wenn auch nicht so schlimm ; hauptsächlich bei Riddes, wo die Farraz eine Unmasse schweren Geschiebes der Rhone zuführte, herrschte ein Zustand, der denjenigen vom Jahr 1897 an Gefährlichkeit noch überbot.

Mit der Abnahme der Hitze ging auch das Wasser zurück, aber erst spät konnten die Breschen provisorisch geschlossen werden und lange noch waren die Spuren der Überschwemmung bemerkbar.

Da, wo in den Dämmungen Lücken entstanden waren, bildeten sich Kiesablagerungen. Wenn außerhalb des Flusses der Kulturschaden wegen der sumpfigen Beschaffenheit des Nebengeländes nicht sehr groß ist, so ist im Flusse selbst die ungünstige Einwirkung dieser Geschiebsanhäufungen auf die regelmäßige Ausbildung des Bettes um so empfindlicher, weil sie ausgedehnte Sohlenerhöhungen zur Folge haben und während einer Reihe von Jahren die Sicherheit der Schutzbauten in Frage stellen.

Angesichts dieser bedauerlichen Vorkommnisse werden Bund und Kanton große Opfer bringen müssen, um den Fluß wieder einzuschließen und, wenn möglich, neuen Einbrüchen vorzubeugen.

In erster Linie wird die den Abfluß hemmende, steinerne Bogenbrücke bei Riddes durch eine, den ganzen Fluß überspannende Eisenkonstruktion ersetzt und dann sollen Anstrengungen gemacht werden, um die dort einmündende Farraz abzuleiten und deren Geschiebe einer sumpfigen Niederung zwischen Berg und Rhone zuzuführen.

Das T essin- und In n-Gebiet gibt zu besonderen Bemerkungen nicht Anlaß.

Was die Korrektions- und Verbauungsarbeiten im allgemeinen anbetrifft, so sind auch sie von der Ungunst der Witterung beeinflußt worden, nahmen aber im übrigen einen durchaus normalen Verlauf.

2. Oberaufsicht Ober die Wasserbaupolizei.

Kontrollierung der im Unterhalt befindlichen subventionierten Schutzbauten.

Die Besichtigung dieser Bauten wurde in gleicher Weise vorgenommen wie bisher.

717 Aufnahmen und Messungen.

  1. Am R h e i n : Aufnahmen am rechten Ufer bei Fläsch.

5 Querprofile zwischen Laufenburg und Schwörstadt.

Querprofile um linken Ufer zwischen Kaiseraugst und der Birs.

Mittelwasser-Längenprofil vom 9. September zwischen der Thur und der Aare.

Ilochwasser-Längenprofil zwischen Basel-Angst und Basel.

2. Am L a m m b a c l i bei Brienz: Längeuprofil.

3. An der R e u ß : Querprofile bei Flüelen.

4. Am R o t h h a c h bei Flühli, Meßtischaufnahme zwischen der Bleiken- und der Sattelschluchtbrücke.

5. An dor R h o n e : Aufnahme der Rammbreschen vom Juli 1902.

Hochwasser-Längenprofil vom l O./ll. Juli zwischen Chippis und Porte du Sees.

Liingonprofil der Dammauf böhungen zwischen St. Léonhard und Porte du Scex.

Querprofile zwischen Aproz und Riddes und zwischen Illarsaz und der Einmündung der Grande-Eau.

Spannseilfähre bei Kaiseraugst.

Anläßlich einer im Bezirksamt Lörrach vorgenommenen Revision der auf den Fährbetrieb am Rhein bezüglichen polizeilichen Vorschriften, hat die großherzoglich-badische Regierung die Ansicht ausgesprochen, daß jeder Änderung in Person oder Form der Konzession eine neue Vereinbarung zwischen ihr und der beteiligten Kantonsregierung erforderlich sei.

Obgleich in Sachen der Spannseilfahre bei Kaiseraugst keinerlei Änderung im Betrieb, oder an der Konzession dieser Fähre stattgefunden hat, legte die Regierung von Aargau dem Wunsche Badens entsprechend einen neuen Konzessionsentwurf1 zu Händen des badischen Ministeriums vor und wird sich mit diesem zur definitiven Regelung dieser Angelegenheit direkt ins Einvernehmen setzen.

Tieferlegung der Wasserstände des Bodensees.

Der großherzoglicli-badischen Regierung ist auf ihre Anfrage mitgeteilt worden, daß eine rasche Abwicklung dieser Angelegenheit bedeutender Schwierigkeiten auf hierseitigem Gebiet wegen schwer zu erreichen sei.

718 Nachdem die Regierung von Thurgau auf die Baufälligkeit der alten Rheinbrücke bei Stein und auf die Notwendigkeit einer Erweiterung des Abflußprofiles an der Brückenstelle hingewiesen hatte, antwortete die Regierung von Schaffhausen auf unsere Anfrage, daß diese Brücke erst in etwa 10 Jahren einer gründlichen Erneuerung bedürfe und sich dann die Frage aufdrängen werde, ob es nicht angezeigt sei, die Neuerstellung ia Aussicht zu nehmen und sie mit der Regulierung der Hochwasserstände des Bodensees in Verbindung -/M bringen.

Rheinregulierung.

Am Fußacher - Durchstiche sind nur einige Ergänzungsarbeiten gemacht worden, im übrigen vollzieht sich die Ausbildung der Flußsohle in normaler Weise.

An der Zwischenstrecke wurde programmmäßig weiter gebaut.

Am Diepoldsauer-Durchstiche ist die Fortsetzung der Grundeinlösungen und der Kiestransporte zu erwähnen.

Die internationale Rheinregulierungs - Kommission hat einen Bericht über die Ausführung und Kosten des Fußacher - Durchstiches und die Begründung der Mehrkosten desselben eingereicht.

Einem weiteren Bericht dieser Kommission ist zu entnehmen, daß infolge der schlechten Bodenbeschaffenheit im DiepoldsauerDurchstichgebiete eine bedeutende Kostenerhöhung zu erwarten sei. Es empfehle sich daher, die beim Baue zu beobachtenden Maßnahmen noch einer weitern reiflichen Erwägung zu unterziehen und sie insbesondere in Hinsicht auf den einzuschlagenden ökonomischen und die volle Sicherheit gewährenden Vorgang einer fachmannischen Überprüfung zu unterstellen.

Infolgedessen ist die schweizerische Gesandtschaft in Wien beauftragt worden, der österreichischen Regierung mitzuteilen, daß schweizerischerseits dieser Vorschlag angenommen werde und daß der Bundesrat bereit sei, einer internationalen technischen Expertenkommission die Frage zu unterbreiten wie die Durchführung des Diepoldsauer-Durchstiches in ökonomischer und volle Sicherheit gewährender Weise stattfinden könne.

Unterrheintalischer Binnenkanal.

Der Kanal wurde bis zum Felseinschnitt unterhalb Sennwald weitergeführt, wobei auf Gebiet der Gemeinde Rüti zahlreiche Seitengewässer in den Kanal eingeführt worden sind.

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Bei dem kleineren Kanalprofil und besserer Bodenbeschaffenheit ist zu erwarten, daß die Bauten ohne besondere Schwierigkeiten fortgesetzt werden dürften.

Wuhrbauten am Rhein bei Fläsch.

Unser Departement des Innern ist ermächtigt worden mit den Kantonen Graubiinden und St. Gallen über die Ausführung der fehlenden Wuhrstrecke am rechten Rheinufer, auf Gebiet der Gemeinde Fläsch, Unterhandlungen anzubahnen. Diese letzteren haben zu einem befriedigenden Abschluß geführt.

Begulierung der Wasserstände des Genfersees, Zur bessern Beurteilung des Einflusses, welchen der Betrieb der Schleusenwerke an der Rhone bei Genf auf die Wasserstandsverhältnisse dieses Flusses ausüben, ist eine Konferenz schweizerischer und französischer Techniker angeordnet worden, in welcher beschlossen wurde neue Erhebungen über diese Frage in Aussicht zu nehmen und das Ergebnis derselben in einer weiteren Konferenz zu prüfen.

Wasserwerksanlagen.

Wasserwerksanlage am Rhein bei Augst-Wyhlen.

Der gmßherzoglich badischen Regierung ist mitgeteilt worden, daß man hierseits mit der Abhaltung einer Konferenz zur Prüfung der Einsprachen und zur Herbeiführung eines Einverständnisses über die Bedingungen der zu erteilenden Konzessionsgenehmigung bereit sei, daß aber die Kantone Aargau und BaselStadt eine Hinausschiebung der Zusammenkunft wünschen.

Kraftübertragungswerke bei Eheinfelden.

Dem Antrag der Regierung des Kantons Aargau entsprechend und gestützt auf die von ihr für die Erhöhung des Stauwehres erlassene Bewilligung vom 20. Oktober 1902 ist dem von den schweizerischen und badischen Delegierten arn 4./7. März 1901 in Rheinfelden aufgesetzten Konferenzprotokoll die Genehmigung erteilt worden. Die großherzoglich badische Regierung hat dieses Protokoll ebenfalls genehmigt. Der angeregten Revision der Floßordnung wird Folge gegeben, sobald die neuerdings einverlangte Antwort der Regierung des Kantons Schaffhausen vorliegt.

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Wasserwerk am Rhein bei Laufenburg.

Nachdem das von den vereinigten Konzessionsbewerberu seinerzeit vorgelegte Projekt beanstandet worden war, haben dieselben nun eine neue Vorlage eingereicht, welche von den technischen Bevollmächtigten der beiden Uferstaaten in einer weiteren Konferenz geprüft werden soll. Die Abhaltung dieser Konferenz fällt ins nächste Jahr.

Wasserwerk am Rhein bei Eglisau.

Auf die Anfrage der badischeu Regierung, die gegen die Errichtung des projektierten Schleusenwerkes an und für sich keine Einwendungen erhebt, ob die Übersendung der Genehmigungsbedingungen in der nächsten Zeit zu erwarten sei, wurde nach Vernehmlassung der Regierungen von Zürich und Schaffhausen geantwortet, daß eine diesbezügliche Erklärung noch nicht abgegeben werden könne.

Wasserwerk am Rhein bei Rh.ei.nau.

Die Konferenz der schweizerischen und badischen Abgeordneten zur Feststellung der Genehmigungsbedingungen zu einer Konzession für diese Kraftanlage hat am 10. November in Winter thur stattgefunden.

Das Konferenzprotokoll, wonach auf das eingegebene Projekt nicht eingetreten und für Einreichung einer neuen Vorlage ein Termin festgesetzt wurde, ist von den Behörden der beteiligten Uferstaaten genehmigt worden.

Nutzbarmachung der Wasserkräfte der Heuss.

Für Wasserwerksanlagen an der Reuß auf Gebiet der Kantone Aargau, Zug, Luzern, Uri, Schwyz und Unterwaiden sind von der Genossenschaft der Aargau-Luzern-Zugerischon Reußwasserwerke einerseits und von Ingenieur Löhle aus Zürich andrerseits den beteiligten Kantonen Konzessionsbegehren zugegangen, von denen die eidgenössischen Baubehörden vorläufig in Kenntnis gesetzt worden sind.

Wasserwerk an der Tresa.

Der Staatsrat des Kantons Tessin hat Herrn Professor Zschokke mit der Ausarbeitung eines Gutachtens über diese Angelegenheit beauftragt ; da aber der Bericht des Staatsrates noch aussteht, so konnten bei der italienischen Regierung noch keine Schritte zur Anbahnung von Verhandlungen getan werden.

721 Der Kanton Tessin ist neuerdings eingeladen worden, seine Anträge in dieser Sache einzusenden.

3. Subventionierung von Korrektionen und Verbauungen innerhalb der Kompetenz des Bundesrates.

Auf das Gesuch des Kantons Bern um Bewilligung eines Bundesbeitrages an den Umbau der Brücke über den Gerstern.graben bei Sigriswil-Schwanden, konnte nicht eingetreten werden, weil dieser Umbau für die Verbauung des Baches von keiner Bedeutung ist.

Das Projekt einer Verbauung des Weißenbaches bei Boltigen, Kanton Bern, ist zurückgezogen worden, nach dem die Gemeinde Boltigen erklärt bat, die Verbauung vorläufig nicht in Angriff nehmen zu können.

Einer Eingabe der Gemeinde Truns, Kanton Graubünden, um Vorausbezahlung des verfügbaren Subventionsrestes für die Wuhrbauten zum Schutz des Dorfes Ringgenberg, konnte der Konsequenzen wegen nicht entsprochen werden. Ebenso wurde ein Gesuch der Gemeinde Oberbußnang, Kanton Thurgau, um Erhöhung des für die Korrektion des Furtbaches bewilligten Bundesbeitrages von 40 auf 45 °/o abgelehnt.

Die Erlaubnis zum sofortigen Beginn dringlicher Bauten, ohne Präjudiz gegen allfällige spätere Subventionierung derselben, wurde erteilt: An Schwyz, für die Korrektion und Verbauung der Sihl bei Studen.

An Freiburg, für die Verbauung des Wildbaches Marivue bei Albeuve: für die Korrektion des Dorfbaches von Enney ; ,, ,, ,, ,, Baches beim Dorfe Pâquier ; .,, ,, ..

,, der Gérine bei Marly (seitdem subventioniert).

An St. Gallen, für die Einleitung der Hinterwasser der Lienz bei Rüti und speziell des Oberfeldgrabens in den neuen Binnenkanal (seither subventioniert).

An Thurgau, für die. infolge des Hochwassers vom Mai, an der Murg erforderlichen Notarbeiten.

An Waadt, für Arbeiten zur Regulierung der Abflußverhältnisse der Seen des Jouxtales.

.an Neuenburg, für die Ausführung eines provisorischen Kanals von Lode bis Col-dos-Koches, im Anschluß an die Bied-Korrektion.

Bundesblatt.

55. Jahrg

Bd. I.

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6.

7.

8.

9.

·Jü.

11.

12.

13.

  1. Im Berichtsjahr zugesicherte Subventionen.

KostenBeiträge voranschlagsaus der summen.

Bundeskasse.

Santon Bern.

Fr.

Fr.

Umbau der Grilnnbachschale bei 46,000. -- Merligen 18,400. -- Verbauung der Kleinen Simme im Grubi bei Zweisimmen . .

18,310. 90 7,324. 3« Korrektion des Sägebaches bei Fraubrunnen 8,000. -- 2,660. -- Korrektion der Sense zwischen Laupen und Neuenegg . . . 120,000. -- 40,000. -- Korrektion der Sense bei Neuen85,800.- -- 28,600. -- eea öS Verbauung des Habbaches in der Bärau bei Langnau .

3,750. -- 1,250. -- Korrektion des Mühlebaches bei Meiringen 15,000. -- 7,500. -- Korrektion des Reichenbaches 26,000. -- beim Rosenlauibad . . . .

65,000. -- Verbauung des Lombaches bei 16,500. -- Unterseen 33,000. -- Verbauung der Rothachen, Gemeinden Buchholterberg und 60,000. -- 24,000. -- Unterlangenegg Verbauung des Lamm- und Schwandenbaches bei Brienz . 100,000. -- 50,000. -- Verbauung des Biembaches bei 125,000. -- Hasli 50,000.-- Verbauung des Kaußbaches bei Crémines 15,000. -- 6,000. -- 694,860. 90

278,234. m

99,000. --

49,500. --

60,000. --

24,000. --

159,000. --

73,500. --

Kanton Luzern.

  1. Korrektion der Kleinen Emme von der Kapellbodenbrücke bis zur Mäderslehnbrücke 2. Korrektion des untern Laufes des Rümlig und der Kleinen Emme b e i Schachen . . . .

723 KostenVoranschlagssummen.

Beiträge aus der Bundeskasse.

Fr.

19,600. --

Fr.

7,840. --

28,000.--

11,200.--

35,000.--

14,000.--

20,000. --

10,000. --

83,000. -- Kanton Obwalden.

  1. Verbauung des Lauibaches bei Lungern-Obsee 41,143.28 2. Verbauung des Lauibaches bei Giswil; Strecke Mättenlaui-Talbach 100,000.-- 3. Verbauung des Laui- und Rothmoosgrabens bei Giswil. . . 100,000. --

35,200. --

241,143. 28

118,514. 50

20,000.--

10,000.--

5,000. --

2,500. --

25,000. --

12,500. --

421.98

168.79

780.--

312.--

1,201. 98 Kanton Freiburg, Korrektion der Gérine bei Marly . 122,000.--

480. 79

Kanton Uri.

Korrektion des Isenthalbaches .

.

Saitton Sctnoys.

  1. Korrektion der Aa bei Lachen 2. Verbauung des Tobelbaches bei Schwyz 3. Ausbau des Roßweidbaches im Euthal bei Einsiedeln . . .

Kanton Glarus.

  1. Verbauung der Guppenruns bei Schwanden 2. Verbauung der Ealkruns und der Steinbodenruns bei Hätzingen .

Kanton Zug.

  1. Verbauung des Mennebaches bei Zug 2. Verbauung der Lorze bei Allenwinden

18,514. 50 50,000.-- 50,000. --

48,800.--

724

Kanton Baselland.

Korrektion der Ergolz bei Rothenfluh Kanton Schaffhausen.

Uferschutz am Rhein bei Stein . .

Bundeskasse.

Fr.

Fr.

15,000. --

3,200.

Kanton Appenzell A.-Eh. · Verbauung des Gstaldenbaches bei ; Heiden

19,542.83

Kanton Appenzell I.-Rh.

Korrektion der Sitter bei der Mettlenbrücke

52,000.--

1.

2.

3.

4.

5.

Kanton St. Gallen.

Verbauung des Flybaches bei Weesen 45,000.-- Korrektion der Jona bei Jona.

52,000. -- Verbauung des Felsbaches bei Garns 100,000.-- Einleitung der Seitenbäche in den rheintalischen Binnenkanal 100,000. -- Korrektion des Vilterser- und Wangserbaches bei Sargans . 125,000.-- 422,000. --

Kanton Graubünden.

  1. Korrektion des Rheins bei Untervatz 120,000.-- 2. Verbauung der Val Quaunas im Münsterthal 14,600. -- 3. Verbauung der Moinbielrüfe bei Klosters .20,000.-- Übertrag

Beiträge

KostenYoranschlagssummen.

154,600. --

aus der

6,000. --

1,067.

9,771. 45

26,000.

18,000.

20,800.

50,000.

40,000.

50,000.

178,800.

48,000.

5,840.

8,000.

61,840.

725

Übertrag 4. Wuhrbau am Rhein bei Fläsch 5. Korrektion des Poschiavino im Puschlav 6. Verbauung der Altenschutzrüfe bei Chur 7. Verbauung der Nolla bei Thusis 8. Verbauung der Talrüfe bei Klosters, oberer Lauf 9. Korrektion der Talrüfe bei Klosters, unterer Lauf .

10. Verbauungen in der Alp Starlcra bei Inner-Ferrera 11. Verbauung des Platztobels bei Roffna 12. Korrektion des Schanielbaches bei Luzein 13. Verbauung der Canalettarüfe bei Casaccia 14. Korrektion der Plessur bei Chur 15. Korrektion des Rheins bei Ems, Verstärkung 16. Verbauung der Paistelrüfe bei Zernetz . . . .

.

Kostenvoransehlagssummen.

Fr.

154,600. -- 60,000. --

Beiträge aus der Bundeskasse.

Fr.

61,840. -- 24,000. --

7,000. --

2,800. --

50,000. -- 100,000. --

20,000. -- 50,000. --

80,000. --

40,000. --

110,000. --

44,000. --

2,500. --

1 000. --

10,000. --

4,000. --

10,700. --

4,280. --

7,000. -- 63,000. --

2,800. -- 25,200. --

40,000. --

16,000. --

5,600. --

2,240. --

700,400. --

298,160. --

24,000. --

8,000. --

1,231.25

492. 50

2,850. --

950.--

4,081. 25

1,442. 50

Kanton Aargau.

Uferschutz an der Aare bei Aarau Kanton Thurgau.

  1. Verbauung des Esehenzertobelbaches 2. Korrektion des Dorf bâches von Lustdorf

726 KostenVoranschlagssummen.

Kanton Tessin.

Fr.

  1. Verbauung des Trodo bei Quartino 70,000. -- 2. Korrektion der Maggia bei Locamo 100,000. -- 3. Verbauung des Carcale bei Gordola 64,000.-- 4. Verbauung des Cassone bei Lugano 5,000. -- 5. Korrektion des Tessin bei Gnosca 24,500.-- 6. Korrektion des Tessin bei Osogna 15,000.-- 7. Korrektion der Pentima bei Gordola 7,300. -- 8. Korrektion des Cassarate bei Lugano 45,000.-- 330,800. -- 1.

2.

3.

4.

Kanton Waadt.

Korrektion der Venoge zwischen La Sarraz und Cossonay, unterer Teil 122,500. -- Korrektion des Grandsonnet bei Grandson, oberer Lauf . . .

20,000. -- Korrektion der Mortigue bei Forel 7,682.94 Entwässerung der Rutschhalde bei Cossonay 3,500. --

Beiträge aus der Bundeskasae.

Fr.

28,000. -- 50,000. -- 25,600.-- 2,000. -- · 9,800.-- 5,000.-- 2,920. -- 18,000.-- 141,320. --

49,000. -- 8,000. -- 2,560.98 1,400. --

153,682. 94

60,960. 98

Kanton Wallis.

  1. Erhöhung und Verstärkung der Rhonedämme, linkes Ufer, IV. Vorlage 2. Erhöhung und Verstärkung der Rhonedämme, rechtes Ufer, IV. Vorlage

50,000. --

20,000. --

35,000. --

14,000. --

Übertrag

85,000.--

34,000.--

727 Kostenvoranschlagssummen.

Fr.

85,000. --

Übertrag 3. Verbauung des Torrent du Bruson, Gemeinde Bagnes .

3,000. -- 4. Schließung des Rhonedammes bei Baltschieder 4,100. -- 5. Baggerungen in der Rhone 23,000. -- 6. Rhonebreschen 1902, Gemeinden Collombey-Muraz 53,000. -- 7. Rhonebreschen 1902, Gemeinden Sitten u n d Conthey . . . .

28,000. -- ·8. Rhonebreschen 1902, Gemeinde 26,000. -- Vouvry . . .

.

. .

S). Rhonebreschen 1902, Gemeinden Chamoson und Riddes .

48,000. -- 10. Umbau der Brücke von Riddes 125,000. -- 11. Schutzbauten gegen Felsablösungen b e i Miex . . . .

9,000. --

Kanton Neuenburg, Ï. Korrektion der Sourde bei Fleurier 2. Sicherungsarbeiten gegen Felsstürze bei La Clusetto .

3. Bau zweier Brücken über die Zihl bei Cressier 4. Überfall am Buttes bei ,,le Verdantt ·5. Korrektion der Reuse ,,à la Verrière"'

Beiträge aus der Bundeskasse.

Fr.

34,000. --

1,200. -- 1,370. -- 9,200. -- 21,200. -- 11,200. -- 10,400. -- 19,200. -- 50,000. -- 3,600. --

404,100. --

161,370. --

18,000. --

7,200. --

112,539. 27

45,015. 70

11,000. --

4,400. --

6,250. --

2,500. --

41,000. --

16,400. --

188,789. 27

75,515. 70

119,000.--

47,600. --

Kanton G-enf.

Korrektion der Arve am Quai du Midi bei Genf Gesamtbetrag

3,782,402. 45 1,591,077. 28

728

Ferner wurden aus dem a l l g e m e i n e n S c h u t z b a u t e n f o n d s bewilligt:.

dem Kanton B e r n , für die Verbauung des Lombaches bei Unterseen Fr.

5,000' dem Kanton 0 b w a l d e n, für die Verbauung des Laui- und Rothmoosgrabens bei Giswil .

25,000' dem Kanton G r a u b ü n d e n , für das rechtsseitige Rheinwuhr bei Fläsch 12,00ft dem Kanton Wal li s: für Baggerungen in der Rhone Fr. 4,600 für die Rhonebreschen bei Collombey-Muraz V) 10,600 für die Rhonebreschen bei Vouvry T) 2,600 für die Rhonebreschen bei Chamoson-Riddes ·n 14,400 für den Umbau der Brücke von Riddes ·n 37,500 ,, 69,700 Total

Fr. 111,700

b. Im Berichtsjahr bezahlte Subventionen.

Kanton Zürich.

Fr.

\. Töß-Korrektion Stierweid-Tößscheide 2. Verbauung des Küsnachterbaches, Nachsubvention .

.

.

.

' n 3. Verbauung der vorderen und hinteren Töß ·n

1.

2.

3.

4.

5.

8,000.

4,000.

7,700. --

Fr.

19,700. --

Kanton 'Bern.

Verbauung des Tscherzisbaches bei Gsteig Fr.

Korrektion der Aare Thun-Uttigen .

n Korrektion des Mühlebaches bei Meiringen ·n Verbauung des Turbaches bei Saanen .

T) Korrektion des unteren Laufes des Plachtliund Kratzhaldengrabens bei Reutigen .

·n

2,200. -- 1,200.

4,000. -- -- 2,400. --

Übertrag

Fr.

40. 6&

9,840. ea

729 Übertrag 6. Korrektion der Aare im Kirchet bei Innertkircheu 7. Korrektion der Simme bei Boltigen . .

8. Verbauung des Bettelriedbaches bei Blankenburg 9. Korrektion der Saane bei Dicki . . . .

10. Korrektion der Kalten Sense an der Schwefelbergstraße 11. Korrektion des Feißebaches bei Niederstocken 12. Korrektion des äußeren Seitenbaches an der Lenk 13. Korrektion des Kurzeneigrabens bei Sumiswald 14. Korrektion der Grünen bei Sumiswald .

15. Dammerhöhungen an der Hasliaare zwischen - Meiringen und Brienz 16. Korrektion der Emme, Hintergraben - Horbenbriicke bei Eggiwi] fl 17. Korrektion der Liissel zwischen Brislach und Zwingen 18. Korrektion der Aare zwischen Oltigen und Aarberg I 19. Dammerhöhung an der Sense bei Neuenegg 20. Korrektion der Aare zwischen der Blfenau und Bern 21. Verbauung des Kauflisbaches bei Saanen .

22. Korrektion der Birs bei Liesberg 23. Korrektion der Grürbe an ihrer Mündung in die Aare 24. Korrektion der Aare an der Gürbemündung 25. Verbauung des Hugeligrabens bei Saanen 26. Korrektion der Zulg bei Steffisburg . .

27. Korrektion der Emme bei Eggiwil (Dieboldsvvilerbrücke) Übertrag

Fr.

9,840.68

,, ,,

1,400. -- 10,000. --

,, ,,

2,100.-- 1,269. 10

,,

3,370. --

,,

4,300. --

,,

2,000.--

,, .,

1,700. -- 5,000. --

.,

3,260. -- 8,000. --·

,,

1,400. --

,, .,

8,000. -- 4,500. --

,, ,, ,,

8,000. -- 3,200. -- 3,000. --

.,, ,, ,, ,,

2,450. -- 1,200. -- 2,600. -- 8,000. --

n

5,000. --

Fr.

99,589. 78

730

28.

29.

30.

31.

32.

33.

34.

35.

36.

37.

38.

39.

40.

41.

42.

43.

44.

45.

46.

47.

48.

Übertrag Korrektion der Simme bei Baumannsoey .

Korrektion der Suld bei Mühlenen . . .

Korrektion der Birs bei Zwingen . . .

Korrektion des Lombaches bei Unserseen, unterer Lauf Verbauung des Lombaches bei Unterseen, oberer Lauf Verbauung des Kurzeneigrabens bei Kalchofen Korrektion des Reichenbaches bei Reichenbach (Frutigen) Korrektion des Schiundbaches bei Reichenbaeh (Frutigen) Korrektion des Heitibaches bei Reichenbach (Frutigen) Korrektion des Grungbaches bei Reichenbach (Frutigen) Korrektion der Sense bei Laupen Korrektion der Aare zwischen Golaten und Niederried Korrektion des Filderichbaches im Diemtigertal Korrektion des Stämpbaches und der Worblen bei Boll fl Korrektion des Brandösch- und Goldbachgrabens bei Trüb Korrektion der Aare bei Aarberg . . .

Korrektion der Emme, Bubeney - Horbenbrücke, Gemeinde Eggiwil Korrektion der Sense bei Thörishaus . .

Korrektion des Dorfbaches von Oberwil bei Buren Korrektion der Aare Oltigen-Aarberg II .

Verbauung der Kleinen Simme im Grubi bei Zweisimmen

Fr. 99,589.78 ,, 542.05 ,, . 7,000. -- ,, 1,900. -- ,,

10,000. --

,,

10,000.--

,,

1,300. --

,,

8,000. --

,,

3,800.--

,,

7,000.--

,, ,,

5,000.-- 2,800. --

,,

1,480. --

,,

2,900. -- 3,840.75

,, ,,

4,000. -- 4,100. --

,, ,,

6,500. -- 3,200. --

,, ,,

2,160.-- 530. 77

,,

7,324.36

Fr. 192,967.71

731

L 2.

3.

4.

ö.

6.

Kanton Luzern.

Korrektion des Rümligbaches bei Schaohen 'Fr.

Verbauung des Renggbaches bei Kriens . ·n Verbauung des Hilfernbacb.es bei Marbach V!

Korrektion des Renggbaches bei Kriens, untere Strecke T) Korrektion der Kleinen Emme bei Flühli T, Korrektion der Kleinen Emme zwischen der Werthenstein- und Langnaubriicke .

f>

Kanton Uri.

  1. Verbauung des Kerstelenbaches bei Amsteg 2. Entwässerungen an der Klausenstraße bei Spirigen

2.

3.

4.

5.

6.

7.

4.

5.

10,000.

10,000.

10,000.

43,600. --

Fr.

4,000. -- 1,556.

Kanton Schwy0.

Verbauung der Alp Stäflen im VorderFr.

Wäffgital Ausbau des Spreitenbaches bei Lachen ·n Verbauung der Schlieren im Inner-Wäggital ;i Verbauung des Kirchen- und Lauibaches und Korrektion der Aa im Inner-Wäggital .

n Korrektion der Seewern 11 Korrektion der Aa bei der Pfusti im InnerWäogital . .

.

.

. ri Korrektion der Aa bei Vorder-Wäggital . VI

Fr.

1.

2.

3.

--

Fr.

Fr.

1.

2,800.

3,100.

7,700.

5,556. --

241. 75 1,830.

1,040.

7,860.

3,300.

1,900.

2,400. -- 18,571. 75

Kanton ObwaMen.

Verbauung des Lauibaches bei Giswil .

Fr.

Verbauung des Rotenmoosgrabens bei Giswil T) Verbauung des Lauibaches bei Giswil, Nachsubvention Verbauung des Lauibaches bei LungernObsee Verbauung des Lauibaches bei LungernObsee, Nachsubvention

10,000.

Fr.

50,000.

5,000.

15,000.

--

10,000.

10,000.

--

732 Kanton Nidwaiden.

  1. Verbauung des Steinibaches bei Hergiswil Fr.
  2. Verbauung des Lieli- und Drestlibaches bei Beckenried ,, 3. Verbauung des Buochser-Dorfbaches . . ,, Fr.

Kanton Glarus.

  1. Verbauung des, Krauchbaches bei Matt . Fr.
  2. Verbauung der Ruhställiruns bei Mollis . ,, 3. Verbauung der Rüfiruns bei Mollis . . ,, 4. Korrektion des Sernfts bei Elm . . . . · ,, 5. Verbauung eines Erdbruches im NiederurnerDorfbach ,, 6. Verbauung des Rötibaches bei Murg-Mühlehorn, gemeinschaftlich mit dem Kanton St. Gallen ., 7. Verbauung eines Erdbruches bei Richisau .,, 8. Verbauung der Köpfruns bei Haslen . . .n 9. Verbauung an der Klausenstraße in der Brunnlaui ,, 10. Entwässerung im Morgenholz bei Niederurnen ,, Fr.

Kanton Zug.

  1. Verbauung des Mennebaches bei Zug . . Fr.
  2. Verbauung des Mennebaches, Mehrkosten ,, Fr.

Kanton Freiburg.

  1. Korrektion der Sionge bei Vaulruz, Riaz etc. Fr.
  2. Verbauung der Mortivue bei Semsales . ,, Fr.

Kanton Solothurn.

  1. Korrektion der Aare bei Schönenwerd . Fr.
  2. Korrektion der Dünnem bei Laupersdorf . ^ 3. Sicherungsarbeiten gegen Felsablösungen bei Klein-Lützel ,, Fr.

8,000.-- 8,000. -- 2,300. -- 18,300~ 1,300. -- 600. -- 1,500. -- 2,721.14 10,000.-- 10,000. -- 2,000. -- 6,900. -- 10,000.-- 1,635.45 46,656.59 5,200. -- 168.79 5,368.79 4,780. -- 1,000. -- 5,780. -- 2,673. 60 997. 86 1,798.20 5,469.66

733

Kanton Basel-Stadt.

  1. Korrektion der Birs bei Birsfelden . . . Fr.
  2. Korrektion der Birs, Sohlenversicherung . ,, 3. Korrektion der Wiese bei Riehen . . . .,

1,340.-- 3,500. -- 10,000. --

Fr.

14,840. --

Fr.

6,000. --

. Fr.

8,000. --

Kanton Basel-Land.

Korrektion der Birs bei Birsfelden . . .

Kanton Schaff hausen.

Korrektion des Rheins bei Rüdlingen .

1.

2.

3.

4.

Kanton Appetiteli A.-Rh.

Verbauung des Mattenbaches bei Heiden . Fr. 10,000.-- Verbauung des Gstaldenbach.es, untere Strecke ,, 10,000. -- Verbauung des Gstaldenbaches, Nachsubvention ,, 8,160.82 Verbauung des Gstaldenbaches, Mehrkosten ,, 9,771. 45 Fr. 37,932. 27

Kanton Appenzell I.-Bh.

  1. Verbauung des Kronbaches bei Gonten . Fr.
  2. Verbauung des Fallbaches bei Oberegg . ,,

5,950. -- H,000. --

Fr.

11,950. --

Kanton St. drallen.

  1. Ableitung der Rietach bei Rebstein . . Fr.
  2. 'Verbauung des Hagerbaches bei Flums . ,, 3. Verbauung des Trübbaches, Gemeinde Wartau ,, 4. Verbauung des Vilterser- und Wangserbaches bei Sargans ,, 5. Verbauung des Donnerbaches bei Altstätten ,, 6. Korrektion des Freibaches bei Rheineck . ,, 7. Korrektion des G-staldenbaches bei Thal . ,,

10,000. -- 10,000. -- 10,000. -- 8,550.--

Fr.

58,800. --

10,000.-- 250. -- 10,000.---

734

Kanton Graubünden.

  1. Verbauung des Furnatobels bei Jenaz . . Fr.
  2. Kolmation an der Landquart bei Jenaz . ,, 3. Korrektion der Moësa bei Cabbiolo und Sorte ,, 4. Verbauung des Val Fileit und Sanzano bei Brusio ,, 5. Rheinkorrektion bei Haldenstein. . . . ,, 6 . Rheinkorrektion b e i Untervaz . . . . ,, 7. Korrektion des Vorderrheins bei Ilanz . ,, 8. Korrektion der Landquart und desTaschinasbaches bei Seewis ^ 9. Rheinkorrektion bei Felsberg . . . . ,, 10. Korrektion des Poschiavino und Val Viale bei Poschiavo ,, 11. Kanalisierung des Val Giandains bei Pontresina ,, 12. Korrektion des Grlenners bei Ilanz (Steinvorlage) ,, 13. Kanalisierung der Zizerser-Dorfrüfe . . . ,, 14. Jnnkorrektion bei Bevers ,, 15. Verbauung der Tanter Ruinas bei Münster ,, 16. Moësakorrektion bei Grono ,, 17. Verbauung der Zizerserrüfe bei Zizers . ,, 18. Verbauung des Val Gaggio bei Brusio . ,, 19. Verbauung der Seznarüfe bei Lenz . . ,, 20. Verbauung des Zavraggiabaches bei Ringgenberg ,, 21. Schutzbauten beim Dorf Peiden . . . . ,, 22. Verbauung und Entwässerung bei Magnacun ,, 23. Verbauung der Val Ruina bei Fuldera . ,, 24. Verbauung des Ekschitobels bei Saßen . ,, 25. Innkorrektion bei Madulein-Zuoz . . .

,n 2ö. Korrektion des Hinterrheins im Domleschg ,, 27. Verbauung des Dorfbaches von Serneus . ,, 28. Verbauung des Rütlandtobels bei Valendas . ,, 2!). Verbauung der Kaltbrunnerrüfe bei Campo, Gemeinde Vais ,, 30. Verbauung der Pisellarüfe bei Castaneda . ,, Übertrag

Fr.

1,106. 8& 516.78 7,478.21 5,057.50 1,974.27 451.67 2,418. 62 367. 75 4,076.95 865. 30 81. -- 239.64 738. -- 3,241. 60 1,474. 87 438.75 497.05 2,000. -- 1,255.51 10,000.-- 10,000. -- 1,443.17 2,040. 38 1,809. 74 10,000. -- 5,000. -- 3,000. -- 788. -- 800. -- 804. 21 79,965.8&

735

Übertrag Fr. 79,965.85 31. Verbauung eines Kamins bei Brumbenz, Davos ,, 1,022. 52 32. Verbauung der Clüxrüfe bei Pontresina . ,, 8,000. -- 33. Korrektion des Poschiavino bei St. Antonio ,, 1,286. 25 34. Verbauung der Rufe an der Schanfiggerstraße bei Calfreisen ,, 1,400. -- 35. Verbauung der Rufe an der Schanfiggerstraße, Gemeinde Maladers ,, 840. -- 36. Verbauung der Badtöbel bei Serneus . . .n 723.08 37. Verbauung der Val Malle, Gemeinde Rhäziins ,, 446.68 38. Korrektion des Hinterrheins bei Sufers . ,, 760. -- 39. Verbauung der Rufe im Frauentobel bei Peist ., 2,400. -- 40. Kolmation an der Landquart bei G-rüsch .

463. 06 fl 41. Verbauung der Roncalatschrüfe bei Lenz . ,, 1,595. 86 Fr. 98,903.30 1.

2.

3.

4.

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

Kanton Aargau.

Korrektion der Sisseln beim Dorfe Sisseln Fr.

Verbauung der Risi an der Reuß bei Bremgarten ., Korrektion der Aare bei Rothrist . . . ,, Verbauung der Bäche von Birrvvil etc. . ., Fr.

Kanton Thurgau.

Verbauung des Eschenzer-Tobelbaches . . Fr.

Korrektion des Grien- und Furtbaches bei Bußnang ,, Korrektion des Schoderbaches bei Kreuzungen ., Korrektion der Goldach bei Hörn, gemeinschaftlich mit dem Kanton St. Gallen . . ,, Korrektion des Wellhauser-Dorfbaches . . ,, Korrektion und Verbauung des Schönholzersweilerbaches . . '.

,, Korrektion des Buhweilerbaches . . . . ,, Verbauung des Bschenzer - Tobelbaches, Nachsubvention ,, Fr.

4,099. 29 3,338. 51 8,000. -- 1,918. 70 17,356.50 3,563. 30 7,000. -- 10,000.-- 10,000. -- 6,000. -- 10,000. -- 8,000. -492.50 55,055780

736

Kanton Tessin.

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

Korrektion Korrektion Korrektion Korrektion Korrektion Verbauung Verbauung

des Tessins bei Lodrino . . Fr.

der Maggia bei Moghegno . . V) des Brenno bei Dongio . . . T) des Brenno bei Biasca .

·n der Pentima bei Gordola .

·n der Vallacela bei Ambri-Sopra V) der Froda und Tengio bei Chig-

8. Korrektion der Maggia bei Locamo 9.. Verbau ung des Trodo bei Quartino

.. .

ti n n

Fr.

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

9.

10.

11.

12.

13

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

5,653. 40 7,054. 55 8,000. -- 6,000. -- 6,000. -- 4,680. -- 7^000. -- 15,000. -- 10,000. -- 69,387. 95

Kanton Waadt.

Fr. 10,000. '-- Korrektion des Courset bei Lavey .

5,000. -- Entwässerung bei Lavaux 2,000. -- Entwässerung bei Epesses 743.-- Verbauung der Runsen beim Bad Lave}' . ·n Korrektion der Venoge zwischen La 'Sarraz 10,000. -- und Cossonay fi 2,400. -- Korrektion der unteren Gryonne bei Bex n 2,840.

-- Umbau der Orbebrücke bei Orbe .

n 8,000. -Verbauung der Eau-froide bei Röche .

n 2,800. -- Korrektion der Mortigue bei Forel .

·n Korrektion der Venoge bei l'Isle 8,000. ·n Korrektion der untern Gryonne bei Bex, 5 040. -- Nachsubvention 8,000. -- Verbauung der Baumine bei Baulmes .

T) 4,851. 45 Korrektion der Rhone Fr. 69,674. 45 Kanton Wallis.

Fr.

1,900. -- Korrektion der Rhone bei Salquenen .

Korrektion der Drance, Sektion Chable744. 10 Montagnier .

. .

561. 25 Entsumpf ungskanal bei Visp ·n 850.-- Entsumpfungskanal bei Raron . · . ' .

11 8,000. -- Entsumpfungskanal bei Saillon-Fully ·n 1,900. -- Korrektion der Rhone bei Münster .

·n 1,000. -- Korrektion der Vièze bei Monthey .

T) Übertrag

Fr.

14,955.35

737

Übertrag Fr. 14,955.35 8. Korrektion der Lienne bei St. Léonard . ,, 1,100. -- 9. Korrektion der Rhone bei Saillon - Fully (Breschen) ,, 10,000. -- 10. Entsumpfungskanal an der Rhone bei Sion ,, 1,800. -- 11. Arbeiten am Crête-Sèche-Gletscher . . . ,, 5,500. -- 12. Korrektion der Drance bei Champsec . . ,, 1,550. -- 13. Korrektion der Drance bei Lourtier . . ,, 7,000. -- 14. Korrektion des Fosseau bei Vouvry . . ,, 450. -- 15. Entsumpfungskanal bei Fully, Unterführung der Sarvaz ,, ° 1,490. 65 16. Entsumpfungskanal bei Fully, Mehrkosten ., 509. 35 17. Verstärkung der Rhonedämme, linkes Ufer, zweite Vorlage ,, 7,600. -- 18. Verstärkung der Rhonedämme, rechtes Ufer, zweite Vorlage ,. - 7,394.40 19. Korrektion der Massa bei Gebidem, Gemeinde Naters ,, 600. -- 20. Verstärkung der Rhonedämme, linkes Ufer, dritte Vorlage ,, 10,000.-- 21. Verstärkung der Rhonedämme, rechtes Ufer, dritte Vorlage ,, 10,000. -- 22. Verbauung des Aboyeu bei Collonges . . ,, 1,300.-- 23. VerbauuDg des Fayod im Val d'Illiez . . ,, 820. -- Fr. 82,069.75 Kanton Neuenburg.

  1. Korrektion der Reuse aux Molliats . . . Fr.

5,259. 48 2. Korrektion der Reuse bei Boudry . . . ,, 10,000. -- 3. Korrektion des Buttes bei Buttes . . . ,, 10,000. -- 4. Korrektion der Reuse bei Couvet . . . ,, 2,800. -- 5. Korrektion der Reuse à la Verrière . . ,, 10,000. -- 6. Sicherungsarbeiten à la Clusette bei Noiraigue ,, 10,000.-- Fr. 48,059.48 Kanton Genf.

Korrektion der Arve bei Genf . . . . Fr. 10,000. -- Gesamtbetrag

Fr. 1,000,000. --

Ferner wurde aus der Hülfsmillion bezahlt: An den Kanton Graubünden, für Schutzbauten beim Dorf Peiden Fr.

Bundcsbliitt. 55. Jahrg. Bd. I.

1,000. -- 50

738

c. Durch Buudesratsbeschlüsse bewilligte und teilweise ausbezahlte Subventionen.

Rekapitulation auf 1. Januar 1903.

Kantone.

Zürich . . .

Bern . . .

Luzem . . .

Uri . . . .

Schwyz . .

Obwalden . .

Nidwaldeu Glarus . . .

Z u g. . . .

Freiburg . .

Solothurn . .

Basel -Stadt .

Basel-Land .

.Schaffhausen .

Appenzell A.-Rh, Appenzell 1,-Rh, St. Gallen . .

Graubünden .

Aargau . . .

Thurgau . . .

Tessin . . .

Waadt . . .

Wallis . . .

Neueubui-g Genf . . .

KostenMaximum Ausvoransclilagssumnieu. der bewilligten bezahlte Buudesbeitr&ge.

Fr.

Fr.

Fr.

361,000. -- 4,278,048. 35 1,000,000. -- 95,300. -- 389,700. -- 623,143. 28 259,000. -- 460,638. 12 780.-- 457,500. -- 155,000. -- 225,000. -- 161,000. -- 278,000. -- 147,000. -- 171,000. -- 1,449,600. -- 4,188,502. -- 64,000. -- 513,365. 70 1,428,800. -- 885,282. 94 1,624,249. 15 780,689. 27 244,000. --

Total 20,240,598. 81

141,267. -- 1,655,649. 25 436,433. 35 38,120. -- 184,280. -- 293,564. 50 126,500. -- 203,905. 25 312.-- 183,000. -- 52,000. -- 75,000. -- 54,667. -- 110,987. -- 73,500. -- 85,500. -- 617,350. -- 1,698,737. 60 24,000. -- 209,097. -- 610,520. -- 346,600. 98 618,931. 66 308,541. 70 97,600. -- 8,246,064. 29

89,100. -- 605,455. 12 217,332. 75 5,556.-- 113,104. 50 111,100. -- 63,050. -- 103,037. 77

--

34,502. 45 35,962. 33 24,840. -- 12,000. -- 48,094. 90 70,000. -- 11,950. -- 119,166. 86 691,893. 07 8,000. -- 77,700. -- 102,629. 78 103,300. -- 239,712. 05 87,800. -- 20,000.-2,995,287. 58

Subveutionsrest auf 1. Januar 1908.

Fr.

52,167. -- 1,050,194. 13 219,100, 60 32,564. -- 71,175. 50 182,464. 50 63,450. -- 100,867. 48 312. -- 148,497. 55 16,037. 67 50,160. -- 42,667. -- 62.892. 10 3,500. -- 73,550 -- 498,183. 14 1,006,844. 53 16,000. -- 131,397.-- 507,890. 22 243,300. 98 379,219. 61 220,741. 70 77,600. -- 5,250,776. 71

Das durchschnittliche Beitragsverhältnis berechnet sich somit ZU 4ü,74 %

(1901

Die zugesicherte Beitragssumme, sowie der noch auszubezahlende Subventionsrest haben gegenüber dem Vorjahre um Fr. 660,253. 18 bex.w. Fr. 333,992. 22 zugenommen.

739 4. Subventionierung von Korrektionen und Verbauungen durch besondere Bundesbeschlüsse.

  1. Im Berichtsjahre zugesicherte Subventionen.

Datum des Beschlusses.

Kostenveranschlag,

Beitragsmaximum.

Fr.

Fr.

350,000

175,000

6. Juni 1902

80,000

40,000

Gesamtbetrag

430,000

215,000

Kanton Lusern.

Nachsubvention für die Schonbach- und Hfiskorrektion 10. Okt. 1902 Kanton Uri.

Erganzungs- u. Volleiidungsarbeiten an der Verlängerung des Reußkanals . .

Infolge der gestellten Bedingungen sind im Berichtsjahre nachstehende Beschlüsse in Kraft getreten : 1. Korrektion der Reuß bei Obfelden, Kanton Zürich.

2. Korrektion der Biber, Kanton Schaffhausen.

3. Rhoinkorrektion zwischen der Tardisbrücke und Monstein, Kanton St. Gallen.

4. Vollendungsarbeiten an den rheintalischen Binnenkanälen, Kanton St. Gallen.

5. Verbauung des Dürrenbaches bei Stein, Obertoggenburg, Kanton St. Gallen.

Als dahingefallen wurden erklärt die Beschlüsse betreffend: ». Fallbach bei Blumenstein, Kanton Bern, und l). Hiiningerkanal bei Basel.

In Behandlung sind geblieben die Vorlagen betreffend: a. die Regulierung der Wasserstftnde der Seen des Joux-Tales ; h. die "Verbauung der Guppenruns bei Schwanden, Kanton Glarus, Nachsubvention.

Der Regierung von Zürich wurde die Erklärung abgegeben, daß in der von ihr beantragten Verschiebung weiterer Bauten für Tim r und Rhein auf günstigere Zeiten kein Grund erblickt werden solle, dieselben von einer späteren eventuellen Subvenlionienmg auszuschließen, wenn der Ausbau dieser Korrektionen als notwendig erachtet werde.

740

b. Im Berichtsjahre bezahlte Subventionen.

Kanton Zürich.

  1. Korrektion der Töß, Glatt und Thur, Nachsubvention Fr. 108,000. -- 2. Korrektion der Lim mat und Sihl, Nach. Subvention ,, 80,000. -- 3. Ausbau der Tößkorrektion ,, 36,000. -- Fr. 224,000. -- 1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

9.

10.

Kanton Bern.

Saanekorrektion von Laupen bis Oltigen Fr.

Ilfiskorrektion bei Langnau, KantonsgrenzeGohlbach .

,, Verbauung des Hornbaches bei Sumiswald ,, Korrektion der Engstligen bei Frutigen, Nachsubvention ,, Korrektion der Emme, untere Strecke, Nachsubvention ,, Verbauung des Lamm- und Schwandenbaches bei Brienz ,, Korrektion der Emme, obere Strecke, Nachsubvention ,, Korrektion der Kander bei Reichenbach . ,, Verbauung und Korrektion der Gürbe bei Blumenstein, Nachsubvention . . . . ,, Korrektion der Großen Simme bei Zweisimmen fl

28,900. -- 9,250. -- 10,000. -- 800. -- 29,500. -- 31,250. -- 31,750. -- 55,000. -- 55,000. -- 54,000. --

Fr. 305,450. -- Kanton iMzern.

  1. Korrektion des Schonbaches und der Ilfis bei Marbach Fr.
  2. Korrektion der Kleinen Emme beim Dorfe Flühli ,,

50,000. --

Fr.

52,500. --

Kanton Uri.

Verlängerung des Reußkanals bis zum See . Fr.

35,000. --

2,500. --

741

Kanton Obwalden.

Verbauung der Großen Schlieren bei Alpnach Fr.

Kanton Glarus.

Verbauung der Guppenruns bei Schwanden

30,000. --

. Fr.

4,100. ·--

Kanton Basel-Stadt.

Korrektion der Wiese und Erstellung eines Rheindammes bei Riehen Fr.

27,000. --

Kanton St. Gallen.

  1. Rheinregulierung von der Illmündung bis zum Bodensee Fr. 600,000. -- 2. Vollendung des Linthwerkes ,, 14,500. -- 3. Korrektion der Simmi und des Felsbaches bei Garns ,, 90,000. -4. Korrektion und. V.erbauyng, dßs .Grabs,er-, bâches ,, 45,000. -- 5. Unterrheintaliseher Binnengewässerkanal, Nachsubvention ,, 230,000. -- 6. Rheinkorrektion : Tardisbrücke - Monstein, III. Nachsubvention ,, 12,314. 85 Fr. 991,814. 85 Kanton Grraubünden.

Verbauung der Nolla bei Thusis, Nachsubvention Fr.

9,704. 22 Kanton Aargau.

Korrektion der Aare von Böttstein bis zum Rhein, Nachsubvention

Fr.

20,000. --

Kanton Thwryau.

Thurkorrektion, Nachsubvention

Fr.

43,900. --

Kantoti Tessili.

  1. Maggiakorrektion von der Asconabrücke bis zum See, Nachsubvention Fr.
  2. Tessinkorrektion von Bellinzona bis zum See, Nachsubvention ,, 3. Schutzbauten am Sasso Rosso bei Airolo . ,, Fr.

2,000. -- 80,000. -- 14,100. -- 96,1007 --

742 1.

2.

3.

4.

Kamton Waadt.

Korrektion-und Verbauung der Gryonne bei Bex, Nachsubvention Fr.

2,300.

Sanierung der Sümpfe der Orbe, Nachsubvention ,, 60,000.

Korrektion und Verbauung des Flon und Zuflüsse bei Lausanne, Nachsubvention . . ,, 40,000.

Korrektion der mittleren Broye, BrivauxPont-neuf, Nachsubvention ,, 100,000.


Fr. 202,300. -- Kanton Wallis.

  1. Verbauung der Gramsen bei Glis . . . Fr.

5,000. -- 2. Verbauung der Lozence und Zuflüsse bei Chamoson . . . . . . . . . . . ,, 19,750. -- 3. Korrektion der Rhone im Weißensand . .· ,, 4,000. ---

Kanton Neueribuvg.

Korrektion des Bied bei Locle, Nachsubvention Gesamtbetrag

Fr.

28,750. --

Fr.

80,000. --

Fr. 2,150,619. 07

Im Berichtsjahre wurden die bewilligten Bundesbeiträge für folgende Bauten erschöpft: Kanton Bern: Ilfiskorrektion bei Langnau; Kanton Luzern: Schonbach- und Ilfiskorrektion bei Marbach; Kanton Glarus : Verbauung der. Guppenruns bei Schwanden ; Kanton Graubünden: Verbauung der Nolla bei Thusis, Nachsubvention ; Kanton Tessin : Korrektion der Maggia bei Locamo, Nachsubvention ; Kanton Waadt: Korrektion und Verbauung des Flon und Zuflüsse bei Lausanne, Nachsubvention.

743

c. Durch Bundesbeschlüsse bewilligte und teilweise ausbezahlte Subventionen.

Rekapitulation auf 1. Januar 1903.

Kantone.

KostenAusMaximum bezahlte voranscblagssnmmen . der bewilligten Bundes(beitrage.

Fr.

Zürich , .

Bern . . .

Luzeru . .

Uri . . . .

Schwyz . .

Obwalden Glarus . .

Solothurn Baselstadt .

Schaffhausen St. Gallen .

Aargau . .

Thurgau . .

Tessin . . .

Waadt . .

Wallis . . .

Neuenburg .

Total

Fr.

Fr.

Subventionsrest auf 1. Januar 1903 Fr.

972,943. 90 . 6,390,000,-- 2,564,400. -- 1,591,456. 10 . 6,036,500. -- 2,358,518. -- 1,373,150. -- 985,368. -- 750,000. -- 375,000. -- 325,000. 60,000. -- 357,000. -- 178,500. -- 94,250. -- 84,250. -- 250,000. -- 125,000. -- 125,000. -- 500,000. -- 109,000. -- 250,000. -- 141,000. -- 90,000. -- 45,000. -- 24,750. -- 20,250. -- -- . 1,108,000. -- 360,000. -- 360,000. -- 671,000. -- 223,670. -- 169,670. -- 54,000. -- --. .

509,100. -- 203,640. -- 203,640. -- . 13,279,500.-- 9,098,200. -- 5,703,700. -- 3,394,500. -- 400,000. -- 200,000. -- 200.199,800. -- . 2,212,500. -- 397,800. -- 885,000. -- 487,200. -- . 2,044,600. -- 1,022,300. -- 479,200. -- 543,100. -- . 5,480,000. -- 2,214,000. -- 889,800. -- 1,324,200. -- . 1,625,000. -- 752,500. -- 374,000. -- 378,500. -- 225,000. -- 112,500. -- 80,000. -- 32,500.41,928,200. -- 20,968,228. -- 11,721,876. 10 9,246,351.90

Das durchschnittliche Beitragsverhältnis beträgt 50 % (1901 : 48,05 °/o) und mit Ausschluß der Rheinregulierung 42,23 °/o (1901 : 41,13%).

Die ausbezahlten Beiträge übersteigen die neu hinzugekommenen um Fr. 1,935,619. 07. Die Verminderung der Summen für Kostenvoranschläge und bewilligte Beiträge beträgt im Vergleich zum Vorjahre Fr. 6,553,000 bezw. Fr. 2,329,000; für Bundesund Bundesratsbeschlüsse zusammen Fr. 5,078,209. 51, bezw.

Fr. 1,668,747.

5. Hydrometrie.

Das s c h w e i z e r i s c h e P e g e l n e t z hat auf Ende des Berichtsjahres einen Bestand von rund 300 Stationen erreicht.

Über die Verteilung der letztern auf die einzelnen Flußgebiete, sowie über die Bearbeitung des bezüglichen Beobaohtungs-Materials und die Durchführung einschlägiger Erhebungen und Aufnahmen gibt die nachstehende Tabelle eingehendere Aufschlüsse:

744

Bestand und Bearbeitung des schweizerischen Mit Reglstrlerlnstru menten ausgerüstete Stationen.

ÌC

aS

vin

1 I

73

15

88

5

76

76

Reuss

33

33

Limmat

21

21

Rhone

55

56

Tessin

13

Adda

2

Rhein

Inn

3

1

1

13

Total im Jahr 1902

1

11 i!

luslinlistb«.

Sthitiitristhf.

I II III IV V VI VII

Sthwliirlsih«.

Hauptflnssgebiete.

Im JahM902 dem Ne verleibte Pegelstatl

Bestehende Pegelstationen.

' 'S o· EH

5

10

6

88

5

5

9

76

2

2

3

33

2

2

2

21

6

6

5o

t

56

13

13

3

3

13

12

286 17 303 20

5

25

20 302

14 283 19

5

24

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283

1 --

19 57

Total im Jahr 1901 269 Zuwachs im Jahr 1902

17

3

20

1 --

Total im Jahr 1885

53

4

57

6

3

9

233 13 246

14

2

16

(Vor Beginn der Reorganisation.)

Zuwachs von 1885 auf 1902

--

245

745

Pegelnetzes im Jahr 1802.

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In graphischer Weise publizierte Beobachtungen.

Jahrgang 1901 der graphischen Darstellungen.

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73

746

Die 20 Stationen, um welche das Pegelnetz im Laufe des Jahres 1902 bereichert worden ist, sind die folgenden: 1. Andeer (Hinter-Rhein); 2. Savognin (Julia); 3. Brugg (Rhein); 4. F u ß a c h (Rhein); 5. Hard (Bodensee); 6. K ü b e l (Sitter); 7. H o n d r i c h (Kander); 8. W y n a u , oberhalb des Turbinenhauses (Aare); 9. W y n a u , unterhalb des Turbinenhauses (Aare); 10. S t r o p p e l (Aare); 11. S t i l l i (Aare); 12. B e z n a u , oberhalb des Wehrs (Aare); 13. B e z n a u , unterhalb des Wehrs (Aare); 14. B e z n a u , oberhalb des Turbinenhauses (Oberwasserkanal); 15. B e z n a u , unterhalb des Turbinenhauses (Aare); 16. R i k e n b a c h (Reuß); 17. Sächseln (Sarnersee); 18. Cham (Lorze) ; 19. Schwanden, Eisenbrücke (Linth) und 20. S c h w a n d e n , untere Eisenbahnbrücke (Linth).

Nicht zur regelmäßigen Beobachtung gelangte die Pegelstation P o n t e (Inn), da dieselbe im Sommer 1901 teilweise dui'ch das Hochwasser zerstört worden ist.

Da infolge des Umbaues der alten Rheinbrücke in Basel die dortige sehr wichtige Pegelstation für eine Zeit außer Funktion treten wird, sind zur Vorsorge, um die Kontinuität der Beobachtungen zu sichern, 2 Hülfspegelstationen errichtet worden, wovon die eine bei der St. Johann-Fähre, die andere vor dem Crebäude des kantonalen Baudepartements sich befindet.

An Hand vergleichender Pegelbeobachtungen hat sich herausgestellt, daß die Rheinsohle in Basel, im Bereich der vorhin erwähnten Brücke, seit Jahren in stetiger Vertiefung begriffen ist.

Um diesen Vorgang nun in präziser Weise weiter verfolgen zu können, wurde Ende des Jahres 1902 eine Anzahl passend gewählter Rheinquerprofile aufgenommen.

Ferner ist auch der Erscheinung, daß an den Gestaden der meisten schweizerischen Seen im Laufe der Zeit Senkungen an Pegeln und Gebäuden eintreten, tunlichste Aufmerksamkeit geschenkt worden. In dieser Hinsicht sind namentlich in Luzern, Zug, Cham, Unterägeri und Zürich die betreffenden Pegelstationen und mehrere wichtigere öffentliche Bauwerke neuerdings nachnivelliert worden.

Versuchsweise werden die seit Dezember 1902 von dem seit vielen Jahren an der Seebrücke in L u z e r n existierenden Limnigraphen einlangenden Aufzeichnungen gleichfalls bearbeitet, so daß die Anzahl der Limnigraphenstationen damit auf 25 angewachsen ist.

747

Hinsichtlich des t e l e g r a p h i s c h e n H o c h w a s s e r n a c h r i c h t e n d i e n s t e s und des t ä g l i c h e n M e l d e d i e n s t e s wäre zu bemerken, daß je 2 neue Stationen errichtet werden konnten, nämlich A n d e e r (Hinter-Rhein), sowie S a v o g n i n (Julia) einerseits und K ü b e l (Sitter), ferner B a s e l (Rhein) anderseits. Die betreffenden Netze weisen nunmehr einen Bestand von 14 respektive 12 Stationen auf.

Von den im Laufe des Jahres 1901 fertig erstellten und zum Druck vorbereiteten Manuskripten der t a b e l l a r i s c h e n Zus a m m e n s t e l l u n g der H a u p t e r g e b n i s s e der schweizerischen hydrometrischen Beobachtungen, Jahrgänge 1891, 1892 189I-], konnte dasjenige von 1893 gesetzt werden. Weiterhin sind von sämtlichen in den Jahren 1895, 1896, 1897, 1898 und 1899 zur regelmäßigen Beobachtung gelangten Pegelstationen die Monats- und Jahres-Übersichtstabellen angefertigt und von den gleichen Jahrgängen auch die Manuskripte der betreffenden Hauptergebnisse zusammengestellt worden.

Die in früheren Geschäftsberichten berührten h y d r o t e c h n i s c h e n E r h e b u n g e n a m L a n g e n s e e gelangten im Drucke zur Veröffentlichung. Es geschah dies in Form eines Beitrages zum 3. Jahrbuch des Ingenieur- und Architektenvereins des Kantons Tessin.

Die Höhenversicheruug der neu zur Anlage gekommenen Pegelstationen, sowie die Vorarbeiten zur Aufnahme von Gewässer-Längenprofilen, bedingten eine angemessene Erweiterung des N e t z e s de r H ö h e n f i x p u n k t e des eidgenössischen hydrometrischen Bureaus. Das Nähere hierüber findet sich in der nachfolgenden Tabelle.

Erstellte Höhenfixpunkle Ende 1902.

3203 In %d. ganzen Netzes

Mïfllitïl ïirellirrt Krslis Krokis olmi imbiuti mit Aosrhlnss aasin dis eilig. an dit eidg.

anianmmn. teubtlttl. Prissions- Präzisionsnivellement. nh'tllemenl.

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Publiziert in Publiziert in ..Die rispondi ,,ïasser- des stkfeiz.

nrliiiltnisie Präzision«il(r Stinte'* Dinlltmrals" (Band I-- V). (liderunj 1-H).

395

714

12,3

22,3

;

6. Untersuchung der Wasserverhältnisse.

E i n z u g s g e b i e t e . Nachdem für das R e u ß g e b i e t (von den Quellen bis zur Aare, 3425 km 2 ) die Kontrolle über die

748

Flächenkumulation, sowie die Bearbeitung der textlichen Beigaben haben erledigt werden können, wird nun die Drucklegung des betreffenden Bandes in kurzer Zeit vor sich gehen. Die weitere Bearbeitung des A a r e g e b i e t e s (vom Thuner- bis zum Bielersee, 2622 km2) mußte anderweitiger dringenderer Arbeiten wegen sistiert werden.

P e g e l s t a t i o n e n des R e u ß g e b i e t e s . Im Berichtsjahre sind die Nivellementsrevisionen und, soweit es sich um Flußstationen handelt, die Aufnahmen der Durchflußprofile und Wasserspiegelgefälle, außer den früher bearbeiteten Stationen, an weitern 12 Stationen, nämlich in Seeburg, Luzern (3 Stationen), Emmenbrücke, Rathausen (3 Stationen), Unter-Ägeri, Arth, Zug und Cham zur Erledigung gekommen. Ferner konnte das Aufnahmsmaterial von 10 nachstehend verzeichneten Pegelstationen im Druck veröffentlicht werden: 1. S e e b u r g (Vierwaldstättersee); 2. Sins (Reuß); 3. A r t h (Zugersee); 4. C h a m (Lorze); 5. Werd(Reuß); 6. Z u f i k o n , Stolleneinlauf (Reuß) ; 7. Z u f i k o n , unterhalb dem Turbinenhaus (Reuß); 8. B r e m g a r t e n , Schützenhaus (Reuß); 9. B r e m g a r t e n , Wallismühle (Reuß) und 10. M e i l i n g e n (Reuß). Hierzu kommen noch 2 Stationen aus dem Rheingebiet, als Nachtrag zu den früher veröffentlichten, nämlich A n d e e r (Hinter-Rhein") und S a v o g n i n (Julia).

L ä n g e n p r o f i l e u n d j £ t y p i s c h e Q u e r p r o f i l e . An erstem ist, um eine Anhäufung von nicht publiziertem Material tunlichst zu vermeiden, nur dasjenige der Nolla (7,öi2 km.) zur Aufnahme gekommen. Dagegen gelangte eine größere Anzahl typischer Querprofile aus dem Gebiete des Hinter-Rheins, im speziellen in tief eingeschnittenen Erosionsschluchten, zur Erhebung.

Im Druck erschienen sind die Längenprofile des H i n t e r - R h e i n s (57,i6o km.), des A v e r s e r - R h e i n s (22,53o km.), des MadriserR h e i n s (5,346 km.), des L e i - B a c h e s (0,876 km.), der N o l l a (7,5i2 km.) und eines Teils der A l b u la (18,oe6 km.), im ganzen 110,978 km. Auf den betreffenden Tafeln sind ferner, abgesehen von den Höllenverzeichnissen und den Fixpunkt-Krokis, insge samt 60 typische Querprofile zur Darstellung gebracht.

M i n i m a i - W a s s e r m e s s u n g e n . Wenn auch der Winter 1901/1902 nicht als ein besonders strenger und lange andauernder sich erwies, ging, insbesondere bei den aus dem Hochgebirge kommenden Gewässern, die "Wasserführung immerhin auf ein relativ kleines Maß zurück, so daß es geboten war, eine größere Zahl Minimaimengen-Bestimmungen durchzuführen. Zur Erledi-

749

gung gelangten in dieser Beziehung im ganzen 44 Flügelmessungen, wovon 19 auf das Gebiet des Rheins, l auf dasjenige der Aare und weitere 24 auf das Gebiet der Rhone entfallen.

M i t t e l - und H o c h w a s s e r m e s s u n g e n . An derartigen in der Regel zur Feststellung von kompletten AbflußmengenKurven dienenden Messungen sind im Laufe des Berichtsjahres 49 vorgenommen worden. Bei 27 derselben kamen elektrische Flügel, bei den übrigen 22 hingegen Oberflächenschwimmer zur Anwendung. Die Verteilung dieser Messungen auf die einzelnen Flußgebiete ist die folgende: Rheingebiet 3, Aaregebiet 19, Limmatgebiet (J, Rhonegebiet 16 und Tessingebiet 5.

Indem hinsichtlich der Abschmelzungsverhältnisse von größern schweizerischen Gletschergebieten bisanhin ein verhältnismäßig noch sehr dürftiges Material vorliegt, die zu den verschiedenen Jahreszeiten aus diesen Gebieten entstammenden Abflußmengen im Wasserhaushalte eine große Rolle spielen, durfte die Inangriffnahme einschlägiger Erhebungen nicht länger mehr hinausgeschoben werden. Als erstes Studienobjekt ist der Rhonegletscher ins Auge gefaßt worden, an dessen Ausfluß schon vor Jahren passende Einbauten zur Erstellung gekommen waren. Von den vorhin erwähnten 49 Messungen dienten denn auch 7 speziell zu dem besprochenen Zwecke. Außerdem mußten an einer sehr großen Anzahl von kleinereu, zwischen der Messungsstelle und dem Gletscher gelegenen Seitenzuflüssen entsprechende Erhebungen vorgenommen werden.

Einen weitern Anlaß zur Vollführung einer Anzahl von Flügelmessungen (insgesamt 5) boten die außergewöhnlich starken Wasserergüsse auf der Südseite des Simplontunnels.

Die Gesamtsumme der im Berichtsjahre durchgeführten Wassermessungen beläuft sich mithin auf 93, hiervon konnten 68 vollständig ausgearbeitet werden.

F l ü g e 11 a r i e r u n g e n. Au solchen sind im Laufe des Jahres 17 (Nr. 61 bis inklusive Nr. 773 zur Vornahme gelangt.

Hinsichtlich des schriftlichen Verkehrs des hydrometrischen Bureaus möge noch beigefügt werden, daß derselbe in letzter .Zeit eine weitere Zunahme erfahren hat.

7. Linthkommission.

Die Linthkommission hat drei Sitzungen abgehalten. Der Vertreter von Glarus, Herr Streiff, ist als Mitglied der Kommission

750 zurückgetreten und durch Herrn Ständerat P. Zweifel ersetzt worden. Als neuer Stellvertreter wurde Herr Regierungsrat Legier gewählt.

Die Lintbsteuer von 5 Rappen per Are ist unverändert geblieben.

Der Verkehr der Schiffe auf dem Linthkanal hat gegenüber dem Vorjahre wieder etwas zugenommen. Im ganzen sind 80 Privatschiffe, 16 Schaluppen, sowie 25 Schiffe und 2 Schaluppen der Linthkommission gereckt worden; flußabwärts fuhren 80 Privatschiffe mit 3051 Tonnen und 25 Schiffe der Linthkommission mit 3676 Tonnen Ladegewicht. Die bezahlten Reckerlöhne betragen zusammen Fr. 1338. 50.

Ausgeführte Arbeiten im Jahre 1902 : a. B s c h e r k a n a l . Der Unterhalt der bestehenden Wuhre ist in regelmäßiger Weise fortgesetzt worden, ebenso die Anpflanzungen für Aufforstungszwecke.

Die neue Linthbrücke bei Mollis ist beendigt und hat die Belastungsprobe gut bestanden. Abgesehen von dem hölzernen Steg bei der Spinnerei und Weberei Mollis sind nun sämtliche hölzernen Jochbrücken über den Escherkanal sowohl als über den Linthkanal durch eiserne Brücken ohne Joche ersetzt.

6. L i n t h k a n a l . Der Ausbau der Steinwuhre ist hauptsächlich unterhalb Grynau stark gefördert worden; ferner wurde am See ein Landungsplatz erstellt. Auch an den Uferpflästeruugen und Steinvorlagen wurde weiter gearbeitet, und sind die Dammbauten, die Dammplatzauffüllungen und die Faschinenbauten am Kogenannten Grynau-Kanal nunmehr vollständig beendigt.

In den Hintergräben haben nebst dem gewöhnlichen Unterhalt größere Ausräumungen stattgefunden.

Betriebsreehnung.

Einnahmen.

Ordentliche .Fr.

Außerordentliche (Bodenerlös und Subventionen) ,,

57,216. 27 '26,926.5'*

Fr.

84,142. 77

Ab/,üge (Verminderung Zins etc.)

vom

Inventarwert, ,,

1,055. IV)

Fr.

83,087. 58

751 Ausgaben.

Ordentliche (Eseherkanal, Linthkanal, Besoldungen und allgemeine Auslagen) Fr. 75,132. 12 Außerordentliche (Stege, Linthbrücke etc.) . ,, 4,516. 42 Fr.

79,648. 54

Also Einnahmenüberschuß von Fr. 3439. 04.

Fondsrechnung.

Aktiven

Liegenschaften und Schuldbriefe Rückstände und Mobiliar Barschaft

Fr. 269,157.41 11,376. -- 6,473. 85 Fr. 287,007. 26

P a s s i v e n : Guthaben der Genossensame und der Bank Vermögensstand auf Ende 1902 Vermögensstand auf Ende 1901 Vermögensvorschlag wie oben

Fr.

24,165. 63

, 262,841. 63 , 259,402. 59 Fr.

3,439. 04

XIII. Direktion der eidgenössischen Bauten.

  1. Allgemeines.

Beim Personal unserer Baudirektion haben etwelche Änderungen stattgefunden, indem es möglich war, die Zahl der Architekten und Bauführer um je 3 zu reduzieren, dagegen mußten zwei weitere Bauzeichner und l Zeichner, sowie für die Kanzlei eiu Kanzlist angestellt werden.

Wie wir in unserer Botschaft betreffend das Budget für das Jahr 1903 auseinandergesetzt haben, wurde auf den Zeitpunkt des Bezuges des neuen Bundeshauses ein Maschinenmeister zur Überwachung der Heizung, Ventilaüonseinrichtuug und elektrischen Beleuchtungsanlage angestellt, dem auf Bude September Î902 zur Unterstützung in dieser Arheit während den Sitzungen der eidgenössischen Räte noch ein Heizungskontrolleur beigegeben wurde.

752

Letzterem fällt überdies die regelmäßige Untersuchung der Zentralheizungen in den eidgenössischen Gebäuden, deren Zahl sich gegenwärtig auf 40 beläuft, und die Instruierung der betreffenden Heizer zu. Diese Anordnung hat sich schon jetzt als vorteilhaft erwiesen.

Wir sahen uns aus verschiedenen Gründen veranlaßt, Ihnen die Vorlage betreffend die Reorganisation dieser Abteilung im Berichtsjahre nicht zu unterbreiten, sondern hiermit bis zum nächsten Jahre zuzuwarten.

An dieser Stelle sei noch eines Wunsches erwähnt, den die nationalrätliche Kommission für das eidgenössische Münzgebäude anläßlieh der Kreditbewilligung für diese Baute geäußert hat und der lautet: es möchte in Zukunft bei Eröffnung der Submissionen Öffentlichkeit walten, wie solches auch in den uns umgebenden Staaten Übung sei.'

Hierauf ist zu entgegnen, daß bei den Verwaltungen einzelner 'Nachbarstaaten der Zuschlag der Arbeiten an die konkurrierenden Unternehmer unmittelbar nach Eröffnung der Offerten, welche öffentlich ist, nach prozentualen Auf- oder Abgeboten vorgenommen wird. Bei diesem System kann der billigste Unternehmer allerdings sofort ermittelt werden und, sofern derselbe den verlangten Ausweis über Befähigung etc. beigebracht hat, können ihm auch die Arbeiten sofort übergeben werden. Dieses System, das sich bei Submissionen von Straßen- und Wasserbauten, sowie von Eisenbahnbauten ganz gut bewährt, eignet sich jedoch wenig für die Vergebung von Hochbauten, indem die Erfahrung gezeigt hat, daß die von Verwaltungen ausgearbeiteten detaillierten Vorlagen durch die Unternehmer meistens ungenügend studiert und diese durch schätzungsweise Auf- oder Abgebote häufig zu irrtumlichen Eingaben veranlaßt werden, die auch bei strenger Beaufsichtigung der Arbeiten einer richtig durchgeführten Bauausführung Eintrag tun. Wir haben durch unsere Baudirektion dein Submissionswesen seit Jahren besondere Aufmerksamkeit widmen lassen und halten die bei dieser Verwaltung geübte Praxis für eine weniger Nachteile bietende, als die von der genannten Kommission gewünschte. Erstere ist nämlich folgende: Am Tage nach Ablauf der Eingabefrist für die Angebote werden die eingelangten Offerten geöffaet und darüber sofort ein Protokoll aufgenommen. Die Eingaben erfolgen auf Grund von Einheitspreisen, die in die ganz detailliert gehaltenen Vorausmaße einzusetzen sind. Es muß daher jeder einzelne Einheitspreis vom Unternehmer genau erwogen werden, was ihn zum eingehenden Studium der Vorschriften und Pläne zwingt. Ein sofortiger Überblick über das voraussichtliche Resultat der Konkurrenz ist aber

753 selbstverständlich nicht möglich, sondern es müssen die Eingaben vielmehr arithmetisch geprüft und die Einheitspreise von fachmännischem Personal mit den durch die Baudirektion aufgestellten Kostenanschlägen verglichen und allseitig geprüft werden, damit allfällig irrtümliche Auffassungen bezüglich der Ausführung der Arbeiten aufgeklärt werden können. Erst nach erfolgter gründlicher Prüfung der Eingaben können dieselben einander gegenübergestellt und die Anträge für die Arbeitszuteilung formuliert werden. Hierbei werden grundsätzlich diejenigen Unternehmer eliminiert, deren Preise eine sachgemäße Arbeit unmöglich erscheinen lassen oder die sonst nicht die nötigen Garantien für eine korrekte Ausführung der Arbeit bieten.

Durch dieses Verfahren wird der Verwaltung der Vorwurf des übertriebenen Preisdrückens erspart, der unerfahrene Unternehmer wird vor Verlustpreisen geschützt und es wird anderseits die Übertragung von Arbeiten an Unternehmer, die der Sache nicht gewachsen sind, vermieden.

Das Resultat der Konkurrenz wird selbstverständlich jedem Beteiligten auf yerlangen mitgeteilt und es kann hier konstatiert werden, daß sich schon viele Unternehmer, die sieh bei Arbeitsvergebungen benachteiligt glaubten, nach Einsichtnahme der einschlagenden Akten durchaus befriedigt über das bei der eidgenössischen Bau Verwaltung eingeführte System der Arbeits Vergebung ausgesprochen haben.

Gestützt auf vorstehende Auseinandersetzungen halten wir nicht dafür, daß eine Änderung des Submissionsverfahrens, das bei unserer Bauverwaltung seit langer Zeit eingeführt ist und sich bestens bewährt hat, angezeigt sei.

B. Hochbauten.

Der o r d e n t l i c h e U n t e r h a l t der sich stetig mehrenden «idgenössischen Gebäude vollzog sich in gewohnter Weise.

Während des Berichtsjahres wurden an eidgenössischen Gebäuden eine große Zahl U m b a u - und E r w e i t e r u n g s a r b e i t e n vorgenommen. Wir führen hier nur die wichtigeren auf: 1. Erstellung eines Drehkrans und einer Rollbahn im Hofe des Telegraphengebäudes in Bern.

2. Umbau der Terrasse auf dem Gebäude Nr. 12 an der Bimdesgasse in Bern» Bundesblatt. 55. Jahrg. Bd. I.

51

754

3. Einrichtung einer Modellierwerkstätte für die Architektenschule des eidgenössischen Polytechnikums in dem neu erworbenen Wyder-Roggschen Gebäude an der Leonhardstraße in Zürich.

4. Renovierung einer Anzahl Offizierszimmer und der Wachtlokale in der Kaserne in Thun.

5. Erstellung von Holzzementbedachungen auf den Vordächern der Korridore an der Süd- und Nordseite der Kaserne in Thun.

6. Neubelag der Durchfahrt in letztgenanntem Gebäude mit pavage système Leuba.

7. Erstellung eines Hoehkamines und Ausführung von verschiedenen Erweiterungsarbeiten in den Gebäuden der eidgenössischen Konstruktionswerkstätte in Thun.

Die Vergrößerung des Kohlenplatzes für dieses Etablissement mußte auf das nächste Jahr verschoben werden.

8. Vergrößerung der Metalldreherei der Munitionsfabrik in Thun, Verlegung des Ladenschuppens und Erstellung von Riemenböden im Laboratorium dieser Anstalt.

9. Fertigstellung der baulichen Arbeiten für die elektrische Anlage der eidgenössischen Militäretablissemente in Thun.

10. Erstellung eines größern Maschinensaales, verbunden mit verschiedenen andern Bauarbeiten in der eidgenössischen Laborierwerkstätte in Altdorf.

11. Abbruch der hölzernen Raufen und Krippen in 180 Pferdeständen in den Stallungen der Kaserne Frauenfeld und Ersetzung derselben durch, eiserne Futtertische.

12. Unideckung des Zeughausdaches in Frauenfeld.'

13. Anbau eines Kesselhauses an das Pulvertröcknegebäude der Kriegspulverfabrik in Worblaufen und verschiedene Umbauten daselbst.

14. Vergrößerung des Salpetermagazines der Pulverfabrik in Lavaux.

15. Erstellung von Zimmern und eiues Badlokals im Dachraum des Wohngebäudes in der Waffenfabrik in Bern.

16. Abbruch der alten, zur Wirtschaft im Sand bei Schönbühl gehörenden Scheune und Neubau derselben, teilweiser Umbau des Wirtschaftsgebäudes, Neuerstellung des Dachstuhles des Ökonomiegebäudes und Neueindeckung des Daches.

755

17. Erstellung von Blendmauern auf dem Schießplatz im Sand bei Schönbühl zum Schütze der nördlich der Landstraße gelegenen Gebäude des Remontendepots gegen Prell- und Fehlschüsse.

18. Umbau der alten Schuppen bei der Kaserne in Brugg und Vergrößerung des Werkstattgebäudes des Kriegsdepots daselbst.

19. Abbruch der großen Terrasse längs der Hauptfassade des Sanitätsdepots in Flüelen (altes Hotel Urnerhof) und Totalrenovation der Fassaden.

20. Umbauten in dem früher vom Befestigungsbureau in Andermatt benutzten Chalet und Einrichtung von Schullokalen in demselben.

21. Vervollständigung der innern Einrichtungen in diversen Kriegsdepots.

22. Erhöhung des Stallgebäudes an der Steghalde bei Amsoldingen und Erstellung eines neuen Dachstuhles.

23. Eingreifende Umbauten im Zollgebäude in Fahy.

24. Einrichtung einer Mansardenwohnung im Zolldirektionsgebäude in Sehaffhausen.

25. Vergrößerung des Zollhauses in Au-Oberfahr im st. gallischen Rheintal.

26. Verschiedene durchgreifende Reparaturen im Zollgebäude in Castasegna, sowie Installation der elektrischen Beleuchtung.

27. Ein Schuppen für eiu Wachtsehiff beim Zollgebäude in Morcote (Tessin).

Vom projektierten Stockaufbau auf das Gebäude wurde wegen der bei angestellten Nachgrabungen zum Vorschein gekommenen Schwäche der Fundamente vorläufig abgesehen.

28. Erweiterung der Zollgebäude in Büro und Termini-Villaggio (Tessin). Beide Bauten sind in vollem Gange und werden im nächsten Frühjahr zur Vollendung gelangen.

29. Neueindeckung des Zollwohnhauses in Luino.

30. Umbauten im Zollgebäude in Astano (Tessin).

31. Erstellung eines zweiten Stockwerkes und Umbau des Erdgeschosses des Zollgebäudes in Locamo.

32. Erstellung eines Anbaues an das Zollhäuschen am Hafen in Ouchy.

756

33. Vollendung des Umbaues des für Zwecke des Zolldienstes in Nyon angekauften Gebäudes.

34. Umbau der im Jahre 1901 für den Zolldienst erworbenen Gebäude in Vallorbe und Col des Roches. Die Umbauarbeiten in diesen zwei Gebäuden konnten nur zu einem Teile ausgeführt werden, deren Vollendung erfolgt im nächsten Jahre.

35. Umbau- und durchgreifende Instandstellungsarbeiten des alten Zollhauses in Cerneux-Péquignot, welche erst nach Bezug des neuen Zollgebäudes daselbst in Angriff genommen werden konnten.

36. Abbruch eines alten Schuppens bei der landwirtschaftlichen Versuchsanstalt auf dem Liebefeld bei Köniz und Erstellung eines Neubaues.

37. Vollendung des Aufbaues auf das Postgebäude in Meiringen.

38. Vergrößerung des Kohlenraumes im Souterrain des Postgebäudes in Luzern und Erstellung von Magazinen im Dachraum daselbst.

39. Erstellung eines Windfanges in Eisen und Glas zwischen Briefexpedition und Hof im Postgebäude in Zürich.

40. Die für das Telephongebäude an der Bahnhofstraße in Zürich vorgesehenen bauliehen Arbeiten konnten nur teilweise besorgt werden, der übrige Teil wird mit den für das nächste Jahr bewilligten baulichen Umänderungen zur Ausführung gelangen.

41. Abbruch des mittlern Treppenhauses im Postgebäude St. Gallen und eingreifende Umbauten im Erdgeschoß und in sämtlichen übrigen Stockwerken zwecks Gewinnung von weitern Lokalen für die Post-, Telegraphen- und Telephonverwaltung.

42. Einführung der elektrischen Beleuchtung im Bundesgeriehtsgebäude in Lausanne, sowie Abänderungen und Ergänzungen an der im Verlaufe der Zeit ungenügend gewordenen Zentralheizung in demselben.

43. Im Hauptgebäude der Berset - Müllerstiftung auf dem Melchenbühl bei Bern mußten vor der auf Ende März erfolgten Inbetriebsetzung des Asyls für alte Lehrer und Lehrerinnen noch verschiedene bauliche Änderungen vorgenommen werden. Auch wurde ein großer Gemüsegarten angelegt und das Allernotwendigste zur Instandsetzung der total vernachlässigten Gartenanlagen angeordnet.

757

Auf Ausführung einiger im Budget vorgesehenen baulichen Einrichtungen wurde vorläufig ganz verzichtet. Dies ist unter anderem der Fall bezüglich Erstellung eines elektrischen Aufzuges von den Magazinen im Untergeschoß his ins Hochparterre im nördlichen Flügel des Telegraphengebäudes in Bern und bezüglich der Erstellung eines in Asphalt gelegten Riemenbodens im Knetmaschinen- und Schteßwollzylindergebäude der Kriegspulverfabrik in Worblaufen.

Von der Verlegung des durch Schießübungen auf dem Exerzierplatz Breitfeld bei Herisau gefährdeten alten Ökonomiegebäudes am Hafnersberg bei Winkeln wurde ebenfalls Umgang genommen, wogegen wir die Erstellung eines Neubaues in geschützter Lage für das Jahr 1903 beantragt haben.

Der Anbau am Platze des abzubrechenden Teiles des alten Zollgebäudes in Moniaz (Kanton Genf) wird erst im kommenden Jahre zur Ausführung gelangen.

Von den während des Berichtsjahres in Ausführung begriffenen oder zur Vollendung gekommenen Neu b a u t e n (68 Objekte) erwähnen wir : Das neue Bundeshaus.

In demselben waren die Bauarbeiten zu Ende des Jahres 1901 beinahe vollständig abgeschlossen, nur die Bestuhlung des Bureaus im Nationalratssaale, sowie die Werke der Maler und Bildhauer für die künstlerische Ausstattung der Kuppelhalle und des Nationalratssaales mit seinen Nebensälen waren noch ausstehend.

Diese rückten in den drei ersten Monaten des Berichtsjahres ein, zunächst die Landschaften von Lehmann für die Zimmerdecke des Bundesratszimmers, dann die Statuen des Nikiaus von der Fluh und des Winkelried von Bildhauer Siegwart. Zu Anfang des Monats März wurde auch das Asylfries in der Kuppelhalle von Bildhauer Meyer fertig. Mitte März gelangten die Giebelgruppe im Nationalratssaal von Bildhauer Brandenberg und die Statuen des Teil und der Stauffacherin von Gebrüder Chiattone zur Aufstellung.

Auch die Deckenbilder Barzaghis in der Wandelhalle und Chollets im Zimmer des Nationalratspräsidenten, sowie das große Wandgemälde im Nationalratssaal von Giron wurden vor Ende März noch abgeliefert, ebenso konnten die beiden Bären von Bildhauer Eggenschwyler noch vor der Einweihung des Gebäudes, welche am 1. April stattfand, aufgestellt werden.

Im Laufe des Berichtsjahres erfolgten die Bestellungen der 3 noch fehlenden Glasgemälde in der Kuppelhalle an die Kunst-

758

maier Bièler, Welti und Turrian und an die Glasmaler Hosch in Lausanne und Kirsch und Fleckner in Freiburg, ebenso die beiden Statuen für die obern Nischen an der Fassade nach Norden, mit deren Ausführung Bildhauer Vibert betraut wurde. Sowohl die drei Glasgemälde als die beiden Statuen sollen im Laufe des Jahres 1903 abgeliefert werden.

Auf Wunsch der Räte wurde in verschiedenen Lokalen die Möblierung ergänzt und mit einigen Versuchen zur Verbesserung der Akustik in den beiden Sitzungssälen begonnen. Da diese schon von etwelchem Erfolge begleitet waren, werden dieselben noch weiter fortgesetzt werden.

Wir glauben bei diesem Anlasse nochmals darauf aufmerksam machen zu sollen, daß im Nationalratssaal die Einrichtung einer besondern Rednerbühne, wie solche in allen größern Parlamenten auf dem Kontinent bestehen, vorteilhaft gewesen wäre. Es ist die Erstellung einer solchen seinerzeit bei Festsetzung des Lokalitätenprogramms für das neue Bundeshaus wirklich auch besprochen, jedoch, weil von verschiedener Seite beanstandet, wieder fallen gelassen worden. Wir sehen davon ab, wieder auf diesen Punkt zurückzukommen, halten jedoch dafür, daß der Frage näher getreten werden sollte, ob nicht wenigstens die Kommissionsreferenten von einem gegen das Plenum des Rates zugekehrten, in möglichster Nähe des Ratspräsidenten gelegenen Platz aus sprechen sollten. Als solcher würde sieh einer der drei Vizepräsidentensitze bestens eignen.

Der Ständerat beschäftigte sich duruh eine Kommission mit der Umänderung der nicht befriedigenden Stuhlung in dessen Sitzungssaal. Nachdem von der Einführung des Oberlichtes abgesehen worden war, einigte sich der Rat in der letzten Dezembersession auf ein Projekt mit einer neuen Anordnung der Pulte, dessen Ausführung bis zur ersten Sitzung im Jahre 1903 erfolgen wird.

In Sachen der Rütligruppe hatte Bildhauer Baldin im Sinne des von der Jury gestellten Antrages noch einmal ein Tonmodell der drei Männer in unbekleidetem Zustand vorgelegt. Auch dieses Modell hat die neungliedrige Jury so wenig befriedigt, daß sie den einstimmigen Antrag einbrachte, nunmehr von weitem Verhandlungen mit dem Künstler abzusehen. Letzterer ist dann auch in diesem Sinne verständigt worden und wir werden nun das Weitere veranlassen, um zu einer allseitig befriedigenden Lösung dieses bedeutendsten Kunstwerkes im neuen Bundeshause zu gelangen.

759

In dem mit der Gemeinde Bern abgeschlossenen Vertrag über Austausch von Terrainparzellen in der nächsten Umgebung des neuen Bundeshauses wurden betreffs Gestaltung und Verwendung des großen Platzes auf der Nordseite desselben folgende Bestimmungen aufgenommen : 1. Der der Gemeinde Bern abzutretende öffentliche Platz vor dem neuen Bundeshause ist von ihr zu unterhalten und darf seinem Zwecke nie entfremdet werden.

2. In teilweiser Abänderung des Vertrages vom 29. Dezember 1893/9. Januar 1894 sind die Vertragskontrahenten übereingekommen, für den Belag des Platzes vor dem neuen Bundeshause anstatt Pflastersteine Diplolithplatten zu verwenden. Für eine allfällige spätere Ersetzung dieser Belagsart durch eine andere ist die Zustimmung des schweizerischen Bundesrates einzuholen. Für die Inselgasse und die Amthausgasse kann das dort vorgesehene Holzpflaster ebenfalls durch Diplolithplatten oder ähnliche Belagsarten ersetzt werden. Der Unterhalt dieser Straßen wie des Platzes ist ausschließlich Sache der Gemeinde Bern.

3. Die Gemeinde Bern wird ihr möglichstes zu einer günstigen architektonischen Gestaltung des Platzes vor dem neuen Bundeshause beitragen und keine Bewilligungen zur Aufstellung von Fuhrwerken, Pferden, Vieh oder von Verkaufständen, Meßbuden und andern ambulanten Baulichkeiten erteilen.

4. Der Bundesrat behält sich sowohl betreffs der ersten Erstellung als auch betreffs eventueller späterer Veränderungen der Beleuchtungseinrichtungen sowie allfälliger Monumente auf diesem Platze die Genehmigung vor.

Das neue Postgebäude in Bern.

Nachdem die Arbeiten am Schlüsse des Jahres 1901 bis Ourthöhe des Erdgeschosses vorgerückt waren, wurden während des Berichtjahres die Fassaden inklusive Attika aufgeführt, die Hennebiquekonstruktion im Innern erstellt, die Treppen versetzt und auf dem Zwischenbau auf der Speichergaßseite der Dachstuhl aufgerichtet. Wenn der Bauarbeiterstreik in Bern im Herbst nicht eingetreten wäre, so hätte das Gebäude vor Jahresablauf eingedeckt werden können.

Das Gebäude für die Landestopographie in Bern.

Nach Abschluß des Kaufvertrages über den Bauplatz und Aufstellung des endgültigen Bauprojektes konnte in der zweiten Hälfte des Monats Mai mit den Bauarbeiten begonnen werden.

760

Beim Hauptgebäude rückte die Fassadenmauerung bis zum Erdgeschoßgurt vor, die beiden Flügelbauten konnten bis zum Jahresschluß noch eingedeckt werden.

Ein Schuppen filr feuer- und explosionsgefährliche Materialien beim eidgenössischen Chemiegebäude in Zürich.

Ein Magazingebäude für die eidgenössische Materialprüfungsanstalt in Zürich.

Die Ofßzierskaserne in Thun.

Dieses Gebäude, das Raum für 98 Offiziersbetten und 6 Bedientenbetten bietet und nebstdem 2 große und 2 kleinere Theoriesäle und 3 Bureaux, sowie die Offiziers- und Soldalenkantinenlokale und eine Kantinierwohnung mit Dependenzen enthält, war zu Ende des Berichtsjahres im Rohbau vollendet und eingedeckt.

Auch war der innere Ausbau so weit vorgerückt, daß das Gebäude im kommenden Sommer dem Betrieb wird übergeben werden können.

Ein Schreinereigebäude für die Munitionsfabrik in Thun.

Zwei Schußbeobachtungshäuser anf der Thunerallmend. Mit denselben konnte wegen der Schießübungen auf der Allmend erst im Spätherbst begonnen werden, infolgedessen deren Fertigstellung erst im nächsten Frühjahr erfolgen wird.

Ein Waghaus mit Brückenwage bei den Fouragemagazinea der Kaserne in Frauenfeld.

Ein Schußbeobachtungshaus auf dem Schießplatz Frauenfeld.

Die Vollendung des Schießwollkochhauses in der Kriegspulverfabrik Worblaufen.

Im Sand bei Schönbühl kamen noch kleinere Vollendungsund Ergänzungsarbeiten an den verschiedenen Neubauten für das Kavallerie-Remontendepot, sowie die Umgebungsarbeiten dieser ausgedehnten Anlage zur Ausführung.

Bei der Station Schwyz-Seewen gelangten die vier großen Getreidemagazine nebst den zugehörigen Geleiseanlagen zur Vollendung und wurden im Herbst bezogen.

Ein Glühhaus für die Laborierwerkstätte in Altdorf.

Das Beamteuwohngebäude beim Fort Bätzberg am Gotthard.

Der Bau erfolgte unter der Leitung des eidgenössischen ßefestigungsbureaus, welches in dorten ohnehin noch Befestigungsbauten auszuführen hatte.

Das Wohngebäude für den Fortverwalter in Airolo wurde im Frühjahr vollendet und bezogen.

761

Die Zollgebäude in Grandfontaine, Bure und Burg im Berner Jura, WiesenbrUcke bei Basel, Riehen, S. Simone und Fornasette im Tessin, Bourg St. Pierre (Wallis) und Dardagny [Genf), sowie ein Nebengebäude beim Zollgebäude in Novazzano und ein Zollwachthäuschen in Meyrin wurden vollendet und der Zollverwaltung übergeben.

Die Zollbauten im Lisbüchel bei Basel und die Zollgebäude in Ponte Tresa und Termini-Villagio (Tessin) wurden begonnen, kommen jedoch erst im Jahr 1903 zur Vollendung.

In Avenches wurden die sämtlichen Gebäude und die Umgebungsarbeiten des Hengstendepots vollendet und die Vergrößerung des Stallgebäudes für das Hengstfohlendepot im Paquis daselbst ausgeführt.

Bei der land- und mitchwirtschaftlichen Versuchs- und Untersuchungsanstalt auf dem Liebefeld bei Köniz gelangten sämtliche Arbeiten im Hauptgebäude, Vegetationshaus und in der Versuchskäserei zur Vollendung.

Der Postverwaltung konnten im Frühjahr übergeben werden : das Postgebäude in Zug, das Postgebäude in Schaffhausen, das Postgebäude in Herisau.

Die Arbeiten für das Postgebäude in Chur konnten im Monat; August in Angriff genommen werden und es rückten dieselben bis Ende des Berichtsjahres bis Oberkant Erdgeschoß vor.

Für das neue Münzgebäude wurde das definitive Projekt nebst Kostenberechnung ausgearbeitet, der erforderliche Bauplatz angekauft, für welch letztern, sowie für die Baukosten Sie den nötigen Kredit bewilligten, so daß mit den Arbeiten im nächsten Frühjahr wird begonnen werden können.

Das Zollgebäude an der Hüningerstraße bei Basel, für dessen Erstellung im Budget pro 1902 ein Kredit vorgesehen war, konnte nicht in Angriff genommen werden, dagegen wurde das erforderliche Bauterraiu erworben und es wird das Gebäude im laufenden Jahre zur Ausführung gelangen.

Zwischen dem Zollgebäude in Grenzacherhorn und der Landesgrenze befindet sich ein Terrainstreifen von 4 Meter Breite, der zu einer hinterliegenden größern Parzelle gehörte. Der Eigentümer beabsichtigte über diese Parzelle einen Weg als Zugang zu hinter dem Zollgebäude zu erstellenden Häusern anzulegen., was die Zollverwaltung aus zolldienstlichen Gründen nicht zugeben konnte.

Da gütliche Unterhandlungen über Ankauf des fraglichen Streifens

762

zu keinem Resultate führten, mußte der Expropriationsvveg beschritten werden. Das Verfahren kam noch während des Berichtsjahres zu einem für den Bund annehmbaren Abschluß.

Im Budget pro 1902 war der nötige Kredit für die Erstellung eines Zollgebäudes in Kreuzungen vorgesehen. Vor Inangriffnahme der Baute mußte jedoch eine Revision der im Jahre 1871 mit dem Großherzogtum Baden abgeschlossenen Übereinkunft betreffend die Verbindung der Romanshorn-Kreuzlingen-Bahn mit der badischen Bahn bei Konstanz, in welcher zur Erleichterung des Verkehrs für Personen und Güter eine zollfreie Straße zwischen Kreuzungen und dem Bahnhofe Konstanz vorgesehen ist, vorgenommen werden. Die daherigen Unterhandlungen zogen sich in die Länge und gelangten erst Ende des Berichtsjahres zum Abschlüsse, infolgedessen mit den Bauarbeiten für das Zollhaus nicht begonnen werden konnte. Dasselbe wird im laufenden Jahre zur Ausführung gelangen.

Nach längern Unterhandlungen war es möglich, Bauplätze für die Zollgebäude in Arzo, Brissago, Chevrens und La Renfile zu erwerben. Die Ausführung der Bauarbeiten mußte jedoch auf das laufende Jahr verschoben werden.

Für die Erwerbung eines Bauplatzes zu einem Zollgebäude in Madonna di Ponte mußte wegen zu hoher Forderungen das Expropriationsverfahren eingeleitet werden, was den Beginn der Bauarbeiten verzögerte.

In Ascona wurde zu Zollzwecken ein Gebäude angekauft und die in demselben nötigen Umbauten ausgeführt.

Infolge Schwierigkeiten bezüglich der Erwerbung von Baustellen für ein Zollgebäude in Prella-Brusata (Tessin) und ein Zollvvachthäuschen in Soral (Genf) konnten auch hier die Bauarbeiten nicht begonnen werden.

Für das Postgebäude in Altdorf wurden mehrere Projekte ausgearbeitet uud, nachdem sich die beteiligten Verwaltungen auf eines derselben geeinigt hatten, eine detaillierte Kostenberechnung aufgestellt, auf Grund welcher der nötige Kredit für den Bau sowohl als für den Bauplatz bewilligt wurde. Mit den Bauarbeiten soll im Frühjahr begonnen werden.

C. Strassen- und Wasserbauten.

Der ordentliche Unterhalt der Straßen, Wege, Brücken und Fabrikkanäle auf den eidgenössischen Liegenschaften, sowie der Uferbauten an der Aare bei Thun, an der Thur bei Frauenfeld und am Schächenbach bei Altdorf wurde den Bedürfnissen entsprechend besorgt.

763

Nebstdem gelangten noch eine Reihe weiterer in den Straßenund Wasserbau einschlagenden Bauten zur Ausführung, von denen hier aufgeführt werden : Die Verlegung und gleichzeitige Verbreiterung des von der Allmendstraße abzweigenden, über die Bahnlinie führenden Uttigenstraßchens bei den eidgenössischen Fabriketablissementen in Thun, nebst Unterführung des Rollbahngeleises unter der Bahnlinie durch.

Die Vollendung dieser Arbeiten fällt in das laufende Jahr.

Die Erstellung eines Verbindungsgeleises vom Bahnhof St. Maurice zum Zeughause daselbst.

Die Erstellung eines Fahrweges von den Laborierwerkstätten im Schächenwald bei Altdorf zu den Geschoß- und Pulvermagazinen daselbst.

Das letzte Stück der im Vorjahre begonnenen Weganlagen zur Erleichterung des Zolldienstes längs des Doubs im Berner Jura.

Eine Verbindungsstraße zwischen dem Hengstenhof und der Hengstfohlenweide im Pâquis bei Avenches.

Weg- und Hydrantenanlagen bei der landwirtschaftlichen Versuchsanstalt auf dem Liebefeld bei Köniz.

Der erste Teil der Erweiterung der Hydrantenanlage auf dem Areal der Militäranstalten in Thun, närnlich die Vergrößerung der Kaliber der Hauptleitungen. Für die übrigen Arbeiten ist der nötige Kredit im Budget 1903 eingestellt.

DieVollenduug der Wasserleitung zu der Kaserne iu Luziensteig.

Die Erweiterung der Leerlaufkanäle und der Schleusen in der Kriegspulverfabrik Worblaufen.

Im Sand bei Schönbuhl wurde die im Vorjahre begonnene Wasserversorgung für das dortige Remontendepot zu Ende geführt und in Betrieb gesetzt.

Das Zollgebäude in Höfen (Sehaffhausen) konnte auch während des Berichtsjahres nicht mit Quellwasser versehen werden, indem die Ausführung der von der dortigen Gemeinde in Aussicht genommenen Wasserversorgung, an welche anzuschließen beschlossen wurde, neuerdings um ein Jahr verschoben worden ist.

Das Nämliche ist betreffs der Wasserleitung zum Zollgebäude in Martinsbruek zu sagen, indem die in Aussicht gestellte Versorgung des Dorfes mit Trinkwasser bis jetzt nicht zu stände gekommen ist.

In der Nähe des Zollgebäudes in Chatelard (Wallis) wurde eine Quelle angekauft, um solches mit Trinkwasser zu versehen, da die Bewohner desselben fUr ihre Bedürfnisse auf die Benützung von Bachwasser angewiesen sind. Die Erstellung der Zuleitung

764

mußte jedoch wegen zu hoher Forderung seitens eines Grundeigentümers für das Durchleitungsrecht vorläufig verschoben werden.

Für die Erstellung einer Zisterne mit Pumpwerk beim alten Zollhause in La Rasse (Neuenburgerjura) haben Sie im letztjährigen Budget den nötigen Kredit bewilligt. Inzwischen wurde das dortige Zollpersonal auf eine im Walde zunächst des Zollgebäudes befindliche Quelle aufmerksam gemacht. Der Staat Neuenburg, als Eigentümer des betreffenden Waldes, hat auf unser Ansuchen die unentgeltliche Bewilligung zur Fassung der Quelle und Zuleitung zum Zollhuuse erteilt, welche Arbeiten im Frühjahr zur Ausführung gelangen werden. Hierdurch fällt die Erstellung einer Zisterne dahin.

Über die auf der Besitzung der Witwe Rohrer bei der Papiermühle, Gemeinde Bolligen, entspringenden Quellen, die in die Kriegspulverfabrik Worblaufen geleitet werden, schwebte seit Jahren ein Rechtsstreit. Es konnte nun endlich ein Vergleich abgeschlossen werden, durch welchen die früher Ungewissen Quellen- und Wasserleitungsverhältnisse klargelegt und der Eidgenossenschaft gegen Bezahlung einer Summe von Fr. 1250 auf alle Zeiten das Eigentums- und Naehgrabungsvecht auf alles Quellwasser, das auf den in Frage stehenden Parzellen entspringt, zugesichert worden ist.

D. Begutachtung verschiedener bautechnischer Fragen und Bauausführungen in von der Bundesverwaltung gemieteten Gebäuden.

Auch während des Berichtsjahres mußten wir unsere Baudirektion für fachmännische Prüfung und Begutachtung der von den Gemeindeverwaltungen zwecks Subventionierung durch den Bund eingereichten Projekte über Absonderungshäuser in Anspruch nehmen. Es betrafen diese derartigen Anstalten die Gemeinden Interlaken, Burgdorf, Huttwil, Wohlen (Aargau), Rüti (Zürich), Wattenwil, Buchs, Romanshom, Rorschach und Chur.

Nebst der Ausarbeitung der sämtlichen Vorlagen, auf welche die Budgetposten der Baudirektion basieren, und der Aufstellung von Projekten für neue Postgebäude am Bahnhof in Basel und in Chaux-de-Fonds verursachten besonders umfangreiche Arbeiten die Prüfungen und Begutachtungen von Projekten und Kostenberechnungen, verbunden mit Aufstellung von neuen Projekten und Kostenberechnungen über vom Bunde zu mietende oder anzukaufende Gebäulichkeiten für die Zoll- und hauptsächlich für die Post- und Telegraphen-Verwaltung. Bei der erstgenannten Verwaltung betrifft es Zolllokale am Bahnhof in Pruutrut, Kleinlützel,

765 Rödersdorf, Rheinfelden und Staad, bei der Post- und Telegraphenverwaltung unter andern Post-, Telegraph- und Telephonlokale in Zermatt, Bex, Territet, Fleurier, Avenches, Payerne, Vallorbe, Estavayer, Laufen, Frutigen, Basel-Äschenquartier, Basel-Badischer Bahnhof, Rheinfelden, Baden, Rheinach, Emmenbriicke, LuzernBaslerstraße, Einsiedeln, Stein a. Rh., Richterswil, Altstätten, Trogen, Speicher, Appenzell, Ragaz, Rorschach Schuls, Bevers, Maloja, Vulpera, Bellinzona, Locamo, Mendrisio, Chiasso, PonteTresa. Das Nähere darüber geht aus den Berichten derjenigen Departemente, in deren Ressort diese Geschäfte fallen, hervor.

Die schon im Jahre 1901 begonnene Einrichtung der elektrischen Beleuchtung im Hauptgebäude der polytechnischen Schule in Zürich wurde im Jahre 1902 der Hauptsache nach vollendet.

Die Unterkunftslokale für das Zollpersonal bei den Eisenbahnstationen Meyrin, Satigny und La Plaine, welche von der Verwaltung der Paris-Lyon-Mittelmeer-Bahn auf Rechnung des Bundes erstellt wurden, konnten im Laufe des Berichtsjahres bezogen werden.

E. GeMudeassekuranz.

Hierüber sind keine besonderen Bemerkungen zu machen.

F. Mobiliarwesen.

Der Unterhalt des Mobiliars in den Bureaux der eidgenössischen Zentral Verwaltung und die erforderlichen Neuanschaffungen fanden in gewohnter Weise statt.

Die Möblierung der Lokale im neuen Bundeshause wurde in der Hauptsache zu Ende geführt.

Cr. Beschaffung von Bnreaulokalen für die eidgenössische Zentralverwaltnng und Hausdienst.

Ausnahmsweise kamen wir während des abgelaufenen Jahres nicht in die Lage, für die Zentralverwaltung weitere Lokale mieten zu müssen. Wir wollen zwar nicht unterlassen, beizufügen, daß verschiedene Dienstzweige räumlich sehr beengt sind, welchem Übelstande nach Umbau der beiden Seitenflügel im BundeshausWestbau und nach Fertigstellung des Gebäudes für die Landestopographie und des neuen Postgebäudes in Bern, sowie nach Bezug des neuen Verwaltungsgebäudes für die Alkoholverwaltung, welche gegenwärtig im Gebäude der Oberzolldirektion untergebracht ist, voraussichtlich für einige Zeit wird abgeholfen werden können.

766

Für den Aufsichts- und Wächterdienst im neuen Bundeshaus sind drei Hauswächter angestellt worden, während die Aufsicht über das den Aufräumungsdienst in diesem Gebäude besorgende Personal den Hauswarten im Bundeshaus Ost- und Westbau übertragen wurde.

Der Nachtwächterdienst im neuen Bundeshaus wird durch die Nachtwächter der beiden obgenannten Gebäude besorgt. Der hierdurch ausgedehnter gewordene Dienst, sowie der Umstand, daß wir den Nachtwächtern eine gewisse Zahl Freinächte zugestanden haben, machte eine neue Organisation des Nachtwächterdienstes und die Vermehrung um zwei Mann notwendig.

Im übrigen gibt der Haus-, Zimmer- und Heizerdienst in den Gebäuden der eidgenössischen Zentralverwaltung zu keinen besonderen Bemerkungen Veranlassung.

Infolge der nunmehr auch auf das neue Bundeshaus ausgedehnten Pflanzendekoration mußte für die Besorgung des Gartendienstes das Arbeitspersonal zeitweise etwas vermehrt werden.

Wie wir in unserer Botschaft vom 25. März 1902 betreffend Bewilligungen von Nachtragskrediten auseinandergesetzt haben, wurde mit der Gemeindebehörde der Stadt Bern ein Vertrag abgeschlossen über die ununterbrochene polizeiliche Beaufsichtigung und Überwachung der Bundeshäuser und deren Umgebung, wofür spezielle Vorschriften, die dem Bundesrate zur Genehmigung unterbreitet worden sind, erlassen wurden. Die bezügliche Vereinbarung hat vorläufig Gültigkeit bis 31. Dezember 1906.

XIV. Forstwesen, Jagd und Fischerei.

  1. Forstwesen.

G e s e t z g e b u n g . Unterm 11. Oktober 1902 hat die Bundesversammlung das revidierte Bundesgesetz betreffend die eidgenössische Oberaufsieht über die Forstpolizei beschlossen.

In der Aussicht auf obigen Gesetzeserlaß haben mehrere Kantone, welche infolge des Bundesbeschlusses vom 15. April 1898, der forstlichen Oberaufsicht durch den Bund unterstellt und nach Art. 6 des Gesetzes vom 24. März 1876 eingeladen worden waren, die erforderlichen Dekrete und Verordnungen zur Vollziehung desselben zu erlassen, das Gesuch gestellt, damit noch zuwarten zu dürfen. Der Bundesrat hat demselben entsprochen.

Auf eine Einladung des Bundesrates vom 1. April 1901 hat der Regierungsrat von Luzern unterm 24. Dezember 1902

767

deu Kuntou, der bisher nur drei Forstkreise enthielt, in vier eingeteilt mit je einem hohem Forstbeamten.

Unserer Einladung an den Kanton Zürich mit Sehreiben vom 20. Januar 1902 zur Kreierung einer Anzahl weiterer höherer, kantonaler Forststellen hat der Regierungsrat durch provisorische Abtrennung zweier Arbeitsgebiete von den bestehenden vier Forstkreisen vorläufig entsprochen.

Da der Kanton Glarus sein höheres Forstpersonal häufig zu Arbeiten verwendete, die in den Geschäftskreis eines Kulturingenieurs fallen, so sahen wir uns, nach Einholung einer diesfälligen Vernehmlassung, zu der Mitteilung an Glarus veranlaßt, daß derartige (reschäftsübertragungen nur ausnahmsweise statthaft seien, indem der Forstdienst, bei richtiger Auffassung desselben, die beiden Forstbeamten das ganze Jahr hindurch voll und ganz in Anspruch nehme.

Im Berichtsjahr beschäftigte die Frage, ob das Holz mit der Kinde oder entrindet gernessen werden solle, Forstbeamte und Holzhaiidler sehr lebhaft. In einer Konferenz von Abgeordneten der Kantone Zürich, Schaffhausen, St. Gallen, Aargau und Thurgau wurde beschlossen, es sei an das schweizerische Departement des Innern das Gesuch zu stellen, dasselbe möchte sich mit der Angelegenheil befassen und dafür sorgen, daß in der ganzen Schweiz einheitliche Vorschriften bezüglich Messung des Stammholzes aufgestellt werden, sei es auf dem Wege der Gesetzgebungöder aber auf dem Wege der Initiative zum freiwilligen Beitritt zu einem diesfälligen interkantonalen Konkordat.

Der Bundesrat, hiervon in Kenntnis gesetzt, erließ den 2. Februar 1901 ein Kreisschreiben an sämtliche Stände mit der Einladung zur Ansiclitäußerung in Sache und zugleich die Messungen ohne Kinde empfehlend.

Aus den erhaltenen Rückäußerungen ergab sich, daß 15 Kantone sich mit der empfohlenen Meßweise einverstanden und zur Einführung dieses Verfahrens bereit erklärten, wo dieses nicht bereits geschehen, und daß nur 9 Kantone keine bestimmte Vorschrift zu erlassen und es dem Käufer und Verkäufer anheimzustellen gedenken, sich über die Art und Weise des Messens zu verständigen.

Indem wir dem Kanton Schaffhausen, als Vorort in Sache, auch zu Händen der übrigen obgenannten Kantone, hiervon Kenntnis gaben, bemerkten wir zugleich, daß unter sobewandten Umständen zu erwarten sei, daß die Holzmessungen ohne Rinde in nicht KII ferner Zeit in der Schweiz ziemlich allgemein eingeführt

768

sein werde. Es erschien dem Bundesrate daher ein Vorgehen, weder auf dem Wege der Gesetzgebung, noch durch Herbeiführung eines interkantonalen Konkordates angezeigt.

F o r s t p e r s o n a l . Nach dem im Druck erschienen Etat der wissenschaftlich gebildeten schweizerischen Forstbeamten, waren den 1. Januar 1903 folgende Stellen vorhanden: 1. beim eidgenössischen Oberforstinspektorat, an der Forstschule des eidgenössischen Polytechnikums und an der Zentralanstalt für das forstliche Versuchswesen 12 2. bei den Kantonen 119 3. bei Gemeinden 40 Zusammen

171 Stellen

Dieselben wurden verwaltet von 163 Forstbeamten, Inbegriffen eine Vakanz.

Der Bundesbeitrag an die anerkannten Besoldungen und Taggelder von 117 kantonalen Beamten im Betrage von Fr. 484,808. 69 belief sich auf Fr. 131,775.

F o r s t l i c h e P r ü f u n g e n . Von der Forstschule am eidgenössischen Polytechnikum in Zürich konnten, nach abgelegter Prüfung sämtliche 12 Examinanden diplomiert werden.

An 7 Forstkandidaten, die das forstliche theoretische Examen bestanden, die vorgeschriebene einjährige forstliche Praxis durchgemacht und sich bei der Prüfung im Oktober 1902 in Burgdorf über befriedigende forstliche praktische Kenntnisse ausgewiesen, wurde das eidgenössische Wählbarkeitszeugnis ausgestellt.

F o r s t k ' u r s e . Für die Heranbildung von Unterförstern fand ein einziger zweimonatlicher Kurs in Yverdon und Bex in französischer Sprache statt, der von 30 Schülern besucht wurde.

Von denselben gehörten 17 dem Kanton Waadt und 12 dem Kanton Wallis an, und einer war vom Festungskommando in St. Moritz abkommandiert worden.

Bannwartenkurse, die weniger als zwei Monate gedauert, wurden acht abgehalten, nämlich : in Zürich, Bellelay (Kt. Bern), Rathhausen (TLt. Luzern), Solothurn, Schaffhausen, Altstätten, Utznach und Baden. Sie waren im gesamten von 171 Schülern besucht.

Wald v e r m e ss u n g. a. Triangulationen IV, Ordnung. Genehmigt wurden diejenigen :

769

  1. des Amtsbezirks Seftigen 'Ì14 Punkte 2. der Burgerwaldung von Delsberg (Kt. Bern) 66 ,, 3. der Waldung der Korporation Pfäflikon (Kt. Schwyz) 15 ,, 4. der Oberallmeindkorporationswaldung in Rothenthurm (Kt. Schwyz) 18 ,.
  2. der Gegend von Buchs-Schollberg (Kt.

St. Gallen) 71 ,, 6. der Gemeinden Sent, Reniüs, Schieins, Samnaun (Kt. Gniubünden) 275 Zusammen 759 Punkte.

Als Schluß- und teilweise Abschlagszahlungen an Triangulationen IV. Ordnung wurden an Bundesbeiträgen Fr. 8230 verabfolgt, Netzentwürfe für auszuführende Triangulationen IV. Ordnung au Waldvermessungen wurden genehmigt: 1. für das rechtsseitige Brienzerseeufer (Kt. Bern) ; 2. .. die Gemeinde Eggiwil (Kt. Bern); 3. .. den Urmiberg (Kt. Schwyz); 4. ., die Oberallmeindskorporation im Alptal (Kt. Schwyz); 0. .. das Muotatal und Riemenstalden (Kt. Schwyz); 6. .. die- Gemeinden G-illarens, Chapelle, Farvagny le Grand, EJlmiz, Corjolens und Montet (Kt. Freiburg); 7. .. die, Gemeinde Ormalingen (Kt. Baselland); 8. ,, ., Gegend von Buehs-Oberried (St. Galler Rheintal).

b. Wald Vermessungen. Folgende wurden verifiziert, zum Teil unter dem Vorbehalt einer Nachprüfung: 1. der Korporationswaldung Pfäffikon (Kt. Schwyz); 2. der Waldung der Oberallmeindskorporation Schwyz am Roßberg und Kaisterstock (Kt. Schwyz) ; 3. dos Staatswaldes Hinterberg und der Waldung Hintervvil und Brennwald der Korporation Kmmeten (Kt. Nidwaiden) ; 4. der Korporationswaldungen Ennetmoos, Stans, Stansstad und Horgiswil (Kt. Nidwaiden) ; 5. der Alpwaldungen der Stadt Chur; 6. der ;>is>ehöflichon Waldung Oldis bei Haldenstein (Kt. Graubünden) ; 7. der revidierten Vermessung der Gemeinde Waldungen von Bonaduz (Kt, Graufcünden); 8. der Ucmieindewaldung von Spliigen 9- ... Mastrils ,,,, ,,rau .llnden .. , , CKt 10. , ; ; Zernez ^ ^ )> 11.

,, Tarasp fl Bumleablutt. 55. Juiir;'. Ed. I.

52

770

Die 1902 ausgeführten Waldvermessungen stellen sich nach Kantonen wie folgt zusammen : Staats,,

ha.

Gemeinde- u.

Korporationswaldungeu La.

a.

-- -- -- -- -- -- 162

494 99 469 -- 236 -- 9 39 387 -- 6 27 31 --

walHnnirpn wamungen

Kautone Schwyz Zug Freiburg Baselland Graubünden Aargau Thurgau Zusammen

162 . 1633

65

Total 1795.65 Die Beiträge des Bundes an die Kosten der Prüfung der versicherten trigonometrischen Punkte IV. Ordnung und der Detailvermessungen beliefen sich im Berichtsjahr auf Fr. 2978. 90.

U r b a r i s i e r u n g e n von Schutzwaldungen wurden in einem Flächenumfang von 88.70 ha. bewilligt.

Das W a l d a r e a l der Schweiz beträgt auf Ende des Geschäftsjahres nach den statistischen Angaben der Kantone 854,467 ha. Im Etat der schweizerischen Forstbeamteu ist das Waldareal nach Kantonen und nach den Besitzverhältnissen angegeben.

Mit der A u s s c h e i d u n g von S c h u t z W a l d u n g e n trat ein Stillstand ein, indem die Kantone zu diesem Geschäfte das revidierte Forstgesetz und die Vollzichungsverordnung dazu abwarten wollten.

A b l ö s u n g v o n D i e n s t b a r k e i t e n. Folgende auf Schut/.waldungen lastende Dienstbarkeiten wurden in acht Kantonen abgelöst : Waldreeht l Beholzungsrechte 14 Weidrechte 5 Vermischte Rechte 22 Zaunpflicht l Zusammen 43 Dienstbarkeiten.

Die Ablösung solcher in Geld belief sich auf Fr. 255,89(>, durch Abtretung von Waldungen auf 53.ss ha.

Tabelle L

Zusammenstellung der Servitut-Ablösungen im Jahre 1902.

;

Anzah! der im Jahr 1902 abgelösten Servifute.

Kanton.

Behol-

Wald- zungs- Weide- Gras- Streuerechte. rechte. r echte.

rechte.

rechte.

Ver-

SS',^S.

Total.

Ì it

Ablösungsbetrag.

Fr.

;

i

Schwyz Obwalden

6

Nidwaiden

1

Solothurn

1

Appenzell I.-Rh. .

f\

~

17

Graubünden

3

. . . .

1

Î

Aargau

[

Total

1

'

!

14

o

--

22

6

4,245

1

570

1

10,000

1 l 1

1,127

1

120

12

40,982

2

198,252

43

255,896

ha.

1

0.18

53.70

53.8-t !

771

i

1

5

4

600

19 1

St. Gallen

1

Abgetretsne , Waldfläche.

772 Der Entwurf von p r o v i s o r i s c h e n und d e f i n i t i v e n W i r t s c h a f t s p l ä n e n , samt Revisionen, im Laufe des Geschäftsjahres, erzeigt sich in nachstehender Zusammenstellung: a. Provisorische Wirtsciiaftspläne.

Neu erstellt Kanton.

Bern . .

Luzern . .

St. Gallen .

Graubünden Thurgau .

Tessin . .

Waadt. .

Wallis . .

.

.

.

.

.

.

.

.

Anzahl.

2 .

2 . .

. . 2 . 3 . . 1 1 .

.

1 . . 10

Total

22

b. Definitive Neu erstellt Anzahl. Fläche.

ha.

Kanton.

Zürich .

.

Bern .

Luzern Schwyz Zug . .

Freiburg .

Solothurn .

Baselland .

Graubünden Aargau Thurgau .

Waadt .

Neuenburg

2 3 5 -- . -- 5 -- . 1 2 .

5 1 . 10 . 1 .

Total

35

Revidiert

Fläche.

ha.

Anzahl.

818 137 37 1764 243 220 290 1464

1 1

Fläche.

ha.

164

6 .__ --

1 753 -- ---


--.

-- 918

4973 Wirtschaftspläne.

Hauptrevision Anzahl. Fläche.

ha.

Zwischenrevision Anzahl. Fläche, ha.

175 292 294 -- -- 752 --133 2993 193 138 4031 93

3 13 1 1 -- 1 17 -- --- 12 2 4 --

368 1813 155 120 -- 236 3151 -- -- 1672 360 1798' --

-- 9 2 -- 1 -- -- -- -- 16 -- -- 4

-- 1361 228 -- 432 -- -- -- -- 2038 -- -- 649

9094

54

9673

32

4708

Die provisorischen oder definitiven Wirtschaftspläne erstreckten sich somit über eine Fläche von 14,067 ha. und die Revisionen auf 15,299 ha.

Ordentliche und ausserordentliche HolznutzuBn den öffentlichen Waldungen im Jahr 1902, Forstkreis (-Bezirk).

Haupt-

ZwischenNut zung.

m3

Zürich

Uri

m3

Total.

m8

9,831 45,577 2,475 57

5,799 25,039 1,041 15

17 82

101

17 183

13,268 2,536

4,114 1,421

17,382 3,957

15,630 70,616

3,516 72

Zug

St. Gallen

Waadt .

Wallia

Total

Total

meinde- und Korporationswaldnngen

Staatswaldnngen

Kanton

9,334 103 540 2,869

1,814 31 77 1,327

11,148

15,303 5,742

6,766 2,456

22,069

29,634

8,443

38,077

4,916

1,730

6,646

142,284

60,174

202,458

134 617 4,196

8,198

') Die Angaben des Kantons Nithva Iden umfassen nur den Zei träum vom ]

laupt-

ZwischenNutzung.

m8

m3

Total.

Haupt-

m3

m8

m3

Total.

m3

37,737 36,347 4,206 3,075 93,815 167,938 228,869 31,890 92,845 154,527 66,596 56,842

94,435 304,889 26,463 9,517 40,505 18,520 1,286 14,128 12,259 61,550 87,284 81 28,133 37,595 3,591 2,890 69,060 148,094 174,745 32,741 82,772 158,344 57,443 49,478

42,032 114,027 7,478 1,739 3,692 2,403 1,322 442 3,551 18,755 25,284 143 9,604 9,900 749 802 28,951 19,844 76,193 7,347 10,073 34,260 9,153 14,010

136,467 418,916 33,941 11,256 44,197 20,923 2,608 14,570 15,810 80,305 112,568 224 37,737 47,495 4,340 3,692 98,011 167,938 250,938 40,088 92,845 192,604 66,596 63,488

1,755,099

1,515,803

441,754

1,957,557

84,604 259,312 23,988 9,460 40,505 18,503 1,204 14,128 12,259 48,282° 84,748 81 28,133 28,261 3,488 2,350 66,191 148,094 159,442 26,999 82,772 128,710 57,443 44,562

36,233 88,988 6,437 1,724 3,692 2,403 1,221 442 3,551 14,641 23,863 143 9,604 8,086 718 725 27,624 19,844 69,427 4,891 10,073 25,817 9,153 12,280

120,837 348,300 30,425 11,184 44,197 20,906 2,425 14,570 15,810 62,923 108,611

.373,519

381,580

.uar bis 30 Juni 1902.

ZwischenNutzung.

224

Zu Aufforstungen verwendetes Kulturmaterial im Jahr 1902.

Kanton.

Fichten.

Weißtannen.

Lärchen.

Andere Nadelhölzer.

Arven.

Total.

Bachen.

Von den verwendeten Pflanzen wurden

Total.

Lanbliölzer.

Nadelhölzer.

Andere ,,, , , T ii ..i h1 Total.

Lanbholzer.

li

Verschulte Pflanzen.

Unversohulte Pflanzen.

Total,

im Kanton erzogen.

von auswärts angekauft.

;

Zürich

.

. . . .

ßorn Liuzorn

33,100

602,900

17,500

11,300

28,800

618,700

13,000

631,700

614,900

71,825

509,830

4,031,755

407,460

435,426

842,886

4,383,211

491,430

4,874,641

4,874,641

18,240

35

24,425

916,895

54,490

24,660

79,150

938,960

57,085

996,045

812,195

64,530

64,530

657,036

526,500

24,100

19,200

2,474,250

742,150

233,700

639,565

234,630

27,370

2,665

6,835

5,400

8,900

51,170

1,200

12,160

13,360

56,530

487,904

79,650

17,146

4,080

5,754

594,534

39,560

22,942

62,502

620,586

92,615

3,300

6,518

3,500

9,570

115,503

15,814

22,057

37,871

112,131

100,920

5,690

4,550

3,000

8,400

122,560

14,060

3,300

17,360

Glarus

173,885

11,680

16,800

7,100

5,620

215,085

15,000

32,200

Zue

295,200

75,500

3,850

300

12,500

387,350

18,100

56,466

2,038,731

53,814

959,828

Uri Schwyz .

.

e .

. .

Obwalden .

Nidwaiden

1

Freiburg

. . . .

. .

1,802,615

89,150

77,080

13,420

. . . .

648,193

197,632

59,989

200

.

Solothurn Baselstädt Baselland

183,850

373.00 2.00

572,056

84,980

40.05

153,374

123,374

30,000

12.05

123,100

41,243 | 16,760

139,920

134,980

4,940

47,200

227,335

34,950

262,285

241,285

21,000

26,700

44,800

399,150

367,150

65,000

287,920

141,970

429,890

2,086,341

278,892

33,597

312,489

1,128,812

2,000

900

33,000 j 432,150 382,280 , 2,468,621 143,505 i 1,272,317 2,000 2,900

114.75

2,468,621 1,007,667

264,650

581.00

2,900

127,970

113,320

28,740

142,060

177,300

92,730

270,030

192,470

77,560

235.75

5

50,213

252,823

175,405

31,936

207,341

377,439

82,725

460,164

442,964

17,200

988.02

250

10,850

306,170

31,500

11,000

42,500

348,670

348,670

250,770

97,900

19.oo

1,755

122,528

6,100

380

6,480

129,008

129,008

96,708

32,300

47.00

81,780

1,126,050

75,820

47,200

123,020

1,123,890

125,180

1,249,070

1,092,170

156,900

31.oo

73,788

826,634

800

36,104

124,324

3,680

158,336

22,133

22,136

Appenzell A.-Rh.

263,850

18,050

13,170

Âppenzell I.-Rh. .

115,980

1,400

3,393 3,050 101,160

St. Gallen

1,011.05

18,770

67,390

. . . .

kg73.00

900

38,130

Schaffhausen

8,000 j 36,450

16,800

Same.

2,900

916,980

85,980

38,260

Graubünden

. . . .

364,119

1,000

286,567

36,904

739,214

863,538

751,894

111,644

133.25

Aargau .

.

650,590

528,101

68,145

201,207

1,448,043

793,958

556,827

1,350,785

1,973,503

825,325

2,798,828

2,797,058

" 1,770

4,162.76

Thurgau

170,952

23,722

10,621

37,355

242,650

17,508

93,583

111,091

323,176

30,565

353,741

326,191

27,550

32.00

Tessin

133,431

12,525

191,900

2,675

33,229

373,760

19,800

165,440

^85,240

524,730

34,270

559,000

506,000

53,000

752.00

2,510,195

55,400

85,365

11,470

149,725

2,812,155

265,710

211,457

477,167

3,065,467

223,855

3,289,322

3,262,322

27,000

1,032.80

222,340

81,890

2,700

22,700

329,630

6,500

27,200

J33,700

186.830

176,500

363,330

306,830

56,500

2.00

381,500

8,015

461,190

45,710

85,500

532,080

14,610

546,690

271,460

275,230

246.26

2,989,787 23,186,910 21,581,136

1,605,774

9,888.78

.

Waadt .

Wallis Neuenburff

.

18,405

53,270

Genf Total

13,195,420

1,277,050

2,296,253

230,170

1,463,021 18,465,914

j

Ì n r>;,, A^^ok«« ,,m, Nidwalden umfassen Dur das Halbjahr vom 1. Janaar bis 30. Juni 1902.

39,790 j

_

!

1

2,^04,127 j 2,016,869 ' 4,7J20,9'J6 20,197,123 i i ,.

i

i

773

Die ordentlichen und außerordentlichen Holzn u t z u n g e n (Haupt- und Zwischennutzungen) (Tabelle II) beliefen sich 1902 in den öffentlichen Waldungen : in den Staatswaldungen auf 202,458 m 3 in den Gemeinde- und Korporationswaldungen auf 1,755,099 ., Zusammen 1,957,557 m 3 (1901: 2,189,0(53 m3).

K u l t u r w e s e n . Der Stand der Pflanzgärten war Ende 1902 folgender : Pflanzgärten der Kantone 103.so ha.

., ., Gemeinden und Korporationen. . 200.09 -, ., ., Private 20.35 ., Zusammen 324.33 ha.

(1901: 332.10, Verminderung 7.77 ha.)

Nach beistehender Tabellelll kamen im Berichtsjahr 23,186,910 (1901: 23,731,37(0 Pflanzen zur Verwendung, wovon 18,465,914 Stück Nadel- und 4,720,996 Stück Laubhölzer.

/u Saaten in den Pflanzgärten und im Freien wurden !),888,7ü kg. Samen verbraucht.

A u f f o r s t u n g e n und V e r b a u e . Tabelle IV enthält die mit Beiträgen aus der Bundeskasse, hauptsächlich zur Gründung neuer Schutzwaldungen ausgeführten Aufforstungen. Die Gresamtkosten dieser Arbeiten belaufen sich auf Fr. 317,183. 04 (1901: Fr. 537,819. 95).

Zur Ausführung in den nächsten Jahren gelangten seitens 16 Kantonen, 87 neue Projekte zur Anmeldung behufs Erlangung von Bundesbeiträgen. Der Voranschlag für dieselben beläuft sich auf den hohen Betrag von Fr. 805,243. 90 (1901 : Fr. 308,586. 87).

(Tabelle V.)

(Die mit einem * bezeichneten Projekte erhielten Abschlagszahlungen.)

Kostenbetrag.

Fr.

  1. Z ü r i c h : l Projekt: Im Lee '. \ ' 5,590. -- 2. B e r n : 20 Projekte: Trachtbachgebiet, Einzugsgebiet des Mühlebaches, Sehwendeli-Graben, Hauetenbachgebiet, Äußerer Blattengraben, Gertschmattengraben, Schneidersmattengraben, Schiltriesete mit Fallbach, Lauibach, Rutschungsgebiet Wengen, Greifenbachgebiet, Hinterer Harder A2, Hinterer Harder A8, Spitalmatte, Einzugsgebit des Traubaches, Plachtigraben, Kratzhaltengraben, Hirsigraben, Rote Fluh, Fluhweidli . 104,568.-- 3. L u z e r n : 5 Projekte: Hergiswald, Großer Schilt und Gitzischilt, Bösentritt, Längenbach Sonnseite etc., Hinter Scheidegg Müttenbühl .

20,012. 70 4. U r i : l Projekt: Ghirschen : . . . .

4,912.

fil 5. S c h w y z : 3 Projekte: Hirzegg, Grotzenweide, Obhäg* 9,110. 14 6. O b w a l d e n : 3 Projekte: Einhänge im untern Teil des Sachseier Dorfbaches, Quellgebiet des Sachseier Dorfbaches , Fluhweidli Obgaßgraben Miselnzug 7,934. 28 7. N i d w a l d e n : 4 Projekte : Lielibach (Ankenberg und Staldi), Schwendizüge und Kneuzüge, Haldiwald, Lange Plancke 11,271. 20

Übertrag

163,398. 93

Beiträge aus der Bundeskasse.

Fr.

2,829.46

54,811.58 10,572. 87 2,806.44 4,988.63

4,392. 67 5,787. 49 86,189.14

774

Tabelle IV.

Ausgerichtete Beiträge an ausgeführte Aufforstungs- und Verbauungsarbeiten pro 1902.

Kostenbetrag.

Fr.

Übertrag 163,398. 93 8. G - l a r u s : 3 Projekte: Bodemveid, Schluchenzug, Bsetzelerwald . . 18,616. 02 9. Z u g : 2 Projekte: Fidderstuden, Gottschalkenberg 8,916. 40 10. F r e i b u r g : l Projekt: Sur Vallon 1,339.-35 11. S o l o t h u r n : l Projekt: Ebnet 4,416. 09 12. St. G a l l e n : 4 Projekte: Fachsacker, Spiltrückli II, Pradellahaldeii, Rappenloch 18,591. 72 13. G r a u b ü n d e n : 3 Projekte: Schafberg II, Davos Crasta, Xirchberg II 16,405. 79 14. T e s s i n : 30 Projekte: Faura Gress, Paura della Monda, Sopra Villa e ßedretto, alle Gannelle ed in Bolla, Faura di Morti, Fianca Bella , Fra Mairano, Riale di Carcale, Torrente Molina, alla Montada, Roverina, Sotto la Sassada e Monti die Trodo, Val Troda, Sciupada ed ai Sasselli, Torrente della Bentima, Nido, Valle del Corte, Lungo la sponda sinistra del fiume Maggia, Faura sopra l'abitato di Cavergno, Alpe Nisciora, Valle del Bove inferiore, Motta del Sabione e Boscior, Alpe Colorenza e Razerr, Alpe die Aranno, Bosco Grande, Poneione Torraza, Tira l'occhio e Piance di Genero, Val Canvera, Pian d'Aria e Cugnoli strettì, Sorgenti dell1 acqua potabile di Lugano 80,418. 68 15. W a l l i s : l Projekt: Scion et Faces 836. 50 16. N e u e n b u r g : l Projekt: Joux Pélichet* .

4,243.56 317,183. 04

86,189. 14 7,944.87 5,292.18 803.60 2,553.57 9,212.69 8,258.55

41,202. 83 418.25 2,511.05 164,386. 73

775

Total 83 Projekte

Beiträge aus der Bundeskasse.

Fr.

  1. Z ü r i c h : l Projekt: in Hessen 2. Bern: 16 Projekte: Brunnenschrändli, Hauetenbach, Bühlgraben, Rufigraben, Spitalmatte, ob der Traubachbrücke, Meienbergli, Tschingelallmend, Stalden-Bühlgräben, Fallbachgebiet, Lauelen, Unter Rärms, Oberwald, \Veierschwand, Hegenweidli, Fuhrengut 3. L u z e r n : 3 Projekte: Rohreggli, Müttenbühl P, Müttenbühl II . .
  2. Uri: 1 Projekt: Schwandenberg und ßrusti 5. S c h w y z : 4 Projekte: Grotzenweide, Obhäg, Forst, Karten-Dachsenen-Schlipfgebiet fi O b w a l d e n " 1 Projekt: Schoffeld-Horweli 7. N i d w a i d e n : 2 Projekte: Krummzug und Ahornzug, Stockrain Brämeggzüge Klewenstock .

8 G l a r u s : 1 Projekt: Buchwald 9. F r e i b u r g : 9 Projekte: Theysachaux*, les Joncs, au Gros Plané, les Esserts, sur la Rosseyre et sur le Commun boisé, les Vernes, le marais rouge et le marais de Botteys, les Etallés, Ägelsee . . . .

Übertrag

3,600. --

2,172.--

330,511. 62 5,302. 10 10,000.

192,627. 77 3,372. 75 5,000.

6,210. 30 29,222. 50

3,139. 45 19,721. 75

10,700.

2,600.

52,540.

450,686. 52

6,202. ·>,o 1,560.

25,804.

259,599. 92

776

Tabelle V.

Angemeldete und genehmigte Aufforstungs- und Verbauprojekte pro 1902.

(Die mit einem * bezeichneten Projekte betreffen Nachträge zu den bereits früher genehmigten Projekten.)

Beitrag Kostenbetrag.

aus der Bundeskasse.

Fr.

Fr.

Beitrag aus der Bundeskasse.

Fr.

Kostenbetrag.

Fr.

Übertrag 10. S o l o t h u r n : 6 Projekte: Schützenmatt, Alp, Wendelbodenallmend, Allmendparzellen, ob den Eichen, Sonnenhain 11. B a s e l l a n d : l Projekt: Helgenweid 12. St. G a l l e n : 7 Projekte: Wilkethöhe, Homberg, SpieWrückli II, Farnboden, Saurücken, Ximmerboden, Banüel-Zieger 13. G r a u b ü n d e n : 21 Projekte: Unter Ellstein, Heuries-Steinries, Schatzalp-Guggerbach, Inneres Badtobel (Bleiß- und Säßwald), Muttatöbeli, Wannenwald, Letziwald, Salums-Vargias, Muot, Viabella, God deFs Dschembers II, Schafberg III, Pedra Grossa, Costa del Stevel, Solcone di Selvapiana, Multa naira, Unter Fetan, Paistels, Bannwald Scarl, Tamangur-Astras, Prosbierg 14. A a r g a u : l Projekt: Homberg 15. T e s s i n : 10 Projekte: Ruine della Biaschina, alle Gannelle ed in Bolla, Faura di Morti, Ruine di Osco, Valle del Corte, Prà Mairano, Val Trodo, Torrente delle Pentima, lungo la sponda sinistra della Maggia, Sorgenti dell' acqua potabile di Lugano 16. W a l l i s : 3 Projekte: Triftgrätli*, Baltschiederwald, Bas Combe. .

'

259,599.92

17,440. -4,850. - ·

8,078. 63 1,455.--

14,319. 30

7,969.65

170,668. 08 4,800. --

94,618.08 2,400.--

124,800. -- 17,680. --

68,120; -- 10,130.--

805,243. 90

452,371. 28

777

Total 87 Projekte

450,686. 52

778

V e r s c h i e d e n e s . Wir sahen uns wiederholt veranlaßt, die Regierung des Kantons Graubünden auf die höchst bedauerlichen forstlichen Zustände in der Gemeinde Poschiavo aufmerksam zu machen und verschiedene Maßnahmen zu beantragen, um die sehr ausgedehnten, aber größtenteils verhauenen, wirtschaftlich vernachlässigten Waldungen in einen gedeihlicheren Zustand überzuführen. Es ist Hoffnung vorhanden, daß unsere Schritte von gutem Erfolg begleitet sein werden.

Obwohl die Gemeinden des Oberengadins schon seit Jahrzehnten für eine rationelle und pflegliche Bewirtschaftung ihrer Waldungen gewirkt, sind letztere dennoch durch wiederholtes Auftreten eines Insektes, des Lärchenwicklers, derart gelichtet worden, daß außerordentliche Maßnahmen zur Wiederverjüngung der Lärchwaldungen dringend notwendig geworden sind. Kanton und Gemeinden gehen hierin einig, und es wurde den diesPàlligen Vorschlägen unseres und des kantonalen Forstinspektorats auf einer von Vertretern des Kantons und der Gemeinden, im März 1902, in Samaden stattgefundenen Konferenz im allgemeinen beigepflichtet.

Um den Arven und Lärchen im Oberengadin noch weitere, für jene Höhenlagen geeignete Holzarten beizufügen, werden Kulturversuche mit ausländischen Holzarten gemacht.

Eine Arbeit über Verbreitung der in der Schweiz wildwachsenden Holzarten wurde in Angriff gönommen, nachdem die Kantone die Mitwirkung ihres Forstpersonals bereitwilligst zugesagt.

Mit den Einmessungen des Standes der Gletscherzungen, zu Händen der schweizerischen Gletscherkommission wurde fortgefahren. Die Resultate der Beobachtungen erscheinen alljährlich im Druck.

Für das Studium des interessanten Gletscher- und Felssturzes am Fletschhorn, Gemeinde Simpeln, Kanton Wallis, wurde auf Kosten des Bundes die große Moräne des Boßbodengletschers durch einen Ingenieur des eidgenössischen topographischen Bureaus aufgenommen.

An den schweizerischen Forstverein wurde, wie in früheren Jahren, ein Beitrag von Fr. 2500 ausgerichtet und ebenso Fr. 500 an den internationalen Alpengarten Linnaea bei Bourg St. Pierre im Wallis.

779

B. Jagd und Vogelschutz.

  1. Jagd.

In der Bundesgesetzgebung betreffend Jagd und Vogelschutz fand keine erhebliche Änderung statt. Es hat der Bundesrat unterm 28. Januar 1902 nur, auf ein Gesuch des Kantons St. Gallen hin, in Ergänzung seiner Verordnung vom 13. August 1901 über .Jagdbannbezirke für das Hochgebirgswild die Abgrenzung eines kleinen Gebietes des aufgehobenen Bezirkes Churfirsten als Wildasyl beschlossen.

Einem Ansuchen von Jägern aus der Gemeinde Dalpe, Kanton Tessin, um Verlegung eines Teils der Grenze des Bannbezirks Campo Tenda konnte nicht entsprochen werden.

Genehmigt hat der Bundesrat im Laufe des Berichtsjahres : 27. Dezember 1901 1. unterm----: . -- d a s revidierte Jagdgesetz d e s 21 Januar

1902

Kantons Graubünden, vom 3. November 1901, 2. unterm 10. April 1902 das neue Jagdgesetz des Kantons Zug, vom 30. Mai 1901, 3. unterm 15. August, eine Verordnung desselben Kantons betreffend Auszahlung von Prämien für Erlegung schädlicher Tiere, vom (i. August 1902, 4. unterm 15. August ein Reglement des Kantons Tessin betreffend Jagd und Vogelschutz, vom 26. Juli.

Verschiedenen Gesuchen von Kantonen um Bewilligung zum Abschuß von Gemsen und Murmeltieren in Jagdbannbezirken wurde, unter Hinweis auf die diesfällige bundesrätliche Instruktion vom 13. September 1883, entsprochen. Der stärkste Abschuß von 51 Gemsen und 75 Murmeltieren fand in dem vorzüglichen Bezirk Kärpfstock, Kanton Glarus, statt.

Dem Kanton Appenzell I.-Rh. wurde ausnahmsweise die Verlegung der Jagd auf Gemsen vom Monat September auf die Zeit vom 16. September bis zum 15. Oktober wegen befürchteter Verbreitung der Blasenseuche in den Alpen unter der Bedingung bewilligt, daß vom 8. Oktober an kein Gemswildbret außer den Kanton verkauft werde.

Bin Gesuch des Gemeindeamtes Garns, vom 22. Juli 1902.

um Bewilligung zum Abschuß von Gemsen und liehen während geschlossener Jagd, ebenfalls wegen angeblicher Verbreitung der

780

gefürchteten Blasenseuche durch dieses Wild, wurde der Regierung des Kantons St. Gallen zu gutfindender Erledigung überwiesen.

Im Berichtsjahr kamen folgende Jagdbannbezirke zur Inspektion : 1. Hut- und Uri rotstock des Kantons Uri und der beiden Unterwaiden, 2. Silberen-Räderten, Kanton Schwyz, 3. Wiggis-Hirzlikette, Kanton Glarus, 4. Graue Hörner und Asyl Churfirsten, Kanton St. Gallen, 5. Traversina und Spadlatscha, Kanton Graubünden, 6. Campo Tencia und Simano, Kanton Tessin, 7. Montagnes de Boudry, Kanton Neuenburg.

Die uns eingegangenen Berichte sprechen sich insbesondere aus über die Tüchtigkeit der Wildhüter, ihre Besoldung und Dienstverhältnisse, ihre Bewaffnung und sonstige Ausrüstung und Kenntnis des Wildstandes, ferner über Vorkommen und Abschuß von Raubzeug, Befund der Tagebücher etc. Die Tagebücher werden von den Wildhütern monatlich oder alle Vierteljahr dem kantonalen Jagdpolizeibureau zur Kontrolle übersandt.

Die Berichte der Jagdinspektoren wurden den betreffenden Kantonen zur Kenntnisnahme und mit der Einladung zugestellt, sich über die in denselben enthaltenen Bemerkungen und Vorschläge vernehmen zu lassen.

Im Bezirk Glärnisch, Kanton Glarus, der im September 1902 geöffnet wurde, kamen in acht Tagen 120 Gemsen zum Abschuß, worauf sofort wieder Jagdschluß stattfand.

Die Jagdbannbezirke (Tabelle VI) nehmen gegenwärtig insgesamt eine Fläche von 1789 km2 ein. Der ausgedehnteste ist der über die drei Kantone Uri und die beiden Unterwaiden sich erstreckende Bezirk Hutstock und Urirotstock mit 186 km2, der kleinste der neuenburgische Bezirk Montagnes de Boudry mit nur 20 km 2 .

Überwacht werden die Bannbezirke von 42 Wildhütern, mit zeitweiliger Aushülfe. Die diesfälligen Ausgaben, mit Inbegriff der Unfallversicherung, der Entschädigung für Wohnung, Kleidung und Bewaffnung, sowie die Auslagen für Schußprämien und Verschiedenes kamen im Jahr 1902 auf Fr. 43,783. 49 zu stehen,

Tabelle

VI.

Wildhut in den Jagdbannbezirken un Jahre 1902.

i i i | Ì

Kanton.

Name

-

,, l Il !:

Wild| Erlegtes Raubwild.

Grosse hiiter, Fixe UnfallBewaffnung 1 deren FrevelBesoldungen versicherung und Anzahl. anzeigen. Haarper Federper 1 oder Betrag der Ausrüstung der Taggelder. WildhUter.

wild.

wild.

Bezirk. i Kanton.

1 !1 . Fr.

km 2 Fr.

Fr km 2

i

Bern

1 . Faulhorn . . . .

2 . Kander-Kien-Suldtal .

Luzern

Schratten-Rothorn

. . . .

Silberen-Räderten

Glarus

1 Kärpfstock 2. Wiggis-Hirzlikette

Freiburg

.

.

.

.

Schopfenspitze

Appenzell A.-Rh. . .

. Säntis

Appenzell l.-Rh.

S t . Gallen

. ''

GraubUnden . . . .

  1. Graue Hörner 2, Churflrsten (Wildasyl) 1. Spadlatscha 2. Traversina

. . . .

:, · ·.

.

. <'| i1

Ì Waadt Wallis

Neuenburg . . . .

  1. Campo Tencia 2. Simano Diablerets-Muveran

i .

.

1

. i>

  1. Mont Pleureur und Mont Blanc de Seilion !.
  2. Mont Dolent und Col de Balm . . . .
  3. Mont Ruan . . .

' lì Montagne de Boudry .

Total

11

4

300.--

36.--

2

4

14

40

1

3

17

12

79

1

3

15

132 l 223 91

{ Î

1

79

25

19.--

930.--

2. --

i

865.--

54.05

90.--

1·Lv* ^

1

550.--

36.--

20.--

12.30

27 17

27 12

2,400. -- 1,200. --

76.37.50

108.-- 35.40

5.30

'

50.-

-i schiedenes. :

-i

fläche.

i

Fr.

Fr.

Fr.

Fr.

1

164. 45

11.-- 75.--

88.45

Total,

Bundesbeitrag.

3. 10

5,793. 15

1,931.05

20.61

427.--

142. 33

7.23

440.--

146. 67

6.19

990.--

330.--

13.20

1,153.05

384. 35

28.82

637. 40

212.47

8.07 !1

!

71.50 14.--

199. --

41.50 1 4,352.85

1,450. 95

19.51 Ì Ì

500.--

103.--

16.--

3,014. 20

1,004. 73

24.11

1,068.75

356. 25

10.68

1

1

2

18

30

900.-

60.--

l

15

1

3

31

750.--

61.80

/ 1 105

5

13 39

17 11

1 3,600.--

132.--

56.40

24 17 10

5 2

i3 15.-- 13.--

153. 10

34 27

13 10

1 5,199.84

60. --

26.--

360.--

29

17

3,850. --

144. --

5. --

100. --

21

i 2,940.-- i

180.--

29.20

1

2

2 2

-

72 1 138 / 66 t

2 2

5 16

78 \

4

5

1 1 Ì 1 ;

'l jl

5

4L --

:

Leistungen der Kantone per km* Bannbezirk-

36.-- j2

10

(i

40.--

16.--

82.80

2

223. --

54.--

2,312.40

\

Fn

28.--

20

1 336

Fr.

Ver-

440.--

51

78

1

41.70

1

1 134

132 127 77

Fr.

2

92 13 | 41 37

Fr.

125

125

i.

Tessin

324.--

75

. .

. . . .

5,000. --

2

186

!, i l 1

63

2

i

. ],

195

71

Nidwaiden . . . .

Schwyz

1

1

59

Hutstock- Urirotstock

7

6

59

' i li

Enti Schädigung j Schuss. i: Zeitweilige filr Aushülfe.

Wohnung und) P rämien Kleidung, j

Zulage für Munition.

i

. . . . 172 . . . . h 1 0 9 1 281

Uri

Obwalden

Kosten der- 'Wildhirt.

Tätigkeit der Wildhüter.

BazmbeiEix-ke.

8 II

72

1,300.-- 1,500. -- 1,300. --

22.75

J. ti. ^^

Ì

86.-

300.--

8. -- 8. -- 5.10

100.--

166.--

50.--

1,127.80

375. 93

75.18

256.--

332. 50

127.95

4,804. 85

1,601.61

45.77

5.32 5.31 1 4,457. 15 5.32

1,485. 72

33.26

5,801. 84

1,933. 95

42. 04

4,399. --

1,466. 33

3,277. 25

1,092.42

9.75

2,039. 20

679.73

101.96

43,783. 49

14,594. 49

24.47

60.36.-- 30.--

156. -- |

300.--

i 13.95 j

128. 30

15.--

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265

37,343.44 | 1354. 15 i i

507. 65

142.35

1308.-- j 1230.80 1297.95 1 1 1 i ,

599. 15

1

781 an welche der Bund den Kantonen ein Drittel oder Fr. 14,594. 4';) beigetragen.

Von den Wildhütern wurden an Raubzeug erlegt 661 Stück Haarwild und 275 Stück Federwild, zusammen 926 Stück (1901 : 1060 Stück). In einigen Bezirken kamen viele Füchse zur Strecke und hat infolgedessen der Hasenbestand in denselben zugenommen, in anderen besitzen die Wildhüter noch keine Fallen oder sind mit dem Legen derselben noch zu wenig vertraut, daher der Wunsch laut wird, es möchte das Giftlegen, wenigstens in steinigen, felsigen Gegenden, bewilligt werden, wo dem Fuchs schwierig beizukommen ist.

In den meisten der neuaugelegten Bannbezirke war das Wild stark ausgeschossen, in den älteren dagegen ist der Wildstand befriedigend bis stark, so daß hier auch der Abschuß von Nutzwild notwendig wird. Im Bezirk Bernina, Kanton Graubünden, wurden Gemsrudel bis 95 Stück, im Bezirk Säntis, Kanton Appenzell, bis 100 Stück gesehen, und aus dein Bezirk Spadlatscha wird vom Wildhüter sogar ein Rudel von 200 Stück angegeben.

Die Murmeltiere vermehren sich überall, wo sie vorkommen, sehr stark, und die angelegten Kolonien gedeihen vorzuglich.

Das Rehwild verbreitet sich immer mehr über die Bannbezirke; im Bezirk S >adlatscha sollen zirka 200 Stück stehen.

Einige Kantone haben solches im Ausland angekauft und ausgesetzt, so der Kanton Tessin im Bezirk Campo Tencia und der Kanton Wallis im Bewirk Mont Dolent. Der Kanton Neuenburg hat die Montagnes de Boudry mit Hasen und Damwild besetzt.

Edelwild verbreitet sich in Graubünden, vom Rhätikon her, immer mehr über den Kauton.

Brunst und Balz traten im Berichtsjahr infolge ungünstiger Witterungsverhältnisse spät ein, infolgedessen auch Wurf und Brüten sich verzögerten. Eine Gemsgeiß mit einem ganz kleinen Kitz wurde im Bezirk Säntis noch im Monat Oktober bemerkt.

Salzlecken sind noch wenige vorhanden und sollte für Pflege des Wildes in den Bannbezirken im allgemeinen mehr geschehen.

Durch Lawinen wurden im Bezirk Wiggis-Hirzli und im Urirotstock Gemsen, -wohl auch noch an anderen Orten des Gebirges, verschüttet.

Über Wildschaden sind dem Bundesrat keine Beschwerden eingegangen, auch hai das Wild unter Krankheiten nicht ge-

782 litten. Es ist nicht erwiesen, daß im Kanton St. Gallen und Appenzell T.-Rh. Gemsen und Rehe von der Blasenseuche befallen gewesen seien, wie vermutet wurde.

Die Wildhut hat sich im allgemeinen verschärft, und in den meisten Kantonen werden die Jagdfrevel durch die zuständigen Gerichte auch angemessener als früher bestraft. Ein sehr frecher Wildfrevel kam im Bannasyl Churfirsten vor.

Wegen Jagdfrevel im Rückfall wurde in drei Kantonen fünf Jägern die Jagdberechtigung auf 2 bis 6 Jahre entzogen.

Alleinjagende Hunde werden noch oft getroffen. Von solchen wurden bei Stansstad und Beckenried, Kanton Nidwaiden, Rehe in den Vierwaldstättersee gesprengt. In Jagdbannbezirken wurden einige solcher Hunde erschossen.

b. Vogelschutz.

Die internationale Übereinkunft zum Schütze der nützlichen Vögel wurde von der Bundesversammlung ratifiziert, ist aber noch immer nicht perfekt geworden.

Im Kanton Tessin wird der Vogelfang mit Fallen, Schlingen etc. immer noch fortbetrieben, ungeachtet der Aufsicht durch die eidgenössischen Grenzwächter und die kantonalen Landjäger.

Es wurden im Berichtsjahr durch erstere 18,460 Stück, durch letztere 11,628 Stück, zusammen 30,088 Stück, konfisziert. Die vom Kanton hierfür bezahlten Prämien belaufen sich auf Fr. 601. 76, wovon der Bund die Hälfte mit Fr. 300. 88 übernommen.

Der Jagdverein Huberte in Lugano verabfolgte den Polizisten, in Anerkennung ihres fleißigen Dienstes, Fr. 60 und ein Tierschutz ver ria in Stuttgart Fr. 36.

Am stärksten wird der Vogelfang in Malcantone, zum Bezirk Lugano gehörend, betrieben, wo im Berichtsjahr 13,793 Fanggeräte konfisziert und zerstört wurden.

Auf Veranlassung des Kantons St. Gallen wurde einem ausländischen Vogelhündler die Einfuhr von Singvögeln zum Verkauf untersagt, da er dieselbe in großem Maßstabe betrieb. Dagegen hat der Bundesrat, auf verschiedene Gesuche hin, die Einfuhr von lebenden Nachtigallen zum Zwecke der Aussetzung gestattet.

An den Zentralvorstand des deutschschweizerischen Tierschutzvereins wurde der von der Bundesversammlung bewilligte Beitrag von Fr. 800 pro 1902 ausgerichtet.

783

c. Fischerei.

Die G e,s e tzg ebunm g des Bundes über Fischerei blieb im Berichtsjahr unverändert.

Der Entwurf einer Revision der Fischereiübereinkunft mit Frankreich, dessen wir bereits in unserem Bericht pro 1901 Erwähnung getan, ist wegen Schwierigkeiten, welche derselbe im französischen Senat gefunden, noch heute nicht perfekt geworden.

Auf einige in der Konferenz der Fischereibevollmächtigten der Bodenseeufer-Staaten vom 4. Juli 1901 aufgeworfenen Fragen erklärten wir uns mit der Einsetzung von Regenbogenforellen in den Bodensee und auch von Hechten, deren Bestand sich vermindert haben soll, einverstanden. Ferner pflichteten wir der Ansicht bei, daß in diesem See eine größere Anzahl von Reisern (Errachen) erstellt und ferner Fischereikurse für die dortigen Fischer abgehalten werden sollten.

Italien wurde den 25. November 1902 der Entwurf einer revidierton Fischereiübereinkunft betreffend gleichartige Bestimmungen über die Fischerei in den beiden Staaten angehörenden Gewässern übermittelt, mit dem Vorschlag zu einer Konferenz behufs Beratung des Entwurfes.

Unterm 14. Oktober 1902 wurde dem Regulativ der Fischereikommission für don Fischfang im Zürichersee, Linthkanal und Wallensee, vom 23. November 1901, die Genehmigung erteilt.

Gestützt auf Art. 4, Abs. 3, des Bundesgesetzes betreffend die Fischerei wurde, unterm 26. Juli 1902, durch Vermittlung der Regierung des Kantons Graubünden einem Privaten in Silvaplana (Engadin), auf Zusehen hin und unter gewissen Bedingungen bewilligt, im See Giazöl, bei Sils, mit einem Netz von 21 mm.Sackmaschenweiteü zu fischen.

Gleichzeitig wurde der Regierung bemerkt, daß der Bundesrat sich vorbehalte, auf die erteilten Bewilligungen zur Verwendung von Pelzen miî, untermäßigen Maschen in den Oberengadinerseen jederzeit zurückzukommen.

Die ausnahmsweisen Bewilligungen zum Hechtfang während der Frühlingsschonzeit (".15. April bis Ende Mai) wurden für verschiedene Seen erteilt.

F i s c h er ei a u f s i e h t . Im Personal der eidgenössischen Fischereikommissäre für die Grenzgewässer ist im Berichtsjahr kein Wechsel eingetreten.

784

Kantonale Fischereiaufseher waren 185 angestellt, die an 22 Gehülfen zeitweise Unterstützung fanden. Deren Besoldungen samt Tag- und Reisegelder beliefen sich auf Fr. 67,767. 81 (1901 : 65,956. 22). Der Bund leistete den Kantonen an diese Ausgabe einen Beitrag von 50 % oder Fr. 33,883. 90.

Wenige von diesen Fischereiaufsehern befassen sich ausschließlich nur mit der Fischereiaufsicht. In einigen Kantonen sind damit Landjäger oder Förster beauftragt, die hierfür eine besondere Entschädigung erhalten. Diese Aufsicht kann nicht überall als befriedigend angesehen werden.

Der Kanton Wallis wurde wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß zwei Fischereiaufseher für den Kanton nicht genügen und zugleich eingeladen, die eine dieser schon seit 1900 vakante Stelle wieder zu besetzen.

In Murten wurde ein Kurs zur Heranbildung von Chefs der Fischereiaufseher für die Gewässer des Kantons Freiburg abgehalten.

An Fischerei-Raubzeug wurden 1902 erlegt: Fischotter .'

82 Stück Fischreiher 99 fl Haubensteißfüße . . . .

20 ,, Krähen 270 Zusammen 471 Stück.

Die kantonalen Prämien für diesen Abschuß beliefen sich auf Fr. 2971, der Bundesbeitrag an dieselben auf Fr. 1357. 30.

Die S c h o n r e v i e r e nahmen nach beiliegender Tabelle VII, in der Zahl an 42, eine Seefläche ein von 282,85 ha. und eine Fläche fließender Gewässer von 766,42 (in einer Länge von 1836 km.) ein. Gesamtfläche 1049,27 ha. (1901: 1096,68)- Hierbei sind 9 Kantone beteiligt.

Die Schonung ist eine absolute, oder aber es ist der Fischfang mit der Angelrute noch gestattet.

F i s c h s t e g e . Die seit Jahren schon sich hinziehenden Unterhandlungen mit dem Kanton St. Gallen über Erstellung eines Fischsteges in der Seez, bei Wallenstadt, ist noch zu keiner Erledigung gekommen.

Nachdem an der Stauwehre im Rhein, bei Rheinfelden, bereits zwei Fischstege angebracht worden, ist nunmehr noch die

Tabelle VII

Stand der Schonreviere auf Ende 1902.

Seen.

Kanton.

Bezeichnung des Schongebietes.

Bern

Flüsse und Bäche.

Uferlänge.

Fläche.

Plnßlänge.

Fläche.

km.

ha.

km.

ha.

  1. Weiße, schwarze und vereinigte Lutschine und deren Zuflüsse .

. . .

.

.

. .

286.00

131.00

2. Kleine Aare bei Interlaken, von der Parkettfabrik bis z u m Nadelwehr ' . . . . .

0.50

1.70

10.50

2.10

3. Allaine, von Charmoille bis Pruntrut

. . . . .

5. Sachseier Melchaa, Lopp in Lungern und Brunuibächli in Kägiswil . .

.

.

63.00

18.00 4.00

6. Giswiler-Aa

5.10

7. Schongebiet bei der Achereggbrücke in Stansstad

Glwus . .

8. Kleiulinthli bei Näfels, von dessen Ursprung bis zum Fabriketablissernent des Herrn Örtly-Jenny , . . .

2.10

0.68

9. Bodenwa)dbacb, von der Rothausbrücke in Mollis aufwärts bis zu seinem Ursprung, nebst Zuflüssen, iubegriffen das sogenannte Trümpybächli in Mollis . .

2.80

0.69

0.50

0.12

. .

0.50

7.50

10. Reitimattbach und Gnüsbach, von deren Ursprung bis zur Ëinmlindun" in die Linth

. . .

n « Gebrauch der Angelrute gestattet.

7.60

Gebrauch der Angelrute, wenn nicht gewerbsmäßig betrieben, gestattet.

Gebrauch der Angelrute gestattet.

6.60

1.98

·n

n

n

-n

Absolute Schonung,

0.80

n

»

5.00

0.60

·n

-n

14. Sämtliche innerrhodischen Zuflüsse des Rothbaches, inbegrififen der Mendlebach . . ' . . '.

12.00

0.60

D

n

42.00

7.60

n

n

5.00 2.00

0.50

»

«

n

-n

1>

T)

' TI

-n

15. Gewässer der Gemeinden Arosa und Langwies: a. Plessur mit Schwellisee und Zuflüssen, bis an die Grenze von Peist ".'

b. Welsehtobelbach auf Arosergebiet bis an die Alvaneuergrenze . .

c. Altainbach, von den Wasserfallen abwärts . . .

d. Seebach, vom Ausfluß aus dem Untersee bis zur Plessur · . . .

0.80

2.00

19. Gewässer der Gemeinde Silvaplana . . .

. .

5.00

200.00

20. Moësa, von der Brücke St. Giacomo bis zum Wasserfall Pignella . ;. . . . .

21. Moösa, vom Wasserfall Cebbia bis zur Brücke Gregorio 22. Calancasca und Zuflüsse auf Gebiet deröetneinde Calanca 23 Gotthardseen

5.00

26. Orino und Zuflüsse bei Malvaglia . ' . ' · ' . ' . ', 27. Verzasca und Zuflüsse auf Gebiet der Gemeinden Frasco und Sonogno, oberhalb der Brücke Rot, Gewässer des Val d'Osola, Gemeinde Brione . . . · ' . .

. . .

29. Maggia und Zuflüsse, von Ponte Brolla an aufwärts 30. Bach von Vira- Garn borogno 31. Vedeggio und Zuflüsse auf Gebiet der -Gemeinden Medaglia und Isone 32. Capi-lasca bis zur Mündung in den Cassarate .

. .

33. Der Avancen von Nant und derjenige von Ânzeindaz, von der Brücke Peuffayre aufwärts bis zu den Quellen 34. Die Veveyse, für den gesamten Lauf auf Waadtländergebiet . .

Venoge, vom Wehr ,,Praz Nove" bis zum Wehr Redonnes" (Moiry) . . . . . .

. .

Nozon, von der Brücke la Gallaz ob Nidau bis BrUcke von Romainmôtier . ' · ' . - . - .

39. Die Treymaulaz und deren Zuflüsse, von der Gemeindegrenze Cerniaz bis zur Mündung in die Broye . .

40. Der See von Neirveau (Eau- Froide") . . ' . · ' . . . .

41. Der See von Rettau

14.oo 2.00

2.00 2.00 214.00

1.00

·n

v

1.00

·n

n

SO.oo

n

n

·n

n

Gebrauch der Angelrute gestattet.

145.oo

6.00 59.00

1.20

121.00

15.io

16.oo 440.00 15.00

2.60

Absolute Schonung.

8.60

·n

r,

D

D

493.70

·n -n Gebrauch der Angelrute gestattet.

300.oo

Absolute Schonung.

2.60

53.00 16.00

7.80

n

D

2.60

·n

i)

87.00

20.00

D

n

32.00

14.oo

·n

-n

3.00

1.60

·n

n

1.60

1.00

D

D

17.oo

»

-n

3. BÖ

1.60

·n

»

5.00

1.50

yi

n

n

fi

·n

i)

»

n

61.8»

17.oo

0.80

0.»5

0.40

0.90

42. Die Promeuthouse, von der Kantonsstraße bis zum See Total

0.80

14.oo 12.00

318.00

25. Scaredrabach und Zuflüsse, Gemeinde Corzoneso . .

.

'

8.60

24. Tessin, auf der Strecke zwischen Ronco-Bedretto und dem Zuflüsse des Ticinello in Chironico, nebst Zuflüssen , . . . .' ' . . .

28. Mergoscia und Zuflüsse

0.60

278.80

18. Averserbach, von der Vereinigung der beiden Bäche von Oberthal und Unterthal bei Cröt bis zur EinmUndung des Averserbaches bei der Roffla-Schlucht in d e n Rhein .

. . .

, . .

D

1.00

17. Pardislabach, auf Gebiet der Gemeinde Paspels . .

Waadt

T)

13. Sämtliche Quellbäche bei Oberurnen links vom Rautibrunnen, auch Mühlebach genannt, von deren Ursprung zwischen Näfels-Oberurnen hinweg bis zur Einmüadung i n d e n Rautibrunnen . . . . . . . . .

16. Wiesenbäehe, auf Gebiet der Gemeinde Klosters, von der Landquartbrücke einwärts bis Auja

Tessin

T)

4.88

11. Erauchbaoh, von seinem Ursprung bis zur Sernft, nebst Zuflüssen . . . .

12. Niedernbach samt Auerbach bei Schwanden . . .

Appeneeü l.-Rh. . .

T>

5.»o

0.80

Nidwaiden . . . .

Bewilligung zum Fischfang zum Zwecke der kunstlichen Fischzucht vorbehalten.

Absolute Schonung.

63.00

Obwalden . . . .

Bemerkungen.

ha. '

134.80

Luzern . . .

Graubünden

Totalflache per Kanton.

12.00

282.85

2.00

3.00

1836.50

766.«2

1049.87

Tabelle

Zürich Bern Uri

Obwalden Nidwaiden Glarus Zug Freiburg Solothurn

. . .

. . . .

. . . .

Floß- trad à S Seeforelle.

Bachforelle.

Lachs(Trutta 0e bastard. lacnstris L.) (Tratta ·Se Sr3a» farlo L.)

$â%2

4 32

325,500 217,000 102,900

9

11,000

1 3 1

211,000

10,000 60,100 1,350,500 22,000 136,500 205,600 118,000 12,000

1

144,900 42,000 29,000 8,000

1 4 8 9

Baselstadt . . . .

Basellandschaft . . .

Schaff hausen . . . .

Appenzell A.-Rh. . .

St. Gallen Graubünden . . . .

Aargau Thurgau Tessin Waadt. . . . . .

Wallis Neuenburg

Lachs.

(Trotta salar L.)

1 7 1

231,700

15,000 65,000 133,000

1 15

181,000

4 23

181,000

87,700

3 18 11 2

. . . .

68,000

3

Total 162

507,500

74,000 35,000 13,700 84,800 75,000 676,300 394,400 9,000

Äsche.

Rötel.

(Thymollus Felchen.

(Salmo sal- vnlgaris (Coregoni.)

velinns L.)

Nus.)

8,000 10,000

210,000 612,000 56,000 173,000

14,000 124,200 226,700

184,000 282,000

Hecht.

(Esox lucins L.)

2,000,000 1,180,000 5,400,000 1,925,000

139,000

800,000 2,000 12,000 2,534,000 28,000

6,000

4,530,000 1,000,000 150,000 60,000

24,000 148,000 195,000

380,500 8,000 94,500 100,000 548,800 55,000 10,000 137,000 651,200 60,000 95,000 60,000 515,000

Ausgebrütete Fischchen.

50,000

4,350,000

Total.

3,463,000 3,007500 5,753,100 118..000 2,150,000 835,000 160,600 138,800 8,168,000 928,300 394,400 116,000 693,500 662,200 100,000 5,194,800

137,000 5,906,900 283,000 4,549,000 247,000 12,041,000 1,210,000 13,558,000 1,175,000 450,000 626,000 180,200 47,000

2,220,000

Lachs.

(Trotta salar L.)

F-T «3 ä

304,500 192,300 23,800 10,000

120,000 407,100 56,500 1,112,100 177,100 93,500 107,000 10,000 72,400 25,000 13,000 142,500 84,500 41,200 71,000 27,000 6,500

60,000

12,000

131,500 154,900

72,500 180,300 506,100 50,000 146,300

761,000

612,300 367,500

8,500 14,000

Äsche.

Botel.

(Salmo sal- (Thymallns velinus L.) vnlgaris Nils.)

6,500 7,500

Felchen.

(Coregoni.)

Aal.

Hecht (Angolila (Esox lucilia L.) vulgaris Flem.)

10,000

1,800,000 620,000 5,000,000 1,380,000

8,000 5,000

23,000

3,015,000 145,000

3,008,900 2,001.900

1,582,400 485,000 157400 133 700

460,000

2,195,000

Total.

6 280,600 107,000

1,900

7,200 90,500 53,000 481,400 39,000 8,700 128,800 578,900 33,300 83,700 55,400 474,300 11,300 107,000 192,000

160,000 168,000

120.000

7,000 355,200

62,300 217,800 125,000

2.666,700

909,100 528,700 1,875,500 6,395,700 167,000 123,000 2,728,000 1,441,000 39,595,000 2,270,000 56,033,000

!A

Floß- und Seeforelle. Bachforelle.

Lachs(Tratta 'S S ==2 bastard. lacnstris L.) (Trutta fario L.)

Bachsaibling.

(Salmo fontinalis.)

Kantone.

Eingesetzte Eier.

Bachsaibling.

(Salmo fontinalis.)

Anzahl der Anstalten.

Leistungen der schweizerischen Fischbrutanstalten während der Brutperiode 1901/1902.

670,000 30,000

20,000 93,500 175,500

5,978 000 821 800 367500 99,000 611,000 610 000 63,000

50,000

i

28..200

2,801,000

223.600 3,547,700 127,000 10,112,000 449,600

870,000

1,481,000

474,100 1,511,400 5,583,800 109,700 107,100 2,349,700 1,040,600 30,811,300 1,570,000

VIII.

BrutSumma der unter fläche.

amtlicher BrutKontrolle gläser.

in öffentliche EierGewässer ausgesetzten Unter- f Fischchen. lagen m . Stück.

2,960,400 1,966,600 5,280.500 107,000 1,582,400 485000 157,400 133,700 5,978.000 813800 296,500 99000 510000 616000 46,200 3,415,100 128,800 4,672,100

54.10 63.55

10 21

1945

32

9.00 7.80

26

1.20

4

4.00 1.20

46 60 35.90

6 44 4

7.76 3 60

5.50

2

21.60

3

2.00

3,611,600 128,800 4694,600 11,164,400 11,164,400 1,104,200 1,104,200 517,400 617,400 157,000 142000 1,847,600 1,847,500

53.30

13.10

9

10,000 44,328,700 44,024,000

493.70

284

24

4.70

46.io 5.40 27.55

25 66 8

52.70 7.70

785 Erstellung eines dritten am linken, schweizerischen Ufer in Angriff genommen worden.

Unterhandlungen, wurden gepflogen über die Anlagen von Fischstegen im Rhein hei Äugst-Wyhlen, Laufenburg und Rheinau; ferner an der Birswehre bei Dornachbruck ; an der Reuß bei Gisikon ; dreier Fischstege bei Utzenstorf, Kanton Bern, und eines solchen an der Wasserkraftanlage in Bois-Noir, hei St. Maurice (Kanton Wallis).

Dem Kanton Graubünden wurde die Erstellung eines Fischsteges an der Stauwehre bei Felsenbach, welche mit großen Schwierigkeiten und Kosten verbunden gewesen wäre and der Landquartfabrik zu bedeutende Wasserkräfte entzogen hätte, vorläufig erlassen, unter der Bedingung, daß in die Landquart, oberhalb der Wehre, eine gewisse Anzahl junger Fischchen ausgesetzt werde.

Durch die Errichtung zahlreicher Talsperren in den Gorges de la Reuse und die in diesem Fluß auf kurze Zwischenstrecken erstellten Stauwehren für Fabriken, ist es den Seeforellen nicht mehr möglich, aus dem Neuenburgersee in die Reuse emporzusteigen und muß daher zur Erhaltung des Fischbestandes in derselben durch Aussetzungen nachgeholfen werden.

F l u ß v e r u u r e i n i g u n g. Eine Beschwerde über Verunreinigung der Chalière bei Münster durch Sandwaschereien zum Nachteil des dortigen Fischbestandes, wurde durch eine entsprechende Beschlußnahme der Regierung des Kantons Bern erledigt.

F i s c h z u c h t . Die Anzahl der Brutanstalten ist im Berichtsjahr auf die bisher noch nie erreichte Zahl von 102 gestiegen (1901: 150).

Die Fläche der Eierunterlagen beträgt jetzt 493 m2, die Anzahl der Brutgläser 284 Stück.

Laut beiliegender Tabelle VIII wurden 56,033,000 Stück Eier eingelegt und daraus 44,328,700 Fischchen gewonnen (1901 : 38,289,600). Zur Aussetzung in öffentliche Gewässer gelangten 44,030,057, wovon (5057 Stück halbjährige, für welch letztere «in erhöhter Beitrag ausgerichtet wurde.

Die erbrüteten Fischehen stellen sich nach Fischarten wie folgt zusammen :

Bundesblatt.

55. Jahrg. Bd. I.

53

786

  1. inländische Arten: Stück.

761,000 474,100 1,511,400 5,583,800 2,349,700 1,040,600 30,811,300 1,570,000 10,000

Lachse Lachsbastarde Seeforellen Fluß- und Bachforellen Rötheli (Saiblinge) Äschen Felchen Hechte Aale

Stück.

44,111,900 b. ausländische Fischarten : Regenbogenforellen Bachsaiblinge (Salmo fontinalis)

.

.

109,700 107,100 216,800 Zusammen

44,328,700

Der Bundesbeitrag an die in schweizerische öffentliche Gewässer ausgesetzten Fischchen erreichte den Betrag von Fr. 23,976.14.

V e r s c h i e d e n e s . Der Kanton Tessin setzte uns von einer sehr verbreiteten, größtenteils tötlichen Krankheit der Agoni (Maifisch) im Luganersee in Kenntnis, worauf wir Herrn Prof.

Dr. Studer in Bern mit der Untersuchung derselben beauftragten.

Ein abschließender Berieht über diese Krankheit ist uns noch nicht zugekommen.

Dem schweizerischen Fischereiverein wurde der, von den Katen beschlossene Bundesbeitrag von Fr. 3000 pro 1902 übermittelt.

787

# S T #

Botschaft des

Bundesrates an die Bundesversammlung, betreffend Erneuerung der Konzession eines elektrischen Tramways in Romont.

(Vom 6. März 1903.)

Tit.

Durch Bundesbeschluß vom 1. Juli 1899 (E. A. S. XV, 562) wurde den Herren E. Dupraz, Fürsprecher, in Romont, und August Winkler, Geometer, in Freiburg, zu Händen einer zu bildenden Aktiengesellschaft die Konzession erteilt für den Bau und Betrieb eines elektrischen Tramways in Romont. Es sollte dieses Tramway eine Verbindung zwischen der Stadt Romont und der gleichnamigen, bedeutend tiefer gelegenen Station der Jura-Simplon-Bahn herstellen.

Die im Artikel 5 der Konzession angesetzte Frist zur Einreichung der technischen und finanziellen Vorlagen, sowie der Gesellschaftsstatuten, wurde durch Bundesratsbeschlüsse vom 17. Juli 1900 (E. A. 8. XVI, 179), und vom 6. Juli 1901 (ibidem, XVII, 141) bis zum 1. Juli 1902, verlängert.

Da aber bis zu diesem Termin weder die Vorlagen eingingen, noch ein Gesuch um weitere Fristerstreckung gestellt wurde, ist die Konzession erloschen.

Mittelst Eingabe vom 18. November 1902 stellte der eins der Konzessionäre, Herr Fürsprecher Dupraz, ein Gesuch um

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Bericht des Bundesrates an die Bundesversammlung über seine Geschäftsführung im Jahre 1902

In

Bundesblatt

Dans

Feuille fédérale

In

Foglio federale

Jahr

1903

Année Anno Band

1

Volume Volume Heft

10

Cahier Numero Geschäftsnummer

---

Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

11.03.1903

Date Data Seite

625-787

Page Pagina Ref. No

10 020 466

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