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Bundesblatt 108. Jahrgang

Bern, dea 15. März 1951

Band I

Erscheint wöchentlich, preis 28 Franken im Jahr, 15 Franken im Halbjahr zuzüglich Nachnahme- and Postbestellungsgebühr Einrückungsgebühr 50 Rappen die Petitzeile oder deren Baum. -- Inserate franko an Stämpfli&è de. in Bern ·

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Botschaft des

Bundesrates an die Bundesversammlung über Erweiterung, Ausbau und Erwerb von Waffenplätze (Vom 9. März 1951) Herr Präsident!

Hochgeehrte Herren!

In unserer Botschaft betreffend das Rüstungsprogramm und seine Finanzierung wurde darauf hingewiesen, dass für den Ausbau der Waffenplätze eine besondere Botschaft an die eidgenössischen Räte gerichtet werde, obwohl die Kosten für den Ausbau der Waffenplätze im Plan für die zusätzlichen Militäraufwendungen. Inbegriffen und in dem für die Deckung vorgesehenen Betrage enthalten sind.

Wir haben uns zu diesem Vorgehen entschlossen, weil der Ausbau der Waffenplätze nur zum Teil auf die Verstärkung der Bewaffnung zurückzuführen ist und weil es sich um friedensmässige Bauten handelt, für die eine Notwendigkeit der Geheimhaltung nicht besteht und somit ausführlich Bericht erstattet werden kann. Im Rüstungsprogramm sind die mutmasslichen Aufwendungen für die Waffenplätze mit 25,8 Millionen Franken angegeben. Die inzwischen erfolgte abschliessende Prüfung der einzelnen Waffenplatzprojekt führte indessen zu einigen Änderungen und damit zu einer Erhöhung der Kosten auf rund 80,5 Millionen Franken.

Wir beehren uns, Ihnen über die in Frage kommenden Massnahmen folgendes auszuführen:

  1. Erweiterung und Auebau der Artillerie-Waffenplätze I. Allgemeines Mit Botschaft vom 22. Februar 1946 über den Bau des interkontinentalen Flughafens Zürich-Kloten (Bundesblatt 1946 I, S. 895 ff.) haben wir Sie über die Folgen orientiert, welche die Abtretung des bisherigen Artillerieschiessplatzes Bundesblatt. 103. Jahrg. Bd. I.

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726V Kloten-Bülach für die Schiessausbildung unserer Artillerie mit sich bringt.

Dazu kommt, dass durch die Entwicklung der Artilleriewaffe, die Vermehrung der Zahl der Batterien und die Einführung von Geschützen mit grösseren Kalibern und gesteigerter Tragweite, die Erweiterung der bestehenden Artilleriowaffenplätze dringend notwendig geworden ist. Mit dem Wegfall des bisher leistungsfähigsten Artillerieschiessplatzes Kloten-Bülach ist die Lösung dieses Problèmes besonders dringlich geworden.

Bis zur Jahrhundertwende war die Artillerie für ihre Schiessübüngen auf die Waffenplätze Thun, Bière und Frauenfeld angewiesen. Diese bestanden alle drei aus einer vollständig kahlen Ebene mit einem Hang als Kugelfang, der eine beschränkte Zielaufstellung gestattete, den damaligen Anforderungen jedoch vollauf genügte. Auf diesen Plätzen konnte bis auf höchstens 3000 m geschossen werden. Für die Durchführung von gefechtsmässigen Schiessübungen war man auf Geländeschiessplätze angewiesen, welche damals noch in erreichbarer Nähe der Waffenplätzo vorhanden waren.

Die Neubewaffnung der Feldartillerie in den Jahren 1904/05 mit 7,5-cmSchnellfeuergeschützen brachte nicht nur eine Vermehrung der Batterien und das indirekte Bichtverfahren, sondern eine vollständige Umstellung der Ausbildung der Artillerie mit sich. Dies führte im Jahre 1909 zum Erwerb des Platzes Kloten-Bülach, der 1912 bezogen werden konnte. Im Gegensatz zu den alten Schiessplätzen, deren Zielgelände eine Breite und Tiefe von nur wenigen hundert Metern aufwies, hatte dieser Platz eine Breite von rund 800 in und eine Tiefe von 4000 m. Ein besonderer Vorteil lag sodann darin, dass in beiden Längsrichtungen geschossen werden konnte; ferner gestattete er das Schiessen in die Ebene.

Der Artilleriewaffenplatz Thun fiel wegen seiner starken Belegung mit andern Schulen und Kursen und namentlich auch wegen des allzu beschränkten und ungünstigen Zielgeländes immer mehr aus. Im Jahre 1945 wurde er von der Artillerie vollständig aufgegeben. Anderseits waren Sitten und Monte Ceneri als Artilleriewaffenplätze neu hinzugekommen.

Die Verhandlungen über die Abtretung des Artillerieschiessplatzes KlotenBülach wurden auf der Grundlage geführt, dass der Kanton Zürich Eealersatz beschaffen sollte. Der Begierungsrat des Kantons Zürich erklärte sich damit auch grundsätzlich einverstanden. Die Schaffung eines neuen Artilleriewaffen- und -schiessplatzes bot jedoch angesichts der starken Besiedlung und Bewirtschaftung unseres Landes die grössten Schwierigkeiten. Nach einlässlicher Prüfung konnte in der Gegend von Eothenthurm-Biberbrücke ein gebietsmässig geeigneter Platz gefunden werden. Abgesehen vom Widerstand in den Kantonen Schwyz und Zug scheiterte die Verwirklichung dieses Projektes, insbesondere der ausserordentlich hohen Kosten wegen, die auf über 50 Millionen Franken berechnet wurden. Bahn und Strasse hätten aus Sicherheitsgründen verlegt werden müssen, was besonders hohe Kosten verursacht hätte. Dazu kam, dass dieses Projekt nicht in allen Teilen zu befriedigen vermochte.

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Um den Kanton Zürich in seinem Bemühen um die Schaffung des interkontinentalen Flughafens in Kloten zu unterstützen, erklärte sich der Bundesrat schliesslich bereit, auf dio Erstellung eines neuen Waffenplatzes zu verzichten und sich mit der Erweiterung und dem Ausbau der vier bestehenden Artilleriewaffenplätze Bière, Frauenfeld, Sitten und Monte Ceneri zu begnügen, wohlwissend, dass diese Lösung keinen vollen Realersatz für den Ausfall von KlotenBülach darstellte. Der Ausbau war so gedacht, dass in Bière und Frauenfeld dio Möglichkeit geschaffen werden sollte, je zwei Rekrutenschulen oder eine Rekrutenschule und eine Offiziersschule nebeneinander, d.h. je vier Schulen irn Jahr, durchzuführen. In entsprechender Weise sollte das Schiessgebiet erweitert werden. Auf den Waffenplätzen Sitten und Monte Ceneri war die Durchführung von je zwei Schulen im Jahr vorgesehen.

Die Erweiterung des Schiessplatzes in Frauenfeld, ist aber im Kanton Thurgau auf ausserordentlichen Widerstand gestossen. Diesem Umstand haben die eidgenössischen Räte im Bundesbeschluss vom 18. Juni 1946 über den Bau des interkontinentalen Flughafens Zürich-Kloten in dem Sinne Rechnung getragen, dass zwar der Abtretung des Artillerieschiessplatzes Kloten-Bülach an den Kanton Zürich zugestimmt, aber die vom Bundesrat vorgesehene Lösung für dessen Ersatz nicht genehmigt wurde. Der Bundesrat wurde vielmehr beauftragt, eine geeignete andere Ersatzlösung zu suchen und den eidgenössischen Räten zu gegebener Zeit Antrag zu stellen.

Auf Grund dieser Sachlage sah sich das Eidgenössische Militiirdepartement erneut gezwungen, die Schaffung eines neuen Artilleriewaffenplatzes zu prüfen.

Von verschiedener Seite sind ihm Vorschläge gemacht und diese vom Waffenchef der Artillerie in Verbindung mit der Artilleriekommission sorgfältig geprüft worden. Diese Vorschläge erwiesen sich indessen als unbrauchbar. Entweder hätte wertvolles Kulturland in Anspruch genommen oder zahlreiche Siedlungen enteignet werden müssen. Einzig im Berner Jura zeigte sich die Möglichkeit der Anlage eines Artilleriewaffen- und -schiessplatzes. Die Projekte «Les Breuleux» und «Saignelegier» scheiterten jedoch am heftigen Widerstand der Gemeindebehörden und der Bevölkerung. Angesichts dieser Schwierigkeiten wurde dem Eidgenössischen Militärdepartement aus Kreisen der Ajoie der Vorschlag unterbreitet, die Schaffung eines Artilleriewaffenplatzes bei Pruntrut zu prüfen. Als Artillerieschiessplatz käme die Gegend südlich Pruntrut zwischen Villars-sur-Fontenais und Bressaucourt in Betracht. Vom artilleristischen Standpunkt aus würde sich dieses Gebiet eignen. Die Frage der Verwirklichung dieses. Projektes ist bereits seit längerer Zeit Gegenstand der Prüfung. Aber auch hier entstand eine Bewegung in der Bevölkerung, die sich gegen die Errichtung des Schiessplatzes wandte. Es wurden Bedingungen gestellt und Einschränkungen in der Benützung verlangt, die auch diese Lösung in Frage stellen. Dazu kommt, dass, nach dem heutigen Stand dieses Geschäftes beurteilt, mit Kosten gerechnet werden muss, die kaum verantwortet werden können.

Es ist daher sehr fraglich, ob ein neuer Waffenplatz zu tragbaren Bedingungen in absehbarer Zeit gefunden werden kann. Angesichts dieser Sachlage

728 hat sich erneut die Frage gestellt, ob mit den bestehenden Wat'fenplätzen nicht doch auszukommen wäre. Durch den Um- und Ausbau der bestehenden Artilleriewaffenplätze, eine stärkere Belegung und eine zweckmässigere Ausnützung der alten und neuen Anlagen soll in den kommenden Jahren festgestellt werden, ob auf die Schaffung eines neuen Waffenplatzes verzichtet werden kann. Unter allen Umständen aber müssen die heute bestehenden Waffen- und Schiessplätze erhalten werden; bei ihrer Erweiterung ist den besonderen örtlichen Verhältnissen Eechnung zu tragen. In Frauenfeld soll auf eine Parallelführung zweier Bekrutenschulen schiessender Artillerie verzichtet werden, und es sollen nur jene Erweiterungen vorgesehen werden, die nötig sind, um diesen Schiessplatz überhaupt weiter benutzen zu können.

In der Öffentlichkeit wurde die Anregung gemacht, die Schiessübungön der Artillerie ausserhalb der Waffenplätze im Voralpen- oder Alpengebiet durchzuführen.

Eine Verlegung sei heute zufolge der Motorisierung leichter möglich als früher. Hiezu ist zu bemerken, dass schon heute die feldniässigen Schiessübungen ausserhalb der Artilleriewaffenplätze abgehalten werden. Eine Verlegung ist aber erst möglich, wenn die erste schulmässige Schiessausbildung auf besteingericbtetem Schiessplätzen als abgeschlossen betrachtet worden kann. Mit ungenügend ausgebildeten Kanonieren und insbesondere auch mit ungenügend ausgebildeten Motorfahrern wären solche Verlegungen nicht zu verantworten.

Zudem würde die Ausbildung der Truppe ganz wesentlich erschwert. Es mehren sich auch die Schwierigkeiten, Schiessübungen ausserhalb der Waffenplätze durchzuführen. Zufolge der starken Besiedlung, der zahlreichen Bahnen, Strassen und Starkstromleitungen, der Alpbestossung, des Skisportes und des Touristenverkehrs werden die Möglichkeiten für solche Schiessübungen im Voralpenund im Alpengebiet je länger je mehr eingeschränkt.

H. Ausbau und Erweiterung der Artilleriewaffenplätze Bière, Frauenfeld, Sitten und Monte Ceneri Seit Kriegseride hat sich die Entwicklung der Artillerie in folgenden drei Hauptrichtungen bewegt: Die gesamte Feldartillerie ist umbewaffnet worden. Die alten 7,5-cm-Geschütze sind durch moderne 10,5-cm-Haubitzen ersetzt worden. Die Artillerie schiesst auch grundsätzlich nicht mehr batterieweise, sondern im Abteilungsverband, und schliesslich ist die gesamte Artillerie motorisiert worden.

Diese drei Faktoren üben einen starken Einfluss auf die Gestaltung der Artilleriewaffenplätze aus, insofern als die U m b e w a f f n u n g grössere Schussweiten mit sich brachte und damit die Notwendigkeit schuf, Stellungsräume für die Geschütze zu suchen, welche vom Zielgebiet weiter weg liegen als bisher, Durch Vergrösserung des Geschosskalibers ist die Feuerwirkung am Ziel erhöht und erfordert aus Sicherheitsgründen eine Erweiterung des Zielgebietes.

729 Das Schiessen im Abteilungsverbande verursacht eine grössere Feuergarbe und macht die Erweiterung des Zielraumes notwendig. Ein Abteilungsfeuer deckt eine Fläche von etwa 4 ha, gegenüber 1-1% na beim Schiessen mit einzelnen Batterien. Die Motorisierung ihrerseits bedingt den Um- und Ausbau bestehender Anlagen, wie Stallungen und Eeitbahnen, und den Neubau von Garagen, Werkstätten und Wascheinrichtungen für die Unterbringung, Instandstellung und Wartung der zahlreichen Armeefahrzeuge der Schulen und Kurse.

Diese Um- und Neubauten sowie die Schiessplatzerweiterungen müssten auch dann vorgenommen werden, wenn der Waffenplatz Kloten-Bülach nicht aufgegeben worden wäre.

7. Waffenplatz

Bière

  1. Schiessplatz Es ist vorgesehen, das Zielgebiet des Waffenplatzes Bière durch den Ankauf von rund 275 ha Wald und rund 71 ha offenen Landes, insgesamt 846 ha nach Westen und Norden zu erweitern. Der Zielraum wird dadurch mehr als verdoppelt. Diese Erweiterung umfasst im wesentlichen die Schlucht des Toleure sowie neben einer Anzahl privater Waldparzellen erhebliche Waldungen des Kantons Waadt und der Gemeinden Bière, Saubraz und Gimel. Ausserdem umfasst sie unbewaldete Liegenschaften in Chaniauty, La Eepentance und La Eepetaz, welche durch die Erweiterung des Zielgebietes in die gefährdete Zone gelangen.

Die privaten Liegenschaften und der Wald der .Gemeinde Bière zusammen im Halte von 197 ha sind bereits gekauft. Zu diesem Zwecke stand dem Eidgenössischen Militärdepartement im Voranschlag für das Jahr 1946 ein Kredit von 2 000 000 Franken zur Verfügung, der nunmehr erschöpft ist.

Noch nicht erworben sind somit die in Betracht fallenden Wälder des Kantons Waadt von 79,82 ha, der Gemeinde Saubraz von 85,70 ha und der Gemeinde Gimel von 42,90 ha. Immerhin haben die Unterhandlungen mit dem Kanton und den Gemeinden bereits zu einer Einigung geführt, dergestalt, dass diese mit dem Vertauf ihrer Waldungen auf der Grundlage eines von der Eidgenössischen Inspektion für Forstwesen, Jagd und Fischerei ausgearbeiteten Gutachtens einverstanden sind.

Angesichts der empfindlichen Verminderung des Waldbestandes der öffentlichen Hand und der Inkonvenienzen, die als Folge der Verdoppelung der Belegung des Waffenplätzes Bière mit Schulen und Kursen insbesondere für die Gemeinden Bière, Saubraz und Gimel entstehen, verlangten diese und der Kanton Waadt eine angemessene Entschädigung. Diese konnte im Benehmen mit der Eidgenössischen Inspektion für Forstwesen, Jagd und Fischerei insgesamt auf 650 000 Franken vereinbart werden. Auf Grund des Gutachtens der Eidgenössischen Inspektion für Forstwesen. Jagd und Fischerei betragen die Kosten:

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a, für den Staatswald (79,82 ha zu Fr. 18 706) Fr. 1094000 b. für den Wald der Gemeinde Saubraz (85,70ha zu Fr. 12100) » 481970 c. für den Wald der Gemeinde Gimel (42,90 ha zu Fr. 10 850) » 444 015 Fr. l 969 985 d. Inkonvenienzen für den Staat und die Gemeinden Bière, Saubraz und Gimel » 650000 Zusammen Fr. 2619985 e. Unvorhergesehenes, sowie Kosten für Vermarkung, Vermessung Verurkundung und grundbuchliche Behandlung » 80 015 Zusammen Fr. 2700000 b. Strassen Die Erweiterung des Waffenplatzes Bière bedingt die Erstellung einer Umgehungsstrasse und die Verlegung wichtiger Strassenzüge aus dem erweiterten Schiessgebiet hinaus. Darüber ist folgendes zu sagen: Umgehungsstrasse Bière-Saubraz. Die bestehende Kantonsstrasse Bière--Saubraz-Gimel, die dem Durchgangsverkehr dient, durchquert bei der Kaserne Bière den Schiessplatz und muss daher während aller Schiessübungen gesperrt werden. Der aus der Verdoppelung der Belegung des Platzes sich ergebende vermehrte Schiessbetrieb und die immer länger dauernde Sperrung dieser wichtigen Durchgangsstrasse ist auf die Dauer nicht mehr tragbar. Es ist daher notwendig, gleichzeitig mit der Erweiterung des Schiessplatzes eine Umgehungsstrasse von Bière nach Saubraz zu erstellen, über die während der Schiessübungen der Verkehr umgeleitet werden kann. Diese Strasse hat eine Länge von rund 4 km, eine Breite Ton 5,5 m und soll, wie die alte Strasse, mit einem Belag versehen werden. Die auf l 687 000 Franken veranschlagten Kosten sind vom Eidgenössischen Oberbauinspektorat überprüft und richtig befunden worden.

Neue Strasse Bière--Monts de Bière~Marchairuz. Die bestehende 7.

Kantonsstrasse Bière-Marchairuz führt direkt durch das erweiterte Zielgelände.

Bière ist somit während der Schiessübungen vom Durchgangsverkehr nach dem «Vallée de Joux» abgeschnitten.

Es ist daher notwendig, diese Strasse ausserhalb des gefährdeten Baumes zu verlegen. Die projektierte Strasse weist eine Länge von rund 8,2 km und eine Breite von 5 m auf; eine Teerung ist nicht vorgesehen. Die Baukosten, welche vom Eidgenössischen Oberbauinspektorat ebenfalls überprüft worden sind, werden auf 2 800 000 Franken veranschlagt.

Die Kantonsstrasse Gimel-Mont Bailly-Marchairuz, die dem Verkehr aus dem «Vallée de Joux» nach Gimel-Rolle dient, liegt zufolge der Erweiterung des Zielgeländes auf einer Länge von rund 2,5 km im gefährdeten

731 Zielraum und -wird daher während der Dauer der Schiessübungen gesperrt werden müssen. Der Verkehr kann auf die Strasse Gimel-St-George-Marchairuz umgeleitet werden; dies bedeutet einen zumutbaren Umweg.

Die an dieser Strasse am meisten interessierte Gemeinde Gimel und auch der Kanton Waadt verlangten die Verlegung ausserhalb des gefährdeten Gebietes. Es war zunächst vorgesehen, die bestehende Gemeindestrasse von Gimel bis nördlich der Örtlichkeit «Bauloz» auszubauen und von hier eine neue Strasse längs dem Hang «La Côte» mit Einmündung in die alte MarchairuzStrasse nordwestlich von Mont Bailly zu erstellen. Die projektierte Strasse weist eine Länge von rund 4,6 km auf und ist 5 m breit.

Die Baukosten wurden vom Eidgenössischen Oberbauinspektorat überprüft und betragen ohne Strassenbelag l 850 000 Franken.

Bezüglich dieses Strassenprojektes hat das Eidgenössische Militärdepartement dem Kanton Waadt vorgeschlagen, auf die Verwirklichung zu verzichten, in der Meinung, dass der Bund die für eine 5 m breite Strasse ohne Belag berechneten Kosten dem Kanton bezahlt und dieser daraus entsprechend dem Wunsch der Gemeinde Gimel einen Forstweg erstellt und im übrigen die bestehende Kantonsstrasse Gimel-St-George-La St-Georges, die wegen der Sperrung der Strasse Gimel-Mont Bailly in vermehrtem Masse dem zivilen Verkehr zu dienen hat, ausbaut.

Die beiden durch das Zielgebiet führenden Strassen Bière-Monts de BiereMarchairuz und Gimel-Mont Bailly-Marchairuz, die durch neue ersetzt werden müssen, besitzen eine Breite von 4,5--5 m und keinen Belag. Der Kanton Waadt wünschte vorerst, dass die Ersatzstrasse Bière-Monts de Biere-Marchairuz auf 6 m Breite ausgebaut und mit einem Belag versehen werden sollte. Es kann aber nur Aufgabe des Bundes sein, gleichwertige und nicht breitere Ersatzstrassen zu erstellen.

Wir erklärten uns aber bereit, die Strassen auf 6 m Breite zu erstellen, sofern der Kanton die Mehrkosten gegenüber einer 5 m breiten Strasse übernehmen würde.

Die Eegierung des Kantons Waadt hat sich mit dieser Regelung einverstanden erklärt.

Die Kosten für die Erstellung einer Umgehungsstrasse und die Strassenverlegungen betragen demnach: a. für die Strasse Bière-Saubraz Fr. l 687 000 b. für die Strasse Bière-Monts de Bière-Marchairuz . . . » 2 800 000 c. für die Strasse Gimel-Mont Bailly-Marchairuz . . . . » l 350 000 Zusammen Fr. 5887000 c. Kasernen Seit dem Bau der neuen Kasernen in den Jahren 1989/40 genügen diese für die Unterkunft von zwei gleichzeitig stattfindenden Rekrutenschulen und einem Schiesskurs.

732 Infolge der Motorisierung der Artillerie und da in Frauenfeld die Erstellung einer weiteren Kaserne für eine zweite Eekrutenschule nicht mehr in Betracht kommt, ist es notwendig geworden, in Bière für zwei motorisierte Bekrutenschulen nebst gleichzeitig stattfindendem Schiesskurs oder einer Offiziersschule die nötigen Bäume für die Unterstellung und Instandstellung der Fahrzeuge zu schaffen.

Es wurde in Bière darauf Bedacht genommen, die vorhandenen Bäume voll auszunützen. Diese eignen sich, je nach Bauart, mehr oder weniger gut für das Einstellen von Fahrzeugen und Geschützen. Die Berechnung hat ergeben, dass die Erstellung neuer Hallen wohl für die Truppe geeigneter, jedoch teurer wäre. Es wurden deshalb -- abgesehen von einem neuen Zentralheizungsgebäude und einem Wasserreservoir -- ausschliesslich Umbauten statt Neubauten vorgesehen, Umbau der Beitbahn IV in eine Exerzierhallo. Die Beitbahn IV hat eine sehr ungünstige Zufahrt. Sie liegt überhöht in nächster Nähe der Kantonsstrasse. Die Längsseiten können als Eingang nicht verwendet werden.

Aus diesem. Grunde wurde darauf verzichtet, dieses Gebäude als Garage umzubauen.

Anderseits ist die Truppe in Bière sehr stark der Unbill der Witterung ausgesetzt. Bière ist bekannt für sein rauhes Klima. Schärfste Bise, Schnee und Eegen setzen der Truppe stark zu und stören den Unterricht. Vordächer bestehen sozusagen keine, Hallen gar keine. Der Umbau der Beitbahn IV in eine Exerzierhalle liegt daher sehr im Interesse der Ausbildung.

Neue Geschützhalle bei Kaserne IV und Fouragemagazin II.

Bei den neuen Kasernen (III und IV) befinden sich keine Garagen. Als Einstellhalle für Motorfahrzeuge wird deshalb die bisherige Geschützhalle vorgesehen.

Um die Geschütze unterbringen zu können, soll das zwecklos gewordene Fouragemagazin II umgebaut werden.

Benzintankanlage. Diese wurde schon vor der Motorisierung der Artillerie gebaut. Sie genügt den heutigen Anforderungen bei weitem nicht mehr und muss vergrössert werden.

Fernheizungsanlage. Diese betrifft nur das «alte Areal». Sie steht in keinem Zusammenhang mit dem Ausbau des Waffenplatzes und der Motorisierung.

Die «alte» Kasernenanlage (d. h. die vor 1939 erstellten Gebäude) hat heute nicht weniger als 10 Heizkessel. Davon sind zwei ausgebrannt und nicht mehr verwendbar. Die übrigen müssen in absehbarer Zeit ersetzt worden, Es ist gegeben, eine ökonomische Anlage zu schaffen mit einer zentralen Heizung, wodurch Arbeitskräfte und Heizmaterial erspart werden.

Wasserreservoir. Die bundeseigene Quelle, welche die Kaserne speist, hegt zwischen Saubraz und Gimel. Um den nötigen Druck für das Waschen der Fahrzeuge zu erhalten, wurde im Jahre 1950 bei Erstellung des Waschplatzes eine Druckpumpe eingebaut,

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Das vorhandene Reservoir mit einem Inhalt von nur 100 m3 genügt gerade für den laufenden Bedarf der Unterkunft. Sobald ein Grossparkdiens stattfindet, ist das vorhandene Eeservoir nach einigen Stunden leer. Es ist dabei zu berücksichtigen, dass nicht nur die Schulen des Waffenplatzes die Fahrzeuge hier waschen, sondern auch viele Kurse, die im Depot Bière des Armeemotor t'abrzeugparkes ihre Wagen abgeben, sowie der Armeemotorfahrzeugpark selbst.

.

Asphaltieren und Betonieren der Vorplätze. Bière, auf einem offenen Plateau gelegen, ist allen Winden und ganz besonders der Bise stark ausgesetzt. Die Staubplage von den noch nicht asphaltierten Plätzen im Kasernenareal steigert sich zu allen Jahreszeiten, ausser wenn Schnee liegt, bis zur Unerträglichkeit. Ein entsprechender Ausbau ist daher notwendig.

Die Kostenzusammenstellung ergibt folgendes Bild: Umbau: der Stallungen der Kriegsfahrzeugremise zu Garagen und Waschraum für Motorfahrzeuge Fr. 1109000 der Geschützhalle zu einer Motorfahrzeugwerkstatt der Reitbahen , des Fourragemagazins Neubauten: Zentralheizungsgebäude l Wasserreservoir j Installationen: Benzintankanlage . . .

. . . . j Zentralheizungsanlage > » 739 700 Sicherungsanlage auf dem Schiessplatz J Oberflächenbelag im Kasernenareal » 815000 Verschiedenes: Auslagen für Architekten, Ingenieure, Bauleitung usw. .

» 280 000 Total Fr. 3202200 -

Die Erweiterung des Waffenplatzes und der Ausbau der Kasernenanlagen in Bière erfordern demnach folgende Mittel: a. Erweiterung des Schiessplatzes Fr. 2 700 000 b. Strassenbauten » 5 837 000 c. Ausbau der Kasernenanlagen » 3 202 200 Zusammen oder aufgerundet 1 1 7 4 0 0 0 0 F r a n k e n .

Fr. 11 739 200

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Über Einzelheiten werden die vorberatenden Kommissionen auf Grund der Projektpläne und der Kostenberechnungen näher orientiert.

Bière behält damit seinen Euf als grösster Artilleriewaffenplatz der Schweiz.

Die Kasernenanlagen und der neue Schiessplatz erlauben, im Jahre 8-4 Eekrutenschulen, eine Artillerieoffiziersschule, zwei Unteroffiziersschulen und Spezialkurse für Offiziersaspiranten, 8-4 normale Unteroffiziersschulen und mehrere Schiesskurse durchzuführen.

Der neue Artillerieschiessplatz wird der klassischen Artillerie für taktische und technische Schiessübungen hervorragende Dienste leisten.

Die Behörden des Kantons Waadt, aber auch die stark betroffenen Gemeinden Bière, Saubraz und Gimel haben ein bemerkenswertes Verständnis für die militärische Notwendigkeit der Erweiterung des .Waffenplatzes Bière gezeigt, 2. Waffenplatz Frauenfeld a. Schiessplatz Wie in Bière, besteht zurzeit das Zielgebiet in Frauenfeld aus einem kurzen Stück kahler Ebene südlich der Thur und einem abgeholzten Hang von nur 350 m Breite und 400 m Tiefe nördlich der Thur, so dass eigentlich immer auf denselben Flecken geschossen werden muss und eine Abwechslung in der Zielaufstellung kaum möglich ist. Gelände für das Exerzieren eines gefechtsmässigen Stellungsbezuges zum Scbiessen ist nicht vorhanden.

Das im Eahmen der Botschaft vom 22. Februar 1946 über don Bau des interkontinentalen Flughafens Züricb-Kloten behandelte Projekt 1945 für die Erweiterung des Schiessplatzes Frauenfeld sah vor, das Zielgebiet durch Erwerb von rund 450 ha Land zu erweitern und damit annähernd zu verdreifachen.

Dabei war als teilweiser Ersatz für den aufgegebenen Waffenplatz KlotenBülach, ähnlich wie in Bière, eine doppelte Belegung mit Schulen und Kursen vorgesehen.

Angesichts des grossen Widerstandes von Behörden und Bevölkerung musste von der Verwirklichung dieses Projektes abgesehen werden. Auf eine Doppelbelegung mit Bekrutenschulen schiessender Artillerie und damit auf den teilweisen Ersatz für den Waffenplatz Kloten-Bülach wurde von diesem Zeitpunkt an verzichtet.

Aber auch unabhängig von der Abtretung des Artilleriewaffenplatzes Kloten-Bülach ist eine gewisse Erweiterung des Schiessplatzes unerlässlich.

Sie ist zufolge der Umbewaffnung der Artillerie und der Einführung des neuen Schiessverfahrens aus Sicherheitsgründen nötig. Ohne eine solche minimale Erweiterung könnte der Waffenplatz Frauenfeld nicht mehr benützt werden.

Angesichts der Schwierigkeiten, einen Ersatzwaffenplatz für Kloten-Bülach zu finden, ist es ganz ausgeschlossen, auch noch auf Frauenfeld als Artilleriewaffenplatz zu verzichten.

Wir haben deshalb das ursprüngliche Projekt aufgegeben und eine Herabsetzung der Landbeanspruchung soweit vorgesehen, als notwendig ist, um in

735 Frauenfeld den Artilleriewaffenplatz noch erhalten zu können. Am 18. März 1946 wurde eine ausserhalb der Militärverwaltung stehende fünfgliedrige Expertenkommission aus hervorragenden Vertretern und Kennern der Landwirtschaft bestellt und ihr die Aufgabe übertragen, in der Präge der Erweiterung des Waffenplatzes Frauenfeld gestützt auf das reduzierte Projekt eine Verständigung unter den Beteiligten zu suchen. Dieser Expertenkommission gehörten an: die Herren Dr. E. Feisst, damaliger Direktor der Abteilung für Landwirtschaft, als Präsident, E. Aebi, Vizedirektor des Schweizerischen Bauernverbandes in Brugg, Dr. C. Bertschinger, Oberwü-Pfäffikon, F. Fauquex, Ständerat, Eiex, und Prof. Dr. F. T, Wahlen, Ständerat, Zürich.

Die Kommission hat dem Eidgenössischen Militärdepartement am 21. April 1948 über ihre Tätigkeit Bericht erstattet und stellte fest, dass von militärischer Seite gegenüber dem ursprünglichen Projekt aus dem Jahre 1945 sehr grosse Zugeständnisse gemacht worden seien, so dass man tatsächlich nur noch von einer Abrundung des Schiessplatzes sprechen könne. Die Kommission war einstimmig der Auffassung, dass die in Aussicht genommene Lösung für die Landbesitzer durchaus tragbar sei. Den Bemühungen der Kommission, eine Verständigung herbeizuführen, blieb der Erfolg aber versagt.

Angesichts dieses dauernden Widerstandes der Bevölkerung hat das Eidgenössische Militärdepartement an dem Projekt, dem die Kommission zugestimmt hatte, einige Änderungen vorgenommen, in der Meinung, damit den Interessen der Grundbesitzer noch weiter entgegenzukommen, indem das Zielgebiet mehr westlich verschoben wird und in vermehrtem Masse bundeseigenes Gebiet der Frauenfelder Allmend in das Zielgebiet einbezieht. Es werden damit einige Nachteile für die Schiessausbildung in Kauf genommen.

Von der Allmend werden rund 56 ha Eigenland in das Zielgebiet einbezogen, so dass sich der Landerwerb auf rund 100 ha und die Begründung einer SchiessServitut auf 75 ha beschränken lasst. Das Projekt 1949 erfordert ein Mindestmass an unumgänglichen Schiessplatzerweiterungen, das verlangt werden muss, um den Waffenplatz Frauenfeld für die Ausbildung unserer Artillerie überhaupt noch erhalten zu können. Dieses Projekt (1949) wurde dem Militärdepartement des Kantons Thurgau am 16. November 1949 übergeben und mündlich erläutert. Am 29. November 1949 teilte die genannte Behörde dem Eidgenössischen Militärdepartement mit, dass sich der Regierungsrat in der Sitzung vom 22. November 1949 mit der Angelegenheit befasst habe und zur Auffassung gekommen sei, dass dieses neue Projekt als Diskussions- und Verhandlungsgrundlage betrachtet werden könne. Die Gemeinden seien orientiert worden und man nehme an, dass die eidgenössische Militärbehörde nunmehr die

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Unterhändler, die mit den Gemeinden und Privaten verhandeln sollen, bestimme und mit den nötigen Kompetenzen ausstatte.

Am 4. Januar 1960 hat dag Eidgenössische Militärdepartement dem Militärdepartement des Kantons Thurgau mitgeteilt, dass es für die Unterhandlungen mit den in Betracht fallenden Behörden und privaten Grundeigentümern eine Ankaufskommission bestellt habe. Gleichzeitig wurde dem Militärdepartement des Kantons Thurgau die Zusammensetzung der Kommission bekanntgegeben.

In einem Schreiben vom 9. Februar 1950 ersuchte der Stadtrat von Franenfeld das Eidgenössische Mih'tärdepartement darum, dass er vorgängig der Unterbreitung einer Botschaft an die eidgenössischen Bäte Gelegenheit erhalte, mit den Militärbehörden die Frage der Erweiterung des Waffenplatzes zu besprechen.

Diesem Wunsche wurde Folge gegeben.

Die Verhandlungen mit den Gemeinden und Grundbesitzern führten leider zu keinem Ergebnis. Von Seiten der Unterhändler wurde erklärt, dass es angesichts des neu erwachenden Widerstandes durch das gegen die Waffenplatzerweiterung wirkende Aktionskomitee höchstens möglich sei, Land bei sofortiger Bezahlung zu erwerben. Dies ist der Grund, weshalb wir dem Eidgenössischen Militärdepartement im Sommer 1950 einen dringlichen Vorschuss bewilligten, um solche Kaufverhandlungen durchführen zu können. Wir handelten dabei entsprechend den Anregungen der Thurgauer Behörden, die Unterhändler mit den nötigen Kompetenzen auszurüsten.

Aber auch dieses Vorgehen führte zu keinem Ergebnis. Das Komitee gegen die Erweiterung des Waffenplatzes gab die Weisung aus, keinen Quadratmeter abzutreten.

Die Befürchtung, dass es sich nur um eine erste Etappe handeln könnte und später eine Ausdehnung des Projektes vorgesehen sei, ist völlig unbegründet.

Wir können die Versicherung abgeben, dass nur die aus Sicherheitsgründen nötige Anpassung an die grösseren Kaliber beabsichtigt ist und eine Doppelbelegung, die ursprünglich als Teilersatz für den Verzicht auf Kloten-Bülach vorgesehen war, nicht in Frage kommt. Wir sind auch bereit, wesentliche Betriebseinschränkungen auf uns zu nehmen, dass nur mit reduzierten Ladungen und nicht mit Geschützen über 10,5 cm Kaliber geschossen werden darf.

Ohne die vorgesehene minimale Schiessplatzerweiterung müsste der Waffenplatz Frauenfeld als Artillerieschiessplatz aufgegeben werden. Wir haben bereits dargelegt, dass dies dem Bunde nicht zugemutet werden darf. Eine andere zweckmässige Verwendung dor dem Bunde gehörenden Anlagen, die einen Wert von mehreren Millionen besitzen, ist nicht möglich. Auch ist es nicht möglich, einen geeigneten Ersatz zu schaffen. Wir müssen deshalb die eidgenössischen Eäte ersuchen, dem vorgesehenen Projekt für die Erweiterung des Schiessplatzes Frauonfeld zuzustimmen und den nachgesuchten Kredit für den Landerwerb zu bewilligen.

Die Kosten der gebietsmässigen Erweiterung des Schiessplatzes Frauenfeld werden auf l 900 000 Franken berechnet.

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Sollte nach der Bewilligung der erforderlichen Mittel durch die eidgenössischen Bäte eine Verständigung über die Landerwerbungen auf gütlichem Wege nicht erzielt worden können, dann ruüssten, so bedauerlich die« auch wäre, die erforderlichen Eechte auf dem Wege der Enteignung erworben werden.

b, Kaserne Bei der Anpassung an die Motorisierung ist in Frauenfeld darauf Bücksicht zu nehmen, dass die Kaserne mitten in der Stadt und unmittelbar neben dem Bahnhof liegt. Lärm und Vorkehrsbehinderung verlangen für die Unterbringung der Motorfahrzeuge Neubauten ausserhalb des eigentlichen Kasernenareals.

Die alten Stallungen und Beitbahnen sind deshalb -- im Gegensatz zu Bière -- nur zum Teil für die Unterbringung von Motorfahrzeugen geeignet ; sie werden für die Erweiterung der Unterkunft für Mannschaften benötigt oder als Theoriesäle und als Modellsaal oder als Exerzier- und Putzplätze und Magazine umgebaut. Es muss hier darauf hingewiesen werden, dass im Gegensatz zu den andern Waffenplätzen in Frauenfeld in den letzten Jahren keine Erweiterungsbauten durchgeführt wurden. Solange die Schiessplatzfrage nicht geregelt war, erschien Zurückhaltung geboten.

Seit der Aufgabe von Kloten-Bülach wurde die Telephon-Unteroffiziersschule und die Vermesser- und Photographen-Bekrutenschule nach Frauenfeld verlegt. Diese Mehrbelegung bedingt, einige dringende bauliche Änderungen, wie den Umbau der Ställe 2 und 3 %u Bäumen des Photo- und Vermessungsdienstes samt Magazin, die Verbesserung der Badeeinrichtung in der Kaserne, den Neubau von Lebensmittelmagazinen, den Umbau der Ställe 10, 11, 12 und 18 zu einem Theoriesaal, einer Soldatenküche und zu Kantonnementen und endlich den Einbau von Magazinen für KleiniTiunition zur Trennung der scharfen und blinden Munition. Wegen Gefährdung müssen auf dem Schiessplatz eine Flughalle, ein Schafstall und ein Holzunterstand versetzt und wegen Vergrösserung des Schiessplatzes zwei Scheibenmagazine erstellt werden. Ferner erfordert die Motorisierung auf der Allmend und in der Umgebung der Kaserne dringend die Verbesserung von Fahrstrassen zur Durchführung von Fahrschulübungen und die Neuerstellung des Oberflächenbelages.

Die Baukosten werden auf 2 411 500 Franken berechnet.

Die Gesanatkosten für die Erweiterung und den Ausbau des Waffenplatzes Frauenfeld betragen demnach: a. für die Erweiterung des Schiessplatzes Fr. l 900 000 b. für Bauten » 2 411 500 Fr. 4811500 oder aufgerundet 4 8 2 0 0 0 0 F r a n k e n .

Nach der Erweiterung und dem Ausbau sollen in Frauenfeld normalerweise zwei Eekrutenschulen mit Geschützen, eine Vermessungsrekrutenschule, eine

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Artillerie-Offiziersschule, ein Spezialkurs für Offiziers-Aspiranten, fünf UnterOffiziersschulen, jedoch keine Schiesskurse durchgeführt werden. Der Schiessplatz genügt gerade für elementare Schiessübungen; dio grösseren Schiessübungen werden die Schulen auswärts durchführen müssen. Eine Vermehrung der bisher vertraglich festgelegton Zahl der Schiesstage findet nicht statt.

3. Wajfenplätzß

Sitten und Monte Ceneri

Wir hatten in der eingangs erwähnten Botschaft vom 22, Februar 1946 darauf hingewiesen, dass zur Behebung der durch den Verzicht auf den Artilleriewaffenplatz Kloten-Bülach sich ergebenden Einschränkungen eine vermehrte Ausnützung des Artilleriewaffenplatzes Sitten erforderlich sei und dass der gemeinsame von den Genietruppen und der Artillerie benützte Waffenplatz Monte Ceneri nur noch der Artillerie zur Verfügung zu stellen sei. Diese beiden Waffenplätze sind in den letzten Jahren durch Bewilligung der erforderlichen Mittel auf dem ordentlichen Budgetwege ausgebaut worden, so dass hier keine neuen Mittel anbegehrt werden müssen.

Zusammenfassend ergibt sich: Die Erweiterung und der Ausbau der Artilleriewaffenplätze Bière und Frauenfeld erfordern folgende Mittel: o. Artilleriewaffenplatz Bière Fr. 11 740 000 b. Artilleriewaffenplatz Frauenfeld » 4 320 000 Zusammen Fr. 16 060 000 Von diesem Betrag können 10 Millionen Franken aus dem Büekstellungskonto «Artilleriewaffenplätze» gedeckt werden. Es handelt sich um jene Summe, die der Kanton Zürich bei Erwerb des Artillerieschiessplatzes Kloten-Bülach dem Bund zu bezahlen hatte.

B. Erweiterung des Geniewaffenplatzes Brugg und Ausbau des Waffenplatzes Kloten-Bülach für die Übermittlungstruppen I. Allgemeines Bis zur Abtretung des Artillerieschiessplatzes Kloten-Bülach an den Kanton Zürich im Jahre 1946 zum Zwecke der Errichtung eines interkontinentalen Flughafens. standen den Genietruppen für die Ausbildung die Waffenplätze Brugg, Andermatt und Monte Ceneri zur Verfügung. In Brugg werden insbesondere die Bautruppen ausgebildet, während im Jahre 1920 Andermatt und 1928 Monte Ceneri als zusätzlich notwendige Ausbildungsplätze für die Gebirgstelegraphenpioniere und Funkerpioniere sowie für die Gebirgssappeure hinzukamen.

Die Abtretung des Artillerieschiessplatzes Kloten-Bülach hatte zur Folge, dass der Waffenplatz Monte Ceneri, welcher bis dahin sowohl der Artillerie wie

739 den Genietruppen diente, nunmehr ausschliesslich der Artillerie zur Verfügung zu stehen hat. Als Ersatz für den Verlust von Monte Ceneri war die Schaffung eines neuen Geniewaffenplatzes vorgesehen. Der Waffenchef der Genietruppen prüfte eine Anzahl Plätze, deren Ungenügen sich jedoch bereits bei den ersten Erkundungen zeigte. Die hauptsächlichsten Nachteile waren : schon bestehende oder in Aussicht stehende Stauwerke, ungünstige Waseerstände und Wassergeschwindigkeiten für das Wasserfahren und den Brückenbau, sehr hohe Bodenpreise für hochwertiges Kulturland oder ungenügende Möglichkeiten für die Gebirgsausbildung.

Nachdem die Schaffung eines neuen Geniewaffenplatzes mit derartigen Schwierigkeiten verbunden war, stellte sich die Frage nach dem Ausbau bestehender Waffenplätze. Die dahingehende Prüfung ergab, dass der Waffenplatz Brugg für die Bautruppen und der verbleibende Waffenplatz KlotenBülach für die Übermittlungstruppen ausgebaut werden könnten. Die Verhältnisse in Kloten-Bülach bedurften allerdings vorgängig einer einlässlichen Abklärung, weil auf den zivilen Flugdienst Rücksicht genommen werden musate.

Zu diesem Zwecke wurden die Telegraphen- und Funker-Rekrutenschulen im Jahre 1949 in Kloten-Bülach durchgeführt mit dem Ergebnis, dass dieser Platz, trotz den durch den zivilen Flugbetrieb bedingten erheblichen Einschränkungen, für die Übermittlungstruppen gut verwendbar ist, wenn er entsprechend ausgebaut wird, u. Erweiterung des Geaiewaffenplatzes Brugg Die an einen neuzeitlichen Geniewaffenplatz zu stellenden Anforderungen sind der Vielseitigkeit der Geniewaffe wegen ausserordentlich gross. Für die Ausbildung der verschiedenen Untergattungen der Genietruppen sind umfangreiche und vielgestaltige Übungsplätze notwendig. Ausserordentliche Schwierigkeiten bei der Auswahl eines Waffenplatzes treten in Erscheinung bezüglich den gleichzeitigen Anforderungen für allgemeine Feld- und Gebirgsausbildung, für Stege- und Brückenbau im Tiefland wie auch in Gebirjjjsverhältnissen.

Die Ausbildung der Pontoniere, das Wasserfahren und der Fährenbau der Sappeure, verlangen eine Flussgegend im Mittelland, während andere technische Spezialarbeiten und das Gefechtsschiessen mit den verschiedenen Waffen der Genietruppen mehr gebirgiges Gelände mit natürlichen Kugelfängen erheischt.

Für Hängestege,
Lehnenbrücken und dergleichen sind Schluchten, für den Seilbahnbau stark ansteigende Hänge mit hügeliger Oberfläche erforderlich.

Die Sprengtechnik und das Minenwesen nehmen, entsprechend ihrer Bedeutung, in der Ausbildung aller Bau- und Zerstörungstruppen einen breiten Platz ein. Die Sicherheitsdistanzen erfordern freien Raum im Umkreis von mindestens 800-500 m von den einzelnen Übungsstellen. Das bedingt, dass die Sprengplätze von Siedlungen und Verkehr weit abgelegen sein müssen und zur Vermeidung von Kulturschäden möglichst offenes, wenig wertvolles Land aufweisen sollen.

740

Der Waffenplatz muss aus allen Teilen der Schweiz rasch erreicht werden können, da die auszubildenden Genietruppen sich aus allen Landesgegenden rekrutieren. Die Übungsplätze wieder sollen nahe der Unterkunft liegen, damit nicht durch Fahrten und Anmärsche wertvolle Übungszeit verloren geht.

Im einzelnen sind folgende Übungsplätze und Objekte notwendig, deren gefahrlose Benützung gleichzeitig möglich sein muss: -- 2-8 Übungsplätze mit mindestens 500 m Radius, als Bau- und Werkplätze für den technischen Dienst, mit der Möglichkeit des Einsatzes moderner Baumaschinen und für Einzelgefechtsausbildung.

-- l Flussteil mit beidseitigen Uferpartien von rund 3 km Länge für Brückenund Stegebau, Flussübergänge, Wasserfahren, Fährendienst, Ubersetzübungen, Unterwasser-Kabelverlegungen, Überspannen von Flüssen und Schluchten, Einsatz moderner Baumaschinen.

-- 2-3 Sprengplätze mit je 300-500 m Sicherheitsradius für Elemente und angewandten Mineurdienst, Sprengen von Holz, Beton, Eisen, Blindgängervernichtungen usw.

-- l Gebirgsbachteil mit beidseitigen Uferpartien für Stegebau, Lehnenbrüoken, Hängestege, Schluchtübergänge.

-- l Platz für Stollenbau der Mineure in Fels sowie in standfestem und nicht standfestem Erdboden (Stollenzimmerung).

-- 2 Schiessplätze für Gefechts- und Kurzdistanzschiessen.

-- Eine 300-m-Gewehr-Schiessanlage zu 20-25 Zugscheiben.

--· Eine 50-m-Pistolen- und Kleinkaliberschiessanlage zu 5-10 Zugscheiben.

-- 2 Handgranaten-Wurfanlagen mit je 800 m Eadius für das schulmässige Werfen aller scharfen Handgranatenmodelle.

Der bestehende Geniewaffenplatz Brugg erfüllt die meisten dieser Bedingungen, sofern die nötigen Erweiterungen vorgenommen werden.

Vorgesehen ist der Erwerb von U f e r g e l ä n d e links und rechts der Aare, anschliessend an das bisherige Waffenplatzgebiet des Geissenschachens, bis hinunter zur Limmatmündung, einschliesslich die Aareinsel « Grien», ferner der Erwerb eines neuen Spreng- und Gefechtsschiessplatzes «Niedenthal» nordwestlich von Villigen. Diese Erweiterung umfasst eine Gesamtfläche von rund 97,4 ha und betrifft Gebiete der Gemeinden Brugg, Windisch, Gebenstorf, Lauffohr, Stilli und Villigen, ferner des Kantons Aargau sowie einzelne private Eigentümer. Im allgemeinen sind die Grundeigentümer mit dem Landverkauf grundsätzlich einverstanden.

Auf dem
Waffenplatz Brugg fehlte es schon immer an genügendem Ubungsraum im Gelände. Mit der Unterkunftsvermehrung durch den Bau der Gemeindekaserne im Jahre 1987 wurde ohne Zuwachs an Übungsgebiet die damals schon missliche Lage noch verschärft. Mit der Vermehrung und Vergrösserung der Bestände der Schulen und Kurse, der Motorisierung und der Einführung neuer Waffen, Geräte und moderner Baumaschinen macht sich nun der Mangel an zusätzlichem, geeignetem Geländeraum stark fühlbar. Die projektierte Erwei-

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terung in der vorgesehenen Eichtung aareabwärts bis zur Limmatmündung bietet heute noch die einzige und letzte Möglichkeit, den Geniebautruppen, für welche Land und Wasser die Elemente zur Fachausbildung sind, die dringend notwendigen, taktisch-technischen Übungsplätze zu schaffen.

Neuer Übungsplatz «Niedenthal». Der Erwerb dieses in der Gemeinde Villigen gelegenen, nach Lage, Ausmass und Bodengestaltung gut geeigneten Platzes für angewandte Übungen mit grossen Sprengladungen, scharfen Sprengröhren und Minen ist für den Waffenplatz Brugg eine unumgängliche Notwendigkeit. Hier können ohne Gefahr auch kleine Stosstruppenunternehmen und Gefechtsschiessen mit scharfer Munition durchgeführt werden, was auf den bisherigen Übungsplätzen « Geissenschachen» und «Krähtal» mangels genügender Sicherheit unmöglich ist.

Im Geissenschachen, der allein für die elementare fachtechnische Ausbildung voll beansprucht wird, dürfen wegen Störung und Gefährdung der Anwohnerschaft nur die Elemente des Mineurdienstes mit kleinsten Ladungen geübt werden. Das Krähtal andererseits ist ausgesprochener Schulschiessplatz für Karabiner, Maschinenpistolen, Leichte Maschinengewehre- sowie für Haudgranatenwerfen.

Im Niedenthal bieten sich auch gute Möglichkeiten für die Ausbildung in den Elementen des Seilbahnbauea und zum übungsweisen Einsatz von Baumaschinen (Bulldozern, Baggern usw.).

Strängli-Brücke. Die für den Verkehr von den Kasernen- und Zeughausanlagen nach der Geissenschacheninsel günstig gelegene eiserne Stränglibrücke über die Kleine Aare («Strängli») wurde vom Bunde irn Jahre 1911 mit einem Beitrag der Gemeinde Brugg von 2000 Pranken erstellt. Beim heutigen, sehr regen Verkehr der Truppe mit schweren Motorfahrzeugen vermag die für Einbahnverkehr gebaute Brücke mit 10 Tonnen Tragfähigkeit ohne Gefahr nicht mehr zu genügen und muss durch eine neue Brücke mit 6 m Fahrbahnbreite und grösserer Tragfähigkeit ersetzt werden.. Vorgesehen ist der Einbau eines Prototyps der neuen Kriegsbrücke durch die Truppe.

Schiessanlage Krähtal. Diese Schiessanlage umfasst 10 Zugscheiben mit Schützenhaus, Wasserzuleitung und Kanalisation. Die Anlage ist mit Drehscheibensystem eingerichtet und gestattet das Schulschiessen auf 800, 200 und 100 m Entfernung. Schon bei Belegung des Waffenplatzes mit nur einer kombinierten Eekrutenschule für Sappeure und Pontoniere mit 600-700 Offizieren, Unteroffizieren und Eekruten genügen die 10 Scheiben nicht, so dass die Truppe bisher auch auf die Benützung des Zivilsehießstandes mit 18 Scheiben im Geissenschachen gegen Entrichtung von Schussgeld angewiesen war. Nachdem der ganze Geissenschachen nur noch für die elementare fachtechnische Ausbildung allein beansprucht werden muss, ist das Schiessen während der Truppenarbeit wegen Platzmangels und aus Gründen der Sicherheit ausgeschlossen.

Die Erweiterung der Anlage im Krähtal ist daher unumgänglich.

Bundesblatt. 103. Jahrg. Bd. L

51

742 Das auf Grund von Gutachten dea eidgenössischen Schiessplatzexperten entwickelte Projekt vom November 1948 sieht zur Erweiterung der bestehenden Schiessanlage im Krähtal vor: -- bauliche Umänderung im Erdgeschoss des bestehenden Gewehrschützenhauses zur Verwendung als Pistolenschützenhaus, Neubau eines Pistolenscheibenstandes zu 10 Zugscheiben.

-- Bau eines neuen Gewehrschützenstandes für 25 Scheiben durch Aufstocken auf das bestehende Gebäude.

-- Erweiterung der bisherigen 800-m-Scheibenanlage von 10 auf 25 Zugsoheiben.

S c h a f f u n g von Garagen. Den Schulen und Kursen des Waffenplatzes Brugg steht als einzige Garage für die Unterbringung der zugeteilten Motorfahrzeuge nur das der Gemeinde gehörende Garagegebäudo zur Verfügung. In demselben können nebst einer genügenden Anzahl Motorräder und Fahrräder höchstens noch die ständigen Waffenplatzfahrzeuge sowie höchstens 4-6 Jeeps und Personenwagen eingestellt werden. Allein nur für eine Sappeur- und PontonierRekrutenschule mit Schulstab und 5 Schulkompagnien muss aber Unterkunftsmöglichkeit für mindestens 50-60 Motorfahrzeuge vorhanden sein, sollen nicht zufolge Parkierens im Freien bald ganz erhebliche Schäden an den Fahrzeugen und damit grosse Reparaturkosten entstehen. Ausserdem müssen auch die für den Waffenplatz Brugg neu beschafften und teuren Baumaschinen untergebracht werden können. Ferner ist für die Instandstellung dieser Baumaschinen ein genügend grosser Baum mit Krananlage erforderlich. Durch einen entsprechenden Anbau an das bestehende Werkstattgebäude kann eine zweokmässige Lösung gefunden werden. Die Schaffung genügender Garagen ist aus den angeführten Gründen äusserst dringlich. Für die Ausbildung der Motorfahrer der Geniebautruppen sind ferner Theoriesäle und eine entsprechend eingerichtet Reparaturwerkstätte zu erstellen.

Es ist daher der Bau eines Garagegebäudes für 60 Motorlastwagen mit besonderer Halle für Baumaschinen und Kranwagen sowie eines Werkstätteund Theorietraktes an der Kleinen Aare (Schachen) vorgesehen. Ferner ist der Umbau der eidgenössischen Stallung auf dem eidgenössischen Kasernenareal für die Unterbringung von zusammen 25 Jeeps und Personenwagen notwendig.

Bau von 2 gedeckten P u t z s t ä n d e n auf dem Kasernenareal.

Die Zahl der vorhandenen, gedeckten Putzplätze auf dem Kasernenareal muss in Anbetracht der stets grossen Bestände in den Eekrutenschulen vermehrt werden, damit der innere Dienst reibungslos und ausserhalb der Kasernen durchgeführt werden kann. Dies wird ermöglicht durch den Bau von 2 weiteren gedeckten Putzständen zu je 120 Putzplätzen.

Exerzier- und Parkdiensthalle. Durch die Motorisierung der Genietruppen hat die gedeckte, bundeseigene Reithalle bei der eidgenössischen Kaserne ihren Zweck als solche verloren. Durch den Umbau in eine Exerzierhalle und für gelegentlichen leichten Parkdienst wird das Gebäude in zweckmässiger Weise für die Truppe dienstbar gemacht.

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Umbauten im Keller- und Erdgeschoss der eidgenössischen Kaserne. Der einzige auf dem Waffenplatze Brugg bestehende Mannschaftsduschenraum im Keller "der eidgenössischen Kaserne mit 20 Duschen ist für 600-700 Mann zu klein. Ausserdem fehlt ein besonderer Warte- und Umkleideraum. Es ist daher notwendig, einen Teil der beiden bisherigen Speisesäle als Duschenanlage mit 55 Plätzen und besonderem Umkleideraum einzurichten.

Aus dem noch verbleibenden Teil wird ein sehr willkommener Theoriesaal gewonnen. Der bestehende Duschenraum wird als Lebensmittel- und Kühlmagazin eingerichtet, womit sich gleichzeitig auch die Frage der besseren Lüftung lösen lässt. Als Ersatz für den Speisesaal im Keller ist der Umbau von 2 Mannschaftszimmern im Erdgeschoss und die Verlegung des Postlokals vorgesehen.

Einrichtungen auf den Übungsplätzen Geissenschachen (bisher) und Niedenthal (neu). Die Um- und Neugestaltung des Geissenschachens für die elementare, fachtechnische Ausbildung sowie die Einrichtung des zu erwerbenden Platzes Niedenthal erfolgen durch die Truppe selbst.

Es sind zur Hauptsache vorgesehen: -- Geissenschachen, Platzgestaltung, Herrichten von Holzdepots und Arbeitsplätzen, Bau einer 12-Tonnen-Behelfsbrücke über die Kleine Aare im untern Schachenteil mit Zufahrtsstrasse; genügende Brückenstellon, verschiedene Brückenmodelle, Aufrichten von 14 Theoriebaracken (Armeebaracken).

-- Niedenthal, Bau von 1-2 Handgranaten-Wurf ständen, einer Kampfbahn, von Sprengplätzen usw.

Die Weiterführung von Leitungen für elektrische Kraft, Licht und für Wasser im Geissenschachen ist notwendig zur Versorgung der Werkplätze und Theoriebaracken.

Wege und Plätze im Geissenschachen. Die außergewöhnliche Beanspruchung der Wege und Plätze im Geissenschachen durch die schweren Motorfahrzeuge der Truppe bedingt einen bessern Ausbau. Die bestehenden Wege und Plätze besitzen kein Steinbett und sind daher dem starken Motorfahrzeugverkehr nicht gewachsen. Es ist daher vorgesehen, die meist befahrenen Wege und Plätze mit einer soliden Steinbettunterlage zu versehen. Der hohen Kosten wegen wird dagegen auf einen Hartbelag verzichtet.

Dienstgebäude für Zeughaus- und Kasernenverwaltung. Die Büroräumlichkeiten der Zeughaus- und Kasernenverwaltung befinden sich heute im Krankengebäude des Waffenplatzes. Seit langem bemühte sich die Abteilung für Genie in Verbindung mit der Abteilung für Sanität, dieses Gebäude für den Krankendienst freizubekommen. Die Bemühungen scheiterten jedoch an der Unmöglichkeit, die Zeughaus- und Kasernenverwaltung in Zweckmassiger Weise anderswo unterzubringen.

744

lin Zuge der Erweiterung des Waffenplatzes Brugg und im Bestreben, die unbefriedigenden Verhältnisse hinsichtlich Verwaltung und Krankendienst zu verbessern, sollte ein Dienstgebäude erstellt werden. Als Standort ist der Platz zwischen dem Dufourhaus und dem ehemaligen Fröhlichgut vorgesehen.

Das Gebäude käme auf bundeseigenen Boden zu stehen und könnte an die bestehende Zentralheizung des Dufourhauses angeschlossen werden. Das Erdgeschoss würde die Büroräume der Zeughaus- und Kasernenverwaltung und der erste Stock die Verwalterwohnung enthalten.

Das Interesse an einem reibungslosen Betrieb und die Bedeutung eines .Waffenplatzes im Ausmasse von Brugg machen die Anwesenheit des Verwalters in der Anlage des Waffenplatzes notwendig.

Erwerb der Gemeindekasorne Brugg. Neben der eidgenössischen Kaserne ist in Brugg eine im Jahre 1987 erstellte Kasernenanlage der Gemeinde Brugg vorhanden. Diese umfasst das eigentliche Kasernengebäude mit Dienstgebäude (Wickihaldegebäude), eine Garage, Stallungen, ein Werkstattgebäude und einen Umschwung von 17 959 m2. Die Gemeinde Brugg ist ferner Eigentumerin der Übungs- und Schiessplätze an der Aare sowie im Krähtal. Durch Vertrag vom 1. März 1946 sind die Gemeindekaaernenanlagen sowie die Übungsund Schiessplätze dem Bund vermietet.

Im Zusammenhang mit der Prüfung der Erweiterung des Waffenplatzes wünschte die Gemeinde Brugg, dass der Bund die Gemeindekaserne erwerbe.

Am 5. April 1950 wurde das ausgearbeitete Projekt der Erweiterung dos Waffenplatzes Brugg mit den Stadtbehörden von Brugg einlässlich besprochen. Im Hinblick auf den vorgesehenen umfangreichen Ausbau und im Bestreben, die dahingehenden grossen Aufwendungen nach Möglichkeit herabzusetzen, wurde den Gemeindebehörden eröffnet, dass ein Erwerb der Gemeindekasernenanlage nicht in Betracht komme und das Verhältnis zwischen Bund und Gemeinde wie bis anhin auf mietvertraglicher Grundlage weiterbestehen soll. Die Gemeindebehörden verlangten daraufhin, dass der Bund die von der Gemeinde im Waffenplatz angelegten Kapitalien statt wie bisher zu 4%, zu 7 Prozent verzinse. Ferner erklärte sie, dass der Bund die Kosten für den vorgesehenen Umbau der Gemeindestallungen im Betrage von 94 500 Franken ebenfalls zu 7 Prozent verzinse. In diesen Zinssätzen sind die Aufwendungen der Gemeinde für den Unterhalt und eine Amortisationsquote Inbegriffen. Das Eidgenössische Militärdepartement bemühte sich um die Herabsetzung dieser Forderung, doch blieb ihm ein Erfolg versagt. Die Gemeinde Brugg beharrte auf der Verzinsung von 7 Prozent. Aus Gründen der Konsequenz konnte dieser Forderung jedoch nicht entsprochen werden.

Das Eidgenössische Militärdepartement beauftragte daraufhin das Oberkriegskommissariat, in Verbindung mit der Direktion der eidgenössischen Bauten die Frage des Erwerbes der Gemeindekaserne, mit Einschluss des Sehiessplatzes im Krähtal, zu prüfen und zu diesem Zwecke mit der Gemeinde Brugg in Unterhandlungen zu treten.

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Diese führten zu einer Verständigung auf folgender Grundlage: o. Kaufpreis für die Kaserne mit zugehörenden Gebäuden und Umschwung > Fr. l 800 000 6. Kaufpreis für den Schiessplatz Krähtal » 79000,, Fr. 1379000 Da der Unterhalt der Kaserne zu wünschen übrig liess, wurde der Gemeinde Brugg ein Betrag von 55 000 Franken als Nachholbedarf angerechnet und der Kaufpreis nach Abrechnung dieses Betrages und unter angemessener Berücksichtigung der wirtschaftlichen Vorteile von dem ursprünglich geforderten Betrage von l 455 000 Franken auf 1300000 Franken herabgesetzt. Dieser Kaufpreis, sowie jener für den Schiessplatz Krähtal, sind angemessen. Den Truppenübungsplatz Geissenschachen wünschte die Gemeinde in ihrem Eigentum zu behalten, doch ist sie nach wie vor bereit, denselben dem Bund wie bis anhin zur Verfügung zu stellen.

Die Direktion der eidgenössischen Bauten und die beteiligten militärischen Dienststellen befürworten den Erwerb der Gemeindekaserne und des Schiessplatzes Krähtal auf dieser Grundlage. Ein Erwerb bringt in verwaltungstechnischer Hinsicht eine begrüssenswerte Vereinfachung und schaff t-sodann in bezug auf die Eigentums- und Besitzesverhältnisse auf diesem Waffenplatze klare und eindeutige Verhältnisse.

Nach dem Erwerb der Gemeindekaserne müssen in Anpassung an die Bedürfnisse der Genietruppen verschiedene bauliche Änderungen vorgenommen werden. So müssen die Stallungen umgebaut, der Kasernenplatz neu gestaltet, die Kaserne instand gestellt und eine neue Garage erstellt werden.

Diese baulichen Änderungen und Anpassungen erfordern nach den Berechnungen der Direktion der eidgenössischen Bauten 288 200 Franken, so dass mit Einschluss des Kaufpreises für die Kaserne und den Schiessplatz Krâhtal von l 879 000 Franken und eines Betrages von rund 11 000 Franken für Verurkundung, grundbuchliche Behandlung, Plananfertigung usw. insgesamt l 628200 Franken oder aufgerundet l 630000 Franken erforderlich Sind.

Die Landerwerbskosten für die Erweiterung des Waffenplatzes Brugg betragen Fr. l 742 000 Die Kosten der Neu- und Umbauten werden veranschlagt auf » 2 614 800 Die Kosten des Erwerbes der Gemeindekaserne mit Umbauten erfordern » . l 630 000 Zusammen Fr. 5987500 III. Ausbau des Waffenplatzes Kloten-Bülach für die Übermittlungstruppen Nach der Abtretung des Artilleriescniessplatzes Kloten-Bülach an den Kanton Zürich umfasst der Waffenplatz heute als Bundeseigentum noch die beiden Kasernengebiete Kloten und Bülach mit je einem Truppenübungsplatz.

746 Mit dem Ausscheiden des Waffenplatzes Monte Ceneri für die Genietruppen ging Kloten-Bülach zur Ausbildung der Übermittlungstruppen an die Abteilung für Genie über. Beide Kasernengebiete liegen teilweise in den Anflugschneisen des Flughafens Kloten und wurden deshalb zur Gewährleistung der Flugsicherheit sowohl in bezug auf Bau- und 'Pflanzhöhen als auch hinsichtlich der Truppenausbildung mit Dienstbarkeiten belastet. Die zweckmässige Verwendung bedarf eines entsprechenden Ausbaues.

Der Bau eines Telegraphenlehrgebäudos in Kloten für die fachtochnischo Ausbildung der Telegraphenpioniere und eines Funkerlehrgebäudes in Bülach für die fachtechnische Ausbildung der Funker ist unerlässlich.

Ebenso ist die Schaffung von Garagen für Motorfahrzeuge und technische Fahrzeuge der Übermittlungstruppen in Kloten und Bülach durch entsprechenden Umbau der bestehenden Stallungen I und II erforderlich. Die Truppe ist voll motorisiert, und es müssen heute die vielen Motorfahrzeuge, zum Teil auch technische Fahrzeuge mit teuren und empfindlichen Geräten, im Freien parkiert werden, was mit der Zeit erhebliche Witterungsschäden an Material und Fahrzeugen zur Folge haben wird. Für die Wartung der Motorfahrzeuge ist in Bülach lediglich ein Bedienungsraum mit entsprechender Einrichtung vorgesehen, da eine gut eingerichtete Eeparaturwerkstätte in Kloten bereits besteht.

Zur Durchführung des Parkdienstes für Motorfahrzeuge müssen auf beiden Kasernengebieten Kloten und Bülach die hiezu erforderlichen Abspritzplätze mit Putzgrube, Wasserinstallation und Auffahrtsbock gebaut werden. Als Platzbelag wird Beton vorgesehen, welcher gegen die schädlichen Einwirkungen von Motorenöl praktisch unempfindlich und daher auch in bezug auf den nachberigen Unterhalt der Plätze am vorteilhaftesten ist.

Die Reithallen II in Kloten und I in Bülach können der Truppe durch den Umbau zu Hallen fürs Exerzieren und für leichten Parkdienst bei schlechter Witterung mit wenig Mitteln nutzbar gemacht werden. Der Umbau umfasst lediglich das Einsetzen je eines neuen, durch Oberflächenbehandlung staubfrei gemachten Bodenbelages auf Steinbett sowie einer genügenden Vermehrung der bestehenden Beleuchtung. Eine weitere dringende Notwendigkeit ist angesichts des starken Motorfahrzeugverkehrs der Neubelag, von Wegen und Plätzen auf beiden Kasernengebieten Kloten und Bülach.

Mit den Unterkellerungen der Ostflügel in der Offizierskaserne und den beiden Mannschaftskasernen in Bülach können Bäume für einen Theoriesaal, ein Postlokal samt Zimmer für Postordonnanz in der Offizierskaserne sowie je ein Aufenthaltsraum für Unteroffiziere und Soldaten, je ein Theorieraum und je ein Zimmer samt Waschraum für das Zivilpersonal in den beiden Mannschaftskasernen gewonnen werden.

In den Offizierskantinen der Kantinengebäude Kloten und Bülaoh bedürfen die Aufenthalts- und Essräume der Umgestaltung und Anpassung an die veränderten Verhältnisse,

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Der Ausbau der bestehenden Waffenplatzkanalisationen auf beiden Kasernengebieten ist nicht mehr zu umgehen. Durch die Ausführung der vorgesehenen und notwendigen Hartbeläge auf Wegen und Plätzen sowie der Wagenwaschplätze vermehrt sich der Anfall der Begen- und Gebrauchswassermenge ganz erheblich. Dadurch werden sich die heute schon vorhandenen Missstände, die in Büokstauungen der Abwasser bestehen, noch in grösserem Masse unliebsam bemerkbar machen. Die Abhilfe ist daher dringend nötig.

Zum Unterstellen von Motorfahrzeugen ist der Bau eines einfachen Vordaches auf der Nordseite der Mannschaftskaserne I in Bülach vorgesehen.

Ferner sollte am südlichen Eande des Kasernengebietes von Bülach eine neue Einfriedigung als Abschluss gegen das freie Gelände erstellt werden.

Der auf dem Waffenplatz Kloten nördlich dor Eeithalle II (projektierte Exerzierhalle) und in nächster Nähe des Wagenwaschplatzes vorgesehene betonierte Parkplatz für Motorfahrzeuge ist notwendig, um zusätzlich zum Wagenwaschplatz ausreichende Parkierungsmöglichkeit für die vielen Fahrzeuge zu haben und damit die Fahrwege und übrigen Plätze für den militärischen Betrieb auf dem Kasernengebiet freihalten zu können.

Der Ausbau des Waffenplatzes Kloten-Bülach für die Übermittlungstruppen erfordert folgende Mittel: a. für Kloten Fr. 1143000 b. für Bülach » 1982800 Zusammen Fr. 8125300 C. Erwerb des Grenadier-Waffenplatzes Losone

I. Entwicklungsgeschichte des Waffenplatzes Im Jahre 1943 hat der Oberbefehlshaber der Armee die Aufstellung von Grenadierkompagnien angeordnet und Locarno/Losone als Waffenplatz für die Grenadierausbildung bestimmt. Die behelfsmässige Unterkunft wurde durch eine Vereinbarung mit der Stadt Locamo geordnet. Es konnte sich aber von vornherein nur um eine Lösung handeln, die befristeten Charakter hatte. Das Übungsund Schiessgebiet befindet sich nicht im Gemeindegebiet von Locamo, sondern in demjenigen von Losone.

Die zweckmässige Nahkampt'ausbildung der Grenadiere kann nur in be^ sonderen Schulen erfolgen. Bei der kurz bemessenen viermonatigen Ausbildungszeit ist es nicht möglich, diese Spezialisten in normalen Infanterieschulen aus-' zubilden. Dazu kommt, dass auf den bestehenden Waffenplätzen die Nahkampfeinrichtungen fehlen und die Geländeverhältnisse für die Ausbildung der Grenadiere ungeeignet sind. Die Gegend von Losone dagegen erfüllt alle Voraussetzungen für diese Ausbildung, indem ein hügeliges, mit Unterholz bewachsenes, wenig fruchtbares Gelände, Felsen und Felsblöcke und in der Nähe auch unbewohnte Häuser und Hausruinen zur Verfügung stehen. Das Gelände bietet

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für Übungen mit Flammenwerfern, Minen sowie für Sprengübungen volle Sicherheit, ohne dass nennenswerter Landschaden entsteht.

Die Unterkunftsverhältnisse in Locamo erwiesen sich bald als ungenügend.

Die Kantonnemente befanden sich an vier verschiedenen Orten, und die erforderlichen Dependenzen waren nur unzureichend vorhanden. Die Stadt Locamo war nicht in der Lage, bessere Kantonnemente zur Verfügung zu stellen. Sie interessierte sich aber sehr für die Schaffung eines Grenadierwaffenplatzes, jedoch unter der Voraussetzung, dass eine dauernde Kasernenanlage auf Gemeindegebiet zu stehen käme. Die Stadtbehörde war auch bereit, eine Kaserne mit eigenen Mitteln zu erstellen, gegen Bezahlung einer Miete durch den Bund. Geeignetes Übungsgelände, das für die Grenadierausbildung unerlässlich ist, konnte jedoch die Gemeinde Locarno nicht zur Verfügung stellen.

Die Patriziatsgemeinde Losone, als Eigentümerin des erforderlichen Übungs- und Scbiessgeländes, erklärte nachdrücklich, sie werde das Übungsgebiet weiterhin und für dauernde Verwendung nur zur Verfügung stellen, wenn die Kaserne auf Boden der Gemeinde Losone erstellt werde. Die Einwohnergemeinde und die Patriziatsgemeinde von Losone lehnten den Bau einer Kaserne mit eigenen Mitteln ab. Sie begründeten ihren ablehnenden Standpunkt namentlich damit, dass eine derartige Verpflichtung einem an sich kleinen Gemeindewesen nicht zugemutet werden könne. Immerhin erklärte sich die Patriziatsgemeinde bereit, gewisse Leistungen zu übernehmen, falls die Kaserne auf ihrem Boden erstellt werde. Die Einwohnergemeinde Losone ihrerseits verpflichtete sich, die Zufahrtsstrasse zu einer künftigen Kaserne auf eigene Eechnung auf 6 Meter Breite auszubauen und sich an der Schaffung einer Gewehrschiessanlage mit einem namhaften Betrag zu beteiligen. Die Patriziatsgemeinde erklärte sich bereit, das erforderliche Übungsgelände kostenlos zur Verfügung zu stellen und den benötigten Boden für die Kasernenanlage und den Exerzierplatz käuflich abzutreten.

Die Einwohnergemeinde Losone war bezüglich des vorgesehenen Kasernenbaues bereits mit einem auf privater Initiative gebildeten Konsortium (Kasernenbau Locarno-Losone) in Verbindung getreten, um für Verhandlungen init den militärischen Amtsstellen die nötigen Projektunterlagen zur Verfügung zu haben. Sie gab dem Wunsche Ausdruck, der Bund möge durch dieses private Konsortium die Kasernenbauten auf Gemeindeboden erstellen lassen. Das genannte Konsortium hat denn auch aus eigener Initiative im Jahre 1945 dem Eidgenössischen Militärdepartement Pläne und Kostenberechnungen für den Bau einer Grenadierkaserne in Losone unterbreitet. Es bestand von vorneherein Klarheit, dass nicht die Schaffung eines Waffenplatzes an sieb, wohl aber die Bereitstellung des erforderlichen Schiessgebietes und Übungsgeländes Schwierigkeiten bringen würde. In bezug auf Losone fielen diese Schwierigkeiten dahin, weil die Patriziatsgemeinde sich bereit erklärte, das unerlassliche und besonders geeignete Übungsgebiet und Schiessgelände zur Verfügung zu stellen. Da sich Losone entschieden weigerte, bei einem Kasernenbau auf gemeindefremdern Boden die Übungsplätze abzutreten, bestand keine andere Möglichkeit mehr,

749 als mit der Gemeinde Losone auch über den Kasernenbau weiter zu verhandeln und das Angebot Locarnos fallenzulassen, Die Zahl der Grenadiere wurde in der Zwischenzeit weiter erhöht, was zur Folge hatte, dass neben der vorhandenen Unterkunft in Locamo ein Barackenlager auf dem Gebiet der Gemeinde Losone aufgestellt werden musste.

Diese im Jahre 1947 erstellte Barackenunterkunft war als Provisorium bis zum Neubau einer Kasornenanlage vorgesehen. Vom hygienischen Standpunkt aus war diese Barackenunterkunft auf die Dauer aber ungenügend.

In vielen Fällen legen die Gemeinden und Kantone Wert darauf, dass kantonale oder Gemeindekasernen gebaut werden, die alsdann vom Bunde gemietet werden. Bevor deshalb mit der Einwohnergemeinde Losone und dem privaten Konsortium über den Bau einer Kaserne weitere Verhandlungen aufgenommen wurden, prüfte der Bund die Präge, ob nicht der Kanton die Kaserne selbst bauen oder dann doch sich am Bau beteiligen könnte. Damit hätte der etwas ungewöhnliche Weg, den Bau durch ein privates Konsortium erstellen zu lassen, umgangen werden können. Der damalige Militärdirektor des Kantons Tessin war aber anderer Auffassung, indem er den Bau als solchen begrüsste, eine Beteiligung am Kasernenprojekt Losone aber deshalb ablehnte, weil er in jenem Zeitpunkt bezüglich einer allfälligen Übernahme der der Gemeinde Bellinzona gehörenden Kaserne durch den Kanton in Unterhandlung stand.

In der Folge wurden die Unterhandlungen mit der Gemeinde Losone und dem Baukonsortium aufgenommen.

In den in der Nähe von Losone liegenden Dörfern des Pedemonte erwuchs mit der Zeit ein starker Widerstand gegen die Errichtung eines Grenadierwaffenplatzes in Losone. Es bildete sich ein Komitee gegen die Errichtung des Waffenplatzes. In verschiedenen Eingaben an das Eidgenössische Militärdepartement und an das kantonale Militärdepartement wurde auf die nachteiligen Einwirkungen eines Grenadierwaffenplatzes auf den Fremdenverkehr des Pedemonte hingewiesen. Das Eidgenössische Militärdepartement nahm Anlass, diese Frage an Ort und Stelle im Beisein des kantonalen Militärdepartements zu prüfen. Eine Begutachtung des als militärischen Schiess- und Übungsplatzes in Aussicht genommenen Geländes durch die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission, unter Beizug von Vertretern des Kantons Tessin, führte zu der Überzeugung, dass die Auswirkungen eines Waffenplatzes und die damit verbundenen Störungen in übertriebener Weise gewertet wurden.In der Folge fanden zwischen den Einsprechern, dem kantonalen Militärdirektor und dem Eidgenössischen Militärdepartement Aussprachen statt, mit dem Ergebnis, dass der Widerstand nach und nach zum Schweigen gebracht werden konnte. Es mussten allerdings gewisse Zugeständnisse gemacht werden, die jedoch den militärischen Dienstbetrieb nicht allzusehr beeinträchtigten. Das Militärdepartement des Kantons Tessin bestätigte mit Schreiben vom 31. Juli 1947, dass die mit dem Eidgenössischen Militärdepartement getroffene Verständigung dem Wunsche der Bewohner des Pedemonte Eechnung trage und dem Widerstand damit jeder Grund entzogen sei,

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Et. Bauauftrag und vertragliche Regelung Nachdem die Bereitschaft der Gemeinde und des Patriziates Losone sowie des Konsortiums zur Verwirklichung des Waffenplatzes vorhanden war, wurde auf Grund der vom Baukonsortium durchgeführten Studien am 22. August 1947 der Auftrag für die Bearbeitung des Bauprojektes für eine neue Kaserne erteilt.

Es handelt sich um eine Lösung, die als ausserordentlich bezeichnet werden muss, die sich aber aus dem Zwang der Verhältnisse ergab, indem alles vermieden werden musste, was zu einem Scheitern der mit der Einwohnergemeinde und dem Patriziat geführten Verständigung Anlass geben konnte. Dennoch versuchten wir, die Kaserne als bundeseigenen Bau auf Grund der vom Konsortium bearbeiteten Pläne auszuführen. Dabei zeigten sich aber folgende Schwierigkeiten: Die Patriziatsgemeind hatte durch Abstimmung beschlossen, den Baugrund (einschliesslich Exerzierplatz) im Halte von ungefähr 110 000 m2 sowie das Land für den Schiessplatz von ungefähr 20 000 m2 an das Baukonsortium zu verkaufen, was in der Zwischenzeit auch geschah. Wenn nun der Bund selbst gebaut hätte, so hätte das einen neuen Beschluss der Patriziatsgemeinde Losone notwendig gemacht. Der Patriziatspräsident äusserte sich dahin, dass der Widerstand gegen den Kasernenbau im Wachsen begriffen sei und er daher nur mit grosser Sorge mit neuen, die Kaserne betreffenden Vorlagen vor die Patriziatsgemeinde trete.

Die Patriziatsgemeinde Losone hatte sich im weiteren an der AG. Kasernenbau Losone mit 100 000 Franken beteiligt, unter Zuerkennung eines Sitzes im Verwaltungsrat. Eine nochmalige Abstimmung liess. die ernste Befürchtung aufkommen, dass die Patriziatsgemeinde sowohl die Landabtretung als auch das dem Bunde zugesicherte Recht der Benützung des Übungsgeländes im «Canale» ablehnen könnte. Dazu kam, dass die Aktiengesellschaft in Ausführung des ihr erteilten Auftrages das Projekt verfasst und folglich Anspruch auf die ihr zustehenden Honorare gemäss den Bestimmungen des Schweizerischen Ingenieurund Architektenvereins hatte. Sodann war das Projekt geistiges Eigentum des beauftragten Architekten und hätte von diesem erworben werden müssen.

In Berücksichtigung dieses Umstandes und der grossen Bedenken des Patriziatspräsidenten konnte der Bau einer bundeseigenen Kaserne nicht mehr in Betracht kommen.

Das Baukonsortium
konstituierte sich als AG. Kasernenbau Losone mit Sitz in Losone. Die Aktiengesellschaft wurde nach erteiltem Bauauftrag im Handelsregister eingetragen. Das ausgearbeitete Projekt wurde den interessierten militärischen Dienststellen sowie der Direktion der eidgenössischen Bauten zur Prüfung zugestellt und von diesen gutgeheissen. Gleichzeitig wurden mit der Einwohner- und Patriziatsgemeinde Losone über die gegenseitigen Rechte und Pflichten Verhandlungen gepflogen.

Die Frage der Errichtung einer Grenadierkaserne in Losone, durch ein privates Konsortium beschäftigte auch die Militärkommission des Nationalrates,

751 Diese wünschte, dass ihr vor der endgültigen Unterzeichnung die abzuschliessenden Verträge noch vorgelegt werden. Sie erklärte sich in der Folge mit den ihr vorgelegten Vertragsentwürfen einverstanden.

Nach dem Vertrage mit der Einwohnergemeinde Losone vom 28. April 1949 und dem Vertrage mit der Patriziatsgemeinde Losone vom 29. April 1949 verpflichtet sich die Eidgenossenschaft, auf dem Gebiet der Gemeinde Losone durch die AG. Kasernenbau Losone für 80 Offiziere, 60-70 Unteroffiziere und 500 Bekruten eine Kaserne und einen Schießstand erstellen zu lassen. Hiefür wird die genannte Aktiengesellschaft ermächtigt, ein Exerzier- und Baugelände im Halte von 118 752 m2 zu erwerben.

Die Einwohnergemeinde verpflichtet sich, mit eigenen Mitteln die Zufahrtsstrasse bis zum « Grotto Arbigo» auf 6 Meter zu verbreitern, ferner einen Beitrag von 20 000 Franken an dieSchiessanlage « Segna» zu gewähren und auf dem neuen Kasernenplatz die erforderlichen Hydranten (ohne Zuleitungen) zu erstellen.

Die Patriziatsgemeinde verpflichtet sich, der AG. Kasernenbau Losone den notwendigen Boden im Halte von 118 752 ma, ferner das für den Schiessplatz notwendige Land zu verkaufen. Im weiteren verpflichtet sie sich, der Eidgenossenschaft das im «Canale» gelegene Übungs- und Schiessgebiet mit einer Fläche von l 298 020 m2 kostenlos für 50 Jahre zur Verfügung zu stellen.

Die vorerst konferenziell festgelegten Bechte und Pflichten mussten der Einwohnergemeinde und der Patriziatsversaminlung zur Abstimmung vorgelegt werden. Beide Abstimmungen verliefen zugunsten des Waffenplatzes.

Das Eidgenössische Militärdepartement hatte mit der Begierung des Kantons Tessin Unterhandlungen gepflogen zur Abklärung der Frage, ob der Kanton sich allenfalls am Aktienkapital der Aktiengesellschaft beteiligen würde.

Am 25. Februar 1949 beschloss der Grosse Bat des Kantons Tessin auf Antrag seiner Begierung die Beteiligung mit 50000 Franken am Aktienkapital der AG-.Kasernenbau Losone mit der Auflage, dass 50 Prozent der Gesamtbausumme an Firmen mit Sitz im Kanton Tessin zu vergeben seien. Über die Frage dieser Arbeitsvergebungen konnte zwischen dem Kanton und der Aktiengesellschaft eine Verständigung gefunden worden; dem Kanton wurde ferner wünschgemäss ein Sitz im Verwaltungsrat zugestanden. Damit war die öffentliche Hand durch die Vertretungen des Kantons und der Gemeinde Losone im Verwaltungsrat am Unternehmen beteiligt.

Nachdem auch der Kanton Tessin die Beteiligung am Bau der Kaserne Losone beschlossen hatte, wurden die Verhandlungen mit der AG. Kasernenbau Losone im engen Kontakt mit der Eidgenössischen Finanzverwaltung soweit geführt, dass der Vertragsabschluss erfolgen konnte.

Es wurde durch Vertrag mit der AG. Kasernenbau Losone .folgendes geordnet : -- Die AG. Kasernenbau Losone erwirbt von der Patriziatsgemeinde Losone und der Erbengemeinschaft der Geschwister Camani in Losone das Bauland im «Piano d'Arbigo» für die Erstellung der Kasernenbauten und der Schiessanlage,

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-- Die AG Kasernenbau Losone erstellt auf dem erworbenen Boden auf der Grundlage der genehmigten Pläne und Kostenberechnungen des beauftragten Architekten die Kasernenbauten und die Schiessanlage. Die Kosten wurden auf sechs Millionen Franken berechnet.

-- Die AG.Kasemenbau Losone vermietet die gesamte Kasernen- und Schiessanlage dem Bund zur unumschränkten Benützung. Die Mietzeit dauert vom Eindecken des Rohbaues an (Frühling 1950) 50 Jahre.

-- Die AG. Kasernenbau Losone verpflichtet sich, die Kasernen- und Schiessanlagen jederzeit gegen Entschädigung der Gestehungskosten, unter Anrechnung der mit dem Mietzins geleisteten Amortisationsquoten und allfällig weiterer Schuldenabzahlungen, an den Bund zu verkaufen.

-- Die Eidgenossenschaft bezahlt der AG Kasernenbau Losone einen jährlichen Mietzins, führt als Mieterin den eigentlichen Kasernenbetrieb und verwaltet die von ihr in den Vertragsobjekten untergebrachten Mobilien und Anlagen, wogegen die AG. Kasernenbau Losone sich auf die Finanzverwaltung des Liegenschaftsunternehmens und den baulichen Unterhalt der Gebäude mit ihren Einrichtungen beschränkt.

Die Finanzierung des Projektes wurde wie folgt geordnet: a. Darlehen der Eidgenossenschaft gemäss Übereinkunft zwischen dem Eidgenössischen Finanz- und Zolldepartement und der AG. Kasernenbau Losone vom 30. Juli 1949, I. Hypothek zu 3,5 Prozent auf 5 Jahre fest. .

Fr. 4000 000 * b. Bankdarlehen als II. Hypothek der Aktiengesellschaft zu 4 Prozent Fr. 350 000 Handwerkerkapital 10 Prozent Obligationenbeteiligung der am Bau beteiligten Unternehmer als III. Hypothek zu 5 Prozent » 500 000 Aktienkapital ' ». 850000 » 1200000 c. Zahlung eines Mietzinses bis zur Kollaudation der Anlagen verteilt auf zwei Jahre .

» 800 000 Total Fr. 6 000 000 Nach Erstellung der Kasernenanlagen und erfolgter Kollaudation hat der Bund den Betrieb des Kasernementes in eigenen Lasten zu übernehmen und für die Ausrüstung mit Mobiliar und Material besorgt zu sein.

Die daherigen Kosten sollten im Voranschlag des Oberkriegskommissariates eingestellt werden.

Ain 19. Juli 1949 hat die Finanzdelegation der eidgenössischen Kate unter folgenden Bedingungen dem Bundesratsbeschluss vom 17. Mai 1949 über

758 den Vertrag betreffend die Erstellung und Vermietung von Kasernenbauten im «Piano d'Arbigo» mit neuer Schiessanlage im Riposo in Losone, zwischen der AG. Kasernenbau Losone und der Schweizerischen Eidgenossenschaft zugestimmt : 1. Sofortiger Ankauf der Kaaernenanlagen nach Fertigstellung und Inbetriebnahme durch den Bund.

2. Lückenlose Kontrolle sämtlicher Arbeits- und Lieferungsvergebungen durch die Direktion der eidgenössischen Bauten.

8. Eintritt des Eidgenössischen Finanz- tind Zolldepartementes in den Verwaltungsrat der Aktiengesellschaft.

Der Ankauf wurde empfohlen, um dem Bunde Steuerleistungen zu ersparen und die Zinsaufwendungen nach Möglichkeit herabzusetzen.

Diese Bedingungen wurden, der Aktiengesellschaft bekanntgegeben und fanden deren Zustimmung. Damit waren die vertraglichen und finanziellen Begelungen über die Schaffung des Waffenplatzes Losone gutgeheissen, und die Arbeiten konnten im Juli 1949 endgültig aufgenommen werden.

in. Bauliches Die Kaserne umfasst einen Offiziers-, einen Mannschafts- und einen Unterrichtstrakt, eine SOO-m-Schiessanlage, den Bau einer Garage für die Unterbringung von 14 Motorfahrzeugen und einer Stallung für 5 Offizierspferde.

Die seitherige endgültige Abklärung der Frage der Motorisierung brachte eine entsprechende Änderung des Bauprogramms. Danach musste an Stelle der Garage eine Motorfahrzeughalle für die Unterbringung von 50 Motorfahrzeugen mit Werkstatt und 3 grossen Magazinen geschaffen werden. Die Stallung kam in Wegfall. Ferner musste mit Bücksicht auf die Nahkampfausbildung der Grenadiere noch zusätzlich eine 150-m-Schiessanlage -- als Zwischenstand -- gebaut werden.

Durch diese nachträglichenÄnderungen des Projektes erhöht sich der Kostenvoranschlag von ursprünglich 6 000 000 Franken um 170 000 Franken. Da anderseits ein beträchtlicher Teil der Sauarbeiten gunstiger als vorgesehen vergeben werden konnte, besteht Hoffnung, dass sich die Bauabrechnung schliesslich doch im bisherigen Eahmen halten wird. Es ist bei der Erstellung der Kasernenanlagen alles getan worden, um wenn immer möglich die erwähnten Mehraufwendungen durch Einsparungen auf dem Kostenvoranschlag auszugleichen.

Damit aber allenfalls eine Nachtragsbotschaft mit zusätzlicher Beschlussfassung durch Ihre Eäte vermieden werden kann, rechnen wir der Sicherheit halber doch mit Gesamtbaukosten von 6 170 000 Franken.

Die Arbeitsvergebungen wurden von der Direktion der eidgenössischen Bauten sowie von dem in Verwaltuhgsrat und Bauaussohuss vertretenen Finanz- und Zolldepartement überwacht.

Die neue Kaserne bietet Baum für 30 Offiziere, 60-70 Unteroffiziere und 500 Eekruten und enthält die nötigen Nebenräume und Theoriesäle. Die bau-

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liehen Anordnungen entsprechen in allen Teilen unseren Bedürfnissen. Es wurde auf eine einfache, sparsame und zweckmässige Ausführung Gewicht gelegt.

IV. Erwerb Es ist damit zu rechnen, dass die Arbeiten auf Ende Mai 1951 fertig sind, die Kollaudation erfolgen kann, und die Anlagen vollumfänglich in Betrieb genommen werden können. Bereits seit anfangs Februar dieses Jahres sind die Hauptgebäude von einer Grenadierrekrutenschule bezogen worden.

Der Zeitpunkt der käuflichen Übernahme des Waffenplatzes ist nach Artikel 5 des Bau- und Mietvertrages mit der Aktiengesellschaft der Eidgenossenschaft anheimgestellt. Nach dem Beschluss der Finanzdelegation der eidgenössischen Eäte vom 19. Juli 1949 hat die Abtretung des Waffenplatzes an die Eidgenossenschaft unmittelbar nach Beendigung sämtlicher Arbeiten und nach durchgeführter Kollaudation zu erfolgen. Der mutmassliche Kaufpreis für den Erwerb des Waffenplatzes, umfassend Grund und Boden mit Kasernenanlagen, ohne Mobiliar, beträgt höchstens 6 170 000 Franken, abzüglich die vom Bund nach Artikel 4 des Vertrages mit der AG. Kasernenbau Losone vom 28. April 1949 bereits geleisteten Zahlungen von 800 000 Franken, somit höchstens 5870000 Franken.

Massgebend für die genaue Kaufsumme bleibt der nach Abschluss sämtlicher Arbeiten zu ermittelnde endgültige Abrechnungsbetrag.

Es ist, wie oben erwähnt, nicht ausgeschlossen, dass die Gesamtbaukosten unter dem Betrag von 6 170 000 Franken und innerhalb der ursprünglich veranschlagten Bausumme von 6 Millionen Franken bleiben werden.

Auf Grund vorstehender Ausführungen beantragen wir Ihnen, uns zum Ankauf der Kasernenanlage nach erfolgter Kollaudation zu ermächtigen und die hiezu erforderlichen Mittel von 5 870 000 Franken zu bewilligen.

Zusammenfassung des Aufwandes Für die Erweiterung, den Ausbau und Erwerb von Waffenplätzen sind folgende Kredite erforderlich: a. für die Waffenplätze Bière und Frauenfeld . . . .

Fr. 16 060 000 b. für den Waffenplatz Brugg » 5987500 c. für den Waffenplatz Kloten-Bülach » 8125 300 d. für den Waffenplatz Losone » 5370000 Zusammen Fr. 30 542 800 Von diesem Aufwand sind 10 Millionen Franken aus dem Verkauf des Artillerieschiessplatzes Kloten-Bülach an den Kanton Zürich bereits gedeckt.

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Wir beehren uns, Ihnen den nachstehenden Beschlussesentwurf zur Annahme zu empfehlen.

Genehmigen Sie, Herr Präsident, hochverehrte Herren, die Versicherung unserer vollkommenen Hochachtung.

Bern, den 9. März 1951.

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Im Namen des Schweizerischen Bundesrates, Der Bundespräsident: Ed. von Steiger Der Bundeskanzler: Leimgruber

756 (Entwurf)

Bundesbeschluss über

Erweiterung, Ausbau und Erwerb von Waffenplätzen

Die Bundesversammlung der Schweizerischen E i d g e n o s s e n s c h a f t , nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 9, März Ï651, beschliesst:

Art. l Die Erweiterung und der Ausbau der eidgenössischen Waffenplätze Bière, Erauenfeld, Brugg und Kloten-Bülach sowie der Erwerb der Gemeindekaserne Brugg und des Waffenplatzes Losone mit eiaem Kostenaufwand von 80 542 800 Pranken werden bewilligt.

Art. 2 Der jährliche Kreditbedarf ist in die Voranschläge einzustellen.

Art. 8 Dieser Beschluss tritt als nicht allgemein verbindlicher Natur sofort in Kraft.

Der Bundesrat ist mit dem Vollzug beauftragt.

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Botschaft des Bundesrates an die Bundesversammlung über Erweiterung, Ausbau und Erwerb von Waffenplätze (Vom 9. März 1951)

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Jahr

1951

Année Anno Band

1

Volume Volume Heft

11

Cahier Numero Geschäftsnummer

6012

Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

15.03.1951

Date Data Seite

725-756

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