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Schweizerisches

Buudesblatt.

Jahrgang VI. Band III.

Nro.

59.

Samstag, den 30. Dezember 1854.

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des

Großen Rathes des Kantons Waadt für den Ban einer Eisenbahn von Jougne nach Massonger.

(Vom 5. Christmonat 1854.)

Der Große Rath des Kantons Waadt, nach Einsicht des vom Staatsrathe vorgelegten Dekretsentwurfes,

beschließt: Art. 1. Es wird dem Herrn Jules-Louis- Victor Petit-Nispel Oberingenieur, oder der von ihm zu bezeichnenden Gesellschaft, eine Konzession für den Bau und den Betrieb einer Eisenbahn auf dem waadtländischen Gebiete von Jougne nach Massonger ertheilt, wobei der an die Westbahngesellfchaft schon konzessionirte

Theil dieser Linie nicht inbegriffen ist.

Buudesblatt. Jahrg. VI. Bd. I1.I.

58

^0 Die Dauer der Konzession ist auf neun und neunzig Jahre festgesetzt.

Art. 2. Der Konzessionär deponirt in die Staatslasse eine Kautionssumme von Fr. 360,.000 in Baar .(en espèces), in Staatspa^ieren (effets publics) oder in Wechseln, die vom Staat.^rathe aeeeptirt worden find (en valeurs commerciales agréée^ par le Conseil d'Etat).

Von dieser Summte müssen 240,000 Franken in den auf die Genehmigung der vorliegenden Konzession d.^rch den Großen Ra.th des Kantons Waadt unmittelbar folgenden 20 .^agen einbezahlt werden.

Die übrigen 120,000 Franken find erst in vierzehn Tagen nach der Promulgation der französischen Konzession von Iou^ne nach Salins zu erlegen.

Im Falle der Nichtratifikation durch die Bundesversammlung wird die Kautionssumme dem Konzessionär

sogleich, jedoch ohne Zins, zurükbezahlt.

Jm.^alle der Genehmigung durch die B und es versammo lung wird die Kaution definitiv und bleibt dem Kan.^ ton Waadt zur Verfügung überlassen, als Garantie für die durch die Gesellschaft eingegangenen Verbindlichkeiten, wie dieß in den Artikeln 20 und 2l erklärt ist. Die in Baar de^onirte Summe wird jährlich, vom .^ig- der .Erlegung der Gelder an gerechnet, zu 4 ^ verzinset.

Art. 3. Sollte die Ges^schaft die eine oder diandere der in den vorhergehenden Artikeln sestgeseztei^ Bedingungen nicht erfüllen, so erlisch... di^ Konzesfio......

von Rechtes wegen (d^ plein dro^t).

..^t. ^. Dies.^ Konz.esfion wird unter den Vorbe^ .halten, Lasten und Bedingu.ngen erteilt, welche in dein Uebernahmsvertrage des ^..errn ^.^ttt-^i^^ol enthalte^ ^nd; welcher Vertrag als^ lautet:

^.ll ,,Art. 1. Die Gesellschaft ^at lnit den Studienarbi.iten unverzüglich zu beginnen, so da^ sie binnen 12 Monaten , vom Tage der Genehmigung der Konzession dur^ die Bundesversammlung an gerechnet, vollständig beendigt seien.

"Der definitive ^lan, besonders in Beziehung aus die Kunstarbeiten und den Bau im Allgemeinen, so.ll dem Staatsrathe des Kantons Waadt zur Genehmigung vorgelegt werden, der daran, nach genommener Rü^-

sprach e ^mit der Gesellschaft, al.lfäl.tg furn^thig erachtete und ausführbare Modifikationen vornehmen lassen kann.

"Jedoch soll, im .^alle entstehender Anstände, die ^rage einem nach Art. .^ zu ernennenden Schiedst gerich.te übertragen werden.

.-Der Konzessionär, oder die Gefellschast, hat mi.t den Arbeiten in den ersten zwei Monaten nach der Genehmigung der ^lane durch den Staatsrath zu beginnen. Dieselben find ohne Unterbruch fortzufezen und in so weit zu vollenden, daß d.^r Dienst organisirt und die Eisenbahn dem Verkehr übergeben werden kann, namlich :

,,1) .^ür die Abtheilung. ^on Lausanne bis zur .Linie Bouveret, auf dem funkte Massonger, binnen ^ Jahren, vom ..^age der Genehmigung der definitiven ^lane durch den Staat^rat^ an gerechnet.

"2) Für die Abtheilung von Jougn^ bis zu einem der Punkte der Eisenbahn Morges - Lausanne^v er do n, in den gleichen fristen und zu den näm^ lichen Zeitabschnitten , wie sie von der französischen Regierung in der Konzession für Jongne und Sa.^ lins festgefezt werden.

^Dieser lezte Theil der Konzession ist für den Kon-

zesfionär nicht verbindlich, salls die französische .^egie^

6l2 rung, wider alle Erwartung, die Konzession sür eint..

Bahn zwischen Salins und Iougne verweigern sollte.

,,Im Falle unvorhergesehener und von dem Willen der Gesellschaft unabhängiger Umstände kennen dies^ fristen vom Staatsrathe verlängert werden.

^Art. 2. Bevor die Gesellschaft Hand an's Werk

legt , hat fie sür jede Abtheilung der konzesfi.^nirten ^inie einen vollständigen und ausführlichen Plan über die Arbeiten, welche fie aus dieser Abtheilung auszu.^ sühren beabsichtigt, dem Staatsrathe vorzulegen. Ein Doppel dieses Planes soll im Staatsarchive niederge^ legt werden.

,,An dem einmal genehmigten Plane dars ohne Er^

mächtigung von Seite des Staatsrathes nichts abgeän^ dert werden.

,,Art. 3. Die Kunst- und Erdarbeiten müssen so ausgeführt werden, daß fie hinlängliche Solidität dar^ bieten, um ein Material zu tragen, wie dasjenige ist..

dessen man fich aus den Eisenbahnen der benachbarten Staaten bedient.

"Die Expropriationen und die Kunstarbeiten sollen sür z w e i Spuren berechnet, die Erdarbeiten aber nur sür eine Spur ausgeführt werden.

,,Das Erstellen einer zweiten Spur kann der Gesell^ schaft von dem Staatsrathe auferlegt werden, sobald es die Bedürfnisse des Verkehrs erfordern.

,,Gleichwol soll bei einem allfälligen Anstande zwischeu dem Staatsrathe und der Gesellschaft die Frage

auf schiedsrichterlichem Wege, nach Art. 44, entschieden werden.

"Art. 4. .^alls die Solidität der Erdarbeiten und die gute Ausführung der Werke den Vorschriften des Art. 3 nicht entsprechen sollten, so hat der Staatsrath,

.

^

...tus den Bericht von rontradiktorisch ernannten Experte^ hin, das Recht, die Gesellschaft zum Bauen nach de'.t Vorschriften anzuhalten.

,,Art. 5. Das Recht, die Bauarbeiten zu kontra liren und zu überwachen, wird dem Staatsrathe ausdrüklich vorbehalten.

,,Die Kosten der Ueberwachung, Untersuchung und Annahme der Arbeiten sind von dem Staate und der Gesellschaft zu gleichen Theilen zu tragen. Jn keinem .^alle soll aber der dießfällige, der Gesellschaft zukommende

Theil jährlich die Summe von .^r. 4000 übersteigen.

,,Art. 6. Die Gefellschaft übernimmt den Bau der Eisenbahn mit allem Zugeht sie sorgt für hinreichende Einzäunung auf beiden Seiten der Bahn in ihrer ganzen

.Länge.

,,Ueberall, wo der Bau der Eisenbahn nebergi.inge, unterirdische Gänge, oder überhaupt Veränderungen an Straßen, Wegen, Brüken, Stegen, Flüssen, Kanälen oder Bächen,. Abzugsgräben, Wasserleitungen, .Brunnenoder Gasröhren nöthi^ macht, sind alle dadurch entsteSenden Kosten von der Gesellschaft zu tragen und die Arbeiten so auszuführen, daß den Eigentümern oder andern mit dem Unterhalt belasteten Personen, in .^olge der vorgenommenen Veränderungen, weder ein Schaden noch irgend eine, in Vergleichung mit früher, größere .Last erwachsen kann.

,,Im ^alle eines Streites entscheidet der Staatsrat.^ in lezter Instanz.

,,Art. 7. Wenn der Staat, nach Erbauung der Bahn, es sür nöthig erachtet, daß Straßen, Wege, Kanäle oder Brunnenleitungen, welche die Bahn kreuzen, angelegt werden, so kann die Gesellschaft keine Entschädigung verlangen wegen Beeinträchtigung ihres Eigentums.

^14 Alle aus diesen Veränderungen enthebenden Kosten fallen dem Staate zu:, jedoch bat di^ Gesellschaft alle Kosten allein zu tragen, die in .^olge dieser Veränderungen durch die Errichtung neuer Bahnwartshäuser und An^ fiellung von Bahnwärtern entstehen könnten.

,,Art. 8. Während des Baues find von der ...^es..^ schast alle möglichen Maßnahmen ^n tr.^sen, daß der Verkehr aus den bestehenden Straßen und andern Verbindungsmitteln nicht unterbrochen werde, und daß Grund-

s^ük... und Gebäulichkeiten keinerlei Schaden erleiden ^

Beschädigungen, sel.b^ unvermeidliche, sollen von der Gesellschaft vergütet werden.

,,Art. 9. Der Eisenbahndienst soll nie (höhere Gewalt vorbehalten) durch die Unterhalts-, Ausbesserung^ oder Wieder.aufbauungsarbeiten der Linie unterbrochen werden.

"Falls der Staat, Gemeinden oder Privaten genöthigt fein sollten, Werke, welche die Eisenbahn durchkreuzen, zu erbauen, auszubessern oder zu unterhalten, so sollen diese Arbeiten auf ihre Kosten, unter den Befehlen oder der Leitung der Ingenieure der Gesellschaft, in möglichst kurzer Frist ausgeführt werden. Der Bahndienst darf durch die verschiedenen Arbeiten nur bei unvermeidlicher Noth unterbrochen werden, in welchem Falle die Gesellschaft nicht berechtigt ist, von den Eigentümern der ausgebesserten oder wieder aufgebauten Gegenstände, wegen der durch diese Arbeiten veranlagten Unterbre-

chungen des Dienstes, irgend welche Entschädigung an...

zusprechen.

"Art. 10. Di^ Eisenbahn mit all^ ihrem Material soll immer in gutem, volle Sicherheit gewährenden Zustande erhalten werden.

^

^I5 ,,Der Staatsratb kann zu jed..^ Zeit durch seine Ab^ geordneten den Zustand der Eisenbahn, ihres Materials und aller dazu gehörigen Bauten untersuchen lassen.

,,Sollte die Gesellschaft den ihr bezeichneten Mängeln oder Vernachlässigungen nicht aus der Stelle abhelfen, so ^at der Staatsrath das Recht, von sich aus und at.ts Unkosten der Gesellschaft das Nöthige vorzukehren. Strei^ ^genfalls soll ltach Art. 4 verfahren werden.

,,Art. 1l. Die Gesellschaft hat aus ihre Kosten alle Anstalten zu treffen, welche der Staatsrath im Interesse der öffentlichen Sicherheit als nothwendig erächtet, sei e^ durch Errichtung von Bahnwartshäusern oder durch ähn^ liche Vorkehrungen.

"Art. 12. Gegenstände von naturhistorischem, anti-^ quarischem, plastischem, überhauptwissenschaftlichemWerthe..

wie Foffilien, Petrefakten, Münzen, Medaillen u. dgl., die beim Bau der Eifenbahn gefunden werden sollten.

sind und bleiben Eigenthum des Staates.

,,Art. 13. Wenigstens drei Viertheile der für die Erdarbeiten und die Einrichtung der .^chienenbahn, fo wie für andere Arbeiten nöthigen Arbeiter sollen fo viel al.^ , möglich aus Schweizerbürgern genommen werden.

"Art. 14. Die Gesellschaft hat sich allen im Kantor Waadt in Kraft bestehenden Gesezen, Verordnungen und Reglementen zu unterziehen.

"Es steht der Gesellschaft frei, fich in Frankreich oder in England aufzuhalten ; dieselbe ist aber gehalten, einen in Laufanne gesezlich niedergelassenen, mit Vollmachte^ versehenen Repräsentanten zu stellen.

"Alle gegen die Gesellschaft oder ihre Unternehmer von dritten Personen erhobenen Klagen gehören vor die .waadtländischen Gerichte.

.^

.^16 ,,Art. 15. Die Gesellschaft verpflichtet sich, den Vor^ schriften des Bundesgesezes, vom 28. Iuli 185....., über den Bau und Betrieb von Eisenbahnen aus dem Gebiete der Eidgenossenschaft genau und gewissenhaft nachzukommen. Alle Bestimmungen des erwähnten Gesezes find auf gegenwärtigen Uebernahmsvertrag anwendbar.

,,Art. 16. Der Kanton Waadt ist berechtigt, die Ei...

senbahn sammt dem Material, den Gebäulichkeiten und den Vorräthen , welche dazu gehören , nach Ablauf des .30., 45., 60., 75. und 99. Jahres, von dem Zeitpunkte .des Betriebs auf der ganzen Bahnstreke an gerechnet, gegen Entschädigung an sich zu ziehen, nachdem er davon ....er Gesellschaft 4 Jahre vorher Kenntniß gegeben hat.

"Sollten sich die Parteien über die Entschädigung^ summe nicht verständigen können, so wird der Entscheid darüber einem nach Art. 44 zu ernennenden Schiedst Berichte übertragen.

"Für die Ausmittlun^ ...^r zu leistenden Entschädigung gelten folgende Bestimmungen : "Jm Falle des Rükkaufs im 30., 45. und 60. Jahre ^st der 25fache Werth des durchschnittlichen Reinertrags Derjenigen 10 Jahre, ^die dem Zeitpunkte, in welchem der Kanton Waadt vom Rükkaufsrechte Gebrauch machen .zu wollen sich erklärte, unmittelbar vorangehen; im Falle .des Rükkaufes im 75. Jahre der 221/^fache, und im .^alle des Rükkaufes im 90. Jahre der 20fache Werth dieses Reinertrages zu bezahlen, immerhin jedoch in der Meinung, daß die Entschädigungssumme in keinem .^alle

weniger als das ursprüngliche Anlagekapital betragen dars. Von dem Reinertrage, welcher bei dieser Berechnung zu Grunde zu legen ist, find übrigens Summen, welche auf Abschreibungsrechnung getragen , oder einem .Reservesond einverleibt werden, in Ab^ug ^u bringen.

^ "Im Falle des Rükkaufs im 99. Jahre ist die mut^ faßliche Summe, welche die Erstellung der .Bahn und .die Einrichtung derselben zum Betriebe in diesem Zeitpunkte kosten würde, als Entschädigung zu bezahlen.

"Die Bahn sammt Zugehör ist jeweilen, zu welchem .Zeitpunkte auch der Rükkaus erfolgen mag, in vollkomnten befriedigendem Zustande dem Kanton Waadt abzutreten. Sollte dieser Verpflichtung kein Genüge getha^ werden, so ist ein verhältnismäßiger Betrag von der Rük^aufsfumme in Abzug zu bringen.

,,Der Rükkauf muß sich auf die ganze konzessionirte .Linie erstreken.

"Art. 17. Nach der Eröffnung der .Linie soll vom Staate ein sogenanntes Ueberwachungskomite niedergesezt werden, das aus 3 Mitgliedern besteht. Das Komite soll mit der allgemeinen Aufficht über das Unternehme^ .betraut werden und darüber wachen, daß die Gesellschaft die Bedingungen der Konzession erfülle.

"Art. 18. Die Gesellschaft erstattet alljährlich über .die Resultate des Betriebs und den Ertrag des Unter.nehmens dem Staat^rathe einen ausführlichen Bericht.

"Art. 19. Die Gesellschaft kann, mit Genehmigung .des Staatsrathes, mit andern Gesellschaften fchweizerischer Eifenbahnen hinsichtlich eines gemeinschaftlichen oder gleichmäßigen Baues oder Betriebs der .Linien desselben Bahnnezes alle ihr zwekdienlich scheinenden Einrichtungen treffen, unter der ausdrüklichen Bedingung jedoch, da^ diese Vereinigung der Gesellschaften hinreichende Sicherheit darbiete für die Erfüllung aller, von der ursprüngliche.....

Westbahngesellschaft, mit Rüksicht aus den Vau und den Betrieb eingegangeneu Vorbehalten, tasten und Bedin^ Bungen, so wie daß, wenn die vereinigte Gesellschaft ibren Siz nicht in .Lausanne ^abeu sollte, sie in dieser

^18 Stadt einen gesezlich niedergelassenen Stellvertreter ^ stimme.

"Art. 20. Die Bürgschaftssumme soll der Gesellschaft in zwei Hälften ^urük erstattet werben; und zwar die erste .^älfte, wenn der. Viertheil der Arbeiten vollendet ist.

Die andere aber, wenn für die Hälfte der erwähnten Arbeiten und Lieferungen Ausweis geleistet worden fein.

wird.

,,Art. 21. Vollendet die Gesellschaft die Arbeiten nicht.

in der im Art. 1 bestimmten Frist, fo wird, den .^all unvermeidlicher Notwendigkeit oder einer etwaigen Ter..

minverlängerung durch den Staatsrath ausgenommen,.

der Rest der Bürgschaftssumme Eigenthum.des Staates, und dieser hat das Recht , zur Expropriation zu schreiten , indem er den Boden und die Kunstwerke, die der Gesellschaft gehören, unter der Bedingung öffentlich ver^ steigern läßt, daß der Steigerer gehalten ist, das Unter^ nehmen unter den durch gegenwärtige Konzession auferlegten Bedingungen zu Ende zu führen.

...Die gerichtlich aus dem Befize gesezte Gesellschaft erhält von dem Ersteigerer den Werth, den die neue Zuerkennnng für die verschiedenen Gegenstände festge-

s^zt hat.

"Findet sich nach zwei in einem Zwischenraume von 6 Monaten veranstalteten Steigerungen kein Ersteigerer, so erlischt die Konzession, und die Gesellschaft hat ein Jahr Frist für die Liquidation und den Verkauf des^ ..Bodens und der Kunstarbeiten.

"Art. 22. Sobald die Eisenbahn beendigt ist, läßt

die Gesellschaft mit Beihilfe der Betheiligten auf ihre .Kosten einen vollständigen Gränzberichtigungs- und Katastralplan aufnehmen. Sie läßt im Einverständnis mi^ den Abgeordneten der eidgenössischen und kantonalen B.^

^ .^.den eine genaue Beschreibung der Brisen, Uebergange und andern ausgeführten Werke, so wie ein Inventar über das ganze Betriebsmaterial anfertigen. Authentische Ausfertigungen diefer Urkunden, denen eine genaue und definitive Rechnung über die Kosten der Einrichtung der Eisenbahn und desBetriebsmaterials beizufügen ist, sollen in den Archiven des Bundesrathes und des Kantons de..

ponirt werden.

"Spätere Ergänzungen oder Veränderungen am Bau der Eifenbabn sollen in diesen Urkunden erwähnt werden.

^ ..Art. 23. Die Dauer der Konzession für den Betrieb der Eisenbahn, auf das Risiko und die Gefahr der Gesellschaft, wird auf neun und neunzig aus einander fol^ gende Iahre festgesezt, vom Tage der Eröffnung^ und

des wirklichen Betriebs auf jeder Abtheilung der Linie.

,,Nach Ablauf der 99 Iahre bewilligt der Staat der Gesellschaft eine neue Konzession, oder verständigt sich mit ihr über den Ankauf der Gebäude, des Materials und der Vorräthe.

^ ,,Art. 24. Der Kanton Waadt verpflichtet .sich, Niemandem eine Konzession sür Anlegung einer Eisenbahn

in derselben Richtung ^ bewilligen.

"Art. 25. Der Bau der Eisenbahn, welcher Gegenstand der gegenwärtigen Konzession ist, wird für ein Unternehmen ,,von a l l g e m e i n e m N u z e n ^ erklärt; demgemäß stehen der Gesellschaft alle diejenigen Rechte zu, welche die Geseze und Verordnungen der Verwaltung öffentlicher Staatsarbeiten einräumen.

.. "Art. 26. Das Bundesgesez vom 1. Mai I850 über die Expropriation zu gemeinnüzia^en Zweken findet seine Anwendung. auf den Ankauf von allem für den Bau der Eisenbahn nothigen .Grund und Boden, ferner auf d...^ Ausgraben und die Ablage von Erde, Sand, Kies, Stei-

620 nen und anderen notwendigen Materialien, so wie auch aus die zwischen der Eisenbahn und den Bauwerkstätten zu erossnenden Kommunikationswege. .

,,Art. 27. Die Gesellschast hat von dem Boden, den die Eisenbahn einnimmt, und sür dessen Ankauf weder Staats. noch Gemeindeabgaben zu entrichten.

,,Art. 28. Die Dampfwägen sollen nach den beßten Mustern gebaut werden und allen Ansorderungen der Sicherheit, die man an dergleichen Maschinen macht, entsprechen.

..Dasselbe gilt von dem Bau der Waggons für die Reisenden, die in drei Klassen zerfallen.

,,Art. 29. Das Maximum des Tarifs sür den ^ersonen-, Viel^ und Waarentransport ist folgendermaßen festgestellt : ,,Reisende.

,, E r s t e K l a s s e . In gedekten und garnirtenWä-

gen, mit gepolsterten Rüklehnen und Sizen, und mit Glaeen geschlossen, per Kilometer . . . . 10 Cent.

per Stunde zu 4800 Metern . . . . . 50 ,, " Z w e i t e Klasse. In gedekten Wägen, mit gepolsterten Sizen und mit Glaeen geschlossen, per Kilometer

.

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0 7 Cent.

per Stunde zu 4.^00 Metern . . . . . 35 ,, ..Dritte K l a s s e . In gedekten Wägen mit ungepolsterten Sizen, und mit Fenstern geschlossen, per Kilometer

.

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05

Cent.

per Stunde zu 4800 Metern . . . . . 25 ,, ,,Kinder unter ^ Iahren zahlen aus allen Pläzen die ^älste der obigen preise.

,,Jeder Reisende hat ein Recht auf unentgeltlichen Transport d..^ Reisegepäks, dessen Gewicht nicht 30 ^fund (15 Kilogramm) übersteigen darf.

62l "Vieh.

Pferde, Maulesel per Kops, per Kil. 16 Cent.

per Stunde zu4800 Met. ,, 80 .,, Ochsen, Kühe und Stiere per Stunde zu 4^00 Met.

Kälber, Schweine u. Hunde

,, ,, ,,

,,

08 ,, 40 ,, 03 ,,

^,

per Stunde zu 4800 Met. ,, Schafe und Ziegen ,, per Stunde zu 4800 Met. ,,

15 ,, 02 ,, 10 "

,,

"Wägen.

.^r. Cent.

..,Zwei^ oder vierräderige Wägen mit einem .^ond und einem Banquette im Intérieur, per Kilometer

.

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-

-

.5 0

per Stunde zu 4800 Metern . . . . 2. 50 Vierräderige Wägen mit zwei Fonds und zwei Sizen, per Kilometer . . . . . . . . - . - . 6.....

per Stunde zu 4800 Metern . . . . 3. 20 Vierräderige Wägen, mit 2 ^der drei Fonds und z.vei oder drei Sizen im .Innern, per Kilometer . . . . . . . . . . . . - - . 80

per Stunde zu 4800 Metern

. . . . 3. 80

,,Zwei Personen können ohne Erhöhung des Tarifs in den Wägen mit einem Size, und drei Personen in den Wägen mit zwei Sizen reisen.

,,Die Wägen, welche mit mittlerer Schnelligkeit trans^ portirt werden, zahlen 40 .^) weniger.

,, W a a r e n.

,,Für die Waaren werden vier Klassen errichtet. Di^ Tarifansäze sollen höchstens betragen:

6 .

^

In der ersten Klasse per Kilometer und personne

.(1000 Kil.) . . . . . . . . . . ^ 1.6 .Cent.

in der ^ w e i t e n K l a s se per .Kilome^.r .und

.^per Tonne (l000 Kil.)

. . . . . . .14 ,,

in der d r i t t e n K l a f f t per .Kilometer ^und

^per Tonne .(1000 Kil.)

. . . . . .12 ,,

in der v i e r t e n K l a s s^e per Kilometer und

.per ^onne (1000 Kil.)

. . . . . 10 ,,

,,In Schweizermaß per Stunde und per Zentner (50 Kilogramm) : .^ür die e r s t e Klasse . . . . . . 04

Cent.

,, " zweite Klasse . . . . . 03.,^ " ,, ,..

,, d r i t t e Klasse . . . . . 03 ,, " v i e r t e Klasse . . . . . 02^ ,,

"Ie^doch darf der Tarif für Schweiz^rweine 3 Cent.

per Stunde und per Zentner ^50 Kilogramm) nicht übe.^ fielen.

,,Waaren aller Art, die mit der Geschwindigkeit der ^ersonenzüg^ befördert werden, zahlen 32 Cent. ^er Tonne und .^er Kilometer, also ..^ent. per Rentner und pe... Stunde.

....Das Vieh, welches mit der Geschwindigkeit der Personenzüge transportirt wird , zahlt 40 .^ über die gewohnliche Tare.

,,Das Geld .^ahlt im Verhältnisse von 1 Cen... sür 1000 Franken per Kilometer, also 5 Cent. für 1000 Franken und per Stunde, und Sendungen unter 500 ^ranken zahlen für Fr. 500.

"Gegenstände, welche weniger als 25 Kilogramm

wiegen, zahlen für 25 Kilogramm.

"Die Tare für den Transport irgend eines Gegenstandes soll nicht weniger als 40 Cent. betragen.

623 "Die durchlaufene Streke wird .^er Kilometer b.^ rechnet. Bruchteile eines Kilometers zahlen für einen ganzen Kilometer.

"Sendungen von 25 Kilogramm und darunter wer^ den immer als mit Schnellzügen beförderte Waaren angesehen.

,,Art. 30. 25 Kilogramm (50 Pfund) nicht über...

steigende Traglasten mit landwirthschaftlichen Erzeugnissen, welche mit ihren Trägern befördert und unmittelbar bei ihrer Ankunft am Bestimmungsorte sogleich wieder in Empfang genommen werden, find frei von Transportkosten ; der Ueberschuß (was 50 Pfund übersteigt) ist der .......are der gewöhnlichen Waaren unterworfen.

,,Die Natur und der Umfang diefer Erzeugnisse wer^ den durch ein vom Staatsrathe genehmigtes Reglement bestimmt.

"Art. 31. Iede Abänderung des Tarifs und der Transportreglemente soll dem Publikum gehörig bekannt gemacht, und erstere wenigstens 14 Tage vor ihrem In.

krafttreten veröffentlicht werden.

"Wenn die Gesellschaft ihre Tarife ermäßigt, so soll diese Ermäßigung wenigstens 3 Monate für die Reifen.

den und ein halbes Iahr lang für die Waaren beihehalten werden.

"Diese Bestimmung findet aber weder Anwendung auf Vergnügungszüge, noch auf außerordentliche, unter .besonder^ Umständen zugestandene Begünstigungen..

...,Art. 32. Die Taren sollen überall und für jeder^ manrt ^uf gleicht W^ be^chn^t ^rd^.

,,^ie Administration de^is^h.. da^s ^.iem^nd^ Vortheile einräumen, ^ ^ ^^ .^^ Um^änd^ nicht Andern zugestehen .wü^de.

^24 ^Art. 33. Die Züge der Reifenden sollen mit einer mittleren Geschwindigkeit von wenigstens 30 Kilometern .per Stunde fahren, alle Anhaltszeit inbegriffen. Das Maximum der Geschwindigkeit für die zum Transport bestimmten Waaren ist aus 25 Kilometer per Stunde

s^g^t.

"Die Waaren müssen binnen zweimal 24 Stunden nach ihrer Abgabe aus der Station der Eisenbahn be...

fördert werden; und wenn die Versendung diesen Termin

überschreitet, so findet ein verhältnißmäßiger Abzug statt.

Die Transporte von Eilgütern sollen mit dem ersten Zuge der Reisenden abgehen, vorausgesezt, daß sie eine Stunde vor dem Abgange desselben abgegeben wurden.

"Die Gesellschaft verpflichtet sich ferner, im Dienste sowol hinsichtlich der Sicherheit, als der Schnelligkeit alle möglichen Verbesserungen einzuführen.

"Art. 34.

Die Gesellschaft macht sich verbindlich,

mit ^wenigstens zwei Zügen für Reisende per Tag auf der ganzen konzesfionirten Linie einen genügenden Dienst einzurichten. Diese Züge sollen aus einer hin-

länglichen Anzahl von Wägen oder Waggons erster, zweiter und dritter Klasse bestehen, und bei allen Station nen anhalten.

"Art. 35.

Die Gesellschast übernimmt die Verpflich^

tung, gegen die gewöhnlichen Tarife und Bedingungen die Reisenden und Waaren jeder andern Eisenbahn aufzunehmen, die mit der ihr konzesfionirten in Verbindung gesezt werden sollte.

"Art. 36. Die Waaren sollen an den Ladungs^ pläzen der Stationen abgeliefert werden. Die im Tarife festgesezten Ta.ren find nur aus den Transport von Sta^ tion zu Station anwendbar.

625 ,,Ein Tarif, welcher der Regierung zur Genehmigung

vorzulegen ist , soll die Ladungs - und Abladungskosten im Jnnern der Ausweichstreken , so wie den Preis des Transports der Reifenden und ihres Gepäkes zu und von den Bahnhöfen bestimmen.

"Die Gesellschaft behält fich das Recht vor, für den Transportdienst ausführliche Reglemente zu entwerfen, die dem Staatsrathe zur Genehmigung vorzulegen sind.

"Art. 37. Die Gefellfchaft verpflichtet sich, die Eifenbahn zum Transport von Truppen und eidgenöffifchem oder kantonalem Kriegsmaterial, gegen Entrichtung der Hälfte der gewöhnlichen Taren, der Militärbehörde zur Verfügung zu stellen.

"Diefelbe Bestimmung findet ihre Anwendung auf Militärperfonen im Dienste, mögen fie in Korps oder einzeln reifen , müssen aber ihre Marschrouten bei sich tragen.

"Art. 38. Die Polizei in dem Reviere der Bahn, den Bahnhöfen und den übrigen zum Betrieb der Eisenbahn bestimmten Gebäuden steht der Gesellschaft zu; jedoch hat die Staatsbehörde in allen Fällen und bei jeder Gelegenheit freien Zutritt zu den Ausweichstreken und Stationen, um die Ordnung herzustellen, mag sie von fremden Personen oder von Angestellten der Gesellschaft gestört worden fein.

"Die an die Stationen angränzenden Restaurationen und Schenktifche werden als öffentliche Etablissements betrachtet und sind den solche Anstalten betreffenden Gesezen unterworsen ; jedenfalls foll diese innere , der Administration der Eisenbahn überlassene Polizei durch die vom Staatsrathe genehmigten Reglemente ausgeübt werden.

B.^desbl........ Iah^. VI. Bd. III.

59

^26 ,,Art. 39. Das Recht der allgemeinen Aufficht über ^en Betrieb der Eisenbahn bleibt dem Staatsrathe vor^ behalten ; zu diesem Ende verpflichtet sich die Gesellschaft, bei jedem Zuge dem oder den vom Staatsrathe ernannten Kommissären einen unentgeltichen Plaz einzuräumen.

"Art. 40. Die Polizeiangestellten und Bahnwärter müssen in Eid genommen werden.

"Alle Angestellten sollen vorzugsweise aus Kantonsangehörigen gewählt werden.

...Der Staatsrath kann die Zurechtweisung und nöthi.genfalls die Abfezung derjenigen Angestellten verlangen, die während der Ausübung ihrer Funktionen zu gegründeten Klagen Veranlassung gegeben haben.

"Art. 41. Unter Beobachtung der Vorschriften der Geseze vom 28. Heumonat 1852 und 19. Iuli l854, genießt die Gesellschaft alle Vortheile, welche ihr diese Geseze in Bezug auf die freie Einfuhr alles Eisenbahnmaterials gestatten.

"Art. 42. Der Staat liefert unentgeltich der Gesellschaft als Beisteuer : 1) Allen dem Staate zugehörigen Boden, wie z. B.

Seegefiade, Fluß- und Strombette, Boden von ehe^ maligen Straßen, von verlassenen öffentlichen Wegen.

und Pläzen; 2) allen unangebauten Gemeindsboden (Weiden und

Wälder).

"Dieser Boden wird für zwei Schienenwege herge^ geben, sowol für die Bahnlinie selbst, als für die Aus.^ichstreken, die Stationen, Magazine, Werkpläze, WohBungen für die Angestellten und Bahnwärter, ferner für ^ie Stüzmauern, die^ Gräben, Böschungen, ^uß ^ unt..

Nebenwege.

^ ,,Aller zu dem gedachten Zweke abzutretende Boden soll nach den von der Gesellschaft entworfenen Planen, mit Gutheißung von Seite des Staatsrathes, bestimmt werden.

"Der Staat hat serner nüehtgeldlich zu liefern : 1) 27.5,000 ^ubikfuß E^- oder Lärchenholz füt Ouerschwellen.

.2) 150,^0 Kübikfuß gewöhnliches Tannenholz für ^otistruktionen.

,,Dieses Holz soll auf Pläze gebracht werden, welche

^ür Transportwägen leicht zugänglich und wenigstens 10

Kilometer von der zu erbauenden Eisenbahnlinie oder derjenigen der Wefibahn entfernt find. Das gedachte .^olz wird für die .Linie Iougne-Massonger bewil-

ligt, und zwar im Verhältniß zur Ausdehnung jeder der Sektionen der Linie, und nach Maßgabe ihrer Bauart.

"Der Staat verpflichtet fich, der Gesellschaft den Ankauf der zum Unterhalt der Eisenbahnen nöthigen Waldungen, wie auch aller andern, ihr dienlichen Gemeindeg^ufer zu erleichtern, und er verleiht ihr hiermit zu diefem Behufe das Recht zur Erwerbung der genannten Gegen.stände.

"Art. 43. Der Staat gibt auch der Gesellschaft als

Subskription zu dem für den Bau der ganzen Linie nöth^en ^esellfchaftskapitale eine Summe von zwei Millionen Franken, welche Subskription von ihm, von den Gemeinden und von zahlungsfähigen Partikularen untere zeichnet fein muß.

"Diese Subskription wird aus nachstehende Weise geschehen : a. Für 1,400,000 Franken, wenn die Hälfte des Ge^

sellschaftskapitals unterzeichnet fein wird; b. für 600,000 Franken, sobald die zweite Hälfte der Kautionsfumme erlegt ist.

^28 "D.^e Lieferungen der kraft dieses Artikels unterzeich-.

neten Aktien^ finden im Verhältniß zu denjenigen der Ge-

neralsubskription statt.

,,Art. 44. Alle Streitigkeiten, die zwischen den kontrahirenden Parteien über die Vorbehalte, Lasten und Bedingungen der gegenwärtigen Konzession entstehen könnten, werden definitiv von Deinem Schiedsgerichte entschieden.

,,Dieses Gericht wird in der Weise gebildet, daß beide Theile zwei Schiedsrichter ernennen, und diese einen.

Obmann bezeichnen.

.,Können sich die Schiedsrichter über die Person des Obmanns nicht vereinigen, so bildet das Bundesgericht einen Dreiervorschlag, worauf dann zuerst der Kläger und hernach der Beklagte je einen der Vorgeschlagenen zu streichen hat. Der Uebrigbleibende ist Obmann des

Schiedsgerichts.^ Art. 3. Der Staatsrath ist mit der Vollziehung des gegenwärtigen Dekrets beauftragt.

Gegeben unter dem großen Staatsfiegel, zu .Lau.^ s a u n e , am 5. Christ.nonat 1854.

Der Präsident des Großen Rauhes : .

^ .

.

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^ B e schl n ß.

.^alls Herr Petit-Ni.^peI feine Bürgschaftssumme ^icht erlegen sollte, so hat der Staatsrath die Besugniß, die vorstehende Konzession, wie sie aus den Verhandlung ^en des Großen Rathes hervorgegangen ist, demjenigen Konzessionär, oder derjenigen Gesellschaft zu ertheilen, welche die wünschbaren Garantien leistet.

Der Staatsrat^ wird dem Großen Rathe in seiner nächsten ordentliche^ Sizung Bericht erstatten.

Also beschlossen vom Großen Rathe des Kantons Waadt, zu L a u s a n n e , den 5. Ehristmonat I854.

Der Präsident des Großen Rathes : ^ .

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Beschlnßentwurs, betretend die Konzession einer Eisenbahn von J^ugue uach Massonge.r aus dem Gebiete de.^ Kal.ton^ .^aadt.

(Vom Bundesrathe dnrchberathen am 18. Dezember 1854.^

Die B u n d e s v e r s a m m l u n g der schweizerischen Eidgenossenschaft, nach Einficht einer durch den Großen Rath des Kantons Waadt unterm 5. dieß dem Herrn .Inles-Louis-Victor Petit-N..spel, oder einer von diesem zu bezeichnen^ den Gesellschaft ertheilten Konzession für den Bau und Betrieb einer Eisenbahn von Iougne nach Massonge.r, in so weit solche das waadtländische Gebiet berührt, und eines Berichtes und Antrages des Bundes^ rathes ; in Anwendung des Bundesgesezes vom 28. ^eu.^

monat 1852, beschließt: Es wird dieser Konzession, unter nachstehenden Be^

dingungen, die Genehmigung des Bundes ertheilt..

Art. 1. In Erledigung von Art. 8, Lemma 3 des Bundesgesezes über den Bau und Betrieb von Eisen^ bahnen wird dem Bundesrathe vorbehalten, für den regele

631^ .maßigen periodischen .Perfonentransport, je nach de.....

Ertrage der Bahn und dem finanziellen Einflusse de..^ Unternehmens auf den Postertrag, eine jährliche Konzessionsgebühr, die den Betrag von Fr. 500 für jede itn Betriebe befindliche Wegstreke von einer Stunde nicht ^ übersteigen soll, zu erheben. Der Bundesrath wird jedoch von diefem Rechte so lange keinen Gebrauch ma^ chen , als die Bahnunternehmung nicht mehr als 4 .^ nach erfolgtem Abzug der auf Abfchreibungsrechnung ge^ tragenen oder einem Reservefond einverleibten Summen abwirft.

Art. 2. Der Bund ist berechtigt, die Eifenbahn, für deren Herstellung die Konzession von Waadt am 5. Dezember 1854 ertheilt worden ist, in ihrer Gefammtheit,.

fo weit sie wirklich erstellt worden ist, fammt dem Material, den Gebäulichkeiten und den Vorräthen, welche

dazu gehören, mit Ablauf des 30., 45., 60., 75., 90.

und 99. Iahres, vom 1. Mai 1858 an gerechnet, gegen Entschädigung an sich zu ziehen, falls er die Gefellfchast jeweilen 5 Iahre zum Voraus hievon benachrichtigt hat.

Kann eine Verständigung über die zu leistende Ent-^ fchädigungsfumme nicht erzielt werden, so wird die leztere durch ein Schiedsgericht bestimmt.

Diefes Schiedsgericht wird so zusammen gesezt, daß jeder Theil zwei Schiedsrichter erwählt und von den leztern ein Obmann bezeichnet wird. Können sich di...

Schiedsrichter über die Person des Obmanns nicht ver^ einigen, so bildet das Bnndesgericht einen Dreiervor^ schlag, aus welchem zuerst der Kläger und hernach der Beklagte je einen der Vorgeschlagenen zu streichen hat..

Der Uebrigbleibende ist Obmann des Schiedsgerichts.

Für die Ausmittlnng der zu leistenden Entschädigung gelten folgende Bestimmungen^

^32 a. Im Falle des Rükkaufes im 30., 45. und 60.

Iahre ist der 25fache Werth des durchschnittlichen Reinertrages derjenigen 10 Iahre, die dem Zeitpunkte, in welchem der Bund den Rükkauf erklärt, unmittelbar vorangehen ; im Falle des Rükkaufes im 75. Iabre der 22^fache, und im .^alle des Rükkaufes im 90. Iahre der 20fache Werth dieses Reinertrages zu bezahlen, immerhin jedoch in der Meinung, daß die Entschädigungssumme in keinem Falle weniger als das ursprüngliche Anlagekapital betragen darf. Von dem Reinertrage, welcher bei dieser Berechnung zu Grunde zu legen ist, find übrigens Summen, welche auf Abfchreibungsrechnung getragen oder einem Refervefond einverleibt werden, in Abzug zu bringen.

.^. Im Falle des Rükkaufes im 99. Iahre ist die^ muthma.ßliche Summe, welche die Erstellung der Bahn und die Einrichtung derselben zum Betriebe in diesem Zeitpunkte kosten würde, als Entschädigung zu bezahlen.

^. Die Bahn sammt Zugehör ist jeweilen, zu welchem Zeilpunkte auch der Rükkauf erfolgen mag, in vollkommen befriedigendem Zustande dem Bunde abzutreten. Sollte dieser Verpflichtung kein Genüge gethan werden, so ist ein verhältnismäßiger Betrag von .der Rü^kaufsfumme in Abzug zu bringen.

Streitigkeiten, die hierüber entstehen möchten, sind durch das oben erwähnte Schiedsgericht auszutragen.

Art. 3. Binnen einer Frist von 15 Monaten, vom .Tage dieses Beschlusses an gerechnet, ist der Anfang mit .^en Erdarbeiten für die Erstellung der Bahn auf waadt^

^ indischem Gebiete von Iougne nach Massonger zu machen, und zugleich genügender Ausweis über die gehörige Fortführung der Bahnlinie zu leisten, in der

Meinung, daß widrigenfalls mit Ablauf jener Frist die Genehmigung des Bundes für die vorliegende Konzession

erlischt.

Im gleichen Sinne wird eine Frist von. 5 Iahren, von dem Tage dieses .Beschlusses an gerechnet, theils sür den Beginn der Erdarbeiten auf der Bahnstreke von Iougne nach Lausanne, theils für die gleichzeitige Beibringung eines geeigneten Ausweises über die gehörige Fortführung dieses Theils der Bahnunternehmung anberaumt.

Art. 4. Es sollen alle Vorschriften des Bundesgesezes über den Bau und Betrieb der Eisenbahnen, vom 28. Heumonat 1852, genaue Beachtung finden, und es darf denselben durch die Bestimmungen der vorliegenden Konzession in keiner Weise Eintrag geschehen. Insbesondere .darf durch das lezte Lemma des Art. 1 dieser .Konzession die Kompetenz nicht beeinträchtigt werden, welche hinfichtlich der Terminverlängerung für den Arbeitsbeginn dem Bunde nach Art. 11 des genannten Gesezes eingeräumt ist, und die Befugniß des Bundes, .welche demselben nach Art. 17 des erwähnten Gesezes sür Konzesfionsertheilnng von fich aus zusteht, soll durch die Vorschriften des Art. 24 der Konzession keinen Eintrag erleiden. Eben so entheben die Artikel 19 und 28 den Konzessionär nicht von genauer Beachtung der Verordnung des Bundesrathes über die technische Einheit im schweizerischen Eisenbahnwesen, und der Konzesfionär .^at fich gegenüber dem Art. 37 der Konzession hinficht^..ich der Taren für Transport von Militär und Kriegs^

^34 material genau den Bestimmungen des Art. 10 de.^ mehrerwähnten Bundesgefezes vom 28. Heumonat 1^52 zu unterziehen.

Art. 5. Der Bundesrath ist mit der Vollziehung und üblichen Bekanntmachung diefes Beschlusses beauftragt.

Also den gesezgebenden Räthen der Eidgenossenfchaf^ vorzulegen beschlossen ,

Bern, den 18. Dezember 185^.

Im Namen des schweiz. Bundesrathes^ Der B u n d e s p r ä s i d e n t : F. Fre^-.^erosee.

Der Kanzler der Eidgenossenschaft:.

Schieß.

635

Beschlußentwurf, betreffend

Abänderung der Konzession für die ...........estbahn im Kanton ^aadt.

(Vom Bundesrathe dnrchberathen am 18. Dezember 1854.)

Die Bundesversammlung der schweizerischen Eidgenossenschaft, nach Einficht eines Gesuches der Direktion der Wefi^

bahngesellschaft und der bezüglichen Eingaben des Staats^ rathes des Kantons Waadt um Verlängerung der im

Art. 3 des Bundesbeschlusses vom 4. August 1853 anberaumten Frist für den Beginn der Erdarbeiten aus den Eisenbahnlinien M or se e -Genf und .^v er donBern und gleichzeitigen genügenden Ausweis über die gehörige Fortführung der Unternehmung ; und eines Berichtes und^Antrages des Bundesrathes,

beschließt: Die im Art. 3 des Eingangs genannten Bundesbeschlusses vom 4. August 1853 anberaumte Frist von 15 Monaten wird, vom 1. Januar 1855 an gerechnet, u..n weitere sechs Monate, also bis zum 30. Iuni 185^ verlängert, und zwar unter folgenden Bedingungen:

  1. Daß bis auf diesen Zeitpunkt das Projekt der Eisen^ bahn von .^verdon nach Bern und von Mors^ nach Gens definitiv sefigesezt werde, und

^36 2) daß bis aus gleiche Zeit die Detailplane über die Kunstbauten auf eine Ausdehnung von wenigstens 1600 Toisen auf beiden obigen Linien so weit vollendet seien, um der Prüfung der Regierung unterstellt werden zu können.

Also den gesezgebenden Räthen der Eidgenossenschaft vorzulegen beschlossen, Bern, den 18. Dezember 18.^4.

Im Namen des schweiz. Bundesrathes, Der Bundespräsident:

F. .^re^-^erosee.

Der Kanzler der Eidgenossenschaft:

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637

Beschlußeutwurf, betreffend

Abänderung der Konzession für Erbauung de^ Zentralbahn im Kanton Bern.

(Vom Bundesrathe dnrchberathen am 18. Dezember 185.1..)

Die Bundesversammlung der schweizerischen E i d g e n o s s e n s c h a f t ,

nach Einficht eines am 2l. Oktober 1854 zwischen den Abgeordneten der Regierung des Kantons Bern einerseits, und den Delegirten des Direktoriums der schweiz. Zentralbahngesellschaft andererseits abgeschlossenen Vertrages über die Erbauung der Zentralbahn im Kanton Bern, welchem dessen Großer Rath am 29. Novem^ ber 1854 die Ratifikation ertheilte, und eines Berichtes und Antrages des schweiz. Bundesrathes, woraus sich ergibt, daß dieser Vertrag einige Abänderungen der am 24. November 1852 für diese Eisenbahnen vom Kanton Bern ertheilten und vom Bunde unterm 28. Ianuar 1853 genehmigten Konzeffion enthält; in Anwendung von^Art. 2 des Bundesgesezes vom

28. Iuli 1852, beschließt: Es wird dem Eingangs genannten Vertrage, in theilweiser Abänderung des Bundesbeschlusses vom 28.

Ianuar 1853, die Genehmigung des Bundes ertheilt..

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Also den gesezgebenden Räthen der Eidgenossenschaft vorzulegen beschlossen, Bern, den 18. Dezember 1854.

Im .^amen des schweiz. Bundesrathes, Der ^undespräsident: .^. .^re^ ^..^er^see.

Der Kanzler der Eidgenossenschaft:

^chie^.

^eschlußentwurs, betreffend

Abändernng der Konzession für Erbauung der Zentralbahn im Kanton ^uzern.

(..^om Bundesrathe durchberath..... am 18. Dezember 1854.)

Die B u n d e s v e r s a m m l u n g der schweizerischen Eidgenossenschaft,

nach Einficht eines am ./.^ August 1854 zwischen der Regierung des Kantons .^uzern einerseits, und dem Direktorium der Zentralbahngesellschaft andererseits abgeschlossenen Vertrages über Fortsezung der Zentralbahn im Kanton Luzern, welchem der Große .^ath am 17.

gleichen Monats die Ratifikation ertheilte, und eines Berichtes und Antrages des schweiz. Bundesr.ithes, woraus sich ergibt, daß dieser Vertrag einige Abänderungen der am 19. November 1852 für die Eisenbahn ....^n Zofingen nach Luzern, auf luzernischem

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639 ^Gebiete, ertheilte und vom Bunde unterm 28. Ianuar ^853 genehmigten Konzession enthält; in Anwendung von Art. 2 des Bundesgefezes vom 28. Heumonat l 852, ..

befchließt:

Es wird dem Eingangs genannten Vertrage, in theil.weiser Abänderung des Bundesbefchlusses vom 28. I..^ nuar 1853, die Genehmigung des Bundes ertheilt.

Also den gefezgebenden Räthen der Eidgenossenschaft vorzulegen beschlossen , Bern, den 18. Dezember 1854.

Im Namen des fchweiz. Bundesrathes, Der Bundespräsident:

.^. Fr^^erosee.

Der Kanzler der Eidgenossenschaft: ..Schieß.

Note. Der Ständerath hat seinerseits unterm 20. Deze.^ber die vorstehenden Eifenbahnangelege^heiten be^ handelt und darüber Schlußnahmen gefaßt. Hingegen war es dem Nationalrathe nicht mehr möglich, darüber

einzutreten; weßhalb mit Rüksicht auf die Dringlich-

keit der Sache unterm 21. Dezember von beiden Räth.^r..

dem Bundesrathe die Vollmacht ertheilt worden .^, sowol hinsichtlich der Eifenbahnfonzession von Joug r^ nach Massougex, als dex Eifen.^ahnabänderungeu der Kantone W a a d t , Bern und L u z e r u . im Namen der Bundesversammlung die Genehmigung auszufprechen.

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Konzessionsakt des Großen Rathes des Kantons Waadt für den Bau einer Eisenbahn von Jougne nach Massonger. (Vom 5. Christmonat 1854.)

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1854

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59

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Numéro d'affaire Numero dell'oggetto Datum

30.12.1854

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609-639

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