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theile unter dem Schütze und der Mitwirkung des Bundes in den Grundvertrag von 1833 aufgenommen worden; daß der Bund trotz wiederholten Revisionen der schwyz. Verfassung und trotz dem Umstände, daß schon die frühere Bundesverfassung die- Vorrechte des Ortes als unverträglich mit dem Schweiz. Grundgesetze erklärt hatte, bis in die neueste Zeit niemals in jenen Bestimmungen etwas Unzuläßiges gefunden hat; daß endlich -- und darauf legen wir allen Nachdruck, -- N i c h t s für das p o l i t i s c h e L e b e n u n s e r e r S c h w e i z v e r d e r b l i c h e r sein m ü ß t e , a l s d a s G e f ü h l oder gar die E r f a h r u n g , daß in u n s e r m Bundesleben z w e i e r l e i R e c h t g e h a l t e n werde.

Bern, 15. März 1877.

Die Kommissionsmehrheit : Keel.

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Bundesbeschluss betreffend

Gewährleistung der Verfassung des Kantons Schwyz.

Die Bundesversammlung der s c h w e i z e r i s c h e n E i d g e n o s s e n s c h a f t , nach Einsicht der Botschaft des Bundesrathes vom 8. Juli 1876, betreffend die neue Verfassung des Kantons Schwyz vom 11. Juni 1876, in E r w ä g u n g : 1) daß die Fassung des § 9, worin einzelne Bestandteile des Art. 27 der Bundesverfassung wiedergegeben, andere weg-

533 gelassen sind, der vollen Geltung der leztgenannten Verfassungsbestimmung in ihrem ganzen Umfange selbstverständlich keinen Abbruch thun kann ; · 2) daß, wenn auch die §§ 13 und 20, einzeln genommen, nichts enthalten, was mit der Bundesverfassung im Widersprüche wäre, dennoch in ihrer Wechselbeziehung die Gewährleistung der Klöster liegt ; daß aber der Bund eine solche Gewährleistung nicht übernehmen kann, vielmehr die aus Art. 51, Saz 2, der Bundesverfassung entspringende Befugniß vorbehalten muß; 3) daß die Art. 41, 43 und 44 nach Maßgabe der d e r m al i g e n Bevölkerungsverhaltnisse ein Vorrecht des Ortes im Sinne von Art. 4 der Bundesverfassung nicht begründen, daß vielmehr aus den Bevölkerungsverhältnissen des Kantons und der Bezirke, wie aus der geschichtlichen Entstehung jener Bestimmungen erhellt, daß durch sie gegentheils eine Störung der Rechtsgleichheit der verschiedenen Landestheile verhütet werden wolle; 4) daß im Uebrigen diese Verfassung nichts enthält, was mit der Bundesverfassung im Widerspruche wäre, beschließt: Der vorliegenden Verfassung des Kantons Schwyz wird im Sinne der Erwägungen die eidg. Gewährleistung ertheilt.

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Bericht des

Bundesrathes an die hohe Bundesversammlung über das Strafnachlassgesuch des Johann Jost im Ried, Gemeinde Lauperswyl, Kantons Bern.

(Vom 16. März 1877.)

Tit.!

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Mit Beschluß vom 15. Mai 1876 haben wir in Anwendung von Art. 74 des Bundesgesezes über das Bundesstrafrecht die Untersuchung und Beurtheilung einer Gefährdung des Eisenbahnbetriebes, welche im Januar des gleichen Jahres am Riedberg in der Nähe der Station Emmenmatt stattfand, den Gerichten des Kantons Bern überwiesen.

In Folge dessen erklärte das korrektioneile Gericht des Amtes Signau mit Urtheil vom 9. September 1876 den Johann J o s t von Wynigen, Tabakfabrikant: und Pächter im Ried, Gemeinde Lauperswyl (Bern), der leichtsinnigen Gefährdung des Bahnbetriebes für schuldig, und verurtheilte denselben in Anwendung v o n Art. 6 7 , litt, b desBundesstrafgesezess korrektionell.. z u ferner zur Entschädigung der Bahngesellschaft und zur Bezahlung der Kosten.

. Gegen dieses Urtheil ergriff Jost die Appellation an die Polizeikammer des Appellations- und Kassationshofes des Kantons Bern,

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Bundesbeschluss betreffend Gewährleistung der Verfassung des Kantons Schwyz.

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1877

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24.03.1877

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532-534

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