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Schweizerische...'

Buudesblatt.

Jahrgang VII. Band I.

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Samstag, den 17. Februar 1855.

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Aus den Verhandlungen des Schweizerischen Bundesrathes.

(Vom 12% Februar 1855.)

Jn golge eingegebener Demisfionen ertheilte der Bundesrath den nachstehenden 33 efdg. Offizieren die Entlassung aus dem eidg, Stabe, in allen Ehren und unter Verdankung der geleisteten Dienste, nämlich den Herren: A. .Sombattanten.

O b e r st e n.

Souis goltj, von und in Morges (Wandt).

Dominik Gmür,*) von und in Schänis (St. Gallen).

Jakob Ulrich R i t t e r, von und in Altstätten (St. Gallen).

·Bonaventura M e p e r, von Ollen (wieder in franz.

Diensten).

*) Nach dem zweiien Alinea des Ar... 36 der eldq Militärorganisation (amtl. Gefezfamml Band I, Seite 375) behalten die .perten Cbersten Soltz und G m ü r tte Ehretiberechfigungen ihres Grades bei.

®.inbe.36latt 3ahr8. VII. Bd. I.

1T

140 Oberstlieutenante.

grançois B o l e n s , von und in Morges (Waadt).

gr. Christ. M a n u e l , von Bern, in Burgdorf.

Majore.

Adalbert v. G u m o e n s , * v o n und in Bern.

Friedrich v. W a t t e n w y l , von und in Bern.

J. R. Gottlieb H e r y o g , von und in Aarau.

Eduard L ü t h i , von und in Solothurn.

Constantin G r e n i e r , von und in Lausanne.

H a u p t l e u t e.

Rudolf ..pürner, von und in Thun.

Peter g e » / von Roggweil (ïhurgau), in Bern.

Oberlieutenant.

Rudolf Albertini, von Zutz, in Samaden.

B.

....'.tichtcom.&attanten.

Iustizbeamte mit Oberstenrang.

Dr. I. I. R ü t t i m a n n , von Regensberg, in Zürich.

Dr. I. E. K e r n , von 33erlingen, in Zürich.

Iustizbeamte mit Hauptmannsrang.

Ioh. Barth. Caflisch, von Trins, in Chur.

Rudolf Buri, von Burgdorf, in Bern.

K o m m i s s a r i a t s b e a m t e mit Hauptmannsrang.

Eduard Schin z, von und in Zürich.

I. U. L eh m an n, von Langnau, in Lotzwyl (Bern).

Iohann Christoph Xjchudi, von und in Glarus.

mil G r o ß m a n n , von Aarburg, in Lörrach (Großh.

Baden).

141 Kommissariatsbeamte mit Oberlieutenants* rang.

Henri M ü l l e r , von und in Pa»crne (Wandt).

.Luzius P a t t , von Easticl, in Samaden (Graubünden).

D i v i s i o n s ä r z t e mit Majorsrang.

Dr. L. W a l t h e r , von und in Chur.

Dr. ..p. Stocker, von und in Neumünster (bei Zürich).

Ambulaneeärzte mit Hauptmannsrang.

ßudwig W o l f , von und in Münster (Luzern).

Dr. E. M e y e r - S t e i n e r , von Basel, in Travers (Neuenburg).

Dr. B. E. grey, von und in Schasfhausen.

0 A i n b u l a n e e a r z t mit O b e r l i e u t e n a n t s r a n g .

Dr,, I. G. B r ü g g e r , von St. ..Kon'z, in Samaden (©ranbünden).

A m b u l a n e e ä r z t e mit I. U n t e r l i e u t e n a n t s r a n g .

Ioseph O ml in, von und in Sachseln (Obwalden).

Dr. A, O d e r m a t t , von und in Stanz (Nibwalden).

S t a b s p f e r d a r z t mit I. U n t e r l i e u t e n a n t s r a n g .

Ioh. Reber, von Sempach, in (Snnensee (Luzern).

Der fchweiz. Konsul in L i v o r n o drükt fich i« seinem dem Bundesrathe eingesandten Iahresberichte vom 10.

v. Mts. über Handel und Eisenbahnen folgendermaßen aus: "Wenn das Jahr Î853 für Toscana ein trauriges gewefen ist, so läßt fich leider von 1854 nicht viel Besseres sagen. Es begann mit einer fehr kargen Oelärnte und endigte mit dem beinahe gänzlichen Fehlschlagen der

142 , Weinlefe, die in ihren Einwirkungen auf das Leben

der Bürgerklasse von größter Wichtigkeit ist, da diese, an den regelmäßigen Gebrauch des sonst sehr billigen Weines gewohnt, denselben hygienisch und, man möchte beinahe sagen, als Nahrungsmittel bedarf.

,,Die Geiraideärnte war besser als mittelmäßig, ja beinahe gut, und bewirkte einen etwelchen Rükgang der Preise, jedoch nur von sehr kurzer Dauer, da Toscana immer fremden Getraides bedarf, und weil erstens die Kriegsbefürchtungen, zweitens die Ausfuhrverbote der ÜJlachtarftaaien, und drittens der Schluß der Kornkammern Rußlands eine fieberische Bewegung hervorbrachte, welche die Preise selbst noch höher trieb als {m Iahr 1853.

,,Die Landeigner und Bauern, die hauptsächlich Brotstosse erzeugten, stunden bei der hohen Verwerthung sehr gut. Dagegen litt das Allgemeine an Theurung, und das Elend wurde durch das Umsichgreifen der asiatischen Cholera, so wie durch den Winter, an manchen Orten auf's höchste getrieben. Dem ungeachtet ließ fich Toscana vom alten Systeme vollkommener Handelsfreiheit nicht im mindesten abwendig machen.

,,Am wenigpe« litt L i v o r n o , welche Stadt bejondere ..pülfsquellen in pch trägt, und dem armen Manne stets Arbeit geben kann. Schwächer blieben fie freilich dieses Jahr auch da, weil der Verkehr im Allgemeinen sehr gehemmt war; der Handel.in Getraide besonders, welcher früher so bedeutend wer und vielen Tausendm Arbeit und Verdienst gab, sank beinahe auf Null herab, so daß fich am 31. Dezember 1854 bloß ein Vorrat!)

fand von

197,600 Säken = 148,200 Hektolitern Weizen gegen 640,000 Säke im vorigen Jahr, und

143 87,500 Säten = 65,ßOOHeftoliUrn anderer Getraidesorten gegen 51,008 Säke,

wobei noch zu bemerken ist, daß der Vorrath größtentheils aus den sehr geringen, gewöhnlich erlizt hier ankommenden ägyptischen Waizen bestand.

,,Daß der Handel unter dem Druke so kritischer Ver.hältnisse am meisten gelitten und weniger bedeutend gewesen ist als gewöhnlich, braucht nicht erwähnt zu werden.

Während einerseits die Ungewißheit der politischen Zustände Spekulation und Unternehmungsgeist hemmte, fehlte im Innern nicht nur der Absaz der Luxusartikel, sondern auch jener der nöthigsten Gegenstände, mit denen man fich nur auf das kärglichste versah. Dieses wirkte besonders auf die Schweizer «Manufakturen, die übrigens, mit Ausnahme einiger wenigen Artikel, immer mehr durch die fich ausbreitenden eigenen Fabriken verdrängt werden, und ich erlaube mir, der Kürze wegen, in dieser Hinficht auf meinen vorjährigen Bericht, an welchem ich durchaus nichts Wesentliches zu ändern wüßte, zu verweisen.*) Die bereits begonnene, viel verbrechende Odärnte, nebst den günstigen Ausstellten für jene des ©etraides, geben für's nächste Jahr bessere Hoffnungen.

,,In Folge der Erhöhung der römischen Zölle ä e igt en fich einen Augenbïik wieder etwas mehr Schmuggler als Käufer; doch waren deren Einkäufe unbedeutend. Der Anfchluß an den östrneichifchen Zollverband kam nicht mehr zur Sprache.

,,An den Eisenbahnarbeiten' waren. Bei dem niedrigen Stande der Aktien, nur schwache Fortschritte bemerklich, d. h. an der i t a l i e n i s c h e n Z e n t r a l b a h n von

', Siehe Bundesblatt v. I. 1854, Bd. I, Seite 473.

144 g l o r e n z nach B o l o g n a und den Herzogthümern, sowie an derjenigen von S u c i t a - P i s t o j a - S l o r e n z . Für die Linie von F l o r e n z bis zur römischen Gränze über Ar e z z o erfolgte eine Dekadenzerklärung der englijchen llebernehmer, nämlich der Herren Geb. G a n d j l l , und es wurde das Projekt der anderen Lini.: nach R o m über Siena wieder aufgenommen.

,,Die Gesellschaft der längst eröffneten, .aber noch etwas mangelhaften und nicht gut rentirenden .Linie P i s a - L u e e a »ird wahrscheinlich der L e o p o l d o (Siv o r n o - P i s a - S l o r e n z ) einverleibt werden, welch' leztere «ine Jahresdividend« von L. 46. 18. 4 für L. 1000 gab, und auf 80'A fch..

,,Das Inland blieb nicht ohne gaHimente in allen Branchen, wogegen L i v o r n o dm gewonnenen Ruf von Solidität, zunehmendem Wohlstände und Geldüberfluß beibehielt. Der ©conto bei ber Ba«k war int Anfang des Jahrea 5 %, -ul.d aber und bis Ende Dezember 4 o/o. Bei Privaten war flets à 4 % und selbfi niedriger, ©eld zu finden; im Semmer kosint.; man solches ausnahmsweise selbfi zu 3 und W/i % erhalten.

,,Dbwol die ...telegraphen nun häufiger benwzt werden als früher, so find doch die Taren für das Jn- und Ausland immer noch sehr hoch. Der Bric-fpojkttdienst läßt auch noch vieles zu wünschen übrig."

(Vorn 16. gebruar 1855.)

Der Bundesrath |at die Errichtung eines schweiz.

Konsulates in V e r a - E r u z , eine? Seestadt in der Re.publik Mexiko, beschlossen und für diesen Plaz als Konsul gewählt: Herrn Julius Z i e g l e r von Winterthur, Chef des Handelshauses Zieg l er, H e H m a n n und Comp..

in Vera-Cruz.

145

Auf das Gesuch des Gemeinderaths von Sau p en und einem wirklichen Bedürfnisse Rechnung tragend, hat der Bundesrath fein Post- und Baudepartement ermäch# tigt, auf den L April nächstkünftig zwischen Gümme.» n en und Lau p en einen einspännigen Postkurs, im Anschluß an den Messageriedienst B e r n - L a u s a n n e , zu erstellen.

Der Bundesrath hat die ihm von seinem Militär* departemente vorgelegten Entwürfe für eine B a t t e r i e * und eine B r i g a d e s c h u l e genehmigt und fie für die Dauer von zwei Jahren bei der fchweiz. Artillerie provisorisch einzuführen beschlossen, unter Vorbehalt jedoch der Sanktion durch die beiden gefezgebenden Räthe.

Herr grancois P i l l o u d , Postkommis in Uverdon.

ist zum Posthalter und Telegraphisten in Ste.. Croir ge# wählt worden, mit einer Iahresbesoldung von .jr. 1500.

grau Henriette Zélie Chedel in Verrières, Kts.

.....ieuenburg, hat ein Pulververkäuferpatent erhalten.

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17.02.1855

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